Erscheint Preis: durch die Boten M. 2, durch die Post M. 2,20 per Quartal, monatlich 67 Pfennig. Anzeigen: Petitzeile oder Raum 15 Pfg. Minimum 2 Zeilen. Reklamen 50 Pfg. Fernsprechanschluß Nr.1028. Bastionsstraße 14. Filial=Expeditionen: Friedrichsplatz 6, Friedrichstr. 42, Hafenstr. 11, Kölnerstr. 299, Neußerstr.50, Oststr. 76, Schadowstr. 35, Schützenstr. 1. Mit der illustrierten Beilage„Düsseldorfer Sonntagsblatt“. Chefredakteur Dr. Ed. Hüsgen. Verantw. Redakteur: Ludw. Weber in Düsseldorf. Druck und Verlag des Düsseld. Volksblattes, Gesellschaft m. b. H. in Düsseldorf. Agenturen: Annoncen=Bureaus in allen größeren Städten. Nr. 195. 7 Das schlechteste Aus einigen rheinischen Städten werden wieder erstaunliche Ziffern über die Verteilung des Gemeinde=Wahlrechts bei unserer jämmerlichen Dreiklassen=Wahl mitgeteilt. In Essen besteht die erste Abteilung aus 2 Ehrenbürgern, die schwerlich von ihrem Rechte Gebrauch machen, und aus 2 wirklichen Wählern; diese beiden ernennen also ein Drittel der Stadtverordneten=Versammlung. Die zweite Abteilung zählt 374 Wähler, die dritte 10255 Wähler.. In Düren wird die erste Abteilung von 6, die zweite von 50 Wählern gebildet; alles übrige gehört in die dritte Abteilung. Drei Familien verfügen über 27 von den 56 Stimmen der beiden ersten Abteilungen. Wenn diese drei Familien noch einen Vetter oder Freund zu Hülfe ziehen, haben sie die absolute Mehrheit; sie werden sie bei vollzähligem Antreten auch schon so haben, da doch aller Wahrscheinlichkeit nach von den übrigen 29 der eine oder andere fehlen wird. Die drei Familien ernennen also zwei Drittel der Stadtverordneten=Versammlung. Ist ein schlechteres Wahlsystem denkbar?— Nur nicht leichtfertig„Nein" rufen! Ja, ein noch schlechteres System ist nicht bloß denkbar, es ist sogar schon einmal beantragt und von einer Abgeordnetenhaus=Kommission beschlossen worden, ja es hat sogar auf der jüngsten Versammlung des rheinischen Bauernvereins noch einen Verteidiger gefunden. Wir meinen das Wahlverfahren für die Landwirtschaftskammern, wie es auf Antrieb der Konservativen in der sog. Kommissionsfassung vorgeschlagen war. Dieses System ging dahin: keine Klassenbildung, sondern gemeinsame Wahl, wobei jeder so viel Stimmen hat, wie oft der Mindestsatz des Grundsteuerreinertrages in seiner Gutsschätzung enthalten ist; nur darf niemand mehr als ein Drittel der Stimmen haben. Denken wir uns dieses System auf die Gemeindewahlen in Essen und Düren angewendet, so würde sich folgendes ergeben: Krupp und sein Genosse in der 1. Abteilung zu Essen ernennen jetzt ein Drittel der Stadtverordneten. Wollen sie das zweite Drittel auf ihre Seite bringen, so müssen sie noch etwa 190 Wähler von der 2. Abteilung für ihre Partei gewinnen. In dem Falle bleibt das letzte Drittel wenigstens noch den kleineren Leuten der 3. Abteilung gesichert. Nach den Grundsätzen der sog. Kommissionsfassung würden Krupp und Genossen es mit Leichtigkeit dahin brin gen, daß sie nicht bloß zwei Drittel, sondern die Gesamtheit der Stadtverordneten bestimmen könnten. Sie brauchten nicht einmal 190 Leute der 2. Abteilung auf ihre Seite zu bringen, sondern nur eine kleine Anzahl der Höchstbesteuerten aus der 2. Klasse, und zwar so viele, daß die Summe ihrer Steuerleistungen die Hälfte der Gesamtheit der Steuern ungefähr erreichte. In dem Falle würden die vielfachen Stimmen, über welche diese wenigen Herrn verfügten, die Mehrzahl aller giltigen Wahlstimmen ausmachen, die ganze Masse der Wähler würde von einem oder zwei Dutzend reicher Mitbürger vollständig niedergestimmt, auch das letzte Drittel der Mandate wäre der Handvoll Großsteuerzahler ausgeliefert. In Düren können, wie wir oben gesehen, nach dem jetzigen Sytzem drei Familien zwei Drittel der Stadtverordneten ernennen. Nach dem Verfahren der„Kommissionsfassung" würden diese drei Familien alle drei Drittel, also das ganze Stadtverordneten-Kollegium ernennen, da sie zweifellos alle zusammen die Hälfte des Gesamtsteuerbetrages repräsentieren. Wenn überhaupt das Wahlrecht nach Steuer= oder Be() Das verhängnisvolle Testament. 13 Nach dem Englischen von H. v. Remagen. „Ich kann unter keinen Umständen Walton selbst bewohnen, ich muß es also zuschließen oder verpachten und beabsichtige eigentlich das letztere. So groß der Schmerz und die Demütigung, die mir aus dieser Handlungsweise erwachsen müssen, auch fein mögen, so bringt sie mir doch sichtlich Vorteile.“ „Es ist entsetzlich hart für Dich, daß Du dazu gezwungen bist," sagte sie,„nachdem Du Dein Leben lang an den Gedanken, einst dort zu leben, gewöhnt warst.“ „Ich bedarf keines Fürstenschlösses, keiner reichgalonierten Dienerschaft, keiner Juwelen und kostbaren Gewänder — ich bedarf nur Deiner Liebe!“ „So darf ich also hoffen, daß Du mich, nun ich arm bin, nicht weniger liebst?" fragte er. „Im Gegenteil versichere ich Dir, daß meine Liebe für Dich bei dem Gedanken um so inniger wird. Lord Rylestone auf Waltoncourt gegenüber empfand ich stets unwillkürlich eine gewisse Scheu, während sich mein Herz meinem schwergeprüften Allan in rückhaltloser Liebe erschließt." „Und ich danke dem Himmel für das edle Herz, das er zu eigen gegeben hat," sagte er;„welch' ein Segen ist die Liebe eines echten Weibes! Du fühlst Dich also nicht enttäuscht, Margarita?" „Ich sage Dir ja, wie ich darüber denke. Du bist mir so gebrochen und trostbedürftig, wie ich Dich eben vor mir sehe, tausend Mal teurer, als wenn Du auf dem Gipfel allen Erdenglückes ständest." „Du wirst allerdings trotz alledem Lady Rylestone werden," bemerkte er traurig,„aber Du kannst nicht in der Heimat leben, die mir so unendlich teuer ist, und nicht die gesellschaftliche Stellung einnehmen, die Dir gebührt." „Aber ich werde in Deiner Nähe sein. Sieh, Allan, dec Begriff von Reichtum ist so unendlich verschieden. Du hältst ein jährliches Einkommen von tausend Pfund für außerst gering, nach Deiner gewohnten Lebensweise ist es nichts, während ich es für einen unerschöpflichen Reichtum halte. Ich kann Die nicht sagen, wie sehr ich Dich beklage, wie tief ich mit Dir fühle— nicht um meinetwillen, sondern nur um Dich. Ich verabscheue diejenigen, die diese schmerzliche Enttäuschung über Dich gebracht haben. Wenn Dein Verwandter nicht im Grabe ruhte, so würde ich ohne Zögern sagen, was ich von ihm denke, so will ich schweich berachte diese Erbschleicherin, dieses junge Mädchen, das sich zwischen Dich und Deine Hoffnung gedrängt hat und in mancher Beziehung Dein Lebensglück ee sah erschrocken auf, denn er erinnerte sich in diesem Augenblicke, wie sehr Adelaide sich gesträubt hatte, die Erbschaft anzutreten. Montag, 23. Juli 1894(Apollinaris). 28. sitzgröße abgestuft wird, so bietet die Klassenbildung den schwächeren Elementen zwei Vorteile: Erstens beschränkt sich der Einfluß der Größeren immer nur auf eine Klasse; wenn auch die zweite Klasse noch in den Händen Weniger bleiben sollte, so ist doch wenigstens die dritte Klasse dem„gewöhnlichen Volk" reserviert. Zweitens ist innerhalb jeder Klasse das Stimmrecht gleich; so kann z. B. in der zweiten Klasse ein Mann, der über die Hälfte des auf diese Klasse entfallenden Steuerbetrages zahlt, ohnmächtig gemacht werden durch einige kleinere Leute, die noch in diese Klasse gekommen sind, um den kleinen Rest des erforderlichen Steuerdrittels zu decken. Läßt man alle zusammen wählen unter Einräumung einer Mehrzahl von 10, 50, 100 oder gar 1000 Stimmen an die bevorzugten Wähler, so fallen beide Vorteile fort, die große Masse der Kleinen und Mittleren ist ohnmächtig, eine kleine Anzahl der Höchsten wird sich in der Regel einigen, um mit ihren überwiegenden Mehrheitsstimmen die ganze Beute davon zu tragen.(Die Beschränkung auf ein Drittel fällt nicht ins Gewicht, da auch die Klassenwahl höchstens ein Drittel in eine Hand legt.) Daß sich solche Verhältnisse bei den Wahlen zur Landwirtschaftskammer entwickelten, wollte der Antrag Herold verhindern, indem er die Bildung von drei Klassen vorschrieb, wodurch auch dort, wo der Großbesitz überwiegt, den Bauern und kleinen Leuten eine angemessene Vertretung gesichert wurde. Die Konservativen sträubten sich dagegen mit Händen und Füßen, und das läßt sich begreifen, da sie in ihren Revieren die Allmacht des Großbesitzes haben wollen. Aber daß annerhalb der konservativen Partei die Ungerechtigkeit des„Kommissions"=Wahlrechts und die Vorzüge des Heroldschen Systems noch verkannt und geleugnet werden können, das ist allerdings schwer zu begreifen. Deutsches Reich. *Berlin, 22. Juni. Nach zweitägigem Regen klärte sich das Wetter am Freitag abend auf, so daß der Kaiser einen längeren Spaziergang am Lande unternehmen konnte. Samstag früh wurde bei prachtvollem Wetter nach dem 1000 Meter über dem Meer gelegenen Djubrand eine Tour unternommen, die der Kaiser größtenteils zu Fuß zurücklegte, Sonntag früh hat die„Hohenzollern" Merok im Geirangerfjord verlassen, um noch am Abend desselben Tages vor Oldören im Inoikfjord einzutreffen. — Der Kaiser hat dem Prinzregenten von Bayern seine Teilnahme wegen der durch einen Cyklon angerichteten Zerstörungen in Oberbayern telegraphisch ausgesprochen und für die heimgesuchten Ortschaften eine Beihülfe von 3000 M. bewilligt. Der Kaiser hat ferner, wie die„Nordd. Allg. Ztg." erfährt, auf die ihm während der Nordlandfahrt übermittelte Nachricht von dem italienischen Siege bei Kassala an den König von Italien einen telegraphischen Glückwunsch gesandt. * Major v. Wißmann verbleibt, wie er einem Berichterstatter mitteilte, bis Ende Juli in Berlin, kehrt dann nach Lauterbach und im Januar oder Februar nach Afrika zurück. * In der v. Kotze'schen Angelegenheit scheint nunmehr nach dem„Berl. Tagebl." fast jede Aussicht, das geheimnisvolle Dunkel zu lichten, geschwunden zu sein. Die ganze Affaire erscheint jetzt wieder so unentwirrt, wie bei Beginn der Untersuchung. Indes hat sich in den beteiligten Kreisen die Ueberzeugung Bahn gebrochen, daß Herr v. Kotze nicht schuldig ist. „Sie ist ganz unschuldig, Margarita," sagte er schnell. „Das Geld ist wertlos für sie." „Aber ich verabscheue sie dennoch, weil Dein Lebensglück durch sie vernichtet ist. Ich hätte Dir an Ihrer Stelle das Geld sofort zurückgegeben." „Sie war bereit, dasselbe zu thun, wenn das Gesetz es zugelassen hätte; aber das war unmöglich. Sie darf es mir nicht zurückgeben, sondern ist gezwungen, es zu behalten und zu verwenden." „Wie nanntest Du sie doch?" „Adelaide Cameron.“ „Adelaide Cameron," wiederholte sie bedächtig.„Sahst Du sie oft?" „Ich sah sie nur ein einziges Mal im Leben, und da waren wir nicht lange zusammen.“ „Ist sie schön?" „Ja, sie ist eine anmutige Blondine." „O," rief sie nach einer Pause,„ich habe Deine Lebenshoffnung zerstört. Wenn Du mich nie gesehen hättest, würdest Du doch am Ende Miß Cameron geheiratet haben.“ „Sei fest versichert, daß es niemals geschehen wäre," sagte er freundlich und schalt sie dann grausam und unbarmherzig, daß sie dergleichen nur voraussetzen könnte. Er beteuerte ihr, daß sein Lebensglück nur auf ihrem Besitz begründet sei. Während der Wind die wilden Hyazinthen umflatterte und mit Heckenrosen koste, sprach er mit ihr von seinen Schulden und von seinen Geldverhältnissen im allgemeinen und von der Hoffnung, seine Lage durch irgend eine Anstellung im Staate zu verbessern. Sie hörte ihm wie eine Träumende zu. „Die Sorge um Dich ist mir das einzige wirkliche Schmerzliche bei der ganzen Sache. Ich hatte mich so innig auf die Zeit gefreut, wo ich alle meine Pläne für Deine Zukunft verwirklichen könnte. Ich weiß sicher, daß Du mich von Herzen bedauerst." Ja, das mußte er wissen, es bedurfte keiner weiteren Versicherung. „Willst Du mir einen Wunsch gewähren," fuhr Allan fort,„dessen Erfüllung all mein Leid in Freude verwandelt— alle meine Enttäuschungen vergessen macht— ja, mich segnend des Tages, wo ich mein Vermögen verlor, gedenken läßt?" „Ich bin bereit," erwiderte Margarita ernst. „Dann verlasse Laston sobald als irgend möglich, um mein Weib zu werden.“ „Aber daraus würden Dir ja noch größere Verlegenheiten erwachsen," sagte sie nach einigem Nachdenken. „Durchaus nicht. Sieh, ich bin jetzt irre an mir selbst geworden und vermag mich nicht in mir selber zurecht zu finden. Mein Leben scheint mir ganz zerfahren. Durch die Erfüllung meines Wunsches kannst Du mich aus dieser Lage erlösen." * Der Reichstagsabgeordnete von Jagow, der zum Landrat des Kreises Salzwedel ernannt worden und dessen Mandat dadurch erloschen ist, hat dem Bureau des Reichstages die Niederlegung seines Mandates angezeigt. Herr von Jagow gehört zur deutsch-konservativen Partei und vertrat den zweiten magdeburgischen Wahlkreis ÖsterburgStendal. * Die Bäcker Deutschlands wollen auf die Einwendungen der Meister gegen die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit eine Gegenpetition an den Bundesrat richten, in der sie ihre alte Forderung wiederholen: 1. die höchst zulässige Arbeitszeit an Wochentagen auf zwölf Stunden, exklusive der zum Essen notwendigen Pausen, zu beschränken; 2. die höchst zulässige Sonntagsarbeit sauf acht Stunden festzusetzen. *Die Kreditkommission des Bundes der Landwirte hat vom 17. bis 19. Juli im Reichstagsgebäude getagt. Nach längeren Diskussionen über die Organisation des ländlichen Kreditwesens wurden zwei Subkommissionen eingesetzt, um formulierte Vorschläge auszuarbeiten. Diese fanden am dritten Verhandlungstage nahezu einstimmige Annahme und sollen die Grundlage für die weiteren Arbeiten der Kreditkommission bilden. Der wesentliche Inhalt der Beschlüsse der Subkommission für den Realkredit ist folgender: Der heutige Zustand des ländlichen Realkredits ist unhaltbar. Es muß eine planmäßige Entschuldung des Grundbesitzes erfolgen. Diese ist vorzunehmen durch öffentliche, rechtliche Körperschaften, für welche die vorhandenen Landschaften als Vorbild und Grundlage dienen können. Die Beleihung hat fortan lediglich in der Form von Amortisationsrenten mit gesetzlich festzustellender Beleihungsgrenze zu geschehen. Den betreffenden Körperschaften soll als Gegenleistung für die ihnen übertragene alleinige Berechtigung zur Beleihung von landwirtschaftlich benutzten Grundstücken, die Pflicht auferlegt werden, die innerhalb des Taxwertes der Grundstücke vorhandenen Hypotheken nach und nach anzukaufen. Der Staat soll ihnen ein ausreichendes Betriebskapital zinsfrei darleihen, bezw. Garantien für die Verzinsung der von ihnen zu diesem Zweck auszugebenden besonderen Schuldtitel übernehmen. Sind Grundstücke über den Taxwert hinaus verschuldet, so soll der Staat den Besitzern in jeder Weise entgegenkommen, um es ihnen zu ermöglichen, sich auf der Scholle zu halten. In den Landesteilen, in denen die Zerteilung größerer Besitzungen zur Schaffung mittlerer und kleiner Grundbesitzerstellen notwendig erscheint, sollen Fonds nach Art derjenigen der Ansiedlungskommissionen eingerichtet werden. Die Kommission für den Personalkredit bezeichnet als bestes Mittel für die Hebung des Personalkredits die Errichtung von ländlichen oder landwirtschaftlichen Dahrlehnskassen und die Benutzung der bereits bestehenden Einrichtungen, insbesondere der von den Landschaften unterhaltenen Darlehnskassen und landwirtschaftlichen Banken, hinsichtlich deren eine größere Dezentralisation und eine möglichste Verbilligung der Kreditgewährung zu wünschen ist. Als Voraussetzung für einen gedeihlichen Geschäftsbetrieb dieser Kassen stellt sich die Beschränkung in der Verzinsung der Geschäftsanteile, die Unentgeltlichkeit der Verwaltung, billiger langfristiger Kredit und thunlichst örtliche Begrenzung der einzelnen Kassen dar. Die Reichsbank und die mit dem Notenprivilegium ausgestatteten Banken, die Seehandlung und die „Das kommt mir aber auf einmal so plötzlich." „Was thut das, es braucht niemand etwas davon zu erfahren. Du sagst mir, daß Du mich liebst, und dennoch weigerst Du Dich, meine Bitte zu erfüllen!" „Ich weigere mich keinen Augenblick, wenn Du es wirk lich wünschest, aber ich bitte Dich, überlege noch einmal zuvor, ob die Erfüllung Deines Wunsches Deine Verlegenheiten nicht steigert, statt sie zu verringern." „Nein! Deine Nähe wird mir Frieden, Rat, Trost und Glück geben. Erinnere Dich, der gute Engel, der Du damals jenem kranken Kinde warst, wirst Du auch mir sein." „Ich will wenigstens darnach streben." „In den ersten heitern Frühlingstagen liebte ich es, von unserer Vermählungsfeier zu träumen. Ich malte mir all den Glanz und die Pracht aus, die ich dabei entfalten wollte, und sah die schimmernden Edelsteine vor mir, mit denen ich Dich zu schmücken gedachte. Du erschienst mir als die schönste Braut, um die je ein Mann gefreit, und ich träumte weiter, wie ich Dich nach Waltoncourt heimführte und welcher Empfang Dir dort bereitet war. All diese Träume sind nun entschwunden. In diesem Augenblick erfüllt ein anderer Traum, so lieblich wie dieser Morgen, meine Seele— er zeigt mir weder Glanz noch Pracht, nur Frieden und Liebe. Ich sehe Dich in meinem kleinen bescheidenen Heim als Herrin walten, ich sehe, wie wir als Gatten in der selbstgeschaffenen Welt mit einander leben, nur unseres Glückes bewußt, uns nicht um die eigennützige goldgierige Welt kümmern. Bist Du bereit, mir ein solches Heim zu bereiten?" „Jederzeit, wenn Du es wünschest." „Meiner Ansicht nach ist dies das Verständigste, was wir thun können. Ich habe dann den schönsten Zufluchtsort, den sichersten Hafen, und wir können ruhig unser Geheimnis bewahren, bis es uns geraten erscheint, es zu enthüllen. Ende August verläßt Du doch Deine Stellung?" „Ja" erwiderte sie,„früher ist es nicht gut möglich." „Dann wird es das Beste sein, daß Du von hier direkt nach London kommst, und wir uns dort sofort trauen lassen. Inzwischen soll es meine Aufgabe sein, eine traute Heimat für Dich ausfindig zu machen. Bist Du damit einverstanden?" „Ich füge mich ganz in Deine Anordnungen." „Ferner denke ich, da wir beiderseits keine Verwandten haben," die wir zu Rate ziehen könnten, daß wir unsere Verheiratung geheim halten, bis sich unsere Verhältnisse günstiger gestalten, und ich Dir eine Deinem Range angemessene Stellung geben kann." „Ich bin vollständig damit einverstanden", erwiderte sie. —„Dieser Punkt hat für mich gar keine Bedeutung." „Ein ganz besonderer Grund veranlaßt mich zu dem Wunsche, daß unsere Verheixatung während der nächsten staatlichen und die Provinzialbanken sollen diese Kreditvereinigungen durch Gewährung von Kredit zu möglichst mäßigem Zinsfuß unterstützen. * Auf die Petition des Landesvereins preußischer Volksschullehrer, um einyeitliche Regelung der Rechtschreibung, hat der Kultusminister geantwortet,„daß die Herbeiführung der Uebereinstimmung zwischen der Orthographie der Schule und derjenige des amtlichen Verkehrs bereits Gegenstand seines Bemühens sei; daß diese Uebereinstimmung aber auf unabsehbare Zeit hinausgeschoben sein würde, wenn er zugleich eine Umgestaltung der Schulorthographie des Deutschen Reiches nach den Ideen des Landesvereines preußischer Volksschullehrer herbeiführen wollte." Der Minister scheint also seine Bemühungen um Herbelführung einer einheitlichen Rechtschreibung zunächst auf Preußen beschränken zu wollen. Das Ergebnis dürfte wohl sein, daß wir zu den vielen Rechtschreibungen, die bereits in Uebung sind, noch eine neue bekommen. * Freiburg, 18. Juli. Als am 21. Oktober v. I., unmittelbar vor den Wahlmännerwahlen zur Zweiten Kammer, im Hirsch zu Neustadt eine Centrumsversammlung stattfinden sollte, in welcher auch der Landtagsabgeordnete Pfarrer Wacker als Redner erwartet wurde, brachte der Neustadter Amtsverkündiger Hochwächter angeblich im Namen„vieler Wähler" einen Aufruf, der von den schwersten Beleidigungen gegen Herrn Wacker strotzte. In dem betreffenden Aufruf war u. a. folgende Stelle enthalten:„Nur solche Leute, welche am Hetzen, Schimpfen, Verleumden und Lügen Freude haben, können diesem Hetzapostel im geistlichen Gewand nachlaufen, „dessen gemeingefährliches Treiben mehr Unheil stiftet, als die Reden von 10 Soclaldemokraten zusammengenommen"." Alle Anzeichen deuteten alsbald darauf hin, daß kein geringerer als der großherzogliche Oberamtmann Turban, ein Sohn des Ministers, an der Abfassung dieses Pamphlets beteiligt war. Auf die Privatklage des Beleidigten hin fand nun das Schöffengericht in Freiburg in seiner Sitzung vom 10. April die Schuld des Angeklagten nicht voll erwiesen, indem es bei einigen Zeugen auf Grund von§ 54 der StrafProzeßordnung die Verweigerung der Aussage zuließ, weil dieselben erklärten, sie würden sich durch jede Angabe in der Sache mit dem Strafgesetz in Konflikt bringen. Es begnügte sich daher, den Redakteur des Hochwächter, Reichert, zu einer Geldbuße von 100 Mark und Tragung eines Teiles der Kosten zu verurteilen, Oberamtmann Turban aber und den Verleger des Hochwächter, Jundt, freizusprechen. Der Rest der Kosten wurde dem Kläger aufgebürdet, weil die Zeugen nur bezüglich des freigesprochenen Oberamtmanns Aussagen zu machen gehabt hätten. Auf die Berufung des Abg. Wacker hin wurde nun gestern vor der Strafkammer des Landgerichts der Beweis der„Mitbeteiligung" des Oberamtmannes voll erbracht und Herr Turban zu einer Geldbuße von 100 Mark und den Kosten verurteilt und dem Kläger binnen sechs Wochen das Recht der Publikation in dem Hochwächter zugesprochen. Als straferschwerend fiel bei dem Urteil außer der Schwere der Beleidigungen ins Gewicht die antoritative Stellung und der Bildungsgrad des Angeklagten, welcher die Veröffentlichung dieser Beleidigungen mit Leichtigkeit hätte verhindern können und müssen; als strafmildernd die Aufregung der Wahlzeit und das Geständuis des Schuldigen. Der Verurteilte ist jedenfalls für seinen jetzigen Wirkungskreis unmöglich gemacht. * München, 21. Juli. Verschiedene Blätter zerbrechen sich die Köpfe der bayerischen Redemptoristen mit Untersuchungen darüber, inwieweit die Exilierten nunmehr nach Aufhebung des bekannten Bundesratsbeschlusses von der Freiheit, in Bayern sich wieder niederzulassen, Gebrauch machen werden. In allen diesen Erörterungen ist, schreibt die„Augsb. Postztg.", vom Wichtigsten am wenigsten die Rede, und das Wichtigste für die Redemptoristen ist unseres Wissens das, daß sie ihr schönes großes Kloster in Gars, ihren bayerischen Stammsitz, wieder beziehen könněn. Ob sie die pastorale Versehung der zwei Jahre verschwiegen bleibt, nach deren Ablauf mag alle Welt die Kunde vernehmen." Da sie annahm, daß der Grund sich auf Geldangelegenheiten beziehe, forschte sie ihm nicht weiter nach, in späteren Jahren erinnerte sie sich oft der Worte und kannte ihre Bedeutung. Sie beschlossen also, ihren Plan so genau auszuführen, wie sie ihn eben entworfen hatten. „Wenn wir dann erst einige Mouate verheiratet sind, und ich meine Täuschung einigermaßen überwunden habe," fuhr er fort,„werde ich mich ernstlich nach einer einträglichen Stellung umthun. Ich bin überzeugt, daß ich irgend etwas Passendes ausfindig mache. Wenn ich dann endlich mein Weib in eine ihrer würdige Stellung bringen kann, will ich sie in eine Welt einführen, deren Zierde und Stolz sie werden wird. Vorerst müssen Ruhe und Glück meinen Unternehmungsmut aber wieder anfachen.— An welchem Tage beabsichtigst Du von hier abzureisen, Margarita? „Am 24. August." „So muß unsere Trauung am 25 vollzogen werden. Bei diesem Gedanken werde ich ganz vergessen, daß ich ein ruinierter Mann bin." Allmählich wurde es Zeit sich zu trennen. „Kein Mensch soll etwas davon erfahren, selbst mein Bruder nicht", versicherte sie. An diesem heiteren Junimorgen beschlich kein Zweifel ihre Seele. Er hielt es für das Geratenste, zu heiraten, damit ihm der Trost ihrer Nähe und das Bewußtsein ihrer Liebe stärkend zur Seite stünden, und sie glaubte, ihm so am leichtesten den Schmerz der Enttäuschung, die ja unabänderlich wie eine düstere Wolke sein Leben beschatten mußte, tragen zu helfen. Wie gesagt, es trübte kein Zweifel ihre Seele— sie waren jung, hoffnungsselig, und fürchteten die Zukunft, die so dunkel für sie wurde, keinen Augenblick.— Sie schieden unter Lächeln und Thränen, indem sie sich immer wiederholten, daß es nicht auf lange wäre— der 25. August mußte bald herankommen. Die wilden Rosen winkten freundlich, Hyacinthen schüttelten leise ihre Glocken, der Sommerwind flüsterte in den Zweigen und die Vögel schienen Lieder von unverwelklicher Liebe und Hoffnung anzustimmen. So schieden sie. „Das Leben der meisten Menschen verfolgt verschiedene Zwecke," sagte sie vor sich hin,„das meine soll nur einem einzigen gewidmet sein." Und sie hielt im späteren Leben mit furchtbarer Beharrlichkeit ihr Wort. Lady Dayenant beobachtete an diesem Tage mehrmals mit Erstaunen den heiteren Ausdruck und das wunderbare Licht auf dem schönen Antlitz ihrer Erzieherin— es war das Leuchten eines heiligen edlen Entschlusses. Forts. folgt. Wallfahrt in Altötting, wo sie keinen eigenen Besitz hatten, an Stelle der Kapuziner wieder übernehmen, ist eine andere Frage. In Altötting befanden sich beim Abzug(1. November 1873) 24 Patres mit 12 Profeßlaienbrüdern, 19 von diesen Patres versahen als Curaten die Wallfahrt,— Kleinere Niederlassungen hatten die bayerischen Redemptoristen in Heldnstein und Vilsbiburg. Eine weitere Stätte ist ihnen in der Wallfahrt Halbmeile (Pfarrei Seebach, B.=A. Deggendorf) bereitet, wo ihnen Herr Pfarrer Stinglhamer ein Klösterchen gebaut hat. Uebrigens ist die Zahl der bayerischen Redemptoristen durch das lange Exil sehr gemindert. Ein Teil von ihnen fand, n dem am Fuße der Loserer Berge herrlich gelegenen Wallfahrtsorte Kirchimthal und siedelten später in das Kloster auf hem Dürnberg bei Hallein über. Ausland. * Der bisherige glatte Verlauf der Beratungen des französischen Anarchistengesetzes hat am Samstag einer allgemeinen Verwirrung und Ratlosigkeit Platz genacht. Durch von der Kammer angenommene Zusatzanträge ist nämlich das Gesetz heute schon derart abgeschwächt und widerspruchsvoll geworden, daß die Regierungsvorlage verurteilt erscheint. Gestern, Sonntag, tagte bereits eine Kommission, um zu sehen, was noch zu retten sei. Die gemäßigten„Debats", werfen mit großer Heftigkeit der Regierung Unfähigkeit vor, worin der Grund für die parlamentarische Anarchie zu suchen sei. Die„Estafette", bekanntlich zu Lebzeiten Ferrys dessen Organ, meint, die Zusätze hätten so gut wie gar nichts übrig gelassen vom Gesetz. Der„Eclair" giebt der Regierung den Rat, die völlig verfahrene Vorlage einstweilen wieder zurückzuziehen. Unter den Radikalen und Socialisten herrscht natürlich großer Jubel über das Gelingen der Obstruktionspolitik. Unter diesen Umständen sind Ueberraschungen nicht ausgeschlossen. — Du Taigny, der Kabinettschef des Präsidenten der Republik, erzählte am Samstag in den Couloirs, daß er (an diesem Tage) den Präsidenten bei der Beerdigung des Schriftstellers Leconte de Lisle vertreten habe. In der Kirche sei nun in dem Augenblicke, als er nach dem Chor zuging, ein Individuum auf ihn losgestürzt. Der wachthabende Polizeikommissar habe den Angreifer gepackt. Derselbe habe in der Brusttasche ein Küchenmesser getragen und auf dem Kommissariat sei festgestellt worden, daß der Verhaftete ein Irrsinniger sei. Die Abendblätter berichten über den Zwischenfall fälschlich, als wenn es sich um ein Attentat gegen Challemel-Lacour gehandelt habe. * Der Sieg der Italiener bei Kassala ist ein so vollständiger, daß ihn die italienischen Truppen durch die Verfolgung des geschlagenen Derwischheeres weit ins Innere hinein ausnützen konnten. Wie die„Agenzia Stefani" aus Massaua meldete, ist das verfolgende Bataillon bereits in El=Fascher am Atbara angekommen.„Die Stämme Halenga und Hadendoa aus dem Territorium von Kassala, so besagt die erwähnte Nachricht weiter, haben sich unterworfen. Unsere Truppen fanden in Kassala große Mengen Getreide und Munition vor, die für die Mahdistencorps bestimmt waren. Diese hätten im kommenden Herbst auf Keren und Massaua unter Umgehung von Agordat marschieren sollen. Auch viele Aegypter und Sklaven, die befreit wurden, sind von unseren Truppen gesunden worden. Die Haltung der Truppen während des Angriffes und den vorhergehenden, sehr ermüdenden Märschen war bewundernswert. Der moralische und materielle Erfolg ist unberechenbar. Unsere Askaris hatten dreißig Tote und sechzig Verwundete.“ Einsprüche gegen das Vorgehen Italiens seitens Englands und Aegyptens sind nicht zu erwarten, im Gegenteil, man ist dort mit der Besetzung Kassalas sehr zufrieden, zumal dieselbe durch das englisch-italienische Abkommen vom Jahre 1891 schon geregelt war. Als im Jahre 1890 zwischen England und Italien über die Gren zen der beiderseitigen Interessensphären in Afrika verhandelt wurde, wünschte das römische Kabinett, daß Kassala in das italienische Gebiet eingeschlossen werden möge, allein Sir Evelyn Baring, welcher als Vertreter Aegyptens d. h. Englands die Verhandlungen führte, widersetzte sich der italienischen Forderung so entschieden, daß die Verhandlungen abgebrochen wurden. Im Frühjahr 1891 wurden dieselben jedoch wieder aufgenommen und am 15. April des genannten Jahres unterzeichneten der Marquis di Rudini und Lord Dufferin ein Protokoll, in dessen zweitem Paragraphen Italien ermächtigt wird,„falls es durch die Bedürfnisse der militärischen Lage dazu gezwungen wird, Kassala und das umliegende Land bis zum Atbara zu besetzen," doch sollten durch eine solche„zeitweilige militärische Okkupation" die Rechte der ägyptischen Regierung über das erwähnte Gebiet nicht abgeschafft werden, sondern diese Rechte sollen nur in der Schwebe bleiben,„bis die ägyptische Regierung in der Lage ist, das fragliche Gebiet wieder zu besetzen und dort Ordnung und Ruhe aufrecht zu erhalten." Die italienische Besetzung Kassalas hat also eine gewisse Aehnlichkeit mit der Okkupation Bosniens und der Herzegowina durch Oesterreich=Ungarn, von welchem wohl noch niemand angenommen hat, daß es auf friedlichem Wege wieder aus den besetzten Provinzen herauszubringen wäre. Ein Unterschied liegt nur darin, daß Oesterreich=Ungarn sich bei der Aneignung von Bosnien und der Herzegowina verhältnismäßig geringe Lasten hat aufzuerlegen gebraucht, während die Herrschaft über Kassala nicht nur kriegerische Verwickelungen, sondern auch finanzielle Opfer mit sich bringen dürfte. Die Eroberung Kassalas ist sonach ein wichtiges Ereignis in der sudanesischen Geschichte, und um so bedeutender, as sie fast gleichzeitig mit der Besitzergreifung der Aequatorialprovinz durch die Belgier geschieht. Mögen die Italiener Kassala, die Belgier Wadelai halten können oder nicht, eins ist sicher, sie haben den Kampf gewagt und gewonnen, den England seit beinahe 10 Jahren aufgegeben hat. In der pachtweisen Ueberlassung der Aequatorialprovinz an England haben die Belgier übrigens ihre wohlverdiente Entschädigung bereits erhalten. * Zwischen China und Japan soll der Krieg erklärt sein, wie ein von anderer Seite allerdings noch unbestätigtes Telegramm des Reuterschen Bureau aus Shanghai am Samstag meldete. Die Chinesen blockierten die nördliche Zufahrt des Jang=tse=Klang und nötigten die Schiffe beim Fort Wusung zu passieren. Die telegraphische Verbindung mit Pecking ist infolge von Ueberschwemmungen unterbrochen. Aus Yokohama wird dem Reuterschen Bureau weiter gemeldet, daß englische und amerikanische Marinesoldaten zum Schutze der Gesandschaften bei Söul an Land gegangen sind. Die sapanesische Regierung weigerte sich, das Verlangen Chinas anzuerkennen, wonach den japanesischen Kriegsschiffen der Zugang zu den chinesischen durch Vertrag geöffneten Häfen verwehrt sein soll. Die Stimmung der Bevölkerung ist kriegerisch. In Yokohama ist die Nachricht verbreitet, daß 12 000 Mann chinesischer Truppen nach Korea abgehen. Die Lage ist beunruhigend. Lokales und Düsseldorf, 23. Juli. * Die Ferien bei dem Erzbischöflichen Generalvikariat. Vielen Interessenten wird es angenehm sein, auch an dieser Stelle hervorgehoben zu sehen, daß im Geschäftsgange des Erzbischöflichen Generalvikarlates vom 1. August bis 15. September d. J. Ferien eintreten werden. Während derselben sind nur die dringlichen Sachen einzusenden und auch persönliche Verhandlungen auf Gegenstände dringlicher Art zu beschränken. Dringliche Sachen, also Feriensache, sind nur solche, deren sofortige Erledigung ohne Aufschub notwendig ist. Gesuche in Angelegenheiten, deren Erledigung zwar unaufschiebbar ist, aber vor Beginn der Ferlen besorgt werden kann, sind zeitig vor dem Beginne der Ferien einzusenden. Was keinen Aufschub erleidet und durchaus während der Ferienzeit erledigt werden muß, ist in den Eingaben in dem Rubrum als Feriensache zu bezeichnen. * Personal=Nachrichten. Dem Regierungs- und Baurat Hamel ist die Stelle des wasserbautechnischen Rates bei der Königl. Regierung in Düsseldorf verliehen worden. Im Monat Juni d. I. ist Frl. Anna Louven an der katholischen Volksschule zu Niederkassel als provisorische Lehrerin angestellt worden. Definitiv wurde Frl. Maria Knopp, an einer Volksschule des Stadtkreises Düsseldorf als Lehrerin angestellt. Niebur, Hülfsgerichtsdiener in Düsseldorf, ist vom 1. Juli cr. ab zum Gerichtsdiener in Barmen ernannt; der Militäranwärter Karl Tusch zu Düsseldorf ist zum etatsmäßigen Gerichtsschreibergehülfen mit der Funktion als Kassenassistent bei dem Amtsgericht daselbst, und der Hülfsgerichtsdiener Schönborn in Düsseldorf ist zum Gerichtsdiener bei dem Landgerichte daselbst ernannt. Der Gerichtsdiener Birk vom Landgericht zu Düsseldorf ist an das Amtsgericht in Koblenz versetzt. Postsekretär Korff in Düsseldorf ist zum Ober=Postdirektionssekretär ernannt. * Der gestrige erste Tag des Schützenfestes war vom schönsten Wetter begünstigt und verlief infolge dessen zu allgemeiner Zufriedenheit. Gegen 11 Uhr morgens zog die Prozession zu Ehren des Schutzpatrons unserer Stadt, des heil. Apollinaris, durch mehrere Straßen; am Burgplatz war ein Altar errichtet und wurde dort die Litanei zu Ehren des Heiligen, sowie die sonst beim Segen üblichen Gesänge gesungen, dann zog die Prozession wieder in die Lambertuskirche ein. Anerkennend wollen wir hier erwähnen, daß die Wagen der Straßenbahn diesmal die Prozession nicht störten, sondern angesichts derselben umkehrten. Gleich nach dem Einzug der Prozession zog auch schon eine Schützenabteilung mit Musikbegleitung durch die Straßen der Stadt; sie holte die zablreichen Fahnen des aktiven Corps von der Wohnung des Chefs, Herrn Bewerunge in der Thalstraße, ab und brachte sie nach dem Rathause, wo sie während der Schützenfesttage aufbewahrt werden. Nachmittags gegen halb drei Uhr versammelte sich das aktive Corps in der Lindenallee; der stellvertretende Oberst Herr Ott stellte dasselbe zur Parade auf und führte es dann dem Oberst Herrn Fischl vor, der mit seinen Adjutanten die Aufstellung abritt und freudig von den Schützen begrüßt wurde. Hierauf setzte sich der Festzug, der mit seinen vielen prächtigen Fahnen und den schmucken Uniformen der Schützen einen schönen Anblick gewährte, in Bewegung und zog durch verschiedene Straßen der Stadt nach der Hohestraße an der Wohnung des Schützenkönigs Herrn Busch vorbei. Von dort aus zog der Festzug weiter und traf gegen 4½ Uhr in der Jägerhofallee des Hofgartens ein, wo Paradeaufstellung genommen wurde. Die Parade über das Schützen= Corps wurde von dem Herrn Divisions=General Generallieutenant Freiherrn v. Funk abgenommen, der in Begleitung des Majors Freiherrn von Rink erschienen war; neben diesen beiden Herren erblickten wir das Ehrenmitglied des Vereins, Herr Oberbürgermeister Lindemann, ferner den Chef des Vereins, Herrn Bewerunge, den Schützenkönig, Herrn Busch und sämtliche Mitglieder des Vorstandes. Die Parade kommandierte Herr Oberst Fischl und nahm dieselbe einen überaus guten Verlauf. Nach beendeter Parade zog das Schützen=Corps zum Festplatze, auf dem sich bald ein fröhliches Leben und Treiben entwickelte. Gegen 6 Uhr fand auf dem Schützenplatze ein feierlicher Akt statt; der Chef des Vereins Herr Bewerunge, umgeben von allen Vorstandsmitgliedern überreichte dem St. Sebastianus=Jägercorps und der 4. Grenadier=Compagnie, welche beide dem Verein seit 50 Jahren angehören, mit Worten herzlicher Anerkennung für ihr treues Festhalten am Verein goldene Ehrenkränze; auf der Höhe des Gabentempels, wo dieser festliche Akt stattfand, wurden alsdann die noch lebenden Mitbegründer des Jägercorps, die demselben seit 50 Jahren angehören, die Herren Heinrich Hanny, Georg Becker und Joseph Reichmann mit goldenen Ehrenzeichen dekorirt; ferner erhielten silberne Ehrenzeichen; Herr Ferd. Korten von der 2. Grenadier=Compagnie, sowie die Herren Anton Bürgen, Wilh. Hupperz, Peter Käfer, welche dem Verein 30 Jahre angehören, und die Herren Ludwia Wierig und Wilh. Eickler von der 2. Friedrichstädter Compagnie, für 28jährige resp. 25jährige treue Mitgliedschaft. Nachdem der Chef in herzlichen Worten dieser treuen Vereinsmitglieder gedacht, die Fahnen der betreffenden Compagnien mit den goldenen Kränzen geschmückt, und der silberne Ehrenbecher den treuen Schützen zu kräftigem Trunke gereicht war, trat der stellvertretende Hauptmann des Jägercorps Herr Kapp vor, und sprach im Auftrage des Jägercorps dem Chef und dem Vorstand seinen Dank aus mit dem Hinzufügen, daß das Jägercorps, welches 50 Jahre in Treue zum St. Sebastianus=Schützenverein gestanden, durch die heutige Ehrung sich um so fester mit demselben verbunden fühle und dessen stets eingedenk sein werde. Zum Schlusse seiner Rede brachte Herr Kapp ein freudig aufgenommenes Hoch auf den Verein nnd seinen Vorstand. In der Zeltenstadt vor dem Schützenplatze, die sich vom Eingang zum Platze bis fast an den Hafen hinzieht, entwickelte sich am Nachmittage ein Leben und Treiben, wie es bunter und kirmesfreudiger kaum gedacht werden kann, eine große Menschenmenge wogte und schob sich fröhlich plaudernd zwischen den Zelten einher, und besonders die Restaurationszelte waren meist sehr gut besucht. Gegen 9 Uhr Abends sammelte sich der Schützenzug zur Heimkehr in die Stadt; der Zug nahm den im Programm vorgesehenen Weg, geleitete den Schützenkönig Herrn Busch zu seiner auf der Hohestraße gelegenen Wohnung und brachten die Schützen ihrem Oberhaupt dort die üblichen Ehrenbezeugungen dar; dann wurden die Banner des Vereins zum Rathause gebracht. Der Schützenkönig Herr Busch, dessen Regiment morgen zu Ende geht, hat zum Andenken an dasselbe einen silbernen Schild gestiftet, der dem Königssilber angehängt werden soll, der Schild trägt den Namen des Schützenkönigs und seiner Gemahlin und das Hohenzollernsche Wappen, da Herr Busch Mitglied der Hohenzollern=Compagnie ist. Auf einer kleinen an dem Schild hängenden Platte liest man die Worte: Zwanzig Jahre unverdrossen Hab' nach dem Vogel ich geschossen, Endlich ist es mir gelungen, Daß ich die Königswürd' errungen. Anton Busch, Hohenzollern=Compagnie 1893. * Wie uns mitgeteilt wird, begeht der Verein ehemaliget 39er sein diesjähriges Stiftungsfest in seinem engeren hiesigen Verband; jedoch ist der eigentliche Festakt in den Aaper Wald, an das dem 39. Regiment zur Erinnerung an die gefallenen Kameraden übergebene Deukmal verlegt. Durch Frühkonzert wird der Gedenktag eingeleitet, bei welcher Gelegenheit der in Ausstattung wohl einzige Fahnenschrauk dem Verein übergeben wird. Zur Aufnahme der von Sr. Majestät geschenkten Vereinsfahne bestimmt, ist derselbe ein Geschenk hochherziger Gönner und Kameraden des Vereins, und wurde nach der Zeichnung des Herrn Architekten Roeting von Schreinermeister Herrn Albert Hank angefertigt. Nachmittags marschiert der Verein zum Denkmal in den Wald, wo eine patriotische Festfeier zur Erinnerung an die Ehrentage des Regiments stattfindet. Konzert und Tanz soll das Fest beschließen. * Bei dem gestrigen Gesang=Wettstreit in Zülpich hat der Männergesangverein Concordla=Flingern(Dirigent Herr Rob. Schmidt) wiederum einen Preis, und zwar in der ersten Klasse den zweiten Preis errungen. * Gestern abend gegen 7 Uhr sprang eine vornehm gekleidete Frauensperson in selbstmörderischer Absicht von der goldenen Brücke im Hofgarten ins Wasser. Ein Soldat sprang nach und rettete die Lebensmüde vom Tode des Ertrinkens. Nachdem man sich durch Wiederbelebungsversuche vom zurückkehrenden Leben überzeugt hatte, wurde die Person ins Krankenhaus verbracht. Der aufregende Vorgang hatte eine gewaltige Menschenmenge angelockt, die in froher Stimmung vom Kirmesplatze heimkehren wollte. ):[ Verhaftet wurden mehrere, von auswärts steckbrieflich verfolgte Verbrecher, sowie ein an der Nordstraße wohnender Schulknabe, der verdächtig ist, mit einem falschen Schlüssel eine fremde Wohnung geöffnet und ein Portemonnaie mit 10 Mark gestohlen zu haben. ):I In Hagen in Westfalen wurde ein Konditorgehülfe angehalten, der dort ein Fahrrad auffallend billig zum Kaufe anbot. Der junge Mann ist aus Düsseldorf und von hier an dem Tage in voriger Woche verschwunden, als hier mehrere Fahrräder gestohlen wurden. 1:[ Auf dem Kirmesplatze platzte gestern nachmittag am Schiffs=Karoussel der Dampfkessel. Beschädigt wurde niemand bei dem Unfalle. Der Betrieb des Karoussels mußte natürlich eingestellt werden, wodurch dem Besitzer ein sehr großer Schaden erwachsen ist. J:( Heute morgen galoppierten 8 gesattelte Pferde durch die Duisburger= nnd Jakobistraße auf die Schadowstraße zu, rannten dort gegen einen Wagen der Pferdebahn, der zum Teil beschädigt wurde und setzten dann ihren Eilmarsch fort. anscheinend zum Exerzierplatz an der Kaserne. [.I Aus dem Fenster der zweiten Etage eines Hauses an der Ackerstraße stürzte ein kleines Kind auf die Straße hinab und wurde so schwer verletzt, daß es gleich nachher starb. :[ Vom Hofe eines Hauses an der Ackerstraße wurde eine bedeutende Menge Wäsche gestohlen. 1[ Ein Dieb schlich in ein Haus an der Bilkerallee und stahl einer Fabrikarbeiterin Kleiderstoff im Werte von 60 M. :[ Am Schadowplatz geriet gestern morgen ein 11 Jahre altes Mädchen vor das Pferd eines Straßenbahnwagens, fiel hin und wurde durch die Tritte des Pferdes an Armen und Beinen bedeutend verletzt. 1:[ Verhaftet wurde am Samstag Abend auf dem Kirmesplatze ein Metzger, der als Athlet auftreten wollte, zunächst aber kleinen Mädchen nachstellte. :( In einer Fabrik hatten ein Former und ein Dreher Streit. Der Former lauerte dem Dreher auf und schlug mit einem Zaunpfahl auf ihn los. Wegen dieser Mißhandlung wurde der Former verhaftet. 1( Ein 20 Jahre alter Student aus der Fürstenwallstraße übte sich in der Nacht vom Samstag zum Sonntag als Laternenputzer und wurde vom Schutzmanne überrascht, als er an der Benratherbrücke eine Laterne abnahm. Der fleißige junge Mann wurde zum Speckkämmerchen gebracht und sein Name in das große Register geschrieben. * Ratingen, 20. Juli. Nachdem die städtische Wasserleitung wiederum um 2500 Meter ausgedehnt worden ist, wird jetzt mit Ausnahme der einzelnen abgelegenen Besitzungen die ganze Gemeinde mit Wasser versorgt. Die ganze Anlage kostet 183 000 M.; Zinsen und Tilgung werden durch den Wasserzins schon jetzt vollständig gedeckt. Welchen wohlthätigen Einfluß die Wasserleitung auf die Gesundheitsverhältnisse ausübt, beweist schon allein der Umstand, daß seit der Inbetriebsetzung des Werkes innerhalb des Wasserversorgungsgebietes keine einzige Typhus=Erkrankung vorgekommen ist, während vordem diese Krankheit viele Opfer gefordert hat. Mit der Anlage eines Gaswerkes wird in der allernächsten Zeit begonnen werden. * Neuß, 21. Juli. Infolge einer Verfügung der kgl. Regierung hat die städtische Finanzkommission über die Umgestaltung des städtischen Finanzwesens nach dem Kommunalsteuergesetze beraten und folgendes beschlossen: Von einer Erhöhung der Erftgebühren, der Gaspreise und der Schlachthofgebühren soll aus zwingenden Gründen abgesehen wer den; der Wassergeldtarif könnte vielleicht reformiert werden. Kanalgebühren empfehlen sich ebenfalls nicht, auch nicht die Erhöhung des Schulgeldes an den höheren Lehranstalten. Dagegen sollen die Lustbarkeitsabgaben erweitert und bei Baugesuchen eine Gebühr erhoben und die Hundesteuer erhöht werden. Wirtschaftskonzessionen sollen mit 500 bezw. 300 Mark besteuert werden. Da aber diese Abgaben keine erheblichen Einnahmen liefern, Steuern auf Konsumartikel aber nicht beabsichtigt sind, so bleibt es im wesentlichen bei den Zuschlägen auf die Einkommen= und die Nebensteuern. * Crefeld, 21. Juli. Ein junger Mensch aus sehr achtbarer Familie macht seinen braven Eltern großen Kummer. Er hat sich heimlich von Hause entfernt und sucht sich durch allerhand Vorspiegelungen Geld zu verschaffen, welches er in Hotels verpraßt. Fortgesetzt laufen Rechnungen über Schulden bei den Eltern ein. Es wird hiermit vor dem jugendlichen Schwindler gewarnt, da die Eltern sich von ihm losgesagt haben. * Königswinter, 21. Juli. Der Merkwürdigkeit halber verdient verzeichnet zu werden, daß sich im Sitzungssaale der Stadtverordneten zu der auf gestern anberaumten Stadtverordnetensitzung von 18 Stadtverordneten nur einer und außerdem ein Zuhörer einfanden, obschon sehr wichtige Angelegenheiten, u. a.„die Wahl einer Kommission zur Durchführung des Kommunalabgabengesetzes", auf der Tagesordnung standen. Auch der Bürgermeister und die Beigeordneten waren nicht erschienen. * Aus der Rhön, 21. Juli. In Hilders wurde ein Muttermord verübt. Ein Bursche hat unter Beihülfe seiner Geliebten seine eigene Mutter zuerst erwürgt und dann aufgehängt. Die Unglückliche hatte 900 Mark auf der Sparkasse, wovon der liederliche Sohn 50 Mark heimlich geholt und mit seinem Mädchen durchgebracht hatte. Darüber mit Vorwürfen bedacht, begingen die beiden die grausige That; die Uebelthäter wurden verhaftet. * Bielefeld, 21. Juli. Die Vermutung, daß der städtische Arbeiter Schlottmann das schreckliche Sittlichkeitsverbrechen an der inzwischen ihren Verletzungen erlegenen Plätterin Maria Reckmann verübt hat, bestätigte sich. Am Donnerstag sollte die gerichtliche Obduktion der Ermordeten stattfinden. Schlottmann, welcher dabei zugegen sein sollte, Kunst und Leben. o-o Düsseldorf, 21. Juli. Das günstige Prognostikon, welches nach der ersten Auführung im Garten vor 14 Tagen dem Vorspiel zur Oper „A Basso Porto“ von Spinelli für die Wiedergabe im Saale gestellt wurde, erfüllte sich in sehr erfreulicher Weise. Die Einleitung sucht anfangs etwas geheimnisvoll umher, bald aber tritt das Hauptmotiv auf, welches mit seiner langsamen Triole wohl etwas an Mascagni erinnert, in der Verwertung aber durch das ganze Opus und in seinen verschiedenen Zusammenstellungen, namentlich wo es in Es-dur vom Tutti gebracht wird, bald nach dem Tamtam=Schlage und der erregten Tremolo=Stelle, recht lebhaft interessiert. Sehr zart, wie es begann, endet auch das Vorspiel. Durchaus einheitlich gehalten erzielt es durchweg gute Klangwirkung. Es sand allgemein recht freundliche Aufnahme. Um ihm dieselbe, mit Rücksicht auf die Ungunst des Wetters bei der ersten Reproduktion, diesmal auf alle Fälle zu sichern, hatte anscheinend Herr Kapellmeister Zerbe Rubinsteins Valse caprice folgen lassen, dessen Derbheit gegenüber der Wert des Vorspiels recht unzweifelhaft hervortrat. Die seltener gehörte Ouvertüre zur schönen Melusine von Mendelssohn hatte den Abend eröffnet und es schloß sich mit vielem Beifall aufgenommen daran die Rattenfänger=Phantasie von Urban mit den hübschen lockenden Bläsertönen.— Ein fein gedachtes und klangschönes Konzertstück ist die fast über die Form hinausgehende Ouvertüre zu Kalidasas„Sakuntala" von Goldmark, welche wie alle Kompositionen des trefflichen ungarischen Meisters durchweg eigenartig, fremdländisch orientalisch erklingt und durch ihren Reiz ungemein fesselt. Das große Ereignis des Abends war nun für den zweiten Teil nach der kürzlich hervorragend schön gebrachten Ouvertüre zu Shakespeares Richard III von Robert Volkmann dessen Symphonie in D-moll. Für den größten Teil der Konzertbesucher bedeutete sie eine Novität, so lange Zeit war seit ihrer letzten Reproduktion verstrichen. Dafür hatte Herr Zerbe die Neueinstudierung des gewaltigen Werkes, einer der Säulen der Nach=Schumannschen Kunstperiode, mit größestem Fleiße vorgenommen und aus der Hingabe sämtlicher Mitglieder des Orchesters sprach die Begeisterung für dasselbe. Es frappiert sofort im ersten Satze, dem Allegro patetice, die Großartigkeit der Gedanken, unverkennbar ist der Einfluß Beethovens speziell der Neunten; es soll damit keineswegs gesagt sein, daß eine Anlehnung stattfindet, aber die gewaltige Ausdrucksweise hat Benutzung gefunden. Läßt sich die Musik in der Ouvertüre Rlchard III in gewissem Sinne als subjektiv bezeichnen, so herrscht in der Symphonie volle Objektivität vor, sie ist absolut, ohne sich an einen äußern Gedanken anzulehnen, schöpft sie allein aus sich. Prächtig ist der Aufbau des ersten Satzes, vollendet abgeklärt, durchweg unvermittelt ein. Der zweite Satz, das Andante, hat eine wunderschöne Kantilene für die Klarinette, an welche sich die übrigen Bläser nach und nach anschließen, die darauf die Aufnahme des Themas an das Streichorchester abtreten. Eine ausnehmend schöne Modulationsstelle ist die, in welcher das Horn das C festhält in ähnlicher Weise, wie das Schubert wohl liebt. Dem ganzen Werke ist ein großer Ernst eigen, der sich auch in dem eigenartigen Scherzo nicht verleugnet. Großartigen Aufschwung nimmt das Finale von der Stelle an, wo es sich nach D-dur wendet, in seltenster Lebendigkeit und Erregtheit, so daß es den Hörer vollständig fortreißt. Nach der zündenden Wirkung, welche die Symphonie ausübte, darf als sicher angenommen werden, daß Herr Zerbe sie sehr bald wieder auf das Programm setzen wird. Der Untergang des russischen Wladimer. In der Nacht vom 8. auf den 9. Juli d. J. ist der Passagierdampfer der Russischen Handels= und Schiffahrts=Gesellschaft Wladimir auf dem Wege von Sebastopol nach Odessa unweit des Tarchankut-Leuchtturmes infolge eines Zusammenstoßes mit dem italienischen Dampfer Columbia untergegangen, wobei über 40 Personen in den Wellen ihren Tod fanden. Die Odessaer und die Petersburger Zeitungen bringen jetzt nähere Schilderungen dieses entsetzlichen Unglücks. Am 8. Juli nachmittags lief der Dampfer Wladimir, der einen unmittelbaren Postverkehr zwischen Batum und Odessa unterhält, mit 140 Reisenden und 40 Mann Schiffspersonal aus Sebastopol aus und nahm seinen Kurs nach Odessa. Gegen 12 Uhr nachts erblickte man das Feuer des Tarchankut Leuchtturmes. Gleichzeitig wurde rechts vom Schiff in der Ferne ein schwaches weißes Licht sichtbar. Der wachhabende Gehülfe Matwejew schickte sofort nach dem Kapitän und machte ihn auf den hellen Punkt im Meere aufmerksam. Es wurde angenommen, daß die weiße Laterne am Achter eines vorangehenden Schiffes angebracht sei, wie das üblich ist, wenn ein Schiff in seinem Kielwasser ein anderes herankommen sieht. Gleich darauf erblickte Matwejew plötzlich die rote Signal=Laterne des Fremden und macht die entsetzliche Entdeckung, daß jenes Fahrzeug nicht vor ihnen gehe, sondern auf den Wladimir loskomme. Sofort wurden Notsignale gegeben, allein es war zu spät. Ein Augenblick, und die riesige schwarze Masse des fremden Schiffes krachte mit furchtbarer Gewalt dem Wladimir in die Seite. Die Kommandobrücke wurde niedergerissen und Matwejew stürzte samt dem Kapitän auf das Verdeck. Es folgte ein entsetzlicher Auftritt. Alle Reisenden und die Mannschaft, die nicht beim Zusammenstoß zerdrückt oder erschlagen waren, stürzten in wilder Flucht, meist im Nachtgewande, aus allen Luken auf das Verdeck. Rufe des Entsetzens, das Jammern der Weiber und Kinder, Flüche und Gebete erfüllten die Luft und mischten sich mit dem Pfeifen der Dampfpfeise und dem Alarmgeläut der Notglocke in einen Höllenlärm, der allein alle Sinne benehmen konnte. Der Kapitän befahl, sofort die Boote auszusetzen und die Rettungsapparate bereit zu halten. Jetzt bemerkte man aber plötzlich, daß der fremde Dampfer Gegendampf gab und sich aus der Bresche herauszog, um von dem zerschmetterten Wladimir fortzugehen.„Halten Sie ihn auf, er will sich entfernen!" schrie der Kapitän seinem Gehülfen zu. Matwejew sprang sofort zum Bugsprict des fremben Dampfers, schwang sich hinauf und befand sich an Bord der Columbia, vier Matrosen und eine beherzte Dame mit zwei Kindern unter den Armen folgten seinem Beispiel. Den eigenen Matrosen befahl er, so rasch als möglich das größte Boot des fremden Dampfers auszusetzen und den Reisenden des Wladimir zu Hülfe zu eilen. Die russischen Matrosen kämpften einen verzweifelten Kampf mit den Italienern, die ihnen um keinen Preis das große Boot abtreten wollten. Nur mit Gewalt nach einer förmlichen Schlacht mit Fäusten und Rudern gelang es, ein Boot auszusetzen. Matwejew, zwei Matrosen und ein Maschinist des Wladimir sprangen hinein und ruderten nun unter den Verwünschungen und Flüchen der Italiener zum Wladimir. Sie konnten nur einige wenige Passagiere retten, da das Boot im hohen Seegang an den Wladimir anprallte, das Steuerruder verlor und fortgerissen wurde. An Bord des Wladimir war das Wasser in zwei Minuten in alle unterseeischen Teile des Dampfers eingedrungen, hatte die Heizräume angefüllt und den Maschinenraum überschwemmt; im nächsten Augenblick erlosch die elektrische Beleuchtung und das ganze Schiff mit diesem aufgestörten Ameisenhaufen entsetzter Reisenden tauchte in das Dunkel der südlichen Julinacht. Eine wilde Panik brach unter diesen Unglücklichen aus, ein Kampf um Leben oder Tod. Zwei Boote des Wladimir hatte die Columbia beim Zusammenprall zerschmettert: die zwei übrigen konnten kaum ein Zehntel aller Reisenden aufnehmen. So gut es ging oder vielmehr so entsetzlich schlecht wurden die Boote mit den Frauen und Kindern vollgepackt und zur Columbia gesandt. Allein das italienische Schiff stand schon ein Kilometer vom Wladimir entfernt. Es dauerte eine Ewigkeit, bis man es erreichte, und lange dauerte es auch, bis die Reisenden an Bord des fremden Dampfers gelangten, da die Italiener sie anfangs nicht hinaufließen. Der Wladimir sank langsam aber sicher, sein Untergang dauerte eine volle Stunde. Man hätte in dieser Zeit alle heilgebliebenen Reisenden an Bord der Columbia bringen können, wenn die Italiener sich nicht so weit zurückgezogen hätten. Die Szenen, die sich in dieser Stunde auf und bei dem untergehenden Dampfer abspielten, waren schrecklich. Die Geretteten erzählen haarsträubende Dinge; viele von ihnen sind in dieser Stunde grau geworden, viele konnten noch 24 Stunden später keinen zusammenhängenden vernünftigen Satz über die bebenden Lippen bringen. Es war bereits 2½ Uhr nachts, als am Ort der Katastrophe zufällig der Odessaer Dampfer Sineus erschien. Er hatte die Ra keten und Notfeuer bemerkt, eilte mit vollem Dampf zu Hülfe, setzte sofort alle Boote aus und begann das Rettungswerk. Er nahm 42 Reisende und 17 Mann Schiffspersonal an Bord auf. Um 4¾ Uhr morgens war alles, was man über Wasser sehen konnte, an Bord des Sineus gebracht. Die Anzahl der Reisenden des Wladimir betrug 140; davon sind 102 gerettet. Von der Mannschaft kamen nur 2 Matrosen und 4 Kellner um. Viele von den geretteten Reisenden sind verwundet und erkrankt und befinden sich im Odessaer Hospital. Der Dampfer Columbia hat eine starke Beschädigung am Schnabel erhalten. Der Kapitän und die Mannschaft des italieuischen Dampfers wurden in Odessa verhaftet, da man sie allgemein der grausamen Unmenschlichkeit gegen die Schiffbrüchigen anklagt. * Aus Kurhessen, 21. Juli. Ueber einen schrecklichen Unglücksfall am Karnberge bei Eschwege wird berichtet: Der Kutscher Severin aus Wannfried unternahm vorgestern nachmittag mit seinen beiden erwachsenen Kindern, einem Jungen von elf und einem Mädchen von zehn Jahren, einen Ausflug ins Gebirge. Später kehrten sie in dem zum Eichsfelde gehörigen Dorfe Wendehausen ein, wo sie eine bekannte Familie besuchten. Gegen abend wurde der Rückweg angetreten; der Vetter von Wendehausen, gab ihnen das Geleite, um bei dem gefährlichen Wege über die Klippen des Karnberges den Führer zu machen. Trotzdem verfehlten sie— die Dunkelheit brach rascher ein, als sie erwartet hatten— den richtigen Weg und stürzten alle vier eine steile Felsklippe hinab. Die beiden Männer vermochten sich nicht zu erheben, während der Knabe von elf Jahren trotz erlittener Verletzungen sich aufraffte und seine jüngere Schwester, die schwere, anscheinend lebensgefährliche Verletzungen im Innern davongetragen hatte, nach Wannfried mitschleppte, um Hülfe zu holen. Erst spät in der Nacht langte er bei der geängstigten Mutter an, worauf sich beide sofort zurück in den Wald begaben, um den Vater zu holen. Sie vermochten die Unglücksstelle nicht zu finden, irrten ratlos und verzweifelt im Walde hin und her und ihr Rufen verhallte ungehört in der finsteren, stürmischen Nacht. Sie eilten darauf nach Wendehausen, weil sie glaubten, die beiden Männer würden sich dorthin gerettet haben. Indessen vergebliche Mühe; auch hier war man über das Schicksal der beiden in größter Sorge. Gestern nachmittag nun kam Severin auf das in der Nähe befindliche Gut Leistersberg mehr gekrochen als gegangen. Mit Hülfe zweier Stöcke hatte er sich trotz furchtbarer Schmerzen mit verstauchten Beinen nur mühsam fortgeschleppt. Er wurde dann nach Hause gefahren, ist aber an den Folgen der Verletzungen alsbald gestorben. Der Bauer aus Wendehausen war tot auf dem Platze geblieben, er hatte das Rückgrat gebrochen. Beide Verunglückte hinterlassen zahlreiche Familie. Das Mädchen hat lebensgefährliche Verletzungen im Innern erlitten und es ist fraglich, ob es mit dem Leben davonkommen wird. bat, man möge von seiner Gegenwart absehen, er gestehe die That ein. Als er vom Landgerichtsgefängnis aus von zwei Polizeisergeanten gefesselt nach dem Krankenhause, wo die Obduktion vorgenommen werden sollte, geführt wurde, sah der Mörder sehr bleich aus und ging gebeugten Hauptes einher. Eine zahlreiche Menschenmenge hatte sich in den Straßen, die der Mörder passieren mußte, sowie namentlich auch am Krankenhause eingefunden. Schl. wurde entgegen seinem Wunsche doch der Leiche gegenübergestellt. Fulda, 21. Juli. Eine Nacht voll Schrecken hat der Gärtner Louis Boek aus dem benachbarten Dorfe Schwarzbach durchgemacht. Der etwa 50jährige Mann war zum Kirschenpflücken auf einen ganz jungen Stamm gestiegen, glitt jedoch von dem durch den Regen schlüpfrig gewordenen Baum ab, wobei ein Fuß sich zwischen zwei Aesten verfing, so daß Boek mit dem Kopf nach unten hängen blieb. Trotzdem behielt er seine Besinnung, holte sein Taschenmesser hervor und suchte den Stamm zu durchschneiden. Als ihm dies zur Hälfte gelungen, war, entfiel das Messer seinen Händen. Nunmehr suchte Boek, sich mit den Armen auf einen etwas tiefer stehenden Ast stützend, sich aus seiner verzweifelten Lage zu befreien. Auch dieses mißland, da der schwache Ast brach, und nun fühlte Boek, wie ihm das Bein im Knöchel brach. Der Unglückliche wurde am andern Morgen, nachdem er 16 Stunden in dieser qualvollen Lage verbracht hatte, bewußtlos, indessen noch lebend aufgefunden und aus seiner gräßlichen Lage befreit. Da der Zustand bis zur Stunde sich etwas gebessert hat, hoffen de Aerzte, daß Boek mit dem Leben davon kommt. + Die internationale, wissenschaftliche Katholikenversammlung, die im nächsten September in Brüssel stattfindet, verspricht sich äußerst großartig zu gestalten. Aus Deutschland meldete bereits am 28. April der Superior des Straßburger Priesterseminars, Dr. Ott, die Errichtung eines Elsässer Ausschusses, zusammengesetzt aus dem Dr. Müller, Professor am Straßburger Priesterseminar, dem Dr. Müller=Simonis, Almosenpfleger des St. AntoninsStiftes und dem Chorherrn Stoeffler, Direktor des kath. Gymnasiums in Straßburg. Dank der Thätigkeit dieses Ausschusses wird, wie Dr. Ott mitteilt, das katholische Elsaß in hervorragender Weise auf dem Kongresse vertreten sein. Aus Frankreich, woselbst der Rektor des katholischen Institutes von Paris, Mgr. d'Hulst, und die Professoren Pisani und Rousselet an der Spitze des Propaganda=Ausschusses stehen, sind schon mehr als 600 Teilnehmer angemeldet. In Holland hat sich unter dem Vorsitz des Mgr. Dr. Schaepmann ein Ausschuß gebildet, der ebenfalls eine lebhafte Propaganda für die Teilnahme an dem Kongresse betreibt. Ausgezeichnete Nachrichten kommen aus Spanien, woselbst der Kardinal=Erzbischof Sanz y Fores von Sevilla, der Kardinal=Erzbischof Sancha y Hervas von Valencia und mehrere Bischöfe nebst 250 kath. Gelehrten sich als Kongreßmitglieder angemeldet haben. In Italien haben die Akademie des Nouvi Licei, der kath. Verband für sociale Studien und die Deputazione di Storia Patria die Propaganda für den Kongreß in die Hand genommen. Außer den bereits erwähnten spanischen Bischöfen haben ihre Teilnahme an dem Kongreß zugesagt der KardinalErzbischof von Paris, die Erzbischofe von Capua, Korfu und Neu=Orleans, die Bischöfe von Sherbrooke(Canada), Panama, Covington(Kentucky), Noermonde, Montepulciano, Porto Alegre, Nuceria, Petiliano, Viglevano, Osima, Loretto, Susa, Assisi, Nola und Nicosia. Anmeldungen für den Kongreß sind zu richten an den Sekretär, Herrn André Dumont, Institut St. Louis in Brüssel. * Berlin, 21. Juli. Der ehemalige Hauptmann O Danne, der frühere Erzieher des Kaisers, der bereits wiederholt wegen Betrügereien gerichtlich zur Verantwortung gezogen ist und gegenwärtig eine dreijährige Gefängnisstrafe wegen Betruges verbüßt, wurde wegen schwerer Urkundenfälschung, begangen durch einen gefälschten staatsanwaltlichen Entlassungsbefehl, heute zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt beantragte 1½ Jahre. * Berlin, 21. Juli. Sechzehn verschiedene Sorten falscher Zweimarkstücke sind innerhalb Jahresfrist der Kgl. Münze überwiesen worden. Unter diesen befindet sich als ein neuerdings eingelieferkes Stück ein aus Blei gearbeitete Münze von ungewöhnlich scharfer und genauer Prägung, die bei flüchtigem Blick leicht als echt angenommen werden kann. Da zur Zeit eine ungewöhnlich große Zahl falscher Zweimarkstücke in allen Gegenden Deutschlands umläuft, so wird angenommen, n eine verzweigte Falschmünzerbande, deren Sitz sich in einer größern Stadt Deutschlands befindet, durch Agenten der Vertrieb ihrer Ware bewirkt. * Ballenstedt, 21. Juli. Am Sonntag abend gegen 7½ Uhr schlug in Quedlinburg der Blitz in den Pferdestall der 3. Eskadron der 7. Kürassiere während des Abfütterns und zündete. Der Stall war belegt mit 136 Pferden, welche nebst den anwesenden Mannschaften durch den Luftdruck um= und durcheinander geworfen wurden. Dennoch gelang es, die Pferde bis auf zwei erschlagene und ein schwer verletztes in die vor dem Stalle liegende Reitbahn ins Freie zu bringen, von wo aus der größte Teil derselben durch die geöffneten Thore nach allen Richtungen, auf den den Tieren bekannten Landstraßen hin, durcheinander stieben, eine wahnsinnige Jagdeim wahren Sinne des Wortes. Vom Bahnhof Gernrode aus gewahrte man die jagenden Pferde und suchte dieselben durch die schleunigst geschlossenen Schranken der Bahn aufzuhalten, jedoch darüber hinweg ging es in den Harz nach Sternhaus, Mägdesprung, Alexisbad=Neudorf, Ballenstedt usw., woselbst noch während der Nacht eine größere Zahl der Pferde eingefangen wurde. * München, 21. Juli. Wie die staatliche Hagelversicherung festgestellt hat, ist in diesem Jahre bis jetzt ein Sechstel aller bayerischen Gemeinden verhagelt. * Luzern, 21 Juli. Kardinal Graf Ledochowsky ist vorgestern hier eingetroffen, um für die Dauer der Saison im hiesigen St. Lodegar=Konvikt zu seiner Erholung Wohnung zu nehmen. * Wien, 22. Juli. Wie der Neuen Freien Presse aus Gossenfaß gemeldet wird, wurde ein Tourist aus Berlin, Hermann Diels, Sohn des Universitäts=Professors Diels, unterhalb der Amthorspitze mit einer klaffenden Wunde am Kopfe in bewußlosem Zustande aufgefunden. Der Verunglückte wurde nach Gossenfaß gebracht, wo er ärztlich behandelt wird. Diels erinnert sich nicht, wo und wie er verunglückt ist; er hat mehrere Verletzungen erlitten. * Pest, 21. Juli. Die heute nachts hier erfolgte Verhaftung des Ingenieurs der Ganzschen elektrischen Fabrik, des Italieners Piccaroni, erregte Sensation. Er sprach im Gasthause verherrlichend über die That Caserios. Der Widerspruch der Tischgesellschaft reizte ihn hierbei zu folgendem Ausspruch:„Caserio hat klug gehandelt, als er den Präsidenten niederstach; auch ich verspüre die Lust in mir, mit unserm gekrönten Carnot ähnlich zu verfahren." Die Polizei, die hiervon erfuhr, verhaftete noch nachts Piccaroni. Bei der Haussuchung stieß man auf Briefe, die beweisen, daß Piccaroni mit italienischen Anarchisten in ständiger Verbindung stand. * Paris, 23. Juli.(T.) Aus Calais wird gemeldet, in Flesquieus habe bei dem Uhrmacher Torry eine Explosion stattgefunden. Die Nachbarn wollen denselben Nachts arbeiten gehört haben, Torry verweigert jedoch jede Auskunft über die Explosion. Torry wurden zwei Finger abgerissen und ist lebensgefährlich an der rechten Brust verwundet. Die Polizei glaubt Spuren von Dynamit bei der Haussuchung entdeckt zu haben. * Marseille, 20. Juli. Unter einer hier verweilenden Truppe von 248 Indiern ist die Cholera ausgebrochen und es sind seitens der Stadtbehörde sofort die nötigen Maßregeln getroffen worden, um eine weitere Verbreitung der Seuche zu verhindern. Weitere 400 Indier, welche nächster Tage hier erwartet werden, scheint man im Frioul in Quarantäne legen zu wollen, bis der nächstabgehende Dampfer dieselben zur Weiterreise in ihre Heimat befördern kann. In der Stadt selbst sind, wie stets in dieser Jahreszeit, vereinzelte Fälle vorgekommen, doch haben dieselben weiter keine Beunruhigung verursacht. * Rom, 23. Juli.(T.) Auf der belebten Staatsstraße Albano=Genzano wurde am Tage der Postwagen von sechs maskierten Räubern überfallen und ausgeraubt. Zehn verdächtige Bauern sind verhaftet. * Madrid, 23. Juli.(T.) Eine große Erregung wurde in hiesiger Stadt hervorgerufen durch eine Korrespondenz von New=York, nach welcher die Regierung der Vereinigten Staaten die berühmten Schriftstücke von Christoph Columbus, welche der Herzog von Veragua in Chikago ausgestellt hatte, sich aneignete. Es ist also erwiesen, daß die Feuersbrunst dieselben nicht zerstörte. * Ein schnurriges Experiment hat— so schreibt allen Ernstes das„Berl. Int.=Bl.“— der in der Brunnenstraße zu Berlin wohnhafte Bäckermeister M. gemacht, welcher einen äußerst gelehrigen Pudel besitzt. Dieser hielt sich häufig bei einem Verwandten des Bäckermeisters, der in der Danzigerstraße wohnt, auf; wenn bei dem Bäckermeister der „Phlox“ vermißt wurde, konnte man sicher sein, daß er einen Ausflug nach der Danzigerstraße gemacht hatte. M. hatte nun den Pudel zu einem Spaziergange nach Pankow mitgenommen. Als er auf dem Heimwege in die Nähe der Danzigerstraße kam, war„Phlox" plötzlich verschwunden. Von seinen Kindern darauf aufmerksam gemacht, daß der Pudel möglicherweise zum Onkel in der Danzigerstraße gelaufen sein könne, begab sich M. ans Telephon und fragte seinen Verwandten, ob sein Hund sich dort eingefunden hätte. Auf bie bejahende Antwort bat er, den Hund aus dem Hause zu sagen. Es verging geraume Zeit, aber„Phlox" kam nicht. Dagegen wurde M. die Mitteilung gemacht, daß„Phlox“ heute außerordentlich widerspenstig sei und alle Bemühungen, ihn nach Hause zu schaffen, mit einer bewundernswerten Schlauheit zu vereiteln wisse. M. mußte sich wohl oder übel entschließen, noch einmal in die Stiefel zu fahren, um den Hund zu holen. Nicht weniger darüber erbost, sann er nach, wie er sich dieser Unbeqnemlichkeit entziehen. Plötzlich kam ihm ein Gedanke. Mit schnellen Schritten war er wieder am Telephon, verständigte seinen Verwandten darüber,„Phlox" das—— eine Hörrohr an ein Ohr zu setzen und ließ nun den gellenden, dem pflichtvergessenen Hunde nur zu gut bekannten Hundepfiff ertönen. Sogleich sanste„Phlox" zur Stube hinaus und rannte in gestrecktem Laufe der Heimat zu, wo er zehn Minuten nach Ertönen des Pfiffes anlangte. In Anbetracht dieses Erfolges ließ M. den Stock noch einmal ruhen. * Zur Geschichte der Geheimpolizei unter dem Fürsten Bismarck findet sich ein interessanter Beitrag in einer Broschüre von Joachim Gehlsen. Ein ehemaliger Kriminalkommissar hatte Gehlsen 1875 Angriffsmaterial gegen den Polizelinspektor Pick ausgehändigt. Gehlsen schloß dann mit Pick am 14. August 1875 einen förmlichen Vertrag ab, in welchem er sich verpflichtete, von diesem Materlal keinen Gebrauch zu machen, wogegen Pick sich verpflichtete, ihn von einer beschlossenen Verhaftung so früh in Kenntnis zu setzen, daß er genügend Zeit have, üver die Grenze zu gehen. Pick war nämlich mit der Ueberwachung Gehlsens besonders beauftragt. Thatsächlich verdankt Gehlsen auch einer Mitteilung vom 29. November 1876 die Möglichkeit, sich einer Verhaftung durch die Flucht nach der Schweiz rechtzeitig zu entziehen. * Blos Bottermelk! Das Februarheft der„Mitteilungen des deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke“ enthält folgende warme Fürsprache für das Trinken von Buttermilch, die allerdings ein ganz vorzügliches Nahrungsmittel und Getränk abgiebt. „Dat Beer gift Schlag, De Wien gift Gicht, De Brantwien Kopper in't Gesicht; De Porter uns dat Bloot verdicki, Champagner gor de Been uns knickt, De Grog makt dumm, De Kaffee blind. Dat wat de Minsch noch drinken kann, Is Bottermelk, de nährt den Mann, Makt frisch dat Hart, Dat Liev uns reen, Uns kloor den Kop 1 Und flink de Been.“ Privatdepeschen des (*) Prag, Montag, 23. Juli. Die Verhaftungen wegen eines anarchistischen Geheimbundes dauern fort, bereits zwölf Personen befinden sich in Haft. In dem Wolschauer Arbeiterviertel veranstaltete die Polizei eine Razzia, bei welcher 8 Arbeiter verhaftet wurden. Die Durchsuchung der Wohnungen derselben förderte starkes Belastungsmaterial zu Tage. Sämtliche Verhaftete gehören der anarchistischen Partei an und wurden dem Strafgericht eingeliefert. Dieselben befaßten sich thatsächlich mit der Fabrikation von Explosivstoffen zu verbrecherischen Zwecken. * Paris, Montag, 23. Juli. Der Ausschuß hat gestern Abend den Justizminister über das Anarchistengesetz vernommen. Der Minister teilte mit, daß er anfangs der heutigen Kammersitzung der Regierung eine Erklärung abgebe, wodurch dieselbe die Annahme des ganzen Vorlagetextes verlangt. Die Regierung wird alle Anträge, welche nicht vom Ausschuß genehmigt sind, ablehnen, eventuell die Kabinettsfrage stellen. Neuß, 23. Juli.(Telegr.) Weizen, 1. Qual. kleine, 14,50, 1. Qual. engl. Aussaat 14,00, 2. Qnal. 13,50. Roggen 1. O. 12,30, 2. O. 11,30. Hafer 15,00. Raps 1. O. 20,00, 2' Qual. 19,00. Aveel(Rübsen) 00,00, Kartoffeln 4,00 per 100 Ko. Heu 35,—, Roggenstroh 17,00, Weizenstroh 00,00 per 500 Ko. Rüböl per 100 Ko. 46,00, Rüböl faßweise 47,50, Preßkuchen, 1000 Ko. 94,00. Klelen per 50 Kilo. 4,20 Düsseldorf, 23. Juli. Rheinst. 2,20+ 0,03. Wind SO. Therm.+ 14. Barom. 28—11. Mannh., 22. Juli. 4,45+ 0,15 Mainz, 22. Juli. 1,54— 0,07 Bingen, 22. Juli. 2,02+ 0,03 Caub, 22. Juli. 2,24+ 0,03 Coblenz, 22. Juli. 2,37+ 0,03 Trier, 21. Juli. 0,43— 0,09 Köln, 22. Juli. 2,28+ 0,03 Ruhrort, 22. Juli. 1,66+ 0,06 6000 StückSeidenstoffe— ab eigener Fabrik— schwarze, weiße und farbige— von 75 Pfge. bis Mk. 18.65 per Meter,— glatt, gestreift, karriert, gemustert, Damaste 2c.(ca. 240 versch. Qual. und 2000 versch. Farben, Dessins ec.) Porto= und steuerfrei ins Haus!! Katalog und Muster umgehend. Seidenfabrik G.Henneberg(k. k. Hofl.) Zürich Seidenstoffe direkt aus der Fabrikvon von Elten&Keussen, Crefeld, in jedem Maß zu beziehen. Schwarze, farbige und weiße Seidenstoffe, Sammete, Plüsche und Velvets. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. 477 Deutscher Privat-Beamten-Verein, Zweigverein Düsseldorf. In der Nacht vom 19. zum 20. d. M. verschied plötzlich infolge eines Herzschlages, unser Mitglied und stellvertretende Vorsitzende, der Betriebs-Chef Herr Dranz Harlsse. Der Verstorbene war Mitbegründer unseres Zweigvereins im Jahre 1884 und hat demselben seitdem ununterbrochen als Mitglied des Vorstandes angehört. Seine stets freudige und opferwillige Anteilnahme an den Bestrebungen und Veranstaltungen des Vereins hat zur Hebung desselben in hervorragendem Masse beigetragen. Diese Verdienste um den Verein sowohl, wie auch seine persönlichen Eigenschaften sichern dem Verstorbenen ein allseitiges ehrendes Andenken. Düsseldorf, den 21. Juli 1894. Der Vorstand des Zweigvereins: P. Luscher, Vorsitzender. Vor 12 Tagen entschlief unserer teuerer Vater und schon heute hat der unerforschliche Wille Gottes auch die innigstgeliebte Mutter, Frau Wwe. Joseph Meyer, Gertrud geb. Heyer, von unserer Seite genommen. Sie starb heute Morgen gegen 4 Uhr, nach achttägigem schweren Leiden, gestärkt durch den andächtigen Empfang der hl. Sterbesakramente im Alter von 68 Jahren. Um stille Teilnahme bitten im Namen der ganzen Familie: Die trauernden Kinder. Ratingen, den 21. Juli 1894. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 24. Juli morgens 9 Uhr statt, darnach die feierlichen Exequien in der Pfarrkirche. Die Urliste der in der Gemeinde Eller wohnenden Personen, welche zum Schöffenamte berufen werden können, liegt pom 20. d. M. im e Gemeindevorstehers Herrn Kullenberg in Eller, vormittags von 9—12 Nhr. eine Woche lang zu jedermanns Einsicht offen, was hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Urliste kann innerhalb der einwöchigen Frist schriftlich oder zu Protokoll Einsprache erhoben werden, Hilden, ben 18. Juli 1894. Der Bürgermeister: Wachtel. Die Urliste der in der Gemeinde Hilden wohnenden Personen, welche zum Schöffenamte berufen werden ten, liegt vom 20. d. M. im hiesigen Rathause, vormitttags von 9—12 Uhr eine Woche lang zu jedermanns Einsicht offen, was hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Urliste kann innerhalb der einwöchigen Frist schriftlich oder zu Protokoll Einsprache erhoben werden. Hilden, den 18. Juli 1894. Der Bürgermeister: Wachtel. Gebrüder Volkerstr. 17/19, 20, Volkerstr. 17/19, 20, empfehlen in solider Ausführung zu bekannt billigen Preisen — größte Auswahl— komplette Betten und Anssteuern von einfachsten bis hochelegantesten. 942 Holzbettstellen.. von M. 11,50 an. Kinderbettstellen„„ 7,50„ Eisenbettstellen„„ 4,00„ Bettfedern, Dannen, Flocken, Hasenspitzen und Pflanzendaunen. Grösstes Lager von Flügeln, Pianinos, deutschen u. amerikanischen Harmoniums in allen Preislagen empfehlen C.Othmer Nchf. H.&E. Adam 40 Alleestrasse, Düsseldorf. Alleestrasse 40, besonders die der weltberühmten Firmen C. Bechstein, J. Blüthner, Steinway& Sons in Solidität, Klangfülle und Spielart unerreicht. Ferner unser eigenes, vielfach mit höchsten Preisen prämiiertes Fabrikat, in Nussbaum,Eichen u. schwarzem Gehäuse, unter den günstigsten Zahlungsbedingungen bei franko Lieferung. Ausgedehnte Garantie. Stimmen und Reparieren der Instrumente. Illustrierte Preisliste auf Wunsch gerne zu Diensten. NB. 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Menzel. e. Hamm, l. Essen. Apotheker Hrch. Karl Maria Schulte u. Joh. Elis. Krügener, e, Nassau, l. Bockenheim. Bäcker Matth. Paulsen u. Gudula Bauersch, e, h., l. Urdenbach. Dreher Herm. Contzen u. Ther. Schandelle, b. h. Tagel. Jos. Semme u. Elis. Rübenkönig, b. h. Ingen. Hub. Indes u. Elsa Branscheidt, b. b. Katasterzeichn. Frdr. Zirbes u. Emilie Sieven, e. h., l. Viersen. Tagel. Ant. Pesch u. Kath. Plattes, b. h. Stuckaturer Hub. Höffner u. Agnes Flader, b. h.— Ackerer Theodor Stein und Elisabeth Kruchen, ersterer Stoffeln, letztere hier. Kommis Alb. Vaders u. Emma Kurth, b. h. Kaufm. Karl Otto Leuteritz u. Hel. Fried. Kretzer, e. M.=Gladbach, l. Isselburg. Sattler Paul Heesen u. Christine Clören, b. h. Hausd. Joh. Heydtkamp u. Joh. Kogelboom, Wwe. des Kutschers Anton Heydtkamp, b. h. Kassierer August Eckermann u. Gertrud Bodenstein, b. h. Tagel. Karl Röhrig und Elisab. Witzel, b. h. Klempner Peter Hehnen u. Maria Schaub, b. h. Schru. Nik. Braun u. Gertr. Beermann, b. h. Prov.Verw.=Assist. Hugo Emil Ferd. von Falken=Plachecki u. Joh. Cölestine Maria Krietz, e. h., l. Aachen. Ing. Peter Bodinet u. Maria Magd. Effer, e. h., l. Aachen, Fabrikarb. Joh. Haense u. Denr. Kilian, b. Braubauerschaft. Telegr.=Assist. Hrch August Feilke u. Maria Henr. Faure, e. h., l. Göttingen. Kgl. Bauschreiber Hrch. Hewig u. Hel. Kaletsch, e. h., l. Wehrshausen. Maschinenmeister Wilh. Sticht u. Auguste Beramann, e. Östherbede, l. Heven. Fabrikarb. Jos. Latz u. Kath. Nell, b. h. Tagel. Joh. Wever u. Wilh. Knühmann, b. h. Reis. Johann Breuer u. Henr. Dieckmann, b. h. Buchb. Karl Volckmann u. Elis. Heß, e. h., l. Friedberg. Operns. Peter Marsdorf und Stef. Fröhlin, e. h., l. Buggingen. Bergm. Ed. Kreutzu. Gertr. Kreutz, e. Homberg, l. h. Helraten. Den 17. Juli. Buchhdl. Theod. Schnitzler u. Hel. Mischel, b. h. Sub=Direktor Leon Baßon u. Martha Giebel, e. h., l. Köln. Den 18. Fabrikarb. Theod. Abel u. Anna Wimmer, b. h. Installat. Ferd. Arnz u. Elis. Brock, b. h. Schlosser Aug. Bolten u. Elis. Brockerhoff, b. h. Dreher Aug. Esser u. Maria Spittmann, b. h. Fabrikarb. Hrch. Fischer u. Maria Frohwein, b. h. Schloss. Karl Frohn u. Julie Wolf, b. h. Fabrikarb. Hrch. Herbertz u. Kath. Welters, b. h. Maurer Leonh. Jansen u. Hel. Kippes, e. h., l. Heerdt. Dekorationsmalers Peter Kajons u. Petronella Offermann, b. h. Sandformer Adolf Kemmerling u. Anna Oelbracht, b. h. Schrein. Karl Klingen u. Gertr. Becker, b. h. Schneider Karl Krimm u. Marg. aus der Schmitten, b. h. Kutsch. Peter Roßmüller u. Laura Zapp, b. h. Fabrikarb. Werner Schillings u. Kath. Hardt, b. h. Tapezierer Rud. Schoen u. Elis. Puttschneider, b. h. Fabrikarb. Alex Schwenger u. Maria Franken, b. h. Buchh. Karl Vensky u. Maria Hüttker, e. h., l. Bielefeld. Gerichts=Assessor Otto Groll n. Wilhelmine Sirringhaus, e. Hennef, l. h. Den 19. Anstr. Jos. Brenner u. Bernhard. Kamp, b. h. Fabrikarb. Ant. Breuer u. Elisabeth Korbmacher, b. h. Tagel. Reinh. Conen u. Cäcilia Roß, b. h. Schloss. Joh. Dietz u. Henr. Körner, b. h. Bildh. Ewald Füseler u. Luise Spelter, b. h. Vergolder Peter Hermaneck u. Maria Verres, b. h. Schneider Jos. Hüttemann u. Eva Kober, e. h. l. Emmerich. Lokomotivheizer Jos. Kellner u. Marg. Ehlert b.h. Fabrikarb. Wilh. Kern u. Maria Henrich, b. h. Schlosser Hrch. Kierblewsty u. Kath. Öhlia, b. h. Fabrikarb. Wilh. Klein u. Emilie Kerkow, b. h. Klempn. Rud. Stahr u. Joseph. Schmitz, b. h. Schrein. Franz Willems u. Juliane Delvos, b. h. Cigarrenm. Joh. Worringen u. Kath. Römer, b. h. Geschäftsf. Otto Unger u. Friederike Rosenthal, b. Berlin. Fabrikarb. Konr. Bracht, gen. Bürtgen u. Emma Linder, b. h. Buchb. Boleslaus Lepczinsky u. Elis. Hartung, b. h. Den 20. Tagel. Wedelin Bellinger u. Maria Venhaus, b. h. Hutmacher Georg Bentrup u. Josephine Lichtenbera, b. h. Maur. Wilh. Gerwiener u. Anna Calmus, b. h. Restaurateur Reinh. Glasmacher u. Christine Michels, e. h., l. Anrath. Fabrikarr. Karl Hannet u. Kath. Weiß, b. h. Fabrikarb. Wilh. Hansen u. Wilhelm. Schmitz, b. h. Den 20. Dreher Peter Hassel u. Hel. Wegener, b. h. Anstr. Hrch. van der Hoven u. Maria Blome, b. h. Pferdeb.=Kondukt. Matth. Michels u. Magdal. Dötsch, e. h., l. Crefeld. Schlosser Eduard Rothe u. Anna Lenschen, b. h. Den 21. Kfm. Otto Bödecker u. Eugenie Körber, e. Hamburg, l. h. Fabrikarb. Herm. Hosterbach u. Maria Thelen, b. h. Kfm. Paul Knoff u. Hel. Joest, e. Duisburg, l. h. Eisenb.Bureau=Assist. Ludw. Seebach u. Henr. Lorange, b. h. Schlosser Hrch. Knecht u. Anna Schupv, e. h., l. Bochum. Bäckermstr. Arn. Werner u. Bernhard. Lenz, e. Obercassel, l. Calcar. Handlung von Eine wirklich großartige Auswahl in Kinderkleidern, Tauf= u. Erstlingssachen bietet die Firma Jos. Bill, Bergerstraße 2, u. empfiehlt es sich für Jeden, seinen Bedarf bei gen. Firma zu decken. Plakate aller Art, vorrätig in der Expedition dieses Blattes. E. Röver, Thurmstr. 7 u. Königsplatz 32 empfiehlt neues Mainz. Sauerkraut und fr. Frankf. Knackwürstchen, sowie tägl. frisch gekochten Schinken. FürBäcker. 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April 1878 aufgestellte Urliste über die in der Stadtgemeinde Düsseldorf wohnhaften Personen, welche zu dem Amte eines Schöffen oder Geschworenen berufen werden können, liegt vom 25. Juli cr. ab eine Woche lang während der gewöhnlichen Bureaustunden im Rathause, Zimmer 17, zu jedermanns Einsicht offen. Gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Liste kann innerhalb der einwöchigen Frist bei dem Unterzeichneten schriftlich oder zu ProtokollEinspruch erhobenwerden. Düsseldorf, den 18. Juli 1894. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Wülffing. Betten- und Bettwaren-Fabrik und Handlung Kasernenstrasse 4u.6 Kasernenstrasse 4 u.6 Ecke AlleeplatzKUIO Ecke Alleeplatz Sterneteldsches Haus,Sternefeldsches Haus, Eingang Kasernenstrasse 4Eingang Kasernenstrasse 4, Düsseldorf, 2 püsselderf. empfehlen: Bettwaren aller Art in nur guten Qualitäten und zu billigsten Preisen. 50 komplette Betten aufgestellt 50 Holzbettstellen, komplett eingerichtet. Eisenbettstellen, komplett eingerichtet. 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Simons& Cie., Düsseldorf, den 21. Juli 1894. Provisionsfreie KursefürUmsätze von M.1000 u. darüber. Nachmittags 2½ Uhr: Antreten des SchützenCorps auf dem Karlsplatze; Abholen der Banner und des Schützenkönigs; Festzug durch die Stadt; 3½ Uhr: Investitur des Schützenkönigs auf dem Rathause; hierselbst Ansprache des Herrn Oberbürgermeisters Lindemann und Hoch auf Se. Majestät den Kaiser; alsdann Zug zum Schützenplatze. Beginn des Preisvogel-, Preisstern- und Sternschiessens. Nach den Ehrenschüssen für Se. Majestät den Kaiser und König, Se. Königl. Hoheit den Kronprinzen, Se. Königl. Hoheit den Fürsten von Hohenzollern und die hohen Ehrenmitglieder des Vereins, beginnt das Königs-VogelSchiessen und gleichzeitig Fortsetzung des Preisvogel-, Preisstern- u. SternSchiessens. Grosses Doppel-Konzert, Tanz-Vergnügen, Aufsteigen von Luftballons. Abends: Großes Brillantfenerwerk verbunden mit Beleuchtung des Festplatzes. Tanz-Vergnügen auf dem Festplatze (Italienische Nacht). Abends 7½ Uhr: In der Tonhalle Garten-Konzert der Städtischen Kapelle. Illumination des Gartens. Abends 10 Uhr: Grosser Fest-Ball. Dienstag, den 24. Morgens 6 Uhr: Reveille und Kanonendonner. Morgens 8 Uhr: Abholen der Banner und des Schützenkönigs durch eine Abteilung des Schützen=Corps. Zug zum Festplatze; daselbst bis 1 Uhr und Fortsetzung des Königsvogel-, Preisvogel- und Sternschiessens. Nachmittags 3 Uhr: Fortsetzung des Schiessens. Doppel-Konzert, Tanz-Vergnügen, Volksspiele, Aufsteigen von Luftballons. Nachdem der Königsschuß gefallen, wird der neue Schützenkönig mit den Insignien geschmückt und ihm der Ehrenwein kredenzt, wobei das Schützen=Corps unter die Waffen tritt. Beginn des Ehrensternschießens. Abends 9½ Uhr: Rückzug zur Stadt. Begleitung des neuen Schützenkönigs nach seiner Wohnung und Abgabe der Fahnen daselbst. Abends 7½ Uhr: In der Tonhalle: GARTEN-KONZERT der Städtischen Kapelle. Brillante Beleuchtung des Gartens. Abends 10 Uhr: Grosser Fest-Ball in der Tonhalle. Mittwoch, den 25. Morgens 6 Uhr: Reveille und Kanonendonner. Morgens 8 Uhr: Antreten des ganzen Corps in der Blumenstraße. Abholen der Fahnen und des Schützenkönigs mit sämtl. Musik=Corps. Morgens 9½ Uhr: Feierliches Hochamt in der St. Lambertus-Pfarrkirche. Morgens 11 Uhr: Reunion auf dem Festplatze. Entlassung des Schützen=Corps. Dampfwaschküche der Anstalt„Christi Hilf“ des Frauenvereins für Pempelfort und Flingern, 97 Flurstraße. Düsseldorf, Flurstraße 97. Kirchen- und Haus-Wäsche. Zur besonderen Beachtung. Die Anstalt steht unter persönlicher Leitung der Ordensschwestern vom hl. Kreuz. Alle Leib= und Bettwäsche(in Säcken abzuliefern) wird mit dem Anstaltswagen abgeholt. Jedes Wäschestück wird mit einer Nummer gezeichnet, sortiert in schonendster Weise gewaschen, wobei nur Seife(Kernseife, Fabrik Rob. Dayl, Düsseldorf) und Soda zur Verwendung kommen, darauf gemangelt, gebügelt und fertig zurückgebracht. Beste mechanische Einrichtung, Bleiche im Freien. (System Martin Duisburg). Es wird gebeten, die Wäsche gezählt und sortiert zu übergeben. Lieferzeit 10—12 Tage. Bestellungen werden schriftlich oder mündlich(Flurstraße 97 oder Gerresheimerstraße 21) erbeten. Preisverzeichnisse in der Anstalt Flurstraße 97 und Gerresheimerstraße 21, sowie bet den unten verzeichneten Vorstandsdamen und dem Kutscher des Anstaltswagens. Obst=, Wein= und Dintenflecken 2c. werden nur auf besonderen Wunsch, dann aber auf gauz unschädliche Weise entfernt. Kostenfreie Abholung durch eigenes Fuhrwerk. Man bittet die Wäsche bereit zu stellen, damit der Kutscher keinen Aufenthalt hat. Der Vorstand des Frauenvereins für Pempelfort und Fliugern ist gerne bereit, Auskunft und Preisverzeichnisse zu geben, Fräul. H. Wekbecker, Alleestraße 36. Frau Apotheker Kleinertz, Grafenberger Chaussee 63. Frau Lucius, Bismarckstraße 78. Frau Bicheroux, Hohenzollernstraße 13. Frau Dr. Vossen, Wehrhahn 26. Feinste neue Vollhäringej Städt. Tonhalle. Wirzahlen für Vista stempeifrei. Wir geben kurze Ausschreibung. Paris... 81,10 Brüssel, Antwerpen.. 81,10 London.... 20,40 Amsterdam..... 168,85 New-York. 4,19¾ Wir erlassen, soweit, Vorrat, 3½% Konsols à102,90 3% Konsols à91,80, zahl.dageg.für3½% 102,45, Fortsetzung des Preisvogel-, Ehrenstern- und Sternschiessens. Nachmittags 3 Uhr: Grosses Konzert auf dem Festplatze. Fortsetzung des Ehrenstern-, Preisvogel- und Preisstern-Schiessens. Abends 9 Uhr: Großer Fest- u. Krönungsbal in dem festlich dekorierten Saale der Städt. Tonhalle. Proklamation des Königs und Verteilung der Preise an die Sieger. Garten-Konzert der Städt. Kapelle bei brillanter Beleuchtung des Gartens. Sonntag, den 29. Juli. Morgens 11 Uhr: Reunion auf dem Eiskellerberg. Harmonie. Nachmittags 3 Uhr: Grosses Konzert aufdemFestplatze. Preisvogel- und Sternschiessen. Pagen- und Kinderfest. Volksspiele etc. Verteilung der Preise an die Sieger. Abends 9 Uhr: GROSSES GARTEN-FEST in der Städtischen Tonhalle. Brillante Illumination des Gartens. per Dutzend 60 Pfennig, frisch eingetroffen; Feinster Himbeersyrup feinster Citronensaft frisch eingetroffen, für Wiederverkäufer und Wirte billigster En gros-Prels Seelig's Kaffee-Essenz, Knopfdosen, 325 neue Sendung angekommen. H. Feldpausch, Herzogsstraße 41-43. Ankauf gebrauchter Kleider u. MilitärEffekten bei 803 Jakob Bier, r. Bitte auf Haus=Nr. u. Firma zu achten— Schriftliche auswärtige Bestellungen werden prompt bes. Heinr. Brauer, Regen- und Sonnenschirmfabrik, 20,28 für 3% 91,35. Alles spesenfrei, 3½% und 4% Preuss. Centr.-Bodenkredit-Obligationen erlassen wir zum Berliner Kurse spesenfrei. Zur Ausführung der Festmusik sind die Musit=Corps des 39. Infanterie- Regiments, 5. Ulanen=Regiments, 11. Husaren=Regiments, sowie das Städtische Orchester, unter persönlicher Leitung der Herren Musik=Dirigenten engagiert. Entree für Nichtmiiglieder: Zum Festplatze am 23. u. 24. Juli à Person 1 M., Kinder 25 Pfg., am 25. und 29. Juli à Person 50 Pfg., Kinder 25 Pfg. In der Tonhalle: Zu den Schützenbällen à Person 1 Mark, zum Krönungsballe a Person 2 Mark, zu den Konzerten Montag und Dienstag à Person 60 Pfg. Zu diesen Konzerten haben Zehnkarten und Abonnementskarten Gültigkeit. Zug-Ordnung 1894. Montag, den 23. Juli: Versammlungsplatz Karlsplatz, Mittelstr., Grabenstr., Alleestr., Bazarstr., Königs=Allee, Grünstr., Alexanderstr., Öststr., Corneliusstr., Herzogsstr., Thalstr., Abholen des Vorstandes, von dort Luisenstr, Friedrichstr., Haroldstr., Hohestr., Mittelstr., Flingerstr., Hunsrücken, Bolkerstr., Marktplatz zum Rathaus; von dort Burgplatz, Kurzestr., Andreasstr., Hunsrücken, Neubrückstr., Ratingerstr., Eiskellerberg, Sicherheitshafen zum Festplatz. Dienstag abends richtet sich der Zug nach der Wohnung des neuen Schützenkönigs. Mittwoch morgens Aufstellung des Corps in der Blumenstr. bei Herrn Oberst Fischl. Grabenstraße, gegenüber dem Alleeplatz. Größte Auswahl. Billigste Preise. 2 Zimmer zweite Etage Vorderhaus an eine ruhige Dame sofort oder später zu vermieten. Volkerstr. 61. 378 KXXXXXXXIXXXXXXXXXXXI Kleines Ladenlokal 8 eventuell mit Wohnung per 1. August zu vermieten. 307 Max David, 19 Bergerstraße 19. XXXXXXXXXXXXXXXXXXXI 2. Etang zu vermieten. 881 Immermannstr.56. Gnechte, Milchkutscher, Schweizer, Mädchen stets zu verm. Wwe. Becker, Neustr. 44, vorm. Wallstr. 32. Tüchtige für eingerahmte Bilder werden ges. Offerten unter K. 784 an die Expedition dieses Blattes. 505 Für ein braves kath. Mädchen wird Stelle gesucht in besserem kath. Hause als 516 Lweit-od. Drittmädchen. Montag, den 23. Juli 1894, KONZERT des Städt. Orchesters, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn R. Zerbe. Anfang 7½ Uhr. Eintrittsprels M. 0,60. Zehnkarten à 4 M. und JahresAbonnement an der Kasse. Zu Geschenken empfehle eine große Auswahl in Reisekoffern, Reisetaschen, Damentaschen, Umhängetaschen, Geldtaschen, Portemonnaies, Cigarren- Etuis, Brieftaschen, VisitenkartenTäschchen, Ledergürtel, Wachs- u.PerlenHalsbänder zu Fabrikpreisen. Christ. Bertram, Hofl., gegründet 1818, Bolkerstr, 5 u. Schadowstr. 37. Manachte, bitte auf Firma u. Hausn. Adalb. Schlosser 15 Benratherstraße 15. Billigstes Koffer= und LederwarenMagazin=Lederlager. Kosfer und Reisetaschen, Tornister und Schultaschen, Touristen- und Handtäschchen, Etuis usw Sicherheit für starke Waren bietet nur obiges Leder-Lager. Größte Auswahl. Passend für Geschenke. Möbl. Zimmor, mit Pensiou 670 zu vermieten. Rheinstrasse 8. Näh. in der Exped. d. Blattes. Pet. Klinkenberg jr., Lohausen ch bringe hierdurch zur Kenntnis, Adaß das Gerücht, welches sich verbreitet hat, auf Unwahrheit beruhtu. nur eine böswillige Ersindung ist, warne deshalbjeden, dasselbe zu verbreiten, weilich dieselben unnachsichtlich gerichtlich belangen werde. 520 Kliukenbera ir.. Lohausen.