Erscheint täglich. Preis: durch die Boten M. 2, durch die Post M. 2,20 per Quartal, monatlich 67 Pfennig. Anzeigen: Petitzeile oder Raum 15 Pfg. Minimum 2 Zeilen. Reklamen 50 Pfg. Fernsprechanschluß Nr.1028. Chefredakteur Dr. Ed. Hüsgen. Verantw. Redakteur: Ludw. Weber in Düsseldorf. Druck und Verlag der Aktien=Gesellschaft Düsseld. Volksblatt in Düsseldorf. Haupt=Expedition: Bastionsstraße 14. Filial=Expeditionen: Marktstr. 5, Schadowstr. 35, Neußerstr.50, Friedrichstr.42, Schützenstr. 1, Kölnerstr. 299, Oststr. 76, Friedrichsplatz 6. Agenturen: Annoncen=Bureaus in allen größeren Städten. Nr. 104. Freitag, 20. April 1894(Viktor). 28. Jahrg. Der Schluß des Reichstags. Nachdem das Stempelsteuergesetz angenommen und die recht ungeschickt abgefaßte Interpellation Förster kurzer Hand erledigt war, konnte der Reichskanzler den Schluß der arbeitsreichen Session aussprechen. Er ließ aber den Reichstag nicht ohne Sang und Klang auseinandergehen, sondern verlas erst noch ein Abschiedswort der„verbündeten Regierungen", das über die Niederlage der Miquel'schen Steuerpläne quittiert und„neue Vorschläge" für die nächste Session ankündigt. Es ist recht ritterlich vom Herrn Reichskanzler, daß er den Schmerz über die gescheiterte„Steuerreform“ nicht Herrn Miquel und dessen engere Gehilfen allein tragen läßt, sondern sich und den Bundesrat feierlich in die Bresche stellt. Wir schätzen diese Ritterlichkeit um so höher, als sie keineswegs auf Gegenseitigkeit basiert ist. Ferner gefällt es uns, daß der Reichskanzler das gründ liche Fiasko des Steuerfeldzuges in der jetzt beendeten Session nicht zu bemänteln sucht und für die nächste Session nicht meyr ankündigt, als vom Standpunkt der Regierung durchaus notwendig war. Als Ziel der jetzt gescheiterten Vorlagen bezeichnet die Erklärung ein doppeltes, 1. die Mittel zur Deckung der neuen Heereskosten zu erhalten und 2. die Matrikularbeiträge in ein festes Verhältnis zu den Unterweisungen an die Einzelstaaten zu bringen. Aufrecht erhalten für die nächste Session wird dagegen nur der Plan,„die Einnahmen des Reichs nach Maßgabe des Bedarfs zu vermehren". Von der sog.„Reform“ betreffend Matrikularbeiträge und Ueberweisungen ist keine Rede. Daraus dürfen wir wohl die Hoffnung schöpfen, daß die verbündeten Regierungen diese bedenkliche Anzapfung der indirekten Steuerkraft zum Besten der einzelstaatlichen Kassen nicht wiederholen wird. Es würde uns das zur besonderen Genugthuung gereichen, da wir über reine Steuerfragen viel lieber und leichter mit uns reden lassen, als über ein Attentat auf die Rechtsordnung, die Franckenstein und Windthorst im Jahre 1879 geschaffen haben. Herr Miquel wird sich wohl überzeugt haben, daß trotz aller offenen und stillen Versuche im Reichstage und im Landtage und im Kastanien wäldchen das Tentrum über das Wesen der Franckensteinschen Klausel sich nicht irre machen läßt. Der Reichskanzler will nächstes Jahr die Einnahmevermehrung nur„nach Maßgabe des Bedarfs" anstreben. Schön; warten wir also erst ab, welch' ein Bedarf in Wirklichkeit nächsten Winter vorhanden sein wird. D. h. Bedarf für das Reich. Denn die Beschenkung der Einzelstaaten in Bausch und Bogen, wobei die Staaten mit schlecht entwickelter Einkommersteuer sich ins Fäustchen lachen und der von den Reichssteuern getroffene ärmere Bevölkerungsteil für die wohlhabenden Kreise mit bluten müßte, weist das Centrum bekanntlich ab. Der Reichskanzler kündigte„neue Vorschläge" an, also nicht eine einfache Wiederholung der gescheiterten Vorschläge. Mögen sie, wenn der Bedarf vorliegt, wirklich„neu" sein, d. h. ohne Verbissenheit in die alten Liebhabereien und unter Berücksichtigung der parlamentarischen und außerparlamentarischen Verhandlungen dieses Jahres von Grund auf neu erdacht und ausgeführt! Das Beste wäre schon, der Reichskanzler nähme zur Anfertigung der neuen Pläne auch neue Leute. Wenigstens kann er die Hülfe des Herrn Miquel sehr wohl entbehren, denn die Erfahrung hat gezeigt, daß es mit der Quellenfinderei und der parlamentarischen Leistungsfähigkeit dieses Ministers nicht weit her ist. Wir für unsern Teil hoffen, daß in der nächsten Session der Abg. Dr. Fritzen wieder bei vollen Kräften sein wird, um gegenüber den neuen Vorschlägen die alten Grundsätze des Centrums, die er in der letzten Rede vor seiner Erkrankung so klar und scharf vorlegte, energisch und erfolgreich zur Geltung zu bringen. Alles in Allem genommen, gefällt uns die Erklärung des Reichskanzlers und der ganze Ausgang der Session, und mit mehr Recht, als Herr Miquel, dürfen wir von unserem Standpunkt sagen: Ende gut, Alles gut. den Parlamenten. CPC. Berlin, 19. April. Der Reichstag ist heute vom Reichskanzler geschlossen worden, nachdem er vorher noch in einer 6stündigen Sitzung seine reichhaltige Tagesordnung erledigt hatte. Der Reichskanzler gab am Schlusse dem Bedauern der verbündeten Regierungen über das teilweise Scheitern der Reichssteuervorlagen Ausdruck und kündigte deren sofortige Wiedereinbringung in der nächsten Session an, da die verbündeten Regierungen mit aller Entschiedenheit an der Auffassung festhielten, daß im nationalen und finanzpolitischen Interesse die Finanzreform geboten sei. Sonst genehmigte heute der Reichstag in dritter Beratung das Warenzeichengesetz, nachdem vorher der auf Antrag des Centrums beschlossene§ 15b betr. die Bestrafung des unlanteren Wettbewerbs, wieder gestrichen worden war. Staatssekretär v. Bötticher drohte nämlich nochmals mit dem Scheitern des Gesetzes, falls der Antrag angenommen werde. Zugleich kündigte er für die nächste Session einen Gesetzentwurf betr. den unlauteren Wettbewerb an. Vom Centrum gab Abg. Roeren seinem Bedauern über die bisherige Unthätigkeit der Regierung auf diesem Gebiete Ausdruck, welchem Bedauern sich der Antisemit Böckel anschloß. Nachdem der kleine Nachtragsetat und das Brieftaubengesetz in dritter Lesung genehmigt waren, folgte die dritte Beratung der Börsensteuervorlage. Die Generaldebatte brachte wenig Neues. Fast allseitig wurde die Vorlegung eines Börsenorganisationsgesetzes gefordert und später auch eine darauf bezügliche Resolution angenommen. Abg. v. Manteuffel warf den Socialdemokraten ihre ablehnende Haltung in der Börsensteuerfrage vor und führte dieselbe auf den„Rassenzusammenhang“ mit der Börse zurück. Abg. Sinaer(Soc.) erklärte, die Socialdemokraten stimmten gegen die Börsensteuer, weil deren Erträge für den Kultur= und arbeiterfeindlichen Militarismus verwendet werden sollten. In der Einzelberatung wurde die Vorlage in der ursprünglichen Fassung der Regierungsvorlage angenommen, ein Antrag des Abg. Schwarze(C.), welcher stärkere Heranziehung des Termingeschäftes in Getreide bezweckte, abgelehnt. Nachdem dann das Haus noch verschiedene Petitionen erledigt hatte, kam noch die Interpellation Förster u. Gen., wie die Regierung den durch die Handelsverträge entstehenden Zollausfall in einer die Landwirtschaft nicht beeinträchtigenden Weise zu decken gedenke, zur Beratung. Graf zu Inn und Knyphausen begründete dieselbe mit der Not der Landwirtschaft und dem Wunsche, den Wählern Klarheit in dieser Faage mit nach Hause bringen zu können. Der Reichskanzler erwiderte, daß die Interpellation von der Not der Landwirtschaft nicht spreche, sondern von dem Einfluß der Zollpolitik auf die Reichsfinanzen. Diesen habe die Regierung durch die Steuervorlagen abzuhelfen gesucht. Nachdem diese abgelehnt worden, gelte es weiter zu erwägen. Abg. Frhr. v. Manteuffel erklärte sich für nicht befriedigt durch diese Antwort und verbreitete sich über die Not der Landwirtschaft unter lebhaften Protesten und Zurufen von der linken Seite, worauf der Reichskanzler und der Abg. v. Bennigsen übereinstimmend konstatierten, daß es den Interpellanten offenbar nur darum zu thun sei, gewisse Mißgriffe beim Antrage Kanitz wieder gut zu machen. Die Debatte wurde sodann unter Heiterkeit der Linken vertagt. Der Präsident gab dann die übliche Geschäftsübersicht. Graf Hompesch dankte ihm namens des Hauses für die unparteiische Geschäftsleitung. In seiner Erwiderung bemerkte der Präsident, daß der Reichstag im Herbste noch wohl vorübergehend in den alten Räumen werde tagen müssen. Der Reichskanzler verlas sodann die kaiserliche Kabinettsordre, durch welche der Reichstag geschlossen wird und fügte daran noch die Eingangs erwähnten Bemerkungen. Mit dem üblichen Hoch auf den Kaiser trennte sich die Versammlung. Als die Socialdemokraten kurz vorher den Sitzungssaal verließen, rief der Antisemit Liebermann v. Sonnenberg:„Die Stützen der Regierung verlassen das Lokal!"(Heiterkeit.) Das Abgeordnetenhaus erledigte heute zunächst eine Reihe von Rechnungssachen und setzte dann die zweite Beratung des Gesetzentwurfs betr. die Aufsuchung und Gewinnung der Kali= und Magnesiasalze(KaliMonopolgesetz) fort. An der weiteren Debatte beteiligte sich zunächst der Abg. v. Schalscha mit einer humoristischen Rede, ferner die Abaa. Gothein(freis.), Brandenbura und der Minister Frhr. v. Berlepsch. Dann wurde zunächst über Artikel III, welcher das Monopol=Princip des Gesetzes enthält, entschieden, und dieser Artikel bei einer Auszählung des Hauses mit 147 gegen 142 Stimmen avgelehnt. Geschlossen für den Artikel stimmten nur die Konservativen mit wenigen Ausnahmen, einige wenige Freikonservative nnd etwa 6 Centrumsmitglieder. Die Abgg. Frhr. v. Zedlitz=Neukirch(freikons.) und v. Bockelberg(kons.) machten dann noch den Versuch, wenigstens den Antrag durchzubringen, daß die Feststellung der Verkaufsbedingungen und Preise für Kali und Magnesiasalze durch den Staat erfolgen soll unter Kontrolle seitens des Landtags. Darüber wurde, nachdem inzwischen vom Reichstag durch die dort anwesenden Landtagsabgeordneten Succurs eingetroffen war, namentlich abgestimmt. Das Resultat auch dieser Abstimmung war die Ablehnung des Antrages mit 174 gegen 153 Stimmen. Auch der Rest des Gesetzes wurde abgelehnt, so daß dasselbe nicht mehr zur dritten Lesung kommen kann. Die Novelle zur hannoverschen Wegeordnung wurde ohne Debatte in zweiter Lesung angenommen. Nächste Sitzung Samstag: Kleine Vorlagen und Dortmund=Rhein=Kanal. Deutsches Reich. Berlin, 19. April. * Aus Venedia meldet das„D.=B. H.“: Die für Mittwoch Abend 6 Uhr anberaumt gewesene Abreise der deutschen Kaiserin erlitt eine Verspätung, weil die Ankerkette des Schulschiffes„Moltke" gerissen war und die Taucher längere Zeit zur Hebung derselben gebrauchten. Die Kaiserin trat abends 7 Uhr die Rückreise nach Abbazia auf der„Christabel“ an und traf dort trotz stürmischer Fahrt in gutem Befinden ein. * Der Kaiser hat dem„Reichsanzeiger" zufolge, an den bisherigen Botschafter in Wien, Prinzen Reuß, anläßlich seines Scheidens aus dem Reichsdienst das nachstehende Schreiben gerichtet und dasselbe dem Prinzen, unter gleichzeitiger Uebergabe der Brillanten zum Schwarzen Adlerorden, persönlich behändigt: Durchlauchtiger Prinz, freundlich lieber Vetter! Es ist Mir ein Bedürfnis, Ener Durchlaucht beim Ausscheiden aus dem Reichsdienst Meinen aufrichtigen Dank für die ausgezeichneten Dienste auszusprechen, welche Euer Durchlaucht seit nahezu fünfundvierzig Jahren Meinen drei Vorgängern an der Krone und Mir selbst in stets gleicher Treue geleistet haben. Zu Euer Durchlaucht hervorragendsten Verdiensten wird die Geschichte außer der Haltung, welche Euer Durchlaucht als Gesandter am kaiserlich russischen Hofe während des deutsch französischen Krieges eingenommen, stets den erfolgreichen Anteil zählen, welcher Ihnen an der Aufrichtung des Bündnisses zwischen dem Deutschen Reiche und Oesterreich=Ungarn zufällt, und nicht minder wird sie die Verdienste anerkennen, welche Euer Durchlaucht sich in den seitdem verflossenen fünfzehn Jahren um die Festigung und Stärkung dieses Bundes erwarben. Als Zeichen Meiner warmen Anerkennung habe Ich Euer Durchlaucht die Brillanten zu Meinem Hohen Orden vom Schwarzen Adler verliehen, dessen Insignien Ich Ihnen anbei zugehen lasse. Ich benutze diesen Anlaß, um Euer Durchlaucht mit den aufrichtigsten Wünschen für Ihr ferneres Wohlergehen die Versicherung der fortdauernden freundschaftlichen Gesinnungen zu erneuern, womit ich verbleibe Abbazia, den 9. April 1894. Euer Durchlaucht freundwilliger Vetter Wilhelm. I. R. * Der preußische Justizminister Dr. v. Schelling feiert heute seinen 70. Geburtstag. Der Kaiser ließ ihm durch den Chef des Civilkabinetts sein Bild, einen Stich nach Lenbach, mit eigenhändiger Unterschrift überreichen. Die Universität Berlin ernannte ihn zum Ehrendoktor der Rechte, die Universität München sandte die Erneuerung des philosophischen Doktordiploms, das der Minister vor annähernd 50 Jahren erworben. * Der Bundesrat hat heute in seiner regelmäßigen Plenarsitzung den vom Reichstage angenommenen Gesetzentwurf betr. die Aufhebung des Jesuitengesetzes beraten und denselben den zuständigen Ausschüssen zur Vorberatung überwiesen. * Finanzministel Miquel gab am Mittwoch Abend ein Diner, an welchem auch Reichskanzler Graf Caprivi teilnahm. Die beiden Herren sollen sich sehr freundschaftlich unterhalten haben,„was schon die gesellschaftliche Kourtoisie erfordert. Von Abgeordneten nahm auch Dr. Liever an dem Diner Teil. * Die Silberenquetekommission hat sich gestern bis zum 22. Mai vertagt. * Der seit längerer Zeit erwartete Gesetzentwurf betr. den Bau eines Schiffahrtskanals vom DortmundEms=Kanal bis zum Rhein ist gestern endlich dem Abgeordnetenhause zugegangen. Es wird darin die Regie rung ermächtigt, zur Ausführung eines Schifffahrtskanals vom Dortmund=Ems=Kanal bis zum Rhein in der Gegend von Ruhrort und Duisburg mit Anschlußkanälen in der Richtung auf Bochum, Essen, Mülheim a. d. Ruhr und Ruhrort(Dortmnnd=Rhein=Kanal) und einschließlich eines Schifffahrtskanals von Hamm an der Lippe bis zum Dortmund=Ems=Kanal in der Richtung auf Datteln(Kanal. Hamm=Datteln) den Betrag von 55650 M. zu verwenden. Jedoch soll mit dem Bau erst begonnen werden, wenn die Rheinprovinz und Westfalen oder öffentliche Verbände eine Garantie für die Betriebs= und Unterhaltungskosten und die Verzinsung des Anlagekapitals übernehmen. * Aus der Abgeordnetenhauskommission zur Vorberatung des evangelischen Kirchenverfassungsgesetzes sind die Nationalliberalen mit einem Knalleffekt ausgeschieden, weil die Konservativen ihnen zu wenig Entgegenkommen bewiesen haben sollen. Sie hatten zunächst Aufschiebung der Verhandlungen zum Zwecke des Studiums der Vorlage und des Materials verlangt. Es wurde beschlossen, das Material einzufordern und auch eine Generaldiskussion abzuhalten, obwohl außer den Konservativen auch die Freikonservativen eine solche als entbehrlich bezeichneten. In der Generaldiskussion nun machte der Abg. Dr. Enneccerus einen Kompromißvorschlag; als ihm darauf keine Antwort von den Konservativen zu teil wurde, packten die Nationalliberalen ihre Sachen zusammen und gingen ab, um nicht mehr mitzuthun. Nach der Auffassung der„Kreuzztg." haben die Nationalliberalen von Anfang an die Verhandlungen nur verschleppen wollen, um das Zustandekommen des Gesetzes in dieser Session zu verhindern. Einer der Herren soll bereits vor Beginn der Sitzung ausgesprochen haben, wenn die Mehrheit darauf bestehen sollte, jeden Tag Sitzungen abzuhalten, würden die Nationalliberalen nicht mehr mitthun. Dem Beispiel der Nationalliberalen folgte natürlich auch der Freisinnige Knörcke. In der liberalen Presse wird von dem Vorgange viel Aufhebens gemacht und über die angebliche Brüskierung der Nationalliberalen gezetert. Die„Voss. Ztg.“ versteigt sich dabei gar zu folgendem Ratschlag:„Für die kirchlich Liberalen wird die Frage immer dringlicher, ob sie sich von einer herrschsüchtigen Orthodoxie beständig neue Pflichten und neue Kirchensteuern soll auferlegen lassen. Es ist zu erwägen, ob es nicht richtiger ist, durch einen Massenaustritt aus der Kirche und durch Bildung einer freien Gemeinschaft sich den Nötigungen des herrschenden Obskurantismus zu entziehen." * Coburg, 19. April. Zur Vorfeier wurde gestern Abend ein Fackelzug und Serenade der vereinigten Turner=, Sängerund Radfahrervereine veranstaltet, die großartig verliefen. Oberbürgermeister Muther hielt im Schloßhofe eine Ansprache an die Prinzessin=Braut. Die Fürstlichkeiten sahen von den Fenstern des Schlosses aus zu. Später war Galatheatervorstellung im Residenzschloß, der sämtliche anwesende Fürstlichkeiten beiwohnten und welche Barnay und den andern Berliner Schauspielern die höchste Anerkennung eintrug. Heute mittag 12 Uhr fand in den Gemächern der Königin Viktoria die standesamtliche Trauung des Großherzogs von Hessen mit der Prinzessin Viktoria Melita durch den Staatsminister Strenge statt, um 12½ Uhr erfolgte die kirchliche Trauung. Die Braut geleitete der Herzog von Coburg, den Bräutigam Prinz Wilhelm von Hessen. Der Kaiser und die Königin Viktoria sowie die übrigen Herrschaften stellten sich zu beiden Seiten des Mittelganges auf. Beim Ringwechsel wurden 21 Kanonenschüsse abgegeben. Nach der Trauung fand Familientafel im Thronsaal statt. Um 3¾ Uhr reiste der Großherzog von Hessen mit Gemahlin von hier ab. Im Großherzogtum Hessen wurde 200 Sträflingen Amnestie gewährt. Der Großherzog spendete ferner anläßlich seiner Verwählung 20 unbemittelten und unbescholtenen Brautpaaren des Landes, von denen 10 dem landwirtschaftlichen und 10 dem gewerslichen Arbeiterstande angehören, Gnadengeschenke von je 1000 M. * Ueber die Seligsprechungs=Feierlichteiten des spanischen Weltpriesters Johannes von Avila wird der K. V. aus Rom noch folgendes mitgeteilt. Gegen 10 Uhr morgens (am 15. April) hielten zuerst die der hl. Riten=Kongregation angehörigen Kardinäle und Würdenträger ihren Einzug in die reich geschmückte Peterskirche. Dann folgte das Kapitel von St. Peter mit dem Kardinal=Staatssekretär Rampolla, als Erzpriester der Kirche. Nachdem das Breve der Seligsprechung verlesen war, stimmte Erzbischof Fausti das Tedeum 16 Detektivroman von L. Lynch. Moina blickte von Zeit zu Zeit verstohlen nach ihrem Begleiter hin, doch wagte sie keine Bemerkung zu machen und war froh, als einer von den Männern, welche ihren Vater umgaben, aufstand und die Versammlung eröffnete, nachdem es ihm mit Mühe gelungen war, sich Gehör zu verschaffen. Er war klein und dick, rot im Gesicht und keuchte beim Sprechen. Auf Rednergaben machte er, wie er sagte, keinen Anspruch; er wollte als einfacher Mann nur einfache Thatsachen anführen. In kurzen Umrissen schilderte er darauf die Entwickelung der großen Monopole, die Macht des Kapitals, des Eisenbahn= und Fabrikbetriebs in allen seinen Zweigen. Die Besitzenden, sagte er, hätten sich die Hände gereicht um die Armen zu unterdrücken, je reicher die Reichen wurden, um so ärmer würden die Armen. So oft die reichen Fabrikherrn den Lohn der Arbeiter herabsetzten, erschienen die Frauen und Töchter der Bedrücker in neuen eidenen Gewändern, Spitzen und Diamanten. Eine große Umwälzung müsse kommen, eine andere Ordnung der Dinge. Ja, die Revolution, die neue Ordnung der Dinge sei schon im besten Gange und dränge siegreich vor. Auf Moina machte die Rede keinen großen Eindruck: sie war es wohl zufrieden, als der Mann der einfachen Thatsachen wieder Platz nahm. Der nächste Redner trat ebenso rasch und lebhaft auf, wie der erste schwerfällig und langsam gewesen war. Er wollte für die Thatsachen, von denen sein„Kollege" gesprochen, den Beweis in Zahlen liefern.„Zahlen", sagte er,„sprechen die Wahrheit". Vom rein statistischen Standrechnete er nun vor, wie viele Millionen das Kapital gewonnen und die Arbeit verloren habe, wie viele große Fabrikherrn und wie viele schlecht bezahlte Arbeiter es gebe; alles drückte er in Zahlen aus Nun folgte ein feuriger Redner, der die blühendsten Phrasen und Bilder im Munde führte. Er sprach über Kapital und Arbeit, über die häufigen Handelskrisen, über Privatunternehmungen, öffentliche Wohlfahrt und die große, nahe bevorstehende Revolution. Sie werde ein Fortschritt zum Bessern sein, zu Nutz und Frommen der Arbeiter. Wenn die herrliche neue Zeit angebrochen sei, werde es keine Kapitalisten und keine schlecht bezahlten Leibeigenen mehr geben, nur noch Freiheit und Gleichheit für alle Menschen und gleiche Verteilung der Arbeit sowie des Anteils an den Gütern und Genüssen des Lebens. Zuletzt entfaltete er den Plan der neuen Ordnung der Dinge. Das Geld sollte abgeschafft werden, die Arbeit der einzige Wertmesser sein. Durch Arbeit sollte alles bezahlt werden, und der Staat das Ganze überwachen und leiten. Was der Redner sagte, war zwar belehrend, erweckte aber wenig Begeisterung. Moina fand seine Auseinandersetzungen nicht sehr anregend, sie schaute sich in der Menge um, und bald fesselte ein Mann, der in ihrer Nähe saß, ihre Aufmerksamkeit mehr, als die Worte des Redners. Er trug Arbeiterkleidung und schien, wie sie selbst, mehr auf die Gesichter in seiner Umgebung zu achten als auf die Rede, doch nicht aus Neugierde, sondern als verfolge er einen bestimmten Zweck. Er war mittleren Alters, sein krauses, langes mit Grau untermischtes Haar hing tief auf die Stirn herab, ein kurzgeschnittener Bart bedeckte ihm Wange und Kinn, der Blick seiner scharfen Augen aber war jugendlich lebhaft, das gewahrte Moina so oft er den Kopf wandte. Jetzt flüsterte ihr Savorin ein Wort zu, das sie auf andere Gedanken brachte. Ihr Vater hatte sich erhoben und ward durch Crashaw der Menge vorgestellt. Mit wenigen wohlgesetzten Worten schilderte Crashaw die Größe und Bedeutung des ehrenwerten Herrn, der sich heute zum erstenmale in ihrer Mitte befinde und eine Ansprache an die Versammlung halten wolle. Er habe sich nach Amerika begeben, um sich der großen gemeinsamen Sache zu weihen, der Sache der Menschheit und des Rechts, die auch die ihrige sei. Dabei erfuhr Moina zu ihrer Ueberraschung, daß Crashaw selbst schon öfter hier im Lande gewesen war und der Versammlung als Socialist, Redner und einflußreicher Mann bekannt sei. Als Miles La Croix vor seinen Zuhörern stand, ging eine Bewegung durch ihre Reihen, Neugier und lebhaftes Interesse stand auf allen Gesichtern zu lesen. Und nun ergoß sich ein Strom feuriger Beredsamkeit. Die mächtige Stimme erhob sich dröhnend und schallte durch den weiten Saal. Die hohe Gestalt schien noch zu wachsen, sie trug Herrschergeberde, das schöne Greisenantlitz glühte vor Begeisterung und die dunkeln Augen sprühten und funkelten. Er sprach aus innerstem Herzen zum Herzen des Volks. Nicht statistische Beweise, gelehrte Einzelheiten oder landläufige Gemeinplätze brachte er vor. Er schilderte, welche Freude es sei, für das Wohl seiner Mitmenschen zu arbeiten, welche hohe Ehre, einem Bunde wackerer Männer anzugehören, die vereinigt seien, um hier und überall in der ganzen Welt die Schwachen zu tragen, die Hülflosen zu schützen, den Unterdrückten zu ihrem Recht zu verhelfen. Er berichtete, wie aller Orten diese edle Verbrüderung fort und fort wachse und erstarke, bis sie Kraft genug besitzen werde, der Bedrückung zu widerstehen. Bald werde die Welt nach ihrem Maßstabe gemessen werden und die Macht sich vor dem Rechte beugen, das zur Herrschaft gelangt sei.„Heute," sagte er,„mißachten die Starken die Rechte der Schwachen, bald aber wird unser Banner die Inschrift tragen:„Den Schwachen zu schützen ist Pflicht des Starken." Was heute noch ohnmächtig ist, wird sich unter diesem Banner sammeln und in der Vereinigung Kraft finden, denn nur allgemeine Verbrüderung verleiht Stärke. „Oh, meine Freunde, wenn der Tag kommt, der Tag, an dem wir alle auf dem ganzen Erdenball uns die Hände reichen, dann wird kein Krieg, kein Blutvergießen mehr sein. Wenn sich in Ost und West, in Nord und Süd alle zusammenscharen, die einer gemeinsamen Sache dienen, der Sache der Menschheit, des Rechts— dann kann uns nichts mehr widerstehen. In allen Völkern werden die Unterdrückten hoffend auf uns schauen und ein Wort wird ihnen zu ihrem Recht verhelfen— ein Wort, von Millionen ausgesprochen, von Millionen, die wie ein Mann für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit einstehen." Nun folgte eine Schilderung der Entwickelung der geheimen, revolutionären Gesellschaften in der ganzen Welt, der vierhunderttausend deutschen Socialisten, der vereinigten Handwerker= und Arbeitervereine in England, der Genossenschaften in Frankreich, der Bündnisse in Italien, der großen Verbrüderungen und Vereine der Ritter der Arbeit in Amerika. „Und welchen Zwecken", fuhr er fort,„dienen sie alle? Sind es nicht dieselben in der ganzen Welt! Ueberall stehen sie ein für die Freiheit gegen die Bedrückung, für Gleichheit und Recht. In allen Ländern der Erde ringen die Menschen nach Licht und rufen um Hülfe in ihrem Kampf. Glaubt ihr, daß es schwer sein würde, sie alle um ein einziges Banner zu sammeln? In Europa weiß man, daß die Menge eine Kraft ist und der Einzelne nichts aus richtet, daß nur Vereinigung stark macht. In welche Stadt ich dort auch käme, überall würde ich Brüder finden in großer Zahl. Für uns ist solche Vereinigung keine Unmöglichkeit wie für unsere Herrscher, Fürsten und Könige, die alle nur nach eigener Macht streben. Das Volk kann sich verbrüdern, es ist sein einziges Mittel, um einen bessern Zustand zu erreichen. Hierzu kann jeder an seinem Teil beitragen, viel oder wenig. Jeder rechtschaffen Strebende ist uns willkommen, wir verlangen nur Aufrichtigkeit, Treue und Gehorsam gegen die Großen und Weisen, die uns zu Licht und Wahrheit führen wollen. Mögen die Trägen und Sorglosen spotten, die Verächter und Kurzsichtigen an uns vorübergehen, die Furchtsamen auf immer die einzige Hülfe von sich weisen und die Reichen, die den Arbeiter bedrücken, sich uns widersetzen, wenn sie seine Ketten fallen sehen! Bald werden sie alle unsere Macht empfinden, aber zu spät für sie. Wenn unser Stern aufsteigt, geht ihre Sonne unter. „Das Recht ist unsere Losung, wir wollen sie hoch halten und mutig vorwärts schreiten. Was dem Recht widerstrebt, soll nicht länger Bestand haben. Ueberallhin erschalle unsere Warnung, bittend, hoffend und dräuend— aber vom Recht dürfen wir nicht weichen; wie von Alters her müssen die Hohenpriester und Apostel des Rechts standhaft und unerschütterlich stehen, als die Bahnbrecher für freie Menschen und Brüder, welche Liebe und Hoffnung im Leben und Tod vereint, als Wegweiser für die neue Zeit, in der das Recht seine Triumphe feiern wird!"— Miles La Croix schwieg und trat einen Schritt zurück. Im Saal herrschte lautlose Stille— dann brach plötzlich der Beifallssturm los, zuerst leise, dann lauter und lauter bis der Boden erzitterte. Moina saß mit überströmenden Augen da, sie schien die einzige in dem ganzen Zuhörerraum, die nicht in den allgemeinen Jubelruf mit einstimmte. Renés Hoch schallte aus voller Brust und Moina bemerkte mit Befriedigung, daß auch der von ihr vorhin beobachtete Mann in ihrer Nähe nur noch Augen für den Redner hatte und seinen Beifall mit großem Eifer kundthat.(Forts. f.) an, und alsbald fiel der Vorhang, der das Bild des neuen Seligen verhüllte. Bei dem Pontifikalamt sangen die Sänger des Petersdomes die Gesänge mit einer Vollendung und Feinheit, wie man sie selten hört. Gegen ein halb 6 Uhr ließ sich auch der heil. Vater aus seinen Gemächern in die Kirche tragen, um vor dem Bilde des neuen Seligen zu beten und der Segensandacht beizuwohnen. Der Papst wurde durck das ganze Langschiff der Kirche getragen und mit nicht enden wollenden Evvidas von den spanischen Pilgern und den zahlreich herbeigeeilten Römern und Fremden begrüßt. So oft ich auch den Feierlichkeiten in St. Peter beiwohnte, habe ich niemals ein solches Hochrufen vernommen. Nach oberflächlicher Schätzung werden der Feier moraens 20000 und nachmittags 30000 Personen beigewohnt haben. Die Regierung hatte diesesmal den Petersplatz nicht abgeschlossen, sondern nur gegen Schluß der Feier am Abend Soldaten unmittelbar vor den Ausgängen des Petersdomes aufgepflanzt. Diese Maßregel erbitterte die Pilger dermaßen, daß sie angesichts der Soldaten in der Vorhalle nochmals in Hochrufe auf den Papstkönig ausbrachen, die man deutlich am andern Ende des großen Platzes vernehmen konnte. Lokales und Provinzielles. Düsseldorf, 20. April. *Amtliches. Der von Seiner Königlichen Hoheit dem Fürsten von Hohenzollern beschlossenen Verleihung des Ehrenkreuzes dritter Klasse des Fürstlich Hohenzollernschen Hausordens an den Regierungsrat von Werner zu Düsseldorf, an den Rittmeister von Eck im 2. Westfälischen HusarenRegiments Nr. 11 und an den Badearzt Dr. Golz in San Remo ist die Allerhöchste Genehmigung erteilt worden. * Die nächste Sitzung der Stadtverordneten=Versammlung findet am Dienstag den 24. April d. I., nachmittags 6 Uhr, im Balkonsaale der städtischen Tonhalle statt. Gegenstände der Beratung sind: 1. Herstellung einer Senkgrube in Hamm und Bewilligung der erforderlichen Kosten. 2. Anmietung eines Lagerplatzes für die Zwecke des Tiefbauamtes. 3. Anstellung eines Bahnmeisters für die Hafeneisenbahn. 4. Legung von Gas= und Wasserleitungsröhren in den Straßen längs des Hafens und im Mühlenwege. 5. Genehmigung der Bauskizze für das neben der Sternwarte zu errichtende Wohngebände. 6. Genehmigung verschiedener Etats= und Kreditüberschreitungen, insbesondere bei dem Etat der Hochbaukasse und der allgemeinen Verwaltung. 7. Bewilligung eines anßerordentlichen Kredits von 5250 M. zur Vervollständigung des Garteninventars der Tonhalle und zur Ausführung einiger baulichen Anlagen daselbst. 8. Erwerbung des Miteigentums an einer Grenzmauer. 9. Vermietung einer kleinen Fläche bei dem Rheinhafen. 10. Wahl einer Kommission zur Vorberatung einer Zuschrift des Herrn Landesdirektors der Rheinprovinz betr. die Errichtung einer Handels akademie. 11. Genehmigung des Fahrplans für die Straßenbahn für die Sommermonate. 12. Ankauf von zwei Grundstücken im Süden der Stadt zu dem Zwecke der Kiesgewinnung. 13. Ankauf des Grundstücks der Witwe an der Düsselthalerstraße zu dem Zwecke der Durchlegung der Rochusstraße. 14. Festsetzung der von zwei Buchhaltern auf der Stadtkasse zu bestellenden Kaution. 15. Zuschlagserteilungen. * In geheimer Sitzung vom 17. April beschloß die Stadtverordneten=Versammlung die Begebung von 2000000 M nominel Anteilscheine 3½proz. Stadtanleihe von 1894 an das Vankhaus Jakob Landau und Genossen; erklärte sich einverstanden mit der Beförderung der Assistenten Koch und Mann zu Sekretären II. Klasse; erhob gegen die Anstellung der Anwärter Priesmeyer und Grün als Bureau=Assistenten und Schutzmänner Jung und Bach keine Bedenken; über trug folgende Lieferungen: a) von Blendsteinen für den Neu bau der Schule an der Oberstraße dem Karl Brendgen in Zisselsmaar; b) des Granitsockels und der äußern Treppenstufen für den Neubau der Realschule der Bayerischen Gra nit Aktiengesellschaft zu Regensburg; c) der inneren Säulen für denselben Neubau der Handelsgesellschaft Opderbecke und Neese hierselbst; d) der Bandsteine zu demselben Gebäude der Handelsgesellschaft Philipp Holzmann u. Cie. in Frankfurt a. M.; e) von Bandsteinen für das Etatsjahr 1894 95 an das Basalt=Lava=Steingruben und Steinmetzgeschäft Klee u. Cle. in Köln; k) von Kanalbaumaterialien für 1894/95 und zwar: von Formziegeln der Aktien=Gesellschaft Vereinigte Speyerer Ziegelwerke in Speyer, dem C. Brendgen in Zissel maar und dem E. Müllensiefen hier; von Portland=Cement der Liedenscheider Portland Cementfabrik zu Brügge und der Portland Cementfabrik Karlstadt a. M., vorm. Ludwig Roth zu Karlstadt; von Mannlochabdeckungen und Entlüftungskasten der Handelsgesellschaft Haniel u. Lueg hier und der Akt.-Ges. Schalke Gruben= u. Hüttenverein zu Gelsenkirchen. von Fundamentplatten der Handelsgesellschaft Opderbecke u. Neese hier; wählte gemäß§ 6 des Statuts der rheinischen landschaftlichen Berufsgenossenschaft als Vertreter des hiesigen Stadtkreises zur Bildung der Genossenschaftsversammlung der Berufsgenossenschaft der in land= und forstwirtschaftlichen Betrieben der Rheinprovinz beschäftigten Personen den Ackerer Anton Dresia und als Ersatzmann den Ackerer Joseph Henken. * Wie uns ans dem Sekretariate der Handelskammer mitgeteilt wird, hat der Russische Minister der Finanzen über den Satz und die Art der Erhebung der NiederlageGebühren die folgenden Bestimmungen getroffen. I. Die Niederlage=Gebühren für Waren bei den Zollämtern an der Europäischen Grenze und am östlichen Ufer des schwarzen Meeres, sind zu erheben nach der wirklichen Zahl der Tage, welche die Waren in der Niederlage zugebracht haben, vom Tage der Zoll Untersuchung an gerechnet, jedoch abzüglich der für die Vorlegung der Deklaration erforderlichen Zeit, welche Frist je nach der Art des Zollamtes 5 bis 14 Tage dauert. II. Die erwähnten Gebühren sind nach folgenden Verhältnissen zu erheben: A. Für eingeführte Waren: a. Für die Lagerung unter freiem Himmel für das Pud brutto und für jeden Tag der Lagerung ¼6 Kop. b. Für die Lagerung in Magazinen, Kellern und bedeckten Räumen: 1. der Waren, die in dem, den gegenwärtig in kraft befindlichen Bestimmungen über die Niederlage=Gebühren beigefügten Verzeichnisse I aufgeführt sind, für das Pud brutto und für jeden Tag der Lagerung ½ Kop. 2. aller anderen Waren, namentlich derjenigen, welche in der Anmerkung dieses Verzeichnisses aufgeführt sind, für das Pud brutto und Tag ¼ Kop. B. Fürausgeführte Waren. a. Zucker für ein Monat Lagerung, wobet ein nicht vollständiger Monat als Monat gerechnet wird, für das Pud brutta ½ Kop. b. Sprit für ein Monat Lagerung, wobei ein nicht vollständiger Monat als Monat gerechnet wird, für das Pud Bedro ¼ Kop. c. alle anderen Waren, die Hälfte des Betrages, welchen die eingeführten Waren derselben Art bezahlen. III. Die in§ 8 der Verordnung über die Verbrauchssteuern enthaltene Bestimmung, wonach für die Abnahme der verzollten Waren eine Frist von 7 Tagen bewilligt wird, ist aufgehoben. IV. Die bei der Beratung der Gebührenbeträge sich ergebenden Bruchteile von Kopeken werden als volle Kopeken berechnet. V. Wenn die gemäß der Begleitscheine nach dem GrenzZollamte bestimmten Güter auf den Wunsch des Eigentümers nach einer Zollniederlage expediert werden, so ist der Tag für den Beginn der Zahlung der Niederlagegebühr nach den bezüglichen Verordnungen für das Grenz=Zollamt(5—7 Tage) und nicht nach denjenigen der Zollniederlage(14 Tage) zu bestimmen, abzüglich der Zeit, welche gebraucht wird, um die Güter von dem einen Amte zu dem andern zu schaffen, und das neue System der Erhebung der Riederlagegebühr, ie die weiter oben angeordneten Aenderungen werden auf ren angewendet, welche vom 8. März 1894 eingeführt werden. — Von derselben Stelle wird uns ferner mitgeteilt, daß zufolge einer Bestimmung des russischen Finanzministeriums vom 1. April/20. März 1894 von deutschen Schiffen, welche vor dem 8. März eingelaufen sind und am 8. März oder päter abgehen, eine Steuer von 5 Kopeken pro Last für den Eingang sowohl wie für den Abgang erhoben wird. Ferner liegen auf dem Sekretariate der Handelskammer Mitteilungen über die Ausfuhr deutscher Waren nach Südefrika zur Einsicht der Interessenten während der Dienststunden(vormittags von 11½—1 Uhr und nachmittags von 5—6 Uhr) offen. * Lauve Konzert im großen Saale der Städtischen Tonhalle. Dem Orchester unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Julius Laube geht ein guter Ruf voraus. Unter den 50 Mitgliedern befinden sich viele hervorragende Solisten, von denen auch in dem sehr reichen, abwechselungsvollen Programm interessante Kompositionen für Violine von Sarasate, für Cello von Saint=Saens und Propper, für Flöte von Ciardi zum Vortrage kommen werden. Da nur ein Konzert stattfinden kann, so bestand die nicht leichte Aufgabe darin, aus dem großen, alle wesentlichen Neuheiten umfassen den Repertoir diejenigen auszuwählen, für zvelche der Dank des Auditoriums aller Berechnung nach von vornherein sicher sein muß. Hierzu zählen an erster Stelle drei Stücke von Edw. Grieg, dem in allen seinen Tonschöpfungen hier mit Recht geschätzten Meister, und zwar aus der Musik zu„Sigurd Jorsalfar" Vorspiel, Intermezzo, Huldigungsmarsch. Gegenübergestellt diesem nordischen Tondichter und zwar zur Eröffnung des Abends ist der glückliche Vertreter orientalischer Pracht Karl Goldmark mit seiner Onvertüre„Im Frühling". Der Meister aller Meister Beethoven durfte natürlich nicht fehlen und in diesem Rahmen, in welchem für eine Symphonie sich nicht wohl eine Stelle fand, bedeutet die herrliche Leonore III. unbestreitbar den Glanzpunkt, an dem hoffentlich ungezählte Zuhörer sich wie immer erbauen werden * Am vorigen Samstag hatte der Vorstand der Düsseldorfer Spargesellschaft m. b. H. die 19 Gesellschafter zur Entgegennahme des Geschäftsberichts und ersten Jahresabschlusses eingeladen. Das Ergebnis war ein über Erwarten günstiges, und wurde einstimmig beschlossen, zur größeren Sicherheit der Sparer auf die Auszahlung der Dividende zu verzichten und dieselbe dem Sparfond zu überweisen. * Es stehen demnächst wieder militärische Uebungen bevor; wir machen deshalb darauf aufmerksam, daß die Familien der aus der Reserve, Landwehr oder Seewehr in Friedenszeiten einberufenen Mannschaften auf Verlangen aus öffentlichen Mitteln Unterstützungen erhalten. Das gleiche gilt bezüglich der Familien der aus der Ersatzreserve für die zweite oder dritte Uebung einberufenen Mannschaften. Die Unterstützungen betragen für die Ehefrauen 30 Prozent des ortsüblichen Tagelohnes, für erwachsene männliche Arbeiter und für jede der sonst unterstützungsberechtigten Personen 10 Prozent des ortsüblichen Tagelohns, mit der Maßgabe, daß der Gesamtbetrag nicht 60 Prozent desselben übersteigt. Der Anspruch auf Unterstützung ist bei der Gemeidebehörde desjenigen Orts anzubringen, an welchem der Unterstützungsberechtigte zur Zeit des Beginns des Anspruchs seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort hat, und erlischt, wenn solches nicht binnen vier Wochen nach Beendigung der Uebung geschieht. * Wegen Andranges der Anzeigen mußten wir die LotterieGewinnliste für morgen zurückstellen. ][ Der Schlossermeister Deuß ist ein seltener Mieter, er wohnt seit dem Jahre 1830, also 64 Jahre, in ein und derselben Wohnung in dem Hause des Metzgermeisters GroßSelbeck in der Marktstraße. Der alte Herr Deuß hat in dem Hause bereits zwei Hausherren überlebt, er gedenkt sein Leben in der liebgewonnenen Wohnung zu beschließen. :( Letzte Nacht stieg in Dieb in ein Haus an der Friedrich straße und stahl aus einem Zimmer der ersten Etage einen Geldbetrag, einen goldenen Ring und zwei silberne Löffel, aus dem Schlafzimmer der Ebeleute vom Nachttischchen die goldene Uhr nebst Kette des Mannes. Im Unterhause nahm er in der Küche eine kleine Stärkung und schwang sich wieder durchs Fenster. [.( In einem Hause an der Oberstraße entstand gestern Mittag ein Balkenbrand. Die hinzugerufene Feuerwehr beseitigte rasch jede Gefahr. Gestern Abend gegen 6 Uhr entstand bei einem Metzger am Alleeplätzchen ein Kaminbrand. Auch hier ging es ohne bedeutenden Schaden ab. :( Der vor einiger Zeit einem Beamten beim Transporte vom Bergerthor zum Arresthause entsprungene Christian H., der in Holland wieder eingefangen wurde, kam gestern wieder wohlbehalten im hiesigen Gefängnisse an. :( Ein Handlanger, auf der Hundsrückenstraße wohnend, der einen Krankenschein mit dem Namen des Arztes und Arbeitgebers gefälscht hat, um sich Krankengeld zu erschwindeln, wurde gestern verhaftet. :( Von einem Wagen auf dem Güterbahnhofe wurde eine graue Wagendecke, 6 zu 4 Meter groß, gestohlen. Sie hat in schwarzen Buchstaben die Firma: Zippmann u. Furthmann, Düsseldorf. 1:] Am Mittwoch Abend nabm die Frau eines Handwerkers, während der Mann seinem Abendtrunke in der Stammwirtschaft zusprach, ihre Sachen und die vorrätige Kasse, womit sie davon ging; ihrem zurückgelassenen Schreiben zufolge hat sie sich zu ihren Eltern zurückbegeben. Der Mann mußte auch die unliebsame Entdeckung machen, daß seine bessere Hälfte bei den Kunden seine Rechnungen einkassiert hat. ( Sitzung der Strafkammer vom 19 April. Der Kuppelei waren angeklagt Ludwig K. und dessen Ehefrau aus Düsseldorf. K erhielt 4 Monate, die Frau zwei Wochen Gefängnis.— Ebenfalls wegen Kuppelet wurde Elise D. aus Düsseldorf zu 4 Monaten Gefängnis, und wegen Schenkwirtschaft ohne Konzession zu 76 M. Geldstrafe verurteilt.— Heinrich J., Maurer aus Neuß, wurde von der Anklage des Betrugs, der Unterschlagung und der Fälschung freigesprochen.— Bernhard S. aus Neuß, wiederholt vorbestraft, hat den 12 Jahre alten Wienand Spix durch Fußtritte und Schläge mißhandelt. Seine Entschuldigung ist stets, er sei betrunken gewesen. Die Strafkammer verurteilte ihn zu 5 Monaten Gefängnis.— Der Ziegelfabrikant Otto S. in Küppersteg war des Patentvergehens angeklagt. Er hat die der Firma Karl Ludowici in Ludwigshafen patentierten Dachfalzziegel nachgemacht, obwohl ihm das Patent bekannt war. Die Firma Ludowict hatte sich der Verhandlung als Nebenkläger angeschlossen und beantragte eine Ent schädigung von 10000 M. Die Strafkammer verurteilte den Angeklagten zu 300 M. Geldstrafe event. 30 Tage Gefängnis und zur Zahlung einer Entschädigung von 2000 M. Das Urteil soll durch die„Köln. Ztg.“ veröffentlicht werden. * Uedesheim, 19. April. Der hiesige Gesangverein Cäcilia unter der Leitung des Dirigenten Herrn aus Zons, feiert am Sonntag den 22. d. Mts. im Lokale des Herrn Jansen sein diesjähriges Stiftungsfest bestehend in Konzert, theatralischer Aufführung und anschließendem Tanzkränzchen. * Crefeld, 18. April. Heute morgen gegen 6 Uhr sind die nachbezeichneten Untersuchungsgefangenen, nachdem sie im Kesselhause des hiesigen Gerichtsgefängnisses ein Fenster zerbrochen, entwichen: Schlossergeselle Peter Hoxen, 25 Jahre alt, 1,70 Meter groß, kräftiger Statur, mit dunkelblondem Haar; Fuhrknecht Johann Thomas, 20 Jahre alt, 1,65 Me ter groß, mittlerer Statur, mit rötlichem Haar, auf beiden Armen und der Brust sind Figuren tätowirt(diese beiden befanden sich wegen Straßenraub in Untersuchung); der Tagelöhner Franz Bastians, 30 Jahre alt, 1,65 Meter groß, gesetzter Statur, mit blondem Haar(wegen Sittlichkeitsverbrechen festgenommen), und der frühere Postunterbeamte Gottfried Tibio, 28 Jahre alt, 1,70 Meter groß, mit dunkelblondem Haar und kräftiger Statur.(Letzterer befand sich wegen Vergehens im Amte in Untersuchung.) Die Verfolgung dieser gemeingefährlichen Ansbrecher ist fofort von seiten der Polizei zu Pferde und zu Fuß, sowie durch den Telegraphen und das Telephon aufgenommen worden. Der Ausbrecher Tibio, welcher sich beim Absprung von der Mauer den Fuß verletzt hat, ist im Laufe des Tages von einem der berittenen Beamten im Kempener Felde an einem Ziegelofen aufgefunden und per Bahn nach dem Gefängnisse zurückgebracht worden. Die Flüchtlinge sollen in der Richtung nach Kempen davongegangen sein. * M.=Gladbach, 18. April. Das vom Bezirks=Ausschuß zu Düsseldorf genehmigte Biersteuer=Regulativ hat nunmehr auch die Bestätigung des Ministers des Innern und des Finanzministers erhalten. * Geldern, 18. April. Der Kreistag wählte als Abgeordnete für den Provinzial=Landtag den Grasen Wilhelm von und zu Hoensbroech zu Schloß Haag bei Geldern und Landesrat a. D. Fritzen zu Düsseldorf. * Barmen, 19. April. Die Stadtverordneten beschlossen, die Pferdebahngesellschaft Elberfeld=Barmen aufzufordern, die Pferdebahn in eine elektrische Straßenbahn umzuwandeln. * Essen. 18. April. Ein Retter in der Not wurde unverhofft einem Dienstmädchen, das sich vor dem Schwurgericht wegen Meineides zu verantworten hatte, in der Person eines Zeitungsberichterstatters, des Redakteurs Schoreck, der zur Aufnahme der Verhandlung im Gerichtssaal anwesend war. Nach einer Reihe für die Angeklagte nicht günstigen Zeugenaussagen meldete sich der Genannte, durch Gewissenspflicht getrieben, als Zeuge und bestätigte die Angaben des Mädchens; er war seiner Zeit zufällig bei dem in Betracht kommenden Vorfall anwesend gewesen. Die Angeklagte wurde freigesprochen. Sie brach bei ihrer Haftentlassung in Thränen aus mit dem Rufe:„Du grundgütiger Gott, wie dank' ich Dir!“ * Hagen(Westf.), 17. April. Die Stadtverordneten setz ten den Kommunalsteuerzuschlag auf 300 Prozent fest; daneben sollen wie bisher 50 Prozent Zuschlag zur Grund und Gebäudesteuer erhoben werden. Ein Antrag auf Einführung einer Kommunal=Biersteuer wurde vertagt. * Hagen, 18. April. Obgleich fast kein Tag vergeht, daß nicht in den Tagesblättern von schrecklichen Unglücksfällen, die infolge der Benutzung von Petroleum beim Anzünden und Entfachen des Herdfeuers berichtet wird, und daß hieran die dringendsten Warnungen geknüpft werden, so wird doch noch fortwährend in unbegreiflich leichtsinniger Weise in dieser Hinsicht gesündigt. So ereignete sich auch heute hier wieder durch den Gebrauch des Petroleum beim brennenden Feuer ein schreckliches Unglück. Die Frau eines Maurers schüttete gestern morgen aus einer Kanne Petroleum in das noch nicht ganz erloschene Herdfeuer, wobei sie ein Kind auf dem Arme hielt. Sofort schlug die Flamme hell empor, die Petroleumkanne explodierte und nun ergoß sich die brennende Flüssigkeit auf Mutter und Kind, so daß dieselben in hellen Flammen standen und schreckliche Brandwunden erhielten. In ihrer Angst und unter den fürchterlichsten Schmerzen wollte die Frau die Flammen dadurch ersticken, daß sie mit dem Kinde unter die Decke eines Bettes kroch, aber auch dieses fing dadurch an zu brennen und nun suchte die Frau unter der Wasserleitung Linderung der Schmerzen. In dieser schrecklichen Situation wurden die Unglücklichen, Mutter und Kind, von Hausbewohnern getroffen, und in das Marienhospital übergeführt. Allein schon nach kurzer Zeit erlag die Frau den schrecklichen Brandwunden, ein gleiches Los dürfte das arme Kind treffen. * Köln, 17. April. Gestern tagte hierselbst eine außerge wöhnlich zahlreich besuchte Hauptversammlung des Kölner Anwalts=Vereins, welche über die neuerliche einer Beschränkung der Freizügigkeit der Rechtsanwaltschaft gleichkommende Verfügung des Justizministers und die daraus für den Stand und die Rechtspflege entstehenden Gefahren beriet und laut der„K. V.“ mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Mehrheit dahin beschloß: 1. Es beständen infolge der unbeschränken freien Advokatur Mißstände, für welche im Interesse der Rechtspflege unbedingt Abhilfe gesucht werden müsse 2. Der einzig gangbare Weg sei der des sogen. numerus clausus, nicht aber Wartezeit usw. 3. Bei Besetzung erledigter Stellen dürfe eine Auswahl unter den Bewerbern durch die Justizverwaltung nicht stattfinden, vielmehr müsse die Zulassung nach festen gesetzlichen Regeln erfolgen 4. Für die Oberlandesgerichte besondere Bestimmungen zu treffen, sei nicht angezeigt 5. Die Anmeldung behufs Zulassung zur Rechtsanwalt schaft dürfe nur bei einem, nicht gleichzeitig bei mehreren Gerichten erfolgen und verliere ihre Wirkung, wenn der Bewerber ein besoldetes Reichs=, Staats= oder Gemeinde=Amt annehme. Ferner wurde beschlossen, den Vorstand der Anwaltskammer um Einberufung einer Generalversammlung zu ersuchen. * Köln, 19. April. Priester=Jubiläum. Die im Jahre 1869(am 13. März) geweihten Priester der Erzdiöcese Köln feierten gestern in aller Stille hierselbst ihr Jubiläum. Um 10 Uhr celebrierte Herr Pfarrer Wahn aus Flittard in der Kapelle des Klosters der armen Schwestern vom hl. Franztskus in der Streitzeuggasse eine hl. Messe, welcher die Jubilare beiwohnten. Gegen mittag wurden die Herren von Sr. Eminenz dem Herrn Kardinal=Erzbischof in Audienz empfangen. An den Herrn Kardinal Paulus Melchers, welcher den Jubilaren die hl. Weihen gespendet hat, wurde ein Begrüßungs=Telegramm gesandt. Später vereinigten sich die Jubilare zu einem gemeinschaftlichen Mahle. * Coblenz, 19 April. In Sachen der Gründung einer Handelsakademie an einem der größeren Plätze der Provinz nimmt die hiesige Handelskammer Veranlassung, sich bezüglich der zweckmäßigen Ausführung des Planes mit Vorschlägen an die Handelskammern der Provinz zu wenden und um Prüfung event. Berücksichtigung bei Erstattung der von der Provinz nachgesuchten Gutachten zu bitten. Die „Cobl. Vztg.“ hebt aus diesen sachverständigen Ausführungen besonders folgende drei Punkte hervor: 1. Die Akademie muß so eingerichtet werden, daß sie Lehrern, welche Neigung haben, sich zu Handelslehrern auszubilden, durch Errichtung eines Seminars hierzu Gelegenheit bietet. Die Provinz muß, wenn erforderlich, durch Gewährung von Stipendien den Besuch des Seminars erleichtern. Bei der Aufnahme in dieses Seminar müssen in erster Linie solche Lehrer berücksichtigt werden, die entweder akademische Bildung oder mindestens die in den Fremdsprachen oder Rechnen abgelegte Mittelschul=Prüfung nachzuweisen vermögen. 2. Da den Lehrern der Akademie jedensalls Pensionsberechtigung zugesichert werden muß, denn ohne dieselbe wird man schwerlich tüchtige Kräfte gewinnen können, so dürfte dies Veranlassung geben, eine Pensionskasse, ähnlich wie die in Dresden bestehende, ins Leben zu rufen. 3. Hinsichtlich der Aufbringung der Mittel ist darauf zu verweisen, daß eine Handelsakademie als eine Bildungsstätte gut gestellter junger Leute bei angemessenem Schulgeld nicht allzu große Kosten verursachen kann, zumal wenn die Provinz als Aequivalent für den örtlichen Vorteil, den die Akademie gewähren wird, von dem zu wählenden Platze auch entsprechende Opfer etwa durch Hergabe eines Gebäudes oder jährliche Zuschüsse, erwirkt. * Neuwied, 19. April. Die Königin von Schweden ist heute Vormittag zum Besuche der Königin von Rumänien und der Fürstlich Wied'schen Familie hier eingetroffen. * Trier, 18. April. Der Professor am bischöflichen Priesterseminar, Herr Dr. A. Müller, ist an Stelle des Domkapitulars Herrn Karl Ernst Schrod vom hochw. Herrn Bischof zum Subregens des Priesterseminars ernannt worden. In den philosophischen Kursus des Priesterseminars sind 52 Alumnen eingetreten, eine Zahl, welche seit Menschengedenken nicht erreicht worden ist. Verm *Kleanitz, 16. April. Wie der„Liegn. Anz." erfährt, sind nunmehr, nachdem die bestehenden Reichswaisenhäuser in Lahr, Schwabach und Magdeburg sicher fundiert sind, Verhandlungen wegen Errichtung eines vierten Reichswaisen hauses in Liegnitz im Gange. * Posen, 19. April. Nach amtlichen Nachrichten aus Warschau tritt die Cholera in Russisch=Polen an verschiedenen Orten wieder epidemisch auf. Hauptsächlich ist dies im Grenz=Gouvernement Plock der Fall. Auch in der Stadt Warschau ist die Cholera wieder aufgetreten. Vom 10. bis 15. April sind dort vier Personen daran erkrankt und drel gestorben. Ferner herrscht die Seuche im Gouvernement Radom. * Ravensburg, 17. April. Eine Revolution im Kleinen spielte sich gestern in dem sonst so ruhigen Ravensburg ab. Die Polizei hatte es für nötig befunden, gegen eine Schar singender Rekruten einzuschreiten, ihnen ihre schwarzrote Fahne abzunehmen und den Führer des Schwarms zu verhaften. Die jungen Burschen forderten die Rückgabe ihrer Fahne und die Freilassung des Führers, ein Ansinnen, auf das die Polizei mit der Verhaftung von weiteren 5 bis 6 der jungen Leute antwortete. Inzwischen hatte man in der Stadt von dem Einschreiten der Polizei Kunde erhalten und es sammelten sich an 300 Personen vor der Polizeiwache, wo die Verhafteten in Gewahrsam gehalten wurden. Ein Freund der letzteren begab sich zum Oberamt und von dort zum Stadtvorstand, um die Freilassung der Verhafteten zu erwirken. Kurz vor 8 Uhr erschien der Stadtvorstand auf dem Platze vor der Polizeiwache und man erwartete nun die Freilassung der Inhaftierten. Statt dessen versuchte aber der Stadtvorstand, die Menge durch die Polizei auseinandertreiben zu lassen, wobei wieder ein Dutzend Zuschauer verhaftet wurden. Jetzt mäßigte sich die aufgeregte Menge nicht länger und es erhob sich ein Tumult, wie ihn das gute Ravensburg selten erlebt hat. Immer neue Massen strömten herbei, es flogen, zuerst vereinzelt, dann massenhaft Steine gegen das Polizeilokal, man hob die Läden der Wachtstube aus, versuchte die Gitter des Arrestlokals abzufeilen, und so schwoll die Aufregung immer bedrohlicher an, bis endlich gegen 9 Uhr der Stadtvorstand ein letztes Mal die Leute aufforderte, auseinanderzugehen, sonst werde er Militär requirieren. Jetzt kannte die Wut der Menge keine Grenzen mehr, die Drohung mit dem Militär wurde mit Hurrah sbegrüßt und das Aergste stand zu fürchten. Da beschloß der Stadtvorstand, nachzugeben. Um 9¾ Uhr wurden die Verhafteten freigelassen. Jeder Einzelne wurde beim Heraustreten aus dem Wachtlokal stürmisch begrüßt. Die Polizei gab zuletzt sogar die Fahne wieder heraus und gegen Mitternacht herrschte wieder Ruhe in Ravensburg. Die Lokalblätter erklären sich außer Stande, zu beurteilen, ob die Rekruten sich wirklich so ungebührlich betragen haben, daß ein Einschreiten der Polizei notwendig war, jedenfalls äußern sie Zweifel, ob ein so schroffes Vorgehen notwendig gewesen sei. rheinländischer Erfinder. Aufgestellt von Hans Friedrich, Civil=Ingenieur und Patentanwalt in Düsseldorf, welcher den Abonnenten d. Bl. Auskünfte kostenlos erteilt. Anmeldungen: Dr. Ferd. Evers u. Komp. in Düsseldorf„Verfahren zur Herstellung eines Rostschutzmittels“. Erteilungen: F. E. Jagenberg in Düsseldorf„Vorrichtung zum Aufkleben der Spiegel oder Deckelbogen auf Schachteln oder Kisten". Gebrauchsmusterschutz=Erteilungen: Paul Fassunge in Düsseldorf„Kessel zum Lackkochen, bei welchem der kupferne Unterteil durch Schrauben an dem eisernen Oberteile befestigt ist".— F. Kraus in Neuß„Cntleerungsschieber an Schaufeln für Brennmaterialien 2c.".— C. B. Becker in Düsseldorf„Tisch, Stühle 2c., bei denen das Untergestell und die Lehnen aus aneinandergesetzten Eisenstäben bestehen." — August Waldmann in Düsseldorf„Eiserne Treppenwangen mit angesetzten Profilleisten aus Holz oder Eisen".— Gebr. Schweitzer in Düsseldorf„Eiserne Klammern mit unbiegbaren Lappen".— K. L. Schützesin Düsseldorf„Fraisen, zum abfraisen der Thürfüllungen 2c.".— W. Löker in Düsseldorf„Führungsvorrichtung für Sägen".— Herm. Röwer in Düsseldorf„Als Schraubenschlüssel, Rohrzange 2c. dienendes Werkzeug mit schwenkbarem Griff“. Privatdepeschen des Düsseld. Volksblattes. §† Amsterdam, Freitag, 20. April. Die Wahlcampagne für die Stichwahlen, die am 24 stattfinden sollen, ist eine heftige, 30 Stichwahlen sind erforderlich. †† Gent, Freitag, 20. April. Anseele forderte in einem Meeting die Arbeiter auf, am 1. Mai eine möglichst glänzende Kundaebung zu gunsten des Achtstundentages zu veranstalten und sich hinsichtlich der bevorstehenden Kammerwahlen zu organisieren. Auf seinen Antrag wird die kooperative socialistische Bäckerei den streikenden Ziegelbrennern in Boom Brot und Geld überweisen. KParis, Freitag, 20. April. Das auswärtige Amt bestätigt die Meldung über die Verhaftung des italienischen Generals Goffio und fügt hinzu, man habe ihn entlassen müssen, weil die Beweise seiner Schuldigkeit nicht überzeugend waren; andererseits dementiert das auswärtige Amt energisch die Meldung von der Verhaftung eines höheren deutschen Offiziers wegen Spionage. [:] Paris, Freitag, 20. April. Der Ministerrat genehmigte einen Beschluß, wonach das Gehalt des Erzbischofs von Lyon eingezogen und dessen Instruktion an den Klerus dem Staatsrat überwiesen und annulliert wird. Gegen die übrigen 14 Bischöfe werden später Maßregeln getroffen werden. In Gemäßheit des Gesetzes vom 8. August 1893 müssen alle in Frankreich domizilierten Fremden sich einer Anmeldung unterwerfen, worüber gegen Bezahlung eine Quittung ausgestellt wird. Bis jetzt hat der Staatsschatz 700000 Fres. für diese Quittungen einkassiert. Wien, Freitag, 28. April. Wie das„Neue Wiener Tagebl.“ aus Berlin erfahren haben will, soll im Laufe dieses Jahres noch eine weitere Zusammenkunft der Monarchen stattfinden, und zwar zur Wahrung der dynastischen Interessen gegenüber den Fortschritten, welche die anarchistischen und socialistischen Bestrebungen in verschiedenen Staaten machen. Tag und Ort der Zusammenkunft sollen dagegen noch nicht festgesetzt sein. □ Washington, Freitag, 20. April. In der Umgegend von Omala ist eine Sektion der industriellen Armee der Arbeitslosen angekommen. Dieselben wollen sich nach hier begeben, wo sie zu den anderen Sektionen, etwa 150 000 Mann stark stoßen wollen. Die Behörden weisen dieselben zurück, doch zeigen sich die Einwohner der Ortschaften, wo dieselben durchkommen, sehr gastfreundlich. Diese Arbeitslosen wollen am 1. Mai eine große Manifestation auf dem Capitol veranstalten. Sie werden von der Regierung fordern, daß sie während ihrer Anwesenheit in Washington auf Staatskosten ernährt werden. Die Manifestation bezweckt, von der Regierung zu fordern, daß die im Senate eingebrachten Projekte, 500 Millionen Dollars zu öffentlichen Arbeiten zu verwenden, so bald als möglich angenommen werden und jeder Arbeitslose für eine tägliche achtstündige Arbeitszeit anderthalb Dollar verdienen könne. Börse zu Amtlicher Preisbericht vom 19. Aprli 1894. Berechnung in Mark pro 1000 Kilo und wo nicht anders dem rkt, ab Werk. Engl. Bessemer= Eisen ab Verschiffungshaf.— Spanisch Bessemereisen Marke„Mudela“ cif. Rotterdam— Bessemer=Eisen— Thomaseisen frVerbrauchsstll. 47,00 Puddeleis. Luxmb. Qual. 37,00 Engl. Roheisen Nr. III ab Ruhrort. 55,00 Luxemb. Gießereieisen Nr. III. 43,00 Deutsches Gießereieisen Nr. I.„ 63,00 Deutsches Gießereieisen Nr. II.— Deutsches Gießereieisen Nr. III.„ 54.00 Deutsches Gießereieisen (Hämatit Nr. I.) 63,00 Spanisches Gießereieisen Hämatit Marte„Mudela", ab Ruhrort 69-70,00 D. Stabeisen Gewöhnliches Stabeisen 105-110,00 E. Bleche Gewöhnliche Bleche 129,00—135,00 Kesselbleche.. 150,00 165,00 Feinbleche. 125,00—135,00 F. Draht. Eisen=Walzdraht(Stiftdrahtqualität) 5,3mm und dicker— Stahlwalzdraht5, 55mm und dicker— abgesehen von der Kohle für A. Kohlen und Koks. M. I. Gas= und Flammkohlen Saskohlif Leuchtgasber 10—11,00 Generatorkohle 8,50— 9,50 Gasflammförderkohle 8,50- 9,50 II. Fettkohlen: Förderkohle 7,60— 8,50 beste melierte Kohlen, (Lokomotivkohle) 8,50— 9,50 Kokskohle 6,00— 7,00 III. Magere Kohlen: Förderkohle 7,00— 8,00 mel. Kohle, 8,00-10,00 Nußkohle KornII.(Anthr) 18-20,00 IV. Koks Gießerei=Koks Hochosen=Koks Nuß=Koks, gebr. V. Brikets B. Erze. Rohspath Geröst. Spatheisenstein Somorrostro f. o. b. Rotterbam Rassauisch. Rotheisenstein mit ca 50 pCt. Eisen Rasenerze franko C. Roheisen. Spiegeleisen Ia. 10—12 pCt. Mangan 52,00 Weißstrahliges Qual.=Puddel=Roheisen Rhein.=Westf. Mark. I. 47,00 Siegener„ 44,00 47,50-48,00 18,50—14,50 11,00 11,ö0—15,00 8,50—11,00 7,50— 7,80 10,50—11,00 8,50—9,00 Stahleisen Auf dem Kohlenmarkt hat, Industriezwecke, der Absatz der Jahreszeit entsprechend nachgelassen. Auf dem Eisenmarkt sind Preise weiter steigend und hält die vermehrte Nachfrage nach Fertigfabrikaten und Roheisen, letzteres für längere Termine, an. Nächste Börse am Freitag 4. Mai 1894. Die Börsen=Kommission. Neuß, 20. April.(Telegr.) Weizen, kleiner 14,90, engl. Sorte 1. Qual. 14,40, 2. Qual. 13,90. Roggen, 1. O, 12,00, 2. Qual. 11,00. Hafer 15,50. Raps 1. Qual. 00,00. 2° Qual. 00,00. Aveel(Rübsen) 00,00, Kartoffeln 4,00 per 100 Ko. Heu 60,—. Roggenstroh 26,00, Weizenstroh 00,00 per 500 Ko. Rüböl per 100 Ko. 47,00, Rüböl faßweise 48,50, Preßkuchen, 1000 Ko. 108,00. Kleien per 50 Kilo. 5,20 Köln. 19. April.. Weizen ohne Sack die 100 Kilo vorrätig hiesiger alter M. 15,00—16,00 B., letztjähriger 14,00—14,25 B., fremder 15,50—17,00 B. Roggen ohne Sack die 100 Kilo vorrätig hiesiger M. 12,25—13,00 B., fremder 14,00—16,00 B. Hafer ohne Sack die 100 Kilo hiesiger M. 15,25—16,00 B,. fremder 14,75—16,00 B. Landmarkt: Keine Zufuhr. Düsseldorf, 20. April. Rheinst. 1,18+ 0,04. Wind NOTherm.+ 8. Barom. 28—2. Mannh., 19.April. 2,64+ 0,07 Mainz, 19. April. 0,44— 0,06 Bingen, 19. April. 1,14+ 0,05 Caub, 19. April. 1,30+ 0,06 Coblenz, 19. April. 1,55+ 0,05 Trier, 19. April. 0,55— 0,01 Köln, 19. April. 1,22+ 0,07 Ruhrort, 19. April. 0,60— 0,02 B. Meising, Weinstube, 31 Elisabethstrasse 81. Ananas- und Mai-Bowle, Vino d’Asti, sitalienischer süsser Most). Garten-Lokal. 372 Bekanntmachung. Bekanntmachung. In unser Gesellschafts=Register wurde heute Nr. 1712 eingetragen die Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Firma„Piedboeuf'scher Grundbesitz, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, mit dem Sitze in Düsseldorf. Die Gesellschaft wurde errichtet durch notariellen Gesellschafts=Vertrag vom 19. Februar 1894. Gegenstand des Unternehmens ist die Verwertung des J. P. Piedboeuf'schen Grundbesitzes in Düsseldorf und Aachen, durch Parzelierung, Bebauung, Veräußeung, überhaupt auf jede mögliche und angmessene Weise, nicht minder Ankauf und Verkauf von weiteren Grundstücken, Ausleihen und Aufnahme von Kapitalien und Abschluß von Rechtsgeschäften aller Art, welche zur Erreichung des Gesellschaftszweckes dienlich erscheinen mögen. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 2,880,000 Mark. Zur Deckung des gesamten Stammkapitals bringen die Gesellschafter als Einlagen gemeinsam in die Gesellschaft ein die ihnen allen gemeinsam zugehörigen in Aachen und Düsseldorf gelegenen Grundstücke nebst An= und Zubehör in obigem Werte. Hieran sind beteiligt mit einem Betrage von je 480 000 Mark: Eugen Piedboeuf, Gustav Piedboeuf und Ehefrau Gustav Talbot in Aachen, Ehefrau Jean Henri Regnier zu Charlesec in Belgien und Ehefrau August Puissant zu Merbes le Château in Belgien, mit einem Betrage von je 60 000 Mark Ehefrau Wilhelm Lohe, Paul Piedboeuf, Helene Pied boeuf und die Minderjährigen Louis, Adrian, Maria, Oetavie und Engenie Piedboeuf, alle zu Düsseldorf. Zu Geschäftsführern sind ernannt: Fabritant Engen Piedboeuf in Aachen und Direktor Friedrich Schmitz in Düsseldorf. Die Zeichnung gefchieht in der Weise, daß beide Geschäftsührer zu der Firma der Gesellchaft ihre Namensunterschrift beiügen. Engen Piedboeuf steht edoch als Geschäftsführer auch allein das Recht zu, die Firma der Gesellschaft durch eigenhändige Beifügung nur seines Namens rechtsverbindlich zu zeichnen. Die öffentlichen Bekanntmachunen der Gesellschaft erfolgen aushließlich im Deutschen Reichsauzeiger. Düsseldorf, den 16. April 1894. Königl. Amtsgericht. Bekanntmachung. Unter Nr. 3368 unseres FirmenRegisters, woselbst vermerkt steht die Firma„Josef Bastin Nachf., Inh. G. Weber“ und als deren Inhaber der Kaufmann Gustav Weber hierselbst, wurde heute eingetragen: „Die Firma ist geändert in G. Weber“. Diese Firma wurde heute unter Nr. 3380 des Firmen= Registers eingetragen. Düsseldorf, den 14. April 1894. Königl. Amtsgericht. Bekänntmachung. In unser Gesellschafts=Register wurde heute unter Nr. 1639, woselbst vermerkt steht die offene Handels=Gesellschaft in Firma: „Kölner Transport= Gesellschaft Giesler& Ellerhorst" mit dem Sitze der Hauptniederlassung in Köln und einer Zweigniederlassung in Düsseldorf, Folgendes eingetragen: Die Gesellschaft ist durch gegenseitige Uebereinkunft aufgelöst. Der Kaufmann Rudolf Giesler in Köln setzt das Handels=Geschäft unter unveränderter Firma fort. Die Firma ist nunmehr unter Nr. 3379 des Firmen=Registers eingetragen. Düsseldorf, den 13. April 1894. Königl. Amtsgericht. Bekanntmachung. Unter Nr. 3355 unseres FirmenRegisters, woselbst eingetragen steht die Firma„S. Oßwald, WarenKredit- Weimatt.“ eine Zweigniederlassung der in Leipzig bestehenden Hauptniederlassung, und als deren Inhaber der Kaufmann Oowald Sklarek in Düsseldorf, wurde heute Folgendes vermerkt: Das Handels=Geschäft der Zweigniederlassung Düsseldorf ist durch Vertrag auf den Kaufmann Jaques Eklarek zu Düsseldorf übergegangen, welcher dasselbe unter unveränderter Firma als selbstständiges Handels-Geschäft fortist nunmehr unter Nr. 3381 des Kirmen=Registers Düsseldorf, den 14. April 1894. Königl. Amtsgericht. Eintragungen in das Handelsregister. Eheverträge: Alfred Winckler, Prokurist und Emilie Muffat, beide hier, völlige Gütertrennung. Moses Emanuel, gen. Moritz Haas, Kaufmann hier und Therese, genannt Rosa Feldmeier, zu Offenbach a. M., völlige Gütertrennung. Unter Nr. 1713 unseres Gesell schafts=Registers wurde heute eingetragen die Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Firma„Oberbilker Blechwalzwerk, Gesellschaft mit beschränkter Haftung" mit dem Sitze in Oberbilk=Düsseldorf. Die Gesellschaft wurde errichtet durch notariellen Vertrag vom19. Februar 1894. Gegenstand des Unternehmens ist die Fortführung des bisher unter der Firma:„Piedboeuf Dawans& Comp." betriebenen Blechwalzwerks, welches sich mit der Bearbeitung und Verarbeitung von Eisen und Stahl befaßt. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 840000 Mark. Die Gesellschafter bringen zur Deckung des ganzen Stammkapitals als Einlagen ein das gesamte bewegliche u. unbewegliche Vermögen Aktiven und Passiven der bisherigen Firma Piedboenf, Dawans & Comp. Hieran sind beteiligt mit einem Betrage von je 210000 Mark: Engen und Gustav Piedboeuf in Aachen mit einem Betrage von je 70000 Mark Wwe. Jean Lonis Piedboeuf in Düsseldorf, Ehefrau Gustav Talbot in Aachen, Ehefrau Jean Henri Regnier zu Charlesec in Belgien und Ehefrau August Puissant zu Merbes le Château in Belgien mit einem Betrage von je 17500 Mark, Ehefrau Wilhelm Lohe, Paul Piedboeuf, Helene Piedboenf und die Minderjährigen Louis, Adrien, Maria, Octavie und Engenie Piedboeuf, alle in Düsseldorf. Als Geschäftsführer sind bestellt: die Fabrikanten Engen u. Gustab Piedboeuf zu Aachen und zum stellvertretenden Geschäftsführer: Direktor Gustav Vehling in Düsseldorf. Die rechtsverbindliche Zeichnung für die Gesellschaft geschieht, indem der vorgeschriebenen oder vorge druckten Firma die Namen von zwei Geschäftsführern oder einem Geschäftsführer und einem stellvertretenden Geschäftsführer oder einem stellvertretendem Geschäftsführer und einem Prokuristen eigen händig beigefügt werden. Solange die Fabrikanten Eugen und Gustav Piedboeuf in Aachen Geschäftsführer sind, steht jedem Einzelnen das Recht zu, die Firma durch eigenhändige Beifügung nur seines Namens rechtsverbindlich zu zeichnen. Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen ausschließlich im Deutschen Reichsanzeiger. In unser Prokuren= Register wurde heute unter Nr. 1112 ein getragen die von vorstehend genannter Gesellschaft dem Bureau Chef Peter Joseph Brüll zu Düsseldorf erteilte Prokura. Derselbe ist nur in Gemeinschaft mit dem stellvertretenden Geschäftsführer der Gesellschaft, Direktor Gustav Vehling hier, zur Zeichnung der Firma berechtigt. Düsseldorf, den 16. April 1894. Königl. Amtsgericht. In unser Gesellschofts=Register wurde heute unter Nr. 73, woselbst vermerkt steht die offene HandelsGesellschaft in Firma„Piedboeuf, Dawans& Comp,“ hier Folgendes eingetragen: „Die Gesellschaft ist durch notariellen Vertrag vom 19. Februar 1894 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung unter der Firma „Oberbilker Blechwalzwerk, Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ umgewandelt. Vergleiche Nr. 1713 des GesellschaftsRegisters". Unter Nr. 185 und 568 unseres Prokuren=Registers, woselbst noch vermerkt steht die dem Kaufmann Johann Lonis Piedboeuf zu Düsseldorf, bezw. dem FranzErnst, Rentner in Delden, Gemeinde Henri=Chapelle in Belgien für Gesellschaft in Firma„Piedboeuf, Dawaus& Comp." erteilte Prokura wurde heute eingetragen: Die Prokura ist erloschen". Düsseldorf, den 16. April 1894. Königl. Amtsgericht. Junger Kaufmann, der auf bautechnischem Gediete einigermaßen bewandert dauernde Austelung. Angebote nebst entprechenden Angaben über seitherige Thätigkeit, Alter etc. an G. T. Daube& Cie. in Köln sub L. M. 6702. Trauringe, zu allen Preisen stets vorrätig bei GottfriedBollig, Hofjuwelier, 932 23 Mittelstrasse 23. 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Rasenmäher, 10" Schnittbreite, schon von M. 21.— an. Das Schleifen der Messer sowie Reparaturen werden schnellstens besorgt. Rasensprenger, 8 ganz neues System, dessen Vorzüge überraschend und von keiner eren Konstruktion erreicht sind, 695 möglichst mit Fischerei verbunden, von 50 bis 100 Morgen in der Nähe einer größeren Stadt zu pachten, event. zu kaufen gesucht, per Herbst ds. Is. oder per Frühjahr 1895, welches sich für Milchwirtschaft eignet. Gefl. Offerten unter R. L. 691 an die Eped. d. Blattes. 663 760 I. Limmer Rheinstrasse 8. Gegenüber den umlaufenden Gerüchten, als ob infolge des mich betroffenen grossen Brandunglückes der Betrieb meines Engros- und LadenGeschäftes für längere Zeit gestört sei, teile ich meiner verehrlichen Kundschaft hierdurch mit, dass mein Engros-Geschäft außer dem Tage des Brandes überhaupt nicht gestört gewesen ist und dass mein Tadengeschäft Kaiser282 heute Freitag, den 20. April cr. wieder eröffnet ist. Mein Ladenlokal musste 3 Tage geschlossen bleiben, weil sämtliche darin befindlichen Vorräte, obschon dieselben durch den Brand nicht beschädigt waren, durch frische Waren ersetzt worden sind. Heinrich Jürgens, Kaiserstraße 28a. Immobilar-Verkauf. In der Teilungssache der Witwe und Kinder des hierselbst verlebten Kaufmanns Joseph Piever wird der unterzeichnete Notar am Montag, den 23. April 1894, nachmittags 4 Uhr, in dem Lokale des Restaurateurs August Blüm, Alleestraße Nr. 33 hierselbst, das zur Teilungsmasse gehörige, zu Düsseldorf, Gemeinde gleichen Namens, an der Neustraße gelegene Grundstück Flur I, Parzellennummer 2239/735 pp., zur Größe von 78 Meter nebst aufstehendem, mit der Nr. 39 bezeichneten Wohnhause mit Anbau und allem An= und Zubehör, taxiert zu 36,000 Mark, öffentlich zum Verkaufe ausstellen und bei Erreichung oder Uebersteigung der vorbesagten Taxe dem Letztbietenden zuschlagen. Die Bedingungen sind anf der Amtsstube des Unterzeichneten zu erfahren. Goldmark. R. Wagner. C. Saint-Saëns. D. Popper. Frz. Liszt. Städtische Tonhalle, Kaisersaal. Freitar. den 20. April 1894, abends 7½ Uhr GROSSES Konzert des Laube-Orchesters (vom Konzerthaus in Hamburg), bestehend aus 50 Künstlern, unter persönl. Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Julius Laube. Programm: 1. Im Frühling, Ouverture 2. Trauermarsch beim Tode Siegfrieds 3.a. Le Cygne, Melodie) für Violonb. Papillon celle vorgetragen von Herrn Willem Engel. 4. Polonaise II(E-dur) 5. Ouverture Nr. III zu Leonore.... L. v. Beethoven. 6. Faust-Fantasie für Violine.... P. de Sarasate, vorgetragen von Hrn. Konzertmeister H. Irmer. 7. Blumengeflüster, Intermezzo... Frz. v. Blom. 8. 3 Orchester-Stücke aus der Musik zu„Sigurd Jorsalfar“..... Edv. Grieg. a. Vorspiel in der Königshalle, b. Intermezzo (Borghilds Traum), c. Huldigungsmarsch. 9. Vorspiel und Isoldens Liebestod aus„Tristan und Isolde“...... R. Wagner. 10. Carneral russe für Flöte..... Ciardi, vorgetragen von Herrn Ad. Buchheim. 11. Sérénade rococo für Streich-Orchester Meyer-Helmund 12. Märchen aus dem Orient, Walzer.. Joh. Strauss. Das Konzert findet bei Restauration statt. Eintrittskarten für Saal und Galerie kosten: M. 1,25 Pfg. an der Kasse, M. 1,— im Vorverkauf bei Bayrhoffer Nchf. A. Bock Hofmusikalien-Handlung, Bazarstrasse 5. 598 Oberbilk. Sonntag, den 22. April 1894 feiert der St. Josephs=Verein im Saale des Herrn Kaus sein diesjähriges Titular-Fest durch theatralisch-musikalische Unterhaltung. Progamm. 1. Der Franktireur, Kriegsbild von Rud. Rehrle. 2. Komische Gerichtsscenen. 3. Darstellung zahlreicher Schatten= und Nebelbilder. Nur Mitglieder des Vereins nebst deren Familienangehörigen haben Zutritt, Letzere gegen Eintrittsgeld à Person 20 Pfg. Anfang 7 Uhr. Anfang 7 Uhr. 708— Der Vorstand. Bolkerstr. 49. Kommunion-Stiefel 8 und sonstige gute Schuhwaren jeder Art, meistens selbstverfertigte Arbeit, zu herabgesetzten Preisenbei Arnold Gehlen, Bolkerstr. 49 Motto: Wer Varenkamp's Hammelfleisch lange ißt, wird alt. Hammelfleisch ist bekanntlich das nahrhafteste Fleisch von allen Fleischsorten, leicht zu verdauen und laut Analyse des Herrn Dr. Loock enthält es die meisten Nährstoffe. Ia. Qualität Hammelbollen, rund, fleischig und mager, la.Hammelrücken für Gesellschaften 2c. bestens zu empfehlen. Die so beliebten Hammelkoteletts kann ich mit Recht als hochfein empfehlen. NB. Die fetten Hammelbollen, welche in hiesigen Geschäften zu billigeren Preisen angeboten werden, kann ich für meine Kundschaft nicht führen. Es kommen in meinen Geschäften nur Ia. Qualität Hammel und Lämmer zur Schlachtung. F. Varenkamp, Hammelschlachterei, Markt. Telephon 703 und 704. Markt. Eigene Schäfereien und Viehweiden. Nachweislich großte Hammel=Schlachterei Rheinlands und Westfalens. 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Schmidt, Alexanderstrasse 17 und Aloys Schugt, Bastionsstrasse 14. XXXXXXXXXXXXXXXXXXXI Einfaches Fräulein sucht Stelle bei einzelner Dame oder kleiner Familie. Dieselbe ist auch im Vorlesen geübt und im Nähen bewandert. Ansprüche bescheiden, event. wird Lohn nicht beansprucht, Offerten unter G. 692 an die Exped. dieses Blattes. 652 Lehrmädchen. Für ein junges Mädchen von 16 Jahren mit guter Schulbildung wird in gut kath. Hause am Niederrhein eine Lehrstelle in einem Kurzund Weißwaren=Geschäft baldigst gesucht. Gefl. Anerbieten mit Bedingungen erbitte unt. A. Z. 693 an die Exp. dieses Blattes. 677 Tüchtiges Mädchen, welches selbständig in Küche, sowie in a Hausarbeitgründlich bewandert ist, ges. H. Lenaerts, Schadowstr. 31. Ein tüchtiger erster 669 Bäcker=Geselle auf sofort gesucht. Gerresheim, Bahnstraße 124. Braves katholisches Mädchen 676 sucht Stelle, am liebsten aufs Land. Gute Zeugnisse. Stoffeln 12. Ein kath. Wirt, 29 Jahre salt, Inhaber einer flotten Schenkwirtschaft, wünschtzwecks baldiger Verheiratung mit einem kath. häuslich erzogenen Mädchen von heiterem Wesen, welches Sinn für Geschäft und größeren Haushalt hat, in Verbindung zu treten. Nichtanonyme Offerten, wenn möglich mit Photographie, erbitte unter N. N. 695 an die Expedition dieses BlStrengste Diskretion zugesichert Heirat. Geschäftsmann, Mitte der 20r J., kath. u. vermögend, wünscht die Bekanntschaft einer bürgerl.gutsituiert. Dame. Ernstgemeinte Off. u. K.W. 694 mit Angabe der Verhältnisse bis 24. d. M. an die Exp. d. Bl. erbeten. Strengste Verschwiegenh zugesichert geht’s zum Nordpol. XXXXXXXXXXXXXXXXXXXI An der Königs-Allee, Thalstr., Düsseldorf. Vorläufige Anzeige. Den hochgeehrten Einwohnern der Stadt Düsseldorf und Umgegend zur gefälligen Nachricht, daß in den nächsten Tagen das weltberühmte, einzig in seiner Art existierende Continental Eden-Theater, Direktion: F. W. B. Schenk, gegenwärtig und seit zwet Monaten unter beispiellosen Erfolgen in Hannover mit seinem gesamten Fundus an Dekorationen, Maschinerien, Requisiten sowie Künstler und Künstlerinnen allerersten Ranges hier eintrifft und in den eigens hierzu von Herrn Zimmermeister Langhain errichteten, ca. 2000 Personen fassenden Amphi-Theater-Bau an der Königs=Allee Thalstraße einen Cyklus von Gala- und Monstre-Vorstellungen arrangiert. Das ungemein reichhaltige Repertoir des mit fremdartiger ausgestatteten umfaßt das Gesamtgebiet des Mystischen u. Wunderbaren, viele in Düsseldorf nie gesehene unnachahmbare Sensations=Darstellungen des anertannt hervorragendsten Escamoteurs der Gegenwart, Direktor B. Schenk, als z. B.:„Hydrea!!“, der im Wasser schwimmende lebende Menschenkopf,„Die schwarze Braut“,„Eine Reise durch das Unmögliche“,„Abdul-Al-HakHamid- Mysterien“,„Das fidele Gefängnis“, sowie auch Prachtvolle Scenerien, Hydraulische Feerien in märchenhafter Ausstattung und neu kombinierten Bühneneffekten. Original=Riesen=Schatten=Phantome. Clairette Guilbert's Serpentin-Spiegeltanz. Rätselhofte Luftwandlerin„Miss Edith“. Die lebende Metamorphose„Mauriee Lebrun“. Schönheits=Galerie. Diabolische u. Geister- Pan-,Tableaux vivants de 30 Dames tomimen. Excursionen vermittelst BlitzZug um die Erde. Engl. Kolibri-Theater. Monsieur Lepères Globe mysterieuse. Gigantic fairy fountains in nie gesehener Vollendung. Alles dies wird überall das allseitige Interesse eines großen Publikums hervorrufen. Dekorationen des Eden-Theaters sind in künstlerischer Ausführung aus dem Atelier des Kaiserlichen Marien=Theaters St. Petersburg. Orientalische Ausstattung von Malakow in Tiflis. Das Eden-Theater ist vollständig elektrisch beleuchtet von cirka 300 Glüh= und Bogenlampen. Die komplette elektrische Anlage von der Firma Julius Kalb u. Cie., Düsseldorf, Vertreter der Aachener Elektricitätswerke. Hannover, im April 1894. Hochachtungsvoll Direktor B. Schenk, Eigentümer und Direktor des stabilen Eden=Theaters, Nischuy=Nowgorod(Rußland). Ein ordentlicher kräftiger von 16—17 Jahren, mit guten Zeugnissen, kann sofort eintreten. kost und Logis im Hause. Volkerstraße 46. EEine brave katholische on zur Aushülfe auf 6 bis 8 Wochen gesucht. Selbige muß die Hausarbeit u. den Laden besorgen können. Antritt 15. Mai. Näheres Ackerstraße 209. Es ompfiehlt sich nicht für eine schlechte Sache Reklame zu machen. Wer aber eine gute Sache vertritt, der braucht sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Meine erst seit kurzer Zeit bestehende Firma „Zum Prophet“ ist allgemein als reelle und leistungsfähige Bezugsquelle für elegante Herren- und Knaben-Garderoben fertig, und nach Maß, bekannt, aber nicht genügend ist bekannt, daß die Firma ein Lager unterhält, wie es nur ein Geschaft I. Ranges vermag, und darf ich ohne jede Ueberhebung behaupten, daß ich von keinem Geschäfte in dieser Brauche zu übertreffen bin. Billige, geringwertige Waren zum Verkauf zu bringen, ist keine das kann, der nicht auf feste Kundschaft rechnet. Meinem Geschäftsgrundsatz:„Nur gute Waren mit mäßigem Nutzen zum Verkauf zu bringen, habe ich meine Erfolge hier und auswärts zu verdanken und werde auch ferner daran festhalten, um mir das Wohlwollen meiner werten Kundschaft zu erhalten. Trotz der billigen Preise erhält jeder Kunde nur gute „Prophet" verkanft trotz der bisher billigen Preise von verarbeitete Garderoben. hente ab: Der Kommunikanten-Anzüge M. 9. 10, 12, 15, 19, 22, 25. Eleg. 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