Neue Politisches, Unterhaltungs= und Anzeige=Blatt. Bammnamaammamnnmamtata Nro. 289. Montaa den 18. October. 1824. Politische Zeitgeschichte. Preußen. Düsseldorf, vom 1. October. Se. Kön. Hoh. der Prinz Friedrich der Niederlande ist diesen Morgen früh nach den Niederlanden hier durchpassirt. Coblenz, vom 15. Okt. Für nächsten Sønntag Abend ist die erfreuliche Ankunft des hochwürdigsten Bischofs von Trier in hiesiger Stadt angekündigt. Derselbe wird sodann Montag und Dienstag(den 18. und 19. d. M.) in Ehrenbreitstein; Mittwoch und Dönnerstag(20. und 21. d. M.) in Coblenz und Freitag(22. d. M.) in En= gers den heil. Act der Firmelung verrichten. Frankreich. Paris, vom 12. October. Man versichert, die spanische Regierung habe von der französischen die Verlängerung des Aufenthalts der französischen Truppen auf der Halbinsel auf 6 Monat nach dem 1. Januar, die nach dem letzten Vertrage festgesetzte Epoche, begehrt. — Die liberalen Blätter haben den pomphaft verkündeten Hausfrieden nur kurze Zeit gehalten. Jetzt keifen und brummen sie wieder über Alles, wie böse Weiber. Das Ministerium ist das Ziel von Amtswegen ihrer derben Ausfälle. Ihre pikanten Redensarten finden Leser und bilden eben dergleichen Gesinnungen. Hörte man dieselben nicht, so würde sich der Geschmack daran nach und nach verlieren. In solchen Hetzereien beruht eben so wenig die wahre Staatswohlfahrt als die Gesundheit des Leibes in Bewegungen, welche gallichte Ergießungen und saure Blähungen in demselben erzeugen. In den Reihen der Oppositions=Zeitungen stehen jetzt: das Journal de Commerce, der Courier, der Constitutionnel und der Pilote. Wer Gefallen daran hat, kann die insolentesten Ausbrüche(z. B. die Anforderung an den König, die alten verbannten Königsmörder zu begnadigen, weil er selbst doch wisse, wie eine Verbannung aus dem glückseligen Frankreich schmerzte) im Journal de Commerce finden. Daß diese Fahne unter der Firma des Handels, dieses Großlieferanten der menschlichen Gesellschaft gezwungen wird, ist mit einem Rückblicke auf seine allmächtige Mutter Britannia nicht bedeutungslos. — 5 pCt. Cons. 102 Fr. 50 Ct.; Bankactien 1970 Fr. Spanien. Schluß des gestern abgebrochenen Privatschreibens von der spanischen Grenze vom 29. Sept.: » Man könnte hingegen einwerfen, daß die Verhaftungen solcher Personen als Ofalia, Santa=Cruz, St. Marg und andere ähnliche nur einer Hofcabale zuzuschreiben waren; allein wäre es möglich, daß so wichtige Maaßregeln nur diesem Wege zugeschrieben werden könnten?— Ist hier aber mehr als Hofcabale vorhanden, welche Folgen müssen denn aus dem ganzen, sich immer mehr verwirrenden Zustand entstehen!— Die französischen Truppen haben die festen Plätze Spaniens besetzt, weil ihr Chef angefangen hat einzusehen, daß eine weise Vorsicht auf unerwartete Fälle unumgänglich nothwendig geworden ist. Dieser Umstand wird täglich von größerer Bedeutung, denn er reihet sich an die Bemerkung, ob die Vorsicht nicht noch vermehrt werden müsse, und wann das Ende der Occupation abzusehen seyn wird. In Beziehung auf den ersten Punkt vernimmt man, daß schon die Rede von der Verproviantirung mehrerer Festungen ist, welches denn allerdings auf sehr ernste Absichten hindeuten würde; und in Betreff des zweiten scheint eine gewisse Verlegenheit einzutreten, welche zu lösen sehr schwierig seyn mögte. „Spanische Reisende erzählen uns, daß die Verhältnisse zwischen den französischen Offizieren und den spanischen Autoritäten immer zurückgezogener werden, und daß es wegen der Lieferung der Lebensmittel oft zu sehr bedeutungsvollen Scenen kommt. Wenn die letztern den ihnen vorgeschriebenen Verbindlichkeiten nicht nachkommen, so entschuldigen sie sich mit dem Ausbleiben der ihnen versprochenen Geldmittel, und wenn die erstern dann sich zur eigenen Erhaltung gezwungen seyen, provisorisch zu nehmen, wo die nothwendigen Bedürfnisse zu finden sind, so bedarf es zur Aufrechthaltung der Ruhe der strengsten Maaßregeln. Die Reisenden selbst machen kein Hehl daraus, daß sie Spanien nur verlassen, um furchtbaren Katastrophen in ihrem eigenen Vaterlande aus dem Wege zu gehen. „ Man hat gesucht, den Klagen über den traurigen Zustand der Finanzen dadurch zu begegnen, daß man einwandte, dieser Zustand müsse doch nicht so ganz schlimm seyn, weil die Maschine doch bis jetzt noch nicht gestockt habe; allein die Folgen fangen an, sich in wirklicher Furchtbarkeit zu zeigen, weil bei der eingetretenen Theurung aller Lebensmittel und den un= bezahlten Forderungen der Entrepreneurs für die Lieferungen an die Franzosen keine Unternehmer mehr zu finden sind. Das System der Ausschreibungen ist nicht durchzuführen gewesen, weil man nicht so viel finden konnte, als man bedurfte. Und dennoch müssen unsere Soldaten leben! Wohin wird ein solcher Zustand fülren? Wo wird man die Köpfe finden, welche mit Sicherheit die Mittel ergreifen können und ergreifen dürfen, um aus diesem Labyrinth den sichern Weg zu finden:— Als unsere Truppen vor 18 Monaten die Bidassoa passirten, war die jetzige Verwickelung der Umstände wahrscheinlich ausser der Berechnung. Ist der Wunsch nicht natürlich, sie erst wieder alle diesseits dieses Flusses zu sehen?a — Die Gacetta de Madrid kündet den Tod Iturbide's mit nachfolgenden Bemerkungen begleiter an: » Betrachten wir, wie die göttliche Vorsehung die Verbrecher ihre Frevel an dem Orte selbst büßen läßt, wo sie selbige begiengen. Mina, O'donojhu und der Verräther Jguela nahmen ein eben so unglückliches En= de als Iturbide. Riego erhielt seine Strafe in eben der Hauptstadt, die es ansah, welchen Ausschweifungen er sich früher überließ. Die Meinung derjenigen, welche glaubten, Iturbide handle nach den Befehlen des spanischen Monarchen war eben so befremdlich als alle die Gedanken, welche aus den»radikalen- und»liheralen- Köpfen entspringen. Nie hat Ferdinand VII. so beschämende Hülfsmittel ergriffen; nie hat er die Hand eines Schuldigen gebraucht, selbst nicht um Gutes zu thun. Miszellen. (Aachen, vom 15. Okt.) Gestern Mittags traf die berühmte tragische Künstlerin Mlle. Georges, in Begleitung einiger französischer Schauspieler hier ein, und gab uns noch am nämlichen Abende eine Vorstellung der Semiramis. Gestalt, Haltung und Anzug war der stolzen Weltherrscherin würdig, das Hochtragische ihres Spiels, die vollendete Kunst jedes einzelnen Moments ward von den anwesenden Zuhörern mit lebhaftem Beifall gewürdigt; nur wird dem deutschen Ohre die französische Manier, das Drama vorzutragen, fast beschwerlich, besonders wenn nicht überwie= gendes Talent das Gemüth zur höheren Tragödie hinaufschwingt und minder bedeutende Nebendinge vergessen macht. Hätten wir immer nur die große Künstlerin gesehen und ihre Worte gehört, so wäre unser Genuß rein und hochbelohnend gewesen; aus dem Munde ihrer Begleiter erschien uns die schreiende, zitternd-gedehnte, zuweilen gar(wie z. B. bei dem gezogenen mais) mäckernde Sprache des franz. Drama eine Ueberladung und Karikatur. Die zu kurz vorher geschehene Bekanntmachung war gewiß Ursache eines minder zahlreichen Besuches, als man im Allgemeinen erwartet haben mogte. Mlle, Georges wird heute Abend als Fredegonde auftreten und am Sonntag Abend ihre letzte hiesige Vorstellung geben. Jn London hat sich eine Gesellschaft gebildet, um die Dampfwagen in Aufnahme zu bringen. Ihr Kapital ist auf 200,000 Pf. Sterl. in Aktien von 10 Pf. festgesetzt worden. Von diesem wird nur der zehnte Theil baar geschossen, das Uebrige aber erst dann bezahlt, wenn der Erfinder mit einem Dampfwagen von London nach Vork gefahren seyn, und in jeder Stunde 19 englische Meilen zurück gelegt haben wird. In Südcarolina(Vereinigte Staaten) steht an dem Ufer des Flusses Broad-River, unweit des Sees Howell, ein Maulbeerbaum, den wohl schwerlich irgend ein anderer Baum von Nordamerika an Dicke übertreffen mögte. Er mißt nicht weniger als 72 Fuß im Umfang, ist aber hohl, und in dem innern Raum, der 18 Fuß im Durchmesser hat, können 7 Reiter zu Pferde stehen. Mehrere amerikanische Familien sollen, wie eine Sage geht, während des Unabhängigkeitskrieges in diesem Waldpatriarchen Zuflucht gefunden haben. Redakteur L. Lensch. Civilstand der Stadt und Gemeinde Düsseldorf. Geburten. Den 4. Okt. Elisab. Wilhelmine, T. des Partikuliers Franz Wolfgang Peter Marie Jos. Gab. v. Pfundner und der Marie Anne Krumm, Ddorf.— Den 6. Wilhelm, S. des Handelsmanns Joh. Reusch und der Anne Gert. Nelles, Reustadt.— Den 8. Marie Luise, T. des Bedienten Joh. Friedr. Thal, Ddorf.; Heinr. Wilh., S. des Schuhmachermeisters Joh. Wilh. Krings und der Anne Marie Korstick, Ddorf.; Joh. Bern., S. des Gärtners Joseph Hausmann und der Gert. Nolden, Bilk.— Den 9. Herm. Jps., S. des Faßbinders Jakob Jungbluth und der Cath. Gert. Fasbender, Ddorf.; Nicola Hubert, S. des Invaliden Christian Bitter und der An. Christine Tönnes, Ddorf.; Ferdin. Heinr. Philipp, S. des Posamentiers Heinr. Berghausen und der Anne Cath. Fillmich, Ddorf.; Josephe Elis., T, des Schuhmachers Carl Uhrlettig und der Christ. Pfalzgräber, Ddorf.; Carl Christian Fried., S. des ObersteuerControleurs Fried. Hoff und der Agnes Gyr, Ddorf.— Den 11. Friedr. Wilhelm, S. des Unteroffiziers beim 5. Ulanen=Regiment Joh. Klug und der Elisab. Neustadt.— Den 12. Sibille, T. des Ackersmanns Mich. Brauns und der Mar. Cath. Dübbers, Mörschenbroich; Mathias Jos., S. des Bäckers Heinr. Blumenkamp und der Elisab. Giggenbach, Ddorf.; Emil, S. des Kaufmanns Aaron Abrah. Cohen und der Reaine Meyer, Ddorf.; Leopold, S. des Gärtners Leop. Schmitz und der Elis. Münzfeld, Oberbur— Den 13. Jakob Wilhelm, S. des Kleidermachers August Braß und der Cath. Hamacher, Ddorf.; Friedrich Helvetius, S. des Herrn Reichsgrafen Friedrich Carl Emil zu Dohna, General=Major, und der Clare Sophie Juliane von Scharnhorst, Pempelfort; Maximilian Joseph, S. des Kleidermachers Joseph Röbers und der Odilie Cönenberg, Hamm; Peter Heinrich, S. des Chirurgs Johann Müller und der Catharine Dellen, Ddorf.; Mathias, S. des Taglöhners Joh. Christian Schäfer und der Catharine Schmitz, Oberbilk. Total 20. Heirathen. Den 11. Oktober. Der Regiments=Tambour bei'm Königl. 10. Infant. Regiment Joh. Gottlieb Fuhrmann mit Caroline Josephe Gillmann von hier.— Den 14. der Färber Joseph Breuer aus Kleinenbroich, mit Mar. Cath. Hupperling aus Corschenbroich. Total 2. Sterbfälle. Den 8. Oktober. Der Wittwer Mathias Andree, Küster bei dem S. Huberts=Spital, alt 83 J.(Altersschwäche) Neustadt.— Den 9. der Ulan Heinrich Kovermann, alt 22 J.(Nervenfieber) Neustadt; die Wittwe Christine Cürten, alt 70 J.(hitziges Fieber) Derehdorf.— Den 10. ein todtgebornes Kind des Anton Küster, Derendorf; Peter von der Wippel, alt 4 Wochen,(Folgen des Durchfalls) Ddorf.— Den 11. Christine Meyer, Ehegattin des Schuhmachers Leopold Hahn, alt 44 J.(Schwindsucht) Ddorf.— Den 15. der Kaufmann Arnold Overhoff, alt 55 J.(Stickfluß) Ddorf.; Luise Hubertine Fischer, alt 8 M.(Folgen einer Hirnentzündung) Pempelfort; Marie Christine Pütz, alt 3 W.(unbestimmt) Mörschenbroich.— Den 14. Joh. Clemens Cremer, alt 4 J.(unbestimmt) Volmerswerth; Julie Seingry, alt 48 J.(Nervenfieber) Neustadt; Joh. Bern. Hausmann, alt 7 T.(unbestimmt) Bilk.— Den 15. Der Gärtner Egidius Heins, alt 82 J.(Altersschwäche) Derendorf; Anton Joseph Delny, alr 14 M.(Gehirnwassersucht) Neustadt. Total 14. Anzeigen. Bekanntmachung. Nach einer höhern Bestimmung bedürfen Personen, welche ein stehendes Gewerbe treiben, dessen Betriebsamt nach Landesgebrauch es mit sich bringt, unbestellte Arbeit in der Umgegend ihres Wohnortes zu suchen, als Glaser, Schornsteinfeger rc. rc., dazu weder für sich noch für ihre Gesellen und Lehrlinge eines Gewerbscheins, sondern blos einer polizeilichen Ligitimation. Diejenigen also, welche sich in einem dieser Fälle befinden, werden aufgefordert, sich auf hiesigem Oberbürgermeisteramt binnen 8 Tagen zu melden. Düsseldorf, den 10. Okt. 1824. Der Oberbürgermeister, L. W. Custodis. Montag den 18. Oktober und die folgenden jedesmal Nachmittags 2 Uhr wird ein Theil des Waarenlagers der fallirten Handlung Reitz& Eberle im Saale des Casino öffentlich versteigert. Kauflustige werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß neben Kunst= und Luxusartikeln eine Quantität auserlesener Spielwaareen, geeignet zu Nikolas- und Weihnachtsgeschenken, vorkommen. Düsseldorf, den 12. Oktober 1824. Wilhelmi, Syndik. Zufolge Urtheils der Königlichen Handelskammer ist für diejenigen Creditoren des fallirten D. Herrmann dahier, welche bisher ihre Forderungen nicht angemeldet und gesetzlich beglaubigt haben, ein schließlicher Termin auf den 5. November c. Nachmittags 3 Uhr im Sitzungssaale des Königlichen Landgerichts vorbestimmt. Gegen diejenigen, welche alsdann nicht erscheinen mögten, wird die Präclusion erkannt werden. Düsseldorf, den 12. Oktober 1824. Wilhelmi, Syndik.Zur Sache der Creditoren gegen den entwichenen liten S. Rothschild ist ein Termin auf den 12. November c. Nachmittags 3 Uhr im Sitzungssaale des Königlichen Landgerichts vorbestimmt, um zur Wahl provisorischer Syndiken zu schreiten, wozu hierdurch die Creditoren eingeladen werden. Düsseldorf, den 12. Oktober 1824. Wilhelmi, Agent. Haus=Verkauf. Das dahier in der Carlstadt auf der Kafernenstraße gelegene mit Lit. D Nro. 1124 bezeichnete den Gebrüdern Herrn Andreas und Michael Schmitz zugehörige große Eckhaus mit seinen An= und Zubehörungen wird heute Montag den 18. dieses Monats Nachmittags von 4 bis 6 Uhr zum Ankauf ausgesetzt und dem Letztbietenden definitiv zugeschlagen werden. Das Verzeichniß der zu diesem Hause gehörigen Brennund Brauereigeräthe 2c. und die Verkaufsbedingungen sind täglich bei dem untengenannten Notar einzusehen, Der gegenwärtige Verkauf geschieht beim Weinwirthen Herrn Kürten dahier auf der Flingerstraße. Düsseldorf, den 18. Okt. 1824. C. W. Monten, Notar. Dienstag den 10. Oktober 1824 Nachmittags von 3 bis 6 Uhr wird die vor dem Ratingerthor der neuen Anlage gegenüber neben dem Stern gelegene mit Nro. 1 bezeichnete Behausung nebst Fabrik und Garten bei dem Hrn. Ant. Becker auf dem Flingersteinweg öffentlich auf den Meistbietenden verkauft. Die Einräumung geschiebt am 1. Jenner 1829. Dies Haus ist zur Bier und Brantweinbrennerei so wie zur Wirthschäft vorzüglich geeignet. Die Bedingungen sind bei dem Kaufmann Hrn. Aaron Heymann in Düsseldorf einzusehen; auch kann der Verkauf früher aus freier Hand geschehen, orläufiger Verkauf. Aus Auftrag des Königlichen Landgerichts hierselbst und auf Ersuchen A) des Herrn Heinrich Hootz, Königl. Intendantur=Sekretär des 8. Armeekorps in Coblenz, und seiner Ehegattin Maria Theresia Engelbard, B) Josepha, C) Elisabeth Höller, beide ledigen Standes und ohne Geschäft, D) des Herrn Diederich Quest, Direktor des Katasters in Düsseldorf, für sich und als Vormund der von seiner verlebten Ehegattin, Maria Catharina Höller, in erster Ehe mit dem Metzger Ignatz Engelhard und in zweiter Ehe mit ihm selbst gezeugten Kinder: Friedrich Joseph Engelhard, Militär, und Carl Theodor Quest, ohne Geschäft, beide bei demselben wohnend, in Beiseyn der Gegenvormün der Herrn Joachim Wilhelm Lindhorst, Königl. Rechnungsrath, und Herr Anton Rings, Königl. Regierungssekretär, E) der Frau Gertrud, geb. Höller, Wittwe des Königl. Rentmeisters Herrn Wilhelm Custodis, als natürliche Vormünderin ihrer 5 minderjährigen Kinder: Joseph, Franz, Adolph, Otto und Louisa Custodis, bei der Mutter ohne Geschäft, in Beiseyn deren Gegenvormundes Herrn Leopold Custodis, Rechnungscommissar und Oberbürgermeister, alle hier zu Düsseldorf wohnend, werden die den obigen Erben Höller zugehörige in der Gemeinde Bilk, Bürgermeisterei Düsseldorf liegende Immobilien fur die eidliche Schätzungen öffentlich zum Ankaufe ausgestellt werden: 1) Ein in Bilk liegendes Haus Nro. 67 nebst einem geräumigen Keller, Stallung und einem Brunnen im Garten, sodann der daranschießende 133 112 köln. Ruthen großer Garten, neben Hrn. Geisberg und Neuß, taxirt zusammen 1452 Thlr. 6 Sgr. 11 Pf. 2) 3/4 Morgen Ackerland im Thalacker, neben Wittwe Mörs und Mesgen, mit den Vorhäuptern Tappert und Korfmacher, taxirt 115 Thlr. 11 Sgr. 6 Pf. 3) Vier Morgen im Thalacker, neben Palten und Hamacher, Vorhäupter Göttschenberg und Bürgels, taxirt 184 Thlr. 18 Sgr. 6 Pf. 4) 52 Ruthen Land auf dem Stoffler Bruch in der Gemeinde Stoffeln, neben Tappert und Schiffers, Vorhäupter der grüne Weg und Aus den Holt, taxirt 53 Thlr. 10 Sgr. Der Verkauf geschieht Mittwoch den 3. November 1824 Nachmittags von 3 bis 5 Uhr bei dem Weinhändler Hrn. Caspers in der Communikationsstraße dahier. Die Einräumung erfolgt den 1. Mai 1825, und sind die übrigen Bedingungen bei mir einzusehen. Düsseldorf, den 7. Oktober 1824. Euler, Notar. Wein=Versteigerung. Dienstag den 9. November Nachmittags 3 Uhr werden in dem Hause des unterschriebenen Notars in Ehrenbreitstein, aus Auftrag der Eigenthümerin, folgende selbst gezogene rein gehaltene Weine einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt, nämlich: 1 Fuder Obermoseler vom Jahr 1815. 2 Stückfaß Engenhöler 2 Stückfaß Perscheider 1818r. 2 Stück Obermoseler 1. Fuder und 1 Zulast Engenhöler 2 Fuder Perscheider 1819r. 2 Fuder Obermoseler 11/2 Fuder Engenhöler 2 Fuder Perscheider 1822r. 2 Fuder Obermoseler 1 Zulast Urbarer rother. Ehrenbreitstein, den 9. Oktober 1824. N. Elsen, Rotar. Bei Gelegenheit der Bilker Kirmeß werde ich am Sonntag den 17., Montag den 18. und Dienstag den 19. d. auf dem von Herrn Sterken und Hilgers bewohnt gewesenen Gute in Bilk mit allen möglichen der Jahrszeit angemessenen Erfrischungen an Getränken und Speisen in Portionen, kalt und warm, aufwarten. Auch wird am Montag den 18. ein großes Feuerwerk zum Vergnügen der Gesellschaft abgebrannt werden. Für gutbesetzte Tanzmusik ist gesorgt, und man kann der promptesten und billigsten Bedienung versichert seyn.— Düsseldorf, den 11. Okt. 1824. Gianella, im italienischen Kaffehause im Casino. Kappusverkauf von circa 6 Morgen. Wegen eingetretener Hindernisse kann der auf den 20. dieses eingerückte Kappusverkauf nicht statthaben, sondern derselbe ist auf Donnerstag den 21. d. Nachmittags 1 Uhr bei Augustin Bebber in Himmelgeist festgesetzt. Mickeln, den 12. Okt. 1824. Met. Banniza, gräflich von Hompeschischer Rentmeister. Dos in der Andreasstraße dahier, einerseits der ehemaligen Kreuters Apotheke, anderseits das Haus zur grünen Aue, liegende B 537 bezeichnete Haus wird am Mittwoch den 20. dieses Nachmittags von 4 bis 6 Uhr beim Weinhändler Hrn. Caspers in der Communikationsstraße öffentlich zum Ankaufe ausgestellt und dem Meistbietenden zugeschlagen werden. Das Haus enthält 13 Zimmern, Speicher, Keller, zwei große Magazine und eine Werkstätte.— Das ganze Unterhaus kann gleich angetreten werden.— Die übrigen Bedingungen sind bei mir zu vernehmen. Düsseldorf, den 6. Okt. 1824. Euler, Notar. Auf'm Markt in N. 394 ist auf dem ersten Stock ein meubliertes Zimmer nebst Alkove zu vermiethen und gleich zu beziehen. Auf der Flingerstraße im Römer ist der erste Stock zu vermiethen und gleich zu beziehen. Zu erfragen bei Franz Burgwinkel, Neustraße. Bei L. Schmitz Nro. 1102, neben Hrn. Notar Euler, sind täglich aufm obern Stock 4 durcheinandergehende Zimmer an eine stille Haushaltung zu vermiethen. Bei Wittib Moser am Markt ist ein angenehmes Logis mit Meubeln zu vermiethen. Ein leichter Korbwagen, für 1 Pferd geeignet, steht zu verkaufen auf der Neustraße Nro. 745. In der Ratingerstraße Nro. 107 stehen zwei meublierte Zimmer zu vermiethen. Theater=Anzeige. Den sehr geehrten Theaterfreunden dient hiermit zur Nachricht, daß am 24. d. M. die Wintervorstellungen auf der hiesigen Bühne ihren Anfang nehmen. Die resp. geninhaber werden daher höflichst ersucht, bis spätestens den 20. d. dem Theaterkassierer Hrn. Rixen die gefällige Anzeige machen zu lassen, ob sie im Besitze ihrer Plätze zu bleiben willens sind. Düsseldorf, den 14. Oktober 1824. Die Theater=Direktion, A. Wolff. J. Derossi. Verlegt von L. Lensch& J. G. Stahl, Karlstadt Grabenstraße D N. 1070.