(N. 85.)) JOURNAL des Nieder- und Mittel-Rheins. Aachen, Dienstag den 18. Juli 1815. Bekanntmachung. Des Königs Majestät haben auf den Grund der, der Armee wiederholentlich schon bekannt gemachten, bisher aber nicht beachteten, Befehle, wornach es Niemanden erlaubt seyn foll, sich mit Uebergehung der Instanzen unmittelbar an des Königs Majestät Allerhöchften Person zu wenden, mittelst Kabinets-Ordre vom 7. Juni c. Nachstehendes, fowohl an das General-Commando, als auch an fämmtliche Armee-Corps, zur nochmaligen Bekanntmachung an die resp. Truppentheile zu verordnen geruhet, wonach jede, mit Uebergehung der vorgesetzten Behörde, an Seine Majestät eingehende Vorstellung, nicht allein unbeantwortet an den commandirenden General oder an die betreffende Behörde zurückgeschickt, fondern auch der Bittsteller für seinen Ungehorsam gegen die Allerhöchsten Befehle, sofort mit Arrest bestraft werden soll, von dieser Allerhöchften Bestimmung das unterzeichnete Departement nicht verfehlt, Einem Hochlöblichen Militair-Gouvernement zur gefälligen weitern Bekanntmachung ergebenste Anzeige zu machen. Berlin, den 30. Juni 1815. Königlich Preussisches Kriegs-Ministerium, Erstes Departement, SCHMIDT, RUMMEL, v. KEHLER. Veranlafst durch- häufige Contraventionsfälle, welche hinsichtlich des in Rede stehenden Allerhöchsten Befehls auch im Umkreise meines General-Commandos vorgekommen, mache ich diese von Seiten Eines Hohen Kriegs-Ministerii mir zugegangene Mittheilung zur allgemeinen Nachachtung und Warnung hierdurch öffentlich bekannt. Aachen, den 15. Juli 1815. Der kommandirende General in den Königl. Preuss. Frovinzen am Rhein, v. DOBSCHUTZ. Druckfenier— Im letzten Stück dieses Journals(N.° 84.) ist bei der“ Bekanntmachung von Dienstenftetlunge..„ die Nummer 94 vorzufetzen vergeffen worden. Dies wird hiemit berichtigt. Tagesgeschichte. Posen, vom 1. Juli. Ein Patent des Königl. Statthalters im Grofsherzogthum Posen, Fürsten Radzivill, kündigt an, dass er am 3ten August allhier die feierliche Erbhuldigung einnehmen werde, wozu Deputirten von den Kreisen erwählt werden follen. Statt der bisherigen Präfekturen und Schutz-Directionen sind zwei Königliche Regierungskommissionen für die beiden Departemente Posen und Bromberg in den Hauptstädten seit dem 1sten diefes eröffnet. Alle Verordnungen, welche sie erlassen, werden in der deutschen und polnischen Sprache ausgefertigt; an sie haun man sich, in welcher von beiden Sprachen man will, wenden. An die Stelle der Unterpräfekten treten Landräthe. Alle Dienst-Anstellungen find noch proviforisch. Die Deputation, welche, den Minister Breza an der Spitze, nach Berlin abgegangen war, um die Huldigung unfers Grossherzogthums Sr. Majestät darzubringen, wurde am a7ten Juni zu Charlottenburg zur Tafel gezogen. Ludwigsburg, vom 10. Juli. Nach den von dem im Felde stehenden königl. ArmeeCorps eingekommenen Nachrichten hat dasselbe am 6. d. den Marsch durch die Vogesen ohne Hinderniss angetreten, und ist an diefem Tage bis Allarmont, und den 7. bis Baccarat marschirt. Den 8. wurde Rasttag gehalten, den 9. follte das 3te Armee-Corps feinen Marsch in der Direktion von Neufchateau, Joinville, Vitry, Fere- Champenoife etc. fortfetzen. Seit dem am 28. Juni bestandenen Gefecht hat sich bei dem königl. Armee-Corps nichts Neues ereignet. Hanau, vom 11. Juli. Aus Fuld erhalten wir so eben die Nachricht, dass in den ersten Tagen das dortige Fürstenthum für das Königreich Preussen in Besitz genommen werde. — Das Hauptquartier der hohen Alliirten war am 8. zu Ligny, und follte am 10. nach Chalons-sur-Marne verlegt werden.— Die ganze Provence hat die weisse Fahne aufgesteckt und ein proviforisches Comité niedergesetzt, welche im Namen des Königs die Regierung führt. Zu Marseille haben die Mitglieder derselben im Namen des Königs eine Proclamation erlassen. Der Herzog von Angoulême wurde zurückberufen. Die englische Flotte hat fich von Genua an die Küsten der Provence begeben. Frankfuri, vom 15. Juli. Hauptquartier Wic, vom 4. Juli, 6 Stunden vorwärts Nancy. Feldmarschall Fürst Wrede liess am„1. d. feine Avantgarde durch eine Furth links von Toul über die Mosel fetzen, und zugleich 2 Brücken unterhalb Chautray schlagen, um diesen Fluss mit feiner Armee zu paſsiren. Am 2. wollten Se. Durchl, das Hauptquartier in Ligny nehmen. Toul wurde von dem Herrn General-Lieutenant Grafen Becker aufgefordert. Der Herr General-Lieutenant von Raglovich hatte am 1. d. früh die Feste Marfal beschiefsen lafsen. Das die Blokade dieses Platies formirende 4te leichte Infanterie-Bataillon wurde am 29. Juni vom dem Partheigänger Bruce mit 100 Mann zu Fuss und 60 zu Pferd angegriffen. Diese Horde wurde fogleich wieder zurückgetrieben und verjagt. Nach einem Bericht des General-Lieutenants Czernitschef bivouakirt die Garnifon von Metz auf den Auhöhen rings um die Stadt, verhält sich übrigens ruhig. Eben diefer General meldet aus Brieg: dass er mit feinem ganzen Armee-Corps über die Mosel gegangen sey, von wo er feinen Marsch nach Etain fortfetzte; Streifpartheien hatte er über Mars-la-Tour gegen Verdun und Samogines abgeschickt. Letztere Stadt wurde umgangen, um den Weg von Paris bei Clermont einzuschlagen; eben fo wurde gegen Dun, Marville, Monedy und Mezieres detafchirt. Der Herr General lobt die gute Aufnahme, welche er im Allgemeinen fand, und hofft, dass seine Patrouillen den 29. Juni Rheims erreichen werden. Se. kaisert. Hoh. der Erzherzog Ferdinand zeigt von Colmar aus vom 1. Juli an: dass Fürst Hohenzollern mit den badischen Truppen am 3. bei Hegersheim vor Strafsburg zu stehen kommen würde. Se. kaiserl. Hoh. haben für nöthig gehalten, die ganze Division Mazzuchelli vor Schlettstadt stehen zu laffen, da die Festung mit 6000 Mann besetzt seyn soll. Die Division Stutterheim wird am 2. Juli in Remuremont eingetroffen seyn. In den verschiedenen durchzogenen Gebirgspässen hat man mehr oder weniger vollendete Verschanzungen angetroffen. Der Geist der Einwohner war durchaus ruhig. Nach Berichten aus Schafhaufen hat sich das Fort l’Ecluse am 7. d. Morgens an die Oestreicher ergeben, Dasselbe ist aber beinahe gänzlich zernichtet. Nach glaubwürdigen französischen Privatnachrich. ten, foll es jetzt mit Gewissheit ausgemittelt worden seyn, dass der erste Uebelgesinnte, welcher in der Schlacht von Mont St. Jean das den glorreichen fransichen Waffen so verderbuche: sauve qui peut! gerufen (725) hat, kein Anderer als der Corporal gewesen war, der auch die Leipziger Schlacht, durch zu frühe Sprengung der Brücke, verlieren machte. — Der Regierungsrath Carow zu Potsdam hat als Chef der ehemaligen Verpflegungs-Intendantur für die Kurmark den ruflischen St. Annen-Orden zweiter Classe erhalten, nachdem Se. Majestät der König von Schweden demselben in gleicher Eigenschaft den Wasa-Orden zu verleihen geruhet hatten. — Davoust, Vandamme und einige Konforten erliessen noch unter dem 30. Juni einen Brief an die Repräsentanten-Kammer, werin sie gegen die Wiederaufnahme der Bourbonen protestirten. Will man uns demüthigen, fagen sie darin, so werden wir zu sterben wissen. — Luzian Bonaparte foll am 27. in Boulogne gewefen, auf einen von Paris erhaltenen Eilbothen aber von da wieder abgereiset seyn, ohne sich einzuschiffen. — Marschall Ney foll, nach Londoner Berichten, auf einem amerikanischen Schiffe gefangen worden feyn. — Am 11. ist der königl. preufs. Staatsminister Freiherr v. Humbold in Frankfurt eingetroffen, um sich ins Hauptquartier der hohen Alliirten zu begeben. — Der Fürst Schwarzenberg hat am 3. Juli aus feinem Hauptquartier zu Saarburg einen Arme befehl erlassen, durch welchen den rubigen franz. Bürgern Schutz und Schonung zugesagt, den Aufrührern aber mit strenger Strafe gedroht wird. Städte und Dörfer, welche die Waffen ergreiffen, sollen verbrannt, unberufene Bewaffnete auf der Stelle erschoffen werden. Für jeden ermordeten Soldaten oder aufgegriffenen Kurier foll von der Gemeinde 10,000 Franken Strafe bezahlt werden. Eine Proclamation von ganz gleichem Inhalte hat auch der Gen. Baron von Frimont am 1. Juli zu Genf erlassen. — Der kaiferl. östr. General G. Bubna hat mit dem franz. General Curial zu Argentine am 28. Juni einen Waffenstillstand abgeschloffen, durch welchen die Oestreicher eine fehr vortheilhafte Stellung erhielten, die von def Franzosen gegäumt werden musste. Der Waffenstillstand konnte immer aufgekündigt werden, und die Feindfeligkeiten zwei Stunden nach der Aufkündigung wieder beginnen. — Durch einen Armee-Befehl des Schweizer-Obergenerals Bachmann aus Bern vom 5. Juli wird der Schweizer-Armee angekündigt, dass Theile von ihr bereits in Frankreich eingerückt feyen, um gegen Napoleons Anhänger zu kämpfen und die ruhigen Bürger zu beschützen. — Noch am 25. Juni hat Bonaparte aus Malmaison eine Adrelle an die brave Armee bei Paris erlassen, unterzeichnet Napoleon I., worin er die Unverschämtheit hat unter andern zu fagen:„ Soldaten! Es bedarf nur noch einiger Anstrengungen, so ist die Koalition aufgelöst. Bleibt bis an das Ende, so wie ich euch feit 20 Jahren kenne, und ihr werdet unüberwindlich seyn.“ — In der Sitzung der Kammer der Pairs vom 29. Juni, gab der Marineminister, Herzog von Decres, auf Verlangen über Napoleons Abreise folgenden Aufschlufs: Die Regierungskommission hatte mich beauftragt, dem Napolcon zu eröffnen, dass sie sein Verlangen; ihm eine gewille Zahl von bewaffneten Schiffen zu überlassen, unter der Bedingniss genehmige, dass er damit sogleich zu feiner Bestimmung abgehe; da man jedoch feine Person nicht kompromittiren wolle, fo wäre feine Einschiffung noch zu verschieben, bis die für ihn verlangten sichern Geleitsgässe eingetroffen feyn würden. Napoleon erwiderte hierauf, er verlange auf der Stelle abzureisen, wovon ich der Commiffion Bericht abstattete. Hierbei verblieb es bis geftern Abend, wo ich einen neuen Befehl erhielt, der mich anwiefs, dem Bonaparte, da die sichern Geleitspässe noch nicht angekommen feyen, und dringende Umstände deffen Abreise nothwendig machten, die verlangten Schiffe zu feiner Disposition zu überlassen. Es wurde mir noch ein Staatsminister, Hr. Boulay, zugegeben. Ich begab mich in der Frühe, um halb 4 Uhr, zu Napoleon, um ihm die Lage der Dinge auseinander zu fetzen. Er antwortete mir nach einer langen Unterredung, er würde am folgenden Tage abreisen, und ich habe vernommen, dass er auch wirklich abgereiset fey.(Sie haben ihm alfo zur Abreise Vorschub geleistet, dann die weisse Kokarde aufgesteckt, und nun, meinen sie, sey alles in Richtigkeit; unser Blut bei Fleurus und Ligny sey mit der weissen Kokarde rein abgewaschen.) — Zu den trefflichen Vereinen; welche die Vorforge für die leidenden Vaterlandsvertheidiger in den Heil-Anstalten übernommen haben, gehört auch die hochachtbare Freimaurer-Loge zu Düffeldorf. Ausferdem, dass sie freiwillige milde Beiträge fammelt und annimmt, ist auch die Einrichtung getroffen, dass täglich zwei Mitglieder der Loge die persönliche Pflege-Aufsicht der Verwundeten im Lazareth übera (726) nehmen. Diefer Verein wurde am St. Johannis-Tage errichtet und die Einrichtung den Mitgliedern durch ein Rundschreiben vom 27. Juni kund gemacht. Solche Handlungen der ächten Menschenliebe ziemen dem Maurer. Wo das unfichtbare Gute, das eine würdige Corporation zu üben strebt, zweifelhaft ist, da halte sie sich an das sichtbare, und fördere durch Rath und Beispiel die goltgefällige Arbeit. Armee- Nachrichten. Aachen, vom 17. Juli. Es giebt Menschen unter uns— wohlgefinnte übrigens— welche unfere jetzige Anwefenheit in Paris als etwas ungeheures anstaunen, und sich selbst in die Arme kneipen, um überzeugt zu werden, dass sie nicht träumen, fondern wachen, wenn ihnen glaubwürdig erzählt wird von dem barschen Tone, in welchem der Marschall Vorwärts mit den Parifern redet, und von den Contributionen und Requisitionen, die derselbe, mit einer übertriebenen Unerschrockenheit, dem heiligen und unverletzbaren Volke auferlegt. Wir können diese Ansicht Menschen eben nicht verargen, die in der Abhängigkeit von der grossen Nation, und deren Quintessenz den Ministern, Schneidern, Garköchen und Modehändlern zu Paris geboren und grossgefäugt worden, welche, im gutmüthigen Glauben, die Univerfalgeschichte zu studieren vermeint, wenn sie bonapartische Bülletins gelesen, und gründliche geographische Kenntnifs sich erworben zu haben, wenn sie den Plan von Paris inne gehabt. In der Einbildungskraft dieser Menschen, wovon sich Niederlafsungen auch jenseits des Rheins finden, hat Paris von jeher als das einzige Wunder der Welt, als der verblüffende Inbegriff alles Grofsen und Herrlichen dagestanden; eine Reife nach Paris ist in ihren Jünglingsträumen die Hauptsache gewesen, um dort zu lernen, zu geniessen, im Strahl der Gunst und der Macht sich zu fonnen, den wahren Accent der Universalsprache, und das wahre Geheimniss des guten Tons zu erobern. Diese braven Leute fanden es denn ganz natürlich, dass die Alliirten voriges Jahr vor ihrer unschicklichen, und durch keinen Pass des französischen Polizeiministers gerechtfertigten Anwefenheit in Paris plötzlich erschracken, und dem gerechten Zorn der Parifer Maulaffen(badauds) durch äufserste Höflichkeit und schleunigsten, unter tausend wechselseitigen Scharrfüssen, vollzogenen Abtritt auszuweichen fuchten. Destomehr aber verwundern sie sich jetzt, und trauen ihren eigenen Augen nicht, wenn sie die diesmalige Unerschrockenheit bemerken, in der man mit den Parifern umgeht, als ob fie wirklich keine höhere Naturen wären. Einige find nicht übel geneigt einen wahren Frevel darin zu erblicken, dem die Nemesis auf dem Fusse folgen werde; andere freuen sich zwar herzlich, können aber nicht ihre Aengstlichkeit verbergen.“ Wenn's nur gut gent„ fagen sie, und seufzen! So standen die Peruaner, als von den Spaniern eine frevelhafte Hand an ihre Götzenbilder gelegt ward, vor Schrecken in den Boden gewurzelt, und des Feuers vom Himmel harrend, welches die Frevler verzehren würde. Doch legten sie am Ende selbst Hand an, nachdem das Feuer ausgeblieber. Diefer, in Deutschland dieffeits und jenfeits des Rheins, ziemlich zahlreichen Klasse von Zuschauern des grossen Welt- und Kriegsspiels unferer Tage, glauben wir einen wahren Dienst zu erweisen, wenn wir ihnen recht viel und oft erzählen, von dem was jetzt in Paris sich zuträgt, auf dass ihre schwachen Nerven allmählig sich stärken, und sie sich gewöhnen an das, was vor der Hand noch fo ungeheuer ihnen scheint. Für sie ist daher hauptsächtlich die nachstehende, den neuesten offiziellen Nachrichten aus Paris entnommene, Notiz hier mitgetheilt. Es war am Abend des 6. Juli, als das erste ArmeeCorps, unter den Befehlen des General-Lieutenants von Ziethen, die Weisung vom Feldmarschall erhielt, folgenden Morgens acht Uhr an der Barriere von la Lunette bereit zu stehen; und dann zur Besetzung des auf dem linken Seine-Ufer belegenen Theils der Ha uptstadt sich in Marsch zu fetzen. Die Marsch-Direction ward dergestalt vorgeschrieben, dass das ArmeeCorps über die Brücke von Jena rücken follte, diese Trophäen französischer Eitelkeit, und preufsischer Schmach zu visiren, dann links abmarschiren, und, den Quais entlang, Brigaden-weise auf die bestimmten Plätze rücken. Eine Brigade follte das Arfenal und die Infeln, eine andere die Tuillerien und das Louvre, eine Dritte das Luxemburg und die Ecole militaire besetzen; die vierte Brigade aber, nebst der ganzen ReserveKavallerie und Artillerie, als Referve auf den Champs élysées sich aufstellen. Allé Posten— befiehlt der Feldmarschall— werden rein militairisch besetzt, überall die nothigen Anstalten getroffen, und Geschütz (727) aufgefahren. Sobald die Truppen auf ihren Posten angekommen, werden die Brigade-Befehlshaber Gottesdienst halten lassen, und dann ihre Truppen ermahnen, durch Zucht und Ordnung den preufsischen Namen zu ehren, wie sie ihn durch Tapferkeit fo hoch geehrt. Zugleich wird den Truppen eröffnet, dass unfer General v. Müffling zum Gouverneur von ganz Paris ernannt, von der englischen Armee aber die specielle Befetzung des Theils auf dem rechten SeineUfer übernommen worden. Der Obrist-Lieutenant v. Phuhl ist Platz Commandant des Preufsischen Antheils. Unter ihm stehen von den zwölf Mairien, in welche die Hauptstadt vertheilt ist, die Mairien N.° 1. 4. 9. 10. 11., 12. deren jede einen befondern preuss. Commandanten erhält. Zur Beschlagnehmung aller militairischen Effecten und Vorräthe werden sopleich die nöthigen Anstalten getroffen, und sind dazu für die Artillerie der General-Major v. Braun, für die Plane und Charten der Major von Knackfuss, für alle übrige Vorräthe der Staats-Rath Ribbentrop zu Commissarien ernannt. Sie kräftig auf die erste Requisition zu unterstützen, wird den Befehlshabern der Truppen zur Pflicht gemacht. Die Bagagen sollen auf dem Marsfelde auffahren, und alles überflüssige Fuhrwerk wird zur successiven Fortschaffung in Beschlag zu nehmender Effecten gestellt.— So weit der wefentliche Inhalt der dem ersten Armee-Corps am 6. Juli Abends ertheilten Dispositionen. Sie sind pünktlich vollzogen worden; am 7. Juli Nachmittags, lagerten die vier Brigaden des GeneralLieutenants von Ziethen auf den angewiesenen Plätzen der Hauptstadt. Am 8. zog das dritte Armee-Corps ein, um am 9. feinen Marsch auf Fontainebleau zu verfolgen; desselbigen Tages auch das vierte ArmeeCorps, und ward in den Häufern einquartiert, über welche Kühnheit, ja man mögte sagen Frechheit, sich die Parifer bass verwundert! Auch dieses Armee-Corps war bestimmt, in den nächsten Tagendden Marsch gegen die Loire fortzufetzen. Das Hauptquartier des Feldmarschalls ist in St.-Cloud verblieben, nur je zuweilen kommt der Held nach Paris, nicht eben um die Parifer, fondern um feine tapfern Kinder zu fehen, die dann mit kriegerischem Hurra! ibren Sturmherzog begrüssen. Der am 9. erfolgte Einzug König Ludwigs, von dem wir neulich fchon geredet, als von einem auf eigene Hand unternommenen, ärmlichen und fratzenhaften Fastnachtsspiel, ist an mebreren unferer Beiwachten vorübergegangen. Ruhig haben unsere Krieger um die Kochfeuer gelegen, und gelacht über die tragi-komische Posse. In der Nacht vom 10. auf den 11. lind der König von Preufsen, der Kaifer von Oestreich und der Kaifer von Russland zu Paris angelangt. Erfterer bezov wieder das Hôtel in der Vorstadt St. Germain; der zweite den Pallast des weiland Alexander Berthier; der dritte den Pallast de l’Elysée. König Ludwig hat sich eiligst ein Ministerium zusammengesetzt, meinend, nun werde es besser gehen. In der uns darüber zugekommenen, jedoch nicht offiziellen Notiz, figuriren die Namen, Clarke, Dambray, Ferrand, Dessolles, Oudinot, Bournonville, Boifsy d’Anglas, Chateaubriand, Lally-Tollendal, Lewis, Beugnot,— ein abentheuerliches Gemisch von Revolutions- und Königs-Rittern, welches uns hoffentlich auf keine Weise irre leiten oder verblüffen wird, Von Talleyrand und Fouché ist in der Notiz keine Rede. Aus Brüssel wird uns so eben gemeldet, dass die Grenzfestuugen auf der ganzen Linie Ludwig XVIII. anerkannt haben, und folglich die Bestätigung der Uebergabe von Valenciennes und Lille erwartet werde, Insofern diese Uebergabe nur an die Truppen geschieht, welche, bei Ermangelung derselben, sie mit Gewalt genommen haben würden, ist es uns ganz einerlei, ob solche Uebergabe im Namen Ludwigs XVIII. oder eines Andern geschehe. In Anerkennung und Belohnung des Verdienstes seine reinste Herrscherfreude findend, hat unseres Königs Majestät den General-Lieutenant Grafen v. Gneisenau zum General der Infanterie erhoben. Unablässig sind jetzt die Blicke unferer Helden auf das französische Heer jenfeits der Loire gerichtet, welches nach den zuverlässigsten Nachrichten aus 60,000 Mann bestehn, und 60 Geschütze führen mag. Nichts glauben sie gethan zu haben, während etwas zu thun übrig bleibt. Diefen herrlichen Sinn werden weder die Lüste noch die Listen des neuen Babylons verwirren, denn er kommt von Gott! Zu Anfang dieses Jahrs schrieb Jan Paul, der von Deutschland hochgeehrte Dichter, folgendes in das Stammbuch eines preussischen Offiziers.—„ Der Him„mel ist. blau, und das Meer ist blau, und das preussische „Blau, als acidum borussicum gegen die Feinde wirkend, „hat uns jenen und dieses wieder gegeben.“— Nun so fahre denn fort, du starkes preussisches Blau, zer (728) fetzend gegen den Feind, mit dem du keine Wahlverwandtschaft hast, zu wirken, bis feine Stätte nirgends mehr gefunden wird! Aachen, den 18. Juli. Ein Schreiben aus Brüffel vom 16. meldet:“ Heute sind die Bricfe von Lille zum ersten Mal angekommen. Maubeuge ist im Namen S. Maj. des Königs von Preufsen in Besitz genommen. Lille, Condé und Valenciennes sollen vorgestern ihre Thore geöffnet haben. Die neuesten Pariser Blätter geben jetzt eine intereffante Unterhaltung. Der Moniteur vom 12. wünscht seinem Publikum Glück zu der Anwesenheit der drei Monarchen in Paris, und hofft, dass sie, da im vorigen Jahre sie so huldvoll mit Frankreich und dessen Hauptstadt umgegangen, auch jetit wieder die Gnade vorwalten lassen würden. Das hofft er, fagt aber kein Wort von dem gräfslichen Misbrauch jener Huld, den sich in der Zwischenzeit die Franzosen erlaubt, kein Wort von der Genugthuung, auf welche die übrigen Völker Europas rechnen, indem sie auf ihre gerechten Herrscher ihre Blicke heften. Die Gazette de France vom 13. d. meint, der F. Blücher werde mit feiner Armee bald weiter gehen; und das Journal du Commerce fagt recht naiv: man bemerke seit einigen Tagen viele Fremde in Paris. Uebrigens erzählen die franz. Blätter auch etwas von Bonaparte; er habe fich, heifst es, zu Rochefort eingeschifft, sey aber, nachdem er einige Meilen in See gewesen, englischen Kreuzern begegnet, habe sich darauf wieder auf den Rückweg gemacht, und sey auf der Insel Rhee gelandet, wo er nun von den Engländern blökirt werde. Man habe Spuren, dass er Willens gewefen sey, nach New-York in Nord-Amerika zu gehen. Frankfurt, vom 9. Juli. Der königl. preufs. bei der freien Stadt Frankfurt akkreditirte Geschäftsträger, Herr Baron v. Otterstedt, hat uns nachstehende auf offiziellem W’ége an ihn gelangte, Kapitulation, d. d. Paris den 3. Juli, mitgetheilt, nach welcher die verbündeten Truppen am 6. d. daselbst eingerückt sind. Kapitulation. Heute, am 3. Juli 1615, haben die von den Oberkommandanten der respektiven Armeen ernannten Kommifsarien, nämlich: Der Herr Generalmajor Baron von Müßling, mit Vollmacht von Sr. Durchl. dem Herrn Fürllen von Blücher, als Oberkommandanten der preuss. Armee;— der Herr Oberst Herwey, mit Vollmacht von Sr. Durchlaucht dem Herrn Herzoge von Wellington; als Oberkommandant der engl. Armee; einerfeits, — der Herr Baron von Bignon, dermalen mit dem Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten beauftragt; der Herr Graf Guilleminot, Chef des Generalstaabs der franzöf. Armee; der Herr Graf von Bondy, Präfekt des Seinedepartements, mit Vollmachten Sr. Exzéllenz des Herrn Marschalls Prinzen von Eckmüht, Oberkommandant der französ. Armee, andererseits, nachstehende Uebereinkunft getroffen: Art. 1. Zwischen den alliirten Armeen unter dem Kommando Sr. Durchlaucht des Feldmarschall Fürsten von Blücher, und Sr. Durchl. dem Herrn Herzog von Wellington und der franzöf. Armee unter den Mauern von Paris soll ein Waffenstillstand bestehen. 2. Morgen wird die franzöf. Armee anfangen, sich in Marsch zu fetzen, um sich hinter die Loire zu begeben. Die gänzliche Räumung von Paris wird in 3 Tagen bewerkstelligt, und ihre Bewegung, um sich hinter die Loire zu ziehen, in 8 Tagen beendiget werden. 3. Die franzöf. Armee wird alle ihre Materiale, Feldartillerie, Militairkassen, Pferde und Eigenthum der Regimenter, ohne alle Ausnahme mitnehmen. Das nämliche wird auch bei dem Perfonale der Depots und bei jenem der verschiedenen Administrationszweige, welche zu der Armee gehören, statt haben. 4. Die Kranken und Bleffirten, fo wie die Aerzte deren sie bedürfen, werden unter dem besondern Schutz der Herren Obergenerale der engl. und preuss. Armeen genommen. 5 Die Soldaten und Employés, deren in dem vorsiehenden Artikel Erwähnung geschieht, können, sobald sie geneten sind, sich wieder zu denjenigen Corps begeben, zu denen sie bisher gehörten. 6. Die Weiber und die Kinder aller Individuen, welche der franzölischen Armee angehörten, haben die Erlaubnils in Paris zu verbleiben. Diese Weiber können, auch ohne dass es ihnen erschwert werden wird, Paris verlaffen, und sich fowohl mit ihrem als ihrer Männer Eigenthum, zu der Armee begeben. 7. Sowohl die Offiziere der Linientruppen, welche bei den Konföderirten dienen, oder hei den Tirailleurs der Nationalgarde angestellt sind; können sich an die Armee anschliefsen, oder nach ihrem ehemaligen Wohn- oder auch Geburtsorte begeben, (729) 8. Morgen am 4. Juli des Mittags wird St. Denis, St. Ouen, Clichy und Neuilly übergeben; übermorgen den 5. Juli, zur nämlichen Stunde, erfolgt die Uebergabe von Montmartre, und am 3. Tage, den 6. Juli, jene von allen übrigen Barrieren. 9. Der innere Dienst der Stadt Paris wird fortwährend von der Nationalgarde und von dem Munizipalgendarmeriecorps verfehen. 10. Die Oberkommandanten der engl. und preufs. Armeen machen sich anheischig, die gegenwärtigen Authoritäten, folange folche bestehen, zu respektiren und respektiren zu lassen. 11. Das öffentliche Eigenthum, mit Ausnabme desjenigen, welches auf den Krieg Bezug hat, es mag der Regierung angehören, oder von der Munizipalauthorität abhängen, soll respektirt werden, und die Mächte werden sich auf keine Weise in die Administration mischen. 12. Gleichfalls follen respektirt werden die Personen u. das Eigenthum. Die Einwohner und im Allgemeinen alle Individuen, welche sich in der Hauptstadt befinden, geniessen fortwährend ihrer Rechte und Freiheiten, ohne in irgend etwas, in Hinsicht der Funktionen, welche sie bekleiden eder bekleidet haben, wegen ihres Betragens, oder ihrer politischen Meinung beunruhigt zu werden. 15. Die Truppen legen der Verproviantirung der Hauptstadt kein Hinderniss in den Weg und beschützen im Gegentheil die Anknnft und freie Zirculation derjenigen Gegenstände, welche dazu bestimmt find. 14. Gegenwärtige Uebereinkunft soll beobachtet werden, und bis zum Abschlufse des Friedens zur Regel der wechselfeitigen Verhältnisse dienen. Im Fall eines Bruches foll sie nach herkömmlichem Brauche, wenigftens 8 Tage vorher aufgekündigt werden. 15. Sollten über die Vollziehung einzelner Artikel diefer Uebereinkunft Irrungen entstehen, so soll deren Deutung und Ausgleichung zu Gunsten der frauzös. Armee und der Stadt Paris gemacht werden. 16. Die gegenwärtige Uebereinkunft erstreckt sich auf alle Armeen, mit Vorbehalt der Ratifikation derjenigen Mächte, von welchen diese Armeen abhängen. 17. Die Ratifikationen follen morgen am 4. Juli, um 6 Uhr in der Frühe, auf der Brücke von Neuilly, ausgewechfelt werden. 18. Beide Partheien werden Kommissarien ernennen, welche über die Vollziehung diefer gegenwärtigen Uebereinkunft zu wachen haben, Kraft dessen ist gegenwärtige Kapitulation zu St. Cloud von den obengenannten Kommissarien, zu obengenanntem Tag und Stunde, dreifach ausgefertigt und unterzeichnet worden. Baron VoN MüFFLINt. F. B. HERWE1, Obriſt. Baron VON BIGNON. Graf GUILLEMINOT. Graf VON BONDY. Der gegenwärtige Waffenstillstand ist genehmigt und rauhzirt. im Hauptquartier zu Meudon, den 4. Juli 1815. BLÜCHER. Auszug aus der Allgemeinen Zeitung, v. 17 Juni. „ In den deutschen Tagsblättern zeigen sich über den bevorstehenden Krieg zwei entgegengesetzte Ansichten. Die Meinungen, welche bei diefer Gelegenheit kund werden, verrathen eine zu bedeutende Spaltung in der politischen Richtung, als dass ihre Erörterung nicht willkommen seyn sollte. Nach der einen dieser Ansichten, welche vorzüglich füddeutschen Bemühungen angehört, haben wir keinen andern Feind als Napoleon, und feine Sache von der Sache der Franzofen ganz abzusondern; wir führen den Krieg für die Franzosen, wie für uns selbst, und diese sind, Napoleon und feine Gewalt abgerechnet, für uns ein befreundetes Brudervolk, dessen Gröfse, Glanz und Macht unter den Bourbons das wünschenswertheste Ziel unferer Anstrengungen ist, deffen zu harte Bedrängung für das europäische Gleichgewicht von sehr nachtheiligen Folgen wäre, ja dessen Liebenswürdigkeit und Bildung fogar als ein herrliches Vorbild gepriefen wird, wobei man nicht vergisst, uns an Bayard und Franz den Ersten zu erinnern, gleichfam als ob wir nicht aus der Gegenwart für unfere Franzosenliebe viel lebendigere Erinnerungen in unfern unvergleichlichen Davoust und Vandamme's hätten! Man soll nur um Gotteswillen die Franzofen nicht aufreitzen, fagen die Vertheidiger diefer Ansicht; man foll ihnen schmeicheln, und alles Liebes und Gutes versprechen und anthun, damit sie nur ja nicht in ihrer Furchtbarkeit sich erheben, und, wenn sie einmal böse sind, uns alle zerreissen! Man sieht auf den ersten Blick, was hinter dieser Anficht steckt; vergebens sucht sie die Audersmeinenden und Andershandelnden als unbefonnene Eiferer zu verschreien man erkennt den 730) Sinn in den gleifsnerischen Aeufserungen, zu denen nirgends ein Name sich zu nennen wagt. Die: audere Ansicht mögten wir vorzugsweise die deutfche nennen; ihr gehören Namen an, wie der Frhr. von Stein, Gruner, Arndt u. a., die Deutschland längst zu feinen eifrigsten Patrioten zählt, ihr gehört die Stimme des preussischen Volkes und Heeres, und nicht im Dunkel verbergen sich ihre muthigen Bekenner. Sie fragen, wer war seit Jahrhunderten unser beständiger, nie ruhender, verderblicher Feind; wer seit Jahrhunderten die Geissel Deutschlands, seine Plage, sein Untergang? Die Franzofen! schallt aus taufend Stimmen, aus allen Zeiten zurück; die Franzosen der Heinriche, die Franzofen der Ludwige, die Franzosen der Republik, die Franzosen des Kaiferthums, und so denn neuerlich ja fogar auch wieder die Franzofen der Bourbons, die schon wieder während des Wiener Kongresses mit der Macht, die sie eben durch uns bekommen, uns zu drohen wagten! Diefer Krieg ist nur eine Fortfetzung des vorigen; in Napoleon haben wir Frankreich zu bekriegen: Was sollen wir es uns läugnen? der Augenschein zeigt es! Napoleons Rückkehr führt uns schneller herbei, was auch ohne ihn sich doch später hätte entwickeln müssen; Frankreich ist noch su grofs, als dass es nicht eroberungsfüchtig nach Vergröfserung trachten sollte; Frankreich besitzt mit Unrecht noch deutsche Länder, die es herausgeben, die Deutschland zurück nehmen muss! Gegen die Franzofen führen wir Krieg, wir wollen es fagen, weil wir es doch thun müssen; weil wir uns nicht durch eigene Vorspieglungen blenden, durch Selbstlügen hemmen lassen wollen; weil es uns nichts hilft, wegzuläugnen, was unabänderliche Thatfache ist. Klägliche List, dass wir Napoleon und die Franzofen als zweierlei ansehen wollen, während fie es nicht thun! Denn ob sie ihn verwünschen und verabscheuen, oder nicht, das gilt uns gleich! Sie marschiren, sie fechten, sie zahlen für ihn und gegen uns; für ihn haben sie keine Kugel, keinen Dolch, aber hunderttaufende für uns! Diplomaten-Kunstgriffe halten nicht mehr; die Lüge ist ein erbärmliches Werkzeug, gerade heraus mit der Wahrheit, das hilft zum Zwecke! Der deutsche Geradsinn und, ehrliche Verstand nimmt die Sache gleich beim rechten Ende, und sieht den Krieg als einen Krieg gegen die Franzosen an. So urtheilen redliche brave Deutsche, denen es Ernst ist mit dem Vaterlande, und die nicht darauf rechnen wollen, Frankreichs Macht und Gröfse einmal in dem sogenannten Gleichgewicht als eine ausländische Bundesgenoffenschaft gegen andere Deutsche zu benutzen. Nein, hier ist kein Mittelweg, entweder Frieden oder Krieg; die Deklaration des Kongresses mag der Anlass des Krieges Teyn, aber feine Tendenz kann daraus nicht bestimmt werden. Es ist keine Wahl mehr; wir bekämpfen Napoleon und Frankreich, oder keines von beiden; und da wir jenes mit Gott schon einmal glüeklich vollbracht, so sehen wir nicht ein, warum wir vor dem neuen Tagewerke so sehr erstaunen follten? Anzeigen. Es wird andurch zur öffentlichen Kunde gebracht, dass am 11. diefes ein fattel- und zaumloses Pferd auf dem gemeinen Driesch von Brachelen, im Canton Linnich, Kreis Aachen, herumirrend angetroffen, von einigen Einwohnern aufgefangen, und in Verwahr gebracht worden feye. Unterzeichneter Bürgermeister von Brachelen ersucht den rechtmässigen Eigenthümer diefes hier unten bezeichneten Pferdes, sich in der kürzeften Zeitfrift als folchen bei ihm zu rechtfertigen und diesemnach das Pferd, gegen Vergütung des Futters und Koften, in Empfang zu nehmen. Bezeichnung. Es ift ein Fuchs-Wallach, mit Blefse und 2 weifsen Hinterfüssen, 10 Jahr alt. 5 Fuss grofs; an der linken Seite des Halfes vier leichte Stich-Wunden, auf dem linken hinteren Schenkel eine kaum bemerkbare Marke. Gegeben zu Brachelen, den 14. Juli 1815. W. CAPPEL, Bürgermeister. Lotterie-Anzeige. Zur 30. kleinen Geld-Lotterie welche am 2., 3. und 4. Auguft zu Berlin gezogen wird, sind Loofe und Plane zu haben, in Aachen Peterstrafs Nro. 620. Nachmittags von 2 bis 5 Uhr und zu Burtscheid in der Hauptftrafs Nro. 48 Vormittags. Der Preiss eines Loofes ift 1 Thaler und 1 Ggr. Schreibgebühr. Köaigl. preuss. Lotterie-Einnehmer, J. KIRST. Unterzeichneter Gerichtsvollzieher macht hiemit bekannt, dafs er Samftag den 22. laufenden Monats Juli, Morgens 10 Uhr, dahier in Aachen in der Pontstrafse Nro. 859, verschiedene Mobilien, fo wie auch eine Partie Leinwand als: Servietten, Tisch- und Bettücher dem Meift- und Letzibietenden gegen baare Bezahlung verkaufen werde. W. HAHN,