Erscheint täglich außer Montags. Abonnementspreis: vierteljährlich 1 Thlr. 5 Sgr. Auswärts bei allen 1 Thlr. 7 Sgr. Dienstag den 31. Oktober 1854.(Wolfgang.) 16. Jahrg. Einrückungsgebühren für die Petitzeile oder deren Raum 1 Sar. Anzeigen werden bis 11 Uhr Vormittags angenommen. Personal-Chronik. Der freiwillige Arzt beim Königl. 5. UlanenRegimente hierselbst Dr. P. B. Braun ist als Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer approbirt. Aus Düsseldorf. sokal-Bericht. Von der Beurtheilungs-Commission der allgemeinen deutschen Industrie Ausstellung zu München sind nachstehenden Bürgern hiesiger Stadt Auszeichnungen zuerkannt worden: Die Ehrenmünze den Herren J. Cohn u. Comp. für Schneide=Werkzeuge, J. B. Klems für Pianos, G. Seel für Haararveiten. Belobende Erwähnung dem Herrn Zengerly für Horn= und Elfenbein=Arbeiten. (Gasbeleuchtung.) Am 1. Oktober d. J. sah Einsender dieses in Bremen dem Anfang der städtischen Beleuchtung mit Röhrengas zu und fand da das portative Gas entfernt war, dadurch Veranlassung Erkundigung über die betreffende Verhältnisse an bester Quelle einzuziehen, die folgendes Resultat ergaben. Die Anlage war dem uns bekannten Unternehmer Leprince für 300,000 Thlr. Gold übertragen. Es brannten ungefähr 1800 öffentliche und 9000 PrivatFlammen. Der Preis der Kohlen und des sogenannten Patent Gases stellte sich vergleichend: in Bremen ein Waggon Kohlen 40 Thlr. Courant die 1000 K.-Fuß Gas zu 4 Thlr. Gold; in Braunschweig ein Waggon Kohlen 35 Thlr. Courant die 1000 K.-F. Gas zu 6 Thlr. Courant und in Düsseldorf ein Waggon Kohlen 15 Thlr. Courant die 1000 K.-F. Gas zu 6 Thlr. 28 Sgr. erhellt hieraus wie ungünstig und kostspielig unsere Stadt gegen andere erleuchtet wird. Sollte da nicht eine Revision an der Zeit sein? Vom 30. Oktober. Am Freitag Abend voriger Woche hatte ein auf der Rheinstation der AachenDüsseldorfer Eisenbahn angekommener Passagier seine Brieftasche verloren, welche einen Geldwerth von 4000 Thalern enthielt; ein Schirrmeister der Bahn hatte dieselbe gefunden und händigte sie dem ängstlich suchenden Eigenthümer wieder ein. Letzterer ging mit dem Schirrmeister an's Licht, fand den Inhalt der Brieftasche unberührt und reichte dem ehrlichen Finder eine Belohnung von 5 Sgr.! Also ein Seitenstück zu der generösen Dame am Oberrhein! Wenn die Ehrlichkeit in Zurückgabe gefundener Gegenstände sehr häufig mangelt (wir haben dies noch kürzlich bei einem Verluste von 2000 Thalern gesehen, deren Finder nach Amerika ausgewandert sein soll) so ist eine solche undankbare Vergeltung gewiß nicht geeignet, dieselbe bei den Leuten anzuregen, zumal wenn bemittelte Personen— der Passagier, welcher in erster Wagenklasse gefahren war, schien solches zu sein— sich so undankbar bezeigen. Tagebuch. Berlin. Mittelst Kabinets=Ordre vom 25. v. M. ist auf den Antrag des evangelischen Ober=Kirchenraths genehmigt worden, daß in allen evangelischen Kirchen des Landes eine Collecte zur Unterstützung der an der Oder und deren Zuflüssen durch Wasser Beschädigten gesammelt werden soll, deren Ertrag aus der Provinz Brandenburg zunächst nach dem Ermessen des Ober-Präsidenten, für die in dieser Provinz von dem Wasserunglück Betroffenen verwendet und nur so weit nach Schlesien versendet werden soll, als der Ober-Präsident davon nach Berücksichtigung des in vorgenannter Provinz obwaltenden Bedürfnisses abgeben zu können, für gut halten dürfte. — Es ist der Vorschlag gemacht worden, auf den preußischen Eisenbahnen eine freie Beförderung von Passagier=Gepäck, wie dies in Süddeutschland vielfach der Fall ist, ganz wegfallen zu lassen, dagegen aber zur Förderung des Lokal=Verkehrs das Personengeld zu ermäßigen. Die Motive für diesen Vorschlag deuten darauf hin, daß diejenigen Personen, welche nur kurze Strecke reisen, in der Regel gar kein Gepäck haben, und daß minder bemittelte Personen auch bei größeren Reisen nur geringes Gepäck mit sich führen. Diese müßten gewissermaßen die Gepäck-Beförderung derjenigen Personen, welche größeres Gepäck bei sich haben, mit bezahlen helfen. Von Seiten des HandelsMinisteriums sind jetzt die königl. Eisenbahn-Kommissariate, sowie die königl. Eisenbahn-Direktionen veranlaßt worden, diesen Vorschlag einer näheren Prüfung zu unterziehen. — Nach einer am 22. Oktober ergangenen Verfügung des General-Postamts darf kein Unterbeamter im Postdienste angestellt werden, dessen VermögensVerhältnisse nicht gehörig geordnet sind. Hat der Anzustellende irgend welche Zahlungsverbindlichkeiten, welche in ihm zustehenden liquiden Aktivforderungen oder Grundvermögen keine vollständige Deckung haben, so darf vor gänzlicher Tilgung derselben seine Annahme und Beschäftigung nicht stattfinden. Sind die Zahlungsverbindlichkeiten von Erheblichkeit, so ist auch bei entsprechendem Aktiv=Vermögen vorher an die oberste Postbehörde zu berichten. Die etwaige ganze oder theilweise Unrichtigkeit der hierüber abzugebenden schriftlichen Erklärung zieht sofortige Entlassung nach sich. — In einem hiesigen Polizei-Bureau ist vor einigen Tagen eine merkwürdige, medizinische Kur vorgenommen worden, welche wohl keine Anklage wegen Medizinal=Pfuscherei zur Folge haben wird. Dort wurde ein junger Mensch wegen eines Diebstahls zur Haft eingebracht, welcher auf einem Fuß hinkte und einen schiefen auf die rechte Schulter niedergebeugten Kopf trug. Derselbe nannte sich Schwarz und wollte noch unbestraft sein. Dem inquirirenden Beamten kam es auffällig vor, daß dem Arrestanten das Niederbeugen des Kopfes so schwer zu fallen schien, er forderte ihn daher auf, den Kopf gerade zu nehmen und stellte ihm vor, daß er sich wahrscheinlich nur verstelle. Alle diese Vorstellungen blieben fruchtlos und der bedauernswerthe Krüppel verharrte in seiner traurigen Situation. Eine wohlangebrachte unvermuthete körperliche Exekution verrichtete endlich Wunderdinge, der Kopf stand plötzlich ganz gerade auf den Schultern und der hinkende Fuß war gesund geworden. Die berühmten Operationen des Professors Dieffenbach können keinen bessern Erfolg gehabt haben, als diese eine gut angebrachte Ohrfeige. Die Ueberraschung war aber noch nicht zu Ende, denn in dem plötzlich gesund gewordenen Menschen erkannte man einen bekannten gefährlichen Verbrecher, welcher schon vor längerer Zeit entsprungen war und die Stelle des Krüppels nur gespielt hatte, um sich unkenntlich zu machen. Schlesien. Bis zum 24. d. M. sind für die Ueberschwemmten in Schlesien bei der RegierungsInstituten-Hauptkasse in Breslau 168,673 Thaler eingegangen. Kaiserswerth. In der von hier ausgegründeten Anstalt der drei Lehr=Diakonissen in Smyrna wird der Unterricht, welcher in Deutscher, Französischer und Englischer Sprache erfolgt, bereits von 78 Schülerinnen aus allen Gegenden der Welt benutzt. Unter diesen Umständen hat sich der König, dem Vernehmen nach, bewogen gefunden, wiederum 20,000 Thlr. zur Unterstützung und Hebung des Unternehmens darzureichen. Der am 13. d. M. dahier verstorbene Priester und ehemalige Lehrer am Gymnasium zu Düsseldorf, Herr Caspar Adelin Hagemann, hat in seiner letztwilligen Verfügung dem hiesigen Hospital, wie wir vernehmen, ein Legat von 3000 Thlrn. ausgesetzt, mit beigefügter Bestimmung, daß die Zinsen davon zum Besten der hiesigen Genossenschaft barmherziger Schwestern verwendet werden sollen. Außerdem vermachte derselbe den barmherzigen Schwestern Möbel, Kleider und Bücher, und der Hospital=Kirche noch ein Legat von 500 Thlrn. zu einer Messenstiftung, so daß der fromme Priester der Anstalt im Ganzen eine Summe von nahe an 4000 Thlr. zugewendet hat. Segen seinem Andenken! Köln. Am 28. wurde hierselbst das Kriegsgericht über die Militär=Personen abgehalten, welche in die vielbesprochenen Unterschleife bei den letztjährigen Ersatz=Aushebungen verflochten sind. Die fünf Beschuldigten, Unterofficiere und Feldwebel, wurden schon um 7 Uhr Morgens nach dem Gerichts=Locale(Thieboldsgasse Nr. 79) gebracht. Sie werden, sofern keine Freisprechung erfolgt, ihr Loos erst nach eingeholter Bestätigung des Urtheils erfahren, worüber sechs bis acht Wochen hingehen mögen. Die Rechtsbeistände, welche den Beschuldigten in Mitgliedern des hiesigen Barreau's waren zugetheilt worden, hatten sich nach den Bestimmungen des Militär-Strafgesetzbuches auf eine schriftliche Vertheidigung zu beschränken, weßhalb sie auch der heutigen Sitzung nicht beiwohnen konnten. Das Schluß=Verfahren gegen die mitbetheiligten CivilPersonen dürfte bei den nächsten Assisen Statt finden. Baiern. Zu München ist am 26. Oktober früh Morgens die Königin Therese, Gemahlin des Königs Ludwig,(wie es heißt, an der Cholera, wie aber die „N. M. Z." angibt, an einer Nervenlähmung) gestorben. Sie war eine Tochter des verstorbenen Herzogs Friedrich von Sachsen=Altenburg, am 8. Juli 1792 geboren und seit dem 12. Oktober 1810 mit König Ludwig vermählt, und hatte sonach das 62. Lebensjahr überschritten. Bremen. In den nächsten Tagen wird unter der passenden Benennung„Seemanns-Heim," eine wohleingerichtete Matrosenherberge eröffnet. Mit dem Auswandererhause hat man hier allen andern Hafenplätzen ein Muster gegeben, mit den„Sailors Homes" sind uns die Engländer vorangegangen. Es gereicht den Unternehmern dieser Anstalt zum Ruhm, daß sie mit preiswürdiger Humanität und nicht mit Rücksicht auf Gewinn diese Anstalt gegründet haben. Der Matrose hat ein rauhes Handwerk, er durchschifft zu allen Jahreszeiten die gefährliche Wasserbahn, und schlägt sein Leben in die Schanze, dessen Dauer ihm niemand assecuriren kann. Der Rheder inzwischen sitzt gemächlich in seinem Comptoir und hat sein Schiff versichert. Für die Versorgung alter Capitäne und Wittwen derselben haben wir manche treffliche Einrictungen, und das„Haus Seefahrt" ist mit Recht ein Stolz unserer Seeleute. Der Matrosen war seither nicht gedacht, man überließ diese rauhen, manchmal verwilderten Leute ganz sich selber. Jetzt finden sie im„Seemanns Heim" für billigen Preis Wohnung und Kost, und können in der Sparkasse ihre Ueberschüsse anlegen. Es bleibt nur zu wünschen, daß auch in Bremerhaven, wo ungleich mehr Matrosen sich aufhalten, eine ähnliche Anstalt gegründet werde. Großbrittanien. Endlich sind in England Nachrichten eingetroffen, welche kaum länger einem Zweifel Raum gestatten, daß alle Versuche, Sir John Franklin und seine Gefährten lebend aufzufinden, vergeblich sein werden. Der bekannte Nordpol=Fahrer Dr. Rae, ist nämlich in Deal angekommen und hat sich sofort nach der Admiralität begeben und derselben einen Bericht vorgelegt, aus welchem mit beinahe unwiderleglicher Gewißheit hervorgeht, daß Franklin nebst seinen Genossen im Frühling 1850 dem Hungertode erlegen ist. — Die traurige Aufklärung über das Schicksal Sir John Franklins und seiner Gefährten, die Dr. Rae mit nach Hause vrachte, hätte zu jeder anderen Zeit einen tieferen, allgemeineren Eindruck hervorgebracht als jetzt, wo Aller Blicke sich dem Einen Punkte im Osten zuwenden; aber die Regierung hat bereits ihre Schuldigkeit auch gegen die im Dienste der Wissenschaft gefallenen Landessöhne gethan. Sie hielt eine Konferenz mit Dr. Rae, und faßte den Entschluß, diesem wackeren Polar=Reisenden im nächsten Frühjahr ein Schiff anzuvertrauen, damit er an der Stelle, wo Franklin mit seinen Leuten zu Grunde ging, an der Küste und unter den Esquimaux, die weiteren nöthigen Erhebungen mache, und sämmtliche Reliquien sammle, die über das Schicksal der Verlorenen weitere Auskunft geben können. Gleichzeitig wird Dr. Rae die Aufgabe übernehmen, die Spur des seit 1852 verschollenen Collinson aufzusuchen. Im Allgemeinen hegt man in Betreff des Letzteren noch keine großen Besorgnisse. Es war am 27. August 1852, daß er zum letzten Male von sich hören ließ. Damals war er mit seinen Leuten in Ramsay=Eiland. Somit stand ihm der Rückweg bei Kap Parry und Bathurst durch die Behringsstraße offen, und sollte er tiefer in ben Parry=Sund eingedrungen sein, so findet er an verschiedenen Stationen Lebensmittel und Vorräthe, die M'Clure daselbst niedergelegt hat. Trotzdem wäre man hier sehr froh, ihn geborgen zu wissen. Feuilleton. Jahre aus dem Leben eines Spielers. Frei nach dem Französischen von C. H. Brückmann. (Fortsetzung.) Um mich her war alles Zweifel, Finsterniß und Geheimniß; mit verbundenen Augen verfolgte ich eine dunkle Straße, deren Anfangspunkt mir wohl bekannt war, nicht aber ihr Ziel; strauchelnd schritt ich vorwärts und fürchtete immer, in diesem verhängnißvollen Chaos, in das ich mich so vorschnell und so unklug gewagt hatte, an einen Stein anzustoßen, und je weiter ich gelangte, desto mehr bangte mir davor, noch vor dem Ende dieses dunkelen Pfades wieder umkehren zu müssen. Verzeihen Sie mir, mein Freund, daß ich Ihnen eine so umständliche Schilderung der peinlichen Empfindungen gebe, die ich erlitt. Ich will aber, daß Ihnen meine damalige Lage nach allen Seiten hin bekannt wird und Sie nicht blos von den einzelnen Augenblicken der sorgenlosen Heiterkeit, die mir fast wie eine glückliche Seltenheit zu Theil wurden, Kenntniß hätten. Zwischen dem Zeitpunkt, wo Sie mich aus dem Gesicht verloren, und unserem heutigen Zusammentreffen liegt eine Lücke, die ich nothwendig ausfüllen muß. Gewisse Anzeichen, die von Tag zu Tag deutlicher und bestimmter wurden, ließen es mir fast zur Gewißheit werden, daß ich der Gegenstand einer heimlichen Ueberwachung war. Dies Mißtrauen kränkte mich; es bildete keinen Punkt unserer Uebereinkunft und ich glaubte, daß mich dasselbe der von mir eingegangenen Verpflichtung entheben dürfte, ähnlich wie einen Gefangenen, den sein Ehrenwort zur Haft verurtheilt, trotzdem aber sich von Schließern und Riegeln bewacht findet. Diese Ansicht gründete sich so fest bei mir, daß ich entschlossen war, einen Freiheitsversuch zu wagen und seine Folgen zu tragen. Der Umgang mit den Frauen war mir besonders angenehm und den Gefahren, welchen ich mich dadurch ausgesetzt sah, zum Trotze suchte ich denselben und fand mich sehr wohl dabei; die weibliche Unterhaltung bot mir immer einen Reiz, dem ich niemals Widerstand zu leisten vermochte. Seltsame Sache! Ich hatte immer geglaubt, daß die Vorliebe für das Spiel die stärkste aller meiner Leidenschaften sei, und dennoch kostete es von meiner Seite keine allzugroße Selbstüberwindung, meinem Versprechen treu zu bleiben. Niemand aber hätte die heldenmüthige Entsagung zu schätzen vermocht, zu der ich mich hätte entschließen müssen, um drei Jahre lang auf Beziehungen, die mir einen ungemeinen Reiz boten, Verzicht zu leisten. Aber es scheint mir, lieber Graf, daß nichts zu einer derartigen Selbstentsagung Sie verpflichtete. In keiner Klausel des von Ihnen eingegangenen Vertrages war ein solches Opfer Ihnen auferlegt. Die Leute, die über meinen freien Willen verfügten, ließen mir geheimnißvolle Winke und versteckte Warnungen zukommen. Wenn man mich in irgend einer Gefahr oder Versuchung vermuthete, so rief eine unbekannte Stimme mir zu: Hüte dich!— und eine unbekannte Hand führte mich wieder auf den rechten Weg. Diese Andeutungen wurden immer häufiger und ließen das Joch, das man mir Anfangs, um mich zu dessen Uebernahme zu bestimmen, so leicht gemacht hatte, von Tag zu Tage drückender werden. Durch immer neue Fingerzeige unterwarf man mich einer Menge von Verboten und gewissenhaft zu befolgenden Verordnungen, die ich nicht erwartet hatte. Wenn ich murrte, machte man mich auf die Zeit, die schon verstrichen war, aufmerksam, zeigte man mir den nahen Zeitpunkt meiner Befreiung und gab mir die Thorheit zu bedenken, deren ich mich schuldig machen würde, würde, wenn ich der Frucht so vieler Opfer verlustig gehen wollte. Ueber den Weg und die Weise, wie mir diese Mittheilungen zukamen, habe ich niemals auch nur die geringste Spur zu verfolgen vermocht. Den Griechen sah ich nicht wieder; ohne Zweifel wich er meiner Begegnung aus und fürchtete, zu Erklärungen gezwungen zu werden, welche den Zusammensturz aller seiner Hoffnungen veranlassen konnten. Der Betrag meines Jahrgehalts ward mir mit gewissenhafter Pünktlichkeit ausgezahlt; am ersten Tag eines neuen Monats kam mir regelmäßig ein Wechsel zu, aber niemals mit derselben Unterschrift, und die mir angegebene Adresse, wo ich die bestimmte Summe erheben sollte, war immer eine neue. Diese Geheimnißthuerei, die mir stets unbegreiflicher und unerträglicher wurde, verürsachte mir einen beständigen Ekel und eine vernichtende Ungeduld. Der Wohlstand, dessen ich mich erfreute, und die Seelenqualen, die ich erduldete, brachten mich oft auf den Gedanken, daß ich einen Vertrag mit den Mächten der Unterwelt und den Geistern der Bosheit abgeschlossen. Wenn dieser Gedanke mein Inneres so ganz erfüllte, beherrschte er mich mit solcher Macht, daß ich allen meinen Wünschen zu entsagen und vor Allem eine Verbindung zu lösen, deren Dauer, wie Beständigkeit mir sehr zweifelhaft erschien, im Stande gewesen wäre. Nun habe ich Ihnen zu erzählen, wie man mir so lange den Gedanken an die Knüpfung eines zärtlichen Bandes und an das Eingehen eines Ehebundes entfremden konnte. Mein Herz war das Hauptpfand, das man mir bei dem Abschlusse des Vertrages abgefordert hatte, aber Niemanden erkannte ich das Recht zu, über die Freiheit meiner Neigungen entscheiden zu dürfen. Bei der Marquise von Fonbrune, die ich fast täglich besuchte, lernte ich eine junge Dame kennen, die erst vor Kurzem den in der Tourraine gelegenen Landsitz ihres Vaters verlassen hatte und nach Paris gekommen war, um sich weiter auszubilden. Seit dem Tode ihrer Mutter, die ihr schon im zartesten Kindesalter entrissen worden war, hatte sie das klösterliche Pensionat fast nicht verlassen. Man hatte ihr durch einen Familienbeschluß einen Vetter, den sie nicht kannte, zum Manne bestimmt. Die Marquise war die Freundin ihrer Mutter gewesen und hatte sich erboten, Fräulein v. Merande(dies war der Name der jungen Dame) in die Welt einzuführen. Diesen Entschluß der Marquise, die selbst noch jung war, betrachtete man allgemein als einen edlen Herzenszug, und Frauen, die in einem weit vorgerückteren Alter standen, konnten nicht begreifen, wie man ein solches Opfer, einem jungen Mädchen als Erzieherin zu dienen, der Erinnerung an eine geliebte Freundin, die schon längst das Zeitliche gesegnet habe, bringen könne. (Fortsetzung folgt.) Die Rachel. (Schluß.) Die Rachel ist auf nichts stolz, erstaunt über nichts. In den ersten Jahren ihrer künstlerischen Laufbahn war sie nie fröhlicher und anmuthiger, wenn sie mit ihrer Familie und einigen Freunden zu Tische saß, als wenn das Publikum sie mit wohlverdienten Beifallsspenden, mit Blumen und Kränzen überschüttet. Sie ruhte mit Wohlbehagen in häuslicher Vertraulichkeit von den Ermüdungen der Bühne und von dem Geräusch der Triumphe aus. Als sie eines Abends von Windsor zurückkehrte, wo sie vor der Königin von England Verse vorgetragen, warf sie sich, noch betäubt von allen Lobsprüchen und Schmeicheleien des Hofs, in einen Sessel im Zimmer, in welchem ihre Mutter, ihre Schwester und einige Freunde des Hauses versammelt waren und sagte: Ach, meine lieben Freunde, wie noth thut es mir wieder unter die Canaille zu kommen! Ein erhabener Geist hat die Ehren der Welt bald satt, er weiß daß Freiheit und Zwanglosigkeit die besten Dinge hienieden sind, und daß, um die Sprache unserer Väter zu sprechen, man nie besser lebt als mit losgeknöpftem Bauch. Welch' köstliche Stunden habe ich bei der jungen Schauspielerin zugebracht, damals, in ihrer guten Zeit, als sie sorglos und lachend, mit einer fieberhaften Freude, die fünf Minuten dauerte, nach jeder Neuigkeit, nach jedem Spielzeug haschte, und in der Unschuld ihres Geistes und Herzens kaum das Gute und das Böse unterschied, als sie ihr Talent und ihre Erfolge wohlfeil hingab, als sie, mehr ermüdet als berauscht durch Lob und Bewunderung, es liebte sich der schönen Heiterkeit, der poetischen Hoffnungen der Jugend und Armuth zu erinnern, freigebig und mitfühlend für jedes Unglück, das ihr eine traurige und ernste Zeit zurückrief, als sie den Glanz und den Luxus floh, und ihnen aus Neigung und Gewohnheit die zwanglose Fröhlichkeit des Mittelstandes vorzog. Wie die großen Herren am Schluß des letzten Jahrhunderts, hätte Hermione sogar bisweilen gern in schlechter Gesellschaft sich belustigt und von den Töpfen und Ragouts der Kneipen genippt. Welch' interessante Gestalt war diese junge Zigeunerin, als sie plötzlich und ohne ihr Wissen eine große Dame geworden! Es gibt nichts beweglicheres und veränderlicheres als dieser Charakter und dieser Geist: es ist abwechselnd Thorheit und Weisheit, Trauer und Freude, Weinen und Lachen. Ich werde nie einen kleinen Auftritt vergessen, zu dessen Zeugen mich der Zufall machte. Die Rachel kam aus dem Theater Italien, ein Bedienter ließ ihren Wagen vorfahren und sie setzte eben die Spitze ihres eleganten Schuhs auf den Tritt, als eine kleine Orangenhändlerin sie erkannte und mit dem spottenden Hallen- und Marktton„Ah, Rachel! Rachel!" rief. Die Schauspielerin hielt an, drehte sich munter um und sagte:„Nun, mein liebes Kind, machst du gute Geschäfte?" Bevor sie eine Antwort erbalten, warf sie ein Goldstück unter die Orangen. Die erstaunte und eingeschüchterte zerlumpte kleine Händlerin überschüttete die gute große Dame, die in die Equipage stieg, mit ehrfurchtsvollem Dank. Am 15. August 1841 schrieb mir die Rachel aus Bordeaux:„Das Publikum, die Lampen, Vater Corneille und mein Costüm geben mir, so lange meine Rolle dauert, eine künstliche Stärke; nachher aber werde ich wieder schwach und ich bleibe traurig bis zur nächsten Vorstellung". Trotz aller periodisch wiederkehrenden Gerüchte, daß sie abgehen werde, habe ich nie an einen vorzeitigen Abgang der Rachel geglaubt. Sie lebt nur durch das Theater und nur für das Theater; die Lampen und der Souffleur sind Lebensbedingung für sie; sie muß schöne Verse zu sprechen, heftige Leidenschaften darzustellen, einen Minister zu verführen und einen Theaterdirektor zu beherrschen und zu quälen haben, sie bedarf vor allen Dingen des Lärms und der Aufregung des Beifalls. Wenn die junge Schauspielerin in Paris eine ihrer großen Rollen gibt, die alle ihre Kraft in Anspruch nehmen, so ist es ihr oft unmöglich zu schlafen, und es passirt ihr dann, daß sie die ganze Nacht damit zubringt, ihr gesammtes Mobilar umzustellen oder heimlich in der Stadt umherzufahren. In Augenblicken des Aergers und des Zorns bändigt die Rachel bisweilen ihre Zunge ebensowenig wie Thiers. Eines Tags war sie in Streit mit mir gerathen. Ich widersprach ihr und ihren Lippen entschlüpfte das Wort Lumpenhund. Wir versöhnten uns.„Alles das ist gut und wohl, sagte ich zu ihr, aber Sie haben einen Ausdruck gegen mich gebraucht, den sich noch niemand gestattet hat; Sie haben mich Lumpenhund genannt. Sein Sie ruhig, antwortete sie lachend, seit diesem Augenblick gehören Sie zur Familie. Wenn ich diese Memoiren im Jahr 1838 geschrieben hätte, so hätte ich selbst vor dem Publikum die unsinnigste Bewunderung für die junge Rachel von damals nicht zurückhalten können, aber ich bin alt und sie ist reich geworden, und nichts kühlt Herz und Geist mehr ab, als Reichthum und Jahre. Ist das Leben der Rachel frei geblieben von jenen Fehlern und Schwächen, ohne welche, wenn man der Geschichte des Theaters glauben darf, die Kunst nichts und die Künstlerin nicht alles wäre? Adrienne Lecouvreur war zweimal Mutter, und das ist eine weitere Aehnlichkeit zwischen Adrienne Lecouvreur und der Rachel, zwischen der romantischen und bewegten Existenz dieser beiden Berühmtheiten der Bühne. Als Tochter, als Schwester und als Mutter entfaltet die Rachel eine große Zärtlichkeit. In dieser Komödiantenwelt zankt man sich, überwirft man sich, trennt man sich, aber um wieder zusammenzukommen, um sich zu umarmen und um sich noch lieber zu haben. Die reiche Schauspielerin besiegelt diese häufigen Versöhnungen mit den reichsten Gaben, den glänzendsten Geschenken. Die Rachel ist keine gefährliche und boshafte Frau; sie entfaltet beinahe immer ebenso viel Anmuth, wenn sie ihr Unrecht wieder gut macht, als es ihr bisweilen ein boshaftes Vergnügen gewährt, ein solches Unrecht zu begehen. Aber man muß auf der Hut sein, man muß das Herz nicht Feuer fangen lassen bei dem plötzlichen Ausbruch von Coketterie und Zärtlichkeit, mit welcher die Schauspielerin dann und wann die Laune hat, den ersten besten zu überschütten: sie wird sich morgen ihrer Verpflichtungen und ihres Entgegenkommens von heute nicht mehr erinnern; sie lacht bisweilen über die Leidenschaft, welche sie einflößt. Man hat die Rachel oft der Habsucht angeklagt. Bei ihr wechselt ein Uebermaß von Verschwendung und ein Uebermaß von kleinlicher Berechnung und Sparsamkeit; bisweilen will sie alles geben was sie besitzt, und schleppt unerwartete Geschenke herbei, aber in ihrer freundschaftlichen Zerstreuung kann sie wenige Tage später in Versuchung kommen, weit mehr wieder zu nehmen als sie gegeben hat. Alle Contraste zeigt diese bewegliche und wunderliche Natur: verschwenderische Wohlthätigkeit und Geschäftssinn, die Hingebung eines Engels und die Bosheit eines Teufels; es ist eine fiebernde Natur, welche alles erschöpfen, alles aufbrauchen will, welche weder Runzeln noch Unglück für möglich hält, diese ewigen und unversöhnlichen Feinde der Schönheit, des Genie's und des Reichthums. Ich weiß nicht, ob man die Rachel nach dieser Schilderung lieben oder fürchten muß, ich weiß nicht, ob man sie verachten oder achten wird. Man muß bedenken, daß sie in Marktschreierbuden und hinter deu Coulissen aufgewachsen, man muß sich ihrer Entbehrungen, ihrer Hülflosigkeit bei ihrem Eintritt in das Leben erinnern, man muß sich erinnern, was sie gewesen und was sie geworden, und des langen Wegs voll Schlingen und Dornen, voll Gefahren und Abgründe, den sie in ihrer ersten Jugend fast ohne Führer, ohne Mittel und ohne Stütze zurückzulegen hatte. Neben einzelnen schlimmen Neigungen, den unreinen Spuren eines Irrlebens in Nebel und Morast, hat sie edle Instincte, ein Gefühl für alles Große und Schöne, eine leidenschaftliche Freude an geistiger Unterhaltung, einen überlegenen Verstand, eine liebenswürdige Philosophie und den ganzen Liebreiz angeborner Eleganz und Würde. Man wird fast ihr Feind, wenn man sie nicht mehr sieht; man eilt ihr freudig entgegen, wenn sie wie der verlorene Sohn zurückkehrt. Abwesend erinnert man sich nur ihrer Fehler, die man Verbrechen nennt; anwesend ist man der Sklave ihrer seltenen Eigenschaften und ihrer entzückenden und trügerischen Coketterie. Neuester Börsen=Bericht. Berlin, 28. Oktober. Freiw. Anleihe 99¾ bz. St.=Anl. 1850 973 bz „ 1852 973 bz. „ 1853 92½ G. „ 1854 973 bz St=Schuldsch. 843 B. Seeh.=Pr.=Sch 177 bz. Aach.=Düssd. 83½ bz. Berg.=Märk. 67¾ B. Berl.=Stett. 144—143¾ bz Cöln=Mo 125—124¾ bz. „„ Pr. 100 „„ II. Em. 102 G. Düsseld.=Elberf. 97½ B. Pr. Wilh.(S.V) 31½ B „ Ser. I.— „„ II.— Rhein. 85¼ bz. Ruhrort=Crefelder 80½ bz. Amsterdam, 28. Okt. Wirkliche Schuld 5878. „„ 88¾ Act. d. Hand=Gesellsch.— Paris, 28. Okt. Schlußcourse, 4½% 98,00. „ 3% 75,80. Fruchtpreise zu am 28 Oktober 1854. pr. berl. Scheffel Weizen,| 4| 1— Roggen 1. Qualität 3 3— „ 2.„——— " „ gedörrter——— Landroagen——— Wintergerste... 2 8 Sommergerste... 2 8 Buchweizen.... 2 12 Hafer 1 8— Erbsen 3 12— Rübsaamen 4 12— Kartoffeln... 1 8— Thl. Sgr. Pf. Heu, 110 Pfund— 28— Stroh, 1200 Pfund 4 20— Kleiner Saamen.. 4 7 6 Rüböl, 282 Pf. o. F. 44 15— dito pr. Okt.. 44 15— Leinöl, per Öhm. 39—— Rübkuchen, 1000 St. 41—— Preßkuchen, 2000 Pf. 37—— Leinkuchen, 2000 Pf——— Branntwein, pr. O. zu 1230 zu 47% (ohne Maklerg.) 23 15— Gereinigtes Oel.. 45 15— Frucht=, Getraide= und Oelpreise. Köln, 28. Oktober. Rüböl effekt. 41 a 40¾ Thlr., in Parth. 40½ a ¼ Thlr. B.,— G., pr. Oktober 39¾ Br., 39½ a 58 G, pr. Mai 1855 35¾ B., 35½ a 5 G., pr Nov.— B. Weizen effkt., 124 Sgr. B., pr. Novbr. 123 Sgr. B., 122 G., pr. März 120 Sgr. B., 119¼ G. Roggen effekt, 97½ a 98½ Sgr. Br., pr. Nov. 91½ B., 90½ G., pr. März 89½ Sgr. B., 89½ G. Gerste, hiesige, 61 a 63 Sgr. Br., oberl., Sgr.— Br. Hafer 43 Sgr. Br Spiritus effektiv, 43 Thlr. B.— G, in Parthieen Thlr. 43 B.,— bz., pro September— Thlr. B., — G., pr. Oktober— Thlr. B.,— G., rectifizirt 90% 51 Thlr. Eine brave Familie, aus 8 Personen, wovon das jüngste Kind ¾ Jahr alt ist, wurde plötzlich durch den Raub der Flammen der Wohnung der Kleidung und des nöthigsten Unterhalts verlustig. Ohne Geld und ohne Lebensmittel ist solche jetzt der drückendsten Noth ausgesetzt. Ein naher Verwandter derselben, welcher hier seit vielen Jahren in seiner amtlichen Stellung sich immer gefällig gezeigt hat, bittet um milde Beiträge für die Unglücklichen. Die Gaben, so klein sie auch sein mögen, werden von der Expedition dieses Blattes dankbar angenommen. Der Suppenverein der Ursula=Gesellschaft für kranke Frauen und arme Wöchnerinnen hat durch Fräul. Worms von ungenannter Hand 1 Thlr. und von B. E. nochmal 5 Thlr. zum Geschenk erhalten, wofür recht herzlich dankt Der Vorstand. Anzeigen. Als Beitrag zur Verloosung für die Ueberschwemmten in Schlesien wurden mir von Fräulein Mathilde von Waldenbura 6 Abdrücke ihrer Zeichnung „l’anima beata", sowie 10 Exemplare ihrer beiden Schriften„Reise durch die Schweiz nach Mailand und München" und„Briefe aus Frankreich an Herrn Direktor W. v. Schadow" überschickt, was ich mit aufrichtigem Danke und der Bitte anzeige, durch Zusendung weiterer Beiträge das obige wohlthätige Unternehmen unterstützen zu wollen. Düsseldorf den 28. Oktober 1854. Der Bürgermeister Hammers. Am Dienstag den 31. Oktober 1854, Morgens 11 Uhr, gerichtliche Versteigerung verschiedener HausMobilien auf dem Marktplatze am Rathhause zu Düsseldorf gegen baare Zahlung. Der Gerichtsvollzieher Weißenfels. Am Dienstag den 31. Oktober 1854, Morgens 11 Uhr, wird Unterzeichneter auf dem Markte am Rathhause zu Düsseldorf verschiedene Mobilien gegen sofortige Zahlung gerichtlich versteigern. Der Gerichtsvollzieher Weißenfels. Heute Montag den 30. und Dienstag den 31. d., Abens 7 Uhr, Pastoral- und National-Concert der Bearner Sänger=Gesellschaft. Entree 2½ Sgr. Französische Delicatesse=Waaren in Blechbüchsen, darunter Gemüse, als: Spargel, grüne Erbsen und Bohnen, wie auch zu Compott bereits fertig gemachte Erdbeeren, Pflaumen, Apricosen, Birnen etc. bei H. Wedel, Alleeplatz. Feinste Gothaer Wurst, französische Macaronen, Edamer Käse und Straßburger Kastanien, das Pfund 21 Sgr., in größeren Partieen noch bei Englische Austern, direkt bezogen und von vorzüglicher Qualität, erhielt A. M. Cürten. Frische englische Austern, russischen Kaviar, antwerpener Muscheln und straßburger Kastanien erhielt W. Hermann, Bolkerstraße, am Markt. Verein zur Beschaffung billigerer Lebensmittel. Die zweite Schiffsladung guter Kartoffeln ist hier eingetroffen und wird heute Montag Nachmittag 2 Uhr mit dem Verkauf statutgemäß begonnen. Der Vorstand. Die evangelische KrankenSterbelade hierselbst und gedenkt am Mittwoch den 1. November d. J. durch öffentlichen Gottesdienst in der größeren evang. Kirche um 3 Uhr Nachmittags und durch eine Nachfeier im Geisler'schen Saale um 5 Uhr Nachmittags ihr Stiftungsfest zu begehen. Die Mitglieder und Freunde derselben werden zu dieser Feier hierdurch eingeladen. Düsseldorf den 27. Oktober 1854. Der Vorstand. Todes-Anzeige. Entfernten Freunden und Bekannten hiermit die traurige E Anzeige, daß unser theurer Gatte, Vater und Bruder, G der Conditor| 6 Carl Geisler 9 gestern Morgen 8½ Uhr, in einem Alter von 56 Jahren an den Folgen eines Schlagflusses, gestärkt durch die Sterbesakramente der kath Kirche, sanft und gottergeben dem Herrn entschlafen ist Düsseldorf den 30. Oktober 1854. Die Hinterbliebenen: Auguste Geisler, geb. Embach.( anz, Carl und August Geisler. Franz Geisler, Hof=Conditor. Fruuz Gervier, Hoferevnvr. 8 Es hat dem Allmächtigen gefallen, den 27. d. Mts., ½7 Uhr Abends, unsere innigst geliebte Tochter und Schwester Catherina Christina Schumacher im 18. Jahre ihres Alters an den Folgen einer Brust„krankheit, frühzeitig versehen mit den Heilsmitteln der kath. D Kirche, zu sich zu nehmen H Alle Freunde und Bekannte, denen aus Versehen die Z Einladung nicht zukommen sollte, werden höflichst eingeF laden, der Beerdigung, welche nächsten Dienstag den§. 531. Oktober, Morgens 8 Uhr stattfindet, beizuwohnen. Die Seelenmesse ist gleich nach der Beerdigung 9½ Uhr 5 in der Max=Pfarrkirche. D Mathias Schumacher.G 3 Sophia Schumacher, 38 geb GießenS 2Helene Schumacher. S. Citadellstraße Nr. 1241. Die Elberfelder Feuer=Versicherungs=Gesellschaft versichert sowohl Gebäude als bewegliche Gegenstände aller Art gegen billige, feste Prämien und haben die Versicherten nie Nachzahlungen zu leisten. Versicherungen können geschlossen werden: Auf 1 Jahr und kürzere Zeit; auf 5 Jahre, mit Vorauszahlung der vierjährigen Prämien, das 5. Jahr frei; auf 7 Jahre, mit Vorauszahlung der sechsjährigen Prämien, nach Abzug von 10% Sconto das 7. Jahr frei. Die näheren Bedingungen, das Statut der Gesellschaft und die Rechnungs=Abschlüsse sind bei dem Unterzeichneten einzusehen, der sich zur Empfangnahme von VersicherungsAnträgen bestens empfiehlt. Düsseldorf. Balduin Wilhelmi, Bergerstraße 1177. Hierdurch beehre ich mich ergebenst anzuzeigen, daß ich zwei Schiffsladungen niederländischer Kartoffeln erhalten habe. Dieselben sind sehr haltbar und gut von Geschmack; weil aber die Schiffe nicht lange liegen bleiben können, verkaufe ich die Kartoffeln, um schnell damit aufzuräumen, vom Rhein ab zu 1 Thlr. 10 Sgr. pr. 100 Pfd. Wenn dieselben erst im Keller sind, ist der Preis höher. C. Kukuk, Neustraße. Unser seit langen Jahren hier bestandenes Commissions- und Speditions=Geschäft empfehlen wir hiermit. Gladbach im Oktober 1854. Küppers§ Comp. Den Empfang der neuen Moden für die bevorstehende Saison beehrt sich ergebenst anzuzeigen. Clara Wirtz. Düsseldorf im Oktober 1854 Kappus-Verkauf. Donnerstag den 2. November d. J. um 10 Uhr läßt Unterzeichneter bei Herrn Gather in Himmelgeist circa 35,000 Stůck nummerweise meistbietend verkaufen. Mickeln den 25. Oktober 1854. H. Erbach. (652) Ein hiesiges Handlungshaus sucht einen Lehrling. Zu erfragen in der Exp. d. Bl. Preßhefe bester Qualität ist in großen und kleinen Parthieen zu billigem Preis zu haben bei Wilh. Storz im Luftballon. Entbindungs-Anzeige. Daß weine liebe Frau Bertha Schleger diesen Morgen von einem gesunden Mädchen glücklich entbunden ist, zeigt Verwandten und Freunden ergebenst an Essen den 28. Oktober 1854. Franz Tutmann. Leere Fässer in allen Größen werden billig abgegeben bei Boelling& Eichmann in der Neustadt. Unterzeichneter empfiehlt sich im Kappusschaben auf tyroler Art zu billigen Preisen. Bestellungen werden bei Herrn Bäcker Laufs am Markte angenommen. Gottfr. Platen. Meine Wohnung ist jetzt Hundsrücken 398 an der Jesuitenkirche. Joh. von Söhnen, Posamentirer. (661) Ein Mann, in Büreau- und Comptoir=Arbeiten erfahren und im Besitze guter Zeugnisse, sucht Beschäftigung, wenn auch stundenweise. Näheres in der Exp. d. Bl. unter I. A. Nr. 25. (667) Ein gut dressirter, wachsamer und treuer Hund ist billig zu verkaufen. Wo, sagt die Exp. d. Bl. Der Probedruck des großen neuen Stadtplans ist in unserm Geschäfts-Lokale zur Ansicht ausgestellt. Wegen der sehr bedeutenden Herstellungs- Kosten wird der Preis des Plans beim Erscheinen von 1 Thaler auf 1½ Thaler erhöht. Bis dahin nehmen wir noch Subscriptionen zu 1 Thlr. an. Stahl’sche Buchhandlung (W. Kaulen), Karlsplatz. Adreßbuch von Düsseldorf. Nachdem der Druck des Adreßbuches begonnen hat und rasch gefördert wird, machen wir darauf aufmerksam, daß der festgesetzte Subscriptionspreis von 20 Sgr. nur bis zum Erscheinen des Buches gilt, und laden wir daher alle Interessenten, die noch nicht unterzeichnet haben, zur Subscription ein. Die Liste ist in unserem Geschäftslokal aufgelegt. Die Gewerbtreibenden, welche ihre Geschäfte in dem Adreßbuch empfehlen wollen, belieben sich an die Buchdruckerei von H. Voß zu wenden. Stahl'sche (W. Kaulen), Karlsplatz. 3 Friedrichsd'or Belohnung. Es sind folgende holländische Banknoten und Münzbillets abhanden gekommen, vor deren Ankauf gewarnt wird: Fl. 10, holl. Münzbillet, Lit. T. A Nr. 23 „ 10.„„„„„„ 24 10 26 datirt . R.„20 15. Sept. 1853. 50,„„„ S.„ 127 1900 50,„„„ Z.„ 167 „ 60,„ Banknoten Nr. 176, datirt Amsterdam den 27. August 1852. „ 40,„„„ 865, datirt Amsterdam den 7. Januar 1852. „ 25,„„„ 476, datirt Amsterdam den 6. April 1852. „ 25,„„„ 328, datirt Amsterdam den 17. Februar 1853. „ 25,„„„ 324, datirt Amsterdam den 22. Mai 1851. „ 40,„„„ 322, datirt Amsterdam den 27. Juni 1853. Preußische Renten=Versicherungs=Anstalt. Nach den bis heute eingegangenen Abrechnungen der Agenturen sind im Jahre 1854 1) 3653 Finlagen zur Jahresgesellschaft 1854 mit einem Einlage=Kapital von 59,486 Thlr.— Sar. gemacht und 2) an Nachtragszahlungen für alle Jahresgesellschaften....... 82,935 Thlr. 12 Sgr. eingegangen. Neue Einlagen und Nachtragszahlungen werden nach den revidirten Statuten noch bis zum 31. Oktober mit einem Aufgelde von 6 Pf. pro Thaler, von da ab bis zum 31. Dezember aber nur mit einem Aufgelde von 1 Sgr. pro Thaler angenommen. Die Statuten und der Prospekt unserer Anstalt, so wie der Rechenschaftsbericht pro 1853 können sowohl bei uns, als bei unseren sämmtlichen Agenten unentgeltlich in Empfang genommen werden. Berlin den 26. Oktober 1854. Direktion der Preußischen Renten=Versicherungs-Anstalt. Die vorstehende Bekanntmachung beehre mich hierdurch zur Kenntniß des Publikums zu bringen. Düsseldorf den 28. Oktober 1854. Balduin Wilhelmi, Haupt=Agent. (665 Verloren wurde am Samstag Abend auf dem Wege von der Mühlenstraße bis zum Luftballon eine Brieftasche mit einem 25=Thalerschein und einem Briefe des Eigenthümers. Dem ehrlichen Finder werden Drei Thaler Belohnung zugesichert. Näheres bei der Exp. d. Bl. Verloren. Fl. 355. Dem redlichen Finder oder wer sonst in der Expedition d. Bl. genügende Auskunft darüber geben kann, wird obige Belohnung zugefichert. (667) Gestern wurde von der Kasernenstraße, Königsallee bis zum Kirchhofe ein Diamant=Schieber verloren. Der Wiederbringer erhält eine gute Belohnung. Näheres in der Exp. d. Bl. (659) Ein hiesiges Putzgeschäft sucht eine Gehülfin und ein Lehrmädchen, die zu Hause schlafen können. Näheres in der Exp. d. Bl. (662) Eine perfekte Köchin, welche zugleich eine größere Haushaltung zu führen versteht, sucht eine Stelle. Näheres in der Exp. d. Bl (663) In einer hiesigen Brau= und Brennerei wird ein Zweiter=Gesell gesucht und kann gleich eintreten. Näheres sagt die Exp. d. Bl. (664) Gesucht ein in allen vorkommenden Hausarbeiten erfahrenes Madchen, welches gleich eintreten kann. Bei wem, sagt die Exps d. B. (666) Ein auswärtiges Mädchen mit guten Zeugnissen sucht eine Stelle und kann gleich eintreten. Welches, sagt die Erp. d. Bl. Ein Rollwagen, zum ein= und zweispännigen Gebrauch(4 zöllig) steht billig zu kaufen. Bei wem, erfährt man in der Exped. d. B. (660) Ein junger Hühnerhund, braun getigert und braun behangen, auf den Namen „Trüffel“ hörend, ist entlaufen. Wer denselben wiederbringt, erhält eine angemessene Belohnung. Vor dem Ankauf wird gewarnt. Näheres in der Exp. d. B. Ein im besten Zustande befindliches Tafelklavier steht zu vermiethen. Zu erfragen Schadowstraße 17. Zwei möblirte Zimmer zu vermiethen, Ratingerstraße at t Mehrere möblirte Zimmer zu vermiethen, Neustraße Nr. 402. Ein zu jedem Geschäfte geeignetes und neu eingerichtetes Unterhaus ist Neubrückstraße Nr. 160 billig zu vermiethen. Billig und gleich zu vermiethen: Bei Herrn Laurentius am Wehrhahnen Nr. 8½ zwei freundliche Garten=Zimmer nebst Laube mit oder ohne gutem Meublement auf 5 Monate oder unbestimmte Zeit. Eine schön gelegene Bel-Etage von 8 Theilen nebst Mansardenzimmern, Keller und Speicher steht zu vermiethen und gleich zu beziehen. Näheres Neustraße 420 Flingerstraße 1098 werden zwei solide junge Leute in Schläfung gesucht. Ratingerstraße 134 sind zwei Zimmer an stille Leute zu vermiethen und gleich zu beziehen. Mittelstraße Nr. 1058 ist eine Seite des Unterhauses zu vermiethen. Theater=Anzeige. Montag den 30. d. 1. Vorstellung im 2. Abonnement. Zweites Gastspiel des N. K. Hofschauspielers Herrn Wilhelm Kunst aus Wien. Otto v. Wittelsbach. Schauspiel in fünf Aufzügen von Babo. Anfang 6 Uhr. Mittwoch den 1. November: 2. Vorstellung im 2. Abonnement. Martha, oder der Markt zu Richmond. Oper in 4 Abtheilungen von Friedrich. Musik von Flotow. Kassaöffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Wasserstand. 30. Okt., Morg. 6 Uhr: 9' 2". Wind: S.=O. „„ 8„ 9° 2"„ S.-O. Fremdenblatt. In den drei Reichskronen bei Beeking. Se. Excellenz der wirkliche Geheimrath von Arnim m. Fam u. Bed., a Bonn. Ihre Excellenz die Frau von BodelschwingPlettenberg m. Bed., a Draiß. Fortunatoff m. Fam. u. Bed., Pastor aus dem Haag. Gabe m. Fam., Advokat a Hamburg. Hojes m. Fam, Obrist a d. Haag. Wonters m. Fam., Part. a Holland. Carry m. Fam., Rent. a Dresden. van Eyken, Reut. a Amersfort. Moyen de Melles. Part. a Brüssel Büschgen m. Gem., Bürgermeister a Rheydt. van Vlooten, Part. a Amsterdam. Becker, Part. a Amsterdam. Zum Prinzen von Preuszen bei Wittwe E. Schleger. Sir Hugh Campbell-Barouet m. Fam. u. Bed., a London. Graf Droste=Vischering m. Bed., a Münster. Graf Wintzingerode m. Gem, a Mülheim. v. Scherpenzeel=Thim, Direktor a la vieille a Montagne. v. Pranghe, Part. a Aachen. Baron v. Plettenberg, Oberst a Potsdam. Steidel, Kfm a Cöln Weinmann, Kfm a Alf. Pastor m. Gem., Kfm a Burscheidt. Holst m. Fam., Consul a Hamburg. Tosoany, Part. a Frankfurt. Sieberg, Rent. a Cleve. Ju Cölnischen Hof bei Juppen. Schult, Bürgerm. u. Landtags=Abgeordneter a Glessen. Harzheim, Bürgerm. u. Landtags=Abgeordneter a Geygen Trütschler, Landtags=Abgeordneter a Kirchhof. v. Tornow, Inspektor a Brauweiler. Bied, Kfm a Hochs. Berger, Kfm a Berlin. Stumpf, Kfm a Coblenz. Marx, Kfm a Aachen. Teller, Kfm a Aachen. Sackemann, Kfm a Aachen. Hertzberg, Kfmia Offenbach. Michael, Kfm a Frankfurt. Budberg m. Sohn, Kfm a Berncastel. Frohwein, Kfm a Hannover. Baron v. Frink m. Bed., a Dresden. Gohle, Kfm a Minden. Fortkamp, Kfm a Wiedenburg. Hotel Domhardt. Hölst, Student a Copenhagen. Wedersoe, Student a Copenhagen. Joubert m. Gem., Part. a Paris. Meyer, Part. a Hamburg. Welling, Part. a Barmen. Lohr m. Frau, Kfm a Gladbach. Bornefeld m. Fam., Kfm a Gladbach. Schulmann, Part. a Danzig. Brögelmann, Bürgermeister a Cromfort Im Römischen Kaiser bei Engels. Zapp, Kfm a Barmen. Isaak, Kfm a Hattingen. v. Stelten, Kfm a Neuß. Ermert, Kfm a Cöln. Berger, Kfm a Venlo. Bereveur, Kfm a Venlo. Cristers, Kfm a Venlo. Canoy, Notar a Venlo. Herzyl, Kfm a Venlo. v. Gertel, Controlleur a Venlo Dorweiler, Kfm a Cöln. Eon, Kfm a Elberfeld. Lürges, Kfm a Weyberg. Klein, Kfm a Mainz. Dumont, Maler a Düsseldorf. Reis, Kfm a Franksurt. Cahn, Kfm a Frankfurt. Cahn, Kfm a Worms. Meister, Kfm a Berlin. Kratz m. Sohn, Mühlenbesitzer a Ophover. Luyken, Bergbaubeflissener a Dortmund. Röder, Grubendirektor a Dortmund. v. Dobener, Berggeschworner a Dortmund. Schirmer, Kfm a Cöln. Hotel Stelzmann Steyermin, Maler a Brüssel. Inge, Kfm a Uetrecht. Merien, Kfm a Frankfurt. Gubit, Opperateur a Siegen. Forturatoff m. Fam., Pastor a d. Haag. Wiusenladen, Gutsb. a Westphalen. Kreme, Kfm a Bielefeld. Amide, Mechaniker a Duisburg. Müller, Kfm a Frankfurt. Müyland, Kfm a Lüttich. Schirmer, Kfm a Cöln. Im alten Kasfeehaus bei Heuser Wolfs, Kfm a Cöln. Frantzen, Kfm a Cleve. Gödde, Kfm a Cleve. Brönnig, Rektor a Rees. Häuser, Kfm a Erkelenz. Klinkenberg, Fabrikant a Aachen. Laumen, Student a Bonn. Willkens, Kfm a Bielefeld. Kremer, Kfm a Remscheidt. Im neuen Krahnen bei B. Rüsgen. Gerster m. Sohn, Fabrikant a Mainz Henning m. Frau, Kfm a Weißensee. Hasdarre, Mechaniker a Manchester. Öhren, Kfm a Velbert. Kurtz, Mechaniker a Mülhausen. Gebr. Koppmann, Backofenm. a Königswinter. Im Berliner Hot bei Kampmann. Stubtein, Bearner Sänger a Sigean. Fleodom, Bearner Sänger a Bagneres. Ricaud, Beaner Sänger a Bagneres. Pegot, Bearner Sänger a Bagneres. Pierre, Bearner Sänger a Bagneres. Fages, Bearner Sänger a Bagneres. Breuillet, Bearner Sänger a Perpignan, Segala, Bearner Sänger a Camier. Zimmermann, Bearner Sänger a Metz. Heinemann, Kfm a Fredeburg Pröschen, Kfm a Ulrichstein. Müller, Maler a Horchheim. Leichel, Orgelbauer a Duisburg. Redakteur: W. Kaulen in Düsseldorf.— Druck und Verlag der Stahl'schen Buchhandlung(W. Kaulen), Carlsplatz Nr. 1043.