Düsseldorfer Journal Erscheint täglich außer Montags. Abonnementspreis: vierteljährlich 1 Thlr. Auswärts bei allen preuß. Posten 1 Thlr. 5 Sgr. und Kreis=Blatt. Einrückungsgebühren für die Petitzeile oder deren Raum 1 Sgr. Anzeigen werden bis 11 Uhr Vormittags angenommen. No 296. Mittwoch den 11. Dezember 1850.(Damasius.) 12. Evangelischer Gottesdienst. Mittwoch den 11. d. Große Kirche. Bibelstunde, Anfang 5 Uhr, Herr Cons.=Rath Budde Aus Düsseldorf. Vom 10. Dezember. Gestern haben die Assisen des Landgerichtsbezirks Düsseldorf für das IV. Quartal 1850, unter dem Vorsitze des Herrn AppellationsGerichtsraths Göbel angefangen. Die Audienzrolle erstreckt sich bis Mittwoch den 18. Dezember d. J. und kommen folgende Sachen zur Verhandlung: Montag den 9. Dez., Wilh. Stiefel, Fälschung. Dienstag den 10., Constantin Wego, ErndteDiebstahl.— Johann Friedrich Lorenzen, Diebstahl. Mittwoch den 11., Hermann Blissenbach und Consorten, Erndte=Diebstahl.— Catharina Hörner, Diebstahl. Donnerstag den 12., Johann Hörner, Diebstahl. — Johann Esser und Consorten, Diebstahl. Freitag den 13., Wittwe Wenzel, geb. Weniger, freiwillige Tödtung. Samstag den 14., Karolina Heesen und 1 Cons., Diebstahl. Montag den 16., Wilhelm Meyer und 2 Cons., Diebstahl resp. Hehlerei. Dienstag den 17., Friedr. Wilh. Strak, Diebstahl. — Mathias Kessel, Branddrohung. Freitag den 18., Peter Dickershoff und Consorten, Diebstahl. In der gestrigen Sitzung, in welcher eine Fälschungsklage verhandelt wurde, trug sich der Fall zu, daß ein Zeuge sich dergestalt in seinen Aussagen widersprach, daß er sich des Meineides verdächtig machte, und deshalb seine augenblickliche Verhaftung nothwendig wurde. Die weitere Verhandlung der Hauptsache mußte dieses Incidentpunktes wegen ausgesetzt werden. Gestern Nachmittag fand auf dem hiesigen Rathhause der Verding der von dem Kreise Düsseldorf in das Central=Magazin zu Coblenz zu liefernden Naturalien zur Verpflegung der Truppen, Verproviantirung der Festungen u. s. w. Statt. Mindestbietender war Herr Ahrweiler aus Coblenz, dem die Lieferung für 4000 und einige Hundert Thaler zugeschlagen wurde. Dieselbe besteht für den hiesigen Kreis in: 23 Ctr. 90 Pfd. Graupen, 23 Ctr. 90 Pfd. Grütze, 15 Wispel, 13 Scheffel Roggen, 109 Wispel, 14 Scheffel 8 Metzen Hafer, 299 Ctr. 75 Pfd. Heu und 36 Schock 25 Bund, 10 Pfd. Stroh. *(Theater.) Am Sonntage fanden kunstliebende deutsche Gemüther in Mozart's unsterblichem „Don Juan" wieder einmal einen würdigen Gegenstand des musikalischen Hochgenusses. Mozart's Musik nimmt die mannigfaltigsten Zustände des Gefühls in sich auf; die tiefste Melancholie, die gewaltigste Lust umfaßt sie, und von ihr gilt, was Laertes von Ophelia sagt:„Schwermuth und Trauer, Leid, die Hölle selbst macht sie zur Anmuth und zur Lieblichkeit." Bei Mozart, und vorzugsweise auf dem Gipfel seiner Opern=Compositionen, im Don Juan und Figaro, erscheint die durch Harmonie bereicherte Tonkunst dramatisch, ohne die Freiheit des Gesanges aufzugeben; eine Handlung, in welcher sich die reichsten Gefühle der Menschenbrust aufschließen, ward durch seine zauberische Kunst in vollkommen invidualisirten Charakteren und Situationen dargestellt und von einem Hauche des schaffenden Geistes durchdrungen. Mozart vereinigte die Wahrheit des Ausdrucks im Großen mit dem auf Anmuth des Klanges gestützten Prinzipe des italienischen Gesanges, der freien melodischen Ausbildung und mit der Fülle deutscher Harmonie. Die Anforderungen, wenn ein solches Kunstwerk identisch repräsentirt werden soll, sind allerdings hoch; wir wurden heute angewiesen, mit bescheidenen Leistungen vorlieb zu nehmen. Es stellte sich dabei so recht heraus, daß man in den mundgerecht akkomodirten italienischen Tonweisen excelliren und dennoch in Mozart'schen Kompositionen, wie leicht ihr Vortrag scheinbar auch sein mag, die gehegten Erwartungen nicht in vollem Maaße zu befriedigen vermag. Frl. Gilbert sagt der deutsche Gesang weniger zu als der italienische; es gelang ihr heute weniger in der Forceparthie der Donna Anna sich nach allen Seiten hin so zu behaupten, wie wir dieses sonst an ihr anerkennen müssen. Diese Bemerkung schließt jedoch die ehrenvolle Erwähnung dessen, was Frl. Gilbert unter dem gegebenen Verhältniß leistete, nicht aus. Die Leidenschaftlichkeit und das dramatische Ausströmen, welches diese grandiose Parthie verlangt, fand nicht den entsprechenden Ausdruck; doch muß das gerühmt werden, daß die Dame, sowie sie nur einmal die Parthie ihrer Individualität adoptirt und im Colorit gemäßigt hatte, sie dieselbe sicher und elegant durchführte und in der großen Arie Ausgezeichnetes leistete, was in anhaltendem Applause wohlverdienten Beifall fand.— Frau Meyer=Welly repräsentirte die Elvira und zwar befriedigend; ihre geschmackvolle Vortragsweise machte sich heute besonders geltend.— Frl. Basse als Zerline verdient Anerkennung. Sie hat Methode und Festigkeit, aber auch etwas stereotype Manier; ihr Spiel war recht schalkhaft, naiv und gefällig.— Was die Leistungen der Herren betrifft, so bestätigt es sich immer mehr, daß Sänger, fest und verläßlich im klassischen Gesang, immer seltener werden; doch dürfen wir die Ansprüche bei einer Bühne, wie die unsrige, nicht zu hoch stellen. Herrn Czechowski's(Don Octavio) Stimme hat ganz die Lage, welche zu dieser Parthie erfordert wird; sein Gesang war gefühlvoll und im Ganzen tadellos. Mit vielem Gefühl executirte- er die beiden nachcomponirten Arien des 1. und 2. Aktes, in denen er reichen Beifall erntete. Dem„Don Juan" des Gastes, Herrn Schulz von Hannover, fehlte bei gewinnender Persönlichkeit und einer, wenn auch nicht hinlänglich kräftigen, doch ansprechenden Stimme, doch noch so manche Eigenschaft zu einem Don Juan, daß es ihm unmöglich gelingen konnte, diesen riesenhaften Charakter zur Wahrheit zu machen; die Großartigkeit der Aufgabe beherrschte ihn noch zu sehr und das wirkte drückend auf Spiel und Gesang ein. Das sonst immer beifällig aufgenommene sogenannte Champagnerlied ging ohne den geringsten Eindruck vorüber. Warum dasselbe auch so überstürzen, daß Prononciation und Bindung des Tons dabei leidet? Dieses allzu rasche Tempo ist ja ohnedies nur eine Willkür der Modernisirung.— Herr Hochheimer gab sich viele Mühe mit seinem Leporello; er sang ihn recht wacker, doch war er in Auffassung des Charakters dieser Rolle mit sich selbst nicht recht einig. Leporello ist kein Spaßmacher, er ist ein feiger, wollüstiger, bösartiger Tropf, der nur durch eine gewisse Gleichheit der Gesinnungen mit seinem Herrn bewogen worden ist, in einem Dienste zu bleiben, der für Gefahren und Mühseligkeiten einen geringen Lohn abwirft. Er ist das getreue Abbild seines Herrn, nur daß die Sünde sbei der Gemeinheit Leporello's in ihrer häßlichen Blöße erscheint, während sie bei Don Juan's Feuerseele mit einem gewissen Adel übertüncht wird. Beim Schlusse reklamirten viele Stimmen Hrn. Hochheimer und er entsprach ihrem Wunsche und erschien. — Der Masetto des Herrn Heinze war sehr schwach. — Von den Ensemblestücken verdient besonders das Maskenterzett im 1. Akte hervorgehoben zu werden. Handelskammer zu Düsseldorf. Sitzung vom 4. Oktober. Es wird eine Uebersicht der neuen niederländischen Handelsschifffahrts=Gesetzgebung vom 8. August 1850 verlesen und daran der Wunsch einer Eingabe eines wiederholten Antrages an den Handelsminister auf vollständige Freigebung des Rheines von allen Abgaben geknüpft. Weiter wird die vom Handelsminister ertheilte abschlägliche Antwort auf den Antrag der Errichtung eines selbstständigen Handelsgerichtes verlesen. Ebenso eine Eingabe von Weerpas und Söhne, welche sich weigern Werftgeld zu zahlen, weil das Werft an der Neustadt so sehr vernachlässigt werde und deshalb kräftige Unterstützung seitens der Handelskammer verlangen. Denselben soll angemessen geantwortet und sie an die städtische Behörde verwiesen werden. Weiter wurde die Antwort des Handelsministers in Betreff der Mündung der Aachen=Düsseldorfer Eisenbahn der Stadt gegenüber verlesen, dieselbe aber ad acta gelegt, da die Stadtbehörde diesen Gegenstand bereits in die Hand genommen und eine Kommission zu dem Ende berufen hat. Ein Schreiben des Herrn Robert Westhoff, angehend einen von Langenberg aus entworfenen Entwurf zur Begründung von Schiedsgerichten, so wie der darauf folgende Antrag desselben zur möglichst vielseitigen Einrichtung solcher Schiedsgerichte, wird mitgetheilt. Dem Herrn Westhoff soll der Dank der Kammer mitgetheilt und derselbe gebeten werden, auch ferner hierauf bezughabende Mittheilungen der Handelskammer zuzusenden. Sitzung vom 4. Dezember. Nach Mittheilung einer Uebersicht der seit der letzten Sitzung vorgekommenen und erledigten Gegenstände wird ein Schreiben des Handels= und FinanzMinisteriums verlesen, welches gutachtliche Aeußerung über die Benutzung der Strecke des Nordkanals von Neuß nach Abtshoff ausschließlich zur Entwässerung der Niersbrücke wünscht. Die Handelskammer ist im Allgemeinen mit den von der Regierung desfalls erstatteten Bericht vollkommen einverstanden, kann aber über die Details wegen mangelnder Lokalitäts=Kenntnisse sich nicht weiter äußern. Von Seiten des Handels=Ministeriums ist ein Gutachten in Betreff der Sonntagsfeier während der Kirchenstunden des Vor= und Nachmittags Seitens der Post=Annahme und Ausgabe, sowie Personen=AnnahmeBureaus, auch der Telegraphenstationen verlangt wore den. Die Handelskammer ist der Ansicht, daß eindergleichen Sistirung der Post= rc. Thätigkeit sehr störend wirken werde, auch darin ein Verstoß gegen die allgemeine Gleichberechtigung aller Staatsbürger darin láje, da ja keine Staatsreligion bestehe; doch soll das betreffende Schreiben zur gutachtlichen Aeußerung bei den Herren Mitgliedern rc. circuliren. Hr. Lupp bringt die Wichtigkeit einer IndustrieAusstellung am hiesigen Orte in Anregung, welche schon früher von mehreren Gewerbtreibenden der Stadt gewünscht worden. Die Handelskammer spricht sich für die Zweckmäßigkeit derselben aus, ist aber der Ansicht, daß wegen der einfallenden Ausstellung in London das nächstkommende Jahr 1851 sich weniger hierzu eigne als das darauf folgende 1852 und soll das betreffende Publikum hiervon in Kenntniß gesetzt werden. Neue Mittheilungen aus dem Gebiete der Blumisterei. (Schluß.) Die Spielarten aus verschiedenen Arten der Gattung Fuchsia mehren sich von Jahr zu Jahr in das Unendliche, und besonders sind seit der Einführung der großblumigen reinen Arten, z. B. fulgens, corymbiflora, venusta, spectabilis, macr antha, sehrprachtvolle Gartenvarietäten erzeugt worden. Anfangs war die Fuchsia klein, nur hell oder ziegelroth; jetzt hat man deren weiße mit rothen und blauen Blumenblättern, und alle Abstufungen von Roth und Blumen von einigen Zoll an Länge. Die Fuchsien sind allgemein bekannt und beliebt. Sie lassen sich in jeder nahrhaften Erde erziehen und wachsen leicht aus Stecklingen, die bald blühbar werden. Man kann sie in jedem frostfreien Raume, der nicht zu warm ist, sogar im Keller durchwintern, nur muß man sie im Frühjahr bald hell und luftig stellen. Die prachtvolle F. fulgens stirbt alljährlich bis auf die stärkern Zweige ab und wird im Winter gar nicht begossen. Man zieht in allen Gärten neue Fuchsien, die schönsten aber in den englischen und belgischen. Fast noch reicher an Spielarten und von einer Farbenpracht und Mannichfaltigkeit wie wenig andere Pflanzenfamilien sind die Bastard=Verbenen. Man hat deren von dem brennendsten Roth, rein weiß, lebhaft blau, rosa, violett, karmin, purpur und in allen Zwischenschattirungen, sowie zwei- und dreifarbige Sorten. Anfangs kannte man nur die niedrigen Scharlachverbena, scarlet, Verbena melindris, und die am Boden kriechende lillafarbige und weiße V. pulchella, sowie die einjährige Aubletia. Bis dahin hatte man keine Hybriden; als aber die erste weißlich blühende, hochwachsende V. teucricides eingeführt wurde, entstanden schnell, durch Befruchtung dieser Arten unter einander, verschiedene Spielarten. Seitdem hat ihre Cultur solche Fortschritte gemacht, daß die neuesten Verbenen Jedermanns Bewunderung erregen, denn Größe der Blumen, Farbe und Zeichnung läßt wirklich nichts zu wünschen übrig. Die schönsten Verbenen sind in Frankreich und England gezogen worden. Die Petunien, Petunia hybrida v. mirabilis, sind ebenfalls Gartengewächse, entstanden durch Befruchtung der P. integrifolia, Salpiglossis, violacia mit P. nvctagmniora, wodurch zahlreiche Spielarten in allen Schattirungen zwischen karmin, purpur, violett, rosa und weiß, sowie mit schöner Zeichnung und Streifen entstanden sind und noch jährlich enstehen. Durch die Cultur sind sie so veredelt worden, daß die Blumen die der Stammmütter um das sechsfache übertreffen. Sie eignen sich wie die Verbenen vorzugsweise für das freie Land, wo man entweder ganze Beete damit bepflanzt, oder kleine Spaliere damit überzieht. Auch zum Schmuck der Blumenfenster sind sie sehr brauchbar, wenn sie sonnig stehen. Die Cinerarien oder Frühlingssternblumen sind ebenfalls in den letzten Jahren mit großer Vorliebe gezogen worden. Aus 4 bis 5 reinen Arten mit röthlichen Blumen sind seit 15 Jahren die prachtvollsten Spielarten entstanden, die besonders seit Gewinnung der rein blauen Blumen mannichfaltig geworden sind. Auch an Größe sind die Spielarten den Stammblumen um das Dreifache überlegen. Die ersten Erfolge in der Erziehung der hybriden Cinerarien hatte Herr Seumel in München; neuerdings werden aber die schönsten Sorten in England, Frankreich und Belgien gezogen. Die besten Sorten pflanzt man durch Zertheilen der Stöcke nach der Blüte fort. Als Zimmerpflanze ist die Cinerarie nicht gut fortzubringen. Sie verlangen mehr Schatten als Sonne. Wir kommen nun zu der wunderbaren Familie der Orchideen. Dies sind größtentheils Halbschmarotzer, d. h. solche, die auf andern Gewächsen leben, aber nicht in deren Holz eindringen und förmlich verwachsen, wie unsere Mispel, Viscum album, Loranthus Cuscuta, Orobanche u. s. w., welche eigentliche Schmarotzer sind. Es sind Bewohner der Urwälder Westund Östindiens, Mittel= und Südamerikas und Afrikas, wo sie auf lebenden und abgestorbenen Stämmen und Aesten leben und im Schatten der Riesenbäume ihre seltsamen Formen und wunderbar gestalteten und herrlich gefärbten Blumen entfalten. Nur einige wenige Arten wachsen am Boden und auf schattigen Felsen. Mit unsern einheimischen Orchideen, Orchis, Ophrys, Czpripedium etc., haben sie nur die Familienähnlichkeit der Geschlechts= und Saamenbildung gemein. Einige derselben sind kletternd und saugen sich mit ihren fleischigen Wurzeln wie der Epheu in der Rinde der Bäume fest, wie die Vanille, Vanilla aromatica; andere umstricken netzartig die Riesenstämme des Waldes oder siedeln sich auf Aesten und Knoten an. Die Fortpflanzung geschieht wahrscheinlich dadurch, daß der Wind den sehr feinen, staubartigen Saamen in die Luft führt, wo er in der feuchten Waldatmosphäre zwischen dem die Stämme bedeckenden Moos fehr bald keimt. Schon lange wurden einige leicht zu ziehende Orchideen, namentlich die in Erde wachsenden, in den botanischen Gärten gezogen, obschon mit wenig Erfolg, da man sie einer ihrer Natur völlig widerstrebenden Cultur unterwarf. Besser gelang es in Ananashäusern in Moos. Obschon die Zahl der Orchideen in den botanischen Gärten immer größer wurde, so wurde doch eigentlich erst seit den letzten 20 Jahren besondere Aufmerksamkeit darauf verwendet und eine naturgemäße Cultur eingeführt. Da die botanischen Reisenden sichs zur besondern Aufgabe machten, zahlreiche Orchideen zu sammeln, und die Originalpflanzen in Europa gut ankamen und neu ausschlugen, weil keine Pflanze so lange Lebenskraft behält, so mußte man bald besondere Orchideenhäuser bauen. Im botanischen Garten zu Kalkutta zog man diese Pflanzen im Schatten hoher Bäume auf schwebenden, mit Moos, Humus und Rinde angefüllten Beeten. Die europäischen Orchideenhäuser sind niedrig, liegen meist in der Erde und gegen Ost oder West, weil die Orchideen nur im Schatten wachsen und beschattet werden müssen. Das größte befindet sich wohl im Garten des Herrn Loddiges in Hackney bei London. In England gibt es deren sehr viele bedeutende; in Frankreich, Belgien und Deutschland sind viele im Entstehen, doch finden sich auch schon bedeutende Orchideensammlungen in Paris, Gent, Brüssel, Lüttich, Hamburg, Leipzig, Berlin, Wien, Erfurt und andern Orten. Im Jahr 1840 gelang es im botanischen Garten zu Lüttich von der Vanille durch Befruchtung vollkommene Saamenschoten zu erlangen, die einen bedeutenden Gewinn abwarfen. Der Besuch eines Orchideenhauses hat in der That für Jedermann etwas Anziehendes, Wunderbares, und es ist Schade, daß die heiße, feuchte Temperatur keinen langen Aufenthalt darin gestattet, Da sieht man Wände mit Baumrinde, Tuffsteinen und Moos bekleidet, woran sich Vanillen klammern, Baumstämme und abgeschnittene Aeste, aus den Urwäldern Westindiens mit dichten, nestartigen Wurzeln geflochten und verschiedenen Arten von Orchideen bedeckt; hängende Gefäße, Kästchen und Körbe von Kork, Baumrinde, Aesten, Rohr, Thon, Weiden u. s. w. für diejenigen Pflanzen, welche ihre Wurzeln in die Luft senden und deren prachtvolle Blüten unten durch das Gefäß wachsen, wie die Stanhopea u. a. m. Dazwischen zahlreiche, beschattende Rankenpflanzen und ausländische Moose und Farrenkräuter; kleine Felsen und Gefäße aus Holzklötzen, Tuffstein, Schiefer und Terra=Cotta gearbeitet, von den weißen, grünen und gelben dicken Wurzeln der Orchideen umstrickt. Noch mehr fallen die seltsamen Bewohner selbst auf, die so verschieden gebildet sind, daß ein Laie sie unmöglich für Pflanzen einer Familie halten kann; denn große Blumen von der herrlichsten Farbenpracht in allen Farben, oft an einer Blüte, wechseln mit unscheinbaren, braunen oder grünen Blüten, und cactusartige Stengelformen, Scheinzwiebeln, mit schilfartigen oder runden hornartigen Blättern. Die Form der Blumen ist höchst seltsam. Bald glaubt man einzelne und doppelte Schmetterlinge, bald Käfer, Menschengesichter, Stiefel, Schuhe, Schläuche, Pfeifenköpfe u. s. w. zu erblicken, wobei nicht selten die Farbe täuschend mitwirkt. Frau Bettina von Arnim ist jetzt entschlossen, das vielfach in den Blättern angekündigte Werk„Unterhaltungen mit Dämonen" in nächster Zeit nicht zu veröffentlichen. Das Werk war bereits seit Jahr und Tag im Druck, und nachdem die Dichterin durch wiederholte Abänderungen im Manuscript die bereits gedruckten Bogen öfter makulirt hatte, ist endlich nach Vollendung des sechsten Bogens im Satz die Fortsetzung auf Veranlassung der Dichterin gänzlich eingestellt worden. Bonn. In der am 18. v. M. hier stattgehabten General=Versammlung des akademischen DombauVereins leitete Hr. Appellationsrath A. Reichensperger aus Cöln die Aufmerksamkeit der Versammlung auf die Bedeutung, welche der Dombau dem Steinmetzgewerbe verliehen habe. In den schlichten Hütten derselben, welche die südliche Seite des Domes umgeben— sagte er u. a.— sehe man die herrlichen Bildungen unter dem Meißel kundiger Steinmetzen aus dem Keime erwachsen, welche sich im Verfolge zu einem so harmonischen Ganzen gestalten; worauf aber ein vielleicht noch größeres Gewicht zu legen sei, in diesen Hütten entwickelten sich zugleich die Keime eines Zweiges der Volksbildung, welcher seit drei Jahrhunderten etwa in Erstarrung gelegen,— die Bildung des Volkes für die echte Kunstschönheit in Erkenntniß und That. Hier sehe man einfache Gesellen, die weder akademische Studien noch Examina gemacht, Sculpturen ausführen, an welchen(wie z. B. die Wasserspeier) mancher berufene Bildhauer sich ein Muster nehmen könne. Bei gehöriger Pflege und Einrichtung lasse sich hier eine Schule für die Ausführung der Figuren herausbilden, welche allein vielleicht der Aufgabe gewachsen sei, ohne allzu großen Kostenaufwand die zum Dome erforderlichen zahlreichen Statuen im Geiste der Architektur auszuführen. Daß es hierzu s. g. classischen Bildung nicht bedürfe, bewiesen die Kathedralen des Mittelalters. Ueberhaupt sei vielleicht die ganze Zukunft der Kunst und ihre Lebensfähigkeit dadurch bedingt, daß die höhere Kunstübung sich wieder mit dem Handwerke verbinde, und daß die Künste überhaupt sich wieder— wie solches in allen großen, wahrhaft schöpferischen Kunstperioden der Fall gewesen— auf dem Boden der Architektur sammeln, auf welchem sie auch sammt und sonders entsprossen seien. Durch die Lostrennung der Kunst vom Handwerke sei erstere in den höheren Regionen verdunstet, sie habe ihre geschichtliche, volksthümliche Unterlage eingebüßt, während das Handwerk mechanisch und dem Fabrikwesen leibeigen geworden sei, mit dem es die Concurrenz unmöglich aushalten könne: es müsse die Kunst wieder vom Volk zum Volke reden, Fleisch von seinem Fleische, Leben von seinem Leben werden. Wie sehr es aber weiter noth thue, die Sculptur insbesondere wieder der Architektur näher zu bringen, von welcher sie sich zur Ungebühr in Folge des Ueberhandnehmens der antik=heidnischen Richtung getrennt habe, ergebe schon ein Blick auf unsere modernen Monumente und ein Vergleich derselben mit den Denkmälern, womit das Mittelalter die öffentlichen Plätze zu schmücken pflegte. Während unsere Altvordern prachtvolle Brunnen und pyramidalisch aufsteigende Hochkreuze, überhaupt vorherrschend architektonische Denkmäler errichteten, wo denn in kunstreich durchbrochenen Lauben oder auf vorspringenden Consolen historische und allegorische Figuren angebracht wurden, welche jedem Gedanken, jedem Zwecke den entsprechendsten Ausdruck verliehen, sehe man heut zu Tage alle solche Denkmäler, nach Einer und derselben Schablone ausgeführt, nur durch Eintönigkeit, Nüchternheit und Charakterlosigkeit sich auszeichnen, weshalb denn auch, trotz allen Geredes von der„edlen Einfachheit antiker Formgebung", von „feinem Stylgefühl" u. dgl. m., das Volk solchen „classischen" Productionen kein Interesse abgewinne. Man brauche nur einen nürnberger Schönbrunnen ober das im mittelalterlichen Geiste von dem genialen Architekten Kranner zu Prag errichtete Kaiser FranzMonument neben die neuesten akademischen Stylproben zu stellen, um sich von dem Gesagten zu überzeugen. Da seien zum Beispiel die Standbilder der Landwirthe Thaer und Dombasle(zu Nancy) und das für den Kinderfreund Weisse in Leipzig projectirte in Anordnung und Aufbau fast identisch mit all den Denkmälern, welche die Neuzeit Generalen und Fürsten errichtet; überall zeige sich die gleiche Ideen- und Formen=Armuth, welche zwar die antike Maske vorhalte, darum aber eben so wenig griechisch als deutsch, eben so wenig heidnisch als christlich sei, weder der Vergangenheit noch der Gegenwart angehöre, am allerwenigsten aber eine Zukunft zu begründen vermöge, trotz aller Schönrederei. Schließlich forderte Herr Reichensperger nochmals eindringlich auf, die große, auf Wiederbelebung der christlich-nationalen Kunst, so wie echter Kunstbildung im Volke abzielende Bewegung thätig zu fördern, namentlich aber an dem Dombaue, als einem Hauptvehikel jener Bewegung, sich eifrig zu betheiligen. Frankfurt. Ein ruchloses Attentat auf die Sicherheit der Main=Neckar=Eisenbahn ist an den Abenden des 30. Nov. und 1. Dez. verübt worden. Am Samstag wurden auf der Friedrichsfelder Gemarkung die Kloben einer Schiene mit Brecheisen abgebogen, was am Sonntag früh glücklicher Weise vor dem ersten Zuge entdeckt wurde; und am Abende dieses Tages, kurz vor dem letzten Zuge, nachdem der Bahnwart seine Strecke begangen und auf seinen Posten zurückgekehrt war, wurden auf der Neckarhäuser Gemarkung im Schutze der Dunkelheit in Abständen von 200 bis 300 Fuß vier Barrikaden von Granit und Sandsteinen von verruchter Hand quer über die Schienen gebaut, offenbar in der Absicht, den letzten Zug verunglücken zu machen. In der That kam der letzte Personenzug und nach ihm ein leerer Militärzug mit zwei Maschinen um sieben Uhr in vollem Lauf an dieser Stelle vorbei; aber mit wunderbarer Kraft wurden die Steine durch die Locomotive auf die Seite geschleudert und theilweise auch durchschnitten und zertrümmert. Einen heftigen Stoß empfing jedoch die erste Maschine; ein zehn Pfund schwerer Stein flog in deren Aschenkasten und wurde in Heidelberg dort entdeckt. Sowohl der Thäter als die Motive dieser Unthat sind bis jetzt noch nicht entdeckt. Sachsen. In Leipzig leben zwei Enkelinnen Gottfried Bürger's. Molly's und des Dichters Sohn, August Bürger, war in Naumburg, dann in Leipzig Buchhändler; das Glück war ihm nicht hold, Wittwe und Töchter sind seit einer Reihe von Jahren an ihrer Hände Fleiß verwiesen. Ein Epigone deutscher Lite ratur, der Bürger's Leben zum Inhalt eines Drama's machte, S. H. Mosenthal in Wien, glaubt den Nachkommen des Dichters einen Tribut schuldig zu sein; er bestimmt einen Theil vom Ertrage seines Stückes „Ein deutsches Dichterleben" den Enkelinnen Feuilleton. Die böse Frau von Fürstenberg. Eine rheinische Schmugglergeschichte von W. O. von Horn. (Schluß.) Die Douanen standen noch immer an der Stelle und stritten. Engel zitterte wie das Laub einer Espe im Winde. Selbst dem Alles läugnenden L’Abime zog jene Frucht durch die Seele, die oft der am meisten im entscheidenden Augenblicke fühlt, der in ruhiger Sicherheit über das, was sie hervorbringt, spotten und höhuen konnte. Seht Ihr's jetzt, flüsterte Engel, Ihr habt mich verspottet, und jetzt stockt Euch selber das Blut in den Adern?—! Wer sagt das? sprach rauh Brutal.a Ich hoffe, Kamerad Engel, Ihr habt mich nicht gemeint, als Ihr Euch so allgemein ausdrücktet? Nun, sagte Engel, Ihr werdet wohl auch den Teufel nicht bannen! In diesem Augenblick zuckte ein greller Blitz am Himmel hin. Aller Augeu flogen zu dem weißen Gegenstand auf der Mauer, und mit Entsetzen sahen sie die weiße Gestalt mit der drohend erhobenen Rechten. Jesus! Maria! Joseph! schrie Engel, und wandte sich zur Flucht den Berg hinab. Jacob war schon um einige Schritte voraus. L’Abime stöhnte: Mon Dieu! und fühlte eine überwiegende Neigung, Engel zu folgen. Da faßte ihn Brutal an der Schulter und rief: Seid Ihr auch so eine feige Elsasser Memme? Wartet einen Augenblick, und ich banne den Geist, und wenn's der Teufel selber wäre! Der rasselnde Donner verschlang alle diese Aeußerungen der verschiedensten Gemüthsstimmungen. Brutal schüttelte L'Abime an der Schulter, daß er stand. Dann legte er sein Gewehr mitken im Rollen des Donners an die Wange,— zielte— und — ein Blitz, ein Knall,— und der Geist droben sank ohne einen Laut zusammen. Seht Ihr's!! rief Brutal, als eben wieder ein Blitz sich am dunkeln Himmel hinschlängelte und die Ruinen der Burg Fürstenberg hell erleuchtete,— seht Ihr's, der Geist ist weg! Es war ein Schmuggler, der uns Schrecken einjagen wollte. Entweder hab' ich ihm das Lebenslichtlein ausgeblasen,— oder er hat sich vor Schrecken davongemacht! He Engel, hierher — oder ich melde Euer feiges Fliehen dem Lieutenant in Bacharach! Das wirkte. Engel kam zurück, und mit ihm auch Jacob. Nun voran, rief Brutal,„der Geist der bösen Frau von Fürstenberg ist gebannt!" Sie stürmten hinan, und als sie in den engeren Bering der Burg durch das südliche kleine Pförtchen eintreten wollten, da stolperte Brutal über Etwas. Er fühlte und rief: Hier liegt der Geist, er ist mausetodt! Nun schnell die Laterne angesteckt! Kaltes Entsetzen durchrieselte Alle. Es dauerte ziemlich lange, bis die Laterne entzündet war. Und als nun Brutal dem Todten in das Antlitz leuchtete, schrie L'Abime: O mein Gott, mein Gott, Binchen! Alle blickten hin auf die engelschönen, im Tod erbleichten Züge des Mädchens. Wie von den Mächten der Vergeltung ergriffen, schrie auch Jacob auf, und rannte aus der Burg, den Weg hinab zum Dorfe. 6. Die entsetzliche Kunde lief am andern Morgen durchs Dorf, die Douanen hätten in der letzten Nacht Molzen's Binchen, das beim Schmuggeln Wache gestanden, erschossen. Weinend kam die Goth, und warf sich über den schönen Leichnam, dem eine Kugel mitten durchs Herz gedrungen war. Lautes Weinen erfüllte die Stube, tiefe Trauer das Dorf, denn sie hatten sie Alle geliebt, und der entsetzliche Tod erschütterte jedes Herz. Der alte Molz saß starr, völlig gefühllos neben der Leiche. Er sprach kein Wort; aber ein irrer Geist blickte aus dem trüben Auge. Kein vernünftiges Wort kam mehr über seine Lippe. Er war sinnverwirxt. Die Douanen hatten den ganzen Waarenvorrath im Thurm entdeckt und in Beschlag genommen. Brutal und der andere Douanier der die Thorwache gehabt, hielten mit geladenem Gewehre Wache dabei. Engel und L’Abime hatte die Leiche hinabgetragen. Das Gericht kam und untersuchte den Vorfall. Es nahm Protokolle auf, und der ganze Kram der Gesetze fand seine Anwendung, aber Der, welcher hätte deponiren können, war irre und stumm. Er wich nicht von der Leiche, der alte Mann, und als sie auf dem Kirchhofe von Oberdiebach beigesetzt wurde, wankte er hinter der Leiche her, aber sein Auge war thränenlos. Als sie eingescharrt war, setzte er sich auf den Hügel, und nur mit Gewalt brachten sie ihn znrück nach Rheindiebach in sein leeres Haus. Doch noch in der Nacht eilte er zurück auf seines Kindes Grab, und am andern Morgen fand man ihn todt. Er hatte sich fast die Vorderglieder der Finger weggekratzt,— er hatte sie herausholen wollen, und ein Schlag löste dann das morsche Band, das den wirren Geist an die gebrechliche Hülle des Leibes noch fesselte. Jacob war verschwunden. Noch in der Nacht hatte er sein Felleisen geschnallt und war in die weite Welt gegangen, alle Qualen der Hölle in seinem Herzen. Nie hörte man mehr ein Wort von ihm. L’Abime warf eine schwere Krankheit aufs Siechbette. Als er wieder genesen war und ihm die bedeutenden Prisengelder ausgezahlt wurden, stieß er sie mit Entsetzen zurück und rief: Ich mag es nicht, es ist Blutgeld! Brutal strich sie ruhig ein. L’Abime wurde nie wieder froh. Kein Roth kehrte mehr in sein todtbleiches Antlitz zurück. Er ließ sich an einen andern Ort versetzen, wie auch Engel, aber er trug einen nagenden Wurm in der Seele. Und Fritz?— Vierzehn Tage nach dem entsetzlichen Ereigniß trat ein junger Mensch in das Rekrutirungsbureau der Präfektur zu Coblenz, wo gerade Generalmusterung der Rekruten war. Er war bleich wie eine Leiche, und man sah, daß ein tiefer Schmerz an seiner Seele nage. Er meldete sich als Freiwilliger. Da er ein stattlicher Bursche war, so wurde er mit Freuden in ein Regiment eingereiht. Seinen Namen und seinen Wohnort nannte er auf Verlangen. Nach der Schlacht von Wilna wurde sein Todtenschein an den Ortsvorstand von Rheindiebach gesandt, und seine entfernten Verwandten traten seine Erbschaft an. Wilhelm Cleff. Düsseldorf den 10. Dezember 1850. Disconto, in grossern Abschnitten: Cöln.. B.—- G. 4½% Elberfeld, Crefeld, Düsseldorf..,—-„ 4½„ New-York k. S. pr. Dollar 1 Thlr. 12½ Sgr. Civilstand der Sammtgemeinde Düsseldorf. Eheversprechen, verkündigt am Sonntag den 1. Dezember 1850, bestehend zwischen: 1. dem Gärtner Adolph Herm. Devest, Wwer. u. der Marg. Cath. Korff, beide zu Pempelfort; 2. dem Friseur Jos. Bern. Rob. Schleyer u. der Frzka. Gertr. Meis, beide hier: 3. dem Metzger Jac. Wilh. Gruner u. der Anna Hel. Ther. Dohmen, beide hier; 4. dem Rothfärber Mart. Wilh. Conr. Schmitz zu Bilk und der Anna Christ. Brümm, in der Neustadt; 5. dem Schlosser Theod. Gladbach u. der Jos. Bernard. Schwelm, beide hier; 6. dem Schreiner Frz. Jos. Rottels u. der Gertr. Grausam, beide hier; 7. dem Kaufmann Friedr. Wilh. Duisberg hier und der Henr. Bender, zu Neuwied. Bitte zur freunndlichen Betheiligung an der Weihnachts=Bescherung für die armen Kinder der Bewahrschule an der St. Lamberti Pfarrkirche. Lange hat unsere Theilnahme für die armen Kinder in der Bewahrschule an der Lamberti Pfarrkirche und andererseits eine billige Rücksicht auf die traurigen Zeitverhältnisse in uns gekämpft, aber das Herz hat doch zuletzt gesiegt: auch diese armen Kleinen in diesem Jahre in alter Liebe, wenn auch nur mit einer ganz kleinen Weihnachtsgabe bedenken zu wollen. Es wäre doch zu zu schmerzlich, wenn die Kinder aus dem ärmsten Theile der Stadt und aus der ältesten Bewahrschule, die ehemals die meistbedachtesten waren, in diesem Jahre ganz vergessen bleiben sollten! Wir fühlen es zwar mit, daß gegenwärtig von allen Selten Anforderungen und Bitten gestellt werden; aber wir bitten auch nur um die Brodsamen, die von der Reichen Tischen fallen, und schon die kleinste Gabe wird uns um der armen Kleinen willen hoch erfreuen. Düsseldorf den 6. Dezember 1850. Frau von Pelser=Berensberg. Frau Hohmann. Frau von Lesecque. Frau von Heister, geb. von Hertefeldt. Frau von Heister, geb. von Pelser. Joesten Dechant. Grünmeyer Pfarrer. Die Freunde der Arbeit= und KleinkinderSchule in Flingern haben gewiß auch in diesem Jahre die freundlichen Gaben bewahrt, welche unsern Kleinen das Weihnachtsfest zu einem Tag des Segens und der Freude machen, und wir kommen nun und bitten herzlich: uns einhändigen zu wollen, was sie bereit gehalten. In schweren Zeiten verläßt der Herr„die Seinen" nicht, vor Allen gehören die Kinder, die Armen, zu dieser=Schaar, und so sind wir denn auch heute getrost im Glauben an Gottes Gnade in der Hoffnung, daß sie in guten Menschen sich uns offenbaren wird. Düsseldorf den 8. Dezember 1850. Die Vorsteherinnen der Schule: S. Schumacher. J. Weyhe. F. Worms, N. Lücker. E. Grube, geb. Diez. Auch die Expedition d. Bl. nimmt gerne Gaben für obige Schule in Empfang. Anzeigen. Bekanntmachung. Die Gestellung des Militair= und Civil=Vorspanns pro 1851 wird am Freitag den 13. Dezember, Vormittags 11 Uhr, auf hiesigem Rathhause an den Wenigstfordernden verdungen werden. Die Bedingungen sind in dem Sekretariate, Stube Nr. 17, einzusehen. Düsseldorf den 29. November 1850. Der Oberbürgermeisterei=Verwaltea Regierungs=Assessor Hammers. In der Buchhandlung von F. M. Kampmann in Düsseldorf, Neustraße Nr. 420, ist erschienen: Unterricht über den Jubel- Ablaß, für die Zeit vom 8. Dezember 1850 bis zum 6. Jauuar 1851. Nebst Andachtsübungen bei Gewinnung desselben von Kaplan in Bilk. Mit Erzbischöflicher Approbation. Zweite Auflage. Preis: eleg. geh. 1½ Sgr. Mein auf's Reichhaltigste neu assortirtes Lager von Pendul=Uhren aller Art, sowie auch Patent=Moderateur=Lampen in verschiedenen neuen Façons, verkaufe ich von jetzt an zu Fabrikpreisen. H. Wimmer, Bolkerstraße Nr. 558. Am Sonntag den 8. d. M. wurde Abends zwischen 8 und 11 Uhr bei dem Gastwirthe W. Borgs ein blauer Mantel mit Pelzkragen und schwarz karirtem Futter wahrscheinlich irrthümlich verwechselt. Ich ersuche den bekannten Herrn, mir meinen Mantel wieder zukommen zu lassen, widrigenfalls ich mir aber denselben auf anderem Wege zu verschaffen suchen werde. Math. Winands. (762) Eine gesunde Amme vom Lande wird gesucht. Von wem, sagt die Exped. d. Bl. Dnnnerstag den 12. Dezember, im Saale des Herrn Geisler, mit Antheil zum Besten der bedürftigen Angehörigen der Reservisten und Landwehrleute der Oberbürgermeisterei Düsseldorf's und unter gefälliger Mitwirkung mehrerer Künstler und Kunstfreunde: musikalisch-humoristische Akademie, verbunden mit Ballet, veranstaltet von Eduard Helmke, Balletmeister, Sophie Starke, Solotänzerin vom Hoftheater zu Weimar, und Friedr. Lippe, vom Kgl. Hoftheater zu Hannover. Das Programm bezeichnet das Nähere. Licht-Portraits bei W. Severin, Steinweg 217. In der neuen Modebandhandlung von R. Arioni, Bolkerstraße Nr. 570, sind wieder ganz neue französische Bander für Hüte, Hauben und Halsschleifen angekommen, so wie ganz breite prachtvolle Ballschleifen, welche zu den billigsten Preisen abgegeben werden. Auch habe ich eine Parthie verschiedener Bänder zu herabgesetzten Preisen ausgesetzt, als: Haubenbänder 2c. zu 2 und 3 Sgr, Sammetbänder zum Besatz von 6 Pf. bis 8 Sgr., Sammetkravatten und Bracelets zu 3 Sgr., schwarze und farbige Gürtel zu 4 und 5 Sgr. Auch nehme ich ausländisches Papiergeld zum vollen Werth in Zahlung. Ich lade die verehrlichen Damen zu recht zahlreichem Besuche ein, und werden dieselben bei der großen Auswahl, die sie bei mir finden, meinen aden nicht unbefriedigt verlassen. R. Arioni, Bolkerstraße 570. Licht-Bilder bei M. Radermacher, Portrait=Maler, Steinweg Nr. 219½0 Unterzeichnete empfiehlt sich unter Versprechung prompter und reeller Bedienung im Anfertigen von Damenkleidern, so wie auch von andern Handarbeiten und bittet um geneigten Zuspruch. Frau Dumesnil bei Wwe. Tinede, Wallstr. 709. Mehrere Theile, mit oder ohne Möbeln, sind bei Ant. Kopetzky in der Pempelforterstraße, dem Spatzengarten gegenüber, zu vermiethen. Auffallend billiger Verkauf von gestickten weißen Waaren, Carlsplatz Nro. 1044. Durch die Einberufung bei der Landwehr sehe ich mich genöthigt, meine für die Feiertage eingelegten Waaren jetzt zu der Hälfte des kostenden Preises verkaufen zu müssen, und mache ich besonders aufmerksam auf eine Parthie: feiner schweizer gestickter Kragen „„ Chemisetten „„ Manchetten „ festonnirter Kragen „„ Chemisetten „„ Pelrine „ Negligé=Hauben.....„ 7½„ sö wie noch meine anderen vorräthigen bekannten Artikel in Taschentüchern, Spitzen, Schleiern, Bändern rc. rc. zur gefälligen Abnahme bestens empfehle. A. Budach, Carlsplatz Nro. 1044, neben der Stahl'schen Buchhandlung. Dampfschifffahrt für den Nieder- und Mittel- Rhein. 1 1 1 zu 16 Sgr. 20„ 2—6 Sgr. 2—7„ 6— 10„ 15 Sgr. bis 1 Thlr. Abfahrten vom 15. November 1850 an: Von Düsseldorf nach Cöln... täglich 12 Uhr Mittags. 9½- Abends. Cöln - Mainz - Cöln Mainz Mannheim - Düsseldorf 6 6 - Morgens. Abends. Von Düsseldorf nach Rotterdam in 2 Tagen, Montag, Donnerstag und Samstag 8 Uhr Morgens. Die Direction. pr. Pfd. Sgr.— Pf. 2 4 10 8 2 10 6 Weizenmehl, Bestes Vorschußmehl, Feines Spelzmehl,.„„ Erste Sorte Griesmehl,„„ Buchweizengrütze,„„ Buchweizen=Vorschußmehl,„„ Weiße Bohnen,..„ Maß Erbsen,„„ Linsen,„„ zu haben vorne in Bilk Nr. 108½ bei Siebourg. NB. Die Zettel werden nicht mehr am Büreau, sondern direkt am Bergerthor vorgezeigt und abgegeben. Ein dahier in der Bergerstraße gelegenes, bisher zum Tabak= und Eigarren=Geschäft benutztes Haus, ist zu vermiethen und am 1. Januar k. J. zu beziehen. Das Nähere zu erfahren bei Herrn Lehrer Grabensée, Bastionsstraße Nr. 974 in Důsseldorí. Das in Derendorf auf der Geisterstraße gelegene ehemalige Bender'sche Haus steht ganz zu vermiethen. Zu erfragen Neubrückstraße Nr. 161. Einem on dit zufolge soll der Katalog der Ramboux' schen Sammlung noch vor Weihnachten erscheinen— gewiß eine sehr erfreuliche Nachricht, da derselbe sich für ein Weihnachtsgeschenk sehr eignet. Mehrere Kunstfreunde. Stadttheater zu Dusseldorf. Mittwoch den 11. d.: Lucia von Lammermoor. Große Oper in 3 Abtheilungen. Musik von Donizetti. * Don Lord Asthon,— Herr Schulz, als Gast. Donnerstag den 12. d.: Zum Benefiz der Frau Wittwe Derossi. Zum Erstenmale: Friedrich. Schauspiel in 5 Aufzügen von Heinrich Laube. (Seitenstück zu Zopf und Schwerdt.) Wasserstand. 10. Dez., Morg. 6 Uhr: „ 11„ 7' 6½" 7' 6". Wind: S.D. remdenblatt. Im Cölnischen Hof bei Juppen. Bruck, Kfm a Cöln. Marx, Kfm a Aachen. Fräul. Arnold, a Mannheim. Kremer m. Gem., Kfm a Emmerich. Zur Nedden, Kfm a Elberfeld. Pott, Kfm a Schwerte. Maas, Kfm a Frankfurt. Künne m. Bed., Kfm a Altena. Stumpf, Kfm a Coblenz. Adler, Gastgeber a Rotterdam. Adler, Kfm a London. Pazquez. Capitain a Zavagoza. hoff, Kfm a Iserlohn. In den drei Reichskronen bei Beeking. Frau von Auer, a Wiesbaden. Miß Buston m. Bed, a London. Roche, Part. a Irrland. Aubin, Part. a Mainz. Endhover, Kfm a Elberfeld. Uhlhorn, Fabrik. a Grevenbroich. Seifert, Part. a Lemberg. Meinert, Part. a Strasburg. Alsberger, Part. a Hamburg. Gränzer, Kfm a Erfurt. Kammann, Part. a Leipzig. Im Breidenbacher Hof bei Disch. Baron v. Hymen, a Haus Hain. Baron v. Reunet, a Rußland. Ley, Kfm a Bodenheim. Dihl, Kfm a Cöln. Floh, Jeschw. a Crefeld. de Greiff, Geschw. a Crefeld. Quirini, Notar a Eschweiler. Cünzer, Hüttenbesitzer a Eschweiler. Schillings=Englerth, Gutsb. a Gürzenich. Türks, Kfm a Frankfurt. de Greiff m. Tochter, a Crefeld. Hotel Domhardt. Göbel, Appellations=Rath u. Assisen=Präsident a Cöln. Dr. Franck, Arzt u. Geschw. a Crefeld. Müller, Kfm u. Geschw. a Crefeld. Kreitz, Apotheker u. Geschw. a Crefeld. Kampf, Kfm u. Geschw. a Hilden. Reyscher, Kfm u. Geschw. a Hilden. Sander, Kfm a Cöln. Quentin m. Gem., Reg=Rath a Düsseldorf. Meyer mit Fam. und Dienerschaft, Propr. a Brüssel. Wright m. Fam. und Dienerschaft, Offizier a London. Fräul. de Gent m. Gesellschafterin, a Cöln Orth, Kfm a Barmen. Ruittgens, Inspector a Cöln. Zum Prinzen von Preußzen bei Wittwe E. Schleger. Graf Busch=Kessel mit Bed., a Hackhausen. Schulz, Kfm a Barmen. von Bodelschwing, Deputirter a Berlin. Calmus, Kfm a Berlin. Salomonsen, Banquier a Amsterdam. Ostendorf, Part. a Elberfeld. Thuisger, Kfm a Barmen. Meyer, Kfm a Gütersloh. Jung, Kfm a Elberfeld. Peterson, Kfm a Aachen. Peterson, Part. a Holland. Solm, Kfm a Coesfeld. Klophaus, Kfm a Elberfeld. Klophaus, Kfm a Schwelm. Miessen, Kfm a Aachen. Im Bönnischen Hof bei Rösberger. Belken, Kfm a Ronsdorf. Treschin m. Gem., Part. a Lüttich. Bruks, Gutsb. a Velbert. Kerminger, Kfm a Bochold. Schmirkens, Kfm a Cöln. Bresges, Gutsb. u. Geschw. a Rheydt. Busch, Kfm u. Geschw. a Gladbach. Sieger, Kfm u. Geschw. a Linn. Wenkelt, Gutsb. a Trier. Berms, Priv. a Cöln. Hönkens, Kfm a Cöln. Im Kömischen Kaiser bei Engels. Bornefeld, Kfm u. Geschw. a Gladbach. Hüls, Kfm u. Geschw. a Gladbach. Pfleger, Kfm u. Geschw. a Bourscheidt. Salomonn, Kfm a Něuwied. Ahrweiler, Kfm a Coblenz Henn, Kfm a Coblenz. Cahn, Kfm a Bendorf. Peters, Kfm a Kempen. Braun, Kfm a Cöln. Horst, Kfm a Cöln. Schmitz, Bürgermeister a Giesenkirchen. Pohl, Kfm a Cöln. Welter, Kfm a Eupen. Schüller m. Fam., Kfm a Stolberg. Beker, Kfm a Stolberg. Kremer, Kfm a Metz. Schröder, Kfm a Mainz. Baumhauer, Kfm a Elberfeld. Krabb, Kfm a Elberfeld. Im alten Kasfeehaus bei Heuser. Klöter, Kfm a Gladbach. Zapp, Kfm a Remscheid. Müller, Kfm a Neuenhoff. Kohl, Priv. a Aachen. Dorn, Priv. a Kettwig. Evertsbusch, Kfm a Mülheim. Heusgen, Gutsb. a Büttgen. Engels, Kfm a Dülmen. Waltmann, Kfm a Cöln. Neumann, Kfm a Coblenz. Spettmann, Kfm a Nürnberg. Im Elberfelder Hof bei Crumfinger. Oberheidtmann, Priv. a Elberfeld. Fischbach, Priv. a Elberfeld. Schötter, Fabrik. a Eikenkamp. Seidt, Kfm a Langenberg Meuser, Lehrer a Lindlar. Redakteur: W. Kaulen— Druck und Verlag der Stahl'schen Buchhandlung(W. Kaulen), Carlsplatz Nr. 1043.