Erscheint täglich außer Montags. Abonnementspreis: vierteljährlich 1 Thlr. Auswärts bei allen preuß. Posten 1 Thlr. 5 Sgr. und Einrückungsgebühren für die Petitzeile oder deren Raum 1 Sgr Anzeigen werden bis 11 Uhr Vormittags angenommen. 28. Samstag den 80. November 1850.(Andreas.) 12 Samstag den 30. November, in der Synagoge, Morgens 9½ Uhr, Predigt, Herr Dr. Joël. Oeffentliche Sitzung des Gemeinderathes vom 19. November 1850. Unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisterei=Verwalters, Regierungs=Assessors Hammers und des Beigeordneten Wortmann später auch des Beigeordneten Regierungs=Rathes Grafen von Villers waren anwesend die Gemeinde=Verordneten: Cramer, Coninr, Friderichs, Gräber, Heinen, Hilgers, Jansen, Kapf, Lacomblet, Lupp, Mücke, Müller, Pollitz, Schlienkamp, Sohl, Stein, Trinkaus, Verres, Walbröhl, Weidenhaupt und Westhoff. Entschuldigt: G.=V. Asteroth, Bücheler, Hagedorn, Lützeler, Schnitzler; Schweden und Stüttgen. 1. Verpachtung des städtischen Eiskellers. Das Protokoll der Sitzung vom 5. November wird verlesen und genehmigt. Vorsitzender theilt hierauf das Ergebniß der stattgehabten Verpachtung des Eiskellers mit, und beschließt G.=Rath dem Brauereibesitzer Memminger den Keller auf 12 Jahre, für eine jährliche Pacht von 38 Thlrn. unter der Bedingung zu übergeben, daß Pächter die anzulegende Schrotttreppe auf seine Kosten planmäßig ausführen lasse. 2. Erhebung eines Standgeldes für den Wollmarkt. Vorsitzender theilt mit, daß Seitens der Königl. Regierung Auskuuft verlangt worden, ob und welches Standgeld man für die auf den zu errichtenden Wollmarkt gebrachte Wolle zu erheben beabsichtigte; und bemerkt, daß im Gemeinderath früher sich die Ansicht geltend gemacht habe, ein solches Standgeld nicht zu erheben. G.=Rath ist auch jetzt dieser Ansicht und beschließt, daß vorläufig kein Standgeld erhoben werden solle. 3. Anlage eines Lagerbuches. Vorsitzender trägt vor, wie sich die Nothwendigkeit einer Vervollständigung und Ordnung des städtischen Archives namentlich nach Anlage des Lagerbuches immer dringender herausstelle. Die Wichtigkeit eines geordneten städtischen Archives sei nicht zu verkennen, ein solches sei jetzt gar nicht vorhanden, nur einzelne Urkunden und noch zum Theil unvollständig fänden sich vor. Er habe den Herrn Archivrath Lacomblet um eine gutachtliche Aeußerung darüber ersucht, wie das städtische Archiv auf die zweckmäßigste und vollständigste Weise hergestellt werden könne. Dieses Gutachten sei nun gegeben und es erscheine von großem Interesse für die Stadt, wenn die Ordnung des städtischen Archivs unter der sachkundigen Mitwirkung des Herrn Archivraths Lacomblet ausgeführt werde, indem wohl nur ihm allein es möglich sei, unter den vorliegenden Verhältnissen etwas Vollständiges zu liefern. Aus den angeführten Gründen habe die Redaktionscommission sich einstimmig für Ausführung der Arbeit und für die Bewilligung der auf ungefähr 150 Thlr. veranschlagten Kosten erklärt. G.=V. Lacomblet sagt, nicht blos das pecuniäre Interesse der Stadt erfordere, daß das städtische Archiv geordnet werde, die Ehre der Stadt verlange, daß man dasjenige sammele und ordne, was aus ihrer Vorzeit vorhanden sei. Nachdem noch G.=V. Friderichs für den Commissions=Antrag sich ausgesprochen, bewilligt Gemeinderath die Kosten für Anlage eines Lagerbuches vorläufig mit 150 Thlr. 4. Antrag wegen einer Mauer an dem Garten des Geh. Regierungs-Rathes Arndts. Auf einen Antrag der G.=V. Pollitz, Schlienkamp, Walbröhl und Wenders: Gemeinderath möge beschließen, daß der Geh. Reg.=Rath Arndts veranlaßt werde, die an seinem Garten contractwidrig aufgeführte Mauer sofort abtragen zu lassen, beschließt Gemeinderath, den Geh. Reg.=Rath Arndts zunächst zur Erklärung darüber aufzufordern, weshalb der hinter seinem Hause auf der Ratingerstraße belegene Garten vertragswidrig mit einer massiven Mauer umgeben sei. Am Schlusse der Sitzung erbat sich der Beigeordnete Graf von Villers das Wort und theilte dem Gemeinderathe mit, daß er heute Abend nach Berlin als Abgeordneter zur zweiten Kammer abreisen werde. Durch diese Eigenschaft sei zwar schon seine vorzugsweise Thätigkeit in Berlin bestimmt, dieses halte ihn jedoch nicht ab, im Hinblick auf seine Stellung als Beigeordneter der Sammtgemeinde Düsseldorf als solcher in der ihm noch frei bleibenden Zeit die Interessen seiner Gemeinde zu vertreten und er bitte daher den Gemeinderath, ihm diejenigen Gegenstände zu bezeichnen, welche man seiner Fürsorge anvertraut wissen wolle. Er seinerseits rechne hierzu die Bahnhofsanlage, die Aufbringung der Polizeikosten und die Errichtung der Gewerbeschule. Vorsitzender spricht dem Beigeordneten Grafen v. Villers den Dank des Gemeinderathes für seine thätige Theilnahme an dem Interesse der Stadt aus und bittet ihn, die vorgenannten Gegenstände in geeigneter Weise in Berlin näher zu verfolgen. Die Sitzung wurde hierauf geschlossen, nachdem Hr. Graf v. Villers bemerkt hatte, daß mit der bevorstehenden vollständigen Einführung der Gemeindeordnung seine Functionen als Beigeordneter aufhören würden, weshalb er sich veranlaßt sehe, dem Gemeinderathe das Bedauern seines Ausscheidens auszudrücken und die Versicherung zu geben, daß er auch ferner an dem Wohl und Wehe der Stadt lebhaften Antheil nehmen und deren Bestes soweit in seinen Kräften liege, fördern werde. Die Redaktions=Commission. Düsseldorf. Die Entgegnung des Hrn. W. in Nr. 284 d. Bl. beweist keineswegs, daß unsere in Nr. 283 ausgesprochene Ueberzeugung der Verpflichtung fremder Rentner zur Tragung der Einquartirungslast unbegründet ist. Der frühere Beschluß des Gemeinderaths, welcher diese Rentner zeitweise von der Einkommensteuer frei spricht, macht keineswegs Erwähnung von der. Einquartirungslast, mithin ließ der Beschluß solche bestehen. Die Kgl. Verordnung vom 12. d. M. in Betreff der Kriegsleistungen und deren Vergütigung ist als Staatsgesetz zu betrachten, welchem alle Commünen resp. die Einwohner derselben unterworfen sind. Wenn die Einquartirungs=Commission schon früher im Zweifel war, ob die fremden Rentner in Gemäßheit des Gemeinderaths=Beschlusses auch von der Einquartirungslast befreit seien oder nicht, so sehen wir nicht ein, wozu jetzt, wo jene Kgl. Verordnung maßgebend ist, Gemeinderath einen. neuen Beschluß hinsichtlich der fremden Rentner zu fassen hätte. Alle Zweifel sind dadurch gelöst, daß die Einquartirungslast eine staatliche und nur beziehungsweise eine Communallast geworden ist und daß alle diejenigen Einwohner derselben unterworfen sind, deren Vermögensverhältnisse nicht der Art sind, daß sie unbedingt von dieser Last befreit werden müssen.(Einges.) Die neueste belletristische Literatur. Franz Dingelstedt beurtheilt in der„Allgemeinen Zeitung" die neuesten Erscheinungen der epischen und lyrischen Poesie. Wir entnehmen seinen„LiteraturBriefen" folgende Urtheile: Redwitz, Böttger, Pfarrius, drei Nachzügler aus der Romantik. Herr v. Redwitz hat sich mit dem Amaranth rasch einen Namen gemacht. Dies schöne Buch fand Eingang und Absatz, besonders in einem Kreise, welcher literarischen Tagesneuigkeiten ängstlich verschlossen gehalten zu werden pflegt: bei jungen Mädchen. Man unterschätze dies Publikum beileibe nicht; dasselbe schreibt keine Kritiken, aber es liebt und kauft. Erröthend tritt es in den Laden, und bittet mit leisen Flötentönen um Geibels Gedichte, „aber ja die neuesten", oder um den Amaranth, welcher jenen schon eine bedenkliche Concurrenz zu machen anfing. Das gibt Auflagen, eh' man dessen sich versieht. Ist doch sogar das Schloß aus Amaranth bereits in Oel gemalt und auf unsern Kunstausstellungen gezeigt worden. Das„Märchen", welches dem glücklichsten Erstling gefolgt ist, wird ihn, so besorgen wir, nicht einholen. Im Amaranth war ächte, tiefe Poesie, dergleichen oft in dem ersten Werke eines Autors überraschend erscheint, um im zweiten räthselhaft zu verschwinden. Kein Zweifel, daß der bestrickende Zauber redwitzischer Verse auch im Waldmärchen flüstert und rauscht; die gleiche kindliche Reinheit wie im Amaranth blickt aus dem Waldbächlein, das vom Tannenbaum sich losreißt, in die Welt stürzt, und in den bösen Sumpf fällt. Allein das Ganze ist nicht so abgeschlossen und vollendet, sowohl in Form als in Stimmung, wie Amaranth gewesen; es spricht zu viel Bewußtsein, zu viel Absicht, zu viel didaktischer Zweck aus diesen Bildern, die mehr als Allegorieen sind, ohne darum Natur zu sein. Adolf Böttger, einer unserer kunstfertigsten Sänger, steckt tief in ähnlicher Waldromantik, wohin er, durch und durch ein moderner Poet, gar nicht gehört. Nachdem er eben erst in seinem Frühlingsmärchen die Elfen= und Nixen=Wirthschaft abgethan hat, kommt er schon wieder mit einer„Pilgerfahrt der Blumengeister", einem illustrirten Prachtwerk, das auf eine lange Reihe von Lieferungen abgesehen scheint. Als Muster hat offenbar Granville's und Mery's bekanntes Werk:„Les étoiles" gedient; aber wie effectvoll, wie scharf charakteristisch löst der französische Zeichner, verglichen mit dem deutschen, seine Aufgabe! Der Gedanke, Blumen zu personificiren ist kein neuer; die edle Tanzkunst hat sich seiner bereits bemächtigt und ein wunderreiches Ballet daraus zusammengezaubert. Denselben Gedanken faßt Böttger auf. Aus dem Elfenreich läßt er unterschiedliche Gewächse„in ein wandelnd Erdensein mit Menschenform und Menschenleid" übergehen. Viola wird eine kleine Waise, die Tulpe aus Harlem eine Sultanin im Harem, Schneeglöckchen und Himmelsschlüsselchen und eine Menge artiger Dingelchen treten in reizenden Vasen auf; allein, welche tiefere geistige Bedeutung hat das alles, welchen poetischen Werth, welche Geltung endlich in einer Zeit wie die unsrige? Gustav Pfarrius, der liebenswürdige Barde des Nahe=Thals, hat ebenfalls„Stimmen des Waldes" belauscht, und gibt sie lyrisch-episch wieder. Will denn auf einmal die gesammte deutsche Literatur einsiedeln gehn, von Wurzeln und Kräutern leben, nichts als Quellwasser trinken und unter hohlen Bäumen in frommer Beschaulichkeit faullenzen? Herr Otto dichtet eine Waldtragödie, Hr. v. Redwitz, Hr. Böttger, Hr. Pfarrius singen Waldmärchen und Waldlieder, Hr. v. Puttlitz sogar, das Berliner Stadtkind, erzählt uns „was sich der Wald erzählt", und die gute Kritik geräth pflichtschuldigst außer sich über den süßen „Waldduft" den sie in all diesen Dingen wittert. Warum so menschenschen, ihr Herren? Ist in der Geschichte, in der Welt, im Kampf und Leid unserer Tage kein Platz mehr für Euch, keine Aufgabe für Eure Kunst, kein Lohn für Euer Streben? Schillers junge Muse floh freilich auch in die Wälder, aber es waren die böhmischen; vergeßk das nicht! Schlüßlich eine frohe, eine große Botschaft: deutsches Volk, du wirst wieder einen„MusenAlmanach" haben! Was sag' ich, einen? Nein, zwei auf einmal, damit die poetische Parallele zu Union und Bundestag nicht fehle. Je tiefer wir unter dem Kreuz der Zerrissenheit keuchen, desto stärker arbeitet in uns der Trieb der Einigung, und je zahlreicher die Versuche sind diese Einigung zu bewerkstelligen, desto sicherer fallen wir in jene Zerrissenheit zurück: ein reizender Kreislauf, bei welchem schon manchem ehrlichen Kopf schwindlich geworden ist. Wird es in der Poesie nicht ergehen, wie in der Politik? Herr Schad und Herr Gruppe, werden sie glücklicher sein als Herr v. d. Pfordten und Herr v. Radowitz? Schad' um die Absicht und Mühe dieses guten Herrn Schad, welcher an der braunen Hippokrene von Kitzingen, Königreich Baiern, einen deutschen Parnaß, nach dem Heimathschein sauber abgetheilt, aufzubauen strebt. Es gelingt ihm nicht, so wenig wie um Gruppe die fahrenden und zerfahrenen deutschen Sänger sich gruppiren werden. Unsere edlen Führer, Chamisso und Schwab, ersetzen jene nicht; diese zwei, der eine im Norden, der andere im Süden, gaben natürliche, örtliche, persönliche Mittelpunkte für poetische Richtungen und Bewegungen ab, ihr Name zog an und deckte. Alles ist mit ihnen begraben, wie überhaupt das dichterische Leben andere Kreise gezogen, andere Spitzen getrieben hat. Die Schulen, schwäbische, märkische, fränkische, rheinische, sind zerstreut; besteht noch eine, so ist es die österreichische. Die Meister schweigen, den Mund voll Erde, das Haupt voll Schnee, die Brust voll Gram. Der Nachwuchs schießt wild und vereinzelt auf, mit eigener Kraft das Dickicht durchbrechend, keiner Pflege bedürftig, unzugänglich für alle Zucht, um den Nachbar sich nimmer kümmernd, den Gegner mit möglichster Gewalt niederdrückend. Was soll uns da ein Musen=Almanach? Der war vortrefflich zu weiland Hainbunds= und Romantiks=Zeiten, vortrefflich für Goethe's und Schiller's Xenien, vortrefflich als letzte Brücke zwischen Berlin und Stuttgart, Nord und Süd, Heine und Uhland. Aber jetzt! Alle diese kleinen, künstlichen, literarisch poetischen Mittelpunkte entschädigen nicht für den Mangel eines großen, natürlichen, politisch-nationalen. Wir haben Gott gedankt, wie für eine literärische Märzerrungenschaft, für das Verschwinden der Almanache, Taschen= und Jahrbücher, der ganzen unfrachtbaren Zwitter=Gattung von Buch und Blatt, und nun kehrt sie uns unverwüstlich zurück, diese negative Errungenschaft, während alle positiven, eine nach der andern, den Weg alles Fleisches gehen! Berlin. Es ist eine Thatsache, daß alle Colonisations-Projekte, welche darauf abzielten, deutsche Auswanderer in tropischen Gegenden anzusiedeln, mißlungen sind und ein klägliches Ende genommen haben. Man braucht nur an das Drama von Santo Thomas de Guatemala zu erinnern, in welchem leider Deutsche die Hauptrolle spielen,— auf den Kirchhöfen. Es war eine Thorheit der Berliner, eine deutsche Niederlassung im Moskitolande gründen zu wollen; es wird mehr als zweifelhaft sein, ob die Nicaragua=Plane, die man jetzt so eifrig betreibt, von günstigem Erfolge begleitet sein können. Auf allen diesen Versuchen, in den heißen Ländern deutsche Niederlassungen zu grunden, ruhet ein Unstern. Wir möchten dringend warnen vor jeder Betheiligung an derlei Projekten, für die man auch in unserer Nachbarschaft thätig ist. Jeder Sachkundige weiß, daß nimmermehr etwas Gutes dabei herauskommen kann. Die jüngste Zeit liefert für diese Behauptung abermals einen schlagenden Beweis. In der„Shipping and Mercantile Gazette" vom 18. Nov. sinden wir folgenden Artikel: Plymouth, 16. Nov. Die preußische Bark „Norma," Capitain Schultz, langte hier am Donnerstag mit 215 Blöcken Mahagoniholz, 125 Tonnen Bauholz und 3750 Stück Cocosnüssen an. Die Auswanderer, welche dieses Schiff auf seiner Ausreise nach Amerika brachte, wurden nach ihrer Landung am Bestimmungsplatze von einem schrecklichen Schicksale heimgesucht. Die„Norma" hatte Stettin am 19. April mit etwa 140 Passagieren verlassen, Tischlern, Schneidern und anderen Handwerkern, Geschäftsleuten und Gelehrten, meist aus Stettin und der Umgegend. Sie hatten eine sehr günstige Ueberfahrt und kamen am 27. Juni zu Punta Gorda in der Bai von Honduras an. Man brachte die Passagiere zu Punta Gorda und in der belgischen Niederlassung Santo Thomas unter. Acht Tage nach ihrer Landung wurden sie vom Typhus und von den im Lande einheimischen Fiebern heimgesucht. Diese Krankheiten rafften am ersten Tage fünf Menschen hin; die sechste Person, welche starb, war der Arzt, und so wurde Einer nach dem Anderen hingerafft. Als die„Norma" am 28. September wieder absegelte, waren bereits hundert Menschen begraben worden und alle übrigen krank. Vier Herren und zwei Damen, welche mit der„Norma" die Hinreise machten, sind mit demselben Schiffe zurückgekommen und zu Cork ans Land gesetzt worden. In ähnlicher Weise lauteten auch früher die Berichte über dergleichen Expeditionen nach dem tropischen Amerika. Es ist unbegreiflich, daß man in Berlin immer noch nicht müde wird, so gefährlichen Experimenten das Wort zu reden, und immer wieder neue halsbrechende Wagstücke unternimmt, welche allemal auf Kosten bethörter und unkundiger Menschen gemacht werden, die für den Leichtsinn und die Unwissenheit Anderer mit ihrem Leben büßen müssen! Einer neuern Mittheilung der„National=Ztg." zufolge sind die im Vorstehenden gegebenen Nachrichten als übertrieben zu betrachten. Nach Berichten aus Santo Thomas sei nur ein Theil der Gesellschaft in Punta Gorda erkrankt, ein anderer Theil habe zwar ein gleiches Schicksal in Santo Thomas gehabt, doch seien im Ganzen überhaupt nur 18 Personen der Seuche erlegen. Von den Uebrigen wird versichert, daß sie sich des besten Wohlseins erfreuen. — Die Anhaltische und die Potsdamer Eisenbahn werden in diesen Tagen durch einen Schienenstrang verbunden sein, um die ankommenden und abgehenden Truppentheile schleunigst befördern und die Transportwagen von einer Bahn leicht auf die andere schaffen zu können. Die Direktion der Anhaltischen Eisenbahn hat auf Befragen erklärt, nöthigenfalls täglich 10,000 Mann befördern zu können. Für diesen Fall sind die Gütertransportwagen zur Personenbeförderung eingerichtet. — Die„Deutsche Reform" berichtet: Der Damenverein unter der Leitung des Fräulein von L'Estocg, welcher sich zur Aufgabengestellt hat, das Militär mit warmen Strümpfen zu versehen, giebt von jetzt an jedem Soldaten mit den Strümpfen auch ein Neues Testament mit. Auch die Jahre 1848 und 49 hatten sehr nachtheilig auf die hiesige Bibelgesellschaft gewirkt. Dieselbe hat in diesem Jahre 14,000 Bibeln abgesetzt, während ihr Absatz in den beiden erwähnten Jahren zusammen noch nicht diese Zahl erreichte. — Auch in der Provinz Preußen haben sich in vielen Städten Damen=Vereine gebildet, welche durch Verloosung verschiedener Gegenstände Fonds zur Unterstützung der hülfsbedürftigen Familien einberufener Landwehrmänner beschlossen. Auch mit Besorgung von warmen Fußbekleidungen für die ausmarschirenden Truppen, so wie mit Beschaffung alter Leinwand und Charpie sind diese Vereine beschäftigt. Feuilleton. Eine flämische Dorfgeschichte nach Hendrik Conscience. (Fortsetzung und Schluß.) Er hat mich umarmt, sich mit mir ausgesöhnt, und mich getröstet. Ich wollte mich selbst anklagen, ihm sagen, daß mein Hochmuth die Ursache von allem Unglück wäre, ihm versprechen, daß mein Leben fortan eine Buße sein müßte— Er hat mir den Mund mit einem Kusse geschlossen; dieser Kuß träufelte, wie himmlischer Balsam, Kraft und Hoffnung in mein Herz, und machte es mir möglich, dem Beschluß Gottes mit weniger Angst entgegenzusehen. Gesegnet sei der Barmherzige, der das Ueble also mit Liebe belohnt! Und mir hat er auch vergeben, nicht wahr, Vater? Dir vergeben, Lisa? Was hast Du Dir vorzuwerfen? Ach, wenn Du leidest, und eine Strafe von oben Dich zu treffen scheint, so trägst Du die schwere Buße für mich allein! Bin ich denn unschuldig, Vater? War es nicht mein Leichtsinn, der Karl um sein Herzensglück brachte, und ihn in Verzweiflung trieb? Und doch hat er mir Alles verziehen, der gute Junge. Nein, nein, rief der Vater aus, Karl hat Dir nichts zu verzeihen. In seinen Augen warst Du stets die keusche, helle Lilie. Selbst als mein verrücker Hochmuth Dich zur Unvorsichtigkeit zwang, und Alles sich vereinte, um ihn zur Verzweiflung zu bringen, selbst damals gab er auch nicht dem geringsten Verdachte gegen Dich Raum, und sagte mit stolzen Augen: Meine Lisa ist unschuldig; mich allein liebt sie! Ein Lächeln verklärte die Züge des Mädchens, und sie erwiederte: Die Ueberzeugung wird mein Sterbebett schmerzlos machen. Sobald ich oben bin, bitte ich für ihn bei Gott; aus dem Himmel will ich ihm auf jeden Schritt zulächeln, bis er auch kommt! Der heitere Ton in Lisa's Stimme ermuthigte ihren Vater, einen Versuch zu machen, ihren Geist seinen trüben Vorahnungen zu entreißen. Er fuhr fröhlich fort: Du weißst nicht, Lisa, wie er mir vorgestern von einem schönen Garten sprach, den er für Dich wollte herrichten lassen, sobald er loskäme. Schöne Blumen im Ueberfluß, dazu recht viel Singvögel, Schlingpfade und Blumenbeete, Pavillons und Teiche— Und, während man daran arbeitet, wird er mit Dir nach Paris reisen, Dir die schönsten Dinge der Welt zeigen, und mit seiner Liebe Dein Gemüth wieder erheitern— Denke nur, Lisa, dann bist Du ja Karl's Frau. Nichts wird euch mehr trennen, euer Leben wird ein Himmel voll Seligkeit sein! Und Karl will, daß ich mit Dir und seiner Mutter in der Brauerei wohne. Ich werde ihn lieben wie einen Sohn! Und Du, Lisa, wirst wieder eine zärtliche Mutter haben. Durch mein schlichtes, bescheidenes Benehmen will ich die Freundschaft aller Leute aus dem Dorfe wieder gewinnen. Es soll uns Jedermann schätzen und lieben. So werden die Bande der Bruderliebe sich um uns Alle schlingen, und wir ein recht friedsames Leben genießen. Doch Lisa, was hast Du? Du zitterst? Bist Du unwohl? Das Mädchen versuchte zu lächeln, doch offenbar fehlte ihm die Kraft dazu; es suchte nach der Hand des Vaters, und als es dieselbe gefunden hatte, sprach Liesken mit matter, gebrochener Stimme: Lieber Vater, wenn mich der Herrgott nicht zu sich gerufen hätte, so könnten mich Eure tröstenden Worte beilen— doch was kann mich retten— vor dem Tode, den ich immer, immer vor meinen Augen sehe— wie etwas Unnennbares— eine Wolke— etwas, das mir zuwinkt? Jetzt wieder; o, es läuft mir durch alle Glieder, die Luft ist mir zu scharf— Wasser, Wasser auf meine Stirne— Vater, lieber Vater— ich glaube, ich verscheide!— Damit schloß sie die Augen, und sank bewußtlos zu Boden wie eine Leiche. Baes Gansendonk stürzte vor seiner Tochter auf die Kniee nieder, hob die Hände flehend zum Himmel, und Thränen strömten aus seinen Augen.— Bald wurde er jedoch sich seines Zustandes bewußt, sprang in fieberhafter Angst auf, begann die Schläfe der ohnmächtigen Lisa zu reiben, richtete ihren Kopf in die Höhe, rief sie bei ihrem Namen, küßte die bleichen Lippen, und benetzte ihre Stirn mit reuigen Liebetbränen.— Nach einer Weile kehrte die Kranke zum Bewußtsein zurück. Während ihr Vater, vor Freude außer sich, die Zeichen ihres Erwachens aus dem Todesschlafe auf ihrem Gesichte erspähte, öffnete sie langsam die Augen, und starrte verwundert um sich. Noch nicht! Noch auf Erden? seufzte sie. Vater, führt mich in's Haus zurück; mein Kopf schwindelt, meine Brust brennt so sehr; die Luft zehrt mir die Lungen aus, die Sonne thut mir weh! Baes Gansendonk, als wollte er seine Tochter gegen den nahenden Tod vertheidigen, faßte sie mit eifersüchtiger Kraftanstrengung in seine Arme, und trug sie in ihr Zimmer zurück. Hier setzte sich Lisa wieder an den Tisch und legte den Kopf stumm auf das Kissen. Der Baes wollte sie trösten, allein sie flüsterte bittend: Sprecht nicht, lieber Vater; ich bin so müde;— laßt mich ruhen. Gansendonk setzte sich ganz still wieder auf seinen Stuhl, und vergoß stumme Thränen über den baldigen Tod seiner lieben Lisa. So verfloß eine halbe Stunde; keine Bewegung, kein Laut, ja nicht einmal ein Seufzer deutete auf die Gegenwart von Menschen in dem Zimmer; da hörte man einen Wagen vor dem Thore halten. Lisa, da kommt Kobe! rief Gansendonk erfreut aus, ich erkenne den Tritt unseres Pferdes. Ein Hoffnungsfunke glänzte in dem matten Auge des Mädchens. Der Knecht trat auch wirklich in's Zimmer. Lisa schien alle übrige Kraft zusammenzunehmen, um die gute Nachricht zu hören, richtete sich auf, und streckte den Kopf gegen Kobe. Der Baes sprang auf: Nun, Kobe, wie steht's? Der Knecht erwiederte mit feuchten Augen: Nichts ausgerichtet! Der Herr, der bei'm Justizminister für Karl sprechen sollte, ist nach Deutschland verreist. Ein leiser, erschütternder Klageton rang sich aus Lisa's Brust; Zentnerschwer fiel ihr Kopf auf das Kissen und sie weinte leise: O, weh mir! er wird mich hier auf Erden nicht mehr sehen! 11. Wer Disteln säet, wird Dornen erndten. An einem schönen Morgen schritt ein junger Bauer hastig die Chaussee entlang, die von Antwerpen nach Breda führt. Er keuchte, und der Schweiß troff ihm von der Stirn; aber eine unbeschreibliche Freude leuchtete aus seinen Augen, und die flüchtigen Blicke die er über die Felder und auf den unermeßlichen Himmel warf, verriethen Dankbarkeit für den Schöpfer und Liebe zur auflebenden Natur. Sein Schritt war wie beflügelt; von Zeit zu Zeit stieß er einen Freudenruf aus; es schien ihn mit quälender Ungeduld nach einem Orte hinzuziehen, wo ihn ein überschwengliches Glück erwartete.— Es war Karl, der Brauer, dessen Bande eine Strafverminderung plötzlich gelöst hatte. Nun kehrte er heim, das Herz voll seliger Träume. Er sollte seine Lisa wiedersehen, sie trösten und heilen! Denn, war es nicht seine Verurtheilung, seine Gefängnißstrafe, die das Mädchen mit Gram erfüllten? Mußte nicht Freilassung, seine Zurückkunft das unfehlbare Heilmittel ihrer Krankheit werden? Ja, er sollte sie wiederfinden, voll Unschuld und Liebe, sie durch sein Erscheinen überraschen, und ihr zurufen: Wirf Deinen Kummer von Dir, Lisa; hier bin ich, Dein treuer Freund! Schöpfe neue Kräfte in meiner Liebe, erhebe das Haupt zur Hoffnung; alles Weh ist verschwunden, Du darfst der Zukunft fröhlich entgegenblicken, und dem Leben zulächeln; es hat noch so viele schöne Jahre für uns! Und seine gute alte Mutter! Wie wollte er ihr den Gram der Liebe wieder heilen! Schon sah er sie im Geiste, weinend vor Rührung, ihm entgegenkommen; schon fühlte er sich von ihren Armen umfangen, ihren Kuß auf seinen Wangen glühen, ihre Thränen auf seinen Wangen brennen, ihre Thränen auf seine Stirne fallen— Zu diesem schönen Bilde lächelte er und rief: Mutter, Mutter!— Ja, der Jüngling war selig! Die wiedererlangte Freiheit hob ihm die Brust; der Duft der Haide wehte um ihn, und goß Lebenskraft in seine Lungen; die Frühlingssonne vergoldete das Grün der Tannen und kleidete die Natur in ihr Festgewand— So schritt der Jüngling hastig voran, von einer schönen Zukunft träumend, Gott mit überströmendem Herzen dankend, sich alle seine Lieben vor die Augen zaubernd, und schon im Genusse des nahen Glückes schwelgend, denn er war kaum noch eine halbe Meile von der Heimath entfernt. Da blieb er plötzlich stehen; ein widriger Anblick hatte ihm Furcht und Entsetzen eingejagt. Aus einem Seitenwege schritten drei Herren auf die Chaussee zu; der Eine war Herr v. Bruinkasteel! Ob diese Personen den jungen Bauer bemerkt hatten, war schwer zu entscheiden; sie sahen ihn nicht genauer an, sondern gingen dem Dorfe zu. Karl war sehr verlegen. Mit dem Baron wollte er jetzt nicht sprechen; er merkte wohl am Aufwallen seines Blutes, wie sehr ihn ein einziges höhnendes Wort seines Feindes aufbringen würde. Aber er konnte auch nicht stehen bleiben; die Ungeduld mit der es ihn zu seiner geliebten Lisa, zu seiner alten Mutter zog, war dazu zu gewaltig. Nach kurzer .Ueberlegung faßte er einen raschen Entschluß, und sprang von der Chaussee auf einen Seitenweg, der durch Busch und Feld mit einigen Krümmungen auch in's Dorf führte. ** X Durch das Dorf tönte das feierliche Geläute der Todesglocke. Auf dem Kirchhof wartete ein frischgeöffnetes Grab, worin jeder Laut der Glocke einen dumpfen Wiederhall fand, als ob von unten eine hohle Stimme heraufdränge, und die Erde mit Sehnsucht riefe: Komm, komm! Selbst die Thiere beben peinlich bei dem Rufe des Todes: die Hunde heulen wehklagend; die Stiere brüllen nur dumpf. Trotz der Schreckenstöne liegt die ganze Gemeinde in tiefer Stille; sie ist nur durch den trägen Gang einzelner alten Leute unterbrochen, die sich, mit Gebetbüchern und Rosenkränzen, nach dem Kirchhof richten. Aus der Ferne kommt der düstere Leichenzug. Doch wie feierlich ist dieser Gang nach dem letzten Ruheplatze. Vier Mädchen, schneeweis gekleidet, tragen die Bahre der Gespielin, die in der Blüthe des Lebens dahinschied; vier andere gehen daneben, um nachher die theure Last zu übernehmen. Darauf folgen alle anderen Mädchen der Gemeinde mit Blumen und Palmen in der Hand; selbst die Kinder gehen mit, deren einfältiges Gemüth noch nicht begreift, was das Wort Sterben bedeutet. Viele weinen bitterlich, alle senken das Haupt und trauern um die arme Lisa, die so unschuldig aus dieser Welt schied! Die Bahre ist mit Blumen bestreut: Rosen und Lilien, Bilder der jungfräulichen Unschuld! Sie duften so lieblich, und prangen so frisch auf dem weißen Tuche, das die Bahre deckt. Drinnen liegt auch eine Blume, die der Wurm des Leidens angenagt hat, bleich uno zerknickt! Armes Sündenlamm, das dem Hochmuth und dem eitlen Wahn zum Opfer fiel! Nur drei Männer folgten unmittelbar der Leiche! Auf der einen Seite geht Kobe, der Knecht; auf der andern Sus, der Schmied. Vor Schmerz und Mitleiden weinend, unterstützen sie eine dritte Person, die wie trunken daherwankt. Sie verbirgt das Gesicht mit ihren Händen; Thränen fließen an ihren Fingern herab, und ein peinliches Schluchzen bewegt ihre Brust. Armer Gansendonk, pflichtvergessener Vater, Du darfst die Leichenbahre nicht mehr ansehen? Bei jedem Blicke nagt Dir der Wurm am Herzen, nicht wahr? Du vergehst vor Angst und Schaam?— Ich will Dir nicht in's Herr sehen; die Marter die Du trägst, flößt mir Ehrfurcht ein; ich will Deinen verhängnißvollen Hochmuth vergessen, und Deinen bitteren Leiden eine Thräne zollen! Man naht dem Todtenacker; der Priester, der über die Leiche den letzten Segen sprechen soll, ist schon da— Doch was erschreckt jetzt Alle? Woher der Angstruf, der sich zu gleicher Zeit aus jeder Brust, entringt? Welcher furchtbare Anblick macht die Mädchen zittern? Karl ist da!— wie vom Blitz gerührt steht er still, und starrt mit wildem Blick auf den Zug der unter seinen glühenden Augen anhält— Der Arme ahnt, was vorgeht! Mit gesträubtem Haare kommt er hergelaufen, fällt bei der Leiche nieder, stößt die Mädchen von sich, hebt das Tuch auf, arbeitet an den Schrauben, daß ihm die Hände bluten, und will den Sarg öffnen; heulend und jammernd ruft er seine Lisa!— Einige Männer kommen hinzu, und ziehen ihn mit Gewalt von der Leiche weg— Doch ein neuer Grund entreißt ihm einen Schrei der Rache, so entsetzlich, daß Alle davon beben! Was hat denn sein wildes Auge getroffen, daß er alle Umstehenden wie rasend entfernt, und mit einem furchtbaren Rachegebrüll vorwärts läuft! Er sieht den Baron hinter dem Fenster eines Wirthshauses! Der tolle Jüngling zieht ein Messer aus der Tasche, das im Sonnenschein schrecklich blinkt! Kreischend springt er in das Wirthshaus— es wird zum Morde kommen!— Doch nein! an der Schwelle strauchelt und sinkt er zusammen! Ein Jeder hebt die Hände weinend in die Luft und zittert an allen Gliedern; aber Karl erhebt sich nicht wieder; er liegt da wie vom jähen Tod getroffen. Sein Feind, der Baron, ist zuerst bei ihm; er hebt den Jüngling mitleidig vom Boden, und fühlt dabei auch in seinem Innersten einen Stich, und den Vorwurf: Dein Leichtsinn ist mit Schuld an dem Unglück, das um Dich so schrecklich waltet. Auch Kobe läuft zur Hülfe herbei; Beide setzen den Jüngling in einen Stuhl, und benetzen ihm Stirne und Brust; doch bleibt er schlaff und bleich im Stuhle— Inzwischen murmelt der Priester den letzten Friedensgruß über das Grab: die Erde fällt dumpf auf den Sarg nieder— Karl ist aus seiner Öhnmacht erwacht. Der Baron will ihn trösten— Kobe spricht von seiner Mutter— aber der Jüngling kennt weder Freund noch Feind mehr; ein entsetzliches Etwas blinkt aus seinem Auge; er lacht und scheint so glücklich zu sein.— Der Arme ist wahnsinnig geworden— Liebe Leser, wenn Euch der Zufall durch das Dorf führt, wo sich diese trübe Geschichte ereignet hat, so werdet Ihr auf einer hölzernen Bank vor der Brauerei zwei Männer sitzen sehen,die wie Kinder mit einander spielen. Der Jüngere hat ein abgelebtes Gesicht, aber in seinen Augen glänzt das Feuer— des Wahnsinns; der Andere ist ein alter Knecht, der ihn liebreich versorgt und zu trösten sucht. Fragt den Knecht um die Ursache seines Unglücks; der gute Kobe wird Euch traurige Dinge erzählen, und das Grab zeigen, wo Baes Gansendonk neben seinem Kinde auf ewig ruht; gewiß schließt er seine Rede mit dem Spruch: Hochmuth ist die Quelle jedes Uebels! Civilstand der Sammtgemeinde Düsseldorf. Gevoren. Den 7. November, Joh. Bapt., S. des Schneiders Theod. Pietsch, Reuterkaserne.— Frdr. Carl, S. des Wagners Frdr. Carl Beyermann, Mühlenstr. Den 8., Frdr. Hrch., S. des Schreiners Frdr. Wilh. Schmachtenberg, Rheinstr.— Albert, S. des Soldaten Jak. Lamb. Peuling, Steinstr. Den 9., Jos Hub., T. des Fabrikarbeiters Frz. Kels, Bilk.— Hrch., S. des Tagelöhners Christ. Döcker, Derendorf.— Vitus, S. des Tagelöhners Hrch. Michels, Mörsenbroich.— Jos. Hub., T. des Ackerers Benedikt Kruchen, Bilk.— Jakob, S. des Sackträgers Carl Anton Moog, Ratingerstraße. Den 10., Therese, T. des Metzgers Carl Fell, Kapuzinergasse. Den 11., Peter, S. des Gärtners Hrch. Esser, Hamm.— Carl Wilh. Hub., S. des Bierbrauers Pet. Jonas Eishauer, Ratingerstr.— Carl Ant, S. des Unterofsiziers Gottl. Hannemann, Kaserne. 1 unehel. Kind. Gestorben. Den 10. November, Louise Britz, 30 J. alt, Ehefrau des Tagelöhners Theodor Brock, Neustadt.— Jos. Schröder, 50 J. alt, Schuster, Wwr., Hundsrückenstr.— Gertr. Beck, 1 J. 6 alt, Mühlenstr. Den 11., Joh. Louise Schmitz, 2 J. alt, Zollstraße.— Carl Bommes, 34 J. alt, Tagelöhner, verheirathet, Neustadt. Den 12., Wilh. Heß, 38 J. alt, Schneider, verheirathet, Neustadt. Den 13., Catharine Reipen, 10 J. alt, Derendorf.— Wilhelm Derendorf, 5 W. alt, Hamm.— Catharine Döcker, 76 J. alt, Wwe. des Tagelöhners Heinrich Drösser, Neustadt. Den 14., Catharine Vertens, 34 J. alt, Ehefrau des Ackerers Wilh. Felden, Lierenfeld.— Jos. Joh. Ferd. Castellano, 4 W. alt, Mühlengasse Den 15., Max Meurers, 30 J. alt, Privat=Sekretair, ledig, Ratingerstraße, 3 todtgeborne Kinder. Heirathen. Den 11. November, Schneider Math. Friedrich Haas mit Joh. Jos. Kauth, beide von hier. Den 12., Schlosser Johann Wilh. Jakob Wimmer mit Marg. Gertr. Dresbach, beide von hier.— Fuhrmann Joh. Georg Küpper, Wwr., von hier, mit Gertr. Blumerkamp von Derendorf.— Tagelöhner Wilhelm Krüll von Flingern mit Sophia Louise Wilh. Laube, gen. Gerloff, von Neustadt. Den 13., Schuhmacher Frdr. Wiengarten von Balksen mit Maria Doroth, Jak. Roemer von Praest. Den 15., Ackerer Peter Heups von Delrath mit Hel. Hub. Fischer von Bilk. Eheversprechen, verkündigt am Sonntag den 24. November 1850, bestehend zwischen: 1. dem Sattler Carl Jul. Tetz und der Joh. Jos. Gerber, beide hier; 2. dem Kutscher Wilh. van Garderen, Wwr., und der Cath. Magd. Phil. Ullmann, beide hier; 3. dem HandlungsReisenden Joh. Jos. Hub. Schleger und der Elis. Albrecht, beide hier; 4. dem Restaurateur Hrch. Ed. Dapper zu Bilk und der Anna Joh. Falck zu Mainz; 5. dem Kreis=Sekretair Friedrich Hermanns, Wwr., zu Neuß und der Laura Rosenthal, hier. zu Witten am 28. November. Niedrigster Preis. Mittler Preis. Höchster Preis. Thlr. Sgr. Pf. Thlr. Sgr. Pf. Thlr. Sgr. Pf. Weizen——— 2 4———— Roggen——— 1 29——— Gerste——— 1 21———— Alter Hafer——————— Hafer——— 1 3———— Stroh——— 8———— Allgemeiner Musikverein. Concert für die bedürftigen Angehörigen der einberufenen Reservisten und Wehrleute der Oberbürgermeisterei Düsseldorf, am Donnerstag den 5. Dezember, Abends 6 Uhr, im Geisler'schen Saale. Programm. 1. Ouvertüre zur schönen Melusine von F. Mendelssohn.-B. 2. Requiem für Mignon aus Goethe’s„ Wilhelm Meister“ für Chor und Orchester von R. Schumann(Mauuscript), (auf Verlangen wiederholt). 3. Sonate(C.-dur op. 53) für Pianoforte von L. v. Beethoven, vorgetragen von Frau Clara Schumann. 4. Comala, dramatisches Gedicht nach Ossian für Solostimmen, Chor und Orchester von N. W. Gado. Der Subscriptionspreis beträgt 10 Sgr. Subscriptionslisten, welche mit Mittwoch den 4. Dezbr. geschlossen werden, liegen offen: in der Musikalienhandlung von Bayrhoffer, bei Hrn. Cürten und bei Hrn. Geisler(Steinweg und Mittelstrasse). Karten zu 20 Sgr. werden am Concerttage in den obengenannten. Lok alen ausgegeben. Wit beehren uns, zur Theilnahme ergebenst einzuladen Düsseldorf den 28. November 1850. Der Verwaltungsausschuss. Euler. v. Lezaack. Hertz. Dr. Ernsts. Bloem. J. E. v. Heister. Fr. v. Heister. Th Hildebrandt. Katholischer Waisenverein. Da in der General=Versammlung vom 10. d. M. über die erforderliche Abänderung des Statuts, weil nicht zwei Drittel der Mitglieder erschienen waren, kein Beschluß gefaßt werden konnte, so werden hierdurch sämmtliche Mitglieder des Vereins nach Artikel 10 des Statuts zu einer neuen General=Versammlung auf Sonntag den 1. Dezember 1850, Nachmittags 2 Uhr, in der Aula des Gymnasiums eingeladen. Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung der Vereinskarte gestattet. Düsseldorf den 14. November 1850. Der Vorstand. Anzeigen. Auf Anstehen des Agenten des Falliments von Louis Stüttgen, Drechsler, hierselbst und auf Grund eines Beschlusses des hiesigen königl. Landgerichts, als Handelsgericht fungirend, vom 16 d. M., wird der Unterzeichnete am Dienstag den 3. Dezember d. J. und folgenden Tag, jedesmal Nachmittags 2 Uhr, in der Wohnung des Falliten, Hundsrückenstraße Nr. 605, die zur gedachten Masse gehörenden Waaren, als: kurze und lange Pfeifen, Pfeifenköpfe, Cigarren=Etuis, Geldbeutel, Kämme, Hosenträger u. dgl. m.; sodann: ein Aushängekasten, 2 Schaufenster, Ladengestell, 1 Oelkasten und 1 Salzkasten, meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkaufen. Düsseldorf den 28. November 1850. Hilgers, Land= u. Handelsgerichts=Sekretär. Die der Regel gemäß Sonntag den 1. k. M. zu haltende Versammlung wird, weil das Lokal nicht frei ist, auf Sonntag den 8. k. M. verlegt und wird noch besonders eingeladen werden. Der Vorstand. Treubund. Mit Gott für König und Vaterland. Montag den 2. Dezember 1850: Außerordentliche Der Vorstand. Gesellschaft zur Ludwigsburg. (Zollstraße.) Samstag den 30. November 1850, Abends 7 Uhr: Ballotage. Der Vorstand. Euterpianischer Verein. Samstag den 30. November, Abends halb 9 Uhr: Musikal.-deklamatorische Abendunterhaltung. Der Vorstand. Lotterie-Verein im„alten Schellsisch.“ Zur General=Abrechnung am Sonntag den 1. Dezbr, Abends 8 Uhr, werden alle Mitglieder höflichst eingeladen. Der Vorstand. Ein großes, schön möblirtes Zimmer, Friedrichsstraße Nr. 118/10, ist an einen einzelnen Herrn zu vermiethen Schwanenmarkt Nr. 939 sind in der ersten Etage drei gut möblirte Zimmer zu vermiethen. Betrieb auf der Düsseldorf=Elberfelder Eisenbahn für den Monat Oktober 1850. Bezeichnung. Personen von sämmtl. Stationen. Passagier=Effekten(ausschließl. des Freigewichts) Equipagen. Hunde Gemüse(darunter 627½ Ctr. Freigewicht).. Eil= und Postgüter. Frachtgüter(dar. 994123 Ctr. für Rechnung der Gesellschaft) Vieh. Extraordinaria. Total pro Oktbr. 1850 Hierzu„„ Januar— Sept. Summa. Die Einnahme bis Ende Okt. 1849 betrug Also pro 1850 mehr Summa. 9093 10162 610 19866 147832 28 28 Düsseldorf=Elberfelder Eisenbahn. Tägliche Fahrten vom 18. October 1850 ab bis auf Weiteres: Von Elberfeld(Döppersberg): Vormittags. Von Düsseldorf: Vormittags. Nachmittags. Abends. l. 6 Uhr 43 Min. V. 10„—„ VI. 1„ 48 VIII. 5„ 48 X. 7„ 48 Nachmittags. Abends. Außer vorstehenden Personen=Zügen werden regelmäßige Güter=Züge abgelassen, worüber die Güter=Expeditionen nähere Auskunft ertheilen. Düsseldorf, den 10. Oktober 1850. Die Direktion. Schub=S Stiefellager von F. Weinwurm in Coblenz. Unterzeichneter empfiehlt sein, mit einer neuen Sendung auf das Vollständigste assortirtes Lager von Herrenstiefeln, Herren=Schuhen von Stoff oder Leder, Damen=Stiefeln, hohen Schuhen, ausgeschnittenen Schuhen von Stoff oder Leder, Pantoffeln, HerrenPantoffeln 2c. rc. zu den bekannten festen Preisen. A. Scherz, Citadellstraße 1250. (745) In einer Restauration wird ein reinliches Mädchen gesucht und kann gleich eintreten. In welcher, sagt die Exped. d. Bl. Frische Muscheln so eben angekommen bei Franz Dreesen, Benratherstr. 820. (744) In einer hiesigen Destillerie wird ein geübter Faßbinder, der schon in einer solchen beschäftigt war, gegen guten Lohn gesucht. Die Exped. d. Bl. sagt in welcher. In den schönsten und frequentesten Lagen der Stadt sind Parterre=Wohnungen, theils für Ladengeschäfte geeignet, sodann einzelne Gebäude für kleine und große Familien mit Stallung, Gärten und allen sonstigen Bequemlichkeiten zu vermiethen und gleich zu beziehen. Näheres bei Baumeister Schnitzler Alleestraße Nr. 750. Wasserstand. 29. Nov. Morg. 6 Uhr: 10' 7". 11„ 10’ 7“. Wind: N.=O. N.=O. rendenblatt. Im Europaischen Hof bei Götzen. Landau, Kfm a Coblenz. Fräul. Landau, a Coblenz. von Gilhausen, Hauptmann a Düsseldorf. Cordes, Maler a Lübeck. Mayer, Kfm a Mannheim. Sabel, Kfm a Olmütz. Mad. Moody, a London. Fräul. Moody, a London. Tidemann, Kfm a Hamburg. Im Breidenbacher Hof bei Disch. Baron v. Hymen, a Haus Hain. v. Borke m. Bed., Major a Důsseldorf. Marx, Kfm a Bonn. Werling, Kfm a Luxemburg. Hartlep, Rent. a London. Gornier, Kfm a Frankfurt. Gölz m. Gem., Propr. a Braunschweig Ilsfeld, Kfm a Bremen. Böhringer, Part. a Halle. Im Cölnischen Hof bei Juppen. Müller, Fabrik. a Trier. von Blum m. Bed., Offizier a Minden. Pappenheim, Kfm a Berlin. Schildesheim, Kfm a Cöln. Franckenstein, Kfm a Heepen Ritter, Kfm a Hagen Frankenberg, Assistenz=Arzt a Wachtendonk. Alexander, Kfm a Brüssel. De Bolmin m. Fam., Part. a Brüssel. Euler, Oberförster a Anholt. Nacken, Notar a Minden. Borngraeber m. Bedienung, Bataillons=Arzt a Iserlohn. von der Becks, Gutsb. a Westphalen. Schertle, Maler a Frankfurt. Frau Witte, a Iserlohn. Witte, Kfm a Iserlohn Bornemann, Kfm a Langenberg. In den drei Reichskronenbei Beeking. Frau von Trotha mit Fam. u. Bedienung, a Magdeburg. Lippe m. Fam., Dr. a Hannover. de Werth m. Bed., Gutsb. a Elberfeld. Heltinger m. Fam, Kfm a Stettin. Dawton, Major a London Braym, Gutsb. a Rees. Löber, Kfm a Magdeburg. Stein, Kfm a Rheydt. Clupsenaer, Capitatn a Leyden. Zum Prinzen von Preuszen bei Wittwe E. Schleger. Sopke m. Fam. und Dienerschaft, Rent. aus London. Wiemann, Rent. a London. Baron von der Leyen, a Crefeld. von Folerichs mit Gem., Prem.= Lieutenant a Düsseldorf. Offermann, Kfm a Trarbach. Wenigrode, Kfm a Mülheim. Gockoky m. Gem., Dr.=med. a Soest. Stron, Kfm a Lennep Schubert, Kfm a Wiesbaden. Im Bergischen Hof bei Bender. Ikarts, Kfm a Ruhrort. Maier, Kfm a Barmen. Wüsthoff, Kfm a Dülken Wolff, Lehrer a Posen. Weckbecker, Kfm a Alpe. Scholtz, Kfm a Berlin. Im Kömischen Kaiser bei Engels. Schöter, Kfm a Rüdesheim. Rüssel, Kfm a Cöln. Fink, Kfm a Crefeld. Deisenneck, Kfm a Haarlem. Postma, Kfm a Haarlem. Görgens, Kfm a Aachen Schmitz, Kfm a Cöln. Mund, Kfm a Jüchen. Werth, Kfm a Barmen. Welter m. Gem., Kfm a Coblenz. Hirsch, Kfm a Coblenz. Müller, Kfm a Stolberg. Perger, Kfm a Stolberg. Schüller, Kfm a Metz. Kremer, Kfm a Metz. Sprunk, Kfm a Aachen. Enk, Landwehrmann a Essen. Esser, Landwehrmann a Crefeld. Im Elberfelder Hof bei Crumfinger. Schöpp, Oekonom a Mirke. Kürten, Kellner a Gerresheim. Loh, Fabrik. a Holfert. Dumpel, Lithograph a Elberfeld. Erdelenbruck, Priv. a Elberfeld. Putz, Kappenmacher a Elberfeld. Wagener, Kfm a Stimbek. Schmitz, Forstjäger a Heltdorf. Im Berliner Hof bei Kampmann. Schmitz, Kfm a Cöln. Brand, Oekonom a Düren. Lambery, Oekonom a Elberfeld. Fappel, Kfm a Lüdenscheidt. Schröder, Vogelhändler a d. Harzgebirge. Pohlig, Kfm a Fleurrath. Halbach, Viehändler a Remagen. Niebur, Kfm a Bieleseld. Elbreder, Kfm a Bielefeld. Contdie, Künstler a Italien, Heinemann, Kfm a Fredeburg. Frebbing, Unteroffizier a Barberg. Mühlen, Kfm a Rheydt. Krebes, Färber a Emmerich. Redakteur: W. Kaulen.— Druck und Verlag der Stahl'schen Buchhandlung(W. Kaulen), Carlsplatz Nr. 1043.