Einrückungsgebühren für die Petit=Zeile oder deren Raum 1 Sgr. Anzeigen werden bis 11 Uhr Vormittags angenommen. N 288. Dienstag den 1. Oktober 1850.(Remigius.) 12. Für das mit dem 1. Oktober begonnene Quartal werden Bestellungen in der Expedition(Carlsplatz 1043), auswärts bei der Post angenommen. Erscheint täglich außer Montags. Abonnementspreis: vierteljährlich 1 Thlr. Auswärts bei allen preuß. Posten 1 Thlr. 5 Sgr. Kreis=Blatt. Aus Düsseldorf. Dienstag den 1. Oktober Abends 5½ Uhr findet eine öffentliche Sitzung des Gemeinderathes in dem im Erdgeschosse des Rathhauses neu eingerichteten Saale statt. Der Oberbürgermeisterei=Verwalter Regierungs=Assessor Hammers. Der Großherzog von Baden hat dem Königlich Preußischen Oberstlieutenant v. Mutius, Commandeur des 8. Ulanen=Regiments das Ritterkreuz des militärischen Karl Friedrich Militär=Verdienst=Ordens; dem Königl. Preuß. Sec.=Lieut. v. Ziemietzty vom 16. Inf.=Regiment und dem Regiments=Adjutanten Sec.Lieut. v. Kráwel vom 8. Ulanen=Reg. das Ritterkreuz des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen.— Der Major von Othegraven vom 16. Inf.=Regiment ist zum Oberst=Lieutenant ernannt worden. Vom 29. September. Die allgemeine Arbeitsschule feierte heute zum 4. Male die Entlassung ihrer Zöglinge; da diese das öffentliche Interesse so sehr in Anspruch nehmende Privatanstalt ihre Tendenz auf das Unzweideutigste in der vom Vorstande gehaltenen Ansprache zu erkennen gibt, so wollen wir letztere hier wörtlich folgen lassen: Schon stehen wir wieder, verehrte Anwesende, an dem Ziele einer zweijährigen Laufbahn, um in diesem festlich geschmückten Arbeitszimmer und unter den festlichen Klängen jugendlicher Stimmen jener Ausdauer in beruflicher Thätigkeit, welche das Gesetz dieser Schule erheischet, unsere Anerkennung auszusprechen. Wohl mag es etwas Bedeutsames sein, wenn die allgemeine Arbeitschule ihre Zöglinge nicht entlassen will, ohne ihnen ein feierliches Geleite mit auf den Weg zu geben. Das Bild eines kindlich freudigen Gehorsams ist fürwahr so schön, daß man die Gelegenheit niemals vorübergehen lassen sollte, ohne es rühmend herauszustellen. ist Ihnen bekannt, verehrte Anwesende, daß die Mädchen, bevor sie in unsre Nähschule aufgenommen werden können, von der Pflicht, die Elementarschule zu besuchen, bereits entbunden sein müssen und daß es sonach in ihrem oder ihrer Eltern freiem Willen liegt, ob sie fortan ungebunden und unbekümmert um ihr künftiges Schicksal sich gehen lassen oder ob sie sich an den Ernst der brodgebenden Arbeit setzen wollen. Die Disciplin der allgemeinen Arbeitschule ist eine strenge; sie ist hingewiesen auf Aufmerksamkeit, und auf Arbeitsamkeit weiset sie hin. Da muß der Körper angestrengt, dem Munde Schweigen geboten, das Denken auf einen Punkt festgebannt, der Putz= und Vergnügungssucht Thür und Thor verschlossen werden. Da bleibt keine Unart ungestraft und keine Strafe unvollzogen. Da mag wohl manches vom Schulzwang eben entbundenes Mädchen vorziehen, den erstern Weg zu gehen, als den bequemern und den Neigungen mehr zusagenden; manches andere mag, der vielen verletzenden Dornen, durch die es sich auf dem zweiten Wege durchzuwinden hatl, müde, nach kaum angetretener Wanderschaft schon umkehren. Um so erfreulicher ist es, von diesen vier Mädchen, die wir heute aus unserer Mitte scheiden sehen, zu berichten, daß sie kaum aus dem ElementarSchulverbande ausgetreten, auch schon die Aufnahme in diese Arbeitschule nachsuchten und gelobten, sich deren strenger Zucht und Ordnung willig zu unterwerfen. Öhne langes Bedenken nahmen sie im einfachen, reinlich glatten Anzuge, wie es sittsamen Mädchen geziemt, schweigsam Platz auf diesen harten lehnlosen Bänken und waren den ganzen Tag über, zwei volle Jahre hindurch bemüht, die Finger ihrer noch ungeübten Hände so kunstgerecht zu führen, daß unsere schönen Kennerinnen ihren Arbeiten jetzt gerechte Bewunderung zollen. Einen kindlich freudigen Gehorsam haben sie bei ihrer Aufnahme gelobt, denselben Gehorsam haben sie bis zu dieser Stunde treu bewährt. Wir preisen sie deshalb glücklich. Denn der Gehorsam ist die Grundlage aller leiblichen und geistigen Wohlfahrt. Öhne Gehorsam keine Ordnung, kein Fortschritt, keine Vervollkommnung. Der Gehorsam adelt die Seele und erhöht uns in unsrer Niedrigkeit. Niemand sage, er habe nicht nöthig zu gehorchen. Der Diener gehorcht seinem Herrn, der Herr seinem höhern Gebieter und der Fürst auf dem Throne, wenn er keinen sichtbaren Herrn über sich erkennt, hat dennoch zu horchen auf die unsichtbare Stimme in seinem Innern und fühlt sich verpflichtet, nur das zu thun, was recht und vernünftig, was Gottes Wille ist. So ist denn in der Weltordnung einem Jedem seine Stelle angewiesen, wo er Gehorsam zu leisten, wo er sich selbst verläugnen und seinen Eigenwillen dem Willen eines höheren Gesetzes zu unterwerfen hat. Dadurch, daß ihr den Gehorsam geübt, habt ihr euch zugleich würdig vorbereitet auf den Stand, für den ihr nach der göttlichen Anordnung berufen seid. Ihr seid berufen, in der Kelte der gesellschaftlichen Ordnung ein wesentliches Verbindungsglied zu bilden, um den Familien beigezählt zu werden, denen ihr eure Dienste zu weihen willens seid. Als gehorsame Dienstmädchen werdet ihr den wirklichen Mitgliedern der Familie gleichgeachtet werden und ihr werdet als solche die Bitterkeit und Trostlosigkeit der Armuth und des Verlassenseins nicht kosten. So scheidet ihr denn mit dem erhebenden Bewußtsein von dieser Schule, daß ihr hierselbst gottwohlgefällig gearbeitet habt: eure Arbeit entsprach eurem Berufe und half begründen euer und der Eurigen Wohl, ja von dem Fleiß eurer Hände hing zum großen Theil der Fortbestand dieser Anstalt ab. Auch diese gemeinnützige Frucht, die ihr euren jüngern Geschwistern übermacht, ist eine Frucht eures Gehorsams. Und so sei denn dieser kindlich freudige Gehorsam auch ein sicheres und rühmliches Geleite auf der Wanderschaft durchs Leben; er erhalte euch den Geist der Willigkeit und Friedfertigkeit, der Einfachheit und Sparsamkeit, wozu ihr hier ermahnet worden, damit es nicht bloß euch wohl ergehe, sondern ihr euch noch etwas für den Nächsten erübriget könnet; er erhalte euer Herz dankerfüllt gegen eure geliebte Lehrerinnen und die geehrten Vorsteherinnen dieser Schule, die Tag für Tag um euer Glück bekümmert waren; er erinnere euch, wenn ihr betet, daß ihr der Wohlthäter dieser Anstalt eingedenk seied, die, so lange Gott will daß sie bestehe, euch immerhin eine Zufluchtstätte gewähren wird, wo ihr Arbeit und Verdienst zu finden hoffen dürft.— Und nun empfanget als ein Andenken an die Schule, der ihr so lange treu angehöret, diese bekannten Arbeitswerkzeuge, Nadel, Scheere und Fingerhut. Und hiermit seied dem Schutz des Allerhöchsten anbefohlen! Berlin. Wegen strafbarer Nachbildung eines Kunstwerks standen dieser Tage der Maler Schultze und der Bediente Montag vor der 2. Deputation des Kriminalgerichts. Sie hatten geständlich eine Statue „die Madonna mit dem Christuskinde" von einem Gypsabdruck in gebranntem Thon nachgebildet, obgleich der hiesige Bildhauer Afinger ein geistiges Eigenthumsrecht an dieser Statue hatte, das ihm auf sein Ansuchen vom Ministerio zum Schutz gegen Nachbildung verliehen worden war. Die Angeklagten entschuldigten sich bei ihrer Vernehmung im Audienztermine mit Unwissenheit, und der Denunziant, der ihren Angaben, die Nachbildung in keiner gewinnsüchtigen Absicht vorgenommen zu haben, wohl Glauben schenken mochte, verzichtete sogar in der Sitzung auf die Bestrafung der Angeklagten. Der Gerichtshof erkannte indeß auf Konfiskation der in Beschlag genommenen nachgebildeten Statuen und gegen jeden der Angeklagten nach dem Antrage des StaatsAnwaltes auf 50 Thlr. Geld= event. 6 wöchentliche Gefängnißstrafe. In den Urtelsgründen hieß es, daß Unwissenheit und Unkenntniß der Gesetze nicht schützen, daß die Bestrafung der wegen Vergehens der gedachten Art Angeklagten nicht von dem Antrage des eigentlichen Damnifikaten abhinge und daß es zur Beurtheilung der Sache auch nicht darauf ankomme, ob die Angeklagten in eigennütziger Absicht gehandelt hätten.— In dem Nachbarstädtchen Oranienburg, 5 Meilen von Berlin, fand am 28. die Grundsteinlegung zu einem Denkmale statt, welches der Kurfürstin Luise Henriette, der Gemahlin Friedrich Wilhelm des Großen von Brandenburg errichtet werden soll. Die Fürstin, eine oranische Prinzessin, hatte ein Dorf— als solches bieß es Boom— zur Stadt umgewandelt und ihm den Namen ihres Geschlechts beigelegt. Das Schloß ist die Geburtsstädte zweier Könige, Friedrichs I., des ersten Preußenkönigs, und Friedrich Wilhelms II. Ein neuer Verein seltener Art ist hier entstanden, ein Filial des in Stettin bestehenden „Heiraths=Collegiums." Jede eintretende Person zahlt drei Thaler zum Fond. Heirathet jemand aus der Gesellschaft, so zahlt jedes Mitglied einen Thaler und wird ein Kapital von 500 bis 1000 Thaler dann vier Wochen nach der Verheirathung ausgezahlt. Die ausgesteuerte Person muß zuvor aber ein neues Mitglied schaffen. Verheirathen sich zwei Personen aus diesem Verein, so fällt ihnen auf diese Weise eine ganz gute Ausstattung zu.— Ein zweiter neuer Verein ist ein Schachclub. Jedes Mitglied zahlt zwei Thaler ein und jährlich einen Thaler zu. Die drei bewährtesten Spieler im Monate erhalten Preise von 5 bis 10 Dukaten. Nur zweimal wöchentlich kommen die Spieler zusammen, wobei jede andere Diskussion ausgeschlossen ist. Der Verein zählt gegenwärtig über hundert Mitglieder. Posen. Wie im vorigen Jahre bei Berlin und Potsdam und neulich bei Cöln, so ist es auch bei Posen jüngst vorgekommen, daß der Zündspiegel einer Zündnadel=Patrone bis in die entgegenstehenden Reihen flog. Nach der„Wehrzeitung" durchbohrte zu Posen beim Manöver ein solcher Zündspiegel das Kochgeschirr eines Musketiers, der sich, auf 50 Schritte Abstand, als Tirailleur gegen eine Füsilier=Linie befand. Die„Wehrzeitung" bemerkt hiezu:„Noch immer können wir uns an die nothwendigen größeren Distanzen gegen Truppen nicht gewöhnen, die mit Zündnadel=Gewehren bewaffnet sind. Ein wiederholter Befehl, künftig ein= für allemal 100 Schritt von solchen Truppen bei Manövern entfernt zu bleiben, wird hoffentlich ähnlichen Unfällen vorbeugen. Magdeburg. In der Plenar=Sitzung der deutschen Land= und Forstwirthe vom 25. Sept. wurde die Wahl des Ortes für die 14. Jahresversammlung zur Sprache gebracht. Salzburg und Innsbruck standen zur Wahl; man entschied sich einstimmig für ersteres und wählte einstimmig den Erzherzog Johann zum ersten Vorstand. Für die 15. Versammlung wurden Aachen, Cleve oder eines der Länder Hannover und Oldenburg in Aussicht genommen. Dr.. Crusius aus Leipzig berichtete dann über das dort errichtete Denk mal Thaers. Der Gedanke zu diesem Denkmal ist in der Potsdamer Versammlung gereift, die Ausführung in Brünn definitiv beschlossen und einem Comite von 3 Mitgliedern übertragen worden. Nachdem die Altenburger Versammlung das Modell genehmigt, hat der Bildhauer Rietschel die Figür trefflich in Erz ausgeführt. Nur eine einfache Rolle trägt Thaer in der Hand mit der Aufschrift:„Rationelle Landwirthschaft" und die Inschrift auf dem Denkmal lautet:„Ihrem verehrten Lehrer, Albrecht Thaer, die deutschen Landwirthe 1850.“ Von den für das Denkmal eingekommenen 7949 Thlr. sind bis jetzt 7088 verwendet; der vorhandene Ueberschuß soll zu Stipendien für junge studirende Landwirthe verwendet werden. Vom Oberrhein. Die preußischen Ingenieure betreiben thätig die Bau=Arbeiten der Eisenbahn, welche sich an die Zweigbahn der straßburger Linie von Fouard nach Saarbrücken anschließen soll. Man hat die Saar und die Blietze mittelst vollkommen ausgeführter Brücke verbunden und arbeitet an den anderen Kunstwerken mit einer Raschheit, welche gestatten wird, die Sektion in der nämlichen Zeit, wie die französische, d. h. gegen Ende 1851, dem Verkehre zu überlassen. In Rheinbaiern ist die Eisenbahn, welche die Fortsetzung dieser Verzweigung bildet, zwischen der preußischen Gränze und Ludwigshafen am Rheine bereits seit mehreren Monaten in Betrieb. Ein französischer Ingenieur hat die Ausführung dieser Bahn geleitet. Demnach wird bei Ablauf des nächsten Jahres die Zweigbahn von Saarbrücken beendet sein. Man kann die Betreibung der Hauptlinie von Paris bis Bar=le=Duc für den nämlichen Zeitpunkt als gewiß betrachten. Die alsdann dem Verkehr überlassene Strecke der Paris=Straßburger Eisenbahn wird ungefähr 255 Kilometres betragen. Baiern. Nach Münchener Blättern hat König Max den berühmten Schlachtenmalern Peter von Heß und Feodor Dietz, so wie dem Maler Delaroche in Paris die ersten Aufträge zukommen lassen zu der bekanntlich von dem König beabsichtigten weltgeschichtlichen Gemäldegallerie die ersten Werke zu liefern. Würtemberg. Bei dem letzten Abendzug von Stuttgart nach Ulm am 22. Sept. hatte sich ein Mensch quer über die Schienen gelegt, was der Dunkelheit wegen vom Lokomotivführer nicht bemerkt werden konnte. Derselbe wurde überfahren und sogleich getödtet. Im Zug selbst wurde keine Erschütterung verspürt. Schweiz. Aus Schwyz vom 14. Sept. meldet man: Wer gestern und heute die Landstraßen und Fußwege berührte, die nach Einsiedeln führen, wird über die Menge singender, vetender Pliger unv Piigerinnen, die aus allen Richtungen heranwanderten, sich gewundert haben. Es galt dem Feste der„Engelweihe" am heutigen Tag. Der Bischof von St. Gallen, der ehrwürdige 72jährige Mirer, fürchtete sich nicht vor der Eilwagenreise, den holperigen Landstraßen des Kantons Schwyz. Er wird unter dem Beistande der angesehensten Prälaten Churs, Freiburgs, Luzerns, ja der ganzen Schweiz heute zu Einsiedeln die große Messe celebriren, dann mehrere Klöster besuchen und zuletzt eine Nonne zu Wurmsbach einkleiden. Besonders belebt waren die Etzelstraße, die einsame Altmatt und die Gegend um Rapperswyl; überall Gruppen von Schwaben und Schwäbinnen, von Appenzellern, Luzernern, Unterwaldnern und Schwyzern; hin und wieder führten wohlgekleidete Männer und zierlich nach französischer Mode aufgeputzte Mädchen die Züge. Schaaren von bettelnden Buben und Mädchen lagerten im Kanton Schwyz am Wege und profitirten von dieser Gelegenheit. Die Landstraßen des Kantons Schwyz, berüchtigt durch ihre lebensgefährliche Beschaffenheit, werden endlich einmal zur Ausbesserung in Angriff genommen, besonders in der Nähe von Lachen, Pfäfsikon und am Sattel=Paß. Die über etwaige Mittel zur Bekämpfung der Kartoffel=Krankheit befragte AckerbauCommission hat geantwortet, daß man vor Allem trachten müsse, die allmählich verkommenen Pflanzen zu erneuern. Der Ackerbauminister hat daher Maßregeln getroffen, um Kartoffelkörner zur Vertheilung unter bie Landwirthe aus Peru in möglich bedeutender Masse kommen zu lassen. Italien. Am 23. September wird der h. Vater zur Ernennung von 14 Cardinälen ein Consistorium abhalten. Unter den zu promovirenden Prälaten befinden sich auch der Fürstbischof Melchior v. Diepenbrock von Breslau und der Erzbischof Johannes v. Geißel zu Cöln. Eigends dazu bestimmte NobelGardisten werden den Erwählten das rothe Käppchen überbringen. Sie gehen gleich nach beendigtem Consistorium ab und sind angewiesen, auf geradem Wege und so schnell wie möglich bis zur Wohnung des Cardinals, zu welchem sie abgesandt sind, zu reisen und sich den neuen Eminenzen noch in Reisekleidern vorzustellen. Sie händigen dem Cardinal den Brief des Cardinal= Staatssekretairs ein, in welchem die Praeconisation mitgetheilt wird und überreichen ihm sodann das rothe Käppchen. Der Prälat empfängt dasselbe und setzt es sogleich auf. Es ist Brauch, daß der neue Kirchenfürst den Nobel=Gardisten ein Geschenk macht; die Reisekosten bezahlt, wenigstens in Frankreich, die Regierung. Sie werden von den im Allgemeinen für die Installations=Ausgaben ausgesetzten Geldern entrichtet. Der zur Ueberbringung des rothen Käppchens nach Cöln bestimmte Nobel=Gardist heißt Dandini, der nach Breslau Leoncilli. Außer dem rothen Käppchen übersendet der h. Stuhl dem neuen Kirchenfürsten den Cardinalshut und zwar durch einen Prälaten, welcher den Titel Ablegat führt. Der Ablegat reist nicht sogleich nach dem Consistorium, sondern erst einige Tage später ab, und statt den Hut dem Cardinal selbst zu überbringen, überbringt er ihn dem Staatsoberhaupte, dem König der Könige, dem Kaiser, dem Präsidenten u. s. w. DerCardinal empfängt ihn aus den Händen des Staatsoberhauptes während der h. Messe, die bei dieser Gelegenheit mit einigen besonderen Ceremonien gefeiert wird. Von dem Empfänger des Cardinalshuts, sowohl wie von dem Staatsoberhaupt werden Reden gehalten. In Preußen hat man sich, da der König nicht katholisch ist, in dieser Hinsicht von den hergebrachten Formen entfernen müssen. Der Cardinalshut wird direkt nach Cöln und nach Breslau gebracht werden und der Nuncius von Wien wird sich nach diesen beiden Städten begeben, um ihn selbst, Namens Sr. Heiligkeit den beiden Kardinälen zu überreichen. Der zur Ueberbringung der Hüte nach Cöln und Breslau bestimmte Prälat ist Msgr. Prosperi. Der Ablegat erhält gleichfalls von dem neuen Cardinal ein Geschenk; die Reisekosten fallen ebenso, wie bei den Nobelgardisten, unter die Installations=Ausgaben. Der Voigt von Silt. Erzählung von Th. Mügge. (Fortsetzung.) Auch die Wahrheit hat Klugheit nöthig, gab Hanna zur Antwort. Du bist ein herber, stolzer Streiter, der die Menschen nach sich selbst mißt; aber lieber Jens, es steht in der heiligen Schrift geschrieben: Eher geht ein Kameel durch ein Nadelöhr, ehe ein Reicher ins Himmelreich komme. Sie haben gegen Dein Himmelreich Vieles einzuwenden, darum sieh Dich vor, denn viele Augen blicken auf Dich. Mögen sie sehen, Hanna, sagte der Voigt, ich thue Nichts, was nicht Alle sehen mögen. Ich verwalte mein Amt treu und ohne Furcht. Es ist Keiner, der da sagen könnte, es geschehe ihm Unrechtes, und wenn Du mir erzählst, daß Manche den Kopf schütteln, so gibt es gewiß auch nicht Wenige, die mir danken und die mich segnen. Sieh, fuhr er fort, indem er die Hand auf den Kopf des Knaben legte, für diese da arbeite ich. In ihre Herzen will ich Muth und Rechtsgefühl bringen, damit sie wackere Männer werden und bessere Tage erleben. Was mir übrig geblieben ist an Glauben und Liebe, das ist meinem Volke gewidmet; zweifle nicht an der Macht der Wahrheit, Hanna. Und was haben Wahrheit und Recht Dir bis jetzt eingebracht? fragte die Frau. Wisse, daß Kundschafter Dich beobachten. Du machst Reisen nach Schleswig hinüber, Du erhältst viele Briefe, Du hast Versammlungen gehalten und eifrig gesprochen. Die Bauern hast Du zusammengebracht und ihnen von ihren Rechten erzählt. Das Alles ist längst getreulich nach Kopenhagen berichtet worden. Mögen sie doch, rief Jens lachend. Ich bin in Silt und thue, was ich darf, ich stehe auf gesetzlichem Boden. Aber wer hat Dir das Alles zugebracht, Hanna, und Dich so ängstlich gemacht? Frage nicht danach, erwiederte sie, aber glaube, daß es wahr ist. Da kommt Hilgen, er wird sich freuen, Dich hier zu finden. Wie sind wir Alle doch so froh, Dich auf Silt zu wissen und wie glücklich könntest Du uns machen, wenn Du wie in alter Zeit Dein Leben mit uns leben wolltest. Hilgen wurde an dem Gartenthor von dem jauchzenden Knaben empfangen, der ihm entgegensprang. Der braune, kräftige Mann drückte die junge Frau in seine Arme und rief in voller Freude der Heimkehr: Gedankt sei Gott, daß ich Dich wieder habe, liebste Hanna. In Sehnsucht sind mir Tage und Stunden vergangen. Alles ist wohl und gut, sprach sie und dort ist Jens Lornsen, der uns besucht. Ein Anflug von Unmuth schien über Hilgens Gesicht zu fliegen, als er Lornsen erblickte, der still an der Laube stand. Im nächsten Augenblick aber wurde er wieder froh und ihm die Hand schüttelnd, sagte er: Sei willkommen, lieber Jens: es ist mir wahrlich lieb, daß Du eben jetzt bei uns bist. Du kommst aus Husum zurück? fragte der Voigt. Ich bin noch weiter gewesen, gab Hilgen zur Antwort. Ich hatte Geschäfte in der Probstei, fuhr nach Hamburg, um einen Fleischhandel abzuschließen und ging dann nach Kiel, von wo ich nun nach Haus kehre. Und was giebt es Neues? Neues allerlei, rief Hilgen, es ist ein absonderlicher Geist in die Leute gefahren. Sie stecken die Köpfe zusammen und führen Reden, wie man sie nie gehört hat. Die Einen fürchten sich, die Andern schütteln sich. Die Meisten wissen nicht, was sie wollen, aber sie schreien über Unrecht und Gewalt, und wenn man sie nicht kennte, sollte man meinen, Mord und Todtschlag seien an der Thüre. Er lachte spöttisch, indem er seinen Hut um den Kopf drehte und sich die Stirn wischte. Ist warmes Wetter fuhr er fort, aber zum ordentlichen Gewitter doch nicht gemacht. Solltest einmal sehen, Jens, was die Herren auf ihren Rittersitzen für Gesichter machen. Die Geschichte in Frankreich hat sie kreideweiß gemacht, fürchten sich davor wie die Kinder. Mehr als Einer sieht unsere ehrlichen, langsam bedächtigen Bauern, die ihr Lebtag nichts von Revolution und Verfassung gehört haben, schon in hellen Haufen anrücken und die Schlösser niederbrennen. Es sind von jeher Narren gewesen, die edlen Ritter, sagte Lornsen lachend. So lange sie auf ihre Privilegien pochen können, weiß ihr Hochmuth kein Ende zu finden; sobald aber ein Schlag darauf geschieht, ist's mit dem Muth wie mit der Einsicht vorbei. Hast Recht, rief Hilgen, es sind Narren, auch ich hab's ihnen gesagt. Was soll wohl geschehen hier im Lande, wo bisher alles so friedlich und still war, daß man in Kopenhagen die Mäuse hören konnte, die auf unseren Kornböden umherlaufen. Es könnte nichts geschehen, auch wenn Adel und Geistlichkeit mit nach Verfassung schrieen, und die Hälfte von Schleswig nicht von Leuten bewohnt wäre, die dänisch sprechen und dänisch denken. Da bist Du im Irrthum, Freund Hilgen, erwiederte der Voigt, Du weißt nicht, wie es in Kopenhagen aussieht. Der Absolutismus ist eingeschüchtert; elne kühne Forderung kann dort seine Niederlage bewirken und dem schwankenden alten Könige die Augen öffnen. Ich glaub's nicht, rief Hilgen, und Einer vom hohen Adel, den ich gesprochen, redete ganz anders davon. In Kopenhagen haben sie ein scharf Regiment eingeführt, und so wie sich hier etwas rührt, werden sie da sein und die Hand an den Hals desjenigen legen, der am lautesten schreit. Nun schreien sie in Kiel zumeist, denn dort ist das Nest der Aufwiegler, wie die Dänischgesinnten sagen. Eben als ich da war ist eine kleine Schrift herausgekommen, die den Lärm noch viel größer macht. Man reißt sich darum, vertheilt sie und kauft sie. Es sollen in einem Tage zehn tausend Exemplare über's Land verschickt werden, damit das Büchelchen nicht etwa verboten wird, und ich glaub's gern, daß man Eile hat, denn der Teufel wird los sein, wenn sie es in Kopenhagen erfahren. (Fortsetzung folgt.) zu Düsseldorf, am 31. Sept. 1850. Ein Schwarzbrod, 7 Pfund schwer 4 Sgr. 2 Pf. Die Königl. Polizei=Inspektion: v. Falderen. am 27. Sept. 1850. Waizen 1 Roggen pr. berl. Sch. 1. Qualität 3 1. Qualität 2. d. " 1 " 1 Wintergerste„ Sommergerste„ Buchwaizen„ Hafer Erbsen„ Rappsaamen„ Kartoffeln„ Heu pr. Ctr. zu 110 Pfund Stroh pr. Schock zu 1200 Pfund Kleiner Saamen Rüböl pr. Ohm zu 282 Pfond ohne Faß dito pro Mai dito pro Oktober Leinöl pr. Ohm Rübkuchen pr. 1000 St. Stampf Preßkuchen pr. 2000 Pfund Sessamkuchen Leinkuchen pr. 2000 Pfund Branntwein pr. Öhm zu 123 Quart zu (ohne Maklergeld) Gereinigtes Oel Brodtaxe zu Neuß Ein Schwarzbrod von 13 Pfund Ein Franzbrödchen von 6½ Loth Thl. Sgr. Pf. 47% 11— 2 1 20— 1 19— 1 18— 1 13— 1 12— 1 13— — 26— 1 22— 3 20— — 15— 1—— 4 25— 3 13— 34 7 6 33 15— 34—— 33—— 27—— 11 20— 35 22 6 — 7 8 —— 4 „Getraide- und Köln, 28. Sept. pr. 25 Scheffel. Weizen, direkt... „ pr. Nov.. „ pr. Nov. 89 „ pr. März „ pr. März 89 Pf. „ pr. Mai Roggen, direkt... „ pr. Nov. „ pr. März " pr. Mai. Gerste, hiesige.. „ oberländ. Hafer „ pr. März. „ pr. April Reps 4 Rüböl pr. 256 Pf. m. Faß in Partieen. „ pr. Oki.. „ pr. Mai „ geläutert. Leinöl pr. 260 Pf. Rübkuchen 2000 Pf. Spiritus, effect. mit F., 80% p. 1300 „ gerein. 90%„ Oelpreise ompt. Waare. Thlr. 5% ¾ 5% 6¼12 6 6, 13 ½2 Geld. Thlr. 4½ 4½ 4¾ 4¾10 3% 4½2 2½ 9¾ 58 32½ 32 315 31½ 34 20½ 26 5 19 6 6½ 4, 8 4¼0 4% 31½ 30½ 20½ Anzeige. Düsseldorf, den 30. September 1850. Angekommen: I. Zilz von Bingen mit 960 Ctr.— W. Joosten mit 2334 Ctr.— J. Merkes mit 3158 Ctr. von Dortrecht. In Ladung: Von der niederrhein. Dampf=Schleppschifffahrts=Gesellschaft: 1 Schleppkahn nach MainzMannheim; bis zum 2. Oktober 1 dito nach Amsterdam und 1 dito nach Rotterdam. Anzeigen. Die Ergänzungswahl der Umlage für die CommunalEinkommenskeuer wird an den nachbenannten Tagen in dem hiesigen Rathhaussaale abgehalten werden: Freitag den 4. Oktober, Vormittags 9 Uhr: Wahl von vier Umlegern aus der dritten Klasse, wozu alle Diejenigen gehören, welche nach der Rolle pro 1850 zu einem Einkommen von 100 bis 600 Thlin. eingeschätzt sind; an demselben Tage, Nachmittags 4 Uhr: Wahl von fünf Umlegern aus der zweiten Klasse, Anschlag in der Einkommensteuer von 650 bis 1400 Thlrn.; Samstag den 5. Oktober, Mittags 12 Uhr: Wahl von fünf Umlegern aus der ersten Klasse, Einkommen von 1500 Thlrn. und höher. Die Wahlberechtigten werden zu diesen Terminen hiermit eingeladen. Düsseldorf den 23. September 1850. Der Oberbürgermeisterei=Verwalter Regierungs=Assessor Hammers. Bekanntmachung. Die Baustellen Nr. 23 und 32 in der Kiesgrube sollen zum Verkaufe öffentlich ausgestellt werden. Termin hierzu habe ich auf Donnerstag den 3. Oktbr., Morgens 11 Uhr, in meiner Amtsstube anberaumt, wo auch die Bedingungen vorher einzusehen find. Düsseldorf den 24. September 1850. Der Oberbürgermeisterei=Verwalter, Regierungs=Assessor Hammers. Verwaltung der Sparkasse. Mittwoch den 2. Oktober, Nachmittags zwischen 3 und 5 Uhr, wird die gewöhnliche Empfangnahme der Einlagen in die Sparkasse und die Rückzahlung in dem Kassen=Lokale auf dem Rathhause, Stube Nro. 14, eine Treppe hoch, erfolgen. Düsseldorf den 28. September 1850. Der Oberbürgermeisterei=Verwalter, Regierungs=Assessor Hammers. Freiwilliger Verkauf. Am Dienstag den 1. Oktober, Namittags 2 Uhr, werden verziehungshalber vorn auf dem Steinweg Nr. 193 am sogenannten Kälbermarkt verschiedene Hausmobilien und Küchengeräthe meistbietend gegen baare Zahlung verkauft. Verkauf von Oelsärgen. Am Mittwoch den 2. Oktober sollen in den Magazinen des Herrn C. Luckemeyer in der Neustadt hinter Schiffer's Holzlager Solsna an die Meistbietenden verkauft mehrere Zeisgs werden und zwar: 1. zwei Cisternen aus Schlageisen, die eine 3 Fuß hoch und 8 Fuß im Quadrat, die andere 2 Fuß hoch und 7 Fuß im Quadrat; 2. mehrere hölzerne mit Blech ausgeschlagene Kasten von verschiedener Größe, zum Theil auf Verschluß eingerichtet. Außerdem wird eine kupferne Oelpumpe zum Verkauf kommen. Sämmtliche Gegenstände können auch aus freier Hand gekauft werden, und wolle man sich dieserhalb und wegen sonstiger Aufklärung an Commissionair G. Morschheuser am Markt wenden. Verkaufs=Anzeige. Am Donnerstag den 3. Oktbr. 1850, Morgens 11 Uhr, wird unterzeichneter Gerichtsvollzieher auf dem öffentlichen Marktplatze zu Düsseldorf verschiedene Mobilargegenstände an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verkaufen. Carl Barths. RÖTTGEN aus Siegburg. FTTTTTTTIII. Die Niederlage von Röttgen's Bruchbandagen, deren heilende Wirkungen durch ärztliche Atteste une öffentliche Dankabstattungen sich genügend bestätigt haben, befindet sich, mit meiner Firma versehen, in Köln nur allein auf'm großen Griechenmarkt Nr. 7(Kronenbüchel) bei Stadtkreis=Wundarzt Herrn Weber. aus Siegburg, conc. Bruchbandagen=Fabrikant. Wir zeigen hierdurch ergebenst an, daß wir in unserm Kohlen=Magazin vor dem Bergerthor hierselbst bestes und gröbstes Fett= und Schrottgeriß, durch die Eisenbahnen direkt von den renommirtesten Kohlengruben zu Essen und Steele bezogen, sowohl waggonsweise als auch pr. Karre à 20 Scheffel zu nachstehenden äußerst billigen Preisen verkaufen, nämlich: Schrottgeriß, Prima=Qualität, pr. Waggon, à „ Karre à. Fettgeriß von Essen oder Steele, ebenfalls Prima=Qualität pr. Karre à Indem wir noch bemerken, daß wir die Kohlen, welche karrenweise abgenommen werden, durch vereidete Messer in rundem Scheffel=Maaß vermessen lassen und pünktliche Bedienung versprechen, empfehlen wir uns zur gefälligen Abnahme bestens. Düsseldorf den 15. September 1850. Heinr. Rosellen& Comp. aus Neuß. 12 Thlr. 20 Sgr. 2„ 15„ 18 2„ 20„ Niederländische DampfschifffahrtsGesellschaft. Veränderte Abfahrten vom 14. Beptember 1850 an. Von Düsseldorf nach Mannheim täglich Nachmittags 5 Uhr. „„„ Rotterdam täglich Morgens 8½ Uhr. „„„ Nymegen Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag, " Morgens 8½ Uhr. Arnheim und ferner durch Anschluß an die Eisenbahn nach Amsterdam, so wie an eine Diligence nach Nymegen jeden Sonntag, Dienstag und Freitag, Morgens 81 Uhr. „„„ London direkt per„Batavie"" jeden Sonntag und per SchraubenDampfboot„Fyenoord" jeden Freitag Morgens 8½ Uhr. Düsseldorf den 12. September 1850. Die Agentur. Rhein-YsselDampfschifffahrts Gesellschaft. Abfahrt von hier über Arnheim, Kampen nach Amsterdam Dienstags, Freitags und Sonntaas, 7 Uhr Morgens. „„„ nach Cöln Mittwochs, Freitags und Sonntaas, 6 Uhr Abends. Nähere Auskunft ertheilt die Agentur, Mittel=Allee Nro. 185. Düsseldorf den 28. September 1850. Bekanntmachung. Kommenden Dienstag den 8. Oktober, Vormittags 11 Uhr, soll auf hiesigem Rathhause: 1. der vor dem Flingerthore gelegene, bisher von dem Bildhauer Lohde benutzte Platz, und 2. der daselbst befindliche, gegenwärtig an Peiffer verpachtete Schuppen, zuerst einzeln auf 6 Jahre mit einer Jahr für Jahr geltenden Kündigungsfrist von drei Monaten, sodann zusammen auf 6 feste Jahre öffentlich verpachtet werden. Die Bedingungen find vorher im Stadtsekretariate, Büreau Nr. 16, auf dem Rathhause einzusehen. Düsseldorf den 27. September 1850. Der Oberbürgermeisterei=Verwalter, Regierungs=Assessor Hammers. Schule zur Erlernung der französischen und englischen Sprache. Erste Klasse. Handels=Correspondenz, Literatur, Conversation; 2. Krusse. Grammatik, Sprachübungen, Lectüre; 3 Klasse. Von den ersten Anfangsgründen bis dahin die Sprache mit ziemlicher Geläufigkeit sprechen zu können.(In der ersten und zweiten Klasse wird der Unterricht in der Sprache selbst ertheilt.) Der Winter=Cursus beginnt am 7. Oktober und endigt am 15. März. Das Nähere in meiner Wohnung Friedrichsplatz= und Neubrückstraßen=Ecke. W. Peipers. werden angekauft von Joseph Wahl, Möbelhändler, Citadellstraße Nr. 1255. (601) In einem hiesigen Handlungshause wird ein gesitteter Knabe in die Lehre gesucht. In welchem, sagt die Exped. d. Bl. Ersatzwahl eines Abgeordneten zur 2. Kammer. Behufs Berathung und Verständigung über die am 3. Oktober stattfindende Wahl werden sämmtliche Wähler des Düsseldorf=Solinger Wahlbezirkes zu einer Versammlung am Mittwoch den 2. Oktober, Nachmittags 4 Uhr, im Gasthofe zum„Prinzen von Preußen" hierselbst eingeladen. Düsseldorf den 29. Sept. 1850. Eröffnung meiner Unterrichts- und Erziehungs-Anstalt. Am 1. Oktober, Morgens 9 Uhr, eröffne ich meine Schule, wozu ich Eltern, Vorgesetzte und Schulfreunde ergebenst einlade. Der Prospect ist den Lokalblättern beigelegt, wird aber auch zu jeder Zeit in meiner Wohnung im Schullokale ausgegeben. Bernh. Boden. Tanz=Unterricht. Mein Lehr=Cursus für Körperbildung und Tanz für die diesjährige Wintersaison beginnt Mitte Oktober. Hierauf Reflektirende werden ergebenst ersucht, der nöthigen Zeiteintheilung wegen, die erforderlichen Anmeldungen bald machen zu wollen. Meine Wohnung ist: Zollstraße Nr. 1124, im ehemaligen Heubes'schen Hause. Eduard Helmke, Balletmeister und Hoftanzlehrer. Die neuesten pariser Mustermäntel sind eingetroffen. H. Von heute Abend ab wird die Ausgabe der„Kölnischen Zeitung“ von uns besorgt. Düsseldorf den 30. September 1850. J. Buddeus'sche Buch= und Kunsthandlung, E. Schulte. Permanente Kunstausstellung der S. Buddeus’schen Buch- und Kunsthandlung (Ed. Schulte). Neu angekommen: 2 Landschaften von Lange. Sonntag- Nachmittag von Pläschke. Die Kartenspieler und Norwegisches Bauernleben in 10 OriginalCartons von A. Tidemand. 2 Landschaften von A. Weber. J. Manes, Flinger= und Hundsrückenstraßen=Ecke N.654, empfiehlt sein wohlassortirtes Lager fertiger Herrenkleider. Auch werden getragene Kleider in Tausch gegen neue zum höchsten Werth angenommen. 8Bruchbänder von aller Art, 8 die durch meine eigenen Einrichtungen die Herstellung eines jeden zu heilenden Bruchschadens sicher herbeiführen, werden von mir angefertigt. Derendorf bei Düsseldorf. Heinrich Graf, konzessionirter Badagist. 868696888680660066008 Es steht bei mir ein leichtes, gebrauchtes, einspänniges Char=à=bank mit Vorderverdeck zu kaufen. Hamakers, Sattler. Erziehungs-Institut für Knaben. Wiederbeginn des Unterrichts am 8. Oktober. Prüfung der neu Aufgenommen Schüler am 7. Oktober, Morgens 8 Uhr. Neu zutretende Fächer: Englisch, Mathematik und Zeichnen. Anmeldungen werden in meinem Hause, Bilkerstraße Nr. 995 entgegengenommen. W. Herchenbach. Vom 1. Oktober ab werden wieder Mittwochs und Samstags Wasser und Dampfbäder gegeben; auf vorherige Bestellung werden alle Tage dazu die Zimmer geheizt.— Auch sind daselbst 3 Zimmer zu vermiethen und gleich zu beziehen. Lorgnatta verloren. Der Wiederbringer erhält eine Belohnung, Hochstraße 907. Gesuch. Ein Wirthschaftslokal in hiesiger Stadt, womöglich mit einer Bäckerei verbunden, wird zu übernehmen gesucht. Von wem, sagt die Exped. d. Bl. Sarg=Magazin. Zu auffallend billigem Preise sind vorräthig: Todtensärge von den einfachsten bis zu den elegantesten in allen Größen bei C. Hülsmann, Altestadt 228. (597) Ein gesitteter Jüngling, der eine gute Hand schreibt, kann gegen angemessene Vergütung beschäftigt werden. Briefliche Anfragen unter Lit. E. E. besorgt die Exped. d. Bl. (75) Ein moderner Laden, zu jedem Geschäft geeignet, steht zu verkaufen. Wo, sagt die Exped. d. Bl. Das Unterhaus Nr. 1025 am Karlsplatz, Eck der Benrather= und Bilkerstraße, so wie das daran stoßende, noch bewohnte Geschäftslokal find zu vermiethen. Im Hause selbst zu erfragen. Bei meiner Abreise nach Amerika sage ich allen Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl. Düsseldorf, den 29. September 1850. L. Custodis. Schwanenmarkt Nr. 953 steht Unterhaus und erste Etage nebst Garten und Stallung zu vermiethen und mit dem 1. November zu beziehen. Näheres im Hause selbst, zweite Etage. (607) Auf einer gelegenen Straße ist ein Spezerei=Geschäft mit sämmtlichen Waaren und Utensilien und billiger Hausmiethe zu übernehmen. Das Nähere in der Expedition d. Bl. Das Haus„zur goldenen Gans" auf der Ecke der Berger= und Hafenstraße, vorzüglich zu einer Back= und Brauerei geeignet, steht zu vermiethen. Näheres Haroldstraße Nr. 1313. (513) Unterbilkerstraße Nr. 1037, nahe am Karlsplatz, ist ein Theil des Unterhauses zu vermiethen. In der Expedition d. Bl. das Nähere zu erfragen. In den schönsten und frequentesten Lagen der Stadt sind Parterre=Wohnungen, theils für Ladengeschäfte geeignet, sodann einzelne Gebäude für kleine und große Familien mit Stallung, Gärten und allen sonstigen Bequemlichkeiten zu vermiethen und gleich zu beziehen. Näheres bei Baumeister Schnitzler, Alleestraße Nr. 756. (603) Ein im guten Zustande sich befindendes BrennereiGeschirr ist billig zu kaufen. Die Exped. d. Bl. sagt wo. Schwanenmarkt Nr. 952 ist das Unterhaus oder der erste Stock möblirt nebst Stallung zu vermiethen. Stadttheater zu Düsseldorf. Dienstag den 1. Oktober: Norma. Große Oper in 2 Aufzügen. Musik von Bellini. Wasserstand. 30. Sept., Morg. 6 Uhr: 5' 1½". Wind: S.=W. „ 11„ 5’ 2".„ S.=W. Zur Vermeidung von Verwechslungen mit dem sogenannten„Düsseldorfer Kreisblatt“ erbitten wir uns alle Zusendungen unter der Adresse: Stahlsche Buchhandlung(W. Kaulen). Die Expedition des Düsseldorfer Journals und Kreisblatts. Fremdenblatt In den drei Reichskronen bei Beeking. Frau Rabeneck mit Fam. und Bedienung, a Moscau. van Bensberg m. Sohn, Kfm a Rotterdam. Cook m. Gem. u. Bed., Rent. a London. Thomsenberg m. Sohn, Part. a Amsterdam. Baron von Verschner m. Famile, Part. aus Nymwegen. Bongard m. Sohn, Domänen=Rentmeister a Limburg. Proßer m. Fam., Rent. a Newyork. Diel m. Fam. u. Bed., a Hamburg. Candelaar m. Fam. und Bedienung, Rent. a Brümen. Ravenshan m. Fam. und Bedienung, Rent. a London. Kierbrink m. Schwester, Part. a Zwolle. Frau Büschgen m. Fam., a Rheydt. Wichston mit Sohn, Part. a London. van der Heim, Part. a Holland. Westplatt, Kfm a Rotterdam. Bönker, Part. a Amsterdam. Bichuston, Rent. a London. Jumen, Rent. a London. Schauerburg m. Sohn, Part. a Amsterdam. Hellweg m. Sohn, Part. a Amsterdam. Campbell, Part. a St. Marin. Calluga, Part. a Amsterdam. Zum Prinzen von Preuszen bei Wittwe E. Schleger. Baron von Bodelschwing mit Dienerschaft, a Landfort. Baron von Plettenberg mit Bedienung, aus Mehrum. von Clavitter Major im 11. Husaren=Reg. a Hamburg. Scheppe, Oberstlieutenant u. Comm. d. 16. Inf.Reg. a Düsseldorf. Eller m. Gem., Rent. a Elberfeld. Lorenz m. Fam., Kfm a Gladbach. Keller, Kfm a Solingen. Gilles, Kfm a Bremen. Barttels m. Gem., Kfm a Barmen. Fischer, Kfm a Iserlohn. Köhler, Land=Gerichts=Assessor a Cöln. Schlupf m. Gem., Kfm a Hamburg. Schiffer, Kfm a Cöln. Angersberg, Part. a Osnabrück. Piaste, Part. a Münster. Engels m. Fam., Kfm a Solingen. Leyßring, Architekt a Wiesbaden. Hotel Domhardt. von Woringen, Professor a Freiburg. von Herz, Beamter a Java. von Sander, Prem.=Lieutenant im 5. JägerBatt. a Baden. Gebr. Maste, Kflte. a Iserlohn. Kutter, Kfm a Wermelskirchen. Rost, Kfm a Hamburg. Hein, Kfm a Cochem. Clous, Propr. a England. Alcau, Propr. a Paris. Grünler, Maler a Berlin. Schumann, Assessor a Münster. Radau, Ober=Inspector a Münster. Im Cölnischen Hot bei Juppen. Witte, Kfm a Iserlohn. Dukhaut, Kfm a Iserlohn. Schaller, Kfm a Bremen. Berghem m. Fam., Inspector a d. Haag. Neuhaus, Kfm a Bonn. Lautz, Part. a Neuß. Gebr. Reuter, Kflte. a Neuß. Krings, Kfm a Neuß. Fräul. Schulz, Sängerin a Schwerin. Graaf, Kfm a Cöln. Bronwer m. Fam., Part. a Leyden. Karth, Kfm a Mannheim. Sammt, Kfm a Mannheim, Arntz, Rent. a Mellingen. Fasbender, Kfm a Cöln. von Bergh m. Fam, Part. a Uetrecht. Licoly, Maler a Paris Gumbert, Kfm a Langau. Sterken, Professor a Mannheim. Lutz, Kfm a Gundesheim. von Stein Kamienski, Offizier a Berlin. Schram m. Fam., Fabrik. a Elmshorn. Delaruelle m. Gem., Rent. a Amerika. Schnabel, Kfm a Berlin. Breidenbacher Hof bei Disch. Reichsfreiherr von Landsberg Steinfurt, aus Steinfurt. Baron v. Landsberg, a Landsberg. Meyer, Rent. a Hamburg. Lülsdorf, Rent. a Mülheim. Bertoldi, Kfm a Cöln. Demeure, Ingenieur a Hannover. Fr. v. Brös, a d. Haag. Fr. v. Brimer, a Amsterdam. Röthgen m. Gem. u. Bed., a Rußland. Baron v. Hymen a Haus Hein. Baron v. Minnigerode m. Fam. u. Bed., a Braunschweig. Frau d’Anrep m. Dienersch. a Rußland. Kirdorf m. Fam., Rent. a Aachen. Im Europäischen Hof bei Götzen. Pathy m. Fam., Rent. a London. Curti m. Fam., Rent. a England. Engel m. Gem., Rent. a Wien. Bodlin, Kfm a Berlin. Witonore, Kfm a Moscau. Österhausen, Intendantur=Rath a Münster. Lembach m. Sohn, Part. a Bieberich. Kling, Kfm a Hannover. Weber m. Gem., Kfm a Sernay. Diehl, Kfm a Aires. Zehzen m. Gem., Rent. a Hannover. Im Bergischen Hof bei Bender. Wurm, Kfm a Frankfurt. Jung, Kfm a Bruchsal. Arbetor m. Bruder, Kfma Vlotho. Heerling, Kfm a Mannheim. Klein, Kfm a Hilden. Bolk, Lehrer a Herfort. Im Bönnischen Hof bei Rösberger. Barrenhof m. Fam., Gutsb. a Dienslaken. Erms, Kfm a Trier. Birk, Kfm a Venloo. Wossel, Priv. a Emmerich. Altgena, Diken, de Roth, Simons, Schwers, Pannenborg, Studenten a Lingen. Stern, Kfm a Frankfurt. Deingens, Kfm a Lüdenscheid. Roeder, Kfm a Gladbach. Melchinger, Rent. a Dortmund. von Wyck, Pharmazeut-a Duisburg. Imhoff, Kfm a Cöln. Schrivering, Gutsb. a Dülmen, Ten Bensel, Vicar a Bochold. Doring, Student a Bochold. Im Römischen Kaiser bei Engels. Curbeny, Kfm a Kettwig. Mölling, Kfm a Barmen Manntz, Kfm a Aachen. Scharlier, Kfm a Aachen. Kaysers, Kfm a Crefeld. Hamacher, Kfm a Lennep. Kreutzer m. Fam., Kfm a Cöln. Emeken, Kfm a Cöln. Vojel m. Fam., Kfm a Wevelinghoven. Schütz, Kfm a Rüdesheim. Hertzberg, Kfm a Limburg. Bachmann, Gutsb, a Wetze. Werner, Kfm a München. Goldschmiedt m. Fam., Kfm a Coblenz. Schrod, Kfm a Coblenz. Fräul. Schrod, a Coblenz. Schrod, Kfm a Ems. Auerbach m. Fam., Kfm a Werden. Mayen, Kfm a Hamburg. Mad. Krause, a Wetzlar. Fräul. Krause, a Wetzlar. Schmitz, Rent. a Stolberg. Desonay, Kfm a Eupen. Im alten Kaffehaus bei Heuser. Schildt, Kfm a Imgenbroich. Kiehl, Part. a Rittberg. Stenten, Kfm a Cleve. Maas, Kfm a Calcar. Fleischhauer, Kfm a Emmerich. Ernst, Kfm a Barmen. Hoffmann, Kfm a Trier. Kohl m. Fam., Kfm a Cöln. Lott, Pedell a Münster. Sackermann, Fabrik a Wickrath. Im Elberfelder Hof bei Crumfinger. Erkener, Gärtener a Crefeld. Quak, Ackerer a Kelzenburg. Speckenbaum, Kfm a Sterkerath. Schnik, Kfm a Heiligenhaus. Rusch, Tapezier a Dresden Imbrandt, Wirth a Speldorf. Flocken, Ackerer a Speldorf. Im Berliner Hof bei Kampmann Theissen, Wachtmeister a Geldern. Kaufmann, Schlösser a Langenberg. Dremann, Kfm a Lendforth. Tiemann, Kfm a Lendforth. Nehler, Fabrikant a Werl. Hünzel, Brauer a Uedem. Reinherz, Drecksler a Xanten. Niebur, Kfm a Bielefeld. Im Rheinberg bei I. H. Kraus. Neuberg, Kfm a Havel. Jansen, Kfm a Herscheid. Bergmann, Kfm a Crefeld. Halle, Kfm a Remscheidt. Jäger, Kfm a Aachen. Houfers, Kfm a Aachen. Aekens, Geschäftsf. a Duisburg. Wolters, Kfm a Dortrecht. Jansen, Kfm a Essen. Redacteur: W. Kaulen.— Druck und Verlag der Stahl'schen Buchhandlung(W. Kaulen), Karlsplatz Nr. 1043.