Erscheint täglich außer Montags. Abonnementspreis: vierteljährlich 1 Thlr. Auswärts bei allen preuß. Posten 1 Thlr. 5 Sgr. Einrückungsgebühren für die Petit=Zeile oder deren Raum 1 Sgr. Anzeigen werden bis 11 Uhr Vormittags angenommen. N118. Samstag den 20. Juli 1880.(Elias.) 12. Aus Düsseldorf. Dem Vernehmen nach beschäftigt sich die Direction des Männergesangvereins mit den Vorbereitungen zu einem großartigen Gesangfeste für Schleswig=Holstein. Wahrscheinlich wird dasselbe bald nach den Kirmestagen zur Ausführung gelangen. Auch der hiesige Turnverein hat die Idee, bei seinem diesjährigen Schauturnen ein Entree zum Besten des für das ganze Vaterland wichtigen Unabhängigkeitskampfes zu erheben. Zur Landwirthschaft. Wien, Ende Juni. Seit einigen Tagen circulirt ein kleines Schriftchen unter dem Titel:„Ueber die Drainage, ein Beitrag zur wissenschaftlichen Begründung und zur praktischen Ausführung dieses Systems andauernder Bodenverbesserung und vermehrten Pflanzenbaues, von A. v. D, Haag 1850," welches unter den Güterbesitzern und praktischen Agronomen großes Aufsehen macht. Es ist dies die erste klare und deutliche Notiz über diese Culturart, welche in England mit so großem Erfolg angewendet wurde. Als nämlich durch die Aufhebung der Korngesetze der Pächter= und Bauernstand so sehr bedroht war, galt es, den Boden Englands zu größerer Fruchtbarkeit zu zwingen, und namentlich die vielen nassen, sogenannten kalten Gründe, die bisher beinahe ertragslos waren, zu kultiviren und nutzbringend zu machen. Nach vielen Versuchen fand man ein System, welches wunderbare Effekte hervorbrachte; man durchschnitt nämlich solche Gründe mit 3 bis 5 Fuß tiefen Gräben, legte Röhren aus gebranntem Thon hinein, welche in einander gesteckt sind nach einer eigenthümlichen Construktionsart. Diese Gräben werden dann wieder zugefüllt, das Wasser kann nun durch den früher wasserdichten Boden durchsickern, tritt an den Fugen in die Röhren und läuft durch dieselben ab. Dgdurch wird das schädlich stagnirende Wasser entfernt, die Gründe werden trocken und zu jeder Kultur fähig. Ein Acker(1127 Klafter oder zwei Drittel österr. Joch) kostet auf diese Art zu kultiviren etwa 70 Guld. C.=M. Man wird leicht einsehen, von welch' unnennbarem Nutzen die Bodenverbesserung in manchen Gegenden des Continents, und namentlich in der österreichischen Monarchie, für Schlesien, Steyern, Tyrol und einige Distrikte der Militairgränze ist, wo der gute Boden sich nur in den Gebirgsthälern befindet und ungeheuern Werth hat, während in unmittelbarer Nähe desselben ein nasser kalter Boden jetzt beinahe werthlos ist. Das englische Parlament hat zur Beförderung dieser Anlagen drei Mill. Pfd. Sterl. bewilligt, welche als Vorschüsse an die Landwirthe für solche Culturen gegeben werden, und die mit 6½ Prozent jährlich in 21 Jahren zurückgezahlt werden müssen. Belgien, Frankreich und Rußland haben bereits Ingenieure zu diesen Anlagen sich verschafft, und suchen die Ausführung auf alle mögliche Art zu fördern. Genannte Schrift gibt in bündigster Kürze eine Uebersicht dieser wichtigen Sache, welche in England einen eigenen Zweig der Civil=Ingenieurwissenschaft bildet, und es erregt dieselbe um so größere Freude, da der Verfasser derselben, unser Gesandter im Hgag, der ehemalige Minister des Handels und der Agrikultur, und später Minister des Innern, Baron von Doblhoff, einer der tüchtigsten Landwirthe Oesterreichs, ist. Diese Schrift war ein Bericht an das Ackerbauministerium, den Baron Doblhoff seines allgemeinen Interesses wegen drucken ließ und unter seine Bekannten vertheilte. Ein anderer Bericht von gleichem Interesse, wenn auch nicht für ein ebenso großes Publikum, liegt in den Aktenstuben unseres Agrikulturministeriums vergraben, welches scheintodt zu sein scheint, denn seit seinem jetzigen Bestehen hat es noch wenig Lebenszeichen von sich gegeben und bewegt sich nur auf dem büreaukratischen Felde, während die wichtigsten Interessen des materiellen Wohls, die in seinen Bereich einschlagen, ganz unberücksichtigt bleiben.(A. Allg. Ztg.) Berlin. Ein im Justiz=Ministerium neu ausgearbeiteter Gesetzesentwurf wegen Aufhebung der aus der Verschiedenheit der Religiön und des Staates entspringenden Ehe=Hindernisse, wo solche noch bestehen, ist dem Staats=Ministerium vorgelegt.— Trotz des bisherigen Besserung des Gesundheits-Zustandes der Regierungs=Präsidenten v. Spiegel dürfte sich doch dessen völlige Herstellung im günstigsten Falle nicht vor 2 bis 3 Monaten erwarten lassen, weshalb eine völlige Stellvertretung desselben in der Verwaltung der hohenzollerschen Länder nöthig werden dürfte.— Die hier zu erbauende zweite katholische Kirche, welche dem hiesigen Militär katholischen Glaubens zum Mitgebrauch eingeräumt werden soll, beabsichtigt man nach dem Erzengel Michael, dem Schutzpatron der Kriegsheere, zu benennen.— Die Anwesenheit Louis Spohrs hierselbst gab der Singakademie Veranlassung, Beweise ihrer Verehrung für den Meister dadurch zu geben, daß sie einige Werke desselben u. a. mehrere Stücke aus dem Oratorium„des Heilands letzte Stunden" vortrug.— Am letzten Sonntag wurden mehr als 5000 Personen mit Extrazügen der Eisenbahn von Berlin nach Potsdam und wieder zurück befördert, ohne daß die mindeste Störung vorgefallen wäre. In Magdeburg wurde gegen die dort herrschende Cholera=Epidemie vor einiger Zeit in öffentlichen Blättern von einem dortigen Arzte, dem Medizinalrath Dr. Niemann, eine mit Natron=Hydrat gesättigte Seife als kräftiges Schutzmittel empfohlen. Wie man versichert, sollen bis jetzt noch gar keine Fälle vorliegen, daß von den vielen Personen, die sich dieser Seife nach Vorschrift zu Waschungen bedient haben, eine einzige von der Krankheit ernstlich befallen wäre. Das Consumo dieser Natron=Hydrat=Seife ist daher in Magdeburg ungemein stark. Breslau. Professor v. Siebold, der seit diesem Frühlinge an hiesiger Hochschule lehrt, hat bereits ein neues Thier in den Sümpfen hiesiger Gegend entdeckt, einen bis dahin unbekannten Muschelkrebs. Derselbe Gelehrte entdeckte im verwichenen Sommer in den Flüssen Süddeutschlands das räthselhafte Doppelthier: das Diplozoon. Von der russischen Grenze, 13. Juli. Es scheint fast, als wenn gerade jetzt, wo die Handelspolitik unseres Ministeriums sich immer mehr dem System der Schutzzölle zuneigt, die Konsequenzen dieses Spstems recht klar zu Tage kommen sollten. Wir haben neulich wieder einen derartigen Fall erlebt. Im Memeler Kreise liegt ein Dorf, welches durch die Grenze in 2 Theile, Deutsch und Russisch Krottingen genannt, getheilt wird. Von dort aus, so wird von den Grenzbewohnern erzählt, begaben sich am Abend des 5. Juli ungefähr 150 Mann mit Waaren über die Grenze. Am andern Tage gegen Mittag machten sie im Walde auf einem freien Platze Halt, um ihr Mittagsessen zu verzehren, indem sie Waaren und Waffen bei Seite legten. Da kommt einer der ausgestellten Posten und meldet die Annäherung der Russen. Diese nämlich waren der Spur der Schmuggler gefolgt, und fielen ihnen in den Rücken. Dadurch eutstand eine entsetzliche Verwirrung unter den Schmugglern, und jeder suchte zu retten was er nur irgend konnte. Kaum aber war die Meldung eingegangen, als auch schon die Schüsse der Russen krachten, und einer der Schmuggler sterbend umsank. Die weitüberlegene Macht der Russen ließ die Schmuggler nicht zur Besinnung kommen, und sø zog sich denn der Kampf wieder bis an die Grenze zurück. Dabei wurden 3 Schmuggler getödtet, mehrere gefangen und viele verwundet. Auf ähnliche Scenen können wir, wenn auch bei uns zum Schutze der Industrie die Zölle erhöht werden sollten, uns gefaßt machen. Die Grenzen und Häfen müssen in großer Ausdehnung und schärfer als jetzt bewacht werden, und was der höhere Zoll dem Staate einbringt, wird die Erhebung desselben doppelt und dreifach verschlingen. So ladet man der Staatskasse eine größere Ausgabe auf, man zwingt das Publikum, seine Bedürfnisse von einigen inländischen Fabrikanten theurer als vom Auslande zu kaufen; man giebt Veranlassung zum Schmuggel, und in letzter Instanz zu Scenen, wie die beschriebene,— und das Alles zum Besten weniger Fabrikanten. Es ist eine Untersuchung über diese Vorfälle eingeleitet; da indessen die eigentlichen Schmuggler keine angesessenen Leute und in allen Fällen sehr schwer zur Stelle zu schaffen sind, da sie sich den Nachforschungen bald durch einen Spaziergang über die Grenze entweder nach Rußland oder nach Preußen hinein entziehen können; so wird durch solche Untersuchungen niemals etwas ermittelt. Es sollte uns daher auch gar nicht wundern, wenn nach einiger Zeit gemeldet würde, daß nach den von den Behörden angestellten Ermittelungen sich die Unwahrheit der in Rede stehenden Vorfälle ergeben hätte. Es will das weiter nichts heißen, als daß die Bemühungen der Behörden, etwas zu ermitteln, fruchtlos gewesen sind. Sachsen. In Leipzig hat die seit den Juniordonanzen neu belebte Polizei es unternommen, einen Aufruf des Dr. Diezmann in der Neuen Leipziger Zeitung für Schleswig=Holstein um Geld für Invaliden und Leinwand=Charpie für jene Unglücklichen, bei 10 Thlr. Strafe zu verbieten. Es stützt sich dieses Verbot auf eine Bestimmung der Armenordnung, wo es untersagt ist, ohne Erlaubniß Kollekten zu veranstalten. Nicht böser Wille, sondern allzu große Aengstlichkeit von den bevormundenden Oberbehörden liegt dabei zum Grunde. Der Zopf, der hängt ihm hinten! Würtemberg. Die katholischen Missionen, meist aus Oestreich gekommen, entwickeln dermalen eine große Thätigkeit in unserm Lande. Namentlich ist es der Fürst von Waldburg=Werzach, welcher sich der Sache mit großem Eifer annimmt und sie aufs Thätigste unterstützt. Auch in Ellwangen, das von Vielen statt Rottenburg zum künftigen Bischofssitz ausersehen ist, sind mehrere Patres Liguorianer angekommen und haben dort ein Missionswerk begonnen. Uebrigens ist auch die protestantisch-orthodoxe Partei nicht müßig, um in ihrer Weise auf das Volk einzuwirken und hält sogar im Kursaale des benachbarten Bades Cannstadt jeden Morgen Andachtsübungen, wie denn auch die dortige Morgenmusik mit einem Choral beginnt. Inzwischen hat die Abhaltung religiöser Andachtsübungen an einem solchen Orte, der zur Erholung und zum Vergnügen für Leute jedes religiösen Glaubensbekenntnisses bestimmt ist, auch schon ihre Gegner gefunden und eine Polemik in hiesigen Lokalblättern hervorgerufen. — In Stuttgart ist gleichfalls eine Aufforderung für die Schleswig=Holsteiner erschienen. Unterzeichnet ist dieselbe von G. Duvernoy, Federer, Fallati u. s. w. — In Thüringen ist man jetzt bestrebt aus den Kassen der„Gustav=Adolph=Vereine" besonders die Protestanten in Oestreich zu unterstützen, damit sie so viel Mittel bekommen, um von dem ihnen jetzt verfassungsmäßig zustehenden Rechte zur Erbauung von Andachtsstätten mit Thüren und Kirchenfenstern Gebrauch zu machen. Oestreich. In der letzten Direktionssitzung des Gewerbevereins zu Prag wurden wichtige Gegenstände verhandelt. Wir erwähnen davon daß, sowie sich überhaupt die Klagen über den überhandnehmenden Schmuggel, der besonders von Italien aus betrieben wird, vermehren, insbesondere von Warnsdorf aus über den Schleichhandel mit Leinenwaaren Beschwerden einliefen, welche die Direktion dem Handelsministerium vorlegen wird. Um die Linnenindustrie zu fördern ward beschlossen, auf die von Industriellen angesuchte Errichtung einer Maschinen=Flachs=Garnspinnerei in Hohenelbe dringend ein zurathen, obwohl die Handspinner darunter leiden, welche aber in den Webereien Unterkunft finden können. Da sächsische und preußische Holzhändler wegen des schlimmen Standes unsers Papiergeldes mit größtem Vortheil unser Bau= und Brennholz ausführen, dessen Preis hierdurch sich immer mehr vertheuert, so wird die Direktion um einen provisorischen Ausfuhrzoll ungefähr in der Höhe der gegenwärtigen Cursdifferenz, nur auf so lange als die letztere dauert, bitten. Wegen der Begutachtung der revidirten Tarife von Rohstoffen und Industriefabrikaten durch Kunstverständige, und wegen der Erhebung von Durchschnittspreisen landwirthschaftlicher Erzeugnisse wurden die nöthigen Veranstaltungen getroffen.— Nach dem eingeholten Gutachten des Professor Petrina ist der von dem preußischen Fabrikanten Dan. Schwarz erfundene doppelte Webstuhl von wesentlich praktischem Werthe, und das Ministerium wird gebeten, eine Anzahl solcher Stühle verfertigen und der Direktion zur Vertheilung an Weber zustellen zu lassen. — In der letzten Woche bis 7. erkrankten an der Cholera 59 Personen, von 101 Kranken genasen 19, starben 33. Am schlimmsten tritt die Epidemie in Strakonitz auf, wo sie täglich 10 bis 12 Personen hinrafft. — Wie man vernimmt sind Unterhandlungen im Gange, um den zwischen Oestreich und Rußland im Jahre 1840 auf 10 Jahre abgeschlossenen Vertrag die freie Schifffahrt auf der Donau betreffend, zu erneuern. Von Seiten Oestreichs scheint man entschlossen, die Erneuerung des Vertrages von der unmittelbaren Erfüllung jener Klauseln abhängig zu machen, wonach sich Rußland verpflichtet, die ihm gehörige einzige Donaumündung von Sulina von der Versandung rein zu erhälten. Ferner soll Oestreich auf der Abschaffung der Quarantaine und anderer Hindernisse bestehen, welche die freie Schifffahrt hemmen. Großbrittanien. Ein Beispiel von dem leidenschaftslosen verständigen Benehmen, welches die englischen Behörden so vortheilhaft auszeichnet, lieferte neuerdings das Polizeigericht in Guildhall(London). Vor einigen Tagen war ein wohlgekleideter junger Mann, 20 Jahr alt,(wie sich später ergeben hat, der Sohn eines Beamten) verhaftet worden, weil er in einem Wirthshause aufrührerische Reden geführt hatte. Er hatte sich als einen determinirten Chartisten und Mann der physischen Gewalt zu erkennen gegeben und einigen Personen, die er für Gesinnungsgenossen hielt, einen ausführlichen schriftlichen Plan mitgetheilt, wie man bei einem der Wochenkonzerte in KensingtonGardens die leichten Baregekleider der dicht gedrängt sitzenden Damen in Brand stecken und so die ganze weibliche Aristokratie mit Einemmale zu Pulver verbrennen könnte. Er hatte direkt zur Ausführung dieses unsinnigen Planes aufgefordert und erwies sich in den Verbören wohl als überspannt, aber keineswegs als verrückt. Was würden wohl kontinentale Polizeibeamte, Staatsanwalte und Richter aus diesem Falle gemacht haben? Alderman Salomons verordnete, daß der Gefangene wegen gefährlicher Drohungen zwei Bürgen für gutes Verhalten zu stellen habe! Und„Morning Chronicle" erklärt es heute in einem Leitartikel für sehr verständig, daß Alderman Salomons(ein Jude) sich durch das zu erwartende Geschrei einiger Fanatiker über Christenhaß, revolutionäre Gesinnung 2c. nicht habe abhalten lassen, die Sache zu behandeln, wie sie es verdiene, als ein albernes Geschwätz!— Die Kommission für die Industrie=Ausstellung hat am 9. die Preise für die Zeichnungen zu den Medaillen vertheilt. Bonnardel in Paris, Wyon und Adams in London haben jeder 100 Pfd. St., Hancook in London, Wiener in Brüssel und Gayrard in Paris jeder 50 Pfo. St. erhalten. An demselben Tage wurden auch die für den Bau eingegangenen Submissionen eröffnet.— Wie weit der Parteigeist sich versteigen kann, mag aus der Thatsache hervorgehen, das zu Sudbury ein reicher Pächter der Gegend seiner Freude über den Tod Sir Robert Peel's dadurch Luft machte, daß er schweres Geld hergab, um alle Glocken der ganzen Gegend ein Freudengeläute anstimmen zu lassen.— Im Unterhause richtete Stamford an Lord Palmerston am 15. die Frage, ob die Regierung Depeschen hinsichtlich der Reconstruction des deutschen Zoll=Vereins erhalten habe und ob sich daraus schließen lasse, daß diese Umgestaltung des ZollVereins, die gegenwärtig zwischen Großbrittanien und den verschiedenen deutschen Staaten bestehenden Handelsbeziehungen zum Nachtheil des ersteren berühre. Lord Palmerston antwortete, daß es sich zunächst nicht um eine Reconstruction des Vereins, sondern um eine Repision des Tarifs handle. Die englischen HandelsInteressen könnten dadurch nur insofern beeinträchtigt werden, als durch die beabsichtigte Umänderung von einer wesentlichen Erhöhung des Eingangs=Zolles auf englische Waaren die Rede sei. Er könne jedoch nicht tagen, in wie weit eine solche Erhöhung wirklich einsreten werde, da für einige Waaren der Zoll herabgesetzt, für andere erhöht werden solle. Natürlich würden sich die englischen Agenten bestreben, den deutschen Regierungen von einer Erhöhung der Zölle abzurathen. Belgien. Die„Société colombophile (Taubenfreunde) in Brüssel sendet jetzt oft Tauben bis ins südliche Frankreich und kürzlich bis nach Pampeluna in Spanien, die daselbst zu einer gewissen Stunde in Freiheit gesetzt werden und in ihre Heimat zurückfliegen. Kürzlich ließ man deren 61 früh 5 Uhr auffliegen. Die erste kam um 2 Uhr 31 Minuten in Brüssel an, und hatte demnach 800 Kilometers oder 200 Lieus in 9½ Stunde durchflogen. Frankreich. Wegen des neuen Preßgesetzes ist der Preis aller Bücher um 25 pCt. gestiegen.— Am 15. Juli ist in einem öffentlichen Hause zu Paris eine tragische Mordthat verübt worden. Ein junger Mann, mit dem seine Braut, als sie seinen frühern leichtsinnigen Lebenswandel erfahren, gebrochen hatte, gerieth darüber in einen solchen Verzweiflungs=Wahnsinn, daß er beschloß, sich an der ersten besten der Classe von Frauenzimmern, denen er sein Unglück Schuld gab, zu rächen. Eine Unglückliche, die ihn nur gesehen hatte, fiel unter zwei Messerstichen als Opfer dieses Wahnsinnes. Der Thäter wurde sofort verhaftet. — Während immer noch bedenkliche Zeichen einer bösartigen Gährung in den Tiefen der Gesellschaft zu bemerken sind, und in den Geistern die Ungewißheit über die Zukunft des Landes fortdauert, lassen sich doch auch manche Erscheinungen wahrnehmen die, wenn sie allgemeiner würden, als Zeugniß für eine bedeutende Besserung in dem Seelenzustande der Massen gelten könnten. Es ist bekannt, daß seit dem ersten schüchternen Auftreten der Reaction ein Theil der kleineren Bühnen sich zum Abzugscanal aller royalistischen Bosheiten und Hoffnungen hergab, daß namentlich Gymnase und Vaudeville förmliche Niederlagen von Satire auf Republik und Socialismus wurden, aus denen sich jeder mit der jetzigen Ordnung der Dinge Unzufriedene seinen Salon= und Kaffeehausbedarf von reactionären Epigrammen holen konnte. In den Theatern jedoch die den schwierigen Vorstädten näher liegen, wurde, so weit Carlier nichts dagegen hatte, die Verherrlichung aller revolutionären Erinnerungen, Hirngespinnste und Leidenschaften melodramatisch fortbetrieben, und was der Arbeiter des Morgens in seiner Republique oder Voix du Peuple schwarz auf weiß auseinandergesetzt fand, das konnte er des Abends, wenn ihm ein paar Sous, um sich einen Platz im Ambigu Comique oder in der Gaite zu verschaffen, übrig blieben, von einem Kerl mit chaotischem Haar und verzerrten Augen vorgeheult, vorgeächzt, vorgeschrieen oder auch bedeutsam vorgeflüstert hören. Nun scheint es aber, daß sich auch das demagoische Wörterbuch abnützt wie alles Sterbliche, und die stehenden Redensarten des Wühlerthums von den Brettern herab auf das Gemüth des Pöbels nicht mehr die Wirkung wie früher thun. So wird auf den Boulevards ein Stück, der Herzog von Reichsstadt benannt, aufgeführt, und der Sohn des vergötierten Helden in seiner so rasch verwelkten Jugendblüthe den leicht gerührten, von allem was auf das Schicksal, den Namen, das Haus Bonaparte Bezug hat, auf der Stelle gepackten Plebejern und Plebejerinnen vorgestellt. Die Geschichte ist in dem Machwerk zum Todtlachen zugerichtet, und rohe weinerliche Unnatur der Charakter desselben. Das Publikum der Vorstädte findet das ganz nach seinem Gaumen, und gerade die gröbsten Züge erpressen ihm die dicksten Thränen. Da hätte man neulich dabei sein müssen, wie jedes Wort des Andenkens an die Epoche der Triumphe begierig aufgefaßt wurde, jeder Laut der Klage des hinsiechenden Jünglings in irgend einer Ecke des Saals ein mehr oder minder vernehmliches Echo fand. Aber neben diesen pathetischen Spekulationen auf die patriotischen Thränendrüsen der Zuschauer kamen auch revolutionäre Gemeinplätze, Stellen gegen Priester und Könige vor. Sie blieben jedoch ohne Widerhall, und der Schauspieler mochte seinen Rachen noch so gewaltig aufthun, keine Hand regte sich zum Beifall, und nicht der leiseste Zuruf ließ sich hören.— Der ehemalige Präsident der Republik Hayti, General Boyer, ist in hohem Alter in Paris gestorben. Nach seinem Sturze lebte er längere Zeit auf Jamaica, seit einigen Jahren in Paris. Australien. Ganz im Gegensatz von den in unserm gestrigen Blatte gegebenen Mittheilungen über Australien unter der Rubrik„Hamburg" erhalten wir heute folgende Nachrichten: Mehrere Nummern der „South Australian Gazette" vom Januar dieses Jahres liegen vor uns, denen wir einen kurzen Bericht über das Gedeihen dieser Colonie entnehmen. Vor dreizehn Jahren, am 28. Dezember 1836, wurde Süd=Australien feierlich als die einzige britische Provinz auf Neu=Holland erklärt. Der feierlichen Verkündigung des Aktes im Namen Ihrer britischen Majestät auf der Ebene von Glenelg wohnte die gesammte Bevölkerung, etwa 200 Personen, bei, und ein Dutzend halb angetrunkener Matrosen des Schiffes„Buffalo" war anwesend, welche der Feier mit einigen Musketenschüssen die Weihe gaben. Der Reichthum der 200 Europäer, die sich hier niedergelassen, bestand vor dreizehn Jahren in zwei Pferden, zwei Maultbieren und einer Kuh, und jetzt bebauen in Süd=Australien 52,000 Engländer mehr als eine Million Akres Land und führen jährlich an Getreide, Wolle, Kupfer, Silber, Blei und Gummi für 800,000 Pfd. Sterl. aus. Für eben so viel wird an britischen Manufaktur=Waaren eingeführt. Der Zufluß von Einwanderern wird täglich bedeutender. Man zählte schon in Einer Woche des Januar über 700. Und wer sollte auch nicht herübersiedeln? Das angenehmste Klima, die gesundeste Luft und Ueberfluß an allem, was das Leben angenehm machen kann. Der Hafen von Adelaide ist stets von Schiffen besucht, und hat sich seit den GoldEntdeckungen in Californien in- einer überraschenden Weise belebt, da der Handel mit San Francisco außerordentliche Vortheile gewährt, und in der ersten Zeit alle Ladenhüter in Adelaide aufgeräumt hat. In diesem Jahre sind zehn Schiffe aus Californien dort angekommen und vierzig nach San Francisco abgegangen. Die Goldwuth hat natürlich viele Süd=Australier nach Californien verlockt, doch ist dieser Verlust im vorigen Jahre durch etwa 7000 Ansiedler aus dem Mutterlande ersetzt worden, unter denen jedoch leider auch 200 Verbrecher, welche, trotz aller Gegen=Vorstellungen, der Colonie aufgedrungen wurden. Man befürchtet nur, daß dieser Umstand, sobald bekannt wird, daß Adelaide auch als Verbrecher=Colonie von der Regierung benutzt wird, den Andrang freier Siedler aufhören machen werde. Das gesellschaftliche Leben ist in Süd=Australien sehr angenehm, in den Häusern der Stadt, wie in den niedlich gebauten Landsitzen findet man die ausgesuchtesten englischen Comforte. Am 22. Januar 1840 kamen die ersten europäischen Ansiedler im Hafen San Nicholas auf Neu=Seeland an, und jetzt blühen hier schon mehrere Städte, gedeiht hier eine glückliche Bevölkerung. Auf Neu=Seeland erscheinen jetzt 12 Journale in englischer Sprache und eines in neu-seeländischer. Schulen sind aller Orten errichtet und Wellington, eine der Hauptstädte der Colonie, hat sein Theater, seine JockeyClubs, seine literarischen Clubs so gut, wie irgend eine Stadt Alt=Englands. Feuilleton. Der Rekrut. Erzählung von Hendrik Conscience. (Fortsetzung.) Spät am Nachmittag schritt Trien mit ihrem Freund über den Weg an Casterlee vorbei, wo sie über die Nethe gegangen waren. Beide waren schweigend und schlecht aufgelegt, doch Keiner entdeckte dem Andern diese Gemüthsstimmung, im Gegentheil thaten sie in den wenigen Worten, die sie wechselten, ihr Möglichstes, um fröhlich zu scheinen. Und doch hatte eine bittere Entdeckung ihre Herzen allmählig mit Pein erfüllt. Seit dem Beginn ihrer Reise hatte Trien wohl fünf bis sechs Mal die Augen des Soldaten gewaschen; sie kam an keinem Wasser vorbei, ohne zu versuchen, ob es nicht die Wunderkraft des Baches besäße, den sie zuerst auf der Haide gefunden. Doch leider! wurden ihre liebreichen Sorgen für sie selbst und den unglücklichen Jüngling ein Quell von Kummer und Sorgen. Sei es, daß der Soldat sich wirklich täuschte, als er meinte, seine Gefährtin gesehen zu haben, sei es, daß die Kälte des Wassers und das Reiben mit dem Tuch die heilsame Wirkung erhöht hatte, immer war es nur zu wahr, daß er nicht mehr sah, so sehr er sich auch anstrengte, um das Schattenbild seiner Freundin zu entdecken. Er konnte selbst das Licht nicht mehr vertragen und schloß die Augen unter heftigen Schmerzen, sobald Trien ihm den Schirm abnahm. So gewannen Beide unwiderstehlich die schreckliche Ueberzeugung daß ein eitles Gaukelbild sie betrogen und die Blindheit vollkommen und unheilbar war. Wohl blieb ein schwacher Hoffnungsschimmer, ein glücklicher Zweifel in ihren Herzen übrig, doch vermochte er nur von Zeit zu Zeit ihre Verzweiflung zu durchdringen und machte darauf die schmerzlichen Gemüthsbewegungen um so fühlbarer. Eine zweite Ursache stimmte ihre Seele traurig; seit dem Morgen hatten sie schon acht Meilen zurückgelegt und waren äußerst müde. Besonders war der blinde Soldat, der oft auf dem Wege stolperte, um alle Kraft gekommen. Ohne Gefühl und Bewußtsein schob er sich am Stocke seiner Freundin weiter und schritt so lästig, als wäre er eine seelenlose Maschine. Seine Füße waren wund und wenn er das Gefühl nicht ganz verloren hätte, so würde er eine feuchte Nässe in seinem rechten Schuh gemerkt haben, denn das Blut floß aus seiner Ferse. Trien war nicht minder ermattet; sie ging immer vor sich, ohne Etwas zu sprechen, und selbst ohne sich nach dem Soldaten umzusehen. Die Arme traute sich nicht zu sprechen. Es blieb ihr kein Trost im Herzen: die Aussicht auf Seligkeit war verschwunden, die Hoffnung auf Glück dahin. Die Freude hatte sie fast um ihre Sinne gebracht, als sich ihren Augen die schöne Zukunft entfaltete; doch eben deshalb war ihr das Erwachen aus dem Traume um so peinlicher, und so muthig sie auch sonst war, jetzt beugte sie ihr Haupt unter dem schweren Joche der Verzweiflung. Denn was konnte sie sagen, um ihren Freund aufzurichten? Ihm von seinen Augen sprechen, gegen ihre eigene Ueberzeugung? Das durfte sie nicht; der Spott hätte sein Herz und ihres ganz erdrückt! Darum ging sie stumm und mit langsamen Schritten vor sich, in äußerst traurige Betrachtungen versunken und fast ohne Bewußtsein über ihren Zustand. Nach einem Stillschweigen von mehr als einer halben Stunde rief der Soldat tief aufathmend: Trien, haltet still! Ich kann nicht weiter! Ich bin auch erschöpft, antwortete das Mädchen ohne sich umzusehen, wir wollen ein Weilchen ruhen und diese Nacht dort im Dorfe schlafen. Wir sind bei einem Pachthof; noch zwanzig Schritt, Jan, und wir kommen an eine Buchenhecke. Dort sitzen wir im Schatten. Dann geht um Gottes Willen schnell! Sie faßte ihn bei der Hand, führte ihn mit dem Rücken gegen die Hecke und ließ ihn dort niedersitzen. Der Jüngling knickte zusammen und fiel mit vorgebeugtem Kopf auf das Gras. Hinter dem Punkte, wo sich der Soldat und seine Gefährtin befanden, lehnte sich die Hecke an einen Pavillon an. Darin faß ein Herr mit einem Buche in der Hand; er war wohl sehr alt, denn sein Gesicht war voll Runzeln und die wenigen Haare, die um sein Haupt wie eine Krone saßen, waren schneeweiß. Der bis ans Kinn zugeknöpfte Rock und das rothe Ehrenzeichen verriethen den ausgedienten Offizier. Wie er hinter sich die Reisenden hörte, wandte er sich um und erblickte durch das Laub der Hecke einen Soldaten und eine Bäuerin mit dem Tornister auf dem Rücken. Zuerst war er über den Anblick sehr erstaunt; doch bald erklärte er es sich so, daß es eine Schwester sei, welche ihrem Bruder das Geleit nach Hause gab und ihm aus Liebe die Last von den Schultern genommen hatte. Dieser naive Freundschaftsbeweis brachte ihn zum Lächeln, und freundlich betrachtete er die Reisenden. Trien hatte sich zum Blinden gesetzt und hub jetzt an: Jan, Ihr seid so still und traurig? Was ist Euch? Wohl eine vorübergehende üble Laune?— Da sie keine Antwort erhielt, fuhr sie fort: Tröstet Euch doch, Freund, und denkt, daß wir morgen wieder zu Hause sind. Von Venloo bis hierher ist es an zwanzig Meilen; in ein paar Stunden sehen wir das Dorf. Wenn wir morgen früh aufbrechen, können wir das kleine Stück Wegs ganz bequem zurücklegen. Wir haben noch Grund genug, zufrieden zu sein; es bleibt immer ein großes Glück, daß ich die Erlaubniß bekam, Euch vom Militär nach Hause wegzuführen. Was das Andere betrifft, so will ich„schon dafür sorgen, daß Ihr nicht zu viel Kummer im Leben haben sollt, lieber Jan— Warum sprecht Ihr denn kein einziges Wort? Der Jüngling athmete mühsam und seufzte: Das Herz pocht mir so heftig und die Augen thun mir so weh; laßt mich ruhen! Einige Augenblicke lang unterbrach das Mädchen das Stillschweigen nicht; allmählig begann sie zu vermuthen, daß ihr Freund noch mehr an Traurigkeit als an Ermattung leide. Edelmüthig bezwang sie ihren eigenen Schmerz, um dem Blinden wieder Trost ins Herz zu sprechen und sagte heiter: Ihr seid doch sicher, Jan, mich gesehen zu haben? Das bringt mich dazu, zu meinen, es müsse in Eurem linken Auge noch Leben sein, obgleich Ihr jetzt wieder ganz blind seid. Das kommt von der Hitze, die auf Eure Augen sticht. Habt etwas mehr Geduld, bis wir zu Hause sind; wenn wir etwas vom letzten Korn verkaufen, so können wir den Doktor von Wyneghem kommen lassen. Der wird Euch heilen; er hat schon größere Wunder gethan bei Menschen, die ganze Tage lang für todt da lagen. Und denkt nur, Jan, morgen sehen wir Eure Mutter und den Großvater und Paulchen, und nachher will ich Euch bei allen Freunden herumführen, um ihnen mit Euch den guten Tag zu wünschen. Und sobald Ihr ausgeruht habt, werden Eure Augen nicht mehr so arg brennen und Ihr seht vielleicht wieder ein wenig. Und wir wollen zusammen unter dem Lindenbaum beten und der Muttergottes für ihre Barmherzigkeit danken— denn Jan, zweifelt nicht, sie hat mich erhört und wird— doch was ist das? Ich sehe Blut an Eurem Strumpfe? Warum sagt Ihr Nichts davon? (Fortsetzung folgt.) Schifffahrts=Anzeige. Düsseldorf, den 19. Juli 1850. Angekommen: P. J. Netschert von Gemünden mit 1800 Ctr.— I. C. Koenigsfeld von Cöln. In Ladung: Peter Poß nach Coblenz, der Mosel und Saar;— von der niederrhein. Dampf=Schlepp fahrts=Gesellschaft 1 Schleppkahn nach Mainz=Mannheim; — bis zum 24. Juli 1 Schleppkahn nach Amsterdam und 1 dito nach Rotterdam. Abgefahren: L. Gartmann(N.=Rh. Nr. 11) von Amsterdam. 13. Nachricht für Reisende. Verzeichniß der von Düsseldorf abgehenden Posten. Nach Aachen über Neuß, Fürth, Jülich: 10¾ Uhr Vorm= und 9 Uhr Abends. Nach Cleve über Uerdingen, Meurs, Rheinberg, Xanten, Calcar: 6 Uhr früh. Nach Crefeld über Österath: 9 Uhr Vorm., 10½ Uhr Vorm., 1½ Uhr Nachm., 5¾ Uhr Nachm. und 8½ Uhr Abends; außerdem mit der Post ad 8. Die Posten um 10½ Uhr Vorm. und 8½ Uhr Abends haben Anschluß an die Cöln=Geldern=Clever Post. Nach Essen über Ratingen, Kettwig und Werden: 5¾ Uhr Nachm. Nach Gladbach über Neuß und Corschenbroich: 10 Uhr Morgens. Nach Gladbach über Neuß, Glehn, Giesenkirchen und Rheydt: 1¾ und 5½ Uhr Nachmitttags. Nach Rheydt über Neuß, Korschenbroich und Gladbach 8 Uhr Abends. Nach Kaldenkirchen über Kempen, Crefeld, Lobberich Breyell 3¼ Uhr Nachm. Nach Kaiserswerth: 7 Uhr Abends. Nach Meurs über Latum und Uerdingen: 6¾ Uhr Nachm. Nach Mettmann über Gerresheim: 6 Uhr Abends. Nach Neuß: 9 Uhr Morgens, 12¼ Uhr Mittags 4 Uhr und 6½ Nachm. und 9½ Uhr Abends; außerdem mit den Posten ad 1., 5, 6. und 7. Nach Ratingen: 7 Uhr Abends; außerdem mit der Post ad 4. Frucht=, Getraide= und Oelpreise. 17. Juli. pr. 25 Scheffel Waare. Geld. Hafer... 2 „ pr. März.— „ pr. April— Reps 9 Rübkch. 2000 Pf. 22½, 23 Rüböl pr. 256 Pf. m. Faß compt.. 30½„ in Partieen 30½ „ pr. Okt.. 29½ 294 „ pr. Mai.. 30½ 3—„ geläutert.. 32 Leinöl pr. 260Pf. 31— Gerste, hiesige... „ oberländ.. Kunst=Verein für die und Das Publikum wird hierdurch benachrichtigt, daß von Herrn A. Tidemand aus Norwegen ein Cyklus von zehn Bildern, welche das norwegische Volksleben darstellen, ausgeführt im Auftrage des Königs von Schweden und zu einer Fries=Dekoration im Speisesaale der königlichen Villa „Oscars-Hal" bei Christiania bestimmt, von Freitag den 19. Juli bis Mittwoch den 24. Juli incl. unsere Ausstellung schmücken wird. Die Kunstfreunde werden darauf aufmerksam gemacht, daß dieses ausgezeichnete Werk leider nur 6 Tage lang ausgestellt bleiben kann und dann sofort von hier abgesendet wird. Düsseldorf den 18. Juli 1850. Der Sekretair des Kunstvereins für die Rheinlande und Westphalen Wiegmann. Die diesjährige Kunstausstellung beginnt mit Sonntag den 14. Juli d. J. in dem Saale der Kunstakademie. Sie ist von Morgens 11 Uhr bis Nachmittags 5 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt an Wochentagen a Person 5 Sgr., an Sonntagen desgl. 2½ Sgr.— Außerdem können auch Personal=Eintritts=Karten für die ganze Dauer der Kunstausstellung à 1 Thlr. gelöst werden. Nicht=Einheimischen ist auch außer den vorgedachten Stunden der Zutritt zu der Kunstausstellung gegen ein Eintrittsgeld von 10 Sgr. für die einzelne Person und von je 7½ Sgr. für mehrere sich gleichzeitig Meldende gestattet, zu welchem Ende man sich an den Kastellan des AkademieGebäudes wenden wolle. Kataloge werden an der Kasse zu 1½ Sgr. und die Nachträge dazu gratis ausgegeben. Düsseldorf den 2. Juli 1850. Der Verwaltungsrath. Drei und General=Versammlung der rheinisch-westphälischen Gefängniß=Gesellschaft zu Dússeldorf am 22. Juli 1850. Die rheinisch=westphälische Gefängniß=Gesellschaft wird ihre 23. jährliche General=Versammlung am Montag den 22. Juli c., Vormittags 11 Uhr, im Civilaudienzsaale des hiesigen Justizgebäudes ahhalten. Zu dieser Versammlung werden alle nach§. 8 der Statuten stimmberechtigten Mitglieder der Tochtergesellschaften und Hülfsvereine und die Vorstände der Asyle höflichst eingeladen, dieselbe mit ihrer Gegenwart zu beehren und den Bericht des Ausschusses und dessen Rechnungslegung über Einnahme und Ausgabe entgegen nehmen zu wollen. In derselben sollen etwaige Vorschläge und Wünsche, die das förderliche Wirken der Gesellschaft bezwecken, berathen und die statutenmäßige Erneuerung eines Theiles der Ausschußmitglieder vorgenommen werden. Düsseldorf den 22. Juni 1850. Rheinisch=Westphälische Gefängniß=Gesellschaft. Hoffmann. Daberkow. von Fälderen. Fliedner. v. Frentz. Georgi. Göring. Hülsmann. Joesten. Junker. Kellermann. Krafft. Nettelbeck. Pieper. v. Pritzelwitz. Am Montag den 12. August d. I, Nachmittags um 2 Uhr, werden zu Oberkassel bei der Wittwe Ludwig Fausten auf Ersuchen des Herrn N. Seyfried zu Cöln die zu dem ehemaligen Heubes=Gute gehörigen, in der Bürgermeisterei Heerdt gelegenen Ländereien, circa 18 Morgen groß, parzellenweise, so, wie solche jetzt verpachtet sind, mit ausgedehnter Zahlungssrist gegen Bürgschaft öffentlich verkauft werden. Düsseldorf den 12. Juli 1850. Lützeler, Notar. Gerichtlicher Verkauf. Am Montag den 22. Juli 1850, Morgens 11 Uhr, soll auf dem Marktplatze am Rathhause zu Düsseldorf eine Kuh meistbietend gegen baare Zahlung verkauft werden. Der Gerichtsvollzieher Wm. Knoblauch. Geislers Garten. Feier der Düsseldorfer Kirmes Sonntag den 21. Juli. Montag„ 22.„ Dienstag„ 23.„ Mittwoch„ 24.„ und billig wieder vorräthig bei de Haen=Carstanjen, Bilkerstraße 1038. Programm. Nachmittags 3 Uhr: Großes Concert mit verstärktem Orchester. Nachmittags 5 Uhr: Theatralische Vorstellungen. Abends: Festliche Gartenbeleuchtung. im Saal und neuen Theater. Zur Feier der Düsseldorfer Kirmes in meinem Lokale, Bolkerstraße, Montag den 22. und Dienstag den 23. d., Vormittags 11 Uhr: Harmonie. Sonntag den 21., Montag den 22. und Dienstag den 23. d. M., Abends 8 Uhr: Ball. Entree 5 Sgr. à Person, wogegen eine halbe Flasche Wein verabreicht wird. Damen frei. Hierzu ladet seine Freunde und Gönner ergebenst ein Daniel Penke. der Düsseldorfer Kirmes Sonntag den 21., Montag den 22. und Dienstag den 23. d. Großes Preisschießen in mehreren Preisen, wozu ergebenst einladet Krebs. Düsseldorfer Turngemeinde. Samstag den 20. Juli 1850, Abends 9 Uhr, im Lokale zu den Vier Jahreszeiten: Außerordentliche Haupt-Versammlung. Tagesordnung: Antrag auf Abhaltung eines Schauturnens zum Besten Schleswig=Holsteins Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Turnrath. Bezugnehmend auf den Artikel über SchleswigHolstein in der gestrigen Nummer d. Bl. bin ich gerne bereit, dem darin ausgedrückten Wunsche nachzukommen, wenn sich ein Comité gebildet, welches die Leitung der ganzen Sache in die Hand nimmt. Louis Kreutzer. Männer-Gesang-Verein. Samstag den 20. d. keine Uebung Gesellschaft zur Ludwigsburg. (Hansen's Garten.) Samstag den 20. Juli 1850, Abends 7 Uhr: Ballotage. Der Vorstand. Schuy=& Stiefellager von F. Weinwurm in Coblenz. Unterzeichneter empfiehlt sein, mit einer neuen Sendung auf das Vollständigste assortirtes Lager von Herrenstiefeln, Herren=Schuhen von Stoff oder Leder, Damen=Stiefeln, hohen Schuhen, ausgeschnittenen Schuhen von Stoff oder Leder, Pantoffeln, HerrenPantoffeln rc. 2c. zu den bekannten festen Preisen. A. Scherz, Citadellstraße 1250. Aus unserm am hiesigen Ufer oberhalb der Neustadt liegenden Floß sind vertrieben: 1 Eichenstamm, W. Nr. 180 von 22' Länge, 26“ Breite und 25“ Dicke; 1 Tannenstamm von 40—50' Kub. Inhalt. Im Falle solche gelandet, bitten wir um gefällige Anzeige. Th. Weerpas u. Sohn. Am Sonntag den 7. d. ist im Geisler'schen Gartenlokale eine goldene Broche mit Türkisen verloren worden. Der redliche Finder erhält Schwanenmarkt Nr. 1300 eine angemessene Belohnung. (435) Zwei bis drei gut möblirte Zimmer in einer freundlichen Lage werden von einer holländischen Familie ohne Kinder bis Anfang September oder Oktober gesucht. Das Nähere in der Exped. d. Bl. Betrieb der Düsseldorf=Elberfelder Eisenbahn für den Monat Juni 1830. Bezeichnung. Personen von sämmtl. Stationen Passagier=Effekten(ausschließl. des Freigewichts) Equipagen. Hunde Gemüse(darunter 519% Ctr. Freigewicht).. Eil= und Postgüter Frachtgüter(dar. 9979½ Ctr. für Rechnung der Gesellschaft) Vieh Extraordinaria. Total pro Juni 1850 Hierzu„„ Januar— Mai Summa.. Die Einnahme bis Ende Juni 1849 betrug Also mehr Summa. Bei der am 20. Juli stattfindenden Verloosung von Skizzen und Bildern wird der Geisler'sche Garten auf dem Steinweg um 3 Uhr geöffnet. Nur den Inhabern von Loosen und Eintrittskarten à 1 Thlr. ist der Eintritt gestattet. Der Vorstand des Malkastens. (442) Eine auswärtige gesunde starke Person sucht eine Stelle als Amme oder Wärterin. Die Exped. d. Bl. gibt nähere Auskunft. (443) Für ein junges Mädchen von 18 Jahren wird eine Stelle als Lehrmädchen in einem Ladengeschäfte oder auch zur Erlernung der Haushaltung gesucht. Näheres ist in der Exped. d. Bl. zu erfragen. (445) Wo eine sehr gut zu empfehlende Krankenwärterin, welche auch eine Stelle als Kindswärterin annehmen würde, nachgewiesen wird, sagt die Exped. d. Bl. (444) Von wem ein nicht zu großer Hund, zum Ziehen eines Kinderwagens geeignet, zu kaufen gesucht wird, sagt die Exped. d. Bl. (430) Ein bei Lohausen liegendes Ackergütchen von 9 Morgen nebst neuem Wohnhaus, Scheune, Stall 2c., steht für 1500 Thlr. zu verkaufen oder auch billig zu verpachten. Von wem, sagt die Exped. d. Bl. (439) Ein Ofen mit Bekleidung und Pfeife ist billig zu kaufen. Wo, sagt die Exped. d. Bl. (441) Wo ein noch in sehr guten Zustande sich befindender Kinderwagen billig zu kaufen ist, sagt die Exp. d. Bl. Hohestraße 906 ist der 2. Stock zu vermiethen und auf dem 1. Stock das Nähere zu erfragen. Reisemanuals mit den neuesten Sommerfahrplänen der Eisenbahnen, sowohl für Nordals auch für Süd=Deutschland, a 2½ Sgr. sind vorräthig in der Stahl'sche Buchhandlung (W. Kaulen). Nr. 797, gerade der Allee gegenüber, sind 3 Zimmer an stille Bewohner zu vermiethen und gleich zu beziehen. Näheres im Hause selbst. Grünstraße Nr. 307 ist der zweite Stock, fünf Theile enthaltend, zu miethen. Neustraße 619 sind 3 Zimmer zu vermiethen. (366) Wo eine Blumenbank zu kaufen ist, sagt die Exped. d. Bl. Walserstand. 19. Juli, Morg. 6 Uhr: 9'2" Wind: Süd=West. „ 11„ 9’1½".„ Süd=West. ienannten„Düsseldorfer Kreisblatt“ erbitten wir uns alle Vermeidung von Verwechslungen mit dem sogenannten Zusendungen unter der Adresse: Stahlsche Buchhandlung(W. Kaulen). Die Expedition des Düsseldorfer Journals und Kreisblatts. Frendenblat Im Cölnischen Hof bei Juppen. Horemann, Kfm a Berlin. Gaddeuer m. Gem, Kfm a Wesel. Reismann, Kfm a Nürnberg. Probst, Kfm a Langnau leurand, Kfm a Brússel. Marsais, Kfm a Brüssel. Deven m. Fam, Part. a Lobith. Meisen, Gutsb. a Monheim. Anding, Kfm a Duisburg. Jonas, Kfm a Mainz. Watenfall m. Fam., Rent. a Deventer. Müller m. Gem., Part. a Elberfeld. D' Onjomt m. Fam. und Dienerschaft, Rent. a Rouen. Zum Prinzen von Preuszen bei Wittwe E. Schleger. Seine Durchlaucht Prinz Reuß, m. Dienersch. a Düsseldorf. von Vosy, Major a Soest. Dorner, Professor a Bonn. Lewis, Prediger a Lüttich. Faure, Cadt.=theol. a Uetrecht. Wallach, Kfm a Minden. Conzen, Kfm a Langenberg. Eron m. Fam., Kfm a Gladbach. Hermes, Kfm a Crefeld. Overbeck, Kfm a Elberfeld. de Radt, Kfm a Elberfeld. Stenger, Kfm a Barmen. Martini, Part. a München. Mackenzie mit Fam. und Bedienung, Part. a London. Pleschner m. Gem., Part. a Prag. Röse, Kfm a Hannover. Eicken, Kfm a Hannover. Jung m. Tochter, Bürgermeister a Meppen. Numann, Professor a Gröningen. Belli m. Sohn, Kfm a Frankfurt. Breidenbacher Hof bei Disch. Bartridge mit Gem. u. Bedienung Rentner a London. Bethoud, Propr. a London Dieterich, Kfm a Cöln. Backer m. Fam u. Bedienung, Part. a Holland. Chreywacker m. Fam., a Uetrecht. Aßer, Rent. a Holland. Godefroi m. Fam. u. Bedienung, AppelationsRath. a Amsterdam. de Laup m. Fam, Notar a Holland. Claterbor m. Gem., a Amsterdam. Demonsin, Rent. a Paris. Leßert, Rent. a Paris. Singleton, Rent. a London. Mairs, Kfm a Bremen. Gutbrod, Kfm a Leipzig. Märker, Part. a Hannover. In den drei Reichskronen bei Beeking. de Witte m. Fam., Part. a Buisenport. Fräul. Meyboom, a Buisenport. Hölzken m. Gem., Part. a Cöln. Krusemann m. Fam, Part. a d. Haag. Parmby, Part. a Amerika. Carly, Part. a Amerika. Lorenz, Part. a New.=York, Sprate, Part a Amerika. A. Schoyer, Part. a Amsterdam. S. Schoyer, Part. a Amsterdam. van Bader, Part. a Herzogenbusch. van Ruhr, Part. a Nymwegen. Leurpp, Kfm a Gemünd. Balfon, Part. a London. Buschmann, Part. a Schottland. Endhoven, Kfm a Elberfeld. Viß, Kfm a Holland. Im Europaischen Hof bei Götzen. Engelmann m. Gem., Kfm a Crefeld. Rüntzler, Dr.=med. a Kurland. Gretzer, Kfm a Hannover. Lady Moody a Londoň. Miß Moody a London. Nader, Kfm a Lahr. Fräul. Smitte, a Launig. Wrede, Kfm a Wochen. Volz, Kfm a Brüssel. Ulmann, Kfm a Berlin. Müller, Kfm a Bremen. Collin, Part. a Brüssel. Im Kömischen Kaiser bei Engels. Lambla, Director a Cöln. Itzig, Kfm a Berlin. Deußen, Kfm a Odenkirchen. Spindler, Kfm a Königswinter. Breuer, Kfm a Hardenberg. Kurz, Kfm a Elberfeld. Germer, Kfm a Cöln. Gottich, Kfm a Frankfurt. Forstmann, Kfm a Gladbach. Knöpjes m. Fam., Kfm a Gladbach. Scherer, Kfm a Rheydt. Herzog m. Schwester, Kfm a Barmen. Biehn, Kfm a Rheinberg. Im Bönnischen Hof bei Rösberger. Escher m. Fam. Priv. a Bonn. Kreup, Priv. a Bonn. v. Bornscheuer m. Gem., Pfarrer a Sorweiden. Höbel, Rent. a Cöln. Hagen, Hof=Sänger a Cassel. Flamm, Kfm a Cöln. Storp, Kfm a Cöln. Weins, Kfm a Odenkirchen. Fischer, Kfm a Braunschweig. Meyer, Kfm a Creuznach. Elsing, Kfm a Cöln. Im Bergischen Hof bei Bender. Schlömer, Kfm a Homberg. Erkes, Kfm a Kempen. Schmidt, Kfm a Bamberg. Harthoff, Kfm a Mülheim. Freudenhammer, Apotheker a Saarlouis. Freudenhammer, Kfm a Crefeld. Im Berliner Hof bei Kampmann. Cremers, Ackerer a Mülheim. Tilmann, Kfm a Wickrathberg. Weiser, Kfm a Wesel Hausels m. Frau, Ackerer a Dabrikhansen. Mühlen, Kfm a Rheydt. Tapper, Kfm a Lüdenscheidt. Kuth, Töpfer a Langeweier. Redacteur: W. Kaulen— Druck und Verlag der Stahl’schen Buchhandlung(W. Kaulen), Karlsplatz Nr. 1043.