Erscheint täglich außer Montags. Abonnementspreis: vierteljährlich 1 Thlr. Auswärts bei allen preuß. Posten 1 Thlr. 5 Sgr. und Kreis=Blatt. Einrückungsgebühren: für die Petit=Zeile oder deren Raum 1 Sgr. Anzeigen werden bis 11 Uhr Vormittags angenommen. N 162. Sonntag den 7. Juli 1850.(Willibald.). Evangelischer Gottesdienst. Sonntag den 7. d. Kleine Kirche. Frühpredigt, Anfang 9 Uhr, Herr Cons.=Rath Budde. Große Kirche. Hauptpredigt, Anfang halb 11 Uhr, Herr Pastor Krafft. Oeffentliche Catechisation, Anfang 3 Uhr, Herr Pastor Krafft. Nachmittagspredigt, Anfang 5 Uhr, Herr Cons.=Rath Budde. Garnison=Kirche. Morgens 10 Uhr, Gottesdienst, Herr Pastor Bögeholdt. Aus Düsseldorf. Vom 6. Juli. Wir haben über einen sehr traurigen Unglücksfall zu berichten. Gestern Nachmittag erfolgte in der außerhalb Derendorf gelegenen Zündhütchen=Fabrik des Hrn. Gustav Bloem eine fürchterliche Explosion; die eben in der Zubereitung befindliche Zündmasse fing Feuer und richtete eine gräßliche Zerstörung an. Der Werkmeister und ein Arbeiter wurden zerschmettert und fanden sofort den Tod, fünf ebenfalls in der Fabrik beschäftigte junge Leute wurden, zum Theil sehr gefährlich, verwundet und Einer davon soll bereits auf dem Wege zum Krankenhaus gestorben sein. Das einsam gelegene und vom Wohnhause ziemlich entfernte Laboratorium wurde theilweise zertrümmert.— Wir hatten früher Gelegenheit, die außerordentlich vorsichtige Einrichtung der Fabrik kennen zu lernen, die leider für einen unglücklichen Zufall dennoch nicht schützen konnte. — Die Behauptung in dem Artikel„der deutsche Männergesang" im gestrigen Blatte, daß Mendelssohn, als städtischer Musikdirektor einen besondern Gehalt von der Stadt mit der Verpflichtung bezogen habe, den Gesang in den Schulen zu beaufsichtigen, ist dahin zu berichtigen, daß der Vorgänger Mendelssohns, der würdige Direktor August Burgmüller, unseres Wissens der Erste, der das Amt eines städtischen Musikdirektors in unserer Stadt bekleidete, die Obliegenheit hatte, den Kindern der Freischule im Gesang Unterricht zu ertheilen und daß er sich dieser Obliegenheit auch gewissenhaft unterzogen hat. Daß diese mit dem Amte eines städtischen Musikdirektors verbundene Verpflichtung später ausdrücklich aufgehoben worden, ist uns nicht bekannt; erfüllt wurde sie seit dem Tode Burgmüllers nicht mehr. Rheinschifffahrt zu Düsseldorf. Während des 2. Quartals 1850 sind im Bereiche des hiesigen Hafens 1197 beladene Schiffe, einschließlich 872 mit Gütern beladener Dampfschiffe, angekommen und abgegangen. Die Einfuhr betrug: a. zu Berg. Ctr. Handelsgüter 120637 Steinkohlen von der Ruhr. 45068 b. zu Thal. Handelsgüter 48103 Getraide 18760 Baumaterialien 10736 Rohe Steine, Sand 2c... 13676) 157479. Stroh, Obst, Kartoffeln 2c.. 16844 Geflößtes Eichen u. Tannenholz, Bord 2c.... 49360 Einfuhr im Ganzen 323184. Dieselbe betrug 1849 213404. 1850 mehr 109780. Bei der Einfuhr konkurrirten die Dampfschiffe zu Berg mit 32565 Ctr. und zu Thal mit 23687 Ctr. Bei der Ausfuhr konkurrirten die Dampfschiffe zu Berg mit 14509 Ctr. und zu Thal mit 18391 Ctr. Wöchentlicher Kunstbericht. Bildende Kunst. Düsseldorf. Die permanente Kunstausstellung hat seit einigen Tagen das neueste Werk Mintrop's, die dritte größere Zeichnung in dem Cyclus von Allegorien in Kinderfiguren, darstellend den Genuß des Weines in Arabesken und mehr als 80 Figuren. Die Zeichnung zerfällt in 7 Hauptgruppen, die aber alle durch verbindende Figuren zu einem Ganzen verschmelzen; von den auf solche Weise entstandenen Abtheilungen stellt die oberste zuerst die Weinlese dar; die Trauben werden abgeschnitten, gesammelt, in Körbe gepackt und so die volle Last des Segens hinabgetragen zu der mittleren Gruppe, die in lautem Jubel keltert, preßt, in Fässer füllt und dann den Rebensaft wohlverwahrt den unten harrenden Küfern überliefert. Bei diesen letztern tritt statt des heitern Treibens der Winzer der Ernst der Arbeit neben ihrer Emsigkeit hervor; mit kritischer Miene prüfen sie den Most, zapfen den Wein und bezeichnen ihre Tonnen. Ihr Werk ist das wichtigste, darum sehen wir die untere Gruppe noch zu beiden Seiten ausgedehnt und finden das Reifschneiden, die Faßbinderei, die Auffüllung, die Ueberleitung mit dem Heber und die Aufstapelung der Fässer in zahlreichen Situationen ausgedrückt. Aber die Arbeit geht bald genug wieder über zum Genuß. Was die Küfer zapften wird den lustigen Zechern in vollen[Humpen dargereicht und die sechste Gruppe zur rechten Seite zeigt der brüderlich verschlungenen Genossen übersprudelnde Fröhlichkeit, deren weiterer Verlauf in der siebenten Gruppe zur Linken ein lustistiger Reigen=Tanz ist. Den Zechenden wird zur Harfe ein frohes Lied gesungen, den Tanzenden mit Geige und Clarinette aufgespielt. Soweit ist der mäßige Genuß und dessen gute Wirkung in allen Stadien durchgeführt; der Künstler hat diesem den unmäßigen Genuß und dessen böse Folgen so sehr untergeordnet, daß die Figuren des letztern denen des erstern lediglich zur Folie dienen. Während die mäßigen Zecher an Reben und Ranken in seliger Fröhlichkeit sich wiegen und schaukeln, dem Liede lauschen, wie der Musik, der Freundschaft und Liebe schöne Bande knüpfen und in der Gesundheit Fülle prangen— liegen da und dort die unmäßigen Schlemmer erschlafft, den Thieren gleich, zu Boden hingestreckt. Die reiche Fülle der Phantasie des Künstlers ist nicht in Worte zu übersetzen; die Grazie und Anmuth aller Figuren, die trotz ihrer großen Zahl so verschieden dargestellt sind, daß unter allen 80 auch nicht zwei einander ähnlich erscheinen, läßt sich nicht beschreiben. Wir wollen mit diesen wenigen Andeutungen nur auf das schöne Werk hinweisen, dessen Anblick und Studium jeden Kunstfreund erfreuen muß. Musik und Theater. Fräulein Wagner aus Hamburg, welche auf der königlichen Bühne in Berlin die Fides im„Propheten" mit so großem Beifall gegeben hat, ist nach Wien abgereis't und wurde durch Frau Behrend=Brand ersetzt, welcher jedoch die frischen Erinnerungen an ihre überlegene Vorgängerin beträchtlich schadeten.— Fräulein Auguste Kroll hat die Erlaubniß zur Errichtung eines Sommertheaters erhalten und trifft alle Vorbereitungen, dasselbe in ihrem Garten zu eröffnen. Herr und Frau Hense aus Wien gaben auf dem Friedrich=Wilhelmstädtischen Theater in Berlin, und in Dresden Gastvorstellungen, welche den lebhaftesten Beifall fanden.— In London kam am 9. Juni die neueste Oper von Halevy„der Sturm" nach Shakspeare von Scribe im königlichen Theater zur Aufführung. Mad. Sonntag als Miranda, Lablache als Kaliban erregten einen Kunst=Enthusiasmus, wie er bei dem kalten Engländer nicht leicht hervortritt. Musik, Text und Ausführung sprachen gleichmäßig an, daher denn auch der Componist, der Dichter und die Hauptdarsteller gerufen wurden.— Schiller's„Kabale und Liebe" hat in Herrn M. Barnett einen englischen Bearbeiter- gefunden und kam auf dem neuen Strandtheater zu London unter dem Titel„Power and Principle" am 10. Juni zur Aufführung. Der deutsche Dichter hat sich aber eine gänzliche Veränderung gefallen lassen müssen; Lady Milford und Frau Miller fehlen, Ferdinand erscheint als der Neffe, nicht als der Sohn des allmächtigen Ministers, und, was das Auffallendste ist, heirathet am Schluß seine Geliebte, nachdem er dem Sekretair Wurm durch Drohungen das Geständniß entlockt hat, daß das angebliche Liebesverhältniß Louisens zum Hofmarschall ein erdichtetes sei.— Am 23. Mai nahm der berühmte Tenorist Haizinger in Karlsruhe in der Rolle des Stradella seinen Abschied von der Bühne und ward mit vielfach rührenden Beweisen der Anerkennung und Liebe überhäuft.— Am 11. Juni trat der berühmte Dirigent Carl Krebs sein neues Amt als königlicher Hofkapellmeister in Dresden an. Paderborn. In der hiesigen Schöning'schen Buchhandlung ist eine höchst wichtige Bereicherung der Literatur des deutschen Volksgesanges erschienen unter dem Titel:„Geistliche Volkslieder mit ihren ursprünglichen Weisen, gesammelt aus mündlichen Traditionen und seltenen alten Gesangbüchern." Es sind meist in Westphalen und Nieder=Deutschland, auch am Rhein, in Schlesien u. s. w. gesammelte und vor dem Untergang gerettete, oft unnachahmlich schöne Choräle, die ihren Ursprung aus den altesten Zeiten durch ihre Einfachheit und tiefe Gefühlsinnigkeit beweisen; dann volksthümliche, den weltlichen Volksliedern ähnliche Melodieen, die bei Prozessionen dienen mochten; kurz ein wahrer Schatz für alle Freunde der Tonkunst und der deutschen Volks=Poesie— bei dieser Gelegenheit machen wir die Freunde des älteren Kirchengesanges und der Poesie des Mittelalters auf eine vortreffliche Uebersetzung einer Auswahl der schönsten alten lateinischen Hymnen und Gesänge aufmerksam, welche in Bonn(Weber 1847) erschienen ist. Der Verfasser Dr. G. A. Königsfeld hat das Versmaß streng beibehalten und trotz dieser bei der lakonischen Kürze und Präcision der Originale drückenden Fessel gewissenhaft und formgewandt die einzelnen Gesänge wiedergegeben. Der lateinische Text ist beigedruckt, auch eine Einleitung zur Orientirung über die lateinische Hymnologie des Mittelalters und ferner briefliche Bemerkungen und Uebersetzungen von A. W. v. Schlegel beigegeben. Die Lieder selbst sind eine Auswahl des Schönsten, was aus dem 4. bis zum 14. Jahrhundert von lateinischer religiöser Poesie uns aufbehalten ist. London: Die Herren Scribe und Halevy, die Verfasser der neuen Oper„Tempesta," welche im Hoftheater Furore zu machen fortfährt, sind reich an Trophäen von London nach Paris heimgekehrt. Am Vorabend ihrer Abreise gab Herr Lumley, der gegenwärtige Entrepreneur der italienischen Oper, den Gefeierten ein glänzendes Abschiedsfest in seiner am Ufer der Themse malerisch gelegenen Villa. Die Gesellschaft umfaßte Herzoge, Marquis und Grafen; viele angesehene Mitglieder des Ober= und Unterhauses, den russischen und andere Gesandte, die vornehmen Nepalesen, die Elite der Londoner Schriftsteller und Künstler, und die fashionablesten Damen der Hauptstadt: Nachts war der Garten glänzend beleuchtet, und man konnte sich, sagt das„Court Journal,"„in der milden Sommernacht in ein sinniges Fest an den wonnigen Ufern des Arno versetzt träumen; was aber die Qualität der Erfrischungen betrifft, genügt es zu sagen, daß die Küche der Leitung des berühmten Soyer anvertraut war." Welcher Wechsel der Zeiten, oder welcher „Fortschritt" der Civilisation! Dem trübseligen Scribler Scribe— der, nach den mitgetheilten Proben seines Libretto zu schließen, den Sturm zugerichtet hat, wie Luther's„Ein' veste Burg" in den„Hugenotten," widerfährt da eine Beehrung, welche der arme Shakspeare in seiner aristokratischen Zeit sich nicht durfte träumen lassen. Ein Penny-a-liner in einem Londoner Tagesblatt geht in seiner Verehrung so weit, daß er versichert: wenn Shakspeare heutzutage lebte, würde er seinen„Sturm" gerade so geschrieben haben, wie Scribe ihn„umgedichtet." Das findet nun zwar die „Times" verdientermaaßen lächerlich; aber der Respekt für das literarische Frankreich, selbst in seinen windigsten Erzeugnissen, ist gleichwohl in England so verbreitet, wie nur irgend in Deutschland. Das erhellt z. B. auch aus dem, wenngleich mit vielem Aerger gemischten Interesse, womit die englischen Literaturzeitungen Ledru=Rollins Buch vom„Verfall Englands" besprechen, obschon dasselbe von großer Unwissenheit über die englischen Staats= und gesellschaftlichen Verhältnisse strotzt. Der„Examiner" tröstet sich, daß Ledru-Rollin zu den französischen Altliberalen gehöre, bei denen noch der Haß gegen das treulose Albion einen Glaubensartikel vorgestellt habe. Das jüngere liberale Geschlecht in Frankreich denke ganz anders über England. Tagebuch. Berlin. Die Genesungs=Glückwunsch-Adresse für den König, welche bis Donnerstag Abend in allen Bezirken durch Vertrauensmänner circulirte, ist auch bereits von sehr vielen der demokratischen Partei angehörigen Personen unterzeichnet worden.— Mittelst Cabinetsordre vom 29. Juni ist der Entwurf einer „Gemeindeordnung für die evangelischen Kirchen-Gemeinden der östlichen Provinzen" genehmigt worden. Die Abtheilung des Ministeriums des Cultus für die neuen evangelischen Kirchensachen, soll hiernach die Bezeichnung„Evangelischer Ober=Kirchenrath" führen. — Nach einer neueren Verfügung des Ministers der geistlichen Unterrichts= und Medizinal=Angelegenheiten soll die Befugniß, Zeugnisse der Reife für den Eintritt in die„Königl. Bau=Akademie" zu ertheilen, nur solchen höheren Bürger= und Realschulen zugestanden werden, welche mit Ausschluß der damit etwa verbundenen Vorschule, 6 gesonderte Klassen und in den beiden oberen Klassen einen je zweijährigen Kursus haben.— Der Ober=Präsident der Rheinprovinz Dr. Eichmann wird in Kürze das Ober=Präsidium in Preußen übernehmen, dessen bisheriger Ober=Präsident R. v. Auerswald in gleicher Eigenschaft in die Rheinlande geht.— Kinkel soll von Spandau, wo man ihn nicht sicher genug verwahrt glaubt, nach der Festung Torgau transportirt werden.— Bei der hiesigen Drahtleitung zum elektromagnetischen Telegraphen durchs Wasser werden die Drähte in gegliederte starke eiserne Kapseln oder Röhren gelegt und so ins Wasser gesenkt. Auf solche Weise sind die Drähte gegen äußere Zerstörung gänzlich geschützt. Baiern. Der„Münchener Verein gegen Thierquälerei" hat durch seine große Ausdehnung eine europäische Bedeutung erhalten. Er zählt über 5000 Mitglieder; seine in Hunderttausenden von Exemplaren gedruckten Schriften und Bilder wurden ganz oder theilweise in die französische, italienische, slawische, krainische, illyrische, böhmische, croatische Sprache übersetzt und er feiert jetzt den schönen Erfolg, seine Grundsätze auch in die Legislation übergehen zu sehen. Der französischen National=Versammlung liegt ein vom General Grammont eingebrachter Gesetzvorschlag vor, der fast wörtlich aus den Münchener Schriften genommen und im Ausschusse fast einstimmig genehmigt, Gefängniß und Geldbuße bestimmt 1) für Verwundungen, 2) starke und wiederholte Schläge, 3) Ueberladung, 4) Mißhandlung durch Futtermangel, 5) rohe Versuche unter der Last niedergefallene Thiere zum Aufstehen zu zwingen, ohne avzuladen oder sie loszubinden, 6) Gegenwart der Kinder beim Schlachten, 7) Anstrengung über die Kräfte überhaupt durch Schmerzen und Mißhandlungen. Der Ausschußbericht enthält folgende Stelle:„England, Baiern, die Schweiz, die meisten deutschen Staaten haben durch Bemühung und Ausdauer Thierschutz=Vereine zu Stande gebracht. Ehre jenen braven und festen Männern, die dem Witz und Spott während ihrer langen und anstrengenden Arbeit zu trotzen wußten, um den armen und hülflosen Thieren zu Hülfe zu kommen, denen die Natur keine Sprache gab, um sich über ihre Henker zu beschweren!" Oestreich. Unser Kaiser, der sich eifrig mit Militär=Angelegenheiten und mit Reformen in der Equipirung der Armee beschäftigt, soll von der Idee, die Pickelhauben als Kopfbedeckung bei der Infanterie und Artillerie einzuführen, nun wieder abgekommen sein. Dagegen spricht man von der Wiederherstellung des historischen Dolmans für die Husaren anstatt des in letzterer Zeit dafür substituirten Attilla.— Die Bäder in Töplitz, deren Besitzer der Baron Sina ist, waren bis zum Jahre 1848 ganz so eingetheilt, wie überhaupt die Menschen unter dem Metternich'schen System, in Herrschafts=, Bürger=, Juden= und Bettler=Bäder. Diese aristokratische Verfassung währte so lange als die Bäder unentgeltlich genommen wurden. Nun müssen aber die Bäder bezahlt werden und vor der Badekasse sind alle Confessionen gleichgestellt. Ein gewisser Herr vom Adel konnie jedoch nicht begreifen, wie es komme, daß ein Jude sich mit ihm in einem und demselben Wasser=Reservoir baden soll. Er protestirt im Bade gegen diese„Gleichberechtigung" und als ein reicher Israelit aus Troppau seinen Protest nicht beachtete, so machte es ihm der adelige Herr mit der Hundepeitsche begreiflich und trieb den starrsinnigen Juden, dessen Adel bis zu Abraham reichte, mit einer Stange aus dem Bade! Tags darauf ging der siegestrunkene adelige Herr wieder ins Bad. Was sah er da? Einen Juden! Er ersuchte den Vermessenen— natürlich ganz höflich— er möchte sogleich weggehen. Herr B. aus Nicolsburg erwiederte aber: Herr ich will mit Ihnen baden; wenn Sie aber mit mir nicht baden wollen, so gehen Sie hinaus. Kaum waren diese Worie ausgesprochen, so greift der Sieger über Troppau nach seinem Stock, versetzte Herrn B. einen Streich über die Schultern; dieser packt den adeligen Gegner und drückte ihn in einen Winkel.— Der Lärm ruft den Commissar herbei und Beide mußten aus dem Bade. Die jüdischen Badegaste sind sehr bestürzt und haben nach diesem Vorfalle zwei Tage nicht gebadet. Schweiz. Aus Bern wird geschrieben von häufigem Erscheinen mancher sonderbaren Himmeiszeichen und noch mehr vom Uebermaße des Zornes, welches der Himmel unter Krachen des Donners auf die Alpen ausschüttet. In der That geht die furchtbare Explosion der Gewitter diesen Sommer ins Unglaubliche und Greise im letzten Stadium des Menschenalters schütteln bedenklich ihr Silberhaupt, noch nie so etwas erfahren zu haben. Hagel zermalmt die reichlich gesegneten Felder und verheert die Baumfrucht, Blitze äschern die Häuser ein nebst der Habe der Inhaber; aber merkwürdig ist die Thatsache, daß auf der Glarner Alp Bergli(Gemeinde Engi) am letzten Mittwoch der Blitz in eine Heerde Schafe fuhr und sie alle todt zu Boden streckte. Man zählt 156 getödtete Schafe und zwei Rinder. Ein beispielloses Gewitter entlud sich in der folgenden Nacht über Glarus selbst. reich. In der National=Versammlung wurde folgender Vorschlag des Generals Fabrier vertheilt: Ab=del=Kader, auf dem Schlosse Amboise gefangen gehalten, wird durch Fürsorge der Regierung nach Alexandrien oder St. Jean d'Aere gebracht, gemäß der mit ihm abgeschlossenen Verträge.— Die Pariser Polizei hat der Hanauer Behörde einen Deutschen, Namens Nispert, ausgeliefert, welcher angeklagt ist, im Jahr 1848 an der Ermordung von Auerswald und Lichnowsky Theil genommen zu haben. Seit fast 2 Jahren lebie er ruhig in Paris; er soll durch einen seiner Landsleute, dem er sich anvertraut hatte, verrathen worden sein. Einer seiner Mitangeklagten ist zu Hull verhaftet und ebenfalls den Hessen ausgeliefert worden. — Herr Vernet erklärt die Nachricht, daß Kaiser Nicolaus ihm 500,000 Fr. geschenkt habe, für unbegründet. — Mehrere hiesige politische Personen von Bedeutung haben sich nach London begeben, um dem Begräbnisse Sir Robert Peel's beizuwohnen. Guizot befindet sich unter denselben.— Zu Sceaux trafen dieser Tage auf prächtigen Rossen 4 junge Herren ein, deren einer sich für den Präsidenten der Republik ausgab, während die anderen sich als seine Adjutanten bezeichneten. Schnell verbreitete sich das Gerücht von der Ankunft L. Napoleons. Bald strömten Besucher herbei, Bittschriften wurden überreicht, die Gensdarmerie stieg zu Pferde und die Behörden waren auf den Beinen. Auf einmal hieß es, der Prasident sei nach der Fabrik von Robinson geritten; Alles strömte dahin und erst nach einiger Zeit ergab es sich, daß die 4 Herren nach Paris zurückgeritten waren und die Einwohner von Sceaux zum Besten gehabt hatten.— Es ist noch immer viel Rede von der dem Professor Libri zuerkannten zehnjährigen Zuchthausstrafe. Von den 30,000 Bänden, die bei seiner Flucht nach England aus seiner Bibliothek verschwunden und entweder versteckt oder ihm nachgeschickt werden sollten, wurde bekanntlich 18 Kisten voll in Havre angehalten. Als er 1830 nach Paris kam und hier eine Professur erhielt, die ihm 4000 Fr. einbrachte, besaß er durchaus kein Vermögen und seine Bibliotbek erreichte im Laufe der Zeit einen Werth von 600,000 Fr. Seine Entwendung von Büchern, Manuscripten und Autographen aus öffentlichen Bibliotheken ist leider nicht länger zu bezweifeln. Nachdem er von London aus so gewaltig gegen die Anschuldigung protestirt, hat er sich nun,(wie wir schon früher meldeten) in Contumaciam verurtheilen lassen. Ein so angesehener Mann und Mitglied des Instituts! Omen et nomen! rief bei dieser Gelegenheit ein Witzling: Libri, librorum, in seinem Namen lag der Unstern. Großbrittanien. England hat einen seiner besten Manner verloren; Sir Robert Peel ist am 2., Abends 9 Minuten nach 11 Uhr in London gestorben. Er war am 5. Febr. 1788 in der Nähe von Chamber Hall bei Bury geboren, hat mithin ein Alter von 62 Jahren erreicht. Das Unterhaus hat seinen Antheil an dem Trauerfalle, welcher ein Trauerfall für ganz England ist, dadurch bezeugt, daß es sich gleich nach Eröffnung der Sitzung auf den Antrag Hume's vertagte.(Wir behalten uns eine kurze Uebersicht seines Lebens für später vor.) Asien. Ueber das furchtbare Unglück das sich zu Benares auf dem Ganges ereignete, erhalten wir folgende Details. Eine Flottille von 30 mit Pulver beladenen Booten war auf dem Wege von Calcutta nach den obern Provinzen in Benares angelangt, und hatte da am 1. Mai, dem Hauptlandungsplatze gegenüber, ganz nahe an dem vornehmsten Hotel der Stadt, Anker geworfen. Die Fahrzeuge enthielten nebst andern Munitionsartikeln nicht weniger als 3000 Pulverfässer. Der gefährliche Transport war einem Offizier anvertraut, der sich aber in Benares von der Flottille entfernt zu haben scheint. Um 10 Uhr Nachts schlug aus einem der Boote eine Flamme empor, und gleich darauf erfolgte ein schrecklicher auf zehn Meilen in die Runde vernommener Knall. Die Boote wurden zertrümmert, Häuser weit in die Stadt hinein in ihren Grundmauern erschüttert, Thüren und Fenster eingedrückt. 420 Menschen blieben auf der Stelle todt, und die Zahl sämmtlicher Getödteten und Verwundeten wird zu 1200 angegeben.— Auch China hat jetzt seinen Moniteur erhalten, ein Institut, welches, scheint es, die Reise um die Welt machen will. Von diesem Journal, auf sehr schönem Papier in chinesischer Sprache zu Peking gedruckt, sind Exemplare mit der indischen Post nach Europa gelangt. Alle höhern Beamten, die Mandarinen der ersten und zweiten Klasse, lassen sich einen Abzug an ihren Salarien gefallen, um zu den Kosten des Blattes beizutragen. Es ist ein officielles Blatt, das allen untern Beamten, von denen mehrere durch Artikel und Bemerkungen(natürlich nicht oppositioneller Art) mitwirken, unentgeltlich zugesandt wird. Die erste Nummer vom Januar d. J. enthält unter anderm noch eine Verordnung des verstorbenen Kaisers Tao Kwang, welche alle Auswanderung von Chinesen nach Californien und Costa Rica verbietet; denn bekanntlich sind seit einiger Zeit zahlreiche chinesische Fahrzeuge nach diesen Ländern abgegangen, um Gold zu sammeln oder sonst vortheilhafte Geschäfte zu machen. Fruchtpreise zu Neuß, am 5. Juli 1850. Thl. Sgr. Pf. Waizen pr. berl. Sch. 1. Qualität 2 3 „„„„ 2.„. 2 1— „„„„ 3.„.. 1 29— Roggen„„„ 1. Qualität 1 11— „„„„ 2.„. 1 10— „„„„ 3.„. 1 9— Wintergerste„„„ 1 6— Sommergerste„„„ 1 5— Buchwaizen„„„.. 1 7— Hafer„„„— 23— Erbsen„„„ 1 20— Rappsaamen„„„. 3 10— Kartoffeln„„„— 15— Heu pr. Ctr. zu 110 Pfund— 25— Stroh pr. Schock zu 1200 Pfund 4 20— Kleiner Saamen 3 2— Rüböl pr. Ohm zu 282 Pfund ohne Faß... 32 15— dito pro Mai— dito pro Oktober 31—— Leinöl pr. Öhm——— Rübkuchen pr. 1000 St. Stampf.. 30—— Preßkuchen pr. 2000 Pfund. 23 15— Sessamkuchen— Leinkuchen pr. 2000 Pfund.——— Branntwein pr. Öhm zu 123 Quart zu 47% (ohne Maklergeld).. 10 5— Gereinigtes Oel.. 34—— Brodtaxe zu Neuß. Ein Schwarzbrod von 13 Pfund...— 6 8 Ein Franzbrödchen von 7¼ Loth.|—— 4 Schifffahrts=Anzeige. Düsseldorf, den 6. Juli 1850. Angekommen: J. Uhrmetzer von Mainz mit 1000 Ctr. In Ladung: M. Lamers nach Antwerpen bis zum 10. Juli;— von der niederrhein Dampf=Schlepp=Schifffahrts=Gesellschaft bis zum 10. Juli: 1 Schleppkahn nach Mainz=Mannheim; 1 Schleppkahn nach Amsterdam, 1 dito nach Rotterdam. Kunst=Verein für die Rheinlande und Westphalen. Die diesjährige Kunst=Ausstellung wird wegen eingetretener Hindernisse nicht, wie beabsichtigt, am 7. Juli, sondern erst Sonntag den 14. Juli eröffnet werden Düsseldorf den 6. Juli 1850. Der Verwaltungsrath. Königl. Kunst-Akademie. Die nunmehr in dem neuen Flügel aufgestellte Ramboux'sche Sammlung von Aquarellzeichnungen nach den wichtigsten Monumenten christlicher Malerei in Italien wird von nun an Sonntags von 11 bis 1 Uhr, dem Publikum unentgeltlich geöffnet sein. Der mit den nöthigen Notizen versehene Katalog wird in der nächsten Zeit ausgegeben werden. Düsseldorf den 6. Juli 1850. Wiegmann, Professor, Sekretair der Akademie. Anzeigen. Bekanntmachung. Am 1. d. Mts., Morgens zwischen 9 und 10 Uhr, ist aus einer Wohnung auf der Mittelstraße hier ein schwarzund rothseidener, mit gelben Perlen gehäkelter Geldbeutel, enthaltend 1 Zwei- und 1 Einthalerstück, gestøhlen worden. Ich ersuche Jeden, der über diesen Diebstahl Auskunft geben kann, sich bei mir oder der nächsten Polizeibehörde zu melden. Düsseldorf den 4. Juli 1850. Für den Ober=Prokurator: Der Staats=Prokurator (gez.) v. Ammon. Bekanntmachung. In dem Zeitraume vom 24. Juni d. J., Nachmittags 6 Uhr, bis zum 25. ej., Morgens 9 Uhr, ist aus einem hiesigen Gasthofe ein Notizbuch, enthaltend Commissionsund Kassen=Notizen, so wie Adressen, entwendet worden. Indem ich diesen Diebstahl zur öffentlichen Kenntniß bringe, ersuche ich Jeden, der über den Dieb oder den Verbleib des Notizbuchs Auskunft geben kann, mir oder der nächsten Polizeibehörde davon Anzeige zu machen. Düsseldorf den 2. Juli 1850. Für den Ober=Prokurator: Der Staats=Prokurator (gez.) v. Ammon. Bekanntmachung. Am 25. Juni c. ist aus einer Behausung auf der Kaiserstraße eine englische, silberne, sogenannte Jagduhr nebst dem Gestell, welche am offenen Fenster stand, entwendet worden. Die Uhr war ganz massiv und ging das Werk auf einem großen Diamanten. Auf dem Zifferblatt befanden sich drei Buchstaben, darunter ein W. Indem ich diesen Diebstahl mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß bringe, daß der Verdacht auf einen ziemlich großen Menschen von brauner Gesichtsfarbe, welcher mit einer grauen schmutzigen Hose, einer grauen Jacke nebst Mütze und einem roth= und weißgestreiften Sywal bekleidet war, fällt, ersuche ich Jeden, der über den Dieb oder den Verbleib der Uhr Auskunft geben kann, sich bei mir oder der nächsten Polizeibehörde zu melden. Düsseldorf den 2. Juli 1850. Für den Ober=Prokurator: Der Staats=Prokurator (gez.) v. Ammon. Bekanntmachung. Da die am 22. v. M. stattgehabte Verpachtung des Chausseegeldes bei der Hebestelle zu Lohausen die Ratifikation nicht erhalten hat, so wird ein neuer Termin zur Verpachtung auf den 13. d. M., Vormittags 10 Uhr, in dem Dienstgebäude des unterzeichneten Haupt=Amtes anberaumt. Die Verpachtung erfolgt zunächst auf 1 Jahr, vom 1. August d. I ab, mit stillschweigender Verlängerung der Pacht; bei nicht erfolgender Kündigung jedoch mit Steigerung der letztjährigen Pachtsumme um 2 Prozent, dann wieder auf 3 feste Jahre ohne Steigerung. Die Barriere kann zwischen den Ruthensteinen 5,98 und 6,67 aufgerichtet werden. Die sonstigen Verpachtungs-Bedingungen und der Nachweis der bisherigen Einnahme können jederzeit hier eingesehen werden. Düsseldorf den 5. Juli 1850. Königliches Haupt=Steuer=Amt. General=Versammlung der Schuhmachermeister=Innung zur vierteljährigen Abrechnung am 8. Juli, Abends 7 Uhr, bei Herrn Pesch. Düsseldorf den 6. Juli 1850. Der Vorstand. Haus=Verkauf. In der gerichtlichen Theilungssache der Erben Jordan soll am Dienstag den 30. Juli d. Nachmittags 3 Uhr, beim Weinwirthe Herrn Joseph Bock hierselbst öffentlich dem Meistbietenden zum Verkaufe ausgestellt werden: das auf der Elberfelderstraße dahier neben Schnitzler und Gottschalk gelegene, mit Nr. 758 bezeichnete Haus nebst zweistöckigen Flügeln von 29¼ Fuß Länge, Hofraum und Garten, zusammen 32 Ruthen 11 Fuß groß, taxirt zu 8850 Thlrn. Die auf den Verkauf bezüglichen Verhandlungen und Bedingungen sind in der Amtsstube des unterzeichneten Notars zu erfahren. Düsseldorf den 18. Mai 1850. Euler. Die Gläubiger des hier verstorbenen Rentners Herrn Peter Spohr werden um unverzügliche Anmeldung ihrer Forderungen, sofern solche noch nicht erfolgt ist, hiemit ersucht. Im Auftrag der Beneficiar=Erben Lützeler, Notar. aufsAm Mittwoch den 10. Juli c., Nachmittags 2 Uhr, werden in der Jägerhofstraße in der Behausung des Herrn Kammerherrn Freiherrn v. Tronchin verziehungshalber die demselben zugehörigen Mobilien, als: Kanapees, Sessel, Stühle, Sekretairs, Spiegel, Consols, Kommoden, ein schöner MahagoniFlügel, ein großes antikes Fenster von gebranntem Glase, antike Tische, Stühle, Bänke u. Kleiderkasten, große Teppiche, Kronleuchter, 5 große eiserne Garten=Vasen, eine große und schöne Parthie Blumen, eine Parthie Wein, worunter circa 40 Flaschen Ungar=Wein, 1 antike Uhr, Kleiderschränke, Bettladen mit Springmatratzen, Oefen, ein Fournois, eine LeinewandMangel, Küchengeräthe, überhaupt Gegenstände jeder Art, meistbietend gegen baare Zahlung verkauft. Die Gegenstände sind noch in gutem Zustande und können nur des Tages und des Morgens vor dem Verkaufe angesehen werden. Vertheidigungs=n. Porte-Monnaies, Cigarrenspitzen,-taschen, Taschenkämme, ächte holländ. Cigarren, Java(helle leicht, dunkle schwer), 8 Stück 2½, 25 7½ 250 2 Thlr. 12½ Sgr., Lannion par Manilla(eine kräftige feine Eigarre), 6 Stück 2½. 25 10 Sgr., 250 3 Thlr., ächte Havanna=, Manilla= u. s. w. Cigarren. W. Zengerly, Drechslermeister, 1. Niederlage Neustr., 2. Niederlage Mittelstr. 9 3 Bruchbänder von aller Art, 8 688 die durch meine eigenen Einrichtungen die Herstellung eines jeden zu heilenden Bruchschadens sicher herbeiführen, werden von mir angefertigt. Derendorf bei Düsseldorf. Heinrich Graf, konzessionirter Badagist. J. Manes, Flinger= und Hundsrückenstraßen=Ecke .654, empfiehlt sein wohlassortirtes Lager fertiger Herrenkleider. Auch werden getragene Kleider in Tausch gegen neue zum höchsten Werth angenommen. In dem Wein= und Liqueur=Geschäft von Gebrüder Ritterstraße 38, kann ein braver Junge sofort Beschäftigung finden. Auch ist daselbst reiner Weinessig en gros und en detail äußerst billig zu haben. kleinen Gürzenich bei Bormacher am Rheinörtchen werden die feinsten 1846r. Moselweine und Ahrbleicherte zu äußerst billigen Preisen verabreicht. Im Häkeln und Buntsticken geübte Arbeiterinnen finden dauernde Beschäftigung bei Heymann& Eine Sendung frischer neuer holländ. Häringe, so wie diesjähriger Sardellen erhielt J. Hendrichs, Rheinstraße. Das Haus, Duisburgerstraße Nr. 124½, ist verziehungshalber zu verkaufen; dasselbe enthält 3 Etagen mit 17 Piegen, nebst Garten, Hofraum und allen Bequemlichkeiten. Auch können zwei Drittel des Kaufpreises zu 4½ Prozent stehen bleiben. Das Nähere zu erfragen beim Kastellan Klotz am Jägerhof. Das am Ende der verlängerten Kasernenstraße gelegene Haus Nr. 116 ist zu vermiethen. Das Nähere ist in dem hinter demselben besindlichen Hause zu erfahren. Die Verloosung von Bildern und des Künstler-Vereins„Malkasten“ wird am Sonnabend den 20. d. im Geisler'schen Saale(Steinweg) Statt finden. Nach der Verloosung wird, außer den beiden lebenden Bildern: Napoleon's aus Rußland, nach Raffet, und Seeschlacht bei Camperdown(im engl.franz. Kriege, XVII. Jahrhundert) nach West, noch gestellt: Huß vor dem Scheiterhaufen, von Lessing. Loose zu Einem Thaler sind bis um 4 Uhr des Verloosungs=Tages zu haben: in Düsseldorf in der Buddeus'schen Buch= u. Kunsthandlung(E. Schulte.) in der Kunst= und Papierhandlung von A. W. Schulgen. in der Stahl'schen Buchhandlung, (W. Kaulen.) in Cöln in dem lithographischen Institut von Levy Elkan; von da an, jedoch nur bis 5 Uhr im Geisler'schen Locale. Die Liste wird um 5 Uhr geschlossen. Der Zutritt zum Feste, ohne Antheil an der Verloosung, kostet an der Kasse Einen Thaler. Alles Andere besagt das bereits veröffentlichte Programm. Anfang 6 Uhr. Der Vorstand. Sonntag den 7. Juli, Nachmittags 4 Uhr: Garten=Harmonie im„Vater Rhein." Entree für Herren 2½ Sar. Damen frei. Abends 7 Uhr: Hierzu ladet ergebenst ein Christ. Fausten. Unter meinen bekannten Weinen ist eine Sorte, welche ich pr. Flasche zu 3 Sgř., faßweise billiger, abgeben kann. Rud. Knein, Kasernenstr. 879. Ein großes Haus, das 25 bis 30,000 Thlr. einschießen will, beabsichtigt hier in Düsseldorf eine Kattunfabrik und Druckerei anzulegen und sucht einen Associé, der die Fabrik und Druckerei gründlich erlernt hat und solcher vorstehen kann. Es wird mehr auf Moralität gesehen, als auf großes Vermögen. Perfekte Köchinnen, Kaffee= und Ladenmädchen, Kutscher, Hausknechte, Commis und Reisende suchen Conditionen. Mehrere Wohnungen von 4 bis 5 Theilen werden in der Stadt zu miethen gesucht. Auskunft ertheilt das Adreß=Comptoir, Neustraße Nr. 638. (419) Ein Putzmacherin, welche besonders im Anfertigen von Hauben und Chemisetten gut erfahren ist, findet in einer benachbarten Fabrikstadt dauernde Condition. Zu erfahren in der Exped. d. Bl. wohnhaft Kälbermarkt Nr. 204/1, am Logengäßchen, empfiehlt sich dem geehrten Publikum im Waschen und Bügeln bestens. (417) Ein braves Kindermadchen wird gesucht. Bei wem, sagt die Exped. d. Bl (418) Ein unverheiratheter junger Mann, welcher Gartenarbeit versteht, wo möglich bei der Kavallerie gedient hat, wird gegen guten Lohn in Dienst gesucht. Die Exped. d. Bl. sagt wo. Sarg=Magazin. Zu auffallend billigem Preise sind vorräthig: Todtensärge von den einfachsten bis zu den elegantesten in allen Größen bei C. Hülsmann, Altestadt 220. Das vom Rentner Herrn Tulck bewohnte Haus Nr. 76 in der Elberfelder=Landstraße ist nebst 2 Morg. Garten und 1 Morgen Ackerland zu verpachten oder aus freier Hand zu verkaufen. Zu erfragen in Pempelfort Nr. 42½ eine Treppe hoch. 0) Jue brnune lihe firschrige Wagenpferde stehen einzeln oder zusammen zu verkaufen. Wo, sagt die Exped. d. Bl. (421) Am Carlsplatz ist ein Theil eines Unterhauses, zur Einrichtung eines Geschäftes sehr gelegen, zu vermiethen und auf den Herbst zu beziehen. Näheres in Exped. d. Bl. Zimmer zu vermiethen, Markt B. 333. Meine Wohnung ist jetzt Allee Nr. 435, erste Etage, neben Herrn v. Lezaack. Seyppel. In meinem vor dem hiesigen Karlsthor neben dem Baumeister Herrn Klein gelegenen Hause steht ein Theil der untern Etage, bestehend aus drei Zimmern nebst Stallung, so wie die ganze 2. Etage, bestehend aus 7 Theilen, zu vermiethen und kann sofort bezogen werden; nach Verlangen kann auch die untere Etage möblirt abgegeben werden. Pollitz. (416) Circa ¾ Morgen guten Kornes ist auf dem Halm zu kaufen. Bei wem, sagt die Exped. d. Bl. (75) Ein moderner Laden, zu jedem Geschäft geeignet, steht zu verkaufen. Wo, sagt die Exped. d. Bl. Auf Bracht's Gut in Bilk, etwa 15 Minuten von den Bahnhöfen der Eisenbahn, sind zehn Zimmer mit Keller, Stallung, Remise und Garten, im Ganzen oder getheilt, zu miethen Näheres Schwanenmarkt Nr. 1300. Ein Haus, in der Nähe des Karlsplatzes gelegen, ist zu kaufen oder zu miethen Das Nähere Breitestraße 855. Noch in gutem Zustande sich befindende Fensterrahmen und Fenster sind Citadellstraße Nr. 1254 zu verkaufen. Grünstraße Nr. 307 ist der zweite Stock, funf Theile enthaltend, zu miethen. Auf dem ehemaligen Quadt'schen Gute, Steinweg 230, ist eine Wohnung von 4 Zimmern nebst Küche und Keller und freiem Durchgang in die Garten=Anlagen verziehungshalber zu vermiethen. Näheres daselbst. (391) Oberbilkerstraße Nr. 1037, nahe am Karlsplatz, so wie auch auf der Neustraße Nr. 617, ist ein Theil des Unterhauses zu vermiethen und kann gleich bezogen werden. In der Exped. d. Bl. das Nähere. Das am Ende des Steinwegs mit Nr. 229 bezeichnete Haus, enthaltend 5 Theile, Keller und Speicher, ist zu miethen und gleich zu beziehen. Auskunft bei Jac. Schmitz dasetbit. Vandeville=Theater im Geislerschen Garten. Sonntag den 7. Juli: Theatralische Vorstellung. Dazu: Großes Concert. Anfang 4 Uhr. Verein deutscher Eisenbahnen. Nachdem das Reglement für den Güterverkehr auf den vereinigten deutschen Eisenbahnen mit dem 1. Juli in Kraft getreten, haben wir die von dem Vereine angenommenen Formulare (dieselben, welche auch von den Direktionen der Düsseldorf=Elberfelder und Cöln=Mindener Eisenbahn ausgegeben werden) in Druck genommen und können demnach Aufträge auf größere und kleinere Parthieen sofort ausführen. Stahl'sche Buchhandlung(W. Kaulen). Ausverkauf der Tuchhandlung von G. Hoening. Um rasch aufzuräumen, sind die Preise ungewöhnlich billig gestellt. Unter den verschiedenen Artikeln wird besonders aufmerksam gemacht auf: Tuche aller Art und in allen Farben, schwarze Satin, Winter= und SommerBukskins und Paletots, Düffels, Cassinets bester Qualität, Flanelle in großer Auswahl, Zephyr, weiße Leinen=Drill, weißes englisches Leder ec. ec. Alles reelle Waare aus den solidesten Fabriken. Das Ladenlokal ist bis zum 1. August zu vermiethen und die Laden=Utensilien käuflich zu überlassen. Niederländische Dampfschifffahrts Gesellschaft. Tägliche Abfahrten vom 24. Mai 1850 an. Von Düsseldorf nach Mannheim täglich Nachmittags 3 Uhr. „„„ Korterdam täglich direkt in 17 Stunden, Abends 11 Uhr. „„„ Kymegen Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag, Abends 11 Uhr. „„„ Arnheim und ferner durch Anschluß an die Eisenbahn nach Amsterdam, so wie an eine Deligence nach Nymegen jeden Sonntag, Dienstag und Freitag, Abends 11 Uhr. „„„ London direkt per„Batavier" jeden Sonntag und per SchraubenDampfboot„Fyenoord" jeden Donnerstag und Freitag, Abends 11 Uhr. Düsseldorf im Mai 1850. Die Agentur. Zur Vermeidung von Verwechslungen mit dem sogenannten„Düsseldorfer Kreisblatt" erbitten wir uns alle Zusendungen unter der Adresse: Stahlsche Buchhandlung(W. Kaulen). Die Expedition des Düsseldorfer Journals und Kreisblatts. Frendenblatt. Im Europaischen Hof bei Götzen. Gräfin von Kurdt m. Fam. und Dienerschaft, a Kiehl Freiherr oon Feilitzsch, Lieutenant a München. Baron von Lilien, Gutsb. a Werl. Charteris m. Fam. und Dienerschaft, Rent, a London. Lundberg m. Gem, Rent. a Stockholm. Iberg, Rent a Stockholm. Colbraun, Kfm a Bielefeld. Dahlen, Part. a Hannover. Lady Moody, a London. Miß Moody, a London. von Barton, Stud. a Oxford. Traines, Part. a Londou. Zum Prinzen von Preuszen bei Wittwe E. Schleger. Retoni m. Gem., Rent. a Brüssel. Hönighoff m. Fam., Kfm a Hemer. Schürmann m. Fam., Kfm a Lennep. Deyks Advocat a Elberfeld. von d. Stein, Kfm a Elberseld. Eisenlohn, Kfm a Elberfeld. Wittenstein, Kfm a Barmen. Mad. Glitz, a Hannover. Mad. Müller, a Bremen. Esser, Kfm a Cöln. In den drei Reichskronen bei Beeking. Diemer m. Gem. u. Bedienung, Contreadmiral a Amsterdam. Goedhart m. Fam., Part a Holland. Kapteyn m. Fam. u. Bedienung, Part. a Barneveld Kluysenar m. Gem., Part. a Amsterdam. Surmondt m. Gem., Part. a Rotterdam. de Veer m. Fam. u. Dienerschaft, Part. a d. Haag Heß m. Gem., Maler a München. Hiegemann m Gem., Rent. a Essen. Fräul. Wachter a Holland. Fräul Condes, a Holland. Frau Schenkberg, a Klopperberg. Raven, Prediger a London. Rainbon, Part. a London. Begmann, Prediger a Cap der guten Hoffnung. Wittland, Prediger a Amsterdam. Brower, Kfm a Amsterdam. Franken, Kfm a Amsterdam. Stahl, Part. a Bonn. Greiß, Director a Cöln. Dienes, Kfm a Elberfeld. Berr, Kfm a Luneville. van Santer=Kolff, Part. a Holland. räul. von Borcheren, a Rotterdam. räul. Rechterer van Hemter, a Doetichem. Baron von Brockel m. Fam., a Arnheim. Schumacher m. Fam., a Quackenbrück. Im Cölnischen Hof bei Juppen. Van Loom m. Fam., Rent. a Harlem. Berninghoff m. Fam., Rector a Mecheln. Schumacher, Kfm a Cöln. Seligmann m. Gem., Kfm a Cöln. Borchardt m. Fam., Kfm a Elberfeld. Hamsporn, Kfm a Cöln. Wattendorf, Kfm a Lüttich. Leyden, Kfm a Boppard. Sape, Kfm a Merseburg. Wittgenstein, Kfm a Neuwied. Lents, Kfm a Antwerpen. Burgmann, Kfm a Bremen. Gallen, Kfm a Nürnberg. Henry, Maler a Paris Küchler, Kfm a Frankfurt. Portmann, Kfm a Ghislain. Röttgen, Bandagist a Siegburg. Hertz, Kfm a Frankfurt. Urmetzer, Kfm a Mainz. Wittich, Kfm a Glogau. Breidenbacher Hof bei Disch. Bartridge mit Gem. u. Bedienung Rentner a London Bethoud, Propr. a London, Miß Day, a London. Baron v. der Hagen, Lieutenant a Berlin. Nemnich, Kfm a Cöln. Fischer, Kfm a Cöln. Preyer m. Gem., a Manchester. Popper, Kfm a Manchester. Munzebrove, Kfm a Amsterdam. Maptin m. Fam, a London. de Moletest m Fam., Propr. a Paris. Bailly, Rent. a Nancy. Wurstenberger, Rent. a Basel. Brunz, Kfm a Berlin. Im Bergischen Hof bei Bender. Böß m. Gem., Part. a Berlin. Jorson, Kfm a Berlin Lindenberg, Kfm a Remscheidt. Haysen, Kfm a Reeß. Hörter, Kfm a Brohl. Hövel, Kfm a Andernach. Im Römischen Kaiser bei Engels. Bachfeld, Kfm a Frankfurt. Migauls, Rent. a Liverpool. Heilbron, Kfm a Paderborn. Beker, Kfm a Strelitz. Berner, Rent. a Berlin. Andree, Part. a Kreuznach. v. den Euden, Kfm a Rotterdam. Riedel m. Fam., Kfm a Rheydt. Kreutzberg, Kfm a Ahrweiler. Gösmann, Kfm a Crefeld. Frix m. Gem, Kfm a Crefeld. Jacoby, Kfm a Berlin. Schaale m. Fam., Königl. Gestüt=Inspector a Wikrath. Im Bönnischen Hof bei Rösberger. Maternowiscz, Avantageur a Rastadt. Küster, Avantageur a Rastadt. Erfertz, Kfm a Bonn. Schmitz, Kfm a Aachen. Eberstadt, Kfm a Worms. Gebhardt, Kfm a Kempen Fürther, Kfm a Frankfurt. Parren, Gutsb. a Düren. Schmerdt, Gutsb. a Eschweiler. Im alten Kaffehaus bei Heuser. Badenberg, Bau=Eleve a Steele. Erwig, Kfm a Marl. Halbach, Kfm a Remscheidt. Neuhaus, Kfm a Schwelm. Wagner, Kfm a Arnheim. Voß, Kfm a Mülheim. Schmidt, Kfm a Iserlohn. Sebastiani, Prediger a Stade. Im Elberfelder Hof bei Crumfinger. Schmidt, Handelsm. a Berlin. Lühning m. Fam., Fabrik a Altena. Stromberg m. Sohn, Fabrik. a Altena. Holthaus m. Fam., Fabrik. a Altena. Rump, Fabrik a Altena Lux, Musiklehrer a Euskirchen. Redacteur: W. Kaurrn.— Druck und Verlag der Stahl'schen Buchhandlung(W. Kaulen), Karlsplatz Nr. 1043.