Erscheint täglich außer Montags. Abonnementspreis: vierteljährlich 1 Thlr. Auswärts bei allen preuß. Posten 1 Thlr. 5 Sgr. und Kreis=Blatt. für Einrückungsgebühren: die Petit=Zeile oder deren Raum 1 Sgr. Anzeigen werden bis 11 Uhr Vormittags angenommen. N 128. Donnerstag den 23. Mai 1880.(Desiderius.) Aus Düsseldorf. § Der Gesangwettstreit zu Düsseldorf am 19. und 20. Mtlai 1850. Ein überaus günstiger Erfolg lohnte das schöne Unternehmen unsers städtischen Männergesang=Vereins, die Liedertafeln unserer Nachbarschaft im weitesten Umkreise hier in Düsseldorf zu vereinigen. Wie vor zwei Jahren, da die nun leider verschwundene parriotische Idee der Begründung einer deutschen Flotte das Vehikel war, so hat es auch diesmal nur eines freundlichen Sängergrußes und einer Einladung bedurft, um die rheinischen Sangesbrüder mit den westfälischen Sängernachbarn nach unserer Stadt zu bescheiden. Einen Wettstreit galt es mit deutschen Liedern— wer hätte da zurück bleiben können; rheinische Sänger, Sänger aus dem Lande, wo„überall Freude, Gesänge und Wein", riefen die Freunde zum Kampfe auf. Mit Vater Uhland's Worten:„Singe wem Gesang gegeben", luden sie ein in Dörfern und Städten die kleinen, wie die großen Vereine und boten jedem eine Gabe, den Siegern ein werthvolles Geschenk, den andern Theilnehmern ein schönes Zeichen der Erinnerung. Wohl nicht ganz ausgeschlossen von den Motiven war das Bedürfniß der Annäherung und Wiedervereinigung nach längerer Trennung; die Stürme der letzten Zeit hatten manches Band zerschnitten, manchen Bund geschieden. Alle suchten einen neuen Anknüpfungspunkt und dieser bot sich zum erstenmale wieder— beim deutschen Liede. Unsere Gemüthlichkeit, die oft genug als ein nationaler Fehler den Deutschen vorgeworfen, bewährte hier ihr gutes Element; ja unsere deutsche Gemüthlichkeit, die sich ausdrückt in dem Sprichwort„wo man singt, da laß Dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder." Nächst der Freude am Wiedersehen hat die Lust am allgemeinen Frohsinn ihren Antheil. Wie es sich drängte und schaarte auf den Promenaden an den Bahnhöfen, um die Ankommenden zu begrüßen! Wie waren die Fenster dicht besetzt von Schaulustigen, die um den seltenen Genuß des Anblicks so vieler tausend fröhlicher Gesichter sich aufgestellt hatten so weit das Auge reichte! Die Elberfelder Eisenbahn brachte die ersten Gäste. Im Geleite der Eisenbahn=Direktion, welche ihnen bis Elverfeld mit dem festlich geschmückten Convoi entgegengefahren, trafen gegen 11 Uhr Morgens die Vereine von Elberfeld, Solingen, Wupperhofen und Gräfrath hier ein; bald nachher brachte die Köln=Mindener Bahn die Liedertafeln von Kettwig und Duisburg, denen eine Stunde später die lustigen Schaaren von Crefeld, Lobberich, Bonn, Coblenz und Köln folgten. Aus der nähern Nachbarschaft, von Neuß, Gladbach, Kaiserswerth und Ratingen kamen mittlerweile die Liedertafeln auf die Sammelplätze im Gasthofe zum Prinzen von Preußen und im Europäischen Hof. In unabsehbarem Zuge, mit fliegenden Bannern und Fahnen begaben sich die bunten Schaaren nunmehr in die Stadt auf den Marktplatz. Auf dem Rathhause waren die sechs verschiedenen Ehrenpreise ausgestellt: 1. Klasse: Städte von wenigstens 10,000 Einwohnern. 1. Preis: Ehrenpreis Sr. Königl. Hoheit, des Prinzen Friedrich von Preußen, Ehrenmitglieds des Vereins, ein silbern=vergoldeter Römer. 2. Preis: Ein großer silberner Pokal in gothischer erhabener Arbeit. 2. Klasse: Stadie von wenigstens 3000 Einwohnern. 1. Preis: Ehrenpreis der Stadt Düsseldorf: Ein prachtiger silbern- vergoldeter Römer mit den emaillirten Wappen der Stadt und des Vereins. (Werth 100 Thaler.) 2. Preis: Ein silberner Trinkbecher mit getriebenem Fuß. 3. Klasse: Städte und Ortschaften unter 3000 Einwohner. 1. Preis: Ehrenpreis des Städtischen MännergesangVereins: Ein werthvoller, großer silberner Pokal in byzantinischem Style hoch gearbeitet. 2. Preis: Ein silberner Becher mit schönem Fuß. Die Fahnenträger lieferten ihre Banner im Sitzungssaale des Gemeinderaths ab und wurden daselbst von den versammelten städtischen Behörden empfangen. Der Oberbürgermeisterei=Verwalter, Herr Assessor Hammers hieß die Repräsentanten der auswärtigen Vereine im Namen der Stadt Düsseldorf willkommen, worauf Einer der Gäste im Namen der übrigen den Dank für den festlichen Empfang aussprach. Mittlerweile hatten die andern fremden wie einheimischen Sänger sich bereits im naheliegenden Lokal der Gesellschaft„Verein" versammelt. Hier war der große Conversationssaal mit Blumengruppen geziert und gleich nach Beendigung der ersten Ceremonie auf dem Rathhause folgte hier die zweite: Herr Direktor=Rendant W. Dietze kredenzte den Ehrenwein, indem er hervorhob, daß, wie durch die raschen Verkehrsmittel die örtliche Scheidewand gefallen, so durch die fortgeschrittene Entwickelung des geselligen Lebens die Hemmnisse der Annäherung im deutschen Volke verschwunden seien, und kein Element den engen Anschluß mehr befördere, als das allen Angehörigen des Vaterlandes gemeinsame deutsche Lied. Nach Austheilung der Karten und Liederbücher an alle Sänger wurde das Loos gezogen über die Reihenfolge beim Concurse. Ein nachträglich angemeldeter zweiter Verein aus Köln, der„HandwerkerSängerbund" konnte, weil nach dem Statute zur ersten Classe gehörig, die Concurrenz um die Ehrenpreise nicht mitmachen; dafür wurde ihm jedoch bereitwillig die Betheiligung am Gesange gestattet und er eingeladen, den Reigen der Lieder zu eröffnen. Nachmittags 4 Uhr holten die Vereine ihre Banner wieder vom Rathhause ab; versammelten sich im Hofe der Akademie begaben sich in Reihe und Glied wieder nach dem Rathhause und zogen unter Vortragung der Ehrenpreise zum Jägerhofe; hier wurde Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Friedrich ein dreifaches Hoch ausgebracht, worauf der Festzug sich zum Geisler'schen Saale begab. Vor einem unzähligen Auditorium, das zur Hälfte im Saal, zur Hälfte im Garten versammelt war, begannen nun die vereinigten Sanger von Düsseldorf den Willkommgruß, Gedicht von W. Herchenbach, Composition vom Dirigenten Julius Tausch. Nun folgte die Handwerkerliedertafel von Köln; ihre beiden Lieder„der deutsche Sängerbund" von F. A. Schulz und Uhlands Lied„ an das Vaterland" von Conradin Kreutzer erwarben durch meisterhaft präcisen Vortrag stürmischen Beifall. Der Concurs 3. Classe wurde begonnen von Gräfrath mit dem„Coeur-König" von Kücken und Reichardts schönem Liede„das Bild der Rose;" dann folgten, der Reihe nach, Kaiserswerth mit einem Liede von Töpler„Zum Namenstage" und einem „Marschlied" von Becker, Wupperhofen mit einem Doppel=Chor„Streit der Weintrinker und Wassertrinker" und„der Schmied" von Conradin Kreutzer, Ratingen mit zwei kleinen Liedern„Bergmannsleben" und„Eintracht," Lobberich mit einer Composition von C. Smits„Im Walde" und Kückens bekanntem„O säh ich auf der Haide dort." Kettwig beschloß den Weitstreit 3. Classe mit einer Wiederholung des„Marschliedes" von Becker und einem zweiten Liede, das für die im Programm bestimmte Composition von Abt„die Schwalben" Gedicht von Herlossohn, eingeschoben wurde. Nach einer halbstündigen Pause, die insofern ihren Zweck verfehlte, als ein anhaltender Regenstrom das gedrängt sitzende Publikum verhinderte, sich im Garten zu ergehen, trat die zweite Klasse der Wettsänger in die Schranken. Unsere Nachbarstadt Neuß, die erst seit einem halben Jahre den jetzt bestehenden Männergesangperein aus mehreren kleineren Corporationen zusammengesetzt besitzt, begann unter Leitung ihres trefflichen Dirigenten, des Herrn F. Hartmann, mit dem Soldatenliede von Hoffmann von Fallersleben, componirt von L. Schröter und dem fidelen Trinkliede„Kreislauf des Weines" von Julius Otto. Der„Orpheus" von Solingen folgte mit zwei Zöllner'schen Compositionen „Müllers Lust und Leid" und„Wer ist unser Mann," und die Duisburger Concordia mit dem„Gesang der Geister über den Wassern" von Bernhard Klein und dem„Normanns Sang" von Kücken. Zum Beschluß sang die Liedertafel von Gladbach, die noch von dem ersten hiesigen Sängerfest in bestem Andenken stand, Mendelssohns„Liebe und Wein" und ein schönes Lied von dem Direktor der Crefelder Liedertafel, Herrn C. Wilhelm„Wenn ich von Dir ziehe." Nachdem die schwarzen Wolkenschleier vom nächtlichen Himmel allmählig verschwunden und der Regen aufgehört hatte, zogen die Sänger mit Musik und Fackeln in die Stadt zum Cürten'schen Saale, wo ein überaus heiteres Festmahl an vier langen Tischreihen die Collegen bei Lied und Wein bis nach Mitternacht vereinigt hielt. Wahrhaft großartig war am Montag Morgen der Corso der beau monde im Hofgarten; der Park erschien im vollsten Schmucke des Frühlings unter dem heitersten blauen Himmel in paradiesischer Schönheit und ein Gemisch der buntesten Gruppen durchwogte seine schönen Alleen bis zum Mittelpunkt, dem Ananasberge, wo das Frühstück der Sänger mit Musik stattfand. Gegen Mittag sammelten sich die Vereine erster Klasse einzeln in verschiedenen andern Gartenlokalen zur Abhaltung einer letzten Probe, während die Mehrzahl der übrigen sich nach dem neuen Schlosse in die Gemälde-Ausstellung des städtischen Gallerie=Vereins begab. Wiederum diente der„Ananasberg" nach Mittag zum Sammelplatz der Sänger, welche gegen 5 Uhr zum Concurs erster Klasse im Geisler'schen Saale auf's Neue vereinigt wurden. Die Düsseldorfer Vereine leiteten den Concurs wieder durch mehrere gemeinschaftliche Chöre ein. Es traten der Reihe nach auf: Die Concordia von Bonn, aus 48 Mitgliedern bestehend, mit den Liedern„Steckbrief" von Firmenich und„blauer Montag" von Reinick, beide componirt von Kücken; die Crefelder Liedertafel, 42 Mitglieder umfassend, mit„Mein Lieben" von Dr. Schön und„des Sängers Fahne" von(dem Dirigenten) C. Wilhelm; die Coblenzer Concordia, durch 31 Sänger repräsentirt, mit dem„Abendlied" von Abt und „dem Kreislauf" von Julius Otto; der Kölner Männergesangverein, aus 62 Sängern bestehend, mit einer Wiederholung des„Steckbriefs" von Kücken und dem„frohen Wandersmann" von Mendelssohn, und die Elberfelder Liedertafel, 48 Sänger umfassend, mit einem Chor aus„Müllers Lust und Leid" von Zöllner und dem Uhland'schen Winterlied von Niels Gade.— Wer die Boulevards der europäischen Hauptstädte an schönen Sommertagen durchwandert hat, die Champs Elysees, wie den Prater zu Wien, nur der wird einen Begriff haben von dem fröhlichen Gewühl im Garten des Herrn Geisler, als nun der letzte Ton im Saale verklungen und der Concurs geschlossen war. Und von dem bunten Treiben der lustigen Menge in jenen berühmten Promenaden bot sich uns hier ein Bild en miniature: das Tivoli=Theater wurde gleich nach Beendigung des Gesanges eröffnet— heute füllten fast nur Fremde den Zuschauerraum, der freilich nicht für Tausende berechnet ist. An diese Vorstellung reihten sich allgemeine Chöre der Düsseldorfer Sänger:„Liedes=Freiheit" von Marschner,„Abschiedstafel" von Mendelssohn und Schillers„An die Künstler" von demselben. Abends 9 Uhr erfolgte im Saale die feierliche Proklamation der Sieger; auf der Tribune stellten sich die Bannerträger aller Vereine mit ihren Fahnen im Kreise auf und unter dem unablässigen Jubelruf der Menge und dem Schmettern der Fanfaren verkündete der Oberbürgermeisterei=Verwalter Herr Regierungs=Assessor Hammers das Urtheil der vereideten sieben Schiedsrichter, Direktor Hiller, Lehrer Braselmann, Dr. Ha senclever, Professor Hildebrandt, Direktor Knappe, R. Nielo und Direktor Julius Tausch. Das Urtheil lautete: Dem Handwerker=Sängerbund von Cöln sprechen die Schiedsrichter einstimmig ein öffentliches Lob für ihre vortreffliche Leistung aus. Erste Klasse 1. Ehrenpreis: dem MännergesangVerein zu Köln. 2. Ehrenpreis: der Concordia zu Bonn. Zweite Klasse 1. Ehrenpreis. dem Männergesangverein zu Neuß. 2. Ehrenpreis: der Liedertafel zu Gladbach. Dritte Klasse 1. Ehrenpreis: der Liedertafel zu Gräfrath. 2. Ehrenpreis: dem Männergesangverein zu Lobberich. Der Herr Oberbürgermeisterei=Verwalter schloß die Proklamation mit einem im Namen der Stadt Düsseldorf ausgesprochenen Dank für die zahlreiche Betheiligung der Fremden am Feste und einem dreifachen Hoch auf die Gäste. Im Triumphzug wurden alsdann die Sieger mit ihren Trophäen durch den von bunten Lichtern erhellten Garten geführt. Nachdem der Festball begonnen, gruppirten sich die einzelnen Sängervereine; besonders drängte es die Sieger, ihre Pokale zu probiren und wo im dunkeln Laube zeitweilig ein glänzender Schimmer hevorblinkte, da waren es die glücklichen Kämpfer, die ihre gefüllten Humpen blitzen ließen im magischen Lichte, beneidet von den Andern und mit Jubelrufen begrüßt von den Umstehenden. Es war lange nach Mitternacht, als die Gesellschaft sich aus dem Festlokale verlor; der Mond beleuchtete die stillen Straßen, vereinzelt zogen die Gäste ins Innere der Stadt nach ihren Quartieren. Da plötzlich ertönte erst leise, dann anschwellend immer lauter, zuletzt im vollen Chor Gesang durch die ruhige Nacht. Das waren sie, die„jungen Musikanten," die des Abends ausziehen zu singen von Haus zu Haus— die wohlbekannte Concordia von Bonn! Sie sangen zu Preis und Ehren unserer Stadt, die ihre Gäste so freundlich bewirthete, ihre schönsten Lieder und ihr „Alaaf Düsseldorf" erscholl auf allen öffentlichen Plätzen. Wie der glückliche Erfolg des schönen Festes von allen Theilnehmern gepriesen wird, so knüpft sich an die allgemeine Freude über das gute Resultat der allgemeine Dank, dargebracht zunächst den Begründern der schönen Feier, unserm wackern Männergesangverein und seinen Leitern, welche mit unablässiger Mühe die großen Vorbereitungen ins Werk gesetzt, dann unsern städlischen Behörden wie ihrem Vorsitzenden, deren eifrige Betheiligung bei allen Gästen einen sehr günstigen Eindruck gemacht und zuletzt Allen die dazu mitgewirkt, daß die Fremden mit Freude und Befriedigung heimkehrten von Düsseldorf, der schönen Kunststadt am Rhein. Berlin. Als Gesandter Preußen's für den Frankfurter Congreß wird jetzt in gut unterrichteten Regionen der Hr. v. Sydow, früher Gesandter in der Schweiz, bezeichnet.— Es haben die deutschen Runkelrüben=Zucker=Fabrikanten, auf Harkort's Anregen, eine Vereinigung zur Wahrung ihrer Interessen zu Stande gebracht; ein Verwaltungsrath ist gebildet und Commissionsrath Brix in Berlin mit einem Gehalt von 3000 Thlrn. zum Direktor ernannt. In ähnlicher Weise beabsichtigt Harkort, alle großen Gewerbe zur Vereinigung und zur Einsetzung oberster Organe in Berlin anzuregen, welche namentlich zur Zeit der Kammer=Sessionen einen einflußreichen Handelsrath bilden sollen. — Im Tagesgespräch tritt die Cocardenfrage wieder auf. Die offiziellen Berichtigungen gaben seiner Zeit zu verstehen, die Abnahme der deuischen Cocarden an den Feldmützen habe nichts zu bedeuten, da sie sich an den Helmen befinde. Die kürzlich einberufenen Landwehrmänner erhielten aber auch Helme ohne die deutsche Cocarde geliefert, und auf ihre Nachfrage den Bescheid: es seien keine deutschen Cocarden vorräthig. Sachsen. Dem Vernehmen nach wird sich der König nach Warschau zu dem Fürsten=Kongresse begeben, der dort unter den Auspizien des russischen Kaisers stattfinden soll. Anhalt=Bernburg. Am 15. ist das Landesverfassungsgesetz für das Herzogthum durch die GesetzSammlung publizirt. Mit demselben ist gleichzeitig ein Wahlgesetz, ein Gesetz gegen Mißbrauch der Presse, Vereins= und Versammlungsrecht, eine Gemeindeund Kreisordnung publizirt und denselben ein anderes Gesetz beigefügt über die Creirung von 300,000 Thlrn. Papiergeld. Wien. Vor wenigen Tagen hatte plötzlich in der Gumpendorfer Caserne, der Garnisonsstätte der neu recrutirten Honveds, einer jener mysteriösen Tumulte Statt, wie sie seit lange daselbst schon Statt haben. Ein junger ungarischer Edelmann(Honved,) dem sein Hauptmann die Erlaubniß zu einem Gange ins Kaffeehaus verweigert hatte, folgte dessen ungeachtet der Aufforderung einiger Corporale, die diese kleine Insubordination auf sich zu nehmen versprachen, und verließ die Caserne. Der Hauptmann, der dies erfuhr, verordnete für den Edelmann sogleich bei seiner Rückkehr eine Tracht Prügel. Sämmtliche Corporale des Bataillons verweigerten den Arm zur Vornahme der Execution. Ein Corporal von dem hier liegenden Haynau=Infanterie=Regimente wurde aus einer andern Caserne herbeigeholt, der nun wirklich den Stock führte. Nach wenigen Schlägen fiel der Edelmann, vom Schlage gerührt, von der Bank. In diesem Augenblicke stürzten die Honveds auf den Hauptmann los, der seinen Tod fand. Noch an demselben Abende erfolgte die Dislocation der ganzen Truppe.— Die Neugierde der ganzen Stadt Wien war neulich vom dem breiten Holzpfahle, kunstmäßig Galgen genannt, in Anspruch genommen, welcher seit den frühesten Morgenstunden auf dem Glacis vor dem Schottenthore mitten auf frischbegrastem Rasenplatze prangt, und an dessen Vorderseite der ehemalige Name Amurad Pascha's„Joseph Bem," von einer Hanfstrickschlinge überhangen, zu lesen stand. Italien. Am 9. Mai fand in althergebrachter Weise in Rom auf dem schönen Platze vor der Laterankirche die Ceremonie des päpstlichen Segens statt. Die Artillerie der französischen Truppen begleitete die Feierlichkeit mit Salven. Am Abend vorher war die Peterskirche mit dem Platze aufs prächtigste erleuchtet. Auch die Girandola wurde auf der Engelsburg abgebrannt, ein Schauspiel das der ewigen Stadt seit drei Jahren versagt war. Frankreich. Obgleich Niemand an eine ernstliche Verwickelung mit England glaubt, so trifft die Regierung doch alle nöthigen Anordnungen. Wie aus Havre, so wird auch aus Nantes die Aushebung aller Marinesoldaten von 20—40 Jahren gemeldet. Lord Normanby ist noch immer nicht offiziell abberufen. Wie es heißt, hat Hr. Droyn de L'huys gleichzeitig mit dem von dem Minister des Auswärtigen ausgefertigten Abberufungsschreiben ein anderes erhalten, worin dieser von dem Präsidenten den Auftrag erhielt, entweder, wenn er es für gut finde, Lord Palmerston bloß auf vertraulichem Wege seine Rückkehr nach Paris mitzutheilen oder nach Verlesung des Abberufungs=Schreibens diesen diplomatischen Schritt durch mündliche Erklärung so zu mildern, daß ein baldiges Wiederherstellen der frühern Beziehungen nicht erschwert werde. Darum konnten die englischen Minister zu wiederholten Malen die Wichtigkeit der Abreise des französischen Gesandten so zu sagen in Abrede stellen.— Der Exkönig Louis Philipp, sich seinem Ende nahe fühlend, ist auf die von der legitimistischen Seite ihm gemachten Vorschläge zu einer Versöhnung mit dem ältern Zweige der Bourbons eingegangen, hat aber in der Familie und besonders von dem weiblichen Theile, die Exkönigin an der Spitze, den entschiedensten Widerstand gefunden. Namentlich macht die Königin der Belgier jeder Art von Versöhnung die heftigste Opposition.— Nach dem offiziellen Ausweis verlieren über 4½ Millionen der seitherigen Wähler ihr Recht durch die beabsichtigten Beschränkungen. — Die Polizei in Paris ist fortwährend in der größten Thätigkeit; die Straßen wimmeln von Polizei=Agenten und die ganze Umgegend der Hauptstadt ist, wie diese selbst, mit Truppen angefüllt. Mehrere Verhaftungen haben in den letzten Tagen stattgefunden. Dänemark. In Helsingör ist am 15. ein des Kassen=Diebstahls schuldiger, flüchtig gewordener Beamter der Memeler Bank, auf Anlaß des preußischen Consuls, am Bord eines Schiffes verhaftet worden. Es fand sich eine Summe von 4000 Thlrn. in Gold bei ihm vor. Türkei. Die Unruhen in Bosnien haben einen ziemlich ernsthaften Charakter angenommen. Die Regierung hat beschlossen einen Commissarius dorthin zu senden und ist der Justizminister und ehemaliger Gesandter in London und Rom Mazloun=Bey mit dieser Friedensmission beauftragt worden. Er soll erst den Weg der Güte versuchen, ehe man zur Waffengewalt schreitet.— In Samos sind ebenfalls Unruhen entstanden; dieselben sind gegen den Gouverneur gerichtet. Asien. Aus China wird der am 20. Februar erfolgte Tod des Kaisers Tronkwang gemeldet. Am selben Tage hat sein Sohn Spen Hing, ein Jüngling von 19 Jahren, den Thron bestiegen. Elisabeth Patterson. Novelle von Eduard Maria- Oettinger. (Fortsetzung.) 3. Die Reisenden stiegen in einem der ersten Gasthöfe des Stadiviertels O Mejo, in der Nähe des Klosters und gleichnamigen Palastes Necessidades ab. Der Zustand der kaum genesenen, aber immer noch sehr angegriffenen Frau nöthigte ihren Gatten, hier ein Paar Tage auszuruhen. Während Jerome am Arme seines Freundes alle Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigte und von frühem Morgen bis spät in die Nacht hinein auf den Beinen war, ließ er Elisabeth daheim und überlegte mit seinem Rathgeber, ob er sie vielleicht schon hier zurücklassen sollte. Allerdings! erklärte Le Camus. Hier hast den besten Vorwand dazu. Du sagst ihr, daß Deine unablässige Sorge für ihren Zustand Dir die gebieterische Pflicht auferlege, sie hier auf ganz kurze Zeit zurückzulassen... Und wenn sie das nicht will? Nun, dann zwingst Du sie dazu! Oder bist Du nicht ihr Mann? Muß sie Dir nicht blindlings gehorchen? Diese Frau hat einen Ton in ihrer Kehle, der mich ganz gegen meinen Willen immer auf's Neue zu rühren versteht. Ein Paar Thränen ihrer Augen stimmen mich dann vollends so weich, daß ich nicht mehr im Stande bin, ihr irgend etwas abzuschlagen. Wie kann man so schwach sein? Die Thränendrüse einer Frau ist die Wünschelruthe, mit deren Hilfe sie die schwache Seite der Männerherzen entdeckt, der Mosesstab, mit dem sie dem härtesten Felsen das Wasser lächerlicher Rührung entlockt. Wer wird so kindisch sein, sich durch die geschminkten Thränen einer Frau zu Versprechungen verleiten zu lassen, die man späterhin bereut? Zeige Dich stark, mein guter Jerome! Setze ihrer nordamerikanischen Sanftmuth eine durch nichts zu erschütternde echt corsikanische Kaltblütigkeit entgegen und lasse Dich weder von ihren Seufzern, noch von ihren Thränen breitschlagen. Das ist sehr leicht gesagt, aber... Schwer auszuführen, willst Du sagen, erhabener Zeitgenosse! Gut, dann lasse mich dafür sorgen! Ich will, wie damals am Vorabende unserer vermeintlichen Flucht aus dem verwünschten Baltimore, den ganzen Knäuel meiner Ueberredungsgabe entwickeln und sie mit den Gründen meiner zwirnsfeinen Logik dergestalt umstricken, daß sie sich gefangen geben und gutmüthig hier zurückbleiben wird. Doch das Ende vom Liede? Das ist Deine und Deines Bruders Aufgabe! Bist Du einmal in Paris, dann wird es Dir nicht schwer werden, tausend kleine harmlose unschuldige Mittel und Wege aufzufinden, um Dich von diesem lästigen Joche für immer zu befreien! Du also bringst die Sache in Ordnung? Mein Wort darauf! erklärte der Vermittler. Während dieses neuen Complotts lag Elisabeth, gepflegt von der treuen Sorgfalt der Madame Rolland, auf den Sammeikissen des Canapes und sprach von ihrem treulosen Jerome. Er halte mich tief gekränkt! sagte sie im Laufe des Gesprachs, schwer aufseufzeno. Vergeben ist die Pflicht der Frauen, erwiederte ihre ehemalige Lehrerin. Auch Sie werden Ihrem Gatten vergeben, wenn Sie sich erinnern, daß er jene lieblosen Gedanken, die Ihr gefühlvolles Herz so schwer verwundet, im Zustande geistiger Unzurechnungsfähigkeit hatte laut werden lassen. Aus dem Weine spricht die Wahrheit! Aber nicht aus dem Punsche, Madame! Der übermäßige Genuß dieses abscheulichen Getränks zieht den Menschen zum Thiere hinab. Ihr Gemahl mag etwas leichtsinnig sein, doch halte ich ihn keineswegs bösen Herzens fähig... Sie glauben also, daß ich ihm trauen darf? Ist dies nicht ihre Pflicht, Madame? Ihr Herz spricht immer zur Sühne... Ist dies nicht meine Schuldigkeit? Madame Rolland, Sie sind so gut... Und Sie selbst so edel, daß Sie Ihrem Gemahle, auch ohne meine Fürbitte, in der frommen Stille Ihres Herzens gewiß schon längst verziehen haben.. Und so ist's, meine gute Rolland! In demselben Augenblicke erschien Le Camus. Wo ist mein Gemahl? fragte Elisabeth. Er liest im Kaffeehause die neuen Zeitungen aus Frankreich und hat durch sie blaue Wunder, wahre Mahrchen aus Tausend und Einer Nacht erfahren. Hören Sie, Madame, und staunen Sie! Seine glorreiche Majestät der Kaiser der Franzosen hat, bald nach seiner Thronbesteigung, seinen ältern Bruder zum Senator des Reichs, zum Großoffizier der Ehrenlegion und der eisernen Krone, zum Großwahlherrn und— das Beste kommt zuletzt— zum französischen Prinzen erhoben, seinen jungern Bruder Louis aber zum Connetable und Generalobristen der kaiserlichen Carabiniers ernannt. Die Glücklichen! Nur der arme Jerome ist noch unversorgt und kommt vielleicht zu spät, wenn schon alles vergeben ist. Wir haben keine Zeit zu verlieren... Wann also reisen wir? fragte Elisabeth. Ihr Herr Gemahl hat, in Anbetracht der dringenden Umstände beschlossen, morgen oder längstens übermorgen nach Frankreich vorauszueilen Allein? fragte Madame Bonaparte tief erschreckt. Ich freilich werde ihn begleiten müssen... Und ich, mein Herr, ich, sein armes schwaches hülfloses Weib... Wird er— und auch dies nur in Anbetracht der unübersteigbaren Hindernisse— höchstens vier bis fünf Wochen hier zurücklassen, um Ihnen Zeit zu der vollständigen Wiederherstellung und Befestigung Ihres leider noch immer sehr angegriffenen Zustandes zu gönnen, und diese auch für ihn schmerzliche Trennung benutzen, um in Paris alles zu Ihrem würdigen Empfange, Madame, in Bereitschaft zu setzen. Was sagen Sie? Durchaus nichts, was Sie beunruhigen könnte. Ihr Herr Gemahl liebt Sie weit mehr, als Sie glauben.. Und will mich hier allein zurücklassen? Nur aus Nothwendigkeit, erstens dem Drange seines Herzens zu folgen, und zweitens aus Rücksichten der Lebensklugheit bei solchen Gelegenheiten lieber eine Stunde zu früh, als einen Augenblick zu spät kommen. Tarde venientibus ossa, sagt der Lateiner. Das alles verstehe ich nicht! Und doch ist das, was ich Ihnen so eben zu sagen die Ehre gehabt, weder Sanskrit noch Pali... Es ist mehr als dies, mein Herr, es ist eine Unverschämtheit! rief Elisabeth mit zitternder Stimme. Leben Sie wohl, Madame, sagte Le Camus und kehrte ihr den Rücken zu. Bleiben Sie, befahl sie ihm mit mehr Kraft und Energie, als Madame Rolland, die, am Fenster mit einer Goldstickerei beschäftigt, dies Gespräch mit anhören mußte, ihr jemals zugetraut hätte. Der Unverschämte hatte sich unwillkürlich umgedreht. Was steht zu Ihren Diensten? fragte er. Sagen Sie meinem Gatten, der Sie an mich abgeschickt hat, daß ich fest entschlossen bin, lieber nach Baltimore in das Haus meiner Eltern zurückzukehren, als hier in dieser wildfremden Stadt, wo mich Niemand kennt, auch nur einen Tag allein zurückzubleiben... (Fortsetzung folgt.) Heu pr. Ctr. zu 110 Pfund— 20— Stroh pr. Schock zu 1200 Pfund 3 18— Kleiner Saamen——— Rüböl pr. Öhm zu 282 Pfund ohne Faß. 33—— dito pro Mai——— dito pro Oktober 31—— Leinöl pr. Ohm|——— Rübkuchen pr. 1000 St. Stampf.... 30—— Preßkuchen pr. 2000 Pfund....... 23 15— Sessamkuchen|—|—— Branntwein pr. Ohm zu 123 Quart zu 47% (ohne Maklergeld)... 9 5— Gereinigtes Oel... 34 15— Brodtaxe zu Neuß. Ein Schwarzbrod von 13 Pfund.....— 6 4 Ein Franzbrödchen von 7¼ Loth—— 4 Wilhelm Cleff. Düsseldorf den 21. Mai 1850. Disconto, in grössern Abschnitten: Cöln. B.—- G. 3½% Elberfeld, Crefeld, Düsseldorf„—„ 4„ Nord-Amerikanische Valuten erhältlich. New-York k. S. pr. Dollar 1 Thlr, 13½ Sgr. Uebersicht der Einlagen und Ausgaben bei der Sammelkasse während der 9. Sammel=Periode vom 1. Novbr. 1849 bis 1. April 1850. 143 Sparer waren aus der 8. Sammelperiode Thir, Sgr. Pf. am 1. November 1849 in die 9. Periode eingetreten mit einer Einlage von.. 1770 6— 33„ sind in dieser 9. Periode vom 1. November 1849 bis 1. April 1850 hinz, gekommen. 176„ haben zusammen in dieser Periode eingelegt......... 899 14— An Zinsen wurden für diese Peperiode vergütet, resp. gutgeschrieben 36 23 Summa 2706 13— 27„ haben im Laufe dieser SammelPeriode zurückerhalten..... 1180 21— Periode, anfangend am 1. April 1850, endigend am 1. November 1850, verblieben mit..... 1525 22— 35„ sind vom 1. April bis heute wiederum beigetreten 184„ haben zusammen bis heute eingelegt 282 24 Summa 1808 16— Vom 1. April bis heute wurde an 78 Sparern zurückgezahlt, worunter 29„ ihre Einlagen ganz zurück gezogen haben..... 737 4— 155„ sind hiernach mit einer Einlage verblieben von. 1071 12— Düsseldorf den 12. Mai 1850. Der Vorstand. Verkaufs=Anzeige. Am Donnerstag den 23. Mai 1850, Morgens 11 Uhr, sollen auf dem Marktplatze am Rathhause zu Düsseldorf verschiedene Mobilar=Effekten meistbietend gegen baare Zahlung verkauft werden. Der Gerichtsvollzieher Wm. Knoblauch. Jn der Wein=Niederlage von C. Mebus bei Joh. Bertling, Kurzestr. Moselwein. Moselwein Brannenberger Niersteiner.... Rüdesheimer.. Ahrbleichert... Uhrbleichert... Walportsheimer Bordeaux ist zu 3½ Sgr. pr. „ 5 „ 1 13 u.1 in reingehaltenen Qualitäten zu Der carlistische General Cabrera hat sich mit einer der reichsten Erbinnen Englands, Miß Richards, einzigen Tochter eines der Großrichter von England, verlobt. Man schlägt deren Vermögen auf 638,000 Pfd. an. Die Veranlassung zu dieser Verbindung ist die Begeisterung der 25jährigen Dame für die Sache des Don Carlos. Auch soll Cabrera beabsichtigen, die ihm dadurch zur Verfügung gestellten Mittel für die Sache der carlistischen Partei zu verwenden. Ein Weber in Manchester hat eine Maschine erfunden, auf der man Beinkleider und sogar Röcke aus einem Stück, ohne daß mit der Nadel nachgeholfen zu werden braucht, weben kann. Karl Gutzkow's neuer Roman:„Die Ritter vom Geist", wird vom ersten Juli dieses Jahres an anfangen allmälig zu erscheinen. Das Werk besteht aus neun Banden. Anzeigen. Heute Donnerstag, Nachmittags 2 Uhr: Fortsetzung des großen Verkaufs im Hause des Herrn Prosch, Karlsplatz 1053. Mein Lehrcursus für die Sommer=Saison beginnt am 1. Juni d. J. und befindet sich meine Wohnung jetzt Zollstraße Nr. 1124 im ehemaligen Heubes'schen Hause. Eduard Balletmeister und Hoftanzlehrer. Die Feuer-Versicherungs-Anstalt„Borussia" zu Verlin versichert zu billigen und festen Prämien— ohne den Versicherten die Verpflichtung aufzuerlegen, PrämienNachschüsse zu leisten, wie groß auch die Verluste der Anstalt sein mögen— Kirchen, Wohnhäuser sowohl als überhaupt alle andere Gebäude, Mobilien aller Art, Vieh, Waaren auf Lager und in Fabrikation, überhaupt bewegliche Gegenstände. Der Unterzeichnete, als Agent für Düsseldorf und Umgegend von der Königlichen hohen Regierung bestätigt, empfiehlt sich zur Annahme von Versicherungs=Anträgen ergebenst. Der Rechnungsabschluß liegt zur gef. Einsicht offen. Antrags=Formulare, so wie die allgemeinen Versicherungs=Bedingungen werden gratis verabreicht und jede nähere Auskunft bereitwilligst ertheilt von A. J. Wrede, Agent der Feuer=Versicherungs=Anstalt„Borussia," verlängerte Breitestraße Nr. 127. Fruchtproise zu Neuß, am 21. Mai 1850. Thl. Sgr. Pf. Rhein-YsselDampfschifffahrtsGesellschaft. Dienst wahrend der Monate April bis inclusive September vom 15. April an. Abfahrt von hier Dienstags, Freitags und Sonntags, 1 Uhr Mittags, über Kampen nach Amsterdam. „„„ Montags, Mittwochs und Freitags, 6 Uhr Abends, nach Cöln. Nähere Erkundigungen sind auf der Agentur, Mittel=Allee Nro. 185(in dem ehemaligen Hengstenberg'schen Hause) einzuholen. Düsseldorf den 14. April 1850. Verein„Genügsamkeit.“ Donnerstag den 23. d., Abends 8 Uhr: Berathung. Der Vorstand. Verein„Germania." Donnerstag den 23. Mai: Sitzung. Anfana 8½ Uhr. Samstag den 25. Mai, Abends 9 Uhr: Ballotage. Der Vorstand. Am Donnerstag den 23. Mai 1850, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte am Rathhause zu Düsseldorf gegen sofortige baare Zahlung verschiedene Hausmobilien und eine Abschlagekarre gerichtlich verkauft werden. Der Gerichtsvollzieher Weißenfels. Porte mit Verschluß für Gold= und Papiergeld, stark, schön und billig bei W. Zengerly, Neu= und Mittelstraße. Mehrere Conditorei=Geräthschaften nebst einem modernen Aushängekasten sind billig zu kaufen bei Conditor Müller, Wehrhahn Nr. 75. Neue holländ. Stuhlbinsen, besten schwed. Theer in ganzen und halben Tonnen u. s. w., Schiffswerk und Theerpinsel erhielt wieder W. J. Willems, Rheinstr. (314) Geübte Kleidermacher=Gehülfen, am liebsten Stückarbeiter, finden dauernde Beschäftigung. Die Exp. d. Bl. agt wo. Théâtre-Vaudeville de Dusseldorf. Des artistes de la compagnie française du théâtre Royal de la Haye sous la direction de Mr Monet auront l’honneur de donner une répresentation française. Le Jeudi 23 Mai 1850: Victorinne, La nuit porte conseil. Vaudeville en cinq actes par MMrs. Dumersan et Dupeuty. Theater=Anzeige. Pandeville-Theater im Geislerschen Garten. Donnerstag den 23. Mai: Gastdarstellung der französischen SchauspielGesellschaft vom Königl. Theater im Haag, unter Direction des Herrn Monet. Viktorine oder: Guter Rath kommt über Nacht. Vaudeville in 5 Akten nach Dumersan und Dupeuty. Avec: GRAND CONCERT. Commencement 4½ heures. Dazu Concert. Anfang 4½ Uhr. Es bat sich das Gerücht verbreitet, als hätte ich durch Mittheilung bestimmter Thatsachen oder auf sonstige Weise dazu beigetragen, daß dem Wirthe Wilhelm Boras die Concession zur Fortführung seiner Wirthschaft entzogen worden. Da dieses Gerücht aller Wahrheit entbehrt, so ersuche ich Jeden, dem dasselbe mitgetheilt werden sollte, mir den Namen des Verbreiters sofort anzugeben, damit ich die geeigneten Schritte gegen denselben vornehmen kann. Düsseldorf den 21. Mai 1850. Theodor Heidelmann. (315) Verloren im Geisler'schen Lokale am Montag den 20. d. Mts. eine Broche von Gold, mit blauemaillirter Schlange umwunden. Gegen Belohnung bittet man dieselbe an die Exped. d. Bl. abzugeben (263) In einem in der Nahe des Hofgartens gelegenen Hause ist die erste und zweite Etage möblirt zu vermiethen und gleich zu beziehen. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. (316) Gestern Abend wurde in der Alleestraße eine schwarze Spitzenhaube verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen Belohnung in der Exped. d. Bl. abzugeben. Gesuch. (319) Eine Köchin kann auf einem niederländischen Dampfschiffe gleich eintreten. Näheres in der Exp. d. Bl. (317) Ein gesittetes Mädchen von außerhalb sucht eine Stelle als Jungfer und kann gleich eintreten. Welches, sagt die Exped. d. Bl. (318) Ein braves Mädchen, das gleich eintreten kann, wird gesucht. Von wem, sagt die Exped. d. Bl. Viele auswärtige Mädchen suchen Dienst. Näheres Neustraße 638. Wasserstand. 22. Mai, Morg. 6 Uhr: 8' 4". Wind: Süd=Ost. 11„ 8’ 4¾". Süd=Ost. Zur Vermeidung von Verwechslungen mit dem sogenannten„Düsseldorfer Kreisblatt" erbitten wir uns alle Zusendungen unter der Adresse: Stahlsche Buchhandlung(W. Kaulen). Die Expedition des Düsseldorfer Journals und Kreisblatts. Fremdenblatt. Im Cölnischen Hof bei Juppen. Faller, Kfm a Gera. Reichel, Chemiker a Königsberg. Hammer, Kfm a Crefeld. Zahr, Kfm a Crefeld. Carlion m. Gem., Kfm a Aachen. Weycklingh m. Fam., Rent. a Bonn. Neuhaus m. Fam., Kfm a Elberfeld. Schildesheim, Kfm a Cöln. Hartmann, Gastwirth a Essen. Madam Kleener, a Mainz. Madam Roth, a Mainz. Blydenstein m. Fam., Rent. a Enschede. Scheulenbergh m. Fam., Part. a Emmerich. Möhling, Dr.=Med. a a Nürnberg. Meyerfeld, Kfm a Coblenz. Jung, Verwalter a Heinrichshütte. Friedboerig, Kfm a Bingen. Keller, Kfm a Mannheim. Schneider, Kfm a Plaue. Montz, Kfm a Creuznach. Parthon de Von m. Gem., Rent. a Brüssel. Nauheim, Kfm a Frankfurt. Göhle, Kfm a Solingen. Brand, Kfm a Witten. Osberghaus, Kfm a Solingen. J. von Recklinghausen, Kfm a Solingen. A. von Recklinghausen, Kfm a Solingen. Weyersberg, Kfm a Solingen. Schlechtor, Kfm a Solingen. Lunenschloß, Kfm a Solingen. Westor, Kfm a Solingen. von Knapp, Kfm a Elberfeld. Thomson, Kfm a Elberfeld. Dahm, Kfm a Elberfeld. Clombeck, Landgerichtsrath a Warendorf. Schlieper, Kfm a Elberfeld. Pfeiffer, Kfm a Solingen. Gernersheim, Kfm a Solingen. A Zurhelle, Fabrik. a Lippstadt. Zurhelle, Fabrik. a Lippstadt. von Pulheim, Fabrik. a Lennep. Machenberg, Kfm a Lennep. Hern, Kfm a Cöln. Grommes, Referendar a Cöln. Rinbert, Kfm a Cöln. Weber, Musickdirector a Cöln. Sturm, Kfm a Cöln. Waldhausen, Kfm a Essen. Decker, Kfm a Cöln. Getz, Kfm a Frankfurt. Bourath m. Fam., Kfm a Cöln. Immerkamp, Kfm a Solingen. Beckmann, Kfm a Solingen. Schmitz, Kfm a Crefeld. Jost, Kfm a Solingen. Wiegloi, Kfm a Solingen. Pieper, Dr. a Solingen. Schwart, Kfm a Solingen. Schreiber, Kfm a Solingen. Grah, Kfm a Solingen. Dowertz, Kfm a Solingen. Klein m. Gem., Kfm a Elberfeld. Gebr. Stein, Kflte. a Elberfeld. Fischer, Kfm a Elberfeld. Ibach, Kfm a Elberfeld. Arnold m. Gem., Kfm a Elberfeld. Rothen, Kfm a Cöln Brokmüller, Kfm a Cöln. Weylor, Kfm a Solingen. Zum Prinzen von Preuszen bei Wittwe E. Schleger. Scheppe, Oberst=Lieutenant u. Commandeur d. 16. Inf.=Reg. a Düsseldorf. Baron von Bülling m. Bedienter, a Forst. von Glietzinsky, Major a Meschede. Devens, Part. a Willheim. van Hester m. Fam, Rent. a Arnheim. Fleck m. Fam., Rentn. a Elberfeld. Bröking m. Fam., Kfm a Elberfeld. Wittenstein m. Fam Kfm a Barmen. von Gahlen m. Fam., Kfm a Elberfeld. Jung m. Gem., Kfm a Elberfeld. Lucas, Kfm a Elberfeld. Deradt, Kfm a Elberfelv. von den Stein, Kfm a Elberfeld. Morgenroth, Kfm a Elberfeld. Müller, Kfm a Iserlohn. Brikmann, Kfm a Iserlohn. Stamm, Kfm a Iserlohn. Neuhof, Kfm a Elberfeld. Görgens m. Fam., Kfm a Crefeld. Schäfer, Kfm a Mainz. Bokmühl, Kfm a Elberfeld. Preson, Part. a Ostende. Müller m. Gem., Part. a Ostende. Railiton, Part. a Östende. Grandjau, Part. a Lüttich. Kreuzberg, Kfm a Wolph. Im Europäischen Hof bei Götzen. Graf von Flurning m. Fam., a Crossen. Wallher m. Fam., Rent. a London. Bostein m. Gem., Kfm a Hahrberg. Cappelen m. Fam., Gutsb. a Nimvegen. Cramer, Kfm a Ehrenbreitstein. Dasais, Kfm a Münster. Borge, Assessor a Dortmund. Troost, Fabrik. a Můlheim. Lady Moody, a London. Miß Moody, a London. Tarby, Rent. a London. Hasenclever, Assessor a Aachen. Assegert, Maler a Neuwied. Napier, Kfm a London. Heintz m. Sohn, Prediger a Berlin. Pilger, Kfm a Heilborn. Kehrer, Professor a Heilbron. Kehrer, Domänerath a Kirchberg. Petersen, Kfm a Lennep. Ernst, Kfm a Winterthur. Senger, Kfm a Basel. Huk, Kfm a Basel. In den drei Reichskronen bei Beeking. Finninger, Kfm a Basel. Bluhm, Kfm a London. Remkes, Kfm a Elberfeld. v. Szirmay, Part. a Bonn. Haberer, Part. a Bonn. Hunsen m. Gem., Friedensrichter a Kempen. Peil, Kfm a Barmen. Zillßen m. Fam., Kfm a Elberfeld. M.yer, Kfm a Elberfeld. Keller, Kfm a Essen. Scheidies, Kfm a Arnheim. Osthuls Kfm a Münster. Kierbrink m. Frau, Part a Zwolle. Koch, Kfm a Wevelinghoven. de Werth m. Bedienung Rent a Elberfeld. Decker m. Gem., Part. a Utrecht. Vis m. Gem, Part a Utrecht. Brefeld m. Fam., Kreisphisikus a Hamm. Frl Wagner m. Nichte, a England. Lagemann, Kfm a Münster. Nausen m. Gem., Kfm a Leuwarden. de Maurißeus, Part. a Holland. Franklin, Dr. a Manchester. Brink, Kfm a Gladbach. Flencker m. Fam., Notar a Uerdingen. Hotel Domhardt. Hönninghaus, Kfm a Crefeld. Fittfeld, Kfm u. Gesch. a Crefeld. Schramm, Kfm u. Geschw. a Crefeld. Dahl, Kfm u. Jeschw. a Crefeld. Richartz, Kfm u. Geschw. a Bourscheidt. Kremers, Part. a Aachen. Homberg, Part. a Aachen. Schmidt, Appell.=Rath u. Asfißen=Präsident a Cöln. Arens, Kfm a Lahr. Achenbach, Kfm a Frankfuit. Potzmann, Kfm a Chemnitz. Dr. Elbers, Adv.=Arw. a Elberfeld. Frau Commerzien=Räthin Croon m. Gesellsch., a Gladbach. Weber, Kfm a Duisburg. Crab, Kfm a Mülheim. Seibel, Kfm a Elberfeld. Schneider m. Fam. a Cöln. Frau Schultheis m. Gesellschaft a Cleve. Im Bergischen Hof bei Bender. Achterrath, Berg=Geschworner a Bochum. Harbordt, Kfm a Cöln. Fontaine, Part. a Cöln. Frohwein, Kfm a Amsterdam. Fincke, Kfm a Hannover. Maper, Kfm a Bonn. Nußkaul, Kfm a Mülheim. Im Kömischen Kaiser bei Engels. Kersten, Kfm a Amsterdam. Schleisser, Kfm a Rotterdam. Gufanti Kfm a Cöln. Deutgen, Kfm a Rheydt. Püller, Geschw. a Grevenbroich. Kallen, Geschw. a Willich. Dücker, Geschw. a Willich. Dümons m. Tochter, Kfm a Leutherheid. Geb. Fürth, Studenten a Bonn. Mehrboth, Kfm a Langenberg. Faschner, Kfm a Crefeld. Jendgjes, Kfm a Crefeld. Holdhausen, Kfm a Crefeld. Gebr. Greefen, Kflte a Crefeld. Geller, Kfm a Crefeld. Emmerich, Kfm a Crefeld. Mark Kfm a Crefeld. Püller, Kfm a Crefeld. Kallen, Kfm a Crefeld. Kautz, Kfm a Bonn. Marx, Kfm a Duisburg. Im alten Kaffehaus bei Heuser. Peiffer, Kfm a Cöln. Erwig, Kfm a Marl. Steinberg, Kfm a Dortrecht. Jäger, Kfm a Trier. Vogel, Kfm a Würzburg. Siebel, Kfm a Cöln König, Kfm a Langenberg. Bei B. Simon. Hackenbroich, Kfm a Cöln. Haymann m. Sohn, Kfm a Kreuznach. Koppel, Kfm a Steele. Im Elberfelder Hof bei Crumfinger. Compeck, Fabr. a Iserlohn. Mänger, Fabr. a Iserloyn Müllinghaus, Priv. a Mülheim. Eiker, Priv. a Serm. Redacteur: W. Kaulen.— Druck und Verlag der Stahl'schen Buchhandlung(W. Kaulen), Karlsplatz Nr. 1043.