Erscheint täglich außer Montags. Abonnementspreis: vierteljährlich 1 Thlr. Auswärts bei allen preuß. Posten 1 Thlr. 5 Sgr. und Kreisatt. Einrückungsgebühren: für die Petit=Zeile oder deren Raum 1 Anzeigen werden bis 11 Uhr Vormittags angenommen. Sgr. Freitag den 17. Mai 1880.(Paschalis.) 12. Jahrg. Nr. 118. Düsseldorf. Vom 15. Mai. Die Freifrau von SpiegelBorlinghausen, welche unter ihren vielen Wohlthätigkeitsstiftungen auch die Lambertus=Kleinkinderschule begründete, hat heute Nachmittag den sämmtlichen Zöglingen dieser schönen Anstalt, deren Zahl nicht weniger als zweihundert Mädchen und Knaben beträgt, in ihrer Wohnung ein Abschiedsfest veranstaltet. Im Geleite der beiden Lehrerinnen begab sich die ganze Schaar der Kinder gegen 4 Uhr dorthin; hier empfing die Freifrau von Spiegel sie in Eigener Person, führte sie in den Garten und bewirthete sie aufs Freundlichste. Die glücklichen Kleinen mußten ihre verehrte Beschützerin alle einzeln begrüßen; alsdann trug ein Mädchen aus ihrer Mitte ein Gedicht vor, dessen herzliche Worte den allgemeinen Dank aussprachen und den Segen des Himmels auf die edle Beschützerin der Armuth herabflehten. Zum Schluß sangen die Kinder im Chore ein Abschiedslied. Der hochverehrten Frau, deren wohlthätiges Wirken so unzählig viel Gutes für unsere Stadt gethan, folgt der Dank der gesammten Einwohner, die ihre edle Wirksamkeit noch lange schmerzlich vermissen werden. Der frühere Chef des literarischen Bureaus im Ministerium des Innern, jetziger preußischer GeneralConsul in den Donaufürstenthümern Hr. v. Meusebach, durch seine Thätigkeit in den Kammern und seine eifrige Theilnahme an den Bestrebungen der Kreuz ZeitungsParthei bekannt, befindet sich in diesem Augenblicke hier, um Kenntniß zu nehmen von der Industrie des bergischen Landes. Bei Herrn Goldarbeiter Ph. Schmitz auf der Bergerstraße ist der neue Pokal, den die Stadt Düsseldorf zum zweiten Ehrenpreis im Gesang=Wettstreit bestimmt hat, ausgestellt; es ist ein silbervergoldeter Römer in einfacher aber höchst geschmackvoller Form, geziert mit den emaillirten Wappen der Stadt und des Männergesangvereins. Die Zeichnung ist von Herrn Th. Schmitz unter dessen Leitung auch die Arbeit vollendet wurde. Vor einigen Tagen ist es der Polizei gelungen, ein Diebespaar zu verhaften, das mit beispielloser Frechheit verschiedene hiesige Waarenlager geplündert hatte. Beide, Mann und Frau, trugen das Kostüm wohlhabender Bauersleute und benutzten diese Maske, um die Kaufleute arglos zu machen. Sie wußten die Zeit abzupassen, wo die Inhaber der Kaufläden sehr beschäftigt waren, traten alsdann zu den übrigen Kaufenden ein und während der Mann feilschte und so die Aufmerksamkeit ablenkte, wußte die Frau allerlei brauchbare, zum Theil werthvolle Waaren unter ihre Kleider zu verbergen. Nachdem Einer der Kaufleute Verdacht geschöpft und die Polizei auf jenes Paar aufmerksam gemacht hatte, gelang es alsbald, den Thatbestand festzustellen, eben als das Weib, sich unbemerkt glaubend, ihre Beute enthüllte. Nach der Verhaftung soll es sich ergeben haben, daß es wohlhabende Leute aus dem Bergischen waren, die sich mit ihrem ehrlichen Erwerb der Seidenweberei nicht begnügten. Die Ueberführung war so vollständig, daß sie ferner auch bei dem saubern Nebengeschäfte keine Seide mehr spinnen werden. zu Elberfeld. (Fortsetzung.) Diese Absicht aber könne beim Barrikadenbau nicht unterstellt werden und sei die Anwendung der offenen Gewalt nicht nachgewiesen. Was das Preßvergehen des Angeklagten Henseler betrifft, so sucht der Redner zunächst sein früheres Leben zu entschuldigen und behauptet, derselbe habe in sein Blatt„die freie Presse" Manches aufnehmen müssen, um Brot zu haben, daß er mit dem Strom habe schwimmen mussen, daß aus dem Umstande, daß der Artikel am Ende der Unruhen erschienen sei, es Henseler nicht mehr für möglich habe halten können, daß noch ein Kampf mit dem Militär stattfände, besonders weil 2 Räthe der Krone Eiberfelder waren, daß dadurch die Angabe des Angeklagten glaubwürdig erscheine, er habe durch diese Artikel bloß vom gemeinen Verbrechen abhalten wollen. Wolle man in dem Artikel eine Anreizung finden, so sei dieses keinesfalls eine directe, denn diese könne nur dann vorhanden sein, wenn der Anreizer das Bewußtsein habe, daß in Folge seiner Anreizung das Verbrechen ausgeführt werden könne. Dieses Bewußtsein aber habe Henseler nicht haben können. Was die Freischärler betrifft, so sei bei Keinem derselben die verbrecherische Absicht nachgewiesen; viele derselben hätten nicht einmal Waffen getragen und konnten also auch zu keiner bewaffneten Bande gehört haben, viele wären auch gewiß nach Hause gegangen, so bald Militär gekommen wäre. Von einem Widerstande dieser Leute könne keine Rede sein. Da kein Attentat und kein Bürgerkrieg vorliege, so könne auch von keine strafbaren Banden die Rede sein. Der Vertheidiger schließt seinen Vortrag mit der Aufforderung an die Geschwornen, sich auf den Standpunkt des vorigen Jahres zu stellen; thäten sie das nicht, so könnten sie kein gerechtes Urtheil fällen. Er fordere strenges Recht. Eins aber sei wahr: nicht das Strafen schließt den Schlund der Revolution, sondern die Versöhnung!" Vertheidiger Deycks beginnt seinen Vortrag damit, daß er die schwere Schmach und das Unglück, welches über die Stadt Elberfeld gekommen, der unterlassenen Pflichterfüllung der Civil= und Militair=Beamten zuschreibt, obschon es ihnen an den erforderlichen Kräften zur Unterdrückung des Aufstandes nicht gefehlt habe. Hinreichende Militairmacht sei vorhanden gewesen, aber anstatt mit entschiedenem Ernst zur rechten Zeit einzuschreiten, habe man nur drohend gespielt und durch unerklärtes Nichtsthun, durch voreiliges Zurückweichen die aufgeregten Massen in einen wohlfeilen Siegesrausch versetzt. Auch an den richtigen Rathschlägen habe es nicht gefehlt. Oberbürgermeister und Stadträthe seien an dem verhängnißvollen Tage den Militair= und Civilbeamten mit Rath und That entgegen gegangen und zur Seite gestanden. Aber Alles umsonst. Die Vorschläge zur Versöhnung wurden mit Entrüstung von der Hand gewiesen, der Rath und die Aufforderung; die vorhandenen Kräfte für Aufrechthaltung der Ruhe und Sicherheit der Stadt zu entfalten, vornehm geringschätzig überhört. So sei das Unglück über die Stadt gekommen, so habe ein braver Offizier eines beklagenswerthen Todes sterben, mehrere unschuldige Bürger als Opfer fallen und Elberfeld 8 Tage seinen Verkehr gehemmt sehen müssen. Man hätte erwarten dürfen, daß die Staatsgewalt den Fehlern ihrer Beamten Rechnung tragen und das Geschehene durch eine Amnestie vergessen machen werde. Allein auch diese Erwartung, die sich auf die Antecedentien in der Hauptstadt stützte, wo weit schwerere Frevel sofort amnestirt worden sind, ist getäuscht. Der Redner schildert dann den Zustand der Stadt am Abend des 9. Mai und zeigt, wie eine vollständige Anarchie eingetreten, nachdem die Militärmacht, ohne auch nur den Versuch gemacht zu haben, sich den Frevelthaten entgegen zu stellen, sich zurückgezogen, die höchsten Regierungsbeamten für gut gefunden, unter dem Schutze der Bajonnette abzureisen, der Oberbürgermeister und die Polizeioffizianten unsichtbar geworden seien. Es wird dann gezeigt, wie die Bildung des Sicherheits=Ausschusses unter diesen Verhältnissen eine wahrhaft rettende That gewesen; wie die Bildung desselben, in welchem Mitglieder des Gemeinderathes, Leute der Gesetzeskunde, Richter, Beamte des öffentlichen Ministeriums und Advokaten fungirt hätten, nicht strafbar gewesen, wie auch dieses nicht von dem öffentlichen Ministerium behauptet worden sei. Wenn nun die Bürger dieser Ausschüsse, deals die rechtmäßige Obrigkeit für die Stadt installirt gewesen, Gehorsam geleistet, wie es ihre Pflicht war, so konnten sie dieserhalb nicht zur Bestrafung gezogen werden. In diese Kathegorie, meint der Vertheidiger, gehörten seine Clienten, die Stellen bekleidet und mit Führung der Banden vom Sicherheits=Ausschuß beauftragt gewesen. Es sind dieses zunächst Wohlmeiner und Jansen, deren Straflosigkeit er noch daraus herzuleiten versucht, daß weder Attentat, noch Rebellion, noch strafbare Plünderung vorgelegen habe, daß Alles, was geschehen, auf Befehl des Sicherheits-Ausschusses geschehen sei. Ebenso vertheidigt er mehrere Personen, die des Barrikadenbaues wegen angeklagt sind. Zum Schluß verwahrt auch er sich gegen die Behauptung der Staatsbehörde, daß der politische Klub die Schuld der Ereignisse in Elberfeld trage. Wer dieser Behauptung beipflichten wolle, müßte die Ereignisse der beiden jüngsten Jahre aus der Erinnerung völlig weggewischt denken. Der Vertheidiger Servaes erhält hierauf zum zweiten Male das Wort zur Vertheidigung seiner noch übrigen Clienten. Er benutzt diese Gelegenheit, um nochmals die Behauptung des Oberprokurators zu bekämpfen, daß der politische Klub als der Leiter und Führer der Elberfelder Bewegung angesehen werden müsse. Der Grund, der die Staatsbehörde zu dieser nur in der Luft schwebenden Behauptung veranlaßt habe, könne lediglich darin gefunden werden, daß man damals zur Beherrschung der Unruhe, der Aufgereiztheit und völlig losgebundenen Leidenschaften einer Parthei bedurft habe, welche von Einfluß auf die Massen gewesen. Damals hätten nur zwar drei politische Klubs bestanden und demnach sei zu untersuchen, welchem ein Einfluß auf die Bevölkerung beigewohnt habe. Bei dem sogenannten constitutionellen Klub sei derselbe nie gewesen, da dieser von Haus aus als ein in sich zerfallener betrachtet werden könne; derselbe habe sich wahrlich bei den extremen und völlig auseinandergehenden Richtungen, die die Mitglieder unter sich eingeschlagen, in zwei Partheien getheilt, in den sogenannten Treubund und in den eigentlichen constitutionellen Verein, ein anderer Verein, der für wahres Bürgerwohl. Dieser letztere habe sich hauptsächlich und allein in Adressen und Zustimmungsbeschlüssen zu Gunsten des damaligen Regierungssystems und Ministeriums wirksam gezeigt, sei in der Wirklichkeit aber niemals in eine sichtbare Erscheinung getreten, auch seien dessen Führer, wie bekannt, schon vor dem 9. Mai bereits alle verschwunden. Es sei demnach nur der politische Klub übrig geblieben; er habe allerdings an der Spitze der Agitation gestanden; Agitation sei aber kein Verbrechen, sei vielmehr ein Recht und träfe daher weder den politischen Klub, noch die, die ihn besuchten, der gerügte Vorwurf. Sich zur Vertheidigung des Angeklagten ErbschloeMüller wendend, will der Redner Alles zugeben, was gegen ihn behauptet werde, aber dennoch müsse er freigesprochen werden. Wenn der Angeklagte auch gesagt habe, im Island und im Gemeindegange müsse eine Barrikade gebaut werden, habe er sich denn dadurch einer Theilnahme an der Rebellion schuldig gemacht? Nein, die bloße Aufforderung hierzu sei nichts als eine Ertheilung von Rathschlägen, es seien diese Worte des Beschuldigten vielmehr lediglich als der Ausdruck seiner persönlichen Meinung zu betrachten. Das Oeffnen und Schließen der Barrikaden, das man ihm ferner vorgeworfen, sei höchstens blos ein Wiederherstellen bereits vorbandener Zustände zu nennen. Es lasse sich nicht verkennen, daß diese Barrikaden wesentliche Hindernisse der Ausübung der öffentlichen Macht gebildet, das Gesetz verlange aber als Requisite nicht Hindernisse, sondern wirkliche Thätlichkeiten gegen die amtlich han delnden Personen gerichtet. Der Vertheidiger macht nun noch auf eine Menge Momente aus den Verhandlungen aufmerksam, die Vieles zu Gunsten des Angeklagten ergeben.— Was die Angeklagten Krückert und Hohegen, als Theilnehmer an der Rebellion beschuldigt, betreffe, so könne doch da, wo, wie nachgewiesen, keine Rebellion vorhanden, offenbar auch von einer Theilnahme nicht die Rede sein, auch nicht in der Beschaffung von Pulver und Blei gefunden werden— Handlungen, die höchstens als unangebrachter Eigennutz angesehen werden könnten. Es sei ja zu jener Zeit kein Beamter, geschweige denn einer zu sehen gewesen, der der Ausübung seiner Amtspflicht treu obgelegen, wo wäre da und von wem ein Widerstand gegen die Person desselben denkbar? Eine Solidarität der Handlungen falle weg, da die Anklage selbst es nicht gewagt habe, ein Complot, eine Mitwissenschaft aller thätlich handelnden Personen zu behaupten. Wäre die Anklage gegen die genannten Personen gerecht, so müßte der ganze Gemeinderath, der dem Schicherheits=Ausschuß Gelder zur Disposition stellte, vor Gericht gestellt werden, da er jedenfalls, bevor er denselben legalisirte, um dessen Zweck gewußt haben müsse. Hinsichtlich des Fontaine, der der deutschen Sprache nicht mächtig sei, so sei die Anklage auch da unbegründet, da diese Sache nur auf dem Umstande beruhe, daß man sich gegenseitig nicht habe verständlich machen können. Weder eine Plünderung, noch ein Versuch dazu habe stattgefunden, weil kein Gegenstand von dem Angeklagten berührt sei, noch Anstalten gemacht worden seien, irgend etwas gewaltsam, in eigennütziger Weise wegzunehmen. Der Redner schließt mit folgenden Worten: der Staat kann nur da Achtung vor dem Gesetze verlangen, wo dasselbe im Allgemeinen in voller Geltung besteht, nicht aber in Zeiten der Aufregung, in welchen die Verhältnisse eine ruhige Sammlung des Geistes nicht gestatten, in welchen nicht blos örtlich, sondern allgemein eine Verwirrung der Rechtsbegriffe vorherrschend geworden, in welchen die Meisten und Besten der Nation mit sich darüber nicht klar geworden, auf welcher Seite das Recht und auf welcher das Unrecht sich befunden. Der letzte Redner in dieser Sitzung ist der Advokat=Anwalt Bloem. Die Clienten desselben sind theils der Plünderung, tbeils der Hehlerei beschuldigt, theils gehören sie den Freischärlern an. Nachdem der Redner darauf hingewiesen, wie unpassend unsere in einer Zeit eiserner Militärherrschaft und unter kasierlichem Regimente gegebenen Gesetze seien in einer Periode großer, gewaltsamer politischer Entwickelung und für seine Klienten nicht verlangt, daß der Geschworne sich auf die Höhe der Zeit stelle und von dort seinen Maßstab bei Beurtheilung der heutigen Anklage nehme, sondern nur, daß derselbe das Gesetz in die eine Wagschale, die bewiesenen oder eingestandenen Handlungen in die andere lege, geht er dazu über, die Unsicherheit und Schwäche der Anklage nachzuweisen, die schwanke zwischen den Bestimmungen des Gesetzes über Attentat, Attentat zum Zweck der Vernichtung der königl. Gewalt, Attentat zum Zweck der Erregung des Bürgerkrieges, Theilnahme am Attentat, Rebellion, Theilnahme an der Rebellion und vieles andere, und dann, als sie keinen dieser Stühle sich gerecht findet, in die Untersuchung eines politischen Verbrechens von Männern, die durch eine wenigstens in ihren Itentionen große Zeit zu exaltirten Handlungen getrieben worden, die aber alle — mit einigen wenigen Ausnahmen ehrenwerth dastehen, — die Anklage wegen gemeiner Verbrechen hinein bringt. Die Verletzungen der Prinzipien, worauf das Staatsgebäude beruht, sollen zuletzt zusammenschrumpfen zu gemeinen Verletzungen des geheiligten Eigenthumsrechts. Ein einziger, oberster, bereits von dem Collegen Elbers erwähnter Grundsatz schlage diese Wendung der Anklage zu Boden, der Grundsatz, daß wo die Absicht fehlt das Verbrechen zu begehen, das Verbrechen nicht existire. Der Redner wendet sich hierauf zu der am Carnap'schen Hause vorgefallenen Plünderung und zeigt, daß dasjenige, was dort vorgegangen unwiderleglich den Zweck dieses Angriffs darthue. Es sei dort eine Stelle gewesen, die durch das Kreuzen der Hauptverkehrsstraßen und durch die Stellung des in der Nähe aufgepflanzten Militärs zur Aufstellung einer Barrikade geeignet war, wie kaum eine andere; hierhin sei nun auch alles dasjenige hingetragen, was sich an tragbaren Gegenständen im Hause befunden habe und so sei jene berühmte Monstrebarrikade entstanden. Es sei keineswegs die Absicht der Eindringlinge gewesen, zu stehlen oder zu plündern; die reichsten Gegenstände, Gold und Silder hätten, wie das notorisch sei, Tage lang auf der Barrikade gelegen, ohne berührt zu werden. Man habe Wachen hingestellt, um dieses Eigenthum zu schützen und wenn auch eine Zerstörung von Mobilargegenständen durch Einzelne stattgefunden habe, so sei das etwas, was allerdings die Haupthandlung begleitet habe, aber nothwendig davon getrennt werden müsse und dem Charakter derselben kein anderes Gepräge aufdrücken könne.(Schluß folgt Morlin. Von den Verhandlungen des FürstenCongresses verlautet, daß die Vertreter der drei Hansestädte einem Provisorium zugestimmt haben. Die freien Städte wollen jedoch weder einer von den Unionsfürsten beabsichtigten gemeinschaftlichen Antwort an das östreich. Kabinet, hinsichts der Beschickung des Frankfurter Staaten=Congresses, noch einem gleichfalls zu erlassenden Manifeste beitreten. Es stellt sich überhaupt nunmehr fast als unzweifelhaft heraus, daß die Unionsregierungen nicht davon ablassen werden, sich, falls eine Betheiligung an dem Frankfurter Congresse beschlossen wird, einzeln auf demselben vertreten zu lassen. Hier würde der Punkt sein, welcher der Union gefährlich werden dürfte. — Hr. v. Lepel, der Bevollmächtigte des Großherzogthums Hessen ist am 13. wieder hier eingetroffen.— Montag fand eine außerordentliche Vorstellung der Oper „Martha" im Opernhause statt, zu der nur auf Einladungen der Zutritt gestattet war. Außer dem Hofstaate waren die Billets an das Militair der hiesigen Garnison, als an Unteroffiziere und Soldaten, an deren Frauen und sonstige wirkliche Angehörige ausgegeben. Nach der Oper fand ein großes Souper im Concertsaale des Opernhauses statt, wozu die sämmtlichen fremden Fürsten, ihre Begleiter und alle zum Hofe gehörigen Personen eingeladen waren Es war für 500 Personen gedeckt. — In Bezug auf die Stellung Preußens als Kriegsherr der Union wurde von den Fürsten gewünscht, daß Preußen schon jetzt und vor Erlaß des vorbehaltenen Gesetzes über die Wehrverfassung der Union, die Oberaufsicht über die Wehrverfassung der Unionsstaaten in der Art übernehme, daß sowohl die Wehrhaftmachung als die Einübung der einzelnen Contingente für alle Fälle gesichert sei. Dem Könige ist von dem Congresse die Einsetzung zweier Unions=Minister überlassen worden. Das Fürsten=Collegium soll eingesetzt werden mit einer Theilung in halbe Stimmen, wobei die Stimmen Sachsens, Hannovers und der Hessen vorläufig ruhen würden. Die Ausübung und die Regelung der Stimmenführung in den combinirten Kurien ist den einzelnen Staaten überlassen. Ueber die Beschickung des Revisions=Congresses in Frankfurt ist folgender Gang beschlossen worden: Es wird vor Beschickung des Revisions=Congresses eine Note an das wiener Cabinet erlassen, und zwar von jeder Regierung einzeln dieselbe, in welcher gegen die Berufung einer Bundes= Plenar=Versammlung protestirt und die Befugniß Oestreichs zur Usurpirung eines Präsidialrechts für nichtig erklärt und der frankfurter Versammlung jede Eigenschaft, die an das Plenum erinnern könnte, bestritten wird. Diese identische Note, welche hier entworfen wird, geht, wie gesagt, zuvörderst nach Wien. Die hierauf auf den Revisions=Congreß zu entsendenden Commissare erhalten alle eine gemeinsame Instruktion, welche ebenfalls hier festgestellt und in welche die bekannte Reservation aufgenommen wird, die nur eine definitive Gestaltung des Bundes unter Anerkennung der Union als Bundesgliedes zuläßt. Dieses sollen die bisherigen Resultate der Conferenzen sein, welche noch fortgesetzt werden. Kurhessen beharrte dabei immer auf seiner Erklärung, daß der Zeitpunkt, die Union zu organisiren, noch nicht gekommen sei v. Lepel für das Großherzogthum Hessen verhielt sich passiv; er hatte keine Instruktion, auch nicht zum Widerspruch. v. Winzingerode für Nassau stimmte immer mit der Majorität, salva ratificatione des Herzogs. Ueber das Detail Weiteres zu erfahren, war nicht möglich. Es scheint, daß der Congreß doch noch bis Ende der Woche dauern wird, die Protokolle aber werden sofort für den Druck vorbereitet. — Die größte Indignation herrscht hier unter den Ministern der Unions=Staaten über die Aufnahme des dänischen Agenten v. Bülow als„BundestageGesandten" Dänemarks für Holstein. Der preußischen Regierung war es bisver gelungen, seine Accreditirung bei der Bundes=Commission in Frankfurt zu verhindern, trotz des Fürsten Gortschakoff russischen Verwendungen. Kinkel ist, wie wir schon meldeten, nach Spandau gebracht worden. Die Begleiter des gefangenen Dichters überbrachten dem Gefängniß=Director ein Schreiben des Ministers v. Manteuffel, in welchem der Gefangene rücksichtsvollerer Behandlung empfohlen wird. In Folge dessen ist Kinkel jetzt das Tragen der Sträflingsjacken und das Abscheeren des Haupthaares erlassen. Breslau, 13. Mai. Heute haben die Verhandlungen des Maiprozesses vor dem hiesigen Schwurgerichte begonnen. 14. Mai. Vorgestern passirten ein Paar Hundert Mann preußischer Husaren von Düsseldorf kommend unsere Stadt. Sie sind als ErsatzMannschaft für das in Schleswig stehende 11. HusarenRegiment bestimmt. Frankreich. Thiers seit 17 Jahren kinderlos verheirathet, steht jetzt auf dem Punkte, Vater zu werden. Gleich nach beendigtem Wochenbette der Frau wird er mit ihr und dem Kinde nach Rom reisen, wo dasselbe von dem Papste persönlich die Taufe empfangen wird. Pius IX. der Thiers sehr zugethan ist, will ihm diesen Beweis seiner Achtung geben. — Die aus London eingetroffenen Depeschen bezüglich der griechischen Frage sollen nachgiebig und versöhnlich lauten; man erwartet daher, daß der zu London abgeschlossene Vertrag noch nachträglich zur Geltung kommen wird.— Die National=Bersammlung hat am 14. ein Gesetz angenommen, wonach um dem Ueberhandnehmen der Ordensverleihungen ein Ende zu machen, noch bis zum Jahre 1866 in der Ehrenlegion auf je 2 Vacanzen durch Sterbefälle eine neue besetzt werden soll. Auf die Armee hat dieses Decret jedoch keinen Bezug.— In derselben Sitzung wurden viele Petitionen aus Paris und den Departements gegen das WahlProjekt eingereicht Dänemark. Bereits am 10. hat der preußische General von Below, in Begleitung des preußischen Gesandten v. Werther mit dem Könige und dem Premierminister auf Frederiksborg eine Zusammenkunft gehabt. Die Schleswig=Holsteinischen Vertrauensmänner haben ebenfalls eine lange Conferenz mit dem Kammerherrn Reedz gehabt. Die englische Flotte hat am 4. Salamis verlassen und die Richtung gegen Malta genommen. Feuilleton. Novelle von Eduard Maria Oettinger.*) 1. Jerome, der jüngste Bruder des Kaisers, war Zögling des College de Juilly und hatte dasselbe nach dem achtzehnten Brumaire verlassen, um sich auf gut Glück dem Seedienste zu widmen. Unter dem Oberbefehle seines Schwagers Leclere hatte er als Schiffslieutenant oder, was seine eigene Schwester Pauline zugab, als fünftes Wagenrad, die Expedition nach SantDomingo mitgemacht, war von dort mit höchst gleichgiltigen Depeschen nach Frankreich zurückgeschickt worden und kreuzte als Fregattencapitain zwischen Martinique und Tabago Von den englischen Schiffen verfolgt, entfloh der gute Capitain nach Nordamerika. Nachdem er sich in Baltimore eine Zeit lang ohne alle Beschäftigung umhergetrieben und endlich nach langem Suchen bei einem der dortigen Kaufleute, Namens Patterson, ein bescheidenes Unterkommen als Commis gefunden, gelang es ihm die einzige Tochter dieses reichen Krämers, die junge engelschöne Mary Elisabeth, ein Mädchen von kaum achtzehn Jahre, zu verführen und die Eltern zu bewegen, ihr einziges Kind dem jungen leichtsinnigen Abenteurer zur Frau zu geben. Die Heirath erfolgte am 27. December 1803. Seine junge Frau erhielt eine Mitgift von fünfmalhunderttausend Dollars. Kaum sieben Monate vermählt, erfuhr der junge Ehemann, der sich von frühem Morgen bis spät in die Nacht hinein mit lustigen Freunden, unter denen sich ein gleichgesinnter Franzose, Namens Le Camus, befand, in den Kaffeehäusern umhertrieb und sich die Langeweile der letzten Flittermonde durch Hazard= und Billardspiel vertrieb, durch eben diesen Landsmann, der fleißiger als Jerome, die fremden Zeitungen las, die Nachricht von der Erhebung seines Bruders. Jerome, Jerome! rief Le Camus. Was giebt's? fragte der junge Taugenichts, der so eben einen unglücklichen Billardcoup ausgeführt und sich schmachvoll verlaufen hatte. Ich habe Dir eine frohe Botschaft mitzutheilen. Dein Bruder Napoleon ist.. Vielleicht fortgejagt oder gar guillotinirt worden? Was kümmerts mich? Im Gegentheil beneindenswerther Freund! Der erste Consul Bonaparte ist durch Senatsbeschluß vom 18. Mai dieses Jahres— unerhört— als Napoleon I. zum Erbkaiser der Franzosen erwählt worden. Was sagst Du? fragte der Commis, sein Queue auf's Billard schleudernd. La vérité, rien que la vérité. Hier stehi's im Moniteur, der in diesem Augenblicke angekommen ist. Unmöglich! rief der entflohene Fregattencapitain. Ungläubiger Thomas, da lies es selbst! Le Camus reichte ihm die Zeitung. Jerome fing zu lesen an, drebte sich wie ein Kreisel neun bis zehn *) Bruchstück aus dessen neuem historischen Romane„König Jerome und sein Capri," der drei Bände stark im Herbste dieses Jahres erscheinen wird. Mal auf dem Absatze seines Stiefels herum und schrie wie ein Verrückter aus voller Kehle: Mein Bruder ist Kaiser der Franzosen. Vive l'Empereur! Vive l'Empereur! Einige Stämmgäste fingen zu zischen an. Der Bruder des neugebackenen Kaisers rannte, ohne seine Partie vollendet und seine Zeche bezahlt zu haben, zum Saale hinaus und spornstreichs zu seiner jungen Frau. Ich will für ihn zahlen, sagte Le Camus und eilte ihm nach, doch war's zu spät, um ihn einzuholen, denn Jerome flog, als hätte das unerwartete Glück ihm die Flügel eines Condors geliehen. Gratuliren Sie mir, Madame, rief er, als er athemlos in das Zimmer seiner Frau eingetreten war. Und wozu, mein Freund? fragte sie mit der ihr eigenthümlichen Seelenruhe. Mein liebenswürdiger Bruder, Napoleon. Seit wann findest Du ihn liebenswürdig? Seit einer Viertelstunde! Aber unterbrich mich nicht, gute Elisabeth, und höre, was ich Dir mitzutheilen habe. Mein charmanter ausgezeichneter Bruder, den Gott noch lange Jahre zum Heile seiner Familie erhalten moge, ist— denke Dir das unverschämte Glück! — am 18. Mai— hinter meinem Rücken!— Kaiser der Franzosen geworden. Du treibst Deinen Scherz mit mir... Nein, Elisabeth, nein! Es ist wahr, so wahr ich Jerome heiße und das Glück habe, der leibliche Bruder Seiner Majestät zu sein. Siehst Du, ich habe mich nicht getäuscht. Habe ich Dir und Deinem Vater nicht oft genug gesagt, daß aus diesem Jungen einst noch etwas Großes wird? Dein Alter hat's nie glauben wollen. Nun wird's ihm bald jeder Gimpel— und deren giebt's hier so viele— vom Dache zurufen: Napoleon Bonaparte ist Kaiser der Franzosen! Vive l'Empereur, rief er zehn Mal in einem Athemzuge, gebehrdete sich aus lauter Freude wie ein Kind und umarmte— was schon seit Monaten nicht mehr geschehen war— seine junge, schöne, hoch erstaunte, aber wenig erfreute Frau. Nun erst, mein guter Jerome, begreife ich diese plötzliche Umwandlung. Noch gestern war Napoleon in Deinen Augen ein kalter herzloser Egoist, der sich — wie Du Dich oft beklagt— nie viel um Dich bekümmert haben soll und heute ist er... Ein Engel, ein Gott, denn er ist Kaiser der Franzosen! Vive l’Empereur! Vive l’Empereur! Rufe mit, Elisabeth, wenn Du haben willst, daß ich Dich auch fernerhin so treu und innig lieben soll als bisher. Elisabeth fing laut zu seufzen an. Sie seufzen, Madame? Und warum? Bin ich Ihnen nicht mehr gut genug? Oder schmerzt es Sie daß mein großer, erhabener, unsterblicher Bruder zu der schwindelnden Höbe eines Kaisers der Franzosen emporgestiegen? Er hätte lieber Consul bleiben sollen. (Fortsetzung folgt.) Civilstand der Sammtgemeinde Düsseldorf. Gestorbene. Den 18. April, Wilhelm, S. des Schlossers Heinr Schneppershoff, Wallstraße. Den 19., Franz Johann, S. des Gelbgießers Wilhelm Heinecke, Muhlenstraße. Den 20, Marie Julie, T. des Gerbers Heinrich Schröder, Pempelfort.— Anton Friedr., S des Barbiers August Falkenbach, Citadellstraße. Den 21., Heinrich, S des Musikers Anton Theodor Contzen, Zollstraße. — Joseph Eduard Hubert, S. des Bäckers und Brauers Jos. te Stroote, Ratingerstraße.— Wilhelm Carl, S. des Kappenmachers Caspar Keil, Flingerstraße.— Joseph Damel Hubert, S. des Tagelöhners Johann Flader, Ratingermauer. Den 22., Theodore Josephe, T. des Kleidermachers Wilhelm Hennig, Hohestraße. Den 23., Johann Wilhelm, S. des Schlossers Johann Kraus, Bastionsstraße.— Johann Theodor, S des Schre ners Gerhard Wenders, Bolkerstraße.— Marie Christine Hubertine, T. des Färbers Adolph Haack, Pempelfort.— Anne Christine, T. des Gärtners Franz Bensberg, Stoffeln.— Albert Wilhelm Gisbert, S. des Kaufmanns Johann Gottfried Wenker, Bolkerstraße— Christine Friederike Elisabethe, T des Metzgers Theodor Föll, Marktstraße. Den 24., Johann Theodor, S. des Gärtners Mathias Otten, Oberbilk.— Johann Theodor, S. des Brückenwärters Cornelius van Gelder, Akademiestraße.— Maximilian Hermann, S des Stuckaturers Jakob Umlauf, Flingern. Den 25., Carl Anton, S. des Gärtners Nikolaus Guinder, Derendorf.— Therese Caroline Hubertine, T. des Maschinisten Heinrich Braden, Flingerstraße.— Catharine Gertrude, T. des Hufschmiedes Theodor v. d. Driesch, Mühlenstraße.— Catharine Caroline, T. des Tagelöhners Wilhelm Rosen, Ritterstraße. Den 26., Johann Heinrich, S. des Winkelierers Johann Piro, Ratingermauer.— Gertrude Franziska Elisabetha, T des Winkelierers Jakob Arenbrecht, Kapuzinergasse.— Michgel, S. des Tagelöhners Gerhard Schramm, Flingern. Den 27., Franz Xaver Maria Hubert, S, des Professors Joseph Keller, Poststraße— Maria Catharine Wilhelmine, T. des Ackerers Anton Dübgen, Flingern— Jakob Carl Hubert, S des Klempners Jakob Janes, Derendorf. Den 28., Melchior Joseph, S. des Gärtners Joseph Andree, Hamm.— Wilyelm Hubert, S. des Winkelierers Wilhelm Tempte, Reuterkaserne. 2 uneheliche Kinder. Eheversprechen, verkündigt am Sonntag den 12. Mai 1850, bestehend zwischen: 1. dem Kaufmann Maximilian August Boeddingshaus zu Elberfeld und der Maria Louise Baum von hier; 2. dem Bäcker Johann Weber und der Catharine Hubertine Schwengers, beide von hier; 3. dem Schuhmacher Peter Heuser und der Josephe Amalie Johanne Giesen, beide von hier; 4. dem Tagelöhner Peter Paul Finck und der Catharine Volmer, Wittwe des Anstreichers Peter Bensberg, beide von hier; 5. dem Mechanikus Alexander Emil Schrödter und der Margarethe Constantie Henriette Brewer, beide von hier: 6. dem Schuhmacher Pet. Hornstadt zu Neustadt und der Josephe Meuter zu Bilk; 7. sdem Ackerer Wilhelm Rudolph und der Marie Christine Lichtschlag, beide zu Derendorf; 8. dem Färber Johann Rübel und der Caroline Bucheneau, beide zu Oberbilk; 9. dem Möbelfabrikanten Oswald Adolph Pourroy, hier und der Elisab. Josephe Koenig zu Prüm. Frucht=, Getraide= und Oelpreise Anzeige. Düsseldorf, den 16. Mai 1850. Angekommen: Herschel von Bonn mit 264 Ctr.— Aug. Noll von Vallendar mit 300 Ctr.— M. Rosen von Mannheim mit 1908 Ctr.— Henebruck von Mannheim mit 4000 Ctr. In Ladung: H. W. Biltjes nach Antwerpen bis zum 22. Mai.— P. Poß nach Coblenz, der Mosel und Saar. Abgefahren: S. Schmitz nach Emmerich mit 240 Ctr. Die Götter vertheilen ihre Gaben auf gar eigene Art; während Einige im Schlafe glücklich werden, erhalten Andere bei den größten Anstrengungen oft Nichts. An obige Wahrheit wurden wir unwillkürlich erinnert, als wir den Beschluß des Gemeinderathes in Nr. 104 d. Bl. lasen, durch welchen den während der Cholerazeit thätigsten Aerzten eine Gratifikation zuerkannt wurde. Einsender dieses, welche Gelegenheit hatten, die ausgesetzten Bemühungen des Wundarztes Herrn Anton Zeck zu beobachten, wundern sich mit Recht, daß ihm, diesem thätigen und sich aufopfernden Manne, ein so geringer Antheil wurde. In der That ein viel zu geringer Antheil, wenn man bedenkt, daß nicht allein Muth dazu gehörte, dieser, namentlich im Anfange erschreckend auftretenden Seuche kühn entgegen zu gehen, sondern daß es eine große Aufopferung ist, wenn ein Mann, welcher voraussieht, daß er von den meisten Kranken, zu welchen er gerufen wurde, nicht den mindesten Lohn zu erwarten hat, dennoch seit 4—5 Wochen wenig auf's Bett kam, sondern meistentheils in den Hütten der Armuth thätig blieb. Er, Wundarzt Ant. Zeck, war es hauptsächlich, wie seine Nachbarn gern bezeugen werden, zu welchem in so vielen wahren und scheinbaren Cholerafällen fast alle Armen ihre Zuflucht nahmen; und nie versagte er ihnen seine Hülfe! Ja, darum, weil er die Seuche in den Wohnungen der Armen bekämpfte und so ihrer weitern Verbreitung zu den reichern Häusern hin thätig und möglichst viel entgegenarbeitete, entzogen während der ganzen betr. Zeit eben die Reichern dem aufopfernden Arzte ihre Kundschaft aus Angst vor Ansteckung! Und 40 Thaler sein Lohn! 40 Thlr. dafür, daß er die Ausbreitung der Seuche in der Stadt möglichst verhinderte! daß er sein Leben auf's Spiel setzte für Andere! daß er 4—5 Wochen in erschöpfender Arbeit sich abmüdete!— Dagegen erhielt der angestellte Krankenwärter 20 Thlr., der ohnehin die Kranken pflegen mußte, weil er dafür sein Gehalt bezieht. Nicht, daß wir Letzterm jene Gratifikation mißgönnen; im Gegentheil! Aber wir fragen jeden Unpartheiischen, ist jenes Honorar für Zeck genügend und billig?— Wir hoffen, daß diesem Manne, welcher sich den Dank der Stadt verdient hai, ein Zusatz zu Theil werde, welcher mit seinen Leistungen im Einklang steht Ein Bürger für Viele. Das am Ende der verlängerten Kasernenstraße gelegene Haus Nr. 116 ist zu vermiethen. Das Nähere ist in dem hinter demselben besindlichen Hause zu erfahren. Bergerstraße Nro. 1171 ist die erste Etage zu vermiethen. Kunst=Ausstellung. Der Gallerie=Verein wird am Pfingst=Sonntage in dem großen Saale des neu erbauten Schloßflügels eine Ausstellung von Gemälden und Kunstwerken hiesiger und auswärtiger Künstler, welche dem Publikum größtentheils sonst nicht zugänglich sind, eröffnen. Zugleich wird in den untern Räumen des Schlosses die Ramboux'sche Sammlung zur Ansicht aufgestellt sein.— Das Lokal ist geöffnet von Morgens 10 bis Abends 6 Uhr. Eintrittspreis 5 Sgr., 10 Karten à 1 Thlr. sind in der Wohnung des Kastellans der Kunst-Akademie zu haben. Schluß der Ausstellung Sonntag den 26. Mai. Die Mitglieder des Vereins sind durch Vorzeigung der Quittung über den gezahlten Jahres=Beitrag für 1849, welcher vorher eingezogen wird, zum Besuche der Ausstellung legitimirt. Düsseldorf den 13. Mai 1850. Der Verwaltungs=Rath des Gallerie=Vereins. Auf Anstehen des Herrn Geheimen Commerzienrathes Diergardt zu Viersen soll am Freitag den 17. Mai d. I., Morgens 9 Uhr, bei dem Wirthe Herrn Moeker zu Hamm das Rodgras auf den Parzellen Nr. 37 bis 49 der Carl=Theodors=Insel und auf circa 10 Morgen im untern Binnenwasser an der Schneidmühle zu Hamm öffentlich parzellenweise an die Meistbietenden verpachtet werden. Der Wiesenhüter Heinrich Busch zu Hamm wird die Parzellen auf Verlangen anweisen. Düsseldorf den 6. Mai 1850. Coninx. Oeffentlicher Verkauf. Auf Anstehen der Direktion der Düsseldorfer Allgemeinen Versicherungs=Gesellschaft für See=, Flußund Land=Transport wird der unterzeichnete Notar am Freitag den 17. Mai, Morgens 9 Uhr, in dem Geschäftslokale der Herren Julius Wülfing u. Comp. hierselbst 17 Fässer Avignoner Krapp und 9 Fässer Avignoner Garancine, welche mehr oder weniger durch Seewasser havarirt, öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verkaufen. Die Waare ist in dem vorbesagten Lokale an dem Verkaufstage zu besehen. Düsseldorf den 8. Mai 1850. Euler. Daß ich meine Wohnung aus der Altestadt nach dem Markte, in das ehemalige Gouvernementsgebäude verlegt habe, beehre ich mich hierdurch anzuzeigen. Gleichzeitig empfehle ich meine Möbelhandlung und mein Commissionsgeschäft, indem ich ManufakturWaaren, Wein, Cigarren, überhaupt Gegenstände jeder Art in Commission nehme. Die mir in Commission gegebenen Gegenstände werde ich durch öffentliche Verkäufe und unter freier Hand verkaufen. G. Morschheuser. Waaren=Verkauf. Am Freitag den 17 Mai c., Morgens 10 Uhr, werden in der Behausung des Commissionairs Herrn G. Morschheuser am Markt im ehemaligen Gouvernements=Gebäude eine Parthie Manufaktur=Waaren, als: banmwollener und wollener Damast, Orlean, Thibet, Poil de Chevre, Mousselin de laine, Gingham, Umschlagetücher, eine große Parthie Gedrucktes und Nessel, überhaupt derartige Gegenstände, meistbietend verkauft. Der Gerichtsvollzieher Kolvenbach Verein„Genügsamkeit.“ Donnerstag den 16. d., Abends 8 Uhr: Berathung. Der Vorstand. Kölnische Feuer=Versicherungv=Gesellschaft, sanctionirt durch Allerh. Kabinetsordre vom 5. März 1840. Grund-Kapital Drei Millionen Thaler. Die Gesellschaft versichert sowohl Gebäude, als bewegliche Gegenstände aller Art gegen billige feste Prämien. Di. Waarenlager, die Schiffe, die Ernte, Produkte, Gemälde und das Vieh sind davon so wenig ausgeschlossen, wie das Risico der Miether und dasjenige der Recours= Ergreifung der Nachbarn. Versicherungs=Anträge beliebe man bei der HauptAgentur hierselbst, Mittel=Allee Nr. 185(in dem ehemaligen Hengstenberg'schen Hause) zu machen. den 19. und 20. Mai. Eintrittskarten für beide Tage kosten 20 Sgr. und sind bis Freitag den 17. d. Abends auf dem hiesigen Theatersaale; bei Herrn Kaulen(Stahl'sche Buchhandlung); Herrn Schulte(Buddeus'sche Buchhandlung); Herrn Bötticher; Herrn Bayrhoffer(Musikalienhandlung) und Herrn Geisler zu haben. Auswärtige Bestellungen erbittet man franco. Eintrittskarten für den einzelnen Tag kosten 15 Sgr. und sind bis zu den Festtagen und an der Kasse zu haben. Rhein=YffelDampfschifffahrtsGesellschaft. Dienst während der Monate April bis inclusive September vom 15. April an Abfahrt von hier Dienstags, Freitags und Sonntags, 1 Uhr Mittags, über Arnheim, Kampen nach Amsterdam. „ Montags, Mittwochs und Freitags, 6 Uhr Abendo, nach Cöln. Nähere Erkundigungen sind auf der Aaentur, Mittel=Allee Nro. 185(in dem ehemaligen Hengstenberg'schen Hause) einzuholen. Düsseldorf den 14. April 189 Elberfelder Eisenbahn. Gelegentlich des Pfingstfestes in Düsseldorf wird an beiden Tagen, den 19. und 20. d. M., Abends 10½ Uhr, noch ein Extrazug von Düsseldorf nach Elberfeld Steinbeck=abgehen, für welche die Personalkarten ebenfalls gültig sind.— Düsseldorf den 14. Mai 1850. Die Direction. Alle Diejenigen welche noch eine Forderung an den Regierungs=Präsidenten Freiherrn Spiegel von Borlinghausen zu haben vermeinen, werden ersucht, ihre spezifizirten Rechnungen bis spätestens zum 20. d. Mts. im Präsidial=Gebäude abzugeben. Bei Hermann Rothschild, Bolkerstraße, ist der dritte Stock zu vermiethen. (303) Eine ältliche Dame sucht in einem stillen Privathause 3 unmöblirte Zimmer, wenn möglich nebst Bedienung. Anerbietungen mit dem Buchstaben R. S. besorgt die Expedition d. Bl. Zwei möblirte Zimmer stehen zu vermiethen und können gleich bezogen werden in den Gärten vor dem BenratherThor im Hause Nr. 273 bei Wwe. Jos. Laurentius. Vermiethung. (251) Unterbilkerstraße Nr. 1037, nahe am Karlsplatz, ist das Unterhaus nebst Mitgebrauch des Speichers, Kellers und der Bleiche zu vermiethen. In der Expedition d. Bl. zu erfragen. Ein erfahrenes Dienstmädchen wird gesucht, Neustraße Nr. 637. Im Verlage von J. Scheible in Stuttgart ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben, in Düsseldorf in der Stahl'schen Buchhe (W. Kaulen): Die Wunder der elektrischen Telegraphie. Eine gemein verständliche Geschichte und Beschreibung derselben, nebst Andeutungen über ihre zukünftige Wirkung. Nach den besten, insbesondere englischen und französischen Quellen bearbeitet von Dr. Chr. Fr. Grieb. Mit vielen Abbildungen. Preis 11 Sgr. Porte-Monnaies mit Verschluß für Gold= und Papiergeld, stark, schön und billig bei W. Zengerly, Neu= und Mittelstraße. Am Mittwoch Nachmittag habe ich vom Steinwege bis zu meiner Wohnung, Wallstraße, ein grünes Notizbuch verloren, um dessen Zurückgabe ich bitte. Zugleich die Anzeige, daß ein tüchtiger Schreinergesell bei mir in Arbeit treten kann. J. A. Creson, Bau= und Möbelschreiner. (305) Für einen jungen Mann, der in der Spedition bereits beschäftigt war und eine gute Handschrift besitzt, ist auf einem hiesigen Comptoir eine Stelle zu besetzen. Anträge find bei der Exped. d. Bl. unter der Adresse A. Z. schriftlich einzureichen. (304) Ein braves Küchenmädchen, welches gute Zeugnisse beibringen und alle häuslichen Arbeiten verrichten kann, wird in Dienst gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. (302) In einer Braueret wird ein Lehrling von 15 bis 16 Jahren von braven und ordentlichen Eltern gesucht, der bald eintreten kann. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. (245) Wozwei bequem möblirte Zimmer billig zu vermiethen sind, auf Verlangen mit Kost, sagt die Expedition d. Blattes. Düsseldorf- Elberfelder, Eisenbahn. Auf der Düsseldorf=Elberfelder Eisenbahn sind vom 1. bis 10. Mai c. gefahren 8754½ Personen mit einer Einnahme von 2371 Thlrn. 21 Sgr. 10 Pf. Wasserstand. 16. Mai, Morg. 6 Uhr: 7' 11". Wind: Nord=West. „ 11„ 7’ 11¼".„ Nord=West. Zur Vermeidung von Verwechslungen mit dem sogenannten„Düsseldorfer Kreisblatt" erbitten wir uns alle Zusendungen unter der Adresse: Stahlsche Buchhandlung(W. Kaulen). Die Expedition des Düsseldorfer Journals und Kreisblatts. Fremdenblatt. Im Cölnischen Hof bei Stown mit Tochter und Bedienung, Rent. a Bradford. Miß Stown, a London. Müllenhaus, Kfm a Bern. Richardetz m. Gem., Gutsb. a Hamm. Bergerhoff, Kfmra Bieberich. Jansen, Kfm a Meurs. Fellinger, Kfm a Emmerich. Ditges, Kfmaa Aachen. van der Broch m. Sohn, Fabrik. a Deventer. Roth, Kfm a Mainz. Hertz, Maler a Leipzig. Rothschild, Kfm a Cöln. van Brock, Negociant a Paris. Ernst, Kfm a Cöln. Greidenbacher Hof bei Disch. Sr. Exc. Oberpräsident der Rhein=Provinz Eichmann, a Coblenz. v. Massenbach, Reg.=Präfident a Düsseldorf. Prett, Reg.=Assessor a Coblenz. Graf zur Lippe m. Bed., a Cöln. Görgens m. Frau, a Cöln. Machler m. Frau, a Erefeld. Kaltenstein m. Frau, Fabr. a Cassel. Sacks, Optikus a Berlin. Leisewitz, Kfm a Bremen. Droschel, Kfm a Berlin. Keller, Kfm a Frankfurt. Lebherz, Kfm a Leipzig. Zum Prinzen von Preuszen bei Wittwe E. Schleger. Scheppe, Oberst=Lieutenant u. Commandeur d. 16. Inr.=Reg. a Düsseldorf. Baron von Arnim a Brandenstein. von Meusebach, General Consul u. Geh.=Rath a Berlin. Blank m. Jem., Advocat a Amsterdam. von Baumbach, Offizier a Cöln. Kehrer, Kfm a Berlin. Köster, Kfma Wien. Schöller, Kfm a Düren. Heisch, Kfm a Hamburg. de Leuw, Dr.=Med. a Gräfrath. Hirschgens m. Gem, Kfm a Crefeld. Bredt, Kfm a Crefeld. Hork, Kfm a Elberfeld. Baron von Bülling m. Bedienter, a Forst. Montams, Kfm a Neuwied. Conze, Kfm a Langenberg. Heuß, Kfm a Hambürg. Braband, Kfm a Amsterdam. Hotel Vomhardt. Mumm, Kfm a Cöln. Östermann sen., Kfm a Elberfeld. Östermann jun., Kfm a Elberfeld. Just, Kfm a Cöln. Vitz, Kfm a Gladbach. ter Meer, Kfm a Crefeld. Schiefflin, Kfm a Crefeld. Kauertz, Kfm a Crefeld. Keppelmann, Kfm a London. Gerke, Kfm a Frankfurt, Frau Küchler m. Gesellschaft, a Cleve. Drießen m. Gem., Kfm a Bocholt. Jordan, Part. a Cöln. In den drei Reichskronen bei Beeking. de Buer, Part. a Haarlem. Bruno, Part. a Baden. von Braam m. Sohn, Rent. a Arnheim. de Kaston Part. a Prag. Smeiling mit Fam. und Bedienung, Part. England. Frau Eckhardt m. Fam., a Holland. Ermen m. Frau, Part. a Engelskirchen. Dopter Kfm a Paris. Renell m. Fam., Part. a England. Martfeld, Part. a England. van der Bosen, Kfm a Goch. Finninger, Kfm a Basel. Rohr m. Fam., Kfma Barmen. Scholtermann m. Fam., Rent a Wageningen Blanten m. Frau, Advokat a Gouve. Im Bönnischen Hof bei Rösberger. Hernkens, Kfm a Trier. Boffertz, Kfm a Nürnberg. Dausch, Priv. a Cöln. Elling, Rent. a Schweinfurt. Frau v. Wyk, a Bonn. Wülfing m. Fam., Rent a Düsseldorf. Sült, Kfm a Coblenz Eulhardt, Kfm a Viersen. Nersch, Kfm a Paderborn. Everling, Kfm a Elberfeld. Im Bergischen Hof bei Bender. Achterrath, Berg=Geschworner a Bochum. Müller, Kfm a Cöln. Neudorf, Kfm a Ruhrort. Dickhäuer, Kfm a Wichlinghausen. Messelhaus, Kfm a Ronsdorf. Mertens, Kfm a Cöln. Im Kömischen Kaiser bei Engels Werner, Steuercontroleur a Hörter. Wirth, Katastercontroleur a Hörter. Frey, Kfm a Creuznach. Lahmann, Fabr. a Celle. Scharenberg, Rentmeister a Steele. a] Mengers, Kfm a Gladbach. Bovenschen, Kfm a Crefeld. Nacken, Kfm a Crefeld. Frau Bohnen, a Crefeld. Boylan, Rent. a Bonn. Schmitz, Kfm a Berlin Haindorn, Kfm a Minden. Bei B. Simon. Ehrlich, Kfm a Fürth. Kahn, Kfm a Stebbach. Im Berliner Hof bei Kampmann. Stadtler, Kfm a Martinfeld. Scherp, Kfm a Remscheid. Polhaus, Kfm a Burg. Latz, Kfm a Kaiserslautern. Oferbach, Kfm a Geldern. Meusgen, Kfm a Cöln. Köster, Kfm a Neustadt. Bremten, Priv. a Dahlen. Mühlen, Kfm a Rheydt. Jm goldenen Pflug bei D. Penke. Erhard, Kfm a Berlin. Herm. Emde, Kfm a Willingen. Heinr. Emde, Kfm a Willingen. Gerstgafer, Kfm a Willingen. Heller m. Sohn, Kfm a Willingen. Gebrüder Käsper, Kflte a Willingen. Genuwith, Kfm a Willingen. Bährenfänger, Kfm a Willingen. Im alten Kaffehaus bei Heuser. Polinard, Kfm a Thimestre. Franzen, Kfm a Cleve. Ammerahl, Kfm a Crefeld. Hürter, Kfm a Cöln. Schenk, Kfm a Cassel. Schäfer, Kfm a Münster. Neuhaus, Kfm a Mülheim. Hinsel, Schichtmeister a Oberruhr. Redacteur: W. Kaulen.— Druck und Verlag der Stahl'schen Buchhandlung(W. Kaulen), Karlsplatz Nr. 1043.