Düsseldorfer Jourval und Erscheint täglich außer Montags. Abonnementspreis: vierteljährlich 1 Thlr. Auswärts bei allen preuß. Posten 1 Thlr. 5 Sgr. Kreis=Blatt. Einrückungsgebühren: für die Petit=Zeile oder deren Raum 1 Sgr. Anzeigen werden bis 11 Uhr Vormittags angenommen. No 48. Dienstag den 19. Februar 1850.(Susanna.) 12. Jahrg. Aus Düsseldorf. Der Sec.=Lieut. vom 16. Inf.=Reg. von FischerTreuenfeld ist zu dem Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen kommandirt. Auf den Wunsch vieler Kunstfreunde und im Interesse des guten Zwecks ist die Ausstellung zum Besten der Ueberschwemmten auf dem Galleriesaale noch auf 8 Tage verlängert worden. Mittlerweile sind neben Köhlers„Germania" noch zwei andere neue Bilder ausgestellt, eine Waldlandschaft von Andreas Achenbach, und ein Historienbild von Camphausen. Die Achenbachsche Landfrappirt noch mehr durch ihre Originalität als durch die meisterhafte Malerei; sie zeigt im Innern eines Waldes die Wirkungen des Windes auf einem Teiche, die Bewegungen der Wellen erstrecken sich vom Wasserspiegel bis unter die grüne Lache am Ufer— das und die Spiegelung der Luft auf den zahllosen kleinen Wellen ist mit vollendeter Naturwahrheit dargestellt. Camphausens Bild zeigt eine bedeutende Episode aus der Geschichte der englischen Revolution, nämlich die Flucht Carls II. nachdem ihn Cromwell bei Worcester völlig besiegt hatte. Von den Puritanern verfolgt, sprengt der junge König in Begleitung der wenigen ihm übriggebliebenen Royalisten seinem Zufluchtsort entgegen, von wo es ihm gelang, nach Frankreich zu entkommen. Die Composition ist ungemein lebendig, besonders die Pferde sind vortrefflich gemalt und der glühende Abendsonnenschein verleiht dem Bilde einen herrlichen Effekt. Auch dies Gemälde ist von Herrn General=Consul Böker angekauft und für Amerika bestimmt. Wir haben den Dank des Vorstehers von Volmerswerth in den Düsseldorfer Blättern gelesen und leicht erkennen können, wie groß die Wunde ist, an der jenes arme Dörflein laborirt. An Ort und Stelle belehrt uns der Augenschein, daß hier mit PalliativMitteln erfolgreich nichts zu erwirken sei; vielmehr eine Radikal=Kur nur allein im Stande wäre die Zukunft dieses Kirchdorfes günstiger zu gestalten und die Einsassen desselben einem Zustande zu entheben, der wie ein schleichendes Gift die innern Kräfte der Gemeinde allgemach verzehrt. Ermuthigend und augenblicklich helfend und schützend sind die momentanen Unterstützungen, welche Mitleid und Edelsinn in christlicher Liebe spenden, allein mit dem Danke für solche Gaben, den das Herz auf die Zunge legt, wacht immer wieder im Innern der Wehegedanke auf, wie Jahr für Jahr die Hochfluth neues und größeres Unglück bringen kann. Was Fleiß und Sorge, Aufopferung und Entsagung oft in jahrelanger, rastloser Wirksamkeit erworben, und wo das hart erworbene kleine Besitzthum, an dem zuweilen Familien=Generationen gearbeitet, ohne alle Sicherstellung und Garantie, dem empörten Elemente Preis gegeben, — da sollte man glauben, müßte der Muth sinken, der Arm erlahmen und die Kraft brechen. Und dennoch sehen wir die so oft Heimgesuchten immer wieder von Neuem ihr Feld bestellen, sich mit neuem Muth bewaffnen, als gälte es die Vergangenheit zu ermüden und ihr eine bessere Zukunft abzuringen. Dieses Wechselringen der menschlichen Hoffnung mit der allgewaltigen Hochfluth in stets wiederkehrender Erneuerung ist der Todtenacker fur die Gemeinde Volmerswerth. So wie nach den Hochwassern in den Jahren 1838 und 1845 sind auch jetzt wieder ganze Strecken Landes versandet und für manche Jahrelang der Kultur entzogen. Vorzüglich ruinirend wird es auf die arme Gemeinde einwirken, daß ihre gemeinschaftliche Kuhweide, die auch dem Aermern die Ernährung einer Kuh gestattete, auf einen Flächeninhalte von wenigstens 60 Morgen durch Versandung fast gänzlich unbrauchbar geworden ist. Demnach wäre es doch wohl endlich an der Zeit mitzuwirken, diesem Uebel die Quellen zu verstopfen, und das um so meyr, da es mit verhältnißmäßig geringen Opfern geschehen kann, dadurch, daß der dortige Deichbruch vom Jahre 1798 zum Schutz der Feldflur ausgebessert und die von Bilk aus zur Volmerswerther Fährstelle führende Landstraße in einer kurzen Strecke längs dem Dorfe 2 bis 3 Fuß erhöht würde. Zu dem Letztern wird hoffentlich die Wegebau=Verwaltung Veranlassung finden durch den Umstand, daß die Auslage für die Ausbesserung, die nun schon seit 1838 dreimal wiederholt werden mußte, in ihrer Additon mehr beträgt, als die Höherlegung auf besagter Strecke, sowie durch die Berücksichtigung, daß ihr die Erhaltung der besagten Straße deshalb wichtig sein muß, weil sie zu derjenigen Fährstelle führt, die allein noch bei Hochwassern die Ueberfahrt ermöglicht.— Der erstere Punkt aber, die Herstellung des Deichbruches, findet darin seine Schwierigkeit, daß nach dem Gesetze den durch Deiche Geschützten auch die Herstellung derselben obliegt. Entspricht nun dieses Gesetz auch ganz der Billigkeit, so muß uns hier um so mehr der traurige Umstand aufstoßen, daß die hier Verpflichteten nach dem Obigen die durch den Deich Ruinirten und daher großentheils insolvent sind. Wir glauben daher darauf hinweisen zu dürfen, daß der Volmerswerth treffende Autheil an den so erfreulich geflossenen und noch fließenden Beiträgen für die Ueberschwemmten nicht zweckentsprechender und nachhaltiger wirken könnte, als wenn er zur baldigen Herstellung des Deichbruches mit verwendet würde, Darum, ihr Wohlhabenden, über die Fortuna ihr Füllhorn ausgeschüttet, fahret fort dem armen Dörflein von eurem Zinseszins zu spenden, auf daß ihr in euch das segnende Bewußtsein empfinden möget, den Ruin einer Gemeinde abgewendet zu haben!H. Berlin. Die 2. Kammer hat in ihrer(106.) Abendsitzung vom 13. Febr. ihre Zustimmung zu der Einverleibung des Großherzogthums Posen in den deutschen Bund ertheilt. Der Antrag der Commission der auf Auflösung des Großherzogthums und Zutheilung einzelner Stücke an die Provinzen Preußen, Brandenburg und Schlesien lautete, wurde mit großer Majorität abgelehnt.—(Durch den Telegraphen) In der Sitzung vom 16. hat die 1. Kammer über die Meklenburgische Angelegenheit verhandelt und zum Schlusse ein Amendement von Heffter angenommen, nach welchem die Kammer— in der Erwartung, es werde die Regierung bei der vorbehaltenen Prüfung die Competenz des engeren Bundes wahren — zur Tagesordnung übergeht— Wie verlautet, werden die Neuwahlen zur ersten Kammer alsbald nach dem 20. d. ausgeschrieben.— Wir haben zwei wichtige Commissions=Berichte der 2. Kammer vor uns über das Versammlungs= und Vereinigungsrecht und über die Presse. In Bezug auf ersteres beantragt die Kommission, der Verordnung vom 29. Juni 1849 über die Verhütung eines die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauchs des Versammlungsund Vereinigungsrechtes die verfassungsmäßige Genehmigung zu ertheilen, legt indessen gleichzeitig einen neuen Gesetz=Entwurf zur Annahme vor, der zwar die Prinzipien des gedachten Gesetzes im Wesentlichen beibehält, aber noch manche Verschärfungen und Restructionen hinzufügt. So sollen zur Theilnahme an politischer Vereinen nur solche Personen zugelassen werden, welche 25 Jahre alt, im Vollgenuß der bürgerlichen Rechte sind und innerhalb desjenigen Kreises wohnen, in welchem der Verein seinen Sitz hat; ferner dürfen dergleichen Vereine nicht miteinander in Verbindung treten, insbesondere nicht durch Ausschüsse, CentralOrgane oder ähnliche Einrichtungen oder durch gegenseitigen Schriftwechsel. Das Preßgesetz führt vor Allem die Cautionen wieder ein.„Wer von jetzt an eine Zeitung oder Zeitschrift in monatlicher oder kürzerer Frist herausgeben will, ist verpflichtet, eine Caution zu stellen, deren Höhe, wenn das Blatt sechsmal oder öfter wöchentlich erscheinen soll, wie folgt, festgestellt wird: a) für Städte, welche nach dem Gesetz vom 30. Mai 1820 wegen Entrichtung der Gewerbesteuer zur ersten Abtheilung gehören, so wie für alle Städte und Ortschaften innerhalb eines zweimaligen Umkreises der ersteren auf 4000 Thlr.; b) für Städte der 2. Abtheilung auf 2000 Thlr.; c) für Städte der 3. Abtheilung auf 1000 Thlr.; d) für die zur 4. Abtheilung gehörigen Orte auf 500 Thlr. Für ein Blatt, welches weniger als sechsmal wöchentlich erscheint, wird die Caution auf die Hälfte der obenerwähnten Summe festgesetzt."„Die bestehenden Zeitungen oder Zeitschriften bleiben von dieser Cautions=Bestellung befreit, sie verfallen derselben jedoch, sobald wegen ihres Inhalts nach den Bestimmungen dieses Gesetzes auf eine Strafe erkannt werden muß. Wer eine cautionspflichtige Zeitung herausgibt, bevor die Caution hinterlegt ist, wird mit 10-100 Thlr. Geldstrafe oder mit Gefängniß von 14 Tagen bis zu 1 Jahr bestraft. Als neues Preßvergehen ist aufgenommen:„Handlungen, die in den Gesetzen als Verbrechen oder Vergehen bezeichnet sind, als erlaubt darstellen, die Strafe dafür ist 20 bis 200 Thlr. oder 4 Wochen bis 2 Jahre Haft" Zum Theil neu ist§ 20:„Wer durch öffentliche Behauptung oder Verbreitung erdichteter oder entstellter Thatsachen, oder durch öffentliche Schmähungen und Verhöhnungen die Einrichtungen des Staates oder die Anordnungen der Obrigkeit dem Hasse oder der Verachtung aussetzt, wird mit einer Geldbuße von 20—200 Thlr. oder mit Gefängniß von 4 Wochen bis zu 2 Jahre bestraft." Wird eines dieser Verbrechen durch die Presse begangen, so treten die Geldstrafen und die Gefängnißstrafen zugleich ein. Verboten wird(bei Geldbuße von 10—100 Thlr. oder Gefängniß von 14 Tagen bis 6 Monaten) öffentliche Aufforderung zu Geldbeiträgen, um eine gerichtlich ausgesprochene Strafe oder Untersuchungskosten ganz oder zum Theil zu decken, und Veröffentlichung und Verbreitung einer Anklageschrift, bevor sie in öffentlicher Sitzung zur Verlesung gekommen. Beweis der Wahrheit für behauptete Thatsachen ist nur dann durch Zeugen zu führen gestattet, wenn die Behauptung als zum öffentlichen Wohl gepflogen, nachgewiesen wird. Druckschriften können auch dann auf den schriftlichen Antrag des Staats=Anwalts vom Gericht zur Vernichtung bestimmt werden,„wenn eine Verfolgung gegen eine bestimmte Person nicht hat eingeleitet werden können." Gewisse Kategorien von Preßvergehen werden der Kompetenz der Schwurgerichte entzogen. Um der Verlegung von Zeitungen in nicht preußisches Gebiet zu begegnen, haben die Gerichte das Verbot auswärtiger Zeitungen, wenn in denselben strafbare Handlungen„gegen den preußischen Staat, seine Angehörigen und Einrichtungen" begangen werden, auszusprechen. — Die 1. Kammer ist auf die Einkommensteuer schlecht gestimmt. Die reichen Herren, welche auf ihren Bänken sitzen, haben viel gegen diese Steuer einzuwenden, deren Spitze allerdings zunächst mit gegen sie gerichtet ist. Sie würden, wie Graf Arnim, es bei weitem vorziehen, eine verbesserte Classensteuer überhaupt an deren Stelle zu setzen, die Steuerfähigen fortgesetzt in Gruppen theilen, aber dabei die Uebel gewiß nicht vermeiden können, welche so zahlreich in der Classensteuer liegen. — Das hiesige Militär hat seit dem 1. d. M. seine bisherige sogenannte Feldzulage verloren. Es ist demselben bekannt gemacht worden, daß der König aus seiner Privat=Chatoulle einen Theil derselben auch ferner noch, in Anbetracht der großen Theuerung aller Lebensmittel in der Hauptstadt und des schweren Dienstes wegen gewähren werde. Dies geschieht denn auch in der Weise, daß der gemeine Soldat anstatt der bisherigen 25 Sgr. jetzt nur 20 Sgr. Traktement alle 10 Tage erhält, somit immer noch 7½ Sgr. mehr als bisher. Es sollen in Berlin mehrere neue Kasernen gebaut werden, woraus zu schließen, daß die Hauptstadt dauernd eine stärkere Garnison erhalten werde. In der Be waffnung sind abermals bei einzelnen Truppentheilen! wesentliche Veränderungen vorgenommen, welche für die Folge allgemein eintreten sollen? Die Fuß=Artillerie hat Seitengewehre bekommen, welche fast, noch halbmal so lang sind, als die früheren und die Offiziere der FußArtillerie, welche im Dienst bekanntlich beritten sind, führen jetzt Schleppsäbel. Das 2. Garde- Regiment, welches durchgehends mit Zündnadelgewehren versehen ist, hat an Stelle der kurzen Säbel sogenannte Hüftmesser bekommen d. h. kurze zweischneidige Schwerdter, welche am Griff nicht mit einem Bügel versehen sind, sondern mit einem liegenden S. Dieselben sollen nämlich noch einen zweiten Zweck erfüllen und zum Auflegen der Zündnadel=Gewehre benutzt werden. Die Soldaten haben zu diesem Behuf ein neues Exercitium zu bestehen. Das erste Glied steckt das Hüftmesser zwei Schritte vor sich in die Erde, wirft sich aufs Knie und legt das Zündnadel=Gewehr darauf, um einen sichern Schuß zu haben. Hiernach tritt das zweite Glied vor Diese Hüftmesser sollen für die Folge bei allen Füsilier=Bataillonen eingeführt werden.— Im Steuerverweigerungsprozeß sind ferner die Klagen verhandelt worden gegen den Rechtsanwalt Schulz von Wanzleben, den Bauer Riebe aus Rockersdorf, Abgeordneten des Greiffenhagner Kreises, den Rektor und Prediger Zorn zu Festerburg, den Dr. Wollheim, Abgeordneten des Dyrnforster Kreises. Der in diesem Prozeß verwickelte Assessor Bucher ist durch Verfügung des Obertribunals wegen dieser gegen ihn schwebenden Untersuchung erst am 13. vom Amte suspendirt worden. Das betreffende Appellationsgericht hatte den Antrag auf Suspension zurückgewiesen. Es folgen Pastor Müller aus Raimberg, Abgeordneter des Bolkenhagner Kreises, Bauerngutsbesitzer Voigt, Abgeordneter des Görlitzer Kreises. Zuletzt beginnt die Anklage gegen den Kaplan von Berg aus Jülich: Der Anklageakt beschuldigt ihn, 40 Plakate des Steuerverweigerungsbeschlusses an das Landrathamt zu Jülich geschickt zu haben und es wird hierin gleichfalls der Thatbestand des versuchten Aufruhrs gefunden, obschon nicht behauptet wird, daß diesen Plakaten ein Begleitschreiben beigelegen habe. Der Angeklagte räumt alle Thatsachen ein und hält eine kurze Einleitungsrede, in der er bemerkt, daß er sich weitläufiger auslassen werde, wenn der Staats=Anwalt in seinem Playdoyer Materialien, die die Anklage selbst nicht enthalte, hier zu liefere. Nach dem Vortrage des Staatsanwaltes, der das Schuldig beantragt, hält der Angeklagte eine Rede, die gegen 2 Stunden währte, die glänzendste, die bisher in diesem Saale gehört wurde. Eine Replik des Staatsanwalts hatte abermals eine höchst geistreiche Erwiederung des Angeklagten zur Folge.— In der Sitzung vom 16. Februar wurde verhandelt gegen den Gutsbesitzer v. Bruchhausen, Abgeordneter des Beckumer Kreises, Mühlenmeister Imandt zu Kryczanowitz, Abgeordneter des Trebnitzer Kreises, Buchdruckereibesitzer Siebert für den Soldiner Kreis und Prediger Schöne aus Rothenburg, Abgeordneter des Grünberger Kreises. — Am 15. Abends wurde der Vorsitzende des 50. Stadtbezirks, Hr. Baudisch, verhaftet und in die Stadtvoigtei abgeführt, weil derselbe das Mitgliederverzeichniß nicht eingereicht, die Erecution aber fruchtlos ausgefallen war— Am 16. Nachmittags wurde eine in der Wohnung des Hrn. Klix(Spandauerstraße 12.) anwesende Gesellschaft von 7 Personen durch einen Polizeikommissair und zwei ihn begleitende Beamten aufgelöst und die Herren in höflichster Weise genöthigt, das Haus des Hrn. Klix zu verlassen. Natibor. Präsident von Kirchmann ist wegen des unter seinem Vorsitz vom hiesigen Criminalsenat gefaßten Kollegialbeschlusses, der die Freilassung des ehemaligen Abgeordneten Oscar Reichenbach gegen den Willen des Obertribunals anordnete, seines Amtes enthoben worden. Köln. Im ganzen hiesigen Landkreise ist mit Ausnahme der Gemeinde Lechenich das Schulgeld abraunschweia. Die Abgeordneten=Versammlung hat am 14. in Beziehung der Mittheilungen der Regierung wegen Einsetzung der Bundes=Commission einstimmig beschlossen„unter allgemeinem Vorbehalt der ihr in dieser Hinsicht zustehenden Rechte für jetzt die desfallsige Mittheilung der Regierung nur zu den Akten zu nehmen, dagegen aber die Erwartung auszusprechen, die Landesregierung werde durch alle ihr zu Gebot stehende Mittel eifrigst darnach streben, daß den Verfügungen der gedachten Bundes-Commission, welche die selbstständigen Rechte deutscher Staaten verletzen(Meklenburg=Schwerin), keine Folge gegeben werde.(Ein mit diesem Beschluß wesentlich übereinstimmender Antrag ist von dem Verfassungs=Ausschuß in Kurhessen an die dortige Stände=Versammlung gerichtet worden) Baden. Dem Vernehmen nach hat der eidgenossiche Bundesrath gedroht, falls die Entziehung des Staatsbürgerrechts gegen die badischen Flüchtlinge aufrecht erhalten werde, sämmtlichen badischen StaatsAngehörigen in der Schweiz das Niederlassungsrecht zu kündigen. Dadurch würden gegen 15000 in der Schweiz ansässige Badener größtentheils erwerblos in ihre Heimath zurückkehren müssen. Frankreich. In der Sitzung der NationalVersammlung vom 14. in welcher die zweite Berathung des Unterrichtsgesetzes noch neu an der Tagesordnug ist, wurde die wichtige Einrichtung der DepartementalAkademien, 86 für ganz Frankreich, die unter einem Rektor und einem akademischen Rathe stehen, dem der Minister nach Befinden noch ein oder mehrere Inspektoren zugeben kann, ohne Widerspruch angenommen. Die Bestimmung des Gesetzes im Entwurf der Commission, daß die Rectoren der Akademien nicht nothwendig unter den Mitgliedern des General=Rathes gewählt zu werden brauchen, wodurch der Geistlichkeit der Zutritt zum Rectorate der Akademien geöffnet werden würde, veranlaßt die Annahme eines Verbesserungs=Antrages von Barthelemy de St. Hilaire wonach die Rectoren den Grad eines Licentiaten der Akademie haben müssen. Der Unterrichts=Minister ist damit einverstanden und die Majorität dafür beträgt 397 gegen 184 Stimmen. Das 3 Capitel von der Beaufsichtigung unterscheidet öffentliche Schulen(Gemeinde=, Departemental= u. StaatsSchulen) und freie Schulen(solche die von Privatpersonen oder Associationen gegründet und erhalten werden.) Auf eine Bemerkung von Wallor, daß es hierdurch scheinen könne, als ob die Jesuiten- wieder das Recht haben sollen, Schulen zu gründen, macht der Präsident Dupin den Vorbehalt, daß auf keinen Fall das öffentliche Recht beeinträchtigt werden dürfe, worunter er die bestehenden Gesetze gegen die Jesuiten meine. Obschon Montalembert ihn mit den Worten unterbricht,„Allerdings, das verfassungsmäßige Recht!"(das bekanntlich den Unterricht frei gibt,) so ist doch im Vorbehalt Dupins der Ausschluß der Jesuiten amtlich ausgesprochen. Der Präfekt der Untern=Pyrenäen hat 39 Elementarlehrer auf einmal abgesetzt. Schweiz. Die von der Diplomatie angelegten Plane scheinen sich nach und nach entwickeln zu wollen und auch hier England die Rolle eines Vermittlers übernommen zu haben. Man versichert nemlich Hr. Lyons interessire sich lebhaft dafür, daß die gefährlicheren Flüchtlinge das schweizerische Gebiet verlassen. Doch läßt er dabei dem Bundesrathe, der das Nämliche offenbar beabsichtigt, ganz freie Hand. Italien. Der römische Kriegsminister Fürst Orsini ist durch den Obersten(jetzt General) Eckhert, einem Schweizer, ersetzt worden.— Von derselben Bande, die neulich Cotignole und Castel Guelfo überfiel, ist noch ein dritter Ort, Malabergo, geplündert worden.— In Palermo herrschte am 27. Jan. große Aufregung. Die Rufe:„Es lebe die Constitution von 1812! Es lebe Ruggiero Settimo!" erschallten. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen; sechs Personen, die überführt wurden, die Urheber dieser Manifestation zu sein, ließ man auf der Stelle über die Klinge springen. Truppen find von Neapel nach Sicilien beordert worden. Seitdem ist die Ruhe in Palexmo nicht wieder gestört worden. Griechenland. Ueber die Bewegungen des franz. Geschwaders wissen wir nur, daß dasselben nachdem es von Wurla ausgelaufen, vielleicht um nach dem Piräus zu segeln, durch stürmisches Wetter auf Mytilene und Moskonissi zurückgeworfen worden ist. Von dort ist es von Neuem abgesegelt, wohin ist unbekannt. Die englische Blokade wird mit jedem Tage strenger. Syra Patras und alle Häfen sind blokirt. In Serbien geben sich wieder Symptome bedeutender Aufregung kund; fürs Erste jedoch scheint die Pforte stark genug, um etwaigen Conflikten zwischen der russischen und türkischen Partei vorzubeugen. Der Winter ist bei uns dieses Jahr mit ungewöhnlicher Strenge aufgetreten. Schon den 21. Januar ist das Thermometer bis auf 11 Grad Reaumur unter Null gesunken. Drei oder vier Personen sind in Konstantinopel erfroren; auch in Salonichi sind mehrere Personen der Kälte erlegen. Dabei haven seit einiger Zeit heftige Stürme gewüthet. Feuilleton. Die Tochter des Emporkömmlings. Von Jules Sandeau, übersetzt von W. Herchenbach. (Fortsetzung.) War dies jene Marquise, die Meister Jolibois als die Jeanne d'Arc der Legitimisten, als die Fackel des Kriegs und der Zwietracht, als einen Feuerbrand geschildert hatte, der immer auf dem Punkte ist, das Land zu entzünden? Sie blieb treu im Unglück; ihr Herz war dem Geschlechte des heil Ludwig auf fremden Boden gefolgt. Wie eine Schwalbe, die ihr Nest in Ruinen baut, wohnten ihre Gedanken bei den Exilirten; aber sie suchte die Fehler der Restauration nicht zu bemänteln und machte sich keine Illusionen über die Chancen des Prätendenten. Was sie vor allem forderte, das war die Entwickelung der liberalen Institutionen, welche allein die Größe und das Glück Frankreichs sichern konnten. Sie wiederholte er gerne, daß eine zweite Restauration nur durch ein freimüthiges Einlenken auf die Bahn des Fortschrittes und durch die Stütze der Bourgoisie möglich sei. Wenn es ihr zuweilen begegnete, die Rückkehr der ältern Linie zu wünschen, so äußerte sie dieses niemals ohne einen ausdrücklichen Vorbehalt zu Gunsten der jüngern. Sie hatte große Achtung vor der Königin, zwar liebte sie den König durchaus nicht, aber sie respektirte ihn als den Erwählten der Nation. Es hätte nur an ihr gelegen, die Vendee zu erregen, die Funken eines schlecht erloschenen Heerdes wieder anzufachen: statt dessen hatte sie sich gegen die letzte Schilderhebung ausgesprochen und seitdem uiemals aufgehört, an der Beruhigung und Einigung der Parteien zu arbeiten. So war die Marquise von La Rochelandien; Herr Levrault konnte sich von seinem Erstaunen, kaum erholen. Hauptsächlich wunderte ihn seine freudige Unbefangenheit in ihrer Nähe. Anfangs hatte ihn der Gedanke abgeschreckt, die Marquise werde ihn in einer gewissen Entfernung halten und ihn zwingen, sich des Ladengewölbes seiner Väter zu erinnern. Aber nicht im Entferntesten geschah dies; ohne ihrer Würde, ihren feinen Sitten etwas zu vergeben, hatte die Marquise es verstanden, ihn vertraut zu machen. Herr Levrault hatte schon das Air des Hofes; er war nicht selbst die Rose, aber er hatte das Glück in ihrer Nähe zu leben. So hatte La Trelade ein neues Aussehen gewonnen. An den Plätzen, wo Gaspard Trosilosigkeit, Stille und Einsamkeit gelassen hatte, sproßte, wob und summte neues Leben. Laura triumphirte heimlich. Herr Levrault hatte mit dem Gefühle seiner Wichtigkeit seine ganze Begeisterung, seine ganze Rührigkeit wieder erlangt. Gedachte er zuweilen auch an Jolibois's Prophezeihungen, so that er es nur, um darüber zu lachen. Wie hätte er an der Dauer des Julithrones zweifeln können, da selbst die Marquise sich kaum erlaubte, daran zu zweifeln? Mit jener Feinheit der Intelligenz, die ihn selten einen Fehler machen ließ, war er ganz sachte dahin gekommen, die Uneigennützigkeit der guten Rathschläge des Notars in Verdacht zu ziehen und sich zu fragen, ob dieser Possenreißer nicht auch einen Handstreich auf die Millionen des großen Industriellen vorgehabt habe; er lachte heimlich in's Fäustchen über die lange Nase, womit Jolibois jenes Tages seine Studien wieder von vornan beginnen mußte. Man kann sich demnach versichert halten, daß Herr Levrault wieder der Alte geworden ist. Einen Augenblick durch die Melancholie erstarrt, waren seine Dummheit und Eitelkeit lebhafter und blühender als je wieder aufgewacht. Um dem vornehmen Wesen der edeln Dame die Spitze zu bieten, verdoppelte er seinen Aufwand, und, wie die Matrosen sagen, er ließ alle Segel flattern. Niemals hatten seine Thaler ein so großes Geklimper gemacht, niemals hatte er mehr Luxus und Pracht aufgeboten. Es handelte sich darum, Hof und Stadt so zu beherbergen, daß sie es ihm nicht gleich thun konnten. Fuhr er zur Marquise, so verlängerte er seinen Weg um zwei Meilen, um im vierspännigen Wagen ankommen zu können; auf diese Weise rächte er sich an ihren Zinnen, Thürmen und Familienportraits. Man muß indessen eingestehen, der große Manufakturist war nicht glücklich. Etwas mangelte seinem Glück: das war die Aussicht auf einen Schwiegersohn. Gaston ersetzte keineswegs Gaspard. Herr Levrault wußte es wohl, daß eine legitimistische Verbindung ihn zu nichts führen konnte. Vergebens unterhielt ihn Laura von der baldigen Rückkehr Henri V., von der Ehre, unterdessen von der Herzogin des Faubourg Saint=Germain empfangen zu werden; Herr Levrault hörte nicht auf ihr Geflüster. Er kümmerte sich nicht viel um die Salons des nobeln Faubourg und er fühlte wohl, daß er nur in den belebenden Strahlen der Bourgeois=Sonne reüssiren und floriren konnte. Uebrigens hatte auch die Haltung des jungen Marquis nichts Ermuthigendes. Obschon Gaston nach den Millionen des großen Industriellen verlangte, so schien er doch nicht einmal aufgelegt, sich zu bücken, um sie aufzulesen. So wenigstens schien es, denn er überließ es seiner Mutter, die Belagerung zu leiten, zu stolz um selbst die Sturmleitern anzulegen, jedoch wohl entschlossen, auf den Platz zu rücken, sobald die Thore sich öffneten." Er war ein aufrichtiges Herz, keine poetische, schwärmerische Seele, die sich von den Gütern dieser Erde loswickelte. Obschon noch jung, hatte er sich doch schon auf die Wirklichkeit des Lebens eingebissen. Seine Jugend war nicht gänzlich unter dem Dache seiner Väter verflossen. Öhne großen Aufwand zu machen, hatte er zu Paris in einer eleganten, leichtsinnigen, vergnügungssüchtigen, doch ehrenhaften Welt gelebt, die sich beeilte, ihn zu empfangen, seinen Namen, seinen Geist und seine hübsche Gestalt zu feiern. Vor einigen Jahren, da er wohl einsah, daß die Trümmer seines Vermögons ihm nicht mehr erlaubten, in diesen goldenen Regionen seinen Rang zu behaupten, gleichwohl durch die Traditionen seiner Familie zur Unthätigkeit verdammt, und zu honnet, um die Existenz eines Montflanquin zu ergreifen, faßte er den heroischen Entschluß, sich auf das baufällige Schloß seiner Ahnen zurückzuziehen, wo seine Mutter und er von Trauer buchstäblich hinstarben, als die Levraults kamen, sich in La Trelade zu etabliren. Unser Freund Gaspard hatte kein sehr schmeichelhaftes aber doch ziemlich wahres Portrait von der Marquise entworfen. Das Gerücht von der Thorheit und den Millionen des großen Industriellen erfüllte die ganze Gegend. Frau von La Rochelandier, deren Stolz und Armuth beständig im Streite lagen, hatte sich vor einiger Zeit entschieden, den Kopf zu beugen, um ihn später stolzer erheben zu können, und suchte für ihren Sohn eine lukrative Mesalliance, die das Vermögen ihres Hauses wieder herstellen und sie in den Stand setzen sollte, ohne zu viel Ungeduld die Rückkehr der Legitimisten abzuwarten. Fräulein Levrault war ihr wie die Taube erschienen, die das Ende der Sündfluth ankündigt. Die Marquise, die alle Gesichter der Gegend wohl kannte, war auf der Stelle mit sich im Reinen, daß die junge, artige Amazone, die im Hof ihres Schlosses hielt, nur die Tochter des großen Manufakturisten sein könnte. Den Rest erräth man. Gaston hatte sich anfangs gegen den Vorschlag, Fräulein Levrault zu heirathen, gesträubt; dann war er nur noch unschlüssig, kurz die Sache endigte mit seiner Unterwerfung. Seine Besuche zu La Trelade hatten seinen Geschmack am Reichthum vollständig gemacht. Er war für Laura nicht entbrannt; aber kein Edelmann ist so gut, der nicht leicht zu der Selbstüberredung gelangte, man könne auch ohne verliebt zu sein, ein junges, hübsches Mädchen mit einer Million Mitgift heirathen. Er irrie sich auch nicht über Fräulein Levraults Gefühle und sagte sich, wenn sie nur seinen Titel suchte, brauche er seinerseits nur ihren Reichthum zu suchen. (Fortsetzung folgt.) Wasserstand. Düsseldorf, vom 18. Februar. Pegel am 16. Febr. Mittags 12 Uhr 17“ 9“ Bekanntmachung. Die Wahlberechtigten zur hiesigen Handelskammer, welche 12 Thlr. und darüber jährliche Gewerbesteuer entrichten, werden zur Neuwahl eines stellvertretenden Mitgliedes der Handelskammer auf Donnerstag den 21. d. M., Nachmittags 4 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause eingeladen. Düsseldorf den 16. Februar 1850. Der Oberbürgermeisterei=Verwalter, Regierungs=Assessor Hammers. Verwaltung der Sparkasse. Mittwoch den 20 d. Mts., Nachmittags zwischen 3 und 6 Uhr, wird die gewöhnliche Empfangnahme der Einlagen in die Sparkasse und die Rückzahlung in dem Kassen=Lokale auf dem Rathhause, Stube Nro. 14, eine Treppe hoch, erfolgen. Düsseldorf den 16. Februar 1850. Der Oberbürgermeisterei=Verwalter, Regierungs=Assessor, Hammers. Holzverkauf im Langenweier. Auf Anstehen des Gutsbesitzers Herrn August Uellenberg zu Niederheid soll am Dienstag den 26. dieses Monates, Vormittags 10 Uhr, nachstehend verzeichnetes Holz in der Wohnung des Gastwirthes Johann Schaafhausen im Langenweier, unter Bewilligung einer ausgedehnten Zahlungsfrist, durch den unterzeichneten Notar öffentlich und meistbietend verkauft werden: 1. Auf der kahlen Haide: 45 Loose Kiefernbäume, zu Bau= und Lagerhölzern geeignet; 6000 Kiefern=Bohnenstangen. 2. Im großen Hallbusch; 20 Loose Kiefernstämme, zu Baumstangen und Heckenpfählen geeignet. 3. Im Hetges=Zuschlag: 42 Haufen Hainbuchen=Reisholz. 4. Jn der Dunk: 40 Haufen Hainbuchen=Reisholz und 10 Haufen Weiden=Reisholz. Das Reisholz eignet sich vorzüglich zum Gartengebrauch. Die Anweisung des Holzes erfolgt auf Erfordern durch den Förster Wessel zu Niederheid. Düsseldorf den 14. Februar 1850. Lützeler. Am künftigen Donnerstag den 21. d. M., Vormittags um 9 Uhr anfangend, werden zu Hamm auf der Gaten in dem Hause Nr 156 auf Ansuchen der Erben des Gärtners Gerhard Koenenberg sen. die zu dessem Nachlasse gehörigen Mobilar= Effekten, nämlich: Schränke, Tische, Stühle, Kupfer= und Zinngeschirr, Porzellan und sonstige Küchengeräthe, 1 Schinkenkessel, 1 Ofen, 1 Kommode, Federbetten, Bettstellen, Kisten, Fässer u. Körbe, 2 Kühe, 1 Mastschwein, 1 Egge, 2 Schiebkarren, Früchte und Stroh ec., öffentlich versteigert werden. Gegenstände bis zum Betrage von 2 Thalern werden gegen baare Zahlung und über 2 Thaler gegen Bürgschaft auf Credit verkauft. Düsseldorf den 14 Februar 1850. Lützeler, Notar. Wind: Süd=West, stark. Nachrichten durch die Dampfschiffe: Der Oberrhein und alle Nebenwässer sind am Wachsen. Zu Cöln ist das Wasser im Ganzen 10 Zoll gewachsen. Die Mitteljoche der hiesigen Schiffbrücke sind deshalb nicht angefahren worden. Es wird mit Nachen übergefahren. Fuhrwerk kann nicht übergefahren werden, weil dasselbe im Heerdterloch nicht passiren kann. Im Heerdterloch werden die Personen mit Nachen unentgeltlich übergesetzt. Der Brückenmeister Steph. Kuhl. Bekanntmachung. Für die Ueberschwemmten sind uns zu einer Verloosung folgende Statuetten vo gebranntem Thon und Gyps übergeben worden: 6 Stück Statuetten des Königs Friedrich Wilhelm I 2 Fuß hoch Pius IX. in Gyps Germania in Thon Gutenberg„„ Engel„„ Pfarrer Kraft„ Napoleon 6 6 2 3 3 0 2 6 " " 1 " " " " " „ großer Blumen Vasen „ Blumen=Ampeln. 1½ 9 21 1 3 11 53 Germania, Gartensigur, 3½ Maten in Thon. Die Gegenstände sind in unserm Lokal, Neustraße Nr. 42 zur Ansicht ausgestellt, und werden Listen zur Verloosung p Loos a 10 Sar. in Circulation gesetzt. Diejenigen unser Mitbürger, welche sich mit einem Scherflein bei dieser Verlo sung betheiligen wollen, belieben Gegenstände jeder Art in de obengenannten Lokale abzugeben, wobei bemerkt wird, daß au der kleinste Gegenstand willkommen ist Düsseldorf den 12 Februar 1850. Die Central=Armen=Verwaltung. Ein elegantes, noch wenig gebrauchtes bestehend aus Kanapees, Stühlen, Tischen, Schreibtische Bücherschränken, Consols, Goldspiegel, Spieltische ec., ste billig zu verkaufen bei Joseph Wahl, Möbelhändler, Ecke der Bilker= und Benratherstraf Verkaufs=Anzeige. Am Dienstag den 19 Februar 1850, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Behausung des Commissionairs Herrn G. Morschheuser in der Altestadt mehrere Stücke reines Leinen, Tafelgedecke, Handtücher in Damast und Trill, Schnupftücher u. dgl. mehr verkauft. Am folgenden Tage wird mit dem Verkaufe fortgefahren und dann werden auch vier Wagenpferde und ein Wagen verkauft. Alles gegen baare Zahlung. Meumann, Gerichtsschreiber. Mittwoch den 20. d., Nachmittags 1 Uhr: Preisschießen um eine fast neue Scheibenbüchse, gefertigt von Guntermann, wozu ergebenst einladet Krebs. Von Mittwoch den 20. d. Mts. an ist täglich frischer Kalk an meiner Kalkbrennerei am Steinkothen bei Ratingen zu folgenden Preisen zu haben: Mauerkalk(reiner) 19 und 20 Sgr. Landkalt 15„ 16„ Kalkasche. 6 Sgr. pr. berliner Malter. Fracht nach Düsseldorf und der Umgegend pr. Malter 8 Sgr. Cromford den 16 Febrüar 1850. W. Brügelmann. Großh. badisches Eisenbahn=Anlehen von 14 Million Gulden vom Staate errichtet und von den Landesständen garantirt, rückzahlbar durch Gewinne von 14 mal 50,000, 54 mal 40,000, 12 mal 35,000, 23 mal 15,000, 2 mal 12,000, 55 mal 10,000.— Die geringste Prämie ist fl. 42. Die nächste Verloosung findet am 28. Febr. 1850 statt, und sind hierzu bei unterzeichnetem Handlungshaus Originalloose für alle Ziehungen gültig à 20½ Thlr. und für die bevorstehende allein à 1 Thlr zu erhalten. Dieses solide Anlehen kann Jedem empfohlen werden, der Fortuna auf billige Art versuchen will. Stiebel, jun., Bankier, Büreau: Wollgraven in Frankfurt a. M. auf. Am Mittwoch den 20. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, sollen verschiedene ausrangirte Pferde in der Neustädter Kavallerie=Kaserne meistbietend verkauft werden. zum Besten der Urberschwemmten im Galleriesaale der Akademie: Germania, gemalt von Chr. Kohler. Waldlandschaft, von Andregs Achenbach. Carl II. von England auf der von W. Camphausen. Der Saal ist von Morgens 11 bis Abends 5 Uhr geöffnet. Künstler-Fest zum Besten der Ueberschwemmten. Die Künslergesellschaft„Malkasten“ veranstaltet auf Mittwoch den 20. Februar eine Darstellung lebender Bilder mit Musik im Geisler'schen Saale. Programm. Erste Abtheilung. 1. Die Madonna des h. Sixtus nach Raphael. 2. Peter der Grosse, gerettet durch seine Mutter, nach Steuben. 3. Michel Angelo und Raphael im Vatican, nach Horace Vernet. Zweite Abtheilung. 4. Rückkehr Napoleon's aus Russland, nach Raffet. 5. Seeschlacht im englisch- französischen Kriege des 17. Jahrhunderts. infang punkt 7 Uhr. Subscriptionspreis für die Einzelkarte 20 Sgr., für Familien über drei Personen à 15 Sgr., Kassapreis 1 Thlr. Listen zur Einzeichnung liegen offen in der Stahl’schen Buchhandlung(Carlsplatz), in der Buddeus’schen. Buch- und Kunsthandlung(Alleestrasse) und bei Herrn Geisler(Steinweg). Dienstag den 19. d., Abends 6 Uhr, zum Letztenmale: Musikalisch=launige Abend- Unterhaltung von dem steyrischen Nationalsänger Hrn. v. Gulpen mit Gesellschaft, in der Bockhallt Theater. Qui s’excuse, s’accuse. Die wohllöbliche Theater=Direktion macht außer in Theatern auch in sehr unlöblichen Theaterartikeln. Zwar spricht sie diesmal, wie auf der Bühne die„bei Seite" Stellen gesprochen werden, ihre Selbstvertheidigungsrolle zum Publikum; wir sind aber großmüthig genug, uns diese Herablassung gefallen zu lassen. Wir bewundern ferner auch den Instinkt, mit welcher die wohllöbliche Direktion errieth, daß wir uns für die Aufführung der Oper:„Das Thal zu Andorra" zum Besten der Frau Herzberg interessiren, und gestehen gern, daß wir den übrigen Leistungen der wohllöblichen Direktion nur in nothwendiger Verbindung damit gedenken mochten. Aber, wir müssen zu unsern immer noch unbeantworteten fünf Fragen noch die sechste und letzte hinzufügen: Warum gibt uns die wohllöbliche Theater=Direktion statt des wirklich kunstvollen Kunstberichtes nicht die einfache Erklärung, daß das Theater ihr Geschäft sei? Damit hätte eine ganze Columne erspart werden können. In der en Buchhandlung (W. Kaulen) ist vorräthig: Goffine's kathol. Unterrichts- und Erbauungsbuch. Bearbeitet von Franz Xaver Steck. 4. mit einem Unterricht von der heiligen Messe und einer deutschen Uebersetzung derselben, dann mit Erklärungen der Episteln und Evangelien für die heil. Fastenzeit und für die Quatempertage, so wie mit der Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Christi vermehrte und vielfach verbesserte Auflage. 25 Sgr. Der uns wohlbekannte Mann, welcher Sonntag Morgen nach 7 Uhr auf der Bilkerstraße den Beutel mit Geld aufgenommen hat, wolle denselben gegen eine gute Belohnung an die Exped. d. Bl., woselbst er auch die unglücklichen Umstände des Eigenthümers erfahren kann, zurückgeben. (96) Eine Köchin und ein Zweitesmädchen werden in einer Restauration in Dienst gesucht. Näheres in der Expedition d. Bl. (85) Wo eine Bäckerei zu übernehmen ist, sagt die Expedition d. Bl. Todes=Anzeige. Gestern, Freitag den 15. d. M., starb nach langem 9schweren Brustleiden unser Freund und College Joseph Hülser. Die Beerdigung findet am Dienstag Morgen den 19. d., um 8 Uhr, statt. Sämmtliche Kunstgenossen werden dazu hiermit freundlichst eingeladen und wollen sich Ein Viertel vor 98 Uhr in unserm Vereinslokale versammeln. Der Vorstand des Künstler=Vereins „Malkasten." 8 88888806888666666660 8Sarg=Magazin. Der Unterzeichnete empfiehlt eine große Auswahl der schönsten und elegantesten Särge zu sehr billigen Preisen. A. Peters, Schreinermeister, Dammstraße 1277. 688899888088899808600 Laute Anfrage. Herr P., da Sie sich an die Spitze des närrischen Reichstags gestellt haben; warum hält der Central=Ausschuß desselben, den alliirten Vereinen gegenüber, keine öffentliche Abrechnung? Pinsel. Mehrere Mädchen werden sofort zum Aufwarten in Restaurationen gesucht. Mehrere möblirte und unmöblirte Zimmer sind billig zu vermiethen. Auskunft geben Schützendorf u. Com., Neustr. 638. (93) wurde gestern nach dem evangelischen Gottesdienste von der kleinen Kirche bis zur Flingerstraße eine dunkelbraune Geldtasche, enthaltend etwas über 2 Thaler, eine Brieftasche mit 3 Thlr. Kassen=Anweisungen und einigen Briefen. Der redliche Finder erhält bei Zurückgabe derselben in der Exped. d. Bl. 3 Thlr Belohnung. Das in der Altestadt von Hrn. Commissionair Morschheuser bewohnte Unterhaus, so wie der erste und zweite Stock, ist zu vermiethen und am 1. Mai zu beziehen. Das Nähere bei Bensberg im Hause selbst. Bampfschifffahrt für den Nieder- und Mittel-Rhein. Abfahrten der Boote im Februar 1850: Von Düsseldorf nach Cöln. täglich 11 Uhr Abends. - Cöln- Coblenz- 8½- Morgens. Mainz-Mannheim- 9½- Abends Düsseldorf- 5½- Nachmittags. Von Düsseldorf nach Rotterdam Montag und Donnerstag um 8¼ Uhr Morgens. Die Direction. Niederländische DampfschifffahrtsGesellschaft. Die niederländischen Dampfboote fahren vorläufig nach Mannheim jeden Montag, Mittwoch und Samstag; nach Nymegen und Rotterdam jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag.— Düsseldorf den 18. Februar 1850. Die Agentur. Alle Diejenigen, welche Forderungen an den Verein zum„närrischen Pinsel" zu haben glauben, werden ersucht, sich bis spätestens Donnerstag den 21. d. in unserm Vereinslokal zu melden. Der Vorstand. (95) Gestern ist aus einem Siegelringe ein Stein(Carniol), worin ein Wappen gestochen, verloren worden. Der redliche Finder erhält einen Thaler Belohnung. Näheres in der Exped. d. Bl. (92) Ein Mädchen, welches die Küche und alle Hausarbeiten versteht, wird in Dienst gesucht. Die Expedition d. Bl. sagt wo. Ein Laufbursche von 15 bis 17 Jahren, welcher etwas rechnen und schreiben kann, wird gesucht. Näheres Steinweg Nr. 216/2. (91) Eine auswärtige rüstige Magd, die bald eintreten kann, wird gesucht. Wo, sagt die Exped. d. Bl. Ein schönes Haus nebst großem Garten vor dem Flingerthor ist billig zu vermiethen und gleich oder 1. Mai zu beziehen. Zu erfragen Steinweg Nr. 195. (94) Ein vollständiges Branntweinbrennerei=Geschirr ist zu kaufen. Wo, sagt die Exped. d. Bl. TheaterWegen der von der verehrlichen Gesellschaft„Malkasten“ zum Besten der Ueberschwemmten am Mittwoch den 20. d. M. im Geisler'schen Saale veranstalteten Vorstellung bleibt an diesem Tag das Theater geschlossen und findet die 4. AbonnementsVorstellung statt: Dienstag den 19. d.: Das Nachtlager in Granada. Oper in 2 Akten Musik von Conradin Kreutzer. * Gomez,— Herr Petack von Prag, als Gast. Zur Vermeidung von Verwechslungen mit dem sogenannten„Dusseldorfer Kreisblatt“ erbitten wir uns alle Zusendungen unter der Adresse: Stahlsche Buchhandlung(W. Kaulen). Die Expedition des Düsseldorfer Journals und Kreisblatts. Fremdenblatt. Zum Prinzen von Preuszen bei Wittwe E. Schleger. von Sieger, Hauptmann des 16. Inf.=Reg. a Düsseldorf. Baron von Blankensee, a Benrath. Thomee, Kfm a Wetter. Eickhorn, Kfm a Soligen. Wüster, Kfm a Bonn. Wüster, Kfm a Amsterdam. Heilmann, Kfm a Cöln. Hartmann, Kfm a Cöln. Dickel, Kfm a Gütersloh. Pfeifer, Rent. a Cöln. Frischen, Kfm a Elberfeld. Müller, Kfm a Rehme Platzhoff, Kfm a Elberfeld. Elbinghaus, Kfm a Barmen Cleff, Kfm a Barmen. Müller, Kfm a Barmen. Im Europäischen Hof bei Götzen. Prioux m. Gem., Rent. a Amsterdam Kaiser, Kfm a Neuwied. Koeller, Kfm a Coblenz. Schoeller, Kfm a Düren. Pabstmann, Kfm a Hitdorf. Bender, Kfm a Mannheim. Breidenbacher Hof bei Disch. Courtial, Kfm a Aachen. Balek, Kfm a Arnheim. Marcote, Kfm a Paris. Schröder, Kfm a Minden. Alston, Rent. a London. Lebherz, Part. a Hannover. Wiegand, Part. a Mainz. Perlstein, Kfm a Frankfurt. Pigneron, Part. a Esserdon. Berque, Kfm a Brüssel. Fischback, Kfm a Hamburg. Gerstel, Ksm a Lüttich. Menges, Ksm a Mainz. Jakobs m. Jem, Kfm a Cleve. Springer, Kfm a Frankfurt. Deiters, Kfm a Leipzig. Prein, Part. a Schwelm. Ramberg, Kfm a Hamburg. Schilling, Kfm a Dresden. Völter, Ksm a Aachen. Nellmann, Rent. a Brüssel. In den drei Reichskronen bei Beeking. von Spankeren m. Fam. und Bedienung, a Düsseldorf. Lang, Kfm a Hamburg. Weber, Part. a Breslau. Peters, Kfm a Bielefeld. Albert, Kfm a Rheda. Damme, Kfm a Dresden. Fernau, Schauspieler a Bonn. Meiberg, Kfm a Iserlohn. Hartkopf, Kfm a Solingeu. Haas, Kfm a Manchester. Langenberg, Part a Breslau. Küster, Kfm a Leipzig. Müllmann, Kfm a Speyer. Frau Faber m. Fam., a. d. Haag. tjotel Domhardt. Sand m. Gem., Geh.=Rath u. Gutsbesitzer a Mehlem. Baron v. Arnim, Rittm. im 8. Ulanen Reg. a Düsseldorf. Valmer, Dr. Med. a London. Mertens, Rent. a Cöln. Boedinghaus, Kfm a Elberfeld. von Stein, Lieutenant a Berlin. Känig, Kfm a Dülken. Frings, Kfm a New-York. Bachem, Kfm a Königswinter. Frey=Heigne, Kfm a Frankfurt. Megnen, Kfm a Cöln. Birgon, Propr. a Paris. Im Cölnischen Hof bei Juppen Bamberg, Kfm a Unkel. Richard, Kfm a Carlsruhe. Elkan, Kfm a Cöln. Brequet, Kfm a Neuschatel. Fröhlich, Kfm a Duisburg Erkel, Fabrik. a Neuwied. Lodholz, Kfm a Pforzheim. Disch, Capitain a Rees. Schiermer, Professor a Lüttich. Thiele, Kfm a Hannover. Schimper, Kfm a Luxemburg. Maenz, Kfm a Magdeburg. Ullmann, Kfm a Nürnberg. Kup, Kfm a Hannover. Ellenberg, Mechaniker a Brüssel. van Boelen, Kfm a Arnheim. Hammer, Kfm a Aachen Lövenwarter, Kfm a Cöln. Siesto, Musikdirector a Neapel. Schuster, Kfm a Nürnberg. Rosenheim, Kfm a Aachen. Schüll, Kfm a Düren. Im Bönnischen Hof bei Rösberger. Zurhelle m. Gem., Rent. a Unkel. Kurow m. Fam., Rent. a Magdeburg. Schilken, Kfm a Rees, Frau Schmitz, a Erkelenz. Kruchen, Gutsb. a Giesenkirchen. Lübert, Kfm a Schwelm. Damann, Kfm a Bielefeld. Frissen, Kfm a Duisburg. Becker, Kfm a Cöln. Omork Kfm a Celle. Eker, Oekonom a Fürth. Pulscher, Kfm a Cleve Raters, Kfm a Lüdenscheid. Gutske, Apotheker a Coblenz. Giesen, Kfm a Cöln. Im Kömischen Kaiser bei Engels Fuhrmann, Kfm a Montjoi. Pitsch, Kfm a Mescheln. Husey m. Fam., Capitain a England. Essers, Kfm a Crefeld. Paffrath, Kfm a Hückeswagen, Loers m. Frau, Kfm a Crefeld. Welten, Kfm a Cöln. Bügers, Kfm a Coln. Wolff, Kfm a Werden. Ritz, Kfm a Schwelm. Schulze, Kfm a Aachen. Klein, Kfm a Aachen. Amjehnhof m. Fam., Priv. a Bornheim. Weimar, Gutsb. a Essen. Ibernih, Kfm a Cöln. Mosel, Kfm a Kamp. Im Bergischen Hof bei Bender. Haarbordt, Kfm a Cöln. Wester, Kfm a Gräfrath. Schlieper, Gutsb. a Mayen. Hoffmann, Kfm a Rudolpystadt. Hufschmidt, Kfm a Kronenberg Lorens, Kfm a Schwelm. Marks, Kfm a Neuwied. Im Berliner Hof bei Kampmann. Vitus, Faßbinder a Gladbach. Vostens, Schlosser, a Erkelenz Heinemann, Kfm a Fredeburg. Schutz, Kfm a Zuring. Adam, Kfm a Clberfeld. Im alten Kaffehaus bei Heuser. Wolfs, Kfm a Cöln. Arutz, Kfm a Lennep. Dönges, Kfm a Elberfeld. Klesattel, Kfm a Remagen. Georg, Kfm a Holzhausen. H. Fridrich, Fabrik. a Adenau. I. Fridrich, Fabrik. a Adenau. Franzen, Kfm a Cleve. Stenten, Kfm a Cleve. Cüppers, Kfm a Cleve. Bißterfeld, Kfm a Cleve. Redacteur: W. Kaulen— Druck und Verlag der Stahl'schen Buchhandlung(W. Nuulen), Karlsplatz Nr. 1043.