Samstag. 24. Abril 1920 179. Juurumum= Nummer 161 Amtlicher Anzeiger für den Stadtkreis Hauptichriftleiter: Paul Mützel für Polittk: Paul Mutzel: Handelsteile Paul Freysag: Theater. Kunst und Feuilleton: Gustav Luhde: Städtische und Proyinze sachrichten. ranz Tepel für den übrigen redaktionellen Inhalt: skanz keidimann: für Anzeigen: Jos. Blum: sämtlich in Düsseldori.— Druck und Verlan der Düsseldorfer Zettung A.26. pezugspreis für Düsseldorf und den Landbezirk: Mt. 12.— für das Vierteljahr monatlich Mt. 4— bei freier Zustellung. Der Bezugsweis ist im voraus zu entrichten. Durch die Hoft: Ml. 12.— für das Viertel ahr außer Zuneungsgebühr. Morgen=Ausgabe Büledorter Stadt= und KreigenTwwaug menprets: Für 1 mm Höhe und 36 mm Greite im Anzeigenteil 20 Pbemmte für anwärttae Anzetaen 50 Pfennta. für Auslandsanzeigen Hauptgeschäftsstelle und Redakhon: Verringer Straße 88. Fernsprecher: 16.00. 16201, 16202 u. 16208. Telegramm=Adresse: Zettung Düsseldorf. Zweigstelle: Königsallee 93. Fernsprecher 5688 Ver iner Büro: Berlin RW 4. Roonstraße! Fernsprecher: Amt Moabil 8210. nzeigenpreis: Für 1 mm Höhe und 36 mm Grette im Anzeigenteil Pfenng für auswärtige Anzeigen 50 Pfennig, für Auslandsanzeigen Mr. 1.50. In der 72 mm breiten Reklamespalte 1 mm Höhe Mk. 1.20 für auswärtige Anzeigen Mk. 1.50, Auslandsanzeigen Ml. 4.50 einschl. AnzeigenSteuer. Außer unseren Geschäftsstellen nehmen alle Anzeigen=Erpeditionen Aufträge zu Originalvseisen an. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmt vorgeschriebenen Tagen oder in bestimmten Ausgaben übernehmen wir keine Verantwortung. Ins Falle höherer Gewalt, auch durch srieg oder Streiks verurlacht, erlischt jede Verpflichtung auf bieferung und Leistung von Schadenersatz. Aufbau und Aufgaben des Reichswirtschaftsrats. Endlich ist er da, der Reichswirtschaftsrat, nachdem seit seiner Einführung durch den Artikel 165 der Reichsverfassung beinahe ein Jahr verstrichen ist. Aber jetzt haben wir ihn. ein Gebilde, das in seiner Entstehungsursache und seiner Organisation nirgends seinesgleichen hat, und nunmehr entsteht die Frage, ob er die Erwartungen rechtfertigt, die ihm seit langem in den sich verantwortlich fühlenden Wirtschaftskreisen entgegengebracht werden, und ob er die Hoffnungen erfüllen wird, die auf ihn gesetzt werden müssen. Vorbedingung dafür ist, daß ihm sein Aufbau so zu wirken erlaubt, wie es im Interesse des wirtschaftlichen Wiederaufbaues erforderzember v. I. mehrfach einschneidende Wand ungen erfahren. Die Mitgliederzahl, die ursprünglich im Interesse der Arbeitsfähigkeit auf 200 bemessen war, ist durch die Bechlüsse des Reichsrates auf 280 und jetzt, da das berechtigte Verlangen, gegen Uebergriffe und Störungen durch parteipolitische Einflüsse geschützt zu werden, in allen Kreisen des wirtschaftlichen Lebens immer weiter um ich griff, durch den sozialpolitischen Ausschuß er Nationalversammlung auf 326 erhöht worden, so daß nunmehr die Mitgliederzahl hineer der des künftigen Reichstags nicht allzuweit zurückbleibt. Gegenüber der Gefahr, daß infolge des vermehrten Redebedürfnisses die sachliche Arbeit im Reichswirtschaftsrat in den Hintergrund gedrängt wird, bietet sich der Ausweg, das Schwergewicht der Verhandlungenin Ausschüsse zu verlegen. Deren zwei waren von vornherein in Aussicht genommen, ein sozialpolitischer und ein wirtschaftspolitischer Ausschuß; nötigenfalls wird man weitere Ausschüsse, etwa ähnlich wie im Reichstag, für einzelne größere Arbeitsgebiete, bilden müssen. Die Grundlagen der Organisakonsform sind, abgesehen von der Bildung einer Sondergruppe für Gärtnerei und Fischetei, beibehalten worden, nämlich die zehn Vertretergruppen: Landwirtschaft und Forstwirtschaft; Gärtnerei und Fischerei; Industrie; Handel, Banken und Versicherungswesen; Verkehr und öffentliche Unternehmungen(Schifffahrt, Transportbetriebe, Post, Eisenbahn, städtische Betriebe, Gemeindeverbände, öffentlich=rechtliche Spar= und Kreditanstalten); handwerk; Verbraucherschaft; Beamtenschaft und freie Berufe; mit dem Wirtschaftsleben der einzelnen Landesteile besonders vertraute Personen(vom Reichsrat zu ernennen); endlich von der Reichsregierung nach freiem Ermessen zu ernennende Personen. Dagegen sind in der Zahl der Vertreter erhebliche Veränderungen eingetreten. Land= und Forstwirtschaft erhalten 68 Vertreter(statt der 46 des Regierungsentwurfs und der 62 nach den Beschlüssen des Reichsrates). Gärtnerei und Fischerei 6(6), Industrie 68(46, 62), Handel. Banken, Versicherungswesen 44 (30. 40), Verkehr und öffentliche Unternehmungen 34(14, 34), Handwerk 36(10, 20), Verbraucherschaft 30(20), Beamtenschaft und freie Berufe 16(12), Wirtschaftsvertreter aus einzelnen Landesteilen 12(10), Vertreter der Reichsregierung 12(12). Es hat also das Handwerk weitaus am besten abgeschnitten, demnächst die Verbraucherschaft, obwohl dieser, da es einen Stand, der aus Nurkonsumenten besteht, höchstens in einer kleinen Minderheit gibt, ein besonderer Vertretungsanspruch nicht zuerkannt werden kann. Von einer Erhöhung der Vertreterzahl in dieser Gruppe hätte um so mehr abgesehen perden müssen, als die Arbeitnehmervertreter in zahlreichen anderen Gruppen nicht selten geneigt sein werden, auch ihrerseits den Verbraucherstandpunkt beizutreten. Um so ehr bird es geboten sein, daß die Produzentenvertreter in den beteiligken Gruppen von dem Gedanken der Solidarität und von dem Gefühl der gemeinschaftlichen Verantwortsichkeit für die Erhaltung und Stärsung der Wirtschaftsgrundlagen dauernd beherrscht werden. Eine sehr starke Position im Reichswirtschaftsrat besitzen die ländlichen und die ihnen kehestehenden Wirtschaftskreise. Man wird ihre Gesamtzahl einschließlich der Vertreter des Handwerks und einiger Mitglieder der beiden letzten Gruppen auf ein reichliches Drittel der Gesamtzahl der Mitglieder des Reichswirtschaftsrates zu veranschlagen haben. Demgegenüber tritt die Industrie mit insgesamt vielleicht 70 bis 80 Vertretern weit zurück; auch der verhältnismäßige Vertretungsanteil der Industrie ist gegenüber der vom Reichsrat beabsichtigten Regelung etwas ungünstiger geworden. Andererseits sind nach zwei Richtungen Verbesserungen und Fortschritte zugunsten der Industrie —„zugunsten“ freilich lediglich in dem Sinne, daß zuvor der Industrie eine Zurücksetzung zugemutet worden war— zu begrüßen. Nach den Beschlüssen des Reichsrates wären die fachlichen Interessen dadurch schwer benachteiligt worden, daß bei der Benennung der Arbeitgebervertreter die Zentralarbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit dem Deutschen Industrie= und Handelstag, d. h. mit den auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Praris mehr zurücktretenden und zudem in der Umbildung begriffenen Handelskammern gleichgestellt werden sollten. Dem eigentlichen Zweck des Reichswirtschaftsrates, der Förderung der Wirtschaft, wäre durch eine solche Gleichstellung der regionalen Vertretungskörperschaften der Industrie mit der fachlichen Vertretungskörperschaft sicherlich nicht gedient gewesen. Ferner hatten die Vertreter der Landesregierungen im Reichsrat sich über den Grundgedanken der Parität. der das Fundament alles künftigen Zusammenarbeitens zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern sein muß, hinweggesetzt, indem von den(damals) 28 Arbeitnehmervertretern 22 durch die Zentralarbeitsgemeinschaft und b von dem Zentralrat der Deutschen Arbeiterräte, einer angesichts ihres vorteipolitischen Ursprungs und Charakters dazu völlig ungeeigneten und dem Hauptzweck ooes Reichswirtschaftsrats, der Entpolitisierung des Wirtschaftslebens widerstreitenden Organisation, ernannt werden sollten. Auf Grund der Beschlüsse des Ausschusses, die endgültig sind, können die Anstöße sowohl in dem Punkt der beruflichen Vertretung der Industrie wie hinsichtlich der paritätischen Beteiligung der Zentralarbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands in der Hauptsache als beseitigt gelten. Es werden jetzt in fachlicher Gliederung je 21 Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer von der Zentralarbeitsgemeinschaft unter Berücksichtigung ihrer Fachgruppen und in räumlicher Gliederung 10 Arbeitgebervertreter vom Deutschen Industrie= und Handelstag, die übrigen 10 Arbeitnehmervertreter nunmehr noch von der Zentralarbeitsgemeinschaft(Arbeitnehmerseite) benannt. Damit sind im Bereiche des räumlichen Aufbaues die nicht hineingehörenden und die Harmonie des Ganzen in der industriellen Vertretung störenden Einflüsse eines politischen Interessenstandpunktes ausgeschaltet. Mit diesen wesentlichen Abänderungen gegenüber den Beschlüssen des Reichsrates hat der 6. Ausschuß der Nationalversammlung die Einsprüche als begründet anerkannt, die in erfreulicher Uebereinstimmung Anfang Februar von dem Präsidium des Reichsverbandes der deutschen Industrie und von dem Zentralvorstand der Zentralarbeitsgemeinschaft erhoben worden waren. Beide Organisationen hatten damals erklärt, daß sie, falls ihren Einsprüchen gegen die Beschlüsse des Reichsrates nicht Rechnung getragen werden würde, jede Beteiligung an der Zusammensetzung des Reichswirtschaftsrats ablehnen müßten. Das hat seine Wirkung getan. Man kann zum Wohl der schwer bedrängten deutschen Wirtschaft nur aufs angelegentlichste wünschen, daß die beiden Seiten der Zentralarbeitsgemeinschaft auch in aller Zukunft gegenüber Bedrohungen ihrer gemeinschaftlichen Lebensinteressen einmütig zusammenstehen. Die sachlichen Voraussetzungen für ein ersprießliches Arbeiten des Reichswirtschaftsrates sind in einem höheren Maße gegeben, als bisher nach dem Gange der Beratungen im Schoße der Regierung und im Reichsrat angenommen werden durfte. Wie die Dinge sich in der Praxis gestalten, das hängt von so vielen und von so unberechenbaren Umständen ab, daß es geradezu vermessen wäre, in dieser Stunde dem Reichswirtschaftsrate, zumal er erst der„vorbereitende“ Reichswirtschaftsrat ist. ein Horoskop stellen zu wollen. Auch hier ist alles ungewiß und schwankend, und die Zukunft ruht in der Zeiten Schoß. Immerhin ist es als ein nicht zu unterschätzender Gewinn zu betrachten, daß der vorläufige Reichswirtschaftsrat, wie es der Reichsverband der Deutschen Industrie noch kürzlich in einer Eingabe an den Präsidenten der Nationalversammlung als dringend erforderlich erbeten hatte, noch vor der Unterbrechung der Verhandlungen der Nationalversammlung durch den Beginn des Wahlkampfes verabschiedet wurde; denn gerade in der Zeit zwischen dem Abschluß der Beratungen der Nationalversammlung und dem Zusammentritt des neu zu wählenden Reichstages erfordert die schwierige wirtschaftliche Lage Deutschlands in besonders hohem Maße die Mitwirkung eines auf sicherer rechtlicher Grundlage ruhenden Wirtschaftsrates, der dadurch eine ganz andere Stellung einnimmt als der provisorisch beim Reichswirtschaftsministerium gebildete Wirtschaftsrat. Ohne den vorbereitenden Reichswirtschaftsrat wäre das deutsche Wirtschaftsleben auch den früher feindlichen Staaten gegenüber ohne jeglichen Schutz gewesen, wenn es diesen, wie es fast den Anschein hat, gefallen sollte, die Zeit der Wahlagitation und des Wahlkampfes zu benutzen, um neue Drangsalierungen zu verhängen und neue Forderungen anzumelden. Eine Wendung zum Besseren, die hoffentlich nicht nur vorübergehend ist, wird man auch darin zu sehen haben, daß das deutsche Wirtschaftsleben nunmehr eine Stelle hat, bei der es gegenüber mißbräuchlicher Anwendung des Betriebsrätegesetzes, mit dem bisher allein Deutschland beglückt worden ist, Rat und Schutz suchen kann. Inwiefern das möglich ist, muß die Zukunft lehren. Hier kommt alles darauf an, wie der Reichswirtschaftsrat seine Aufgabe auf= und anfaßt und ob es ihm gelingt, seine Stellung im Sinne der Rechte, die dem endgültigen Reichswirtschaftsrate vorbehalten bleiben sollen, so zu verstärken, daß er auch gegenüber einer nochradikaleren allgemeinen Volksvertretung als die Nationalversammlung sich durchzusetzen vermag. Es liegt nicht der mindeste Grund vor, dem vorbereitenden Reichswirtschaftsrat das Recht zu verweigern, auch ohne die Zustimmung der Reichsregierung oder ihr entgegen Initiativanträge beim Reichstag einzubringen und vertreten zu lassen. Durch die zu späte Einsetzung des Reichswirtschaftsrates ist bereits ein unabsehbarer, nicht wiedergutzumachender Schaden angerichtet worden; vor allem beim Betriebsrätegesetz wäre seine Mitwirkung unbedingt erforderlich gewesen. Aber jetzt vor allen Dingen heißt es tun, was nottut! Nach menschlicher Voraussicht entscheiden die nächsten Monate über Leben oder Tod der deutschen Wirtschaft. Ohne jeden Verzug muß der Reichswirtschaftsrat in seine vollen Rechte eingesetzt werden, wenn es nicht wieder heißen soll: Zu spät! B. Das W Berlin, 23. April.(Drahtb.) In der gestrigen Sitzung des Beirates des Reichskommissars für die besetzten rheinischen Gebiete, woran zahlreiche Parlamentarier und Mitglieder der Zentralbehörden teilnahmen, berichtete der Reichskommissar ausführlich über seine Tätigkeit und die Lage im besetzten Gebiet. In der anschließenden Aussprache kam allseitig der Wille der Volksvertretung zum Ausdruck, daß bei einer weiteren Behandlung der rheinischen Angelegenheiten durch die Behörden insbesondere in der Personenfrage in Berlin und in der Provinz der Eigenart der rheinischen Verhältnisse weitgehende Rechnung getragen werden müsse und daß eine Einheitlichkeit der politischen Richtung erforderlich sei. Ein Vertreter der Reichsregierung erklärte, daß von einer Verlegung des Reichskommissariats nach Berlin nicht die Redeseinkönnte. Für das Reich komme nur eine enge Fühlung zwischen dem Reich und Landesressorts in den rheinischen Gebieten in Frage. In der weiteren Aussprache wurde insbesondere auch die Ausgestaltung des parlamentarischen Beirates im Sinne einer Beteiligung der Vertreter der wichtigsten Berufsstände an seinen Arbeiten und die Verwirklichung des Gedankens erörtert. Ein Vertreter des Reichsschatzministeriums machte eingehende Mitteilungen über die Maßnahmen zur Abhilfe nungsmangels, der durch die Einquartierung von Offiziersfamilien entstanden ist, und zur Versorgung der Bevölkerung mit Hausgerät. Kriegserklärung Japans an Rußland. W Paris, 23. April.(Drahtb.) Humanité gibt eine Nachricht des Daily Herald wieder, wonach Japan Rußland den Krieg erklärt hätte. Amerika ließ dabei Japan freie Hand in Sibirien. W Amsterdam, 23. April.(Drahtb.) Associated Preß meldet aus Tokio: Nach Mitteilungen des japanischen Kriegsamtes haben die japanischen Truppen bei Chilnowski in Ostsibirien 6500 Bolschewisten eine vernichtende Niederlage zugefügt. Aus Charbin wird berichtet, daß die japanischen Behörden in der Mandschurei verlangt haben, daß alle dort befindlichen tschechischen Truppen entwaffnet werden. Antwort auf die deutschen W Paris, 23. April.(Drahtb.) Journal und Matin scheinen die Hoffnung nicht aufzugeben, daß man sich bis morgen auf den Text der Antwort auf Deutschlands vier Noten einige. W Paris, 23. Aprill.(Drahtb.) In der bereits erwähnten Meldung der Agence Havas aus San Remo über die deutsche Note wegen Erhöhung der deutschen Reichswehr auf 200000 Mann heißt es noch: Von englischer Seite habe man immer Sympathie gezeigt für die Notwendigkeit, den Bolschewismus zu bekämpfen, durch die die deutsche Forderung begründet werde. Man bemerkte ebenfalls, daß während der vorbereitenden Erörterungen des Friedensvertrages Marschall Foch die Absicht vertreten habe, Deutschland eine Armee von 200000 Mann zu belassen. In französischen Kreisen behalte man sich jede Meinung bis zur neuen Prüfung durch die Konferenz vor, doch sei daran zu erinnern, daß die Herabsetzung, der deutschen Streitkräfte auf 100000 Mann und ihre Rekrutierung durch Freiwilligenanwerbung von Lloyd George verlangt worden sei, dessen Auffassung schließlich den Sieg davongetragen habe. Keiue verfrühten Hoffnungen. 93 Berlin, 23. April.(Drahtb. unseres Vertreters.) Wie dem B. T. aus Rom gedrahtet wird, meldet Epoca, daß der deutsche Geschäftsträger v. Herff gestern abend eine lange Unterredung mit dem Vize=Premierminister Luzzatti gehabt hat und heute früh nach San Remo abgereist ist. An den Berliner amtlichen Stellen hat man bisher von dieser Reise keine Nachricht und glaubt auch nicht recht daran. Die deutsche Oeffentlichkeit wird überhaupt gut tun, sich nicht durch die wieder einmal für uns günstig lautenden Meldungen aus San Remo zu einer optimistischen Auffassung der Gesamtlage verführen zu lassen. Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß die Franzosen die Schwierigkeiten, die zwischen den Verbündeten bestehen, absichtlich übertreiben und daß sie, ebenso wie die Gegner Lloyd Georges in England, nur auf unvorsichtige deutsche Aeußerungen warten. um sie gegen uns auszunutzen. Bisher hat sich noch immer ergeben, daß sich schließlich die Gegner auf Kosten Deutschlands einigten. Die Geheimniskrämerei in San Remo. W Amsterdam, 23. April.(Drahtb.) Daily News wendet sich gegen die grundsätzliche Geheimhaltung der Besprechungen in San Remo. Während die demokratischen Staatsminister demokratischer Nationen in ihrer Rokokovilla in San Remo damit beschäftigt sind, die Welt für die Demokratie reif zu machen, erfahren die Demokraten, die die Sache in erster Linie angeht, immer weniger von den Wohltaten, die ihnen gebracht werden sollen. Französische Unterstellungen. M Paris, 23. April.(Drahtb.) Journal erklärt, die französische Regierung glaube, daß Deutschland nicht bei seiner Niederlage sich Nummer umfaßt 6. Seiten. beruhigt habe und daß alle Verzögerungen in der Ausführung des Vertrages und alle offenen Verletzungsversuche wie die im Ruhrgebiet auf der Absicht beruhten, man hege in Berlin im Hinblick auf die baldige Vergeltung die Hoffnung, Frankreich zu isolieren. In den Augen von Aitti und Lloyd George seien die deutschen Widerstände nur die Folge des Schwächezustandes. Deutschland könne seine Verpflichtungen nicht erfüllen, weil es nicht arbeiten könne. Seine Regierung müsse den militärischen Beeinflussungen nachgeben, weil sie nicht stark genug sei, die Reaktion matt zu setzen und so lange unter der Bedrohung des Bolschewismus stehe, bis das wirtschaftliche Gleichgewicht wiederhergestellt sei. Die Deutschen hätten versucht, Schiedsrichter in der Meinungsverschiedenheit der Verbündeten zu sein. Diese Ansicht der Franzosen werde durch die Forderungen der drei Noten so schlagend bestätigt, daß kein Zweifel mehr möglich sei. Die Konferenz von San Remo müßte also zu den stärksten Mitteln greifen, um den Untergang des Werkes Friedrichs des Großen und Bismarcks zu vollenden. Der Grund zur Uneinigkeit im Verband. W Paris, 23. April.(Drahtb.) Havas meldet aus San Nemo, man sei in der Lage, Aufklärung zu geben über die Ursache der Uneinigkeit, die sich in den ersten Privatunterhaltungen vom Sonntag zwischen den Ministerpräsidenten zeigte Am Vormittag, bei der ersten Begegnung Mille rands mit Lloyd George, habe dieser erklärt, die rationellste Lösung, die Frage des Friedensver trages von Versailles zu erörtern, wäre die, nach Paris eine Konserenz einzuberufen, auf der Deutschland vertreten sei. Millerand habe erklärt, er könne diesem Verfahren nur unter gewissen Bedingungen zustimmen. Nachmittags, bei der Beratung der Ministerpräsidenten, habe Lloyd George den Vorschlag wieder ausgenommen und sei von Ritti unterstützt worden. Die beiden Mi nisterpräsidenten hätten den Vorteil direkter Verhandlungen mit den Deutsche: unterstrichen und auf das Interesse hingewiesen das es für Frankreich habe, die Entschädigung, die von Deutschland verlangt werden könne, sofort fest zusetzen, ohne bis 1921 zu warten, namentlich des halb, weil man dadurch die Mitarbeit des deut schen Volkes bei der Ausführung des Vertrages durch die Versöhnung der beiden Völker erlange Millerand habe sich alsdann förmlich dieser For derung widersetzt, und es sei ihr keine Folge ge geben worden. Es scheine nicht, daß sie nochmal: gestellt wurde. Dies sei die Meinungsverschiedenheit, die auf den ersten Beratungen der Konferenz gelastet hätte. Die Lage scheine jetzt geklärt und wirklich gebessert zu sein. Ein Arbeiterurteil. Amsterdam, 23. April.(Drahtb.) Den englischen Blättern zufolge heißt es in dem Manifest des Vollzugsausschusses der Arbeiterpartei u. a.: Mit Frankreich geht es wirtschaftlich und finanziell, seit dem Waffenstillstand bergab. Kohlentransport= und Lebensmittelkrisen folgen einander. Der Wert des französischen Geldes sinkt immer mehr. Sogar französischen Staatsmännern wird es allmählich bewußt, daß die wirtschaftliche Wiederherstellung Frankreichs nicht ohne die wirtschaftliche Wiederherstellung Deutschlands erreicht werden kann. Frankreich kann vor einem Bankrott Deutschlands keine wirtschaftliche oder finanzielle Hilfe erwarten. Shatespeares Lustspiele und deren Inszenierungen. Ein Theaterfachmann von unbestrittener Bedeutung und eine anerkannte Autorität auf dem Gebiete der Shakespeare=Inszenierungen, der Oberregisseur des Schauspiels am Deutschen Nationaltheater, Waldemar Jürgens, hielt gelegentlich der diesjährigen Tagung der„Deutschen Shakespeare=Gesellschaft am gestrigen Freitag den Festvortrag, der mit größtem Interesse entgegen. genommen und mit dankbarem Beifall belohnt wurde. Der Redner führte etwa folgendes aus: Shakespeare schuf alles als Schauspieler für die Schauspiel kunst. Bühne und Poesie waren ihm gleichbedeutend. Die eminente Technik, die seine Werke auszeichnet, versteht sich trotz mancher gegenteiligen Behauptungen von selbst; sie ist nicht erlernt, sondern angeboren. Daß diese Technik uns heute manchmal weniger vollkommen anmutet, liegt in der Beschaffenheit unserer Illusionsbühne, die durch ihre schwerfälligen Umbauten bei schnellen Verwandlungen, an denen es bei Shakespeare nicht mangelt, den Eindruck einer Unvollkommenheit scheinbar hervorruft. Aber man führe Shatespeare auf einer Drehbühne oder in Ermangelung dieser auf einer Stilbühne auf oder schließlich auf einer sogenannten neuen Shakespeare=Bühne, und nie wird der Gedanke einer mangelhaften Technik auftauchen. Die Hauptaufgabe des Inszenators bei der Aufführung muß sein, die jeweilige charakteristische Kunstform des Stückes zu erfassen, um dann von dieser aus seiner schöpferischen Phantasie Spielraum zu gewähren. Eine absolut richtige Inszenierung gibt es überhaupt nicht, und zwei Regisseure können ganz verschiedene Wege einschlagen, um zu dem gewünschten Ziele zu gelangen; jeder kann aus seiner Stellung zum Grundgedanken heraus die stilistischen Konsequenzen ziehen. Infolge der verschiedenen Auffassungen der Regisseure entstanden denn auch ganz verschiedene Aufführungen, die noch durch die Verschiedenheit der Talente unter den Künstlern vermehrt wurde. Erst Herzog Georg von Sachsen=Meiningen, der ein fein aufeinander gestimmtes Zusammenspiel forderte und auch für die Neue Schlichtungsordnung. D3 Berlin, 23. April.(Drahtb. unseres Vertreters.) Der Entwurs der neuen Schlichtungsordnung ist im Reichsarbeitsministerium fertig gestellt und wird nach der Stellungnahme der Interessentengruppen dem neuen Reichstag vorgelegt werden. Verreichlichung der Wasserstraben. D3 Berlin, 23. April.(Drahtb. unseres Vertreters. Die Uebernahme der Wasserstraßen auf das Reich ist abermals verschoben worden. Voraussichtlich werden die Wasserstraßen erst am 1. April 1921 auf das Reich übergehen. Dr. Gertrud Bäumer Vortragende Rätn: W Berlin, 23 April.(Drahtb.) Die bekannte Mitarbeiterin Friedrich Naumanns, Fräulein Dr. Gertrud Bärmer, M d N., übernimmt als Vortragende Rätin im Reichsministerium des Innern ein Dezernat in der Abteilung der Schulangelegenheiten. Eine Falschmeldung. W Berlin, 23. April.(Drahtb.) Das Achtuhrabendblatt teilt mit, daß am Donnerstag in der Reichskanzlei ein Telegramm des Oberpräsidenten von Düsseldorf eingegangen sei betreffend einen von sinksradikaler Seite bevorstehenden Umsturz im Gebiet südlich der Ruhr. Demgegenüber ist festzustellen, daß in der Reichskanzlei ein solches Telegramm des Oberpräsidenten von Düsseldorf nicht eingegangen ist(Die Reichskanzlei sollte wissen, daß es einen Oberpräsidenten von Düsseldorf nicht gibt.) ardt nicht verhaftet. D3 Bersin, 23 April.(Drahtb. unseres Vertreters.) Eine Anfrage des Reichswehrministers Im Münsterlager, ob die Verhaftung des Korvettenkapitäns Ehrhardt nun endlich erfolgt sei, ist kurz verneint worden. Im Reichswehrministerium hof“t man jedoch, Ehrhardt werde sich selbst dem Oberreichsanwalt stellen(?) und damit den Konflikt beilegen. Das Loch im Westen geschlossen. W Berlin, 23. April.(Drahtb.) Zur Frage der Schließung des Loches im Westen erfährt die Deutsche Allgemeine Zeitung von zuständiger Stelle, die Westgrenze sei jetzt vollkommen in der Hand der Reichsregierung. Es besteht die Aussicht, daß das gleiche Ergebnis auch für die Südgrenze erzielt werde. Forderungen-der Bodenreformer. W Frankfurt a. O., 23. April.(Drahtb.) Eine Versammlung von etwa tausend Freunden der Bodenreformbewegung fordert die sofortige Verabschiedung des Reichsheimstättengesetzes, das unter allen Umständen den Anspruch auf Heimstättenland und Enteignungsrecht enthalten müsse, ferner die Errichtung eines Reichsheimstättenamtes mit Dr. Adolf Damaschke an der Spitze. Maiseier. W Berlin, 23. April.(Drahtb.) Falls die reichsgesetzliche Regelung des Maifeiertages nicht rechtzeitig erfolgt, ordnet der Kultusminister Haenisch an: 1. Es bleibt dem Ermessen der Schulverbände überlassen, ob am 1. Mai die Schulen geschlossen werden sollen oder nicht. 2. In den Orten, wo an den Gemeindeschulen der Unterricht am 1. Mai ausfällt, ist er auch an den staatlichen Anstalten auszusetzen. Auch „Meininger“ schuf, brachte dadurch den Grundgedanken der Dichtung klar vor Augen der Zuschauer. Leider muß aber den Meiningern vorgehalten werden, daß sie durch ihre naturgetreue Illusion und ihre h'storische Ausstattungswut die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf Unwesentliches lenkten und vom Wort des Dichters abzogen. Aber in der Entfaltung der Massen leisteten sie Großartiges. Auch von der heutigen Bühne wird das Meiningertum, aber individualisiert, wieder angestrebt. Bei den Meiningern war eine naturgetreue Illusion das Hauptziel, heute erstrebt man jedoch eine Umbildung der äußeren Dinge, und die geradezu tyrannische Willkür schaltet oft in einer Weise, daß die Regie Selbstzweck und der dichterische Gehalt des Stückes beeinträchtigt wird. Die Hauptaufgabe des Regisseurs sol' aber sein, eine möglichst harmonische und ausgeglichene Aufführung hinzustellen; der Regisseur hat hinter dem Gesamtkunstwerk zu verschwinden. Der Regisseur hat bei der Inszenierung eines Stückes von vornherein eine ganze Reihe richtunggebender Gefühlspunkte bis in alle Einzelheiten zu berücksichtigen: Streichung, Stilplan, äußere Inszenierung, Auswahl der Dekorationen und Kostüme, Musik, Lichteffekte usw. Besondere Beachtung erfordert davon vor allem die Musik, deren Bedeutung für die Wirkung der Aufführung der Redner an den Lustspielen„Was ihr wollt",„Wie es euch gefällt“, Kaufmann von Venedig",„Viel Lärm um nichts",„Verlorne Liebesmüh", erweist Weiter erbrachte der Vortragende den Beweis dafür, welch hohen Wert Shakespeare auf die Musik als Stimmungsfaktor legte. Als die vollendetste aller Shakespeareschen Komödien hat nach der Auffassung von Jürgens, sowohl was Gehalt wie Stimmung anlangt.„Was ihr wollt" zu gelten. In diesem Lustspiel verbindet sich das phantastische Element mit dem der Intzige auf das glücklichste— eine Komödie in der Komödie. Unter Bezugnahme auf den hohen Wert gerade dieses Shakespeareschen Lustspiels erläutert Jürgens auf Grund eigener, jahrelang gesammelter Erfahrungen die Regieführung an Shakespeareichen Komödien bis in die Details, geht dann in gleicher Weise auf das dem letzteren am nächsten stebende in den Schulen, die den Unterricht nicht aussetzen, darf keinem Lehrer und keinem Schüler(!) aus dem Fernbleiben an diesem Tage irgendein Nachteil erwachsen. Erwerbslose drohen mit— Arbeitsaufnahme. D3 Hamburg, 23. April.(Drahtb.) Eine Versammlung der Erwerbslosen beschloß, den kürzlich durch Urabstimmung gewählten Erwerbslosenrat als Vertretung nicht anzuerkennen, sondern die Wahl von revolutionären Vertrauensmännern in Stärke von 250—300 Mann an den einzelnen Stempelstellen zu fordern. An das Gewerkschaftskartell wurde ein bis zum 26 April laufendes Ultimatum gerichtet, in dem es aufgefordert wird sich aktiv für die Erwerbslosen zu erklären und einzusetzen, sonst würden die Erwerbslosen aus dem Kartell austreten und Arbeit annehmen, wo es sei, selbst unter den=geltenden Tarifsätzen, wenn nötig bis zur Hälfte unter diesen. Drei Jahre Gefängnis für Caillaur. W Paris, 23. April.(Drahtb.) Caillaux ist zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Untersuchungshaft wird in der Weise angerechnet, daß er im ganzen noch ungefähr zwei Monate Gefängnis abzusitzen hat. Caillaux wurde auch zur Zahlung der Kosten von 52 000 Francs verurteilt Der Oberste Gerichtshof hatte mit einer Stimme Mehrheit die höchste Strafe, die auferlegt werden kann, nämlich fünf Jahre Haft, äbgelehnt. Sonstige Meldungen. W Kiel, 23. April.(Drahtb.) Gold= und Silberbarren im Werte von drei Millionen Mark, die von zwei Herren und einer Dame von Berlin nach Kiel geschafft wurden und in einem Motorboot nach Dänemark verladen waren, wurden hier von Berliner Kriminalbeamten beschlagnahmt. Alle drei wurden verhaftet. Deutsche Nationalversammlung. wird.§ 2 des Gesetzes mit geringer Mehrheit genommen.(Ausübung des Wahlrechtes ruht f# die Soldaten.) In der Gesamtabstimmung wird das Gesetz 301 Stimmen angenommen. Es folgt die erste Beratung eines Gesetzes treffend Vereinigung Koburgs m Bayern in Verbindung mit dem Gesetzentwu beizeffend das Land Thüringen. Die beiden Gesetzentwürfe werden in zweit und dritter Beratung erledigt und in der samtabstimmung namentlich angenomme (Beifall.) Präsident Fehrenbach spricht im Namen Rationalversammlung Thüringen, dem Herze Deutschlands, das dem Hause in Weimar ans gewachsen ist, die herzlichsten Wünsche für eine ge deihliche Entwicklung aus. Möge auch Koburg be Bayern blühen und gedeihen.(Stürmischer Beis. Der Gesetzentwurf über die Gewährung vo Straffreiheit und Strafmilderung in Diszipl narsachen wird in zweiter und dritter Lesung angenommen. Abg. Bartsch(Dem.) begründet einen An trag betreffend Aufhebung der Verordnung über die Heraufsetzung des Grundlohnes und Ausdehnung der Versicherungspflicht bei der Krankenver sicherung. Die Regierung möge alsbald der Entwurf einer neuen Verordnung vorlegen. Abg. Molkenbuhr(Soz.) widerspricht den Antrag. Der Antrag wiro angenommen. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr: Verreichlichun der Eisenbahn, Postgebühren u. a. Schluß 6½ Uhr. ai Erhöhung der Postgebühren. W Berlin, 23. April.(Drahtb.) Im Haushaltsausschuß der Nationalversammlung wurde der Gesetzentwurf über die Erhöhung der Postgebühren unter Ablehnung von Anträgen au Ermäßigung der Gebührensätze der Regierungsvorlage angenommen und nur die Zustellungsgebühr für eine Zeitungsnummer im Durchschnittsgewicht bis 20 Gramm mit Zustimmung des Ministers au 2 Pfg.(nach dem Entwurf 3 Pfg.), über 20 bis 50 Gramm auf 3 anstatt auf 4 Pfg. ermäßigt. de W Berlin, 23. April. Vizepräsident Dr. Dietrich eröffnet die Sitzung um 3 Uhr 20 Minuten. Auf der Tagesordnung stehen Anfragen. Auf Anfrage Dr. Düringers(deutschnatl.) wegen Zollfreiheit von aus dem Elsaß ausge. führten Baumwollwaren wird regierungsseitig geantwortet, daß die betreffenden Waren nach Be seitigung einiger Unstimmigkeiten mit der französischen Regierung nunmehr wieder zollfrei sind. Auf Anfrage Hoch(Soz.) wegen Regelung der Holzversorgung wird geantwortet, daß die Regierung das Holzgeschäft überwache und mit den Zentralbehörden der Länder Vereinbarungen traf. An einem Ausgleich zwischen den Ländern betreffend Brennholz wird besonders gedacht werden. Es folgt die dritte Beratung des Gesetzentwurfs über die Befriedigung der Gebäude des Reichstags und der Landtage. Ueber das Gesetz wird, weil es eine Verfassungsänderung bedeutet, namentlich abgestimmt. Es wird mit 290 gegen 15 Stimmen angenommen. In der dritten Beratung des Entwurfes eines Reichswahlgesetzes Preußische Landesversammlung. W Berlin, 23. April. Auf eine Anfrage teilt die Regierung mit, das hin sichtlich des amtlichen Publikationsorgans für das Osthavelland noch keine endgültige Entscheidung getroffen und daß die Ernennung der Assessors Engel zum Landrat des Kreises Oberbarnim jetzt genehmigt sei. Die Anordnung des Volkowohlfahrtsministers über die Einführung einer Höchstgrenze f#r Mietzinssteigerungen geht an den Gemeindeausschuß. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfes über die Bildung einer Stadt Groß=Berlin. Es sollen zu Groß=Berlin geyoren acht Stadtgemeinden: Berlin, Charlottenburg, Köpenick, Lichtenberg, Neukölln, Schöneberg, Spandau, Wilmersdorf, 55 Landgemeinden, u. a.: Friedenau, Pankow, Wannsee, Zehlendorf, Lichterfelde und 23 Gutsbezirke. Bei§ 1 findet eine allgemeine Aussprache statt. Abg. Wutzky(Soz.): Für den Zweckverband haben wir nichts übrig. Er hat nicht verhindert, Lustspiel„Wie es euch gefällt" über, in dem das phantastische Moment das Uebergewicht hat und In dem das Märchenhafte noch mehr ausgeprägt erscheint. Die Grundidee zur Inszenierung dieser Dichtung bildet die Natur. In der Natur lebt der Mensch besser, freier und sorgloser als bei Hofe und in den Städten. Die Natur zwingt ihn zur Einkehr in sich selbst und veredelt und wandelt ihn auf diese Weise. In dieser Dichtung prävaliert also bei der Inszenierung der Drang nach Vereinfachung; hier ist im Gegensatz zu den meisten Inszenierungen, die eine Art Shakespeare=Bühne bauen, der Hauptakzent auf die Natur zu legen, für welche die Hinterbühne vollständig auszubauen ist. Beiden genannten Lustspielen am nächsten steht der„Sommernachtstraum"; hier spielt die Phantasie des Dichters unbegrenzt und hier führt er den Zuschauer in das Reich des Märchens, in das Reich der Illusion und des Traumes. Auch hier wieder ist der Schauplatz die Natur und als grundlegender Regiegedanke der Wald: Der Ton dieses Lustspiels muß außerordentlich leicht und flüssig gehalten werden. Den Reigen der Intrigenlustspiele beginnt„Verlorene Liebesmüh“, in dem die Intrige gegenüber dem Phantastischen überwiegt. Ueber die Inszenierung dieses Lustspiels hat der Redner sich bereits im Shakespeare=Jahrbuch 1918 ausführlich verbreitet und er geht deshalb sofort auf die Betrachtung von „Viel Lärm um nichts" über, jenes nur sehr selten gegebene Lustspiel, das sich an Theatern, die keine Dreh= und Schiebebühne besitzen, nur schwer darstellen läßt. In solchem Falle läßt sich das Stück mit Zuhilfenahme der Vorbühne geben. Die Stimmung der Inszenierung beruht hier auf der Musik. Die Inszenierungsmöglichkeiten des Lustspiels„Der Widerspenstigen Zähmung“ sind sehr zahlreich. Max Reinhard hat durch seinen köstlichen Einfall, das Ganze als eine Darstellung reisender Komödianten vor dem Kesselflicker Schlau mit kräftiger Energie durchgeführt, eine aufsehenerregende Aufführung geschaffen. Der Redner geht dann auf die seinerzeit sehr beachtete deutsche Uraufführung der„beiden Edelleute von Verona“(23. April 1919) in Weimar über, welche zu den schönsten Erfolgen seiner leider nun bald beendeten Weimarer Regietätigkeit gehört, ein, um dann schließlich noch bemerkenswerte weise auf die Inszenierung von Shakespeares eigenartigstem Lustspiel, das auf der Grenze zwischen Komödie und Schauspiel steht, aber doch eigentlich zur ersteren Gattung zu rechnen ist, zum„Kaufmann von Venedig" zu geben. Es ist dieses Stück wohl die volkstümlichste Schöpfung des Meisters, und es vereinigt allen Zauber der Poesie in seinen Falten. Den Mittelpunkt der Inszenierung dieses Lustspiels bildet nicht Shylock, sondern Venedig und seine Bewohner; sie geben der Darstellung den eigentlichen Hintergrund. Dekorativ ist das Ganze möglichst einfach zu halten. Auf Einzelheiten der Inszenierungstechnik der genannten Lustspiele einzugehen, verbietet uns leider die böse Papiernot. Zum Schluß gibt Oberregisseur Jürgens der Auffassung Ausdruck, daß, wie bei allem in der Welt, so auch auf dem von ihm behandelten Gebiete es nichts. Abgeschlossenes gibt. Auch kommt noch hinzu: die ewige Tragödie des Spielleiters, zu sehen, daß die großen phantasievollen Bilder seiner Seele sich an der Materie, genannt„Theater“, stoßen und sich niemals restlos erfüllen lassen. H. K. — Stadttheater. Im Spielplan der kommenden Woche tritt eine Aenderung der Abonnementsreihen ein: Die Aufführung von„Als ich noch im Flügelkleide“ findet am Dienstag, dem 27. April, in Reihe 2, diejenige von„Liebe“ am Mittwoch, dem 28. April, in Reihe 1 statt. — Kammermusikabend. Das dritte Konzert des Rheinischen Streichquartetts(Herren Gumpert Kronenberg, Borwitzky, Barth) findet Montag, den 26. April, abends 7½ Uhr, im Ibach=Saal statt. Zur Aufführung kommen Quartette von Mozart, Dvorak und, als Erstaufführung, ein Quartett von Perinello. — Zwei Vortragsabende. Am Freitag, dem 30. April, und Samstag, dem 1. Mai, finden im Ibach=Saal zwei Vortragsabende der Schülerinnen und Schüler des Pianisten Hubert Flohr statt. — Lustiger Abend Nonnenbruch. Rober! Nonnenbruch gibt am Sonntag, dem 25. April, im Ibach=Saal nochmals einen heiteren Abend mit einem vollständig neuen Programm. ab Di im is #f die einzelnen Gemeinden Kirchturmpolitik geiben. Ohne die Begründung einer Zentralverpaltungsstelle ist nicht mehr auszukommen. Abg. Gottschalk(Ztr.): Wir erkennen an, der bisherige Zweckverband sein Ziel nicht erneicht hat, und werden daher von Anträgen dieser #ri absehen. Eine Reform ist nicht notwendig. Pir wollen aber versuchen, die Selbstverwaltung der einzelnen Gemeinden nicht völlig zu unterhinden. Abg. Lüdicke(deutschnatl.): Der Ausschuß hat Unehr als 20 Sitzungen abgehalten, aber in keiger war der Minister des Innern anwesend.(Hört, hört! rechts.) Das Gesetz hat große politische Tragweite. Es ist der erste Schritt zr Begründung eines Freistaates Berlin in Freistaate Preußen. Wir halten das Projekt der Einheitsgemeinde nach wie vor für verfehlt. Abg. Dominikus(Dem.): Ohne Einheitsgemeinde ist keine finanzielle Gesundung möglich. Abg. Dr. Leidig(Deutsche Vot.): Eine güntige Entwicklung ist nur auf dem Boden der Geamtgemeinde zu erwarten. Unterstaatssekretät Freund: Ich bitte, den Grundriß der Vorlage, die Einheitsgemeinde, nicht anzutasten. Von Ertötung der Selbstverwaltung tann keine Rede sein. Es handelt sich nur um das allmähliche Aufgehen des Einzelbezirks in der des Gesamtkörpers. Die Gesamtgemeinde wäre sichts anderes als ein anderer Name für den Zweckverband. Aba. Leid(USP.): Um aber die Einheitsgemeinde zu retten, werden wir trotz aller Bedencken für den Entwurf stimmen. Ein Schlußantrag wird angenommen. § 1 wird unverändert angenommen. In der Einzelberatung wird etwa zwei Drittel der Vorlage mit kleinen redaktionellen Aenderununter Ablehnung zahlreicher Anträge der Rechtsparteien und der Unabhängigen angenommen Nächste Sitzung Samstag 12 Uhr: Fortsetzung. Der Arbeitsplan. W Berlin, 23 April.(Drahtb.) Der Aeltesten. rat der Preußischen Landesversammlung beschloß, Montag den Rotetat mit den neuen Beamtenellen zu behandeln und anschließend daran die erste Lesung der Verfossung vorzunehmen. Die neue Besoldungsvorlage, über die das Staatsministerium heute beschließt, die nach einmütiger Ansicht der Parteien noch vor der Ver tagung verabschiedet werden soll, wird Dienstag beraten. Das Programm soll unbedingt bis zum 8. Mai beendet sein. wird gleichfalls morgen zur Beratung kommen, da die Verhandlungen nur langsam fortschreiten. Nationalbank für Deutschland in Berlin. + Berlin, 23. April.(Drahtb.) Die auffallendste Erscheinung bei den Jahresäbschlüssen unserer Grolbanken ist die ganz enorme Steigerung der Ziffern der Bilanzen so wie auch der Gewinn- und Verlustrechnungen. Die Erklärung hierfür ist an erster Stelle in der starken Entwertung der Reichsmark, zu suchen, die zu einer ungeheuren Vermehrung der Umsätze und infolgedessen zu einem entsprechend starken Zuwachs der Gewinne geführt hat, welch letztere allerdings durch stark erhöhte Unkosten beschnitten werden. Bei der Nationalbank für Deutschland ist der Rohgewinn von 14 Mill. auf 30.1 Mill. Mk. gesliegen. darunter Wechsel und Zinsen 19.6(9.5) Mill. Mk., Provisionen 10.2(4.2) Mill. Mk.. Effekten- und Konsortialgewinne hat auch dieses Institut im abgelaufenen Jahre wieder nicht in Rechnung gestellt, obgleich verschiedene größere Transaktionen darauf schließen lassen, daß die Arbeit auf diesem Felde nicht ertraglos geblieben ist Die Lasten haben sich mit 14,30(i. V. 7,47) Mill. Mark nahezu verdoppelt Aus dem Reingewinn von 15.7(7,0) Mill. Mk. werden 6 Mill. Mk. der offenen Reserve zugeführt, die damit auf 16 Mill. Mark sleigt, während den Aktionären eine Dividende von 7(5) Prozent zur Verfügung gestellt wird. Demnach dient ein ganz erheblicher Teil des Mehrgewinnes als Sicherstellung der Bank für die ungewissen Zeiten, denen wir einstweilen entgegengehen, während nur 1,8 Mill. Mk., also etwa ein Fünftel des erziellen Mehrgewinnes, zur Aulbesserung der Dividende benutzt wird. Dieser Akt der Vorsicht wird nicht nur in der Oeffentlichkeit, sondern auch im Kreise der Aktionäre volle Billigung finden. Die Abrechnung ergibt folgendes Bild: in Millionen Mark 1919 1918 Gewinn. aus Wechseln und Zinsen 1958 9.45 Devisen. In Rheinland und Westfalen notierten: gestern mittag gestern nachmittag holländ. Gulden 2200 2235 französische Noten 370" 368 belgische Noten 392 394 engl. Pfundnoten 238 P 239 Dollarnoten 59—61 60 Düsseidorfer Börse v. 23. April(ämtl. Kursbericht) Kuxe Kohlenbergwerke. Alte Haase Nachtr. 24700 10000 11000 10900 14800 Angeb. 25500 11500 12000 11800 15700 Sandelsteil. Vom Elsenwirtschaftsbund. (() Düsseldort, 23. April. Heute begannen hier die Gründungsverhandlungen für den Eisenwirtschaltsbund. Vertreten waren die Industrie, die Verbraucher, die Händler, die Arbeiter und das Reichswirtschaftsministerium. Zunächst wurde die vorgelegte Geschäftsordnung durchberaten und nach kleinen Aenderungen(z. B. Erhöhung der Tagegelder um 10 M) einstimmig genehmigt. Schwieriger wurden die Verhandlungen bei Festsetzung der Vertreterzahl, die nach dem Regie. rungsvorschlag 70 betragen soll, wovon den Erzeugern 38 Vertreter, also nicht ganz die Hälfte, zugebilligt worden sind. Die Versammlung einigte sich dahin, beim Reichswirtschaftsrat den Antrag zu stellen, die Gesamtzahl auf 72 zu ernöhen und davon den Erzeugern 36 Vertreter, also die Hälfte, zu bewilligen. Wie die Vertreterzahlen für die Verbraucher und Händler verteilt werden sollen, darüber wurde nachmittags in den einzelnen Gruppen verhandelt, ohne daß bisher eine Einigung erzielt wurde. Die Verhandlungen werden morgen früh fortgesetzt. Die Preisfrage Wechsel 262.16 237,13 Reports und Lombards 176.80 152.23 Warenvorschüsse 16.25 3.78 Eigene Effekten 26,95 27,69 Konsortiale 20,34 21,74 Debitoren338,82 210,10 Passiva Aktienkapital 90,00 90.00 Rücklage„ 10,00„ 10,00 Akzepte und Schecks 56,48 18,63 Kreditoren 911,17 606,12 Fassen wir die ersten fünf Posten der Aktiven zusammen und vergleichen damit die zwei letzten Posten der Passiven, so ergibt sich eine Liquidität von 71(73) Prozent. Im einzelnen ist zu bemerken, daß zwar die Tremden Gelder(Kreditoren) um 50 Prozent auf 911 Mill. Mk.„angewachsen sind, doch würde sich noch eine weit höhere Ziffer ergeben haben, wenn die Leitung der Bank nicht Gewicht darauf gelegt hälte, daß ihre Großkundschaft verfügbare eigene Mittel durch Vermittlung der Bank in Wertpapieren zinstragend angelegt hätte. Die Bank selbst konnte auf diese Weise ihren Bestand an Reichsschatzanweisungen (Wechsel) mit 262 Mill. Mk. annähernd auf dem vorjährigen Stand halten. Dagegen legte sie große Mittel(175,7 Mill. Mk.) als Guthaben bei anderen Banken sowie 176 Mill. Mk. als Lombard bei Girozentralen und in leicht greifbaren sonstigen Aktiven an. Blankenburg Caroline Carolus Magnus Constantin der Große 155000 160000 Cwald 130000 140000 Fröhliche Morgensonne. 32000 84000 Gottessegen 14200 14900 Graf Bismarck 120000 129000 Graf Schwerin... 50000 51500 Hleinrich........„ 21000 23000 Helene und Amalie 64000 67000 Johann Deimelsberg König Ludwig 114000 117000 Langenbrahm... 33500 35000 Lothringen 117000 125000 ver. Trappe 10900 11400 Braunkohlenbergwerke. Bruckdorf-Nietleben Kalibergwerke. A.-G. Deutsche Kaliw. Beienroge 41000 Burbach„ 56500 57500 Carlsfund„ 28500 29500 Glückauf-Sondershausen 63000 64000 Hansa Silberberg„ 26000 29000 Kaiseroda— 61000 Neuslaßfurt 61000 62500 Siegfried I 21000 21600 Walbeck 21500 23800 Wilhelmshall 57500 60000 Erzbergwerke. Glückauf b. Neviges Hollertszug Neue Hoffnung Landesk. II. Aktien verschiedener Gesellschaften. Dampfsch.-Ges. f. d Nieder- und Mittelrhein 200 Düsseld. Allg. Tr.-Vers. 400 Düsseldorfer Baubank 140 Feuer-Vers.-Ges. Rheinld. per St. 1600 Gebr. Göedhart A.-G.—— Gerresheimer Glashüne—— Glas- und Spiegelmanufaktur„—— gladbacher Wollindustrie—— luckauf-Brauerei Gelsenk.„—— Hein, Lehmann& Co.—— Hofel-Brauerei—— Niederrhein. Dämpfsch.-Ges. 100—— Niederrhein. Güter-Assekuranz„ 825— Rheinische Bahnges., freie St.—— Rheinische Bahnges., synd. St. 100— Rhein. Gerbstoff- und Farbholz—— Knein. Metallw. u. Masch.-Fabrik—— Rhein. Spiegelglas-Fabrik—"— Schwabenbräu 220.— Waggon Uerdingen 332 360 Wasserw. f. d. nordl-westf. Rev.—— Nächste Börse für Wertpapiere am 28. April. Nichtamtliche Devisennotierungen: Nachfr. Angeb. Nachtr. Angeb 390 400 364 367 1080 1090 2225 2250 237 240 240 1800 Belgien Frankreich Schweiz Holland England Dänemark Schweden Norwegen Rumänien New York Italien Spanien 101 104 60½ 61½ Auf dem Kohlenkuxenmarkt führten die Gerüchte von einem Angebot auf die Kuxe der Gewerkschaft Constantin der Große- zu einer lebhaften Preissteigerung dieser Kuxe wie überhaupt zu einer merklichen Befestigung für die schweren Werte. Constantin wurden bis zu 158000 M bezahlt, waren jedoch gegen Schluß der Börse wieder etwas billiger erhältlich. Die linksrheinischen Werte Diergardt, Mörs und Wilhelmine Mewissen, die an den letzten Börsentagen zu steigenden Preisen gehandelt wurden, lagen heute vernachlässigt. Auf dem Kalikuxenmarkt kam es bei durchweg fester Grundstimmung zu lebhaften Umsätzem Im Verkehr waren von schweren Werten Einigkeit, Glückauf-Sondershausen Neustaßfurt, Wintershall und Wilhelmshall, ferner von den übrigen Werten Asse, Friedrichroda. Gebra, Habighorst, Heringen, Hope, Immenrode, Johannashall, Oberhof, Reichskrone, Ransbach, Richard, Rothenfelde, Salzmünde, Schwarzburg, Siegfried-Giesen, Thüringen, Walbeck und Walter. In der Versteigerung erzielte ein Kux Thüringen 9850 M. Kölner Warenbörse. (•) Köln, 23. April. An der heutigen Warenbörse, die sehr stark besucht war, herrschte abwartende Haltung. Man rechnet anscheinend noch mit weiteren Preisrückgängen. Die Nachfrage nach Hülsenfrüchten war gering, trotzdem sie billiger angeboten wurden; grüne holländische Erbsen zu 640 M die 100 kg, holl. Viktoriaerbsen eiwas tehrer zu 775 bis 825 M, braune holl. Bohnen zu 600 M. Rohkaffee kostete 22 bis 25 M das Pfund, kondensierte Milch 400 M die Kiste, Kakao 38 M das kg, Schokolade 38 bis 50 M das kg, Reis 8.50 bis 12MA das Pfund, Tee 24 bis 25 M das Pfund, Haferflocken 740 M die 100 kg., Das Geschäft in Seifen und Delikatessen war wieder sehr flott. Berliner Metallbörse vom 23. April. (Notierungen der Kommission des Berliner Metallbörsenvorstandes.) Die Preise verstehen sich per 100 kg. Raffinade Kupfer 99/99, 3 loko Groß-Berlin Orig. Hütten-Weichblei, ab Hütte od. loko Gr. Berlin Orig. Hülten-Rohzink, Syndikatspr abHütte od. Lager Original Hütten- Rohzink, Preis im freien Verkehr ab Lager oder Hütte Origin. Hülten-Aluminium 98 99 in gekerbten Bläckchen ab Hülle oder loko Groß-Berlin Zinn, banca, straitz, billiten, loko Hambg. od. Gr.-Berlin Hütten-Zinn, mindest. 99% loko Hambg. od Gr.-Berlin Rein-Nickel 98•99, loko Hamburg od. Groß-Berlin Antimon Regulus, loko Hamburg od. Groß-Berlin vorige 2000/2300 850/875 625/675 9400/9600 5800/6000 1700/1750 Drahtmeldungen. hestige 2000/2100 825/875 850/875 600 3900/4000 9400/9500 9300/9400 5500/5600 600/1650 f Bochum, 23. April.(Drahtb.) Die Darmstädter Bank hat für 775000 M das AulomatenRestaurant am Wilhelmsplatz erworben und errichtet hier eine Zweigstelle. f Bochum, 23. April. In der heutigen Hauptversammlung der Bochumer Bergbrauerei vormals Homborg A.-G. wurde die ab 1. Mai zahlbare Dividende auf 4 Prozent festgesetzt. Der Vorsitzende, Justizrat Koechling, teilte mit, daß Verschmelzung mit der ViktoriaBrauerei in Kürze zu erwarten sei. Das Angebol bewegt sich, wenn man den heutigen Kurs der Viktoria-Brauerei zugrunde legt, ungefähr auf der Grundlage von 411. Trotz des verhältnismäßig hohen Kursstandes sieht der Vorstand der Bergbrauerei in der Verschmelzung einen guten Ausweg, um so mehr, als die Beleiligung an der Viktoria-Brauerei auch für die Zukunlt, selbst unler Zugrundelegung des jetzigen Kursstandes der Aktien, eine gute Verzinsung erhoffen lasse. ** Bremen, 23. April. Die Deutsche Nationalbank in Bremen teilt auf Anfrage mit, daß die Verhandlungen über den Verkauf der SüdscePhosphatgesellschaft bekanntlich seit langem schweben, daß aber in Bremen über den Abschluß der Verhandlungen mit Japan keine Nachrichten verliegen und zurzeit nichts Neues über den Gang der Verhandlungen mitgeteilt werden kann. = Hannover, 23. April. Die ordentliche Hauptversammlung der Norddeutschen Portlandzementfabrik Misburg in Hannover setzte die Dividende auf wieder 10 Prozent fest. Weiter wurde die Erhöhung des Grundkapitals um 200000 M Vorzugsaktien beschlossen. Die neuen Aktien erhalten sechsfaches Stimmrecht mit Dividendenbeteiligung bis zu 5 Prozent und werden von der Tochtergesellschaft Misburger Portlandzementfabrik Kronsberg, A.-G. in Hannover, zum Kurse von 115 Prozent übernommen. (·) Preisermäßigung für Bleifabrikate. Die Verkaufsstelle für gewalzte und gepreßte Bleifabrikate hat mit sofortiger Wirkung die Verkaufspreise um 100 M auf 1300 M für 100 kg ermäßigt. Bekanntmachung betreffend Die Bekanntmachung des Wehrkreiskommandos über die Waffenabgabe vom 10. April 1920 ist erst am 23. d. M. in den Morgenausgaben bezw. Abendausgaben der hiesigen Zeitungen erschienen. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung wird daher auf den 23. April 1920, vormittags. 9 Uhr, festgelegt, so daß die Frist zur Waffenabgabe am Sonntag, den 25. April 1920, vormittags 9 Uhr, abgelaufen ist. Düfsekdorf, den 23. April 1920. Die Polizeiverwaltung. Der Oberbürgermeister. I. V: Dr Haas "„Wir suchen zum sofortigen Eintritt für dauernde Beschäftigung: 2 Transmissionsschmierer. 6 Kranschlosser, 2 Werkzeugschmiede, 5 ältere Reparaturschlosser, 5 Krarführer für Magnet=. Greifer= u. Gießkran. 2 Federrichter, 10 Maurer(Ofenmaurer), 1 Bauschreiner, 1 Vorzeichner für mech. Werkstatt, 2 Hobler für mech. Werkstatt. r erste Facharbeiter mit Lehrzeugnis und guten sapieren wollen sich melden: 12540 einische Metallwaaren= und Maschinenfabrik, Abteilung Rath, Lüsseldorf=Rath, Helmutstrave 47, Arbeiterannahme. Lucas, Reinbers& Co., Bankgeschäft Düsseldorf, Hohenzollernstraße 33. Fernsprecher: 15541, 15543. 15565. Telégramm-Adresse: Lubergbank. Reichsbank-Giro-Konto. Postscheck-Konto: Köln 92327. An- und Verkauf von Kohlen-, Kali- und Erz-Kuxen, fes.verzinslichen Werten Wie Staats-, Previns-, Städte-Anleihen, Bergwerksebligationen. Devisen-Abteilung. An- und Verkauf von Ausländischen Noten und Sorten sowie von Schecks und Auszahlungen auf allen größeren Plätze des Auslandes. Abteilung für Aktien ohne Börsennotiz, Ausländische Renten, Aktien und Coupons. Scheck-Verkehr. Einkaufs=Genossenschaft Düsseldorfer Pferdehalier, e. G. m. b. H., Düsseldorf. Die Genossenschaft ist durch Beschluß der a. v. Generalversammlung vom 1. 10. 19 ufgelös worden und sordern wir hierdurch die Gläubi##er auf, sich bei der Genossenschaft zu melden. Düsseldorf, 20. April 1920. 82461 Die Liquidakoren der Einkaufs=Genossenschaft Düsseidorfer Pferdehalter, e. G. m. b. H. Weise. Krawinkel. Scherhag. Wir suchen zum sofortigen Eintritt tüchtige Ofenleute für Warmbetriebe. Rheinische Meiallwaaren= u. Maschinenfabrik Düsseldor-Derendot, Arbeiterannahme, Ulmenstraße 19. Tor 2a. Gelbsthilfeverkauf. Am Mittwoch, den 28. April 1920. vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Marienstraßze 18a zu Düsseldorf: vier Kartons Nähseide (20 Tt., 10 Tt., 10 Ttz. und 10 Ttz.)(2463 gemaß§ 373 H. G. B. für Rechnung dessent, den es angeht, durch den Unterze####neien ösfentlich gegen gleich dare Zablung versteigert werden. Der Verkauf findet voraussichtlich statt. Gebrke, Gerichtsvollzieh. Junges Ehepaar sucht modeine 3—4-Zim.=Wohng. Küche, Bad, elektr. Licht, möbliert oder unmöbliert. zu mieten oder zu kaufen. Gefl. Ang. unt. K 6167 a. d. Zweiquelle Königsallee 98. Besserer Herr sucht gu möbliertes Wohnund Schlafzimmer zum 1. Mai. Ang. u. K 6161 a d. Zweigst. Königsallee 98. Braunkohlenbriheits für Indusitie und Hausbrand nunnuimnniniknnkininnihilnnnniimmmmm — liefert— Automobilbetrieb G. Fernsprecher Nr. 1. Ausstellung heller Sommermoden in PuH und KölllCKlIOI zur freien Besichtigung in den Verkaufsräumen und Schaufenstern Damen-Dutz Wir zeigen in größtmöglichster Auswahl die neue Moderichtung in: Hellen Jackenkleidern Wasch-Kleidern Blusen und Röcken. in weiß und krassen Unifarben. Letzte Modekormen eigner Schöpfung sowie bedeufendster Mode- Werkstätten. Die belieblesten Garnierungen in neuer Ausmusterung. Klein G. m. b. H. Wehrhahn—. Tonhallenstraße Montag, 26. April beginnt 72502 Gemälde und Plastiken HEUTE VORLETZTER TAG! Fabelhaft spannendes Detektlv-Drams in 4 Akten Verraßt von dem berühmten Ariminal-Schrißssteller vollkommener Ersatz für Bimsdielen 2 5 und 7 cm hart Ein heiteres Filmspiel in 4-Akten In der HauptrolleIn der Hauptrelle Morgen von 11—1 Uhr: Leonhard Tiet A.=6., Düsseldorf. 1## stets lieferbar ab Lager u Sparbauwand=Gesellschaft Düsseldorf#### in Lierenfeld: Ziegelei O. Reinhardt Fernruf: Düsseldorf 9331, Essen a. R.: 1231 A Sv. Dädagogium Sesberg a. R. und Herchen a. d. Sieg Trogumngosam,Zeglyrg. gumnasium u. Zeaischule, bisber mit Eins.=Berecht., jetzt in Entwick. z.Vollanst. . Höd. Haudelssachklasse. 450 Schüler, 70 Sehrer und Erzieher. Internat in 22 Familienhäusern. Direktor: Dros. D. Kühne. in Bodesberg a. Rt. Ludwig Weil 6 fabelhaft spannende Akte Bauausführungen. Inb. L Weil u. Bauingenieur W Esser. Ferns. 8734 Düsseldort Rlichsst. 570 übernimmt Um- und Neubatten: Erd-, Maurer-, Beton-, Eisenbeton-, Patz- und Stuckarb eiten.(1960 — am Südabhang des dahlen Asten.— Waldreiche Gegend.— Hertliche Spaziergänge Gasthof und Pension Rötz Telephon-Nr. 20. Amt Oberkiichen. Pension zu jeder Jahresseit. Verpflegung gut und reichlich. — Alles Nähere durch Antrage.— Ferasprecher 7520 u. 15190. Flingerstr. 43—47 übernimmt ganze Beerdigungen sowie Ueberfäiungen und erledigt alle erforderlichen Anmeldungen und Besorgungen. 18699 Fastneues Zeis=Prismen stol,Doptpäte nach Photoglas, 6X vergr. für 950 M. IUEI-PUFTFdlS graphien zu verkaufen. Ang. unter Porträtmaler Franck. K 6165 a. d. Gesch. dies. Btg.Hüttenstraße 1.(1210 bleibt unerreicht im Geschmack. Jede Rolle muss einen Zettel in Rotdruck mitclaruek enthalten Samstag, 24 April 1920 ahrgang 179.— Nummer 101. Düsseldorfer Zeitun Zweites Blatt zur Morgen=Ausgabe städtische Hachrichten. Tüsseldorfer Geschichtsverein. * Letzten Mittwoch veranstaltete die rührige ztung des Düsseldorfer Geschichtsvereins die erste zmmerstudienfahrt, deren Ziel Kaiserswerth war. ach 1¾ stündiger Wanderung am Rhein entlang achten die zahlreichen Teilnehmer und Teilnehmeinen zunächst im Restaurant Burghof eine Kaffees in deren Verlauf Herr Dechant Zitzen eine Dargung der Baugeschichte der Kaiserswerther Suitntuskirche und, darin verflochten, eine geistvolle id ausführliche Erklärung der bei dieser Kirche Betracht kommenden Baustile gab. Der englische Benediktinermönch Suitbertus kam Prediger des Christentums um den Anfang des Jahrhunderts in unsere Gegend und erhielt durch un Frankenkönig Pipin,den Vater Karls des roßen, die Rheininsel als Geschenk, auf der er ein loster mit Kirche erbaute, um die sich die ersten Beohner des heutigen Kaiserswerth ansiedelten. Die heute bestehende Kirche ist im 11. bis 3. Jahrhundert erbaut worden. Wie die nun folnnde Besichtigung ergab, können drei Stilarten an nselben unterschieden werden; im ältesten, nach dem hein zu gelegenen Teil der romanische, dann ein ebergangsstil vom romanischen zum gotischen und unn, über den Hochchor, der gotische Stil selbst. Während die Kirche, namentlich in ihrem älteren eile, schmucklos gehalten ist, zeigen die späteren eile, namentlich über dem Hochaltare, reichere Aussstaltung. Die bunten Glasfenster sowie die Ausglungen der flachen Basilikadecke und der Seitenände sind neueren Datums. In der Sakristei hatte an Gelegenheit, einige schöne Kruzifixe des 16. 1d 17. Jahrhunderts zu besichtigen; der Kirchenhatz sowie der berühmte kostbare Schrein mit den seliquien des Kirchengründers waren vor den stürmen der letzten Zeit an einen sicheren Ort gettet worden. In der Kirche befinden sich auch drei Wasserandsmarken aus dem 11. und 18. Jahrhundert, ach denen der Rhein damals eine Höhe erreicht itte, welche die der letzten Ueberschwemmung noch einen halben Meter übertraf. Nach dem Besuch der Kirche wurde noch der siebel des ältesten Hauses der Stadt, eines romachen Baues, besichtigt, in dessen Nachbarschaft auch das Geburtshaus jenes Grafen von Spee indet, der als mutiger Bekämpfer des Hexenahnes und als Dichter der„Trutznachtigall“ bemnt ist. Da die Zeit stark vorgeschritten war, konnte der tine der Burg nur ein kurzer Besuch gewidmet erden. Die Burg, aus mächtigen Basaltsäulen Zwischenlagen von flachen Ziegelsteinen erbaut, uns vornehmlich bekannt durch die Entführung s späteren Kaisers Heinrich IV., den Bischof nno von Köln im Jahre 1062 auf einer Rheinin seine Gewalt brachte. Später wurde sie — häufige Aufenthaltsort des Kaisers Friedrich arbarossa. Inschriften erinnern an ihn und an * Herkunft der Bausteine, vom Drachenfels im siebengebirge(e rupe draconis). Schönes Wetter begünstigte diesen ersten Aus), für den sich die Leiter den wohlverdienten Dank Teilnehmer erworben haben. Wie wir hören, soll demnächst der alten Abteiiche in Werden ein Besuch abgestattet werden. dr Oberbürgermeister Dr. Köttgen ist an Grippe hwer erkrankt. e Auszeichnung. Dem Kaufmann Franz ungs, Stahlstraße 31, wurde nachträglich das serne Kreuz erster Klasse verliehen. Dem Stadtistenten Paul Riebe, hier, wurde durch Verlgung des Reichswehrministers vom 22. März 1920 nachträglich das Kriegsverdienstkreuz und das Verbundetenabzeichen verliehen. e Volkshochschule. Die Geschäftsstelle der Volksochschule gibt bekannt, daß die Einzeichnungslisten die Volkshochschulkurse nunmehr aufliegen. Um iecht vielen Bildungsbedürfnissen zu entsprechen, veist der Lehrplan eine lange Reihe von Kursen aus den verschiedensten Gebieten auf. Wer sich über die Bildungsmöglichkeit an der Volkshochschule, über Ziele und Aufgaben, über die Art und Weise, wie man diesen Aufgaben gerecht zu werden sucht, ein Bild machen will, sehe sich das Vortragsverseichnis an, welches auf der Geschäftsstelle, auf den Arbeitersekretariaten, auf den städtischen VerwalAngsstellen in Oberkassel, Gerresheim, Rath und Eeller, in den städtischen Lesehallen, im Verkehrsberein und in Buchhandlungen zu haben ist. = Der amtliche Teil enthält Bekanntmachungen ketr. Volkshochschulkurse, betr. Waffenabgabe. npe Kriegswohlfahrtspflege. Das seinerzeit auf brund der Bundesratsverordnung über die Regeung der Kriegswohlfahrtspflege für Preußen erichtete Staatskommissariat für KriegswohlfahrtsRlege, dem hauptsächlich die Kontrolle der privaten Bohlfahrtspflege obliegt, geht in nächster Zeit von em Ministerium des Innern auf das Volkswohlahrtsministerium über npe Neuregelung des Privatlotteriewesens. Eine Archgreifende Neuregelung des Privatlotteriebesens steht in nächster Zeit zu erwarten. Bisher 9 die Entscheidung über die Genehmigung von Goßen Privatlotterien dem Minister des Innern und dem Finanzminister ob. Daraus haben sich Verzögerungen und Schwierigkeiten ergeben, die I angezeigt erscheinen lassen, die Entscheidung in Hand zu legen. Die Erwägungen sind noch scht abgeschlossen, welches Ministerium künftighin ** Angelegenheiten des Privatlotteriewesens allein bearbeiten wird. Bei dieser Regelung kommt auch eine Neuordnung der Grundsätze über die Zulassung von Privatlotterien in Betracht. e Er ist mir aus der Tasche gefallen. Am Worringer Platz krachte plötzlich ein Schuß. Die Leute sahen sich erschreckt nach allen Seiten um Plötzlich bückte sich ein Mann und hob einen Revolver auf.„Er ist mir aus der Tasche gefallen,“ sagte er wie entschuldigend und steckte die Waffe, die sich infolge des Falles entladen hatte, wieder zu sich. Dann stieg er in Linie 18 und fuhr davon. Ein Ortswehrmann, den man auf den Revolverträger aufmerksam machte, rührte nicht ein Bein, erklärte vielmehr, als ob das nun der ganzen Sache jede Bedeutung nähme:„Es wird ein Flüchtling sein.“ So verhält sich ein Vertreter der öffentlichen Sicherheit gegenüber einem Bewaffneten zu einer Zeit, da das Waffentragen bei schwersten Strafen verboten ist. e Beim Diebstahl überascht. In der vergangenen Nacht wurden zwei Kerle bei der Filiale Beek in der Lorettostraße beim Einbruch überrascht. Sie ergriffen die Flucht. Der Wehrmann Zander verwundete durch einen Schuß den Otto Guntermann, welcher den Städtischen Krankenanstalten überwiesen wurde. Der andere Dieb mit Namen Grasch wurde verhaftet. zw Strafkammer. Der Metzger Wilhelm P. aus Oberkassel hatte im vergangenen Jahre angeblich für seine Familie das Fleisch zweier Schweinchen gekauft und eingesalzen. Ihm war deshalb ein Strafbefehl in Höhe von 500 Mark zugestellt worden, gegen den er Einspruch eshob. Das Schöffengericht hatte daraufhin die Strafe auf 100 Mark herabgesetzt. Diese schien dem Staatsanwalt zu niedrig, weshalb er Berufung gegen das schöffengerichtliche Urteil einlegte. Die Strafkammer erkannte gegen Peters jetzt wegen Fleischankaufs ohne Kartenentwertung auf 300 Mark Geldstrafe. — Aus einer Knochenmühle in Neuß war vor einiger Zeit von den Arbeitern Joseph Wilhelm Vobis und Heinrich Hintzen eine größere Menge Knochen gestohlen worden. Die Diebe mußten ihre Beute aber recht teuer bezahlen, inden sie von der Strafkammer dafür zu je acht Monaten Gefängnis verurteilt wurden.— Die Arbeiter Ernst Maibücher und Franz Wilpütz standen wegen Diebstahls von Stahlblöcken vor Gericht. Aus einer Fabrik in Schlebusch hatten sie eine beträchtliche Anzahl solcher Blöcke entwendet, die he. te einen respektablen Wert darstellen. Es wurde gegen sie auf je vier Monate Gefängnis erkannt.— Einer Firma in Neuß hatten im vergangenen Jahre die Arbeiter Joseph Reinertz, Johann Meutges und Matthias Terjong einen wertvollen Motor gestohlen. Terjong erhielt drei Monate, die andern beiden je zwei Monate Gefängnis. zw Zwei Zuchthäusler. Auf zwei Jahre Zucht. haus, fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht erkannte die Strafkammer gegen den Arbeiter Wilhelm Dahler. Der Verurteilte, ein schwer vorbestrafter Mensch, war nachts in der Altestadt von zwei Personen bei einem Einbruchsdiebstahl überrascht worden. Mit einem Unbekannten war er bemüht gewesen, an einem Kallerfenster die Eisenstäbe herauszubrechen, um in die Kellerräume einzudringen. zw Räuber vor Gericht. Zwei gefährliche Burschen, die Ende vergangenen Jahres in der Düsseldorfer Umgebung wie Räuber hausten, sind der Dreher Heinrich Esser und der Maschinenbauer Jakob Dickschen. In Kirchdahl waren sie in die Villa eines Kommerzienrats eingebrochen, aus der sie Silbergerät, Wäsche, Bettzeug, Teppiche und Einrichtungsgegenstände im Gesamtwerte von 70 000 Mark raubten. Im November verübten sie in Benrath einen größeren Einbruchsdiebstahl, wobei sie silberne Leuchter und sonstige sehr kostbare Sachen erbeuteten, die der Gemeinde Benrath gehörten. In Richrath brachen die beiden nachts in eine Kirche ein und nahmen daraus sämtliche goldenen und filbernen Geräte, die Altardecken usw. mit. Schließlich stahlen sie in Reisholz einem Arbeiter ein Mutterschaf und verübten in Hilden noch zwei größere Einbrüche, wobei ihnen größere Mengen Lebensmittel, Wein, einige Zentner Speck und Schinken zur Beute fielen. Die Räuber standen jetzt vor der Strafkammer, die Esser zu drei Jahren und Dickschen zu vier Jahren Gefängnis verurteilte. = Tageskalender vom Samstag. Stadttheater: Wilhelm Tell.— Schauspielhaus: Nachmittags für die städtischen Lehrer und Beamten: Die Liebe Gottes; abends: Das Käthchen von Heilbronn. Ibach=Saal: Liederabend. Apollo=Theater: Buntbühne. Desgleichen Groß=Düsseldorf, Adler, KasinoKabarett, Korso=Kabareti, Jungmühle, Edentheater, Rosenhof. Asta=Nielsen=Theater, ResidenzTheater, Palast=Theater. UnionTheater, Schadow=Lichtspiele: Vorstellung. Kölner Volkstheater(Hüttenstr. 100): Corneliusplatz Nr. 3. = In den Schadow=Lichtspielen werden Aufnahmen aus den Tagen des Räuberhauptmanns Hölz in Plauen, Markneukirchen und Klingenthal gezeigt. e Ratingen, 23. April. Zur Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung ist eine kleine Menge Socken und Ressel geliefert worden. Sport und Turnen. Wer wird westdeutscher Meister? h. Als die Kreisausschüsse seinerzeit vor die Aufgabe gestellt wurden, innerhalb von 14 Tagen den Meister ihres Kreises dem Verbande bekannt zu geben, waren allerorts die Ligakämpfe noch im Gange. Leicht hatte es der rheinische Südkreis, der im Kölner Ballspiel=Club den erklärten Meister ohne weiteres hatte. Mit vielen Punkten Vorsprung führte K. B. C. die Tabelle. Der rheinische Westkreis mußte durch Ausscheidungsspiele der vier führenden Vereine den Kreisvertreter noch ermitteln. Im Verein für Turn= und Rasensport M.Gladbach (Borussia) stellte der Westkreis seinen Vertreter zu den Schlußspielen. In Vor= und Zwischenrunden qualifizierten sich diese beiden Vereine für das morgen in Neuß stattfindende Endspiel. K. B. C. durch seine Siege über T. R. U. 1880 Düsseldorf und Duisburger Spielverein; Rasensport durch die Siege über Essener Turnerbund und Spielverein Hamm. Wer wird westdeutscher Meister? Diese Frage wird wohl überall da aufgeworfen, wo Fußball gespielt wird. Morgen wissen wir, wer die Farben unserer westdeutschen Heimat in den Kämpfen um die deutsche Meisterschaft gegen andere Landesverbände vertreten wird. Heute sei uns der Versuch gestattet, auf Grund der in den Vorspielen gezeigten Leistungen des Kölner und des Gladbacher Vereins den morgigen Sieger zu„tippen“. Eine Besprechung der beiden Mannschaften halten wir für angebracht. Kölner Ballspiel-Club wird mit Goebler im Tor, Dahmen und Palm in der Verteidigung, Kriescher, Zeil und Flink in der Läuferreihe, Schellhaas, Nießen, Binder, Schulz und Hoffmann im Sturm antreten. Rasensport Gladbach stellt seine Mannschaft mit Lauth im Tor, Wolfgarten und Turk in der Verteidigung Eichmanns, Zander und Oberdörster in der Läuferreihe, Gahlen, Kronen, Pohl, Jansen und Brocke in der Stürmerei dem Gegner. Das Gerücht will wissen, daß K. B. C. mit Ersatz für am vergangenen Sonntag verletzte Spieler antreten muß, während Rasensport sich mit dem Gedanken beschäftigen soll, für Jansen, der am letzten Sonntag kläglich spielte, einen besseren Spieler in den Sturm zu stellen. Dieser Information glauben wir nicht ganz. Die Vereinsleitungen werden schon mit allen Mitteln für das Antreten der kompletten Mannschaft gesorgt haben. K. B. C.'s Stärke liegt in der guten Verteidigung. Flink in der Läuferreihe, Nießen, Binder, Schulz im Innensturm sind die Stützen des Angriffs. Rasensport besitzt in Pohl einen Spieler, der Angriff und Abwehr dirigiert und— wenn er seinen guten Tag hat— kaum kaltzustellen ist. Die Läuferreihe ist gute Ligaklasse. Turk in der Verteidigung wird die Kölner Stürmerreihe vor böse Aufgaben stellen. Wir sehen im Verein für Turn= und Rasensport M.Gladbach den Westdeutschen Meister.(Knapper Sieg— Spielverlängerung?) Wenn Kölner Ballspiel=Club es jedoch verstehen sollte, durch seinen Mittelläufer Pohl kaltzustellen und damit das auf diesen Spieler eingestellte Spiel der Gladbacher Stürmerei zu zerstören; dann durch schnelles Spiel seiner Stürmerei an dem zu langsam zurückkommenden Turk vorbeikommt, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die Westdeutsche Meisterschaft nach Köln mit den siegreichen K. B. C.ern fährt. Leichtathleikk. Erstlings= und Anfänger=Wettkämpfe. Zu dieser Leichtathletik=Veranstaltung des Ortsverbandes Düsseldorfer Sportvereine, die morgen nachmittag auf dem Sportplatze an der Sohnstraße stattfindet, sind zahlreiche Meldungen eingelaufen, so daß auch hier schon richt interessante Wettkämpfe zu erwarten sind. Die Veranstaltung nimmt um 2 Uhr ihren Anfang. Wassersport. Mit einem gemeinsamen Anrudern der drei Vereine Wassersportverein, Düsseldorfer Ruderverein und Ruderklub Germania findet am morgigen Sonntag die Eröffnung der diesjährigen Rudersaison statt. Die Boote versammeln sich im Hafen und fahren alsdann gemeinsam zum KaiserWilhelm=Park, wo die Auffahrt ihr Ende nimmt. Auf Einladung des Rheinisch=Westfälischen Regatta=Verbandes findet am 24. April seitens der angeschlossenen Vereine die Besichtigung und Festlegung der Regattastrecke für die am 11. Juli stattfindende Verbandsregatta statt. Gegenstände abgehalten werden. Danach ind in den Gewahrsam der ordnungsmäßigen Behörde übergeben worden: etwa 1400 Gewehre, 50 Handschußwaffen, 7 Maschinengewehre, 2000 Handgranaten. Ferner wurden einige Beutestücke aus den Kämpfen mit den Regierungstruppen eingeliefert, wie Pferde, Wagen und dergleichen. Wir vermögen nicht zu glauben, daß mit diesen eingebrachten Zahlen der gesamte Privatbesitz und alle Arsenale auch nur annähernd erschöpft sein sollen. In Barmen sind nur 1700 Gewehre abgel efert worden, während die Presse einen zahlenmäßigen Bestand von 2900 Stück vor dem Putsch ausrechnet. Im Einverständnis mit der britischen Besetzungsbehörde hat der Regierungspräsident in Köln folgende Anordnung erlassen:„Mitglieder der sogenannten Roten Armee, die sich im besetzten Gebiet außerhalb des Lagers Dellbrück aufhalten, und sich entweder bei der Ortsvolizeibehörde nicht gestellt oder sich den von den Polizeibehörden zu ihrer Beaussichtigung getroffenen Maßnahmen nicht gefügt haben, sind unverzüglich zwangsweise ins unbesetzte Gebiet abzuschieben.“ In Hamborn wurden 45 städtische Polizeibeamte, die sich weigerten, Postendienst mit Kärabiner zu tun, auf. Anordnung der Regierung in Düsseldorf vom Amte enthoben. In Mülheim (Ruhr) traf grüne Sicherheitspolizei in Stärke einer Hundertschaft ein. Ob Mülheim weiterhin Militär behält, steht noch nicht fest. Buer, Recklinghausen und Bottrop sollen je eine Hundertschaft der grünen Polizei erhalten. Für Oberhausen und Sterkrade sind als endaültig insgesamt 1000 Mann grüne Polizei vorgesehen Hus den Propinzen. Die Auflösung der Roten Armee. Die Auflösung der Roten Armee und Sicherheitswehren und ihre Ersetzung durch Staatspolizei geht, langsam vor sich. Auch wird mehr und mehr bekannt, welche Riesensummen dieses rote Zwischenspiel unserem Volke wieder kostet. Die Speisung der flüchtigen Rotgard'sten, die Löhnung der proletarischen Schutzwehr, die Ansprüche an Ersatzleistungen und ähnliche Dinge aus den Märztagen kosten die Stadt Elberfeld nach amtlicher Feststellung 800 000 Mark. Nachdem in Elberfeld der letzte Termin für die Waffenabgabe abgelaufen war, konnte eine Schau über die abgegebenen * Duisburg, 23. April. Gestern mittag entstand auf=der verlängerten Friedenstraße ein großer Menschenauflauf. Ein junger Mann rühmte sich damit, im Besitze von Handgranaten zu sein. Man könne ihm nicht an den Leib kommen. Sogleich kamen auf Anruf zwei Reichswehrsoldaten vom Schlachthof. Nun lief der Handgranatenmann die Friedenstraße nach Hochfeld herunter, und auf 50 Meter Abstand warf er eine Eierhandgranate nach den Soldaten, ohne daß diese platzte. Eine zweite, die er zu schnell warf, bekam er von den Soldaten zurückgeworfen. Sie platzte, ohne jemand zu verletzen. Nun drangen die Soldaten schußbereit auf ihn ein, faßten ihn am Siechenhaus und fesselten ihn mit Ketten. Er wird nach Wesel geschafft werden. * Essen, 22. April. Der Oberbürgermeister gibt bekannt: Mit der Speisung unterernährter Schulkinder wird voraussichtlich am Montag, dem 3. Mai, begonnen werden. n Lennev. 23. April.(Drahtb.) Die aus revolutionären Arbeitern bestehende kostspielige Ortswehr ist aufgelöst worden. Es soll eine Verstärkung der ordentlichen Polizei erfolgen. * Köln, 20 April. Berliner Blättern wird aus Köln geschrieben:„Im Hause Domhof 28, nahe dem Hauptbahnhof, haben fast sämtliche fremden Misstonen ihr Domizil. Ich hatte sowohl gestern wie heute auf dem polnischen Konsulat zu tun. Als ich gegen 12 Uhr mittags von dort fortgehen wollte, sah ich eine Menge junger Leute am fränzösischen Konsulat stehen Das französische Paßbüro hatte seine Pforten geschlossen, abei das gegenüberliegende französische Lebensmittelverteilungsamt war fleißig an der Arbeit. Man hatte ein Stück Brett an der Tür befestigt mit der Aufschrift:„Werbebüro für die französische Fremdenlegion". Das Geschäft sollte wohl gerade beginnen, jedenfalls mischte ich mich aus Neugierde unter diese Leute, die offenbar zu der „Roten Armee“ im Ruhrrevier gehört hatten, und da hörte ich nun von einem etwa 19jährigen Burschen folgende Rede:„Ehe wir uns von den Deutschen an die Wand stellen lassen, können wir auch für die Franzosen kämpfen, nach drei Jahren werden wir französische Staatsbürger, und nach fünfjähriger Dienstzeit sind wir französische BeamteAls Löhnung bekommen wir 75 Centimes auf den Tag, ferner Kleidung und Essen. Die Erklärungen des Herrn Generals Watter glauben wir nicht.“ Während dieser Unterhaltung kamen gerade zwei Soldaten in französischer Uniform aus dem Büro, und nachdem sie sich über die Leute und ihr Vorhaben orientiert hatten, hatten sie nur ein höhnisches Lächeln und Achselzucken für sie. Darauf kamen dann deutschsprechende Angehörige der Legion, in ausgezeichneter Uniform, wie ich sie noch nie bei französischen Soldaten gesehen habe, lachten über das ganze Gesicht, daß der Weizen so gut blüht, und forderten die Leute zum Betreten des Werbelokals auf. Es waren etwa 30 bis 50 junge Leute im Alter von 18 bis 25 Jahren, zum Teil in deutscher Militärkleidung oder mit der charakteristischen Kopfbedeckung versehen, wie sie von den aus der Gefangenschaft zurückgekehrten Leuten getragen wurden. Ich ging mit einem andern Herrn, der auch Zeuge der ganzen Sache newesen war, sofort zum nächsten Volizeirevier 8 und machte dort von diesem Vorfall Anzeige. Es wurde mir versprochen, daß sofort das Polkzeipräsidium in Kenntnis gesetzt werden sollte. Auch meinte der Revierheamte noch, um diese Leute, die sich dort gemeldet haben, ist es weiter nicht schade.“(!!) * Mainz, 22. April. Die Ehen Jugendlicher nehmen einen immer größeren Umfang an. In allen Städten und Gemeinden Hessens zeigen die Standesamtsregister, daß in immer steigendem Maße Ehen von 16= bis 20jährigen jungen Leuten geschlossen werden. In Hochstedt bei Hanau tritt sogar ein Paor in den Stand der Ehe, von dem der zukünftige Familienvater 17 und die Braut 16 Jahre alt ist Geschä tss eile Bahnstraße 5. 1. Lösung der Hörerkarten vom 26. April bis 8. Mai. Beginn der Kurse: 31. Mai 1920. Zeit: von 6½ und 8½ Unr abends ab. Hörsäle: die Räume der höheren Lehranstalten und Schulen, insbesondere der Luisenschule(Stuchenanstalt) Kaseinenstraße 32.7 I. Vortragsreihen mit Arbeitsgemeins-hatten über Weltanschauungstragen und Seelenkunde, Religion und Religionsgeschichte, Rechts- und Staat wissenschaften. Volkswirtschaft, Gesellschaftswissenschalten. Heimat- und Volkskunde. Erdkunde, Himmelskunde, Geschichte und Kulturgeschichte. Deutsche Sprache und Literatur, Kunst, Kunstgewerbe, Musik, Mathematik, Physik, Optik, Technik, Chemie, Geologie, Zoologie und Botanik, Wohl ahrtspflege. II. Vorträge für einen größeren Hörerkreis, Alles Nähere ist aus dem Vortragsverzeichnis der Volkshochschulkurse zu ersehen, das auf der Geschätisstelle, auf den städtischen Verwaltungsstellen Oberkassel, Gerresheim, Rath und Eller, in den städtischen Lesehallen auf den Arbeitersektetariaten, im Verkehrsverein und in Buchhandungen zu haben ist. Die Lösung der Teilnehmerkarten kann werktäglich außer an Samstag-Nachmittagen ertolgen in der Zeit vos vorm. 9 bis 12 und nachm. von 3 bis 5½ Uhr auf der Geschältsstelle Bahnstraße 5, auf den städtischen Verwaitungsstellen Oberkasse (Drakestraße 23) und Gerresheim; in der Zeit von 10 bis 12 und 4 bis 6 Uhr auf den Arbeitersekretariaten Luisenstr. 33, Wallstr. 10. Kölner Str. 211 und von 4 bis 6 Uhr Kirchteldstr. 37. Frühzeitige Anmeldung ist erwünscht. Zeugnisse werden nicht gelordert. Das Hörergeld beträgt, talls nicht besondere Sätze angegeben sind, für Kurse von 10 Doppelstunden 8.— Mark, von 6 Doppelstunden /5— Mark. Das Hörergeld ist im voraus bei Entgegennahme der Hörerkarte zu entrichten. Die Hörerkarten sind persönlich. Die Krilik der gesamten Tägespresse stellen der neuesten Schöpfung deutscher Lichtbildkunst das glanzendste Zeugnis aus. Nerven ist das gewaltigste Filmwerk der Neuzeit, glänzend im Aufbau, fabelhaft wirkend durch Massenszenen, in der Regie formvollendet und jede Rolle von einem allerersten Künstler besetzt. Nerven behandelt ein zeitgemäßes Problem, Jesselt den Zuschauer und hält ihn durch seine gewaltige, von Szehe zu Szeue steigende wuchtige Handlung bis zum Schluß in atemloser Spannung. Nerven wird nur noch 2 Tage gezeigt und ist mit den anderen Darbietungen der Clou dieser Woche in den 33—40 Morgen Sonntag 11 Uhr: Grosse NERVEN. Weinhaus Bettermann Jeseflnenstr. 9(Rotes Haus! am Könlgsplatz Fernruf 9696 Abgesonderte Säle und Beratungszimmer für Familien und Gesellschatten Junges Ehepaar sucht in besserem Hause ertl. auch rationierte Wohnung. Angebute nute: ein oder zwei möbl. Zimmer mit Küchenbenutzung Z 2384 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Samstag, den 24 April. nachm. 4 Uhr. in den oberen Festsälen des Breidenbacher Hotes Diele-Eingang) Ter mit känstierischen Darbietungen. Abends 8 Uhr: VI. Gezellschaftsabent. Karten zu 10.— Mk einschl. Steuer m den Buchhandlungen Bacdecker, Kömgsallee 63, Wrömbcke, Schedowstraße 25 Fur Mitglieder 3.60 Mk. im Sckreiarial oder Abendkasse (Oesellschellsanzue Alt-Deutsches Weinhaus OR Gemutlicher Aufenthalt Weine erster Firmen. Gate Rüche. Musik. Pernsprecher 1154 Bad Orrmont Haus Kersten Altenaustr. 12. Nahe der Quellen und Bädern. Brennholz, auf Ofenlänge geschnitten und gespalt., Zent. 14 Mt. turz und tlein z. Anmachen 17 Mt. alles frei Keller. Brennholz=Vertrieb Merkur, Nachener Straße 1050. Fernsprecher 9747. Speisezimmer, Schlatzimmer, Küchen kauft man bei Tigges& Jamin, Hüttenstraße 34. UnterPicht Klavier, Harmonium, Violine, Gesang, Over. Theorie, Laute. Gitarre. Mandoline. Män. Hon. Kurfürstenstraße 7.(8600 Teer. Klevemasse. Karvolineum u. Baumaterialien aller Art liefert 4356/43 V. Burghard, Dasseldoet, Fermprecher 1131 und 1170. Haarschmuck. Die letzten Neubeiten: Spangen, Zierkämme, Nadeln, Nacken= und Seitenkämme. Christloph Beriram, Schadowstraße 35, 1. Stock Eingang Eckstraße. Reparaluren an Uhren schneu, sarber und billig. W. Gerlach. Kölner Straße 147. Der weiteste Weg lohnt sich. Kontrollkasse Zeieldruck gesucht Barzahlung. Preis erbeien unter J. M. 22250 an die Geschaftsn, dsr. Zig. Kölner Volks-Theater Hüttenstraße 100 Fernrut 16666 u. 15270. Tägilch abends 7½ Uhr: Corneliusplatz Nr. 3. Opereite in 3 Akten mit Karl Haye, der brillante Tünnesdarsteller. An Sonn- und Feleragen 2 Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr Famiien-u.Fremden-Vorstellung zu kiein. Preisen.Vorverkaufv. 11—1 Uhr an derTageskässe Phoko=Apparale riert Barth, Klosterstraße 96. IBACH-SAAL. Heute abend 7½ Uhr: Lieder-Abend Corry Nera, Haau: Am lbachflügels Jan Kuiler. Lieder und Arien Gluck, Pergolese, Schubert, Brahms, Reger. Karten zu Mk. 6.-, 5.-, 4.- v. 9-1 u. 3-6 Uhr bei Bayrmhoffer-Jäger. Tonhallenstr. 4, u. Abendhasse. IBACH-SAAL Morgen Sonntag 25. April, 7½ Uhr: LUSTIGER ABEND HONNENBRUCH „Humor am deutschen Kamin“ Karten Mk. 6.—,4.—. 3— bei A. Modes Nachf. K. Heikampf. Schadowstr. 62, — und Abendkasse. Täglich ausverkauftes Haus! Die beliebte Künstlerin Lofte Neumann in ihrer neuesten Schöpfung: „Frme Mäichen (Der Weg der Grete Lessen) Schruspiel in 4 meisterhaften Akten nach dem bekannten Roman„Arme Mädchen“ von PAUL LINDAU. Von Tag zu Tag wächst der Liebhaberkreis Lotte Neumann’s. Heute bringt die beliebte Künstlerin im Zusammenspiel mit bewährten Partnern wiederum ein echtes Lébensbild, welches Srundlage Samstag, den 24. April. nachmittags 2½ Uhr: Aufführung für die städt. Lehrer- u. Beamtenschaft. Die Liebe Gottes. Abends 6½ Uhr: Das Käthchen von Feilbronn. Schülerkarten gültig. Sonntag, vormittags 11¼ Uhr: Morgenfeier. Professor Dr. Verweyen spricht über „Licht als Symbol“. Nachmittags 2 Uhr: Aufführung für die Freien Gewerkschaften. Abends 7 Uhr: Robert und Bertram, Mittwoch, den 28. April: Letztes Tanz-Gastspiel Lo Hesse und Joachim v. Seewitz Samstag, 5½ Uhr, Rei Wilhelm Te Ende nach 10 Uhr Schülerkarten gün Sonntag, 4½ Uhr außer der Reihe. Die Meislersing Die für„Meistersin vorbestellten Karten nen nur bis Sams den 24. April, min 1 Uhr, reserviert blei Bis dahin nicht abge Karten werden an weitig vergeben GRngansansan, 9 Klosterklauss Klosterstr. 33, " Angenehmer Aufenthalt Gute Weins. Musi Köneke Prseg. APOLLO - Theate Fernspreche 327 und 568 Täglich 7½ Uhr BUNTBUHNEVORSTELLUN Drei Lumars, komisch-akrobatischer ElektrikDrei Cartellas, hervorragende Fangkünstler Fred Bradtord’s, phänomenale Darbietung auf Hoch-Einrädern Lino und Paul, die beiden Spaßmacher und weitere sieben Kunstkrätte. Kassenöffnung 6½ Uhr. Anfang 7½ Sonntags auch 3 Uhr. Corso-Cabaret Der lachende Philosoph FRITZ GRUNBAUA spricht eigene Gedichte. Dazu die anderen Künstler. den oben erwähnten schönen Romanstoff als Grund hät. Dd Suberendent Größes Drama in 5 Akten. Lustsplelschlager in 2 Akten. KASSENöFFNUNG: 2·UHR. Morgen Sonntag: Große Frühvorstellung! Lichtspiele Schadowstrasse 43-45 Hölz der Räuberhauptmann von Plauen der Schrecken des Vogtlandes. Originalaufnahmen aus den Sturmtagen in Plauen, Markneukirchen und Klingenthal. Schauspiel in 6 Akten. Einlaß 7 Uhr. Beginn 7½ Uhr. Eintritt mit Steuer und Garderobe M.6.—. BUNTEVOLKSBUHNE Düsseldorf, Jahnstraße 1 SONNTAGS 11—1 Uhr Frühkonzert mit Unterhaltungseinlagen: Elntritt frei: Ab 6Uhr: Große famillen-Vorstellung: — Kassenötfnung 4½ Uhr HACKE Bunt Bühn Schadowstraße 40. Anfang 7 Uhr. Das reichhaltige April-Programm Mm Sonntag vermittag: Grusses Früh-Konzert mit Varieté-Einlagen 9 Die erfolgreichen( indi Schauspiel in 5 Abteilg. Mascotte Schauspiel in 5 Akten nach dem Roman:„Die Ballhausanna“. April-Gastspiele. HERMANN GERSBACH in seinen neuesten Schlagern LOTTE HARDEN die glänzende Parodistin HELEN CARLOTTA hervorragende Spitzentänzerin WOTANS ARSCHIED Burlesker Sketsch von Anni Neumann-Hofer Hans Hali 2 Chatoirs Emmy Friedl Kurzesy Marthe Gastspiel à Brantzky in ihren klassischen und modernen Tänzen. Der 4-Uhr-Molcka