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Ratinger Zeitung

Bestandshaltende Institution

Stadtarchiv Ratingen

Geschichte und Entwicklung

Die „Ratinger Zeitung“ wurde im Dezember 1871 von dem Buchdrucker Peter Joseph Brehmen gegründet. Sie erschien zunächst zweimal wöchentlich im DIN A4-Format. Überliefert ist die Ratinger Zeitung ab der Nr. 79 des ersten Jahrgangs, 1872, zusammen mit dem „Kreisblatt, amtliches Organ für den Landkreis Düsseldorf“. Der erste Herausgeber Peter Joseph Brehmen (* 1841) gehörte einer Düsseldorfer Buchdruckerfamilie an und hatte sein Handwerk dort erlernt. Während mehrjähriger Wanderungen durch West- und Süddeutschland sowie in der Schweiz vertiefte er seine Fachkenntnisse. Als er die Ratinger Zeitung gründete, war Ratingen eine Kleinstadt mit gerade mal 6.000 Einwohnern.

Ab dem dritten Jahrgang, 1874, wurde die „Ratinger Zeitung, zugleich Amtliches Organ für den Landkreis Düsseldorf“ im Großformat mit einem Umfang von 4 Seiten gedruckt. Die gleichzeitige Herausgabe des Kreisblatts endete zum 30. September 1882 und die Ratinger Zeitung erhielt im Titel den Zusatz „Allgemeiner Anzeiger für Ratingen und Umgebung“. Ihr Gründer Peter Joseph Brehmen verstarb am 13. August 1921 im Alter von 79 Jahren. Zwei seiner Söhne, Joseph (* 1869) und Otto (* 1879) Brehmen, übernahmen die Herausgabe.

Politische Ausrichtung, Periodizität, weitere Entwicklung

Die Verlegerfamilie Brehmen verstand ihre Zeitung als von politischen Parteien unabhängig. Sowohl im Kaiserreich als auch in der Weimarer Republik kann die Grundausrichtung der Ratinger Zeitung als bürgerlich, konservativ und national mit einer gewissen Distanz zum Katholizismus charakterisiert werden. Die Ratinger Zeitung erschien ab 1920 dreimal pro Woche und ab April 1927 täglich außer an Sonn- und Feiertagen.

Otto Brehmen zog sich 1930 aus dem Verlagsgeschäft zurück. 1937 übergab Joseph Brehmen Verlag und Schriftleitung an seinen Sohn Max (Maximilian Peter Josef Friedrich, * 1905). Dieser musste den Zeitungsbetrieb zum 31. Mai 1941 mit der Begründung der Papierknappheit einstellen. Beim Luftangriff auf Ratingen am 22. März 1945 wurden die Betriebsräume in der Hochstraße 7 zerstört. Max Brehmen baute nach dem Krieg das Verlagsgebäude wieder auf und führte mit neuen Setz- und Druckmaschinen zunächst die Druckerei fort. Nach Wegfall der einschränkenden Lizenzbedingungen der Britischen Militärregierung für Tageszeitungen erschien die Ratinger Zeitung ab dem 29. Oktober 1949 wieder, und zwar als Wochenblatt. Max Brehmen stellte die Ratinger Zeitung zum 1. März 1968 ein.

Erik Kleine Vennekate, Stadtarchiv Ratingen