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Volksmund

Bestandshaltende Institution

Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn

Geschichte und Entwicklung

Die erste Nummer des „Volksmund“ mit dem Untertitel „Organ für die Interessen der Bonner Bürger“ erschien am 13.01.1906. Der Untertitel wurde später mehrmals geändert, schon allein deshalb, weil die Zeitung sich auch als Vertreter für die kritische Bürgermeinung in Godesberg, Beuel und Königswinter sah.

Politische Ausrichtung, Inhalte, Periodizität, Auflagenhöhe

Der Redakteur und Verleger des „Volksmunds“ war Joseph Kroth. Das Blatt wurde anfangs in Köln bei Ph. Amsel gedruckt. Die Bonner Drucker waren laut Aussage von Kroth entweder aus technischen Gründen nicht in der Lage die Zeitung zu produzieren, oder wollten nicht drucken, weil vorauszusehen war, dass die Tendenz der Zeitung, öffentliche Missstände zu kritisieren, Ärger mit der Stadtverwaltung mit sich bringen würde. Als Alternative zu anderen Zeitungen – u . A. dem „General-Anzeiger“ und der „Deutschen Reichszeitung“ – wollte der „Volksmund“ „Mängel klar aussprechen und sie nicht umschreiben und verniedlichen“. Es wurden lokale Themen und Probleme besprochen, die in den anderen Zeitungen wenig oder gar keine Veröffentlichung fanden. Joseph Kroth erklärte weiterhin, dass sein Ziel sei, „dass die kommunalen Behörden erkennen würden, dass das öffentliche Leben ein wertvoller Mittarbeiter werden könnte“.

Die Zeitung, die samstags, ab November 1906 samstags und mittwochs, erschien, fand schnell viele Leser und Inserenten in Bonn und Godesberg. Schon in der zweiten Ausgabe wurde die Auflagenhöhe mit 5.000 angegeben.

Bereits ab dem 8.9.1906 konnte der „Volksmund“ in einer eigenen Druckerei, nämlich der „Genossenschaftsdruckerei Breite Str. 13“ produziert werden.

Nachfolger: „Deutsche demokratische Zeitung“

Die Zeitung erschien ab dem 21.12.1918 unter dem Titel „Deutsche demokratische Zeitung“ und existierte mit unveränderter Zählung bis zum Ende des 16. Jahrganges am 31.12.1921.

Ab 1918 vertrat die Zeitung als „Deutsche Demokratische Zeitung“, früher „Volksmund“ die Linie der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei. Diese Partei ging aus der Fortschrittlichen Volkspartei hervor, die 1917/1918 an den letzten beiden Reichsregierungen der Kaiserzeit beteiligt war. Viele Mitglieder der Partei wurden später Sozialdemokraten.

Lea Walter, Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn

Literatur

  • Henseler, Theodor Anton (1953): Beiträge zur Geschichte des Bonner Buch- und Zeitungsverlages, In: Bonner Geschichtsblätter 7, S. 7 - 131.

  • Wenig, Otto (1968): Buchdruck und Buchhandel in Bonn. Bonn: Röhrscheid.

  • Wikipedia (2018): Deutsche Demokratische Partei https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Demokratische_Partei [07.05.2018].