** Dauugopeio balbmonatlich 9o Tpf. und 20 Apf. Votenlohn. Durch dite Ich menalich 1.— Uub. ienschtest. i dtg destechen zu Bestellgeld. 13 Dsg. Rellame lokal 40 Dig. Peüberstr. 9—14, Teleson S.=vir. 24331. Postscheckonte Roin 36631. Zweiggeschäftostellen: Wald: Hauptstraße Ecke Dentzerhof=Straße, Teleson 24528. Gräfrath: Ph. Brecht, Freihettstr. 41, Teleson 24433. Oblige: Düsseldorferstr. 27, Teleson 322 83. Leichlingen: Arust Busch, Bahnhofstr. 13. Ausderhöhe: H. Rothenberg, Ausderhöhe 130, Tel. 330 27. Alteste Tageszeitung im Stadtkreis Solingen. Eiune d. mauen- Seitler. Deanemertich eer Beitet und Kaunst: E. Maller=Sodler; für den kommamalen Len Sattagen: Dk. H. Gothe: für den Rhein=Wupperkreio u. Sport: R. Schaberg; für Wirrschaft, Unterhaltung und den übrigen Tell: H. Heinen; für den Anzeigentell: H. Schmitz, alle in Solingen. Berliner Vertreter: Dr M. Aruse. Berliner Anzeigen=Vertretung: 3. W. Dempe, BerlinCharlottendurg, Uhlandstr. 194. Anruf C 1. Steinplatz 6813.— Druck und Verlag: B. Voll. Solingen.— Dae Solinger Tageblatt erscheine täglich mit Auonahme der Sonn= und Jesttage. Nr. 295 Montag, den 148. Degember 19333 125. Jahrgang Weihnachtsfrieden in Deatschiand. Kundigungsschug. Im vergangenen Jahre noch wurde in Deutschland der poliniche Weihnachtsfrieden verordnet. Die Ruhepause damals war nichts anderes als die Stille vor dem Sturm der nationalsozialistischen Revolution des Jahres 1933, dessen weihnachtliche Woche nunmehr begonnen hat. Und schon hat sich ein wundervoller Weihnachtsfriede über alle deutschen Gaue gebreitet, ein Frieden, der uns in den vergangenen 19 Jahren mit ihren vielfachen Sorgen der Kriegszeit, der Jahre des Niedergangs, der Not und des Elends und der Arbeitslosigkeit und der Verfolgung nicht beschert mar. Es ist nichts mehr geblieben vom einstigen Bruderstreit; einig blickt das wiedergenesende deutsche Volk voll Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft, für deren glückhafte Gestaltung er arbeitet und opfert. So schreiten wir durch die Weihnachtswoche, in der die große innenpolitische Arbeit ruht, gleichsam als solle aus der weihnachtlichen Freude die Kraft zum großen Schaffen im neuen Jahre geschöpft werden. Kein Ereignis von innenpolitischer Bedeutung in der neuen Woche, sei es denn, man mißt der selbstverständlichen Urteilsverkündung im Reichstagsbrand=Prozeß am Sonnabend in dieser Hinsicht mehr Bedeutung bei, als ihr zukommt. Nicht zurückblicken wollen wir auf das Vergangene, sondern vorwärtsstürmen in eine Zukunft, die frei ist von Erinnerung an überwundene dunkle Stunden. Am deutschesten aller deutschen Feste wird besser der treuen Verbundenheit gedacht, die uns im Reiche mit unseren Volksgenossen im Auslande verbindet. So ist die große Rundfunkansprache des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, zu verstehen, der— selbst einmal Auslandsdeutscher— am Heiligabend zu allen Auslandsdeutschen sprechen wird. Im Ausland zerbricht man sich unterdessen sozusagen auch über die Weihnacht noch den Kopf, wie man die selbstverschuldete Krise von Genf überwindet, wobei allerdings guter Wille schon längst zu einer Klärung hätte führen können. So ist in diesem Jahre mit einer solchen Klärung nicht mehr zu rechnen. Die anhaltende außenpolitische Aktivität steht zunächst noch ganz im Zeichen der Zwischengespräche. Der englische Außenminister wird diese Woche seine vielbesprochene Weihnachtsreise zum Zwecke der politischen Sondierung in Rom und Paris antreten, während sich das englische Parlament bis Donnerstag sozusagen in Permanenz mit der Abrüstungsfrage beschäftigen und der Meinungsaustausch zwischen Frankreich und Deutschland ebenfalls weiter vonstatten gehen wird. Mit besonderem Interesse wird die Rückkehr des englischen Botschafters Phipps nach Berlin am kommenden Dienstag verfolgt. Phipps dürfte wohl nicht gerade unbedeutende Informationen aus London mitbringen. Pelbalinikiatide im beatschen Wirtschaftsdau. Ein Unterredung mit Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt in London. e fe. e ues iuer uuncdf unr ecichr usichr Raher wirtschaftsminister Dr. Schmitt hat sich der Londoner Ver#retung der„Kölnischen Zeitung“ gegenüber über die wichtigsten Fragen ausgesprochen, die zurzeit der Reichsregierung im Kampf mit der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit gegenüberstehen. Der Reichswirtschaftsminister betonte, daß der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, der die Zahl der Arbeitslosen von sechs auf vier Millionen herabgedrückt habe, nur unter Einspannung sämtlicher Kräfte des Staates möglich gewesen sei. Die Aufgabe sei verhältnismäßig schwieriger gewesen als in anderen Ländern, da in Deutschland nicht nur der Mittelstand und die Rentnerkreise, sondern auch die breiten Arbeiterschichten als Folge der Inflation ihre Ersparnisse eingebüßt hätten. Die Reichsregierung sei sich des Wirtschaftsgrundsatzes bewußt, daß ein Zurückdrängen der Arbeitslosenziffer in einigermaßen normale Grenzen nur nach Verschwinden der Krisenvorgänge und der Wiederkehr des Vertrauens möglich ist. Immerhin habe die Wiedereinstellung der zwei Millionen eine ganz beträchtliche Kaufkraftsteigerung mit sich gebracht. Die Reichsregierung halte sich beständig den Grundsatz vor Augen, die von ihr getroffenen Notstandsmaßnahmen so einzusetzen, daß sie automatisch in eine natürliche Konjunktur einmünden. Die Reichsregierung sei unter allen Amständen entschlossen, keine Beeinträchtigung ihrer Einspruchsrechte in die Privatwirtschaft zu dulden, doch dürfe man diesen Grundsatz nicht dahin mißverstehen, daß etwa beabsichtigt sei, die Privatinitiative zu hemmen oder auszuschalten. In diesem Jusammenhang ging der Reichswirtschaftsminister kurz auf die Warenhausfrage ein. Ei verwies ferner auf die gerade in jüngster Zeit getroffenen Vorlehrungen zur Beruhigung und Konsolidierung des Kapitalmarktes. Die Zurückgewinnung des Vertrauens und des positiven Arbeitswillens würden die Kapitalbildung fördern und die Wirtschaft in den kommenden Jahren in die Lage versetzen, ihre Auslandsschuldner zu befriedigen. Das sei natürlich nur möglich, wenn die internationalen Zandelsbeziehungen wieder so aufeinander abgestimmt würden, daß der Transser von Schulden auf dem einzigmöglichen Wege der Warenausfuhr gewährleistet sei. Zur Bankenfrage führte der Minister aus, das Reich habe durch den Kauf des Diskontgebäudes gegen Rückgabe von Anteilen der Dedibank an diese zur Genüge dargetan, daß nicht die Absicht bestehe, den staatlichen Einfluß auf die Banken zu verewigen. Das gelte auch für Versicherungswesen und Schiffahrt. Dr. Schmitt bezeichnete die Hilfsmaßnahmen für die Schiffahrt als vorübergehende Notmaßnahmen, die defensiver, nicht aggressiper Natur seien. Zum Schluß erklärte der Minister: Wir haben in Deutschland eine einzige klare Linie und werden alles tun, um nach vernünftigen wirtschaftlichen und kaufmännischen Grundsätzen das innerdeutsche Wirtschaftsleben in Gang zu bringen. Es wird aber jeder vernünftige Mensch einsehen, daß der Erfolg dieser Arbeit sehr stark davon abhängen wird, ob unser ehrliches Streben, mit den anderen Völkern der Welt zu einem klaren Verhältnis zu kommen, von Erfolg begleitet ist. Abreise des Reichswirtschaftsministers aus London. WTB. London, 17. Dez. Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt ist heute früh in Begleitung seiner Gattin nach seinem privaten Besuch in England wieder nach Berlin abgereist. Das Gesetz zur Aenderung des Privatnetenbank=Gesetzes. CNB. Berlin, 15. Dez. Das Gesetz zur Aenderung des Privatnotenbankgesetzes sieht vor, daß die Bejugnis zur Notenausgabe am 31. Dezember 1935 erlischt, ohne daß daraus ein Anspruch auf Entschädigung entsteht. Im Hinblick auf die zu schaffende Reichsverfassungsreform wäre die Beibehaltung der zehnjährigen Kündigungsfrist des Notenbankprivilegs nicht erträglich. Auch vom Standpunkt der Pirtschaft ist ein Bedürfnis für eine langzeitige Ausschlau,rung der Sonderstellung der süddeutschen Länder und Sachsens auf dem Gebiete der Versorgung mit Notenbankkredit nicht anzuerkennen, da die Reichsbank ohne Schwierigkeit in der Lage ist, die genannten Wirtschaftsgebiete mit Notenbankkredit ausreichend zu versorgen. Die Notenbanken brauchen jedoch nicht zu liquidieren, sondern können in anderer Form als Regionalbanken oder in Anlehnung an bestehende Kreditinstitute weiter bestehen. Tagung des großen Führerrates der deutschen Arbeiter. BD3. Berlin, 15. Dez. Wie das BD3=Büro meldet, fanden sich am Donnerstag in der NSBO=Führerschule am Werlsee bei Berlin die Abteilungs= und Verbandsleiter des Gesamtverbandes der deutschen Arbeiter zu einer Tagung ein. Der Führer des Gesamtverbandes, Pg. Schuhmann, MdR., wies auf die Wichtigkeit hin. allmonatlich den Führerrat zusammentreten zu Wichligkeir hin, aumbnätlich den Fuhrerrar zusammenkleten zu lassen, um den gegenseitigen Zusammenhalt zu stärken. In kurzen Zügen zeigte er noch einmal den Entwicklungsgang des Gesamtverbandes der deutschen Arbeiter auf. Bei der Neugestaltung sei oberster Grundsatz. nichts zu zerschlagen, was der Arbeiter in den vergangenen Jahren sich selbst aufgebaut habe, denn der Führer selbst stehe einem derartigen Versuch entgegen. Bei aller V03. Berlin, 18. Dez.(Funkspruch.) Der Leiter des Ausschusses für Sozialpolitik der NSBO=Reichsleitung und stellvertretende Führer des Gesamtverbandes der deutschen Arbeiter, Ludwig Brucker, entwickelte in der„NS=Sozialpolitik“ Gedanken über den nationalsozialistischen Arbeitsschutz. Nachdem er die Notwendigkeit betont hat, die„dunklen und schmutzigen Winkel in den Werkstätten“ zu beseitigen zugunsten von hellen und luftigen Arbeitsplätzen, führt er aus, daß die Steigerung der Arbeitsfreude nicht nur für die Gesundheit der Arbeiter, sondern auch für die wohlverstandenen wirtschaftlichen Interessen der deutschen Wirtschaft von Vorteil ist. Die notwendige Gemeinschaftsbildung in den Betrieben setze auch die Sicherheit des Arbeitsverhältnisses voraus. Solange vor den Arbeitern die sofortige Entlassungsmöglichkeit das Gefühl der Unsicherheit und damit der Unverbundenheit mit dem Werk auslöse, bleibe die Sorge um die Bildung der Arbeits= und Schicksalsgemeinschaft zwischen Werk. Unternehmer und Arbeiter. Eine Festigung des Arbeitsverhältnisses sei aus wirtschaftlichen, nationalen und sozialen Interessen notwendig. Konsequent müsse die Treuverbundenheit zur Grundlage des schriftlich abzuschließenden und feierlich in einer der Bedeutung des Abschlusses gerechtwerdenden Form zu errichtenden Arbeitsvertrages werden. Was die heutige Bevorzugung der jüngeren Arbeitskräfte anlange, wobei vielfach schon das 35. und 40. Lebensjahr als„alt“ angesehen werde, so bedeute dies nicht nur einen Verlust reicher beruflicher Erfahrung des älteren Arbeitnehmers, sondern sei auf die Dauer auch unwirtschaftlich. Wer die Leistungsfähigkeit des jüngeren unverheirateten Arbeitnehmers durch Arbeitshetze ausnütze, um ihn später als verbraucht in die Ecke zu stellen, begehe kurzfristigen persönlichen Raubbau an der deutschen Arbeitskraft überhaupt. Die Ausscheidung des älteren Arbeitnehmers sei aus bevölkerungspolitischen Gründen schärfstens zu verurteilen, weil sie ein Verbrechen an der Familie bedeute. Rückgang des Kinderreichtums und damit Amsatzrückgang, also Wachstum der Arbeitslosigkeit. ständen in unmittelbarem Zusammenhang. Der Kündigungsschutz sei mithin nicht nur für den Arbeitgeber allgemein, sondern für den älteren verheirateten Arbeitnehmer im besonderen zu verbessern. Hierzu gehöre auch der Schutz des kranken Arbeiters. den, sofern es sich nicht um langanhaltende und schwere Erkrankungen handle, nicht das Anglück der Krankheit und des Verlustes seiner Existenzgrundlage zugleich treffen dürfe. Achtung vor den guten Einrichtungen der alten Verbände müßten Tradition und Liebe zu dem Selbstgeschaffenen zurücktreten, um die wahre Volksgemeinschaft bilden zu können Mißbräuchliche Ausnutzung von Ehestandsdarlehen. VD3. Berlin, 18 Dez.(Funkspruch.) Wie das BD3=Büro meldet, wird in maßgebenden kommunalpolitischen Kreisen darauf hingewiesen, daß sich bei der Verwendung der Bedarfsdeckungsscheine für Ehestandsdarlehen leider grobe Mißstände herausgestellt haben. Insbesondere sei vorgekommen, daß Firmen mit unlauteren Mitteln die Inhaber von Bedarfsdeckungsscheinen zum Kauf veranlaßten, noch dazu zum Kauf über ihre finanziellen Verhältnisse hinaus. Als Muster eines Schutzes gegen solche Mißbräuche wird auf die in Gelsenkirchen erfolgte städtische Regelung verwiesen, die mit Zustimmung der politischen Leitung und des örtlichen Handels zustande komme. Danach wird die Erlaubnis zur Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen solchen Geschäftsleuten entzogen, die nachweisbar Kunden beeinflußten, über ihre Verhältnisse hinaus bessere und teurere Sachen zu kaufen oder die in unlauterer Weise werben, u. a. durch Versprechung einer Wohnung oder Versprechen der unentgeltlichen Zurverfügungstellung von Automobilen für Hochzeitsreisen usw. Hür Besriebung im Heitlungswesen. Eine Verfügung von Rudolf ERB. München, 16. Dez. Wie die Reichspressestelle der RSDAP mitteilt, hat der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, folgende Verfügung erlassen: Mir liegt die Anordnung des Präsidenten der Reichspressekammer vom 13. Dezember 1933 über Fragen der Vertriebs= und der Bezieherwerbung sowie über Neugründungen auf dem Gebiete der Presse vor. Zwecks Gewährleistung des organischen Aufbaues der deutschen Presse im nationalsozialistischen Staat und der lückenlosen Wirksamkeit der Anordnung der Reichspressekammer übernehme ich die Anordnung für den Gesamtbereich der Partei und bestimme hiermit zu deren Ziffern 2 bis 5: Alle Parteigenossen, gleichgültig in welchen politischen oder wie immer gearteten Organisationen sie tätig sind, sind verpflichtet, dieser über Fragen des Pressewesens erlassenen Anordnung innerhalb ihres Arbeitsbereichs nachzukommen. Die Paragraphen 2—5. Die Paragraphen 2—5, die in der obigen Verfügung angezogen sind, lauten: 2. Eine Verpflichtung zum Bezug bestimmter Zeitungen ist nicht zulästig, insbesondere nicht durch Anordnungen der Befehle, ebensowenig darf eine Kontrolle über den Bezug bestimmter Zeitungen ausgeübt werden. Anordnungen und Verfügungen sowie Kontrollmaßnahmen behördlicher Stellen für den Bereich des inneren Dienstbetriebes bleiben hiervon unberührt. Soweit sonstige Dienststellen für den Bereich des inneren Dienstbetriebes derartige Anordnungen treffen wollen, bedürfen sie der vorherigen schriftlichen Zustimmung der Reichspressekammer. Das Recht von Organisationen, für den Bezug von Zeitungen oder Zeitschriften empfehlend einzutreten, bleibt durch diese Anordnung unberührt. 3. Die Lieferung von Zeitschriften an Mitglieder einer Organisation darf weder durch Ausübung des Organisationszwanges noch unter irgendwie gearteter Mitwirkung der Organisation und ihrer Einrichtungen erfolgen. 4. Verlegern und Verlagen von Zeitschriften und Zeitungen ist der Abschluß von Verträgen, Vereinbarungen und Abreden sowie jede sonstige Maßnahme verboten, die eine ausschließliche Veröffentlichungsbefugnis für Bekanntmachungen und Nachrichten von Organisationen, Verbänden und Vereinen bezwecken oder bewirken. Diesem Verbot zuwiderlaufende Verträge usw. sind sofort aufzuheben. Hiervon unberührt bleiben satzungsmäßige Vorschriften über die Veröffentlichung der zur Wahrung von Formen und Fristen ergehenden Bekanntmachungen. Das gleiche gilt für Anordnungen der NSDAP. und ihrer Nebenorganisationen über die Veröffentlichung parteiamtlicher Bekanntmachungen. 5. Die Werbung von Beziehern für Zeitungen durch Werber, die damit betraut sind, nach Listen oder bezirksweise oder von Haus zu Haus Bezugsbestellungen zu sammeln, ist für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. März 1934 verboten. Orbgesnnsgen and Gebarsahigten. Ministerialrat Sätt über das neue Gesetz. Als einer der mae B23. Berlin, 18. Dez.(Funkspruch.) gebenden Referenten im Reichsinnenministerium nimmt Ministerialrat Dr. Gutt Stellung zu der eben erlassenen Ausführungsverordnung über das am 1. 1. 1934 in Kraft tretende Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Wie das BD3=Büro meldet, hebt Dr. Gütt hervor, daß wir mit diesem Gesetz in der Geschichte der Medizin am Beginn eines ue dessen Bedeurung dem des Tuverkel=Bazillus durch Robert Koch, bega heute die damals eingeführten sanitätspolizeilichen Maßnahmen mal als überholt betrag Insgesamt werden im ganzen Reich jährlich 49 Millionen RM. für Hilfsschulen ausgegeben. Berlin zahlt allein für seine 8000 Hilfsschüler 2,5 Millionen RM. mehr, als es für die gleiche Anzahl Volksschulkinder auszugeben hätte. Selbstverständlich sei es nun nicht so, daß jeder, der einmal eine Anstalt aufsuchen muß, ein Erbkranker ist. Daher sei eine gewiß nicht immer einfache Trennung notwendig. Prof. Fetscher, Abkühlung der französisch=amerikanischen Beziehungen oin am Beginn einen neuen Zeitalters ständen, Dresden, komme nach Erwägungen, die mit größter Vorsicht aufdem vergleichbar sei, das mit der Entdeckung gestellt seien, zu dem Ergebnis, daß die direkten Ausgaben für zillus durch Robert Koch begann.„Wenn man Erbkranke insgesamt für Reich, Länder und Gemeinden jährlich manchmal als überholt betrachtet, so täusche man sich, wenn man glaube, auf eine Beachtung der Seuchengesetzgebung, auf Impfungen usw. verzichten zu können. Gewiß könnten manche Bestimmungen eingeschränkt werden; das werde eine Aufgabe sein, die noch in Angriff genommen werde. Was das Sterilisierungsgesetz anlange, so erweise die Durchführungsverordnung, daß der Gesetzgeber bemüht ist, unnötige Operationen, Kosten und Härten zu vermeiden. Daher solle die Unfruchtbarmachung z. B. nicht vor dem 19. Lebensjahr und auch nicht mehr in hohem Alter vorgenommen werden. Da bei Inkrafttreten des Gesetzes plötzlich sämtliche in Frage kommenden Jahrgänge mit einer großen Zahl von Erbkranken den Bestimmungen des Gesetzes unterworfen seien, werde darauf zu achten sein, daß zunächst bei den Personen eine Entscheidung erfolge, bei denen die besonders begründete Gefahr besteht, daß sie sich ungehemmt fortpflanzen. Im Interesse der Möglichkeit des Eingreifens und der Kontrolle sei für Aerzte die Verpflichtung zur Meldung der Erbkranken vorgesehen. Wenn nun das Gesetz und die Verordnung einerseits erbkranken Nachwuchs verhüten solle, so liege es andererseits im Interesse des Staates, umgekehrt die Gebärfähigkeit der deutschen Frau unter allen Umständen zu erhalten und den Willen zum Kinde bei den Erbgesunden wieder zu wecken. Aus diesem Grunde habe der Gesetzgeber es für nötig gehalten, den Aerzten, die eine Unfruchtbarmachung zur Abwendung einer ernsten Gefahr für das Leben oder die Gesundheit vornehmen, die Meldepflicht aufzuerlegen, während der Eingriff aus anderen Gründen, z. B. auch aus der sozialen Indikation heraus, verboten sei. Es sei daher dem zuständigen Amtsarzt binnen drei Tagen nach Vornahme des Eingriffs ein schriftlicher Bericht zu erstatten. Im übrigen werden im Verlag Lehmann, München, ein Kommentar zum Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses erErbkranke insgesamt für Reich, Länder und Gemeinden jährlich mindestens 350 Millionen RM. betragen. Eine andere Zusammenstellung über die Gesamtkosten der Erbkranken liege von Friedr. Burgdörfer vor. Er rechne alle die Aufwendungen mit ein, die außer durch Staat, Länder und Gemeinden von anderen Wohlfahrtsanstalten und=verbänden, von Kirchen und von Privaten gemacht werden, setze die Kosten des Strafvollzuges auf 100 Millionen RM. an und komme auf diese Weise zu einer jährlichen Belastung von einer Milliarde RM., die die Oeffentlichkeit für asozialer und krimineller Elemente Lebensjahr und auch den Unterhalt erbkranker, aufzubringen habe. WTB. Washington, 16. Dez. Ueber das Verhalten Frankreichs in der Frage der Schuldenzahlung ist man in amtlichen Kreisen ziemlich verstimmt. Im Weißen Hause ist sogar die Aeußerung gefallen, daß Frankreich den„Schuldenpakt mit Amerika einseitig gebrochen hat". Die Sympathien für Frankreich haben aber außerdem noch stark abgenommen, da Frankreich auch in der Alkoholfrage gegen die Interessen der Vereinigten Staaten gehandelt haben soll. Die amerikanische Regierung hatte gestern Frankreich eine beträchtliche Erhöhung der Einfuhrquote für Alkohol zugesagt, wofür Frankreich als Gegenleistung eine erhöhte Einfuhr amerikanischer Aepfel, Birnen und amerikanischen Schweinefleisches versprochen hatte. Nach heute hier eingegangenen Pressemeldungen aus Paris hat die französische Regierung zu gleicher Zeit die Zollsätze auf amerikanisches Obst um 100 Prozent erhöht. In hiesigen zuständigen Kreisen sieht man eine derartige Maßnahme als Annullierung des gestrigen Zugeständnisses an. Mehrfach ist sogar das Verhalten Frankreichs als übler Trick gekennzeichnet worden. Das Staatsdepartement hat jedenfalls die Verhandlungen mit Frankreich abgebrochen und wird, wie man hört, das Inkrafttreten der gestern geschlossenen Vereinbarung so lange verhindern, bis die französische Regierung über die wahre Sachlage befriedigende Aufklärungen gegeben hat. Nr.: wt nUver tischen sitzende Fieh über d Die Pariser Gegenoffensive. gerichtet sei. Als wesentlicher Faktor wird ferner herangezogen, daß Frankreich sich weiterhin für das Donauproblem interessiere. Das neue spanische Kubinelt. WTB. Madrid, 17. Dez. Das spanische Kabinett ist gebildet worden von Ministerpräsident Lerroux. Das Außenministerium hat Pita Romero übernommen. Erklärung des Ministerpräsidenten. WTB. Madrid, 17. Dez. Ministerpräsident Lerroux erklärte: Ich will unter dem Zeichen des Friedens ohne Schwäche und ohne jemand zu provozieren mein Amt führen. Ich habe nur das Wohl des Vaterlandes und der Republik im Auge. Ich will die Festigung der staatlichen Ordnung trotz aller Angriffe durchführen. Die Erfahrung, die wir mit dem Frauenstimmrecht gemacht haben, beweist, daß wir ein demokratisches Land sind. Das Land will vor allem Ruhe, wirtschaftliches Wohlergehen und gegenseitige Achtung. Lerroux rechnet mit einer sicheren republikanischen Mehrheit. Sein Kabinett tritt am Dienstag vor das Parlament. Die Lage in Irland. General O'Duffy verhaftet. WTB. Westport(Grafschaft Mayo, Irland), 17. Dez. General O'Duffy wurde heute, als er in der Uniform der Blauhemden in einer Versammlung der gegen de Valera gerichteten Bewegung erschien, verhaftet. Dieser Vorfall hatte ein Handgemenge zwischen der Polizei und den Anhängern O'Duffys zur Folge. O'Duffy wird vor ein Militärgericht gestellt. WTB. Dublin, 18. Dez. Wie von gut unterrichteter Stelle verlautet, ist O'Duffy auf Grund des Gesetzes zum Schutze der öffentlichen Sicherheit verhaftet worden. Er soll demnächst v### ein Militärgericht gestellt werden...1.3appdssp Kommunisten vor der deutschen Botschaft mn Lonoon=:e WTB. London, 17. Dez. Vor dem Gebäude der deutschen Botschaft kam es heute nachmittag zu einem Zusammenstoß zwischen etwa 200 demonstrierenden Kommunisten und Polizei. Die Polizisten machten von ihren Stöcken Gebrauch und nahmen mehrere Verhaftungen vor. CNB. Paris, 18. Dez.(Funkspruch.) Der tschechoslowakische Außenminister Benesch hat es, wie bei all seinen Reisen, auch bei seinem Pariser Besuch nicht an lautester Publizität fehlen lassen. Die Oeffentlichkeit muß den Eindruck haben, über alles, was zwischen Benesch und Paul=Boncour besprochen wurde, ausführlich informiert zu sein. Und doch enthalten diese Informationen so wenig Neues, daß man sich fragt, ob mit derartigen Feststellungen der Zweck der Pariser Reise des tschechoslowakischen Außenministers erschöpft war. Was über den Völkerbund, die Abrüstung und Mitteleuropa erklärt wurde, sind Allgemeinheiten, die schon oft erörtert worden sind. Frankreich und seine Verbündeten sit wollen, daß alle Abrüst und sie halten an dem Plan eines zunächst wirtschaftliche zusammenschlusses der Nachfolgestaaten im Donauraum fest. Besonderen Wert legte Paul=Boncour vor der Presse auf die Erklärung daß die Pariser Besprechungen gegen niemanden gerichtet seien. Mit dieser miederholt abgegehenen Erklärung ist aber der Mit dieser wiederholt abgegehenen Erklärung ist scheinen, der sich eingehend mit allen Fragen, die das Gesetz und Eindruck nicht aus der Welt zu schaffen, daß in Paris der Verseine Durchführung betreffen, beschäftigen werde. Das Gesetz such gemacht wurde, das französische Bündnissystem neu zu bePohmen s###n und zu einer Arbeitsgemeinschaft gegen jeden Versuch einer isation teip Nach gpogtung frage. gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher sei in diesem Rahmen gleichfalls bedeursam, weil es die Möglichkeit eröffne, die deutschen Kinder. Mädchen und Frauen, vor Sexualverbrechern zu schützen, im Gegensatz zu früher, wo man Mitleid mit dem Vernicht mit den Spfe brecher, aber nicht mit dem Opfer hatte. Jährliche össentliche Belastungen durch die Erbkranken 350 Mille. Dez. Bla B03. Berlin, 16. Bez. Wie das BD3=Büro meldet, äußert sich in dem amtlichen Satt für. Reichsversicherung und Reichsversorgung Dr. Kurt Lüttich über die Belastung der Sozialversicherung durch die Minderwertigen. Seine Ausführungen haben besondere Bedeutung im Hinblick auf die Tatsache, daß am 1. Januar 1934 das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses in Kraft tritt. Dr. Lüttich beschäftigt sich lediglich mit der Frage der Kosten, die die Erbkranken der Volksgesamtheit verursachen, und kommt dabei zu erschütternden Feststellungen. Im Durchschnitt kostet, wie er u. a. ausführt, jeder Erbkranke leven und zu einer Arbeitsgemeinsche europäischen Reorganisation zu entwiaern. Nach Andeutung zösischer Stätter scheint benesch besonders in der Abrüstungsflage neue Zusicherungen von Frankreich erhalten zu haben, die sich nicht nur auf die Nichtabrüstung, sondern auf die Rüstungsvermehrung beziehen. Der wahre Charakter der Besprechungen wird sich jedenfalls am deutlichsten in dem künftigen mehr oder weniger demonstrativen Auftreten der Vertreter der Kleinen Entente offenbaren. Die Begegnung Paul=Boncours—Venesch. WTB. Paris, 17. Dez. Der tschechische Außenminister Dr. seiner Gemeinde die ihn in einer Anstalt unterbringen läßt, im Jahre 1482 P9. Dg die Geisteskranke Juhre 1482 RM. Da die Geistesklanten z. B. durchschnittlich 7.5 Jahre in Anstalten verbringen, erfordert jeder einzelne eine Zuwendung von 11 600 RM. Die Gemeinden hätten nach niedriger Schätzung im ganzen Reiche allein für die Geisteskranken über 170 Millionen RM. aufwenden müssen. Dazu komme, daß der Nachwuchs Erbkranker sich häufig in Hilfsschulen befindet. Benesch reist morgen nach Prag zurück. Die Erklärungen, die Paul=Boncour über den Besuch des tschechischen Staatsmannes der Presse gegeben hat, werden in ihrer Bedeutung für die aktuellen diplomatischen Verhandlungen unterstrichen. In französischen diplomatischen Kreisen sucht man die Bedeutung der Pariser Besprechungen mit der Erklärung zugründen, daß sie über den Rahmen einer tschechoslowakisch=französischen Aussprache hinausgingen, da Benesch auch im Namen der Staaten der Kleinen Entente gesprochen habe. Zwei Ergebnisse seien besonders wichtig: 1. die unverbrüchliche Treue, die Frankreich seinen Alliierten halte und umgekehrt, 2. die Tatsache, daß dieses Einvernehmen gegen kein Volk und gegen keine Macht Welhnachtsaarten. In viel verschiedenartigerer Weise wird in Deutschland auf Weihnachtstarten der Ta Entwürse von Menzel.— Die Karten des englischen Königshauses.— Der Tannenbaum als Hauptmotiv in Deutschland. den Weihnachtskarten der Tannenbaum als Hauptmotiv gewählt. Häufig ist auf den deutschen Weihnachtskarten ein mit Lichtern besteckter Tannenbaum zu sehen, aber auch in anderer Weise ist dieser Baum der Mittelpunkt der deutschen Weihnachtskarte. Daneben erscheinen auch noch viele andere Darstellungen, sehr häufig auch solche aus dem Kinderleben um die Weihnachtszeit, über die Weihnachtsbescherung und anderes. In der Reichhaltigkeit der Darstellung können sich die Weihnachtskarten der anderen Völker nicht mit den deutschen vergleichen. Urauffahlung in Koln. Siegfried Wagners„Der von oth wurde vom als Führer der der Reichsmusikerschaft berufen. Diese Berufung ist eine hohe persönliche Auszeichnung für Professor Abendroth und eine Anerkennung seiner Verdienste und seiner musikpädagogischen Erfolge als Leiter der Kölner Hochschule für Musik und der Gürzenich=Konzerte. So alt wie die Neujahrskarten sind die Weihnachtskarten noch nicht. Erst mit dem 19. Jahrhundert, mit den Fortschritten im graphischen Gewerbe und mit der Verbilligung des Portos kam der Brauch auf, sich auch zu Weihnachten auf Karten, die Segenssprüche und allerlei Ausschmückungen trugen, Glück zu wünschen. Generalmusikdirektor Prosessor Dr. Hermann Abendroth Bald wurden dann auch hervorragende Künstler angehalten, Vor: Präsidenten der Reichsmusikkammer, Dr. Richard Strauß, als lagen für solche Karten zu entwerfen. So hagen udolf genzel Fachschaft„usikerzieher im Fachverrgzih.“.cntung und der Genremaler Theovor Hosemann verschiedene schöne Weihnachtskarten entworfen. Ganz besonders Weihnachtskarten, die von Staatsoberhäuptern, von Prinzen und anderen Mitgliedern des Hochadels verschickt wurden, waren gewöhnlich von hervorragenden Künstlern entworfen. Wenn der Brauch, sich gegenseitig Weihnachtskarten zuzusenden, bei vielen aus der großen Masse der Bevölkerung schon im Verschwinden begriffen ist, bei den Staatsoberhäuptern wie bei deren Familienangehörigen wird er noch immer aufrecht erhalten, wenigstens bei den Staatsoberhäuptern, die sich zum christlichen Glauben bekennen. Eine Zusammenstellung von Weihnachtskarten, die die Fürsten und Fürstinnen, Prinzen und Prinzessinnen während des letzten Jahrhunderts versandt haben, müßte eine recht interessante Sammlung ergeben, denn auf den Weihnachtskarten der Kaiser, Könige, Fürsten, Prinzen werden jedes Jahr die verschiedensten Motive behandelt. Eine Zusammenstellung der vom englischen Königshause ausgegangenen Weihnachtskarten zum Beispiel müßte eine interessante Nebeneinanderreihung von Szenen aus der englischen Geschichte ergeben; die männlichen Mitglieder des englischen Königshauses lassen nämlich auf ihren Weihnachtskarten nach altem Herkommen stets nur Szenen aus der Geschichte des englischen Reiches wiedergeben. Auch die englische Königin und die englische PrinStädtische Gastspiele Solingen. Man schreibt uns: Am kommenden Mittwoch wird im Koisersaal die Oper„Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck aufgeführt. Wer so recht in die vorweihnachtliche Märchenstimmung versetzt werden will, versäume nicht, sich die beliebteste Märchenoper anzusehen. Wiederholt wurde das Spiel mit dem eigenen Zauber deutscher Kindheit hier zur Aufführung gebracht und fand stets auch bei dem großen Theaterpublikum die Aufnahme, die es verdient hat. Die Szenerie ist von Anfang des Spiels packend und hält sich an das bekannte Märchen der Gebrüder Grimm. Musikalisch ist die Oper eine hervorragende Leistung des Komponisten. Ist sie noch sehr jung auf dem Spielplan, so fand die Märchenmusik doch so schnell zum Publikum, daß sie geradezu volkstümlich geworden ist. Heute zählt die Oper zum eisernen Bestand aller Bühnen. Das Remscheider Schauspielhaus mit seinem Opernensemble bringt die Aufführung von„Häusel und Gretel" sehr gut. Den Hänsel spielt Franziska Bruhns, die Gretel Else Lerch als Gast, das Elternpaar Otto Pahl und Kati Katzmann. Die Hexe wird von Franziska Spitzmüller dargestellt. Die musikalische Leitung hat Konzertmeister Margraf. Im Kölner Opernhaus fand am Samstag die Uraufführung u Siegfried Wagners neuntem Bühnenwerk„Der Heidenkönig neuntem Bühnenwerk„Der Heidenkön statt. Die Veranstaltung erhielt ihr besonderes Geprage durch die Anwesenheit der Gattin des 1930 verstorbenen Komponisten. Als Winifred Wagner mit ihren Kindern kurz vor Beginn der Aufführung in Begleitung des Gauleiters Staatsrat Grohé, des Kölner Regierungspräsidenten Dr. zur Bonsen und des Kölner Oberbürgermeisters Dr. Riesen erschien, wurden ihr langanhaltende Ovationen dargebracht, die sich zu Beginn des zweiten Aktes nach der Ueberreichung herrlicher Blumen wiederholten. In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Haus bemerkte man neben zahlreichen Vertretern der Kölner Behörden eine große Zahl der in Deutschland tätigen Intendanten, an ihrer Spitze den Vorsitzenden der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Laubinger. Reichsdramaturg Schlösser sowie Generalintendant Tietjen, ferner mehrere Generalmusikdirektoren, Kardinal Schulte(Köln) und Prinz Albrecht von Hohenzollern... gem. Die Oper, die zu der Zeit der polnischen Eroverung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts spielt, hat die Vertiefung Er diesen zielten Zustanüberna habe. meinde Gerade ASS finden. wolle: Hilfe werden dern a Hin Fiehl durch: der Ge werden beamte zwische § 2 kommer jahr 1 2. Deze auf die Finanz lagung pflichti der Ab sonders Steuer ihrer und ih fristgen spätete der Re Krafen 611 00 samml: sproche Steige Erwar die G geben einzeln am 6. konflikt hineinspielt, den der Tod der sündigen, aber sich selbst Gattin löst. Mit dem Sieg des Guten, der Erkenntwiedergeben. Auch die englische Königin und die englische Prinzessinnen lassen ihren Weihnachtskarten öfter Szenen aus der englischen Geschichte darstellen, im allgemeinen ziehen sie aber vor, dabei Motive aus dem religiösen Leben und aus dem weihnachtlichen Treiben zu verwenden. Beliebt auf Weihnachtskarten der weiblichen Angehörigen des englischen Königshauses sind Darstellungen mit dem Jesuskind in der Krippe liegend oder von Maria auf dem Arm getragen. Die Angehörigen der deutschen Fürstenhäuser verwandten fast ausschließlich reiigiöse Motive auf ihren Weihnachtskarten. Derartige Karten, für die meist schon Monate vorher einige Entwürfe eingereicht werden müssen, werden nur an Staatsoberhäupter und an Mitglieder fürstlicher Familien gesandt. Eine Ausnahme macht hier nur das englische Königshaus. Dort ist es Brauch, daß jedem Armen, der zu Weihnachten von einem Mitglied der Königsfamtlie ein Geschenk erhält, auch eine solche Weinachtskarte mit zugestellt wird. Alle die vielen Millionen Christmas=Cards, mit denen sich die englische Neue Bücher. Max Jungnickel: Die Meldung. R. Voigtländers Verlag, Leipzig. Ein Jäger, einer von denen, wie sie bei Langemarck verbluteten, erwacht in seinem Grabe, das ihn in französischer Erde, im Walde von Mormal, zudeckte, ehe er seine Meldung anbringen konnte; nun jagt er, immer die Meldung in der Faust, durch die Wälder und Städte Deutschlands. Die Bauern spüren ihn, die Jungen, die sich verantwortlich fühlen für das Gären in diesem aufgewühlten Land, er sieht seinen Vater sterben, schaut seine Heimat wieder und all das Elend der Nachtriegszeit der Arbeitslosigkeit und die herzzerbrechende Not. Immer andere Bilder vom Wachsen eines neuen Volkes entstehen. Riesengroß lächst der Auferstandene vor dem Brandenburger Tor und hält in der Faust„Die Meldung“ an die deutsche Jugend. Es ist eine großartige Vision, dieser Meldegänger, und zugleich ein tiesempfundenes Vermächt: nis für die Kämpfer des Weltkrieges und ein Geschenk für die kämpferische Jugend. aufopfernden G nis, schließt das Werk. Während Siegfried Wagner sich im allgemeinen in seinen Musitstofsen von heroischen Stoffen fernhält und mehr volkstümliche Elemente benutzt, stößt„Der Heidenkönig“ zum Heroischen vor. Hier bewährt sich, wie in dem bisher erfolgreichsten Werk Siegfried Wagners, dem„Bärenhäuter", des Komponisten ursprüngliche Begabung, die dem entspricht, was er im Text als sein eigener Librettist angelegt hat. Auf den Schultern seines Vaters stehend, entfaltet er auch in diesem Werk eine eigenwüchsige Melodik und Rhythmik, die viele volkstümliche Momente in sich birgt und eine feine Farbigkeit und Wärme besitzt. „Der Heidenkönig“ erlebte eine überaus freundliche Aufnahme. die in dem starken Beifall zum Ausdruck kam, den das allen Künstlern, die gleicherweise an dem Erfolg Anteil hatten, zollte. Wissenschaft seit langem vor Augen gesehen hat, ohne bisher über Einzelun8 Marfuche hinausgelangt zu sein. Menn diese Aufgabe nun Bevölkerung gegenseitig ein fröhliches Fest wünscht, haben das Gemeinsahte, baß auf ihnen ein Bistelzweig, Huchhersibet in. Gemeinsame, daß auf ihnen ein Mistelzweig nachgebildet ist. Welche Motive auf den Christmas=Cards auch behandelt werden mögen, daneben, darunter oder darüber darf nie der Mistelzweig fehlen. Vor wenigen Jahren wurde einmal von der englischen Postverwaltung eine Zählung vorgenommen über die Jahl der Karten, die um die Weihnachtszeit mit der Nachbildung eines Mistelzweiges ausgeschmückt waren. Ihre Zahl belief sich auf mehr als 30 Millionen Stück. Eine große Geschichte des deutschen Volkslebens, zugleich eine Weltgeschichte der Kultur. wird von Pros. Kindermann=Danzig. in Verbindung mit zahlreichen namhaften Gelehrten des deutschen Sprachgebiets vorbereitet und demnächst bei der Akademischen Verlagsgesellschaft Athenaion. Potsdam, zu erscheinen beginnen. Staat und Kirche, Gesellschaft und Kunst. Philosophie und Wissenschaft, Wirtschaft und Heerwesen, Naturauffassung und Gemeinschaitsleben, Alltag und Feierkultur, das Verhalten von Mann und Frau, die Verschiedenartigkeit der geistigen Bildungsstufen, der sozialen Unterschiede, der wirtschaftlichen Formen und scelischsittlichen Gesinnungen— kurz, das kämpfende Leben selber in einem güttigen Geschichtsbilde zu erfassen und darzustellen, ist ein Ziel, das die studien und Versuche hinausgelangt zu sein. Wenn diese Aufgabe nunmehr der Verwirklichung entgegengeführt werden kann, so ist hiersüe entscheidend die neue Blickrichtung der Forschung. di mehr der Verwirklichung entgegengeführt werden kann, so ist hierfür sentschewend die neue Blickrichtung der Forschung, die im Gegensatz zur materialistischen die Zeugnisse der Kultur als Auswirtungen geistiger Kräfte wertet und hiermit die Fülle des Materials um gewisse Mittelpunkte sinnvoll zu ordnen versteht. Das neue„Handbuch der Kulturgeschichte", das mit vielen Abbildungen und Toseln erscheint, wird in seinem Hauptteil die kulturelle Entwicklung des deutschen Menschen zeichnen und seine völkische Eigenart erweisen. Darüber hinaus soll abet auch die Kultur aller fremden Völker, und zwar vom deutschen Blickpunkt aus gesehen, ihre Würdigung erfahren.— Unter den Mitarbeitern be aus gesehen, ihre Würdigung erfahren.— Unter den Mitarbeiter: finden sich die Universitätsprofessoren Dr. G. Neckel=Berlin: Dr. H. Naumann=Bonn; Dr. W. Flemming=Rostock; Dr. H. Schräder=Berlin; Dr. Schönemann=Berlin; Dr. E. Schmitt=Bonn; Dr. M. Winkler=Königsberg: Dr. E. Ermatinger=Zürich: Dr. W. Bauer=Wien; Dr. H. de Voor=Bern: Dr. F. Koch=Wien. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.“ Kreis: Düssell Wuppe Krefel Gladbe Soling Berg. Viersel Neuß=( Düssel! Insges E sonnta tung 9 Leben schäft das al Tatsäck Einzel Kupfer „Silbe träger. Jahre diesjäl Po führer besicht Stand SA, n mann nern führte gekäm Führe betont größte Aufba werde mit e ugen Franktlichen ir die mit FrankFrankVere Reng der begenen und heute franverikandigen ierung s VerDas Frankttreten n. bis sigende ezogen, stere. jebildet nminiSolinger Tageblatt Nrr. 295— 125. Jahrgang Gen,„ Slaotan F Montag den 18. Dezember 1933 Tastschat uis Vollsbewegung. Oberbürgermeister Fiehler über deutsche Kommunalpolitik. Neuaufbau der Gemeinden mit Hilfe des Bürgers. =wtb= Auf dem großen kommunalpolitischen Kongreß in Hannover nahm am Sonntag u. a. der Leiter des Kommunalpolitischen Amtes bei der Reichsleitung der NSDAP und erster Vorsitzender des Deutschen Gemeindetages, Oberbürgermeister Fiehler=München, das Wort zu grundlegenden Ausführungen über die Aufgaben des Kommunalbeamten im neuen Staat. Er unterstrich dabei den Führungsanspruch der NSDAP, die diesen Staat geschaffen habe, und schilderte dann die bereits erzielten Leistungen. Nie wieder dürfe das deutsche Volk in den Zustand der Hoffnungslosigkeit versinken, wie er vor der Machtübernahme durch Adolf Hitler weiteste Volkskreise beherrscht habe. Um dies zu erreichen, sei es jedoch notwendig. die GeL meinden nicht nach Maßgabe einer Interessentenpolitik zu führen. Gerade in der Gemeindeverwaltung könne der Kerngrundsatz der „RSDAP,„Gemeinnutz geht vor Eigennutz“, am besten Anwendung finden. Die Zeit der Paragraphenseligkeit sei zu Ende. Man wolle nunmehr die Gemeinden neu aufbauen, und hierzu sei die Hilfe des Bürgers notwendig. Dies müsse dadurch bewiesen werden, daß die führenden Beamten nicht nur den Worten, sondern auch dem Wesen nach Nationalsozialisten seien. Auflösung der Luftschutzbeiräte. Einem Erlaß des Preußischen Ministers des Innern entsprechend hat der für den gesamten zivilen Luftschutz am Ort verantwortliche Polizeipräsident unter dem 15. Dezember 1933 auch die Auflösung des mit dem Führergrundsatz nicht mehr zu vereinbarenden Luftschutzbeirats Wuppertal unter Anerkennung der von ihm im Interesse des Luftschutzes geleisteten Arbeit verfügt. Für die Auflösung des Beirats ist auch maßgebend, daß der Luftschutz im nationalsozialistischen Staate nicht mehr eine Angelegenheit interessierter Kreise, sondern eine Volksbewegung geworden ist, in der im Rahmen der vom Reichsluftschutzbund übernommenen Aufgaben jedem Volksgenossen Betätigungsmöglichkeit gegeben ist. In diesem Selbstschutz der Zivilbevölkerung bleibt auch den bisherigen Verbänden und Versonen des früheren Luftschutzbeirats ein besonders weites Feld freiwilliger und selbständiger Mitarbeit, soweit diese nicht als Fachberater der örtlichen Luftschutzleitung oder in den von der Auflösung nicht betroffenen Arbeits= und Souderausschüssen zu besonderen Aufgaben am Ausbau des zivilen Luftschutzes herangezogen werden. Die gleiche Anordnung gilt auch für den Luftschutzbeirat Solingen, der ebenfalls aufgelöst ist. Prüfung im Luftschutzkursus. Donnerstagabend legte im Gymnasium in der Schwertstraße unter Leitung des Studienrats Dr. Hasbach eine Gruppe SA=Männer(ehemalige Stahlhelmer) in Gegenwart des Vorsitzenden der Ortsgruppe Solingen des Reichsluftschutzbundes ihre Prüfung über Fragen des zivilen Luftschutzes ab. Theoretisch und praktisch war der Erfolg ein recht guter. Im Vordergrund der Prüfung stand der Schutz des Vaterlandes und das Eintreten des Einzelnen für das ganze Volk, dem sich alle die hingeben, die ihre Kraft dem Luftschutz widmen. Die Pest unseres Jahrhunderts ist die Luftwaffe. Schützt euch, eure Familie und ener Haus durch Förderung des Luftschutzbundes! eklärte: he und be nur sch will edurchnmrecht id sind. ergehen sicheren ienstag benera! hemden en BeHandfys zur elle veritze der ichst n## deutschen imenstoß Polizei. nahmen fführung enkönig" ge durch ponisten. Beginn t Grohé, s Kölner nganhalzweiten erholten. rkte man e große spitze den zubinger. n. ferner iIn) und Hinsichtlich der finanziellen Stellung der Gemeinden ist Dr. Fiehler der Ueberzeugung, daß eine gesunde Entwicklung nicht durch neue Steuern erzielt werden kann. Die Selbstverwaltung der Gemeinden werde von dem neuen System nicht angetastet werden. Als eine besonders wichtige Aufgabe des Kommunal= beamten betrachtet Dr. Fiehler die Beseitigung der Kluft zwischen Bürger und Arbeiter. * Vorarbeiten für die Steuerveranlagung. § Die Frist für die Abgabe der Steuererklärungen zur Einkommen=, Körperschafts= und Umsatzsteuer für die im Kalenderjahr 1933 endenden Steuerabschnitte ist, wie wir bereits am 2. Dezember melden konnten, durch Verordnung vom 23. 11. 33 auf die Zeit vom 1. bis 15. Februar 1934 festgesetzt worden. Die Finanzämter sind schon jetzt angewiesen worden, mit den Veranlagungsarbeiten möglichst früh zu beginnen und die Steuerpflichtigen jetzt schon darauf hinzuweisen, daß eine Verlängerung der Abgabefrist nur in geringstem Umfang und bei wirklich besonders gelagerten Ausnahmefällen bewilligt werden kann. Die Steuerpflichtigen werden daher gut tun, mit der Aufstellung ihrer Bilanzen bzw. mit der Feststellung ihres Jahresumsatzes und ihres Einkommens so rechtzeitig zu beginnen, daß ihnen die fristgemäße Abgabe der Steuererklärungen möglich ist. Die ver(pätete Abgabe zieht die Festsetzung von Zuschlägen gemäß§ 168 der Reichsabgabenordnung und gegebenenfalls auch ErzwingungsKrafen nach§ 202 u. a. O. nach sich. * Steigendes Eintopfergebnis im Gan Düsseldorf. =wp= Bei der Bekanntgabe des Ergebnisses der Eintopfgerichtssammlung vom 5. November 1933 wurde die Erwartung ausgesprochen, daß auch die Sammlung am 3. Dezember wieder eine Steigerung gegenüber der vorhergehenden ergeben möge. Diese Erwartung ist eingetroffen. Im Gau Düsseldorf wurde nunmehr die Grenze von 200000 Mark erreicht. Nachstehende Ziffern geben einen Ueberblick über die bisherigen Ergebnisse in den einzelnen Kreisen.(Das Solinger Ergebnis haben wir schon am 6. Dezember mitgeteilt). Ergebnis vom Ergebnis vom Ergebnis vom 1. Oktober: 5. November: 3. Dezember: Düsseldorf Wuppertal Krefeld=Uerdingen Gladbach=Rheydt Solingen Berg. Land Viersen=Kempen Neuß=Grevenbroich Büsseld.=Mettmann Insgesamt: 29 060,51 RM 22 605,79 7200,00„ 25 766.77„ 9 151,56„ 18798,50„ 8639,28„ 10 865,92 11 542.88„ 143 631,21 RM 39 408,62 34 178,95 14687,96 22 746,50 12 406,00 35 622,40 12 909,37 9913,14 16 943.91 RM NOCZS 8 48 960,23 RM 55 756,35„ 13 661,52„ 23 386.72„ 13 447,28„ 25 135,66„ 13 472,46„ S 467,66„ 17 780.68„ 200068,56 RM g in der ertiefung Religion. id Sünde ein Ehesich selbst Erkenntin seinen volkstümHeroischen ten Werk iisten urText als rn seines ne eigenMomente itzt. lufnahme. das Haus il hatten, BV. der Einzelgabe nunist hierfür gensatz zur in geistiger isse Mitteler Kulturwird in Menschen Is soll aber Bickpunkt beitern bei r. H. Nanin: Dr. F. königsberg: Voor=Bern: Aus dem Solinger Bezirk Der„filberne“ Sonntag. 9# In der Aufeinanderfolge der Namen der drei Vorweihnachtssonntage— kupfern, silbern, golden— liegt eine aus der Erfahkung gewonnene Bewertung ihrer Bedeutung für das geschäftliche Leben Zieht man Schlüsse aus den Namen, so müßte das Geschäft am Silbernen Sonntag besser sein als am Kupfernen und das am letzten Sonntag wieder besser als am vorhergehenden. Tatsächlich brachte der gestrige Silberne Sonntag dem Solinger Einzelhandel durchschnittlich eine Mehreinnahme gegenüber dem Kupfernen Sonntag, und besonders erfreulich ist es, daß der „Silberne“ 1933 auch besser war als sein vorjähriger Namensträger. So ist denn zu hoffen, daß der„Goldene", der in diesem Jahre mit dem Heiligabend zusammenfällt, den Höhepunkt des diesjährigen Weihnachtsgeschäftes bringt. * Besichtigung der Standarte 53 durch Gruppenführer Knichmann. Polizeipräsident Knickmann aus Dortmund, der Gruppenführer der SA, weilte am gestrigen Sonntag in Solingen und besichtigte in der Maschinenhalle an der Bismarckstraße die Standarte 53. Standartenführer Schönhoff, der Führer der SA, meldete den Antritt der Standarte. Gruppenführer Knickmann unterhielt sich bei der Besichtigung mit einzelnen SA=Männern und richtete einige kurze Worte an die Formationen. Er führte u. a. aus, daß die SA stets für Reinheit und Sauberkeit gekämpft habe und dies auch für die Folge tun werde. Der Führer gab dann einen Rückblick auf die bisherige Tätigkeit und betonte, daß Treue, Disziplin. Opfermut und Beyarrlichkeit die größten Tugenden seien. Die erste Etappe im Kampf um den Aufbau Deutschlands sei erreicht. Es müsse weitergearbeitet werden im Geist der alten Kämpfer. Die Kundgebung schloß mit einem Sieg Heil auf den Führer Der 80. Geburtstag von Rudolf Schwarz. e] Groß war die Zahl der Gratulanten, die sich am vergangenen Samstag aus Anlaß des 80. Geburtstages im Hause unseres Ehrenbürgers Rudolf Schwarz zu Clauberg einfanden. Nachdem bereits vor einigen Tagen Oberbürgermeister Dr. Otto und Stadtkämmerer Bürgermeister Seynsche die Glückwünsche der Verwaltung ausgesprochen hatte, übermittelten sie der 1. Beigeordnete Dr. Brückmann und der Leiter des städtischen Propaganda=, Presse= und Verkehrsamtes Pg. Bolthausen am Ehrentage nochmals. Weiter erschienen der Vorstand des Verkehrsvereins mit Adalbert Weck und Gerhard Tittmann. Dr. Coppel, eine Abordnung des Solinger Sängerbundes mit Paul Vogel und vielc persönliche alte Freunde der Familie Schwarz. Eine Reihe von Ansprachen wurden zu Ehren des Jubilars von den Vertretern der verschiedenen Körperschaften, um die sich Rudolf Schwarz große Verdienste erworben hat, gehalten. Unter anderem würdigte Pg. Bolthausen besonders seine Verdienste als langjähriger Vorsitzender des Verkehrsvereins. Am Vorabend des Tages hatte bereits der MGV.„Bergisch Land“ seinem Ehrenmitglied ein Ständchen gebracht. Nicht nur aus Solingen, sondern auch aus allen Teilen Deutschlands gingen Glückwunschtelegramme und Briefe ein, welche beweisen, eines wie großen Ansehens sich Rudolf Schwarz erfreut, weiter viele Ehrengaben. Rudolf Schwarz steuert jetzt ins neunte Jahrzehnt seines arbeitsreichen und gesegneten Lebens. In launiger Weise sagte er zu seinen Gratulanten beim Abschied:„Auf Wiedersehn beim 90. Geburtstag". Möge der Wunsch erfüllt werden. Wie man Rudolf Schwarz in allen Kreisen der Bürgerschaft achtet und schätzt, geht aus dem Gespräch in einer Solinger Friseurstube hervor, das am Samstag, also dem Geburtstage von Schwarz, in echtem Solinger Platt geführt wurde und als typische Stimme des Volkes bewertet werden kann. Es wird uns im Wortlaut wie folgt übermittelt: Personen: ein altes Männchen, ein Kunde, der Meister. Der Kunde: D'r Schwarz Rull wird hütt achzeg Johr ault— do stang en janze Heerd Autos für der Dühren. Das alte Männchen: Jo, he eß en vaar Johr äuler wie ech. Der Meister: Er hat von der Stadt ein Bild bekommen, wo er selbst drauf ist— gemalt, ganz naturgetreu. Das alte Männchen: Jo, der Rüll on sinn Frau, die hannt sech ouch fröher büüs jeploogt, van morjes böß en de Neiht hant se Scheiden jenäht... Der Meister: Scheiden genäht? Was für Scheiden? Das alte Männchen: Bann Siddenjewehren— die wohren fröher vann Leder. Der Meister: Ach so! War der Schwarz denn Sattler? Das alte Männchen: Enäh, datt wohr sewenonzewenzig, do wohr en schleihte Tied on en der Soliier Industrie wohr öwerhoupt nir te donn, do kohm ouch nen Ovdrag vann Patrounen= täschen on sunn Rehmen, die men su ömschnallt. Do wohren wer onger dreihongert Saadlern beim Katternberg tejang. Do hann ech ouch jearbeit, ouch der Schwarz Rull. Do wohr der Kochs Justav Meister. Datt wohr en nette Tied, do hann: wer uß noch ens en korte Tied öwer Wahter jehaulen. Aewwer, wie jeseiht, de Patrunentäschen on die Rehmen wohren siehr ferdeg, do wohr wiehr Schluß...(nach einer kurzen Pause:) jaja, et eß en schleihte Tied jewesen— sewenonzewenzig em Solig, do hannt wer et van allem jedonn... Stahlhelm=Adventsfeier gemeinsam mit Luisenbund. Ein schöner Ausdruck des Zusammengehörigkeitsgefühls und des Kameradschaftsgeistes war die Adventsfeier, die der Solinger Stahlhelm(B. d. F.) gemeinsam mit seiner Schwestervereinigung„Bund Königin Luise“ am Samstagabend beging. Der Kaisersaal war, der Adventszeit entsprechend, mit Grün geschmückt; auf den Tischen brannten Adventskerzen. So zahlreich hatten sich die Stahlhelmer mit ihren Angehörigen eingefunden, daß der große Raum voll besetzt war. Zu Beginn der Feier spielte die Stahlhelmkapelle, die erstmalig in Uniform auftrat, unter Leitung von Kapellmeister Müller einige Märsche und ein Weihnachtsvotvourri, das die festliche Stimmung schuf. Nach einem Vorspruch, den ein Angehöriger der Scharnhorstjugend vortrug, sang der Solinger Tenorist Fritz Flocke mit seiner schönen Stimme mehrere, dem Charakter des Abends sich anpassende Lieder. Diesen Vorträgen folgte die Ansprache von Pfarrer Lutze. Er wies hin auf die Adventszeit als die Vorbereitung auf das Kommen Jesu Christi. Gleichermaßen müsse sich auch das deutsche Volk vorbereiten auf die nationale Arbeit im kommenden Jahr. Eine der nächsten Aufgaben sei, jedem Deutschen ein Weihnachtsfest nach dem Willen des Führers zu ermöglichen. Dazu bedürfe es der Opferbereitschaft aller Volksgenossen. Handele jeder so, dann erfülle er das Gebot Gottes, das er uns durch seinen eingeborenen Sohn verkündete. Gemeinsam sangen darauf die Festteilnehmer das alt=schöne Lied von der„fröhlichen, seligen Weihnachtszeit". Nach einer Pause bot die Scharnhorstjugend gute Vorführungen aus dem Soldaten und Kriegerleben, die von Zeichenlehrer! Kamerad Eichenberg eingeübt waren. Jungluisen brachten einen sehr hübschen Weihnachtsreigen mit einem von Gisela Schmidt vorgetragenen Vorspruch. Im Verlaufe des zweiten Teiles ergriff der als Gast anwesende Brigadeführer Elhaus(Wuppertal) das Wort. Er schilderte in seiner Ansprache die Ziele des Stahlhelms und betonte, daß wie in der Vergangenheit auch in der Gegenwart dem Soldaten, insbesondere dem Frontsoldaten, die Aufgabe einer geistigen und sittlichen Erneuerung unseres Volkes zufalle. An die Jugend sich wendend, forderte er von ihr Zucht, Ordnung und Pflichtbewußtsein— Tugenden, die vor allen anderen Deutschland zu Ehre und Achtung in der Welt verholfen haben. Im Anschluß an die mit starkem Beifall aufgenommenen Worte des Führers wurden das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied gesungen. Gegen Schluß der Feier überreichte Kamerad Walter Osberghaus unter lebhafter Zustimmung der Anwesenden mit anerkennenden Worten dem verdienstvollen Leiter der Ortsgruppe Solingen, Kamerad Hans Stolzmann, einen von den Ortsgruppenmitgliedern gestifteten Ehrendolch, wofür Stolzmann mit bewegten Worten herzlichst dankte. Mit dem gemeinsam gesungenen Stahlhelmlied war der offizielle Teil der Feier beendet. Bei flottgespielten Weisen der Kavelle, die allgemein Anklang fand, blieben die Kameraden mit ihren Angehörigen noch einige Zeit zusammen. Nachmittags hatte der Luisenbund für die Kinder eine Sonderfeier veranstaltet. * Ueber Pastor Johann von Lüneslat, einen der ersten Pfarrer der jungen reformierten Gemeinde Solingen, veröffentlichten wir am 18. November einen Aufsatz, in dem es eingangs hieß, der Tag seiner Geburt— das Geburtsjahr 1583 steht fest— sei in der reichen Literatur nicht verzeichnet. Dazu teilt uns ein Nachkomme Johann von Lüneslats, Apotheker und Amtsbeigeordneter a. D. Leunenschloß in Hagen, mit, daß sein Urahn am 4. Juni 1583 geboren sei, und zwar, wie es in unserem Aufsatz schon gesagt worden war, als Sohn des Pfarrers Kaspar von Lüneslat in Sonnborn(Elberfeld). Dieser Kaspar v. L. wurde 1550 zu Neviges geboren und starb am 15. Juni 1613. Er war bereits mit 19 Jahren Pfarrer. Dem verstorbenen Metzgermeister und Stadtverordneten Friedrich Wilhelm Ern werden im Anzeigenteil unserer heutigen Ausgabe vom Handwerksamt Solingen, dem Oberbürgermeister. den Beigeordneten, der Stadtverordnetenversammlung und der Stadtverordnetenfraktion der NSDAP ehrenvolle Nachrufe gewidmet. Das Handwerksamt bittet uns, darauf hinzuweisen, daß sämtliche Solinger Innungen sich mit ihren Fahnen an der Beerdigung beteiligen müssen(Treffpunkt 2.30 Uhr am Handwerksamt). Weiter sollen die Mitglieder der NS=Hago und der der G. H. G. möglichst geschlossen teilnehmen. Sie versammeln sich um 3 Uhr am Schillerplatz. # Dietrich Eckart=Feier im Realgymnasium. Man schreibt uns: Am Samstag, dem 16. Dezember, versammelten sich die Schüler des Realgymnasiums und der Oberrealschule mit ihren Lehrern in der Aula zu einer Gedächtnisfeier aus Anlaß des 10. Todestages Dietrich Eckarts. Nach einleitenden musikalischen Darbietungen und einem Gedichtvortrag eines Schülers hielt Pg. Studienrat Kemper eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung des deutschen Dichters und Kämpfers Dietrich Eckarts hinwies. Der Redner würdigte die Werke des Dichters, der trotz seiner überragenden dichterischen Größe bisher bewußt von einer jüdisch=verseuchten Literatenelique totgeschwiegen wurde genau so, wie man später die nationalsozialistische Bewegung totschweigen wollte. Not und Elend lernte der Dichter kennen, aber gerade und kompromißlos ging er seinen Weg und verzichtete lieber auf Erfolg, als sich vor den Vertretern der herrschenden Geistesrichtung zu verbeugen. Es bedurfte der kulturellen Wandlung durch die nationalsozialistische Revolution, um dem Dichter die verdiente Anerkennung zu verschaffen. Dietrich Eckart war einer der ersten, der nach dem Zusammenbruch im Jahre 1918 den Novemberverbrechern und ihrer Meute mutig entgegentrat. Aus dem deutschen Dichter wurde der völkische Vorkämpfer. Er gehörte zu den wenigen Getreuen Adolf Hitlers, die in den ersten Jahren des Kampfes von 1918—1923 mitschufen an dem geistigen Rüstzeug der nationalsozialistischen Bewegung. In seiner Wochenschrift„Auf gut deutsch“, die als erste nationalsozialistische Zeitung und als Vorläufer des„Völkischen Beobachters" betrachtet werIusammenschluß in der Solinger Turn- und Sportbewegung. [:] Der Allgemeine Schwimm= und Sportverein Solingen, der bekanntlich seit Jahren seine Heimstätte im Strandbad Schellbergtal hat, beschloß in einer am Samstag stattgesundenen Versammlung, sich mit dem Solinger Turnerbund zu verschmelzen. An der Tagung nahmen Stadtturninspektor Hankes und als Vertreter des Solinger Turnerbundes der Führer Dr. Hildebrand teil. Da mit einer Znstimmung der Führung des Solinger Turnerbundes zu der Verschmelzung zu rechnen ist, dürste der Zusammenschluß schon in den nächsten Tagen zustande kommen. Der Verein ist dann mit ungefähr 2000 Mitgliedern der weitaus größte in Solingen. Da der Allgemeine Schwimm= und Sportverein Solingen eine überaus große Anzahl von aktiven Sportlern umsaßt und außer der Schwimmabteilung noch über eine gute Handballmannschaft verfügt, wird sich die Verschmelzung im Solinger Sportleben prattisch start auswirken. Threr Priar Heiliger, Geinigenn Zu seinem 20. Todestag am 18. Dezember. Auf dem katholischen Friedhof an der Cronenbergerstraße befindet sich in unmittelbarer Nähe des großen Friedhofskreuzes eine Grabstätte, an der nahezu zwei Jahrzehnte hindurch viele Besucher in stiller Andacht verweilten. Hier liegt ein Mann begraben, dessen Leben und Wirken allen Solinger Katholiken noch Herren Knyn, Dietert und Klein erhielt für seine Darbietungen: von Händel und„Reigen seliger Geister" von „Saxabande", von Händel und„Reigen seliger Geister von Gluck verdienten Beifall. So recht in die Adventszeit paßte auch das nun folgende Melodrama:„Das Glöckchen von Jnnisfähr., in guter Erinnerung ist. Kein profanes Denkmal ziert die , Hoch schmucke Grahstätte; aber man weiß es hier schlichte und ooch schmuce Grabst ruht neben seiner Gattin Volkss Der Weltkrieg kam, und viele sei stätte; aber man weiß es, hier schullehrer Max Heiliger.— iner ehemaligen Schüler nahmen Abschied von ihrem todkranken Lehrer, Abschied für immer. Am 18. Dezember 1914, genau eine Woche vor der ersten Kriegsweihnacht, entschlief er nach schwerem Leiden. Die großen Verweihnacht, entschlief er nach schweren, Leidex., D#e, große. dienste dieses hervorragenden Schulmannes, sein Leben und sein Wirken gebühren an seinem heutigen Gedenktage gewürdigt zu ab Feshst g:c der Schilint'asfung dis das eine alte Sage aus den schottischen Hochlandbeigen zum war es auch verständlich, daß selon nach der Schutenrlalsung Die####mg hat. Das Werk wurde SAR=Mann Jäkisch geSchüler Rat und Hilfe bei ihrem einstigen Lehrer suchten, der:“„ A=Mann Hugo Knyn am Flügel in beunermüdlich bestrebt war, seine pädagogischen Erfolge weiterhin die, obwohl sie zum Teil über 50 Jahre alt geworden sind, ihren Lehrer auch über das Grab hinaus arzten Zug, ekren als einen im Tehtekloulegium stand sprochen, den Gan=Mann Hago K 1.11.— 9—5———. kannter Weise begleitete.„D du fröhliche", dieses alte und neue Weihnachtslied gab dann die GesangT#r Landwehrvereins zum Besten. doch immer abteitung des Wald=Merscheine, Laichehrbeltig zum Besten. Der anhaltende zußt seinen Sängern gezeigt haben, das sie auf werden. Zeit und Raum gestatten nur einen kurzen Rückblick. auch die Erinnerung an jenen seltenen Schulmann fortwenn aud lebt bis auf den heutigen Tag.— Vorab sei gesagt, daß Max Heiliger ein Solinger Kind ist. Am 30. Dezember 1865 erblicte er in Solingen=Wald das Licht der Welt. Nach Ausgang des siegreichen Krieges 1870/71 besuchte er zunächst die Simultanschule; die Freude am Lehrerberuf war die Triebkraft seines eisernen Fleißes. Nach Absolvierung der Präparandenjahre besuchte er in den Jahren 1882—1885 das Seminar in Kempen. Als Junglehrer kam er nach Solingen und wirkte fast 30 Jahre hindurch vornehmlich an der katholischen Knabenschule an der Augustastraße. In opferreicher Berufstreue widmete er sich ganz der ihm gestellten Aufgabe, in der Tat war er, wie es in einem früheren Nachruf zu lesen ist, ein Lehrer nach dem Herzen Gottes. Seine Auffassung vom Lehramt erinnert an Pädagogen von überragender Bedeutung, sein großes Lehrgeschick gab ihm eine persönliche Note. Wenn zu seiner Zeit die Klassenfrequenz fast doppelt so hoch war wie sie heute landläufig ist, so war seine Aufgabe an sich nicht leicht. Jeden einzelnen Schüler nach dessen individueller Veranlagung zu lehren und zu betreuen, war sein erstes Gebot. Auch außerhalb der Schule wirkte Lehrer Heiliger in zäher Kleinie# ing Jungens“. Bei aller Strenge versta rch Liebe und Güte arbeit für seine„Iu seine Schüler durch für den damals öfter erkrankten Rekton Heiliger vertretungsweise die Leitung der Knabenschule an der Augustastraße übernommen. Für die öffentlichen Aufgaben der bergischen Katholiken hatte er ebenfalls das Viele Jahre hindurch arbeitete er fleißig im Kirchenvorstand der St. Clemenspfarre mit, manche wertvollen Entscheidungen sind seiner persönlichen Initiative zu verdanken. In den kirchlichen Jugendvereinen erwies sich Lehrer Heiliger als geschickter Jugendpfleger, auch hier hatte er hervorragenden Anteil an der n upd vorverihen, Tetzgtpug v... e. rahe erlärte der Jugegd, wie diese. Soxnwendseiern(von von unseren Verwalter des katholischen Frieoyoss an der Cronenverge..—.-(Vorfahren den alten Germanen vegangen wurde, wie sie ihnen hat er sich gleichfalls durch Neugestaltungen und Verbesserungen Lig Sumhol für S.: Reinigung gewesen sei. Für unjung der Jungmänner. Moutin hatte mit ihren Mädels einen Reigen einstudiert, der ebenfalls großen Anklang unter den Zuschauern fand. Der Abend ging damit zu Ende. =wa= Wintersonnwendfeier der H5. In den beschneiten Bergen des Holzerbachtales war am Samstagabend der Unterbann####I 232 der Hitler=Jugend zusammengekommen, um die Wintersonnwendund Mädels geschart hatten, die andächtig den Ausführungen von Gefolgschaftsführer Fr. E. Hoffmann lauschten. Der Redner hat er sich gleichfalls durch Neugestaltungen der Gesamtanlage verdient gemacht. Was Lehrer Heiliger als Pädagoge und als Mitarbeiter im öffentlichen Leben war, war er auch als Privatmann in seiner Familie. Von seinen sieben Kindern leben heute noch sechs.— So hat dieser seltene Schulmann sein ganzes Dasein seiner Vaterstadt Solingen geweiht, und aus diesem Grunde passen auf ihn so recht die von dem großen bergischen Erzieher Dörpfeld gedichteten Worte: „Land der Heimat, Land der Berge, — Liebend schlägt mein Herz dir zu! In dir will ich— für dich leben, Rastlos wirken, rastlos streben Und in dir sei einst mein Grab!“ Strenge verstand er es, seine Schüler durch Liebe. und Güte zu gewinpen, hiexdurch wurde er allen seinen Schulern ein väterlicher Freuno. Wenn nach getaner Arbeit sich irgend eine Gelegenheit bot, der ihm anvertrauten Jugend eine Freude zu bereiten, dann war es Lehrer Heiliger, der mit„seiner Klasse“ in die Berge zog. Dann ging's„mit rührenden Trommeln und schwenkenden Fahnen“ hinaus, und der Lehrer sang und freute sich mit. Ein großer Tag im Schuljahr war für die Schüler der 12. Oktober, der Maximiliaustag. Fleißige Knabenhände schmückten das Klassenzimmer mit Blumen und Guirlanden, so wie es Kinder tun, die ihren Lehrer lieben. Dem ahnungslosen Lehrer wurde ein Liedchen gesungen, ein Knabe sprach ein Gedicht mit den einleitenden Worten:„Bester Lehrer, fromme Wünsche bringen wir heut' Ihnen dar, und der Liebe Gott im Himmel mache, was wir wünschen, wahr". Die Schüler wußten also auf die Güte ihres Lehrers zu reagieren, obwohl Max Heiliger allen Ehrungen in der Schule als auch im öffentlichen Leben fremd gegenüberstand. Dennoch war Lehrer Heiliger zu sehr Psychologe und Kinderfreund, als daß er sich dieser Ehrung entzog; die dankbare Liebe und Verehrung seiner Schüler ging ihm sichtlich zu Herzen. So In den Vormittagsstunden des 21. Dezembers 1914 läuteten die Trauerglocken von St. Clemens. Es war ein naßkalter Wintertag, als vom Sterbehause Vereinsstraße ein großer Leichenzug Wenn sich zum Friedhof an der Cronenbergerstraße bewegte. Neben seinen Angehörigen und Freunden sah man die Vertreter der Stadt Solingen sowie der oberen Schulbehörde, das Lehrerkollegium beider Konfessionen, den Kirchenvorstand von St. Clemens, zahlreiche Vereine und viele andere Vertreter öffentlicher Körperschaften. Nicht zuletzt waren es zahlreiche Schüler verschiedenen Alters, die, soweit sie nicht schon unter die Fahnen gerufen waren, ihrem Lehrer das Ehrengeleit gaben. Wenngleich schon das erste Halbjahr des ereignisreichen Weltkrieges tiefe Trauer in manche Familie getragen hatte, das Begräbnis Lehrer Heiligers ergriff alle, die an ihm teilnahmen. Ein Ehrengrab war von der katholischen Kirchengemeinde bereitgehalten, über das sich ein Berg von Kränzen wölbte.„Einen guten Mann hatte man begraben“, das war zunächst alles, was sich in stiller Ergriffenheit bei der großen Trauergemeinde ausallem aber ein Symbbt fur die geistige Reinigung gewesen sei. so sagte de: Redner, soll das ein Vorbild sein, auch wir geben beim Feuerscheine das Versprechen der Treue und Kameradschaft. In der Folge sang die Spielschar Kampf= und Fahrtenlieder, Feuerspruche wurden begeistert vorgetragen und schließlich beckenthäler mit seiner Feuerund die Bedeutung der Hitler“ Jugend in ihrer heutigen Form. Unser Führer habe die Jugend in sein Herz geschlossen, auch er sehe in ihr die Zukunft Deutschlands und die kommenden Träger der Nation. Nachdem er noch die Ziele für 1934 bekannt gegeben hatte, erklang das gemeine schaftliche Lied:„Unsere Fahne flattert uns voran“. Damit war die erhebende Feier beendet. Die einzelnen Abteilungen rückten geschlossen in ihre Standquartiere ab. =wa= Ein Schadenfeuer entstand aus bisher noch unbekannten Ursachen am Samstagabend am Dache des Glühraumes der Schlägereibetriebe Karl Eppenstein sen. G. m. b H., an der Schlagbaumerstraße. Die Freiwillige Feuerwehr Solingen=Schlagbaum war schnell zur Stelle. Die Löscharbeiten wurden dadurch beeinflußt, daß ein Hydrant eingefroren war. Sie konnten aber in verhältnismäßig kurzer Zeit erledigt werden. Der Betrieb der Firma ist nicht gestört. Gestern wurden bereits die erforderlichen Aufräumungsarbeiten erledigt und heute die Arbeit in vollem Umfange wieder aufgenommen. eber bei jenen, die das seltene Glück hatten, seine Schüler zu sein.— Lehrer Heiliger bleibt als echt deutscher Pädagoge mit seinem christlichen Bekennertum und seiner berWrgep. ssone-g gischen Heimatliebe unvergessen. W. S. den kann, trat er den damaligen Machthabern mit aller Schärfe entgegen. In Adolf Hitler hatte er frühzeitig den Führer erkannt, dem er bis zu seinem Tode, am 26. Dezember 1923, die Treue hielt. D 75 Jahre alt wird heute unser Mitbürger Heinr. Wuigk, Hauptstraße 78. Er ist gebürtiger Sachse, wohnt aber bereits 52 Jahre in Solingen. Von Beruf Schreiner, ist er bis vor wenigen Jahren seinem Beruf nachgegangen. Der alte Herr liest noch täglich das„Solinger Tageblatt“ ohne Brille. =app= Versetzung. Der Gewerberat, Hilfsarbeiter bei dem Solinger Gewerbeaussichtsamt, Dr.=Ing. Dunst, wurde in gleicher Eigenschaft von Solingen nach Düsseldorf versetzt a Anläßlich der Führertagung des Oberbannes VI Roemryke Berge der H3 ließ, wie man uns mitzuteilen bittet der Obergebietsführer Hartmann Lauterbacher dem Führer des Oberbannes. Herbert Potthoff, sein Bild mit eigenhändiger Widmung überreichen. # Das Wandelkonzert, das der Verkehrsverein für den gestrigen Sonntag angekündigt hatte und das von der Schützenkapelle Freischütz=Arion Solingen=Stöckerberg ausgeführt werden sollte, konnte wegen der Kälte nicht stattfinden. Galinger Kurrend= kündigt heut= im Anzeige a Die Solinger Kurrenve rundigt heute im Anzeigenteil #o 5000 Lebensmittelpakete zum Weibnachtsfest. Am Tage vor Weihnachten werden im Stadtteil Ohligs von den Winterhilfen zu Weyer, Merscheid, Löhdorf und Ohligs insgesamt rund 5000 Lebensmittelvakete an Arme und Bedürftige zur Verteilung gelangen. In Oblias geschieht also alles, was nur irgendwie im Bereiche des Möglichen liegt, damit in jedem Haus dieses Jahr ein frohes Weihnachtsfest gefeiert und aus vollem Herzen „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weibnachtszeit“ gesungen werden kann. So etwas von Gemeinschaftssinn M Sunden- Hchacheider Berirh zeit fast Uebermenschliches und geben geradezu auf in der Fürsorge für ihre Mitmenschen. 2o= Kaninchendiebstähle mehren sich. In den letzten Nächten wurden an mehreren Stellen Kaninchenställe erbrochen und eine Anzahl Tiere gestohlen. So wurden einem Anwohner der Richard Wagnerstraße 7 Chinchilla=Kaninchen im Werte von 25 Mark, und einem Arbeiter von der Kornstraße am Weyer, zwei weiße, ein silbergraues und ein Hasenkaninchen entwendet. den Liederabend in der Lutherkirche am Mittwoch, dem 20. Dezember, an. Die Kurrende bringt„Gesänge zur Weihnacht", außerdem wirken Lieselotte Evertz(Orgel) und Hans Graß (Baß) mit. (=) Eingefrorene Gaslaternen. In tiefes Dunkel gehüllt liegen seit einigen Tagen verschiedene Straßenzüge der Nordstadt und am Mangenberg. Zur Aufklärung möchten wir den Anwohnern mitteilen, daß es sich nicht um eine beabsichtigte Verdunkelung handelt, auch ist es keine Nachlässigkeit des Gaswerkes. Der Sünder ist der lange anhaltende starke Frost, der die Laternen hat einfrieren lassen. Aufgeklärte Diebstähle. Am Samstagnachmittag wurden in einem Kaushause Schülerinnen dabei ertappt, als sie im Begriss waren, Waren zu stehlen. Sie wurden der Kriminalpolizei übergeben. Diese nahm eine Durchsuchung der elterlichen Wohnungen vor, da zu vermuten war, daß dort gestohlene Gegenstände aufbewahrt wurden. Hierbei wurde in dem Schlafzimmer eines Vaters das Fell eines Rehes beschlagnahmt und sichergestellt, da es wahrscheinlich unterschlagen wurde. Ferner wurde eine Anzahl Stahlwaren sichergestellt, die ebenfalls aus einem Diebstahl herrühren dürften. Die Untersuchung der Angelegenheit ist noch nicht abgeschlossen. (=) Zu einem Schadenfeuer wurde gestern gegen 19 Uhr die Feuerwehr gerufen. Im Hause Wupperstraße 73 hatten sich durch starkes Heizen die Balken, die an den Schornstein stoßen, entzündet. Das Feuer war bald erstickt. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. MSus dem Malder Merint) was Der„Silberne" Sonntag, der dritte der Adventssonntage, hat in unserem Stadtteile den erwarteten Verlauf genommen. Er hat im Verkehr in den Hauptstraßen seinen Vorgänger, den „Kupfernen“ Sonntag, trotz des wenig einladenden kalten Wetters bei weitem übertroffen. Außerdem ist aber auch mehr gekauft worden, wenn sich die Käufe auch auf Svielwaren, Gegenstände des täglichen Bedarfs und Handarbeitsartikel hauptsächlich erstrecken. Wir glauben, daß die hiesigen Geschäftsleute mit dem Ergebnis im allgemeinen recht zufrieden sein können. Die Verkehrsmittel wurden zum Besuch der benachbarten Großstädte in größerem Maße in Anspruch genommen, und am Abend verließen viele, mit Paketen beladen, die Straßenbahnen. Die Mahnungen„Walder Bürger kauft am Platze" haben scheinbar noch nicht die gebührende Beachtung gefunden. Der Weihnachtsmarkt der deutschen Frau, der am Samstag und Sonntag im Buchenhofsaale stattfand, und auf den wir in unserem Blatte bereits in der Vorwoche verschiedentlich hingewiesen haben, war eine ganz große Sache. Der Verkehr war zeitweilig beängstigend und am Sonntag nachmittag konnten verschiedene Buden geschlossen werden, weil ihre Bestände ausverkauft waren. Wir freuen uns, dies mitteilen zu können. Es ist eine kleine Genuatuung für die vielen Helfer und Helferinnen, die mit kleinen Mitteln Großes geleistet baben und ein voller Erfolg für das Winterbilfzwerk, zu dessen Gunsten der Markt veranstaltet wurde. Im übrigen war es in Wald ruhig, größere Veranstaltungen, außer der Adventsfeier der NSDAP, fanden nicht statt. =h. Eissport auf der Wupper. Eine große Anzahl Menschen konnte man gestern auf dem Eise der Wuvver beobachten, denn überall trugen die Teiche. Es war eine Freude für jung und alt, an solchem schönen Wintertage dem Eissvort zu huldigen. Leider ging es nicht ganz ohne Unfall ab. Trotzdem an dieser Stelle schon zu verschiedenen Malen vor den Gefahren des Wuvvereises gewarnt wurde, konnten es einige junge Burschen doch nicht unterlassen, ihren Wagemut zu zeigen. Sie liefen auf dem Eise soweit wie möglich hinauf und kamen auf die sogenannte„Fliete". Da hier immer stark treibendes Wasser und die Eisbildung viel geringer ist als an anderen Stellen, folgte die Strafe für den Leichtsinn sofort. Sie brachen dreimal hintereinander ein und konnten von Glück sprechen, daß es ihnen gelang, festes Eis zu gewinnen. Durch das kalte Bad war ihrem Eissport ein frübzeitiges Ende bereitet wordenn###uninc eh. Eine schwere Betriebsstörung war Ende der vergangenen### Woche im Unten=Friedrichstaler=Kotten zu verzeichnen. Infolge des starken Frostes hatte sich immer mehr und mehr Eis an dem Wasserrade festgesetzt. Die Achse war schließlich nicht mehr in der Lage, das gewaltige Uebergewicht zu tragen„Der decke Nocken brok aff“, wie es im Volksmund heißt, und der Betrieb mußte notgedrungen eingestellt werden. Bei der jetzigen Kälte ist an eine Revaratur nicht zu denken, denn das Rad muß erst wieder eisfrei werden. Die Arbeiter dieses Kottens haben inzwischen an den Nachbarkotten Arbeitsstätten gefunden. =h. Die großen Alleebäume an der Neuenkamver= bzw. Neuenhauserstraße bis nach Brücke herunter haben sämtlich einen Beilhieb erhalten, was soviel bedeutet, daß sie niedergelegt werden sollen. Es sind an die hundert der Baumriesen, die die Provinzialverwaltung demnächst fällen lassen wird. Vor zwei Jahren wurden an den Bäumen noch große„Amvutationen" vorgenommen, indem starke Aeste beseitigt wurden, da das Laubdach zu dicht war und die Straße nicht richtig austrocknen konnte. Es wird angenommen, daß nach Niederlegung der Bäume ein Ausbau der Straße erfolgen wird und Bürgersteige bzw. ein Radfahrweg auf der für den Verkehr gefährlichen abschüssigen Straße angelegt werden, die schon manches Opfer forderte. Das Fällen der Bäume muß möglichst bei stärkerem Frost erfolgen, damit die an der Verkehrsstraße liegenden bestellten Felder nicht beschädigt werden und das Holz für handwerkliche Zwecke verwendet werden kann. MSundem Grätrather Benirk Befestigung des Straßenstückes von Laiten in Richtung Roßkamp erwünscht. Aus dem Shlinser Bezirt) ## Der gestrige Silberne Sonntag zeichnete sich nach jeder Seite aus gegenüber dem gleichen Tage im Vorjahr. Es herrschte ein sehr schönes Wetter, das viele ins Freie hinauslockte, und so war auf den Eisbahnen Hochbetrieb. Aber frühzeitig am Nachmittag setzte auch der Verkehr in der Stadt ein. Die Düsseldorferstraße bot ein lebhaftes und bewegtes Bild. Die Geschäfte hatten sehr schön ausgestellt, so daß die Schaufenster dicht umlagert waren. Aber auch Käufer waren in starmerkbar. Sustrg oschtumte„ S#nf kem Maße vorhanden. Uebereinstimmend wird von allen Kaufleuten festgestellt, daß das Geschäft am Silbernen Sonntag durchaud befriedigen konnte. Der„Weibnachtwo; H. tegfe om Bgeft, Eit seinem Vegleiter SuSpoto, iePa gog b upy ez So, Veon„ührers Kel.vortrug, ergrif SwV. 4am gppernzengent Parzse Thizme Leiterin der Ae,Prauenichast und ors Orisorrpgertiührets K e:]. Wort zur Festreoe. Er gag der Freude uusdruck, e: der Aeou geschmüct. Da die zum Verkauf einmal ein srohes Weihnachisfest seiern zu Lönnen. Wi. =was Eine schlichte Adventsseier veranstaltete am gestrigen Sonntag die Ortsgruppe Wald der RSDAP. im Saale der Turnhalle des Wald=Merscheider Turnvereins. Die Erschienenen sind voll auf ihre Kosten gekommen, sie erlebten eine Feierstunde im wahren Sinne des Wortes. Einleitend brachte die SA.= Sturmkapelle 1/53 ein Potpourri zu Gehör, dem sich Ortsgruppenleiter Schüttelhöfer mit einer kurzen Begrüßungsansprache anschloß. Er hieß die Erschienenen sowie die Mitwirkenden willkommen und entschuldigte das Fernbleiben des Posaunenchores des Christlichen Vereins junger Männer, der seine Mitwirkung zugesagt hatte. Dann wurde die Beleuchtung abgeschaltet und die auf den einzelnen Tischen stehenden Kerzen angezündet. Das gab die richtige Vorweihnachtsstimmung, die auch im gemeinsam gesungenen:„Stille Nacht, heilige Nacht“ ihren Ausdruck fand. Störend machte sich allerdings die Unruhe der Jugendlichen beNach einem Weihnachtsliede, das SAR Munn mir geinzn Begleiter SAR=Mann Hugo Knyn Mit der Herstellung der Umgehungsstraße westlich des Ortskerns von Gräfrath ist der früher geplante Ausbau der Durchgangsstraße Ketzberg—Laiken—Roßkamp in weite Ferne gerückt. Leider kommt damit ein Wunsch der Geschäftsleute ins Hintertreffen, der besagt, daß der Straßenteil von Laiken bis hinter den Stadtwald in der Weise hergerichtet werden möge, daß er mit leichtem Fuhrwerk zu befahren ist. Jetzt muß ein ziemlicher Umweg über Heiderhof gefahren werden, wenn sich die Geschäftswagen auf der Zeppelinstraße befinden und z. B. Lieferungen nach Roßkamp haben. Als vor einigen Jahren die Wegestrecke reguliert wurde, ist man nicht weiter gekommen, als zur Anlegung eines Fußgängerweges. In dem tiefer gelegenen Straßengelände fehlt die Packlage. Vielleicht kann man die Strecke mit geringeren Mitteln wenigstens so befestigen, daß sie für leichteres Fuhrwerk befahrbar wird. eg= Weihnachtsseier der kath. Schule Gräfrath. Die kath. Schule Gräfrath beging am gestrigen Sonntag im Saale Markus ihr diesjähriges Weihnachtsfest. Die Beteiligung von-Eltern und Angehörigen der Schulkinder war stark und der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Gemäß den neuen, die Abhaltung von Schulfesten betreffenden Richtlinien, war auf jeden geräuschvollen Rahmen verzichtet worden; auch die sonst übliche Kinderbescherung fand nicht statt. Das recht reichhaltige Festprogramm stellte dem Fleiß der beteiligten Schulkinder und der Lehrerschaft das beste Zeugnis aus. eg= Die Arbeiten an der Heizungsanlage in der alten Klosterkirche können leider nicht in dem Tempo fortgesetzt werden, wie dies von der Bauleitung ursprünglich vorgesehen war. Die gewaltigen Grundmauern der Sakristei bieten den Ausschachtungsarbeiten unvorhergesehenen Widerstand. Die Besucher der Kirche werden sich deshalb mit der endgültigen Fertigstellung der Heizungsanlage noch etwas gedulden müssen. =gr= Geschäftseinbruch. In der Nacht zum Samstag drangen Diebe in einem an der Nettelbeckstraße in Gräfrath gelegenen Verkaufsstand ein und stahlen erhebliche Mengen Nahrungs= und Genußmittel. Montag, 18. Dezember 1933 Das iehte Wort der Angeringten Lubbe verzichtet— Torgler erklärt sich für unschuldig und bittet um Freispruch— Die drei Bulgaren wollen nicht wegen Mangel an Beweisen, sondern wegen erwiesener Anschuld freigesprochen werden. Urteilsverkündigung am kommenden Samstag. Das Plädoyer für Torgler. WTB. Leipzig, 17. Dez. Das Plädoyer des Rechtsauwalts Dr. Sack für den Angeklagten Torgler haben wir in unserer Samstagsausgabe bereits in seinem wesentlichen Teil veröffentlicht. Was noch fehlte holen wir im Folgenden nach: Dr. Sack wendet sich weiter gegen den Vorwurf, daß sich Torgler verstecken wollte, als er nachts nicht nach Karlshorst zurückfuhr, sondern in der Wohnung des Parteisekretärs Kühne nächtigte. Ebenso vertritt er entschieden die Auffassung, daß Torgler sich freiwillig gestellt habe. Viele seiner Gesinnungsgenossen, führt Dr. Sack aus, haben nicht zu ihm gestanden. So mancher hat sich eine Rückzugsstellung gesichert. Er hatte nichts zur Abreise vorbereitet, er besaß keinen falschen Paß aus der Paßfälscherzentrale, keine falsche Wohnung zum Tarnen. Dieser gute Trottel. möchte ich beinahe sagen, mußte hier bleiben, hat sich in seiner Einfältigkeit gestellt und trat für seine Idee ein. Was dieser Mann in drei Minuten durchgemacht hat, wird zu einer Läuterung dieses Mannes dienen. Wenn nur ein geringes Bindeglied zwischen Lubbe und Torgler bestehen würde, dann wäre es bestimmt in der Verhandlung einmal zu Tage getreten. Torgler hat mir gegenüber immer aufrecht erhalten, er wisse, daß er Gottseidank als Deutscher an diesem Verbrechen nicht beteiligt sei. Ich kann mir vorstellen, daß Torgler, wenn es ihm gelungen wäre. von der Gemeindeschule ein Stipendium zu bekommen. vielleicht entgegengesetzt aus der Verbundenheit zu unserem Staat seine Tätigkeit in Richtung auf die uns jetzt so beseligende Volksbewegung geleitet worden wäre. Es war ihm aber versagt. Ich kann verstehen, daß ein Mensch von 15 oder 16 Jahren in Bitternis verfällt, wenn er morgens Schriften austragen muß, um ein paar Groschen für Vater und Mutter hinzuzuverdienen. Torgler ist das typische Produkt eines Autodidakten, dem die runde innere Abgeschliffenheit zur Verarbeitung all dessen, was auf ihn eindringt, fehlt. Richtig angesetzt hätte dieser Mann für sein Proletariat wirklich viel erreichen können. Ich frage, was denn die bis ins Kleinste gehende Beweisaufnahme an bochverräterischer Betätigung Torglers ergeben hat. Ich habe dafür keinen Beweis erbringen sehen. In diesem Prozeß hat der Oberreichsanwalt die Anklage gegen die drei Bulgaren nicht aufrecht erhalten. Er hat sein eigenes Anklagegebäude erschüttert. Er hat damit in die Einheit des Belastungskomplexes Karwahne, Frey und Kreyer eine Diskrepanz hineingetragen, die auch für den Angeklagten Torgler von Bedeutung ist. Der Oberreichsanwalt hat gesagt, es sei nicht ermittelt worden, wohin die anderen Täter verschwunden seien. Daraus finde ich den Schluß, daß man die Beteiligung anderer, nicht ermittelter Täter nicht strikte ausschließen kann. Dann kann man aber auch nicht sagen: Da keine anderen gefunden worden sind, muß man Torgler verurteilen. Der Verteidiger wandte sich zum Schluß an die Richter und sagte: Denken Sie an die Worte des Ministerpräsidenten Göring in diesem Prozeß. Als Torgler seine Unschuld beteuerte, hat der Ministerpräsident Göring ihm geantwortet: Ich nehme diese Erklärung zur Kenntnis. Aber Aufgabe des Hohen Gerichtes ist es, zu prüfen, ob es wahr ist. Damit hat der Ministerpräsident zu erkennen gegeben, daß er den Rechtsspruch vertrauensvoll in Ihre Hände legt. Kein anderer als unser Führer hat gesagt: „Möge Gott uns davor bewahren, daß ein Deutscher an diesem Verbrechen beteiligt ist.“ Mit diesem Wunsche werde ich nicht schließen, sondern ich kann sagen, an der Hand dieser minutiösen, bis ins Kleinste gewissenhaft durchgeführten Beweisaufnahme ist Gottseidank eines erbracht für mich, daß dieser Deutsche Torgler Gottlob an diesem Reichstagsbrand nicht beteiligt ist. Diese meine innere Ueberzeugung gibt mir vor Ihnen die Berechtigung, die ich verantwortungsbewußt trage, zu sagen: Sprechen Sie den Angeklagten Torgler frei! Hierauf wird die Verhandlung durch eine zweistündige Pause unterbrochen. haben, was mit dem Brande zusammenhängt. Man würde es nirgends verstehen können, wenn man nicht zu der Annahme käme daß diese beiden über den Brand gesprochen haben. Das Gericht bildet sich seine Ueberzeugung nicht nach schablonenmäßigen Grundsätzen, es kann sich seine Ueberzeugung aus allen möglichen Dingen bilden. Niemand kann es, wenn er zu dieser Ueberzeugung kommt, hindern, eine entsprechende Entscheidung zu fällen. Wenn es die Ueberzeugung nicht gewinnt, wird es auch daraus die Konsequenzen zu ziehen haben. Ich kann jedenfalls den Ausführungen des Verteidigers, daß die angeführten Beweise haltlos seien, nicht beitreten. Ich habe die Pflicht der Objektivität nach jeder Richtung gewahrt und auch die vorhandenen Zweifel vorgetragen. Wenn ich Zweifel nicht in dem Maße gehabt habe, wie der Verteidiger, so liegt das an der verschiedenen Auffassung und daran, daß es Aufgabe und Pflicht der Verteidigung ist, gerade diese Dinge besonders hervorzuheben. Ich betone nach wie vor, daß ich nicht den mindesten Zweifel habe, daß Torgler subjektiv die Tat als seine eigene gewollt und als Mittäter gehandelt hat. Rechtsanwalt Seuffert antwortet, nach seiner Auffassung sei die Beteiligung mehrerer Täter an der Brandstiftung nicht festgestellt worden, sondern es handele sich nur um eine Vermutung. Wenn nach der Vermutung der Reichsanwaltschaft van der Lubbe nicht einen Mittäter, sondern nur Nebentäter gehabt habe, dann könne Lubbe für die Handlungen dieser Nebentäter nicht verantwortlich gemacht werden. In der Rechtsfrage der Zulässigkeit der Todesstrafe für van der Lubbe hält Rechtsanwalt Seuffert an seiner im Plädoyer vorgetragenen Auffassung fest. Rechtsanwalt Dr. Teichert erklärt, daß er seinem Plädoyer nichts hinzuzufügen habe. Rechtsanwalt Dr. Sack beharrt dem Oberreichsanwalt gegenüber auf dem Standpunkt, daß die Ablehnung der rückwirkenden Kraft von Strafverschärfungen geeignet sei, der neuen Bewegung die Rechtssicherheit zu geben. Im übrigen könne er nur nochmals feststellen, daß die Hauptverhandlung nichts für eine Teilnahme Torglers an einer Ausführungshandlung des Hochverrates ergeben habe. Selbst wenn man glaube, daß Torgler tatsächlich mit Lubbe im Reichstag zusammengetroffen sei, reiche das nicht aus, um daraus eine solche Teilnahme Torglers zu beweisen. letzte Wort der Angeklagten. Vorsitzender: Ich richte nun an die Angeklagten die Frage, ob sie noch etwas erklären wollten. Der Angeklagte van der Lubbe, der während der ganzen Sitzung mit tiefgesenktem Kopf dasaß, erhebt sich zögernd und sagt in holländischer Sprache: Nein, ich habe nichts mehr zu sagen! Der Angeklagte Torgler bittet, nach den bulgarischen Angeklagten sprechen zu dürfen. Vorsitzender: Ich sehe den Grund nicht ein, aber wir werden Ihrer Bitte nachkommen. Angeklagter Dimitroff, haben Sie etwas zu erklären? Dimitroff erklärt zunächst, er habe nach§ 258 das Recht, für sich selbst als Verteidiger und dann als Angeklagter zu sprechen. Vorsitzender: Sie haben das Recht auf das letzte Wort, und das wird Ihnen jetzt gewährt. Der Angeklagte Dimitroff ergeht sich dann in endlosen Aeußerungen über die politische Situation zur Zeit des Reichstagsbrandes. Er beteuert immer wieder, daß die Kommunistische Partei an der Reichstagsbrandstiftung ganz unbeteiligt und uninteressiert sei und beantragt schließlich, nach zahlreichen Ermahnungen des Vorsitzenden, endlich zur Sache zu kommen, ihn nicht mangels ausreichenden Beweises, sondern wegen erwiesener Unschuld freizusprechen. Als er diesen Antrag auch noch auf Popoff, Taneff und Torgler ausdehnt, und überdies Entschädigung für seine durch den Prozeß verloren gegangene freie Zeit verlangt, entzieht der Vorsitzende ihm das Wort. Der Angeklogte Poposs verliest dann in bulgarischer Sprache eine längere Erklärung, die Satz für Satz vom Dolmetscher übersetzt wird Popoff erklärt darin, daß er als bulgarischer Emigrant und Kommunist sich um die politischen Dinge in Deutschland nicht gekümmert habe, und an dem Reichstagsbrand gänzlich unbeteiligt sei. Er wolle nicht wegen Mangels an Beweisen, sondern wegen erwiesener Unschuld freigesprochen werden. Eine Erklärung gleichen Inhalts gibt auch der Angeklagte Taneff ab. Der Angeklagte Torgler erklärt, er wolle nicht durch eine Beweiswürdigung das Plädoyer seines Verteidigers abschwächen, dem er auch hier in der Oeffentlichkeit seinen wärmsten Dank als Angeklagter und als Mensch ausspreche. Der Antrag des Oberreichsanwalts auf Todesstrafe tresse ihn al. einen völlig Unschuldigen. Er habe von dem Plan der Reichstags=Brandstiftung nichts geahnt, sonst würde er mit allen Kräften dieses wahnsinnige Verbrechen verhindert haben, denn es sei klar gewesen, daß diese Brandstiftung nur zu einem fürchterlichen Schlag gegen die kommunistische Partei führen mußte. Torgler sagt weiter. er sei gar nicht ein führender Mann in der KPD. gewesen. Der Parteiführung habe er nicht angehört. Er sei lediglich Leiter der Abteilung Reichstagsfraktion gewesen, die in der KPD. nicht die wichtigste Abteilung gewesen sei. In dieser arbeitsreichen Tätigkeit sei er ganz nüchterner Realpolitiker geworden, der jeder Revolutionsromantik abgeneigt war. Im Februar 1933 habe kein ernsthafter Kommunist an den Kampf um die Macht gedacht, weil alle Voraussetzungen dazu fehlten. Torgler verweist auf seine Rede im Preußischen Staatsrat am 23. Februar, die keinerlei Offensiv= sondern eine Defensivrede gewesen sei. Von irgendeiner Aggressivität sei in keinem Satz die Rede. Er sei damuls nur von der Furcht beherrscht worden, daß irgend ein Irrer sich finden würde, um einen größeren Zusammenstoß oder sonst etwas durchzuführen, was das Verbot der kommunistischen Partei zur Folge gehabt hätte Wenn an jenem Montag ein Mensch zu ihm gekommen wäre wie Lubbe und hätte eine Andeutung gemacht, daß er den Reichstag anstecken wollte, dann hätte er sofort an das Högel=Attentat und an das Robiling=Attentat auf Wilhelm I. gedacht, an das folgende Sozialistengesetz und in Verbindung damit an das jetzt folgende Verbot der Kommunistischen Partei. Er hälte alles getan, um ein solches Attentat zu verhindern. Nachdem sich Torgler noch kurz zur Frage der Einheitsfront geäußert hat, erklärt er zum Schluß: Ich habe mit dieser Reichstagsbrandstiftung nicht das allere mindeste zu tun. Ich habe diesen Lubbe zum ersten Mal in meinem Leben am 28. Februar im Polizeipräsidium gesehen. Ich bin völlig unschuldig auf diese Anklagebank gekommen und bitte Sie deshalb um Freisprechung. Senatspräsident Dr. Bünger schließt darauf gegen 9 Uhr die Verhandlung und führt folgendes aus: Als ich die Verhandlung vor drei Monaten an dieser Stelle eröffnete, habe ich gemahnt. in ein solches Verfahren nicht und am wenigsten mit vorgefaßter Meinung einzugreifen. Leider hat sich die damals ausgesprochene Erwartung nicht, wenigstens nicht voll, erfüllt. Bis zum gegenwärtigen Augenblick hat es nicht nur im Ausland an Versuchen gefehlt. den Verhandlungsinhalt in einer Form vorwegzunehmen, die der hohen Aufgabe der Presse nicht gerecht wird. Ich kann gegenüber solchen Presse=Aeußerungen nur wiederholen: Das zur Entscheidung berufene Gericht kann und wird der Streit der Meinungen nicht berühren. Damit ist die heutige Verhandlung zu Ende. Es hat noch zu folgen die Verkündung des Urteils; sie erfolgt am nächsten Sonnabend, dem 23. Dezember, um 9 Uhr vormittags. Letzte Zwiegespräche. In der Nachmittagssitzung erwidert Landgerichtsdirektor Parrisius kurz auf die Ausführungen Dr. Seufferts. Die Ansicht Seufferts, daß bei Lubbe die Voraussetzungen des Hochverrats nicht gegeben seien, stehe mit den Feststellungen des Prozesses in Widerspruch. Festgestellt sei die Tatsache, daß die Reichstagskrandstiftung nicht von Lubbe allein, sondern von mehreren Tätern begangen worden ist. Das sei auch der Eindruck der Personen gewesen, die zuerst an der Brandstätte eintrafen; außerdem seien die drei Sachverständigen übereinstimmend zu diesem Ergebnis gekommen. Für die Frage des Hochverrats sei die Mittäterschaft anderer auch nicht entscheidend. Selbst wenn Lubbe Alleintäter gewesen wäre, so wäre er doch des Hochverrates schuldig. Der Anklagevertreter widerspricht weiter der Schilderung, die Seuffert vom Charakter Lubbes gegeben hat.„„.„ ins Mlinz#.i van der Lubbe habe über seine politischen Motive keine Zweifel gelassen. An die Inbrandsetzung des Reichstages sollte sich nach Absicht Lubbes unmittelbar der bewaffnete Aufstand anschließen. Unter diesen Umständen könne man die Brandstiftung nicht als eine Vorbereitung zum Hochverrat betrachten sondern als eine Handlung, durch die das Vorhaben des Hochverrats unmittelbar zur Ausführung gelangen sollte. Diesem Verbrechen gegenüber sei irgend eine milde Auffassung nicht am Platze.„„ 940 8 Oberreichsanwalt Dr. Werner tritt dann zunächst den Ausführungen des Reichsanwaltes Parrisius bei. van der Lubbe hat es sich nicht so gedacht, fuhr der Oberreichsanwalt fort, wie der Verteidiger meinte, daß seine Tat eine gewisse Erregung in der Bevölkerung hervorrufen und das Thema aufgeregter Stammtischunterhaltungen bilden würde; nein, er wollte mit seiner Tat die Massen aufpeitschen zum unmittelbaren Handeln. Der Oberreichsanwalt setzt sich dann mit den rechtlichen Ausführungen der Verteidiger über das Strafmaß auseinander und kommt zu dem Schluß, daß nach den neuen strafgesetzlichen Vorschriften allein die Todesstrafe für die hier abzuurteilenden Verbrechen in Frage komme, und daß auch die rückwirkende Kraft der verschärften Strafbestimmung gegeben sei. Der Oberreichsanwalt wendete sich dann gegen die Ausführungen des Rechtsanwaltes Dr. Sack. Wenn es richtig ist, führt der Oberreichsanwalt aus, daß Torgler wenige Stunden vor der Tat mit van der Lubbe am Tatort zusammengewesen ist, wenn außerdem richtig ist, daß Toigler und Lubbe dies bestreiten, dann ergibt sich daraus notwendig der Schluß, daß diese beiden zusammen etwas getan! Böswillige Störung des politischen Friedens in Südwestafrika. CNB. Berlin, 17. Dez. Nach einer Reutermeldung aus Kapstadt ist die Frage der Rückkehr von Südwestafrika zu Deutschland das Tagesgespräch in Windhuk. Der Grund hierfür sei, daß seit der Machtübernahme durch Hitler in Deutschland die Deutschen in Südwest neue Hoffnung auf Rückkehr von Südwestafrika zu Deutschland schöpften. Ein großer Zustrom deutscher Einwanderer nach Südwest habe neuerdings stattgefunden. Die südafrikanischen politischen Führer in Südwest seien besorgt, daß die in Aussicht genommene Verleihung des Wahlrechts an alle Deutsche in Südwest, wenn sie erfolge, den Deutschen eine große Mehrheit bei der nächsten Wahl zur gesetzgebenden Versammlung bringen würde, die sie dazu benutzen würden, ein Mißtrauensvotum gegen die Union als Mandatsmacht anzunehmen und den Völkerbund zu ersuchen, Deutschland seine frühere Kolonie wiederzugeben. Diese teils unwahren, teils tendenziösen Meldungen sind eine Brunnenvergiftung übelster Art und nur dazu angetan, die Verständigungsversuche zwischen den beiden Bevölkerungsteilen in Südwest vergeblich zu machen. Von einem Zustrom deutscher Einwanderer nach Südwest seit der Hitlerregierung kann keine Rede sein. Im übrigen ist folgendes zu sagen: Schon vor längerer Zeit harte General Hertzog den Deutschen in Südwestafrika mit Zustimmung der politischen Führer der Südafrikaner in Südwest u. a. wesentliche Zugeständnisse hinsichtlich der Einbürgerung als Voraussetzung für die Ausübung des Wahlrechts gemacht. Diese Zugeständnisse sind einigen dieser Führer offenbar leid geworden, weil sie für ihre dominierende Stellung im Lande ernst bangen. Sie suchen nach Gründen, um ihr Abrücken von ihrer früheren Zustimmung zu rechtfertigen und verkünden nun ihren Wählern, was sie zu erwarten hätten, wenn die Zugeständnisse des Generals Hertzog erfüllt würden. Dazu muß alles herhalten, auch wenn es noch so widersinnig ist. Es ist außerordentlich zu bedauern, daß durch solche Machenschaften die von deutscher Seite so dringend gewünschte Verständigung mit den anderen Bevölkerungsteilen in Südwestafrika in unverantwortlicher Weise hintertrieben wird. Einstellung der Feindseligkeiten im Chaco? WTB. Madrid, 17. Dez. El Sol veröffentlicht eine Drahtmeldung aus Montevideo, nach der Paraguay den Vorschlag. die Feindseligkeiten im Chaco=Gebiet einzustellen, angenommen habe. Das Winterhilfswerk. Bisheriges Gesamtergebnis: 125 Millionen. CRB. Berlin, 17. Dez. Am Sonntag mittag sandte die Funkstunde Berlin eine Unterredung, die ihr Vertreter Rausch mit dem Reichsleiter des Winterhilfswerkes, Hilgenfeldt, hatte. In dieser Unterredung wurden der Aufbau und die Arbeitsweise dieser ganz Deutschland umspannenden Organisation und ihre bisherigen Leistungen besprochen. Es ergab sich u. a., daß das Winterhilfswerk etwa 15 Millionen bedürftige Volksgenossen und deren Angehörige zu betreuen hat und daß die bisherigen Leistungen nach dem Stande der letzten Meldungen u. a. folgende sind: Für 20 Millionen Mark Kartoffeln, für 52 Millionen Mark Brotgetreide, Mehl und andere Lebensmittel und 20 Millionen Zentner Kohlen im Werte von 24 Millionen Mark— insgesamt mit den Bargeldspenden rund 125 Millionen Mark. Im März Winterhilfsplaketten aus Glas. Eine wesentliche Hilfe für die Thüringer Heimarbeiter. V93. Berlin, 16. Dez. Wie das BD3=Büro meldet, haben die zuständigen Stellen verfügt, daß im Interesse der notleidenden Heimarbeiter des Thüringer Gaues die für März gültigen Ansteckplaketten der Winterhilfe in Glas ausgeführt sein sollen. Dieser gesamte Auftrag wird ausschließlich dem Gebiete des Thüringer Gaues zugutekommen. Es handelt sich dahei um die Herstellung mehrerer Millionen Glasplaketten. Gatseigt für den arbeitenden=Nachwachs. Ein Drittel der Ingendlichen nicht voll leistungssühig. B03. Berlin, 16. Dez. Ueber den Gesundheitsstand unserer Jugend liegt eine beachtliche Aeußerung des beratenden Arztes beim Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Hans Hoske, vor. Wie das BD3=Büro meldet, wird darin festgestellt, daß die Sünden der Vernachlässigung der Bevölkerungspolitik, die in der Vergangenheit reichlich begangen wurden, zur Folge haben, daß der Gesundheitszustand unserer berufstätigen Jugend recht ungünstig sei. Im allgemeinen sei damit zu rechnen, daß ungefähr ein Drittel der Jugendlichen nicht voll leistungsfähig ist. Dabei zeige sich für die Großstädte z. B. ein höherer Prozentsatz, nämlich 43,3 v. H., an nicht voll gesunden, behandlungsbedürftigen bzw. erholungsbedürftigen Lehrlingen, als für die Städte unter 20000 Einwohnern(33,4 v. H.). Besonders ausgeprägt seien die Belastungsschäden des licht= und luftarmen Stadtlebens bei den Mädchen. Dr. Hoske knüpft daran das Bedauern, daß z. B. von den Lehrmädchen nur 38 v. H., von den Lehrlingen nur 37,5 v. H. regelmäßig Leibesübungen betreiben. Aus dem vernachlässigten Menschenmaterial entständen dann später diejenigen, die die Sozialversicherung so stark belasteten. Im Interesse der biologischen Verhältnisse der Jugendlichen setzt sich Dr. Hoske dann für eine Anzahl von Maßnahmen ein, die der Volksgesundheit und der Besserung der Leistungsfähigkeit gleichermaßen dienen könnten. Es werde notwendig sein, gerade bei den Jugendlichen, die eben die Schulzeit hinter sich haben, häufigere Pausen von ausreichender Dauer in die Arbeit einzufügen, um bis zum Ende der Lehrzeit eine Ueberleitung zur Arbeitsweise des Erwachsenen anzubahnen. Auch hätten große Teile der berufstätigen Jugend bisher keinen oder nur ungenügenden gesetzlich geregelten bezahlten Urlaub. Diese Frage bedürfe unbedingt einer reichsgesetzlichen Regelung. Was die Ausnutzung des Urlaubes anlange, so werde man in Zukunft auf „geleitete Freizeiten“ nicht verzichten können. Vorarbeit für die Freizeitgestaltung. B03. Berlin, 16. Dez. Wie das BO3=Büro meldet, haben die unter der Leitung des Organisationsleiters Selzner stehenden Amtsleiter der Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, die Vorarbeiten für die Ausgestaltung des Feierabendwerkes der Deutschen Arbeitsfront anhaltend aufgenommen. Insbesondere wird auch berichtet von Verhandlungen, die das Amt für Reisen und Wandern mit der Reichsbahn=Generaldirektion aufgenommen hat, und die das Ziel verfolgen, billig fahrende Züge für das nächste Jahr bereitzustellen, damit nicht mehr nur gewisse Kreise, sondern tatsächlich jeder Volksgenosse die Möglichkeit hat, die Schönheiten der deutschen Heimat auf Reisen kennenzulernen. Gerhard Starcke von der DaF schildert unter dem Titel„Weihnachten im Staate der Arbeit“, wie der Beginn der Arbeit der Freizeitgestaltung gar nicht günstiger liegen konnte, als gerade in der Weihnachtszeit, die mit ihrer im Religiösen und Volkstummäßigen tief verwurzelten geheimnisvollen Stimmung auch den härtesten Menschen in ihren Bann schlage. Aerzteschaft und Arbeitssront, V03. Berlin, 16. Dez. Wie das BD3=Büro meldet, betont der Reichsärzteführer Dr. Wagner in einer Veröffentlichung, daß die Frage des Einbaues der Aerzteschaft in die Arbeitsfront noch nicht geklärt sei. Vor dieser Klärung und endgültigen Regelung sei es durchaus unerwünscht und unzweckmäßig, wenn außer den angestellten Aerzten andere Aerzte als Einzelmitglieder der Arbeitsfront beitreten. Es bestehe weiterhin keinerlei Zwang für den einzelnen Arzt, irgendeiner anderen parteiamtlichen oder sonstigen Organisation(Lehrerbund, Beamtenbund usw.) beizutreten. Die kommende Zwangsorganisation der Aerzteschaft sei die Reichsärztekammer, die parteiamtliche Organisation der Pg.=Aerzte der nationalsozialistische deutsche Aerztebund. Weiterbeschätigung der Arbeitnehmer in Handwerksbeirieben. Ein Aufruf des Reichsstandes des deutschen Handwerks. CNB. Berlin, 16. Dez. Der Vizepräsident des Reichsstandes des deutschen Handwerks, Kirl Zeleny, hat einen Aufruf an das gesamte deutsche Handwerk herausgehen lassen. Es heißt darin u. a.: Die plötzlich hereinbrechende Kälte und der starke Frost haben in zahlreichen Betrieben des Handwerks, insbesondere des Bauund Baunebengewerbes, die Weiterführung begonnener Arbeiten unmöglich gemacht. Mit Rücksicht auf das Weihnachtsfest erwarte ich jedoch, daß die Inhaber von Handwerksbetrieben vor den Festtagen keine Entlassung vornehmen lassen. Unsere Mitarbeiter in den Betrieben haben ein soziales Recht darauf, die Weihnachtsfeiertage mit innerer Freude und in wirtschaftlicher Geborgenheit zu verleben. Dazu gehört vor allem, daß sie im Arbeitsverhältnis erhalten werden. Ich weiß, daß die wirtschaftliche Notlage vieler Handwerksbetriebe oft nicht dazu ausreicht, die Kosten, die durch eine derartige Weiterbeschäftigung verursacht werden, aufzubringen. Ich erwarte jedoch, daß die selbständigen Handwerksmeister und Inhaber von Handwerksbetrieben soviel Haltung und Disziplin aufbringen, daß unsere Mitarbeiter, Handwerksgesellen und Arbeitnehmer, ein fröhliches Weihnachtsfest seiern können. Es muß auch in diesem Falle Gemeinnutz vor Eigennutz gehen, und die Tatsache der Weiterbeschäftigung darf nicht von persönlichen Gewinninteressen abhängig gemacht werden. Einer für alle, alle für einen! Deutschland. Appell an alle deutschen Hausfrauen. VD3. Berlin, 16. Dez. Wie das BD3=Büro meldet, hat sich die Verbandsbezirksleitung Westfalen=Düsseldorf des der Deutschen Arbeitsfront angeschlossenen Deutschen Heimarbeiter= und Hausgehilfenverbandes mit einem Appell an alle deutschen Hausfrauen gewandt. Es wird darin ausgeführt, daß manche Hausfrauen noch immer nicht wüßten, warum es notwendig sei, daß die Hausgehilfinnen sich in ihrem Fachverband in der Deutschen Arbeitsfront eingliedern. Diese Eingliederung erfolge nicht aus selbstsüchtigen Motiven und bedeute auch nicht einen Gegenpol gegen die Hausfrau nach dem längstvergessenen berüchtigten Muster vergangener Gewerkschaftsbürokratie. Der Berufsverband wolle vielmehr ein Höchstmaß von Leistungsfähigkeit sowie staatsbürgerliche, volkhafte und weltanschauliche Schulung bringen. Die Frau im neuen Deutschland solle nicht untergeordnet, sondern beigeordnet sein. Fast eine Million Beitrittserklärungen zum Reichsbund der deutschen Beamten. sich gegenseitig fast zerreibenden Verbände, an Stelle der früheren Gegenspieler des Staates ist eine Organisation getreten: Der Reichsbund der deutschen Beamten. Bis zum 1. Januar 1934 wird, wie das Amt für Beamte der NSDAP mitteilt, die heitsorganisation der Beamten aufgebaut sein. Von diesem Zeitpunkt an werden die bisherigen Beamtenverbände überflüssig. Wie das BD3=Büro meldet, wurden in den ersten Tagen des Monats Dezember bereits über eine halbe Million Beitrittserklärungen zum Reichsbund der deutschen Bamten abgegeben. Täglich laufen Tausende von Beitrittserklärungen in Berlin ein. Trotz der erdrückenden Fülle der Arbeit vollzieht sich der organizrische Aufbau des Reichsbundes planmäßig. Um den gewaltigen Arbeiten, die mit der Durchorganisierung des Reichsbundes verbunden sind, gerecht werden zu können, muß jedoch vom 29. Dezember 1933 ab die Aufnahmesperre angeordnet werden. Zum Tode verurteilt. WTB. Kottbus, 16. Dez. Das Schwurgericht Kottbus verurteilte nach dreitägiger Verhandlung den 21jährigen Dreher Bernhard Pischon aus Kottbus wegen Ermordung des SAMannes Gornatowski zum Tode und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit, den Arbeiter Fritz Sommer wegen Totschlagsversuches zu acht Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Pischon hatte in der Nacht zum 18. Februar 1932 nach einem Ueberfall von Kommunisten auf Nationalsozialisten den bereits schwerverletzten SA=Mann Gornatowski mit einem großen Stein durch einen Wurf auf den Kopf getötet. Sommer verletzte den SA=Mann Geselle durch einen Messerstich in den Rücken lebensgefährlich. Wupperials Bäcker stellen 30 000 Brotverbilligungsscheine zur Verfügung. wv. Wuppertal, 16. Dez. In der gestrigen Innungsversammlung des Bäckerbandwerks gab Obermeister Kühler einen Ueberblick über die großzügigen Winterhilfsmaßnahmen, die in die Wege geleitet worden sind. Neben der kostenlosen Verteilung von Mehl und Zucker an die Wohlfahrtsempfänger haben die Wupvertaler Bäcker 30 000 Brotverbilligungsscheine zugunsten der bedürftigen Volksgenossen bereitgestellt. Explosion im Keller der Hebammenlehranstalt. wv. Elberfeld, 16. Dez. In der Frühe des heutigen Morgens ereigneten sich in einem Keller der Hebammenlehranstalt ein schweres Explosionsunglück. Als ein Arbeiter den Keller betrat, schlugen plötzlich starke Stichflammen aus dem Raum, die einen Arbeiter schwer verletzten. Durch die alarmierte Feuerwehr konnte dieser jedoch gerettet und im Krankenhaus untergebracht werden. Im Anschluß an die Explosion brach ein Brand aus, dem ein Holzlager und Schränke zum Opfer fielen. Ueber die Ursache des Unglücks verlautet, daß während der Nacht ein Gashahn geöffnet war, aus dem die Gase in den Kellerraum drangen. Wie aber das Luftgasgemisch zur Explosion gebracht wurde, werden die weiteren Untersuchungen noch ergeben müssen. Prof. Dr. Dessauer wieder in Schutzhaft. wv. M.=Gladbach, 17. Dez. Pros. Dr. Dessauer, der nach Schluß der Beweisaufnahme im Volksvereinsprozeß am Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, ist nunmehr zum eigenen Schutz wieder in Schutzhaft genommen worden. Wie früher, ist er jetzt wieder im evangelischen Krankenhaus untergebracht, weil er wegen schwerer Röntgenverbrennung und dadurch notwendig gewordener Operationen ärztlich behandelt werden muß und noch sehr schwach ist. Die Erleichterungen, die Prof. Dessauer wegen seines Zustandes zuteil wurden, werden ihm auch jetzt wieder gewährt. Der findige Bürgermeister rührt die Reklametrommel. Vom Bürgermeisteramt St. Goar wird uns geschrieben:„An einer der landschaftlich schönsten Stellen des Mittelrheins, an der Lorelei bei St. Goar, hat sich das Packeis gestellt. Der Rhein ist zu— gebt es von Mund zu Mund, und schon vilgert Alt und Jung zu den„Sieben Jungfrauen", die sich zwischen St. Goar und Oberwesel aus dem Rheine erheben, um sich dieses großartige Naturschauspiel anzuseben. Niemand sollte es versäumen, bei diesem herrlichen Winterwetter einen Ausflug nach Oberwesel zu machen und von dort aus den Rhein entlang nach dem herrlich gelegenen St. Goar zu wandern. Heraus aus der Großstadt, auf zur Lorelei! Der Tag wird für jeden ein unvergeßliches Erlebnis sein.“ Der Brüsseler Polizeipräsident wegen Korruption verhaftet. cnb. Brüssel, 17. Dez. Eine peinliche Ueberraschung erfuhren am Sonntag abend die Brüsseler durch die Nachricht von der Verhaftung des obersten Chefs der Polizei, Angershausen. Bereits im Laufe der vergangenen Woche waren mehrere Polizisten in Haft genommen worden, da sie durch einen ihrer früheren Kollegen namens Pauwels in eine Bestechungsangelegenheit verwickelt waren. Pauwels betrieb nach seinem Rücktritt einen Oelund Benzinhandel. Sein Einfluß auf seine früheren Kollegen scheint so unheimlich gewesen zu sein, daß er mehrere von ihnen zu Gefälligkeiten und Bestechlichkeiten zu veranlassen wußte. Angershausen, dessen Posten dem eines Polizeipräsidenten entpricht, erlag ebenfalls dem Einfluß Pauwels. Nach mehreren Verhören durch den Untersuchungsrichter, die gestern und heute stattfanden, legte Augershausen das Geständnis ab, zehn Prozent von denjenigen Aufträgen bekommen zu haben, die er durch seinen amtlichen Einfluß der Firma Pauwels zukommen ließ. Angershausen gestand auch, daß er auf Ersuchen Pauwels Protokolle vernichtet habe. Wie man hört, sind die Beträge, die Angershausen durch eine dritte Person einnehmen ließ, übrigens sehr gering Die Fluß=Schiffahrt in Deutschland völlig stillgelegt. Die anhaltende Kälte hat über alle Gewässer eine so dicke Eisschicht gezogen, daß die Schiffahrt zum Erliegen gekommen ist. Für die Schigger bedeutet diese unfreiwillige Arbeitsruhe naturgemäß einen großen Verlust, da sie vielfach ihre Ware ausladen müssen, um sie auf dem Landwege an ihren Bestimmungsort gelangen zu lassen. Packeis auf dem Rhein. wv. Koblenz, 16. Dez. Die Vereisung des Rheines oberhalb des sogenannten Bettecks hat weitere Fortschritte gemacht. Heute vormittag war der ganze Rheinarm von der Lorelei bis Oberwesel, also in einer Länge von rund fünf Kilometer, vollständig vereist. Da besonders von Mannheim aus starkes Eistreiben gemeldet wird,— die Eisschollen haben eine Stärke von 10 bis 15 Zentimetern und eine Größe von zehn bis 100 Quadratmetern — muß damit gerechnet werden, daß sich die Eisversetzung bei anhaltender Kälte in den nächsten Tagen bis Kaub hinaus erstreckt. Die Eisbrecher können ihre Tätigkeit noch nicht aufnehmen, da die Eisdecke am Betteck noch zu schwach ist. Der Rheinstrom bietet jetzt ein Bild vollkommener Ruhe. Der gesamte Verkehr liegt still. Die zahlreichen Rheindampfer haben Zuflucht zu den Winterhäfen genommen, die nur mit größter Mühe eisfrei gehalten werden können. In vielen Häfen lagen heute bereits die Schiffe im Eis fest. Der Fährbetrieb kann nur unter den größten Schwierigkeiten notdürftig aufrecht erhalten werden. Der Rhein bis Bacharach im Packeis. wv. Koblenz, 17. Dez. Die gewaltige Eisversetzung an der Lorelei war am Sonntag das Ziel vieler tausend Schaulustiger aus dem ganzen Rheingebiet, dem Hunsrück, Westerwald und Taunus. Es ist in der Tat ein gigantisches Naturschauspiel, das sich dort dem Auge bietet. Meterhohe Eisblöcke haben sich an der Aufhacken des Eises vorelnem schweren Lostkahn. engsten Stelle des Rheins zusammengeballt, und soweit man blickt, zieht sich eine unübersehbare weiße Fläche dahin. Bereits am Samstagvormittag hatte die Eisversetzung Oberwesel erreicht. Inzwischen hat sich aber das Bild wesentlich verändert. Am Sonntagmittag konnte man schon eine nahezu zehn Kilometer lange Eisfläche bewundern. Das Packeis reicht jetzt nahezu bis an Bacharach. Und fortwährend schieben sich die oft bis 100 Quadratmeter großen Eisschollen unter unheimlichem Krachen unter= und übereinander. In diesem Jahrhundert ist es das dritte Mal, daß der Rhein in Eisfesseln liegt. Aber noch nicht war es zu verzeichnen, daß der Rhein in einer Ausdehnung von zehn Kilometern zugefroren ist. Durch die dauernden Verschiebungen der Eisblöcke war es bisher nicht möglich, den Rhein am Betteck zu überqueren. Um dies zu bewerkstelligen, muß man solange warten, bis die Eisversetzungen zum Stillstand gekommen sind. Erst dann wird man durch die meterhohen Eisblöcke einen Weg von Afer zu Ufer schlagen können. ... und„Eisfest“ auf der Mosel. Die Tatsache, daß bereits am Donnerstag bei Winningen ein schwerbeladenes Fuhrwerk gefahrlos die Mosel überqueren konnte, hatte dem Gemeinderat von Winningen Veranlassung gegeben, für Sonntag ein großes Eisfest auf der Mosel vorzubereiten. Bei herrlichstem Sonnenschein wurde dieses Eisfest zu einem vollen Erfolg. Die eissporttreibende Jugend war in großen Scharen erschienen, aber auch die„Alten“ fehlten nicht. Vom frühen Mittag bis zur hereinbrechenden Dunkelheit spielte der Musikverein von Winningen flotte Märsche und liebliche Walzermelodien in bunter Reihenfolge. im Verhältnis zu seinem Einkommen. Das gegen Angershausen eröffnete Verjahren wegen Bestechlichkeit wird vor dem Disziplinarhof durchgeführt werden. Die auf so unrühmliche Weise abgebrochene Laufbahn Angershausens, der trotz seines deutschen Namens ein Wallone ist und aus Huy stammt, war die eines außerordentlich befähigten Polizeimannes, der freiwillig, obwohl er die höheren Examina abgelegt hatte, als einfacher Polizist in den Dienst der Brüsseler Polizei trat, sämtliche Grade mit Auszeichnung durchlief und vor zwei Jahren im Alter von 47 Jahren an die höchste Stelle berufen wurde. Während der deutschen Besetzung war Angershausen Polizeichef von Namur. Er benutzte seine dortige Stellung, um laischen Gegenspionage zu dienen, wofür er später den Leosold=Orden und eine englische Kriegsauszeichnung##chielt. Seine der belgische erhielt. fähigkeiten wurden in Brüssel erst vor kurzem geruymt gelegentlich der Unruhen um das Grüne Haus der Dinasos, der flämischen Faschisten. Folgenschwerer Sturz. wv. Köln, 17. Dez. Freitagvormittag stürzte in der Hagedornstraße in Köln=Dellbrück eine Frau infolge eines Fehltritts die Treppe hinunter. Die unglückliche Frau erlitt so schwere innere Verletzungen, daß sie noch am gleichen Abend verschied. uummn SrelSperr=Anvisenlt., un Nr. 47 Beilage zum Solinger Tageblatt 18. Dezember 1933 Hochinkeressante Spiele in der Riederrhein=Gaungal Benrath schlägt Duisburg 08 und rückt stark auf— Fortuna bleibt an der Spitze, gefolgt von Hamborn— Rheydt verliert. aice Gankaüt eacdet Seteskeläie a Kasil= Nlich daes Cle gehnissen des 17. Dezember hat sich zwar der Spitzenstand in der lle nicht allzu wesentlich veräudert, da sich die beiden führenden Mannschaften Fortuna Düsseldorf und Hamborn 07, behaupten konnten. Aber die Situation bleibt nach wie vor noch undurchsichtig und die Gefechtslage hochinteressant. Das allmähliche Aufrücken der im Hintergrund kämpfenden Benrather gibt dem an sich schon interessanten Meisterschaftsverlauf noch ein besonderes Gepräge. VfL Benrath hat es jedenfalls verstanden, sich auf dem gefürchteten Platz des Duisburger FV. 08 mit 4:2 erfolgreich durchzusetzen, während der Rheydter Spielverein, der noch am letzten Sonntag gegen Fortuna ein 2:2 herausholte, in Quisburg gegen 99 mit 1:0 auf der Strecke blieb und durch diese Niederlage vorerst aus dem engeren Kreis der Favoriten ausscheidet. Von großer Wichtigkeit war natürlich auch der Ausgang der Spitzenbegegnung zwischen BfL. Preußzen Krefeld und Fortuna Düsseldorf vor 5000 Zuschauern in der Grotenburgkampfbahn. Obwohl die Seidenstädter 15 Minuten vor Schluß noch mit 1.0 in Führung lagen, mußten sie den Gästen einen knappen 2:1=Sieg überlassen, die nun weiterhin an der Spitze bleiben, zusammen mit den punktegleichen Hambornern, die Schwarz=Weiß Essen mit 5•0 niederkanterten. Bleibt noch das für den Abstieg wichtige Spiel zwischen BV Preußen Essen und Alemannia Aachen, das die Vereinigten überraschend hoch mit 5:2 für sich entscheiden konnten. Kantersieg der Hamborner. Schwarz=Weiß Essen gegen Hamborn 07 0:5(0:2). Klassenunterschied gab es am Sonntag vor 1500 Zuschauern am Essener Uhlenkrug zu sehen, wo Hamborn 07 die Essener Schwarz=Weißen überlegen mit 5:0 hinter sich ließ. In beiden Spielabschnitten beherrschten die Besucher jeweils klar die Situation und kamen in keinem Augenblick in die Gefahr einer Niederlage. Hamborn war härter. spielte systemvoller und paßte sich jeder Situation an. während die Schwarz=Weißen hilflos im Felde umherirrten. Essens Ausbeute während der ganzen 90 Minuten war eine Ecke, die aber nichts einbrachte. Schon bei der Pause war das Spiel zugunsten der Hamborner entschieden, denen es nach dem Wechsel leicht gemacht wurde, die Trefferspanne auf 5:0 zu erhöhen. Der Mittelstürmer und der Halbrechte Billen sorgten für die beiden ersten Tore, mit denen die Seiten gewechselt wurden. In der zweiten Halbzeit erhöhte der Halblinke auf 3•0, Besnowska nutzte einen Fehler der Essener Hintermannschaft aus und sandte zum 4:0 ein und aus einem Gedränge heraus fiel noch ein fünftes Tor. Bei Schwarz=Weiß wurde kurz vor Schluß noch Stephan verletzt. * Sieg— aber schwache Leistung. # BfL. Preußen Krejeld gegen Fortuna Düsseldorf 1:2(0:0). Mit 5000 Zuschauern hatte die Krefelder Grotenburgkampfbahn einen Besuch aufzuweisen, wie man ihn in dieser Stärke dort lange nicht mehr gesehen hat. Der Name Fortuna Düsseldorf ist immer noch Magnet genug, um die Kassen zu füllen. Aber schließlich lagen sa auch die Krefelder in gar nicht so schlechter Position, so daß man von vornherein mit einem interessanten Kampf rechnen mußte, der es in der Tat auch wurde. VfL. Preußen Krefeld vermochte bis 15 Minuten vor Schluß den knappen 1:0=Vorsprung zu behaupten, und wohl die wenigsten Zuschauer hätten Fortuna noch eine Siegchance eingeräumt. Obwohl die Düsseldorfer stark drängten und zum Schluß Albrecht wieder in den Innensturm nahmen, war eine Umkehrung des Resultats kaum zu denken. Denn dafür war Fortunas Leistung viel zu schwach und die Aktionen zu durchsichtig angelegt. als daß sie bei der aufmerksamen Krefelder Hintermannschaft Anspruch auf Erfolg gehabt hätten. Und doch gelang dem deutschen Meister der Sieg. leicht überHalbzeit den siegWesde eche cheie Aachener Niederlage— keine Ueberraschung mehr. BV. Preußen Essen gegen Alemannia Aachen 5:2(2:1). Die die treibende Kraft regelmäßigen Abständen erzielte hier der Angriff der Rasensvortler Par auf Tor. An den Erso Essener Vereinigten hatten am Sonntag einen großen Tag. Die Mannschaft zeigte endlich, einmal, daß sie nicht gur sportter Tor auf Tor. An den Erfolgen sind in der Hauptsache Lißtler Weck der gute Rechtsaußen beteiligt. Der Haßrlex, Weg und der gute Rechtsgußen beteiligt. Der Ehrentreffer der Werstener kam erst gegen Schluß des Spiels zustande, als die Abwehr der Ohligser im Gefühl des sicheren Sieges einen leichtsinnigen Schnitzer machte. Wenn die Mannschaft der Platzherren mit dem Geist bei der Sache ist wie gestern, der an ihre alten, besten Tage erinnert, dann werden wir auch die Mannschaft zeigte endlich einmal, daß sie nicht nur in Zukunft wieder mehr von ihr hören, und das Ende in dieser zu kämpfen versteht, sondern auch spieltechnisch etwas zu leisten Gruppe ist noch lange nicht sicher. vermag. Allexdings dauerke es 35 Minuten, bis Essen das erste permag. Allerdings dauerke es 35 Minuten, bis Esse Tor erzielen konnte. Der Rechtsaußen köpfte einen von der Latte zurückspringenden Ball unhaltbar ins Netz. Schon drei Minuten später glich Aachen durch den Mittelstürmer aus, aber kurz darauf brachte Essen durch einen von Kraska verwandelten Elfmeter erneut die Führung an sich. Ehe 15 Minuten der zweiten Halbzeit verstrichen waren, lagen die Gäste mit 411 aussichtslos im Rückstand. Sie kamen zwar durch ihren Rechtsaußen auf 4•2 heran, aber 10 Minuten vor Schluß stellte Essens Mittelstürmer die alte Tordifferenz wieder her. Keine Ueberraschungen in der Bezirksklasse. Hoher Sieg des BIR. Ohligs. Die Gruppe 4 zeigt Sonntag für Sonntag eine gewisse Gleichwertigkeit der in ihr zusammengeschlossenen Vereine. Hilden 03 und die Elberfelder SSVg. teilten sich mit einem 2:2=Ergebnis die Punkte. Barmen gewann gegen Sonnborn nicht gerade überragend mit 3:1. Mit dem gleichen Ergehnis siegte der BfB. Velbert zu Hause gegen Schwarz=Weiß Düsseldorf.(Der erste Sieg der Velberter seit ihrem Eintritt in die Bezirksklasse). Lüttringhausen verlor in Düsseldorf(mit viel Glück)„nur“ 0:3, während Wersten diesmal aus dem Rahmen fiel und sich mit 7:1 in Ohligs deklassieren ließ. Zum Schluß ein Wort über die Begegnung Germania Elberfeld gegen BfB. Nemscheid, die mit einem Ergebnis von 5:7 sehr torreich verlief. V. f. R. Solingen=Ohligs gegen T. und S. V. Wersten 04 7:1 (0:1). Die Rasensportler in Ohligs kamen gestern wieder einmal in großer Manier zu einem Erfolg, der auch in dem angegebenen Resultat berechtigt ist. Rund 1000 Zuschauer hatten sich im Stadion an der Hasselsstraße eingefunden, die von dem Spiel ihrer Elf gestern nicht enttäuscht wurden. Schon vor der Pause machte sich eine Ueberlegenheit bemerkbar, die zeitweise in einer Belagerung des gegnerischen Heiligtums ausartete. Trotzdem konnten die Gastgeber aber in der Spielphase zu keinem zählbaren Erfolg kommen, da die Besucher von einem außerordentlichen Glück begünstigt waren. Drei= oder viermal war die Torlatte der Retter in höchster Not, sogar ein Elfmeter geriet dem sonst so sicheren Zißtler daneben. Erst kurz vor dem Wechsel langte es zu einem Treffer. In der zweiten Hälfte wurde die Ueberlegenheit der Platzherren noch ersichtlicher Durch die Taktik ihrer Partner zermürbt, steckten die Werstener das Spiel mehr und mehr auf und gaben sich gegen Schluß vollkommen geschlagen. In TRU Düsseldorf gegen VV. Ts Lüttringhausen 3:0(1:0). Schon in der ersten Halbzeit stand das Glück den Gästen zur Seite. Lüttringhausen brauchte nur einen, von Frede erzielten, Treffer einzustecken. Nach der Pause war es dann zweimal der Halblinke der TRU, der die Lederkugel einsandte.— Einen noch höheren torwart, erhebliche Schußpech gelingen wollte. VfV. Hilden gegen SSV. Elberfeld 2:2(1:0). Die beiden Spitzenmannschaften lieferten sich von Beginn an ein recht flottes Spiel. Hilden gab in der ersten Halbzeit den Ton an und ging in der 10. Minute durch den Linksaußen in Führung. Nach der Pause kämpften die Elberfelder erbittert und erzielten in der 12. Minute den Ausgleich. Zwar schoß Severin einen Elfmeter zum 2:1 in die Maschen. Trotzdem verstanden es die Gäste noch einmal, das Ergebnis gleichzustellen. Allerdings konnte man über die Anerkennung des zweiten Tores verschiedener Ansicht sein. V. f. V. Velbert gegen Schwarz=Weiß Düsseldorf 3:1(9:1). In Velbert erzielte am Sildersonntag der V. f. B. seinen ersten Sieg— allerdings gegen einen schwachen Gegner— seit seinem Eintritt in die Bezirksklasse. Nachdem die Düsseldorfer vor der verhältnisse mäßig. S. S. Vg. Barmen gegen S. C. 07 Sonnborn 3:1(3:0). Dieses Ergebnis entspricht dem wirklichen Kräfteverhältnis beider Mannschaften. Die Barmer gingen durch den Halblinken Deichmann und Sturmführer Herken in Front. Erst nach Deichmann und Linken. Die ganze Barmer Mannschaft ließ nach Seitenwechsel bedenklich nach. Germania Elberfeld gegen V. f. B. Nemscheid 5:7(2:3). Mit insgesamt 12 Treffern das torreichste Spiel des Tages in Abteilung IV. Das Ergebnis ist ein neuer Beweis für die an u steigende Form der Remscheider Mannschaft, die ihren Sieg dem schnellen Sviel des Sturms zu verdanken hat. Bei den Germanen gefiel die Verteidigung. Die Bolinger k. Kreistasse in größer Hörm. Die„Vereinigten“, der„Club“, der„Ballspiel" und„Höhscheid“ siegen. O. F. C., Weyer und VfV. Wald gewinnen ebenfalls. Zur Lage. s chesisce lschaich Meste elis ien Rechaeis eie linker Mehl ins Schwarze— das war der Sieg! Krefelds Treffer entstand aus einem verwandelten Elfmeterball in der zweiten Minute der zweiten Halbzeit, den Bender durch Unfairneß verschuldet hatte. Fortunas Gesamtleistung war außerordentlich schwach. Breuer, Janes, Mehl und Pesch waren die Lichtblicke. Die Krefelder lieferten ihr bestes Spiel der diesjährigen Saison und hätten bei einigem Glück das bessere Ende auf ihrer Seite haben können. Benrath ist schwer zu schlagen! Duisburger FV. 08 gegen BfL. Benrath 2:4(0:2). Die wichtige Meisterschaftsbegegnung zwischen Duisburg 08 und Trotz der verhältnismäßig starken Kälte herrschte gestern auf den Sportplätzen des bergischen Landes, besonders aber im Solinger Gebiet ein Hochbetrieb, wie wir ihn bisher nur an wenigen Sonntagen erlebt haben. Die Kreisklassenvereine der Gruppe Solingen=Remscheid und Solingen=RheinWupperkreis waren fast ohne Ausnahme beschäftigt und die Zuschauermengen konnten sich bei fast allen Veranstaltungen sehen lassen. Größere Ueberraschungen gab es allerdings nicht. Dafür konnte man aber die erfreuliche Tatsache feststellen, daß die Soliuger Mannschaften auf der ganzen Linie erfolgreich abschnitten. Nach den mehrfachen„schwarzen Sonntagen“ in den letzten Monaten ist dies bemerkenswert. Sehr zu begrüßen ist aber weiter, daß sich seit Saisonbeginn im Oktober die Spielstärke in Solingen allgemein gehoben hat. Dies ist aus den Ergebnissen von gestern in beiden Gruppen deutlich ersichtlich. In der Gruppe Solingen=Nemscheid lieferten sich auf Schabergerstraße die beiden Solinger den Fersen ist ihnen aber immer noch, nach Verlustpunkten gerechnet, der Ohligser Fußballklub 06, der gestern Künversteg mit 2:1 zwar nur knapp besiegte, aber bessere Leistungen als die Gäste zeigte.— Eine Formverbesserung konnte man weiter beim BSV. Solingen 98 feststellen. Den 6:3=Sieg, den die 98er gestern vormittag am Walder Wasserturm über die spielstarken Haaner herausholten, hatten wohl nur wenige erwartet. Die Rot=Weißen kamen aber schnell in eine gute Form und gewannen recht sicher.— Zwei weitere Punkte holte sich der VfB. Wald, der in seinen ersten Spielen etwas vom Pech verfolgt war. Die Walder hatten zwar in Laugenfeld einen ziemlich zähen Gegner. Sie behielten aber letzten Endes mit 3:2 die Oberhand und haben ihr Punktekonto bereichert.— Dann zeigte noch der Spielverein Weyer eine bemerkenswerte Schußsicherheit. Er legte Leverkusen mit nicht weniger als 6:1 herein. Weyer war in guter Form, während die Gäste bei ihren früheren Spielen in der Solinger Kante schon besser gefallen haben. 822 VfL. Benrath hatte über 3000 Zuschauer anzulocken vermocht, die aber diesmal kei in Sieg der Einheimischen miterleben konnte stes Spiel, waren besonders im Rittelielde dem Georgeistern gen gt, einen interesanten Kamp).: PPar Zurch ihre Leitungen vist, wieder einmal sehr 8n 3= gcghr die B6l. dem Tore waren die Stürmer von allen Geistern Hegfaren chnischen Heisgten Nampl, den die—. gie 2 b#r. Die Ohligser scheinen die Absicht zu haven, der DüsselIn der Bezirksklasse machte sich der einzige Solinger Vertreter, BfR. Ohligs, der in der letzten Zeit einige schwache legen. aber vor verlassen. Benrath dagegen ritt eine äußerst schneidige Attacke, kam schon in der ersten Minute zum Führungstreffer, der der Mannschaft einen guten Rückhalt gab. Die Benrather Hintermannschaft hatte verschiedentlich bange Minuten zu überstehen. Als dann aber Rasselnberg im Anschluß an eine Ecke den Vorsprung auf 2:0 vergrößerte, sah es sehr bedenklich für die Hochfelder aus. Auch in der zweiten Halbzeit zeigte Duisburg 08 guten Fußball, holte aber viel zu spät die letzten Reserven heivor. Denn inzwischen hatte der gefährliche Benrather Sturm besseren technischen Veintungen in der zweiten Halbzeit mit 2:0 gewinnen konnten. Das Spiel war sehr fair und bot gute beiderseitige Verteidigerleistungen. Dagegen ließ die Durchschlagskraft der Stürmerreihen wieder einmal zu wünschen übrig. — Der Sportverein Höhscheid kam ebenfalls gestern in Schwung und besiegte Nemscheid O8 mit nicht weniger als 5:0. Remscheid war die weit schwächere Mannschaft. Höhscheid kann Denn inzwischen hatte der gefährliche Benrather Sturm die Punkte gut gebrauchen.— durch Hohmann und Leonhardt zwei weitere Tore mar=[VfL. Lennep konnte auch der BV. Nemscheid 1910 nicht kiert und war darauf bedacht, das Resultat zu holen. Erst im gefährden. Obwohl sich die Nemscheider sehr anstrengten, mußten Endspurt vermochten die Duisburger mit 10 Mann— der Mittel= sie am Ende doch dem Gegner mit 2:9 den Sieg überlassen. stürmer war verletzt ausgeschieden— durch ihren Linksaußen die Trefferspanne auf 2:4 zu verringern. 400 Zuschauer und ein Tor. Duisburg 99 gegen Rheydter SpV. 1:0(0:0). Zwei Meisterschaftsspiele in Duisburg zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten— das konnte nicht gut gehen und mußte sich auf einen Kampf ungünstig auswirken. Die Mehrzahl der Besucher war natürlich nach Hochfeld geeilt während auf dem Platz an der Wedau nur 400 Zuschauer dem Treffen Duisburg 99 gegen Rheydter Spielverein, das doch immerhin reizvoll genug war, beiwohnten. Auf dem hartgefrorenen Boden zeigten beide Mannschaften mäßige Leistungen. Der Platzverein hatte besonders vor der Pause viele gute Chancen. So ließ er z. B. einen Elfmeter unausgenutzt. Beide Hintermannschaften arbeiteten zuverlässig; bei Rheydt war der rechte Verteidiger der Turm in der„Schlacht“. Auch Graf im Tor war vorzüglich auf dem Posten, Lennep steht ohne Zweisel heute noch sehr günstig. In der zweiten Serie hat die Els aber eine Reihe von Spielen auf auswärtigen Plätzen, die das jetzige Bild noch erheblich ändern können.— Erwartungsgemäß endete das Treffen Wermelskirchen 89 gegen Nemscheid 97 mit 2:2 unentschieden. Die „Housberger“ lieserten ein bedeutend besseres Spiel als am Vorsonntag in Solingen und hätten sogar knapp gewinnen können. Das Tabellenbild hat in dieser Gruppe durch die sonntäglichen Spiele einige bemerkenswerte Aenderungen erfahren. In der Gruppe Soliugen=Rhein=Wupper=Kreis waren die Bemühungen des Opladener Ballspielvereins, dem jetzigen Tabellenersten, 1. Sp. Bg. SolingenGräfrath, gefährlich zu werden, erfolglos. Die Gräfrather gaben den Gästen aus der Kreisstadt mit 6:4 das Nachsehen und zwar verdient. Die„Vereinigten“ führen also weiter.— Auf dorfer Turn und den Elberfelder Spielsportlern die Spitze doch nicht so ohne Weiteres zu überlassen. Sie fertigten gestern Wersten, eine Elf, die allerdings nur auf dem eigenen Platz gefährlich ist, mit 7:1 ab und sind hierdurch wieder mit„in der Reihe“. 1. Kreisklasse, Wuppertal. Gruppe 1: S. C. Barmen gegen S. C. Cronenberg 2:0(1:0). S. S. V. Lüttringhausen=Grund gegeen Sportgemeinde Langerfeld 2:3(1:1). S. S. V. Hochbarmen gegen S. S. V. Sudberg 2:8(1:3). V. V. Cronenberg gegen V. f. L. 05 Wuppertal 1:1(0:1). S. C. Elberseld ös gegen Germania Küllenhahn 2:3(1:1). 1. Kreisklasse, Solingen=Remscheid. Sruppe 2: V. f. V. Langenfeld=Immigrath geg. V. f. B. Wald 2:3(1:1). T. u. S. V. Weyer gegen T. u. S. V. Leverkusen 6:1(2:9). F. C. Ohligs 06 gegen Jahn Küppersteg 2:1(1:1). 1. Sportvereinigung Solingen=Gräfrath gegen B. V. 91 Opladen 6:4(5:2). V. V. Solingen 98 gegen S. S. V. Haan 0S 6:3(4:2). V. s. V. Langenfeld=Immigrath gegen V. s. V. Wald 2:3(1:1). Einen zwar knappen, aber verdienten Erfolg brachten die Walder Die Tabellen: Ganklesse: wöhnt, vermochten sich die Leute von der Merscheiderstraße mit einen derartigen Ausgang genommen hat. Das erste Tor der dem harte. Boden in keiner Weise abzufinden. Zeitweise waren Wermelskirchener resultierte aus einem Selbsttor, dem dann der V*. it„ Geuten im Spi### d. dig Spieler ver= gute Hälblinke einen weiteren Treffer folgen ties. Noch vor der die Gastgeber nur mir neun Leuten im Spiel, da jedentlich durch Stürze Ve die Spielel verschiedentlich war aber der Küppersteger einen guten Eindruck; die Mannschaft aber zu weich. Den ersten Treffer erzielten die Gäste durch ein Selbsttor des linken Verteidigers der Gastgeber. die selbst kurz vor der Pause durch einen Elfmeterball zum billigen Ausgleich kamen. Nach der Pause gelang es dem Rechtsaußen Schlechter auf dessen gutes Spiel in der Hauptsache der Erfolg zurückzuführen ist. ein reguläres Tor anzubringen, und zwar von halblinks aus. Der Besuch war schwach, das Spiel wurde gut geleitet. 1. Sportvereinigung Solingen=Gräfrath gegen V. V. 91 Opladen 6:4(5:2). Durch einen überlegenen Sieg über den B. V. (5:2). Burch einen überlege Opladen sicherten sich die Vereinigten von der Rheinstraße auch weiterhin die Spitze. Der Erfolg der Solinger muß um so mehr anerkannt werden, als er ohne Hetzler errungen wurde. Man darf nicht vergessen, daß die Gastgeber im letzten Teil der zweiten Halbzeit verschiedentlich in der Abwehr schwache Momente hatten. Wenn es hier den Gästen nicht gelang, die Zahl der Gegentreffer höher zu schrauben, so lag das daran, daß sie in einer Form spielten, die recht enttäuschte. Allgemein betrachtet, hatte man sich von ihnen mehr versprochen. Nach dem Anspiel waren die Besucher diejenigen, die zuerst im Bilde waren und auch den ersten Treffer buchen. Dieser Erfolg war aber für die RotWeißen nur das Zeichen zu einem Generalangriff. Ein Elfmeter wurde zunächst verschossen. Dann war aber schnell der Ausgleich da, dem die Führung der Solinger folgte. In regelmäßigen Abständen erhöhten sie dann das Ergebnis= bis auf 5:1; bei diesem Stande kamen die Gäste zum ersten Gegentreffer, dem aber noch vor der Pause durch den Mittelstürmer, der bis dahin rechtsaußen gespielt hatte, ein weiterer Treffer folgte. In der zweiten Hälfte sand der Ball zum sechsten Male den Weg in das Netz der Opladener Von diesem Zeitpunkt an wurde aber, wie schon oben angedeutet, die Abwehr der Gräfrather recht unsicher, so daß die Gäste zeitweilig recht brenzlige Situationen vor dem Tor der Partner schufen. Es langte aber nur noch zu einem vierten Erfolg. B. V. Solingen 98 gegen S. S. V. Haan 06 6:3(4:2). Das Meisterschaftsspiel auf dem Sportplatz am Walder Wasserturm wurde bereits am Vormittag ausgetragen und endete wie vor zwei Jahren wiederum mit einem Erfolg der Solinger. Dieser Sieg ist um so höher anzurechnen, als die 98er gezwungen waren, den Kampf ohne Schmidt und Koch aufzunehmen. Die eingestellten Ersatzleute bewährten sich aber gut, sie brachten vor allem den nötigen Fleiß und Schußfreudigkeit mit. Gut war vor allem die Verteidigung der Gastgeber, aber auch die Läuferreihe bewährte sich gleich gut in der Abwehr wie im Aufbau. Von den Haanern hatte man sich eigentlich mehr versprochen. Der Verlauf des Spieles brachte die erschienenen Zuschauer gleich in Stimmung, denn schon bald nach dem Anspiel hieß es zunächst 1:0 für Haan, dann aber 1:1 und 2:1 für Solingen. Die beiden Treffer Gastgeber wurden nach jedesmaliger hübscher Kombination Pause kamen aber die Honsberger nach schöner Kambination zu einem Gegentreffer. Nach dem Wechsel drängten die Remscheider zeitweise recht stark. Ein Elfmeter wegen unfairen Spiels konnte von den Platzherren nicht verwandelt werden. Kurz darauf stellte aber der Halbrechte das Ergebnis auf 2:2. Trotz weiterer Ueberlegenheit der Platzherren, die im Gegensatz zum Vorsonntag, wo der Kampf mit zahlreichen Ersatzleuten bestritten werden mußte, wieder mit voller Mannschaft zur Stelle waren, vermochten diese aber an dem Ergebnis nichts mehr zu ändern. SC. 09 Nemscheid gegen Spog. Nadevormwald 1:2(1:1). Die Radevormwalder, deren Nemis am Vorsonntag aufhorchen ließ, konnten gestern gegen Remscheid 09 sogar zu einem Erfolg schreiten. Gegen die gleichen Remscheider, die gegen Höhscheid selbst einen Sieg erringen konnten. Die Tatsache, daß die Gastgeber den Kampf mit Ersatz für drei ihrer Besten, den Mittelläufer Rechtsaußen und Halbrechten bestreiten mußten, ist nur ein schwacher Trost. Die Einheit, die gestern zur Stelle war, machte den Kardinalfehler, daß sie sich das System des Gegners, das ihnen selbst nicht liegt, aufdrängen ließ. Urwüchsig, körperlich spielten die Radevormwalder ihr Pensum herunter und wurden insofern von Glück begünstigt, als ihre beiden Treffer aus je einem Elfmeterball resultierten. Das einzige Tor der Remscheider fiel durch einen Weitschuß des Mittelläufers. 2. Kreisklasse. Gruppe 1. BV. Burscheid gegen BV. Ohligs 4:4(3:3). VfB. Merscheid gegen SpV. Monheim 10 4:2(4:1) SC. 13 Hitdorf gegen BV. Wiesdorf 2:2(1:1). TuSV. Manfort gegen BC. Aufderhöhe 2:2(2:1). Pun je 24 I Tabe von W der Gastgeber wurben numge###emaliger hübscher durch den Halblinken und Mittelstürmer erzielt. Durch einen Bewegungsspieler aus dem Opladener Vorort Lange Hause. Trotzdem der Sieg der Walder mit 3:1 in Hälfte eine noch geglüc für gann für die Besucher recht vielversprechend, da sie bereits nach kurzer Spieldauer mit einem Tor in Führung gehen konnten. Weiterhin verlief aber das Spiel gleichwertig, da sich die Gäste das System des Gegners aufzwingen ließen, mit dem sie selbst nichts anzufangen wissen. Kurz vor dem Wechsel gelang es den Platzherren, gleichzuziehen. Nach der Pause wurde das Spiel von den Waldern zunächst überlegen durchgeführt. Sie kamen zier,„wie schon erwähnt, bis zum 3:1=Stand. Der Rest des Elfmeterball kamen die Gäste vorübergehend auf 2:2 heran, jedoch errang der Halbrechte der Rot=Weißen abermals die Führung, denen kurz vor der Pause durch einen Handelfmeterball das 4:2 folgte. Auch nach dem Wechsel hielt eine leichte Ueberlegenheit der Solinger an, die sich durch ihr technisch und taktisch reiferes Spiel immer wieder durchzusetzen wußten. Bald erhöhte der Linksaußen auf 5:2 und Heim als Mittelstürmer auf 6:2. Im Gefühl des sicheren Sieges ließen nunmehr die Gastgeber etwas nach: trotzdem gelang es aber den Haanern erst in allerletzter Minute, ihren dritten Treffer zu erzielen, den der Rechtsaußen buchte. Die Leitung war einwandfrei. Gruppe 2. Solinger FC. 95 gegen SV. Solingen 09 2:0(1:0). BfL. Lennev gegen BV. 10 Nemscheid 2:0(1:0). SV. Höhscheiv 21 tegen BE. 08 N.= Hadvenberg 570(2:0). SSV. 07 Remscheid gegen Sppg. 09 Wermelskirchen 2:2(1:2). SC. 09 Nemscheid gegen Sppg. Radevormwald 1:2(1:1). Solinger F. C. 95 gegen Sportverein Solingen 09 2:0(1:0). Diesem Treffen brachte man in Solingen natürlich ein starkes Interesse entgegen. War es doch das erste Mal, daß sich die Gegner im Punktetreffen gegenüberstanden. Das Spiel brachte den Beweis, daß beide Mannschaften den Nemscheider Vereinen der Spitzengruppe in ihren Leistungen nicht nachstehen. Dabei ist der faire Verlauf des Kampfes trotz des harten Bodens noch besonders zu erwähnen. Solingen 95 war in den Gesamtleistungen etwas besser. Dies kam besonders nach der Halbzeit zum Ausdruck. Vor allen Dingen hatten die 95er die stärkere Hintermannschaft. Immerhin war der Kampf aber im Felde ziemlich ausgeglichen und nicht einseitig.— In der ersten Halbzeit sah man ein durchweg verteiltes Treffen. Beide Stürmerreihen lagen häufig vor dem gegnerischen Kasten. Immer wieder erwiesen sich aber die Verteidigungen besser als die Angriffsreihen. Etwa 10 Minuten vor der Pause konnte Weller für den„Club“ den ersten Treffer erzielen. Bemühungen der Vockerter um den Ausgleich scheiterten am Schlußdreieck des Platzvereins. Mit 1:0 wechselte man die Seiten. Kurz nach Anspiel nutzte Rühl einen Fehler der Verteidigung von 09 aus und stellte das Ergebnis auf 2:0. Die 95er wurden nun sichtlich besser, spielten auch nett zusammen. Vor dem gegnerischen Tor war es aber mit der Kunst zu Ende. Solingen 09 arbeitete recht eifrig und gab den Kampf noch nicht verloren. Das durchbruchartige Spiel der flinken Flügel war ohne Zweisel mehrfach gefährlich, scheiterte aber letzten Endes immer an Nockemann und seinen Verteidigern Düster=Mannheim. Aber auch der Platzverein konnte die flotten Flügelvorstöße bis zum Schluß nicht mehr zahlenmäßig verwerten. Der Schiedsrichter des schönen Kampfes war sehr gut.(2) VfL. Lennev gegen BV. 10 Nemscheid 2:0(1:0). Den Leuten aus dem Stadion der Stadt Lennev blieb gestern wieder einmal W## gT######n der Erachni, Loscht wie schon erwähnt, bis zum 3:1=Stand. Der Rest kampfes verlief ziemlich gleichwertig und brachte den Langenfeleiteres To dern noch ein weiteres Tor. T. und S. V. Weyer gegen T. und S. V. Leverkusen 6:1(2:0). Aller guten Dinge sind drei, dachte der T. und S. V. Weyer und schickte die Gäste aus Leverkusen mit dem fast gleichen Ergebnis nach Hause, mit dem dieselben vor einigen Wochen in Ohligs auf dem Platz an der Merscheiderstraße siegreich blieben. Die Weyeraner selbst ließen sogar noch einen Treffer weniger zu. Der Gastgeber ist aber in jeder Weise verdient. Nicht daß Erfolg der Erfolg der Gastgeber ist aber in jeder Weise verdient. die Leverkusener schlecht spielten, im Gegenteil, sie führten genau den Kampf in der Form durch, in der bisher eine ganze Reihe Punkte gebucht werden konnten Weyer spielte sich aber nach der Pause in eine Form hinein, die von der Mannschaft schlechthin nicht mehr überboten werden kann. Besonders taten sich die Verteidigung und der Mittelläufer Bick hervor. Der Torreigen begann schon kurz nach dem Anspiel, als Richter zum ersten Mal erfolgreich war. Leverkusen mußte dann aber zunächst alle Angriffe unschädlich machen und erst kurz vor der Pause war der Einen ausgeglichenen Kampf, den das Resultat richtig wiedergibt, lieferten sich die beiden Namensvettern aus Burscheid und Ohligs. Trotzdem bedeutet das Unentschieden für die Gäste einen Erfolg, da auf dem Gelände in Burscheid nur schwer zu gewinnen ist. Die Angriffslinie der Merscheider Bewegungsspieler hatte gestern wieder einmal die Schußstiefel angezogen und konnte eine so gute Einheit wie die der Monheimer geschlagen nach Hause schicken. Fünf Minuten nach Beginn des Kampfes stand das Ergebnis vereits 2:0 und nach einer weiteren Viertelstunde hieß es 4•0. Dann erst tauten die Gäste auf und kamen vor und nach der Pause zu je einem Erfolg, der aber an der Niederlage nichts mehr ändern konnte.— Zwei gleichwertige Mannschaften standen sich in Hitdorf in dem SC 13 und BV. Wiesdorf gegenüber. Der Führung der Hitdorfer ließen die Gäste jedes Mal den Ausgleich folgen. Einen recht guten Eindruck hinterließ der BC. Aufderhöhe in Maufort, der hier das dritte Remis der Gruppe erzielte. Das Ergebnis wird aber dem Spielverlauf nicht ganz gerecht, da die Gäste aus Solingen einen knappen Sieg verdient gehabt hätte. Hier tat sich besonders der Mittelläufer und die gute linke Seite hervor. Ueberraschend konnten die Gastgeber mit zwei Toren in Führung gehen, die aber von Aufderhöhe bald aufgeholt waren. Zu weiteren Treffern langte es aber nicht mehr. Gruppe 2. BV. Solingen=Schlagbaum gegen SV. Dahlhausen 11:5(4:2). Tura Solingen 82 gegen Reichsbahn Nemscheid 11:1(5:0). Spfr. R.=Reinshagen gegen Raspo Hückeswagen 1:5(1:1). Trotz des haushohen Erfolges waren die Schlagbaumer gestern insofern von Pech verfolgt, als der angesetzte Unvarteiische es vorgezogen hatte, nicht zu erscheinen. Da ein anderer Schiedsrichter nicht zur Stelle war, einigte man sich auf ein Mitglied des Platzvereins, so daß es immerhin fraglich erscheint, ob der Kampf als Meisterschaftsspiel gewertet wird. Die Höhe des Ergebnisses spricht für sich selbst, und nur dem Leichtsinn der Schlagbaumer Hintermannschaft können es die ehemaligen Be# zirksklassigen verdanken, daß sie zu fünf Toren kamen. Nötig wäre das nicht gewesen.— Tura Solingen kanterte die Reichsbahnsportler ebenfalls mit einer Tordifferenz von zehn Treffern nieder. Auch hier ist über den Spielverlauf wenig zu sagen, der, was die Anzahl der gefallenen Tore anbetrifft, wohl die Zuschauer in Atem hielt, selbst aber recht einseitig verlief. Beim Stande von 10:0 fanden auch die Remscheider den Weg in das gegnerische Heiligtum.— DieSportfreunde aus Reinshagen mußten gestern abermals eine Niederlage einstecken. Raspo Hückeswagen, der Sieger, hatte sich auf dem Gelände schnell zurecht gefunden, zudem machte ihm der Boden recht wenig zu schaffen. War der Kampf vor der Pause noch ausgeglichen, so stand er in der zweiten Hälfte vollkommen im Zeichen der Besucher, die einen verdienten Sieg landeten. 3. Kreisklasse. " Gruppe 2. umgekehrt hätte Post Solingen gegen Solinger TV. 63 2:5(1:1). SV. Solingen=Kohlfurt gegen TV. Wald=Merscheid 13:1(4:1). TusV. Höhscheid 80 gegen Spir. Wald D3K. 6:2(3:2). BV. Landwehr gegen Solingen TB. 2:4(2:1). Sieger durch Kopfball des Halbrechten zum zweiten Mal erfolgreich. Die zweite Hälfte sah dann die Weyeraner ganz groß in Fahrt. In schneller Folge erhöhten Löcher auf 3•0 Brocks auf 4:0, der gleiche Spieler auf 5:0 nach einer wunderschönen Kombination und Eickhoff machte das halbe Dutzend voll. Erst bei diesem Stande kamen die Besucher durch ihren Halblinken zum Ehrentreffer. Das schöne und faire Spiel wurde von dem Unparteiischen einwandfrei geleitet. F. C. Ohligs 08 gegen Jahn Küppersteg 2:1(1:1). Der Sieg der Ohligser gegen Jahn Küppersteg fiel knapper aus als zu erwarten stand. Im allgemeinen an den weichen Rasenplatz gedas Glück treu, troßzdem oas Ergeonis reicht lauten können. Der Kampf der beiden Partner begann sehr flott und stand zunächst im Zeichen einer leichten Ueberlegenheit der Gastgeber, die aber von den zahlreichen Torchancen vor der Pause nur eine verwerten konnten. Hier war der Halbrechte der glückliche Schütze. In der zweiten Halbzeit waren die Remscheider zunächst bedeutend besser, wenigstens was das Sviel im Mittelfelde anbetraf. Vor dem Tor der Lennever machte sich aber die Unentschlossenheit der Stürmer stark bemerkbar, die vollkommen leer ausgingen. Der Schluß des Svieles stand dann wieder im Zeichen der Platzherren, deren Mittelstürmer durch Kovfball das zweite Tor erzielte. Unter der Leitung von Müschenich=Ohligs verlief der Kampf fair. SV. Höhscheid 21 gegen BV. 08 N.=Haddenbach 5:0(2:0). Der Erfolg der Höhscheider geht ausschließlich auf das Konto des Angriffes, der vor dem gegnerischen Tor weitaus produktiver spielte, als der Sturm der Remscheider, die im Felde garnicht übel waren und hier zeitweise ein gleichwertiges Sviel lieferten. Eine Umstellung im Angriff der Höhscheider machte sich aber vorteilhaft bemerkbar. Eigenartigerweise wurden alle Tore von den Flügelstürmern erzielt. Vor der Pause war der Rechtsaußen zunächst erfolgreich und nachdem Remscheid einige gute Gelegenheiten ausgelassen hatte, traf der gleiche Svieler abermals ins Schwarze. Nachdem dann die Platzherren nach dem Wechsel zunächst einen Elfmeter verschosten hatten, stellte der Linksaußen das Ergebnis auf 3:0, der Rechtsaußen sorgte für das 4:0. Bei einem Durchbruch des Letzteren rettete zunächst die Latte, der Ball kam aber zum Halblinken, der leicht einsenden konnte. Auch hier standen sich zwei ritterliche Gegner gegenüber, die dem Unvarteiischen das Amt leicht machten. SSV. 07 Nemscheid gegen Spvg. 09 Wermelokirchen 2:2(1:2). Wider Erwarten mußte sich Wermelskirchen in Honsberg svielend. mit einem 2:2 zufrieden geben. Zieht man ein Fazit des ganzen Svieles, so können die Gäste sogar noch froh sein, daß der Kampf! Bei den Postsportlern aus Solingen fehlt es noch immer an dem nötigen Stehvermögen. Das bewies auch gestern wieder ihr Sviel gegen den Solinger TV. 63. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, die unentschieden 1:1 verlief, gelang es den Stephansjüngern, nach der Pause mit 2:1 in Führung zu gehen. Dann aber fielen sie vollkommen ab und überließen dem Gegner das Feld, der zu einem leichten 5:2=Siege kommen konnte.— Der SV. Solingen Kohlfurt bewies wieder einmal, daß er auf seinem Platz in Schrodtberg recht zu Hause ist. Stand der Kampf schon vor der Pause meistens im Zeichen der Gastgeber, so war es in der zweiten Hälfte nur noch ein Katze= und Mausspiel. Im übrigen spricht das Ergebnis eine deutliche Sprache.— Die ehemaligen Mangenberger feierten gestern einen schönen Erfolg über die Sportfreunde aus Wald. Schon kurz nach Beginn lagen die Gastgeber mit 3:0 in Führung. Trotz aller Anstrengungen der Walder gelang es diesen aber nicht, mehr als auf 3:2 heranzukommen. Die zweite Hälfte stand ganz im Zeichen der Höhscheider, die nach Belieben 6:2 erfolgreich waren.— Einen unerwarteten Ausgang nahm das Treffen in Landwehr, das von den Platzherren vor der Pause 2:1 gestaltet werden konnte. Die Frische, mit der die Solinger Turner aber den Kampf nach der Pause wieder aufnahmen und die ihnen auch bald das Remis einbrachten, machte die Leute aus Landwehr kopflos, so daß die Gäste auch hier zu einem schönen Erfolg kommen konnten, der aber nach dem Gesamtspielverlauf durchaus verdient ist. Nebel über dem Inselreich. Tottenham und Aston Villa wiederum geschlagen! in Die Fußball=Verbandsspiele hatten an diesem Samstag England und Schottland stark unter dem für das Inselreich tupischen Nebel zu leiden. Während aber in England nur eine Begegnung vorzeitig abgebrochen wurde, gab es in Schottland bei den meisten Begegnungen ein vorzeitiges Ende, wenn sie nicht überhaupt abgesagt wurden. Durch die neuerliche Niederlage von Tottenham— Sheffield Wednesday siegte zu Hause 2:1— wurde jetzt Derby Connty. das gegen Sheffield einen beachtlichen 5:1=Sieg errang, der schärfste Rivale des Tabellenführers Arsenal, der zu Hause gegen die fast aussichtslos am Tabellenende liegende Chelsea nur kna#### 211 erfolgreich blieb. geworden. Zu erwähnen wäre noch dus 2:2 von Blackburn Rovers über Huddersfield Town. sowie der 2:1=Sieg für West Bromwich Albion über Aston Villa. wodurch die Villa jetzt sogar in Abstieggefahr geraten ist.— Die Spitze sieht wie foigt aus: Arsenal 27:11=Punkte, Derby Countv 25111 2 inne athle einer alte leistu über A 05 aner Reh Der mes Aure Zehn in 9 bewe von 9 Zeit: hätte dern mit Sien in d sollte gege Vors 3 auf schtoe Soni rend beteil Mon verbe der der Laufe die h dener Enge Meis morg Soli: nach enüge 126 C Spor Döre Erri# der 5451 Bei der Bere Die ausn Gau 2. leser Mai dam der und den Aus und klär Ein gan los Ecke Mesich Spe festl stän imn glei dor hatt ihr heln Oel anst soll! und arb 1os an, sie Ma ein Ges Ein 130 mir Pol * or der in der sor der ion zu cheider konnte darauf eiterer onntag, werden 00 ). 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Eine sensationelle Meldung des„L'Auto“. Die ganze deutsche Sportwelt wird sicherlich noch in bester Erinnerung haben, wie Haus Sievert bei den norddeutschen Leichtathletik=Meisterschaften in Hamburg mit 8487,62 Punkten einen neuen Weltrekord im Zehnkampf aufstellte. Die alte von dem Amerikaner James Bausch aufgestellte Weltbestleistung von 8462,235 Punkten wurde damit um 5,385 Punkte überboten. Nuu soll nach einer neuerlichen Meldung der bekaunten frauzösischen Sportzeitung„L'Auto“ die Spitzenleistung des tüchtigen Norddeutschen von dem Delegierten der JAAF., Stankowitz, nicht anerkannt worden sein, da dieser bei genauer Prüfung einen Fehler in der Punktewertung entdeckt haben will. Der Hochsprung Sievert's wurde mit 1,825 Meter bemessen und mit 853 Punkten in Anrechnung gebracht. Diese Aurechnung stimmt aufs Haar genau, wenn man, wie es die Zehnkampfregeln vorschreiben, für jeden Zentimeter 14 Punkte in Anrechnung bringt und auch noch den Zentimeter=Bruchteil bewertet. Es wurde nämlich von den Punktrichtern eine Höhe von 1,83 Meter in Anrechnung gebracht. Hier liegt nach Ansicht des Korespondenten der angeführten zeitung der Fehler der Berechnung. Die genaue Sprunghöhe hätte seiner Erachtens nicht auf 1,83 Meter erhöht, sondern auf 1,82 Meter erniedrigt werden müssen. Damit kämen also für die Gesamtwertung 7 Punkte in Abzug u d Sievert's Weltrekord wäre illusorisch.— Die letzte Entscheideg in dieser Angelegenheit ist noch nicht gefallen— Haus Sievert sollte aber formgemäß in der nächsten Saison in der Lage sein, gegenüber der Leistung des Amerikaners Bausch einen klaren Vorsprung herauszuholen, der keine Deutelei zuläßt. Der Ohligser Waldlauf abgesagt. Zum zweiten Male wurde der Waldlauf in Ohligs abgesagt und auf einen späteren Termin verschoben. Hauptgrund hierfür war die schwache Beteiligung seitens der Fußballvereine. Da am gestrigen Sonntag nur für die Handballmannschaften Spielverbot bestand, während die Fußballvereine Meisterschaftsspiele hatten, ist deren Nichtbeteiligung zu verstehen. Da nun ab Januar jeder 3. Sonntag im Monat für Fußball und Handball als Wehrsportsonntag gilt und Spielverbot besteht, findet der Lauf voraussichtlich im Januar statt.— Trotz der Absage hatten sich eine Anzahl Läufer eingefunden. U. a. auch der Solinger F. C. 95 mit 11 Mann. Alle bedauerten den Ausfall des Laufes, entschädigten sich aber mit einem Geländemarsch, der sie durch die herrliche Winterlandschaft der bergischen Heimat führte. Die 95er, denen sich andere Solinger Sportler anschlossen, marschierten über Engelsbergerhof. Schwanenmühle, Haus Graben, Landwehr. Wipperaue, Meiswinkel. Widdert nach Hause. Allen wird dieser herrliche Wintermorgen ein bleibendes Gedenken sein.— Vielleicht bemüht sich ein Solinger Verein, diesen Geländelauf, der monatlich stattfinden soll, nach Solingen zu bekommen, denn viele Alt=Solinger Mannschaften mögen die Fahrtkosten gescheut haben. 12698 Mannschaften bei den Handballmeisterschaften in Deutschland. Oft konnte man über die Handballmannschaften, die zur Deutschen Sportbehörde und zur Deutschen Turnerschaft gehörten, Zahlen nennen hören, die nicht den Tatsachen entsprechen konnten. Erst nach der Errichtung der gemeinsamen Spielreihen ist es möglich, die Zahlen der beteiligten Mannschaften zu erfassen. Die Feststellungen ergeben 5451 Mannschaften der D. S. B. und 7247 Mannschaften der D. T. Bei diesen Zahlen ist zu berücksichtigen, daß die sämtlichen Mannschaften der Deutschen Jugendkraft, durch die nunmehrige Zugehörigkeit dieser Vereine zur D. S. B., als D. S. B.=Mannschaften gelten, während die Manitschafteit des Allgemeinen Deutschen Durnerbundes sich fast ausnahmslos der D. T. angeschlossen haben. In den westdeutschen Gauen zeigt sich z. B. folgendes Bild Gau 9, Westfalen: D. S. B.: 547 Männermannschaften, 42 Frauenmannschaften, 194 Jugendmannschaften; zusammen 783 Mannschaften. Aebericgener dieg der Bolinger Ninger. Mit einem aus Lennep zurück. Acht(23:15) Punkte betrug nach dem letzten Kampfe. Bevor wir auf dieses Zusammentreffen näher eingehen, wollen wir die beispiellose Reihe von Erfolgen, die von Schwerathleten seit ihrem Eintritt in den alten FC. 95 errungen wurden und nicht zuletzt ein Verdienst ihres Leiters Alex vom Stein sind, beleuchten und gleichzeitig eine kurze Betrachtung über den Ringkampfsport im allgemeinen, seinen Zweck und seine Ziele, anfügen. Angefangen mit ihrem ersten öffentlichen Auftreten unter neuer Regie, welches in Lüdenscheid vor sich ging und ihnen eine knappe Niederlage einbrachte, war hier doch ersichtlich, daß ein guter Kern in der Mannschaft steckt. Eine gründliche Revanche übten die Hiesigen beim Rückkampf in der Stadthalle, welcher gelegentlich ihres Solinger„Debuts“ veranstaltet wurde. Sie gestalteten ihn zu einem Erfolge auf der ganzen Linie. Trat an diesem Abend alles auf. was die Schwerathletik zu bieten imstande ist (Gewichtheben, Jin=Jitsu, Ringen, Boxen), so sah die nächste Veranstaltung nur Ringkampf vor. Gegner war der BfL. 1912 Nemscheid. Sieger wurde nach guten technischen Leistungen der SFC. 95. War dieser Klubkampf schon gut besucht, so ging die nächste Veranstaltung, und zwar ein Boxkampfabend gegen Olympin Vohwinkel im Saale Knecht in Brühl, vor überfülltem Hause vor sich. Bei dieser Gelegenheit konnten wir die Feststellung machen, daß die 95er auch eine gute Boxstaffel in den Ring stellen, die ihrem Gegner in verschiedenen Klassen glatt überlegen war und einen eindrucksvollen Gesamtsieg erzielte, der den Leuten vom„Club“ manchen Anhänger warb. Nach einer Pause von mehreren Wochen traten dann die Ringer auf heimatlicher Matte gegen eine sehr starke Vereinigung aus WuppertalBarmen an. Der gegen diese Mannschaft erzielte Klubkampfsieg ließ die Kraftsportvereine der Nachbarstädte aufhorchen. Eine Reihe von Einladungen war die Folge war die Folge. So wurde als erster Kampf das Revanchetreffen gegen den BfL. 1912 Remscheid ausgetragen, welches den 95ern einen weiteren Erfolg bescherte. Zum guten Schluß kam dann das letztsonntägliche Treffen in Lennep gegen den Turn= und Stemmklub zustande. Noch einmal gaben die SFCer alles aus sich heraus und gewannen in eindrucksvoller Weise, hiermit ihre diesjährige Saison beschließend.— Der Ringkampf als solcher, wie er in den heute betrieben wird, dient in der FC 95 gegen SuSK Lennep 23:15. bestehenden Athletiksportverein Hauptsache der Körperpflege durch gymnastische Uebungen; weiter der Erhärtung und Erstarkung der Jugend. Dann pflegt er als obersten Grundsatz die ehrliche und faire Kampfweise, bei der durch die Ringkampfordnung alles Rohe ausgeschaltet wird. —. Die steigenden Besucherziffern der Veranstaltungen des SFC. 95 zeigen, daß das Interesse an dieser Sportart wieder wach geworden ist und man mit der heute üblichen Kampfweise den rechten Weg beschritten hat. Hoffen wir, daß der Auftrieb, den die Schwerathletik im hiesigen Bezirk nicht zuletzt durch das Abschneiden der 95er erhielt, weiter anhält. In diesem einem„Kraft Heil" und des Lenneper Klubkampt=: zur Kenntnis: Bantamgewicht: Treml(S) gegen Jansen(L): 1. Gang: Sieger Treml nach drei Minuter durch Eindrücken der Brücke. Sieger Steinberg in fünf Minuten durch Halbnelson.— 2. Gang: Sieger Steinberg in sechs Minuten durch Hammerlock. Leichtgewicht: Börner(S) gegen Splitt(L): 1. Gang: Sieger Börner durch Konter mit Ueberwurf in zwei Minuten. — 2. Gang: Sieger Splitt durch Selbstwurf Börners nach drei Minuten. Weltergewicht: Wagner(S) gegen Schuf(L): 1. und 2. Gang Sieger Wagner in sechs bzw. sieben Minuten durch Ausheber. Mittelgewicht: Loos(S) gegen Kotter(L): 1. Gang: Sieger Kotter durch Selbstwurf Loos'.— 2. Gang: Sieger Kotter durch Schleuder nach vier Minuten. Halbschwergewicht: Güsgen(S) gegen Tegasse(2): 1. Gang: Güsgen hoher Punktsieger.— 2. Gang: Sieger Tegasse durch Unvorsichtigkeit Güsgens. Schwergewicht: Winkler(S) gegen Schumacher(L): Im Schwergewicht stellte Lennep den Remscheider Schumacher. Dieser siegte gegen den erstmalig kämpfenden Solinger nach harter Gegenwehr in vier bzw. fünf Minuten. Die Kämpfe fanden vor gut besuchtem Hause statt und boten beiderseitig gute technische Leistungen, was von den Zuschauern durch reichlichen Beifall anerkannt wurde. swkD. T.: 782 Männermannschaften, 10 Frauenmannschaften, 133 Jugendmannschaften: zusammen 925 Mannschaften. Gau 10, Niederrhein: D. E. B.: 631 Männermannschaften, 49 Frauenmannschaften, 180 Jugendmannschaften; zusammen 860 Mannschaften. D. T.: 523 Männermannschaften, 24 Frauenmannschaften, 84 Jugendmannschaften: zusammen 631 Mannschaften. Gau 11, Mittelrhein: D. E. B.: 171 Männermannschaften, 26 Frauenmannnschaften, 43 Jugendmannschaften; zusammen 240 Mannschaften. D. T.: 261 Männermannschaften, 15 Frauenmannschaften, 36 Jugendmannschaften; zusammen 312 Mannschaften. Gau 12, Nordhessen: D. E. B.: 70 Männermannschaften, 13 Frauenmannschaften, 22 Jugendmannschaften; zusammen 105 Mannschaften. D. T.: 248 Männermannschaften, 14 Frauenmannschaften, 33 Jugendmannschaften; zusammen 290 Mannschaften. In den vier westdeutschen Gauen spielen also in den diesjährigen Meisterschaftsspielen 1988 D. S. B.= und 2158 D. T.=Mannschaften; zusammen 4146 Mannschaften, also nahezu ein Drittel aller deutschen Handballmannschaften. Voxsport. Zwischenrunde um die Bezirksmeisterschaft in Barmen. Zu den Ausscheidungskämpfen der Boxer um die Bezirksmeisterschaft in Barmen entsandte der Solinger FC. 95 den Weltergewichtler Weber, welcher gegen Schröpf von der 1. Sp.=Vg. Solingen=Gräfrath anzutreten hatte. Schröpf errang Der Genllll a Roman von E. Marquardsen=Kamphövener. 12) „Wollen Sie es mir vorlesen, bitte?“ Das war immer die schwache Stelle, das eigene Stenogramm lesen zu können, aber es bedeutete einen Spezialehrgeiz von Marieliese, und so verlief auch dieses zufriedenstellend. Als sie damit fertig waren, ließ sich die Stimme von Rey vernehmen, der die Ankunft eines Menschen verbellte. Sie gingen hinaus und trafen den Agenten und den Mechaniker. Außerdem standen dort noch drei Herren von sehr ernstem und sehr feierlichem Aussehen. Der Agent sprang in den Wagen und sagte halblaut: „Herr Mac Intyre, der Polizeichef und der Bahnvorstand und der Bahnoberarzt wünschten mitzukommen, um zur Aufklärung des Falles beizutragen.“ Mac Intyre schob Rey zur Seite, der zähnefletschend den Eingang verteidigte, und sprang hinaus. „Wie freundlich, meine Herren: bitte, treten Sie ein.“ Und dann begann erneut eine sehr ernsthafte Prüfung der ganzen Sachlage, und der Bahnarzt ließ sämtliche Ventilatoren losschrauben und kroch dann mit dem Polizeichef in allen Ecken herum, während der Bahnvorstand mit einem weiteren Mechaniker alle Zubehöre des Wagens prüfte. Danach begaben sich alle drei Herren mit dem Agenten und Mac Intyre in den Speiseraum, der der größte Raum des Wagens war. Die festlich mit Orchideen geschmückte Tafel wirkte unter diesen Umständen sehr seltsam. Es begann inzwischen bereits zu dunkeln. Die Herren sahen immer noch sehr ernst aus, und der Polizeichef wandte sich sogleich nach seinem Eintritt an Marieliese, die. Rey neben sich, dort wartend gestanden hatte und ihrer Entlassung harrte. Sie hatte sich in der Zwischenzeit schon zum Fortgehen fertiggemacht, ihr Köfferchen geschlossen und den dunklen Hut über den Goldhelm gestülpt. Gesammelt und ernst stand sie dort, hoffend, der Oelkönig werde sein Versprechen wahr machen und sie wirklich anstellen, wenn sie auch nicht wußte, wie das zustande kommen sollte. Der Polizeichef trat auf sie zu und fragte streng: „Fräulein Stein, Sie sind als Blumenmädchen hergekommen und haben den Mann gesprochen, der gesucht wird? Ein Bahnarbeiter sah Sie...“ „Ja. Ich brachte diese Blumen.“ „Aber. Sie sind Bankbeamtin?“ „Gewiß. Ich war es.“ „Ich weiß. Bei Martens, Seelig& Co., wo Sie heute fristlos entlassen wurden. Warum?“ Marieliese antwortete nicht. Sie sah den Mann so erstaunt an, so erschreckt, weil sie plötzlich merkte, daß irgend etwas gegen sie im Werke sei, Himmel... verdächtigte man etwa sie...? „Außerdem heißen Sie gar nicht Fräulein Stein, sondern Maria Elisabeth Bsenstein=Wendenburg. Warum tragen Sie einen anderen Namen?“ Schreckgeweitete Augen starrten nun den Polizeichef an; ihr Gesicht war bleich, und ihre Lippen preßten sich fest zusammen. Ein suchender Blick ringsum... „Bitte, meine Herren“, sagte hier eine Stimme, die gewohnt war, daß sie gehört wurde.„Bitte, meine Herren, hier scheint mir ein kleines Mißverständnis vorzuliegen, und Sie, Herr Die drei Herren wandten sich Mac Intrre zu, der lachend sortfuhr: g..91.41 9, S.4, Brhatt uch e. „Das ist ein guter Witz, wirklich! Die Sache verhält sich so, daß Fräulein Stein aus Gefälligkeit diese Blumen heute mitbrachte und der Page von Martens, Seelig& Co. ihr den Koffer trug. Sie wurde dort nicht entlassen, sondern verließ ihre Stellung, um bei mir einzutreten. Wir haben schriftlich vereinbart, daß sie mich heute von hier aus begleiten solle. Den Namen änderte sie, weil sie als Prinzessin Bsenstein keine Stellung annehmen konnte, und sie mußte arbeiten, weil sie und ihre Mutter arm sind. Wünschen die Herren sonst noch Auskünfte?“ Marieliese sah mit großen, staunenden Augen auf den Mann. der für sie eintrat. Sah mit ungläubigen Augen auf das Wunder, das sich vor ihr begab. Ein Mann half ihr! Trat für sie ein, verteidigte sie. Gütiger Gott, wie herrlich, wie ganz herrlich! Aber Haltung, mein Kind, sagte sie sich wieder, daß du nicht vor Freude losheulst. Haltung! Ausdruck und Benehmen der drei Herren hatten sich vollkommen geändert. Sie sahen geschmeidig und freundlich aus, um nicht zu sagen jovial, und der Polizeichef sagte:„Aber, das genügt vollkommen, Herr Mac Intyre! Ich darf also annehmen, daß Sie für diese junge Dame bürgen?" „Ja. Ich bürge für sie. Sie kommt mit mir und ist bei mir zu erreichen. Ihre Mutter, die Herzogin, wird doch nicht belästigt werden? Ich möchte um besonderen Schutz für sie bitten!“ „Die Schweiz ist stolz darauf, den Vertriebenen Schutz gewähren zu dürfen. Herr Mac Intyre; nur darf eben nichts „Ich verstehe Sie vollkommen. Aber es ist wirklich nichts da, und die Herren können ganz beruhigt sein; übrigens wird die Herzogin nachkommen. sowie ich mein Haus in London beziehe. Sonst noch etwas?“ Marieliese hörte die weiteren Fragen und Antworten nicht mehr, die sich hauptsächlich mit dem verschwundenen Sekretär beschäftigten. In ihr brauste und arbeitete es, und sie vernahm immer wieder die Worte, die besagten, die Herzogin werde nachkommen, und daß er für sie, Marieliese, bürge. Er bürgte für sie! Glaubte ihr so ganz. Herrlich war das. Wundervoll. So etwas gab es also auch, und dann hieß es noch, das Leben sei schwer! Eine feuchte Schnauze an ihrer Hand ließ sie hinunterseben. „Rey, du feiner Kerl! Ebenso feiner Kerl wie dein Herr... ebenso!“ Da auf dem Boden neben seinem Hunde bockend fand Mac Intyre sie, als er die drei bohen Beamten hinauskomplimentiert hatte. Er blieb stehen und betrachtete sie; dieses Mädel, diesen anständigen Menschen! Wie gut, daß er hatte helfen können. Nie hätte er es ertragen, wenn man sie mitgenommen hätte. Und endlich, endlich, nach langen, endlos langen Jahren war es ihm möglich gewesen, vlötzlich einem Menschen ohne Bedenken Vertrauen geben zu können. Ein leises Jaulen des Hundes ließ Marieliese aufschauen. „Ich danke Ihnen auch“. sagte Mac Intyre sehr ernst; aber Polizeichef, scheinen sogar meine Privatsekretärin zu verdächtigen.“ sie verstand nicht, was er meinte, konnte es nicht verstehen. Nur einen knappen Punktsieg. Ueber den Verlauf der Ausscheidungskämpfe wird unsen E.=B.=Berichterstatter ein ausführliches Spiegelbild in der morgigen Ausgabe geben. JwlPierre Charles schlägt von Porath k. o. In Brüssel fand am Samstag ein Vox=Großkampftag statt, in dessen Mittelpunkt die Begegnung der Schwergewichtler Pierre Charles und Otto von Porath stand. Der Norweger, der als einer der ersten Anwärter auf den Europatitel gibt, den Carnera nach seinem Siege über Paolino zugesprochen erhielt, galt als hoher Favorit. Zur allgemeinen Ueberraschung übernahm der Belgier, der sich in sehr guter Form befand, sofort die Initiative, wobei er sich auch geschickt auf den gefährlichen Rechten seines Gegners einstellte. Schon in der ersten Runde bot sich Charles eine große Chauce, als er bei schlechter Deckung seines Gegners den Norweger mit einem schweren Geraden genau am Kinn traf. Der Norwegee sackte zu Boden, kam bei 5 zwar wieder hoch, war aber sichtlich groggy und konnte sich auch in der Pause zur zweiten Runde kaum erholen. In der zweiten Runde mußte dann von Porath auf einen weiteren Geraden hin erneut zu Boden, wo er ausgezählt wurde. Pierre Charles wurde in der zweiten Runde##. o.=Sieger. Der belgische Weltergewichtsmeister Anneet kam gegen den Italiener Bonetti nach zehn Runden zu einem sicheren Punktsieg, ebenso der Schwergewichtler Limousin gegen den Kubaner Kidla Noe. spürte sie, jetzt dürfe sie nicht weiter darüber reden. Sie sahen sich erst ein Weilchen an, dann fragte sie! „Und haben Sie wirklich alles ernst gemeint? Soll ich mit Ihnen kommen? Jetzt gleich? Und meine Mutter?" Merkwürdiges Mädchen! Jetzt fragte sie wieder nur nach ihrer Mutter und nicht nach dem eventuellen Gehalt. Er konnte offenbar noch viel von ihr lernen, dachte er. „Gewiß habe ich alles ernst gemeint. Ihrer Mutter werden Sie einen Brief schreiben und Ihrer... wie heißt sie...?“ „Krullchen!“ „Ja, Krullchen, auch. Sie werden der Mutter sagen, was Sie wollen und der Krullchen die Wahrheit, ja? Gut. Und man soll Ihnen keine Sachen schicken, das kann man alles morgen in Paris besorgen. Ich habe in London ein Haus, dort wird Ihre Mutter mich mit einem Besuch beehren, hoffe ich. Und dann findet sich alles. Der Agent kommt wieder und nimmt die Briefe dann mit und auch das Geld für die Blumenleute. Und inzwischen beginnt, glaube ich, der Junge aufzuwachen. Der Bahnarzt sagte, man soll ihm dann gleich Milch geben. Die bolt der Mechaniker eben. Wollen Sie sich um ihn bekümmern?" Marieliese riß den Hut vom Kopf und ging geschäftig davon. Wirklich regte sich Albert unruhig, und als sie eben an sein Bett herantrat, öffnete er die Augen und murmelte:„Och, Fräulein Stein, mir ist ja so schlecht!“ Von da an bis zu dem Augenblick, wo die sehr erregten beiden Diener anlangten, war für Marieliese alles Geschäftigkeit. Erst Albert versorgen; dazwischen Briefe schreiben; wieder Albert; dann mit dem Mechaniker den Sender prüfen, vielmehr rufen auf seinen Wunsch, die Codechiffre sich von Mac Intyre nennen zu lassen, wieder Albert, und den feinen Kammerdiener Fielding beruhigen, weil Albert so schlecht war und so viel Arbeit machte. Und endlich Ruhe. Endlich lag Albert in tiefem Schlaf nach einem Beruhigungsmittel. Dann wurde alles gesäubert und geordnet, die Briefe erledigt, und dann war sie in der kleinen Arbeitskoje am Sender, neben sich die ruhige starke Stimme: „Fragen Sie, ob... sagen Sie, daß... erfahren Sie, wie.. Arbeit... Arbeit... und unter sich das Rattern der Räder, in ein neues Leben, in ein großes Abenteuer, in ein fremdes, herrliches Erleben, neben sich die große Kraft, die starke Ruhe eines Gewaltigen der Welt, des Oelkönigs Mac Intyre Sechstes Kavitel. „Es war bisher eine gute Stelle“, sagte der Kammerdiener Fielding zu dem Koch, während er vor dem Servieren des Soupers die silbernen Schüsseln volierte,„aber wenn das nun so weitergeben soll mit dem kranken Straßenjungen und den plötzlichen Privatsekretärinnen, dann werde ich mir einen anderen Posten suchen!“ Simon rührte in seiner Sauce, kostete nachdenklich und schüttelte dann den Koof. Aber das galt nicht der Sauce, sondern dem Kammerdiener. „Sie sind so merkwürdig schwer von Begriff, Sie Engländer“, sagte er dann und begann den elektrischen Rost in Bewegung zu setzen.„Ich muß sagen, daß ich erst in dieser Stellung Möglichkeiten sehe. Bisher war es eine gutbezahlte Stellung, ob, sehr gut bezahl:; aber langweilig. Wie soll ich sagen... es fehlte das gewisse Etwas... das menschliche Interesse... die große Möglichkeit, wenn Sie mich versteben, Monsieur Fielding!“ Fielding sab den kleinen lebhaften Südfranzosen mit unendlicher Verachtung an und betrachtete dann wieder die Sauciere, die nicht genügend glänzte. (Fortsetzung folgt.) 90 Montag, 18. Dezember 1933 zum Solinger Tageblatt Nr. 295— 125. Jahrgang Der gelienmnisvene Grieche. Vom Fremdenführer zum Rüstungsmagnaten— Politik und Geschäft— Ist das Spiel aus? „Der jetzt 83jährige Sir Basil Zaharoff ist in Monte Corlo schwer erkrankt. An seinem Aufkommen wird gezweifelt.“ Vier kurze Zeilen in dieser oder jener Zeitung, über die man mit schnellem Blick hinwegliest. Wem ist schon dieser fremdländische Name ein Begriff, wer verbindet mit ihm irgend eine Vorstellung? Nur wenige werden stutzen, überlegen und sich erinnern, daß dieser Mann einer der genialsten Geschäftemacher im Europa der letzten 50 Jahre— vielleicht der erfolgreichste — ist, mit einer phantastischen Laufbahn vom Fremdenführer zum ersten Rüstungsindustriellen der alten Welt. Sir Basil Zaharoff hat es mit wachsendem Erfolg vorzüglich verstanden, ein schwer durchdringliches Dunkel um sich zu breiten, immer im Hintergrund: zu bleiben, unsichtbar für die breite Oeffentlichkeit seine Pläne vorzubereiten und durchzuführen. Vor allem hat Basil Zaharoff mit Beharrlichkeit über seine Kindheit und erste Jugend geschwiegen. Durch einen Zufall ist man erst nach Jahrzehnten dahinter gekommen, daß er in dem kleinen anatolischen Landstädtchen Mughla als Sohn kleiner Leute geboren wurde, im Jahre 1849. Die russische Form Zaharoff des ursprünglich rein griechischen Namens Zacharias stammt aus einer Emigrationszeit in Odessa, wohin die Eltern des kleinen Basileios geflüchtet waren. Aufgewachsen ist Basil Zaharoff, der einzige Sohn unter vier Gescheistern, im alten Griechenviertel zu Konstantinovel, Tatavla. Er versucht auf verschiedene Art Geld zu machen. Aus dem Fremdenführer am Bosvorus wird ein kleiner Geldwechsler später nimmt ihn ein Onkel in ein kleines Textiliengeschäft auf. Es folgen nicht ganz aufgeklärte Geldaffären, ein Prozeß gegen den Onkel in London, wohin Basil Zabaroff gefahren ist, um„die große Welt des Westens" zu erobern, Rückkehr, freilich nach Athen, nachdem der erste Ansturm auf jene große Welt mißglückt ist. Noch müssen Freunde hin und wieder mit der Mietezahlung einspringen, aber schon hat der hochgewachsene, blonde, klug aussehende junge Grieche Zutritt zur Gesellschaft von Athen, schon hat man seine rührige, energische Art beachtet. Da tritt mit einem Schlag im Jahre 1877, also in seinem 28. Lebensjahr, die große Wendung seines Lebens ein: Ein bereits einflußreicher Bekannter namens Skuludis der später griechischer Ministerpräsident wird, vermittelt ihm die Vertretung der englischen Rüstungsfirma Nordenfeldt für den ganzen Balkan. Zaharoff hat in dieser Branche noch niemals gearbeitet, das sicht ihn aber auch nicht einen Augenblick an, mit Begeisterung anzunehmen. Er beginnt mit 5 Pfund Sterlin die Woche— ein Fixum, das seinen Bekannten in Athen ein recht schönes Stück belo zu sein scheint. Mit unheimlicher Schnelligkeit knüpft er, gestützt auf den großen Namen der englischen Firma und auf seine versönlichen Talente, Verbindungen auf dem ganzen Balkan an, seiner eigenen, der griechischen Regierung verkauft er kurz darauf das erste brauchbare U=Boot. Es ist damals wieder einmal sehr unruhig im Südosten Europas und es wird in den kommenden Jahrzehnten immer unruhig bleiben. Die Konjunktur für die Rüstungsindustrie bleibt fortgesetzt günstig, in weniger aufregenden, aber ständig aufwärts führenden Etappen ##eht der Weg Basil Zaharoffs. Mit gefährlichen Konkurrenzen wird gemeinsame Sache gemacht, in Abständen von einigen Jahren wiederholt sich der ohne irgendwelche Bedenken vollzogene Uebertritt zum neuen, stärkeren Partner, bis Zaharoff im Jahre 1897, schon bekannt als einer der gewiegtesten und erfolgreichsten Agenten der Rüstungsindustrie, zur englischen Weltfirma Vickers kommt. Hier bleibt er, dieses Riesenhaus wird seine Basis, auf der er alle seine ehrgeizigen Pläne aufbauen kann. Seine Geschäfte sind Millionengeschäfte, seine Provisionen, wenn man so sagen will, machen Zehn= und Hunderttausende aus, seine Beteiligungen wachsen unerhört, schon Ende des Jahrhunderts ist er ein schwerreicher Mann, der überall zu Hause ist, in Paris, Petersburg, Madrid, auf dem Balkan, in Mitteleurova. Immer stärker nehmen aber seine Pläne politische Färbung an. Er unterhält beste Beziehungen zu den Kriegsministerien der verschiedenen Länder, er ist besonders eng mit Venizelos befreundet, mit dem er im ersten Jahr des Weltkrieges unentwegt daran arbeitet, Griechenland auf die Seite der Alliierten zu ziehen, was schließlich unter erheblichen materiellen Opfern auch gelingt. Bank= und Zeitungsgründungen zeigen die Erweiterung seines Interessenkreises an, als der große Krieg erfolgreich beendet ist, häufen sich die Ehrungen, Basil Zaharoff dankt für das Großkreuz der Ehrenlegion, für den„Sir"=Titel mit Stiftungen für— Kriegsblinde und Krüppel. Bei der Art, mit der er Geld verdient hat, keine sehr delikate Form des Dankes. Es ist das Tragische in seinem Leben, daß er beim einzigen Mal, wo Gefühle und nicht allein verstandesmäßige Erwägungen seine geschäftlichen Entschlüsse beeinflußten, als er den zweiten Griechenfeldzug gegen die„türkischen Unterdrücker" vorbereitete, die schwersten Verluste erlitt. Sein letzter großer Coup war die Uebernahme der Svielbank in Monte Carlo— ein neues Millionengeschäft, aus dem er„ausstieg", ohne einmal am Roulettetisch gestanden zu haben. Mit 75 Jahren heiratet er die Herzogin von Villafranca, die große Liebe seines Lebens, nachdem deren erster Gatte ein Jahr zuvor gestorben ist. Sein„Reichtum, in Hunderten von Unternehmungen festgelegt, ist unerschüttert. Er selbst aber, durch ein Leiden an den Rollstuhl gefesselt, ist ein müder, mürrischer Greis geworden, unzugänglich und verbittert, seit er allein ist. Er hat das große Spiel, so wie es ihm von Jugend auf vorschwebte, gewonnen. Aber es reizt ihn nicht mehr, weiter zu spielen. Das ist das Bild, das Besucher Monte Carlos von dem alten Mann mit dem weißen Spitzbart entwerfen, der, verschlossen und in sich gekehrt, nur selten sichtbar wird. Die„Alte“. Von Carl Wupper, Solingen. Unaufhörlich gießt der Regen aus dunklen Wolken des abendlichen Firmaments auf die Verkaufsstände des Marktplatzes hernieder. Zu dem Rauschen des Wolkenbaches gesellt sich das Gemurmel der Menschen, die hastig unter triefenden Dächern einhereilen, gesellt sich das Rufen der Verkäufer, das Klirren von Geräten, und die Vielfältigkeit all dieser Geräusche bildet in festem Lautgefüge ein riesiges Tonwerk; das wie die gewaltige Stimme eines unsichtbaren Phänomen über zappelnden, jagenden Menschen schwebt. Unter dem weitvorspringenden Dache eines Verkaufsstandes steht eine kleine, alte, hagere Frau. Sie trippelt von einem Bein aufs andere, und ruft mit scharfklingender Stimme:„Fünf Paar Makoriemen 30 Pfg.!“ Dies ruft sie in kurzen Pausen, dabei blickt sie jedem, der in ihre Nähe kommenden Menschen mit starren, großen Augen fragend ins Gesicht. Ihr kleines Gesicht, mit Runz in und Fältchen übersät, trägt außer den scharfgeschnittenen Augenbrauen, die wie zwei spitze Pfeile schräg zur Nasenwurzel laufen, und den beiden tiefen, senkrecht zur Stirn stehenden Falten, eigentlich nur das starrblickende dunkle Augenvaar. Diese tief in den Augenhöhlen liegenden Sterne gleiten hin und her und senden zu den Worten, die dem eingefallenen Munde entströmen, bittende Blicke in die Menschenmenge:„Fünf Paar Makoriemen 30 Pfg.!“ Es ist, als müsse sie dem müden Körper alle Kraft entreißen, um die Worte den Leuten vernehmbar zu gestalten. Bei jedem Ausruf hebt sie die eckigen Schultern; atmet tief ein, wobei sich ihre Brust schnell und heftig hebt, und hell und scharf klingen ihre Worte den Vorbeieilenden entgegen. Fruchtlos; niemand achtet auf sie. Ihr Kraftaufwand ist vergebens; ihre Anrufe verhallen in der Flut des brutalen Lärmes, gehen unter, keiner beachtet sie. Die welken, dünnen Finger der Frau fahren zitternd an den Schnürsenkeln entlang, als wollten sie die gepriesene Anzahl auslesen. Immexzu bewegt sie den Kovf hin und her, und so D##um perim unte yrenr- Eitnig##cspieg stark auf eine Bewegung begrenzt ist ihre Erscheinung, daß lingstransport endete nun wirtlich in der Haf dies kleine, welke Menschlein den Eindruck eines künstlichen Wesens macht, das durch Maschinerie an monotones Handeln gebunden ist.„„ Um ihren sehnigen, dunnen Hals ist ein verschabter Wollschal zu starkem Knoten verschlungen. Ueber beide Schultern hängen Hosenträger. Es ist, als dienten diese Träger nur zur Ausstattung ihres kargen Warenbestandes, denn sie erwähnt sie mit keinem Wort. Für sie gelten nur die Makoriemen. Unermüdlich preist sie diese an, aber erfolglos. Ihre Person ist ertrunken in der brutalen Masse Leben. Die Leute gehen im Bogen um sie herum und empfinden in ihr nur noch ein den Schritt hemmendes Hindernis. Ich stehe im Regen und schaue ihr zu; finde, daß es vergebens ist, auf Menschen zu warten, die der Alten einige Senkel abkaufen. So gehe ich denn und vernehme aus nächster Nähe noch einmal die Stimme der Alten; sehe ihre Anstrengung beim Atemschöpfen und gewahre die zitternden, welken Finger, die in sinniger Gewohnheit über die Makoriemen streichen. Als ich durch dunkle Straßen heimwärts gehe, muß ich es immer noch hören:„Fünf Paar Makoriemen 30 Pfg.!“ Zu der Stimme gesellen sich zwei große, schwarze, angsterfüllte Augen, die mir aus dem regnerischen Dunkel des Abends mitleiderbittend entgegenstarren. * Eulenspiegels billige Reise. Als ein rechter Eulenspiegel entpuppte sich der Gemeindevorsteher einer kleinen Ortschaft in Serbien. Er hatte nämlich den dringenden Wunsch, mit ein paar Freunden eine Reise zu unternehmen. Er wollte aber nicht dafür bezahlen. Zu diesem Ende kam er auf einen Einfall, der in seiner Art Till Eulenspiegels wohl würdig gewesen wäre. In der Tat ist es ein ganz außerordentlicher und drolliger Einfall. Er stellte sich eine amtliche Bescheinigung aus. versehen mit Protokollnummer und entsprechenden Klebestempeln und ließ sich als Häftling auf die Reise schicken. Seine beiden Freunde fuhren als Begleiter mit, d. h. sie waren als Strafaufseher bezeichnet. So wollten sie von Belgrad bis nach Agram reisen, um dort ein paar vergnügte Wochen zu verleben. Gedacht, getan. Man setzte sich in den Zug und fuhr ab. Daß ihnen die Geschichte nun von Anfang an so trefflich zu glücken schien, bereitete ihnen allen dreien einen so ungeheuren Spaß, daß sie sich vor Lachen und Scherzen garnicht zu halten wußten. Doch der Uebermut tut selten gut. Denn diese unglaubliche Ausgelassenheit zwischen Gefangenenwärtern und Häftling erregte naturgemäß die Aufmerksamkeit der Fahrdienstbeamten. Weshalb diese letzteren die Gendarmen einer der Aufenthaltsstationen von dem seltsamen Trio, das da des Weges entlang kommen würde, benachrichtigten. Richtig kam dann auch eine Gruppe von wirklichen Beamten in das Abteil des„Gefangenentransportes" und forderte das Kleeblatt, den serbischen Eulenspiegel und seine Freunde, auf, gefälligst zur Wache zu kommen. Da kam gleich alles heraus und die Eulenspiegelei mit dem HäftWenn du denkst, die Welt geht unter Voraussagen über den Weltuntergang in alter und neuer Zeit. Eine amerikanische Sekte hat kürzlich wieder einmal verkündet, daß der Untergang unserer schönen Erde nahe bevorstehe. Diese unbestimmte Zeitangabe ist immerhin sehr vorsichtig, was uns beweist, daß die Weltuntergangspropheten heute von ihren Vorgängern gelernt haben. In früherer Zeit wurde nämlich in solchen Voraussagen ein sehr genauer Termin angegeben und ein bestimmter Tag festgesetzt, an dem sich das Schicksal der Menschheit erfüllen sollte. In vielen hundert Fällen sind im Laufe der Jahrhunderte solche„Weltuntergangstage“ zu wahren Schreckenstagen für Millionen Menschen geworden. Im Jahre 1524 wurden die Berliner in gewaltigen Schrecken versetzt durch die Prophezeiungen des berühmten Astrologen Stöffler, daß im Februar 1523 eine allgemeine Sündflut die Erde zerstören würde. Ein Zweifel hieran sei völlig ausgeschlossen. denn es trete eine Konjunktur von Saturn, Jupiter und Mars im Zeichen der Fische ein, was zuverlässig eine große Wasserflut bedeute. Andere Astrologen, unter ihnen der Hofastrologe des brandenburgischen Kurfürsten Joachim I., bestätigten die Richtigkeit dieser Voraussage... ge gg rekten um. Der Februar verging, die Welt blieb bestehen, und alle Menschen, ausgenommen die Leichtsinnigen, die ihr ganzes Hab und Gut vertrunken, verspielt und verjubelt hatten, feierten am 1. März die Auferstehung der alten Mutter Erde aus den Phantasien des Weltunterganges. 1t., Lin Sräglichen: Nur einer in Berlin war nicht unter den Frohlichen: der Kurfürst Joachim. Er hatte gewußt, daß die Welt im Feoruar 1524 nicht untergehen würde. Das hatte ihm sein Astrologe Johann Carion rechtzeitig versichert. Dieser kluge Mann hatte nämlich herausgefunden, daß Stöffler sich im Datum geirrt habe. Aber auch er war fest überzeugt davon, daß die vernichtende Sündflut kommen würde, nur nicht im Februar 1524, sondern am 15. Juli 1525. Das hatte er dem Kurfürsten mitgeteilt, und der Kurfürst wußte nun mehr als das jubelnde Volk. Er verbot indessen Carion, etwas über den Weltuntergang zu verlautbaren, und trug ganz allein dies schreckliche Wissen mit sich herum. Ein Tausendjähriges Schweizer Kloster. 9— Kloster Einsiedel im Winterkleid, so wie es sich jetzt dem Besucher zeigt. Dieses berühmte Schweizer Kloster kann Anfang des kommenden Jahres ein 1000 jähriges Bestehen begehen. Große Feiern sind aus diesem Anlaß vorgesehen. grausames Unwetter, so hate Carion prophezeit, würde die Städte Berlin und Cölln vernichten. Der 15. Juli kam. Heiter und klar sah der Himmel am Morgen aus. Nichts deutete auf ein Unwetter hin. Der Kurfürst stand unentwegt am Fenster seines Arbeitszimmers und betrachtete den Himmel. Bald nach Mittag stieg am Horizont ein schwarzer Wolkensaum auf. Jetzt wurde es lebendig im Schloß zu Cölln. In höchster Eile wurde die Hosequipage angeschirrt, auf den Treppen und Gängen liefen Trabanten, Hofherren und Diener eifrig durcheinander. Auf allen Gesichtern stand deutlich die Angst. Höher und höher stieg unterdessen die Wolkenwand, die ersten fernen Blitze zuckten hernieder. Da öffneten sich die Schloßtore, der Kurfürst, seine Gemahlin und seine Kinder fuhren in vierspännigen Wagen über den Schloßplatz, begleitet von den Räten und hohen Offizieren. Die Hofdiener solgten zu Pferde und zu Fuß, beladen mit Silberschätzen und Schmuck. Im schnellsten Trabe ging es auf den Kreuzberg, den höchsten der Tempelhofer Berge, auf dem man Schutz vor der zu erwartenden Sündflut erhoffte. Viele Stunden brachte der Kurfürst mit seinem Gefolge auf dem Berge zu. Die Wolken zogen noch immer über die beiden Städte dahin. Aber nach mehreren Stunden begannen sie sich zu teilen, und schon brachen die Strahlen der Sonne und das Blau des Himmels wieder hervor. Da begann auch der Kurfürst sich seiner Furcht zu schämen. Er befahl die Rückkehr zum Schloß. In der Stadt aber hatten die Bürger die ganze Sache erfahren und waren höchstlich empört darüber, daß ihr Fürst sie in der Stunde der Gefahr verlassen hatte. Mit finsteren Blicken und Schimpfworten empfingen sie die Heimkehrer. Kurz vor dem Schloßplatz schoß plötzlich ein Feuerstrahl hernieder, der Donner krachte, als sollte wirklich die Welt untergehen. Der kurfürstliche Wagen hielt an. Der Kurfürst sprang bleich heraus und stand vor der Leiche seines Wagenknechtes, den der Blitz erschlagen hatte. „Sunsten aber“, so meldet eine Chronik aus jener Zeit,„hat das Wetter keinen Schaden getan, und ist auch die Welt weiter gestanden.“ Der falsche Prophet freilich, der auch sonst manchesauf dem Kerbholz hatte, kam an den Galgen. * Noch ernster wurde die Weltuntergangsvoraussage genommen, die der Direktor der Pariser Sternwarte, Camilla Flammarion, im Jahre 1910 machte. Damals war der Schweif des Halleyschen Kometen„nur“ 25 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Da er jedoch die ansehnliche Länge von etwa 40 Millionen Kilometern besaß, mußte er nach der Ansicht Flammarions bei seinem Gang durch das Sternenmeer die Erde berühren und zertrümmern. Der Gelehrte prophezeite, daß dieser Zusammenstoß unvermeidlich am 18. Mai 1910 erfolgen würde. In den Jahren nach dem Kriege haben die beinahe am laufenden Band entstehenden Sekten in allen Ländern wiederholt das Weltende prophezeit Noch am 9. Juni 1929 verkündete Joseph [Weißenberg seinen Anhängern, daß am 11. Juni, abends 8 Uhr, zunächst England untergehen würde.„Es wird ein solches Toben und Krachen der Elemente sein, daß man in Berlin davon Geräusche vernehmen wird. Die Lüfte werden von einem mächtigen Brausen erfüllt sein, als wenn die ganze Hölle ihr Wesen treibt.“ So stand in der zeitung der Sekte zu lesen. Nun ging England— wenn wir nicht jahrelang getäuscht wurden— damals nicht unter. Die Zeitung„Der weiße Berg“ aber schrieb am 16. Juni 1929:„Nun ist England in den Fluten des Meeres versunken. Ein kleines Eiland nur kündet von Englands einstiger Größe. Für die weitere Zukunft kündete der„Prophet“ ähnliche Katastrophen an: Italien sollte durch„Erdseuerbrände". Dänemark durch Wasserfluten. Rußland durch Pocken und Blattern vernichtet werden. Weißenberg aber ist der einzige Prophet. der auch standhaft blieb, wenn die Voraussagen nicht eintrafen Er widerrief nie. sondern malte den prophezeiten und nach seiner Versicherung wirtlich eingetroffenen Untergang großer Länder in den schwärzesten Farben aus.... Oscar C. Jverster. 14 Die Liebe böret nimmer auf. unSe gler! Zwald-Brachmammt Im Alter von 76 Jahren. In tiefer Trauer: Ernst und Maria Brüchmann geb. Busch Richard und Aenne Brückmann geb. Kröll Karl und Aenne Möbus geb. Brüchma: n Willl und Utta Schmidt geb. Brückmann Karl Vierkötter und 8 Enkel. Solingen, Frankfurt a. M., den 18. Dezember 1933. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag straße 11, aus nach dem Friedhof in Höhscheid statt. Kut=Zenten,„de Trauerteier ½ Stunde vorher. 4¼ Uhr vom Sterbehause, Statt jeder besonderen Anzeire. Heute nacht gegen 1½ Uhr entschlief sanft und ruhig, infolge eines Herzschlages, unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Prad W.we.wtadelEinne Johanne geb. Böker. In tiefer Trauer: Famille Rud. Ehlis. Solingen, den 18. Dezember 1933. Die Beerdigung findet Mittwoch vormittag Kirchplatz 23 ar.# er d. um 11 Uhr vom Sterbehause, Nchplals ue, aus näcn dem Kirchhof Kasinostraße statt. Trauerfeler ½ Stunde vorher.— Belleidsbesuche dankend verbeten. Was man geliebt, bleibt ewig unvergessen. Samstag morgen gegen 5½ Uhr entschlief sanit und ruhig, nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, meine liebe Frau, unsere gute Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Frad-Ernst-Ertel Emilie geb. Kniser im Alter von beinahe 71 Jahren, nach 51 jähriger glücklicher und zufriedener Ehe. In tiefer Trauer: Ernst Erver und Kinder nebst Anverwandten. Solingen-Höhscheid(Abendstraße 29), England, U. S. A. den 18. Dezember 1933. Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. Dezember, nachmittags 2½ Uhr vom Sterbehause aus mit Frauenbegleitung nach dem evang. Friedhof in Höhscheid statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Sollte jemand aus Versehen keine Einladung erhalten haben, so bitten wir diese als solche zu betrachten. Miele das leichtlaufende Markenrad Miele-Fahrräder stets vorrätig bei: G. Arimont(arisol Solingen Schlageterstr. 38 am Neumarkt Teleion 24576. Trauerbriefe türzester Fris Buchdruckerei B. Boll. Laco-Krawatten knitterfrei, spante Neuhelten... Heinrich Gries. Nachruf. Heute morgen starb an den Folgen eines Schlaganfalls der Stadtverordnete Piedfich-Eitn. Seit der nationalen Revolution gehörte der Verstorbene als Mitglied der NSDAP.Fraktion dem Stadtverordnetenkollegium an. In dieser Zeit seines öffentlichen Wirkens in der Kommunalverwaltung, die reich war an schweren, verantwortungsvollen Aufgaben und Entscheidungen, hat er stets seine ganze Kraft in den Dienst des Gemeinwohls gestellt. Seine reiche Lebenserfahrung, sein offener, gerader Charakter, sein besonnener Rat machten ihn uns zu einem Mitarbeiter, dessen allzufrüher Tod eine überaus schmerzliche Lücke in unseren Reihen hinterläßt. Seine selbstlose Hingabe an die Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung, in den verschiedensten Ausschüssen und in der NSDAP.-Fraktion, seine große Sachkunde und seine schlichte, aufrichtige Art werden uns unvergessen bleiben. Solingen, den 16. Dezember 1933. Der Oberbürgermeister, die Beigeordneten und die Stadtverordneten-Versammlung der Stadt Solingen. Am 16. Dezember verschied unerwartet unser stellvertretender Vorsitzender Naer Dem geschäftsführenden Vorstand gehörte er seit April ds. Js. an. Er hat es in den wenigen Monaten seiner Amtsführung verstanden, durch seine ruhige, sachliche Art das Vertrauen des Solinger Gesamthandwerks und insbesondere derjenigen zu erwerben, mit denen er im Vorstand und in der Geschaftsfüfnung des Flandwerksamtes eng zusammen arbeitete. Mit ihm ist ein echter, deutscher Handwerksmeister dahin gegangen, dessen handwerkliche und politische Haltung die Berufung in die Führerstelle rechtfertigte, die er einnahm. Das Solinger Handwerk steht voll Trauer an der Bahre des zu früh dahingeschiedenen Standesgenossen. Es wird sein Andenken in Ehren halten. Handwerksamt Solingen Rudelf Melcher. Vorsitzender. Dr. Vermeulen Geschäftsführer. Sämtliche Solinger Innungen nehmen an der Beisetzung am Dienstag, dem 19. ds. Mts. teil. Sie versammeln sich mit Fahnen um 2½ Uhr vor dem Innungshause, Casinostraße 26/28. Gebrauchter, gut erhalt. Waten schrant zu kaufen gesucht. Ang. u.4436 an die Gesch. — Schlafzimmer. 1103 gebr. gut erh. od. zurücgest. geg. Kasse sof. zu kaufen gesucht. I Ang. u. 4382 a. d. G. Schnellmagge Radiogerät zu kaufen ges. Ang. m. Preisang. u. 4402 a. d. G. Auf das schmerzlichste berührt uns die Nachricht, daß unser lieber Pg. und Fraktionskollege Priedrich Ohhein.-Ein aus Solingen plötzlich und unerwartet von uns gegangen ist. Der Heimgegangene war ein alter Vorkämpfer für die Idee Adolf Hitlers. Rein und lauter von Charakter. grundehrliche Lebensauffassung, bieder und treu waren die vornehmsten Eigenschaften dieses Handwerksmeisters vom alten Schlage. Ueberzeugungstreu hat erfür die national-sozialistische Idee seit langen Jahren gekämpft. Freudig begrüßte er das erstandene Dritte Reich. Es war ihm vorgönnt, fast ein Jahr lang den Aufstieg des deutschen Volkes miterleben zu können. Wenn er nun auch von uns ist, so wird gegangen sein Geist doch immer in unseren Reihen weiterleben. Wir werden diesen treuen deutschen Mann nie vergessen. Stadtratsfraktion der NSDAP. I. A.: Pracht, Fraktionsführer. Das praktische Weihnachtsgeschenk: GKILSStrümpfe und Socken. Auch in dieser Wocht zeigen wir ein Programm von Qualität! Ab morgen: -Aahrrm Cf Aus der groben Baastzung:— 18 Lien Deyers Fritz Kampers Margarete Kupfer Herm. Thimig u. v. a. Ein reizendes Lustsplel aus dem Alltag der Zeit. Ertülllt von Lebensmut und Daseinstreude zimmern sich zwei verliebte junge Menschen Ihr Glück. Ein Film von Sonne, Sommerseligkeit und guter Laune. Aals Sehenblasen!. Eia ganz erstklassiges Cabarett-Programm. Neueste Wochenschau. u. andere beliebte Geschenke für das Weihnachtsfest: Haargarn-Teppiche rein Haargarn, moderne Muster. Größe 200/300.... 39.50, 29.75, Haargarn-Teppiche Wohnzimmer-Teppich, Strapazier-Qualität. aparte neue Dessins, Größe 250/350 79.00. 65.00, 49.50, Größe 200/300 55.00, 49.50, Velour-Teppiche prime Qual., Markenfabrikat. Größe 250.350 167.00, 135.00, Größe 200/300 97.00. 87.00, Haargarn-Läufer aus reinem Haargarn, ca. 68 cm breit, 3.50, 2.75. 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Der Polizeipräsident von Wuppertal teilt uns mit: Das Geheime Staatspolizeiamt hat auf Grund eines Einzelfalles über das Tragen von nicht=parteiamtlichen Abzeichen entschieden, daß die Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung vom 21. 3. 1933(R. G. Bl. I S. 135) auf Hersteller und Träger von nicht=parteiamtlichen Abzeichen keine Anwendung findet. Es hat dabei etwa Folgendes ausgeführt: Wann hann ein Gläubiger seinen Schuldner als„Jirma“ bezeichnen. Von Oberjustizsekretär Oesterreich, Burgstädt(Sa.). Diese Frage ist an sich sehr einfach zu beantworten. Ein Gläubiger kann dann seinen Schuldner als„Firma" bezeichnen, wenn die Firma im Handelsregister eingetragen ist. Nun wird aber jeder Gläubiger weiter fragen: Woran erkenne ich denn, ob mein Schuldner eine im Handelsregister eingetragene Firma führt? Und diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Es muß vielmehr gesagt werden, daß dies in vielen Fällen überhaupt nicht zu erkennen ist. Darüber kann nur eine Anfrage beim zuständigen Handelsregister Klarheit verschaffen. Da werden die Gläubiger aber einwenden: Wir können doch nicht vor jedem Zahlungsbefehlsantrag bzw. vor jeder Klageerhebung Auskunft beim Handelsregister einholen. Dieser Mühe muß sich der Gläubiger in zweifelhaften Fällen allerdings unterziehen, wenn er nicht Gefahr laufen will, daß sich bei der Zustellung des Jahlungsbefehls oder der Klage und bei der Zwangsvollstreckung Schwierigkeiten ergeben. Denn so mancher Gläubiger wird schon vom Gerichtsvollzieher einen Schuldtitel mit dem Bescheid zurückerhalten haben, daß die Zwangsvollstreckung nicht durchgeführt werden konnte, weil die darin angegebene Firma nicht besteht. Es muß auf jeden Fall davor gewarnt werden, gedankenlos jeden Handwerker und Kleingewerbetreibenden als Firma zu Der Solinger Lehrergesangverein hielt am vergangenen Donnerstag bezeichnen, denn diese sind unter allen Umständen vom Firmen= seine Jchreshauptversammlung ab. Aus dem Jahresbericht ergab sich. recht ausgeschlossen. Zur Vermeidung von Schwierigkeiten bei daß der Verein nach dem Urteil von Kritik und Presse mit. Genugtnung und Zwangsvollstreckungen empfiehlt es sich drin= ein= Heporgehoben zu sperben, Haß der Chor sich auch in den Dienst Reingewinn eines Kirchenkonzertes(über 50 RM.) überweisen konnte. Der dem Verein Dann ist jeder Zweifel über die Rerson das Schuldper= uu angegliederte Kinderchor erweckte auf dem Fest der deutschen Jugend in Dann ist jeder Zweifel über die Person des Schuldners aus= der Stadthalle mit seinen vom vaterländischen Geiste getragenen Liedern geschlossen. Es muß jedenfalls davon abgeraten werden, nur den helle Begeisterung. Die Mitgliederzahl hat sich im Lause des Jahres auf Handelsnamen anzugeben, den sich viele Handwerker und Klein= gleicher Höhe gehalten. Die Kassenverhältnisse sind ebenfalls in Ordihrag hüirgarl'chen Namens nung; das Jahr endigt voraussichtlich mit einem kleinen Ueberschuß. Jeder Pfennig hilft! Arbeite mit am 2892! Die Spielschar„Frohsinn“ der ev. Schule Central(Leitung E. Haag) beging gestern ihre erste Weihnachtsseier. Der geschmückte, dichtgefüllte Personen, die nicht nationalen Organisation boten ist. Der Gesetzgeber hat nicht die Absicht, ein solches Verbot allgemein auszusprechen, weil nicht vergessen werden darf, daß viele Personen, die aus irgendwelchen Gründen keiner nationalen Organisation angehören, das Bedürfnis haben, ihre politische Gesinnung durch Anlegen von Abzeichen zu bekunden. Um ihnen nicht die Möglichkeit zum politischen Bekenntnis zu nehmen, ist es billig, das Tragen von Abzeichen zu gestatten, die nicht=parteiamtlichen Charakter haben. Außerdem sind für die Angehörigen der nationalen Verbände solche Abzeichen als nicht=parteiamtlich ohne weiteres erkennbar.“ Umständen ersuche ich, von M lis eichesheseicecte ie eilcechecen eice und wünschte ihr auch sernerhin das Beste. Hierauf folgte der Festchen Gründen, keiner Zo; verein mit schön vorgetragenen Musikstücken und als Einlage, E. Haag das Bedürfnis haben, ihre mit seinem Sohn, die reich mit Beisall bedacht wurden.(Der fiebenjährige„Musikus“ beherrscht bereits sechs Instrumente.) Gesangseinlagen ei Damen trugen ebenfalls zur Verschönerung des Abends bei. von zwei Damen trugen ebenfalls zur Verschönerung Die sich anschließende Gruppen=Aufführung(Weihnachts=Engel) von Schülern wirkte durch die abwechslungsreiche Beleuchtung sehr stark. Nach einer kurzen Pause boten zwei Damen schöne Gesangseinlagen, sowie die Spielschar Musikvorträge. Ein in den Rahmen des Festes passendes Gedicht von einer Schülerin sand ebenfalls bei den Besuchern volle Anerkennung. Der junge Festverein, der nun mit Musikstücken folate, war Unter diesen Unstäghen ersuche ich, von Maßnahneg gegen kennung, Der fhunge, Fesnperin, der man mit Mostrtichen fglche, Bar Personen, die derartige Abzeichen herstellen oder tragen, Abstand zu nehmen. Mitteilungen aus den Vereinen. Erläuterungen zur Wetterkarte von gestern abend. Der Luftdruck steigt, das Hochdruckgebiet über Mitteleuropa verstärkt sich. Doch hat der scharfe Ostwind nachgelassen, da der Hochdrucktern(die Windscheide) sich nach Süden verlagert hat. sunächt in in höheren Luticre westi“ Strömung an Einslag: um den Inhaber einer im Handelsregister eingetragenen Firma Mit einem dreifachen Sieg Heil auf den Führer und Volkskanzler wurde zunachst in den hoyeren Luftschichten. handelt. Aus Gründen der Rechtssicherheit wäre es deshalb drin= die Versammlung geschlossen. Kr.I Wetterlage von heute morgen. gend notwendig, bei einer Reform des Firmenrechts! Der Turnverein Solingen=Schlaabaum hielt am Hargtgggzdent Wetterdienststelle Essen. Vorsorge zu treffen, daß die eingetragenen Firmen in ahnlicher gruppe der Schule Scheidterstroße Leitung von 2. Haag, hatte Der über Mittel= und Westeuropa liegende hohe Druck hat sich Weise, kenntlich zu machen sind wie die eingetragenen Vezeine, sich uneigennützig in den Dienst der Sache gestellt. Man war wirklich weiter verstärkt. Bei heiterem Himmel konnten die TemperaEs müßte gesetzlich vorgeschrieben werden, daß jeder eingetragenen überrascht, was die Knaben und Mädchen vom Turnverein in Verbin= turen infolge nächtlicher Ausstrahlung über Westdeutschland Firma der Zusatz„e. F.“ hinzuzufügen ist. Wer dieser Vorschrift dung mit der Zupfgeigengruppe den anwesenden Eltern und Freunden Tiefstwerte um—10 Grad annehmen, nach dem südlichen Deutschzuwiderhandelt oder wer den Zusatz zu Unrecht führt, müßte boten Gleich zu Beginn der Veranstaltung wußten die Kleinen durch land sogar um— 20 Grad. Ostdeutschland dagegen zeigt infolge empfindliche Strafen zu gewärtigen haben. Dann wäre die Un= Geiz,“gertzur grsang herrtichte, Hurchpepse die" verommen. Der schone Vordringens milder Luftmassen von Norden und von Nordwesten zeichnen hat oder nicht, mit einem Schlage beseitiat. Wenn dann in dem mit Begeisterung dargebrachten Weihnachtspiel der Kinder her Temperaturanstieg. Grünberg gen gar, oder nicht, mir einem Schlagg Prsettigt, Wenn vunn seinen Höhepunkt. Im Verlauf. des Abends sah man überraschende turnerische Leistungen, Freiübungen, Sing= und Bewegungsspiele, Stabund Geräteübungen sowie bunte Volkstänze wechselten ab in flotter Reihe. Sinnige Weihnachtsgedichte, sowie erstaunliche musikalische Dorvon einzelner a0##chen der Zunfaeigenorn##e zmrehmteg das gewerbetreibende unter Verschweigung ihres burgerlichen, L.arx1. Zum Führer des Vereins wurde Rektor Wilhelm einstimmig gewählt, der zulegen. Freilich wird es in vielen Fällen auch zweifelhaft sein, nun seinerseits die Mitarbeiter auf ihre Posten beries. Er wies bei der ob der betreffende Schuldner wirklich zum Kreis der Handwerker Uebernahme seines Amtes im Verein auf das Vorbild des großen Führers und Kleingeverbetreibenden gehört, oder ob es sich nicht doch Adofs, sitler hin, dem nachzueifern in durch den reichen Beifall gezwungen eine Zugabe zu geben. Der Höhepunkt der Feier bildete dos von Schülern gut ausgeführte Weihnachtsspiel. Das als Einlage von Schülern gegebene Kinderspiel„Brüderchen, komm, tanz mit mir“ gefiel ebenfalls sehr gut. Nachdem der Festverein weitere schöne Weisen gespielt hatte, kam überraschend während des Musikvortrages„Alle Jahre wieder“ auch tatsächlich„Knecht Rupprecht“ mit Roß und Wagen durch den Saal gefahren. Mit einer kurzen Ermahnung an die Kinder, auch im nächsten Jahre fromm, lieb und treu zu sein, verteilte er an die Spieler seine schönen Gaben. Die harmonisch verlaufene Feier sand mit einem dreifachen Sieg Heil auf den Reichskanzler, sowie mit dem Singen des Horst=Wessel=Liedes ihren Abschluß. Wetterdienst des Solinger Tageblattes. noch die Polizeibehörden mit besonderer Strenge darauf dringen würden, daß Gewerbetreibende, die einen offenen Laden haben, Goft, rder Schanswirtschoft betreiben ihren Fomiliennamen oder Gast= oder Schantwirtschaft verreiven, iyren Familiennamen Reihe. Sinnige Weihnachtsar#ichte mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen an der Außen= vietungen einzelner Mädchen der Zupfgeigengruppe umrahmten das schöne seite oder am Eingange des Ladens oder der Wirtschaft in deut= Fest. Den Leitern und Vorturnern der einzelnen Abteilungen gebührt lich lesbarer Schrift anbringen, wie es die Gewerbeordnung vor; an dieser Stelle ganz besonderer Dank für das, was sie den Kleinen im mehr so vergangenen Jahre durch aufopfernde, jedoch freudige Arbeit gegeben dürfte es unlauteren Elementen nicht mehr[ohaben. Dies erwähnte auch der Führer des Vereins in seiner BeUe grsbungsrede. Das Jungyolk des Turnvereins Solingen=Schlagbaum des neuen schreibt, dann leicht fallen. eicht, jallen, ehrbare, Volksgenossen durch den Gebrauch, Anzu= grüßungsrede. Das Junovolk, des Turnvereins Solingenes, lässiger Firmenbezeichnungen über die Person des Geschäfts= paßt mit seinem freudigen Wirken so recht in den Kreis inhabers oder über den Umfang des Geschäfts zu täuschen. ldeutschen Nachwuchses. Aus dem Rhein=Wupper=Kreis. Dio Speck zum Führer des Burger Schützenvereins erwählt. Am gestrigen Sonntagmorgen fand im Vereinslokal Gasthof Johann eine außerordentliche Generalversammlung des Burger Schützenvereins 1734 e. V. statt. Die Tagesordnung wies als einzigen Punkt„Wahl des Führers“ auf. Der Chef, Otto Sveck, eröffnete die Sitzung und ging auf die Wichtigkeit derselben ein. Schriftführer Miermann gab alsdann, die vom komm. Führer des Bergischen Schützenbundes herausgegebenen Bestimmungen für die Wahl des Führers und seines späteren Beirats bekannt. Darauf bat der Vorsitzende um Vorschläge. Kassierer Kramer brachte zum Ausdruck, daß, da sich der bisherige geschäftsführende Vorstand nur aus Mitgliedern der NSDAP. zusammensetze und sich im Geiste der neuen Regierung stots betätigt habe, die Wahl für den Verein nur eine Formsache sei; er schlug den Chef Otto Speck zum Vereinsführer vor. Da weitere Vorschläge nicht eingingen, wurde Chef Otto Sveck einstimmig zum Führer gewählt. Bewegt und herzlich dankte Schützenbruder Speck für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und versprach sein Amt gewissenhaft und gerecht zu führen und die Traditionen des Vereins hochzuhalten. Unter Punkt„Verschiedenes“ kam die für das kommende Jahr in Aussicht genommene dreitägige Fahrt der Mitglieder des Schützenvereins und sonstiger Interessenten nach den Schlachtfeldern in Flandern zur Sprache. Mit, einem dreifachen Sieg Heil aus unseren Reichskanzler schloß Führer Speck die Versammlung. Burg a. d. W. ehg= Aus der Sitzung des Presbyteriums. Auf Anregung des Pfarrers Diederichs wurde beschlossen, am ersten Weihnachtstage in der Frühe eine Christ=Merte versuchsweise abzuhalten und zwar 5.45 Uhr. Bei dieser Feier wird der Kirchenchor mitwirken. Weiter wurde beschlossen, mit Beginn des neuen Jahres die Beerdigungsfeiern in der Kirche abzuhalten. Der neuen Friedhofsordnung wurde zugestimmt. ebg= Vom Schloß. Umfangreiche Säuberungsarbeiten werden zur Zeit am Schloß ausgeführt. Im Laufe der Jahre war das Strauchwerk an der Ostseite so üpvig geworden, daß man von der schönen Schildmauer nichts mehr seben konnte. Die Zierden, Pechnase und Scharten waren verdeckt. Art und Säge haben hier gründlich Wandel geschaffen. Lichte Stellen, die sich jetzt zeigen, werden im Frühjahr bepflanzt. Dabei werden solche Hölzer bevorzugt, die langsam wachsen, insbesondere auch Hülsen, die jetzt nicht vertreten sind. Die große Tafel am Palas, die auf dessen Erbauer hinweisen soll, war hinter einem unschönen Kastanienbaum verschwunden. Sie ist wieder in Sicht gekommen. Ueber den Besuch des Schlosses geben folgende Zahlen Auskunft: November 1122 Personen gegen 1877 im gleichen Monat des Vorjahrs. ebg= Bestandene Prüfung. Vor der Prüfungskommission der Handwerkerkammer bestand Ernst Breckerfeld von hier seine Gesellenprüfung. Lehrmeister war Metzgermeister Walter Berghaus=Wermelskirchen. Verhängnisvolle„sille Teülhaberschaft“. ekg= Leverkusen, 16. Dez. Der Geschäftsführer eines hiesigen Kaufhauses zerbrach sich schon seit Jahren den Kovf darüber. warum eine bestimmte Abteilung des Geschäftes dauernd mit Verlust arbeitete, während alle anderen Abteilungen verhältnismäßig gut abschnitten. Aeußerlich war ein schwächerer Umsatz an der Sonderkasse dieser Abteilung, die von einer Verkäuferin allein geführt wurde, nicht festzustellen. Schließlich kam der Geschäftsführer auf die Idee, daß etwas nicht stimmen müsse. Er verlegte die in einer ziemlich versteckten Ecke des Geschäftslokals untergebrachte Abteilung in die Mitte des Lokals und ließ die Verkäuferin heimlich beobachten. Bald war das Rätfel gelöst: die Verkäuferin legte zwar jedesmal das eingenommene Geld artig in die Kasse, stellte aber durchaus nicht immer einen Von über die kleinen Einkaufssummen aus. Am Ende jedes Tages konnte sie daher einen netten Betrag als„Ueberschuß“ der Kasse entnehmen und in ihr eigenes Täschchen stecken.— Wegen Unterschlagung erschien die Verkäuferin vor dem Düsseldorfer Schöffengericht. Sie gab zu, in der geschilderten Weise seit Ende 1931 ihre Firma geschädigt zu haben. Allwöchentlich habe sie etwa vier Mark unterschlagen, insgesamt etwa 500 Mark. Der von der Firma geschätzte Schaden erreicht fast das Dopvelte dieser Summe. Das Gericht verurteilte die nicht vorbestrafte Angeklagte zu zwei Monaten Gefängnis. Grünberg in Schlesien meldet heute morgen—8 Grad, Breslau—7 Grad. Von Mitteldeutschland bis zur Küste hinauf tritt beim Aufgleiten warmer Luft an der dort liegenden Kaltluft leichtes Rieseln und Nebelnässen auf. In dder Höhe macht sich bei vorwiegend östlicher Luftströmung eine warme Luftschicht bemerkhar, die die Temperaturen fast allgemein um —8 Grad auf den Bergen ansteigen ließ. Der Kahle Asten meldet heute morgen—4 Grad gegen—13 Grad gestern. Er ragt somit schon in diese warme Luft hinein. Hierbei tritt vielfach starker Nebel und Dunst auf, der eine Einstrahlung um die Mittagsstunden verhindert und somit nur geringen Temperaturanstieg bedingt. Der augenblicklich vorherrschende Witterungscharakter über Westdeutschland wird sich vorerst noch erhalten. jedoch wird bei starkem Dunst oder Nebel leichter Schneefall auftreten. Wetterkarte von gestern abend 19 Uhr. 5 5 10927 Terahg ebchet. oduas Thedel. K bonitor. Achwogen,. 4 sagel O Shte. 1—0 wuich, A.D poche 210 Stark un. O. Stürmisch De Unientlsoboren) verbinden de Orte mir deichem lunth (2A:##2)- Sn stork, wolkig, Regen, 2 Groc Celslus Beobachtungen der Solinger Wetterwarte vom 18. Dez. 1933. „Am Weibnachtsbaum die Lichter brennen.....“ und der Tisch ist festlich gedeckt. Aber hast Du es auch nicht an Geschenken fehlen lassen? Da weiß ich Dir guten Rat: Schenke Lose der„Arbeitsbeschaffungs=Geldlotterie“, das Einzellos für eine Mark! Da am 29. bis 30. Dezemder Ziehung ist, kann die Lotteriebeteiligten noch in der Weihnachtswoche ein Gewinn überraschen. Ader 280 000 Gewinne werden ausgelost. Der Höchstgewinn beträgt 200.000 Mark. Aber ein noch wertvolleres Geschenk birgt dieses Los für deine noch arbeitslosen Kameraden. Ge schenkt ihnen wieder Arbeitsmöglichkeit! Und wenn am Weihnachtsabend die Lichter brennen, kannst Du mit dem froden Dewußtsein an der Descherung teilnehmen, deß Du zu Deines Führers großem Werk der Arbeitsbeschaffung, zum Wohle des Vaterlandes beigstragen hast! *. Höchsttemperatur gestern:— 1,5 Glüder:1 Tiefsttemperatur heute nacht—13.5 Grad, Wetteraussichten bis Dienstag abend. Bei vorwiegend östlichen bis nördlichen Winden vorerst noch anhaltendes Frostwetter. Strichweise Nebel oder starker Dunst mit leichtem Schneefall. Nur geringer Temperaturanstieg. Wintersport. Sauerland: Kahler Asten(Winterberg):— 4 Grad Schneehöhe 15 cm., 2cm. Neuschnee, verweht, Sportmöglichkeit: Ski mäßig, Rodel gut. Usseln(Waldeck) und Billingen:— 5 Grod, Schneehöhe 8 bis 15 cm., kein Neuschnee, Sportmoglichkeit: in den Höhen Ski möglich. Schwarzwald: Feldberg:— 21 Grad. Schnehöhe 20 cm.,; kein Neuschnee, Pulperschnee: Sportmöglichkeit sehr aut.. Harz: Schierke:— 6 Grad, Schnrehöhe 32 cm., kein Neuschnee, Pulverschne, Sportmöglichkeit sehr gut. Braunlage:— 11 Grad, Schneehöhe 30 cm., kein Neuschnee, Pulverschnee Sportmöglichkeit sehr ut. Thüringer Wald: Oderhof:— 7 Grad, Schneehöhe 35 cm., kein Neuschnee, Pulverschnee. Sportmöglichkeit sehr gut. Inselberg:— 6 Grad, Schneehöhe 38 cm., kein Neuschnee, Pulverschner, Sportmöglichkeit sehr gut. Peuo Gamr Virsschartslowan Nontag, don 18. Dezember 1933 Industrie- und Handelszeitung des Solinger Tageblattes Nr. 295— 123. Jahrgang Das Schäldenproviem der Welt. In der Schweiz hielt Reichsbankpräsident Dr. Schacht einen Vortrag über das Thema„Zins oder Dividende?“ Die Rede des Reichsbankpräsidenten hatte zum Kernstück das deutsche Transferproblem, die Prage der Schuldentilgung. Um dieses Problem baute aber Dr. Schacht die Weltsituation auf, die zwischenstaatliche Verschuldung, die die Weltwirtschaft zum Erliegen bringen müsse, sofern Zins oder Schuldensumme nicht der gegenwärtig allgemein herrschenden Notzeit angepaßt werde. Die Rede Dr. Schachts ist von grundsätzlicher, allgemeiner Bedeutung, da sie an Hand einwandfreien Tatsachenmaterials der Weltwirtschaft einen neuen Weg weist, der aus der Krise führt. Dieser Weg heißt: Uebergang vom statischen zum dynamischen Prinzip in der Wirtschaft. Das hauptsächlich in Westeuropa vorherrschende statische Prinzip äußert sich dahin, daß man seine kapitalistischen Zinsrechte zu sichern und zu bewahren sucht. Das dynamische Prinzip. vom Faschismus und Nationalsozialismus vertreten, sucht der Wirtschaftskrise auf gesünderem Wege beizukommen, indem es das Kapital der Wirtschaft unterordnet.— Das Mißverhältnis zwischen Schuldenlast und Erwerbsmöglichkeit hat sich nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt zu einem schweren Problem ausgewachsen. Die gewaltige zwischenstaatliche Verschuldung und das starre Festhalten an Rechtsansprüchen in außergewöhnlichen Zeiten bergen ungeheure Gefahren in sich. Deutschland wird nicht in der Lage sein, während der kommenden sechs Monate einen S0prozentigen Transfer, wie bisher, durchzuführen, ohne die Gold- und Devisenreserve der Reichsbank anzugreifen. Der Deviseneingang bei der Reichsbank reicht hierzu nicht aus. Wenn man alle gegen den deutschen Warenexport sich auswirkenden Momente berücksichtigt, erscheint die Tatsache, daß Deutschland seine enorm hohen Zinslasten so lange transferiert habe, als eine außerordentliche Leistung. Deutschland steht aber mit seinem Schuldenproblem und den Lösungsmöglichkeiten nicht allein da. In den Vereinigten Staaten versucht man das Schuldenproblem der Landwirtschaft auf dem Wege der Währungsentwertung zu bereinigen. Mit Recht meinte Dr. Schacht, daß es logischer wäre, den Gläubiger zur Hilfeleistung heranzuziehen, sei es durch Zinsreduktion, durch zeitliche Streichung oder selbst durch teilweisen Kapitalverzicht. Die langfristigen Zinssätze sind unverändert hoch geblieben und steigern die fixen Kosten ganz ungewöhnlich, zumal da der Preisindex in den letzten Jahren durchweg eine sinkende Tendenz aufzuweisen hatte. Dr. Schacht folgert aus dieser Tatsache, daß es richtiger sei. in Notzeiten seine Rechte vorübergehend an die ungünstige Wirtschaftssituation anzupassen, um die grundsätzliche Anerkennung solcher Rechte in wirtschaftlich prosperierende Zeiten hinüberzuretten. Die Feststellungen des Reichsbankpräsidenten, daß die internationale Schuldenlast zurzeit über die Tragfähigkeit einzelner Volkswirtschaften hinausgewachsen, die Transferverpflichtung die derzeitigen Ausfuhrmöglichkeiten überschreite und damit zum Ruin ganzer Volkswirtschaften beitrage, daß schließlich die Fortdauer eines solchen Zustandes, ganz abgesehen von den sozialen und politischen Gefahren, die er in sich birgt, die Transferierung der geschuldeten Beträge ganz zum Erliegen bringen müsse, sind Tatsachen, die nicht bestritten werden können Mit vollem Recht führte Dr. Schacht zum Schluß seines Vortrags aus, daß es unsinnig und unverantwortlich sei, darauf zu bestehen, das Schuldenproblem zum Angelpunkt der Weltwirtschaft zu machen.— Die Anwendung des dynamischen Prinzips ist vonnöten, d. h.: Entgegenkommen der Gläubiger auf der ganzen Linle! Die Stahlwarenausfuhr im November. Die Ausfuhr von Messerschmiedewaren(Solinger Stahlwaren) ist auch im November wieder etwas gestiegen. Sie betrug 3937 dz. im Werte von 2,705 Mill. RM, gegenüber 3814 dz. im Werte von 2,703 Mill. RM. im Vormonat. Die Gesaintausfuhr in den Monaten Januar bis November belief sich auf 99130 dx. im Werte von 26,894 Mill. RM. „Die Klinge“(Dezemberheft). Das Dezemberheft der neuen Solinger Fachzeitschrift„Die Klinge“ ist erschienen. Es bringt an wesentlichen Beiträgen eine neue Folge aus der Geschichte der Solinger Industrie von Franz Hendrichs, einen Aufsatz über Buchhaltung, Kostenkontrolle und Preisbildung im Messerschmiedewarengeschäft von Dr. Heinz Risse, sowie Bilder vom Besuch des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. Wie angekündigt wird, soll sieh-das Januarheft, insbesondere mit Werbefragen befassen. Dürur d Wirtschaftliche Rundschau. Aufhebung des Mindestpreisabkommens für Messingrohre. Der Verein der Messingrohrwerke e. V., Berlin, hat aus freiem Entschluß das am 22. 6. 1933 beschlossene Mindestpreisabkommen für Messingrohre mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Die Führung des Vereins, der an sich bestehen bleibt, hat Fabrikant Pleiger. Gauwirtschaftsberater“ für Westfalen-Süd, Bochum, übernommen. Transformatorenauftrag für die Siemens-Schuckertwerke A.-G., Berie. Von den Siemens-Schuckertwerken A.-G., Berlin, wird uns folgendes geschrieben:„Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms hat uns das RWE(Rheinich-Westfälisches Elektrizitätswerk A.-G., Essen) einen 100000 kVA-Transformator für 200.000/100 000 Volt in Auftrag gegeben. Es handelt sich um eine Nachbestellung eines gleichen, im Jahre 1931 gelieferten Transformators. Das Bemerkenswerte an diesem Transformator ist, daß er trotz seiner hohen Leistung und Spannung vollständig mit Oel gefüllt noch bahnversandfähig ist. Das Versandgewicht beträgt rund 170000 kg. Das Gesamtgewicht einschließlich Oel und Kühlanlage ist rund 263000 kg.“ Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Eine Klarstellung. WTB. Berlin, 16. Dez. In dem Bericht über die gestrige Kabinettssitzung ist mitgeteilt, daß die Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht verschwinden solle. Diese Mitteilung beruht auf einem Irrtum. Die Genossenschaften mit unbeschränkter Haftpflicht, von denen es etwa 20 000 gibt, bleiben bestehen. Nur werden die Unterschiede zwischen der Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht und der Genossenschaft mit unbeschränkter Nachschußpflicht beseitigt. Es gibt in Zukunft nur eine Genossenschaft mit unbeschränkter Haftungsform; das ist die Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. In Fortfall kommt die„Genossenschaft mit unbeschränkter Nachschußpflicht“, die schon bisher keine große Bedeutung gehabt hat. Täglicher Kurznachrichtendienst. Der neue Reichsbankausweis vom 15. Dezember zeigt u. a. eine Verringerung der gesamten Kapitalanlage um 7,1 auf 3601,3 Mill. RM., eine Abnahme des Notenumlaufs um 3.1 auf 3820,2 Mill. RM. und eine Zunahme der fremden Gelder um 10,9 auf 425,2 Mill. RM. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 3.0 auf 400.6 Mill. RM. vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 6,7 auf 391,1 Mill. RM. abgenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 3.7 auf 9.5 Mill. RM. zugenomen. Die Deckung der Noten betrug am 15. Dezember 11.605 gegen 11.775 am 7. Dezember d. J. Der Zusammenschluß des Aachener und Ruhrkohlen-Syndikats. über den seit längerer Zeit Verhandlungen schwebten, ist jetzt erfolst. Die Indexziffer der Großhandelspreise betrux am 13. Dezember 96.2(Vorwoche 96.1), Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 93.6(minus 0.2 v. H.). industrielle Rohstoffe und Halbwaren 89,1(plus 0,2 v. H.) und industrielle Fertigwaren 114,0(plus 0,1 v. H.). Erbhof-Sparbücher. CNB. Berlin, 13. Dez. Auf Veranlassung der Hauptabteilung 3 der Bäuerlichen Selbstverwaltung geben die ländlichen Sparund Darlehnskassen„Erbhof-Sparbücher“ aus, deren Guthaben dem bäuerlichen Berufsstand in den einzelnen Gemeinden dienstbar gemacht werden. Diese Erbhof-Sparbücher sollen den Erbhofbauer in die Lage versetzen, für die Zukunft seiner Kinder Vorsorge zu treffen durch Ansammlung von Sparguthaben, die der Berufsausbildung und Sicherung des späteren Lebensunterhaltes zu dienen haben. Im übrigen soll auf diese Weise vermieden werden, daß solche Spargelder während der Dauer ihrer Ansammlung der bäuerlichen Wirtschaft entzogen werden. Berliner Wertpapierbörse von heute. Geschäftslos und eher abbröckelnd. WTB. Berlin, 18. Dez.(Funkspruch). Obwohl man schon vorbörslich mit keiner wesentlichen Belebung des Geschäftes gerechnet hatte, überraschte die Umsatzlosigkeit zu Beginn des heutigen Verkehrs doch. Gewiss hat das Publikum in der Weihnachtswoche andere Sorgen als die Börse, aber nicht einmal mehr für Spezialgebiete bestand heute Interesse, wenngleich Sonderanregungen vorlagen. Der sehr beirtedigende Verlauf des silbernen Sonntags wurde ebenso wie der verhältnismässig günstige Reichsbankausweis für die zweite Dezemberwoche(vergl.„Tägl. Kurznachrichtendienst“) lediglich zur Kenntnis genommen. Trotz der anhaltenden Kälte waren Kohlen- und Textilwerte nicht mehr so gefragt. Geschäftshemmend wirkte wohl vor allem die Unsicherheit hinsichtlich der für heute nachmittag zu erwartenden Beschlüsse des Zentralausschusses in der Transferfrage. So war der Ordereingang bei den Banken minimal. Obwohl nur in ganz kleinem Umfange Ware an die Märkte kam, überwogen Kursverluste bis zu einem Prozent. Am Montanmarkt verloren darüber hinaus Buderus 2½%, von den Kaliwerten Salzdetfurth ebenfalls 2½%, von ChemieAktien Chemische Heyden sogar 2¼%. Papiere wie BMW, Siemens und IG-Farben waren bis zu 1½% gedrückt. Andererseits konnten Engelhardt-Brauerei und Conti-Gummi 1½ resp. 1%% gewinnen. Im Verlaufe neigten die Kurse einheitlich zur Schwäche. Festverzinsliehe Werte waren etwas besser behauptet: Die Altbesitzanleihe ging zwar um ½% zurück, dagegen konnte Neubesitz 10 Pfg. gewinnen. Auch Stahlbonds blieben gefragt, und waren bei grösseren Umsätzen um 1½% gebessert. Reichsbahnvorzugsaktien büssten ¼% ein, Reichsschuldbuchforderungen zeigten ebenfalls eher abbröckelnde Tendenz. Für die Kassarenten bot der heranrückende Coupontermin eine gewisse Anregung. Gesucht blieben auch Dollarbonds, die ab heute ohne Berechnung von Stückzinsen gehandelt werden. so dass sich also der Kurs inklusive Zinsen versteht. Auslandsrenten lagen völlig vernachlässigt. Am Berliner Geldmarkt trat heute in den Tagesgeldsätzen eine Veränderung nicht ein, sie wurden nach wie vor mit 4% bezw. 4½% genannt. Das echselgeschäft hält sich weiter in engen Grenzen, für Reichswechsel und Reichsschatzanweisungen besteht normale Nachfrage. Am int rnationalen Dey senmarkt setzte sich die Besserung des Dollars und auch des englischen Pfundes leicht fort. Anfangskurse der Berliner Wertpapierbörse Reichsbankdiskont 4%— Lombardzinsfuß 5% Berliner Devisenkurse. 1 Pfund= 13,67 RM. WTB London, 18. Dez.(Telegramm.) An der Londoner Börse wurde das Pfund heute mittag 12.50 Uhr mit 13.67 Dg bewertet. Berliner Dollarkurs von heute 2,657 Ostdevisen. Berlin, 18. Dez. Elektrolytkupter(Wirebars) Dx 48.00 für 100 kg netto cif Bremen Hamburg oder Rotterdam Die (16 Seiten in Kupfertie 5) erhalten die Bezicher 4 Tageblattes wöchentlich hostenles