* und un Tof.-Beternichn. Buch die) 2ur gnte, einschliesl. 48 Dig. Dostzeitungegebühren, dier15 Bese“esesau Tisenpreitset Milimeter lokal 9 Bia, auswärte Prüberste. Feieson S.enr. 28331. Vosischeckonte Köim 36631. 94528. Grüfrah: vd. Precht, Jreibeitstr. 41, Leleson 24. 33. e: Düsseldorferstr. 27, Telefon 322 83. Leichiingen: Krnst Busch, Sahndeskr i. Ausdtrhobe:5=Nanhzenber, Ausberhsbe l95, Trel. 30 9. Amtliches Rreisblatt für den Stadtkreis Solingen. chetrüchem c. manen-Sohlem. Dossummeenich uun Beoten und Kuns: C. Müller=Sohler; für den kommunalen Tell Golingen: Or. H. Gothe: für den Rhein=Wupperkreio u. Sport: R. Schaberg; für Wirtschaft, Unterhaltung und den übrigen Lelli: H. Heinen: für den Anzeigentell: H. Schmig, alle in Solingen. Berliner Vertreter: Or M. Kruse. Berliner Anzeigen=Vertretung: J. W. Dempe, BerlinCharlottenburg, Uhlandstr. 194. Anruf C 1. Steinplatz 6813.— Druck und Verlag: B. Voll. Golingen.— Oao Solinger Lagedlau erschein täglich mit Ausnahme der Sonn= und Jestage. Nr. 35 Montag, den 10. April 1933 124. Jahrgarg Der Kasban der Wirtschaftsarbeil. Sozialversicherungsreform— Siedlung— Arbeitsbeschaffung. Von unserem Berliner Vertreter. ST Berlin, 9. April. Die Reichsregierung ist zwar offiziell in die Österpause eingetreten und ein Teil der Kabinettsmitglieder hat bereits Berlin verlassen, doch ist deshalb die Ressortarbeit auch weiterhin im Gange. Wann die angekündigte Ressortbesprechung über die Reform der Sozialversicherungen, die Ende April—Anfang Mai durchgeführt werden soll, stattfinden wird, läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. Ab Mittwoch werden jedenfalls auch diese Arbeiten unterbrochen werden, die erst am Öster=Dienstag wieder ausgenommen werden sollen. Jetzt gilt es nun, die gesamte Wirtschaftsfrage systematisch aufzurollen, nachdem die innere Flurbereinigung termingerecht zur Durchführung gelangt ist. Es ist aber schon jetzt anzunehmen, daß auch nach dieser Richtung hin großzügige Konzeptionen angestrebt werden, die nicht nur eine teilweise Erledigung der aktuellen Fragen bringen, sondern ein Wirtschaftsprogramm aufstellen, das von grundsätzlicher Bedeutung ist und den gesamten Wirtschaftskörper auf eine vollkommen neue Basis stellt. Wenn man dabei zunächst von der Reform der Sozialversicherungen ausgeht, so ist das schon deshalb notwendig weil auf diesem Wege in erster Linie die Entlastung der Wirtschaft wie aber auch der öffentlichen Kassen herbeigeführt werden muß, wodurch andererseits der Gedanke der Produktivität naturnotwendig zur Arbeitsbeschaffung hinüberleitet. Es ist deshalb folgerichtig, daß Staatssekretär Krohn bei einzelnen Versicherungsrenten an eine Kapitalisierung denkt, um auf diesem Wege Mittel zur Siedlung zu erhalten, weil ja schließlich eine Rücksiedlung der städtischen Bevölkerung, die in den Jahren des raschen industriellen Aufblühens immer umfangreicher geworden war, erforderlich geworden ist, um in bevölkerungspolitischer Hinsicht den zweckmäßigen und organischen Ausgleich zu schaffen. Mit der Rücksiedelung entwickelt sich aber das gesamte Siedlungsproblem, das zweifellos einen Hauptbestandteil der Arbeitsbeschaffung darstellt. Welchen Umfang das Arbeitsbeschaffungsprogramm selbst annehmen wird, steht noch nicht fest. Das hängt in erster Linie von der finanziellen Seite ab, deren Festlegung dem Reichsbankpräsidenten zukommt. Aber auch hier darf man damit rechnen, daß die nächsten Wochen und Monate ganz entscheidende Beschlüsse bringen werden, schon um die saisonmäßige konjunkturelle Belebung organisch auszuweiten und auf diese Weise den Uebergang zu einer echten Ankurbelung gerade für die Zeit zu schaffen, wo die Arbeitslosigkeit an sich anzuwachsen pflegt. Mit einem Worte also, es handelt sich jetzt darum, eine Basis für eine organische Wirtschaftsankurbelung zu schaffen, die sich nicht, wie es vielfach in den vergangenen Jahren war, in einer bloßen Konstruktion verliert. Daß hierher auch der Arbeitsdienst gehört, ist von der Regierung von Anfang an erklärt worden, schon weil man damit die jugendlichen Arbeitskräfte von vornherein in die richtigen Bahnen lenkt. Die zuständigen Stellen haben auch hierfür schon die ersten Grundlinien ausgearbeitet, die, wie aus den angegebenen Gedankengängen ersichtlich ist, ein einheitliches System darstellen. In den hiesigen Wirtschaftskreisen nimmt man an, daß schon bald nach Ostern die ersten Schritte nach dieser Richtung hin unternommen werden. Gesetz über die Iulassung zur Rechtsanwaltschaft vom 7. April 1933. WTB. Berlin, 10. April.(Funkspruch.) Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird: § 1. Die Zulassung von Rechtsanwälten, die im Sinne des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 nicht arischer Abstammung sind, kann bis zum 30. September 1933 zurückgenommen werden. Die Vorschrift des Absatzes 1 gilt nicht für Rechtsanwälte, die bereits seit dem 1. August 1914 zugelassen sind oder im Weltkriege an der Front für das Deutsche Reich oder für seine Verbündeten gekämpft haben oder deren Väter oder Söhne im Weltkriege gefallen sind. § 2. Die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft kann Personen. die im Sinne des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 nicht arischer Abstammung sind, versagt werden, auch wenn die in der Rechtsanwaltsordnung hierfür vorgesehenen Gründe nicht vorliegen. Das Gleiche gilt von der Zulassung eines der im§ 1 Abs. 2 bezeichneten Rechtsanwälte bei einem anderen Gericht. § 3. Personen, die sich in kommunistischem Sinne betätigt haben, sind von der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft ausgeschlossen. Bereits erteilte Zulassungen sind zurückzunehmen. § 4. Die Justizverwaltung kann gegen einen Rechtsanwalt bis zur Entscheidung darüber, ob von der Befugnis zur Zurücknahme der Zulassung gemäß§ 1 Abs. 1 oder§ 3 Gebrauch gemacht wird, ein Vertretungsverbot erlassen. Auf das Vertretungsverbot finden die Vorschriften des§ 91b Abs. 2 bis 4 der Rechtsanwaltordnung entsprechende Anwendung. Gegen Rechtsanwälte der im§ 1 Abs. 2 bezeichneten Art ist das Vertretungsverbot nur zulässig, wenn es sich um die Anwendung des§ 3 handelt. § 5. Die Zurücknahme der Julassung zur Rechtsanwaltschaft gilt als wichtiger Grund zur Kündigung der von dem Rechtsanwalt als Tienstberechtigtem abgeschlossenen Dienstverträge. § 6. Ist die Zulassung eines Rechtsanwaltes auf Grund dieses Gesetzes zurückgenommen, so finden auf die Kündigung von Mietverhältnissen über Räume, die der Rechtsanwalt für sich oder seine Familie gemietet hatte, die Vorschriften des Gesetzes über das Kündigungsrecht der durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums betroffenen Personen vom 7. April 1933 entsprechende Anwendung. Das Gleiche gilt für Angestellte von Rechtsanwälten, die dadurch stellungslos geworden sind, daß die Zulassung des Rechtsanwaltes zurückgenommen oder gegen ihn ein Vertretungsverbot gemäß§ 4 erlassen ist. Durch dieses sind die von den Landesjustizverwaltungen getroffenen weitergehenden Maßnahmen, die nur vorläufigen Charakter haben konnten, überholt und gegenstandslos geworden. Deutschland. Neue Kirchenwahlen im Herbst? B93 Berlin, 10. April.(Funkspruch.) Wie das NachrichtenDas Gesetz über Orden und Titel. WTB. Berlin, 10. April.(Funkspruch.) Im Reichsgesetzblatt Nr. 35 wird das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 7. April 1933 veröffentlicht. Danach werden Titel verliehen vom Reichspräsidenten und den Reichsstatthaltern, in Preußen vom Ministerpräsidenten in Vertretung des Reichskanzlers. Die Bezeichnung der Titel und die Voraussetzungen, unter denen sie verliehen werden können, setzt der Reichspräsident fest. Akademische Grade werden hierdurch nicht betroffen. Orden und Auszeichnungen für die Erretrung von Menschen aus Lebensgefahr(Rettungsmedaillen) kann nur der Reichspräsident verleihen. Weitere Bestimmungen hierüber sind dem Reichspräsidenten vorbehalten. Treudienstabzeichen verleihen die Landesregierungen. Die Annahme der vom Reichspräsidenten verliehenen Auszeichnungen bedarf keiner landesrechtlichen Genehmigung. Der Reichspräsident bestimmt die Voraussetzungen, unter denen ein Deutscher Titel, Orden und Ehrenzeichen von einer ausländischen Regierung annehmen darf. WP. Köln, 8. April. Unter der Ueberschrift„Rheinische Zeitung" aus Stadtgeldern erbaut.— Der„Westdeutsche Beobachter“ im ehemaligen August=Bebel=Haus“— schreibt der„Westdeutsche Beobachter“ in seiner heutigen Ausgabe u. a.: Bei Sichtung des stadtkölnischen Materials wurden in den letzten Tagen sensationelle Feststellungen über den Neubau des Verlagsgebäudes der„Rheinischen Zeitung", des sog. AugustBebel=Hauses in Köln=Deutz gemacht. Man stellte fest, daß das August=Bebel=Haus, zu einer Zeit, als die Stadt Köln schon in den größten Geldschwierigkeiten war und Gelder für lebensnotwendige Dinge nicht mehr aufbringen konnte, ganz mit städtischen bzw. öffentlichen Geldern erbaut worden ist. 419000 Mark schuldet die Zeitung der Stadt Köln, der städtischen Sparkasse u, 10. April.(Funkspruch.) In Zusammenhang und den Sparkassen der Landkreise Köln, Bergheim und Mölmit dem neuen Gesetz über die Zulassung von Rechtsanwälten heim. Bereits die zweite Rückzahlungsquote wurde infolge wird von zuständiger Seite darauf hingewiesen, daß Rotare, so- Zahlungsunfähigkeit des Schuldners gestundet, d. h., die„Rheiweit sie Beamte sind, unter das am Sonnabend erlassene Be= nische Zeitung" war längst außerstande, ihren Verpflichtungen amtengesetz fallen; soweit sie nicht Beamte sind, gelten für sie die nachzukommen, ohne daß auch nur das Geringste gegen sie unterlandesgesetzlichen Bestimmungen.. nommen worden wäre. Weiter schreibt das Blatt, daß außer der Die Frage der Zulassung von Notaren. CNB. Berlin, 10. April.(Funkspruch.) In Zusammenhang büro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger meldet, weist gelegentlich einer Veranstaltung der Nationalsozialistischen Glaubensbewegung„Deutsche Christen“ der Reichskulturwart Bierschwale darauf hin, daß die letzten Kirchenwahlen am 13 November deshalb nicht die notwendige Gleichschaltung von Staat und Kirche erbracht hatten, weil diesen Kirchenwahlen ein vollkommen veraltetes Wahlrecht zugrunde gelegen habe. Die Glaubensbewegung„Deutsche Christen“ werde dafür sorgen, daß zur Gleichstellung von Kirche und Staat im Herbst dieses Jahres neue Kirchenwahlen durchgeführt würden unter Zugrundelegung des allgemeinen direkten und geheimen Wahlrechtes. Der Verleger des Berliner Tageblattes legt die Leitung des Hauses Rudolf Mosse nieder. CNB. Berlin, 8. April. Die Geschäftsführung der RudolfMosse=Stiftung veröffentlicht an der Spitze der Sonntagsausgade des Berliner Tageblattes die Erklärung, daß der Verleger Lachmann=Mosse sich entschlossen hat, die Leitung des Hauses Rudolf Mosse niederzulegen und die Geschäftsführung in die Hände altbewährter Mitglieder seines zu Gleichvon 15 gemeiner des Alschet ehechcick dbesce Seäice führung verbindet mit einem Dank an das Ehepaar LochmannMosse das Gelöbnis von Angestellten und Arbeitern, die Unternehmungen im Geiste des Begründers der Familie und einer nationalen und demokratischen Weltanschauung fortzuführen. In diesem Sinne werde die gesamte Kraft eingesetzt werden für den Aufbau des Vaterlandes. In einem einleitenden Artikel des neuen Geschäftsführers Karl Vetter wird weiterhin mitgeteilt, daß von heute ab Dr. Erich Haeuder die Innen= und Kulturpolitik Dr. Josef Räuscher die Außenpolitik und Dr. Felix Pinner die Wirtschaftspolitik des Berliner Tageblattes leiten wird. Eine Erklärung der Kölnischen Volkszeitung. WTB. Köln, 8. März. Die Kölnische Volkszeitung veröffentlicht folgende Erklärung„In eigener Sache": Der Vorstand der Kölner Görreshaus=A.=G. hat beschlossen, am Montag, 10. April, den Antrag auf Eröffnung des Liquidationsvergleichsverfahrens zu stellen. Zugleich sind die Vorstandsmitglieder Generalkonsul Heinrich Maus und Konsol Julius Stocky von ihren Aemtern im Vorstande zurückgetreten. Der Verlag der Kölnischen Volkszeitung wird unter neuer Leitung auf eine andere wirtschaftliche Grundlage gestellt werden. Die kulturelle Grundhaltung der Zeitung und ihre politische Richtung erfahren keine Aenderung. Drei SA=Leute niedergeschossen. CNB. Düsseldorf, 8. April. Drei SA=Leute, die dem Motorsturm angehören, wurden heute nacht von einem Passanten angepöbelt. Als sie sich die Beleidigungen verbaten, zog der Zivisist einen Revolver und gab fünf Schüsse ab. Die SA=Männer Ulbrich und Stollenwerk wurden durch Bauchschuß lebensgefährlich verletzt. Der Scharführer Paschen erhielt einen Lungensteckschuß. Der Täter konnte flüchten. Aus den Redensarten des Täters war zu entnehmen, daß es sich um einen Kommunisten handelt. Der 25B. unter neuer Führung. CNB. Hamburg, 9. April. Gesamtverwaltung und Aussichtsrat des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes traten heute im Hamburger Verbandshaus im Beisein des Beauftragten der RSOAP., des Reichstagsabgeordneten und ehemaligen Vizepräsidenten des Reichstages, Stöhr, zu entscheidenden BeVize Reichstages, Stöhr, zu entscheidenoen Beratungen zusammen. Verbandsvorsteher Bechly stelte den Antrag, ihn von seinem Amte zu entbinden und seinen Stellvertreter Hermann Miltzow zum Vorsteher des Verbandes zu ernennen. Die leitenden Körperschaften des DHV. würdigten die Haltung des Verbandsvorstehers Bechly und beriefen entsprechend seinem Wunsche Hermann Miltzow zu seinem Nachfolger. Juternationale parlamentarische Handelskonserenz in Rom. BD3. Berlin, 10. April.(Funkspruch.) Wie das Nachrichtenbüro des B03 meldet, findet in den Tagen vom 19. bis 23. April in Rom eine internationale parlamentarische Handelskonferenz statt, auf der alle Kulturnationen vertreten sind. Die Delegation des Deutschen Reiches wird geführt vom Reichstagspräsidenten Göring. Ihr gehören außerdem die Abgeordneten Keppler (Nat.=Soz.), Prof. Dessauer(3.), Graf von Quadt(Bayr. Volksp.) und ein Deutschnationaler, der von der Deutschnationulen Partei bisher nicht endgültig benannt worden ist. Die Sozialdemokraten sind von der Teilnahme ausgeschlossen worden. Diese internationalen parlamentarischen Handelskonferenzen finden in Zwischenräumen von mehreren Jahren statt. Die letzten Veranstaltungen dieser Art waren in Brüssel und Rio de Janeiro. Auf der Tagesordnung der Konferenz in Rom stehen alle kulturellen Fragen der internationalen Handelsbeziehungen. Die römische Konferenz ist die 18. Vollsitzung. Der italienische Ministerpräsident Mussolini hat das Ehrenprotektorat übernommen. Fehlgeleitete öffentliche Gelder. Ein Kapitel kommunaler Mißwirtschaft. Finanzierung des Verlagsgebäudes der Zeitung noch Hunderttausende an Steuergeldern zur Verfügung gestellt wurden, damit die Gehälter und das monatliche Defizit gedeckt werden konnten, Nach Feststellung dieser Tatsachen habe Oberbürgermeister Riesen gestern vormittag sofort das aus öffentlichen Geldern erstellte und der Stadt Köln gehörende Gebäude unter Zwangsverwaltung genommen, um weitere Verluste an diesem zu verhüten und für die Stadt an Geldern zu retten, was noch zu retten ist. Während der in erster Linie für dieses Geschäft verantwortliche Geschäftsführer der„Rheinischen Zeitung" Leverberg geflohen ist, erklärten laut„Westd. Beobachter“ die erreichbaren Gesellschafter Gilsbach und Nordmann, nichts von der Sache gewußt zu haben und über die Finanzierung des Neubaues nicht unterrichtet gewesen zu sein. Die Stadtverwaltung habe gestern, nachdem das Haus unter Zwangsverwaltung gestellt worden war, das Gebäude an den Gauverlag Köln=Aachen der NSOAP. vermietet, so daß ab morgen die Gauzeitung„Westdeutscher Beobachter" im ehemaligen AugustBebel=Haus hergestellt werde. z1 Der Heiertag der nationnien=Arbenl. CRB. Berlin, 8. April. Nachdem das Reichskabinett gestern den Gesetzentwurf, den 1. Mai zum Feiertag der nationalen Arbeit zu erklären, angenommen hat, sind jetzt die Vorbereitungen für die Durchführung dieses Feiertages in den wesentlichsten Grundzügen festgelegt worden. Die Reichsregierung wird an den Veranstaltungen des Tages stärkstens teilnehmen. Selbstverständlich wird der gesamte Apparat des Rundfunks in den Dienst der Sache gestellt werden. Der Reichskanzler wird aus allen Teilen des Reiches Vertreter der Arbeiterschaft empfangen, die unentgeltlich mit Flugzeugen nach Berlin befördert werden sollen. Am Mittag wird im Lustgarten eine große Kundgebung stattfinden, Der Delegationsführer der Vereinigten Staaten in Berlia. und am Abend eine Massenveranstaltung auf dem Tempelhofer Feld, bei der man mit einer Beteiligung von 500 000 bis 600 000 Personen rechnet. Bei dieser Gelegenheit wird der Reichskanzler eine Proklamation an die Arbeiterschaft richten. Alle öffentlichen Gebäude werden am 1. Mai Flaggenschmuck zeigen. Außerdem sind überall Platzkonzerte in Aussicht genommen. Auch in den Arbeitsdienstlagern sollen überall Feiern stattfinden. Weiter wird die Regierung veranlassen, daß Straßenbahnen, Autobusse und die anderen Kraftwagen beflaggt werden sollen. Die Lokomotiven der Eisenbahnen werden mit frischem Grün geschmückt werden. In gleicher Weise sollen nach Möglichkeit auch die Häuser ein festliches Ansehen bekommen. Vizekanzler von Papen in Rom. WTB. Rom, 9. April. Vizekanzler von Papen ist in Begleitung seiner Gemahlin am Sonntagvormittag zu einem kurzen Osterurlaub in Rom eingetroffen. Zu seiner Begrüßung waren auf dem Bahnhof der deutsche Botschafter beim Quirinal, der Botschafter beim Heiligen Stuhl, der bayerische Gesandte beim Heiligen Stuhl und eine große Anzahl in= und ausländischer Pressevertreter erschienen. Im Laufe des Sonntagnachmittags besuchte Vizekanzler von Papen in Begleitung eines Mitgliedes des Parteidirektoriums die Ausstellung der Faschistischen Revolution. Ueber das Programm des Vizekanzlers, der während seines Aufenthalts in Rom sämtlichen großen Feierlichkeiten in der Peterskirche beiwohnen wird, steht noch nichts fest. Pressevertretern gegenüber erklärte er in Bozen, wo ihm der dortige Präfekt den Gruß der italienischen Regierung übermittelt hatte, er freue sich ganz außerordentlich, wieder nach Italien zu kommen, was er bereits zum vierten Male bereise. Er werde während seines kurzen Urlaubs Gelegenheit haben, vom Chef italienischen Negierung und vom Papst empfangen zu werden. Bei dem Wiederaufbauwerk der neuen Reichsregierung unter Zusammenfassung aller gesunden Kräfte des deutschen Volkes sei für Deutschland die Herzlichkeit und Freundschaft ganz besonders erfreulich, die das faschistische Italien und sein Regierungschef ihm beweise. wolle die Geschicke unseres viel geprüften Volkes zum Guten wenden, wolle Haß und Zwietracht von ihm fernhalten, Frieden und Einigkeit, Wohlfahrt und Freiheit und den gebührenden Platz unter den Völkern der Erde ihm wiedergeben. Deutschland. Oberhirtliche Kundgebung. CNB. Köln, 9. April. Die Kölnische Volkszeitung veröffentlicht eine ihr von zuständiger kirchlicher Seite zugegangene Mitteilung, in der es u. a. heißt: Die Metropoliten der Kölner und der Paderborner Kirchenprovinz sowie der Oberhirt der Diözese Osnabrück, trafen vergangenen Samstag in Köln zu einer kurzen Besprechung zusammen, die sich wegen der außerordentlich ernsten Fragen nahelegte, vor die gegenwärtig die katholische Kirche in Deutschland sich gestellt sieht. Diese vordringlichen Fragen werden auch Gegenstand eingehender Beratung sein auf der üblichen jährlichen Bischofskonferenz, die in diesem Jahre zu einem bedeudend früheren Termin stattfinden soll. Die am Samstag in Köln weilenden Oberhirten ersuchen auf dem Wege durch die katholische Presse, da bei der Kürze der eine andere Art der Bekanntmachung nicht mehr möglich ist die Geistlichen ihrer Diszesen während der bevorstehenden heiligen Tage der Karmoche und des Osterfestes die Gläubigen zu besonders inständigem Gebete um sich versammeln zu wollen. Erfüllt von heißester Liebe zu ihrem Vaterlande, dessen nationalen Aufstieg sie stets mit allen Kräften fördern, flehen die Bischöfe zu Gott, der in unendlicher Liebe seinen eingeborenen Sohn zur Erlösung für alle Menschen dahingab, er Gesetze über Aenderung der Kraftfahrzeugsteuer und über Rennwettsteuererhöhung. WTB. Berlin, 8. April. Die Reichsregierung hat am 7. April ein Gesetz über Aenderung der Kraftfahrzeugsteuer und ein Gesetz über Erhöhung der Rennwettsteuer beschlossen. Der wesentliche Inhalt der Gesetze besagt: Kraftfahrzeugsteuer. In Zukunft sind neue, d. h. nach dem 31. März 1933 erstmalig zum Verkehr zugelassene Personenkrafträder und Personenkraftwagen steuerfrei, und zwar nicht nur in der Hand des ersten Erwerbers, sondern überhaupt. In formeller Hinsicht ist vorgesehen, daß in Zurunst bei monatlicher Zahlung der Steuer an Stelle von Vierteljahreskarten mit Teilzahlungen nur Monatskarten ausgestellt werden. Für Kraftdroschken ist der Reichsminister der Finanzen zur Anordnung gewisser Erleichterungen ermächtigt. Rennwettsteuer. Die Reichsregierung hat beschlossen, den Steuersatz für die beim Buchmacher abgeschlossenen Wetten dem für Totalisatorwetten anzugleichen, d. h., die Buchmachersteuer von zehn vom Hundert auf 16½ vom Hundert des Wetteinsatzes zu erhöhen. Für die Buchmachersteuer wird die Schlüsselstellung dahin geändert, daß die Steuer auf die Länder zu einem Drittel nach dem Aufkommen in den einzelnen Ländern und zu zwei Dritteln nach der Bevölkerungszahl verteilt wird. Das Gesetz tritt mit dem 1. Mai 1933 in Kraft. Norman Davis (rechts) nach der Ankunft auf dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin, wo der Führer der amerikanischen Delegation auf der Genfer Abrüstungskonferenz und der kommenden Weltwirtschaftskonferenz mit der Reichsregierung sich über wichtige wirtschaftliche und politische Fragen besprechen wird. Norman Davis beim Reichspräsidenten. WTB. Berlin, 8. April. Der Herr Reichspräsident empfing heute den zurzeit in Berlin weilenden amerikanischen Sonderbotschafter Norman Davis. Norman Davis nach Paris abgereist. WTB. Berlin, 9. April. Der amerikanische Sonderdelegierte Norman Davis ist heute abend um 9,35 Uhr in Beglcie tung seiner Gattin vom Bahnhof Friedrichstraße im Nordexpreß von Berlin nach Paris abgereist. Ehrung des Staatsministers a. D. Dominicus. CRB. Stuttgart, 8. April. In einer Hauptausschußsitzung der Deutschen Turnerschaft wurde ein Antrag des Vorstandes angenommen, worin dem seitherigen ersten Vorsitzenden, Staatsminister a. D. Dominicus, für das ungewöhnliche Maß von Arbeit, das er für die Deutsche Turnerschaft geleistet hat, gedankt und ihm die höchste Auszeichnung, die Ehrenurkunde der Deutschen Turnerschaft, verliehen wird. Außerdem wurde ein Antrag angenommen, wonach sich die Deutsche Turnerschaft der neuen nationalen Regierung zur Verfügung stellt und wonach Männer und Frauen, die nach ihrem bisherigen öffentlichen Auftreten für die neue nationale Regierung nicht tragbar sind, als Inhaber von Aemtern innerhalb der Deutschen Turnerschaft ebenfalls nicht tragbar sind. Der Ausschuß hat serner beschlossen, den Arier=Paragraphen einzuführen, vorbehaltlich der Zustimmung des Deutschen Turntages. Japans neuer Berliner Botschafter besucht den Reichsprändenten. Solinger Palast=Theater. „Strich durch die Rechnung“. Einmal ein richtiger Sportsfilm mit frischem Wind. Heinz Rühmann in der Hauptrolle als Rennfahrer Willy Streblow, neben ihm Hermann Speelmans, Fritz Kampers und Otto Wallburg als Manager sind ausgezeichnete Sportstypen, derb, waschecht, die eine urwüchsige Sprache sprechen. Auch das Milieu ist echt: der nicht gerade wohlgeoronere Fahrradladen des alten Spenglers, die primitive Laubenwohnung des Rennfahrers Streblow draußen vor der Stadt. Der lebendige, humorvolle Zug geht natürlich im besonderen von Heinz Rühmann aus, der den jungen, schnoddrigen Rennfahrer, der zum ersten Mal seine Kunst erproben will, glänzend charakterisiert. Willy hat natürlictz, guch eine Braut, und das ist ausgerechnet die Tochter des Fahrraohanolers, der ihm nichts mehr pumpen will. Also Krach mit dem zukünftigen Schwiegervater und dann ein Krächlein mit der Liebsten. Tony van Eyck schmollt und zankt ganz niedlich. Schuld an dem ganzen Manöver hat der kleine Bruder der Braut, der, Feuer und Flomme für den Willy, seinem alten Papa heimlich zwei Räder klaut und dann auch noch, als Willy des Diebstahls verdächtigt wird, seine Sparbüchse zerschlägt und einen regulären Kauf vortäuscht. Das ist rührend und zum Lachen zugleich Jedenfalls verschafft sich der Junge domit beim Publikum eine ganze Portion Sympathie. Lut ist dann auch noch eine Szene zwischen den beiden, Siegenarhi, daten, in der der jüngere dem ältenen, verbrauchteren Spotesmunn zu Der neue Berliner Botschafter Japans, Matsuzo Nagai (Mitte), im Kreise seiner Beamten vor der Fahrt in die Reichskanzlei, wo er Reichspräsident von Hindenburg sein Beglaubigungsschreiben überreichte. seinen Gunsten auf den Sieg zu verzichten verspricht. Wie das geschieht. so ohne viel Aufhebens, knapp mit wenig Geste, ist eine vortreffliche Leistung. Zum Schluß sieht man denn voll Spannung dem Rennen zu, das auch photographisch sehr sein wiedergegeben wird. Und zum großen Erstaunen, trotz aller Schiebung— das Wort Schiebung fällt übrigens sehr häusig, natürlich nur hinter den Kulissen— geht aus dem Rennen doch Willy als Sieger hervor, und er umarmt das Mädchen seines Herzens. H. 29. Grünewald=Theater. Neue Einstellungen bei der Deutschen Reichsbahn. wtb. Berlin. 8. April. Zur Belebung des Arbeitsmarktes hat sich die Deutsche Reichsbahn entschlossen, bisher zurückgestellte Arbeiten in ihren Ausbesserungswerken auszuführen von sofort ab 5000 Mann aus nationalgestnnten Sgileng# einzustellen. Bei der vorhandenen Ueberalterung ist es geboten, in erster Linie jüngere Kräfte zu berücksichtigen. Actjähriger Knabe erschlägt seine Gespiell.“ enb. Waldshut(Baden): 8. Adril. Der Wiesengrund Stolkenmatt in der Gemarkung Strittmatt war gestern der Schauplatz eines schreckenerregenden Vorfalles. Der achtjährige Schuler####ch Frommherz aus der Gemeinde Strittmatt war mit der siebenjährigen Gertrud Kaiser nach dem Wiesengrund gegangen, um Blumen zu suchen. Eine Stunde später kam der Junge al nach Hause zurück. Die Eltern des Mädchens machten sich auf die Suche und fanden zu ihrem Entsetzen ihr Töchterchen in dem Wiesengrunde erschlagen auf. Die Untersuchung ergav, daß der Knabe seine Gespielin mit einem Holzprügel und einem Stein erschlagen hatte. Explosion eines Elektrolotes. Ein Schüler schwer verletzt. wlb. Stralsund, 8. April. Auf dem Grundstück Papenstraße 5 kam es gestern abend zu einer Explosion. Der 12jährige Schüler Helmut Matz, dessen Eltern auf dem Grundstück wohnen, hatte am Nachmittag ein Minensuchboot besucht, das im Hafen liest und bei dieser Gelegenheit mit einem gleichaltrigen Schuler zwei Elektrolote von Bord entwendet. Eines davon wurde zur Explosion gebracht und riß Matz drei Finger von der linken Hand ab. Außerdem wurde dem Schüler der Bauch aufgerissen. Der verletzte Knabe wurde sofort ins städtische Krankenhaus ge Das zweite Lot hatte der andere Schüler vorher in den Hafen geworfen. Die Minensuchflottille gibt hierzu bekannt: Die Elektrolote sind kleine Metallkörver, die Kavseln mit geringer Ladung enthalten. Das Elektrolot ist sonst durch drei Sicherungen geschützt. Die Lote werden bei Messungen zu Wasser gelassen. Beim Aufschlagen auf den Boden kommt die Ladung zur zeigt dann durch eine Stopvuhr die Wassertiefe an. Auf Grund des oben geschilderten Vorfalls ist vom Kommando sofort der Besuch von Minensuchbooten durch Kinder ohne Begleitung untersagt worden. 17 000 verbilligte Hochzeitsreisen nach Rom. enb. Rom, 8. Avril. Von Juli vorigen Jahres bis zum gestrigen Tage haben 17 235 Braupaare von der besonderen Fahrpreisermäßigung Gebrauch gemacht, die die italieptscheng# eisenbahnen für Hochzeitsreisen von und nach Rom gewähren. Viele von diesen Karten wurden an den Grenzstationen und von leuständlichen Boenhuuen verkach. das Schicksal eines jungen Menschenkindes vor, das Schicksal vieler ist. Mädel, das sich Mutter fühlt, ist eine Stenotypistin, die mit einem kleinen Gehalt sich selbst und ihre Mutter zu ernähren hat, und deren Geliebter ein Werkstudent, der wegen plötzlichen Abbaus des Vaters sein Studium abbrechen muß. In der Furcht, daß sie, von der Umre#t. geächtet, ihre Stellung verlieren wird, jo selbst zu ängstlich, sich der Mutter anzuvertrauen, eilt sie von der Aerztin, die ihr selbstverständlich ihre Hilfe versagt, sie aber auch vergeblich zu ermutigen sucht, zu einem der ihr helfen will, aber mehr Geld verlangt, als sie aufbringen kann. Dann drängt sich ihr bedenkliche Hilse auf, auf die sie aber verzichtet, weil sie eben auch dafür nicht Geld genug besitzt, bis sie schließlich nach einem mißglückten Selbstmordversuch ihrer Mutter ins Haus gebracht wird, die dann die packenden Worte spricht:„Ein mensch verzweifelt unter unseren Augen und wir sehen es nicht, wir sind mit Blindheit geschlagen, bis das Unglück geschehen ist, bis wir schuldig geworden sind.“ Sehr geschickt nutzt die Regie die Fieberphantasien des verzweiselten Mädels, aus diesem Einzelschicksal Variationen abzuleiten. So erscheinen vor dem Auge des Zuschauers erschütternde Frauengestalten, die unter der Not der Zeit den Mut zur Mutterschaft verloren haben, Väter, die bei der Ankunft des Kindes davonlaufen, statt sich zu freuen, dann aber bringt der Film dazu kontrastierend— und damit erfüllt er eigentlich seine Hauptaufgabe— strahlendes Mutterglück, das die Mutterschaft siehlt, und zugleich mit einem Appell der Hauptdarstellerin= zum „Das erste Recht des Kindes“. Dieser Film, der den Untertitel„Aus dem Thegepont###e. Haa ine lärztin“ führt, wurde nach einem Manuskript von szeniert. Er setzt sich ähnlich wie„Acht Mädels im Voot“ mit dem Problem der unfreiwilligen Mutterschaft auseinander. Sein Motto lautet: Das erste Recht des Kindes ist, willkommen zu sein. Re e ce eccee Bezwingung sich schon viele Menschen vergeblich bemüht haben! Das Gute an dem Film aber ist, daß er die Bedeutung dieser Fragen ins richtige Licht zu rücken weit. Der Film hat Zeitgesicht. Er führt uns Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. Technischo Behluge Nr 7. zum Sollnger Tageblatt. II. April 1933. Die Deutsche Seewarte. Die Deutsche Seewarte ist als Wahrzeichen des Hamburger Hafens jedem Seefahrer wohl bekannt. Sie ist aber auch gleichzeitig ein Zeichen für die glückliche Verbindung von Wissenschaft und Leben, und zwar in Ihrer gegenseitigen Befruchtung. Die wissenschaftliche Arbeit, die dort geleistet wird, bezweckt die Sicherung und Abkürzung der Seewege. Ihr Wetterdienst ist Schutz für den Seemann und den Fahrgast, ihr Wirkungsbereich erstreckt sich über die ganze Erde; und da die Erde nicht nur aus Wasser besteht, sondern auch aus Land und Luft, so hat sie ihren Dienst über den Seeschiffverkehr hinaus Die Reisekosten des Kilowatts. Wir haben uns unter dem Druck der wirtschaftlichen Nöte, daran gewöhnt, alle Dinge des täglichen Lebens zuerst unter dem Gesichtswinkel ihrer Kosten zu betrachten. Das gilt nicht nur für die entbehrlichen Dinge. Viel mehr noch als der Pelzmantel und die Sommerreise, auf die wir allenfalls verzichten können, zwingen uns die Verbrauchsgüter, auf die wir schlechterdings angewiesen sind, zu schärfster Kalkulation. Es verstcht sich von selbst, daß wir die laufenden Ausgaben unseres Haushalts nach Möglichkeit herunterzudrücken versuchen. Es ist an auf den Sseluftverkehr ausgedehnt und nach dem Kriege die zich begreiflich, daß uns das Wasser, das Oas, der elektrische ehemaligen deutschen Kolonien in ihre Wetterbeobachtungstätigkeit eingeschlossen. Dies alles ging aus einem Vortrag hervor, den der Direktor der Deutschen Seewarte, Exzellenz Dominik, kürzlich vor der Technisch-Literarischen Gesellschaft hielt. Auf der Tagung Deutscher Erdkundiger in Frankfurt a. M. gab Dr. Georg Neumayer im Jahre 1865 die Anregung zur Gründung. Der Gedanke wurde durch die tatkräftige Unterstützung Hamburgs und Bremens schnell verwirklicht: Am 1. Januar 1868 konnte die„Norddeutsche Seewarte“ die Anzeige ihrer Errichtung veröffentlichen. Diese Norddeutsche Seewaite war gleichzeitig ein Sinnbild der nach der Gründung des norddeutschen Bundes neu erwachten Lebenslust des deutschen Seehandels, denn die Schlagbäume der Kleinstaaterei waren gefallen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit war erstarkt Handelshäuser, Reeder und Seefahrer erkannten den Wert der gemeinsamen Flagge auf allen Meeren. Die Norddeutsche Seewarte stand unter der Leitung von Predens, der seine Hauptaufgabe darin erblickte, auf Grund der von deutschen Seeschiffern geführten Wettertagebücher die besten Seewege ausfindig zu machen. Im Jahre 1874 beschloß der Reichstag die Errichtung einer Hauptstelle für Meereskunde und Sturmwarnungswesen, und hald darauf nahm die neue Reichsdienststelle„Deutsche Secwarte“ ihre Tätigkeit unter der Leitung des ursprünglichen Anregers, des Professors Dr. Neumayer auf. In ihrer Abteilung 1 führte sie die Fredenschen Arbeiten auf dem Gebiete der Seewetterkunde fort. Die Abteilung II hatte sich zunächst mit allen den Fragen zu befassen, die mit der Beschaffung der geeigneten Geräte und ihrer Prüfungsmöglichkeit zusammenhingen. Sehr bald eroberten sich die Prüfungsbescheinigungen der Deutschen Seewarte die Anerkennung der Welt. In den Bereich dieser Abteilung gehören gie grundlegenden Untersuchungen über die schiffsmagnetischen Verhältnisse an Bord eiserner Schiffe, die Arbeiten über die Sichtweite und die Helligkeit der Schiffsrichtlichter, die man auf deutsch„Positionslaternen“ nennt. Dort wurden alle erdmagnetischen Beobachtungen gesammelt, die für die Herstellung der Weltkarten auf dieser Grundlage erforderlich waren. Die Pflexe der Wetterkunde, insbesondere auch der Küstenwetterkunde, und des Sturmwarnungswesens fiel der Abteilung III zu. Die Abteilung IV. dio Uhrenabteilung, hat sich um die deutsche Uhrenherstellung außerordentlich verdient gemacht. Bis zur Einführung der Funkerei hat die Deutsche Seewarte als einzige Wetterdienststelle in Deutschland Wetternachrichten beschafft und verbreitet. Durch ihre Vervollkommnung wurde der Wetterbeobachtungsbereich außerordentlich erweitert., Jetzt konnte man sich ein klares Bild über die Entwicklung des heranziehenden Wetters machen. Mit den Fortschritten von Wissenschaft und Technik hat die Seewarte die alten Aufgaben erweitert und vielfach gänzlich neue Wege beschritten. Funkpeiler, Kreiselkompaß und Echolot wurden gemeinsam von Seeleuten und Physikern bearbeitet. Die Seewarte hat Anteil an der wichtigen Schaffung eines überstaatlichen, einheitlichen Wettertelegrammschlüssels. Als Kulturleistung für die große deutsche Oeffentlichkeit wird von der Seewarte der umfangreiche tägliche Wetterbericht herausStrom zu teuer erscheint. Und doch würde eine nüchterne Kalkulation mit dem Rechenstift in der Hand uns in manchen Bällen eines Besseren zu belehren, wenn wir sie einmal auf die Anlagen ausdehnen wollten, die uns zur Deckung unserer täglichen Bédürinisse zur Verfügung stehen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Was kostet eigentlich unsere elektrische Stromversorgungsanlage? Wir meinen nicht die Installation in unserer Wohnung, sondern die Maschinen und Leitungsanlagen, die im Kraftwerk und den Verteilungsnetzen für jeden einzelnen Stromabnehmer verfügbar sein müssen, um ihm jederzeit, wann immer es ihm beliebt, an allen seinen Verbrauchsstellen elektrische Energie zu liefern. Eine genauere Kenntnis dieser Ziffern ist nichts weniger als totes Wissen. Sie gibt uns vielmehr einen interessanten Einblick in die Bedingungen, unter denen die Elektrizitätswirtschaft als einer der wichtigsten Zweige des modernen Wirtschaftslebens zu arbeiten hat. Wir wollen, um die Rechnung möglichst einfach zu gestalten, annehmen, ein Stromabnehmer habe 25 Glühlampen zu 40 Watt in seiner Wohnung(in Wirklichkeit hat er vielleicht weniger Lampen, dafür aber ein elektrisches Bügeleisen, einen Haartrockner, einen Staubsauger u. dgl.). Sein gesamter elektrischer „Anschlußwert“ beträgt dann genau ein Kilowatt. Er kann, wenn es ihm beliebt, diesen gesamten Anschlußwert auf einmal ausnutzen In der Kraftzentrale muß also eine Leistung von 1 Kilowatt ständig, jahrein, jahraus, für ihn zur Verfügung stehen. Die Bereitstellung dieser Leistung kostet bei einem Dampfkraftwerk im Durchschnitt 350 bis 400 Mark, die beim Bau der Kraftwerksanlage einschließlich Umspannwerk, Schaltanlage usw. aufgewendet werden mußten. Dieser Betrag muß verzinst und getilgt werden. Da Dampfkraftwerke ziemlich rasch veraltern, wird die Tilgungsquote reiativ hoch. Im ganzen wird man mit Kapitalkosten von etwa 1525 zu rechnen haben. Mit anderen Worten: Allein die Bereitstellung der Kraftwerksanlage für 1 Kilowatt Leistung kostet jährlich 54 bis 60 Mark! Nun muß diese Leistung dem Abnehmer aber auch zugeführt werden. Dazu braucht man Fernleitungen, Kabel- und Ortsnetze, Transformatoren, Hausanschlüsse usw. Die Anlagekosten hierfür sind von Fall zu Fall sehr verschieden. Es ist klar, daß die Vertellungsanlage für elektrische Energie innerhalb eines dicht besiedelten Gebiets, wie etwa in einer Großstadt, wegen der kürzeren Entiernungen von Abnehmer zu Abnehmer wesentlich billiger ausgeführt werden kann, als ein ländliches Verteilungsnetz mit weit auseinanderliegenden Verbrauchsstellen. Rechnen wir, um ein Durchschnittswert anzugeben, mit 900 Mark für die Verteilungsanlage eines Kllowatts und berücksichtigen wir, daß natürlich auch dieser Kapitalaufwand verzinst und getilgt werden muß, was etwa 12% erfordert, so ergibt sich allein für die Bereitstellung der Verteilungsanlage für ein Kilowatt ein jährlicher Kostenaufwand von 108 Mark! Das Elektrizitäswerk hat also allein an Kapitaldienst für den betrachteten Stromabnehmer jährlich 160 bis 170 Mark aufzuwenden. Hinzu kommen nun bei der eigentlichen Stromlieferung noch die Betriebskosten, d. h. die Aufwendungen für Brennstoff. Reparaturen usw., die Bedienungskosten, die Aufwendungen für Verwaltung, Versicherung, Steuern und sonstigen Abgaben. die Stromverluste bei der Fortleitung u. dgl(Bei der Vielzahl der Abnehmer nach der verschiedenzeitlichen Benutzung der elektrischen Anlagen, wird für den einzelnen nie der evtl. Anschlußwert zu Grunde gelegt. Die Red.) Es ist kennzeichnend für die elektrizitätswirtschaftliche Situation, daß die von der tatsächlichen Stromerzeugung abhängigen Kostenantelle relativ gering sind gegenüber den obengenannten Kapitalkosten, die unabhängig von der wirklichen Produktion vorhanden sind. Daraus folgt, daß die einzelne erzeugte Kilowattstunde um so billiger wird, je mehr Kilowattstunden insgesamt innerhalb eines Jahres erzeugt werden. Die für den betrachteten Stromabnehmer zur Verfügung stehende Erzeugungs- und Fortleitungsanlage für ein Kilowatt vermag. wenn sie das ganze Jahr hindurch ununterbrochen arbeitet, 8760 Kilowattstunden zu erzeugen und fortzuleiten. Benutzt jedoch der Abnehmer sie nur 1000 Stunden im Jahr, so erzeuzt und verteilt sie nur 1000 Kilowattstunden. Im ersten Fall also verteilen sich die„festen Kosten“ auf 8760, im letzten nur aus 1000 Kilowattstunden. In Wirklichkeit kommt jedoch ein gewöhnlicher, überwiegend nur elektrisches Licht, nicht aber auch elektrische Wärme verbrauchender Haushalt kaum auf 500 Benutzungsstunden im Jahr, so daß in unserem Beispiel auf jede von ihn verbrauchte Kilowattstunde allein 30 bis 35 Pfg. Kapitalkosten entfallen. Wenn nicht besondere Umstände hinzukämen, die mit dem Begriff des Gleichzeitigkeitsfaktors zusammenhängen und deren Erörterung hier zu weit führen würde, wäre die Haushaltsstromversorgung schon zu den heute üblichen Strompreisen also gar nicht möglich. Man erkennt daraus aber zugleich, wie wichtig und aussichtsreich ein erhöhter Stromverbrauch für die erhoffte Verbilligung der Strompreise ist, was alle diejenigen Stromabnehmer schon praktisch erfahren haben, die den elektrischen Strom in größerem Maßstab auch zur Wärmeerzeugung— Kochen und Heißwasserbereitung— benutzen. Gerbard Hempel. Nun war guter Rat'teuer, nan konnte doch unmöglich den ganzen Film noch einmal drehen, nur um eines falschen Wortes willen. Von dieser Misere hörte Herr Humphriß, der bis dabin bei der Filmgesellschaft als einfacher Tonmeister tätig war. Humphriß hatte die deutschen Versuche mit der tönenden Handschrift verfolgt und glaubte, mit dieser Erfindung den gefährlichen Namen ausmerzen und durch einen harmloseren ersetzen zu können. Die Gesellschaft überließ ihrem Tonmeister eine Filmkopie, die nach ihrer Ansicht ja doch wertlos war. Schon nach einer Woche brachte der junge Mann den Film zurück und behauptete, die Stimme der Schauspielerin Bennet an den entscheidenden Stellen„operiert“ zu haben. Bei der eben. Die Seewarte strebt e Ziel der Zukunft an, an den entscheidenden Stellen„overiert“ zu haben. Bei jedem Kanitän täglich zu bastim:: Matterkarte durch Vorführung des Filmstreifens ließ der Lautsprecher tatsächlich jedem Kapitäg täglich zu bestimmter Zeit die Wetterkarte durch Bildfunk auf den Kartentisch zu zaubern. Die Uhrenabteilung hat den Zeitsignaldienst neu hinzugenommen, der durch die Großfunkstelle Nauen ausgestrahlt wird und sich für die Ortsbestimmung auf der See von größter Bedeutung erwiesen hat. Für den Gezeitendienst wurde eine neue Abteilung angegliedert. Die alte Drachenwarte in Großborstel wurde im Jahre 1932 in einen Neubau am Flughafen Fuhlsbüttel verlegt. Das jüngste Kind der Seewarte ist die Seeflugabteilung, die 1927 vom Reichsverkehrsministerium gegründet worden ist. Diesem Ministerium ist die Deutsche Seewarte jetzt unterstellt, während sie bis zum Kriegsende der Admiralität unterstand. Die Absicht der Deutschen Lufthansa ist bekannt, im Atlantischen Meer den Lloyddampfer„Westfalen“ als Flughafen für die Postflugboote zu verankern. Auf der„Westfalen“ wird eine dauernd durch Wetterbeobachter besetzte Flugwetterwarte eim gerichtet. So reichen sich deutsche Seefahrer, deutsche Luftfahrer und deutsche Gelehrte in der Scewarte die Hand. In den 66 Jahren ihres Bestehens hat die Anstalt ihre Daseinsberechtigung erwiesen. Die neue Zeit, die schnell fortschreitende Technik und neue wissenschaftliche Anschauungen stellen ihr dauernd neue Aufgaben, die im Wettbewerb des Weltverkehrs zu erfüllen sind. Möge es der Deutschen Seewarte stets gelingen, den Forderungen auch weiterhin gerecht zu werden. Ihre Aufgabe ist die Sicherung des deutschen Seeschiff- und Seeflugverkehrs sowie die Förderung der deutschen Seewirtschaft— nach dem alten hanseatischen Spruch:„Mein Feld ist die Welt!“. M. R. P. Die sprechende Schreibmaschine kommt? Ein erstaunliches Tonfilm-Experiment. Eine deutsche Erfindung, die„tönende Handschrift“ der Forscher Rudolf Pfenniger und Fischinger ist nach einer englischen Meldung von dem Jungen Physiker E. A. Humphris auf eine sensationelle Weise ausgebaut worden. Die Deutschen hatten mit Zeichenfeder und Tusche auf einen Filmstreifen optische Kurven gezeichnet, die— in den Tonfilmapparat gesteckt— eine nie gekannte, von keinem Instrument gespielte Musik ertönen lassen. Der Engländer hat nach einem ähnlichen System zum ersten Male eine künstliche menschliche Stimme auf synthetischem Wege hergestellt. Ein höchst merkwürdiger Anlaß war es, der den jungen Physiker zu seinen Studien und seiner Erfindung führte. Die „Britische Internationale Filmgesellschaft“ hatte einen Tonfilm hergestellt, in dem die in England sehr bekannte Schauspielerin Constance Bennet die Hauptrolle spielte. Sie sprach des öfteren von einem in der Spielhandlung vorkommenden Verbrecher, und hatte nach der Anweisung des Regisseurs die nötige Verachtung in ihre Stimme gelegt. Nun hatte der Manuskriptschreiber diesem Sujet einen sehr unglückseligen Namen gegeben, nämlich an den beanstandeten Stellen genau im Tonfall der Bennet einen neuen, harmlosen Namen ertönen. Bei der nachfolgenden Premiere ließ die Filmgesellschaft das Publikum im Glauben, sie habe die beanstandeten Stellen mit der Bennet noch einmal gedreht. und dieser harmlose Betrug ist keinem der Anwesenden aufgefallen. Der junge Humphris hat keinem Menschen das ganze Geheimnis seines Verfahrens verraten. So ist er inzwischen von einem einfachen Tonmeister zu einer der bestbezahlten Leute der englischen Filmindustrie, zu einem Spezialisten fur schwierige Stimmoperationen und für synthetische Zusammenstellung nie gesprochener Worte geworden. Ueber die Arbeitsweise stcht so viel fest, daß er die zackenförmigen Aufzeichnungen der merschlichen Stimme in den Tonfilmen genauestens studiert und sich dann in vergrößertem Maßstabe ein Muster für jeden Laut, für jeden Vokal und Konsonanten angefertigt hat. Mit diesem ungeheurem Material von„Lautbuchstaben“ kann er nach Belieben den Baß alter Männer oder den Sopran einer berühmten Sängerin— in allerdings langwieriger und mühsamer Arbeit— synthetisch zusammenstellen. Die Ziele aller Forscher, die sich mit der tönenden Handschrift beschäftigen, laufen darauf hinaus, die katalogisierten Lautbuchstaben in einer Riesenschreibmaschine anzuordnen. Gelingt das— und daran ist nicht zu zweifeln, es ist nur eine Prage der Zeit—. so wird das mühevolle Arbeiten mit Feder, Tusche und Pinsel überflüssig. Auf einer Schreibmaschine tippt man die gewünschten Worte, die nach Ihrer Kopie auf einen Filmstreifen sofort im Lautsprecher vorgeführt werden können. In den Laboratorien der Deutschen und des Engländers ist man eifrig an der Arbeit. Wer von ihnen wird als erster den heis erstrebten Enderfolg meiden können? M.-P. Technische Monatsschau. Von Dr. Christian Siegert. Der vertlossene Monat brachte uns ein Jubiläum, das von weltumspannender Bedeutung ist: die„Internationale Union zum Schutze des gewerblichen Eigentums“ konnte ihr 50jähriges Bestehen feiern. Diese Union, ein Staatenübereinkommen, an dem 39 Länder beteiligt sind, hat eine Regelung des Patent-, Muster- und Zeichenwesens fast über alle Kulturländer zum Ziel. Den Anlaß zum Zustandekommen einer derartigen internationalen Vereinbarung gaben die Weltausstellungen, auf denen die Erfinder und Konstrukteure aller Länder ihre neuesten Maschinen zur Schau stellten. Wollten sie dabel gegen Nachahmung ihrer! Ideen geschützt sein, so mußten sie in dem betreffenden Staat ein Patent nachsuchen. Das konnte man als Ausländer nicht Lohne weiteres. Der wichtigste Grundsatz des 1883 ratifizierten Unionvertrages ist daher der, daß dem ausländischen Erfinder in jedem Vertragsland die Inländerstellung eingeräumt wird. Damit allein aber ist dem ausländischen Erfinder nicht gedient, tung im Ausland lohnend erscheinen lassen. Gerade diese-Aeit des Abwartens aber kann sich schädlich auswirken, denn Dritte können in der Zwischenzeit von der Erfindung Kenntms echalten und sie auf den eigenen Namen im Auslanc' zum Patentschitz anmelden. Aus dieser Schwierigkeit ist der zweite große Crundsatz des Unionsvertrages entstanden: die Exnrichtung des Prioritätsrechtes. Wer in einem Vertragsland ein Patent angemeldet hat, kann nunmehr innerhalb eines Jahres(bei Gebrauchsmistern sechs Monate) die gleiche Erfindung in einem oder mehreren anderen Vertragsländern zum Patentschutz ahmelden, ohne daß ihm jemand anderes dazwischenkommen kanh. Der Unionsvertrag, der durch vier Staatenkonferenzen Ergänzungen und Verbesserungen erfahren hat, hat sich als außer6rdentlich fruchtbar erwiesen. Einen sehr eigenartigen Effekt hat die Verwendung sogenannter seltener Erden in der Glastechnik hervorgebracht. Seltene Erden sind chemische Verbindungen, die im Monazitsand vorkommen, einem Material, das besonders von Auer von Welsbach durchforscht wurde und aus dem auch das leuchtende Material der Gasglühstrümpfe gewonnen wird. Eines der seltenen Elemente ist das Neodym. Setzt man dieses in bestimmter Menge einem Glasfluß zu, so erhält man Gläser von ganz besonders, artigen Eigenschaften. Da das Neodym die Fähigkeit besitzt, das grelle Gelb des Sonnenlichtes zu verschlucken oder zu „absorbieren“, wie der Fachmann sagt, so erscheint eine ducch Neodymglas betrachtete Landschaft in ihrer Helligkeit stark gedämpft. Das Glas wirkt also als Blendschutz. Das ist an sich nichts Neues und man bedient sich gefärbter Gläser in allen möglichen Farbnuancen für die gleichen Zwecke. Während aber durch alle bisherigen Blendschutzgläser die betrachtete Landschaft in unnatürlichen Farben erscheint, behält sie, durch Neodymglas betrachtet, nicht nur ihre natürlichen Farben, ja diese werden obendrein noch leuchtender: das Blau erscheint tiefer blau als mit dem unbewafineten Auge, das Rot ist leuchtender rot, kurz, alle Körperfarben erscheinen gesättigter. Diese sehr eigenartige Wirkung, die Farbkonstraste zu verstärken, verdankt das neue Glas einem merkwürdigen Umstand, der Tatsache nämlich, daß unser Auge drei Arten von Zäpfchen. rot-, grün- und blauempfindliche, besitzt, daß jede dieser Zäpfchengruppen von jeder Farbe angeregt wird, also beispielsweise die grünempfindliche von einer roten Farbe und umgekehrt, und daß die„Absorptionsstelle" des Neodyms gerade an jener Stelle liegt, an der sich die Grunderregungskurven der grünempfindlichen und der rotempfindlichen Zäpfchen überschneiden. Dadurch wird der Effekt erzielt, daß nunmehr die einzelnen Zäpfchen-Gruppen reiner erregt werden, daß gewisse Mischfarben wegtallen und die betrachteten Farben gesättigter erscheinen. Da mit der Erhöhung der Kontrastwirkung eine wesentliche Verbesserung des Unterscheidungsvermögens für den Betrachter verbunden ist, därtte das neue(as in erster Linie in der Fliegerei und der Seefahrt Anwendung finden, ferner im Automobilismus, im Wassersport, kurz für alle Sportarten. Es besicht aber auch die Möglichkeit, farbenschwachen(nicht farbenblinden) Personen, vermehrte Farbentüchtigkeit zu verleihen. * „IH“. Die Verstromung der Reichsbahn soll auch in diesem Jahr 1933 kräftig gefördert werden. Zu den bisher elektrisch betriebenen Strecken von 1638 m Länge sollen 260 km dazu kommen, u. a. die Fernstrecke Augsburg—Stuttgart. Nen In Auftrag gegeben sind 12 elektrische Schnellzug-, 20 Personenzuglokomotiven, verschiedene Wechselstromtriebwagen. Im vergangenen Jahre haben die Kraftwerke der Reichsbahn scine Viertelmilliarde Kllowattstunden-kWh geliefert, während der Gesamtverbrauch sich auf rund 900 Millionen kWh belief. den einer Familie des englischen Hochadels Die hochadelige denn er muß ja zunächst versuchen, in der Heimat das gewerbFamilie verbat sich den„Mißbrauch“ ihres Namens und drohte liche Schutzrecht zu erlangen und will oft abwarten, ob die Abdruck aller Veröffentlic mit der Klage, wenn er nicht sofort aus dem Film verschwäude. Erfolge seiner Erfindung im Inland den Versuch einer Verwer- nur mit Zustimmung des Verantwortlich: Dipl.-Ing. Ha. Abdruck aller Veröffentlichungen der# Vertassers #. Solingen. schen Beilage“ ist unstattet. „ 8 Dienstag, 11. April 1933 zum Solinger Tageblatt K Nr. 86— 124. Jahrgang „Everest überflogen— der Riese überlistet!“ Wie das Wagnis gelang— Das Flugzeug entdeckt die Wunder einer uneroberten Landschaft— Photos und kartographische Aufnahmen als Beweis— Eine Großtat ohne Zwischenfall. Nach einigen vorsichtigen Vorstößen und Versuchen hat die englische Expedition, die seit einigen Tagen in Purnca ihr Standlager bezogen hatte, den Mount Everest, der vorläufig als der höchste Berg der Erde gill, überflogen. Ein schlechter Anfang. Als die englischen Flieger unter Lord Clydesdale von Croydon, Londons Flughafen aus, in Riesensprüngen über Frankreich, Italien. Aegypten und Persien nach Indien wollten, wohin die Flugzeuge, mit denen der Bergriese bezwungen werden sollte, hon unterwegs waren, sah der Beginn gar nicht erfreulich aus. Kan hatte mit den Sportmaschinen diverse Pannen, mußie fast sechs Tage mehr brauchen, als man vorgesehen hatte, und kam schon verärgert im Standlager an. Aber dort wurde es noch schlimmer: das Wetter schien mit dem Teufel ein Bündnis geschlossen zu haben. Die Inder und Himalaya=Leute grinsten und dachten, der berüchtigte Berggeist des Himalaya werde den Weißen schon einen Streich svielen; er habe ja auch niemanden zu Fuß auf seinen Gipfel heraufgelassen... Erst regnete es, dann kam Nebel, schließlich pfiffen Eisstürme. Die Engländer, deren routinierteste Höhenflieger hier beisammen waren, ließen ihre Ballons zur Windmessung aufsteigen und spielten kleine Partien Golf und ein wenig Tennis, als es nicht desser werden wollte. „Alles bereit!“ ziehen sie den Blicken der Erdenbewohner. Wenn diese Flugzeuge nicht wiederkehren, wird ganz Indien wieder an den Berggeist des Himalaya glauben. Und immer höher brummten die Motoren in den Himmel hinein. Die Heizanzüge spendeten schon Wärme... Die Sauerstoffapparate gaben die Möglichkeit, ruhig zu atmen und mit kühlem Kopf zu arbeiten. Denn man mußte Karten vergleichen, photographieren, Aufnahmen kartographischer Art machen und nebenbei höllisch auf das Wetter acht geben. Ein unheimlicher Wind, der zur Erde, zum Steinmassiv, hinabzog, blies hoch droben am höchsten Gipfel. Zweimal umkreiste man den Gipfel, nachdem man ihn überflogen hatte! Photos werden diesen Sieg beweisen. Sicherer und besser als Zeugenaussagen! Drei Stunden waren die Ueberlister des Riesen verschwunden... Drei Stunden harrte man ihrer bangend! Dann kündete brummendes Provellergeräusch an, daß sie zurückkehrten— sicher und heil. Und mit einem vollkommenen Erfolg in Kamera und Kartenmappe. Sie hatten ihren Flug vorbereitet, hatten Höhenproben vorgenommen, keine Ueberlegung außer acht gelassen. Dem planmäßigen Beginnen blühte der glänzende Erfolg,— der Sieg der Technik über den höchsten Berg der Erde! Neuer Name für den Monnt Everest? Die Sichtung der photographischen Beute wird neue Sensationen bescheren. Aber ein Moment soll gleich aktuell geworden sein. Man plant, dem Berg, der nach irgend einem kleinen Kartographen benannt ist, der ihn zuerst vermessen hat,— einen anderen Namen zu geben. Einen Namen, aus dem zu entnehmen ist, daß es Engländer waren, die diesen höchsten Berg bezwangen. Man hat dem englischen König sogleich nach der Ankunft in Purnea einen Brief geschickt, mit Briefmarken, die man stempelte.— als man über den höchsten Givfel des Himalaya flog. Dieser Brief wird wohl Vorschläge für die Benennung des Berges enthalten. Eigentlich müßte man ein ganzes Gebiet neu benennen, denn dort oben liegen weite Zonen, die bisher nicht übersehen und vermessen worden waren, weiße Flecken im riesigen Massiv der Gebirge Asiens. Und nun Besteigung? Während in Purnea die mächtigen Flugzeuge wieder vervackt werden, um sie mit dem Schiff nach England auf den Weg zu bringen, rüsten an zwei Plätzen Nordindiens schon Expeditionen, die nunmehr dem Riesen zu Fuß zu Leibe rücken wollen. Bis auf ein paar hundert Meter kam man dem Gipfel nahe. aber dann blieb er doch unbesiegt! Und wer will bestreiten, daß das Ueberfliegen ein Sieg der Technik, eigentlich eine List gewesen ist? Wieder sind es englische Bergsteiger=Expeditionen, die jetzt zu Fuß den letzten Kampf wagen wollen. Man arbeitet sich langsam höher hinauf, legt viele Lager an, gewöhnt den Körper langsam an die veränderten Luftbedingungen. So will man verhüten, daß im letzten Augenblick die Bergkrankheit den Angriff abschlägt. Ob einer der beiden Versuche gelingen wird? Auch hier hat man alles auf das Beste vorbereitet. Modernste Technik und härteste Körverschulung sollen zum Sieg führen im Kampf um den Riesen, den die Menschen in diesen Tagen nur überlisteten, aber noch nicht im offenen Kampf besiegten. E. S. Jimmy Walker lächelt nicht mehr. Die beiden großen. schweren Maschinen, die man gegen den bisher unbesiegten alten Everest ins Treffen führen wollte, waren freilich ständig bereit, um bei der ersten günstigen Wetterlage zu starten. Diesen Moment auszuklügeln überließ man dem indischen Meteorologen S. N. Gupta in Purnea, der dauernd die Windstärken maß und mit seinen früher gesammelten Aufzeichnungen verglich. Am entscheidenden Tage rief er hastig im Lager an, es sei Zeit! Die Ballons jlögen weniger schnell, die Windstärken hätten sich ermäßigt. Jetzt könne man es wagen, denn in rund 9900 Meter Höhe herrschten vielleicht noch Winde, aber keine Ströme gurde. Die Motoren sorangen an: So begann in Lalbula, dem Flug„hesen von Purnea, einer der interessantesten Flüge der Geschichte der Luftfahrt und der Menschheit überhaupt! g Zweimal rund um den Sipsel! Mächtig, breit, unbekannt und drohend liegt das Massiv des Junalavg vor den Fliegern. Höher und höher schrauben sie sich, während drunten die Inder Wetten eingehen, ob die Motoren stärter seien— als)der Gott des Himalaya. Sie verfolgen cit besorgten und schadenfrohen Blicken die Aeroplane, die steil höher und höher klettern. Wolkenwände entDie Zeiten werden immer schlechter, und die Menschen verlernen immer mehr das Lachen. Zwei Menschen hat es gegeben, die noch bis vor kurzem der Krise trotzten, und die lächelnd ihren Lebensweg fortsetzten: Maurice Chevalier, der ewig lächelnde Leutnant, und Jimmy Walker, der Bürgermeister von Newyork, der bei seinen Amtshandlungen ebenso holdselig lächelte, wie wenn er mit einer schönen Frau Sekt trank. Nun sind auch diese beiden letzten Säulen gestürzt. Maurice Chevalier verging das Lächeln, als vor einiger Zeit die amerikanischen Banken ihre Schalter schlossen und Maurice genötigt war, sich von seinem Wagenwäscher Geld zu borgen, damit er seine Grape=Fruits und Bananen bezahlen konnte. Jimmy Walker hat ja in der letzten Zeit genug durchgemacht. Man kann verstehen, daß die monatelang gegen ihn geführte Untersuchung und die mehr oder weniger erzwungene Abdankung nicht spurlos an ihm vorübergegangen sind. Auch die Ehescheidung, die seine Frau jetzt gegen ihn durchgeführt, hat, mag ihm mindestens peinlich gewesen sein. Seine Freunde hofften, daß die Heirat mit seiner alten Freundin, der Kabarettsängerin Betty Compton, ihm sein charakteristisches Lächeln wiedergeben würde. Aber diese Hoffnung hat sich als trügerisch erwiesen. Seine Gesichtszüge sind zu Eis erstarrt, und man hat ihn schon mit dem Filmschauspieler Buster Keaton verglichen, dem Manne, der nie lächelt. Was Jimmys Freunde aber für noch bedenklicher halten, ist, daß er, der sonst nur den geringsten ict sind turd echteh 5 Tupf Am Ser. 80 Roman von Georg Urbat. (Nachdruck verboten.) And Konsal Seiiert, der Orientalist, lächelt ein wenig spöt= Gewiß! Dieses alles könnte für eine arme Studentin und Gesellrachßchtig: Sie müßten sich aber hagilan lighag schatterin ein Märchen sein. Der Naxiser Salan in dem sie sitzt, tüch, eiwas seht nochsichtig:„Sie müßten sich aber beeilen, liebes Fräulein Böse.— Persien ist jetzt die große Mode. Wer nicht einen Rulotrip durch Persien gemacht oder auf Persiens Karawenenmegen einbergezogen ist und darüber ein Buch geschrieben einen Film bat laufen lassen, der kann in einer anständigen schaft dald kaum mehr mitreden...“ ieites lacht. Sie nimmt den leichten Spott nicht übel. der weiter erzählt Konsul Seifert:„... da ist auch schon wieder junge Amazone im Anzug. Von Buschir bis Teheran rauscht ### wildeste Mär auf. Eine ganze Autokarawane soll es sein. Mit militärischer Eskorte sogar. Denn es soll ein kostbarer Vogel sein, der dort über die Pässe kommt. Die Tochter eines Erdölmagnaten. Oder so etwas Aehnliches. Persien will sie sich ansehen. Aber auch die Oelfelder ihres Vaters besuchen. Moderne Mischung für junge Damen: Reiselust und gleichzeitig Geschäft...„„ 864 Bl. 8. Felicitas hört kaum, was der Konsul erzählt. Die Briefe in ihrer Hand locken, locken... Und endlich merkt das auch Konsul Seifert. Er verabschiedet sich. Freundlich fragt er:„Darf ich Sie wiedersehen, Fräulein Böse?— Es ist doch nun schon einmal mein Amt, ein wachsames Auge auf Sie zu haben?“ Sinnend schaut Felicitas dem jungen Konsul in das offene, etwas verträumt lächelnde Gesicht.— Dann sagte sie rasch:„Jawohl, Konsul!— Ich würde sogar darum bitten.“ An ihrem Schreibtisch sitzt dann Felicitas. An dem wunderschönen Schreibtisch aus Mahagoni mit kleinen Türchen aus Spiegelglas und goldenen Verzierungen. Die Briefe, die sie erbalten, sortiert sie. Sie hat eine eigene Art dafür. Briefe, von denen sie weiß, das sie ihr nicht viel sagen khnnen, legt sie obenauf, um sie rasch zu durchfliegen. Jene Briefe aber, von Menschen, die sie gern hat, von denen sie sich eine Feierstunde verspricht, kommen nach unten. Und so kommt auch der Brief von Muhchen, der guten, lieben Mutter, nach unten, und ein dicker Brief von Dr. Bendig, dem Freund ihres Onkels, ihrem Vizeonkel also, wie sie ihn immer nennt, kommt ganz zuletzt, denn er hat eine so nette Art zu plaudern und ihr die Ereignisse in der Heimat nabezubringen. Felicitas ist verärgert. Briese werden geöffnet und fliegen sofort in den Pavierkorb. Freundinnen, Kommilitoninnen haben ihr geschrieben. Die einen naiv=dumm, die anderen malitiösfrech. Ob ihr„Prinz“ schon viel Frauen habe und wieviel Odalisken dazu. Und wohin sie nun einrangiert werden würde: als Odaliske, als Nebenfrau oder als Hauptfrau... „Dumme Puten!“ ruft Felicitas wütend aus.„Seht euch den nächsten Schäuerfilm: Die Gebeimnisse des Harems an, dann könnt ihr wissen, wie es aussieht.“ Aber es legt sich ihr eng ums Herz. Denn aus den Briefen sieht sie, wie man sie und ihre Stellung in diesem Hause einschätzt. ####ief von einer kleinen Base, einem verschwärmten Ba###### auch von Märchen aus Tausendund#nend hält Fekicitas im Lefen inne. schafterin ein Märchen sein. Der Pariser Salon, in dem sie sitzt, mit seinen eleganten Möbeln. Gemälde in schweren Goldrahmen an den Wänden. Chinesische Vasen überall auf Tischen, auf den Fenstern. Und in den Vasen Rosen über Rosen. Ganze Büsche. Rote, dunkel, purpurn glühend, und helle, elfenbeinzarte Rosen. Ueberhaucht mit lichtem Morgenrot, wie die Wange eines schönen Kindes Diese Rosen sind eins der Märchen Ispahans, eins der uralten und immer wieder jungen Märchen. : Und durch die geöffneten Fenster weht es kühl herein von dem plätschernden Springbrunnen in dem umschlossenen, üppig grünenden Hofe. „Jawohl, Kleines...!“ sagte Felicitas leise vor sich hin. „Das könnte auch ein Märchen sein!— Aber die Fenster sind vergittert...!“ Aber da ist noch ein anderer Brief. Von einer älteren Freundin, die ihren Mann im Kriege verloren hat, dann ihren Dr. phil. machte und nun liebreich und klug über Frauenfragen schreibt.— Ob sie von Felicitas nicht einen Beitrag über das heutige Leben der Frauen in Persien für ihr Blatt bekommen könnte, fragte diese Freundin an.— Und dann die zarte, nur andeutende Gewissensfrage für Felicitas: ob sie es über sich gewinnen würde, den Tschador zu nehmen...?!“ Nachdenken ist wieder über Felicitas gekommen:— Doch! Sie trägt ja schon den Tschador. Auf Wunsch Mirza Ahmeds. Sie hat ihn auch getragen, als sie über die staubige Straße, die pappelumsäumte Charhar=bag schlüpfte und plötzlich Konsul Seifert gegenüberstand... Im Hinüberschsüpfen war sie zu dem großen Anwesen mit Riesengarten und kleinem Palast drüben auf der anderen Seite der Straße, wo eine zierliche, romantische Genferin auch den Tschador genommen hatte, als zweite Frau eines Bachthiarenfürsten.— Felicitas kannte den Fürsten. Es war ein gebräunter, schlanker Mann. Ganz Naturkraft. In den Bergen aufgewachsen. Dann einige Jahre in Genf gelebt und studiert. Und die romantische Genferin folgte dem wilden, gefährlich=schönen Mann. Obwohl sie wußte, daß er schon eine Frau besaß. Und nun ist der Harem drüben in zwei feindliche Lager gespalten. Die beiden Frauen haben Kinder, und die erste Frau ist ein wildes, unbändiges Naturkind aus den Bergen. Und man erzählt, daß dieser Fürst, der die wildesten Pferde lammfromm macht und dem große Reichtümer nachgesagt werden, nun noch die dritte Frau in diesen Harem einführen will, eine junge Ruffin aus Täbris, die zuetst Erzieherin der Kinder seiner ersten Frau war. „Das wäre wohl ein Artikel für dein Blatt, liebe Alice!“ sagt wieder Felicitas leise vor sich hin.„Vorliebe der Orientalen für moderne Abendländerinnen!“ Und endlich liest sie Muhchens Brief.,— Eine tiese Traurigkeit überkommt Felicitas. Nasch, sehr rasch hat Muhchen den um 10 Uhr schlafen geht. Niemand redet ihm zu, länger aufzubleiben; denn der einst so liebenswürdige und galante Bürgermeister ist jetzt mißmutig und unfreundlich. Besonders schmerzlich hat es ihn betroffen, daß der Arzt ihm seine Lieblingsbeschäftigung, das Golfspielen, verboten hat. Jimmys einzige körperliche Betätigung ist ein täglicher Spaziergang am Strand von Nizza. Betty Compton sorgt rührend für ihren Geliebten, und Jimmy erwidert ihre Liebe durch Aufmerksamkeit. Aber alle Bemühungen der Schauspielerin, ihn zum Lachen zu bringen, schlagen fehl. Das große Rätsel ist jetzt, ob Jimmy Walker für immer auf seine Rolle in der Politik verzichtet, oder ob er noch einmal in die Vereinigten Staaten zurückzukehren gedenkt. Resich Ger eeneien Terlier. K So LPasg vorsichtigen Prinzessinnentraum für ihre Tochter ausgeträumt. Sie will ihr Kind wiederhaben und klagt und bittel. „Hat unser schöner, fremder Schmetterling gute Nachrichten aus seiner fernen Heimat?“ fragt eine weiche, feine Stimme hinter ihr, und die schmale Hand der Mutter Mirza Ahmeds legt sich auf Felicitas Schulter. Felicitas küßt diese Hand. Sie hegt eine tiese Verehrung, empfindet ein großes Mitleid für diese gar nicht alte Frau in den weiten, weißen, faltenreichen Gewändern, aus denen ein mildes, madonnenhaftes Gesicht scheint, aus dem große, dunkle, schöne Augen, stumpf und lichtlos geworden von einem Leben hinter Haremsmauern und dem Tschador, müde und ergeben blicken. Und bei dem Anblick dieser müden, demütig=ergebenen, stumpf gewordenen Frau will es Felicitas immer wieder klar werden, weshalb man die Perser eine müde Rasse nennt und ihnen immer wieder ein neuer, kraftvoller Herrscher in den Bergen ersteht, dort, wo die Frauen ihr Gesicht unverschleiert zeigen und ihre Macht ausüben im Guten, auch im Bösen. „Der Herr und Gebieter...!“ Die klingende Stimme Mariams, der jungen Dienerin Felieitas, meldet es. Hart, aufreizend durchreißt es Felicitas:... Herr und Gebieter...! Dann steht auch schon Mirza Ahmed im Zimmer. Mit seltener Liebe und Zartheit begrüßen sich Mutter und Sohn. Und dann wendet er sich zu Felicitas:„... Was schreibt man aus der Heimat?— Hoffentlich nur Gutes!“ Felicitas nickt stumm. Aber der Blick, mit dem er die Briefe mißt, ist unruhig, mißtrauisch. „... Und unsere Feierstunde, Felicitas? Können wir sie heute genießen?“ Felicitas zögert. Aber Mirza Ahmed hat schon einen kleinen Band versischer Gedichte in der Hand. Seine Augen bitten!— „Gern...!“ sagt Felicitas schließlich. * Es ist die Stunde, die Felicitas so liebt und doch fürchtet. Durch den Garten schreiten sie, Felicitas und Mirza Ahmed. Durch den großen, Felicitas unendlich erscheinenden Garten. Wie grüne Tupfen heben sich Akazien= und Orangenbäume gegen den gleißenden Himmel ab. Aber die Sonne will sinken. Nötlich wird ihre Kugel. Und ihnen zur Seite murmelt es verborgen unter wild wucherndem Gras wie tausend kleine, wundertätige Geister: Das kostbare Wasser fließt da, das in verwirrendem Netz diesen Garten durchziehl und alle die ünvigen Wunder schafft. Zwischen Rosen schreiten sie hindurch. Immer wieder zwischen Rosen. Glutrot, breit und strotzend entfaltet sitzen sie an den Sträuchern, kaum das Grün erkennen lassend. Und dann wieder elfenbeinzart, knospend, wie der werdende Morgen. Und überreich streuen sie ihre Blätter auf den Weg, den Felicitas und Mirza Ahmed gehen. In der entfernten Ecke dieses Gartens steht ein Pavillon. Umwuchert von der üpvigen Pracht der Rosen. Und über einer offenen Halle, ausgelegt mit bunten Kacheln. altversische Jagdszenen darstellend. trägt der Pavillon, knapp über die hohe Mauer ragend ein Stockwerk. Hier dürfen die Frauen auf die menschenarme, staubende Straße schauen. Aber engmaschige Gitter tragen die Fenster. (Fortsetzung folgt.) Nr. 86 124. Dienstag, 11. April 1933 Poutische Tsterserten. CNB. Berlin, 10. April. Wie wir erfahren, wird der Erholungsurlaub, in den der Reichskanzler heute gefahren ist, nur sehr kurz sein. Der Kanzler hat die Absicht, schon am Dienstag nach Ostern wieder in Berlin zu sein. Den Urlaub wird er, ebenso wie Reichsminister Göbbels, der Mittwoch von Berlin abfährt, in Süddeutschland verbringen. Reichsaußenminister von Neurath ist ebenfalls bereits von Berlin abgefahren. Auch Dr. Hugenberg wird über Ostern nicht in der Reichshauptstadt sein. Vizekanzler von Papen und Reichsminister Göring sind bekanntlich in Rom. Damit haben gleich zu Beginn der Karwoche die politischen Osterferien angefangen. Es finden zwar noch interne Besprechungen über die Arbeitslosenversicherung statt. Im übrigen sind aber vor Ostern irgendwelche Entscheidungen nicht zu erwarten, auch nicht in der Frage der Stellung der Statthalter. Die Neuregelung des Aufgabenkreises des Vizekanzlers wird ebenfalls dementsprechend erst nach Ostern erfolgen. In politischen Kreisen spricht man davon, daß die Aufgaben der Fortführung der Reichsreform und der Verwaltungsreform, soweit sie über den Geschäftsbereich eines einzelnen Reichsministeriums hinausgreifen, beim Vizekanzler zusammengefaßt werden sollen.“ Es wird angenommen, daß er zu diesem Zweck einen eigenen Beamtenstab erhalten wird. Ferner ist auch davon die Rede, den Vizekanzler für die Vertretung Deutschlands auf internationalen Konferenzen in Zukunft in stärkerem Maße zu verwenden. Kurzer Urlaub des Reichskanzlers. WTB. Berlin, 10. April. Reichskanzler Adolf Hitler hat zu einem kurzen Urlaubsaufenthalt heute am späten Nachmittag Berlin verlassen. Der Reichsstatthalter in Baden? Nordschleswig will zum Deutschen Reich! Eine Erklärung des nordschleswigschen Abgeordneten Pastor Schmidt=Wodder. ERB. Berlin, 11. März. Die Nordschleswigsche Zeitung veröffentlicht eine Erklärung des deutschen Abgeordneten im dänischen Foltkething Pastor Schmidt=Wodder, in der es heißt: „Wir Deutschen in Nordschleswig begrüßen mit Freude den nationalen Durchbruch im Deutschen Reich als einen festen Willen zur Wiedergewinnung der Freiheit. Die schleswigschen Wählervereinigungen haben von Anfang an die Notwendigkeit einer neuen Entscheidung hervorgehoben, und wir erstreben eine Entscheidung, die die Verbindung Nordschleswigs mit SchleswigHolstein und damit mit dem Deutschen Reich wiederherstellt.“ Mit dieser Erklärung, so schreibt die Kreuz=Zeitung, hat die deutsche Minderheit in Nordschleswig offiziell die Forderung nach Revision der unmöglichen Grenzziehung gestellt. Das Echo auf dänischer Seite ist eindeutig: Ablehnung auf allen Seiten. Der deutsche Standpunkt ist klar: Der neue Staat wird die deutschen Volksgenossen jenseits der künstlichen Grenzen nicht im Stich lassen! Deutschland. Reichsbahngeneraldirektor Dorpmüller beim Reichskanzler. WTB. Berlin, 10. April. Heute empfing der Reichskanzler Adolf Hitler den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, zu einer Besprechung über Reichsbahnfragen. Zwecks engerer Zusammenarbeit zwischen der Reichsbahn und dem Speditionsgewerbe sowie zwischen der Reichsbahn und dem Kleinschiffergewerbe wurde vereinbart, je eine gemischte Kommission zu bilden, zu deren Vorsitz der Reichskanzler den Reichsverkehrsminister in Aussicht genommen hat. Den vom Reichskanzler entwickelten Plänen für eine großzügige Arbeitsbeschaffung zur Belebung der deutschen Wirtschaft sicherte der Generaldirektor die weitestgehende Mitwirkung der Reichsbahnverwaltung zu. Sobald die Grundlagen für die Durchführung eines solchen Arbeitsbeschaffungsprogramms geklärt sind, soll der Generaldirektor der Reichsbahn in erster Linie zur Mitberatung herangezogen werden. Prälat Dr. Föhr weiterhin Führer des badischen Zentrums. CNB. Freiburg i. Br., 10. April. Die aus allen Teilen des Landes Baden stark besuchte Landesausschuß=Sitzung der badischen Zentrumspartei wählte den von seinem Amte zurückgetretenen Parteichef Prälat Dr. Föhr erneut zum Chef der Pertei und stellte gleichzeitig die Liste der Kandidaten für den neuen badischen Landtag auf. Reichsminister Dr. Hugenberg bestellt einen Kommissar zur Untersuchung von Betrieben. ENB. Berlin, 11. April. Reichsminister Dr. Hugenberg hat den früheren Reichswirtschaftsminister Dr. Neuhaus zum Kommissar zur Untersuchung der in letzter Zeit verschiedentlich erhobenen Behauptungen über Korruptionsfälle und personelle Mißstände bei den seiner Aufsicht und Einwirkung unterliegenden Unternehmungen und Betrieben bestellt. RSBO und Stahlhelm=Selbsthilfe zur Prozeßvertretung vor den Arbeitsgerichtsbehörden zugelassen. WTB. Berlin, 10. April. Der Reichsarbeitsminister hat im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsminister der Justiz die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation und die Stahlhelm=Selbsthilfe den in§ 11, Abs. 1 und 2 des Arbeitsgerichtsgesetzes bezeichneten Vereinigungen zur Prozeßvertretung gleichgestellt. Die Verordnung bezweckt lediglich, die Prozeßvertretung dieser Vereinigungen unzweifelhaft sicherzustellen, ohne eine Entscheidung über ihre Eigenschaft als wirtschaftliche Vereinigung. zu treffen. Im übrigen wird geprüft, wieweit noch anderen Verbänden, die sich mit der wirtschaftlichen und rechtlichen Vertretung ihrer Mitglieder befassen, und denen nach der bisherigen Rechtslage die Prozeßvertretung vor den Arbeitsgerichten nicht zustand. in einer weiteren Verordnung dieses Recht beizulegen ist. Die Hitlerjugend schaltet sich in die Führung des Jugendherbergwerkes ein. CNB. Berlin, 11. April. In der Geschäftsstelle des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen in Hilchenbach in Westfalen traf am Montagvormittag eine Abordnung der Reichsjugendführung der NSDAP. ein, die im Auftrage des Reichsjugendführers Baldur von Schirach dem Vorstand des Reichsverbandes mitteilte, daß auf Grund der politischen Entwicklung in Deutschland die Hitlerjugend sich in die Führung des Jugendherbergswerkes entscheidend einschalte. Mit Unterstützung der Polizei wurde dann die Geschäftsstelle des Reichsverbandes besetzt. Eine im Zusammenhang hiermit bei dem in der Leitung des Jugendherbergswerkes als Werbeleiter tätigen Herrn Forschepiepe vorgenommene Haussuchung sörderte stark belastendes Material über die Verbindung Forschepiepes mit staatsfeindlichen Elementen zutage. Das vorgesundene Material machte eine Entfernung Forschepiepes aus der Leitung des Jugendherbergsverbandes notwendig. An seiner Sielle wurde sofort ein Vertreter der Hitlerjugend in die Leitung des Reichsverbandes entsandt. Der nationalsozialistische entscheidende Einfluß auf das Jugendherbergswesen, das bisher stark marxistisch gestimmt war, wurde sichergestellt. Am Montagabend wurde zum Zeichen der Gleichschaltung des Jugendherbergswerkes im Sinne der politischen Gesamtlage Deutschlands die Hitlerjugendfahne gehißt. Reichsangehörigkeit statt Staatsangehörigkeit. V03. Berlin, 10. April. Die Einführung einer Reichsangehörigkeit an Stelle der bisher in Deutschland üblichen verschiedenen Staatsangehörigkeiten wird, wie das Nachrichtenbüro des B03. hört, im Zusammenhang mit der Reichsreform im Reichsinnenministerium bearbeitet. Robert Wagner, bisher Reichskommissar, wird voraussichtlich zum Reichsstatthalter für Baden ernannt werden. Drakonische Strafen des Kasseler Sondergerichts. Kassel, 10. April. Das Sondergericht befaßte sich am Samstag mit zwei besonders gelagerten Fällen. In dem ersten war ein Büroangestellter beschuldigt, sich gegen die Verordnung vom 22. März d. J. zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung verstoßen zu haben. Er hatte in einem nach Newyork gerichteten Brief schwere Anschuldigungen gegen die jetzige Regierung erhoben. Während der Staatsanwalt ein Jahr sechs Monate Gefängnis beantragte, erkannte das Sondergericht auf 15 Monate Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Die sofortige Inhaftierung des Angestellten wurde verfügt. Im zweiten Fall hatte ein in Kassel ansässiger Melker sich ein Stahlhelmabzeichen verschafft und war damit in das Verkehrslokal der Nationalsozialisten gegangen. Er wurde aber bald von Mitgliedern der NSDAP erkannt und, da er seine Mitgliedschaft beim Stahlhelm nicht nachweisen konnte, der Polizei übergeben. Das Gericht verurteilte den Melker zu sechs Monaten Gefängnis. Der Landeshauptmann der Provinz Sachsen tritt zurück. CNB. Merseburg, 10. April. Der Landeshauptmann der Provinz Sachsen, Geheimer Regierungsrat Dr. Hübener, hat gestern abend seinen Rücktritt erklärt. Von der nationalsozialistischen Provinziallandtagsfraktion war ihm unter Hinweis auf das Gesetz zur Wiederherstellung des nationalen Berufsbeamtentums nahegelegt worden, daß die Fraktion keine Möglichkeit zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit mit iym sähe. Dr. Hübener gehörte der Staatspartei an. Der Provinziallandtag, der heute zusammentritt, wird sich mit der Wahl des Nachfolgers zu beschäftigen haben. Badisches Zentrumsorgan verboten. CNB. Freiburg i. Br., 10. April. Die Freiburger Tagespost, ein Zentrumsorgan, wurde auf Grund der Verordnung zum Schutze von Volk und Staat, auf drei Tage verboten. Die an der Beseitigung Erzbergers beteiligten Personen außer Verfolgung. WTB. Karlsruhe, 10. April. Die Pressestelle beim Staatsministerium teilt mit: Die Strafkammer des Landgerichtes Offenburg hat auf Grund der letzten Amnestieverordnung die an der Beseitigung Erzbergers Beteiligten außer Verfolgung gesetzt. Damit können sie nach langen Jahren wieder unbehelligt deutschen Boden betreten. Neue Wolken am Fernen Often. Vor einem offenen Konflikt zwischen Sowjet=Rußland und der Mandschurei? WTB. London, 10. April. Reuter meldet aus Dairen: Von den zuständigen mandschurischen Stellen ist ein Dekret veröffentlicht worden, wonach Khingan Mandschukuo als fünfte Provinz angegliedert wird. Der direkte Handelsverkehr zwischen Europa und dem Fernen Osten ist unterbrochen. Die Behörden Mandschukuos haben angeordnet, daß Mandschuli zu isolieren sei, um auf diesem Wege Sowjet=Rußland die Kontrolle über das Paßwesen, die Zollverwaltung und die übrigen Grenzangelegenheiten zu nehmen. Die Anordnung, den Handelsverkehr zu unterbrechen, wird aufrecht erhalten, bis Sowjet=Rußland die Differenzen in einer Weise regelt, die Mandschukuo befriedigt. Nach Meldungen aus Charbin hat das offizielle japanische Blatt„Charbin Times“ die Verhaftung des geschäftsführenden Direktors der Ostchinesischen Eisenbahn gefordert. Er wird dafür verantwortlich gemacht, daß sich 102 Lokomotiven, etwa 4000 Güterwagen und 990 Personenwagen der Ostchinesischen Bahn in Rußland befänden. Die mandschurischen Behörden haben von dem sowjetrussischen Generalkonsul die sofortige Zurückgabe dieses rollenden Materials gefordert. In politischen Kreisen Charbins wird die Meinung vertreten, daß diese Differenzen entweder zu einem offenen Konflikt führen oder aber eine starke Einschränkung des sowjetrussischen Einflusses auf die Ostchinesische Eisenbahn zeitigen könnten. Gespannte Lage an der Dichinabahn. 5 WXB. Moskau, 11. April. Die Telegraphenagentur dur Sowjetunion veröffentlicht folgende Meldung aus Charabarowst: Wie von der Station Pogranitschnaja berichtet wird, dauern die Ausschreitungen der Chunchusen(Räuberbanden) an der Oststrecke der Ostchinabahn an. Ueberfälle auf Eisenbahnstationen, Entführungen, Plünderungen, Ermordungen von Einwohnern, Jerstörungen der Eisenbahnlinie wiederholen sich ständig. In der Nacht auf den 11. März wurde ein Güterzug an der ge(chlossenen Ausweichstelle Badachetsy die Böschung hinuntergestürzt und hierauf beschossen. Die Eisenbahnwache ist gewöhnlich abwesend oder erscheint zu spät. Sie unternimmt keinerlei Maßnahmen für den wirklichen Schutz der Eisenbahneinrich= tungen und=Angestellten. Die Straflosigkeit der chunchusischen Banden und die Zunahme des Banditenunwesens an der Oftlinie verstärkten die Annahme, daß die Chunchusen nicht allein mit den mandschurischen Behörden, sondern auch mit einigen japanischen Kreisen in enger Verbindung stehen, die mit allen Mitteln danach trachten, den Transitverkehr nach Wladiwostok lahmzulegen. Um diese offensichtliche Begünstigung der Chunchusen zu rechtfertigen, begannen gleichzeitig japanische und mandschurische Blätter in Charbin den üblichen Provokationsfeldzug gegen die Sowjetunion mit der gegen die Sowjetbehörden echobenen Beschuldigung, daß diese die an der Ostlinie operierenden antimandschurischen Streitkräfte unterstützten. Noch vorliegenden Nachrichten stellen die Weißbanditen im Auftrage einiger Japaner Verzeichnisse für neue Massenverhaftungen von Sowjetbürgern an der Ostlinie unter dem Vorwand zusammen, daß diese mit den Chunchusen in Verbindung ständen. Damit wird eine neue Provokation gegenüber den Sowjetangestellten der Eisenbahnlinie begangen, die trotz der Ueberfälle der Chunchusen und Weißbanditen den Verkehr auf der Oststrecke der Ostchinabahn weiter aufrechterhalten. Staatssekretär von Bismarck zur Disposition gestell. Links: Herbert von Bismarck, bisher Staatssekretär im Reichsinnenministerium, wurde zwecks anderweitiger Verwendung zur Disposition gestellt. Herbert von Bismarck ist ein Großnesse des Altkanzlers. Rechts: Ministerialdirektor Dr. Grauert wurde als Nachfolger von Bismarcks zum Staatssekretärernannt. SALATMANT E Mlieimn Lestust: K Gegründet Seilngen, Naur Deutschland. Deutschlands Beitritt zur Konvention über den Handel mit Rauschgiften. WTV. Gens, 10. April Der deutsche Konsul in Genf Dr. Krauel hat heute dem Völkerbundssekretariat mitgeteilt, daß Deutschland die Konvention zur Begrenzung der Rauschgiftproduktion und zur Reglementierung der Rauschgiftverteilung vom 13. August 1931 ratifiziert hat. Die Konvention tritt am 9. Juli 1933 in Kraft. Bis jetzt haben die Konventionen 28 Staaten ratifiziert. Die Bedeutung der Konvention liegt darin, daß künftig kein Staat Rauschgifte ohne internationale Kontrolle fabrizieren, einführen und ausführen darf. Der Bedarf von Drogen zu medizinischen Zwecken und die Fabrikation werden durch die Konvention in kontrollierte Beziehungen gebracht. „Die Ausschließung jüdischer Rechtsanwälte. CRB. Berlin, 10. April. Aus Kreisen des preußischen Justizministeriums erfährt der Zeitungsdienst, daß eine Verordnung des preußischen Justizministers Kerrl in Vorbereitung ist, die einerseits die strenge Innehaltung der durch Reichsgesetz getroffenen Anordnung gebietet, andererseits aber bestimmt, daß im Interesse eines ordnungsmäßigen Gerichtsbetriebes und um die Würde der Rechtspflege nicht unnötig Gefahren auszusetzen, bis zum Erlaß der alle Einzelheiten regelnden Ausführungsbestimmungen zu dem Reichsgesetz die bisherigen Verfügungen des preußischen Justizministers über die Zulassung von Rechtsanwälten in Kraft bleiben. Danach sind bis zur endgültigen Regelung nur die bisher zugelassenen Anwälte zur Wahrnehmung von Terminen berechtigt. Aktionsausschuß des numerus clausus beim Kölner Schlacht= und Viehhof. wp. Köln, 10. April. Zur reibungslosen Durchführung des numerns clausus für die jüdischen Händler, Kommissionäre und Großmetzger auf dem Schlacht= und Viehhof in Köln wird heute auf Veranlassung des Beigeordneten Dr. Schmidt einsAusschuß gebildet, der die Aufgabe hat, die Bestrebungen der Nationalen Regierung in einer Weise durchzuführen, die Gewähr dafür bietet, daß die durch die Neuregelung betroffenen deutschen Kreise, insbesondere die der landwirtschaftlichen Produzenten. wirtschaftlich nicht geschädigt werden. Als Mitglied des Ausschusses werden folgende Herren bestimmt: Vorsitzender Hans Schwamborn, stellvertretender Vorsitzender Stieldorf. Als Sachverständige gehören dem Ausschuß an: Olbermann. Steffens, Pütz, Baumann, Ihle, Adolf Peters und Bley. Sämtliche Herren sind Mitglieder der NSDAP. Der Ausschuß gibt gleichzeitig bekannt, daß keinerlei Störungen des Geschäftsverkehrs erfolgen werden. Sämtliche Maßnahmen erfolgen in vollem Einverständnis mit der Leitung des agrarpolitischen Apparates der NSDAP., als deren Vertreter Baumann dem Ausschuß angehört. Kunss und Kanstler im nedenKeich. Ein Brieswechsel zwischen Minister Göbbels und Generalmusitdirektor Furtwängler. WTV. Berlin, 10. April. Der Reichominister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Göbbels hat sich in einem Schreiben an Generalmusikdirektor Furtwängler, der brieflich einige Wünsche zum Ausdruck gebracht hatte, grundsätzlich über die Haltung der nationalgesinnten deutschen Lebenskräfte zur Kunst geäußert.„. 86eg. 1. In dem Schreiben des Reichsministers Dr. Göbbels heißt es u. a.: Ich glaube, der Kampf, den wir um Deutschlands Wiedergestaltung führen, geht den deutschen Künstler nicht nur passiv, sondern auch aktiv an. Es ist Ihr gutes Recht, sich als Künstler zu fühlen und die Dinge auch lediglich vom künstlerischen Standpunkt zu sehen. Das aber bedingt nicht, daß Sie der ganzen Entwicklung. die in binden; es ist weit darüber hinaus ihre Aufgabe, zu formen, Gestalt zu geben, Krankes zu beseitigen und Gesundem freie Bahn zu schaffen. Ich vermag deshalb als deutscher Politiker nicht lediglich den einen Trennungsstrich anzuerkennen, den Sie wahr haben wollen: den zwischen guter und schlechter Kunst. Lediglich eine Kunst, die aus dem vollen Volkstum selbst schöpft, kann am Ende gut sein und dem Volke, für das sie geschaffen wird, etwas bedeuten. Kunst in absolutem Sinne, so wie der liberale Demokratismus sie kennt, darf es nicht geben. Gut muß die Kunst sein; darüber hinaus aber auch verantwortungsbewußt, gekonnt, volksnahe und kämpferisch. Daß sie keine Experimente mehr verträgt. gestehesich gerne zu. Es wäre aber angebracht gewesen, gegen künstlerische Experimente zu protestieren in einer Zeit, in der das deutsche Kunstleben fast ausschließlich von der Experimentiersucht volks= und rassefremder Elemente bestimmt und dadurch das deutsche künstlerische Ansehen vor der ganzen Welt belastet und kompromittiert wurde. Wirkliche Künstler sind rar. Man muß sie deshalb fördern und unterstützen. Es sollen dann aber in der Tat wirkliche Künstler ###s. Sie werden in Deutschland auch in Zutunft mit ihrer Kunst immer zu Worte kommen können. Dagegen zu klagen, daß hier und da Männer wie Walter, Klemperer, Reinhardt usw. Konzerte absagen mußten, erscheint mir im Augenblick umso weniger angebracht, als wirkliche deutsche Künstler in den vergangenen 14 Jahren vielfach überhaupt zum Schweigen verurteilt waren und diese auch von uns nicht gebilligten Vorgänge in den letzten Wochen nur eine natürliche Reaktion auf diese Tatsache darstellen. Jedenfalls aber bin ich der Meinung, daß jedem wirklichen Künstler bei uns das Feld zur unbehinderten Wirksamkeit freigegeben sein soll. Er muß dann aber, wie Sie seibt sogen ein gusstg Höpferischer Mensch sein und darf nicht auf bepen# ge., frga#g Ihnen mit Recht gegeißelten wurzellos zersetzenden, verfr###hend bestruktiven, meistens nur technischen Könner stehen. Künstler, die wirklich etwas können und deren außerhalb der Kunst liegendes Wirken nicht gegen die elementaren Normen von Staat, Politik und Gesellschaft verstößt, werden wie immer in der Vergangenheit so auch in der Zukunft bei uns wärmste Förderung und Unterstützung finden. * Generalmusikdirektor Wilhelm Furtwängler hatte an Reichsminister Dr. Göbbels ein Schreiben gerichtet, in dem er Angesichts meines langjährigen Wirkens in der deutschen Oeffentlichkeit und meiner inneren Verbundenheit mit der deutschen Musik erlaube ich mir, Ihre Aufmerksamkeit auf Vorkommnisse innerhalb des Musiklebens zu lenken, die meiner Meinung nach nicht unbedingt mit der Wiederherstellung unserer nationalen Würde, die wir alle so dankbar und freudig begrüßen, verbunden sein müssen. Kunst und Künstler sind dazu da, zu verbinden, nicht zu trennen. Nur einen Trennungsstrich erkenne an: den zwischen guter und schlechter Kunst. Während nun aber der Trennungsstrich zwischen Juden und Nichtjuden, auch wo die staatspolitische Haltung der Betreffenden keinen Grund zu Klagen gibt, mit geradezu theoretisch unerbittlicher Schärfe gezogen wird wird jeder andere für unser Musikleben auf die Dauer so wichtige, ja entscheivende Trennungsstrich, der zwischen gut und 9 Das heutige Musitleben, durch die Welttrise, das Radio usw. Darum ist die Frage der Qualität für die Musik nicht mehr eine ideale, sondern schlechthin eine Lebensfrage. Wenn sich der Kampf gegen das Judentum in der Hauptsache gegen jene Künstler richtet, die— selber wurzellos und destruktiv— durch Kitsch, trockenes Virtuosentum und dergl. zu wirken nur in Ordnung. Wenn dieser Kampf sich aber liche Künstler richtet, ist das nicht im Interesse des Kulturlebens. Es muß deshalb klar ausgesprochen werden, daß Männer wie Walter, Klemperer, Neinhardt usw. auch in Zukunft in Deutschland mit ihrer Kunst zu Worte kommen können und müssen. In diesem Sinne appelliere ich an Sie im Namen der deutschen Kunst, damit nicht Dinge geschehen, die vielleicht nicht mehr gut zu machen sind. Vorbereitungen für Landungen der„Europa“ und„Bremen“ in Southampton. Zeuseher dder SchwinerrrKal von Sonthampton gewuacht, an dem die deutschen Czeanriesen künstig anlegen werden. Solche Pusser(„Fender“ genannt) sind notwendig, um den Anprall des kolossalen Schiffskörpers an die Kaimauern zu verhindern. 682 Kilometer in der Stunde. Neuer Flugweltrekord des Italieners Agello. wtb. Desenzano, 19. April. Der italienische Fliegeroffizier Agello erreichte am Montag mit einem Spezialwasserflugzeug, wie es für den Schneiderpokalwettbewerb verwendet wurde, die phantastische Stundengeschwindigkeit von 682,403 Kilometer und stellte damit einen absoluten Schnelligkeitsweltrekord aus. Die bisherige Spitzenleistung hielt der Engländer Leutnaut Stainforth. der beim letzten Schneiderpokalrennen am 29. September 1931 in England 655 Stundenkilometer erzielt hatte. Der Rekordflug Agellos wurde bei Desenzano im südlichen Zipfel des Gardasees auf einem vorschriftsmäßigen Dreieckskurs nach den Bestimmungen des Schneiderpokalwettbewerbs ausgeführt. Agello durchstog fünfmal den Drei=Kilometer=Kurs und erreichte in der vierten Runde mit 692,529 Stundenkilometern die größte Teilghwinbigtelt. Sportkugzeugabsturz auf der Heerstraße. Ein Zuschauer getötet, eine Zuschauerin schwer verletzt. WXB. Berlin, 9. April. Beim nationalsozialistischen Jugendfliegertreffen in Staaken ereignete sich ein schweres Unglück. Bei de: fünften Programmnummer, die eine Staffette zwischen Reiter, Läufer, Motorradfahrer und Flugzeugen brachte streifte das von Flugzeugführer Hermann Hackbusch gesteuerte AldatrosFlugzeug die Hochspannungsleitungen, die über die verlängerte Heerstraße führen und stürzte in die Zaungäste ab. Die meisten Zuschauer konnten sich durch Beiseitespringen in Sicherheit bringen. Ein Mann jedoch kam nicht mehr rechtzeitig von dem Sturzplatz weg und wurde durch das niederstürzende Flugzeug getötet. Eine Frau wurde so schwer verletzt, daß sie dem Spandauer Krankenhaus zugeführt werden mußte. Wie durch ein Wunder blieb der Flugzeugführer fast unverletzt. Er zog sich nur eine Schramme an der Oberlippe zu und schlug sich einige ihne des Oberki## ein. Das Flugzeng wurde vollkommen Zum Tode Eric Eric Jan Hanussen, der mit bürgerlichem Namen Hermann Steinschneider hieß, hat zwar Hunderttausende durch seine hellseherischen„Fähigkeiten" überrascht, überzeugt oder geblufft; aber sein eigenes schreckliches Ende hat er nicht vorausgesehen. Hanussen hat eine abenteuerliche Laufbahn hinter sich. Im Kriege begann er sich als Hellseher zu betätigen und fand schon damals viele Gläubige. Nach dem Krieg wurde er durch die Welle des Okkultismus, die durch die ganze Welt ging, emporgerragen, und er hielt bald überall seine Experimentalvorsräge, die sich auf einet mittleren Linie zwischen einet Varietédarbtetung und pseudowissenschaftlichen Ausführungen hielten. Hanussen war in allen Ländern der Welt, und auf Grund eines reichen Erfahrungsschatzes vermochte er seine Darbietungen immer geschickter zu gestalten, so daß die Unterscheidung, was hier Schwindel und was echt war, immer schwerer wurde. Auf seinen Tourneen kam Hanussen auch einmal in die Tschechoslowakei. Hier wurde er bei einem Auftreten in der Stadt Leitmeritz verhaftet und vor Gericht gestellt. Wer glaubte, daß damit das Ende der phantastischen Laufbahn Hanussens gekommen sei, hatte sich geirrt. Es kam zu einer Gerichtsverhandlung. Hanussen führte eine Reihe von Experimenten vor Gericht vor, mit denen er einen durchschlagenden Erfolg erzielte, und er wurde daraufhin freigesprochen. Statt zu schaden, hatte dem Hellseher die Gerichtsverhandlung nur genutzt. Er war gewissermaßen ein gerichtlich anerkannter Hellseher geworden. Hanussen, der sehr geschäftstüchtig war, verstand es, seinen Erfolg propagandistisch weitgehend auszunutzen, und er hielt zahlreiche Experimentalvorträge, die alle glänzend besucht waren. Auch heute gibt es noch viele seiner Glaubigen, die fest davon überzeugt sind, daß Hanussen über besondere hellseherische Fähigkeiten verfügte. Sicher ist, daß der Ermordete überaus phantasievoll war, geistesgegenwärtig, und daß er fehr geschickt zu kombinieren verstand. Seine Prophezeiungen, die er aussprach, waren so geschickt formuliert, daß der Unbefangene den Eindruck haben mußte, der Hellseher sage positiv erwas voraus bzw. er gebe über Dinge, die sich in der Vergangenheit zugetragen haben, genaue Auskunft. Bei näherer Prüfung ergab sich jedoch fast in allen Fällen, daß Hanussen seine Aussprüche so vorsichtig formulierte, daß sie auf verschiedene Ereignisse zutreffen konnten... T3-aekestn 9. Von phantastischen, ja gerabezu märchenhaften Leistungen Hanussens war öfter die Rede. und es wurden auch zahlreiche Beispiele angeführt, die ein Beweis für echtes Hellsehen sein Jan Hanussens. sollten. Leider war nur eine Nachprüfung niemaks möglich. Sicher ist, daß sich von Hanussen viele Gutgläubige einfangen ließen und ihm völlig vertrauten. Zu seinen Bekannten gehörten zahlreiche prominente Persönlichkeiten, die sich bei dem Hellseher Rat holten. Jahrelang hat sich Hanussen auch als Wirtschafts= und Börsenberater betätigt und gerade damit beträchtliche Einnahmen erzielt... rresgt## Den Höhepunkt seiner Laufvayn erreichte Hanussen, als er eine Hellseher=Zeitschrift herausgab, die zur allgemeinen Ueberraschung in kürzester Zeit eine sehr hohe Auflage erreichte. Er betätigte sich als Prophet des Dritten Reiches, obwohl man in nationalsozialistischen Kreisen die Gefolgschaft dieses Propheten mit mehr als gemischten Gefühlen aufnahm. Hanussen war sehr wohlhabend geworden. Kurz vor seinem Tode hatte er sich eine Wohnung vollständig neu eingerichtet, die natürlich einen bewußt Hanussen hatte sehr viele Feinde, und zwar, Neider, die ihn seine Erfolge mißgönnten, sachliche Gegner, die sich bemühten, ihn als Schwindler zu entlarven und Konkurrenten, die ihn unschädlich machen wollten. Es sind kaum zwei Monate vergangen, seitdem Hanussen seinen letzten Prozeß geführt hat, der mit einer großen Blamage endete. Hanussen klagte gegen eine Zeitung bzw. deren verantwortlichen Redakteur. Das Blatt hatte es sich zur Aufgabe gestellt, Hanussen zu vernichten. Als die Verhandlung begann, stellte es sich heraus, daß der zur Verantwortung gezogene Redakteur gar nicht der nerantwortliche wor. Mau hielt Hanussen daraufhin vor, daß man absichtlich die Klage gegen eine falsche Person hatte laufen lassen, weil Hanussen dank seiner hellseherischen Fähigkeiten den ganzen Tatbestand hätte durchschauen müssen.... Teeian in S Der Hellseher war die letzte Sensation der„Stal in Berlin im Monat März. Er absolvierte ein Gastspiel bis zum 24. März; seitdem war er verschwunden. Das Leben dieses Abenteurers hat mit seiner Ermordung geendet. Wenn auch die Allgemeinheit davon überzeugt ist, daß seine sogenannten hellseherischen Leistungen nichts als Schwindel. Bluff und geschickt getarnte, aus dem Augenblick entstandene Kombinationen waren, bleibt ein letzter Rest über das Vorhandensein einer besonderen hellseherischen Begabung unaufgeklärt. Hanussen hat es verstanden, wie viele andere vor ihm im Lause der Jahrhunderte, ein mystisches Dunkel um seine Person zu erhalten. Nach dem Tode des Hellsehers besteht kein Interesse mehr, diesen Fall aufzuklären. Um den größten Binnenhafen Europas. Der Berliner Westhafen=Vertrag null und nichtig?— Die Verhaftung der Behala=Leiter— Skandal um ein Iuflationsgeschäft. Berlin, den 10. April. Die Verhattung der Leiter der Behala=Gesellschaft soll Licht hinter einen Vertragsabschluß bringen, der die Stadt Berlin um viele Millionen geschüdigt hat und zu dessen Rückgängigmachung bisher keine juristischen Möglichkeiten gegeben waren. Es geht um den Berliner Westhafen, der nach seinem Ausbau im Jahre 1923 der größte Binnenhafen Eurovas war und für dessen Verpachtung die Stadt Berlißz jahrelang nur die lächerliche Summe von 7300 Mark erbielt Das riesige“ Objekt, dessen Wert man auf 70 Goldmillionen beziffert, wurde 1923 von der neu gegründeten Berliner Hafenund Lagerhausgesellschaft übernommen. Die„Behala", wie der abgekürzte Name für die Gesellschaft lautet, leistete als Gegenwer: eine Summe von einer Milliarde Papiermark, die, auf den Dollar umgerechnet, böchstens anderthalb Prozeut des wirklichen Wertes darstellten. Die Verpachtung der Anlagen, für die der damalige sozialdemokratische Stadtrat Schüning verantwortlich reichnete, erfolgte unter der Begründung, daß die städtischen Häfen ein Zuschußobiekt bleiben würden, wenn man nicht das private Speditionsgewerbe daran interessierte und dadurch einen Monovolbetrieb schaffe. Das geschah, indem man die Hälfte der Aktien dem Schenkerkonzern und ein Viertel der Gehr. Busch=Waggon= Gesellschaft übereignete, während die Stadt nur das restliche Viertel behielt. Drei Jahre nach der Vernachtung der Anlagen an den Schenkerkonzern und die von ihm gegründete„Behala“ legte Schüning sein Stadtratsmandat nieder und wurde Generaldirektor der neuen Firma. Schon damals tauchte der Verdacht auf, daß bei dem Vertragsabschluß nicht alles ordnungsmäßig zugegangen war. Die Skandal beschäftigte monatelang die Oeffentlichkeit und führte im Stadtparlament zu großen Debatten. Es wurde eine Untersuchung eingesetzt, aber die Juristen kamen immer wieder zu dem Ergebnis, daß keine Möglichkeit gegeben sei, den für Berlin äußerst ungünstigen Vertrag anzufechten. Im Jahre 1931 wurde der Generaldirektor der Behala, Schüning, in den Sklarek=Skandal verwickelt. Es bestand der dringende Verdacht, daß Schüning von den Sklareks Bestechungsgelder angenommen habe. Eine restlose Klärung war nicht möglich, aber der Verdacht wurde dadurch bekräftigt, daß sich Schüning durch seinen Selbstmord im November 1931 der weiteren Verfolgung der Angelegenheit entzog. Unter den jetzt auf Veranlassung des Staatskommissars beim Berliner Magistrat, Dr. Lipvert, verhafteten Leitern der„Behala“, befindet sich ein Sohn des früheren Generaldirektors, Dr. Carl Schüning, der den Posten eines Syndicus bei der Gesellschaft bekleidet. Verhaftet sind weiter der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Marcel Moritz Holzer und der Geschäftsführer, Hermann Corff, die alsbald über das Zustandekommen des eigenartigen Vertrages mit der Stadt Berlin vernommen werden sollen. Sollten sich die neuen Verdachtsmomente bestätigen, daß beim Adschluß des Vertrages gegen Treu und Glauben verstoßen worden ist, so wird die Regierung Schritte ergreisen, um den ganzen Vertrag für nichtig zu erklären. Man wird vor allen Dingen der Behauptung nachzugehen haben, daß der mit großen Mitteln ausgebaute Westhafen auf einmal ein Zuschuß=Unternehmen sein sollte, während die privaten Gesellschaften daraus jahrelang beträchtliche Einnahmen hatten. Selgger Tageblatt Nr. 85— 124. Jahrgang O 0 O Montag, den 10. April 1933 Die seieriche Grandsteiniegung zam Vhngser Chrenmal. Erfüllung eines alten Wunsches. Der Samstag war für den Ohligser Stadtbezirk ein großer Tag: Unter günstigen Auspizien wurde die Grundsteinlegung zum großen Ohligser Ehrenmal vorgenommen. Mit dem Bau dieses Ehrenmals wird Ohligs um eine große herrliche Platzanlage, um eine Sehenswürdigkeit reicher. Die Gegend am Sandberg hat ein anderes Gesicht ethalten. Da, wo jahrzehntelang sich eine Abladestelle für den Schutt befand, ist eine weitflächige, in der räumlichen Aufteilung des Plateaus überaus wirkungsvolle Anlage entstanden, deren Krönung das neue Ehrenmal sein wird, zu dem jetzt langsam Stein auf Stein gefügt wird. Neben die intime Beschaulichkeit des alten Ehrenfriedhofs, neben den malerisch am Hügel gelagerten Kommunalfriedhof tritt nun als Drittes das majestätisch wirkende weiträumige Hochplateau mit dem Steinmal. Groß war die Zahl der geladenen Gäste, groß auch die Zahl der Ohligser Einwohner, welche der Grundsteinlegung beiwohnten, die am Samstag nachmittag bei schönem Wetter auf dem mit Fahnen geschmückten Platze stattfand. Die Mitglieder des Bürgerausschusses zur Errichtung eines Ehrenmals in Ohligs hatten sich schon einige Zeit vorher eingefunden, um ihre Namen in die Urkunde einzutragen, welche nach dem Akt eingemauert wurde. Erfreulich war die Teilnahme, welche die Stadtverwaltung Solingen für die Handlung bekundete. Sämtliche leitenden Herren aus Solingen waren erschienen, an der Spitze Oberbürgermeister Dr. Otto in Uniform. Bürgermeister Seynsche, Baurat Schmidhäußler, Beig. Dr. Hofmann; ferner von dem zuständigen Dezernat Gartenbauinspektor Hülse und der Ohligser Stadtgärtner Giese. Der Schriftführer des Ausschusses, Hansmann, betrat kurz nach 4 Uhr den schon errichteten Sockel des Males, um folgende Worte an die Versammelten zu richten: Wenn tausend einen Mann erschlagen, Das ist nicht Sieg, das ist nicht Ehr', Denn heißen wird's in spät'ren Tagen: Gesiegt hat doch das deutsche Heer!" Deutsche Männer und Frauen! Von der Uebermacht erdrückt, von Hunger und Not überwältigt, hat das deutsche Volk das Schwert aus der Hand legen müssen, mit dem die Blüte der Nation während vier langer Jahre einen schützenden Feuerkranz um die bedrohte Heimat geschlagen hatte. Kein Feind werbslose haben sich freiwillig in anerkennenswerter Weise gegen eine kleine Unterstützung bereitgefunden, die Hauptplanierungsarbeiten innerhalb einem halben Jahr herzustellen, um dadurch den Baufonds nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen. Die letzten dorf und Kronenberg vom Verein ehemaliger Jäger und Schützen, Arbeiten, Friebus und Thelen vom Kavallerieverein, Schönewald und lingen unter Leitung des Gartenbauamts von Erwerbslose kühlenberg vom Gardeverein, Wolters und Dr. Biebricher vom hergestellt. Kriegsbeschädigtenverein Kameradschaft, fand Wills Gedanke begeisterte Aufnahme. Der Entschluß, ein Ehrenmal zu bauen, wurde einstimmig gefaßt. Gleichzeitig wurde ein Arbeitsausschuß gewählt, der sich aus den Kameraden Will als Vorsitzender, Lungstraß als Schriftführer, Friebus als Kassierer und Wallbrecker, Wolters. Schönwald und Mühlenberg als Beisitzer zusammensetzte. Nach Erledigung der ersten Arbeiten wurde in einer weiteren Sitzung vorgeschlagen, die gesamte Bürgerschaft von Ohligs heranzuziehen. Durch die Heranziehung der Bürgerschaft, welche die für den Bau erforderliche Gelder aufbringen mußte, sollte eine Garantie dafür geschaffen werden, daß bei eventuellen volitischen Umwälzungen das Ehrenmal nicht wieder beseitigt werden kann. Es wird für notwendig gehalten, diesen Gesichtspunkt ganz besonders festzuhalten. Der Ausschuß wurbe später zu rerschiedenen Zeiten als Bürgerausschuß durch folgende Damen und Herren erweitert: Frau Pastor Neuber, Frau Alfred Herder, Peter Altenbach, Richard Berg, Dietrich Bremshey, Willy Nippes, Heinrich Cleven, Carl Zell. Dr. Koller. Emil Vollmer, Ernst Henkels. Emil Kaiser, Karl Meckenstock, Karl Fuhlendorf, Dr. Biebricher, Ernst Müschenig, Fritz Hansmann, Wilhelm Thellen, Oskar Knipper, Ernst Knupp, Ferdinand Bachem, Dr. Porten, Hans Davidts. Eugen Kortenhaus, Rudolf Bellingroth, Emil May. Albert Fischer. Im Laufe der Zeit schieden von diesen Herren wegen Krankheit und dergl. aus: Ernst Lungstraß, Otto Wallbrecker, Josef Schönewald, Wilhelm Thellen, Dr. Koller und Karl Meckenstock. In einer späteren Sitzung wurde der engere Arbeitsausschuß wie folgt zusammengesetzt: Carl Will 1. Vorsitzender. Fritz Hansmann 1. Schriftführer, Friedr. Friebus 1. Kassierer, Gustav Wolters und Emil Kaiser als Beisitzer, sowie der Architekt Paul Linder als beratendes Mitglied. Platzfrage: Zunächst war der Ehrenfriedhof als Platz vorgesehen, jedoch stellte die damalige Stadtverwaltung der Stadt Ohligs später den Platz hinter dem Ehrenfriedhofe, den sogenannten Sandberg, zum Bau des Ehrenmals zur Verfügung, setzte außerdem einen Betrag zur Instandsetzung und Bepflanzung im Etat fest. Die Eingemeindung der Stadt Ohligs nach Solingen, dann aber auch die schlechte wirtschaftliche Lage und die Not der Zeit vereitelten die Erfüllung des Versprechens., Auch Solingen konnte wegen der die Erfüllung des Versprechens. Auch bat den beiligen Boden des Vaterlandes betreten. Richt auf der Nusschuß sah sich daher gezwungen, die Planierung des Sanderstandenen Welt unterlegen. Nicht hat das selenlose Material berges aus dem Baufonds zu bestreiten. Patriotisch gesinnte ErSammeltätigkeit. Die Sammeltätigkeit, die in einer Zeit der ungünstigsten wirtschaftlichen Verhältnisse durchgeführt wurde, erbrachte durch Haussammlungen, Zeichnungen seitens der Industrie und des Handels, durch Veranstaltungen von Konzerten und Blumentagen, sowie durch Aufstellung von Sammelbüchsen in Verkehrslokalen bis zur Grundsteinlegung den Betrag von Mk. 19000.—. Von dieser Summe sind die Kosten zur Planierung des Platzes mit Mk. 2996.— schon abgerechnet. Projekte. Zur Ausarbeitung von Projekten und Modellen hatten sich die Ohligser Architekten und Bildhauer in liebenswürdiger Weise unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Der von dem Bildhauer Cording entworfene und vom Bürgerausschuß vorgeschlagene Plan wurde von dem von der Regierung in Düsseldorf eingesetzten Kunstausschuß verworfen. Nach einer erneuten Ausarbeitung von Projekten fand der von dem Architekten Paul Linder, Ohligs. eingereichte Entwurf die Zustimmung des Kunstausschusses und der Regierung. Am 17. Dezember 1930 faßte der erweiterte Bürgerausschuß den Beschluß, diesen Entwurf zur Ausführung zu bringen. Nachdem die Vorarbeiten, zu dem auch die Herrichtung des Platzes gehörte, beendet waren, wurde am 23. September 1932 die endgültige Inangriffnahme des Ehrenmals beschlossen. Die Arbeiten wurden vertraglich dem Architekten Paul Linder mit der Maßgabe übertragen, daß die Ohligser Handwerker bei der Vergebung der Arbeiten berücksichtigt werden sollen. Der Bürgerausschuß wird das Ehrenmal nach seiner Fertigstellung der Stadtverwaltung Solingen zu getreuen Händen übergeben. Diese ist durch Stadtverordnetenbeschluß zur Unterhaltung des Ehrenmals und des Platzes verpflichtet und gehalten, dafür zu sorgen, daß eine Beseitigung oder Verlegung des Ehrenmals nur mit vorheriger Zustimmung der gesamten Ohligser Militär=Vereine vorgenommen werden darf. Eine Abschrift dieser Geschichte und allen sonstigen Unterlagen, die das Ehrenmal betreffen, befinden sich in den Akten des Krieger= und Landwehr=Vereins Ohligs. Mögen spätere Generationen an dem Ehrenmal, das om 25. Juni 1933 der Stadt Solingen übergeben werden wird, mehr sehen als ein schönes Werk der Kunst. Mögen sie es als Mahnung nehmen, die Größe vergangener Zeiten nicht zu vergessen und ewige Dankbarkeit denen bewahren, die für Deutschland ihr Leben gaben, damit wir leben konnten. unsere Söhne erschlagen können. Denn größer als alle Trommelfeuer war der Geist der deutschen grauen Feldsoldaten. Die über 830 toten Feldgrauen unserer Stadt Ohligs waren ein Glied dieses um Ehre, Freiheit, Größe und Zukunft der Nation opfernden Geschlechtes und des glorreichen deutschen Heeres. Um diese 830 der Besten unserer Stadt und das, was sie der deutschen Nation geleistet haben, nicht zu vergessen, hat sich die Ohligser Bürgerschaft aufgerafft, diesen Braven ihren Dank dadurch zum Ausdruck zu bringen, indem sie ihnen ein Denkmal setzte, das mahnend auf spätere Generationen wirken soll, aber auch, um die Größe vergangener Zeiten nicht zu vergessen und ewige Dankbarkeit denen zu bewahren, die für Deutschland ihr Leben gaben, damit wir leben konnten. Um den Grundstein hierzu zu legen, sind wir hier versammelt, und die Zahl der Teilnehmer ist ein Beweis dafür, welches Interesse dieser heiligen Sache, welche in der Zeit der Not des deutschen Volkes geboren wurde, entgegengebracht wird. Der Schriftführer verlas dann die Urkunde, die folgenden Wortlaut hat: Urkunde zur Grundsteinlegung des Ehrenmals der Stadt Ohligs gewidmet ihren im Weltkriege 1914—18 gefallenen Söhnen. Durch den vor einem starken Willen zur nationalen Einheit entfachten Begeisterungssturm in allen deutschen Landen, der in der deutschen Geschichte unvergessen bleiben wird, wurde am 30. Januar 1933 die bestehende Regierung durch eine Regierung nationaler Konzentration abgelöst und wieder ein einiges Deutschland von Nord bis Süd und Ost und West geschaffen Unter der Reichspräsidentenschaft des Generalfeldmarschalls von Hindenburg und Beneckendorff, des Siegers von Tannenberg, und unter der Reichskanzlerschaft Adolf Hitlers, der nunmehr zum ersten Mal nach Beendigung des Weltkrieges die Geschicke des Vaterlandes mit einer nationalen Regierung leitet, wurde am 8. April 1933, durch die Bürgerschaft von Ohligs der lustbarkeiten verboten. Osterpaketverkehr. Die Post bittet, zur Vermeidung von Anhäufungen und Verzögerungen vor Ostern Pakete, Postgut und Päckchen möglichst frühzeitig aufzuliefern, sie gut zu verpacken, die Aufschrift haltbar anzubringen und den Bestimmungsort besonders groß und kräftig niederzuschreiben. Auf Paket, Postgut und Päckchen muß die vollständige Anschrift des Absenders angegeben und in Pakete und Postgut ein Doppel der Aufschrift gelegt werden. In den um die Größe vergangener Zeiten nicht zu vergessen und Päckchen sind Hohlräume mit Holzwolle usw. auszufüllen, damit die Sendungen bei der Beförderung in Säcken und beim Stapeln nicht eingedrückt werden. Sie müssen deutlich als„Briefpäckchen“ oder„Päckchen“ gekennzeichnet sein * Verbotene und erlaubte Veranstaltuugen am Karfreitag. Am Samstag veröffentlichten wir eine Verfügung des preußischen Innenministers über den Schutz des Karfreitags. Nach einer uns heute zugebenden Mitteilung des Polizeipräsidiums Wuopertal dürfen am Karfreitag folgende Veranstaltungen nicht abgehalten werden: a) Rennen. sportliche und turnerische Veranstaltungen gewerblicher Art und ähnliche Darbietungen sowie sportliche und turnerische Veranstaltungen nichtgewerblicher Art, sofern sie einem größeren Publitum dargeboten werden. b) In allen Räumen mit Schankbetrieb musikalische Darbietungen jeder Art.„„„ I,2 Hilnanhen Garanstaft. c) Alle anderen der Unterhaltung dienenden Veranstaltungen, soweit sie nicht besonders zugelassen sind. Außerdem sind am Donnerstag und Samstag der Karwoche alle öffentlichen TanzGrundstein zu diesem Ehrenmal gelegt. Sieben Jahre sind verflossen, daß die fremden Besatzungstruppen die Stadt Ohligs verlassen haben, vier Jahre sind dahin gegangen, daß die nach Parteigrundsätzen leitende Regierung durch Landtagsbeschluß gegen den Mehrheitswillen der Bürgerschaft die selbständige Stadt Ohligs mit Solingen vereinigte. Möge das Denkmal, das in den Tagen der Auferstehung des nationalen Deutschlands errichtet wurde, ein Wahrzeichen bleiben, den Lebenden zur Erinnerung, den Toten zum Gedächtnis. Obligs, den 8. April 1933. Nach Begrüßungsworten an die Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden gedachte Hansmann in kurzen Worten der gefallenen Krieger, zu derem Gedächtnis die Anwesenden eine Minute in regungslosem Schweigen verharrten. Dann traten die Anwesenden einzeln heran, um einen Spruch zu sagen und ihn mit drei Hammerschlägen zu bekräftigen, zuerst die Mitglieder des Bürgerausschusses, dann Oberbürgermeister Dr. Otto und Vertreter der Behörden und großen Verbände, die der Vereine und Körverschaften und bekannte Bürger von Ohligs. Im ganzen waren es etwa 140 Personen, die an dieser Ehrung teilnahmen. Eine große Zahl von ihnen spendeten anschließend einen Betrag, der in etwa dazu reicht, die fehlende Summe von rund 1000 Mark noch aufzubringen. Hansmann sprach darauf noch einige Dankworte und brachte auf den greisen Reichspräsidenten, den Reichskanzler und das Vaterland ein dreifaches Heil aus, in das die Anwesenden kräftig einstimmten. Mit dem Gesang der ersten Strophe des Deutschlandliedes war der feierliche Akt beendet. Die Weihe des Male wird voraussichtlich am 25. Juni dieses Jahres erfolgen. Der kupfernen Büchse, welche die Urkunde der Grundsteinlegung enthält und nachher eingemauert wurde, wurde noch die Entstehungsgeschichte des Ohlioser Ehrenmals beigegeben. Die Eutstehung und Entwicklung des Ehrenmals. Verspätet durch die Besetzung fremder Truppen, Inflation und die unruhigen Jahre, die dem Kriegsende folgten, trat im Jahre 1925 der Schwerkriegsbeschädigte und Stadtverordnete der damaligen Stadt Ohligs, Karl Will. mit dem Plan in die Oeffentlichkeit, ein Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen KameZugelassen dagegen sind: a) Theater= und Musikaufführungen religiöser oder weihevoller Art... an Lu. Gilhstaw. be. Sinigl. b) Lichtspielvorführungen, die von der Bildstelle des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht in Berlin zur Aufführung am Karfreitag anerkannt sind. c) Vorträge, bei denen ein höheres Interesse der Kunst, Wisschenschaft oder Volksbildung obwaltet. Während der Hauptzeit des Gottesdienstes in der Zeit von 9 bis 11½ Uhr sind auch alle nach Abs. 2a—0 zulässigen Veranstaltungen verboten Abschlußfeier der Schulspiele. =do. Zum Abschluß der Jugendkämpfe um die Plakette des Rasensportverbandes Groß=Solingen wurde gestern nachmittag im„Rheinischen Hof“, Schlagbaum, eine Abschlußfeier veranstaltet. In einem reichhaltigen Abend bekamen die Eltern und Freunde der Jugendsportabteilungen einen kurzen Einblick in das vielgestaltige Leben und Wirken der Gruppen. Die Solinger Musikantengilde hatte sich auch diesmal wieder in selbstleser Weise zur Verfügung gestellt, um den Abend durch einige nette Musikvorträge zu umrahmen. Gegenüber den Vorjahren ist eine stärkere Beteiligung an den Schulspielen festzustellen. So haben an insgesamt 78 Spielen 18 Schulen teilgenommen. Im allgemeinen sind die Spiele gut durchgeführt worden, nur schade, daß bei den beiden Endsiegera das Los entscheiden mußte.— Im Verlaufe des Abends wurden im ersten Teil von der Jugendabteilung des Fußballvereins „Adler“ gymnastische Vorführungen— teils sehr heiter— vorgeführt. Die Jugend des Solinger Fußballklubs 1895 zeigte gute Leistungen am Barren. Schließlich führte der Turnverein Maugenberg noch einige schöne Reigen auf. Dann schritt man zur Siegerehrung. Als erster Gruppensieger bekam die Schule Dunkelnberg die Plakette des Solinger Rasensportverbandes. Dem zweiten Gruppensieger, Schule Stöcken. wurde durch den Vertreter des Westdeutschen Spielverbandes. Erlenkötter, die Plakette des WSV. überreicht. Erlenkötter betonte in einer kurzen Ansprache, daß das„Hinter den Bällen herrennen“ nicht der Hauptzweck dieser Spiele wär. sondern man müsse dies nur als Vorstufe zur Ertüchtigung der Jugend betrachten. Die raden der Stadt Ohligs zu errichten. Bei einer Besprechung mit Schulen Stockdum und Dorperhof bekamen als dritter und vierter den Vertretern der Ohligser Kriegervexeine, welche durch nach: Sieger ein Diplom ausgehändigt. Im weiteren Verlauf des stehende Kameraden vertreten waren: altenbach und Raub nom Agends zeigte die Jugendabteilung nam Fußhallnereir Veteranenverein. Schäfer und Henkels wehrverein, Meckenstock und Kaiser vom rvereine, welche durch nach: Sieger ein Diplom ausgehändigt. Im weiteren Verlauf des m: Altenbach und Rauh vom Abenis zeigle die Jugendabteilung vom Fußballverein Solingen 09 elg vom Krieger= und Land= einige feine„lebende Bilder“ aus dem Fußballsport. Außerdem vom Artillerieverein, Fuhlen= zeigte eine Jugendabteilung der 1. Sportvereinigung SolinzenGräfrath einige Uebungen, die zur Borer gehören. Sogar ein paar kleine Kämpfe wurden vorgeführt. Zum Abschluß des Abends wurde gemeinsam das Deutschlaudlied gesungen. Gewerbesteuererklärung. Im amtlichen Teil der heutigen Ausgabe des„Solinger Tageblattes“ veröffentlicht der Vorsitzende des Gewerbesteuerausschusses für den Veranlagungsbezirk Solingen eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung für die Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag, auf die wir noch besonders hinweisen. Die Erklärung ist in der Zeit vom 18. April bis 1. Mai d. J. unter Benutzung vorgeschriebener Vordrucke einzureichen. Aus dem Solinger Menirt) # Ein lebhaftes Geschäft brachte der gestrige Sonntag dem Solinger Einzelhandel. Wie immer an den geschäftsoffenen Sonntagen vor den Festen waren auch gestern wieder zahlreiche Besucher von auswärts nach Solingen gekommen, die erfreulicherweise zum großen Teil„Käufer“ waren. In den für Oster= und Frühjahrseinkäufe in Betracht kommenden Geschäften war sehr gut zu tun, und nach unseren Erkundigungen waren die Einzelhändler mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. * Die ersten Schwalben, die von ihrer alljährlichen„Auslandsreise“ in die Heimat zurückkehren, werden nach alter Erfahrung als die eigentlichen Frühlingsvorboten angesehen. Und tatsächlich bestätigt es sich, daß dem Eintreffen dieser Tierchen die wärmere Jahreszeit folgt. Gestern sind nun in unserem Bezirk diese Fruhlingskünder beobachtet worden. In der Regel kommen sie in der Solinger Gegend erst zwischen dem 16. und 20. April an. Nach Aufzeichnungen, die einer unserer Leser in den letzten Jahren machte, erschienen die ersten Schwalben im Jahre 1928 am 25. April, 1929 am 20., 1930 am 27., 1931 am 12. und 1932 am 15. Aoril. In diesem Jahre sind sie also recht früh wiedergekommen(9. April), so daß wir hoffen dürfen, die Winterzeit werde nun endlich vorbei sein. S Ein neues Landheim weihte am Samstag die Gefolgschaft Kapitän Ehrhardt, Ortsgruppe Solingen, in Anwesenheit des Gauführers und verschiedener Gruppenführer der Bergischen Ortsgruppen im 3. Hästen ein. Das Heim, das aus einem alten Stallgebäude von den arbeitslosen Kameraden hergestellt wurde, bietet Schlafgelegenheit für 24 Mann und soll der hiesigen Ortsgruppe zur besseren Durchführung der wehrsportlichen Uebungen dienen. 2 Alte Solingerin. In körperlicher und geistiger Frische konnte am gestrigen Sonntag Frau Wwe. Broch, Felderstraße 62, ihren 78. Geburtstag begehen. Sie ist langjährige Bezieherin des „Solinger Tageblattes“ und interessiert sich für alle täglichen Neuigkeiten. sp= Haussammlungen für die Hilfspolizei. Das Polizeipräsidium in Wuppertal schreibt uns: Das Publikum wird darauf hingewiesen, daß die Haussammlungen für die Hilfspolizei ausschließlich von Leuten vorgenommen werden dürfen, die mit einem vom Polizei=Inspektions=Kommandeur unterschriebenen und mit Dienststempel versehenen Ausweis, der ausdrücklich auf die Sammelberechtigung hinweist, vorgenommen werden dürfen. Sammlungen auf der Straße, in Lokalen und anderen öffentlichen Orten kommen vorläufig nicht in Frage. Der Schwerkriegsbeschädigte Lorenz Aute, Solingen, Erzbergerstraße 14, legt Wert auf die Feststellung, daß er mit den Terrorakten, in die, wie am Samstag von der Polizei gemeldet wurde, ein gewisser Johann Ante verwickelt ist, nichts zu tun habe und daß auch kein Mitglied seiner engeren Familie mit dieser Angelegenheit in Verbindung stehe. eip= Festgenommen wurde ein Mann von der Weststraße, der mittels Nachschlüssels in die Wohnung eines Hausbewohners eingedrungen war und zwei Anzüge entwendet hatte.— Auf frischer Tat ertappt wurde ferner ein 21 jähriger wilder Hausierer aus Remscheid, der in der Düsseldorferstraße aus einer Wohnung in einem unbewachten Augenblick zwei Beldiollen im Werte von 15) RMk. an sich nahm und ver Kommunale Tagespost. des aus Nendarhen Städten. Weüe dachr ungdsbuen Scauten. Voraussichtlicher Fehlbetrag von 17 Millionen Mark in Wuppertal. ewp. Der Entwurf des ein voraussichtlicher Fehlbetrag von 17385 700 Mark. Rechnet 1931, so ergibt sich ein Gesantsehlbettag Die Zahl der Unterstätzungsempfanger in Buppertal sinkt. ewp. Zum ersten Mal seit Mitte 1931 ist die Zahl der ihffahrtsunterstützten Personen in Wuppertal in einem Ueber 3 Millionen Wohlfahrtslasten im Monat Febeuar. wp. Die Stadt Köln mußte im Februar für insgesamt 43 681 Wohlfahrtserwerbelose 2 725 595 Mark einschließlich, Vor, Weiterbin mußten vom Wohlr ir Unterktüte des Argen, sowie Verwaltungskosten aufgenden. vom Reich für diese Aufgegbgngen, nur 748743 Mezf, Ze galcz erstattet wurden, beziffert zu, ver nerroaufwand der Stadt auf 2 378 944 Mark. dem schönen Verhältnis zwischen Arbesztgeher unt#cheitnehmer. e bsbnen, Verhtn, guben unr der Bircseigegunge vergenen: p gtrecke von etwa 100 Meter sind junge Pappein auschattenpoch rechtzeitie zum Stilltond zu bringen. Nur wenn die Strecke vom nog reasizettig zum Stugun, o.-.., Lustraße erklärt wird, oder Heutämochen bis zur Hauptstrobe o1.= Oimb zannan hieser verlehrnreichen und in Anstalten verpflegten Personen, die durchschnittlich sich ul tic beorter. 10 Khale am 1 Oktober 1930; 15.260 Famitten mir g9 0ag aupsen i: 109: 3386„. 8333 1. April 1933: 96258„ 89030„ damit doch zum erkten Rale und hofentlich auch weiterhin die geradezu erschreckende Zunahme der Wohlfahrtsunterstützten. 6,5 Millionen Nachbewilligung in Wuppertal. ewpe In der Sitzung des Beschluhausschussen der Stadtverrdnetenversammlung in Wuppertat wurde über die Bildung, Volksparteiler Hospitant bei der RSDAP. August Goetz, hat die nationalsozialistische S##tg####dmeteg; zwa= Verkehrsunsall. Am 8 April gegen 13 Uhr, erfoigre in Sohl der Mitglieder der iktion auf 41. Die Verim Einvernehmen mit mündung die notwendige Sicherheit gewährleiftet werden. en nicht verletzt. Die Schuldrechte Trittbrett abgerissen. Personen wurden nicht verletzt. Die Schuldv. in Solingen=Wald abgesteltes Rad am 5.Aorl gbend; im„Feldergof mn Sotilnigem trutr urgegurg#tad am 5. Apxl gbezd; gestohlen. Es iskt em Herrentourenroo ver sten F. sgen; Her. 40##e. mit schwarzem Rahmen, schwarzen grüngestreiften Feig##; Wect 40 R. handlungen über diesen Schritt wurt den beiden Parteileitungen gefuhrt. Der Staatskommissar für Dortmund über die Finanzlage der Stadt. mmissar“ede die Verschulgg##r Stadt machte der Stazz einen Zinsendienst von 14 Millionen Mark jährlich. Für dieses den Wotor, Ppger elicht picd ausfiah Risklonen Maekl schist, Haushaltsplan 1932 in Höhe von 6476 971 RM. diesem Betrag entfallen auf plan 6243534 RM. und auf den 233 437 RM. Dabei handelt es sich durchweg um die entweder auf Grund gesetzlicher, ortsstatutenmäßiger oder ähnlicher Bestimmungen oder aber zur Sicherung der Gemeindeinteressen und zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes unumgänglich notwendig waren. Beim Wohlfahrtsamt ist allein mit einer Aeberschreitung des Etatansatzes um 6124186 RM. zu rechnen. Auch die Gültigkeitsverlängerung der Bierf ordnung wurde gutgeheißen. Die Biersteuerordnung vom 31. 10. 1930, deren Gultigkeitsdauer mit dem 31. 3. 1933 ablief, ist seitens der Aussichtsbehörde weiter genehmigt worden mit der Maßgabe, daß die Steuersätze gemäß der Verordnung ur Verstenerordnung, Bz, PgKt u. Starkbier Entwäserungganlagen, Friedhöfse vpi, nigenr Geensgiele 100 Millionen Mark. Bei den Schulden handele es sich um 138 Millionen Mark aus Anleihen, Hypothekenschulden 55 Millionen Mark rückständige Fehlbeträge aus den letzten Jahren und allein 17 Millionen Mark für übernommene Bürgschaften. Für diese Bürgschaften wird die Stadt voraussichtlich restlos in Anspruch genommen werden, da Sicherheiten nicht gegeben worden sind. A Sun dem Höbscheider Berinh) Zur Errichtung eines Ehrenmales in Höhscheid. Kranienankalten vso. Rehtauspenduggen, in Bettag, von 3d. ver. 6.s, Lesgnderz, wel das Dentmal dann von ale 1.8 Millionen Mark entstanden sind. Durch diese formelle Nachligung der Kreditüberschreitung — ein Vaterländischer Abend vom Dbhegspere, Ehenmals. Der schwand. Unmittelbar nach seinem Verschwinden wurde das Fehlen des Geldes jedoch bemerkt und es gelang dem Geschädigten, den Dieb auf dem Schützenplatz zu stellen und das Geld wieder abzunehmen. Der Dieb wurde festgenommen. 8#9 eip= Ein Kind angefahren. Am 8. Apvil gegon 18 Uhr fuhr in Solingen auf der Helenenstraße ein Personenwagen infolge Versagens der Vremse die Straße rückwärts hinunter Ein Fend wo.=ge,uunge, Wagen erfaßt und gegen einen Zaun gedrückt, es trug verletzungen an Kopf und Schulter davon. Aus dem Chligser Bezirk Kruxs, der wie seine Brüder dem Männerchor seit Jahren sat unib Kele ie Keriche basde derucht iche besade, aie ste eösetel. 3chehse des Abends wurden dann noch viele Lieder von Heimat, Frühling und dem Rhein gesungen und manches Wort geredet. Hierbei darf nicht unerwähnt bleiben, daß vor einigen Jahren der„Männerchor 1854“ Central auf Veranlassung von Bürgermeister Krups in Neuwied anläßlich einer mehrtägigen Rheintaur mit dem dortigen Quartett=Verein„Rheingold“ ein Wohlveranstaltete. Hnit derte Zehpieder Bruder, Aus dem Arbeitsbericht des Evangel. Jugendwohlfahrtsamtes zu Obligs. Geschäftsführung liegt seit 1. Oktober 1932 in den Händen Milly von Nasse, da Schwester Ehrenhard von Zedlitz an genanntem Zeitpunkt hier in Obligs ihre Tätigkeit aufgegeben hat, um in Glogau, in der Nähe ihrer Heimat, einen ähnlichen Aufzu übernehmen. Seit 1. April ist noch eine ehrenamtlich arbeitende Jahrespraktikantin eingestellt, da sich eine Hilfskraft wegen der Zunahme der Arbeit als notwendig erwies. Die Leitung des Amtes bis jetzt in den händen von Pastor Eickenberg und wird voraussichtlich nach Wiederbesetzung der vakanten Jahre an Pfarrer Bergmann übergehen. Das Gesamtbild der Fürsorge ist heute anders als noch vor einigen Jahren: Während früher auf eine planmäßige Ertüchtigung des Nachwuchses, auf soziale Hebung der unteren Volksschichten und Beseitigung der Quellen gesundheitlicher, erziehlicher und wirtschaftlicher Gefahren hingearbeitet wurde, ier tagch eaehentene heicen ud Sesele Ner esiehe Oooen perbunden greist doch die Ssentlche Fürorge tief in mminteresert an der Entwicklung der geWieg, süe eigte täpstie Manemschand üer Beclorrchce Ans dem Gebiet der Winter= und Wirtschaftöhilse ist erwähnenswert, b oe rioh und Zesammenarbeit mit der Frauenhlse war es möglich, 15 Kinder während der großen Ferien auf das Land zu schicken. Diese Kindererdolangsschrienge soll in diesen Jahre weiter ansgebaut werden tour mit dem dortigen seine Brüder ischgneg ghenz, stasis weilten, seine tatträftige Unterstützung könnte gerechnet werden. Der Schulverein Kreuzweg veranstaltete einen Eiternabend. Die GrippeE: dem 8. April, einen Elternabend. Dse Grippedie Unruhe der Zeir gaben Veranlassung dazu, in der Ferien zu feiern. Der Besuch war gut. war Elternabenz.„Pr. epdenie und d ur. 6.. 3uit Asrogd. epiden g ,and u. Vg.. 9.... He, Resuch war gut. dieses Fest erst in ven Ferien,g#,##iern. Der Besuch war gut. Die Cüte der Darbietungen ist ja bekannt. Diesmal war es ein reines Kinder=Konzert, gemischt mit einigen Tänzen und Bacher sichticgge Feser det von Fran, Abt. Die Fgsagen sallen anderen Mitoirenden und dem Schalberein selbs den Dank im Namen aller Gäste aus. Standarte der SA. hielt gestern morgen 9 Uhr auf der. Hindegburgplatz einen Appell der ihr untergeordneten Sturme ab. Etwa 1600 Sa.=Leuigganpger, gzigestellt, bei dem der von Mige chen zurückgekehrte Standartenführer Schönhoff, die Parave abnahm. In Anschluß an die Parade zog die SA geschlossen über die Hauptstraße, wo am Rathaus der Bzzbzurgtlchoßge; Burde. Der Appell, der einen Einbeig in dir minserafte soldatische Disziplin und Exaktheit der SA=Formationen Mittagsstunden hinein sich im Zentrum Walds ein starker Verkehr bemerkbar machte. ewa= Goldene Hochzeit. Das goldene Hochzeitsfest konnten am Sonntag im Saale Czernitzki, Westersburg, die Schumacher und Frau geb. Kreutz, wohnhaft zu Fürkeltrath, begehen Der Saal war, der heutigen Notzeit entsprechend, gut besetzt, ein Beweis, daß sich das rüstige Jubelpaar großer Beliebtheit erfreut. Die Musikvorträge, ausgeführt von den Pru, Hie,earbzetarngetze s:; Volele Große Anerkennung erntete der Schaler Kindes verdienen 9anz besgigg, der giehergran. sowie der Ouartettverein„Vver zepecgzlung.v it. ozg, Hurnorrrezitierte frühere Schulaussichtsbezirk Solingen II(Sitz in Ohligs) bestand 1d Haste und date in. bieter Zei dei droschalele. setnrich durch Blumen und vert belebt werden Linnen. Dieser Platz eignet sch, weithin sichtbar I. Ein grober olt, pgppesteugzt pomit eine die Bronceplatten mit den verden Lönnen. Zpei Fenerschalen geben dem Ganzer, sonderen Anlässen ein festliches Gepräge. Der Entwur##— von dem Architekten und Kunstmaler Philipp Bößwett: Solingen, in uneigennütziger Weise angefertigt. Feuerwehr Solingen rief zu einer 1 eines Verbandes konnte ee, Ppogf azx, disz eiter! Gez, Paung zurägiehren, doch dürfte... rene kangere Jeit arbeitsDer Kucuck ist da. Nachdem im Laufe der verggngenen Woche die Schwarzköpfe und andere zarte„Finzgögel, bet vas bestimmen nach der Jahl derselden die Jahl der Jahre, welche Zahl ihrer zu erwartenden Kinder feststellen zu können. Am alten Boauezgeunder, den noch Geld konnte es ihm in diesen Felder hestellt und bann nonh wrg#, konnte es ihm in dieser im Frühling den ersten Kuckucsruf hört, besimmt weißz, ist der Frühling eingezogen und mit dem Frühling zieht auch neue Hoffnung in jedes duenschenherz. ch. Insektenplage. Die warmen Tage der letzten Wochen haben schon eine Unmenge Insekten zum Leben gebract, Fhehelogbege Die tühlen Tage haben auf der Wuover sehen, wo sie auf der Oderfläche talabwärts geführt werden. Wo sich das Wasser nur etwas staut, sammeln die: Mückenolage di Klumpen an. Vor einigen Zagbige per ausgenommen in vorher die Mücken mit einer Petroleumfackel brennen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der vergangene milde Winter mit dem massenhaften Auftreten der Insekten in Verbindung gebracht werden kann. Lehrer Georgi dos Leben des Jubespars. Die Bühnenspiele bichung gebract verd. Pete bnchen De u. Anhgu bue Vor, Ic uz, Alhlhngn,# Aus dem Grätrather Ben.— Ar San„ an Ph e. Sür kr ben.. Aun iun dumh Gebäude der Firma gibt dem ersten Teile der Straße schon, äußerGunden keider Basteb1 sust ureteun beurzah, eehas Kalisite un Bürgermeister vor einigen Tagen ein Ständchen. Bürgermeister erfreut. Den Abschluß des Festtages bildete eine kleine Feier, owwev, De Grsseat, und eyt swohl die Ittergegend wie die s ais uns in. Lianeiher. 3.5) dn ian wuenteier sie Kerntite setzten Tagen schnell Vereinzelt kebt Fhan schon blühende Bäume und das Grüne im Farbenspiel tritt nach den letzten Regenfauen träftig hervor. Regenfällen kräftig g teressenten geschehen. Die Entscheidung der Kirchenbebörde, von In Resce ehe eie eie ececche ob eine nochmalige Wahl stattfinden wird, ist also in nächster Zeit kteine 9e.r-, zu Aus dem Rhein=Wappertieis crognung des Fheinischen Provinginiianerrg• Am Samstag abend Eine Ansprache des neuen Oberpräsidenten. WTB. Düsseldorf, 10. April. Der Rbeinische Provinziallandtag wurde beute mittag mit folgender Ansprache des neuen Oberpräsidenten Frhr. von Lüninck eröffnet: Deutsche Männer und Frauen! Seitdem der letzte Rheinische Provinziallandtag hier versammelt war, hat sich in Volk und Vaterland eine nationale Erbebung siegreichen Durchbruch erkämpft, deren ganze Bedeutung erst Kinder und Kindeskinder voll erkennen und würdigen werden. in Unter der alten deutschen Fahne schwarz=weiß=rot und unter dem nicht minder ruhmreichen Banner der neuen Freiheitsbewegung tritt heute ein neuer Provinziallandtag zusammen, der berufen ist, in jenem alten, aber durch den Schmutz der liberalmarxistischen Revolution verschütteten Geist christlichen Glaubens, deutscher Ehre, nationaler Kraft und sozialer Verbundenheit tatkrätig, und verantwortungsbemutzt zizuwirken am nezen, Deut: Pater ersehnien. für das die Brüder ihr Leben 9a schen Reiche einer besseren Zukunft. Als vor wenigen Wochen an die Kinder frei, stolz und glücklich wohnen solle geheiligter Stätte in Potsdam der greise Feldmarschall des alten Eine ungeheure Fülle schwierigster Aufgaben Reiches, der, Hüter stolzer Vergangenheit, den Treubund sclos nischen Provinzialandtages und Leichlingen #le. Vortrag für die Geflügelhalter. sand bei Benteler, Hochstraße ei des eines einheitlichen erstlassigen deutschen,„Auatstöitz=Esez,„Der Besuch der Veranstaltung, die auf Veranlassung der Eier=Verwertungs=Genossenschaft Leichlingen stattfand, war gut. ele NSDAP.=Stadtverordneter rückt auf. Infolge Erzennung des Stadtverordneten Lotzzes zum ersten Beigeordneten der Stadt Leichlingen scheidet dieser als Stadtverordneter aus An seine Stelle tritt der nächste Bewerber der nationalsozialistischen Liste, Ernst Fild, Neustraße. ele. Die Prüfung bestanden. An dem Städtischen Lyzeum in Opladen bestanden die Abschlußprüfung die Schülerinnen Wanda Schüller, Hilde Thönes und Martha Frohwein von hier. Sie erwarben damit gleichzeitig die Reise für die Obersekunda eines Oberlozeums. #les 25 Jahre Straßenmeister in Leichlingen. Am heutigen Tage kann der Straßenmeister Broke, Brückenstraße, guf eine 25jährige Tätigkeit bei der Stadt Leichlingen zurückblicken. ler Andere Absahzstztelle ,d#r Szestpoß, Wie uns. dus Postami mitteilt, beayschrggn die Deutsche Reichspost, die Abfahrt= und Endhaltestellen der Kraftpost Köln— Solingen und Köln— Remscheid mit Beginn des Sommerfahrplans vor das Postamt an den Dominikanern zu verlegen. Witzhelden ewi. Auf zur Säuherungsaktion. Der Frühling Einzug halten, die Blütezeit naht und mit ihr kommen Tausende von Fremden in unser schönes Dörflein. Aber an allen Ecken und Enden gibt es noch Flecken in der Landschaft: das sino die beberzeße der letten Wghlez, An Telegrophgausten Feßen. Imi vy; Tesieien, und endlich durch das Bilut der Freiheitskämpfer überall, hängen, die von Pind und Regen zerzaunen eretzen, Im wismus retteten, und endlich Z##c,##s. P#,,##ee#sam Interesse des für unser Dorf so notwendigen Fremdenverkehrs richten die zuständigen Stellen deshalb an die Vorstände aller Parieien und die Hausbesitzer die Bitte, die jetzt überflüssigen Wahlplakate zu entfernen, damit nichts Störendes in die demnächst erwachende Blütenpracht hineinleuchtet. Es wird ja jetzt überall gesäubert, also bitte auch hier:„Auf zur SäuberungsAbien* B =wie Auslegen von vergifteten Eiern. Es wird darauf hingewiesen, daß der Jagdvächter des Jagdbezirks Kohlberg am Samstag, dem 8. d. M., in der Gegend zwischen Herscheid=Scharweg=Flamerscheid und Raderhof vergiftete Eier auslegt. Die Eier werden in Form eines Geleges(3 Stück) zusammen ausgelegt und dienen der Bekämpfung der auch für den Landmann so schädlichen Krähen. Jeder, der solche Gelege(Hühnereier) findet, lasse sie im Interesse des Erfolges ruhig liegen, zumal dieselben wegen ihres Inhaltes auch gefährlich sind. des deutschen Vaterlandes beruhte: Gottesfurcht und Sittenstrenge, Vaterlandsliebe und Freiheitswille, Opfergeist und KameHinter uns liegt nicht nur eine Zeit von unendlichem. Eiend und tiefer Not, sondern was schlimmer ist, eine Zeit, angefüllt mit Schmutz und Schande, eine Zeit geistiger Zersetzung und ZerDer Frühling will seinen nit ihr Strafanzeige gegen den bisherigen Leiter des Arbeitsamtes. wp. Opladen, 8. April. Gegen den bisherigen Leiter des Arbeitsamtes Opladen, Regierungsrat Melind, ist wegen Aktenbeseitigung Strafanzeige erstattet worden. Der politische Ueberwachungskommissar hat die Akten des Leiters der Staats— Außerdem wurden der Leiter der der Arbeitsvermittler anwaltschaft v. anwaltschaft vorgelegt. Verscherungsahreiung,„Faber, und der Arbeiteyermittier Küsters fristlos entlassen, und zwar wegen groben Mißbrauchs des in sie gesetzten Vertrauens. mit dem Vorkämpfer der deutschen Freiheitsbewegung, dem Führer des neuen Reiches, Adolf Hitler, da war die Sehnsucht langer Geschlechterfolge das Wunder der deutschen Einigung, die Geschlossenheit aller echten Deutschen über Klassenhaß und Parteizank binweg Wirklichkeit und Grundlage des Dritten Reiches esbrs. ectter Schstasfe Bewußt und gewollt aufgebaut auf der Treggezgr,„ggmptende alter deutscher, stolzex Geschichte ward dieses Reich erkampft und zusammengefügt durch das Opferblut deutscher Herzen, das Blut der Gefallenen des groben Krieges, durch das Blut jener den dunklen Revolutions= und Separitistenkämpfen 1918 bis 1923 stets ohne Dank, oft unbekannt, das Vaterland vor dem Bolschewismus retteten, und endlich durch das Blut der Freiheitskämpfer im braunen, schwarzen und feldgrauen Ehrenkleid, die in den letzten Jahren ihr Leben für Deutschlands Ehre und Freiheit geopfert haben. Von ihnen allen gilt das Wort des großen Kirchenvaters Augustinus:„Für uns sind sie vor Gottes Augen Sieger geworden und Opfer, und darum Sieger, weil sie Opfer wurden". So bitte ich Sie in dieser Stunde, da der neue Rheinische Provinziallandtag an seine Arbeit gehen ihren Plätzen zu erheben und zunächst einen Augenblick stillen Gedenkens jenen weihen zu wollen, die draußen im Weltkrieg unter schwarz=weiß=roter Fahne und jenen, die im Freiheitskampf der letzten Jahre unter dem Hakenkreuzbanner oder der Stahlhelmflagge ihr Leben für uns hingegeben haben. Heiliges Erbe hütet das neue Reich: Das Erbe schlichten, starken, freiheitsliebenden Preußentums, das der große König in der Gruft zu Potsdam bewacht, aber auch— gerade hier am Rhein im besonderen Maße lebendig— die Tradition jenes tausendjährigen Deutschen Reiches, das vom Rhein als seinem Herzgau aus die größte bisher erlebte Macht— und Kulturentfaltung des deutschen Geistes entwickelt hat. Großes Erbe verpflichtet. Jedes Geschlecht ist nur ein Glied in unendlicher Kette, die Vergangenheit und Zukunft verbinder. Der Fluch der Väter und Enkel trifft das Geschlecht, das aus Feigheit oder Schwäche brüchig wird und die Kette blutsmäßiger Verbindung zur Zukunft zerreißen läßt. Unsere gefallenen Kameraden haben in treuer Pflichterfüllung für Freiheit und Ehre ihr Leben geopfert. Jetzt wendet sich die Pflicht an uns, daß wir in gleicher Treue wenigstens unser Leben führen, daß wir jene Kräfte wieder lebendig machen. auf denen einstmals Größe, Kraft und Freiheit des preußischen Staates und störung bester Volkskräfte. Und wenn der Führer der Nation, Adolf Hitler, selbst bekannt hat, daß wir alle ausnahmslos in der Vergangenheit mitschuldig geworden sind, die einen aktiv, die anderen nicht aktiv, durch Duldung. dann darf niemand sich rühmen, daß er frei von Schuld und Schicksal der vergangenen Jahre sei. Dann müssen wir aber auch alle, jeder an dem Platz, wohin ihn die göttliche Vorsehung und der Wisle, des. führers berufen hat, seeint im nationalen Willen, geweinsant an die Arbeit gehen, nicht nur um wirtschaftliche und soziale Wunden zu heilen, sondern um das Reich neu zu bauen, das die Väter ersehnten, für das die Brüder ihr Leben, gaben und in dem beitsgebieten. Diese vielgestaltigen Arbeiten können und werden nur dann in einem das Wohl der Gesamtheit gewährleistenden Sinne gelöst werden, wenn die Arbeit bestimmt wird durch ein Leitmotiv, aus dessen Wesen sich aller menschlichen Schwäche zum Trotz und über alle Fehler in Einzelheiten hinweg mit innerer Folgerichtigkeit immer wieder die richtige Lösung aller Probleme ergeben wird. Und dieses Leitmotiv kann für den. Geschichte gelernt hat, nur das gleiche sein, das auch in der Vergangenheit im ersten Deutschen Reiche und im stolzen preußischen Staat Grundlage von Kraft und Größe und Gesundheit von Staat und Volk gewesen ist: Die innigste selseitige Durchdringung vom christlichen Glauben und reinen Wie schon Kaiser Konstantin aus der indogermanischen Kulturwelt das im leuchtenden Sonnenrad sreden gr.=Fetger, H#aß, Sgrige kreuz, als Symbol der von ihm zu hütenden Weltherrschaft Christi übernahm, um damit seine Feldzeichen zu krönen, und die großen deutschen Kaiser des Mittelalters gerade diese Verbindung christlicher und arischer Symbolik vertieften, so möge es unserer Zeit gelingen, erneut eine aufrichtige und innige Verbindung christlicher Wahrheit und Glaubenstiese mit deutschem Blut, Kraft und deutscher Ehre zu gewährleisten und darauf den Bau eines neuen stolzen, fzeien Deutschen Reitekes, iu, Zeu henz ialen Turmhoch häufen sich vor uns alle wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten und Röte. Wenn aber jene Urkräfte der Nation, christlicher Glaube und deutsches Blut, einträchtig zusammenwirken, dann wird der von ihnen getragene unbeugsame Willen des Führers und der Nation auch über größte Notstände Herr werden. Mögen die Lande am Rhein, die einstmals des ersten Reiches tragende Grundachse waren, erneut geistig, wirtschaftlich und politisch festestes Bollwerk des neuen Reiches werden. Mögen alle Verhandlungen, Beschlüsse und Wahlen dieses Landtages nur dem einen Ziele dienen, dem Führer des Reiches hier in der deutschen Weitmark eine Verwaltung zu gewährleichen, die durch Sachlichkeit und Weitsicht, durch Sauberkeit und Sparsamkeit vorbildlichen Ausdruck des deutschen Geistes und Willens einer Mit diesem Wunsch erösfne ich den Rbeinischen Provinziallandtag, indem ich Sie bitte, sich von Ihren Plätzen zu erheben und mit mir einzustimmen in den Ruf: Unser deutsches Volk und Vaterland und seine großen Führer Hindenburg und Hitler: Sieg Heil! Mittellungen aus den Vereinen. Die Amputiertengruppe hielt am Sonntag, 2. April, in ihrem Vereinslokal Schrath am Schlagbaum ihre diesjährige Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab der erste Vorsitzende einen kurzen Rückblick auf die vergangene Zeit unz, Hesig, sest, daß die 14. Generalversammlung 14 Jahre treuer, kameradschostiger Arheit abschließe. wo in ehrenamtlicher Tätigkeit trotz erheblicher Schwierigkeiten manches Gute für die Kameraden geleister worden sei. Heute lebe mgx.;n,eineig neuen State, in dem der Grund)gptziege 2 c, hasfte ei haher falt eine Bewegung gerechte Rentenversorgung mitzuarbeiten hätte. Seine Ausführungen wurden durch Beifall der Kameraden begrüßt. Dann beschloß die Versammlung, daß im neuen Geschäftsjahr die bisher üblichen Veranstaltungen(Gesallenenehrung, Weihnachtsfeier und Lustiger Abend) in gewohnter Weise wieder begangen werden sollen. Der Vorsitzende gab weiter bekannt, daß der Deutsche Automobilklub eine Autofahrt für alle im Gehen schwerbehinderte Kriegsbe der Versammlung Kunden von 25o Pesonen in Laspruach arnomnnen procdken. 15 Antig, Einsprüche und andere Schreiben wurden versaßt. Von den 12 Vertretungsfällen an Versorgungs= und Reichsversorgungsgerichten wurden 11 Fälle zugunsten der Kameraden entschieden. Kamerad Hautzel sprach nochmals sein Mißfallen über die leidige Fahrkartengeschichte aus und machte der Versammlung Hoffnung, daß in Zukunft auch hier wohl die vorhandenen Mißstände beseitigt würden. Kamerad Jüngel dankte im Namen der Gruppe der erwerbsunfähigen Kriegsbeschädigten für die bei der Amputiertengruppe gefundene Hilse und stellte fest, daß die von den Kameraden Raffel und Busch geführte Rechtsberatung die vollste Zufriedenheit ihrer Mitglieder gefunden hätte. Der Kassenbericht ergab, daß, trotzdem 56 Arbeitslose keine Beiträge entrichteten, die Kasse immer noch gesund ist. Die Revisoren berichteten einstimmig, daß die Kassenkührung nicht zu beanstanden sei und alles in gewohnter tadelloser Ordnung gemesen, sei. Die beantragte Entlastung der Kossierer wurde erteilt. Der Vorsitzende begrüßte dann den inzwischen erschienenen Kreisleiter der R. S.=Kriegsopferversorgung. Wornergp# i#. o.#nld erteilte ihm zu einem Vortrag das Wolk, Rumerab Pallein betonte, daß es volle Achtung und Anerkennung verdiene, daß die Amputiertengruppe schon vor 14 Jahren den Mut ausgebracht habe, sich von den Verbänden loszusagen, und eine echte Kameradschaft über alle Interessenpolitik einzelner Personen gestellt habe Nur durch die vorbildliche Kameradschaft sei es möglich gewesen, eine solche Gruppe, die einzig in Deutschland dastehe, zu bilden. Der schwerkriegsbeschädigte Kamerad Adolf Hitler habe in dieser Zeit die nationale Volksbewegung aufgebaut, in der keine Bonzen geduldet würden, in der jeder ehrenamtlich seine Pflicht zu erfüllen habe nach dem Grundsat:„Gemeinnutz vor, Eigen: nutz“. In der nationalsozialistischen Bewegung sei der Kriegsbeschädigte, der seine Gesundheit für sein Vaterland geopfert habe, 1. Klasse angesehen. Es sei ein unwürdiger Zustand, daß der Priegsbeschädigte den Staat für den gerechten Anspruch auf Versorgung in vielen Fällen hätte verklagen müssen. Auch habe der Kriegzhechädigte ein bevorzugtes Recht auf Beamtenstellen. In bezug auf Freifahrtkarten erkenne man hier in Solingen seitens der Bewegung grundsätzlich an, daß den im Gehen schwer behinderten Kriegsbeschädigten volle Freisahrt auf den Straßenbahnen zu gewähren sei. Hierunter sallen auch die Armamputierten, wie dies in einem fachärztlichen Gutachten niedergelegt ist. Von seiner früheren Tätigkeit als Fürsorgebeamter wisse Kamerad Picklein, daß sein Amt, Betreuung der Kriegsopfer, ein schweres, aber ehrenvolles sei. Aus diesem Grunde habe er auch dem Ruse des Kreisleiters Dr. Otto Folge geleiftet. Am Schlusse seiner mit großem Interesse verfolgten Ausführungen forderte er die Kameraden auf, an dem schönen Werk der nationalen Erneuerung Deutschlands mitzuhelsen. Die Ausführungen von Kamerad Picklein wurden allseitig begrüßt, und der starke Beifall bekundete, daß die Amputiertengruppe ihm in dem schweren Mun 22n52 Die Ortsgruppe Solingen des Verbandes der Gewerbe= und Handelslehrer hielt am 7. d. M. ihre ordentliche Generalversammlung ab. Nach kurzer, geschäftlicher Aussprache wurde eingehend die durch die politische Entwicklung geschaffene Situation in der Schulpolitik erörtert. Die Richtlinien für die Berufsschulorbeit, die von den neuen. führenden Männern anonyme„Leise Anfrage“ angedeutet worden sind, wurden freudig begrüßt. Diese Einstellung kam zu denen ich anscheinend gehöre, ch ür der einstimmigen Wohl des neuen Vorstandes in folgender auc Mtot sammensetzung zum Ausdruck: 1. Vorsitzender: Gewerbeoberlehrer GersScheischakber sind Förderer der nationalen Bewegung. Wetterdienst des Solinger Tageblattes. Antwort. Der anonyme Neugierige sagt pharisäerhaft, er wolle keinem zunahe treten. Mit mir wird wohl jeder anständige Leser der Meinung sein, daß es der Zweck der Uebung ist,„zunahe zu treten“. Ich würde die ob d##### Aufrage unbeantwortet lassen, wenn die Vogelfreien, eine andere Möglichkeit hätten, ihre Wetterlage von heute morgen. (Wetterdienststelle Essen.) Der Islandwirbel ist unter weiterer Energiezunahme nordostwärts weiter gewandert und liegt heute morgen zwischen Grönland und Nordskandinavien. Ein schwacher Ausläufer, den er über die Nordsee bis nach Holland entsandte, ist von einem Schlechtwettergebiet, das gestern ganz England verbreiteten Regen brachte, rasch eingeholt worden und hat sich unter weiterer Ostwärtsverlagerung zu einem selbständigen Wirbel entwickelt. Derselbe liegt heute zwischen der mittleren Elbe und Oder. Ganz und das Deutschland meldet östlich der Weser meist regnerisches Wetter. Auf der Rückseite dieses Wirbels fließen fortgesetzt feuchtwarme Ozeanluftmassen nach Mitteleuropa und veranlassen in ihrem Bereich wolkigen bis bedeckten Himmel und vielfach Nebel oder lös, Dunst. Südwestlich von Irland liegt ein neuer Wirbel. Westdeutschland verbleibt auf seiner Vorderseite und behält somit den unbeständigen Witterungscharakter. Beobachtungen der Solinger Wetterwarte vom 10. April 1933. Ehre zu verteidigen..8 ms 8 war Stadtverordneter bis Juli 1926. Der Ankauf meines Besitztums erfolgte im Juli 1929, mehr als drei Jahre später. Hier einen Zusammenhang zu behaupten, blieb einem vorbehalten, der noch nicht einmal den Mut hat, seinen Namen zu nennen. : Grund für den Ankauf lag meines Wissens auf dem Gebtete des Verkehrs. Jever, der sehen will. kann sich übertengenz, doßz Lise eheie gleisige Strecke Neumarkt—Krahenhöhe vor meinem ehemaligen Besitztum, auf etwa 50 Meter, nur eingleisig möglich ist. Damals wurden aber bei wesentlich dichterem Verkehr die Linien Meisenburg und Widdert über den Entenpfuhl geleitet, und zwar bei der Hin= und Rücksohrt. Ob das Verkehrsschwierigkeiten waren. läßt sich am besten von einem Fachmann erklären. Die Stadt verhandelte damals mit mehreren Eigenaes beai, Peicns chchtice ce eicne Alihe, Saske Keherie habe ich im Februor bis März 1925 rund 6000 Goldmark für bauliche 1520 seinen Resik zum Einheitswert verkaust hätte. Bei einer Enteige und das Stadtverordnetenkoleoiun, dem ich, wie gesagt, schon drei Jahre nicht mehr angehörte. Beide Gremien stimmten der Vorlage einHerr Neugieriger, auf was sind Sie nun eigentlich neidisch, auf den Eroder auf meine Intelligenz, die es nach Ihrer Meinung fertig brachte, die Verwaltung mitsamt 52 Stadtverordneten übers Ohr zu hauen? Nachdem dieser Anwürfe. Zeit 7½ Uhr morg. 12Uhr mittags Barometer auf Meereshöhe der. un 765,3 765.9 Wind= richt. und Stärke sw 3 W3 Temp. Celf. 25 5 9,6 11.4 8.4 8.7 Luftfeuchtigkeit Prozent 94 86 Wetter bedeckt bedeckt „Fall“ auch aufgeklärt ist, erwarte ich die nächsten Meistermonn. Wetteraussichten bis Dienstag abend. Auf südwestliche bis südliche Richtungen zurückdrehende Winde, meist stark wolkig bis trübe und strichweise leichter Niederschlag, vielfach neblig oder stark dunstig, Temperaturen unverändert. Eingesandt.“) Leise Anfrage. Wir haben die Ausführungen Meistermann kontra Stiller nun weidlich genossen, ob der eine oder der andere in seinem Recht ist, ist wirklich ohne weiteres Interesse für die Allgemeinheit. Was aber die Bürger etwas angeben dürste, ist die Tatsache, doß Herr Meistermann in der Zeit, wo er Stadtverordneter war, sein Haus, Hauptstraße 74, zum Preise von 35 000 RM. an die Stadt verkauft hat. Wenn man bedenkt, doß für Häuser, die für das Auge eine Beleidigung und dem Verkehr ein Hindernis sind, wie auf der Florastraße die beiden kleinen Schieserbuden, nur ein Bruchteil des Wertes von seiten der Stadt geboten wurde und obiges Besitztum weit, aber auch jedenfalls sehr weit über dem EinUnsere gärtnerischen Anlagen. Unsere öffentlichen Anlagen sind bei schönem Wetter besucht. Recht so. Dazu sind sie da. Leider machen sich dort manche Miteslände demertbar. 1. Kinder beschmuten dug Manl zchf reite vige Sand und bexritegn die Leisen wit Torkteds spielen= und nicht guf setzen kenn. Die Kinder sollen im Sandfelde piglen, und nieczeg### den Bänken. Die letzteren sind zum Sitzen da. Unsere pro werden ihre Kleinen gewiß darauf hinweisen. 2. Papier= und gehören nicht auf begangene Wege, sondern in die Papierkörbe. 3. Kinder; laßzt Knospen, Blüten und Blätter auf den Sträuchern. Verigat, nicht Vögl durch Steinwürkel 4. Laht Die lerenu„gerzschenlte dier Poteilen: brüäder in den Anlagen.verorsen, leger guude. erlschl“Hz hug, S Pa nicht an den Mauern der umliegenden Häuser und Zäune. Das ist roh und gesährdet Füße und Schuhe. 5. Jhr Aelteren, enthaltet euch in den Anlagen unbedingt des Speiens auf den Boden. Bedenkt, daß dort zahlreiche Kinderchen spielen, und wie leicht z. B. Schwindsucht und Diphtherie übertragen werden. Außerdem sieht es wirklich nicht sein an belebten Orten die„spuckhoften Spritzer“ nur so herumfliegen und die Gänge zieren. 6. Fußball und Heuern dürsen in Anlagen werden Bei Bohnen, Knöpfen und Kreiseln hat man schon nichts dagegen. 7. Es geht doch nicht an, daß Frauen mit Kind und Kegel und erwachsenen Mädchen die Bänke für den ganzen Tag mit Beaes se ich e oe ece eie Aaie K echcer sche Hautel, 2. Kassierer Otto Blümacher, 3. Kassierer Fritz Steinhaus, Beisitzer Christian Kröll und Konrad Schollenbruch. Ebensalls wurden die beiden Rechteberatr Kalsel und Busch, einftigr9), gute rsung heitswert erstanden wurde, mutet das doch etwas sonderbar an; man , Seheur, Pove„ Hstimmt g Samero gn S v: 9.. noch(sun auch verlechrstechnische, Pründe kaum heranziehen, denn im äußerW Sgr99 gsttirzpischen Verso, gips Renderuu nog ve konv Zalle besteht ja das Gesetz, der„Enteignung.... Geld im Ueber: vun, od, faollen, wos schr zum Nachel der Kameraden ist. Vierr slußz wor der Zeit dech auch wost kaum vorzanden. 36h Bill.ust werden. Gegen 1 Uhr konnte der Vorstende die seher harwonisch verlau, der Algemeinheit gern u sene Versammlung schließen. schlag belegen und dort tatsächlich dem Mittag= und Abendbrot und dem regulären Kafseeklatsch obliegen. Oder wenn 8. junge Erwerbslose aus den Bänken stundenlang Skat oder Sechsundsechzig kloppen. Das ist nicht recht und auch unklug. Das kann man viel unstörter zu Hause tun. Man gönne lieber alten und müden Leuten die Ruheplätze.(Dos unter 7 und 8 Gesagte trifft hauptsächlich auf die Siepchen und Gleisdreieck zu.) 9. Köter(gleich, ob große oder kleine) dürsen in Anlagen nicht herumlungern, denn sie machen Ebige Hinweise seien der allgemeinen Beachtung hiermit empfohlen.&a v Seup Wasteu uige bersietächehgt. Azig ams Auien Geltungen Imen ist. nden daen klamen verschweigen, uch endgrnsren Ois Schriftlettung des Seit mn Cageblassen. Türtreite Pilt.. * var Tagehlett Nr. 85— 124. Jahrgang Montag, 10. April 1933 zum Solinger Tageblatt Lilisänie Weerwanderer. Die kühnsten Wikingerfahrten der letzten 50 Jahre. Von Ludwig Dinklage. (Schluß.) er die Weiterreite, auer über den Atlagzhrzgt., Hier gag., We V. Nußschalen-Abenteuer im Damenmeer und in den Roßbreiten. presse jenseits des Ozeans brachte kein Sterbenswörtchen von seiner kühnen Tat. Wohl mit Recht sagte ein alter Blauwassermann:„Die hohe See gehört Schiffen, aber keinen Gummischuhen!“ War zuletzt von dem nördlichen Seglerweg, den Wiking=Track, die Rede, so sei hier von Fahrten erzählt, die auf dem zweiten großen Seglerwege zurückgelegt wurden. Es ist dieses die Region der Passate, von der Höhe der Kap Verdischen Inseln bis ungefähr zum 30. Breitengrad gehend. Schon die ersten spanischen Westindienfahrer nannten dieses Gebiet„el golso de las damas", das„Damenmer“, weil man in diesem gefahrlosen Meere das Steuerruder getrost einer Dame anvertrauen dürfe. Etwas nördlicher davon liegt das„Stutenmeer“, neuerdings auch Roßbreiten genannt, weil hier westwärts segelnde spanische Truppen ihre Pferde in großer Zahl verloren und über Bord warfen, woran die übermäßige Verzögerung der Reise durch die dort häufigen leichten Winde und Flauten schuld war. Columbus selbst segelte in diesen Breiten über den Westlichen Ozean und zu gleicher Zeit, wie das Nordlandboot des Magnus: Andersson oben im Wiking=Track seine Bahn zog, segelte hier im Süden ein Nachbau der kolumbianischen Karavelle„Santa Maria“ über den Ozean. Der spanische Fregatten=Kapitän Concas war ihr Führer, der spanische Kreuzer„Isla de Luzon" begleitete sie, damit ihr kein Leid zustoßen sollte. Tretziepien ger peß, Bgbe breiten wurde es eine rauhe Ueberfahrr für die Karavelle, die knapp fünf Knoten an ihren besten Tagen machte. Das Schiff schien auch nicht die Erwartungen, die man in die Seetüchtigkeit der Karavellen setzte, erfüllt zu haben. Die nordischen Spitzgattfahrzeuge haben sich, allerdings muß man davon absehen, daß sie lständig ungedeckt waren, in der Schiffsform als erheblich sceWeitaus die meisten Ozean=Ueberquerungen in der Ost=WestRichtung sind in den Passat=Regionen durchgeführt worden. Auch dem durch seine Fahrt mit dem„Leif Eriksson“ bekannt gewordenen Wikingerführer Gerhard Folgerö ließ die See keine Ruhe. Eben von seiner Reise zurück, ging er sofort daran, ein neues Boot zu bauen, den„Roald Amundsen“. Dieses war ebenfalls ein Nordlandboot, jedoch bedeutend größer. Bei einer von 18.30 Meter über Alles und einer Breite von 4,70 Meter hat es einen Tiefgang von 1,07 Meter. Folgerö. der die Zeichnungen des Bootes nach im Museum zu Reikjavik aufgestellten, 600 Jahre alten Fahrzeugen selbst angefertigt hatte, überwachte auch den Bav vom Schlagen der Kieser in den Hochwäldern Norwegens an bis zur letzten bunten Bemalung der Drachen auf den Stevenköpfen. Er wich allerdings insofern von seinem Urbild ab, als er einen 10pferdigen Hilfsmotor einbaute. Als Besegelung führte er nur ein einziges, rot=weiß gestreiftes Nahsegel an einem Am 21. Juli 1929 verließ Gerhard Folgers Oslo. Um noch einige Gelder aufzubringen, besuchte der„Roald Amundsen“ zunächst die Häfen in Schweden, Dänemark, Deutschland. England und Frankreich. Hier ging es dann in die Inlandwasserstraßen hinein über Somme, Seine. die Kanäle der Cote d'Or die Rhone abwärts und in Marseille endlich bekam das Nordlandboot wieder Salzwasser zu schmecken. In den 247 Schleusen und unter den 490 Brücken kam ihm sein Klappmast gut zu statten.„Weiter ging es an der spanischen Küste entlang, noch einmal zeigte sich das Wiking=Drachenschiff an den Küsten Nordafrikas. und dann grüßte der Union Jack auf Europa Point am 8. Februar 1930 diesseits zum letzten Male den„Roald Amundsen“. Atlantik empfing zer freundlich. Erst folgtee Weitere deutsche Faltbootfahrer haben versucht, den Atlantik zu meistern. Es ist keinem gelungen. Theodor Helm, ein Wiener, der ebenfalls von Lissabon startete, ist bei den Kanarischen Inseln tot in seinem Boote angetrieben. Von einem anderen, Joseph Pichter, fehlt jede Spur. Mit welch unverschämtem Glück aber andere wieder über den Atlantik kommen, zeigt die Reise des Berliners Paul Müller. Er verstand zwar nichts von der Segelei und hatte erst recht keinen Dunst von der Navigation. Seine wenigen Ersparnisse und der Erlös einer kleinen Sammlung im Bekanntenkreise, im ganzen ungefähr 600 Mark. trus er zu einem Kövenicker Bootsbauer, der ihm ein für eine OzeanUeberquerung geeignetes Fahrzeug liefern sollte. Die Spree hat aber wohl noch nie ein armseligeres und gebrechlicheres Fahrzeug getragen als diesen„Hai“, der mit seinen 2,60 Meter Länge bei nur 1,25 Meter Breite schon sofort nach dem Stapellauf kenterte. Doch als Laie kannte er nicht die Gefahren der grausamen See iret tratzdam—;: diesem Sara die Reise siher Havel und und trat trotzdem mit diesem Sarg die Reise über Havel und Elbe zur Nordsee an. Schon hier erreichte ihn das erste Mißgeschick. Kurz hinter Brunsbüttel, wo die Elbe breit wird, verfehlte er das richtige Fahrwasser und lief auf das Watt. Der „Hai“ kam nicht wieder flott. Zu seinem guten Glück sichteten ihn ein vaar Fischer und schleppten ihn bei Hochwasser ab. Paul Müller kehrte nach Berlin zurück. Voll Zorn über den Köpenicker Bootsbauer, der ihn um seine Ersparnisse brachte, nahm er diesem ein anderes Boot frisch vom Platze weg und zertrümmerte es dann, als er es zurückgeben mußte. Daraufhin erwarb er sich in Hamburg eine etwa 6 Meter lange, kräftig gebaute Hafenjolle, die er mit Brettern und einem alten Ewersegel eindeckte. Mit dieser„Aga“ trat er dann am 6. Juli 1928 die Reise von Hamburg aus an. Der erste Hafen, von dem er gemeldet wurde, war Gorey auf der Insel Jersey im Englischen Kanal. Doch nach Verlassen dieses Platzes verfolgte ihn das Pech. Auf der Weiterfahrt nach Brest wurde er von einem Sturme überrascht, der ihm sein kleines Segel zerriß. Es gelang ihm, am 7. September die Insel Batz an der bretonischen Küste zu erreichen, wo er seine Segel flickte. e 16 Wie bisher immer nur in Sicht der Küste bleibend, denn seine nautische Ausrüstung bestand aus einem Kompaß, segelte er an Frankreich entlang und die Bucht von Biscaya aus. Mehrmals hatte er Havarien am Segel und trieb umher. Fischer brachten ihm oft Hilfe. Er hat sich aber durch nichts entmutigen lassen. Nautisch ungeschult, versuchte er immer wieder, in Sicht der Küste nach Süden zu gelangen. So kam er, für ihn ganz unerwartet, schließlich in den sogenannten Lissaboner Passat und im Februar 1929 auf den Kanarischen Inseln an. Die Reise bis hier hatte acht Monate gedauert. In Teneriffa ließ er, wie übrigens in allen anderen angelaufenen Häfen auch, sein Bootchen gegen ein kleines Trinkgeld besichtigen, was ihm die Beschaffung von etwas Proviant ermöglichte. Mit einigen wenigen Konserven, einem Pfund Kaffee. 75 Pfund Kartoffeln und knapp 70 Liter muffigen Wassers trat selten wird ein Schiff mit so geringen Vorraten die Fayrt über das große Wasser gewagt haben. Entgegen Paul Müllers Erwartungen, der nun de sten Teil der Reise vor sich sah, brachte ihn der Nordost in schönen gleichbleibenden Winden hinüber. Am 6. Ma serreichte er Gibara auf Cuba. Er hatte demnach für die 3200 Stemeilen betragende Strecke 76 Tage gebraucht. Und in diesen 76 Tagen hat Paul Müller täglich von knapp einem Pfund Kartoffeln und nicht einmal einem Liter Wasser gelebt, ohne Fleisch, ohne Brot und ohne Fett. Die Strapazen, die dieser Mann ausgehalten hat, müssen ebenfalls ungeheuer gewesen sein. Der Empfang in Habana war recht herzlich. Man versah ihn mit allen erforderlichen Lebensmitteln. Jetzt wieder in Küstengewässern, verfolgte ihn das alte Pech. Auf der Höhe von Florida geriet er in einen Tornado. der ihm sein mürbes Segel zerriß. Er trieb auf die Johns=Insel zu. Da er keine andere Rettung sah, sprang er, nachdem er sein Schiff in Brand gesteckt hatte, um so Hilfe herbeizurufen, über Bord und schwamm an Land. Und das leichtsinnigerweise in einem von Haien und Barracudas verseuchten Gewässer! Das brennende Boot wurde von einem Manne gesichtet, der hinausruderte und Müller aufAuf dem amerikanischen Festland wurde Paul Müller als Ozeanheld bewillkommnet. Die Stadt Charleston machte ihm sogar ein neues Segelboot zum Geschenk, mit dem er die Reise nach Newyork beendigen wollte. Doch schon nach kurzer Zeit, Mitte September 1919 scheiterte auch dieses Schiff auf den Riffen vor den Ocracoke=Inseln. Müller selbst rettete das nackte Leben auf ein Motorboot des amerikanischen Küstenschutzes. Amerika ist ein sonderbares Land, unberechenbar in seinen Stimmungen. Da passierte im Jahre 1929 noch solch eine merkwürdige Geschichte. Zwei junge Engländer, ein Er und eine Sie, Miß Florenee Smith und Herr Erie Johnson, segelten in einem nur 4.50 Meter langen offenen Bootchen von den Vermuda=Inseln nach Newyork. Nun, diese Seefahrt über rund 600 Meilen ist während der schönen Jahreszeit im Juni nicht allzu gefährlich, Stürme sind selten und die Vereinigten Staaten sind eine schöne lange Kante, die man nicht so leicht verfehlen kann. Aber letzten Endes gehören doch verdammt eiserne Nerven dazu, sich,1, girgg Amüsiermuschel über eine Woche lang wohl zu zu sehen, nur von den kurzen, steilen Seen des Golfstromes hin und her geschleudert zu werden. Sie erreichten auch glücklich Newyork, doch da begann ihr Ungemach. Die prüde amerikanische Einwanderungsbehörde sagte:„Nein! Ihr treibt euch, ir, dem kleinen Pott auf See herum, beide ganz allein. Das schickt sich nicht, das verstößt gegen die guten Sitten. Basta!“ Und ein englischer Tramp führte sie von Ellis Island wieder in die Noch viele, viele andere haben das Wagnis einer Osetnfahrt unternommen, Segler und Motorbootsfahrer, ja, Schiffe von dem seltsamsten Aussehen und den merkwürdigsten Antriebsmitteln. Viele haben ihr Ziel erreicht, haben sich dann neue Ziele gesteckt, immer weitere. Aber noch viel mehr sind auf See geblieben. Ihre Zahl übertrifft bei weitem jener, denen das Glück günstig gestimmt war. Doch die See hat sie gerufen und hat sie dann hinabgezogen in ihre dunklen Tiefen. Sie mußten aufs Wasser. Sie fanden keinen Gefallen mehr an dem Ränkesviel des festen Landes. Mit Leib und Seele waren sie der ewig schönen, der ewig wechselnden und dabei doch so grausamen Salzwasserwüste verfallen, die zuletzt doch ihr Leben forderte. Einsame Meerwanderer zu sein, das war ihr Los. Der Aklantir em boner Passat bis auf ihn freundlich. Erst, er dem Lissabis auf die Höhe der Kanarischen Inseln, dann Westward hoh! mit dem Nordost=Passat und am 4. April fiel der Draggen im Hafen von Habana. Sie hatten ihn arg zerzaust, die Wirbelstürme vor den Antillen. Fortwährend schwabbte das Wasser über den Dollbord und floß munter in die Bilge. Pumpen, pumpen, pumpen, das war ihr tägliches Los. wenn sie das Schiff flott halten wollten. Einmal war es halb voll Wasser und die ganze Kleidung war verdorben. Auf Cuba erhielten damit sie gstens in nicht allzu piratenhafter Aufmachung llau niratenhafter Aufmachung den Bewohnern vorstellen konnten. Nach kurzem Aufenthalt, ging es weiter nach Miami und von dort in den Golf von Mexiko Inzwischen hat der„Roald Anundsen“ auch die Beighurg. 65 Missisippi verlassen und seinen Kurs längs der Ostruste.„Stoamerikas genommen, um das gefürchtete Kap Horn zu und seinen Drachenkopf dann nordwärts zu richten nach In der Höhe der Noßbreiten wurde auch zum ersten Male der Ozean mit einem Faltboot bezwungen. Es war ein Deutscher, der dieses Wagnis ausführte, und zwar der ehemalige Schiffsoffizier Franz Nomer aus Konstanz=Bodensee. Thomas Fleming Day fuhr mit der„Detroit" über den Atlantik, um den Scripps Motor populär zu machen. Etwas ,Zehgliches mußte geschehen, damit das Faltboot, dieser junge deutsche Sport, der bisher nur in der Nordwestecke Europas bekannt war, in aller Welt Munde war. Eine süddeutsche Fabrik baute Romer ein Skandinaviens Föschte Bricke vor der Vollendung. Die große Traneburgs=Brücke in der Nähe von Stockholm, die nach ihrer baldigen Fertigstellung die größte Brücke Skandinaviens sein wird. Weit Runde war., Eige sühhenische, Febrilk, baute. Roger e 3.50 Meter langes Faltboot,„Deutscher Sport“ genannt, das den Anforderungen einer Hochseefahrt gewachsen sein sollte. Im April 1928 startete er in Lissabon. Er hatte zunächst noch kein Glück, denn ein außergewöhnlich schwerer Sturm ließ ihn die hohe See nicht gewinnen. Zudem hatten sich innerhalb drei Tagen an der Gummiwand des Bootes schon soviel Algen und Schlamm angesammelt, daß er kaum von der Stelle kam. Sein zweiter Versuch von Kap Vinzent aus, der bei ruhigeg Sae unter: tägiger Skurnfahrt erreichte er in total erschöpftem Zustande die Kanarischen Inseln. Nach Verlauf eines Monats, in welcher er an Fieber erkrankt im Hospital lag, trat er dann seine Atlantikfahrt an. In 58tägiger Reise, ganz allein auf sich angewiesen, hat Franz Nomer unter ungeheuren Anforderungen an Körper und Nerven den Atlantischen Ozean tatsächlich bezwungen. Man kann es kaum begreisen, was der junge Faltbootfahrer e brag Späte Vergeltung. Durch die Straßen von Marseille ging an einem dunklen plötzlich an Willenskraft aufgebracht hat. Am 30. Juli 1928 ist er auf der Antillen=Insel St. Thomas gelandet. Am 8. September segelt er weiter. Die Wetterlage ist inzwischen sehr unsicher geworden. Er muß nach Norden— Newyork. Man hat nie wieder etwas von ihm gehört. Der Erfolg der Fahrt ist ausgeblieben. Nomer selbst hat man wohl überschüttet mit Ehren und Festreden und Banketten, hat ihn gefilmt und in allen möglichen Vereinen als Ebrenmitglied aufgenommen, aber die WassersportAbend ein Mann, als ihn plötzlich aus einem Torweg ein Fremder ansprang und ihn bei der Brust packte. Mit einem wohlgezielten Stoß wurde der Angreifer aber beiseite geschleudert. Der Ueberfallene ging jedoch merkwürdigerweise jetzt nicht beschleunigten Schrittes davon, sondern wandte sich zu dem hageren, blassen Mann, dem man die Hungerzeit vom Gesicht ablas. Er sprach einige freundliche Worte mit ihm und da kam heraus, daß der andere nur in äußerster Verzweiflung gehandelt hatte. Es war die alte Geschichte— lange arbeitslos, vergebliche Bemühungen, schließlich ein letzter Versuch, sein Leben zu retten. Vor der Freundlichkeit des Mannes, den er hatte berauben wollen, wich allmählich seine Scheu, und als dieser ihn einlud, mit ihm Abendbrot zu essen, ging er mit. Sie suchten ein einfaches Restaurant auf, in dem er sich zunächst satt essen durfte. Das Märchen war für ihn aber noch nicht zu Ende, denn als er mit Essen fertig war, griff der Fremde in die Tasche zog seine Brieftasche hervor und schob sie ihm hin. Starr vor Verwunderung betrachtete der arme Teufel den Inhalt: zehntausend Fraucs lagen darin in schönen, sauberen Noten. Aber ehe er noch an sein Glück glauben konnte, bekam er die Erklärung: Der Geber war vor zehn Jahren in genau der gleichen Lage gewesen wie er selber, auch er hatte den Entschluß gefaßt, sich gewaltsam Geldmittel anzueignen. Aber das Schicksat war ihm gnädig lls er du gewesen. gnen. Aber das Schicksal war ihm gnädig durch diese Straßen von Marseille ging, war sein Fuß plötzlich gegen eine Brieftasche gestoßen, es waren zehntausend Francs darin gewesen, außerdem eine Schiffskarte nach Amerika. Ohne sich lange zu bedenken, hatte er diese Schiffskarte benutzt und drüben in Amerika sein Glück gemacht, so daß er jetzt als wohlhabender Mann in die Heimat zurückgekehrt war. Immer aber hatte ihn das Bewußtsein bedrückt, daß er sein Glück dem Mißgeschick eines andern verdanke, und immer hatte er den Wunsch gehabt, es irgendwie wieder gutzumachen. Daß es vergeblich sein würde, nach dem eigentlichen Besitzer zu suchen, hatte er sich gesagt, so war der Entschluß in ihm gereift, das Geld einem armen Teufel zu schenken, der es nötig hätte. Vielleicht würde es dem zum Segen werden. Ihm war bei seiner Enzählung entgangen, daß sein Zuhörer ihn immer entgeisterter anstarrte, und als er sich jetzt von dem Manne, den er beglückt zu haben hoffte. verabschieden wollte, sah er plötzlich in ein paar haßersüllte Augen, die so drohend waren, daß ihm sehr ungemütlich zu Sinn wurde. Der Mann, dem er jetzt die Brieftasche geschenkt hatte, war— es gibt ja närrische Zufälle im Leben— derselbe, der vor zehn Jahren das Geld, seine ganze Barschaft und Hoffnung, verloren hatte und dadurch ins Elend gekommen war. Was nützte ihm jetzt die späte Wiedererlangung? Müde und zerbrochen blieb er am Tisch sitzen, als der andere sich schon eilig entfernt hatte, betroffen von den Anschuldigungen, die der arme Teufel gegen ihn schleuderte. Irgend eine gesetzliche Maßnahme gegen den Dieb, dessen Tat sein Leben vernichtet hatte, konnte der einst Bestohlene nicht ergreifen, denn die Fundunterschlagung war längst verjährt. Er mußte ihn also ruhig ziehen lassen und sich mit dem„Geschenk“ begnügen. Nr. 85 124 Jahrgang Montag, 10. April 1933 Der Dinn der nationatsohiunstischenAierslation Zwei wegweisende Kundgebungen. Hulers Gank an zeine Kampfer! Der SA=Appell im Berliner Sportklub. WTB. Berlin, 8. April. Im Berliner Sportpalast waren zum SA=Appell rund 20000 SA=Leute versammelt; eine gleiche Menge füllte noch zwei weitere Riesensäle der Reichshauptstaot. Ueberall in Deutschland und darüber hinaus in Oesterreich waren gleichzeitig die Stürme der SA und SS zum Appell angetreten, um durch den Lautsprecher die Rede des Führers zu hören. Im Rundfunk leitete der Reichspropagandaminister Dr. Göbbels den Appell mit einer Reportage ein, in der er Freud und Leid der SA aus den letzten Jahren schilderte. Die SA habe stets an Adolf Hitler geglaubt und sei ihm bedingungslos auf seinem Wege gefolgt. Mit stolzem Selbstbewußtsein könne man heute feststellen, daß an ihrer Kraft das alte morsche System zerbrochen sei. Diese Kraft verdanke die SA ihrem Stabschef Röhm, der aus ihr eine wirkliche Formation gemacht habe. Der brutale Vernichtungswille der Gegner habe das Gegenteil erreicht und den Sieg der nationalen Bewegung gefördert. Heute stehe das ganze deutsche Deutschland zusammen sei es an den Grenzen des Vaterlandes, sei es bei den Brüdern in Oesterreich. Der größte Appell, den die Welt je sah. wird heute abgehalten: Adolf Hitler spricht zu seiner SA und SS. Plötzlich verstummt die Musik im Sportpalast. Die scharfe Kommandostimme des Berliner Gruppenführers Ernst ertönt. Der Stabschef der gesamten SA. Röhm, ist erschienen und Ernst meldet ihm die angetretenen Verbände. Alle Blicke wenden sich dann nach dem Eingang. Der Führer Adolf Hitler erscheint dort. Stabschef Röhm läßt die SA und SS noch einmal stillstehen und meldet dem Führer die Mannschaften, die nicht nur in Berlin, sondern im gesamten deutschen Vaterland bereitstehen, die Befehle ihres Führers entgegenzunehmen. Hitler begrüßt die Stürme der SA und SS mit dem Ruf:„SA und SS. Heil!“ Wie ein Mann antworten die vielen Tausende mit dem einen Ruf:„Heil!“ Dann ertönt das Kommando: „Rührt euch, Standarten und Fahnen ab!“ und der Führer Adolf Hitler ergreift das Wort zu seiner Ansprache: Die Ansprache Hitlers. Die große Zeit ist jetzt angebrochen, auf die wir 14 Jahre lang gehofft hatten. Deutschland ist nun erwacht. Es ist damit nun alles das eingetroffen, was wir in diesen 14 Jahren eines Kampfes, von dessen Größe und Opfern sich die Außenstehenden keine Vorstellung machen können, ahnend und sehnend prophezeit hatten, die Stunde, in der sich das deutsche Volk auf sich selbst besinnt und wieder zum Herrn seines eigenen Schicksals sich erhebt, nicht durch ein Geschenk der Umwelt, durch die Gnade unserer Gegner, sondern durch die eigene Kraft, durch seinen eigenen Willen und seine eigene Tat. Es ist etwas Wundervolles um diese Bewegung und ihren einzigartigen Werdegang, geboren aus der tiefen Not des Krieges, und der größeren Not noch des deutschen Verfalls, damals eine Idee, heute eine Wirklichkeit. Es ist wunderbar, sich den Weg noch einmal zu vergegenwärtigen, den diese Bewegung von der Idee bis zur Wirklichkeit zurückgelegt hat. Viele sagen, was sich heute abspielt, sei auch das Hoffen der anderen gewesen. In der Vorstellung hat das, was wir wollten, auch früher schon gelebt. Trotzdem ist es heute unser, weil es durch uns Wirklichkeit geworden ist. Zum Bekenntnis muß die Kraft zur Verwirklichung kommen, denn sie allein schafft in dieser Welt auch das Recht. Wir haben die Notwendigkeit erkannt, die Organisation, die unsere Idee der neuen Volksgemeinschaft vertritt, selbst zu diesem Kraftfaktor zu machen. Wir wollten von vornherein dieser Bewegung die Ueberzeugung einbrennen, daß niemand uns etwas schenken und gewähren wird, was wir nicht selbst uns zu geben stark genug sind. So entstand die SA. Zwei Gründe standen bei der Geburt der SA und SS Pate: Ersiens wollten wir Nationalsozialisten uns selbst beschützen und beschirmen und nicht um fremde Hilfe betteln. Zweitens war es die Frage, wie wir denn das große Ziel des neuen Deutschland erreichen wollten, wenn wir nicht ein neues deutsches Volk schaffen. Und wie wollte man dieses Volk schaffen, wenn wir nicht selbst in uns zunächst alles das überwinden, was wir als verderblich in unserem Volke ansehen. Ein Reich entsteht nicht von außen, sondern es muß von innen wachsen. Man muß im Kleinen üben, was man später können will. Darum sollte unsere junge Bewegung in ihren Kämpferjahren sich dem Mut ergeben, von dem wir erwarten, daß er einmal das ganze deutsche Volk erfülle, jenem Glauben an die Führung, an die Autorität, von dem wir geschichtlich tausendmal erfahren haben, daß nur er allein imstande ist, ein Volk über den Massenwahn der Unvernunft hinweg einem Ziele zustreben zu lassen. Der Geist der neuen Front wirkt sich ebenso nach außen gegen die marxistischen Zeinde aus, wie er sich auch nach innen gegen den Geist wendet, den wir alten Soldaten einst als den inneren„Schweinehund“ bezeichneten. Jeder einzelne von Euch weiß, wie oft dieser Geist anklopft und fragt:„Soll man das noch wagen, soll man nicht lieber auch in dem großen Strom mitschwimmen?“ Dieser innere Schweinehund muß durch den Mut bezwungen werden. Wenn das ganze deutsche Volk Euren und unseren Geist bereits in sich trüge, Deutschland würde unzerstörbar sein, Deutschland würde eine unerhörte Kraft besitzen, selbst ohne Waffen, einfach durch diesen gestählten inneren Willen. Wir haben nun Grundsätze einer wirklichen inneren Gleichheit verwirklicht, die freilich auf Kosten jener Freiheit ging, von der die anderen reden. Denn wir wissen, daß nur die Disziplin uns das gibt, was ein Volk braucht. Wir haben ferner das Prinzip der Führung übernommen, ein schweres Opfer in einer Zeit, in der das ganze Volk dem Irrwahn der Demokratie und des Parlamentarismus nachjagte. Wir haben eine Organisation aufgebaut, in der es nicht einen Diktator gibt. sondern Zehntausende. Jeder besitzt eine Autorität nach unten und eine Verantwortung nach oben und die letzte Spitze wieder, auch sie ist verantwortlich dem gesamten deutschen Volk. Wir haben endlich die Gefolgschaftstreue, den blinden Gehorsam entwickelt, den die anderen alle nicht kennen, jene Kameradschaft, die uns alles hat überstehen lassen: 14 Jahre lang haben sie an uns zu biegen und zu brechen versucht mit List, Gewalt und Terror, aber dieses Instrument ist nicht gebrochen, es ist standhaft geblieben. Heute strömen Millionen in unsere große Front hinein. Aber sie müssen erst lernen, was diese braune Armee in Jahren geübt hat, was Zehntausende mit ihrem Blut bezahlten und Hunderte mit ihrem Leben. Die Summe der Verfolgungen, die man uns ausgebürdet hat, steht in keinem Verhältnis zu unserer Vergeltung. Die Bewegung hat in Disziplin und Selbstzähmung immer nur den Blick auf Deutschland gerichtet, um unser Volk nicht auf das Niveau sinken zu lassen, das die Gegner selbst einst übten. Eine weitere Tugend, die man uns anerzogen hat, ist die Beharrlichkeit. Oft ist es Euch schwer gefallen, immer wieder zu warten, immer wieder sich zu fügen und nicht handeln zu dürfen. Manchmal wurde die Frage lebendig: Wie lange denn noch? Dieser Beharrlichkeit verdanken wir unseren heutigen Sieg. Daraus müssen wir auch für die Zukunft lernen. Diese Tugenden sind es gewesen, die uns unbesiegbar gemacht und damit das deutsche Volk gerettet haben. Ich danke Euch. daß Ihr mir so treu geblieben seid, denn Euch allein ist alles zuzuschreiben. Wäret Ihr damals gegangen, niemals wäre Deutschland gerettet worden. Ihr müßt aber nun auch die unerschütterliche Kampftruppe der nationalen Revolution sein. Nach vier Jahren werden wir vor die Nation treten und sie wird uns dann ihr Vertrauen ausdrücken, gewaltiger als je zuvor. Wenn das geschehen soll, dann müssen die Tugenden der Vergangenheit auch für die Zukunft erhalten bleiben. Wir sind die Träger der Macht geworden und sehen vor uns die zweite große Aufgabe unserer Bewegung: Auch das deutsche Volk zu gewinnen und in diese Macht einzubauen. Wir sind nun einmal die Generation, die mehr opfern muß als die anderen vor uns. Sie haben hinter uns versagt und das Schicksal hat uns auserwählt, festzustellen, ob deutsches Volk noch leben soll. Wir wissen aber auch: Generationen sind in der Geschichte vergessen worden, unsere wird niemals aus dem Gedächtnis der deutschen Nation vergehen. Mit dem deutschen Aufstieg ist diese Bewegung mit ihren Symbolen verbunden für ewig. Nehmen Sie die Tugenden der Vergangenheit auch für die Zukunft auf. Wir sind alles, wenn wir das bleiben, was wir waren. Wenn wir vergessen, was wir gewesen sind, werden wir nicht mehr sein. Im Namen aller derer, die heute nicht mehr unter uns sind, erhebe ich die Forderung der Treue. Wir dürfen nicht in den Fehler verfallen, dem die Generation vor uns erlag, zu glauben, daß das Opfer, das wir bringen, schwerer sei als das derer, die in unseren Reihen diese Opfer bereits gebracht haben. Denn dann würden wir alle feige werden und denken:„Du bist schon zu hoch gestiegen, du darfst dich nicht mehr der Gefahr aussetzen". Wir sind nun einmal eine Generation von Männern und wollen nicht diesen Titel in der Geschichte verlieren. Wir wollen in die Geschichte der deutschen Nation einmal einmarschieren als die Sturmtruppe der nationalen Erhebung. Heute haben wir die Macht erobert dank unserer Tugenden. Da ist es unsere höchste Pflicht, derer zu gedenken, deren Opfer wir diese Macht verdanken. Sie leben weiter in uns, und solange wir ihrer würdig sind, sind sie unsterblich. Sie haben aber das Recht, von uns zu verlangen, daß sie in unserem Volke weiterleben. Wir marschieren mit ihnen hinein in eine große Zukunft. Wir wissen, daß das deutsche Volk durch diese nationale Revolution sein Lebensrecht wieder angemeldet hat vor dem allmächtigen Schöpfer. Wir wissen, daß diese Bewegung damit Träger des größten Vermächtnisses geworden und wollen uns dieser gigantischen Aufgabe würdig erweisen. Was 14 Jahre in Ehren gekämpft hat, wird niemals in Unehre untergehen! Das ist das Gelöbnis, das wir denen ablegen, die für uns gestorben sind. Unsere nationalsozialistische Bewegung, SA und SS, Sieg Heil! Die versammelten SA= und SS=Mannschaften nahmen begeistert diesen Heil=Ruf ihres Führers dreimal auf und sangen dann zum Abschluß des Appells das Horst=Wessel=Lied. Göring aber den Kationahsoniansmas Kundgebung der RSBO im Berliner Sportpalast. WTB. Berlin, 9. April. Unter ungeheurer Beteiligung fand heute mittag im Sportpalast zum ersten Male eine Generalmitgliederversammlung der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation, Gau Groß=Berlin, statt, die von schätzungsweise 20 000 Menschen besucht war. Der erste Redner, der Landesbetriebszellenleiter und Landtagsabgeordnete Engel, hielt die Eröffnungsansprache. Noch vor wenigen Jahren habe die Organisation aus wenigen Männern bestanden, die heute eine Millionengefolgschaft hinter sich habe. Sie habe es verstanden, in die Hochburg der marxistischen Organisationen einzudringen und sie zu erobern. Widerstände habe sie nicht nur bei der SPO und bei der KPD sowie bei den Gewerkschaften, sondern auch in den Kreisen der Arbeitgeber gefunden. Der Redner verbreitete sich dann ausführlich über die Organisation der Nationalsozialistischen Betriebszelle mit deren Untergruppen und Fachsparten. Göring spricht. Lebhaft begrüßt erschien der zweite Redner der Kundgebung, der Reichsminister und Kommissar für das preußische Innenministerium, Göring. In seiner Rede sagte er u. a.: Meine Volksgenossen, wenn wir heute eine nationalsozialistische Revolution haben, so betonen wir, daß es sich um eine nationalsozialistische Revolution handelt und daß es nicht angeht, nur immer wieder von der nationalen Revolution zu sprechen(Beifall). Denn nicht nur der deutsche Nationalsozialismus hat sich zum Durchbruch verholfen, sondern wir sind besonders glücklich, daß auch der deutsche Sozialismus gesiegt hat(Beifall). Wer es ablehnt, von Sozialismus zu sprechen, wer im Sozialismus nur marxistische Zersetzungsarbeit zu sehen glaubt, der hat auch nicht deu Ligesten Sipn der Natignalsgzialismus erfaßt der hat nicht Kraft, dann muß ich aber auch dafür sorgen, daß ich nach außen hin die Möglichkeit schaffe, um dies durchführen zu können. Die Voraussetzung, um die sozialen Probleme im Innern lösen zu können, ist, nach außen die Kraft zu formen, die dort den Raum schafft, auf dem die Existenz, die Einzelexistenz sowohl wie auch das gesamte Volk, leben müssen und leben können. Darum bedingt das eine das andere. Und so ist es nicht eine nationale Revolution geworden im Sinne eines überlebten Hurrapatriotismus, sondern diese Revolution ist im wahrsten Sinne des Wortes eine nationalsozialistische Revolution gewesen. So wie der Sozialismus vom Marxismus herabdegradiert worden war zu einer öden Lohn= und Magenfrage, so hat die bürgerliche Parteienwelt den Nationalismus herabdegradiert zum Hurrapatriotismus. Die Wurzeln dieses bürgerlichen Nationalismus waren Alkohol und Portemonnaie(Beifall). Deshalb mußten beide Begriffe wieder geeinigt werden. Diese Revolution wurde geboren heraus aus einem flammenden Protest des deutschen Volkes gegen all die Schmach, gegen all die Schande, gegen all das Elend, die Not und diese Ehrlosigkeit der letzten 14 Jahre. Aus dem Volke heraus ist die neue Idee gewachsen, und weil sie aus dem Volke heraus emporstieg, siegreich geführt durch den unbekannten Gefreiten des Weltkrieges, deshalb war diese Idee auch berufen, der Zerrissenheit ein Ende zu machen und aus dem Volke heraussteigend das Volk wieder zusammenzuschweißen zu einer Einheit. Heute, im Zeichen des Sieges, heute darf man zurückdenken an diesen unsagbaren Kampf. Und gerade jetzt wollen wir derer gedenken, die dafür alles eingesetzt haben, von denen zahllose nicht mehr am Leben sind, zahllose Krüppel geworden sind. Die Parteien liegen am Boden. Wie elend sind sie dahingegangen, abgeholt durch einen Leutnant und zwei Mann — nicht einmal zehn Mann hat man dazu gebraucht— wie haben den tiefsten Sinn des Nationalsozialismus erfaßt, der hat nicht diese Arbeiterführer gelebt und wie haben sie ihre Arbeiter ververstanden, daß man überhaupt nur dann national ist, wenn man klipp und klar auch die sozialen Probleme erkennt und durchführt. So, wie Nationalismus Dienst an der äußeren Peripherie ist, so ist Sozialismus Dienst im Inneren des Volkes. Wenn ich im Volke dem Einzelnen Existenzmöglichkeit geben will, wenn ich ihn in ein Volk stellen will, in dem er in seiner Vielfältigkeit wirken, in dem jeder einzelne Deutsche schaffen, auch arbeiten, wieder existieren, wieder leben kann aus eigener raten! Man müßte dem deutschen Arbeiter die Gesuche zeigen, wo ganz rote Oberbonzen für ihre Pensionen auch die Zeit angerechnet sehen wollten, wo sie als sozialistische Redokteure das deutsche Volk und Vaterland verraten haben(Pfui). Aus dieser Zerrissenheit der Parteien haben wir nun diese Einigung langsam begonnen. Heute spielen diese Parteien nur noch ein komisches Dasein. Wer weiß denn heute noch etwas von der Deutschen Staatspartei, der Deutschen Volkspartei, der DinZur Herstellung der herrlich ertrischend schmeckenden Chlorodont-Zahnpaste werden nur die anerkannt besten Rohstoffe verarbeitet. Chlorodont, morgens und vor allem abends benutzt: macht die Zähne blendend weiß und erhält sie gesund ist sparsam im Verbrauch und daher preiswert. geldey=Partei usw.? Man lacht darüber, es sind Rudimente aus einer anderen Zeit, die man bestaunt, wie man vorsintflutliche Tiere auch bestaunt, weil man sich wundert, daß es so etwas überhaupt gegeben hat im Deutschen Reich(Beifall). Erst nachdem im großen und ganzen das erste Fundament dieser inneren Geschlossenheit durch Adolf Hitler geschaffen war, da konnte er auch daran denken, den Nahmen nach außen wieder zu verstärken, und so konnte er etwas tun, was seit Jahrhunderten in Deutschland nur Traum und Hoffnung gewesen ist. Mit einem einzigen Gesetz stellte er, der deutsche Reichsstatthalter, des Reiches Einheit wieder her(Beifall). Wo sind sie geblieben, all die Parteigrößen, die noch vor wenigen Monaten redeten, südlich der Mainlinie würde Herr Hitler erkennen müssen, daß er ausgespielt habe, die immer erklärten und nicht nur erklärt, sondern es auch getan haben, die innere Gestaltung ebenso zu verhindern, wie sie den äußeren Rahmen zu sprengen versuchten. Die Vielfältigkeit, die Eigenartigkeit der Länder, ihr staatliches Leben wird gewahrt werden. Aber das sind äußere Formen, Volksgenossen, und eine solche Form kann man durch ein Gesetz auf der Stelle herstellen, aber es wird immer eine Form bleiben. Das innere Leben, der Kern, das von innen, das muß geschaffen werden, und das kann nicht durch ein Gesetz geschaffen werden. Hier setzt die Arbeit ein. Wir müssen zu dieser äußerlich starken Einheit, zu diesem Rahmen, der jetzt wieder fest gefügt worden ist, das Reich in einer eisernen Klammer der einzelnen Länder umfassen. Wir müssen zum Reich, zum Deutschen Reich kommen, müssen im Innern das Volk ebenso geschlossen zusammenschweißen und da, meine Volksgenossen, da seid Ihr aus den Betrieben jetzt die Baumeister geworden, Arbeiter am Aufbau des deutschen Volkes. Ihr müßt jetzt arbeiten in Euren Zellen, in Euren Betrieben, Ihr müßt immer wieder werben, immer wieder erziehen, immer wieder versuchen, den verhetzten Volksgenossen klar zu machen, um was es sich handelt. Wir wissen, wir haben einen großen Sieg erfochten, und jeder Sieg hat auch gewisse Begleiterscheinungen. Und eine solche ist die Konjunktur. Wir wissen heute, daß es viele gibt, die die innerlichen großen Zusammenhänge nicht erkennen, weil sie innerlich überhaupt kein Verständnis für den Nationalsozialismus besitzen. Trotzdem sind viele davon heute die schneidigsten Nationalsozialisten geworden. Wie die Pilze sind sie emporgeschossen. Ja, es gilt jetzt Vorsicht in diesem Punkte. Denn nicht das äußere Kleid macht es, nicht das Abzeichen, um das wir einstmals verfolgt worden sind durch ein Jahrzehnt, nicht der Heilgruß macht es, nein, das Herz allein entscheidet, ob einer Nationalsozialist ist oder nicht (Beifall). Wir wollen Kämpfer haben, wir wollen keine Nationalsozialisten aus dem Verstande heraus, sondern nur aus dem Herzen heraus, aus dem ganzen Gefühl und Empfinden sollen sie zu uns kommen und die Unsrigen sein. Und darum wollen wir klar und scharf und eiskalt versuchen, in die Herzen hineinzusehen und nicht in den Verstandskasten, in die Herzen, ob sie Nationalsozialisten geworden sind. Auf der anderen Seite aber, Volksgenossen, sollen wir auch großzügig sein, nicht kleinliche Nache, wir sind ja die Sieger. Was bedeutet es schon, wenn der eine oder andere mal gesagt hat, wir wären Verbrecher. Je freier und je stärker wir uns als Nationalsozialisten fühlen, desto großzügiger und freier können wir auch über das Vergangene hinwegsehen und wirklich aufrichtig die Hand der Versöhnung hinhalten. Auf der anderen Seite, wo wirklich am Volke Verbrechen geschehen sind, dort muß die gerechte Vergeltung unerbittlich einsetzen(Beifall). Das ist die erste Voraussetzung dafür, daß man auf der anderon Seite nicht versöhnlich sein kann. Es müssen die Großen gefaßt werden, nicht die Kleinen; die wollen wir laufen lassen. Das trifft nicht zu auf die Großen, die immer so schnell verstanden haben, nach den verschiedenen Seiten zu jonglieren und ihre Geschäfte bald dort, bald hier zu machen. Hier muß die gerechte Vergeltung mit unerbittlicher Schärfe einsetzen, und wir werden das tun, und man ist schon so weit, daß das geschehen wird. In diesem Sinne, daß alles gesäubert, daß alles gereinigt und alles neu aufgebaut wird, haben wir auch das neue Beamtenund Angestelltengesetz zu verstehen. Volksgenossen, täuschen wir uns nicht, es ist ein schweres Gesetz, es trifft den Einzelnen mit ungeheurer Wucht, es zerschmettert Existenzen, wenn es falsch angewendet wird, und darum, weil es so schwer ist, aber weil es so schwer sein muß, soll die Revolution gesichert bleiben, deshalb muß man die Verantwortung erkennen und deshalb habe ich gefordert, daß niemand anders als der Minister selbst die Entscheidung haben muß für das Sein und das Nichtsein seiner Untergebenen, ob es sich um das Schicksal eines Arbeiters, eines Portiers oder eines Staatssekretärs handelt. Es ist in seinem Sinne ganz gleich. Es trifft jeden Einzelnen gleich schwer— wenn es ihn trifft. Und darum sollen wir uns klar sein: Das darf nicht dazu führen, daß jeder glaubt, seine persönlichen Instinkte hier gelten zu lassen, seine persönliche Nache zu kühlen, weil er bös mit einem vielleicht von der Schulbank her war, daß er ihm nur eins auswischen kann. Die einzige Richtlinie ist, ob der Betreffende für den Staat ist oder wider sein Volk. Das ist die einzige Richtschnur, die hier entscheiden darf und muß. Jeder einzelne Beamte, der ein gutes Gewissen hat, kann stolz sein. Es wird ihm ebensowenig wie den Angestellten das geringste Haar gekrümmt werden. Wir werden alle, soweit ein Mensch überhaupt gerecht sein kann, hier Gerechtigkeit allen zuteil werden lassen. Und seid Euch klar über die ungeheure Verantwortung, denn diese Verantwortung übernehmen nicht nur wir Minister, nein, Nationalsozialisten, die Verantwortung tragt auch Ihr, denn durch Euren Sieg ist es erst möglich geworden, daß Deutschland heute gesäubert und gestärkt hervorgeht aus dem Sumpf der letzen 14 Jahre(Beifall). Ich weiß, in diesen Tagen kommen sie, da nähern sie sich zu Hauf, die Denunzianten, da kommen sie und klagen an den oder jenen, meist aus Konkurrenzneid heraus, weil sie selbst diesen Platz haben wollen oder weil er ihnen unbequem ist. Deshalb wird er versemt, angeschwärzt und denunziert. Volksgenossen, wer denunziert, der zeichnet sich selbst schon am besten damit. Wer offen hervortritt und sagt:„Ich klage an“, der wird erhört werden. Volksgenossen, wenn wir eben gesprochen haben von den Allzueifrigen, von denen, die aus Konjunkturgründen herübergelaufen sind, so glaubt mir eins: Nicht jeder, der heute gekommen ist, ist aus der Konjunktur gekommen. Millionen deutscher Menschen liefen in Deutschland herum in diesen Jahren und hatten keine Ahnung davon, was Nationalsozialismus war. Nun sehen wir die Hunderttausende, Millionen von Menschen plötzlich erwachen. Und die, Volksgenossen, die nehmt auf, das sind die Guten, die morgen schon Mitkämpfer sein können, die sollt Ihr weiter erwecken und stärken in ihrem Gefühl, daß sie in die große Armee gehen, die einst einmal Deutschland nurmehr nationalsozialisch denkt und fühlt. Dani werden wir die Geschlossenheit dieses Volkes haben. Und darum, Männer und Frauen der Betrieszellen, gewiß, Ihr sollt in Euren Betriebszellen auch die wirtschaftlichen Fragen und Probleme behandeln, gewiß. Ich wage es zu sagen, nicht das Materielle, auch hier ist das Ideelle das Erste, und so ist jede Betriebszelle in erster Linie berufen, dem deutschen Arbeiter, dem deutschen Angestellten, der zu ihr kommt, weltanschaulich zu kneten, zu treffen, zu formen, zu erziehen, bis er ein deutscher Nationalsozialist geworden ist(Beifall). Das ist. Eure Hauptaufgabe. Ihr müßt den ehemaligen Marxisten klar machen, was es heißt, zum Volke zu gehören. Ihr müßt ihnen klar machen, wie jener Marxist alles so verfälschen konnte, weil er den Begriff der Arbeit verraten, verfälscht, verfehmt und degradiert hat. Sie haben nur gesagt: Die Arbeit sei kein Segen gewesen. Sie haben gepredigt: Die Arbeit sei ein Fluch. Sie haben dem einzelnen Arbeiter gesagt: Du bist verfehmt, verflucht, Du stehst außerhalb Deines Volkes, weil Du ein Handarbeiter bist, weil Du schmutzige Hände hast von Deiner Arbeit, wollen die anderen nichts von Dir wissen. Der deutsche Mensch will arbeiten, er will durch eigene Arbeit und Leistungen sich sein Brot verdienen, er will nicht betteln gehen, er will nicht Almosen empfangen. Dazu hat man uns aber degradiert in diesen 14 Jahren. Selbst aus eigener Kraft wollen wir das schaffen, und deshalb ist die Arbeit ein Segen. Aber man hat auch ein Recht auf Arbeit, wenn man geboren wird, und das ist unser Sozialismus, daß wir dem Volke das Recht auf eine Arbeit wiedergeben. Dann mag der eine seine Arbeit besser oder schlechter machen, die Leistung mag den einen emporheben und den anderen noch länger im Trott mitlaufen lassen. So wollen wir wieder den Staat herstellen, in dem wir langsam und unübersehbar mühsam bei all den furchtbaren klüftungen um uns herum dieses Recht auf Arbeit wiederherstellen wollen. Wir wollen wieder dem deutschen Menschen Arbeit geben, damit er sich sein Brot selber schaffen kann. Selbstverständlich ist die Gesamtheit des Volkes und der Nation dafür verantwortlich, daß nicht ein Mensch deshalb zu Tode kommt oder hungert, weil man ihm dieses Recht auf Arbeit gestohlen oder unterbunden hat. Durch Gesetz, durch Verordnungen, durch alle möglichen anderen Dinge konnte man den Marxismus in seinen äußeren Organisationen zerbrechen und hat ihn zum Teil zerbrochen, und doch ist das auch nur äußerlich. Der Staat, die Polizei, die Exekutive, vermag nur Formen zu zerstören. Ihr aber wieder seid es, Ihr sollt die marxistische Idee zertrümmern und zerstören.(Beifall.) Das ist Eure Aufgabe, diese marxistische Idee zu schlagen. Und eine Idee zerstört und vernichtet man nicht mit äußeren Mitteln, sondern die Kraft, eine Idee zu überwinden, muß aus inneren Werten kommen. aus dem Inneren heraus muß sie geschaffen werden. Und das müssen auch wieder in erster Linie neben vielem anderen die Betriebszellen. Das könnt Ihr nur aus Eurem inneren Erleben heraus, aus den Kräften, die in Eurem Inneren schlummern, und diese Kräfte müssen sein: das Vertrauen zu dem, was wir predigen, zu dem, was wir tun, zu dem, was wir formen wollen. Dann muß es sein die blinde Treue, die Treue zu dem Führer Adolf Hitler, der das alles geschaffen hat, ohne den es das nicht gäbe, was Ihr heute seht.(Beifall.) Das muß sein die eiserne Disziplin, die zu allen Zeiten die Voraussetzung war, wollte man zu einem Siege gelangen. Zwei weitere Kraftquellen sind Euch gegeben, sie sind es vor allem, die Euch helfen müssen, unserer Idee zum Siege zu verhelfen und die andere Idee zum Untergang zu bringen. Das ist der blinde unerschütterliche Glaube: Deutschland muß leben. Mit diesem Glauben wird dann auch die Hoffnung kommen, die Hoffnung. die Sehnsucht, die immer wieder den Menschen emvorreißt, selbst wenn er verzweifeln will. Und nun, Volksgenossen, Ihr seid gewohnt zu arbeiten, wir sind es gewohnt, Hand anzulegen, und darum gilt jetzt für die nächste Zeit nur ein Wort für uns: Arbeit, Arbeit und wieder Arbeit für unser Volk und für unser Vaterland, das wieder neugebaut werden muß. Darum, Männer und Frauen unserer nationalsozialistischen Betriebszellen, Ihr könnt den Marxismus schlagen, jetzt müßt Ihr ihn vernichten.(Beifall.) Und habt Ihr ihn vernichtet, nun, dann soll es losgehen, dann wollen wir an die Arbeit, frisch an die Tat, und Gott segne unser Werk. (Stürmischer Beifall.) Alle Anwesenden stimmten begeistert in das Lied ein„Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte". Anter den Klängen des Horst=Wessel=Liedes zogen die Fahnen aus. Ein dreifaches Heil auf Minister Göring und ein weiteres dreifaches Heil auf den Reichskanzler, die Reichsregierung und das deutsche Vaterland und das Deutschlandlied beendeten die Kundgebung. 36) Tuums unt See. Roman von Georg Urbat. (Nachdruck verboten.) meiner Mutter, ist für intime Freunde meines Hauses immer zu sprechen, ich werde sie selbst rufen...!“ Wieder bleibt Konsul Seifert allein mit seinen schweren Gedanken, die den Widerspruch in den Worten Mirza Ahmeds und all das, was sich um Belicitas Böse rankt, nicht zu enträtseln vermögen. * Ueber das verärgerte, wütende Gesicht John Hills zieht ein saures Lächeln. Er hält nichts davon, wenn Frauen sich in Geschäfte mischen. Aber er kennt den harten, eigensinnigen Kopf seines Kindes. Sein Erbteil! Sein Kopf!— Er hat sich eigentlich schon immer gewundert, daß seine Tochter, ein Mädchen schon in der Mitte der Zwanzig, noch immer nicht gewählt hat. Aber es freut ihn wiederum. Denn er erkennt darin den küblen, geschäftstüchtigen Sinn, den seine Tochter auch von ihm geerbt hat.— So sagt er dann nach langem Zögern:„Allright!— Schreiben Sie, Parker... nein, besser, telegraphieren Sie an Harris, daß er ein Esel war, daß meine Tochter aber nach Persien kommen und den Schaden wieder gutmachen wird...!“ * Vom Mossul, den Tigris hinunter bis Basra und hinauf von Buschir am Persischen Golf bis Ispahan, bis Teheran, im Irak, wie in Persien, überall, wo Oelleute oder auch nur Europäer zusammenkommen, wundert man sich und lacht man über den verbockten Deutschen, der dort oben das Bohren nicht aufgibt und der Macht eines John Hill nicht aus dem Wege geht, sondern ihr trotzt. Und darüber wundert sich auch der junge Orientalist und Konsul Dr. Seifert, als er auf der Chahar=bag, der schönsten und breitesten, von mehreren Reihen Pappeln durchzogenen Promenadenstraße Ispahans vor dem Tor eines breiten, tiefen Mauernvierecks aus dem Wagen steigt und den metallenen Klopfer in Bewegung setzt. Das Gesicht des jungen Konsuls zeigt einen gespannten, in sich gekehrten Ausdruck, wie das eines Divlomaten, der vor einer unangenehmen Mission steht.— Frauen huschen über die Straße. Mitleidig schaut ihnen Konsul Seifert nach. Anscheinend gehören sie den besseren Ständen an. Festgenäht an den Schuhen ist das faltige Beinkleid. Keine schlanke Fessel darf hier wie in Teheran das Auge fremder Männer erfreuen und ihre Phantasie in rauschende Bewegung darüber versetzen, was unter den faltigen Gewändern, was hinter dem Tschador, dem das Gesicht verhüllenden Schleier, sich verbirgt und lebt. Aus einer kleinen Seitentür des bohen Tores buscht es: flink, zierlich und scheu. Vorbei an Konsul Seifert. Und auf einmal will es ihm scheinen, als blitze es hinter dem Augengitter des ador nicht scheu=neugierig aus dunklen, schönen. großen veri Frauenaugen, sondern blau... erschrocken.: .. Fräulein Böse!“ ruft er überrascht aus.— Aber die talt, am hellen, lichten Tage wie ein Gespenst anzusehen, huscht über die pappelumsäumte Straße, über die schmalen Steige der tiefen Bewässerungsgräben und verschwindet drüben wieder in der Tür eines hohen Tores. Konsul Seifert schüttelt den Kovf. aver er hat nicht viel Zeit zum Lösen dieses Rätsels. Ein weibbekleideter Diener öffnet das Tor. Nach dem Begehr des Konfuls fragt er.—„Jawohl! Er werde fragen lassen, ob der Herr, ob Mirza Ahmed Radir Khan zu sprechen sei.“ Durch einen breiten Carten, mit Akazien bestanden, an einem Schwarm von weißgekleideten, neugierigen Dienern vorbei schreitet Konsul Seifert, dem zweistöckigen, valastartigen Gebäude mit hohen Bogen über Türen und Fenster zu. Und dann sitzt Konsul Seifert in einem Empfangsraum inmitten der glimmenden Pracht versischer Teppiche, von denen sich zierliche Taburette, dunkel gebeizt, mit kleinen eingelegten Perlmutterplättchen, geordnet zu zarten Bögen, abheben wie ein Spielzeug. Schwere Gedanken bewegen wieder Konsul Seifert: ... also ausgerechnet die kleine Böse, der liebe fesche, kleine Strolch, mit dem man genau vor einem Jahr in Grunewald, im Klub ein Tennisturnier durchgesochten, muß diesen Streich spielen.— Und Mirza Ahmed ist kühn. Ueberall hat er sich offen mit dem fremden, schönen, blonden Mädchen gezeigt. Ueberall, wo es die Wunder Ispahans zu beschauen, zu bestaunen gab. Die weißbeturbanten Mollas, die Geistlichen, die in Ispahan, wie nirgends in Persien, argwöhnisch und eifernd auf islamitische Sitte und Ueberlieferung sahen, schüttelten die Köpfe. Die europäische Kolonie geriet in Aufregung und dann sah man das Mädchen nicht mehr. Aber durch die Harems sauste der Klatsch. Und europäische Damen, die in den Harems verkehrten, brachten ihn in die Außenwelt, und... Konsul Seifert wird in seinen schweren Gedanken unterbrochen: In der Tür, die Falten des Vorhangs noch in der Hand, steht Mirza Abmed. Ein feines, spöttisches Lächeln auf dem schönen, dunklen Gesicht. „Sie hier, mein lieber Konsul...!“ Sie begrüßen einander. Sie kennen einander von Berlin her. Und das Gespräch fliegt... über die Reise des Konsuls, über die Schönheiten Ispahans, über Politik, über alles, nur nicht über das, worüber der Konsul eigentlich sprechen soll... Und endlich, zögernd sagt Konsul Seifert: verzeihen Sie, mein lieber Prinz!— Da ist eine kleine Mission, die ich noch durchzuführen habe. Da sind Briefe im Konsulat eingegangen. Für Fräulein Böse. Es wird gewünscht, daß ich die Briefe persönlich überreichen soll.— Es wird doch noch möglich sein, mein lieber Prinz...!“ Das seine, spöttische Lächeln auf dem Gesicht Mirza Ahmeds wird härter. „Wittern Sie auch einen Hinlertrevvenroman, lieber Konsul?" Konsul Seifert bebt beschwörend die Hände. Mirza Abmed aber fährt fort: „... Ihnen als Orientalist wird es doch nicht unbekannt sein, daß es nicht nur einmal vorgekommen ist, daß eine Dame aus dem Abendlande gern die Mauern eines Harems um sich schlieben ließ und den Tschador trug, weil sie den Mann liebte, dem sie folgte... Mirza Ahmed machte eine kleine Pause, als wollte er die Wucht seiner Worte auf dem jungen Konsul auswirken lassen. Dann sagte er mit seiner seinen, weichen Ironie weiter:„.„ ober mein lieber Konsul, Fräulein Böse, die„Gesellschafterin" Der junge Konsul Dr. Seifert braucht sich nicht lange quälen. — Im buntbedruckten Vorhang der Tür steht es dann schon: frisch, Freude in den bebenden Muskeln, Röte auf den Wangen. Nur etwas umflort ist der Blick. Und dann streckt auch schon Felicitas Böse beide Hände aus: „Konsul, Sie...?!— Gott, eine freudigere Ueberraschung hätte ich mir nicht denken können.— Was macht Berlin?!— Steht der Verkehrsturm auf dem Potsdamer Platz noch, oder haben sie ihn schon umgefahren... Ihre übermütigen Fragen überstürzen sich. Konsul Seifert ist aus einer Gedankenbahn geworfen, ein wenig vertattert. Mehr Wissenschaftler als Divlomat, kommt er mit schnellen Uebergängen nicht immer gleich zurecht. Gewiß, Felicitas Böse steht frisch, lebensvoll, wie er sie gekannt, vor ihm, auch den Tschador, wie er gefürchtet hat, trägt sie nicht. Aber immerhin, sie als junges Mädchen... Und über dieses„aber immerhin...“ kommt Konsul Seifert schlecht hinweg und seine Begrüßung wird steif und förmlich. Mit deckender Eilfertigkeit übergibt er ihr die Briese, die auf dem Konsulat für sie eingelaufen sind. Dann sagt er wieder: „... versönlich darf ich wohl berichten, daß Sie wohlauf sind. Daß keinerlei Zwang...!“ Ein schmerzliches Lächeln um Felicitas' Lippen läßt ihn stutzen. Gewiß, die Teilnahme an der Expedition Huenes war für ein junges Mädchen schon etwas Ungewöhnliches. Dann, ihr Entschluß, Mirza Ahmed hierher zu folgen. Ihr Aufenthalt in diesem Hause... Rasch sagt sie:„Danken Sie der Stelle, die sich um mich sorgt, in meinem Namen. Berichten Sie bitte nach Berlin, oder wohin es sein muß, daß ich der Mutter Mirza Ahmeds französische Romane vorlese, daß ich mit Mirza Ahmed versuche, versische Dichtungen in ein gutes, klingendes Deutsch zu übertragen. Berichten Sie bitte, daß ich mit Mirza Abmed einen regelrechten Vertrag besitze, daß ich pünktlich mein Gehalt beziehe und daß...“ Felicitas Böse hält inne, als fürchte sie, zuviel zu sagen. Aber die Blicke, das Gesicht des jungen Konsuls sind weicher, fteundlicher geworden. Und so sagt er:.„... so gefällt es Ihnen dann gut in Ispahan!“ „Oh...“ ruft Felicitas begeistert aus„wie arm ist das Wort „gefallen“.— Ein Buch müßte ich schreiben über das, was ich bier gesehen habe. Ein schönes, dickes Buch über diese alte, schöne Stadt Persiens. Diese Sonne, dieser ewig blaue, blaue Himmel. Diese Menschen, noch so unberührt von allem Euroväischen. Die alte Stadt, der Schahplatz, das Märchen, die Basare, die alte Wunderbrücke über den Senda=Rud...— Ach, was schwatze ich da. Kann man das etwa in wenigen Worten herzählen. Ein Buch müßte ich eben schreiben...“ (Fortsetzung folgt.) Die Tabellen: 1. Bezirksklasse. Gruppe 2: drse Hallrtan in Derg Murl. Fortsetzung der Pokalspiele— Hohe Siege der Spitzenvereine. Stürmer beteiligt. Kronenberg=Ohligser FC. leitete unauffällig, ihm wurde aber auch durch die faire Spielweise beider Mannschaften seine Arbeit leicht gemacht. Stand der Pokalspiele im Gau Nemscheid=Solingen. Bei schönstem Frühlingswetter nahmen die Pokalspiele ihren gang und brachten meist zweistegigg, Siege, für die führenwahr erwiesen. Das Vormittagstreffen wurde von Wersten knapp, aber sicher mit 3:2=Toren gewonnen. Möglich, daß den Gerresheimern diese Niederlage den Aufstieg kostet. Die Mannschaften lagen abwechselnd in Führung. Wersten eröffnete durch den Halbrechten, der Gäste=Mittelstürmer glich aus. In der zweiten Halbzeit kam Gerresheim durch einen Elfmeterball abermals zur Führung. Dann glich Wersten aus und konnte sich durch einen Elfmeterball, den der Mittelstürmer verwandelte, die Führung verschaffen, die bis zum Schlußpfiff nicht mehr abgegeben wurde. Gruppe 2. Solinger FC. 95 gegen VfB. Nemscheid 4:3(1:2). SV. Dahlhausen gegen BV. Solingen 98 2:3(0:1). SpVg. Wermelskirchen gegen 1. SpVg. Sol.=Gräfrath 1:0(0:0). VV. Cronenberg gegen SSV. 07 Nemscheid 4:3(3:1). VV. 10 Nemscheid gegen SSV. Sudberg 3:1(3:0). Solinger FC. 95 gegen BfB. Nemscheid 4:3(1:2). Auf der Schabergerstraße herrschte gestern Hochbetrieb. Es war vohl die größte Zuschauermenge, die der„Club“ in dieser Spielzeit dort gehabt hat. Nicht nur in Solingen hatte das Erscheinen des Tabellenführers VfB. Nemscheid große Anziehungskraft ausgeübt, sondern die Remscheider selbst brachten ebenfalls vieké Anhänger mit. Das Spiel endete mit einer für den Solinger Sport angenehmen Ueberraschung. Die 95er gewannen nicht nur mit 4:3, sondern sie siegten auch in einer Form, die man als erfreulich bezeichnen kann. Vorweg sei festgestellt, daß der Solinger Fußballklub gestern einen seiner besten Tage hatte. Die Elf war in Laune und so klappte es wie am Schnürchen. Der Sieg ist eigentlich reichlich knapp ausgefallen und schon bei der Pause hätten die 95er nach dem Spielverlauf mit mehreren Toren in Führung liegen müssen. Das Glück hat also diesmal bestimmt keine Rolle zugunsten von Solingen gespielt.— Den Zuschauern wurde ein temperamentvolles und flottes Spiel mit reichlichem Torsegen geboten. Schon in der ersten Viertelstunde ließ der„Club“ verschiedene gute Gelegenheiten aus. Nebenher waren aber die Remscheider vom Glück begünstigt. Sie erzielten nach sechs Minuten das erste Tor durch den Halblinken. Knapp eine Minute später hatte aber Rühl durch einen sauberen Schuß ausgeglichen. Der Ausgang des durchweg offenen Spieles blieb lange ungewiß, obwohl Solingen bei ebenburtigen Feldleistungen die besseren Torgelegenheiten hatte. Zwei Minuten vor Halbzeit konnte aber Remscheid die Führung wieder an sich reißen.— Nach der Pause sah man erneut fesselnde Kampfbilder. In höchster Not wehrte ein Remscheider Verteidiger im Strafraum den Ball mit der Hand ab. Den Elfmeter setzte Frede prompt und unhaltbar in die Ecke. Auf und ab wogte das Spiel. Remscheid holte sich wieder durch den Halblinken einen dritten Erfolg. Aber kurz darnach glich Frede erneut aus und konnte durch einen seiner unhaltbaren Schüsse auch mit einem vierten Tor den Sieg der Solinger sicherstellen. Der Rest des Spieles brachte nichts Besonderes mehr. Solingen verdient ein Gesamtlob. Die Remscheider Mannschaft spielte ihren gewohnten Fußball, stieß aber diesmal auf einen besseren und vor allen Dingen eifrigeren Gegner. Der Schiedsrichter war sehr gut. 52) SB. Dahlhausen gegen BV. Solingen 98 2:3(0:1). Mit knapper Not vermochten die 98er aus Solingen ihr Spiel in Dahlhausen erfolgreich zu gestalten. Das soll nicht etwa heißen, daß die Gastgeber ein ebenbürtiger Gegner gewesen wären. Das Treffen wurde von Solingen im Felde in ganz überlegener Manier durchgeführt. Svielerisch und taktisch waren die Gäste weit überlegen. Der Angriff spielte aber viel zu phlegmatisch, um die gebotenen Chancen ausnutzen zu können. Es hatte fast den Anschein, als sei es ein Katze= und Mausspiel gewesen, um seine Stärke ausprobieren zu können. Vor der Pause langte es bei den Besuchern nur zu einem Treffer, der gleich nach dem Wechsel wiederholt wurde. Dann kamen die Dahlhausener durch fleißiges Sviel bis auf 2:2 heran. Ein Strafstoß verhalf den Rot=Weißen zum Frührungstreffer. SpVg. 09 Wermelskirchen gegen 1. SpVa. Sol.=Gräfrath 1:0 (0:0). Das Sviel der beiden Mannschaften im Eisgenstadion konnte nicht recht begeistern. Beide Mannschaften liefen nicht zu der bei ihnen sonst gewohnten Form auf, außerdem machten verschiedene Spieler den Fehler, mangelndes Können durch unangebrachte Härte auszugleichen. Im Verlauf der Kampfhandlungen sah sich der Unparteiische gezwungen, den Mittelläufer der Gastgeber des Platzes zu verweisen. Der einzige Treffer des Tages fiel ungefähr 15 Minuten nach dem Wechsel, nach einem Durchbruch durch den Linksaußen Eisenberg. VV. Cronenberg gegen SSV. 67 Nemscheid 4:3(3:1). Die beiden Partner standen sich bereits am Vormittag in Kohlfurterbrücke gegenüber. Die erschienenen Zuschauer bekamen ein schönes Sviel zu sehen, das vor der Pause von den Cronenbergern, nach dem Wechsel aber von den Gästen mit Vorteilen durchgeführt wurde. Den Torreigen eröffneten die Remscheider durch einen Treffer, der im Anschluß an einen Strafstoß erzielt wurde. Von zwei verhängten Elfmeterbällen konnte Cronenberg nur einen zum Ausgleich verwandeln. Dann aber kam der Mittelstürmer der Gastgeber gut ins Spiel. der vor der Pause zweimal und sofort nach dem Wechsel in einem schönen Alleingang im ganzen dreimal ins Schwarze traf. Dann aber wurde Remscheid außerden Mannschaften der verschiedenen Klassen. In der Gruppe A konnte die 1. Mannschaft von Union Wermelskirchen gegen Bliedinghausen 99 einen 3:18(0:7)=Sieg buchen. Der BfB. 06 mußte sich von dem BV. 1910, Nemscheid, eine 6:8=Niederlage gefallen lassen. Im Pflichtgesellschaftsspiel schlug SSB. 07, Nemscheid, die Reservemannschaft von Union Wermelskirchen mit 7:13 (2:7). In der Gruppe B konnten die 95er den Postsportverein mit 20:4(9:4) nach Hause schicken. Die 98er schlugen den Sportverein 09 sogar mit 23:4(10:0). In der C=Gruppe lieferten sich die 1. Sportvereinigung und der Mangenberger TB. einen spannenden Kampf. Die Gäste ließen den Platzverein in der ersten Halbzeit Tore vorlegen, die alles gute Spiel zum Schluß nicht mehr aufholen konnte. Die Gelb=Weißen gewannen mit 10:6(6:1). Die Mannschaften des Spielvereins Weyer und des Ohligser FC. trennten sich mit einem 3:3(2:1).— Der FV. Adler hatte die Mannschaft des VfB. Wald zu Gast und konnte diese mit 15:3(7:1) schlagen. Der Walder BV. trug in Düsseldorf gegen den dortigen Polizei=Sportverein ein Gesellschaftsspiel aus. Wald legte in der ersten Spielhälfte Tore vor, die der Gegner, trotz erbitterten Ringens, in der zweiten Halbzeit nicht aufholen konnte. Mit einem 9:12(2:8)=Sieg dokumentierten die Walder ihr Können über den Düsseldorfer Gruppenmeister. Solinger FC. 95 gegen Postsportverein Solingen 20:4(3:1). Die 95er benutzten dieses Pokalspiel zur Erprobung einiger Spieler aus der Reservemannschaft, die sich annehmbar einführten. Die Postsportler setzten der Spielerfahrung und dem besseren Können des Gegners vorbildlichen Eifer und Schnelligkeit entgegen. Hierdurch ließen sich die Gastgeber verblüffen und versiebten manche Torchance. Die Gäste können sogar das erste Tor buchen. Der Club geht dann mit 2:1 in Führung, doch gelingt dem Eifer der Postsportler wieder der Ausgleich. Den 95ern glückt ein 4:2, und die Gäste können ein Tor aufholen. Nun reißen sich die Roten endlich zusammen und ziehen davon.— Nach Halbzeit, mit Wind und Sonne spielend, vergrößert der Platzverein seinen Abstand, obgleich Verteidigung und Läuferreihe der Post sich tapfer zur Wehr setzen. Man kann dem Sturm der 95er anraten, auch in künftigen Spielen dieses weitmaschige und uneigennützige Spiel zu pflegen, dann dürften auch die Erfolge nicht ausbleiben. An den Torerfolgen waren alle fünf V. S. V. Solingen 98 gegen Sportverein Solingen 09 23:4(10:0). Das Pokaltreffen am Wasserturm zeichnete sich durch bemerkenswerte Fairnis aus, so daß dem Schiri nur wenig Veranlassung zum Einschreiten gegeben wurde. Ueber den Spielverlauf ist an sich wenig zu sagen. Solingen 09 hatte dem routinierten Spiel der Platzherren außer großem Eiser nur wenig entgegenzusetzen. Die Tore fielen in der ersten Halbzeit in regelmäßigen Abständen. Nach dem Wechsel brachte ein guter Zwischenspurt den Gästen drei Tore ein(11:3). Dieses Manko wurde jedoch schnell wieder wettgemacht und erst auf den 20. Treffer der 98er kam das letzte Gegentor. Tagung des Bergisch=Märkischen=Bezirks. Die Bergisch=Märkischen Vereine traten am Sonntag morgen in der Städtischen Tonhalle zu Düsseldorf zu ihrem diesjährigen Bezirkstag zusammen. Insgesamt waren 82 Vereine mit 818 Stimmen— davon 51 Vereine mit 438 Stimmen aus dem Gau Düsseldorf— vertreten. Der Bezirksvorsitzende Klosterhalfen eröffnet die Sitzung mit Worten der Begrüßung; anschließend streift er kurz die gegenwärtige politische Umgestaltung und betont dabei besonders die nationale Gesinnung, mit der stets in den Vereinen des W. S. V. gearbeitet worden ist. Des weiteren widmet er den Toten unserer Sportbewegung warme Worte des Gedenkens. Die Jahresberichte lagen— wie üblich— wieder im Druck vor; lediglich der Bericht des Jugendreferenten wurde von Erlenkötter, Remscheid, vorgetragen. Er wies auf die vielfachen Schwierigkeiten hin, die sich besonders der Arbeit an der Jugend entgegenstellten, betonte aber doch, daß allem zum Trotz ein Fortschritt zu verzeichnen gewesen wäre. Bei der anschließenden Erörterung der Berichte ging Pickard, Remscheid, sofort scharf ins Zeug. Neben seiner Kritik an der allgemeinen Arbeit des Bezirksvorstandes forderte er vor allem eine der Zeit mehr entsprechende Jugendpflege auf nationaler Grundlage. Sodann erging er sich in scharfen Angriffen gegen den Bezirksvorsitzenden Klosterhalsen, den er schließlich als Führer weiterhin überhaupt ablehnte. In warmherziger, aber energischer Weise wies Klosterhalsen den überraschenden Angriff ab und fand dabei die vollste Zustimmung der Vereinsvertreter. Nach Erörterung weiterer Jugendfragen, wobei auch die Frage Jugend und Wehrsport besprochen wurde sowie einige Angelegenheiten des Profisports, wurde dem Bezirksvorstand, den Sachbearbeitern und Gruppenleitern ohne Widerspruch Entlastung erteilt. Die alsdann solgenden Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: Bezirksvorstand unverändert: Klosterhalfen, Loße, Erlenkötter. Ebbrecht(Fußball=Sachbearbeiter); Tümmler und Becker(Gruppenleiter); Cronen(Handball=Sachbearbeiter): Meyer, Düsseldorf(Leichtathletik=Sachbearbeiter); Trapphof(Obmann für Kampfrichtervereinigungen): Hund(nach Zettelwahl gegen Schütz, Düsseldorf als Schiedsrichterreferent); Huckestein(Handball=Schiedsrichter=Sachbearbeiter). Im Sinne einer betont nationalen Arbeit unter seinen Mitgliedern nahm der Bezirkstag sodann einstimmig folgende Entschließung an: „Der Bergisch=Märkische Bezirk hat mit Freude und Genuatuung die nationale Umstellung im deutschen Vaterlande miterlebt, womit die Ziele und Richtlinien, die stets seit Bestehen des W. S. V. oberster Grundsatz waren, der Erfüllung entgegengeführt werden. Der Bergisch=Märkische Bezirk bekennt sich nach wie vor zum nationalen Geist und wird sein höchstes Ziel barin sehen, die ihm anvertrauten Jugendlichen zu ausrichtigen, wahrhaften deutschen Männern im Sinne der nationalen Regierung zu erziehen.“ Einen breiten Raum nahmen alsdann die Erörterungen zur Projifrage ein. Der W. S. V. hatte Richtlinien übersandt, die verlesen wurden. Einmütig bekundete die Versammlung ihren entschlossenen Willen auf sofortige und vollkommene Reinigung des Amateursports. Dem Verbandsvorstand wurde infolgedessen die Vollmacht erteilt, alle Maßnahmen zu tressen, die zur Reinigung des Verbandslebens erforderlich sind. Die Schaffung einer Verbandsliga wurde dabei abgelehnt. Mit einer Reihe von Anregungen aus den verschiedenen Gauen schloß die wichtige Tagung, die— wenn auch die Meinungen häufig hart auseinanderprallten— doch erkennen ließ, daß man gewillt ist, nutzbringende Arbeit zu leisten. ordentlich offensiv und kam bis auf 4:3 heron. Erst gegen Schluß vermochten die Gastgeber das Spiel wieder offener zu gestalten und ihren Sieg sicher zu stellen. BV. 10 Nemscheid gegen SSV. Sudberg 3:1(3:0). Beiderseits wurde in Remscheid ein schwaches Spiel geboten. Wie vorauszusehen war, vermochte Sudberg auf dem auswärtigen Platz zu keinem Erfolg zu kommen. Die Remscheider Hintermannschaft war noch immer der beste Teil der Elf. Sie hatte somit ein leichtes Spiel, dem schwach spielenden Sudberger Angriff in Schach zu halten. Den ersten Treffer der Platzherren erzielte nach etwa 15 Minuten Spieldauer der Linksaußen; dann war es der Mittelstürmer, der nach einem schwach abgewehrten Ball durch Nachschuß den zweiten Treffer erzielen konnte. Kurz vor dem Seitenwechsel ergab sich vor dem Sudberger Tor ein längeres Gedränge, das der Mittelstürmer durch Kopfball mit nachfolgendem dritten Tor beendete. Nach der Pause kamen die Sudberger zwar etwas mehr ins Spiel, vermochten aber nicht mehr als den Ehrentreffer durch ihren Halblinken zu buchen. Gruppe 4. SC. Cronenberg gegen BV. Velbert ausgesallen. Spönd. Langerfeld gegen Alemannia Bohwinkel 3:1(2:1). Viktoria Barmen gegen Tura Barmen 2:1(1:0). TuS. Ronsdorf gegen BV. Bohwinkel 1:0(1:0). Vorussia Velbert gegen SC. Barmen 0:1(0:1). 2. Bezirksklasse. Gruppe Solingen: FV. Adler gegen SV. Solingen 09 2:5(0:2). Die Entscheidung um die Meisterschaft, die das Spiel in der Kampfbahn Dorverhof bringen mußte, hatte ihre Anziehungskraft auf die Interessenten nicht versehlt. Die Besucher kamen aber in bezug auf die Kampfhandlungen nicht ganz auf ihre Kosten, da das Treffen von den Adlerleuten nicht in der Form durchgeführt wurde, die man sonst an ihnen gewöhnt ist. Insbesondere erwies sich die Abwehr als sehr schwach. Die Mannschaft der Gäste hatte einen guten Tag. Bei der Pause lag sie mit 2:0 in Führung. Nach dem Wechsel kam Adler zum ersten Gegentor und beim Stande von 3:1 zum zweiten Treffer. Durch zwei weitere Tore stellten dann die Vockerter ihren Sieg vollends sicher. Zur Meisterschaft fehlt den Gästen noch ein Punkt, der im letzten Sviel gegen den BC. Aufderhöhe errungen werden muß. Nach langen Jahren vergeblichen Kämpfens, in denen den 09ern oft ein anderer den Titel dicht vorm Ziel wegnehmen konnte, wäre es der sompathischen Mannschaft wohl zu gönnen, wenn ihr diesmal der große Wurf gelingen würde. Gruppe Nemscheid: BV. 68. R.=Haddenbach gegen Post Nemscheid 5:1(3:0). SoVa. Nadevormwald gegen Raspo Hückeswagen 2:1(1:1). BiR. Wivverfürth gegen Lüttringhausen Grund(W. verzichtet.) Sportfreunde R.=Reinshagen gegen BV. Burscheid 2:5(2:2). Reichsbahn Nemscheid gegen Germania R.=Halten 1:2(1:2). Gesellschaftsspiele: SV. Höhscheid gegen SC. 09 Nemscheid 4:5(1:2). Mit der Verpflichtung der Gäste aus Remscheid hatten die Höhscheider einen guten Griff getan. 500 Zuschauer sahen ein zu jeder Zeit offenes und spannendes Sviel. Die bei Höhscheid eingestellten neuen Kräfte konnten nur zum Teil gefallen; andeterseits wußten sie sich noch nicht in das Mannschaftsgebilde einzufügen. Hierauf ist auch die Niederlage der Gastgeber in der Hauptsache zurückzuführen. Dem Führungstor der Höhscheider ließen die Gäste bald den Ausgleich folgen; im weiteren Verlauf des Kampfes erhöhten die Besucher vor der Pause und gleich nach dem Wechsel auf 1:3. Hatte bisher Remscheid den Ton angegeben, so dominierten jetzt die Gastgeber, die nach schönen Kampfhandlungen zum 4:3=Stande kamen. Zwei Selbsttore verhalfen den Gästen dann zu einem billigen Erfolg. Ein fünftes Tor für die Höhscheider wurde von dem Unparteiischen, der übrigens das Spiel viel zu weichlich leitete, auf Reklamation hin wieder annulliert. SSV. Elberfeld gegen FC. Wien(Nicholsen) 1:1(1:0). Schwarz=Weiß Barmen gegen SSVa. Barmen 1:4. Germania Elberseld gegen FC. Schwelm 06 3:3. TRU. Düsseldorf gegen SV. Höntrov 7:2!! TusV. Eller 94 gegen SSVg. Herten 3:3. Oesterreich geschlagen. Die Tschechoslowakei siegt 2:1(0:0). 35 000 Zuschauer wohnten am Sonntag dem mit großer Spannung erwarteten Fußball=Länderspiel zwischen Oesterreich und der Tschechoslowakei bei. Das„Wunderteam“ muß in einigen wichtigen Posten infolge Verletzungen neu besetzt werden, was sich in den Stürmerleistungen deutlich ausdrückte. Die Oesterreicher wurden verdient 2:1(0:0) geschlagen. Im ersten Spielabschnitt konnten sie das Spiel noch offen halten. Beide Parteien spielten zu nervös, um zu Erfolgen zu kommen. Aber gleich nach Beginn der zweiten Hälfte machte der Tscheche Putz einen Durchbruch, der mit dem ersten Treffer abschloß. In der 16. Minute war es wieder Putz, der die Partie auf 2:0 stellte. Die Oesterreicher drehten nun mächtig auf, kamen aber erst in der 40. Minute im Anschluß an eine Ecke zum ersten und einzigen Gegentreffer. Oesterreich blieb auch weiter überlegen, aber die stark verteidigenden Tschechen hielten den Sieg.— Die siegreiche Mannschaft war überaus eifrig, fand sich vor allem im Sturm viel besser zusammen als der Gegner. Die besten Leute waren Putz, Jejedy, Cambel und der Torwart, während Oesterreich in Platzer, Smistik und dem Ersatzhüter die besten Kräfte stellte. Der Sturm verlor das Spiel. Besonders Adelbrecht war katostrophal schwach. Handball in der 9. T. Solinger Turnerbund 2. gegen Schlagbaumer TP. 1. 6:5. den einem Tor Unterschied siegreich. leitete den harten, aber nicht unfairen Kampf einwandfrei. Der Sieger trifft nun im Endspiel am zweiten Ostertage auf den Merscheider Turnverein, welcher durch Freilos ins Endspiel gelangte. Stelchperr undire u Nr. 15 Beilage zum Solinger Tageblatt 10. April 1933 Hortang=Basseldor, und Ichalle Arim Endspien. Zur Lage. Fortuna schlägt Fulda 2:1.— Schalte 04 besiegt Hüsten 5:1. Knappe Siege von BfL. Benrath und Essen in der Pokalrunde. Der gestrige Spielsonntag war reichlich mit Ueberraschungen gesegnet. Von der großen Zahl der angesetzten Meisterschaftstreffen interessierten natürlich in erster Linie die Endkämpfe um die„Westdeutsche“.— Im Tressen Fortuna Düsseldors hatte man allgemein mit einem glatten und überlegenen Siege der Düsseldorfer gerechnet. Es kam aber wieder einmal anders. Die Hessen lieferten eine sehr harte Partie, lagen noch lange nach der Halbzeit mit 1:9 in Führung, und erst Wigold konnte den Ausgleich erzwingen. Der Sieg der Fortunen durch Elsmeterball mit 2:1 ist bestimmt nicht vielversprechend. Jedenfalls mußten die Anhänger der Düsseldorfer lange Zeit Blut schwitzen.— Im Handgalopp fertigte dagegen Schalle den Südwestsalenmeister Hüsten mit 5:1 ab. Es ist unn letzten Endes ja gekommen, wie man es vorausgesehen hatte. Fortuna und Schalle werden das Endspiel bestreiten. Wer wird der Glücklichere sein? Seit gestern abend ist natürlich Schalke der große Favorit. Aber es kann doch leicht anders kommen. Wo das Spiel stattfindet, war gestern abend noch nicht festgelegt. Es muß an einem neutralen Ort gelegt werden. Das Wuppertaler Stadion mit seinem Fassungsvermögen von 30 000 Zuschauern könnte wohl hier für in Frage kommen. Die Posalrunde brachte ebenfalls die erwarteten Ergebnisse. Beide Favoriten mußten sich zwar mächtig strecken, um sich aus der Vorschlußrunde in das Vorfinale hinüberzuretten, aber schließlich waren es auch keine leichten Gegner, die Benrath und Schwarz=Weiß Essen zu schlagen hatten. Im Borussenstadion zu Gladbach behielt Benrath knapp mit 3:2 die Oberhand, nachdem die Rheydter bei der Pause noch mit 2:0 klar in Führung gelegen hatten. Der Duisburger FV. e8 mußte sich den Essener Schwarz= Weihen mit 1:2 beugen. Runde der Meister: Fortung Düsseldorf gegen Vorussia Fulda 2:1(0:1). Schalke 04 gegen Hüsten 09 5:1(2:1). Runde der Pokalmeister: Rheydter SpV. gegen VfL. Benrath 2:3(2:0). Duisburger FV. 08 gegen Schwarz=Weiß Essen 1:2(1:1). Klarer Sieg der Knappen. Schalke 94 schlägt Hüsten 09 5:1(2:1). Zum Zwischenrundenspiel um die westdeutsche Fußhallmeisterchaft zwischen Schalke 04 und Hüsten o9 hatten sich 25 900 Zu.. da., Rostischep Kampfhahn zu Eladboc eingesunden. Rette„runde Sachen“ gab es in der ersten Bezirksklasse. Zunächst kam die Sensation in der SolingenNemscheider Gruppe. Die alten Ober aus Solingen besannen sich auf ihre einstigen großen Tage. Sie hatten den Tabellenführer BfB. Nemscheid zu Gast, mit dem sie so oft die Klingen gekreuzt haben. Die Nemscheider kamen ohne Zweisel in der Absicht, im Handgalopp die Punkte von der Schabeegerstraße mitzunehmen. Es sollte aber anders werden. Zwar knapp mit 4:3, aber verdient, siegte der Solinger„Club“. Besonders erfreulich ist dabei, daß es kein Zusallssieg war, sondern die 95er gewannen verdient nach besseren Leistungen. Sie hätten ein höheres Ergebnis herausholen können, und die sonst so Rleggewohnten Nemscheider waren froh, diesmal mit einem „blauen Auge“ davongekommen zu sein. Wie die Solinger auf einmal das große Laufen bekamen, wird für manchen ein Rätsel sein. Jodenfalls lieferten sie gestern das beste Spiel, das man seit Jahren von ihnen gesehen hat.— Auch der BSV. Solingen 98 holte sich in Dahlhausen zwei weitere Punkte. Die Leute vom Wasserturm spielten etwas leichtsinnig. Sie waren zwar während des ganzen Kampfes stark überlegen, wollten aber dem Gegner Fußball in höchster Vollendung demonstrieren. Dies hätte bei den eifrigen Dahlhausenern leicht zum Verhängnis werden können. Schließlich reichte es aber zu einem 3:2=Siege. — Nicht glücklich operierte dagegen wieder einmal die 1. SpVg. Solingen=Gräfrath gegen Wermelskirchen. Die Solinger waren bestimmt nicht schlechter als der Platzverein und hatten technisch manche Vorzüge aufzuweisen. Am Ende mußten sie sich aber mit 1:0 geschlagen bekennen.— Der BV. Nemscheid 1910, der sehr stark in den letzten Wochen in Erscheinung getreten ist, sicherte sich die vorläufige Tabellenführung durch einen Sieg von 3:1 über den SS. Sudberg. Die zu Hause kaum zu bezwingenden Sudberger können auswärts auscheinend„nichts besehen“.— Programmäßig ist der Sieg des BV. Cronenberg an der Kohlfurterbrücke gegen Nemscheid 97 mit 433 ausgefallen. Die Lage in dieser Gruppe ist unn so, daß der BV. Nemscheid tatsächlich mit einem Punkt Vorsprung führt, aber ein Spiel mehr ausgetragen hat als sein Rivale, der BfB. Nemscheid. Die beiden Vereine haben augenblicklich die größte Chauce, Meister zu werden. Ob die nächsten Sonntage in dieser Gruppe aber nicht wieder einmal das Tabellenbild über den Hausen wersen? Favoritenniederlagen gab es auch in der SolingenDüsseldorfer Gruppe. Hier mußten ausgerechnet die beiden Gerresheimer Spitzeumannschaften ius Gras beißen.— Zunächst besann sich der S S. Haan wieder einmal auf seinen Ruf als Ueberraschungsmannschaft und schlug Gerresheim 13 mit 4:3, ein Ergebnis, das man taum erwartet hatte.— Noch weniger im Buch der Fußballweisen stand aber die Niederlage des vorjährigen Sonderligisten Gereesheim 08 gegen Wersten 94. Die Werstener lieferten eine gute Partie und gewannen mit 3:2. Sie haben nunmehr begründete Aussichten auf den Meistertitel dieser Gruppe.— Seine Position verbesserte außerdem der VV. Wald durch einen Sieg von 3:2 über Beurath=Hassels. * In der zweiten Bezirksklasse steuert der Sportverein 09 Soliugen mit vollen Segeln der Meisterschaft zu. Die Vockerter besiegten gestern Adler Soliugen mit 5:2. Sie benötigen für den Titel nur noch einen Punkt, den ihnen Aufderhöhe liefern soll. Der Ersolg von Solingen 89, das schon seit Jahren immer mit vorne lag, aber stets reichlich Pech hatte, wird von den Solinger Sportfreunden jedenfalls begrüßt werden. 5ch. So weit wären wir nun! Fortuna Düsseldorf und Schalfe### qualifizierten sich erwartungsgemäß durch Siege in der Zwischenrunde für WSV=Finale, das aller Wahrscheinlichkeit nach am 23. April im Duisburger Stadion zum Austrag kommen wird. Die Düsseldorser hatten in dem Hessen=Hannover=Meister Borussia Fulda einen weit schwereren Gegner zu überwinden, als Schalke in Gladbeck mit Hüsten. Im Düsseldorfer Rheinstadion hätte es vor rund 29 000 Zuschauern beinahe eine Ueberraschung gegeben, denn bis weit in die zweite Hälfte hinein lagen die Fuldaer noch mit 1:0 in Führung. Aber schließlich schaffte es Fortuna, die übrigens den Kampf zeitweise nur mit neun Leuten bestreiten konnte, doch noch und gab den Borussen verdient mit 2:1 das Rachsehen. Schalke 04 schaltete vor 25 000 Zuschauern in der Vestischen Kampfbahn zu Gladbeck den Meister von Südwestfalen, Hüsten 09, klar mit 5:1 aus dem k. o.=Wettbewerb aus. chauer in der Bestischen Kampfbahn zu Gladbeck eingesunden. Die Organisation ließ nichts zu wünschen übrig. Vor Beginn des Spiels hieß der Oberbürgermeister Dr. Hackenberg die beiden Mannschaften herzlichst willkommen und brachte Hochrufe auf den Herrn Reichspräsidenten und den Herrn Reichskanzler aus. Schalke kam schon nach sechs Minuten zum ersten Tor. Natrkämper wurde im gegnerischen Strafraum unfair gelegt und Kuzorra verwandelte den Elfmeter unhaltbar. Nach 15 Minuten gab Valentin eine weite Vorlage an Rosen, die dieser prompt zum 2:0 verwandelte. In der 30. Minure vermocht: Hüsten durch seinen Rechtsaußen den Vorsprung des Gegners auf 2:1 zu verringern. Rosen wurde bei einem Zusammenprall verletzt und kam erst nach der Pause wieder. In der zweiten Halbzeit dominierte. Schalke noch deutlicher, Jepan erhöhte in der vierten Minute nach glänzender Einzelleistung auf 3:1 und dann erzielte Nattk mper den vierten Treffer. In der 36. Minute stellte Kuzorra das Schlußergebnis von 5:1 her. Bei Schalke waren Zepan und Kuzorra die besten Spieler. Zepan war der geistige Führer, während Kuzorra im Strafraum gefährlicher war. Der Mittelläufer Bornemann hatte eine sehr schwache erste Halbzeit, dagegen konnten die Außenläufer befriedigen. In der Verteidigung war Zaions der Bessere. Hüstens Mannschaft zeigte kolossalen Eifer. Aber mit dieser Eigenschaft allein vermochte der Südwestfalenmeister gegen den technisch großen Gegner nichts auszurichten. Schiedsrichter Meier(Mülheim) gut. die Fuldaer in der 49. Minute das Führungstor. Die Düsseldorfer Verteidigung ist etwas weit aufgerückt; einen Weitschuß kann Trautwein zwar noch köpfen; der Ball rutscht jedoch ab und der nachsetzende Mittelstürmer der Borussen sender durch die Beine des Verteidigers hindurch an dem zusehenden Pesch vorbei mit kurzem Kick ein. Nach dem Wechsel zeigen sich in aller Deutlichkeit die enormen Schwierigkeiten, die Fortung durch den Ausfall zweier Stürmer zu überwinden hat. Obwohl die Mannschaft das Spiel jederzeit überlegen führt, können sich die drei Stürmer gegen die stabile, verstärkte und dabei überaus harte Verteidigung der Fuldaer nicht erfolgreich durchsetzen. Es hagelt Verwarnungen und Strafstöße gegen die Borussen, begleitet von den Mißfallenskundgebungen der erregten Zuschauer. Borussia zieht fast die gesamte Mannschaft zurück und beschränkt sich mit allen Mitteln auf Abwehr und halten den einzigen Torvorsprung. Erst nach etwa einer halben Stunde fällt der längst verdiente Ausgleich. Der Mittelläufer Bender treibt einen Ball vor; seine Vorlage an Kobierski flankt dieser zu Wigold, der dann den ersten Gegentreffer anbringen kann. Nach dem Anstoß ist Fortuna sofort wieder im Angriff und drängt mit der ganzen Mannschaft auf den Sieg. Die Borussen haben nichts mehr zu bestellen. Bei einem Gedränge vor dem Tor landet der Ball plötzlich in den Armen eines Borussen. Den verhängten Elfmeter verwandelt Hochgesang zum Siegtor. Auch bis zum Schluß bleiben die neun Fortunen ihrem Gegner völlig überlegen; die Hintermannschaft der Fuldaer ist jedoch nicht mehr zu bezwingen. 5 Minuten vor Schluß mußte der Fuldaer Halblinke nach häusigster Verwarnung den Platz verlassen. Der Schiedsrichter hatte das Spiel gar nicht in der Hand. Die Fuldaer waren durchweg sehr unfair. Bei Fortuna war die Verteidigung etwas unsicherer als sonst. Der Sturm tat, was in seinen Kräften stand; allerdings hätte man gewünscht, daß sich Hochgesang mitunter etwas mehr eingesetzt hätte. Wie Fortung gewann. Fortuna Düsseldorf gegen Vorussia Fulda 2:1(9:1). Das im Düsseldorfer Rheinstadion ausgetragene Spiel hatte etwa 20 000 Zuschauer angelockt, die von den Leistungen der Fuldaer wenig entzückt waren. Fortuna hatte Anstoß. Es entwickelt sich zunächst ein verteiltes Spiel, ohne merkliche Torgelegenheiten. Nach etwa zehn Minuten haben die Düsseldorfer eine gute Chance, allerdings führt ein scharfer Schuß Kobierstis zur Ecke, die aber abgewehrt wird. Andererseits haben auch die Borussen bei dem anschließenden Gegenangriff kein Glück: einen Schuß aus 20 Meter Entfernung kann Pesch durch Fausten unschädlich machen. Das bisher durchaus anständige Spiel bekommt plötzlich ein vollkommen anderes Bild, als die Borussen neben ihrer bekannten Härte eine erhebliche Unfairneß in den Kampf bringen. Zuerst ist dabei Zwolanowski der Leidtragende. der verletzt ausscheidet und auch nach der Halbzeit nur noch als Statist weiter wirkt. Noch schlimmer ergeht es Mehl; er wird so ernstlich verletzt, daß er zum völligen Ausscheiden gezwungen ist. Fortuna ist also in diesem wichtigsten aller Spiele gezwungen, fast dreiviertel des Gesamtverlaufs mit nur neun Leuten Venrath slegt nach der Halbzeit. Rbeydter SpB. mit 3:2(9:2) geschlagen. Auch in Gladbach hätte es beinahe eine wenig angenehme Ueberraschung gegeben. Bei der Pause lag der Rheydter SoV. mit 2:0 in Führung und nur die besseren Nerven und das ausgezeichnete Stehvermögen der Düsseldorfer Vorstädter konnten den Verlauf dieses Treffens noch entscheidend beeinflussen. Die 12 000 Zuschauer feuerten den Pokalmeister vom Rhein tüchtig an, aber Henrath ließ sich nicht beirren, die Mannschaft spielte nach. Wechsel unentwegt auf Sieg und das ausgezeichnete gen des Halblinken Köhler, der in der ersten Hälfte ganz verfehlt auf dem Linksaußen=Posten gestanden hatte, brachte noch einen knappen, aber durchaus verdienten Sieg. Rheydt kam zuerst ins Spiel. Die Mannschaft spielte gut und bekam vor allen Dingen Uebergewicht, als der Mittelläufer Besgen nach einem Zusammenvrall für einige Zeit. ausscheiden mußte. Leonhard 20. Minute fiel durch einen Handelfmeter das erste Tor für Rdendt, Lang schoß scharf ein. Besgen machte trotz der Verletzung wieder mit. Ein erneutes Handspiel von wieder einen Elfmeterball, den Lang zum 2:0 einschoß. In der zweiten Hälfte kam Benrath mit veränderter ging nach Linksaußen und Köhler spielte auf dem Posten. Es kam mehr Schwung in den Sturm. Durch einen Handelfmeterball in der 10. Minute konnte Stoffels ein Tor aufholen. Schon zwei Minuten später konnte Köhler den Ausgleich erzielen. In der 16. Minute war es wieder Kohler, der mit einer Vorlage von Hohmann auf und davon ging und das Siegtor schoß. Der beste Benrather Svieler war Köhler, dessen famoser Einsatz dem Spiel die entscheidende Wendung gab. Hohmann fiel etwas ab. Die Läuferreihe hatte in Hotze den besten Spieler, er stellte Huppertz vollständig kalt. In der Verteidigung machte Braun vor der Pause unnötige Febler.— Der Rhendigr., SoB. versagte im Sturm. Die Leute wußten mit den besten Gelegenheiten nichts anzufangen und nichts kennzeichnet die Axheit der Stürmer besser als die Tatsache, daß beide Tore durch Elfmeterbälle zustande kamen. Läuferreihe und Abwehr waren durchweg gut. Havbrikenniederiage auf der ganzen=Tinie. Solingen 95 schlägt den BfB. Remscheid 4:3— Gerresheim 08 verliert gegen Wersten 04 2:3— Gerresheim 13 in Haan geschlagen. 1. Bezirksklasse. Gruppe 2. VV. Wald 63 gegen BV. Benrath=Hassels 3:2(3:0). FE. Ohligs 06 gegen SSV. Hilden 06 2:2(2:1). SSB. Haan 06 gegen SC. Gerresheim 13 4:3(1:3). TuSV. Wersten 64 gegen Gerresheim 08 3:2(1:1). VV. Wald 03 gegen BV. Beurath=Hassels 3:2(3:0). Der hatte sche ülsch. Sschelschcähche schien mit dem vor einiger Zeit verletzten Steil Schnceloch war ebenfalls mit von der Partie. Beide Spieler gaben ihr Bestes, jedoch vermochten sie noch nicht das Spiel so durchzustehen, wie es zu wünschen gewesen wäre. Aus diesem Grunde erhielten auch die Gäste in der zweiten Halbzeit etwas Oberwasser. Hinzu kommt aber noch, daß das außerordentlich harte Spiel der Benrather den Waldern nicht lag. Vor der Pause wurde das Treffen von den Ballspielern überlegen durchgeführt. Benrath kam zunächst überhaupt nicht zu Wort. Der Rechtsaußen Grün ging bei einem schneidigen Angriff durch und verschaffte seiner Mannschaft die Führung; bald darauf ließ Solboch in der bei ihm gewohnten Weise den zweiten Treffer Steinmetz kurz vor der Pause ein weiteres Tor Treffen. Eigenartigerweise wurde das Spiel von der Ohligser Mannschaft im Felde in überlegener Manier durchgeführt. Dann aber war die Kunst der Angreifer zu Ende. Von den zahlreich herausgespielten Chancen, die zu Erfolgen führen mußten, konnten nur zwei verwandt werden. Vor der Pause war es der Halbrechte Willms, der den Ohligsern die beiden Treffer besorate. Ein Strafstoß, schwach getreten, fand unvermutet den Weg unter dem Hüter hindurch ins Netz, so das Halbzeitergebnis herstellend. Auch in der zweiten Halbzeit dominierten die Ohligser, deren Angriff aber zu weich und zu zusammenhanglos spielte, um weitere Erfolge buchen zu können. Ein Mißverständnis des linken Läufers und des Torhüters der Ohligser wurde von den Gästen geschickt zum Ausgleich ausgenutzt. Der Unparteiische konnte mit seinen Entscheidungen nicht immer gefallen. Etwa 400 Zuschauer. SSB. Haan 0s gegen SC. Gerresheim 13 4:3(1:3). Die Haaner Spielsportler scheinen augenblicklich wieder gut in Form zu sein. Ihrem vor einigen Wochen über Gerresheim 08 errungenen Sieg ließen ste diesmal einen Erfolg über Gerresheim 13 folgen, denen dadurch die Aussichten auf den Titel ziemlich versperrt werden. Vor der Pause sah es allerdings noch nicht nach einem Erfolg der Platzherren aus. Die Haaner vermochten zwar die Führung zu erreichen, konnten aber den folgen, dem Sreinmetz kurz vor der Pause ein weiteres anfügte. Dann kam, wie schon gesagt, die zweite Hälfte, in der die Gäste von ihren Körperkräften mehr Gebrauch machten, als den Waldern lag. Durch ihren Halbrechten und den Linksaußen konnten sie bis auf 3:2 herankommen. Dann war das Spiel zu Ende. Die Leitung des Treffens war vorzüglich. FC. Ohligs es gegen SSV. Hilden oS 2:2(2:1). Auf dem Sportplatz an der Merscheiderstraße gab es ein wechselvolles 4äi Se eiseihe gewandelt. Sofort vom selte drerch ein Beider Si. hasiceid dae halbzeit war die Haaner Elf wie umAnspiel ab kam sie auf 3:2 heran und gewandelt.„Sofort vom Apsritz, gog gm.#. gg 3 beran und erzieire burch einen Handelfmereroau den Ausglesch. Der Endspurt, der ziemlich aufgeregt und hart durchgeführt wurde, sah Lic., Hastgebgr. ersei gggiez ihr Rechtsgußen Butz buchte in der nicht mehr wettgemacht dann die„Hastgeber der 40. Minuke den werden konnte... uu Serrnkein an Se 1.4) W. TuSL. Wersten 54 gegen Gerresheim oS 3:2(1:1). Unsere Voraussage bezüglich dieses Treffens hat sich wieder einmal als Deutsche Jugendkraft. Geländelauf der Solinger D3Kler. In Verscheid kam gestern nachmittag der angekündigte und von den Merscheidern gut organisierte Geländelauf zur Austragung, der einen glänzenden Verlauf nahm. Freudig war Jung und Alt nach Merscheid gepilgert, um an der Eröffnung der Leichtathletik=Saison teilzunehmen. Nach der gemeinschaftlichen Andacht in der Merscheider Pfarrkirche richtete der Pfarrer von Merscheid und der Bezirkspräzes Kaplan Düchting einige aufmunternde und mahnende Worte an die Teilnehmer. Dann begann das frisch=fröhliche Rennen durch die erwachende Natur. Auch eine ansehnliche Zuschauermenge hatte sich eingefunden, die Zeuge des Kampses der sportliebenden Jugend sein wollte. Die Schüler und Jugend, die zuerst das Ziel wieder erreichten, weil sie eine kürzere Strecke zu lausen hatten, waren am stärksten vertreten, unter ihnen herrschte auch die größte Begeisterung und Spannung. Es wurden Sieger: 1. Schüler=Klasse: 1. H. Theisen, Bergfried Gräfrath, 2. Fr. Schramm, Sportfreunde Solingen, 3. Westerhenn, Tuspo Krahenhöhe. 2. Schüler=Klasse: 1. H. Müller. Südstern Ohligs, 1. H. Wacker, Unitas Haan. 2. F. Scharre, Südstern Ohligs, 2. H. Merten. Bergfried Gräfrath, 3. Fleischmann, Winfried Weeg, 3. Pohlenkam, Südstern. Ohligs. 1. Jugend=Klasse: 1. H. Seinsch, Weeg, 2. F. Eicker, Gräfrath, 3 K. Gerz, Gräfrath. 2. Jugend=Klasse: 1. Karl Graef, Wald, 2. I. Dewtmarg, Wald, 3. Werkmeister, Öhligs. B=Klasse: 1. Brünnet, Haan, 2. Zunfkes, Haan, 2. W. Pohler. Haan, 3. H. Wegener, Tuspo. A=Klasse: 1. E. Giesen, Wald, 2. H. Schlitt, Gräfrath, 3. E. Brandenburger, Gräfrath. Alte=Herren: 1. Schlösser, Weeg, 2. W. Wittenbruch, Solingen, 3. W. Heimermann, Gräfrath. Den Mannschaftssieg errangen: Alte=Herren: Winfried Weeg. A=Klasse: Bergfried Gräfrath. B=Klasse: Unitas Haan. Jugend=Klasse: Bergfried Gräfrath. Die Börveranstaltung um Jamstag ein voner Ersoig. Der Westdeutsche Mannschaftsmeister V. C. Hamborn von Gräfrath mit 12:8 geschlagen. Solingen=Süd gegen Solingen=Land 4:12(2:5). Für dieses Spiel waren zwei Mannschaften zusammengestellt, die aus Spielern der Alt=Solinger Mannschaft(Solingen=Stadt) bzw. aus den Mannschaften Bergfried Gräfrath, Südstern Ohligs und Unitas Haan(Solingen=Land) genommen waren. Wie wir vermuteten, so trat es ein. Solingen=Land, deren Stürmerreihe von Bergfried Gräfrat gestellt wurde, fand sich sehr gut und war während des ganzen Spieles, besonders aber in der zweiten Halbzeit der Bessere. Dies mag insbesondere darauf zurückzuführen sein, daß die Stadtmannschaft eine Umstellung vornehmen mußte, wodurch sie nicht unwesentlich geschwächt wurde. Dennoch kam sie zum ersten Erfolg, der jedoch sehr bald ausgeglichen wurde. Nach 11 Minuten gelang der Landmannschaft die Führung, woran sie aber auch nicht lange Freude hatte, da durch den Rechtsaußen, Solingen=Stadt, der Ausgleich geschafsen wurde. Dann wurde Solingen=Land langsam Herr der Lage und konnte bis zur Pause das Ergebnis auf 2:5 bringen Nach dem Wechsel konnte die Stadt=Mannschast nur noch zu zwei Toren kommen, wogegen SolingenLand in der Lage war, das Dutzend voll zu machen. Wenn auch ein ziemlich hoher Torunterschied zustande kam, so erfüllte das Spiel durch saire Spielweise der Beteiligten in jeder Weise seinen Zweck. Leichtathletik. Dr. Peltzer geschlagen. An der pommerischen Waldlaufmeisterschaft beteiligte sich auch Dr. Peltzer, der aber nur den vierten Platz belegen konnte. Sieger wurde Otterstein(Königsberg) in 22:15 vor Jaeckel(Stettin) in 22.30,4, Schmitz (Stettin) in 22:30,8 und Dr. Peltzer in 22:34. Den Mannschaftssieg errangen die Stettiner Preußen mit 19 Punkten. Kramer(Remscheid) westdeutscher Waldlaufmeister. Die am Sonntag vom F. C. Süchteln 03 als Lauf„Quer durch die Süchtelner Höhen" zum Austrag gebrachte westdeutsche Waldlaufmeisterschaft brachte den Remscheider Kramer, der so bekannte Läufer wie Ziegelscheck, Obelode, Verbeck, Halfmann, Neu und Walpert auf die Plätze verweisen konnte, als Ueberraschungssieger. Da die storken Vereine D. S. D. Düsseldorf, Düsseldorf 99 und V. f. L. Siegburg nicht am Start waren kam in der Mannschaftswertung der V. f. B. Wissen verhältnismäßig rleicht zum Ersokg. : Ergebnisse: Hauptklasse, 10 Kilometer: 1. Kramer(V. f. B. Remscheid) 32:03 Min.; 2. Zapp(V. f. B. Remscheid); 3. Obelode(Wissen); 4. Halfmann(Duisburg 99; 5. Ziegelscheck(M. T. V. Hamborn). Juniorenklasse, 10 Kilometer: 1. Jost(V. f. B. Remscheid) 34:37 Min.; 2. Stein(Rheydter Spielverein); 3. Vornewasser(V. f. B. Remscheid); Jugendklasse, 5.2 Kilometer: 1. Termer(S. B. Essen). Alte Herren über 38 Jahre, 5,2 Kilometer: 1. Berger(S. V. Essen). Alte Herren bis 38 Jahre, 5,2 Kilometer: 1. Burkhardt(Polizei S. V. Düsseldorf). Rad=Sport. Gau=Eröffnungsrennen in Sonnborn. Der Gau Bergisch Land des B. D. R. eröffnete am Sonntag die bergische Radsportsaison mit einem Malfahren über 60 Kilometer auf der Strecke: Vohwinkel— Wieden— Dornap— Hahnenfurth— Mettmann — Wilhelmshöhe—. Meiersberg— Ratingen— Heiligenhaus— Belbert — Tönisheide—. Aprath— Wieden— Varresbeck— Sonnborn. Um 9 Uhr traten 32 Fahrer aus Wupperkal. Remscheid und Solingen in die Pedale und in schneller Fahrt ging es in die ersten Steigungen hinein. Verschiedene Vorstöße konnten das Feld jedoch nicht auseinanderreißen, und erst Karl Müller, Barmen, gelang es vor Aprath, den übrigen zu enteilen und einen 500=Meter=Vorsprung herauszufahren. Hinter Aprath sonderten sich noch die Elberfselder W. Müller und Hoffmann, der Solinger W. Mihm und Köhler, Barmen, vom Felde und ließen die übrigen von den vielen Steigungen ermüdeten Fahrer zurück. Erst 500 Meter vor dem Ziel wurde Karl Müller eingeholt und hatte im Endspurt natürlich nichts mehr zu bestellen. W. Müller siegte knapp vor Hoffmann, Mihm, Köhler und K. Müller. 30 Sekunden spälter folgte Dowald, Solingen, vor Einwich und Kolling. Für ergener langte es diesmal nur zum zwölften Platz. Mihm hat ein gutes Rennen gefahren, und da er als einziger Solinger in der Spitzengruppe natürlich einen schweren Stand hatte, ist sein dritter Platz um so bemerkenswerter. In der Jugendklasse, die nur 45 Kilometer fuhr, siegte erwartungsgemäß H. Voiat, Elberfeld. Ergebnisse: A=Klasse: 1. W. Müller, Endspurt Elberseld, 1.57 Stunden: 2. E. Hoffmann, Gutfreund Elberfeld; 3. Willi Mihm, Zugvocel Solingen; 4. A. Köhler, Barmen; 5. K. Müller, Barmen; 6. P. Dowald, Schwalbe Solingen: 7. A. Einwich, Barmen, 8. Kolling, Elberfeld; 9. Kämmerer, Elberseld; 10. F. Alt, Barmen; 12. F. Mergener, Schwalbe Solingen. B. In Solingen ist der Vorsport Trumpf. Das bewies wieder einmal voll und ganz die Samstagabend=Veranstaltung der 1. Sportvereinigung, zu welcher in der Solinger Stadthalle gut 1500 Zuschauer erschienen waren, die eine Reihe spannender und durchweg technisch hochstehender Kämpfe zu sehen bekamen. Die Staffel der 1. Sportvereinigung stellte einmal mehr ihr gutes Können unter Beweis, gelang es ihr doch, die Mannschaft des Westdeutschen Mannschaftsmeisters mit 12:8 geschlagen nach Hause zu schicken. Der Sieg der Solinger ist um so höher einzuschätzen, als diese auf eine ihrer stärksten Wassen, den Schwergewichtler Klein verzichten mußten. Aus diesem Grunde mußten die Einheimischen ihre Kämpfer vom Wektergewicht an in der nächsthöheren Klasse starten lassen, wodurch natürlich einige gegen sehr beträchtliches Uebergewicht zu kämpfen hatten. Das wirkte sich besonders kraß aus im Kampfe Bielsky gegen Reinert, wo der Solinger gegen einen regulären Halbschweren kämpfte. Hingegen traten die Hamborner in ihrer stärksten Besetzung an. War auch der westdeutsche Meister Reiffen nicht zur Stelle, so ist doch nach der Aussage der Hamborner der Leichtgewichtler Wurft dem Meister gleichzustellen, wodurch der Triumpf der Solinger ein unbestritten großer ist. Solingens Mannschaft verfügte über das bessere Allgemeinkönnen. Ihr Kampfstil war flüssiger, durchdachter und variantenreicher, wogegen sich die Camborner im allgemeinen mehr auf Keilen und Schlagwirkung verließen. Hoch anzuerkennen ist das Verständnis und die Objektivität des schon sehr sach= und fachverständig gewordenen Publikums, welches sogar die gewiß sehr unangenehme Mitteilung, daß Klein nicht kämpfen könne, ruhig und verständnisvoll entgegennahm. Uebrigens waren diese Mitteilungen wohl begründet. Eine Benachrichtigung an die Ceffentlichkeit war nicht eher möglich, da Klein erst am Morgen des Kampftages ärztlicherseits Startverbot bekam. Ausgezeichnet übrigens auch Organisation und Abwicklung der Veranstaltung. Anerkennung verdient auch der dritte Mann im Ring, Köster aus Elberfeld, der jederzeit Herr der Lage war und auch den nötigen Kontakt mit dem Publikum fand. Ausgezeichnet: die Mannschaft der Solinger, von denen einen hervorheben den anderen zurücksetzen hieße. In der Mannschaft der Hamborner gefiel vor allem der noch immer sehr kampfstarte Schwergewichtler Konschak, neben diesem der Leichtgewichtler Wurft und der Federgewichtler Kampmann.— Schon der erste Kampf im Jugend=Fliegengewicht brachte Stimmung ins Haus. Hier standen sich Pischottka=Hamborn und der Solinger Friedrichs gegenüber. Der 14jährige Solinger erwies sich einmal mehr als ein großes und vielversprechendes Talent. Sein Gegner hatte trotz guten Könnens nicht viel zu bestellen. Mit schnellen und wuchtigen beiderseitigen Haken aus allen Lagen, wobei man besonders prächtige Aufwärtshaken zu sehen bekam, setzte Friedrichs seinem Gegner so zu, daß der Ringrichter nach mehreren Niederschlägen in zweiter Runde den Kampf abbrach und den Solinger zum Sieger erklärte.— Eine seine Form zeigte heute wieder der Solinger Fliegengewichtler Remscheid, der den Hamboiner Spraffke zum Gegner hatte. Nach fast ausgeglichener erster Runde hatte sich der Solinger gut eingestellt, ließ seinen Gegner oft leerlaufen und sing ihn immer wieder mit prächtigen linken Stoppstößen und rechten Aufwärtshaken ab, die ihm nach der dritten Runde einen stark beifällig ausgenommenen Punktsieg einbrachten.— Der Solinger Bantamgewichtler Kister strafte wieder einmal die Behauptung Lügen, daß man mit 33 Jahren zu alt zum Boxen sei. Kister war jederzeit seinem jungen und sehr schlagstarken Gegner Joskow(Hamborn) gewachsen. Des Hamborners Spezialität waren schnelle und wuchtige Körperhaken, von denen Kister wohl eine Reihe nehmen mußte, sich selbst aber mit vielen graden Linken und langen Aufwärtshaken revanchierte. Man gab ein Unentschieden, das aber für den Hamborner ziemlich schmeichelhaft war. Ein interessantes und erbittertes Gesecht sah man im Federgewicht zwischen Hillers(Hamborn) und dem Solinger Nachwuchskämpfer Benninghaus. Hillers war der erfahrenere und durch seine größere Reichweite bevorteilte. In Punkto Technit war er dem Solinger eine Kleinigkeit voraus. Dieser holte aber immer wieder durch gute Linkshaken und beiderseitige Kinntreffer besonders im letzten Drittel der Strecke deutlich auf und war das Unentschieden die gerechteste Lösung in diesem Kampfe.— Zwei erfahrene, technisch gute und schnelle Kämpfer lieferten sich im nächsten Federgewichtstressen mit Kampmann 1(Hamborn) und Sträter 1(Solingen) einen prächtigen Fiaht. Hier brillierte der Solinger mit einer prächtigen und blitzschnellen Linken, die ihn als den Angreifer in jeder Runde im Vorteil sah. Kampmann verteidigte sich sehr erbittert und konnte auch seinerseits gute Treffer landen. Skräter versuchte immer wieder, einen rechten Kerntreffer anzubringen, doch verstand Kampmänn das meiste abzuducken und kam so über die Strecke, Sträter einen guten Punktsiea überlassend.— Sehr schnell und erbittert das Gesecht im Leichtgewicht mit Kettenbach 2(Solingen) und dem Hamborner Wurft. Zuchst sah es so aus als oh der Kampf nicht über die Strecke der Solinger Weltergewichtler Kettenbach 1, der den ihn um Haupteslänge und mit entsprechender Reichweite versehenen Hamborner Melzer 2 zum Gegner hatte. Kettenbach versucht immer wieder mit langen Links= und Rechtshaken zum Kinn ins Ziel zu kommen, was ihm auch oft gelang, doch stets verstand es der lange Hamborner, mit beidhändigen Graden aufzuholen. Am Schluß gab es ein Unentschieden, das beiden gerecht wurde.— Auf verlorenem Posten stand der Solinger Weltergewichtler Bielsky, der den Halbschweren Reinert zum Gegner hatte. Der Kampf setzte mit stärksten Schlagwechseln und überaus erbittert ein. Bielky vermochte wohl mehr Treffer zu landen, die aber bei dem weit schwereren Hamborner keine Wirkung hinterließen, wogegen sich bei dem Solinger verständlicherweise in zweiter Runde das Tempo und des Gegners Uebergewicht bemerkbar machten, weshalb es verständlich war, daß des Solingers Sekundanten nach der zweiten Runde den Kampf ausgaben.— Auch der Halbschwere Dördelmann hatte gegen den weitaus erfahreneren Hamborner Melzer 1 viel Gewicht abzugeben und war auch in Größe und Reichweite stark benachteiligt. Der Hamborner dominiert in erster Runde, wo Dördelmann noch eine gute Figur abgab, mit graden Linken und kam in zweiter Runde auch mit rechten Haken so stark in Front, daß ein Weiterkämpfen aussichtslos war und der Kampf hier abgebrochen wurde.— Zum Schluß gab es ein Schwergewichtsgesecht auf Biegen und Brechen mit dem Hamborner Konschak und Diessendahl(Solingen). Vom ersten bis letzten Gongschlag ununterbrochene und wuchtige Schlagwechsel. Der Hamborner kämpfte mehr auf grader Linie, wogegen der Solinger seine Chance in beidhändigen wuchtigen Haken suchte. Beide kamen des öfteren durch, erwiesen sich aber so hart, daß sie auch die härtesten Brocken verdauten. Am Schluß der Strecke kam Diessendahl gut mit rechten Aufwärtshaken durch, die ihm den Sieg eingebracht hätten, wenn er sie eher angewandt hätte. So gab es ein Unentschieden, das beiden gerecht wurde. E. L. nächst fuh es so uup, als bo der Fampf nicht über die Strecke gehen würde, da der Solinger mit einem Linkshaken, der mit einer haften Schnelligkeit landete, seinen Gegner bis 9 zu Boden schicken konnte. Wurft überwand aber die Wirkung und leitete bald selbst gefährliche Angriffe ein. In dem nun einsetzenden harten Gefecht hatte der schnellere und variantenreichere Solinger aber stets eine Kleinigkeit mehr, weshalb sein Punktsieg auch ohne den Niederschlag in erster Runde klar war.— Dann wurde der Westdeutsche Schwergewichtsmeister Klein im Ring vorgestellt und wurde zur Erringung des Westdeutschen Meistertitels von seinem Verein durch eine Reihe schöner und schenke unter stärkstem Beifall geehrt.— Einen schweren Stand hatte Warum kam Erwin Klein nicht über die Zwischenrunde bei der Deutschen Meisterschaft? [=) Die Frage, warum der westdeutsche Meister im Schwergewicht, unser Landsmann Erwin Klein, nach seinem überaus großen Erfolg gegen den Mitteldeutschen Meister BadstüberChemnitz nicht über die Zwischenrunde hinaus kam und gegen den Kölner Voosen knapp nach Punkten unterlag, hat die westdeutschen Boxsportinteressenten in den letzten Tagen lebhaft beschäftigt. Nach manchen Gründen und Ursachen ist geforscht worden und viele unrichtigen Schlüsse wurden gezogen. Heute steht es aber wohl einwandfrei fest, daß Klein deshalb nicht in die Endrunde mit dem Berliner Holz gekommen ist, weil er eine überaus schwere Augenverletzung in seinem ersten Kampf gegen Badstüber davongetragen hat und hierdurch gegen einen so alten Ringsuchs wie Voosen erheblich in Nachteil kam. Der Beweis für diese Tatsache geht aus einem ärztlichen Gutachten hervor, das uns von dem Sportarzt Dr. Bauer, Solingen, bei dem Klein sich augenblicklich in Behandlung befindet, liebenswürdig zur Verfügung gestellt wird. Der ärztliche Befund stellt fest, daß sich Klein nach seiner Rückkehr aus Berlin in Behandlung von Dr. Bauer befindet.„Als Klein von Berlin kam, war das linke Auge vollständig zugeschwollen. Ueber dem oberen Augenlid, in der Augenbraue, war eine 3 Zentimeter breite, tiese Weichteilwunde sichtbar, die reichlich blutige, eitrige Flüssigkeit absonderte. Nach der Feststellung von Dr. Bauer als Sportarzt ist Klein bei der Austragung des Meisterschaftskampfes durch eine starke arterielle Blutung aus der klaffenden Wunde in beide Augen sehr behindert und dadurch in seiner Leistungsfähigkeit stark herabgesetzt worden. Es ist sehr anerkennenswert, daß Klein trotz der mangelhaften Versorgung der Wunde mi## einem Pflaster(die Wunde mußte sofort mit einer tiesen Seidenzig naht geschlossen und damit die Blutung vollständig gestillt werden) zum zweiten Kampf mit dem Kölner Sieger Voosen antrat und trotz der stark behinderten Sehfähigkeit beider Augen so knaop nach Punkten verlor. Ein Zeichen von großem Kampfgeist ist auch die Austragung des Treffens mit dem norddeutschen Meister am zweiten Tage nach der Verletzung, da nach dem ersten Schlage auf die Wunde wieder eine starke Blutung eintreten konnte.“ Dieses Gutachten eines Sportarztes, der als Autorität gelten darf, stellt dem westdeutschen Meister Klein ein glänzendes Zeugnis aus. Eindrücke von der Weltmeisterschaft der Amateure in Köln. Schauplatz der Kämpfe um den höchsten Titel ist der historische Festsaal des Gürzenich. Ausgeschmückt mit den Fahnen der alten kölnischen Adelsgeschlechter, den Reichsflaggen, sowie den Fahnen der ausländischen Teilnehmer bietet sich dem Beschauer ein farbenfrohes Bild. das seinen Eindruck, insbesondere auf die zahlreichen Ausländer, nicht verfehlt. Nach kurzer Ansprache des Turnierleiters werden die Spieler dem zahlreichen Publikum vorgestellt und lebhaft begrüßt. Mit besonderer Begeisterung wurde unser Altmeister Poensgen, Weltmeister und Titelverteidiger, empfangen, dessen Erfolgen es allein zu verdanken ist, daß die Weltmeisterschaft zum ersten Mal aus deutschem Boden ausgetragen wird. Vor Beginn der Kämpfe wurden die Aussichten der einzelnen Teilnehmer in lebhaftem Wortwechsel gegeneinander abgewogen. Man wußte Erstaunliches über die Spielform einiger Ausländer zu berichten, die gewillt sind, Poensgen in diesem Jahre unter allen Umständen zu schlagen. Als Favoriten wurden neben Poensgen die Belgier Gabriels und Moons sowie der Aegypter Soufsa genannt. Der 20jährige Gabriels, der auch schon in Solingen gespielt hat, zeigte sich den Zuschauern als bereits vollendeter Meister, der ungeheuer schnell spielt. Erst vor kurzem gewann er mit ungewöhnlich hohem Durchschnitt die Meisterschaft seines Landes vor Moons, dem früheren fünffachen Weltmeister. Moons, der international der Akrobat auf dem Billard genannt wird, ist ein unbekümmerter Draufgänger ohne Nerven. Bekommt er die Bälle zur Strichserie, dann spielt er in rasendem Tempo große Serien mit der Genauigkeit einer Maschine. Ein Gegensatz hierzu ist der hochgewachsene Regypter Soussa. Bei Beginn des Turniers saß er noch im D=Zug Genua—Köln, eine Dampferverspätung von Aegypten her war die Ursache seines verspäteten Eintressens. Ungeachtet der Anstrengung einer so langen Reise ging er nach Ankunft## in den Kampf und zeigte seine Meisterschaft in der Beherrschung der Daue. Die ruhige und doch elegante Spielweise war ein seltener Genuß. Poensgen, der in erster Linie Deutschlands Farben vertritt, war etwas nervös, infolgedessen konnte er sein wahres Können nicht so recht entfalten, obwohl die neuen Billards von vorbildlicher Beschafsenheit sind. Neben diesen Favoriten sind noch zu nennen der 21jährige Berliner Joachim, ein seinnerviger Sportsmann, dem es leider noch an der nötigen Turniererfahrung mangelt. Er läßt sich zu leicht überrumpeln und gerät dann aus der Fassung. Seinen Leistungen nach zu urteilen, haben wir noch Großes von ihm zu erwarten. Da ist noch unser alter Freund Jan Dommering. Wie der Holländer vertraulich erzahlt, hat er in den letzten fünf Wochen überhaupt nicht trainiert, er will so sein Glück versuchen. Seine ersten Kämpfe sahen ihn in einer Form wie selten zuvor. Aller Voraussicht nach wird er im Endkampf eine Rolle Pieten.. Die beiden Franzosen Albert und de Gasparin kommen für die Entscheidung wohl kaum in Frage, zeigen jedoch auch ein beachtliches Können. Albert verrät in seinem Spiel untrüglich die Schule des großen Conti, wohingegen Graf de Gasparin dorin das levhafte Temperament seines Volkes verkörpert. Wenn nicht alles trügt, wird erst der letzte Tag die Entscheidung tüges. Verantwortlich: R. Schaberg, Solingen. wv. Düsseldorf, 10. April. Sonntag abend sollte auf dem Fürstenwall ein jüngerer Kommunist verhaftet werden. Er flüchtete jedoch in die im dritten Stock gelegene elterliche Wohnung. Als er hier gestellt wurde, sprang er aus dem Fenster. Mit einem Wirbelbruch wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. Es besteht Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten. wv. Düren, 9. Avril. Die Dürener Kriminalvolizei hat auf Anordnung des Kampfbundes der NSDAP im Dürener Mittelstandshaus Kassenbücher und Belege beschlagnahmt. Ueber das Ergebnis der Untersuchung des beschlagnahmten Materials und die Gründe für die Beschlagnahme konnte bisher nichts in Erfahrung gebracht werden. wtb. Sofia, 8. April. Im Kohlenbergwerk Cardifs in Südbulgarien ereignete sich eine Grubenexplosion, durch die mehrere Stollen eingedrückt wurden. Bisher steht fest, daß acht Arbeiter getötet wurden. Die Vergungsarbeiten sind noch im Sange. Mit weiteren Verlusten an Menschenleben muß gerechnet werden. wtb. Decator(Alabama), 9. April. In dem Wiederaufnahmeverfahren gegen sieben Neger, die im April 1931 wegen Ueberfalls auf zwei junge weiße Frauen in Scottsboro zum Tode verurteilt worden waren, wurde der erste der sieben Angeklagten namens Patterson wiederum zum Tode verurteilt. wtb. Wasbington, 9. April. Der Leichnam des Kommandanten der Marineflugstation, Berry, der sich an Bord des Luftschiffes „Akron" befand, ist, acht Meilen vom Ort der Katastrophe entfernt, geborzen worden. und Das Rundfunk=Programm. Dieustag, 11. April 1933. 6.45 Uhr. Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach 7.00 Uhr: Wettervorhersage und Zeitangabe. 7,05 Uhr: Morgenkonzert.(Schallplatten.) 8.00 Uhr: Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe * Wasserstandsmeldungen. 9.45 Uhr: Gymnastik für Frauen. Hilde Bremus. 10,00 Uhr: Erste Meldungen. Zeitangabe, Wasserstandsmeldungen. 10.15 Uhr: Meusch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 11.20 Uhr: Schallplattenkonzert. 12.00 Uhr: Vom Südfunk, Stuttgart: Unterhaltungskepzert des Freiburger Konzertorchesters. Leitung: Musiroirektor Heinrich Pfaff. 12.50 Uhr: Wetterbericht, Zeitangabe und Mittagsmeldungen. 13,00 Uhr: 14.00 Uhr: 14,30 Uhr: 15,30 Uhr: 15.50 Uhr: 16.15 Uhr: 16.30 Uhr: 17.45 Uhr: 18,05 Uhr: 18.20 Uhr: 18,50 Uhr: 19,00 Uhr: 20.00 Uhr: 20.05 Uhr: 22.20 Uhr: Mittagskonzert des Kölner Konzertorchesters. Leitung: Erich Walter=Löhnert. Pitzagsmeldungex. Schlachtviehmarktberichte. Wirtschaftsmeldungen mit Zeitangabe. Kinderstunde. Stadtschulrat Dr. Hawel: Neue Wege für die Arbeit der amtlichen Bildstellen. Vesperkonzert. Melanie Birkenfeld(Sopran). Begleitung: William Keiper. Das Streichquartett des Westdeutschen Rundfunks(Rhein, Schwartz, Ringnalda, Grote). g# Deutsches Vaterland. Karl Stora: Würzburg. Zeitfragen der deutschen Landwirtschaft. DiplomLandwirt Mayer=Prapoll: Verhütungsmöglichkeiten des Kartoffelschorfs, 9# Italienisch. Universitatsprofessor Dr. Heinermann. Wetterbericht, Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht. Reichssendung: Stunde der Nation. Erste Abendmeldungen.„ Klassische Bühne des Westo. Rundfunts: Wilhelm Ten von Friedrich Schiller. Musik: Hans Avril. Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportbericht. Tunkstille. Erik Ia Hanussen der bekannte Berliner Hellseher, ist jetzt in einer Schonung in der Nähe von Zossen bei Berlin mit mehreren Schußwunden tot aufgesunden worden. Die Polizei vermutet, daß Hanussen ermordet worden ist. Feuscher Aallafsen=Ermotdel. Vor 15 Jahren befreiten deutsche Truppen Finnland* von den Bolschewisten. Begrüßung des Generals von der Coltz, des Führers der deutschen Landungstruppen, durch den Magistrat von Helsingsors. Vör 15 Jahren, im April 1918. Prückten deutsche Truppen in Finnland ein und schlugen die Rotgardisten zurück, in deren Hände das Land im Norden der Ostsee gefallen war. Die Befreiung wurde schließlich durch den Einzug der Deutschen in die Hauptstadt Helsingfors gekrönt, die begeistert in General von der Coltz ihren Retter aus bolschewistischer Gefahr feierte. enb. Baruth, 8. April. Gestern wurde von Chausseearbeikern in einer kleinen Tannenschonung an der Landstraße von Baruth nach Neuhof die Leiche eines unbekannten Mannes aufgefunden. An Hand einer Firmenbezeichnung im Anzug des Toten wurde ermittelt, daß es sich vermutlich um den unter dem Namen Erik Jan Hanussen als Hellseher gewesenen Verlagsbesitzer Hermann Steinschneider handelt. Diese Vermutung erhielt heute ihre Bestätigung dadurch, daß ein früherer Angestellter Steinschneiders den Toten mit Sicherheit als seinen früheren Chef erkannt hat. Die Leiche Steinschneiders weist mehrere Schußverletzungen auf, die ihm augenscheinlich von fremder Hand beigebracht wurden. Die Staatsanwaltschaft 2 ist mit der Aufklärung betraut und wird dabei von der Berliner Mordkommission unter Leitung des Kriminalkommissars Albrecht unterstützt. Ein Rachealt? enb. Berlin, 8. April. Die Leiche des Hellsehers HanussenSteinschneider, die in der Nähe der Landstraße von Baruth nach Neudorf von Chausseearbeitern gefunden wurde, weist, wie bereits gemeldet, mehrere Schußzverletzungen auf. Die allerersten Ermittlungen hatten ergeben, daß diese Verletzungen wahrscheinlich von fremder Hand beigebracht worden sind. Allerdings stand noch nicht fest, ob es sich um einen Raubmord handelt, sondern ob die Tat aus anderen Motiven begangen worden ist. Nach ergänzenden Meldungen sind bei der Leiche die Wertsachen aufgefunden worden, so daß eine Raubabsicht des Täters nicht in Frage zu kommen scheint. Man vermutet, daß es sich bei der Tat um einen Nacheakt handelt. Ein 95jähriger Beteran. wp. Wuppertal, 9. April. Der Altveteran Peter Josef Zeimann in Barmen=Wichlinghausen beging am heutigen onntag in seltener geistiger und körperlicher Frische das Fest seines 95. Geburtstages. Am 9. April 1838 geboren, diente Heimann beim 1. Rheinischen Feldartillerie=Regiment Nr. 8 und nahm an den Feldzügen 1864, 1866 und 1870/71 teil. Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst betätigte er sich im Kriegervereinswesen und ist noch heute Mitglied des ArtillerieVereins Barmen und des Barmer= Alt=Veteranen=Vereins. Dem Jubilar wurden aus Anlaß seines heutigen Ehrentages zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen zuteil. Düsseldorfer Schmuggelgericht. wp. Düsseldorf, 9. April. Nach Angaben des Düsseldorfer Landesfinanzamtes sind im März 1933 im Landesjinanzamtsbezirk Düsseldorf bei der Schmuggelbekämpfung von Grenzaufsichts= und Zollfahndungsbeamten 976 Schmuggelfälle aufgedeckt worden. Es wurden dabei insgesamt 24000 Jigaretten, 1400 Heftchen Zigarettenpapier, 5000 Kilogramm Tabak, 2500 Kilogramm Kaffee, 5500 Kilogramm Getreide. 1100 Kilogramm Müllereierzeugnisse, 2700 Kilogramm Kartoffeln, 8000 Kilogramm Lupinen, 6000 Kilogramm Salpeter, 5400 Kilogramm Superphosphat, 4000 Stück Eier, 15 Pistolen, 375 Schuß Munition und 3400 Kilogramm sonstige Waren beschlagnahmt Ferner wurden den Schmugglern 143 Fahrräder und neun Kraftwagen, die zur Beförderung von Schmuggelwaren dienten und der Einziehung unterliegen, abgenommen. Damit belaufen sich die im Rechnungsjahr 1932(1. April 1932 bis 31. März 1933) beschlagnahmten Mengen auf: 1 100000 Zigaretten(4 100 000 im Rechnungsjahr 1931), 113000 Heftchen Zigarettenpapier(100 000), 61 800(34000) Kilogramm Tabak, 29 200(33.500) Kilogramm Kafsee. 106 800(320000) Kilogramm Getreide. 28700(64000) Kilogramm Müllereierzeugnisse und 51000(184000) Kilogramm sonstige Waren. Ferner wurden 2000(1300) Fahrräder, 21(52) Krafträder und 131(123) Kraftwagen beschlagnahmt. Bisher 60000 Besucher auf der Rhein=Ruhr=Resse. wp. Düsseldorf, 9. April. Auch die kühnsten Erwartungen bezüglich der Rhein=Ruhr=Gastwirtsmesse sind übertroffen worden. Nachdem der Freitag etwas stiller war, schwoll die Besucherzahl am Samstag nachmittag auf etwa 60 000 an. Dem 60 000. Besucher wurde ein Präsenerkorb überreicht. Dem 70 000. Besucher winkt ein Hammel. während der 80 000. Besucher durch einen Junker& Roh=Gasgrill erfreut werden soll. Dem starken Besuch entsprechend gestaltete sich auch das Geschäft. Entsetzliches Familiendrama. Die Ehefrau erschlagen. wp. Lintfort, 10. April. Ein entsetzliches Familiendrama trug sich am Samstag abend in der Bergarbeitersiedlung zu. Der Bergmann Wollny aus der Antonstraße lebte seit etwa acht Tagen von seiner Ehefrau, die er bei der Heimkehr von seiner Arbeitsstelle mit einem anderen Mann überrascht hatte, getrennt. Als die 29jährige Ehefrau, die auf Grund eines Gerichtsbeschlusses dem Mann eine Anzahl Möbelstücke aus der Wohnung hatte holen lassen, Samstag nachmittag nochmals in der Wohnung erschien, um wiederum Sachen mitzunehmen, erDer Millionen=Skandal bei der Berliner Hafen= und Lagerhaus=A. G. enb. Berlin, 19. April. Auf Veranlassung des Staatskommissars beim Berliner Magistrat, Dr. Lippert, sind, wie der„Montag“ meldet, der Aussichtsratsvorsitzende der Behala (Berliner Hafen und Lagerhaus=A.=G.), Holzer, der Geschäftsführer der Gesellschaft, Corff, und der Syndikus des Unternehmens, Schüning, der Sohn des früheren Generaldirektors der Behala, von Beamten der Abteilung 1 des Polizeiprädiums verhaftet worden. Diese Festnahmen stehen in Zusammenhang mit dem schon seit Jahren die breite Oeffentlichkeit beschäftigenden Behala=Vertrag, durch den die Stadt Berlin um Millionen geschädigt worden ist. Wenn es gelingt, restlose Klarheit in die ganze Asfäre zu bringen, so dürfte damit ein riesiger Korruptionsskandal endlich aufgedeckt werden. griff der Mann im Laufe der Auseinandersetzung den Schwengel einer Waschmaschine und schlug damit in blinder Wut auf seine Frau ein. Diese erhielt mehrere Schläge auf den Kopf, so daß die Schädeldecke vollständig zertrümmert wurde und die Frau sofort tot war. Nach der Lat stellte sich der Mann der Polizei. Ein Franksurter Architekt in der Rotter=Angelegenheit verhaftet. enb. Frankfurt a. M., 8. April. Der Frankfurter Architekt Iranz Roeckle ist in der Angelegenheit in Liechtenstein in Haft genommen worden. Zu dieser Verhaftung wird von unterrichteter Seite bekannt: Architekt Roeckle ist geborener Liechtensteiner und besitzt die Liechtensteiner Staatsangehörigkeit. Seit „„ 1910 ist er in Frankfurt ansassig und hat 1931 die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. Neben seinem Frankfurter Architektenburo leitet er auch den im Liechtensteinischen liegenden Familienbesitz, so daß er des öfteren in geschäftlichen Angelegenheiten nach Vaduz reisen muß. So fuhr er auch am 29. März nach Vaduz, wohin er telegraphisch zu einer Rücksprache mit Regierungsstellen über die Ausführung von staatlichen Bauten berufen worden war. Welche Gründe die Liechtensteiner Behörden veranlaßt haben, Roeckle mit der Entführungsaffäre Rotter in Zusammenhang zu bringen, müssen die weiteren Ermitilungen ergeben, die im Augenolick noch im Gange sind. Amtliche Veröffentlichungen. Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklarung für die Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag für 1933. I. Eine Steuererklärung ist abzugeben: 1. für alle gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen, deren Gewerbeertrag im Kalenderjahr 1932 den Betrag von 6000 RM. überstiegen hat; 2. ohne Rucksicht auf die Höhe des Gewerbeertrages für alle gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen, bei denen der Gewinn auf Grundlage des Abschlusses der Bücher zu ermitteln ist; 8. für alle gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen, für die vom Vorsitzenden des Gewerbesteuerausschusses eine Steuererklärung besonders verlangt wird. Die Steuererklärung ist von dem Inhaber des Betriebs abzugeben. II. Die hiernach zur Abgabe der Steuererklärung Verpflichteten werden aufgefordert, die Steuererklärung unter Benutzung des für sie vorgeschriebenen Vordrucks Muster Gew. 1(für Einzelgewerbetreibende, freie Berufe, offene Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften und Geseuschaften, bei denen der Gesellschafter als Unternehmer(Mitunternehmer] des Gewerbebetriebes anzusehen ist, z. B. für Reedereien und Gesellschaften des bürgerlichen Rechts), Muster Gew. 2(für juristische Personen), Muster Gew. 4(als Einlage zum Muster Gew. 1 oder 2 für Unternehmen mit Betriebsstätten in verschiedenen Gemeinden) in der Zeit vom 18. April bis 1. Mai 1933 bei dem Vorsitzenden des Gewerbesteuerausschusses in dessen Bezirk sich die Leitung des Unternehmens befindet, einzureichen. Liegt der Ort der Leitung außerhalb Preußens, so ist der Wohnsitz des bestellten Vertreters, hilfsweise die preußische Betriebsstätte maßgebend, in der die höchste Lohnsumme gezahlt ist. Vordrucke für die Steuererklärung können vom 18, April ab von dem Gewerbesteuerbüro des in Frage kommenden Steuerverwaltungsbezirks bezogen werden. Die Steuererklarung ist schriftlich — zweckmäßig eingeschrieben— einzureichen oder mündlich dem Vorsitzenden des zuständigen Gewerbesteuerausschusses gegenüber abzugeben. Die Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung ist vom Empfang eines Vordrucks zur Steuererklärung nicht abhängt uuI. Wer die Frist zur Abgabe der ihm ob liegenden Steuererklärung versäumt, kann mit Geldstrafen zur Abgabe der Steuererklärung angehalten werden; auch kann ihm ein Zuschlag bis zu 10 v. H. des festgesetzt Steuerarundbetrages auferlegt werden. IV. Die Hinterziehung oder der Versuch einer Hinterziehung der Gewerbesteuer nach dem Ertrage wird bestraft. Auch ein fahrlässiges Vergehen gegen die Steuergesetze(Steuergefährdung) wird bestraft. Solingen, den 10. April 1932. Der Vorsitzende des Gewerbesteueräusschusses für den Veranlagungsbezirk Solingen. Sämtl. Illustrierte und Funk=Zeitschriften Rätselzeitungen, Ullstein=Sonderhefte, Ullstein=Bücher, Magazine aller Art, wie Scherls, Wiener, Uhn, Nevue, Das Leben, Das Magazin 2c. stets pünktlich zu haben an meinen Zeitungsständen Golingen=Neumarkt und Schlagbaum, Solingen=Ohligs, Ecke Wilhelm= und Düsseldorserstraße. 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April 1933 Forderungen der Eisenverarbeitung.(Täglicher Kurzachrichtendienst. Der naus Raichshankauswals vam 7 Aoril-i-t Vertreter der„Interessengemeinschaft der konzernireien Elsenwirtschaft Deutschlands“, des„Interessenverbandes der freien Gesenkschmieden Deutschlands“, des„Vereins der märkischen Kleineisenindustrie“ trugen, wie mitgeteilt wird, dem Reichswirtschaftsministerium in Gemeinschaft mit dem Gauwirtschaftsberater der NSDAP in Südwestfalen, Dircktor Arnold(Hattingen) folgende Forderungen vor: 1. Sofortige Beseitigung der Umsatzsteuerfreihelt der Konzernwerke für alle Produktionsstufen. 2. Sofortige Aenderung der Syndikatsbestimmungen der Rohstahlgemeinschaft dahingehend, daß alle Walzwerksprodukte mengen- und preismäßig durch die Rohstahlgemeinschaft kontrolliert und die gleichmäßige Behandlung der Konzernund freien Werke durch Staatskommissare garantiert wird, unter Wiederangleichung der überhöhten deutschen Inlandseisenpreise an die Weltmarktpreise bei angemessener Berücksichtigung der sich aus den deutschen Produktionsverhältnissen ergebenden Selbstkostenbelastungen. 3. Getrennte Abrechnung aller Konzernwerke und Stillegung derjenigen Betriebe, denen infolge erheblicher und fortlaufender Unterbilanzen jede Existenzberechtigung abgesprochen werden muß, mit dem Ziel, die Schwerindustrie auf ihre eigentliche Aufgabe, nämlich die der Eisenerzeugung, zurückzuführen. 4. Schaffung gleicher Einheitspreise für Kohle, Koks, Ferngas und Elektrizität für freie und Konzernwerke. 5. Schaffung einer sachkundigen Stelle bei den Industrieund Handelskammern zur Festsetzung„gerechter“, Preise für Frachten aller Art, zur Beseitigung der unter die Selbstkosten gedrückten Preise. * Staatssekretär Dr. Bang erklärte, daß sich diese Forderungen Im wesentlichen mit der von ihm als ersten seit Jahren vertretenen Auffassung decke. Er verkenne nicht die Schwierigkeiten, die die sofortige Durchführung aller Porderungen verursachen werde, da die verschiedenen Instanzen hierzu herangezogen werden müßten. Er sagte aber zu, mit der Erfüllung der Punkte 1, 2 und 4 sofort beginnen und seine ganze Macht einsetzen zu wollen, um der heute noch jebenden freien eisenverarbeitenden Industrie die Existenzmöglichkeiten zu schaffen, auf die jeder deutsche Staatsbürger Anspruch hat. Das Wechselportefeuille der Reichsbank Aus dem Geschäftsbericht der Reichsbank interessieren, wie wir dem neuen Wirtschaftsbericht der Commerz- und Privatbank entnehmen, eine Reihe statistischer Angaben, die gewisse Schlüsse auf die Veränderung des Charakters des bei der Reichsbank ruhenden Wechselportefeullles zulassen. Obwohl die Wechselbestände der Reichsbank im Jahre 1932 von 4.144 auf 2.806 Mrd. RM. zurückgegangen sind, betrug doch die Gesamtsumme der angekauften Wechsel 29.4 gegenüber 33.3 Nrd. RM. Im Vorjahre. Die Durchschnittsgröße eines angekauften Wechsel ist von 1930 zu 1932 von 1518 auf 2331 RM. und die durchschnittliche Verfallzeit von 36.8 auf 55,7 Tage gestiegen. Das geht auch daraus hervor, daß von den bei der Reichsbank befindlichen Wechselbeständen Ende 1930 42% innerhalb der ersten 14 Tage des neuen Jahres und 16% im März fällig waren, während die entsprechenden Prozentsätze diesmal 20 und 33% lauten. Die im Lause des vergangenen Jahres eingetretene Besserung in der Kreditsicherheit prägt sich darin aus, daß im Jahre 1932 nur 324 956 Stück Wechsel in einem Betrage von 74,9 Mill. RM. zu Protest gingen, während es im Jahre 1931 noch 600 317 Stück mit einem Betrage von 201,9 Mill. RM. waren. Aus der weiteren Angabe, daß der Prozentsatz der protestierten Wechsel nur von 5.56 auf 4.01%, ihre Summe dagegen von 0,79 auf 0.28% abgenommen hat, gcht hervor, daß sich die Nichteinlösungen fälliger Abschnitte im wesentlichen auf die kleinen Abschnitte bezogen haben. Preiswahrheit über Rundfunkgeräte. Der Reichsverband Deutscher Rundfunkhändler e. V., Sitz Berlin, bittet uns um Veröffentlichung folgender Mitteilung: „Die zunehmende Unsitte, Rabatte auf die Listenpreise von Rundfunkgeräten zu fordern, zwang zu einer Entscheidung, ob der sieh Garaus ergebenden Kürzung der Handelsspanne dieser in sich gesunde Handelszweig untergehen sollte oder ob diese Rabattgewährung durch entsprechende Preiserhöhungen ermöglicht werden sollte. Es war selbstverständlich, daß inan sich statt beider Möglichkeiten für wirkliche Preiswahrheit entschied und entsprechende drakonische Maßnahmen vorbereitet hat, um unwahre Preisgestaltung, vorgetäuschte Rabattgewährung und die sich daraus in Wirklichkeit sehr oit ergebende Uebervorteilung des Publikums völlig zu unterbinden. Es wird in Zukunft nicht mehr möglich sein, auf reguläre Qualitätsware Rabatte oder sonstige Vorteile zu gewähren, wenn der betreffende Händler sich nicht dem völligen Verlust seiner Existenz aussetzen will. Da sich kein Händler dieser Gefahr wird aussetzen wollen, kann dem kaufenden Publikum nur dringend empfohlen werden, alle Rabattangebote mit besonderer Vorsicht und größtem Mißtrauen zu prüfen, weil damit zu rechnen ist, daß die so empfohlenen Geräte ältere oder mit den verschiedensten Mängeln behaftete und mit zurückgesetzten Röhren bestückte Typen sind, so daß der Käufer trotz des RabattKalkulation wird dagegen mehr als bisher Grundlage für eine gerechte Umsatzverteilung und damit für eine Verminderung der prozentualen Unkosten des Funkhandels sein können. Als erste direkte Folge daraus wird sich die Möglichkeit zu noch weiter fortschreitender Preisverbilligung in der kommenden technischen Entwicklung ergeben. In dieser Weise will der deutsche Funkhandel seine Pflicht im Rahmen der Allgemeinheit besonders erfüllen.“ Wirtschaftliche Rundschau. Rücktrittsbeschluß des Präsidlums der Kölner Handelskammer. WP. Köln, 8. April. Wie die Kölner Industrie- und Handelskammer mitteilt, fand am Samstag, 8. April, mittags 12 Uhr, unter dem Vorsitz des Regierungsvizepräsidenten in Köln eine Besprechung zwischen dem Präsidium der Kammer und Vertretern der NSDAP statt. Das Ergebnis war Uebereinstimmung darüber, daß das Kammerpräsidium in einer auf Montag, den 10. April, anzuberaumenden Plenarsitzung den Mitgliedern geschlossene Amtsniederlegung empfichlt und das zuständige Ministerium bis zur Neuwahl und Bildung eines Präsidiums ein vorläufiges Präsidium ernennt, das nach den vereinbarten Vorschlägen aus 1. Frhr. von Schröder, 2. Franz Proenen, 3. Dr. Arnold Langen, 4. Dr. h. c. Jak. van Norden besteht, und daß einige Vertrauensleute der NSDAP zur Mitarbeit dem neuen Präsidium zugeordnet werden. Erweiterte Frachtenstundung zur Erleichterung der Arbeitsbeschaftung. WTB Berlin, 8. April. Die Deutsche Verkehrskreditbank A.-G. hat sich bereit erklärt, den Unternehmern, die Arbeiten Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms auszuführen haben, die aufkommenden Frachten bis zur Dauer von drei Monaten zu stunden. Der neue keicnsbankausweis vom 1. April zeigt u. a. eine Verringerung der gesamten Kapitalanlage um 176.3 auf 3250.3 Mill. RM., eine Abnahme des Notenumlaufes um 101.3 auf 3831.8 Mill. RM. eine Verminderung der Gold- und Devisenbestände um 80.2 auf 755.4 Mill. RM.(Abnahme des Goldes allein im Zusammenhang mit der angekündigten Rückzahlung des Rediskontkredites 92.9 Mill., Zunahme der Devisen um 12.7 Mill. RM.), und somit eine Verschlechterung der Notendeckung auf 22% gegen 23.7% in der Vorwoche. Nach Abzug der noch bestehenden kurzfristigen Devisenverpflichtungen in Höhe von nunmehr insgesamt 97.5 Mill. Dollar stellt sich die Deckung auf 10,1% gegen 10.0% am Ende der Vorwoche. Die Zahl der rheinischen Arbeitslosen ist in der letzten Märzhälfte um 18000 zurückgegangen. Der Gesamtrückgang seit dem winterlichen Höchststande beträgt 30000. Ende März standen in den Statistiken der Arbeitsämter noch 713 000 Arbeitslose. Die Steinindustrie und das Baugewerbe, die sich in der Hauptsache auf Aufträge der öffentlichen Hand, auf das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsbahn, auf die mit Reichsmitteln finanzierten Aufträge aus dem Straßenbauprogramm und die aus Haussteuermitteln durchzuführenden Bauarbeiten stützen, haben vorerst noch verhältnismäßig geringe Einstellungen vorgenommen. Die Neubautätigkeit hat noch keine durchgreffende Belebung erfahren. Das Programm des Hochbaues, das größtenteils aus Privatmitteln finanziert werden muß, beschränkt sich zunächst unter Zuhilfenahme der aus Hauszinssteuermitteln ausgeschütteten Beträge auf Umbauten, Reparaturarbeiten und hauptsächlich Anstreicherarbeiten. In der Produktionsgüterindustrie scheint sich eine ansteigende Entwicklung des Beschäftigungsgrades zu vollziehen, die zunächst nur schwach sichtbar wird. In der Oruppe der. Verbrauchsgüterindustrien ist ebenfalls teilweise unter dem Einfluß des Frühjahrsgeschäftes(Bekleidungsgewerbe, Textilindustrie), eine rückläufige Entwicklung der Arbeitslosigkeit deutlich. Der Güterverkehr der Reichsbahn stieg im Monat Februar 1933 allmählich wieder an, erreichte aber noch nicht den schon schwachen Verkehr des gleichen Monats im Vorjahre. Wenn der Personenverkehr auch nach dem äußerst ruhigen Januar wieder langsam anzusteigen begann, so blieb er doch beträchtlich hinter dem Februar 1932 zurück. Die Gesamteinnahmen blieben mit 201.49(Vormonat 208.45) Mill RM. hinter dem Februar 1932 um 18.9 Mill. RM.(das sind 5.325) zurück. Die Ausgaben der Betriebsrechnung stellen sich auf 227.4 (233.7) Mill. RM. In der Monatsrechnung verblieb eine durch die Betriebseinnahmen nicht gedeckte Mehrausgabe von 25.9 (25.3) Mill. RM. Der Personalbestand betrug im Februar 533692 Köpfe, gegenüber 537 321 im Januar. Der Minderverbrauch im Februar gegenüber dem Vormonat ist in der Hauptsache auf den hohen Krankenbestand bei den Arbeitern(Crippeerkrankungen) zurückzuführen. Die Indexzitfer der Großhandelspreise betrug am 5. April 90.5. Sie ist gegenüber der Vorwoche(90.9) um 0.4 v. H. gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 81.2(minus 1.1 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 86.8(minus 0.5 v. H.) und industrielle Fertigwaren 111.3(minus 0.1 v. k.). Der Deutsche Sparkassen- und Giroverbandg wird durch ein Reichsgesetz eine Körperschaft des Reiches. Reform des landwirtschaftlichen Marktwesens. WTB. Berlin, 8. April. Im Zuge der bereits angekündigten und vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Hugenberg eingeleiteten Reform des gesamten landwirtschaftlichen Marktwesens sollen jetzt, nachdem die internen Vorbereitungen entsprechend vorangetrieben sind, mit größter Beschleunigung Sachverständige der einzelnen in Frage kommenden Sachgebiete gehört werden. Nach Abschluß dieser Besprechungen mit den Sachverständigen werden die für die Retorm der landwirtschaftlichen Märkte erforderlichen Maßnahmen durchgeführt werden. Diese werden sich im übrigen, wie wir erfahren, nicht nur, wie vielfach angenommen, auf die Einangebotes diese Ware meist noch zu teuer bezahlt. Die ehrliche führung einer amtlichen Aufsicht über die landwirtschaftlichen Märkte erstrecken, sondern vor allem auch der Landwirtschaft einen ihrer Bedeutung entsprechenden Einfluß in den Verwaltungsorganen der Märkte sichern. Auch scll das Notierungswesen auf zuverlässige Grundlagen gestellt werden Die bisher von Dr. Hugenberg für die Umgestaltung der Berliner Produktenbörse getroffenen Maßnahmen werden hierfür richtunggebend sein. Dr. Hugenberg hat außerdem Anordnungen getroffen, wonach schon jetzt der Landwirtschaft in allen preußischen Produktenbörsen ein verstärkter Einfluß in den Börsenorganen gesichert wird. Die übrigen Länderregierungen sind vorbehaltlich der endgültigen Regelung durch das Reich ersucht worden. in gleicher Richtung vorzugehen, Berliner Wertpapierbörse von heute. 14 Neigung zur Schwäche. ST. Berlin, 10. April.(Funkspruch.) Trotz verschiedener günstiger Nachrichten aus der Wirtschaft(Arbeitereinstellungen bei der Reichsbahn, bei Hirsch-Kupfer und in der Autoindustrie, unveränderte Dividendenschätzungen für einige Elektrowerte wie Schuckert, Gesfürel und Elektroschlesien usw.) zeigten Publikum und Spekulation zum heutigen Börsenbeginn, hauptsächlich wohl infolge der näherrückenden Feiertagsunterbrechung, nur wenig Neigung zu Neuengagements. Bei zeringstem Ordereingang genügte schon kleinstes Angebot, um auf den meisten Märkten ein Abbröckeln des Kursnlveaus herAvorzurufen. Die Kursverluste waren aber im allgemeinen unerheblich und gingen nur selten über 1½% hinaus. Lediglich Harpener und Akkumulatoren büßten bei Mindestumsatz 2% und Charlottenburger Wasser bei etwas stärkeremn Angebot 4¾% ein. Andererseits bewirkte der wieder 12proz. Dividendenvorschlag bei Julius Berger ein Anziehen des Kurses um 3¾%, und Daimler, für die schon in den letzten Tagen Interesse bestand, setzten ihre Aufwärtsbewegung um 1½% fort. Reichsbankanteile notierten exclusive Dividende ca. 275 niedriger. Völlig unbeeinflußt von dem Paketverkauf der BEW an die Sächsischen Werke lagen AEG-Aktien, dagegen konnten BEW selbst 34% gewinnen. Auch im Verlaufe änderte sich an der Geschäftsstille wenig, die Kurse blieben etwa auf Anfangsniveau gehalten. Daimler setzten ihre Aufwärtsbewegung fort, auch BMW waren später eher gefragt. Von unnotierten Werten machte sich zu anziehenden Kursen etwas größeres Interesse für Burbach-Kall bemerkbar. Am Rentenmarkt überwog dagegen eher das Angebot, auch ier war die Tendenz lustlos. Deutsche Anleihen neigten zur Schwäche, die Neubesitzanleihe büßte 70 Pfennig ein. Industrielbligationen lagen bis zu ½% schwächer. Reichsschuldbuchbrderungen wurden zirka 1% unter Sonnabend gehandelt. Der Harkt der Auslandsrenten lag völlig geschäftslos. Später stellen sich die Aktienkurse bei weiter schrumpfendem Geschäft berwiegend etwas schwächer, Kursverluste von mehr als 1% baren aber nicht festzustellen. Auch deutsche Anleihen neizten beiter zur Schwäche. Am Geldmarkt war die Situation wenig verändert. Der Satz Ar Tagesgeld stellte sich auf 4½%, vereinzelt auf 4½78. Für leichswechsel wird wahrscheinlich schon heute eine neue ranche per 10. Juli ausgegeben werden. l Anfangskurse der Berliner Wertpapierbörse 10. April D. Anl. Ausl.-Sch. einschl. Ablös.-Schuld D. Aml. Ablösungsschuld ohne Auslosungesch. 6% Solinger St.-Anl. 26 6% DEIberf. RM.-Anl. 25 6%(7) Düsseld. RM.-Anl.24 6%(8) Kölner St.-Anl. 29 6%(6) Hoesch Eisen- u. Stahl RR1.-Anleihe 6% Fr. Krupp RAL.-Anl. 6%l(7) Mitteldsch. Stahl 6%(7), Ver. Stahl 4½% Oesterr. Staatssen. P. Oesterr. Gold=Renze Accumdatoren-Fabrik Allgem. Kunstzijde Unie Allgem. Elektr.-Ges. rrer. Peheran-Werte I. P. Bemberg Iudius Berger Tielbau Borlin-Karlaruh. industr. Draunkohlen u. Brikett Bremer Wol-Kämmerei Buderus-Eisemwerke Chariottenb. Wasser Shem. von kleycken Companie Hispano Cont. Gummi-WertDaimier-Benz Deutsch-Atl. Telegraph Dendsche Samiichnd Deutsche Erdöl Deutsche Kabelwerte Deutsche Tel. u. Kaber Deutsche Linol.-Werke Deutscher Eisenhander Dortm. Union-Brauere Eint-acht Braunkohle Eisenb.-Verkehrsmitte: Elektrzitäts-Lieferung Eichtr. Licht und Krat I. C. Farbenundustrie Feichmähle Papier Felten& Guilleaume Gelsenkirch. Bergnen Gestürel-Lndwig Lawe Th. Coldschmidt Hamburger Eichtr. Harpener Bergbau Harsch-Köln-Neuessen Reichchankztichent 1% — Lamharkrhmstn 8% Berliner Devisenkurse. 1 Pfund= 14,455 RM. WTB London, 10. April,(Telegramm.) An der Londoner Börse wurde das Pfund heute mittag 12,50 Uhr mit 14,455# bewertet. Ostdevisen. Berlin Auszahlung Warschad Kattowitz rten 7. 4. Geld 49.75 Berlin, 10. April, Elektrolytkupfer(Wirebars)## 50,25 für 100 kg netto cif Bremen, Hamburg oder Rotterdam. (16 Seiten in Kupfertiefdruck) erhalten die Bezieher des Solinger# ungaguumummmmmmmmmem Tageblattes wöchentlich kostenlos. Am Samstag nachmittag 2½ Uhr entschlief nach kurzer Krankheit, plötzlich und unerwartet, mein lieber Mann, unser treusorgender Vater Schwiegervater, Großvater. Bruder, Schwager. Onkel und Vetter Mari.Wermanh. im Alter von 70 Jahren und 3 Monaten. In tiefer Trauer: Namens der Hinterbliebenen: Frau Martin Hofmann geb. Schepers. Solingen, Schweinfurt, Nürnberg. Kronach, den 9. April 1933. Die Beerdigung findet am Dienstag. dem 11. April. nachm. 4½ Uhr vom Sterbehause, Bergstr. 6, aus n. d. Friedhof in Höhscheid statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Gesellschaft Wohlgemuth 1850 E. V. Unsern Mitgliedern zur Kenntnis, dass einer unserer besten Kämpfer für das deutsche Volksbühnenspiel, das langjährige Mitglied und Ehrenmitglied Marm Rotmann. aus unserer Mitte gerissen wurde. Ehre seinem Andenken. Zur Teilnahme an der Beerdigung treffen sich die Mitglieder am Dienstag nachmittag 4 Uhr im Vereinslokal Hugo Häring, Kölnerstr. Beteiligung Ehrensache. Der Vorstand. Gestern abend 18½ Uhr hat Gott, der Allmächtige, unsere liebe. gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Pwe. Curr-Kullan Emma geb. Hoppe zu sich in die Ewigkeit genommen. Sie starb nach langem Leiden im Alter von 74 Jahren und im festen Glauben an ihren Heiland und Erlöser. In tiefer Trauer. Carl Adrian. Alma Adrian geb. Friedrichs Marta Blasberg geb. Adrian, Ewald Blasberg Clare Lauterlung geb. Adrlan, Paul Lauterlung Elle Broch geb. Adrian, Carl Broch und 6 Enkel. Solingen, den 10. April 1933. Die Beerdigung findet statt am Donnerstag. dem 13.April, nachm. 16 Uhr v. Trauerhause, Katternbergerstr. 208, aus ohne Frauenbegleitung. Trauerteier im Hause ½ Stunde vorher. Sollte jemand aus Versehen keine Benachrichtigung erhalten, wird gebeten, dieses als solche zu betrachten. 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Mehr als 50 Jahre hat der Entschlafene meinem Geschäft mit seltener Treue und Fleiß seine Arbeitskraft in nie versagender Bereitwilligkeit gewidmet. Ich werde seiner stets in Dankbarkeit P. D. Lüneschloss. gedenken. Solingen. 10. April 1933. Solinger Funerbund(e. V.) Am Samstag ist unser lieber Turnbruder Martin Hofmann Inhaber des Ehrenbriefes des Kreises 8 b der D. T. unerwartet schnell im Alter von 70 Jahren von uns geschieden.„„ Wir haben in ihm einen Freuna verioten, der über 40 Jahre, bis in die letzten Wochen, aktiv am Turnen teilgenommen hat. Durch seinen goldenen Humor waren ihm die Herzen aller zugetan. die mit ihm in nähere Bezienung kamen. In Treue werden wir stets seiner gedenken. Antreten zur Beerdigung Dienstag nachm. 4 Uhr bei Walter Fomm. Neumarkt.(Blaue Mütze). Mütter sollten sich dessen bewußt sein, daß das Gesündeste, was es jetzt für ihre Kinder geben kann, eine gründliche Blutreinigungskur mit den beliebten Schoenberger’schen Pflanzensätten ist. 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