— Dost wenauis 2.— Mi.einchulesl. g.. V. Pprernetzg, burs Post monatlich 2.— Mt., einschließl. 48 Pfg. Postzeitungogebühren, zu Bestellgeld. Anzeigenpreise: Millimeter lokal 9 Ofg., auen Durch die ihren, hierzu Bestellgeld. Anzeigenpreise: Millimeter lokal 9 Hfg., auswärte 13 Pfg., Reklame lokal 40 Hfg., auswärte 65 Dig. Geschäftestelle: Brüderstr. 6—14, Teleson S.=Nr. 263 31. Dostscheckkonto Röin 36051. Zweiegeschkftostellen: Wald: Hauptstraße acke Deunerhof=Straße, Teleson 24528. Gräfrath: Ph. Brecht, Jreiheitstr. 41, Teleson 24453. Oblige: Düsseldorferstr. 27, Teleson 322 83. Leichlingen: Arnst Busch, Bähnhofstr. 13. Ausderhöhe: H. Rothenberg, Aufderhöbe 130, Tel. 330 27. Amtliches Rreisblatt für den Stadtkreis Solingen. chefedakteur C. maller=Gohler. Verantwortlich für Peltes und Kuns: C. inüller=Gohler; für den kommanalen Ceil Golingen: Or. Z. Gothe: für den Rhein=Wupperkreie u. Sport: X. Schaberg; für Wirtschaft, Unterhaltung und den übrigen Tell: H. Heinen; für den Arsgtgentelt H, Sguist ale mn Salngen. Hactuer Verrater äglich mit Anonahme der Soum und Festage. Nr. 81 Mittmach, den 5. Apei 1933 124. Jahrgarg Die Grüneper Der Thtten Hrter vertungt zietbewaßten=Wieveraufban. Der Reichskanzler auf der Tagung des Deutschen Landwirtschaftsrates. WTB. Berlin, 5. April.(Funkspruch.) Im Plenarsitzungssaal! Bei der notwendigen Kombination beider Methoden brauchen behrlich ist, muß eine völlige Uebereinstimmung über diese Fragen es ehemaligen Herrenhauses in Berlin fand heute die 88 Rall= die Vreise umso weniger gesteigert zu werden je mehr es ges zmischen dem Hahinatt und dar Reichsbank hergestallt des ehemaligen Herrenhauses in Berlin fand heute die 63. Volversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrates statt, zu der sehr zahlreiche Vertreter der deutschen Landwirtschaftskammern aus dem ganzen Reichsgebiet erschienen waren. die Preise umso weniger gesteigert zu werden, je mehr es gelingt, Lasten und Zinsen zu senken. Die Einnahmen der Landwirtschaft sind von 10,2 Milliarden Reichsmark im Jahre 1928/29 auf 7,3 Milliarden Reichsmark im Mit weiteren führenden Repräsentanten des öffentlichen Lebens Jahre 1931/32 gesunken und werden im laufenden Wirtschaftswaren der Vizekanzler von Papen und Reichsminister Dr. jahre nur noch 6,5 Milliarden Reichsmark betragen, obwohl die Hugenberg mit ihren Mitarbeitern anwesend. Unter den Produktionsmenge um 5 Prozent zugenommen hat. Wird dieser bekannten Vertretern der Landwirtschaft bemerkte man u. a. den Kaufkraftschrumpfung der Landwirtschaft um fast 4 Milliarden früheren Reichsernährungsminister Schiele und von Oldenburg= Reichsmark entgegengewirkt, so wird es auch wieder Arbeit, AufJanuschau. Die Wünsche des deutschen Bauernstandes. Nach mehr als halbstündiger Verspätung eröffnete der Präsident des deutschen Landwirtschaftsrates Dr. Brandes die träge, Beschäftigung geben. Die als Folge tatkräftiger Agrarpolitik oftmals befürchtete Ueberproduktion braucht nicht einzutreten, wenn nur an Stelle einseitiger Förderung einzelner Produktionszweige eine allgemeine Förderung aller Zweige der Landwirtschaft stattfindet. Tagung mit d.r Mitteilung daß dar Reichskanzler ihm hahg sagen Das Ziel muß dabei sein, nicht nur die menschlichen NahrungsTagung mir der Mittellung, baß der Reichstungten l#hm habe sagen mittel nach Möglichkeit herzustellen, sondern auch die Futterlassen, er sei in einer wichtigen Besprechung begriffen und könne mittel. Von Nahrungsfreiheit kann nicht die Rede sein, so lange erst im späteren Verlauf der Sitzung erscheinen, bitte jedoch, mit die Futterbasis im Auslande liegt. Viel mehr Arbeitsgelegenheit den Verhandlungen beginnen zu wollen. Dr. Brandes erstattete gipt est=sehr pief Deoisen werden Hespanehr. Arbeitzsgelegenke dann sein Hauptreferat über„Aufbau der nationalen Agrarwirtschaft". Dabei sagte Brandes u. a.: Was wir lange ersehnt haben, nationale Wirtschaftspolitik, soll jetzt verwirklicht werden. Dem deutschen Bauern soll wieder Existenzmöglichkeit und wirtschaftliches Fortkommen gegeben werden, nicht aus einseitig agrarischem Interesse, sondern weil die deutsche Gesamtwirtschaft und die deutsche Zukunft das gebieterisch verlangen. Die Bevölkerung auch in der Stadt muß erkennen, daß auch ihre Existenz einen gesunden und kaufkräftigen Bauernstand bedingt. Es muß auch der Bauer durchdrungen sein, wie wichtig es ist, die Kaufkraft der städtischen Bevölkerung zu erhalten und zu stärken. Wenn die deutsche Wirtschaftsführung aufgebaut werden soll auf dem Boden des Gemeinwohles und der Schicksalsverbundenheit, so ist vieles möglich, was früher unmöglich schien. Während der Ausführung von Präsident Dr. Brandes wurde das Erscheinen des Reichskanzlers angekündigt. Dr. Brandes unterbrach darauf seine Rede. Als der Reichskanzler mit seinen Begleitern den Sitzungssaal betrat, erhoben sich alle Anwesenden von ihren Plätzen. Viele von ihnen grüßten den Kanzler mit erhobenem rechten Arm. zwischen dem Kabinett und der Reichsbank hergestellt werden. Eine allgemeine Zinssenkung ist nötig. Für die eilige Regulierung der Zins= und Entschuldungsfrage gibt es zwei Wege: Entweder den Weg der Konvertierung und des Akkords mit langen Amortisationsfristen und sehr niedriger Verzinsung oder zwangsweise Zinsherabsetzung und Entschuldung Zur Siedlungsfrage erklärte der Referent: Wir halten die Siedlung für unbedingt nötig. Der Siedler muß aber sein Fortkommen und Auskommen haben, damit er ein schollentreuer, freier Bauer wird und kein Rentenempfänger. Ebenso wird es nötig sein, an die Steuern heranzugehen, um die Balance herzustellen. Was endlich die Soziallasten betrifft, so sind ja dankenswerter Weise die Anfänge zu ihrer Nationalisierung schon gemacht. Wir bitten darin fortzufahren. Unentbehrlich ist der Ausbau und die Vertiefung des ländlichen und landwirtschaftlichen Erziehungs=, Unterrichts=, AusFutterbasis im auslande liegt. Viel mehr Arbeitsgelegenheit bildungs= und Beratungswesens und die Förderung und ErweiI. g. Tauds bergnt##e s wer dert gespart, wenn dieses Futter terung des landwirtschaftlichen Forschungswesens als VorausPulande bergestellt merden woß(setzung einer wirtungsvalen Selbsthilfe der Landwirtschaft. im Inlande hergesteut werden muß. Diese Umstellung der Wirtschaftspolitik muß selbstverständlich in der richtigen Reihenfolge erfolgen: z. B. erst bessere Milchund Fettpreise, dann erst kann man an Futtermittelpreise herangehen. Was nun das System künftiger Handelspolitik betrifft, so entspricht das bisherige System unbedingter Meistbegünstigung und fester Tarifabreden zwar den Anforderungen des Welthandels, der Export= und Import=Interessenten; nationale Wirtschaftspolitik läßt sich aber auf der Grundlage dieses Systems bei der Destruktur und Labilität des Weltmarktes und der Währungen nicht mehr treiben. Deshalb die Forderung der Landwirtschaft nach autonomen Kontingenten und Zöllen, weil das die einzigen wirksamen Mittel sind. um Ueberschwemmungen mit Auslandswaren am deutschen Markt zu verhindern. In ähnlicher Weise wie in Frankreich muß in allen abzuschließenden Handelsverträgen eine Katastrophenklausel eingefügt werden, die der deutschen Regierung das Recht zur Kontingentierung und anderweitigen Zollfestsetzung gibt. Neben diesen handelspolitischen Maßnahmen muß eine Reihe von binnenwirtschaftlichen Maßnahmen getroffen werden. Zur Präsident Dr. Brandes hielt dann die Eröffnungs= und Verfügung stehen u. a. Monopole, Verwendungs=, Abnahme=, BeiBegrüßungsansprache, wobei er erklärte, daß der deutsche Landwirtschaftsrat heute seit 14 Jahren zum ersten Mal wieder unter den Farben Schwarz=Weiß=Rot tagen könne. Wenn sich dazu das Hakenkreuzbanner gesellt habe, fuhr er fort, so wollen wir es dankbar begrüßen und achten als das Sturmzeichen nationaler Erhebung und Vereinigung, ohne welches wir heute nicht unter den Farben Schwarz=Weiß=Rot tagen könnten. Unser Dank dafür gilt dem Reichskanzler. Der Redner begrüßte ferner den Vizekanzler von Papen, den Reichsminister Dr. Hugenberg und die übrigen Vertreter der maßgebenden Körperschaften. Wir danken, so sagte er, den Ministern dafür, daß sie Deutschland wieder emporheben wollen; vor allem aber gilt unser Dank auch dem Reichspräsidenten, der in entscheidender Stunde das entscheidende Wort gesprochen hat. Nachdem die nationale Regierung entstanden sei, stehe nicht mehr ein Kampf gegen die Regierung zur Debatte, sondern es könne sich nur noch um Zusammenarbeit handeln zur Errichtung eines freien, starken. christlichen deutschen Vaterlandes. Es werde schon einer gewaltigen Arbeit bedürfen, wenn man in vier Jahren dieses Ziel erreichen wolle. Die Wiederherstellung der Rentabilität ist kein Problem mehr, das nur für den Osten oder den Großgrundbesitz wichtig ist, sondern es ist ein Problem für die ganze deutsche Landwirtschaft geworden. Untersuchungen zeigen, daß die deutsche Landwirtschaft bei Betrieben über fünf Hektar, wenn von Steuern, Zinsen und Soziallasten abgesehen wird, nicht mit Minus, sondern mit einem Plus von 350 Millionen Reichsmark wirtschaftet. Dieses Plus wird aber aufgezehrt durch Zinsen, Steuern, Soziallasten sowie Umsatzsteuern im Betrage von 1550 Millionen Reichsmark. Die Schlachtsteuer ist buchmäßig nicht erfaßbar, drückt sich aber in Mindereinnahmen für Vieh aus. Also: Rund 350 Millionen hätte die Landwirtschaft an Steuern, Zinsen, Lasten zahlen können, abverlangt sind ihr 1550 Millionen. Es bleibt also ein Fehlbetrag von 1,2 Milliarden. Unter Einbeziehung der Betriebe unter 5 Hektar vergrößert sich das Minus noch um ca. 200 Millionen. Das ist die furchtbar ernste Lage, vor die sich die nationale Regierung gestellt sieht. Nur durch Selbsthilfe läßt sich die Rentabilität angesichts dieser Zahlen nicht herstellen. Angesichts des großen Defizits von mischungszwänge und Kontingentierung der Erzeugung. Ein Beispiel, wie die Dinge angefaßt werden müssen, ist die Regelung Unter den zu senkenden Ausgabeposten sind die Zinsen wegen hat sich in manchen Gebieten das Bauerntum zum nationalen ihrer Höhe ein besonders wichtiger Faktor. Folgende Voraus= Gedanken bekannt, und dem verdankt das deutsche Volk die Ersetzungen scheinen mir geschaffen werden zu müssen: möglichung des Umschwungs, der zur allgemeinen Gesundung Da die Reichsbank für die Durchführung der Pläne unent= der deutschen Verhältnisse führen soll. Die Reve des Reichstanzter?. Reichskanzler Adolf Hitler führte dann u. a. aus:! Wir sind bereit, den schweren Kampf dafür auf uns zu aesetes ete e ete e sese esce e esc oe e esete e. ece Erhebung tagen können, dann hat an dieser geschichtlichen Wen= geföst worhente gan dan nur narteimäßig eingestellten dung unseres Schicksales der deutsche Bauer vielleicht den wesentlichsten Anteil. Wenn man so viel von den Motiven redet, die im Einzelnen das Handeln von Regierungen bestimmten, so übersehe man dabei manchmal, daß alle Handlungen in bestimmten Zeiten von einer einzigen Wurzel ausgingen. Ich möchte heute von den Tendenzen reden, die die nationale Regierung als Richtlinien ihres Handelns nimmt. Wir bezeichnen uns heute als Regierung der nationalen Revolution und wollen damit sagen, daß diese Regierung sich ganz bewußt als eine Vertretung der deutschen Volksinteressen ansieht und fühlt, und zwar nur der deutschen Volksinteressen.(Bravo=Rufe.) Indem die Regierung ihre Mission in der Erhaltung des deutschen Volkstums sieht und dieses Volkstum auf die Erhaltung des deutschen Bauerntums angewiesen ist, kann sie niemals grundsätzlich falsche Entschlüsse treffen. Diese Arbeit ist auch Frage des Mutes zu einer gewissen Unpopularität. Man wird mit vielen Ueberlieferungen brechen müssen, man wird das aber um so mehr tun können, je mehr die Nation geschlossen hinter der Regierung steht. Es gilt heute, diejenigen Entschlüsse zu treffen und in den Wir sehen heute, so schloß der Redner unter starkem Beifall, eine wilde Propaganda des Judentums in anderen Ländern gegen Deutschland, die sich mit erlogenen Greuelnachrichten zu bemänteln sucht und den Voykott deutscher Waren propagiert. Mögen die tieferen Gründe sein, welche sie wollen, auch diese Erscheinung zeigt, wie notwendig nationale Wirtschaftspolitik ist. wie notwendig es ist, die Pfeiler deutscher Wirtschaft im Inlande zu fundamentieren. Man mache getrost den Bauern zu dem rocher de bronce, auf dem die deutsche Wirtschaft stabilisiert ist, er wird es schaffen. Damit muß aber die Regierung auch eine Vertretung des deutschen Bauerntums sein. Ich kann nicht für die Interessen eines Volkes eintreten, wenn ich nicht in dem Stande die wichtigste Stütze sehe, der tatsächlich die Zukunft der Nation bedeutet. Daß unser Volk ohne Städter bestehen konnte, wissen wir aus der Geschichte, daß es ohne Bauern bestehen kann, ist unmöglich.(Lebhafte Zustimmung.) Alle Schwankungen sind am Ende zu ertragen, alle Schicksalsschläge zu überwinden, wenn ein gesundes Bauerntum vorhanden ist, aus dem es immer wieder neue Kräfte schöpft. Die Erhebung, die hinter uns liegt, wäre nicht möglich gewesen, wenn wir nicht noch einen bestimmten Prozentsatz unseres Volkes auf dem Lande gehabt hätten. Von den Städten aus wäre diese Erhebung nicht möglich gewesen Bis zu 95 Prozent über eine Milliarde läßt sich seine Beseitigung nur durch Sen= nächsten Jahren durchzuführen, von denen wir wissen, daß auch kung von Lasten und Zinsen nicht erreichen, ebensowenig wie spätere Generationen sie als grundsätzlich richtig anerkennen eine Beseitigung des Defizits nur durch Preiserhöhungen mög= werden und denen allein die Rettung der deutschen Nation zu lich ist. verdanken ist.(Beifall.) gelost worden von den nur parteimäßig eingestellten Absichten und Rücksichten des Parlamentes. Es ist aber notwendig, daß an diesem Handeln das Volk selbst lebendigen Anteil nimmt. Das deutsche Volk nuß sich auf sich selbst besinnen und hinter die Regierung treten. Wenn wir in vier Jahren wieder an die deutsche Nation appellieren, dann wollen wir uns nicht an ein Volk wenden, das vier Jahre geschlafen hat. sondern das in dieser Zeit endlich aus seiner parlamentarischen Hypnose erwacht ist.(Beifall.) Ich glaube, daß die vor uns liegende Arbeit die schwerste ist, weil man nach 15 Jahren des Außerachtlassens der natürlichen Lebensvoraussetzungen wieder mit ganz primitiven Vernunfisgrundsätzen beginnen muß. Man kann kaum einen Schritt tun, ohne daß man nicht auf Korruption stößt, geistige und materielle. Das Ringen der Vergangenheit wäre zwecklos gewesen, idenn nun plötzlich das Ringen für die Zukunft aufgegeben würde. Was wir selbst an Opfern brachten für die Erhaltung des deutschen Reiches, war schwer. Die Generation, die den Weltkrieg durchfocht, hat Unerhörtes gelitten. Aber wir müssen auch die Generationen vorher und ihre Leistungen in Rechnung stellen. Wir müssen die Gesamtsumme der Opfer überschauen, die vor uns gebracht worden sind. Jede Generation muß als Glied in der ewigen Geschlechterfolge ihre Pflichten erfüllen. Jetzt wendet sich diese Pflicht an uns. Wir haben uns 15 Jahre lang schwer versündigt, bewußt oder unbewußt, und müssen nun zusammen wieder bewukt diese Zeit überwinden. Daher kann die Aufgabe nicht so groß sein, als daß sie nicht gelöst werden könnte Es gilt auch hier der ewige Grundsatz, daß da, wo ein Wille ist, er durch garnichts gebannt werden kann, daß er absolut die Not beugen wird.(Langanhaltender Beifall.) Präsident Brandes dankte dem Kanzler für seine Ausführungen, mit denen er neue Zuversicht geweckt habe, und gab die Versicherung ab, daß der deutsche Landwirtschaftsrat sich hinter ihn stellen und ihm folgen werde.(Lebhafter Beifall.) Dr. Brandes gab noch ein Schreiben der Präsidialkonferenz der landwirtschaftlichen Hauptkörperschaften Oesterreichs bekannt. Die österreichische Präsidialkonferenz bekunde in dem Schreiben ihr ganz besonderes Interesse am Aufbau der nationalen deutschen Agrarwirtschaft und sagt ihre Bemühung zu, die bestehenden engen Verbindungen so zu vertiefen, daß wenigstens die wirtschaftliche und kulturelle Einheit der gesamten deutschen Landwirtschaft für die Entwicklung einer kommenden Zeit sichergestellt werde.(Beifall.) Weiter begrüßt der Präsident unter lebhaftem Beifall als einen Vertreter des Auslandsdeutschtums den Präsidenten des deutschen Volksbundes in Estland, von Harpe, der persönlich an der Tagung teilnimmt. In einer kurzen Aussprache trug der Präsident der Landwirtschaftskammer Karlsruhe, Douglas, besondere Wünsche der süddeutschen Landwirtschaft vor. Gerade dort habe die Verschuldung in Besorgnis erregendem Maße um sich gegriffen. Die nationale Regierung möge deshalb mit aller Aufmerksamkeit die besonders gearteten Belange der süddeutschen Landwirtschaft verfolgen, in der es noch ungeahnte Möglichkeiten gebe, z. B. auf dem Gebiete des Obstbaues, des Weizenanbaues usw. Auf Vorschlag des Oberpräsidenten Frhrn. von LüniuckKoblenz, des Präsidenten der Landwirtschaftskammer Bonn, fand dann folgende Entschließung Annahme: „Der deutsche Landwirtschaftsrat als die berufene Vertretung des gesamten deutschen Bauerntums gelobt der Regierung der nationalen Erhebung rückhaltlose und geschlossene Gefolgschaft und Unterstützung bei ihrem großen, schweren Werk, die Rettung und den Neubau von Staat und Nation auf der Grundlage eines geistig=sittlich und wirtschaftlich gesunden freien deutschen Bauernstandes zu gewährleisten, so wie es der Herr Reichskanzler fordert und wie es dem einmütigen Willen des Bauerntums aller deutschen Gaue entspricht“. Präsident Brandes schloß die Versammlung darauf mit der Erklärung, daß die Vertreter der Landwirtschaft nun nach dieser Tagung, die so unvergeßliche Ausführungen des Reichskanzlers gebracht habe, mit neuer Hoffnung auf ihre Scholle zurückkehren. Die Aaßenpola im Reichstaomert. Von unserem Berliner Vertreter. Berlin, 4. April. Die Reichsregierung hat sich heute nachmittag recht ausführlich mit dem gesamten Komplex der außenpolitischen Fragen befaßt. Die Verlautbarung über diese Beratungen umreißt zwar die Gegenstände, die behandelt worden sind, im allgemeinen, ohne nähere Mitteilungen über die verschiedenen Beschlüsse zu machen. Selbstverständlich war es notwendig, daß sich die Reichsregierung im Besonderen mit der Abrüstungsfrage und in diesem Zusammenhange mit dem italienischenglischen Vorschlage befaßte, nachdem nunmehr die französische Regierung ihre neue Gegeninitiative eingeleitet hat. Die deutsche Haltung ist in dieser Frage durchaus klar und konsequent. Wir haben den Mussolini=Plan begrüßt, weil er ein klarer Versuch war, eine gerechte Lösung anzubahnen; wir müssen aber mit aller Entschiedenheit die französischen Machenschaften ablehnen, die darauf hinauslaufen, durch neue Denkschriften und konstruktive Pläne die Vorschläge Mussolinis zum Scheitern zu bringen. Es muß unter allen Umständen nunmehr unverzüglich Klarheit darüber geschaffen werden, ob im Rahmen der gegebenen Verhandlungen das erforderliche Ziel erreicht werden kann. Andernfalls dürfte für Deutschland die Situation entstanden sein, die entscheidende Beschlüsse notwendig macht. Eine weitere Frage der heutigen Beratungen war in den russischen Interventionen gegeben, die bereits als eine russische Einmischung in innerdeutsche Angelegenheiten mit aller Bestimmtheit zurückgewiesen worden sind. Die Maßnahmen, die im Hinblick auf die russischen Handelsvertretungen unternommen werden mußten, ergaben sich aus der innerdeutschen Lage und können deshalb keinesfalls solche russischen Schritte rechtfertigen, wie sie Moskau jetzt unternommen hat, das seinerseits ja niemals duldete, wenn andere Staaten sich in russische Verhältnisse einmischten. In welchem Umfange in diesem Rahmen der heutigen Besprechungen auch das Danziger Problem berührt wurde, läßt sich nicht überblicken. Die gegenwärtige Lage in Danzig hat jedenfalls in Polen zu Verlautbarungen geführt, die die größte Beachtung verdienen; denn wenn man polnischerseits bereits offen androht, daß ein nationalsozialistischer Einfluß in die Danziger Regierungsverhältnisse für Polen ein Eingreifen notwendig machte, so dürfte das lediglich der Ausdruck dafür sein, daß man eben Motive für ein Eingreifen sucht, das in den polnischen Köpfen bereits erwogen wird. In den hiesigen politischen Kreisen verfolgt man deshalb die gesamte Angelegenheit mit allergrößter Aufmerksamkeit. Polen dürfte sich jedenfalls irren, wenn es annehmen würde, daß jetzt seine Zeit für hegemonistische Uebergriffe gekommen wäre. Die konsequente deutsche Politik wird sich durch die polnische Taktik nach keiner Richtung hin einschüchtern lassen. Die neue Honzeiorganisation zar Abwehr innerer Anrahen. Eine Eratarung Polens. WTB. London, 4. April. Laut Evening Standard hat der polnische Botschafter bei seiner gestrigen Besprechung mit Sir John Simon endgültig mitgeteilt, daß die polnische Regierung jede Gruppierung europäischer Mächte, die gebildet worden ist, um direkt oder indirekt den anderen Staaten Europas irgendeine Entscheidung aufzuerlegen, für unzulässig ansieht. Selbst wenn eine derartige Gruppierung erreicht werde, würde Polen es ablehnen, ihr beizutreten mit der Begründung, daß es an der Nevision der Friedensventräge nicht interessiert ist. Spening Standard bezeichnet- diese Erklärung von volnischer-Seite als umso erstaunlicher, da Polen damit nicht nur die italienischen und britischen Paktvorschläge verwerse, sondern auch die seines Alliierten Frankreich. Vor Rückzahlung des Rediskontkredites der Reichsbank WTV. Berlin, 5. April.(Funkspruch.) Die Verlängerung des am 4. Avril fällig gewordenen sogenannten Rediskontkredites der Reichsbank von 70 Millionen Dollar ist insosern auf Schwierigkeiten gestoßen, als die Gläubigerbanken anläßlich der kürzlich beobachteten Bewegungen des Dollarkurses eine besondere Währungssicherung durch eine verstärkte Goldklausel verlangten, deren Annahme wiederum Schwierigkeiten begegnete. Die Reichsbank hat deshalb den Gläubigerbanken angeboten, von der Aenderung der Währungsklausel abzusehen oder die Rückzahlung des Kredites entgegenzunehmen. Nachdem eine der Gläubigerbanken sich für die Rückzahlung entschieden hat, ist damit zu rechneu, dab in deu nächsten Tagen die entsprechenden Soldbewegungen stattsinden werden. B23. Berlin, 5. April.(Funkspruch.) Zur Vorbereitung und zur Durchführung der Abwehr innerer Unruhen sowie für andere Aufgaben, die im einzelnen in besonderen Dienstanweisungen niedergelegt sind, hat nun der kommissarische preußische Innenminister eine Neuorganisation der Polizei verfügt. Wie das Nachrichtenbüro des B03. weiter meldet, werden mit Wirkung vom 1. April 1933 für die erwähnten Zwecke fünf Große Landespolizeiinspektionen und zwei Kleine Landesinspektionen gebildet. Die fünf Großen Inspektionen sind wie folgt eingesetzt: Inspektion Ost mit dem Sitz in Königsberg, umfaßt Ostvreußen, Pommern, die Nordhälfte der Grenzmark Posen=Westvreußen und die Kreise Arnswalde und Friedeberg der Provinz Brandenburg. Inspektion Südost mit dem Sitz in Breslau hat ihren Wirkungsbereich in Ober= und Niederschlesien sowie in der Südhälfte der Provinz Grenzmark Posen=Westvreußen. Die Inspektion Brandenburg mit dem Sitz in Berlin arbeitet in Groß=Berlin und in der Provinz Brandenburg ohne die Kreise Arnswalde und Friedeberg. Für Mitteldeutschland ist die große Landespolizeiinspektion in Halle a. d. Saale stationiert worden. Ihr Wirkungsbereich erstreckt sich auf die Provinz Sachsen und auf den Regierungsbezirk Kassel, schließlich hat die fünfte Große Landesvolizeiinspektion die Bezeichnung West erhalten. Ihr Besitz befindet sich in Recklinghausen, ihr Arbeitsgebiet wird durch die Provinzen Westfalen und Rheinland umgrenzt. Die Geschäfte der Großen Landespolizeiinspektion werden von einem höheren Polizeiführer wahrgenommen. Für die Provinzen Hannover und Schleswig=Holstein ist je eine kleine Landespolizeiinspektion eingerichtet worden. Hier werden die Geschäfte von den örtlichen Kommandeuren der Schutzpolizei am Sitze der Oberpräsidenten, und zwar auf Grund einer besonderen Dienstanweisung wahrgenommen. Die Musin des Alten Stig. Unbekanntes von den musikalischen Mitarbeitern des grohen Königs. Von Dr. Herbert Schmidt=Lamberg. Im Jahre 1766 schreibt Fürst Wrede über den großen König: „Wäre dieser Mann nicht ein großer Heerführer geworden, er hätte nichts anderes werden können als ein großer Musiker!" Die Kompositionen und musikalischen Talente des Königs sind auch heute in allen Volkskreisen allzu bekannt, als daß man darüber noch viel Neues schreiben könnte; nicht so bekannt ist aber sein Verhältnis zu den musikalischen Mitarbeitern, die er in Potsdam um sich versammelt hatte. Daß er diese Mitarbeiter neben sich in die Geschichte hat eingehen lassen, das beweist am besten, daß er keineswegs zu jener Art Komvonisten gehört, die allen Ruhm und Ehre für sich allein in Anspruch nehmen wollen; er legte, wenn man den Aufzeichnungen seines Flötenlehrers Quantz folgen darf, größten Wert darauf, den Mitwirkenden bei seinen berühmten Konzerten den Teil am Erfolg zukommen zu lassen, der ihnen gebührt. Friedrich konnte sich oft stundenlang mit seinen Musikern einschließen und rein theoretisch die neuen Werke durchsorechen, deren praktische Proben stets erst nach gemeinsamen Klärungen aller strittigen Punkte begannen. Das deutsche Overntbeater hat aus der Art, wie hier in Potsdam jeder Tonsatz ausführlich in seinen technischen Komvonenten und in seiner Wirkung zergliedert wurde, für die Durchführung der Overnaufführungen um die Wende des 18. und 19. Jahrbunderts sehr viel gewonnen. Aus dem Orchester, das der große König in Potsdam versammelte, ging eine große Zahl bedeutender Dirigenten hervor, die noch um 1820 in den Zentralen deutscher Musikkunst wirkten. Die Pflege, die Friedrich der deutschen Over hat angedeihen lassen, während rings umher die italienische Spielover auf die Bühnen kam, hat allein den Grund gelegt, daß mit seinem Heimgang die deutsche Over überhaupt erst sich durchzusetzen begann. Der Ritter von Gluck und die Reihe anderer führender Komvonisten haben dem groben König außergewöhnlich viel zu verdanken, und die Musik Carl Maria von Webers hätte kaum einen sach= und fachverständigen Dirigenten gefunden, wenn nicht Heimbacher in Hamburg und Daluege in Thüringen aus dem Stabe der Musiker um Friedrich den Großen eben durch ihre Polsdamer Tätigkeit den seinen Unterssied zwischen der deutschen und der italienischen Spielover kennen gelernt hätten. Es Deutschland. Zurückweisung sowjetrussischer Einmischungen in deutsche Angelegenheiten. CNB. Berlin, 4. Avril. Nach Meldungen aus Moskau soll der Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Litwinow bei dem deutschen Botschafter von Dirksen vorstellig geworden sein und wegen der Haussuchungen bei russischen Handelsvertretungen in Deutschland protestiert baben. Wie wir von zuständider Seite erfahren. liegt. noch kein schafters vor. Hingegen hat die sowjetrussische Vertretung in Berlin Vorstellungen in der gleichen Angelegenheit erhoben. Von deutscher Seite wurde diesen Vorstellungen gegenüber darauf hingewiesen, daß man keinerlei russische Einmischung in deutsche Verhältnisse dulden werde. Im übrigen sind die Untersuchungen auf Grund belastenden Materials erfolgt. Liquidation des Zentralboykott=Komitees. WTB. München, 4. April. Das Zentralkomitee zur Abwehr der jüdischen Greuel= und Boykotthetze hat die weitere Abwicklung seiner Geschäfte einstweilen der Reichskampfbundführung des gewerblichen Mittelstandes übergeben. Nomreise von Papens und Görings. CNB. Berlin, 4. April.(Funkspruch.) Wie wir erfahren, werden Vizekanzler von Papen und Reichsminister Göring in den nächsten Tagen eine Reise nach Rom unternehmen. Kommunisten auf der Flucht erschossen. WTB. Düsseldorf, 4. April. Der lang gesuchte Kommunistenführer Baeßler konnte heute morgen von Hilfspolizeibeamten gestellt werden. Bei der Leibesvisitation benutzte der Verhaftete war gerade die gewollte Wirkung der Unterhaltungen des Königs mit seinen Musikern, die langsam, aber sicher ablenkte von dem Studium der ausländischen Musik allein, die noch bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts vorherrschte und dann erst durch die rege Wirksamteit der„Meister aus Potsdam“ (Eichendorff an Puttkamer) vielseitiger gestaltet wurde. Bemerkenswert ist es, daß ein Musiker aus dem Kreise Friedrichs, Werner Kaulbart, schon um 1812 versuchte, den„Wilhelm Tell“ mit einer deutschen Musik zu versehen; sein Tod hinderte ihn daran, über die ersten Szenen hinaus zu kommen. Die Unterhaltung Friedrichs des Großen mit Bach zeigen die Weite seiner musikalischen Gedanken, zeigen die Empfindsamkeit gegenüber der Neuschöpfung und der Umformung bestehender Methoden musikalischer Motivführung. Er selbst ist immer, wenn man von einigen Ausnahmen absehen will, musikschöpferisch der Lyriker geblieben, der die Musik um des musikalischen Genusses allein hörte und ausübte. Niemals war er erregt darüber, wenn einer seiner Mitwirkenden einen sogenannten schlechten Tag hatte, aber recht ungehalten konnte er werden, wenn man ihm solche Momente verheimlichte und daraus bei den Aufführungen Zwischenfälle unangenehmer Art entstanden. So hat er einmal mit Heimbacher eine erregte Auseinandersetzung gehabt, die damit endete, daß der König sagte:„Er muß vorher wissen, ob er das Gewehr richtig bei sich hat; die Musik ist eine Bataille wie jede andere, nur wollen wir nicht in die Herzen schießen, sondern eine levée en masse für die Herzen machen.“ Er wollte die Herzen wirklich im Sturm erobern, dieser„Soldatenkönig“, der so oft zeigte, daß er daneben ein„Musikant" war. Er hat es auch ausgezeichnet verstanden, nach Musikanten unter seinen Soldaten zu suchen. Die preußische Militärmusik verdankt dem König außerordentlich viel; leider ist auch darüber zu wenig bekannt geworden. Er hat immer wieder die Kasernen aufgesucht und dafür gesorgt, daß die Soldaten, die irgend ein Instrument in ihrem Leben gespielt hatten, weiter darin geübt wurden. Die Signal= und Fansarenabteilungen, die damals überall die späteren Musikabteilungen ersetzten, wurden unter seiner Aussicht weitergebildet, sie mußten lernen, Märsche und Volkslieder richtig zu spielen, und ein reguläres Platzkonzert hat in Potsdam schon im Jahre 1770 stattgefunden. Der König zog aus den Reihen dieser Musiker in sein Orchester die begabteeinen unbewachten Augenblick zu einem Fluchtversuch. Da er auf wiederholte Anrufe nicht stehen blieb, griffen die Beamten zur Schußwaffe. Baeßler wurde durch einen Schuß schwer verletzt und ist nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben. WTB. Bonn, 4. April. In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde der kommunistische Funktionär Nenois in seiner Wohnung verhaftet. Als er auf dem Wege zur Wache einen Fluchtversuch unternahm, wurde er von einem Fahndungspolizisten erMerz2 gun mu## n WTB., Chemnitz, 4. April. In dem Ort Limbachbei Chemnitz ist der Kommunist Paul Jaros in der vergangenen Nacht bei einem Fluchtversuch erschossen worden. Jaros hatte im Jahre 1931 den SS=Mann Grobe erschossen und war im März d. J. nach seiner Rückkehr aus Rußland in Limbach verhaftet worden. Robsevelt wünscht Abtragung der Sollmauern. WTB. Washington, 3. April. Präsident Roosevelt hat dem Kongreß in einer Botschaft einen Gesetzentwurf vorgelegt, der es der Regierung ermöglichen soll, die Initiative zu neuen Zollabkommen mit den ausländischen Mächten zu ergreifen. Die Regierung der Vereinigten Staaten verfolgt damit das Ziel, durch Abtragung der Zollmauern den landwirtschaftlichen und industriellen Erzeugnissen Amerikas Absatzmärkte im Auslande zu verschaffen. Fährt M ucdonald Ostern nach Amerika? WTB. London, 5. Aoril.(Funkspruch.) Der varlamentarische Korrespondent der Times sagt, gestern habe der Eindruck bestanden, daß Macdonald während der Ostervause nach den Vereinigten Staaten reisen werde. Teile Deutschlands zu senden, wo sie ausnahmslos ihrer Potsdamer Vorbildung Ehre gemacht haben und auf gehobenen Posten ihr Leben beschlossen. Auch die Tatsache, daß der Musiker einen gewissen, über den allgemeinen Standard des Volkes gehobenen Lebensstil benötigt, wenn er zum Künstler sich erheben soll, war dem großen König bekannt. Er sorgte dafür, daß die berühmten Virtuosen und Komponisten, die an seinem Hofe konzertierten, mit außergewöhnlicher Sorgfalt behandelt und untergebracht wurden. Er hat zum Teil versönlich sich von der Beachtung seiner Vorschriften überzeugt, er kümmerte sich aber auch darum, daß seine ständigen Mitarbeiter„rechtzeitig ihr Huhn im Topfe“ hatten. Die Fürsorge, die er dem unglücklichen Friedemann Bach hatte angedeihen lassen wollen, konnte zwar keine praktischen Erfolge zeitigen, dazu war die Seele dieses Unglücklichen schon zu zerrissen. Aber alle diese Handlungen des großen Königs zeigen doch, daß er das Menschliche mit dem Künstlerischen in seiner musikalischen Arbeit wohl zu verbinden wußte, daß er die geheimsten Bindungen zwischen geistigen, seelischen und moralischen Uebungen bei allen seinen Mitarbeitern studierte und erforschte, daß er eben wirklich, wie der Fürst Wrede sagte,„ein großer Musiker geworden wäre, wenn er nicht zufällig ein größerer König geworden wäre!“—-Der Russische Kirchenchor Berlin veranstaltet, wie aus dem Anzeigenteil hervorgeht, in der Alten Kirche am Freitag eine zweite musikalische Feierstunde mit neuer Liederfolge. Ueber den Eindruck seines ersten Singabends in der Alten Kirche schreibt man uns u. a.:„Ueber die Stimmpflege und Tonbildung des Chores wäre das Beste zu sagen. Russische Männerchöre kennen wir aus verschiedenen Veranstaltungen. Erstmalig war es nun ein gemischter Chor, vielmehr ein Kammerchor, bestehend aus zehn Personen, der kunstvoll die Lieder schuf. Tragende Frauenstimmen verschmelzen sich mit den sein durchgebildeten Männerstimmen. In den Kirchengesängen der russischen orthodoren Kirche, die im ersten Teil gesungen wurden, fesselten ungemein durch die wechselnden Harmonien. Der zweite Teil des Abendprogramms brachte geistliche Lieder und Volkslieder. Die schwermütigen Weisen der Heimctlieder schwebten im zartesten Pianissimo durch den Raum. Die zahlreiche Zuhörerschaft war im Banne der Gesänge und gewann einen Einblick in die Seele des russischen Volkes. Städtische Gastspiele. Am kommenden Montag findet im Kaisersaal durch die Wuppertaler Bühnen die Aufführung der Oper„Carmen“ statt. Für die Titelrolle ist Helena Braun vom Stadttheater Wiesbaden verpflichtet. immer wieder in Postam noch auten Musitern imshuu ge halten, und Friedrich war jederze##t bereit, gute Munker in alle Die beutige Rummer umfaßt 12 Seiten. * Solinger Tageblatt Nr. 81— 124. Jahrgang Gen. 9 O Wttngach den 5. April 1933 Eine Zo=Mmnaten=Rgung der Solinger Stadtverordneten. Greichschaltung. Beschlußfassung über die Gültigkeit der am 12. März stattgesundenen Stadtverordnetenwahlen. In diesen Tagen der nationalen Revolution ist viel von der Gleichschaltung die Rede, und es ist selbstverständlich, daß damit nicht nur etwas Aeußerliches gemeint sein kann(wie es etwa in der Neuordnung des gesamten Verwaltungsbetriebs zum Ausdruck kommt), sondern daß von den Führenden in Reich, Land und Gemeinde vor allem auch eine geistige Gleichschaltung angestrebt wird. Die gestrige erste Arbeitstagung des neuen Solinger Stadtparlamentes, die in ihrem fast wie ein Uhrwerk ablaufenden Gang den Sitzungen der großen Parlamente glich, war symbolisch für den neuen Kurs, der heute in Deutschland gesteuert wird. Da gab es keine langen Reden, keine Geschäftsordnungsdebatten und Zwischenrufe. Innerhalb 28 Minuten war eine Tagesordnung von vier— durchaus nicht nebensächlichen— Punkten erledigt, zu denen unter den bisherigen Verhältnissen sicherlich mancherlei(auch Ueberflüssiges) gesagt worden wäre. Der neue kommissarische Oberbürgermeister, der die Beratung straff. aber in verbindlichem Ton, leitete, konnte denn auch am Schluß der Verhandlungen. bevor er das Sieg=Heil auf Hindenburg und Hitler ausbrachte, mit einem gewissen Stolz bemerken:„Sie sehen, wie schön und schnell sich ein Programm abwickeln läßt“ und auf den„neuen Geist der Zucht, Ordnung und Disziplin“ hinweisen, der bei uns eingezogen sei. Schon das äußere Bild hatte sich gegen früher verändert. Schutzpolizei, die unter der alten Herrschaft, mehr oder weniger zahlreich, anwesend war oder doch„für alle Fälle“ in Bereitschaft stand, ist nicht mehr notwendig. Den Kontroll= und Ordnungsdienst versehen jetzt SS=Mannschaften; aber auch sie werden wohl kaum je Gelegenheit haben, in Tätigkeit zu treten. Auf einen besonderen Schmuck des Sitzungssaales hatte man verzichtet. Die Zahl der Zuhörer, unter denen man den früheren volksparteilichen Stadtverordneten Hugo Lauterjung=Wald sah, dürfte etwa 40 betragen haben; meist waren es neue Gesichter, die ehemals ständigen Besucher fehlten. Wenige Minuten vor 7 Uhr betrat der tags zuvor gewählte ehrenamtliche kommissarische Oberbürgermeister Dr. Otto den Saal. Alsbald waren auch seine Parteigenossen(wie ihr Führer in Uniform) anwesend. Den Vorsitz der nationalsozialistischen Fraktion hat jetzt Stadtv. Dr. Brückmann. Sein Platz ist unmittelbar neben dem Verwaltungstisch auf der Rechten des Hauses, wo früher Dr. Vermeulen saß. Die weiteren Sitze auf dieser Seite nimmt die NSDAP=Fraktion ein sowie(am unteren Ende) die DRVP. Auf der Linken sitzen Stadtv. Dr. Bachteler(DBP) und Rohde(Chr.=Soz.), daneben die Zentrums= und SPD=Vertreter. Der Rest ist Schweigen.— Nach Eröffnung der Sitzung ließ sich Stadtv. Dr. Bachteler, der auf Herm. Meyers Platz sitzt, vom Vorsitzenden bestätigen, daß sein unfreiwilliger„Linksrutsch“ lediglich auf technische Umstände zurückzuführen sei und keineswegs eine Minderbewertung seiner nationalen oder sonstigen Zuverlässigkeit bedeute.„Sämtliche, die heute noch links sitzen, werden später nur auf der Rechten sein", erklärte Dr. Otto. Von den Beschlüssen— über Einzelheiten, auch der Abstimmungsergebnisse. unterrichtet der Sitzungsbericht— sind folgende bemerkenswert: Die Sitzungsgelder für die Stadtverordneten werden gestrichen; Lohnausfall wird nur noch in der Höhe des tatsächlichen Ausfalls gewährt. Die Sitzungen sollen nach der Arbeitszeit stattfinden und die Tätigkeit der Stadtverordneten ehrenamtlich sein. Straßenbahnfreifahrkarten fallen fort, dafür erhält jedes Mitglied mit der Einladung eine Karte, die für Hin= und Rückfahrt Gültigkeit hat. Die Ausschußwahlen nahmen die längste Zeit der Sitzungsdauer in Anspruch, weil hier eine Reihe von Abstimmungen vorzunehmen waren. Der neue Stadtausschuß wird aus vier Mitgliedern der NSDAP bestehen.— Zur Wahl eines Beschlußausschusses, dem, wie aus der von uns veröffentlichten Vorlage zu ersehen war, sehr wichtige Befugnisse übertragen werden sollen, machte Stadtv. Baumann einige Bedenken geltend, da dieser Ausschuß, der nicht=öffentlich tagt, richt geeignet sei, das Recht der Selbstverwaltung so zu gestalten, wie es sich das Zentrum denkt. Der Vorsitzende Dr. Otto erwiderte darauf, daß bei dem demokratischen System nichts herauskomme. Die Mitglieder des Ausschusses würden schon für das einstehen, was sie beschließen. Im übrigen werde die Oeffentlichkeit weitgehend über alle Maßnahmen der Verwaltung unterrichtet.— Sowohl in den Wupperverband als auch in die Ittergenossenschaft werden außer dem Oberbürgermeister und dem technischen Beigeordneten nur je ein Stadtverordneter entsandt(statt bisher je 5).— Ueber die Zusammensetzung der übrigen Ausschüsse wurde en bloc abgestimmt; die Fraktionen benennen innerhalb der nächsten acht Tage ihre Vertreter. Praktisch werden in allen Ausschüssen die Nationalsozialisten die Mehrheit haben. Die Sitzverteilung erfolgt zwar— soweit nicht gesetzliche Vorschriften dem entgegenstehen— nach dem Verhältniswahlsystem, wobei auch die KPD berücksichtigt wird. Danach setzen sich die Ausschüsse wie folgt zusammen: 20er=Ausschüsse: 10 NSDAP, 8 KPD, 1 3, 1 SPD; 15er=Ausschüsse: 8 NSDAP, 5 KPD, 1 3, 1 SPD; Ver=Ausschüsse: 5 NSDAP, 4 KPD. Da die KPD auch weiterhin von den Sitzungen ausgeschlossen bleibt, ist die oben erwähnte Mehrheit vorhanden; in den Ver=Ausschüssen wird die RSDAP allein vertreten sein. Schließlich wurden gestern noch 12 Straßen und Plätze umbenannt. Damit war die Tagesordnung erschöpft, und kurze Zeit später lag der Stadtverordnetensitzungssaal bereits wieder im Dunkeln. Dr. G. =] Oberbürgermeister Dr. Ottoeröffnet die Sitzung pünktlich um 7 Uhr und betont, daß es die erste Arbeitstagung nach der Bildung der nationalsozialistischen Regierung ist. Sofort wird dann in die Tagesordnung eingetreten. Oberbürgermeister Dr. Otto teilt das Ergebnis der am 12. März stattgefundenen Neuwahlen des Stadtverordnetenkollegiums mit. Widerspruch ergibt sich nicht und die Wahlen werden einstimmig für gültig erklärt. Stadtv. Dr. Bachteler(D. V. P.) führt Beschwerde darüber, daß ihm ein Platz auf der linken Seite des Hauses angewiesen worden sei. Es sei ausgerechnet der Sitz, den früher der sozialdemokratische Stadtvererordneter Meyer innegehabt habe. Er bitte deshalb die Verwaltung um Mitteilung, ob diese Maßnahme aus technischen Gründen erfolgt sei, oder eine Scheidung des Kollegiums zwischen rechts und links bedeuten solle. Oberbürgermeister Dr. Otto entgegnet, daß die Anordnung aus technischen Gründen erfolgen mußte, weil die rechte Seite des Hauses vollständig besetzt wäre. Er sprach aber die Hoffnung aus, daß im Laufe der Zeit die Sitze der Rechten sich noch weiter vermehren würden. Gewährung von Aufwandsentschädigung und Straßenbahnfreifahrkarten an die Stadtverordneten. Stadtv. Dr. Brückmann(Nat.) erklärt, die Nationalsozialisten vertreten den Standpunkt, daß das Amt des Stadtvererdneten ein Ehrenamt sei und deshalb auch unentgeltlich ausgeübt werden müsse. Die nationalsozialistische Fraktion stelle deshalb den Antrag, die Stadtverordnetensitzungen so zu legen, daß diese außerhalb der Arbeitszeit der Mitglieder des Kollegiums sielen. Im Falle der Notwendigkeit solle nur der tatsächliche Lohnaussall ersetzt werden. Weiter beantrage die N. S. D. A. P., die Freifahrkarten auf der Solinger Straßenbahn fortfallen zu lassen und an etwaigen Sitzungstagen den Stadtverordneten die Jahrt zu vergüten. Stadtv. Dr. Bachteler(D. V. P.) frägt an, ob im Haushaltsplan bereits ein Betrag für die Freifahrkarten der Schwerkriegsbeschädigten eingesetzt sei. Falls dies nicht der Fall wäre, sollten die ersparten Summen für Freifahrscheine der Stadtverordneten zu diesem Zweck verwandt werden. Oberbürgermeister Dr. Otto stellt fest, daß für Freifahrten der Kriegsbeschädigten ein Betrag von 30000 RM. im Haushaltsplan eingesetzt ist. Der nationalsozialistische Antrag wird darauf einstimmig angenommen. Neuwahl der städtischen Ausschüsse. In den Stadtausschuß werden auf Antrag von Dr. Brückmann (Nat.) die Mitglieder der N. S. D. A. P. Brückmann, Pracht, Ern und Erich Hartkopf gewählt.— Bei der Wahl zum Beschlußausschuß, der recht weitgehende Rechte hat. betont Stadtv. Baumann(Zentr.), Oberbürgermeister Dr. Otto habe in seiner gestrigen Rede zum Ausdruck gebracht, daß man sich zur Selbstverwaltung bekenne und alle Dunkelkammern abschaffen wolle. Der Beschlußausschuß sei keine Einrichtung, welcher das Zentrum zustimmen könne. Die Verhandlungen in diesem Ausschuß seien nicht öffentlich und le seiner Einrichtung das Stadtverordnetenkollegium nur noch für formale Dinge da. Neben den Etatsberatungen, einer etwaigen Oberbürgermeisterwahl und sonstigen Formalitäten würden Beschlüsse der Oeffentlichkeit nicht bekannt. Ebenfalls wandte sich Stadtv. Baumann gegen besondere Rechte des Finanzausschusses. — Stadtv. Dr. Brückmann(Nat.) beantragte, die einzelnen Ausschüsse so zu besetzen, wie die Verwaltung es vorschlage.— Oberbürgermeister Dr. Otto stellte fest, daß am 5. März im deutschen Leben etwas Besonderes vorgegangen sei. 14 Jahre demokratischer Mißwirtschaft würde nunmehr durch das Führerprinzip ersetzt. Viele Köpfe verdürben den Brei. Man wolle nicht in die alten Fehler verfallen, die früher geherrscht hätten. — Der nationalsozialistische Antrag wurde mit den Stimmen der Nationalsozialisten, Deutschnationalen, Deutschen Volkspartei und Christlich=sozialen angenommen.— Oberbürgermeister Dr. Otto bemerkte noch anschließend, daß die von Rektor Baumann geäußerten Bedenken unzutreffend seien. Es gebe keine Dunkelkammern mehr und besonders die Presse werde sich in den nächsten Tagen nicht über Mangel an Neuigkeiten zu beklagen haben — Als Vertreter für den Wupperverband wurden der Oberbürgermeister, der technische Beigeordnete und der Stadtv. Bolthausen(Nat.) gewählt.— Als Vertreter der Stadt Solingen in die Ittergenossenschaft ebenfalls der Oberbürgermeister, der technische Beigeordnete und Stadtverordneter Bolthausen (Nat.). Die übrigen Ausschußzwahlen wurden durch einen Antrag des sem Ausschug feien nicht öffent.n, Uad letzten Endes wäre bei Stadtverordneten Dr. Bachteler(D. V. P.), die Verwaltungsvorschläge auf zahlenmäßige Zusammensetzung der Ausschüsse en bloc anzunehmen, erledigt. Für diesen Antrag stimmten alle Parteien, mit Ausnahme der Sozialdemokraten, welche sich der Stimme enthielten. Umbenennung von Straßen und Plätzen. Oberbürgermeister Dr. Otto teilt mit, daß von der Fraktion der N. S. D. A. P ein Antrag auf Umbenennung einer Reihe von Straßen eingereicht worden sei. Man wolle heute noch davon absehen, sämtliche Straßen und Plätze mit Doppelnamen oder für die sonstige Gründe sprechen, abzuändern. Nach der Vorlage werde die Umbenennung folgender Straßen und Plätze beantragt: Bebelplatz in Bismarckplatz, Erzbergerstraße in Göringstraße. Friedrich=Engels=Weg in Horst=Wesselstraße, Karl=Marx=Allee in Göbbelsallee, Liebknechtplatz in Bülowplatz. 6 Platz der Republik in Adolf=Hitler=Platz, Nathenaustraße in Hindenburgstraße. Hermann=Meyer=Siedlung in Böckerhofsiedlung. Republikstraße in Ohligs in Litzmannstraße, Freiheitsplatz in Wald in Hindenburgplatz. Stadtv. Baumann(Zentrum) wendet sich gegen die Umbennennung der Erzbergerstraße in Göringstraße. Die Abstimung ergibt, daß die nationalsozialistischen Vorschläge angenommen, der Antrag Baumann gegen die Stimmen des Zentrums und der Sozialdemokraten abgelehnt ist. Oberbürgermeister Dr. Otto schließt die Sitzuna um 7,28 Uhr. Er betont in seinem Schlußwort, daß ein neuer Geist eingezogen sei, den man heute schon gespürt habe. In der Zukunft würden Zucht, Ordnung und Disziplin herrschen. Seine Ausführungen klangen in ein„Siegheil“ auf den Reichspräsidenten von Hindendurg und den Reichskanzler Adolf Hitler aus. Eine Verfügung des Oberbürgermeisters. Wie uns das städtische Presseamt mitteilt, hat der kommissarische Bürgermeister heute morgen sämtlichen Dienststellen folgende Büroverfügung zugehen lassen: Wie ich heute morgen festgestellt habe, sind an Beamte der Stadtverwaltung Vorschüsse in einer Gesamthöhe von 10 633,07 RM. gezahlt worden. Ich ordne' hiermit an, daß in Zukunft Vorschüsse nicht mehr gezahlt werden, da Tausende von Volksgenossen mit erheblich geringeren Einkommen damit auskommen müssen. Die bestehenden Vorschüsse sind baldmöglichst zurückzuerstatten. Dr. Otto, komm. Oberbürgermeister. In Erwartung der in aller Kürze voraussichtlich erfolgenden gesetzlichen Regelung über die Aussonderung von Parteibuchbeamten hat der kommissarische Oberbürgermeister den Angestellten Mohrmann(Bauamt, Abteilung Wohnungswesen), Heimann(Steuerverwaltung) und Obliger(Wohlfahrtsamt, Kreisstelle Gräfrath) gekündigt und sie mit sofortiger Wirkung beurlaubt. * Vertreter des Polizeipräsidenten. =sp= Regierungsrat Dr. Gorges ist mit Wirkung vom 1. 4. 1933 an die Wuppertaler Polizeiverwaltung versetzt und zum ständigen Vertreter des Polizeipräsidenten bestellt worden. Zu den Vorgängen in der Krankenversicherung. Eine Klarstellung der Betriebskrankenkassen. Aus Kreisen der Solinger Betriebskrankenkassen wird uns geschrieben: „In diesen Tagen ist viel berichtet worden über unerhörte Mißstände bei Ortskrankenkassen und ihren Verbänden. Es wird leicht übersehen, daß diese Vorwürfe nicht die Krankenversicherung als solche treffen, sondern die marxistischen Kreise der Ortskrankenkassen, die in der Nachkriegszeit den maßgebenden Einfluß auf die Krankenversicherung gehabt haben. Unberührt lassen diese Vorwürfe insbesondere die auf beruflich=betrieblicher Grundlage aufgebauten Betriebskrankenkassen. Schon viele Jahrzehnte vor Einführung der reichsgesetzlichen Krankenversicherung(1883) bestanden bei größeren Industrieunternehmungen Fabrikkrankenkassen, die später vom Gesetzgeber als Betriebskrankenkassen übernommen worden sind. Bismarck ist bei der Schaffung der gesetzlichen Krankenversicherung von dem bewährten Vorbild dieser Fabrikkrankenkassen ausgegangen. Die Eigenart und Stärke der Betriebskrankenkassen liegt heute wie ehedem in der unmittelbaren engen Verbindung der Krankenkasse mit dem Betriebe. Die Kassenmitglieder fühlen sich hier als Angehörige einer Werksgemeinschaft in weitestem Maße verantwortlich für das Geschick ihrer Versicherungseinrichtung. Die Kassenverwaltung ist einfach und billig, denn die Verwaltungseinrichtungen des Unternehmens können ohne sonderlichen Mehraufwand für die Zwecke der Krankenkasse nicht verwendet werden Bei den Betriebskrankenkassen gibt es daher keine Verwaltungspaläste und keine kostspieligen Eigenbetriebe. Das Personal wird vom Betriebsunternehmer gestellt und von ihm bezahlt. Für die überwiegende Zahl der Betriebskrankenkassen braucht überhaupt besonderes Personal nicht angestellt zu werden, weil die Geschäfte von den Angestellten der Firma ohne Schwierigkeiten mit erledigt werden können. Infolgedessen sind die Verwaltungskosten bei den Betriebskrankenkassen verschwindend gering, so daß bei ihnen die Kassenbeiträge zu ca. 99 v. H. in Form von Leistungen an die Versicherten und ihre Familienangehörigen zurückfließen. Die in den Betriebskrankenkassen von dem Unternehmer und den Betriebsangehörigen im Sinne der werksgemeinschaftlichen Idee, des Werksverbandes, geleistete Zusammenarbeit führt zu einem gegenseitigen Kennenlernen und Verstehen auf allen Gebieten. Hier ist die Zugehörigkeit zu einem höheren Ganzen lebendig, die ausgleichend und versöhnend wirkt. Die in der betriebsgebundenen Organisation der Betriebskrankenkassen liegenden Vorzüge dieser Kassenart finden ihren Ausdruck in dem bei ihnen herrschenden Grundsatz: kleinster Aufwand— größte Leistungen. Das heute allgemein geforderte berufsständische Prinzip der Sozialversicherung ist hier seit jeher erfolgreich verwirklicht.“ Aus dem Solinger Bezirk Geschäftsoffener Sonntag. Am nächsten Sonntag(9. April) sind die Geschäfte von nachmittags 2 bis 6 Uhr geöffnet. : Ihren 80. Geburtstag konnte gestern die Witwe van Neuß begehen, die ihre alten Tage bei den Schwestern im Marienstift zu Kannenhof verbringt. Den Geburtstag verschönten die Kinder des Marienstiftes durch sinnvolle Deklamationen und durch Aufführung kleiner, lustiger Theaterstückchen, die dem Geburtstagskinde herzliche Freude bereiteten. Trotz der Fülle der Jahre erfreut sich Frau van Neuß noch bester Gesundheit und geistiger Frische. Möge sie noch recht viele Jahre körperlich und geistig munter bleiben. esn= Sprechstunden für Säuglinge und Kleinkinder. Die bisher Dienstag und Donnerstag vormittag stattfindenden Sprechstunden für Säuglinge und Kleinkinder, werden auf Donnerstag nachmittag verlegt. s Schwere Brandwunden zog sich ein jugendlicher Arbeiter von der Wupperstraße in einem Betriebe auf der Düsseldorferstraße zu, die ihn längere Zeit an der Ausübung seines Berufes hindern werden. sp= Warnung vor einer Darlehnsschwindlerin. In den letzten Tagen hat eine unbekannte Frau in einem hiesigen Geschäft zwei Paketchen zur Aufbewahrung abgegeben und hierbei um 8 RM. gebeten, da sie angeblich nicht genügend Geld mitgenommen hätte. Als sich die Frau nicht mehr sehen ließ, stellte sich heraus, daß die Pakete wertlose Sachen enthielten. Die Frau nannte sich Mebus, ist 40—45 Jahre alt, 1.70 Mtr. groß, hat dunkles Haar, schlanke Gestalt, blasses schmales Gesicht und trug schwarzen Mantel, Sealkragen und schwarzen Hut. Aus dem Chligser Bezirk Am die Dekonzentrierung der Solinger Verwaltung. Wir berichteten bereits über die neuerlichen Bemühungen des Ohligser Haus= und Grundbesitzervereins Ohligs um Rückverlegung der Steuerdienststelle für Ohligs in das Ohligser Rathaus. Da in dem von Friedrich Rusche, dem Vorsitzenden des Vereins, unterzeichneten Eingabe auch die Frage der Rückgemeindung, wenn auch vorsichtig, angeschnitten wird, geben wir den Inhalt des Briefes nachstehend wieder: „Wir hatten“, so schreibt Friedrich Rusche.„dem bisherigen Bürgermeister bereits Anfang 1932 den Wunsch vorgetragen, daß 1 mindestens die Steuerakten und Steuerkarten in Ohligs vorhanden als die Kraftwagenführer durch die Höhenunterschiede im Gelände eine. sein und bearbeitet werden sollten, um den Bürgern von Ohligs Zeitverlust und Fahrtkosten nach Solingen zu ersparen. Wir haben kein Gehör gefunden. Heute sind wir der Auffassung, daß bei der Stadtverwaltung nicht mehr solche Gedankengänge vorherrschen, als ob berechtigte Interessen der Bürgerschaft unbeachtet bleiben könnten. Nicht in allen Großstädten, zu denen Nachbarorte eingemeindet wurden, hat man die sonderbare Idee gehabt, die Verwaltung so einzurichten, daß man alle Zweige vollständig an eine Stelle zentralisierte, sondern diejenigen Verwaltungsstellen, die für den Verkehr mit der Bürgerschaft in erster Linie in Betracht kommen. hat man in den eingemeindeten Orten belassen. Die von der früheren Verwaltungsleitung vorgebrachte Ausrede, daß durch die Zentralisierung Ersparnisse erzielt würden, wird heute wohl sogar bei der Verwaltung nicht mehr geglaubt. Daß in Ohligs der Wunsch, der Ausgemeindung vorherrscht, ist Ihnen natürlich bekannt. Aber diese schwierige Frage wird selbstverständlich nicht schnell entschieden sein. Die Einrichtung einer selbständigen Steuerdienststelle in Ohligs dagegen ist nicht schwierig und deshalb hoffen wir auf Erfüllung unserer Bitte im Interesse der Ohligser Bürger.“ ##### Der Verkehrs= und Verschönerungsverein Ohligs hat nac dem Ausfall der ersten Jahreshauptversammlung, der durch schlechten Besuch bedingt war, nunmehr seine zweite Versammlung abgehalten, die unter allen Umständen als beschlußfähig zu gelten hatte. Diese Maßnahme war notwendig, denn auch in der gestrigen Sitzung waren nicht mehr als zehn Personen anwesend; außer den Vorstands= also nur drei Mitglieder. Herbert Berns wies auf die Notwendigkeit hin, dem Verkehrsverein einen neuen Auftrieb zu verleihen und durchgreifende Arbeit zu leisten. Er machte dazu einige formulierte Vorschläge. Bei der Vorstandswahl wurden die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder Hobrecht als Vorsitzender, Müschenig als 1. Schriftführer und Direktor Löhr als Kassierer wiedergewählt. Ebenso wiedergewählt wurden die Beisitzer Giese, Esser und Schöllgen. Zum zweiten Vorsitzenden wurde Wilhelm Rummel bestimmt, zum zweiten Schriftführer Herbert Berns, und zum zweiten Kassierer R. Röltgen. Der von den Kassierern vorgelegte Kassenbericht wurde genehmigt, nachdem die Kassenlage durch die Revisoren Berns und Fels als einwandfrei bezeichnet worden war. Unter Verschiedenes wurde angeregt, mit den Bürgervereinen in Verbindung zu treten, um deren korporative Zugehörigkeit zum Verkehrsverein zu erwirken. Beschwerde wurde geführt über das verständnislose Verhalten des Ohligser Gewerbevereins in Bezug auf die finanzielle Unterstützung der Werbe= eine arbeit, die doch im Interesse der gesamten Ohligser Bürgerschaft, nicht zuletzt aber der Gewerbetreibenden liege. #o- Landjägermeister Gongoll aus Wissen(Sieg) ist an die Stelle des wegen Erreichung der Altersgrenze ausgeschiedenen Landjägers Jörrissen getreten. 2o: Zu dem Einbruch bei der Firma Oster& Co. Nachs. wird uns berichtet, daß in kurzer Zeit dreimal eingebrochen wurde. Zuletzt noch vor Weihnachten, wo den Dieben ebenfalls für mehrere tausend Mark Ware in die Hände fiel. Der Inhaber Wallach war damals gegen Schaden versichert, hat aber die Versicherungssumme wegen eines Formfehlers(Aenderung der Firma mit dem Zusatz„Nachf.“) nicht ausgezahlt erhalten. Der neue Schlag trifft ihn deswegen um so schwerer, da die Gesellschaft sowieso eine Weiterversicherung ablehnte. Die Diebe müssen mit den Verhältnissen sehr gut vertraut gewesen und überdies noch Fachleute gewesen sein. Von den reichen Lagerbeständen. die zum Teil erst am Tage vorher hereingekommen waren, suchten sie sich ausschließlich die besten Qualitäten aus, auch wenn diese noch nicht gezeichnet waren. Alle Sachen und Artikel in billiger bei alledem üherang abwohl beguem greisbor, berpeiz dere Aunte schlechte Uebersicht haben Bei den damaligen Abtragungen hatte man diese Kurve zuerst berücksichtigen müssen. Vielleicht bietet sich eine Möglichkeit, die erforderlichen Erdabtragungen durch den Freiwilligen Arbeizsdienst ausführen zu lassen, dessen Tätigkeit bei den Erdbewegungen am Walder Ehrenmal beendet ist. Weundem Höbscheider Verire) eh= Vogelfang und kein Ende. Die alte bergische Leidenschaft des Vogelfangs scheint nicht ausgerottet werden zu können. Außerdem herrscht bei den„Liebhabern“ noch immer die Ansicht vor, sich erst dann strafbar gemacht zu haben, wenn sie direkt beim Fangen erwischt würden. Darin liegt ein großer Irrtum, denn das Aufstellen und Bereithalten von Geräten genügt zur Bestrafung. So erschienen am gestrigen Vormittag vor dem Solinger Einzelrichter zwei Freunde, die im Dezember vorigen Jahres durch das schöne Wetter zu einem Spaziergang durch das Weinsbergtal verlockt wurden. Hier fiel dem Oberlandjäger Drücke auf, daß die beiden fortgesetzt auf einen Punkt hinstarrten. Die nähere Untersuchung ergab, daß sich auf besagtem Punkt einige Leimruten befanden. Einer weiteren Beweisführung bedurfte es nicht mehr. Beide wurden mit einer Haftstrafe von je einer w.*&a kcht. Im Jannar diesee Jahres zogen drei Solinger Woche bedacht.— Im Januar dieses Leichlingen meine„Schwester" besuchen, zu essen.“ Auch ihnen war der schon genannte Oberlandjäger schon lange auf der Spur gefolgt, der auch im günstigen Augenblick beherzt zugriff. Eine Leibesvisitation förderte außer einigen Leimruten das bei keinem Vogelfänger fehlende Fläschchen mit Olivenöl zu Tage.„Herr Landjäger, machen Sie keine Dummheiten, das muß ich trinken, hat der Arzt gesagt. Jetzt? Nein. alle zwei Stunden, gerade eben war ich dabei.“ Der Hauptübeltäter befindet sich augenblicklich in Krefeld und kann sich nicht „frei“ machen. Seine beiden Kumpane haben Zeit und Gelegenheit, während einer 10tägigen Haftstrafe sich auf andere Liebhabereien einzustellen. MSundem Grsfratiher Mezitre) Ausschußsitzung der Gräfrather Ortskrankenkasse. Ermäßigung der Beiträge.— Gewährung von Mehrleistungen. Gestern abend fand im Lokal von Cuno Grah, Focherstraße, je Ausschußsitzung der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gräfrath statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung war die Sitzung von der Aufsichtsbehörde genehmigt worden. Die Tagesordnung enthielt u. a. Herabsetzung des Beitragssatzes. Den Vorsitz führte Arbeitgeber=Vertreter Ernst Bell. Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärte der Vorsitzende, daß sich im Zuge der Zeit eine Umbesetzung der beiden Vorstands=Vorsitzendenposten erforderlich gezeigt hätte. Der erste Vorsitzende des Vorstandes sei nunmehr der Arbeitgeber=Vertreter Franz Schmieg und der zweite Vorsitzende Erich Küllenberg. Vorsitzender Bell gedachte des verstorbenen Ausschußmitgliedes Fabrikant Karl Müller. Zu Ehren des Verstorbenen erhoben sich die anwesenden Vertreter von ihren Sizeg,# dem vorliegenden GeschäftsAus dem Inhalt der neuen Nummer: Wo Adolf Httler geboren wurde.— Einige Sehenswürdigkeiten aus Braunau, dem österreichischen Grenzstädtchen am Inn, das des neuen Reichskanzlers Geburtsort ist. 10 Minuten Seemannesprache.— Seebewohner und Scefahrer leben in einer eigenen Welt für sich und so haben sie auch ihre besondere Sprache. Wir bringen in unserem Aufsatz eine Reihe solcher typischer Seemannsausdrücke mit Illustrationen. August der Starke und sein Wirken.— Was Friedrich der Große für Preußen war, das bedeutet August der Starke für Sachsen, das er während seiner Regierungszeit zu starker Entfaltung brachte. Wir zeigen einige interessante Aufnahmen aus der Dresdener Gedächtnisausstellung... 9. Mowant nahmen# dur T.1 Kleinkrieg.— Photographische Momentaufnahmen aus der Tierwelt. Mit Maschinengewehrfeuer auf Pappflugzeuge.— Ein Streifzug durch die vielseitige Ausbildung des deutschen Heeres, die zum großen Teil mit den primitivsten Modellen arbeiten muß. Das Netz um Ethel.— Die neue Roman-Fortsetzung. möglich war. Sie mußten denn auch von der herbeigerufenen Polizei erst aufgebrochen werden. Die Anfahrt des grünen Autos an der Wilhelmstraße bezw. die Oeffnung der großen Toreinfahrt von Bremshey ist einem Anwohner aufgefallen, weil der Ohligser Teil der Biemshey'schen Schirmfurniturenfabrik bekanntlich stillliegt. Er benachrichtigte die Polizei, die einen Hilfspolizisten schickte. Dieser konnte noch eben die Abfahrt des Autos feststellen, aber nicht mehr die Autonummer erkennen. Der geschädigte Inund Kassenbericht sprach cheschagtsfuhrer Ohliger. er gab einen ausführlichen Ueberblick über die Tätigkeit der Kasse im verflossenen Jahre. Die Versammlung nahm von dem Bericht zustimmend Kenntnis. Die finanzielle Lage der Kasse konnte als gut bezeichnet werden. Hierzu hat der niedrige Krankenstand wesentlich beigetragen. Im Auftrage der Rechnungsprüfer bitter das Ausschußmitglied August Hecker, dem Geschäftsführer Entlastung zu erteilen, was auch einstimmig geschieht. Zu Punkt 2 der Tagesordnung: Herabsetzung des Beitragssatzes und Wiedereinführung von Mehrleistungen nahm Geschäftsführer Ohliger das Wort. Er führt aus, daß der Vorstand einstimmig beschlossen hat, den Beitragssatz ab 15. 4. 1933 von 5.5 auf 5% abzusetzen. Ferner seien folgende Mehrleistungen wieder eingeführt worden: 10 Prozent Krankengelderhöhung ab der siebten Krankheitswoche, Erhöhung des Sterbegeldes für Versicherte auf das 30fache des Grundlohnes, Neueinführung von Sterbegeld für Ehegatten und Angehörige, Taschengeld 20 Prozent des Regelkrankengeldes, Iuschüsse für größere Heil= und Hilfsmittel Tamiljenangehärige Der Beitragseg= Brandmeister Stratmann, der lange Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr in Gräfrath führende Posten bekleidete, hat nunmehr wieder die Leitung des Löschzuges 3 Gräfrath, der ja mit der Walder Wehr verbunden ist, übernommen. eg' Alte Gräfratherin. Wwe. Ernst Neef, wohnhaft Theresien= straße, wird heute 75 Jahre. Das alte Mütterchen wohnt seit etwa 40 Jahren im Stockdumer Bezirk und ist, dem Alter entsprechend, geistig und körperlich recht rüstig. eg= Festgenommen wurden in den letzten Tagen im Stadtbezirk Gräfrath aus politischen Gründen wieder mehrere Personen, darunter befinden sich auch zwei ehemalige kommunistische Stadtverordnete. Ein in Gräfrath wohnendes Mitglied der K. P. D., bei dem verbotene Literatur gefunden wurde, konnte sich durch die Flucht der Festnahme sttecker. Für die Bekenutnisschule im nationalen Volksstaat. Der Vorstand des Reichsverbandes deutscher evangelischer Schulgemeinden E. V. Sitz Wuppertal=Barmen hat, wie er uns mitteilt, einmütig die folgende Kundgebung beschlossen: „Der Reichsverband deutscher evangelischer Schulgemeinden begrüßt durch seine berufene Führung, den engeren Vorstand, frei und freudig die machtvolle nationale Volkserhebung und die von ihr getragene, beseelte und bevollmächtigte nationale Volksregierung. Er wird in vollster Uebereinstimmung mit seinem alten Schulprogramm und seiner bisherigen Wirksamkeit in deutscher Treue im Kampfe gegen den Geist der Gott= und Vaterlandslesigkeit und in der schweren und verantwortungsvollen kulturellen Aufbauarbeit im neuen Deutschland, im Geiste der Gottesfurcht und Vaterlandsliebe, den Urquellen unserer alten inneren und äußeren Volkskraft, nach besten Kräften mitarbeiten. Der Reichsverband deutscher evangelischer Schulgemeinden hat sich als Organ einer völlig freien, im positiven biblischreformatorischen Christentum wurzelnden Elternbewegung die besondere Aufgabe gestellt, im Dienste wahrer Volksgemeinschaft, eifrig tätig, sind, zu ermitteln. Sun dem Malder Merirte) Antrag auf Deffnung des Kommunalfriedhofs am Vogelsang. Bei der Stadtverwaltung Solingen ist gestern abend nachstehender Antrag der Zentrumsfraktion eingegangen: An die Stadtverwaltung Solingen! Die unterzeichnete Fraktion bittet die Stadtverwaltung, nachstehenden Antrag der Stadtverordnetenversammlung zu unterbreiten: Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:„Der von der früheren Stadtgemeinde Wald am Bogelsang angelegte Kommunalfriedhof wird zur sofortigen Benutzung freigegeben.“ Begründung: 1. Rechtskräftig geschlossene Verträge sind unter allen Umständen zu respektieren... Kreazt eeemmene E.ass i 2. Das für den Friedhof in aussicht genommene Gelände ist kein Siedlungsland und wird auch nicht benötigt, um Straßen für den Durchgangsverkehr zu schaffen. Letzterem dient wohl vorab in genügendem Maße die Zeppelinstraße. 3. Das in die bis jetzt fertiggestellte Anlage gesteckte Kapital wäre nutzlos vertan und diente nicht dem beabsichtigten Zwecke. I. A.: Baumann. Regelkrankengeldes, Iuschüsse fur größere. und Krankenpflege für Zamilienangehorige. ausfall und die neue Mehrleistung ergibt einen Gesamtausfall von 18 000 bis 20 000 RM. Da eine Besserung der Wirtschaftslage in Aussicht steht, wird die Kasse den Reservefonds nicht anzugreifen brauchen. Nach kurzer Beratung genehmigte der Ausschuß einstimmig den vorliegenden Nachtrag 4 zur Kassen#r die Veiltagsherabsehung und die neue Mehlleistung besonbere Rusgabe gesteut im Vienste wahrer Volksge im Geiste tonfessioneller Friedfertigkeit, ohne partei= und kirchenpolitische Bindung, die Gotteskraft des alten biblischen Evangeliums von Jesus Christus. unserm gottmenschlichen Herrn und Heilande, dem gegeben ist alle Gewalt im Himmel und auf siyen, in Gemeinschaft mit allen berufenen, Erziehungsfaktoren in Familie, Schule und Kirche auf den Leuchter steuen zu weil wir tief davon durchdrungen sind, daß nichts füt eine wahr 4 haft christlich=nationale Volkserneuerung heil= und wirksamer sein kann, als eine zielbewußte evangelische Jugenderziehung auf dem ewigen Fundament des Wortes Gottes. Der Verband tritt darum nach wie vor auf Grund der elementarsten sittlichen Menschenrechte, der Gewissensfreiheit und des Elternrechtes, unter voller Anerkennung der unveräußerlichen Lebensbelange und Rechte der nationalen Volksgemeinschaft, ein für die rechtliche Anerkennung und Sicherung der wahrhaft evangelischen Bekenntnisschule auf dem Boden der zweckmäßig organisierten evangelischen Schul= oder Erziehungsgemeinde, für die Schule mit der Bibel, in der warmherziger, zeugenkräftiger Religionsunterricht die belebende Zentralsonne für die gesamte Erziehungs= und Unterrichtsarbeit der Schule bildet. In diesem satzung, der die Beitraasherabsetzung und die neue Mehrleistung Sinne steht unsere evangelische Schulgemeindebewegung, die erst enthält. Unter Punkt Verschiedenes werden noch verschiedene recht im neuen Deutschland im Sinne ihres alten Verwaltungsfragen beantwortet. Zum Schluß bittet der Vor= Schul= und Schulverfassungsideals eine große volkspädagogische Kbende Leu noch die D ggr;„.— u.„tgagematgien frung, die Gott nach dem Reichtum seiner Enade zum Heile unseres deutschen Volkes segnend mit Licht und Kraft von oben den Geruchten über die Nicht allein die Angestellten, darunter. lieder des Ausschusses, den rasse ganz energisch entgegenzutreten. u. sondern auch die Versicherten litten ausrüsten wolle.“ Engenik und Recht. wa= Eine schöne Abschiedsfeier veranstaltete die Schule Kamperstraße ihrem am 1. April ausgeschiedenen Lehrer Kahle, der nicht weniger als 41 Jahre in Wald tätig war. Die herzlich gehaltenen Abschiedsworte sprach Rektor Strerath. Im Namen der katholischen Kirchengemeinde dankte Pfarrer Morawetz dem Scheidenden für seine Verdienste als Organist. Die„Cäcilia" brachte abends ein Ständchen dar Verbunden war die Feier mit der Entlassung der Schulkinder, an die der Rektor gleichfalls mahnende Worte richtete. wa- Notwendige Straßenverbesserungen zwischen Wald und Haan. Vor einigen Jahren lebten wir in der Illussion, eine Straßenbahnverbindung Haan- Wald—Solingen zu erhalten. An eine ausfuhrung des Projektes ist wohl in absehbarer Zeit nicht mehr zu denken und es wird wohl der jüngeren Generation überlassen bleiben müssen, demnächst die fertigen Pläne wieder hervorzuholen und sie zur Ausführung zu bringen, wenn wirtschaftlich bessere Zeiten eingetreten sein werden Eine wertvolle Vorarbeit ist allerdings schon geleistet worden, nämlich die Abtragung der Böschungen an den Straßen des Ittertals. Leider ist diese Arbeit als vorläufig nutzlos anzusehen, denn es stehen nicht einmal Mittel zur Verfügung, den an der Talstraße und der Ittertalstraße vom Ittertaler Schloßgarten nach Heidbergermühle gewonnenen Straßenstreifen zu befestigen, damit er wenigstens für Fußgänger passierbar ist Die Wirtschaftsnot der letzten Jahre hat dem Straßenbahnprojekt Grenzen gesetzt, die niemand vorausahnte. Man müßte aber versuchen, von dem großen Projekt noch einiges fertig zu bekommer, nämlich die Erweiterung der für den Kraftwagen= und Autobusverkehr viel zu engen Kurve am Ittertaler Schloßgarten. Auf der stark befahrenen Strecke Wald- Haau bietet diese Stelle insosern eine Gefahr, Ein Vortrag vom Amtsgerichtsrat Dr. Stiff, Solingen. Im Lesesaal der Stadtbücherei fand am Donnerstagabend der letzte Vortrag der diesjährigen Winterreihe der Solinger Gesellschaft für Eugenik statt. Nachdem der Vorsitzende. Frauenarzt Dr. Bickenbach, Solingen, den Abend in üblicher Weise eröffnet hatte, nahm Amtsgerichtsrat Dr. Stiff, Solingen, das Wort zu seinem Vortrag über Eugenik und Recht". Einleitend beleuchtete er die derzeitige Stellung von Recht und Gesetzgebung zur Eugenik. Als neuzeitliche Wissenschaft ist die Eugenik in Recht und Gesetzgebung noch verhältnismäßig wenig eingedrungen. Fortschritte sind daher unbedingt anzustreben und auch im Hinblick auf Volksgesundung und Volkserneuerung unbedingt notwendig. Einige Beziehungen zur Eugenik hat heute lediglich das Familienrecht, das Fürsorge= und Strafrecht. Der Vortragende behandelte den Kern seines Vortrages in zwei Abschnitten: die indirekte Auswirkung zwischen Recht und Eugenik und die direkte. Indirekt fördernd im eugenischen Sinne ist das Familienrecht und innerbalb dieses hauptsächlich das Eherecht. Denn letzten Endes ist die Ehe die allererste und einzige Grundlage aller zielstrebigen Eugenik. Und nur in der Einebe ist sie unumstritten verankert. Ausführlich behandelte Dr. Stiff Lage und Grundlage der modernen Ehe, ausgehend von der heute oft so gedankenlosen Ebeschließung bis zur eben so häufigen Ehezerrüttung. Ihre Schäden für die Eugenik überzeugender Weise, Humor. Praktische Beispiele aus fahrung bewiesen die ganzen Unvollkommenbeiten, an denen Ehe und Eberecht heute im aufleuchtenden Lichte der Eugenik # ken. Hinsichtlich der Ebeschliebung ergibt sich die unerläßBeibeingangen werden dürfte. Desgleichen wäre Wohnungspachweie— mindestens Zweizimmerwohnung— und Nachweis per vorhaudenen materiellen Grundlagen, unabhängig von den beiderseitigen Eltern, vorher beizubringen. Obne die letzteren dürfte eine Ehe vor vollendetem 25. Lebensjahre keinesfalls eingegangen werden. Voreheliche Mutterschaft sollte überhaupt die Ebeschliebung vor der Niederkunft ausschließen, da erfahrungsgemäß die infolge vorzeitiger Mutterschaft geschlossenen Ehen in den weitaus meisten Fällen hoffnungslos zerfallen und damit indirekt schädigend im eugenischen Sinne wirken. Indirekt schädigend sind überhaupt fast alle zerrütteten Ehen. Ihre Einflüsse auf die ihnen entsprossenen unglücklichen Kinder müssen mit ganz geringen Ausnahmen als unbedingt schädigend angesprochen den. Wenn auch gute Umwelteinflüsse, wie immer wieder festeren ist des derzailtioe Eherecht von eugenischen Vordzersrsgz.e gut wie garnicht berührt. Eine Reform im besten eugenischen Sinne ist daher dringendstes Gebot. Der zweite Teil des Vortrages behandelte etwas kürzer die Beziehungen des Rechtes zur unmittelbaren Eugenik. Hier wieder zweierlei Unterscheidungen: das Recht und seine Beziebungen zur Eugenik hinsichtlich der Geborenen und hinsichtlich der Ungeborenen oder besser der Richt=geboren=werden=Dürfenden. Die Forderungen bezüglich der ersteren und Strafrecht einen nur schwachen Niederschlag, bei dem eugenische Gesichtspunkte kaum maßgebend und die durch den herigen sogenannten humanen Strafvollzug außerdem stark trächtigt waren. Auch hier hat vom Standpunkte der aus eine durchgreifende Reform einzusetzen. Der zweite Abschnitt handelte von Schwangerschaftsunterbrechung und Sterilisation. Bezgl. der Schwangerschaftsunterbrechung läßt das moderne Recht nur die medizinische Inditation gelten, die durch das Urteil mindestens zweier Aerzte als notwendig anerkannt werden muß. Die ethische und besonders die soziale Indikation Ausfüllung. Dasselbe ist von der Sterilisation zu sagen, auf die die praktische Eugenik nicht verzichten kann, wenn sie ihre hohen Ziele erreichen will. Da überhaupt im Gesetz und in der Rechtsprechung eines Kulturvolkes die höchsten Forderungen von sittlicher Zucht und züchtiger Sitte behauptet und erfüllt werden sollen und müssen, ist von allen Eugenikern die engste Verknüpfung von Eugenik und Recht mit lauter Stimme zu fordern. Es stehr zu hoffen und zu erwarten, daß die neue Zeit in Deutschland auch hierauf Rücksicht nehmen wird. Dr. Bickenbach dankte dem Redner für seinen ausführlichen und geistreichen, von der gut besuchten Versammlung mit außerordentlichem Beifall ausgenommenen Vortrag. In der anschließenden Aussprache wurde von ärztlicher Seite noch einmal die Forderung nach verständnisvoller und verständiger Schwanverschaftsunterbrechung aus eugenischen Gründen unterstrichen. Mit einer kurzen Generalversammlung schloß die diesjährige Vortragsreibe der Solinger Gesellschaft für Eugenik. Sie bat auch in diesem wie in den vergangenen Wintern ihre Stellung im Solinger Geistesleben behauptet und erfreulicher Weise vertieft. Nr. 81 124. Jahrgang —„ Mittwoch, 5. April 1933 Ein wag der ectcg vinin...,* Die Akron=Mannschaft gilt bis auf die 4 Geretteten als verloren— Ursache noch ungeklärt— Rettungsaktion eingestellt— Ein amerikanisches Kleinluftschiff auf der Fahrt zur Hilfeleistung gleichfalls abgestürzt(2 Todesopfer)— Französisches Marineluftschiff notgelandet und stark beschädigt. Die„Akron“ untergegangen? wtb. Newyork, 4. April. Der amerikanische Kreuzer „Portland“ ist in der Nähe der Unglücksstelle eingetrossen, konnte jedoch auf weitem Kreise nichts von dem Wrack der „Akron“ sinden. Einer der Geretteten, der Telegraphist der„Akron", Copeland, ist inzwischen an Bord der„Phöbus“ trotz aller Bemühungen verstorben. Die Suche nach der„Akron“ abgebrochen. wiv. Newyork, 4. April. Die Hilfsaktion für das verunglückte Luftschiff„Akron“ hat keine weiteren Ergebnisse gezeitigt und ist abgebrochen worden. Es ist damit zu rechnen, daß die Katastrophe 73 Menschen das Leben gekostet hat. In Fachkreisen hatte man der Verwunderung darüber Ausdruck gegeben, daß die„Akron“, die eine vollständige Funkeinrichtung an Bord hatte, keine Notsignale gab. Wie erst jetzt bekannt wird, hat die Küstenwachtstation Asburypari(Nein Jersey) doch im Laufe der Nacht von der„Akron“ SOS=Ruse empfangen. Jedoch habe, wie es heißt, die Station sich nicht weiter mit der Akron" in Verbindung setzen können, da starke atmosphärische Störungen vorhanden gewesen wären. Der Hergang des Unglücks. Dei Bericht des geretteten Kapitänleutnants Wiley. wtb. Newyork, 4. April. Die Küstenwache auf Staten Island hat einen Funkspruch aufgefangen, worin der unter den vier Geretteten befindliche Kapitänleutnant Wiley die Katastrophe der„Akron" beschreibt. In diesem Bericht eines Ueberlebenden beißt es:.. 6614 Sgischefubig umseinn. Wir sichteten etwa 30 Meilen südlich Philadelphia ungefähr um 8 Uhr einen Gewittersturm. Der Erdboden war mit Nebel bedeckt. Das Luftschiff befand sich in guter Verfassung. Um 10 Uhr passierten wir die Küste. Bei Barnegat=Leuchtschiff waren wir von Blitzen umgeben. Die Atmosphäre war jedoch nicht sehr stürmisch. Bis etwa 11 Uhr flogen wir ostwärts und dann bis Mitternacht in westlicher Richtung. Um 12,30 Uhr begann das Luftschiff plötzlich aus einer Flughöhe von 1690 Fuß rasch zu fallen. Wir warfen Ballast ab und erreichten die bisherige Flughöhe wieder. Jetzt waren wir aber vollständig von Blitzen umgeben und schienen uns im Mittelpunkt des Gewitters zu befinden. Das Luftschiff begann heftig zu schwanten und mit dem Heck voraus niederzugehen. Alle Mann wurden alarmiert und es wurde erneut Ballast abgeworfen. In diesem Augenblick wurde die Steuerkontrolle weggerissen und das Luftschiff fiel auf das Meer hinab. Durch die Wucht des Aufschlagens wurde es zerstört. Ich sah viele Mitglieder der Besatzung in dem vom Blitz erleuchteten Wasser umherschwimmen. Das Wrack der „Akron“ trieb dann rasch fort.. I..; wtb. Newyork, 4. April. Der gerettete Offizier der„Akron", Wiley, der inzwischen im Marinehospital Aufnahme gefunden hat, ergänzte seine Aussagen über den Absturz des Luftschiffer. Als das Luftschiff bis auf 300 Fuß Höhe gefallen war, so sagte er, befahl ich allen Mann, ihre Plätze einzunehmen. Unmittelbar darauf schlug die„Akron“ auf dem Meere auf. Durch das Fenster der Kontrollkabine strömte das Meerwasser ein und riß mich zum gegenüberliegenden Fenster hinaus. Ich versuchte schnellstens vom Körper des Luftschiffes wegzuschwimmen und kom schließlich an die Oberfläche. Das von Blitzen beleuchtete Akron"=Wrack sah ich abtreiben. Der Bug ragte hoch in die Luft, und das Schiff war vollständig wrack. Nachdem ich etwa zehn Minuten weiter geschwommen war, konnte ich keinen der übrigen in den Wellen Kämpfenden mehr sehen. obwohl das Meer von Blitzen hell erleuchtet war und ich die Vesatzung noch hören konnte. Kurze Zeit später tauchte„die„Phöhnr, Buf, während ich mich iazwischen an ein Brett gerlammert hatte. Der deutsche Damofer warf mir einen Rettungsring zu und zog mich an Bord. Die inzwischen ausgesetzten Rettungsboote konnten die drei übrigen Ueberlebenden bergen. Der„Phöbus“=Kapitän, der ein ausgezeichneter Seemann ist, tat sein Möglichsres bei den Rattungsarheiten. Wiley erklärte zum Schluß, daß vor dem Absturz an Bord der Akron“ keinerlei Verwirrung herrschte. Er glaubt nicht, daß das Luftschiff von einem Blitz getroffen worden ist. Ursache noch ungeklärt. wib. Newyork, 4. Aptil. Die Nachrichten über den Unfall der„Akron" laufen hier nur sehr spärlich ein, so daß sich über die Fortführung und die Ergebnisse der Rettungsexpedition noch kein klares Bild gewinnen läßt. Immerhin verstäckt sich die bereits mitgeteilte Vermutung, daß die„Akron“ in ein GeDie„Akron“, das zweitgrößte Luftschiff der Welt. witter geraten und von einem Blitz getroffen worden ist. Eine gewisse Unklarheit besteht noch über die Ursache des Brandes, der an Bord der„Akron" ausgebrochen war. Das Marinedepartement ist der Meinung, daß das Feuer durch Blitzschlag verursacht wurde. Im Gegensatz dazu steht ein Funkbericht des Kreuzer:„Portland“, der besagt, daß die„Akron" erst nach dem Absturz in Brand geriet. Im Laufe des Vormittags sind noch zwei Marineflugzeuge von Barnegat abgeflogen, um sich an der Rettungsexpedition zu beteiligen. Die„Phöbus“ und die an der Unglücksstelle eingetroffenen Küstenwachboote suchen zwischen den umhertreibenden Trümmern nach Ueberlebenden. Die Flugstation Lakehurst hat eine Liste der Offiziere herausgegeben, die sich an Bord der„Akron" befanden; danach waren 19 Offiziere, unter ihnen der Leiter der Aeronautischen Abteilung des Marineamtes, Konteradmiral Moffett, an Bord. Ein amerikanisches Marine=Kleinluftschiff abgestürzt. wtb. New Jersen, 4. April. Ein Kleinluftschiss der Marine, das aus Lakehurst abgeflogen war, um nach den Trümmern der„Akron" zu suchen, stürzte heute nachmittag etwa 1000 Meter von der Küste entfernt ins Meer. Von der Mannschaft, die aus sieben Köpfen bestand, wurden fünf gerettet. Eckener sagt. S K Marsfor richten noch nicht klar erkennen ließen, was die Ursache der Katastrophe sei. Die Möglichkeit, daß das Luftschiff in elettrische Stürme geraten sei. wies er zurück wie die Möglichkeit, daß das Luftschiff in einem Gewittersturm durch einen Blitz Feuer gefangen hätte. Das sei schon deshalb nicht möglich, weil das Lustschiff mit Helium gefüllt gewesen sei.„Es. läme demnach nur die Möglichkeit in Frage, daß im Luftschiff selbst ein Brand entstanden sei, der einzelne Zellen vernichtet hätte. Da das Luftschiff erst am Nachmittag aufgestiegen und der ameritanische meteorologische Dienst außerordentlich gut sei, könne während des Fluges kein schlechtes Wetter geherrscht haben. Sobald der gerettete Erste Offizier des Luftschiffes vernehmungsjähig sei, würde man ja wohl erfahren, worauf das furchtbare Unglück zurückzuführen ist. Deutschlands Beileid. wib. Berlin, 4. April. Der Reichspräsident hat an Präsident Roosevelt das nachstehende Telegramm gerichtet: „Tief erschüttert durch die Nachricht von dem schweren Unglück, das das Luftschiff„Akron“ getroffen und so viele Opfer an blühenden Menschenleben gefordert hat, spreche ich Eurer Exzellenz, dem amerikanischen Volke und den Hinterbliebenen der tapferen Besatzung auch im Namen des deutschen Volkes wärmste Anteilnahme aus.“ Reichskanzler Adolf Hitler hat folgendes Telegramm an Roosevelt gerichtet:,., 81, Mig. Wri. Zu dem schweren Unglück, das die amerikanische Marine durch den Absturz des Marineluftschiffes,„Akron“ getroffen hat, bitte ich Sie, meine und der deutschen Reichsregierung innigste Anteilnahme entgegenzunehmen. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß Menschenleben nicht zu beklagen sind.“ Der Reichskommissar für die Luftfahrt. Göring, hat der USA.=Marineleitung in Washington sein Beileid telegraphisch ausgesprochen. Amerika baut keine lenkbaren Marinelustschisse mehr? wtb. Washington, 4. April. Der Vorsitzende des Marineausschusses des Repräsentantenhauses erklärte, daß Amerika keine lenkbaren Militärluftschiffe mehr bauen werde, nachdem es zwei von den drei bisher gebauten verloren habe. Aehnlich denken auch zahlreiche Kongreßmitglieder. enb. Berlin, 4. April. Die„Vereinigung aller Völker“ Gars) veranstaltete heute nachmittag im grünen„Fogkpehos tels„Adlon“ anläßlich der Anwesenheit von Sir Eveiyn Wreuch und General Segrave einen Empfang, zu dem zahlreiche Vertreter der Behörden. der Wirtschaft, der Wissenschaft und der in= und ausländischen Presse, Vertreter der kgl. britischen Botschaft, ferner Ministerialdirestor Dieckhoff und Geheimrat Aschmann vom Auswärtigen Amt, der frühere Reichsverkehrsminister Krohne und Graf Arco erschienen waren. Der Vorsitzende der deutschen Sektion, Dr.=Ing. h. c. Hugo Eckener, begrüßte die Anwesenden, insbesondere die englischen Gäste, und bat um Entschuldigung, daß er wegen der amerikanischen Lustbetroffen habe, zu sehr aller Völter wurden deshalb im weiteren Verlauf des Empfangs Unfall eines französischen Marine=Luftschiffes. verlesen. Sir Evelyn„Wrench und General Segrave dankten—„„„* für den gastlichen Empfang, worauf Sir Evelyn Wrench den Text eines Telegramms verlas, das von der Veranstaltung nach Amerika gesandt wurde, um der amerikanischen Marine das herzlichste Beileid an dem schweren Unglück zum Ausdruck zu bringen. Schließlich kam Dr. Eckener dem Wunsche nach, sich zu der Katastrophe selbst zu äußern. Er betonte, daß die NachDas Flugzeugunglück bei Dirmuiden. Die„City of Liverpool“ einem verbrecherischen Anschlag zum Opfer gefallen? wtb. Paris, 4. April. Das Mariueluftschiff&a IX, das in Nochefort stationiert ist, mußte infolge einer Paune bei Fort Nazaire auf freiem Felde notlanden. Ein Kadett wurde dabei leicht verletzt. Das Luftschiff ist stark beschädigt. Milecchafe Karte der Nordostküste der Vereinigten Staaten mit der Anglücksstelle. Ein geheimnisvoller Passagier. wtb. Brüssel, 4. April. Die Untersuchung über das Unglück des englischen Flugzeuges„City of Liverpool“, scheint die Annahme eines Verbrechens als Ursache des Unglsis., stätigen. Man glaubt zwar weiterhin, als Anstifter den Engländer Alfred Boß ansehen zu müssen, jedoch neigt man jetzt zu der Auffassung, Voß habe den Brand unfreiwillig, vielleicht durch Rauchen einer Zigarette in der Toilette, verursacht. Die Verwendung der von Voß in Brüssel abgehobenen 10 000 Francs hat ihre Aufklärung gefunden. Voß betrieb ein Geschäft in zahntechnischen Artikeln, wodurch sich seine zahlreichen Reisen nach dem Kontinent erklären. U. a. bestellte er„bei, leinen letzten Brüsseler Aufenthalt bei einer Fabrik 120000 kunstliche Jähne, wofür er 10.000 Francs als Anzahlung leistete. enk. Köln, 4. April. Ueber die Persönlichkeit des Passagiers Poß, der im Insammenhang mit dem Brand des englischen GroßLugzeugs„City of Liverpool“ eine geheimnisvolle, noch unärte Rolle gespielt haben soll, erfahren wir noch, daß Voß seinerzeit mit der englischen Besatzung nach Köln gekommen ist und während der Besatzungszeit eine Dentistenpraxis. allerdings nur für Engländer, ausgeübt hat. Als Köln von der englischen Besatzung frei wurde, gab Voß, der als Angehöriger der Besatzung polizeilich nicht gemeldet war. seine Kölner Dentistenpraxis auf und ging wieder nach England zurück. Seit dieser Zeit hat Voß häufig Reisen zwischen Köln und London unternommen. wtb. Brüssel, 4. April. In Brüssel sind heute mehrere bene Peast e eicscheie eie. ec c. A. Boß, ein englischer Jahnarzt in der ganzen Angelegenheit gespielt hat. Fest steht, daß Voß seit zehn Jahren ungemein Geichschnitaug wird sortgesehl. Bauernstand. CNB. Berlin, 4. April. Vom Reichslandbund wird mitgeteilt: Die am 4. April d. J. auf Einladung des Präsidiums des Reichslandbundes im Landbundshaus zu Berlin zusammengetretene Leitung des agrarpolitischen Apparates der RSDAP. und der diesem angegliederten NS=Bauernschaften sowie die Spitzenvertretungen der Vereinigung der deutschen christlichen Bauernvereine und anderer Bauernvereine stimmten einstimmig dem Vorschlage des geschäftsführenden Präsidenten des Reichslandbundes, Graf Kalckreuth, zu, sofort eine Gemeinschaft der durch freie Entschließung begründeten einheitlichen Standesvertretung des gesamten deutschen Bauerntums zur Durchführung der endgültigen organisatorischen Regelung, die spätestens mit Beginn des neuen Kalenderjahres am 1. Januar 1934 abgeschlossen sein müssen, zu bilden. Die daraufhin alsbald gebildete„Reichsführergemeinschaft des deutschen Bauernstandes" setzt sich zusammen aus dem Präsidenten des Reichslandbundes: Graf Kalckreuth, Lind, Willikens, Meinberg; aus den Vertretern des agrarpolitischen Apparates der NSDAP. und der dieser angegliederten NS=Bauernschaften: Darré, Luber, Deininger und Backe; aus den Spitzenvertretern der Vereinigung der deutschen christlichen Bauernvereine: Freiherr von Lüninck=Koblenz, Schill, Dr. Hundhauser und Stewes. Der Leiter des argrarpolitischen Apparates der NSDAP., Walter Darré, wurde einstimmig gebeten, den Vorsitz der Reichsführergemeinschaft zu übernehmen. Auf Antrag von Graf Kalckreuth wurde beschlossen, aus der besonderen Verbundenheit des deutschen Bauerntums mit dem Führer des neuen Deutschland, Adolf Hitler, diesen zu bitten, „der Schirmherr der Reichsführergemeinschaft des deutschen Bauernstandes" zu sein und damit dem Einigungswerk des deutschen Bauernstandes seinen besonderen Schutz zu verleihen. Der große Einigungsgedanke des gesamten Berufsstandes soll durch die einmütige und unmittelbare Verknüpfung mit der Person des Staatsführers klar und offen aus den Niederungen des für die Träger des neuen Deutschland überwundenen Parteidenkens herausgehoben werden. Die Federführung der Reichsführergemeinschaft wurde in die Hände von Graf Kalckreuth gelegt. Weiterhin wurde beschlossen, daß die in der Reichsführergemeinschaft zusammengeschlossenen Führer in ihren Verbänden das Erforderliche veranlassen, um örtliche Führergemeinschaften in entsprechender Zusammensetzung in den Ländern und Provinzen zur Durchführung der Absichten der Reichsführergemeinschaft baldigst zu bilden. Mit denjenigen wirtschaftspolitischen landwirtschaftlichen Organisationen, die nicht in der Reichsführergemeinschaft vertreten sind, wurde zunächst nicht in nähere Verhandlung eingetreten. Die Reichsführerschaft hat aber ihre Vorsitzenden gebeten, das Möglichste zu tun, auch den Bauern der noch außenstehenden Organisationen den Weg zum Eintritt in die freie, große, alle Angehörigen des Berufsstandes vertretende Gesamtkörperschaft des deutschen Bauernstandes freizumachen. Mittelstand. Volkes verstößt. Es ist natürlich kein Wunder, daß wir eine gesunde Autarkie auch auf künstlerischem Gebiet anstreben müssen. Bei 50000 brotlosen Musikern in Deutschland kann uns kein gerecht denkendes Volk eine solche Einstellung verübeln. Wir werden bei unserer künftigen Behandlung ausländischer Künstler immer fragen: Was tut das Land des ausländischen Gastes deutschen Künstlern gegenüber? Wir wissen, fuhr Landesführer Hinkel fort, daß die jüdische intellektuelle Vorherrschaft in Deutschland schließlich dahin geführt hat, daß insbesondere auf kulturpolitischem Gebiete der Deutsche kein Hausrecht mehr besaß. Selbstverständlich soll der frei schaffende jüdische Künstler die Möglichkeit seiner Betätigung haben, wenn er sich den Pflichten des deutschen Staatsbürgers restlos unterzieht. In den staatlichen, den beamteten Stellungen werden wir Deutsche uns gerade auf künstlerischem Gebiete unser Hausrecht vorbehalten. Wir lehnen aber auf das schärfste alles ab, was irgendwie mit Radauantisemitismus etwas zu tun hat oder als solcher bezeichnet werden könnte. Deutschland. Reichsminister Seldte Vorsitzender des Kuratoriums für Jugendertüchtigung. WTB. Berlin, 4. April. Der Reichspräsident hat den Reichsarbeitsminister Franz Seldte zum Vorsitzenden des Kuratoriums für Jugendertüchtigung bestellt. Vertreter der Studentenschaft im Reichsinnenministerium. WTB. Berlin, 4. April. Der Reichsminister des Innern hat den Vorsitzenden der Deutschen Studentenschaft, cand. phil. Gerhardt Krüger, als Hilfsreferenten zur besonderen Verwendung in allgemeinen Studentenangelegenheiten in das Reichsministerium des Innern einberufen. Pensionierung von Regierungsdirektoren. WTB. Berlin, 4. April. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, sind von dem Kommissar des Reiches für das preußische Ministerium des Innern mit Wirkung vom 1. April 1933 folgende Regierungsdirektoren unter Gewährung des gesetzlichen Wartegeldes in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden: Möbus=Königsberg(Pr.), Dr. Reichwaldt=Potsdam, Graf=Frankfurt Oder, Prohasel=Schneidemühl, Dr. HilderscheidMünster, Elsholz=Arnsberg, Dr. Veltmann=Koblenz, Dr. SturmDüsseldorf, Dr. Steffens=Aachen. SPD=Abgeordnete in gemeindlichen Vertretungskörverschaften. V93. Berlin, 4. April. Die auf Wahlvorschläge der Sozialdemokratischen Partei gewählten Vertreter dürfen. nach einem Erlaß des Reichskommissars für das preußische Innenministerium, an der Teilnahme an Sitzungen der Gemeindevertretungen, Stadtverordnetenversammlungen, Kreistage, Provinziallandtage nicht behindert werden; das Gleiche gilt für die Teilnahme an den Gemeindeversammlungen. Dies bezieht sich jedoch, wie das Nachrichtenbüro des B23. meldet, nicht auf die tatsächliche BeDer deutsche Bauernstand geeint. Darré, der landwirtschaftliche Sachverständtge der N. S. D. A. P., wurde von den Führern der landwirtschaftlichen Verbände gebeten, den Vorsitz der Reichsführerschaft zu übernehmen, die in Zukunft die Interessen aller landwirtschaftlichen Organisationen Deutschlands gemeinsam wahrnehmen soll. hinderung einzelner dieser Mitglieder durch richterliche oder polizeiliche Maßnahmen, die aus besonderen Gründen gegen sie getroffen sind. Beurlaubung sozialistischer Mitglieder in Gemeindevorständen. V93. Berlin, 4. April. Sozialistische Mitglieder der Gemeindevorstände, Deputationen und Kommissionen mit behördlichem Charakter sind, nach einem Erlaß des Reichskommissars für das vreußische Innenministerium, soweit dies bisher noch nicht geschehen ist, sofort zu beurlauben, wenn andernfalls ein Zusammenarbeiten unmöglich erscheint. Solche Mitglieder sind, soweit es die von ihnen bisher wahrgenommenen Funktionen erfordern oder zur Erreichung der zur Beschlußfähigkeit erforderlichen Zahl notwendig ist, sofort nach Einvernehmen mit der Gauleitung durch Kommissare zu ersetzen. Diese Vorschrift soll auch, wie das Nachrichtenbüro des B93. hört, für die durch die neuen Vertretungskörverschaften Gewählten gelten. Kein Rücktritt des Rektors der Frankfurter Universität. WTB. Frankfurt a. M., 4. April. Wie das Universitätssetretariat mitteilt, ist der stellvertretende und geschäftsführende Vorsitzende des Kuratoriums, Prof. Dr. Riezler, zum Schutze vor erregten Studenten in Schutzhaft genommen, bald darauf aber wieder freigelassen worden. Prof. Dr. Riezler hat sein Urlaubsgesuch eingereicht. Weiter gibt das Universitätssekretariat bekannt, daß die Nachricht, der Rektor der Universität, Pros. Dr. Gerloff, sei nach einer Unterredung mit dem Oberbürgermeister Dr. Krebs zurückgetreten und in Schutzhaft genommen worden, unrichtig sei. Es seien auch keinerlei Vorwürfe gegen ihn erhoben worden. die zu solchen Maßnahmen hätten führen können. Neue Gescge. Schächtverbot— Todesstrafe für Verbrechen gegen die öffentliche Sicherheit. *ERV. München, 4. April. Der Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes Gau München=Oberbayern, die nationalsozialistische Organisation in Handel, Handwerk und Gewerbe, hielt am Dienstag eine große Mittelstandsversammlung ab, zu der Vorstände und Ausschußmitglieder der Landkreise und Ortsverbände sowie Handwerk und Gewerbe erschienen waren. Kampfbundführer Sturm wies einleitend darauf hin, daß durch Ministerial= entschließung Schlossermeister Aigner zum kommissarischen Präsidenten der Handwerkskammer und er selbst zum Präsidenten der Handelskammer ernannt worden sei. Er habe bereits veranlaßt, daß Inden der Zutritt zur Handelskammer verboten wird. Das Gleichschaltungsgesetz müsse auch in den wirtschaftlichen Organisationen voll und ganz durchgeführt werden. Es werde demnächst wieder ein Aufmarsch des Mittelstandes stattfinden, um der Regierung zu zeigen, daß auch der gewerbliche Mittelstand bereit sei, mit allen Kräften die nationalsozialistische Sache zu vertreten. Warenhäuser, Einheitspreisgeschäfte und ähnliche Betriebe sollten, soweit sie vor dem Erlaß des Verbotes neuer Betriebe eröffnet worden sind, langsam abgedrosselt werden. Bei der Reichsregierung werde schon in nächster Zeit ein Staatssekretär für den gewerblichen Mittelstand berufen werden, so daß die Wünsche dieser Berufsklasse unmittelbar Berücksichtigung finden würden. CNB. Berlin, 4. April. Das Reichskabinett hat in seiner heutigen Sitzung mehrere wichtige Gesetze verabschiedet, darunter zunächst das Gesetz über das Schächten von Tieren. Weiter verabschiedete das Kabinett ein Gesetz über die wendung zweiseitiger Wirtschaftsabkommen mit ausländischen Staaten. Durch dieses Gesetz wird der Reichsminister des Auswärtigen ermächtigt, im Falle dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses die vorläufige Anwendung zweiseitiger Wirtschaftsabkommen mit ausländischen Staaten zu verordnen. Ferner hat das Kabinett mit einem Gesetz zur Abwehr politischer Gewalttaten neue Strafverschärfungen verfügt. Das Gesetz lautet: § 1: Mit dem Tode oder mit lebenslangem Zuchthaus oder mit Zuchthaus bis zu 15 Jahren kann, soweit bisher mildere Strafen angedrohl sind, bestraft werden: 1. Wer ein Verbrechen gegen§ 5 Abs. 1 und 2 des Gesetzes gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen vom 9. Juni 1884 begeht; 2. Wer ein öffentlichen Zwecken dienendes Bauwerk in Brand setzt, sprengt oder wer eine Inbrandsetzung oder Sprengung in der Absicht begeht, in der Bevölkerung Angst oder Schrecken zu erregen; 3. Wer ein Verbrechen gegen§ 229 Abs. 2 und§§ 312, 315 Abs. 2§ 324 StGB.(Giftbeibringung, Ueberschwemmung. Beschädigung von Eisenbahnanlagen, gemeingefährliche Vergiftung) begeht. § 2: Für die in§ 1 bezeichneten Verbrechen sowie für Verbrechen gegen§ 5 Abs. 3 und§§ 6 bis 9 des Gesetzes gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen sind die nach der Verordnung der Reichsregierung vom 21. März 1933 gebildeten Sondergerichte zuständig, soweit nicht die Zuständigkeit des Reichsgerichtes oder der Oberlandesgerichte begründet ist. Schließlich hat das Reichskabinett noch ein Gesetz zur Beschränkung der Herstellung und zur Regelung der Verteilung der Betäubungsmittel beschlossen. Dieses Gesetz enthält die Ermächtigung, die Ratifikationsurkunde zu einem entsprechenden internationalen Abkommen ebenso rechtzeitig beim Völkerbund zu hinterlegen, wie es von den anderen Mächten geschieht. Tchsteridse=Tiattar in Tiron. Eine Entschließung, in der die gesamte Versammlung ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt und in welcher der Kampfbund als die Organisation des Mittelstandes anerkannt wird, fand einmütige Annahme. Kunst und Kultur. WTB. Berlin, 4. April. Der Kommissar z. b. V. im preußischen Kultusministerium Reichstagsabgeordneter Hinkel, der auch preußischer Landesführer des Kampfbundes für deutsche Kultur ist, gewährte einem Redaktionsmitglied des WTB. eine Unterredung, in der er mit allem Nachdruck betonte, daß die Nationalsozialisten in jeder Hinsicht eine parteimäßige Abstempelung der künstlerischen Gestaltung ablehnten und niemals die schöpferische Persönlichkeit irgendwie in ihrer Arbeit beengen wollten. Nachdem Kommissar Hinkel die Angelegenheit Bruno Walther, Max Reinhardt und Klemperer gestreift hatte, erklärte er, daß die ausländischen Künstler jederzeit die deutsche Gastfreundschaft genießen werden. Voraussetzung dafür sei, daß sie nichts tun, was gegen die Interessen und das Wohl des deutschen häufig die Luftfahrtlinie Köln— London benutzt hat. Dabei ist es auffällig, daß Voß bei seinen früheren Reisen niemals eine Versicherung aufnahm, während er sich vor der letzten Reise mit 700 Pfund versichern ließ. Weiterhin ist erwiesen, daß ein weiterer Passagier, ein gewisser Deardean aus Southfort in England, sich vom 24. bis 28. März in Gesellschaft des Voß in Brussel aufhielt. Ferner konnte man erfahren, daß Voß in Brüssel eine Summe von 10000 Franken abhob, worüber eine Quittung des Voß vorliegt. In der Brieftasche. die nach dem Unglück aufgefunden wurde, waren diese 10000 Franken nicht enthalten. Da man an ein verbrecherisches Attentat glaubt, das Voß im Flugzeug begangen hat, wird jetzt versucht, herauszubekommen, wo sich Voß eventuell Zündstoff verschafft haben könnte. Die Herkunft der erwähnten 10000 Franken steht möglicherweise mit der Person des Deardean im Zusammenhang, der ebenfalls nach Aussagen des Personals der Luftfahrtlinie ein häufiger Gast war. Es ist der Verdacht aufgetaucht, daß Boß sich mit dem Handel von Rauschgiften abgab. uNB. Innsbruck, 4. April. Das Bundespolizeikommissariat Innsbruck teilt mit: Am Montag, den 3. April, ungefähr ½5 Uhr nachmittags, fuhr ein kleines Personenauto vor dem Gasthof Durchholzen bei Walchsee, Bezirk Kufstein, vor. Die Insassen des Autos ersuchten die Kellnerin, sie dem derzeitig dort wohnenden Georg Bell anzumelden, und begaben sich sofort auf dessen im ersten Stock gelegenen Zimmer. Bald nach Ankunft dieses Autos fuhr ein zweites größeres Auto, vor, dem vier bis fünf Personen entstiegen. Im Zimmer verhandelte inzwischen Bell mit den Männern, unter denen sich ein Studienkollege von ihm, ein gewisser Paul Conrad aus Rosenheim, befand. Als Zuhörer gesellte sich noch der im Gasthof Durchholzen vorübergehend wohnhaft gewesene Major a. D. Hans Hell hinzu. Nachdem Bell mit den erwähnten drei Männern einige Minuten verhandelt hatte, wurden diese von den vier mit dem zweiten Auto inzwischen nachgekommenen Männern, jeder einzeln herausgerufen. Gleich darauf stürzte ein großer, blasser, brutal aussehender jüngerer Mann über die Schwelle und gab aus einer Repetierpistole mehrere Schüsse ab. Vell stürzte gleich von dem ersten Schuß getroffen lautlos zu Boden. Eine zweite Kugel durchbohrte auch den rechten Oberschenkel des im Zimmer bei Bell zurückgebliebenen Majors a. D. Hell, der von dem ganzen Vorfall überrascht dem Mörder noch entgegenschrie:„Sind Sie denn verrückt geworden?" Der Täter, der sich inzwischen bis unter die Tür zurückgezogen hatte, gab noch einige Schüsse ab, von denen einer knapp am Kopf des Majors Hell vorüberging. Die Männer stürzten hierauf durch das Stiegenhaus ins Freie und stiegen sofort in die bereits angelassenen Autos, mit denen sie in rasender Fahrt über die bayerische Grenze zurückfuhren und die beiden bayerischen Zollschranken durchstießen. Nur der erwähnte Studienkollege des Bell blieb zurück und stellte sich der später erschienenen Gendarmerie, verweigerte jedoch über den Vorfall und sein Motiv jede Angabe. Am Montag noch begaben sich Beamte des Bundespolizeikommissariats Innsbruck zur Erhebung des Tatbestandes und der weiteren Nachforschung an den Tatort, wohin am Dienstag auch eine Gerichtskommission aus Innsbruck abging. Die Persönlichkeit Georg Bells. CNB. München, 4. April. Bei dem in einem Gasthof bei Durchholzen in Tirol erschossenen Georg Bell handelt es sich, wie die Münchener Neuesten Nachrichten mitteilen, um den angeblichen Ingenieur Georg Bell, der aus dem Tscherwonzen=Prozeß, der während der Jahre 1928 bis 1930 die gesamte Weltpresse und Oeffentlichkeit in Atem hielt, bekannt ist Bell war in diesem Prozeß freigesprochen worden. CRB. München, 5. April. Wie die Münchener Neuesten Nachrichten melden, soll sich der in einem Tiroler Gasthof erschossene Bell seit dem 9. März in Oesterreich aufgehalten haben. Seinen Wohnort hat er mehrmals gewechselt, u. a. war er auch in Salzburg. Nach Durchholzen kam er am 1. April. Ungefähr um die gleiche Zeit hatte Major a. D. Hell im gleichen Gasthof ein Zimmer genommen. Dem Besitzer waren beide nicht bekannt und er hielt sie für Erholungssuchende. Georg Bell hatte in München zuerst eine Stellung bei einem Ingenieurbüro, später war er in einem Garagenbetrieb tätig. Auffällig viel hielt er sich in ausländischen Städten auf. Er machte gern geheimnisvolle Andeutungen über seine umfangreichen Beziehungen zu politischen Kreisen des In= und Auslandes. Es scheint sich dabei um Kreise sehr entgegengesetzter Weltanschauung gehandelt zu haben. Sicher ist, daß er sich in verschiedenen Lagern Feinde gemacht hat. Namentlich dürfte er aus der Tscherwonzenaffäre sowohl in sowjetrussischen wie in georgischen Kreisen Widersacher gehabt haben. 8 Mittwoch, S. April 1933 zum Solinger Tageblatt Wellle Kultarehen Rargasenn Was Elli Beinhorn, die Preisträgerin des Hindenburgpokals, darüber berichtet. Deutschlands erfolgreichste Fliegerin, Elli Beinhorn hat am Montag den ihr verliehenen Hindenburgpolal aus den Händen des Reichspräsidenten persönlich empfangen. Diese Auszeichnung, die übrigens mit einer Ehrengabe von 10000 RM. verbunden ist, wurde ihr hauptsächlich aus dem Grunde zuteil, weil sie mit ihren glänzenden Flugleistungen außerordentlich zur Hebung des Ansehens des deutschen Namens und seiner Weltgeltung im Ausland beigetragen hat. Wie sehr sich Elli Beinhorn bei allen ihren Flügen gerade dieser ihrer Bedeutung bewußt gewesen ist, geht aus den nachstehenden Ausführungen hervor, die sie einem unserer Mitarbeiter gemacht hat. Acht Monate lang war ich unterwegs und habe mit geringen Unterbrechungen am Steuer meiner Maschine gesessen. Zunächst das Grundsätzliche: es wird über deutsche Flieger und deutsche Flüge in der Oeffentlichkeit sehr viel geschrieben und geredet. Trotzdem wird das Wesentliche noch immer verkannt: weder Gronau noch die Etzdorff noch ich wollen Kunstflüge oder Rekordflüge als Selbstzweck ausführen. Es ist keine Phrase, sondern ganz einfach Wahrheit, daß der deutsche Flieger heute deutsche Kulturarbeit leisten soll, wenn er durch die Welt fliegt. Auf meinem Flugzeug, dessen Flächen mit tausend Gedichten, Widmungen und Inschriften bekritzelt worden sind, befindet sich irgendwo die Inschrift eines argentinischen Deutschen, der hinaufschreibt: „Auf Wiedersehen!“. Ist es nicht notwendig, daß man diesem Manne wieder einmal ein paar Worte deutsch vorspricht? Aber Scherz beiseite: in Peru, Argentinien, Australien, überall, wohin sich kam, haben mich nicht nur die organisierten Kolonien der Deutschen, sondern die höchsten Staatsbeamten mit einer lichkeit, ja Begeisterung empfangen, die Deutschland galt. In Peru hat der Staatspräsident mir den höchsten Fliegerorden verliehen. In Buenos Aires schrieben die Zeitungen, es sei eine Beleidigung, zu sagen, daß Elli Beinhorn 25 Jahre alt wäre, sie sei natürlich erst 18. Denn mit 25 gilt in Buenos Aires eine Frau schon als alt... In Australien wiederum haben sie. geinen Vater den Besitz riesiger Ländereien angedichtet, er beherrsche fast die ganze Provinz Hannover und außerdem den Harz,— weil man in Australien reich sein muß, um etwas zu gelten. Aber auch in diesen sehr naiven Aeußerungen liegt die Anerkennung einer deutschen Leistung, und so habe ich jede einzige Kundgebung aufgefaßt. Der zweite Gedanke, auf den ich gern hinweisen möchte, betrifft den Flug selbst. Worin liegt die eigentliche Leistung? Auch davon wird nur selten berichtet. Lindbergh hat den Ozean in 34 Stunden überflogen und war nur sechzehn Stunden über dem Meer. Gewiß eine gewaltige Leistung. Aber Kingsford Smith, der fabelhafteste Fliegermensch, den ich persönlich kennengelernt habe, hat den Stillen Ozean in vier Tagen mit vier Zwischenlandungen überwunden und so, gemessen an Strecke und Gefahr, die viersache Ozeanleistung von Lindbergh vollbracht,— dazu in vier Tagen hintereinander! Trotzdem hat Lindbergh den viel größeren Namen. Wir müssen, so glaube ich, nicht den Namen und die Begleitumstände, sondern die sachliche Leistung des Fliegers stärker werten. Der Frühling zieht ein— der Schneeweicht zurück. Alpenlandschaft mit Krokuswiese. Während auf den Bergen noch weiß der Schnee leuchtet, haben sich an den schneefreien Hängen Tausende und Abertausende bunter Krokusblüten entfaltet, die bis ins letzte Tal hinein die Kunde vom Anbruch des Lenzes bringen. Nr. 81— 124. Jahrgang Ich wurde oft gefragt, worin ich selbst eine besondere Schwierigkeit und Leistung meines Fluges sehe. Da bin ich z. B. von Santiago nach Mendoza geflogen. Südamerika ist an sich das schwerste Fluggelände der Welt. Kalte Gebirge neben tropischen Tälern, dann kommt wieder plötzlich das Meer,— infolge dieser Veränderungen wechselt das Wetter völlig überraschend, Wettervoraussagen sind so gut wie wertlos. Ich kam wenige Tage vorher aus dem heißen Kolumbien, wo die tropische Hitze bis zu 50 Grad geht. Die Anden mit ihrer Höhe von 5000 Metern, die ich dann zu überfliegen hatte, wiesen eine Temperatur von—20 Grad auf. Man hatte mich vorher gewarnt: wer dort abstürzt, kommt nie wieder zum Vorschein, und tatsächlich ist kurze Zeit später ein französisches Verkehrsflugzeug mit neun Personen auf dieser Strecke spurlos verschwunden. Durch viele Warnungen versuchte man mich von dem Wahnsinn, dieses Gebirge mit einem Sportflugzeug überwinden zu wollen, abzuhalten und erinnerte vor allem an das Schicksal eines französischen Fliegers, der vor kurzem hier folgendes erlebte: die Höhe von 5000 Metern, die überflogen werden muß, ist nur ein Paß und zu beiden Seiten ragen die Berge 7000 Meter hoch. Der Flieger geriet in ein Tal und konnte wegen der Abwinde nicht mehr hochkommen. Wie in einem Mahlstrom wird er unten gehalten und muß im Kreise fliegen, bis er wegen Brennstoffmangels abstürzt. Wie durch ein Wunder wurde er gerettet. Ich nahm mir die freundlichen Ermahnungen nicht zu Herzen und flog trotzdem... Aber wer kennt die Begleitumstände, die einen solchen Flug besonders schwierig machen? Da sind zuerst die Temperaturunterschiede. Sie betrugen immer wieder innerhalb von wenigen Tagen bis zu 70 Grad. Dann ist es das Essen... Morgens vor dem Abflug ist man so nervös und hat so viele Hände zu schütteln, daß man kaum einen Kaffee oder irgend etwas zu sich nimmt. In die„Kiste“ werden höchstens etwas Obst und ein paar Keise verpackt. Und abends?... Da gibt es meist Empfänge, Festessen und allerhand fabelhafte Sachen, die dem Magen ebenso wenig bekommen wie die Temperaturveränderungen. Man möchte so gern eine einfache Butterschnitte essen und kann doch die Leute nicht beleidigen... Ich bin einmal in einem Heuschreckenschwarm steckengeblieben, habe mein Grammophon als unnützen Ballast über Bord werfen müssen, ich habe auch einmal eine Negerkolonne, in deren Nähe ich notgelandet war, eine Woche lang durch den Busch geführt und sie, als sie nicht mehr weiter wollten, durch den Rhythmus deutscher Marschlieder vorwärtsgetrieben, aber die Festessen waren gelegentlich doch wohl das Schwerste. Und der stärkste Eindruck meiner Erlebnisse auf der Weltfahrt? Immer wieder muß ich es betonen: das Erlebnis des Deutschen im Ausland. Zwischen Panama und Cali. auf einer Strecke von 150 Kilometern, auf der der Urwald auch nicht das geringste Plätzchen zum Landen läßt, wehen mir plötzlich von unten deutsche Fahnen entgegen. Es ist der deutsche Flughafen Buena Ventura, mitten im Urwald, leider nur ein Wasserflughafen, auf dem ich mit meiner Klemm nicht landen konnte. Dann wurde mir, zwischen Rio und Pernambuco, des kurzen Aufenthalts wegen, vorgeworfen:„Unser Land, ist Ihnen, wohl. zu klein. Hat Deutschland denn kein Interesse fur uns?" Ich mußte Und es tut mir nicht leid, daß ich einen wesentlichen Teil meines Geldes auf dem Fluge für— Dankestelegramme ausgeseben habe. Gui Beinhorn. C Schlus des Fe Uodatsdonellen Fallen Wenen Gunps Am 32) Und Alexander Huene entwickelte dem etwas wohlbeleibten Mann neben ihm in dem tiefen Sessel hinter dem Rauchtisch seine Gedanken, reichte auch seine genau berechneten Vorkalkulationen hinüber. Mit ruhigen, klugen Augen unter der breiten Stirn mit einer Kappe vollen dunklen Haares folgte Jakob Silberschmidt seinen Ausführungen. Aber er folgte ihnen nicht lange. Es war ihm bald klar, daß auf einen raschen Gewinn bei diesem Projekt nicht zu rechnen war, es also kein Geschäft für ihn und seine Bank darstellte. Aber der blonde Mann, der so formvollendet und sicher eine werdende Sache vortrug, ohne zu übertreiben, ohne Winkelzüge zu versuchen, der interessierte ihn. Und er folgerte kurz: Feudal, Herr. Beste Sorte. Am falschen Platz: Am besten vor eine Brigade gesetzt. Aber im Auge behalten. Laut aber sagte er:„Tja, mein lieber Baron!— Vor allen Dingen Dank, daß Sie an uns gedacht haben. Ihr Vertrauen ehrt uns.— Aber sehen Sie mal, Baron. Um die Oelfelder katzbalgen sich schon so lange die Engländer und Amerikaner. Wenn wir uns da noch einschieben, werden wir die wenigen Haare lassen, die wir noch haben.— Und dann: Sie wissen, Rücksichten müssen wir schon nehmen. Wir sind ein armes Land. Wir brauchen Newyork. Weshalb die Bankees verschnupfen?!— Nochmals Dank, Baron, für das Vertrauen." Die Audienz bei Jakob Silberschmidt war beendet. Nicht viel glücklicher war Alexander Huene an anderen Stellen, denen er sein Projekt vortrug. Aber es berührte ihn eigentümlich, daß Mirza Ahmed über seine Mißerfolge keineswegs enttäuscht war, sondern nur sein weiches Lächeln zeigte und sagte: „Ihr Deutschen habt Furcht, zu atmen. Ich kann es verstehen. Eure Wunden sind noch tief, eure Leiden schwer. Bei jedem ende wir werden versuchen, das Projekt allein durchzuführen, Huene“, sagte er dann leise.„Wieviel Geld brauchen Sie für die ersten Versuche?!“„„um A Nach langen, genauen Berechnungen nannte Huene eine Summe. Sie war nicht gering. Mirza Ahmed stellte sie ihm zur Verfügung.„. giummr Es Eit Von den Fenstern seines Zimmers, das mit Teppichen und alten Waffen geschmückt war, sah er dann schnell und elastisch den Reichskanzlerplatz zur Unte überschritt. Ein Glühen war in die Augen Mirza Ahmeds getreten. Er beneidete den raschen Mann da unten. Vielleicht haßte er ihn sogar schon. Seine Spangkraft neidete er ihm, mit der er sich immer wieder aufrichtete, wenn ihn irgend etwas zu Boden gedrückt hatte. Die gebeime Liebe des Mädchens, die dieser Mann besaß, um die er weder warb, noch begehrte, neidete er ihm. And doch brauchte er den Mann. Denn ohne ihn kam das Mädchen nicht hinunter in seine Heimat. Und ohne den Anblick dieses Mädchens glaubte er nicht mehr leben zu können. Mirza Ahmed schloß die Augen. An das kühle Fenster lehnte er den Kopf, als wenn er schmerze. Denn in dem Kovf tobte es voller aufrührerischer, wilder Gedanken.— Gedanken, die von Gewaltsamkeit, von Raub und Entführung laut schrien und die Roman von Georg Urbat. (Nachdruck verboten.) über sanftes Hoffen und Harren lachten und spotteten. Mirza Ahmed senkte tief den Kovf, als wenn er sich dieser wilden Gedanken schäme. 4..2.41 Aber sie waren da, tobten und schrien. Wie der Rausch eines Vorspieles zu einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht war es über Felicitas Böse gekommen, er jagte sie in froheste Laune und von Uebermut zu Uebermut. Und in einem der beiden Zimmer in der 1. Etage des Hauses in der Münchenerstraße, die die verwitwete Frau Sanitätsrat Böse für sich und ihre Tochter zurückbehalten hatte, in einem nicht mehr jungen Plüschsessel saß„Muhchen“— wie ihre Tochter „Muhchen“ hatte an diesem Tage kein Glück mit der Hoffein Prinz!— Aber sie wagte es nicht zu Ende zu träumen. Aber Huene gefiel ihr nicht sehr. Er war ihr zu kühl, zu eie Keit de alse acd beie 15. „Also auf Wiedersehen in München!“ sagte er zu Felicitas. „Mertens und Rösicke, unsere beiden Monteure, werden Sie dort in Empfang nehmen, falls ich wider Erwarten mich verspäten sollte; sie oft und gern nannte.— Und„Muhchen“ schaute mit einem lieben, gütigen Frauenantlitz bekümmert auf die andere Seite des gedeckten Kaffeetisches hinüber, als wenn sie Hilfe suchen müsse. Denn dort saß Dr. Bendig, der alte Freund und Rechtsbeistand des verstorbenen Onkels. Ihn hatte„Mubchen“ für heute alarmiert, damit er sich auch den„Prinzen aus dem Morgenlande“ ansehen sollte und auch den Baron Huene, den iungen Chef Felicitas', die zum Kaffee erwartet wurden.— Immer hoffte noch„Muhchen“ auf eine gütige Wendung des Geschickes, das ihre Tochter davor bewahren würde, diese Stellung und ihre Was macht unser Prozek, Onkel Vendig?“ rief es von dem großen Sviegel zwischen den beiden Fenstern her. „Die Gesetzgebung scheint uns jetzt wohlzuwollen, liebe Vizenichte.“— So nannte sie der alte, freundliche Junggeselle gern. „Au, fein!"..6en hahen Spissf tagt. Und der das vor dem großen, hohen Spiegel sagte, war eigentlich ein Junge. Ein hübscher, schlanker Bengel in kurzen, leicht geschweiften Beinkleidern, die die Deutschen so gern„Breeches“ nennen, elegante Ledergamaschen und einer derben Bluse aus braun=grauem Stoff. Ein wenig cowboyartig das Ganze. Doch der leichte, weiche Schwung der Hüften verriet, daß dieser hübsche Bengel ein Mädchen war. „Dein Haar, dein schönes Haar...!“ jammerte jetzt wieder Ein Schatten flog über das frische, übermütige Gescht Felicitas'. Aber niemals hätte sie zugegeben, wie sehr sie ihrem schönen Haar nachtrauerte.„Und so sagte sie rasch:„Es ist ja nur des vielen„Freiwildes" wegen da unten,„Muhchen!" und dabei fuhr sie mit zwei Fingern, eine wilde Grimasse schneidend, in die wohlgescheitelte, knappe Knabenfrisur. Entsetzt hob„Muhchen" die Hände.— Aber sie war dann wieder ausgesöhnt, als Felicitas einen kurzen, festen, knöpfbaren Rock umlegte und wieder mädchenhafter wirkte, so wie sie ihr Kind lieb batte.. Guae und Wilag Gämt Es klingelte. Die Stimmen Huenes und Mirza Abmeds wurden laut. Felicitas buschte in das Schlafzimmer, um sich umzuziehen oder, wie sie sich ausdrückte, wieder„menschlicher“ zu machen. Denn alles das, was sie eben anprobiert hatte, gebörte zu der großen Ausrüstung, die sie sich für das Klima da unten angeschafft und wofür ihr Huene eine angemessene Summe angewiesen katte. Mit kräftigem Drack umfaßten ihre Finger seine Hand. Mirza Ahmed wollte sich erst später der Expedition Noch über eins mußte„Muhchen“ sich noch wundern. Darüber, daß Cita, ihr Kind, auf einmal so still war. Wie fortgewischt war ihre drollige, offen=neckende Art, in der sie mit ihrem Prinzen aus dem Morgenlande" umging, so daß sie ihn Schutz nehmen mußte. Und„Muhchen" freute sich, daß es wieder jemand gab, vor dem Cita Respekt hatte. 0„Muhchen", wie du dich täuschtest!— Gewiß, Cita ausgezeichnet, daß Mirza Ahmed nun ihr Brotgeber war. Und einem Brotgeber, von dem man so ein blendendes Gehalt bezog, von dem man sparen konnte, viel sparen Zur zin Wörgs, eiteres Studium, dem fuhr man nicht offen über den Acund. Aber eins noch fürchtete Felicitas, fürchtete sie mit heißer Angst. Eine Laune, ein Wort Mirza Ahmeds fürchtete sie, das sie von Huene trennen konnte. Dem blonden, stolzen, ruhigen Mann, der für sie gar nicht wärmer zu empfinden schien, den sie selber aber immer stärker liebte. * Und dann nahm eine Mutter wiederum Abschied von einem kaum wiedergekehrten Sohn. In Dintersbühl im Münsterschen, in dem niedrigen, kleinen Bauernhaus vor dem mittelgroßen Bauernhof, zwangen zarte Mutterhände den Sohn vor sich in die Knie. Es war eine seine, vornehme, zarte Erscheinung, vor der der Sohn, der welterfahrene Mann, kniete. Und die zarten und doch so verarbeiteten Hände strichen über das Haar Sohnes, und sie küßte die vielen grauen Fäden, die da erschienen waren seit seinem letzten Besuch, als wenn ihre Küsse das Leid heilen müßten, das diese Fäden verursacht hatten. Der alte Baron aber, verwittert, bärtig das Gesicht, gekrümmt die Gestalt von der zungewohnten, barten Landarbeit, stapfte, heftig an seiner Pfeise saugend, durch die enge Stube:„Laß nur Mamminka“, sagte er begütigend.„Laß ibn nur zieben!— Die Huenes haben immer die Nase gegen den Wind gehabt wie gut witternde Jagdhunde und sind dabei gut gefahren.— Laß' nur. Mamminka“, sagte er begütigend„Laß ihn nur ziehen! es ist gut, daß ein Huene wieder einmal deutsche Pionierdienste da draußen tut. Das ist wertvoller, als hinterm warmen Ofen sitzen oder am Viertisch das Maul voll nehmen.— Laß' ion nur Ronninter(Herstzug bies Ein Ehrenzeichen für Hüttenarbeit. Diese Plakette in Silber und eine dazugehörige Ehrenurkunde wurde von der Berufsgenossenschaft in Essen gestiftet, um solche Arbeiter auszuzeichnen, die unter Einsatz ihres Lebens einen Mitarbeiter aus Gefahr retteten. Klein siegt in Hannover. Der Norddeutsche Meister Bodchewina in 2. Runde k. o. geschlagen. Auf der Rückfahrt von den Deutschen Meisterschaften in Berlin gab die Westdeutsche Mannschaft in Hannover ein Gastspiel, das trotz der schweren Kämpfe in Berlin sehr erfolgreich für die Westdeutschen verlief. Mit nicht weniger denn 11:3 wurde die Hannoversche Mannschaft, die größtenteils aus norddeutschen Meistern bestand, geschlagen. Sehr eindrucksvoll war der entscheidende Sieg des Westdeutschen Schwergewichtsmeisters KleinSolingen über den Schwergewichtsmeister von Norddeutschland. Klein trat trotz seiner in Berlin erlittenen Augenverletzung an. Der Norddeutsche hatte nicht viel zu bestellen. Kurz nach dem ersten Gongschlag landete der Solinger eine schwere Rechte zum Kinn, die Bodchewina erschütterte. Dann traf Klein mit Körperserien, die den Norddeutschen noch in der ersten Runde zweimal bis 9 zu Boden brachten. Sofort nach Beginn der zweiten Runde schickten beidhändige Körpertreffer den Norddeutschen für die Jeit zu Boden. Klein war in diesem Kampfe, trotz überlegener Reichweite und Gewichtsvorteilen seines Gegners, keinen Augenblick gefährdet. Die übrigen Kämpfe: Fliegengewicht: Spannagel schlägt Brofazi nach Punkten. Bantamgewicht: Beck gegen Wilke unentschieden. Federgewicht: Scholten gegen Rupp unentschieden. Leichtgewicht: Kartz schlägt Katzmarek nach Punkten. Weltergewicht: Franz schlägt Brante nach Punkten. Mittelgewicht: Storm gegen Harms unentschieden. E. V. Handball in der 9. T. Solingen TV. 1. M. gegen TV. Gruiten 1. M. 5.6(2:2). Alter Tradition getreu, verlor Solingen auch dieses Spiel. Obwohl die Leistungen der Mannschaft groß waren(nur der Torwart ein Versager), vermochten sie sich gegen die äußerst flinken und energischen Gruitener nicht durchzusetzen. Nach Anspiel kommt Solingen gleich einige Male gut durch und vermag hierbei den ersten Treffer zu erzielen. Ein Strafwurf bringt den Gästen den Ausgleich und wenig später das Führungstor. Solingen steigert das Tempo und kann auch nach prächtiger Kombination kurz vor der Halbzeit den Gleichstand erzwingen. Nach Wiederanspiel geht das Spiel mit unverminderter Schnelligkeit weiter. Die Turnerbündler legen in kurzen Abständen zwei Tore vor. Grutten setzt Dampf auf. Die Nervosität des Solinger Hüters verhilft ihnen zu drei Erfolgen, von denen er bestimmt zwei hätte halten müssen. Den verzweiselten Anstrengungen der Solinger gelingt durch den Mittelläuser nochmals der Ausgleich. Alles glaubt an ein Remis, als dem gegnerischen Linksaußen ein 30=Meter=Wurf glückt, der den Solinger Torwart nicht auf dem Posten findet. Schiedsrichter Verns, Kreuzweg, leitete das harte, aber anständige Spiel jederzeit einwandfrei. 2V. Solingen=Schlagbaum gegen TV. Gräfrath 6:0(2.0). Auf dem Sportplatz an der Germanenstraße standen sich beide Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Es entwickelt sich ein spannendes Spiel, wobei vorerst keiner Partei ein Erfolg gelingt. Kurz vor der Haibzeit erzielt Schlagbaum durch gutes Zuspiel 2 Tore. Nach der Halbzeit wird Schlagbaum überlegen und kann dies durch 4 Tore zum Ausdruck bringen. Die Gräfrather Mannschaft enttäuschte in der zweiten Hälfte. Hervorzuheben wäre lediglich der Mittelläufer und Rechtsaußen. Der Sturm der Schlagbaumer war diesmal besser. Die Hintermannschaft und der Torwart waren wie immer gut. Die freie Innung der Lebensmittelkaufleute Groß=Solingen hält heute abend Am Hotel zum Löwen(Ernst Steinigans), in Ohligs, ihre diesjährige Jahres=Hauptversammlung ab. Es werden u. a. sprechen Schlüter vom Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes und Dr. Reinhold vom Westland=Verband. Kundfunn=Programm. Dounerstag, 6. April 1933. 6.45 Uhr! Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach 7,00 Uhr: Wettervorhersage und Zeitangabe. 7,05 Uhr: Morgenkonzert.(Schallplatten.) 8,00 Uhr: Wiederholung der Wettervorhersage, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 9,45 Uhr: Gymnastik für Frauen. Hilde Bremus. 10,00 Uhr: Erste Meldungen, Zeitangabe, Wasserstandsmeldungen. 10,15 Uhr: Meusch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 11.20 Uhr: Schallplattenkonzert. 12,00 Uhr: Unterhaltungskonzert des Westdeutschen Kammer= Orchesters. Leitung: Spitz. 12,50 Uhr: Wetterbericht, Zeitangabe und Mittagsmeldungen. 13,00 Uhr: Mittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Kühn. 14,00 Uhr: Mittagsmeldungen. 14.30 Uhr: Funkwerbung mit Schallplatten. 15,30 Uhr: Wirtschaftsmeldungen mit Zeitangabe. 15.50 Uhr: Kinderstunde. 16,20 Uhr: Aus der Frauenbewegung. Marie Theres van den Wyenbergh: Von der Ausstellung„Die Frau“, Berlin 1933. 16,35 Uhr: Professor Dr. F. A. Schmidt=Noerr: Der Dichter zur Zeit. 17,00 Uhr: Vesperkonzert. Deutsche Hausmusik. Erich Rummel(Klavier), Lilly Metzner(Violine), Trude Fischer(Alt), Toni Breuer(Flöte). Mitglieder des Reichsverbandes deutscher Tonkünstler und Musiklehrer, Ortsgruppe Köln. 17,55 Uhr: Deutsches Vaterland. Dr. P. Brosch: Von seltenen Tieren und ihren Schutzgebieten in Deutschland. 18,20 Uhr: Französische Unterhaltung. Lektor Le Bourgeois— Lektor Noqué. 18,45 Uhr: Wetterbericht, Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht. 19,00 Uhr: Reichssendung: Stunde der Nation. 20.00 Uhr: Erste Abendmeldungen. 20.05 Uhr: Die Welt auf der Schallplatte. Anton Lübke: Auf Holzschuhen. 20,35 Uhr: Aus Theorie und Praxis der Wirtschaft. Dr. Rudolf Wedemeyer: Unternehmerkaufkraft und Arbeitslosigkeit. 21,00 Uhr: Volksmusik aus Westsalen. Mitwirkende: Münsterscher Kammerchor. Leitung: Franz Ludwig. Westfälischer Singechor. Paul Schröder(Lieder zur Laute). Bauernkapelle. 22,09 Uhr: Letzte Meldungen, Bericht über das geistige Leben, Sportbericht. Anschließend bis 24,00 Uhr: Nachtmusik und Tanz. Leit.: Eysoldt. Briefkasten. Fr. M. W. Zurzeit besteht in Solingen der von Ihnen angeführte Bund noch nicht, wird aber in einigen Tagen gegründet werden. Sie erhalten von dem vorbereitenden Komitce Nachricht. „Ein alter Leser.“ Frage 1: Nein: Frage 2: Ja; Frage 3: Für die geschlossene Gruppe einschließlich des Führers wird eine Sammelliste benötigt, deren Ausfertigung bei der Staatlichen Polizei beantragt werden kann. P. H. Ein Radikalmittel gegen die Vertilgung des Holzwurmes ist nur die Auswechselung der schadhaften Teile. Eine Vergasung mit Blausäure dürfte wegen der damit verbundenen Umständlichkeit für Sie kaum in Frage kommen. A. K. Teu beiden Gegenspiesern. S. K. Die von Ihnen gestellte Frage läßt sich von hier aus nicht entscheiden: wenden Sie sich persönlich an die Staatliche Polizei, Abt: Politische Polizei, Wilhelmstraße. V. B. Wenn Ihre Karte während der Zeit, in der Sie ArbeitslosenUnterstützung beziehen die Gültigkeit verliert, ist das Arbeitsamt veripflichtet, die Karte in Ordnung zu bringen. Sonst müssen Sie selbst für die Karte aufkommen. 375, Ohligs. Wenn beide Ehegatten geklebt haben, erhalten beide die Rente für sich. Stirbt der Mann, dann erhält die Frau die ihr zustehende Rente und 20 Prozent der vom Manne geklebten Marken als Steigerungsrente. J. Th. Ihre Beschwerde haben wir an die zuständige Stelle weitergeleitet. Wettervienst des Solinger Tagrbiatter. Wetterkarte von gestern morgen. Erläuterungen zur Wetterkarte von gestern morgen. Das südwestliche Hoch liegt fest. Unser Gebiet aber befindet sich trotz hohem Druck noch im Bereich der feuchten ozeanischen Strömung des Ostseetiefs. Wetterlage von heute morgen. (Melandtentgele eser) Der osteuropäische Wirbel füllt sich über Rußland und dringt weiter vor. Das östliche und mittlere Deutschland steht noch unter dem Einfluß der von ihm nach dem Kontinent beförderten sehr feuchten ozeanischen Luft, die meist Trübung, Regenfälle und Staubregen veranlaßt. In den Lagen über 800 Meter herrscht Frost. In Westdeutschland ist bereits strichweise Aufheiterung eingetreten. Im Industriegebiet herrschen nordwestliche Winde mit einer geschlossenen Wolkendecke. Die Wetterberuhigung wird sich auch bei uns durchsetzen, so daß in der kommenden Nacht mit Aufheiterung zu rechnen ist. Beobachtungen der Solinger Wetterwarte vom 5. April 1933. Wetteraussichten bis Donnerstag abend. Nach kalter, heiterer Nacht strichweise Bodennebel. tagsüber bei schwachen nördlichen Winden wechselnde Bewölkung und heiter. Später etwas milder, bei westlichen bis südwestlichen Winden. Schluß des rodaktionollon Tollon Wenn das Essen schmecken soll, muß es auch sorgfältig und richtig gewürzt sein. Die ideale Würze zur augenblicklichen Verbesserung und Verseinerung noch nicht vollkommener Suppen, Soßen, Fleisch= und Gemüsegerichte ist die altbewährte Maggi=Würze. Berliner Wertpapierbärse von heute. * Freundlich. ST. Berlin, 5. April.(Funkspruch.) Nach den Befestigungen der gestrigen Abendbörsen und den etwas hochgespannten Erwartungen des heutigen Vormittagsverkehrs lagen die ersten oifiziellen Notierungen zum Tell enttäuschend. Die Grundstimmung war aber weiter durchaus freundlich. Eine gewisse Anregung ging neben den schon gestern bekannten Momenten (Boykotteinstellung. Reichsbankjahresbericht, Holzmann-Sanierung) von der freundlichen Veranlagung der Auslandsbörsen und den nach dem Ultimo jetzt schon wieder entspannteren Geldmarkt aus. Allerdings sind die Hoffnungen auf eine Diskontsenkung der Reichsbank kaum begründet, da es sich bei der für Preitagnachmittag einberufenen Zentralausschußsitzung nur um die übliche Sitzung nach der Generalversammlung handelt. Das heute zweifellos stärker vorhandene Publikumsinteresse erstreckte sich in erster Linie auf Spezialwerte. Das Geschäft war in diesen Papieren etwas lebhafter als an den Vortagen, und Kursgewinne von 2-325 waren daher keine Seltenneit. Arbeitereinstellungen regten Deutsche Erdölaktien an, die geplante Uebernahme weiterer Braunkohlenaktien durch das RWE wirkten sich in der Kursgestaltung dieser beiden Unternehmungen aus, aber auch Papiere wie Hamburg-Süd. Reichsbank, Hoesch, die Kalinebenwerte. Conti-Gummi, Akkumulatoren, Orenstein, Schubert& Salzer und Holzmann waren bis zu 3%5 gebessert. Elektrizitätswerk Schlesien zogen auf eine Nachfrage von 4 Mille um 4% an. Aber auch am Markte der festverzinslichen Werte war heute etwas größeres Kaufinteresse festzustellen, kursmäßig waren die Veränderungen aber nicht so erheblich. Die Altbesitzanleihe eröffnete mit minus 1½% etwas stärker gedrückt, holte diesen Verlust aber im Verlaufe wieder auf. Die übrigen deutschen Anleihen lagen eher fester. Bei den Industrieobligationen und bei den späten Reichsschuldbuchforderungen traten Kursbesserungen bis zu ½75 ein. Von Ausländern fielen türkische Werte unter dem Eindruck der Verhandlungen über eine Neuregelung des Auslands-Schuldendienstes mit Besserungen bis zu 13 Pig. auf. Auch im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, Kursveränderungen von Belang waren nicht festzustellen. Am Geldmarkt machte die Entspannung weitere Fortschritte: der Satz für Tagesgeld ermäßigte sich auf 4½%. Die Abdeckung der. Lombardkredite bei der Reichsbank nach dem Ultimo scheint ziemlich beendet zu sein. Am Wechselmarkt traten keine Veränderungen ein. Anfangskurse der Berliner Wertpapierbörse Reichsbankdiskont 4%— Lombardzinsfuß 5% Berliner Devisenkurse. 1 Pfund= 14,415 RM. WTB London, 5. April,(Telegramm.) An der Londoner Börse wurde das Pfund heute mittag 12,50 Uhr mit 14,415 M# bewertet. Ostdevisen. Metalle. 3. 4. 39.00—41,00 37.00—40.50 Berlin, 5. April, Elektrolytkupfer(Wirebars)#### 46,50 für 100 kg netto cif Bremen, Hamburg oder Rotterdam. E Abuerdir.5 Preußisch- Süddeutsche Klassenlotterie. Ziehung 1.Klasse 21.—22. April. Hauptgewinne der 1. Kl. je 2mal: 100000" 50000" 10000 12 mal 5000 u. s. w. ¼ ½ ½ S 10 20 40 Mk. Fast die Hälfte aller Losegewinnen Ich ersuche meine alten Spieler, die Lose zur I. Klasse umgehend einzulösen. Hans sagt. er wird später kom men. Sicher slech wieder diese Blondine achinder -und in wenigen Tagen waren alle meine Milesser und erweilerten Poren verschwunden 20 Ich habe mich leider wieder verspälel, EdithWas hus! Du denn geraacht, Du sichst bonderder auee! Nun, Edith, hast und es hal Ear hefelgt: auchgeholfen. Nei Geissg ½ Hans ist mehr Die jüngsten Erfindungen machen es nun jeder Frau leicht möglich, ihre Haut schnell zu reinigen und zart und weiß zu machen, wie rauh und mißfarbig diese auch immer sein möge Creme Tokalon, weiß, fettfrei, wirkt stärkend, zusammenziehend und aufhellend. Sie dringt sofort ein. Die Reizung der Hautdrüsen wird auf diese Art gemildert und die Hautpoten werden verengt. 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April nachm. 15 Uhr vom Trauerhause, Paulstr. 37, aus Das feierliche Seelenamt ist am gleichen Tage morgens 8.45 Uhr in der St. Clemenskirche. Abholen und Zustellen noch am selben Tage unentgeltlich durch unser Auto. Detten Lobhng Hauptstr. 255 Solingen Tel. 23652. BURTO *—4 PE b#ßböden und Treppon mdsren splöttefrei“ soin! Nehmen Sio Perwuchs Perwachs ist für jeden Posboden das rechte Mittol, es schafft i Nu spiegelkleren Hochglanz, derjedeFußspurunsichtbermacht. Und die Anwendung ist so einfach: Erst hauchdünn auftragen und gleich nachpolieren. Derner: Stor ie Geginaldoss! KEK Für die innige Anteilnahme beim Heimgange meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sprechen wir Allen hiermit unseren herzlichen Dank aus. Frau Carl Rumland und Kinder. Solingen, im April 1933. Hersteller: Thompsen-Wortse 6. m. b. H., Dösseldorf Hichtverseizte aller Klassen verlieren kein Jahr durch Nachprüfung im Herbst. Schwachversetzte kommen schnell auf den Stand der Klasse. 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April 1933, vorm. 10½, an der Gerichtsstelle in Solingen, Wupperstraße 60, Zimmer Nr. 30, versteigert werden, das in Solingen belegene, im Grundbuche von Solingen, Band 15, Blatt Nr. 585(eingetragene Eigentümer am 10. Mai 1932, dem Tage der Eintrogung des Versteigerungsvermerkes: 1. Witwe des Bauunternehmers Eduard Klöck, Auguste geborene Schütz, ohne Gewerbe in Solingen, 2. Alfred Franz Maximiliam Klöck, Kaufmann in Solingen, 3. Luise Josefine Johanna Klöck. ohne Beruf in Solingen, zu 1—3 in ungeteilter Erbenge neinschaft) eingetragene Grundstück Gemarkung Solingen, Flur 2 Parzelle Nr. 2734/73, bebauter Hofraum pp., mit Gebäuden der Rollennummer 330 lit. a) Wohnhaus Nr. 18 und Hausgarten, lit. b) Werkstätte mit Stall, lit. e) Werkstätte, Lagergebäude, lit. d) Anbau, Frühlingstraße Nr. 18, groß 11.32 Ar, Nutzungswert zu a—d zusammen 1065.— RM., Grundsteuermutterrolle Artikel 889. Solingen, den 13. Februar 1933. 6 K. 19/32. Amtsgericht. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll am 19. April 1933, vorm. 11 Uhr, an der Gerichtsstelle in Solingen, Wupperstraße 60, Zimmer Nr. 30, versteigert werden der halbe Anteil der Ehefrau Friedrich Pieper, Maria geborene Meisen in Solingen, an den im Grundbuche von Solingen=Stadt, Band 14, Blatt 526(eingetragener Eigentümer am 7. Februar 1933, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsver“ merks: Eheleute Gärtner Friedrich Pieper und Maria geborene Meisen in Solingen, zu je ½) eingetragenen Grundstücke der Gemarkung Solingen, Flur 4, Porzelle Nr. 332/97, bebauter Hofraum, mit Gebäuden der Rollennummer 1451 litt. b, c. Bachstraße 33, groß 3,76 Ar. Nutzungswert 135.— RM., Flur 4, Parzelle Nr. 1532/113. bebauter Hofraum, mit Gebäuden der Rollennummer 215 litt. a, c, e, g. Dorverstraße 20, groß 5,07 Ar, Nutzungswert 638.— RM., Grundsteuermutterrolle Artikel 789. Solingen, den 22. Februar 1933. 2 K. 15/33. Amtsgericht. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen am 19. April 1933, vorm 9½ Uhr, an der Gerichtsstelle in Solingen, Wupperstraße 60, Zimmer Nr. 30 versteigert werden, die in Solingen belegenen, im Grundbuche von Solingen, Band 55. Blatt 2171(eingetragene Eigentümer am 16. Januar 1933, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerkes: 1. Hermann Durst in Solingen, 2. Max Durst, minderjährig in Solingen, zu je ½ Anteil) eingetragenen Grundstücke der Gemarkung Solingen, Flur 2 Parzelle Nr. 2996/125, Hofraum, mit Gebäuden der Rollennummer 782 llt. b) Wohnhaus Anbanz, lit. c) Stall und Lagerhaus, Kaiserstraße 266, groß 2.49 Ar, Flur 2 Parzelle 2994/125. Hofraum, Kaiserstraße, groß 0.11 Ar, Flur 2 Parzelle Nr. 2387/123, Hofraum pp., mit Gehäuden der Rollennummer 782 lit. a), Kaiserstraße 266, groß 1.10 Ar, Nutzungswert 2800.— RM., Grundsteuermutterrolle Artikei 1649. Solingen, den 13. Februar 1933. 6 K. 121/32. Amtsgericht. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwungsvollstreckung sollen am 19. April 1933, vorm. 10 Uhr, an der Gerichtsstelle in Solingen, Wupperstraße 60, Zimmer Nr. 30. versteigert werden, die in Solingen belegenen, im Grundbuche von Spliugen, Band 57. Blatt Nr. 2246(eingetragenerentümer am 31. Januar 1933, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerkes: Kaufmann Otto Klein in Solingen, Goldstraße 42) eingetragenen Grundstücke der Gemarkung Solingen, Flur 3 Parzelle Nr. 4334/495, Hofraum pp., mit Gebäuden der Rollennummer 396 lit. a), Goldstraße 42, groß 1.35 Ar. Nutzungswert 4750.— RM., Flur 3 Parzelle Nr. 4333/495, Gebäudefläche, Goldstraße 42, groß 0.08 Ar, Grundsteuermutterrolle Artikel 2755. Solingen, den 13. Februar 1933. 2 K. 9/33. Amtsgericht. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll am 19. April 1933, vorm. 11 Uhr, an der Gerichtsstelle in Solingen, Wupperstraße 60, Zimmer Nr. 30, versteigert werden der halbe Anteil des Gärtners Friedrich Pieper in Solingen an den im Grundbuche von Solingen=Stadt, Band 11, Blatt 526(eingetragener Eigentümer am 21. November 1931, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerkes: Eheleute Gärtner Friedrich Pieper und Maria geborene Meisen in Solingen, zu je ½) eingetragenen Grundstücken der Gemarkung Solingen, Flur 4, Parzelle Nr. 332/97, Hofraum, mit Gebäuden der Rollennummer 1451 litt. a Wohnhaus Nr. 33 nebst angebautem Abtritt, litt. b Gewächshaus, Nutzungswert zu a 555.—RM., zu b 90.— RM., Bachstraße 33, groß 3,76 Ar, Flur 4, Parzelle Nr. 1532/113, bebauter Hofraum, mit Gebäuden der Rollennummer 215 litt a. c. e g, groß 5,07 Ar, Dorperstraße 20, Nutzungswert zusammen 638.— RM., Grundsteuermutterrolle Artikel 782. Solingen, den 22. Februar 1933. 6 K. 91131. Amtsgericht. Versteigerung. Im Auftrage der städt. Steuerkasse Solingen werden wir am Samstag. dem 8. April 1933, mittags 12 Uhr, vor dem Hause des Wirtes Paul Möller, hierselbst, Kölnerstraße Nr. 141, folgende gepfändete Sachen versteigern: 1 Schreibtisch, 1 Schreibmaschine, 1 Reg.=Kasse, 1 Klavier, 1 Grammophon, 1 Radioapparat, 1 gr. Spiegel, 1 Ofen, 1 Standuhr, 1 Wanduhr, 1 Sofa, 1 Nähmaschine, 1 Gasofen, 1 Presse, 1 Schleifmaschine, 1 Kastenwagen, ferner 1 Hund, sowie Möbelstücke und Hausstände aller Art. haltungsgegen An Ort und Stelle werden wir am gleichen Tage und zur selben Stunde versteigern: 1 Kleiderschrank, 2 Nachttische, 2 Stühle, 2 Bettstellen mit Zubehör. Treffpunkt der Käufer 11.45 Uhr. vorm. SolingenLandwehr 59. Solingen, den 5. April 1933. Die Vollziehungsbeamten. I Städtische Gastsplele, Böllngen 19. Vorstellung(Abonnement A) Montag, den 10. April 1933, Anfang abends 8 Uhr, Ende gegen 23 Uhr, Solingen-Kaisersaal: Sarmen Oper von Bizet. Titelrolle: Helens Braun, an d. Stadttheater Wiesbaden verpflichtet. 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Man wußte bis dahin nur, daß sie sich mit falschen Unterlagen Krankengeld hatte besorgen wollen Das Fräulein benahm sich denn auch so, als ob es zum ersten Male fehlgetreten sei: bei seiner Verhaftung warf es sich schreiend und weinend zur Erde, sodaß die Beamten Schwierigkeiten hatten, sie aus dem Gedränge der mitleidigen Zuschauer zu entführen. Auf der Wache weigerte sie sich standhaft, ihren guten Vatersnamen anzugeben und erzählte, daß sie ihre angesehene Familie und vor allem ihren in hoher Staatsstellung befindlichen Bräutigam nicht kompcomittieren dürfe Ueber ihren Lebenslauf berichtete sie, sie sei von klein auf im Brüsseler Kloster„Sacré Coeur“ erzogen worden, ihre vermögenden Eltern habe sie leider nie gesehen Zuletzt sei sie bei einem Solinger Fabrikanten in Stellung gewesen, dessen Name sie gleichfalls aus persönlichen Gründen verschweigen müsse; von bitterster Not getrieben, habe sie mit dem mißglückten Betrugsversuch bei der Remscheider Krankenkasse erstmalig den schmalen Pfad der Tugend verlassen. Die märchengewohnte Polizei war jedoch nicht geneigt, auf die hochwohlgeborene Dame entsprechende Rücksicht zu nehmen, vielmehr hörte sie sich bei ihren Kollegen in der Nachbarschaft ein wenig um und erfuhr so, daß eine Betrügerin, auf die die Beschreibung der Festgenommenen paßte, sich anderorts erhebliche„Verdienste" erworben habe. Sowohl beim Solinger, wie auch beim Remscheider Wohlfahrtsamt hatte die junge Dame mehrere Monate hindurch mit eigenhändig ausgefertigten und schon gestempelten Ausweisen und Zeugnissen Unterstützungen erschwindelt, desgleichen war die Vohwinkler OrtskrankenAus dem Khein Wappes kirim? Die erste Stadtverordnetensitzung in Burg. Hindenburg und Hitler zu Ehrenbürgern ernannt. Umbenennung von Straßen und Frischer Frühlingswind weht über die deutschen Gaue, reinigend, erfrischend und belebend. Letztes morsches Geäst muß falien. Jugendfroher Geist, gepaart mit tiefstem Wollen und heißer Liebe zu Volk und Vaterland, hat sich durchgerungen, schafft neue Formen und wirkt sich aus, soweit„die deutsche Zunge klingt". Wer es noch in Burg nicht wußte, den klärte die gesttige Bau= und Grundstückskommission: J. Ringelgen, Fr. Schoch, H. Schäfer. W. Rautenbach. Städtische Gebände: E. Holthaus, K. Zinsenheimer, Aug Wasserwerks=Kommission: H. Fritz, R. Kaltum, R. Schmeling. Rechnungsprüsungskommission: E. Klein, K. Saul, W. Flügel, O. Langenkamp... Setritum u. Wohlfahrts=Ausschuß: W. Zarnikow, Aug. Wieden, Aug. Rzimski, E. Springwald. Ortsausschuß für Jugendpflege: Aug. Wieden, H. Hager, E. Fürst. E. Zink, K. Zinsenheimer, R. Marx. Tc.=mutati#: W. Zarnikow, P. Kalkum, Fr. Becker, H. Sitzung der Stadtverordneten=Versammlung auf. Zwischen Wahl] Schuldeputation: W. und erstem Zusammentritt des neuen Stadtparlaments haben sich getsch grundlegende Aenderungen vollzogen. Der Sitzungssaal des In allen Kommissionen ist für die Bürgerliche ArbeitsgemeinRathauses hätte die Zuhörer nicht fassen können; vorsorglich schaft ein Sitz, der fünfte, offengehalten. Nennungen dafür, sollen hatte man den Saal des Hotels Baffrath hergerichtet. Umrahmt im Laufe, dieser Woche bei der Verwaltung eingehen. Weiter van den Fahnen des alten und jungen Deutschlands, mahnten die wurde noch ein Kontroll= und Ueberwachungsausschuß gewählt, Bilder der Führer unserer Nation, Hindenburg und Hitler. Reich= bestehend aus drei Mitgliedern der R. S. D. A. P.: Aug. Wielich hundert Zuhörer wollten das Erlebnis der ersten Stadtrats= Lan&E; Holthaus und H. Knetsch. grundlegende Aenderungen volliggen. Der Sitzungssoal Rathauses hätte die Zuhörer gicht fassen können; vorsorgl hatte man den Saal des Hotels Paffraxy hergerichter. umrayn von Bilder lich hundert Zuhörer wollten das Erlebnis der ersten, Stadtrats= Hentf'E. Hosthaus und H. Knetsch. sitzung nach der deutschen Erhebung an der Quelle in sich auf Für die Beigeordneten=Wahl waren vier Vorschläge eingenehmen. Bunkt 5 Uhr eröffnete Bürgermeister Zimmermann ungen, davon war einer ungültig, da er von Nicht Stadtverorddie Sitzung mit der Feststellung, daß die geladenen neuen Stadt= steten eingereicht worden war. Der Vorschlag der N. S. D. A. P. verordneten anwesend seien. Dann wies er darauf bin, daß neben lautete: Aug. Wiedep, E. Fürst. Die zwei weiteren Vorschläge der Neugestaltung der politischen Verhältnisse im Reich und den waren für E. Haseneleber. Im ersten Wahlgang wurde Aug. WieLändern auch in den Gemeinden große Veränderungen zu ver: Hen gewählt, die beiden anderen hatten gleiche Stimmenzahl, zeichnen waren. Die örtliche Selbstverwaltung solle gewahrt so daß erst Stichwahl, und dann, nachdem nochmals gleiche Stimwerden und die Maßnahmen, der nationalen Regiertxa in Neiy menzahl gezählt wurde, das Los entscheiden mußte. Das Los entstützungen erschwindelt, desgleichen war die Vohwinkler Ortskranken= werden und die Maßnahmen, der nationalen Regierung in Reich menzahl gezählt wurde, das Los entscheiden mußte. Das Los entkasse von ihr hinters Licht geführt worden. Die Haupterfolge hatte sie und Staat durchgeführt werden. In Burg sei, im Gegensatz Jussgginh für E. Fürst. Die Reihenfolge in der Vertretung ist: 1. während ihrer Solinger und Remscheider Zeiten auf Kosten der Reichs= anderen Gemeinden, die Stadtverordnetenwahl nicht nach po= schied für E. Gu#### nrschriere Heigen guf nosten der Viriche post in Wuppertal erzielt, indem sie Nachnahmesendungen mit wertvollen Pelzmänteln oder Jacken durch ihre Stempelkünste ohne Bezahlung in ihren Besitz brachte Auf dentselben Wege hätte sie auch beinahe einen teuren Brillantschmuck„erworben“, der Schlag war aber mißlungen, weil die Post sich diesmal bei dem Absender erkundigt hatte, ob es mit der Aufhebung der Nachnahme seine Richtigkeit habe „Tragisch“ an diesem Fall war, daß die Betrügerin von sich aus auf der Zusendung per Nachnahme bestanden hatte, obwohl der Juwelier so vertrauensvoll gewesen war, ihr die Mitnahme des Schmucks ohne Bezahlung anzubieten.— Mit all diesen Sachen wollte die„junge Dame" anfänglich garnichts zu tun haben, nichtsdestoweniger schrieb sie später aus dem Untersuchungsgefängnis ein Kassiberchen an ihre Schwester, in dem sie flehentlich bat, sie herauszureißen; ein Freund solle kommen und sie als seine schmerzlich vermißte Frau legitimieren, sie werde ihm das mit„30 Mark für einen vergnügten Tag gutmachen" und alles übrige„tausendfach durch Wohltaten vergelten“. Warum sie so schamhaft um die Verheimlichung ihres„guten Namens“ besorgt war, wurde der Polizei klar, als von der Berliner Zentralstelle die Auskunft eintraf, daß es sich bei der Festgenommenen um die vielfach und schwer vorbestrafte Hausangestellte Marta D. aus Bochum handele. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht gab Marta unter vielen Tränen alles bis auf die Diamanten zu, jedoch konnte sie auch in diesem Fall durch Zeugenaussagen und Schriftsachverständigen=Gutachten überführt werden. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtstrafe von 21 Monaten Zuchthaus und Ehrverlust gegen sie. Das Gericht kam jedoch ihrer Bitte, sie doch nicht ins Zuchthaus zu schicken, nach, es verurteilte sie wegen schwerer Urkundenfälschung in 6 Fällen in Tateinheit mit Betrug im Rückfalle zu 2 Jahren Gefängnis.(m.) Neuer Geschästsführer der Remscheider wv. Remscheid. 4. Avril. Durch einstimmigen Beschluß der Vorstandes der Ortskrankenkasse und mit Genehmigung de Oberversicherungsamtes Düsseldorf ist der bisherige Leiter de Betriebskrankenkasse der Bergischen Stahlindustrie und Geschäftsführer des Verbandes der Betriebs= und Innungskrankenkassen Groß=Remscheids. Willi Oestreich, zum Geschäftsführer der Remscheider Allgemeinen Ortskrankenkasse ernannt worden. Der bisherige Ortskrankenkassendirektor Otto, der schon über 30 Jahre tätig war, ist in den Ruhestand getreten. underen Gemeinden, bil Stadlbelklomnhaay—.— litischen Gesichtspunkten durchgeführt worden, jedoch werde sich die Stadtverordnetenversammlung zum neuen, nationalen Staat bekennen. Jeder müsse das stolze Gefühl haben, am Webstuhl der Zeit zu sitzen. Am Schluß forderte der Bürgermeister auf, sich zu Ehren des Reichspräsidenten von Hindenburg, des Volkskanzlers Adolf Hitler und der Reichsregierung zu erheben und ein „Siegheil“ auszubringen. Anschließend wies der Vorsitzende„darauf hin, daß dieses Stadtverordneten=Kollegium das dritte in seiner Burger Tätigkeit sei. Er hoffe, daß gegenseitiges Vertrauen und Liebe zur Stadt Burg das einigende Band für dieselbe sein möge Alsdann verpflichtete er die Vertreter der Bürgerschaft durch Handschlag. Der Sprecher der N. S. D. A. P., Aug. Wieden, erklärte folgendes: Nachdem am 5. März 1933 das deutsche Volk in einer überwältigender Mehrheit der nationalen Regierung sein Vertrauen ausgesprochen hatte, wurde am 12. März 1933 auch der hiesige Stadtrat neu gewählt. Es ist wohl allbekannt, daß in Burg die Entwicklung der Dinge nicht so schnell fortschreitet, wie im übrigen Preußen, denn sonst hätte man das Gebot der Stunde erkannt und nicht sieben Listen aufgestellt. Man hat in Burg mit einer geradezu schmutzigen Wahlpropaganda gearbeitet und mich als Spitzenkandidat der N. S. einen„Ausländer“ bezeichnet. Gewisse Kreaturen haben noch immer nicht begriffen, daß die Zeiten vorbei sind, wo jeder sein eigenes Süppchen kochen kann und haben daher eigene Listen aufgemacht bezw. sich mit Gleichgesinnten verbunden, statt sich der großen nationalen Bewegung zur Verfügung zu stellen. Man gründete einen Spießbürgerblock u will damit sein Glück versuchen. Aber ein Programm aufzustellen, wagr man nicht; man will sich gewissermaßen in die nationale Bewegung einfühlen. Ja: meine Herren! Sie scheinen den neuen Geist noch immer richt erkannt zu haben. Sie glauben, das Steuer im alten Fahrwasser weiter drehen zu können. Jetzt weht der Wind aus einem anderen Loch. Wenn Sie aber glauben, noch Schusterpolitik treiben zu können, so haben Sie sich gründlich geirrt. Die Vertreter der N. S. D. A. P. werden dafür sorgen, daß jedem Bürger seine Lebensrechte gewährt werden und das Wort:„Gemeinnutz vor Eigennutz“ in die Tat umsetzen. Wir arbeiten nach vorgeschriebenem Regierungsprogramm und sind angewiesen, solches unbedingt durchzusetzen. Sollte es einer wagen, uns daran zu hindern, dann können wir versichern, daß er in 24 Stunden kein Stadtverordneter mehr ist. Das Spießbürgertum mit seiner Hintertürenpolitik, welches seit Jahren hier gepflegt wurde, hat ausgespielt, deshalb war eure Wahl eigentlich zwecklos. Ihr seid nur noch eine Jo: Jo=Gesellschaft mit beschränkter Macht, denn zu bestimmen haben Sie Standestagung des 95B. in Barmen. wv. Wuppertal, 4. Aoril. Der Gau Niederrhein=Westfalen im Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband hatte die Abgeordneten seiner 135 Ortsgruppen zu seinem 32. Gautag nach Barmen eingeladen. Zum Jahresbericht sprach der Kreisgeschäftsführer Kastenbein, Düsseldorf, eingehend über sozialvolitische Fragen. Er berichtete über die außerordentlich schlechte Lage großer Teile der Kaufmannsgehilfen im Gaugebiet, die durch den Abbau der Tarifgehälter, Streichung der Leistungszulagen und Kurzarbeit gekennzeichnet sei, und über die Sonntagsruhe und ihre immer häufiger werdende Durchbrechung. Er erläuterte, wie sehr mit der Freigabe von Sonntagen für den allgemeinen Verkehr lediglich den Warenhäusern in die Hand gearbeitet werde. Mit einem Festabend„Bismarck und das Reich“ und dem 21. Kaufmannsgehilfentag des Gaues Niederrhein=Westfalen fand die Tagung ihr Ende. Internationaler Hoteldieb erbeutet für 50000 Mark nichts mehr und haben zu allen Anträgen der N. S. D. A. P.=Fraktion Ja und Amen zu sagen, ob es Ihnen paßt oder nicht. Sollten Sie durch Stimmenmehrheit überstimmen, dann haben wir eben kein Interesse mehr an Ihrer Mitarbeit und werden veranlassen, daß das Parlament aufgelöst wird, da dann eben keine aufbauende Arbeit im Sinne der nationalen Regierung gewährleistet ist. In diesem Sinne Heil! Aug. Wieden. 2. E. Fürst.. g7. P 26 Bei der Neuwahl der Vertreter für die vorläufige Verbandsversammlung des Wupperverbandes wurden gewählt auf Vorschlag der N. S. D. A. P.: Aug. Wieden, Fürst und Schild. Unter Verschiedenes teilte der Vorsitzende die Verlängerung der Gültigkeitsdauer einiger Steuerordnungen mit. Einstimmig angenommen wurden dann noch folgende Anrräge 1 Der Reichspräsident von Hindenburg und der Reichslanzler Adolf Hitler werden zu Ehrenbürgern der Stadt Burg an der 23. Die Rüngstenerstraße wird in Adolf= Hitlerstaßze umbe3. Die Rühlenstrade von Brücke, gIGtraße ateg,eria, Künzgge Schloß(Rober gemeinhia Schloßplatz genannt) erhält die Bezeichnung Hermann=Göring5. Kein Mitglied des Stadtverordnetenkollegiums und kein Mitglied der städtischen Kommissionen darf eine Arbeit oder Lieferung für die Stadt annehmen oder ausführen, damit in der Bürgerschaft endlich mit der Ansicht aufgeräumt wird, daß die Mitglieder der Stadtparlamente und Kommissionen nur eigene Die inhaltreiche und entscheidende Sitzung wurde mit dem Deutschlandlied geschlossen. Leichlingen eles Leichlinger Schulangelegenheiten. Der Lebrauftrag des Schulamtsbewerbers Franz Marker von der Sammelschule ist zurückgezogen worder.— Da Neuaufnahmen in die Sammelschule nicht mehr erfolgt sind, wird diese fortan bis zur Auflösung einklassig bleiben. Die Schule zählt heute noch 53 Schulkinder.— Von der Regierung ist an Stelle des mit Ahlauf des letzten Schuljahres wegen Erreichung der Altersax##### in den Ruhestand versetzten Lehrers Becker von der Schule Uferstraße der Schulamtsbewerber Hoffmann von Hückeswagen an die Schule Userstraße überwiesen worden.— Ferner hat die Regierung den Schulamtsbewerber Wit aus Gladbach=Rherdt nach hier überwiesen, und der an der edangelischen Schule in Bennert unterrichten wird. Der kaltbnalen Regierung Ferrahtnnserr Der Ansprache folgte das Horst=Wessellied. Während der Mann Selbstmord beging, Klarb die Frau ne echeich. wp. Opladen, 4. April. Nach einer Familienstreitigkeit hat in dem benachbarten Lützenkirchen ein seit längerer Zeit erwerbsloser Anstreicher seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Die kränkliche Ehefrau hatte sich nach dem Streit zu Bett gelegt und ist kurze Zeit später an Herzschwäche gestorben, ohne von dem Selbstmord ihres Mannes etwas gewußt zu haben. Selbstmord auf den Schienen. Der Kopf vom Rumpfe getrennt. wp. Wermelskirchen, 4. April. Heute früh wurde auf der bis zug, Egtscheidung der Aufschtobzhörde, Egigen hegr:(Strece Wermelslirchen— Hilgen eine verstämmelte lasung der K. F. D.Vertreter. Von ven uotigen.. pe:—.——. Junliche Leiche gefunden. Ee handelt sich um einen 20 Jahre sprucht die N. S. D. A. P in allen Kommissonen vier Sitze, die giten P andwirischaftegehilfen, der sich aus geringnbedinate Rehrheit Für diese Forderung Eimpten von den ziigen Famistenzwistigleiten dor einen Zus gewasen hate. Der Stadtv. Niebch begrüßte die nationale Erhebung, die Aufrichtung einer stabilen Regierung und betonte den Willen der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft, mit allen, die zur Stadt Burg, zum Bergischen Lande und zum Vaterlande stehen, gemeinsam Aeber die Gültigleit der Wahl wurde Beschluß geigbzig Ein, sprüche waren nicht eingegangen. Eine neue Geschäftsjuhrung soll in der nächsten Sitzung festgelegt werden. Bei der Wahl der städtischen Kommissionen, die aus je sechs Mitgliedern, wie bisher, bestehen sollen, wurde je ein Sitz offengehalten bis zur Entscheidung der Aufsichtshehörde über die Zuuxbedingte Mehrheit. Für diese Forderung stimmte 10 Stadtverordneten 7. Es gelten also als gewöhlt: Finanzkommission: Hugo Knetsch, E. Fürst, P. Kalkum, G. Aust. jugigen Familienzwistigkeiten vor einen Zug gewor# Leiche war der Kopf vom Rumpf getreunt worden. wv. Köln, 4. April. Die Kriminalvolizei beschäftigt sich augenblicklich mit einem großen Hoteldiebstahl, dessen Opfer ein nach Köln versetzter höherer Gerichtsbeamter geworden ist. Dieser Beamte traf Mitte März hier ein und nahm bis Ende des Monats seinen vorläufigen Wohnsitz in einer Pension in der Nähe der Domstraße, um die Vorbereitungen der Uebersiedlung seiner Familie nach Köln zu treffen. Am Freitag vergangener Woche erschien in dem Hotel ein etwa 30jähriger Mann, der sich Gustav Klinas nannte und vorgab, volnischer Staatsbürger zu sein. Klinas erhielt ein Zimmer angewiesen, das unmittelbar an den Raum angrenzte, der von dem Beamten bewohnt worden war, und wo sich noch ein großer Ueberseekoffer befand, der später abgeholt werden sollte. In diesem Reisekoffer waren u. a. Schmucksachen im Werte von etwa 30 000 Mark enthalten, ein alter Familienschmuck mit 14 Diamanten, ein Kollier mit zwei großen indischen und zwei kleinen Diamanten, eine Damenuhr, mit Brillanten besetzt. Platinnadeln u. a. mehr. Als der Beamte gestern abend den Koffer abholen wollte, war der Schmuck verPolilische Karitatur. John Bull zu Indien: ich will nicht„nein hören ständnis!“ („The Irish Preß“, Dublin). „Hier bringe ich dir die Fracheit, aber .... gut, Stillschweigen ist Einver schwunden. Als Dieb kommt zweisellos Klinas in Frage, der seinen ursprünglich für einen Tag vorgzkehenen, Ziz=Pheie chan einen weiteren Tag ausdehnte. Verputlich vat er Dre gesergfung ausgekundschaftet, sich am nächsten Lag Nachschlüssel besorgr und dann den Diebstahl ausgeführt. In einer von Klinas zurückgelassenen Weste wurde eine Perle gefunden, die aus dem Raub berrührt. Die Kriminalvolizei hat alle Maßnahmen zur Ergreifung des Täters getroffen, da sie vermutet, einem internationalen Hoteldieb auf der Spur zu sein. Fern=D-Zug überrennt Fuhrwerk. Lenkerin und Pferd tot. wp. Viersen, 4. Avril. Heute nachmittag, kurz nach 3 Uhr, überrannte der Fern=D=Zug 26 Berlin—Paris auf der Strecke Krefeld—M.=Gladbach zwischen den Bahnhöfen Anrath und Viersen an einem durch fernbediente Schranke gesicherten Uebergang ein einspänniges Fuhrwerk, das von einer jungen Frau gelenkt wurde. Das Gespann wurde von der Lokomotive erfaßt und vollständig zertrümmert. Die Lenkerin und das Pferd konnten nur tot geborgen werden. Nach etwa halbstündiger Verspätung setzte der Fern=D=Zug seine Reise fort. Die Untersuchung über den Vorfall ist eingeleitet. R539. im Nuhrgebiet am stärksten vertreten. wv. Bochum, 4. April. Von den Betriebsratswahlen im Ruhrbergbau liegt jetzt das vorläufige Gesamtergebnis vor, und zwar von 141 Schachtanlagen. Auf dreizehn Schächten wird später gewählt. Es haben erhalten: NSBO. 46 595, freie Gewerkschaften 46197. Gewerkschaft christlicher Bergarbeiter Deutschlands 34 527, R6O. 14038. Deutsche Arbeiter 5983, Kampfblock Schwarzweißrot und Stablhelm 2275, Hirsch=Duncker 103 Stimmen. Sonstige und ungültige Stimmen 1331. Schwerer Unsal auf dem Bremer Hauptbahnhof. Zwei Bahnbeamte getötet. enb. Bremen, 4. April. Auf dem Bremer Hauptbahnhof wurden zwei Ueberwachungsbeamte der Reichsbahn, als sie einem aus Richtung Vegesack kommenden Personenzug ausweichen wollten, von dem aus Hamburg herankommenden Eilzug erfabt und lauf der Stelle getötet. Beide Beamte waren FamiliennäteFurchtbare Familientragödie in einem ostpreußischen Dorf. enb. Königsberg, 5. Avril. Eine surchtdare Famie lientragödie wurde am Dienstag in dem kaum 1000 Einwohner zählenden Marktflecken Jedwabno, Kreis Neidenburg, aufgedeckt. Nachbarn des Malermeisters Sch. war es seit Tagen aufgefallen, daß sich in dessen Wohnung niemand rührte. Dienstagabend drang man nun in das Haus ein. In der Küche wurde der Malermeister mit einem Nevolver in der Hand tot ausgesunden. Frau Sch. und ein dreijähriges Töchterchen lagen erschossen in ihren Betten. Der siebenjährige Sohn des Malermeisters war durch einen Schutz im Gesicht schwer verletzt. Er wurde sofort ins Jedwabnoer Krankenhaus gebracht. Der Hergang und der Beweggrund zu der Tat und gbchert. Eingekandt.) Herrn Stiller zur Antwort. Meine Bezüge als Vorsitzender des Handwerksamtes wurden nicht „herabgesetzt“, sondern ich verzichtete freiwillig auf 20 Prozent und nicht erst„seit kürzerer Zeit“, sondern in der Sitzung des Vorstandes am Die Vezäge von wonalich 80— Neichimack, als Grsch sr, lagen und Aufwand“, setzt Herr Stiller immer wieder aus durchsichtigen Herr Schlüter, der Reserent, hat nicht nur gleich nach der Versammlung erklärt, die Angaben habe ihm Stiller gemacht, sondern er wicher: holt diese Angabe in seiner öffentlichen Erklärung. Bei dieser Sachlage setzt sich Herr Stiller zweckmäßig mit Herrn Schlüter ausernander Herr Schlüter hat öffentlich und uneingeschränkt seine Aeußerungen bedauert. Das genügt. Meistermann. Aesetnt Au. Aaur Gereier. e. e.. c. ee. uun de nich unforssmmee Ot Gortitleitung des Gelt un Solinger Tageblatt Nr. 81 124. Jahrgang SUPRSErTGFe Gtia Nander Mittwoch, den 5. April 1933 Die Persohnenkent II der Wutschart des neuen keiches. „Der zwecklose oder zweckerlöste Unternehmer.“ Eine Zuschrift aus Kreisen der kleinen Solinger Fabrikanten. In unserer Ausgabe vom vergangenen Samstag veröffentlichten wir unter dem gleichen Titel einen vielbeachteten Aufsatz eines langjährigen Mitarbeiters, in dem Grundsätzliches über die Einordnung des Persönlichkeitsbegriffes in die kommende politische, wirtschaftliche und soziale Neugestaltung des deutschen Lebens sowie über die Sinnwandlung des Wortes„Persönlichkeit“, gesagt wurde. Welches Echo diese verständigen Ausführungen in unserem Leserkreise gefunden haben, zeigt die nachfolgende Zuschrift eines kleinen Solinger Fabrikanten, die den Ausführungen unseres Mitarbeiters in allem Grundsätzlichen zustimmt und sie in einigen Punkten noch etwas ergänzt. Wir empfehlen auch diese Auslassungen, die sehr zum Nachdenken anregen, dem Interesse unserer Leserschaft, Die Redaktion des„Solinger Tageblattes“. Nichts Neues, aber etwas gutes Altes. Was der Solinger Fabrikant schreibt. Es war dankenswert, die unter diesem Obertitel in dieser Zeitung gemachten Ausführungen über den neuen Unternehmer zu lesen. In der Tat sind sie, wie ich glaube, voll und ganz gut zu heißen. Wenn man solche Ausführungen liest, kann dem Beobachter zeitlicher Entwicklung, dem Vergleicher von Gestern und Heute, von Vordem und Jetzt vielleicht nicht selten ein Wundern ankommen: Warum hörte man das bisher nie oder nur In nicht verpflichtenden Schlagworten und Phrasen, aus denen in der Regel nichts als ein krampfhaftes, festrednerisches Bemühen, eine Art Minderwertigkeitskomplex vor einer Haltung, die man haben sollte, aber nicht hatte, herausklang?! Darum: Freuen wir uns doppelt, wenn hier eine warmherzige Attacke geritten wurde. Es gilt für jeden, der das Echte noch fühlt, sich solchen Attacken anzuschließen, um kundzutun, daß solche Reiter nicht mehr einsame Reiter über dem Bodensee sind, sondern daß sie Gefährten haben, und daß diese wachsen müssen an Zahl zum Reiterheer, zu einem Kreuzzugsheer, das, wie im Mittelalter, religiöse, in unserer Zeit, wirtschaftliche Hochziele zu erkämpfen, auszieht. Es gilt für alle, die auf der Ebene solcher Gesinnung stehen, sich festzumachen in dieser Gesinnung, diese Gesinnung sich auch im Einzelnen auszudeuten. Sonst besteht hier und da für den Böswilligen oder Abgestumpften immer noch die Gefanr, sich am Schlagwort zu berauschen oder noch das alte„Persönlichkeitswort“ anzublinzeln, das, wenn es von Verantwortung sprach, das eigene Wohl, die eigene Stellung, meinte, etwa in dem Sinne des Spruches:„Sie reden von der Bibel und meinen Kattun". Solchem Mißverständnis können die Ausführungen über die Pflicht des Unternehmers„in der harten Rücksicht auf das Gemeinwohl zu schaffen“ immerhin noch vertallen. Die berechtigte Frage des Praktikers bei solchen Ausstellungen lautet immer, wo liegt das Kriterium dafür, wenn eine Unternehmerleistung schädlich oder nützlich ist für das Gemeinwohl?! Man weiß und fühlt sofort, daß hier der tiefe Abgrund liegt, über dem hinweg man sich nicht mehr die Hand reichen wird. Ist die Solinger A-Pig.-Rasierklinge gemeinwohlschädlich? Ja. Gut Die 1-Pfg.-Klinge? Ja, mit Widerspruch. Die 1½und 2-Pfg.? Nein, mit Widerspruch. Die 3-Pig.-Klinge? Nein und noch teilweises Ja. Aehnlich das billige Galalithbesteck! Das billige Backenbesteck! ist es gemeinwohlschädlich? Um die Antwort vorweg zu nehmen: Nach dem neuen, gesunden Geist der Wirtschaft ist diese Solinger Ware wie alle ähnliche, billige Industrieware, schädlich. Es entspricht dem gesunden Geist, wenn er die Schädlichkeitsgrenze so hoch wie möglich heraufsetzt, d. h. also auch noch die generellen Nützlichkeitsbehauptungen(Nutzen im echten Gemeinwohlsinne) einer Mehrzahl, die eine Arbeit als echt nützlich behauptet und nur vereinzelt Widerspruch findet, als verdächtig und nicht zureichend beurteilt werden. Grund: weil die Mehrzahl der Menschen im Sinn der schlechten Nützlichkeit verseucht ist. Und noch eins im voraus gesagt: Es handelt sich in Wahrhelt nicht um etwas Neues, das hier gesagt wird, um keinen reuen Wirtschaftsgeist, sondern um etwas altes, um einen alten Wirtschaftsgeist. Schuld an dieser kleinen Zeiteitelkeit, die sich ein wenig brütet, ist mehr als ein Jahrhundert Liberalismus und Kapitalismus, der das alte Gut des gesunden, mittelalterlichen Wirtschaftsgeistes vertan hat, als er den„homo oeconomicus“ von Wirtschaftsmenschen, die Welt der Wirtschaft getrennt von der des Geistes, Gesetze der Wirtschaft getrennt von solchen des Menschen, einen falschen Nutzen für die Wirtschaft allein statt des echten für den Menschen, konstruierte, als er den Menschen für die Maschine da sein ließ, statt umgekehrt, den Menschen für die Wirtschaft, statt die Wirtschaft für den Menschen, der Liberalismus, der nicht wahr haben will, daß der Mensch das Maß aller Dinge ist, der weltanschaulich Nietzsches Uebermenschen umarmt und dem wirtschaftlich eine losgelöste, vom Menschen in die Sterne rasende Technik das Maß seiner Dinge sein möchte. Das sehen und sich bescheiden und sagen: Wir bringen eine alte Wahrheit, wenn wir vom neuen Geist der Wirtschaft sprechen, ist Pflicht und Forderung. Ueber das neue Zeitgeschehen wird man richtiger das Wort aus den Meistersingern setzen:„Verachtet mir nicht“, denn irgendein anderes jugendkühnes Wort. „Leistung, die dem Gemeinwohl frommt“, sagten wir, kann noch mißverstanden werden. Das Kriterium, das Urteil der Kollegen, der Oeffentlichkeit darüber, was schädlich und was nützlich ist, zeigt sich schwankend und ist Irrtümern unterworfen, ja, es muß vielfach im Menschen neu geweckt, neu geboren werden, wenngleich das Urtell der Menschen als das wesentliche Kriterium, das einzige sogar anerkannt werden soll. Die Aufgabe ist, das Kriterium sachlich zu vertiefen, das Urteilsvermögen zu schärfen. Danach wird man feststellen müssen: Ein Unternehmer, eine Unternehmerleistung wirkt dann nützlich, wenn sie in einem posttiven Sinne zwecklos oder zweckerlöst ist. Was heißt das? Es gibt darüber eine Philosophie, aber diese Philosophie ist so gut, ist so sehr Leben, daß sie überall in der Wirklichkeit zu erhärten ist, so daß uns ohne Bedauern über den Zwang zur Kürze erlaubt ist, sie in praktischen Worten zu sagen und an einem Beispiel klar zu machen. Ein schönes Beispiel aus den Lohnkämpfen in der Solinger Industrie passierte, als ein Gewerkschaftsvertreter einem führenden Fabrikanten grob zurief: Ob er seine Fabrik nicht führe, um Geld zu verdienen, um reich zu werden? Der Unternehmer wußte nicht zu antworten, und seine Haltung war gut. Dem Lauten wäre nichts klar zu machen gewesen. Ihm war Schweigen gegenüber die richtige Haltung. Elnem Ernsten, einem Stillem aber hätte der Fabrikant vielleicht so geantwortet:„Gewiß, ich arbeite, um Geld zu verdienen, das muß ich, um leben zu können. Mir aber jedenfalls gilt das Geld nur nebenbei, es ist mir nicht die Hauptsache, ich fabriziere aus Freude am Werk. Ich habe Freude am Fabrizieren und würde mnich in einem anderen Beruf nicht wohl fühlen. Leider zwar, ist es wahr geworden, daß so viele Fabrikanten nur um des Geldes willen arbeiten, denen die Güte ihrer Ware gleichgültig ist, lch dagegen freue mich über eine gute Schere und gebe persönlich streng acht, daß nur gute Scheren gemacht werden. Jene Kollegen arbeiten anders: Sie interessiert die Schere nicht mehr, sondern der Umsatz, die Bilanz, der Ueberschuß; ich habe noch keine Schleuderbestellungen angenommen und nehme auch keine an. Jene denken so: Das Scherenmachen, ihren Beruf und sein Ziel, die Schere, sehen sie gar nicht mehr, sie haben sie negativ verzwecklicht. Dieser neue Zweck stellt sich abseits von der Schönheit der Sache, die in sich selbst Zweck genug ist, ein Selbstzweck, sich selbst genug, nicht mehr weiter erklärbar und als solcher und in diesem Sinne zwecklos oder zweckerlöst. Man kann eben glücklich sein als Scherenmacher, basta! Jene nun, weit entfernt davon, hängen sich an den negativen Zweck, d. h. den des Ueberschusses Im Geldverdienen. Dieser negative Zweck gebiert wie eine Amöbe fortdauernd ins Unendliche weitere negative Zwecke: genau gesehen, soviel, als die Welt Dinge birgt, mindestens aber begehrenswerte Dinge birgt: Zum Beispiel verleitet der Ueberschuß, eine Villa zu bauen, dann ein Landhaus weit vom Ort, dann ein Auto, dann Reisen, dann Weltreisen und so fort. Meine falschen Kollegen sind in der gierigen Haltung: Ihnen wird alles Mittel zum Zweck, zum Zweck ihrer Genußsucht. Ihnen ist die Schere nicht mehr Selbstzweck, wie sie es mir ist. Mir geht es umgekehrt wie ihnen: Aus der Riviera mache ich mir nichts. Habe ich einmal vier Wochen lang keine gute Schere gesehen, habe ich Sehnsucht danach. Meine Riviera sind meine Scheren. Meine falschen Kollegen aber sehen gar nicht, daß sie an allen ihren vielen Genüssen keine rechte Freude haben. Die nämlich zerschlägt ihnen ihre„gierige Haltung“(in philosophilschen Sinne). Diese treibt sie den„Weg der schlechten Unendlichkeit“ zu wandeln. Sie glauben, daß jeder neue Genuß ihnen die ersehnte„gute Endlichkeit“ bringen wird, und sind zu blind, um zu sehen, daß sie nie satt werden und tiefer ins Täglicher Kurznachrichtendienst. Die Lage auf dem Eisenmarkt hat sich weiter etwas gebessert. Anfrage- und Abschlußtätigkeit sind, wie die Düsseldorfer Handelskammer feststellt, reger. Namentlich das Inlandsgeschäft, unter anderem mit Halbzeug, Stab- und Formeisen, Grobblech, Feinblech und Röhren, gestaltet sich freundlicher. Das Auslandsgeschäft ist nicht einheitlich. Immerhin sind verschiedentlich größere Abschlüsse zustande gekommen, so mit dem Fernen Osten, mit Südafrika und mit Rußland. Die Beschäftigung der Maschinenfabriken and der Apparatebauanstalten hält sich zwar noch auf dem bisherigen Stande, doch hat sich vielfach die Nachfrage gebessert. So verzeiehnen die Fabriken, die mittlere und schwere Werkzeugmaschinen und Hebezeuge herstellen, eine etwas lebhaftere Anfragetätigkeit der iger das Wort Hebezeuge herstellen, eine etwas lebhaftere Anfri die Meister) Kundschaft. Nach Spezialmaschinen hat sich die Anfrage des Auslandes verbessert: aus Rußland sind allerdings neue Aufträge nicht hereingekommen, obgleich eine Reihe ernsthafter Verhandlungen schwebt. Eine leichte Besserung, besonders in der Zahl der Anfragen, stellen auch die Werke fest, die Schmiedemaschinen, Pressen und Maschinen für die Kleineisenindustrie herstellen. Sogar die Bestellungen, zumal auf Lieferung von Ersatzteilen, sind zablreicher. Eine geringe Belebung des Auftragseinganges aus dem In- und Auslande ergibt sich für Krane und Verladeeinrichtungen, Eisenkonstruktionen, Hochofenund Stahlwerkseinrichtungen; nach diesen Erzeugnissen herrscht zur Zeit lebhafte Nachfrage. Eher verschlechtert hat sich der Geschäftsgang der Eis- und Kühlmaschinenfabriken. Die Absatzverhältnisse des Waggonbaues lassen weiterhin zu wünschen übrig. So sind sie voll „Nichts der schlechten Unendlichkeit“ geraten. Unruhe, ich aber bin voll Ruhe. Ich kann sogar an meinen guten Scheren arbeiten, auch wenn ich Geld daran verliere, wenn sie mich nur freuen. Ueberhaupt: Ich kann mir gut denken, daß der echte, gute Fabrikant heute nicht mehr leben kann! Die allgemein gewordene, gierige Haltung, das schlechte Unendlichkeitsstreben unter den Unternchmern, vor allem aber ebenso auch im ganzen Volk, bei allen Verbrauchern, hat inn zum Ruin getrieben, er ist bankrott oder doch am Aussterben. „Der gute Unternehmer ist tot“!— Mein Gott, habe ich manchmal gedacht, wenn mich ein Arbeiter nach einem guten Fabrikanten fragte(wie der Einsiedler im Walde Zarathustra nach Gott, der doch tot war), mein Gott! Sollte der Arbeiter noch nichts davon gehört haben, daß der gute Unternehmer tot ist?! Ja, die Wahrheit ist zur Narrheit geworden, das ist das Unglück der Zeit. Und nicht eher ist sie eingerenkt. als bis die jetzigen Narren wieder Lehrer und Meister geworden sindEs ist eine Zeit, in der die Umkehrung der Wahrheit Nietsches sich furchtbar kundtut, daß nämlich alle die Jünger des Uebermenschen in Wirtschaft und Politik zu Fall gekommen sind, und daß die durch ihren Sturz mitgezogenen sogenannten Schwächeren, die in der Regel die Getretenen bleiben, während die falschen Größen sich immer noch wenigstens persönlich retten können—, ich sage, daß diese Schwächeren noch am ehesten die Starken und Großen sind, zwar keine Uebermenschen, aber doch Menschen, die fest blieben und mit dieser Festigkeit Zerbrochene wurden, Zerbrochene von der Masse der Anderen. (Staat, Gesetze, Kollegen, Wirtschaftsführer und Masse.Volk.) Die Heerschau der Bankrotteure birgt viele Starke. Es ist eine Zeit, in welcher der Mißerfolg eher noch als der Erfolg ein Zeugnis für Güte bedeutet. Symbolisch nahezu ist in jedem Volk das Vorhandensein von Drachenworten über den falschen Nutzen, die man verbannen sollte, wie dieses: Am erfolgreichsten ist der Erfolg. Geht hin zu euren Berufen, wählt sie und schafft darin, ohne ans Geld zu denken. aus Liebe zur Sache. Die Gebrüder Grimm, glaube ich, haben über den Ursprung der Sprache erzählt, daß die erste Rede, das erste Sprechen der Menschen ein Reimen in Versen war. lch bin überzeugt, daß es so war. Jene ersten trieben das Sprechen im Spiel und in der Lust am Klingen und waren darin Dichter. Ein stilles Gleichnis stellt uns daneben den kommenden Unternehmer, der wieder ein Meister ähnlich den alten wird, mit Lust an seinem Beruf, voll Liebe zur Sache, nur in einem noch klarerern, durch die Not der Moderne geläuterten Geiste.“ So ungefähr würde der„Unternehmer vom neuen Geiste“ sprechen, und er würde am Ende vielleicht brummen: Ach was, das redet man nicht, das hat man und das tut man. "" der westwirtschaft. Ein Führerkreis aus NSDAP und Langnam-Verein— Gleichschaltung zwischen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Düsseldorfer Besprechungen— Düsseldorf, 4. Aprll. Wie uns mitgetellt wird, trat der am 3. 4. vom Langnamverein und den Vertretern der NSDAP für das Gebiet West vorläufig zusammengesetzte Führerkreis schon heute zu seiner ersten Sitzung im Stahlhof zu Düsseldort zusammen. Im Verlaufe der Sitzung wurde ein Plau für die organisatorische Neugliederung der rheinisch-westfällschen Gesamtwirtschaft erörtert und die ersten Maßnahmen zu seiner Verwirklichung getroffen. Es ist geplant, unter einem Direktorium für den gesamten Westen einen organisatorischen sowie einen wirtschaits- und sozialpolltischen Kölner Marktberichte. Kölner Hauptmarkt. WP. Köln, 4. April. Es kosteten Im Großhandel: Kartoffeln, Industrie 2.20-2.70, blaue Nieren 5-6, gelbe Nieren 3.50-4.00 RM, der Zentner: Schwarzwurzeln 8-10, Grünkohl 9-10. Weißkohl 2-3, Rotkohl 8-9. Rosenkohl 18-20, Wirsingkohl 7-8, Butterkohl 8-9, Spinat 10-12, Feldsalat 15-30, Steckrüben 2-2.5, Möhren 4-4.5, Karotten 2-3, Rhabarber 18-20, Zwiebeln 4.5-5, Kettensalat 28-32 Pfg. das Pfund: Gurken 40-60, Rettich 2-5, Kohlrabi 2-3. junge Kohlrabi 10-25, Sellerieknollen bis 15 Pfg. das Stück: Maikräuter 6-9, Rübstiel 9-10. Schnittlauch 1-2. Brunnenkresse 6-7 Pig, das Gebund; Kochäpfel 10-14, Eßäpfel 15-30, Baumnüsse 30-50, Molkereibutter 100-103. Landbutter 90-100 Pig. das Pfund: Eier 7-9.5 Pig. das Stück. An Auslandswaren: Holl. Kopfsalat 17-20. Blumenkohl 35-60, Gurken 50-60 Pig. das Stück: Radieschen 6-8, holl. junge Möhrchen 130 Pig, das große Gebund: Tomaten 30-45, ägyptische Zwiebeln 8-9. Wirsingkohl 7.5-8, Rotkohl 8 Pig. das Pfund: amerik. Aepfel Kiste 9-14, Zitronen Kiste zu 150 Stück 4,50-7.00, zu 300 Stück 7-12. Apfelsinen Kiste 11.50-17 RM.: Birnen 40-50. brüss. Trauben 190-200. Bananen 25, Haselnüsse 38-50. Feigen 12-15 Pig. das Pfund. Kölner Produktenbörse. Köln, 4. April. Notierungen in Reichsmark für 100 kg. Frachtlage Köln. Weizen rhein, 20.50, dto. ausl. 23.50-25.25, Roggen rhein. 16.30-16.50, dto. nordd. 16.50 bis 16.75, dto. ausl. 18.40-18.75, Hafer hiesiger 14-14.50, Wintergerste inl. 17.50. Sommergerste inl. 18-18.75, Mais grober 20.50, Weizenmehl 70% inl. 27.75-28.25, Rheinisches Weizenbäckermehl (mit Auslandsweizen) 28.25-28.75, Roggenmehl 70% 22.25-23.25, dto. mit Auslandsroggen 24-24.50, Roggenschrot inl. 19.25-20, dto. von Auslandsroggen 21-21.50, Weizenkleie 8.00-9.50, Roggenkleie 7.75-8.25, Biertreber 11.50-12, Leinkuchenmehl 11.25-11.50, Erdnußkuchenmehl 50% 10.30-10.75, dto. 54% 11.30-11.75, Soyaschrot 9.75-10.25, Rapskuchen 8.75. Palmkernkuchen lose 10.25 bis 10.50, Trockenschnitzel lose 8.75-9.00, Rohmelasse 6.50-7.50. Wiesenheu inl. Jose 5.20-5.60, Kleeheu inl. lose 6.80-7.40, Roggenstroh 1.40-1.50, Weizenstroh 1.35-1.40, Haferstroh 1.40-1.50.— Stimmungsbericht: Inlandsbrotgetreide etwas niedriger im Preise. Auch Mehl zum Teil nachgebend, sonst ist alles ziemlich unverändert geblieben bei kleinerer Geschäftstätigkeit. Kölner Butterpreise. Köln, 4. April. Butter 1. Qualität 184 2. Qualität 170 RM.— Tendenz: fest. Hauptausschuß zu bilden. Der wirtschafts, und sozialpolltische Hauptausschuß gliedert sich in Fachschaften entsprechend der strukturellen Gestaltung des gesamten rheinischwestfälischen Industriegebiets. Für die zu eriedigenden Aufgaben werden unter Mitwirkung der Verbände aus den Betrieben Unternehmer und Arbeiter in entsprechende Fachschaften entsandt. Die Gleichschaltung zwischen Wirtschafts- und Sozialpolltik innerhalb der einzeinen Fachschaften ist also gewährleistet. Der ordentliche Hauptausschuß wird seine Arbeiten in kürzester Zeit in einem kleineren Arbeitsausschuß aufnehmen. Die gemeinschaftlichen Beratungen waren von dem Bewußtsein getragen, alle diejenigen Maßnahmen in vertrauensvoller gemeinsamer Arbeit für die westdeutsche Wirtschaft durchzuführen, die geelgnet sind, die nationale Regierung und ihren Führer. Reichskanzler Hitler, unter Einsatz aller Kräfte und Im Gelste des neuen Deutschlands zu unterstützen. — und ein Beschluß. Düsseldorf, 4. Aprll. In den Verhandlungen zwischen den Wirtschaftsbeauftragten für das Geblet West der NSDAP und den Vertretern der Rheinisch-westfällschen Industrie ist beschlossen worden, dem Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen von Rheinland und Westialen einen Führerkreis überzuordnen, dessen Gesamtorganisation in Händen des Wirtschaftsbeauftragten der NSDAP, Dr. Josef Klein, Düsseldorf, und des Geschäftsführers des Langnam. vereins Dr. Schlenker, Düsseldorf, llegen wird. Die neugeschaffene Stelle soll sofort für das gesamte westdeutsche Wirtschaftsgebiet die notwendigen Organisationen und Anordnungen tretten, damit die Wirtschaft des Gebiets sich organisch In den neuen Staat eingliedert. II