„ Nr. 72 Sed. Johraere Dom Tage. Die neue Grundsteinlegung Deutschlands— Die Verkündung des Regierungsprogramms und seine Wirkung— Zum Fall Gereke. Der starke Eindruck, den die großen innerpolitischen Ereignisse der Woche hinterlassen haben, wird noch eine geraume Zeit nachklingen: der Staatsakt in der Potsdamer Garnisonkirche, die Eröffnung des Reichstags in der Krolloper, die Abgabe der Regierungserklärung und die Erteilung einer Generalbevollmächtigung an die Regierung. Diese Tage waren getragen von einem selten erlebten nationalen Hochgefühl, das die Hoffnung auf Ueberwindung der großen Schwierigkeiten, mit! denen Deutschland zu kämpfen hat, neu belebt hat. Wie einheitlich der Wille zum Zusammenstehen, zum Aufbau ist, das trat besonders sinnfällig in die Erscheinung durch die Dreiviertelmehrheit, mit der der Reichstag dem Ermächtigungsgesetz zustimmte. Es ist besonders bezeichnend, daß alle bürgerlichen Gruppen dem Reichskanzler die nachgesuchte Vollmacht gaben und nur die Sozialdemokraten sich ablehnend verhielten. Alle Berichte über diese denkwürdige Reichstagssitzung stimmen überein in der Heraushebung des ungewöhnlichen Eindrucks, den die Regierungserklärung gemacht hat. Die Rede Hitlers war eine staatsmännische Leistung. Hier sprach nicht der Parteichef mit dem Ziel propagandistischer Wirkung, sondern der verantwortungsbewußte Führer der Regierung, der das große Reformwerk durchzuführen willens ist. Mag bei den außerhalb der Regierung stehenden Parteien bei ihrer Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz der Wille bestimmend gewesen sein, die Revolution möglichst schnell zum Abschluß zu bringen und alle Unruhe zu bannen, die sich aus eine Versagung ergeben hätte, so bleibt doch die Tatsache, daß das Abstimmungsergebnis der Ausdruck eines deutschen Einheitzwillens ist, der im Innern und nach außen hin ein Positivum von noch nicht abzuschätzender Bedeutung ist. Es lag ganz im Sinne dieser historischen Stunde, als Hitler sich für die Herstellung einer wirklichen Volksgemeinschaft einsetzte. * Das vorgelegte Regierungsprogramm ist aus einem Guß. Seine wesentlichsten Punkte sind so formuliert, daß sie allgemein anerkannt werden können. Den von uns immer wieder kritisierten Verfallserscheinungen des bisherigen Parlamentarismus soll eine Neuordnung der Verfassung ein Ende setzen, die eine Stetigkeit der Regierungsarbeit verbürgt. Im Auslande ist es besonders vermerkt worden, daß Hitler in diesem Zusammenhang den Gedanken einer monarchistischen Restauration gegenwärtig als undiskutabel ablehnte. Für die zu vertretende Wirtschaftspolitik ist das Wort entscheidend: das Volk lebt nicht für die Wirtschaft und die Wirtschaft existiert nicht für das Kapital, sondern das Kapital dient der Wirtschaft und die Wirtschaft dem Volke. Stärkste Förderung wird der Privatinitiative unter Anerkennung des privaten Eigentums zugesagt. Der Verdacht einer Exportfeindlichkeit wird nachdrücklich zurückgewiesen. In der außenpolitischen Programmsetzung hat der Kanzler das ganze deutsche Volk hinter sich, da sie der bisherigen Grundhaltung unserer Außenpolitik entspricht. Wenn schließlich der Kanzler die Versicherung abgab, daß er vom Ermächtigungsgesetz nicht mehr Gebrauch machen werde, als es zur Durchführung der lebensnotwendigen Maßnahmen erforderlich sei, daß die Existenz des Reichstags und des Reichsrats nicht bedroht sei und Stellung und Rechte des Reichspräsidenten unberührt blieben, so hat die Erklärung den außerhalb der Regierung stehenden Parteien die Zustimmung wesentlich erleichtert zu einer Bevollmächtigung, die dem Reichskanzler eine Macht in die Hand gibt, wie sie größer eine Diktatur nicht hat. Die kluge staatsmännische Art Hitlers hat denn auch draußen im Lande ihre Wirkung getan. Das Echo in der Presse aller Richtungen ist passis; anerkannt wird der Mut zur Verantwortung, der feste Wille zur Lösung der ungeheuern Aufgaben, die uns belasten. Die weise Zurückhaltung in den Erklärungen zur Außenpolitik hat im Ausland einen günstigen Eindruck gemacht.„Das deutsche Volk will in Frieden leben. Die Regierung wird gerade deshalb mit allen Mitteln für die Beseitigung einer Scheidung der Völker der Erde in zwei Kategorien, Sieger und Besiegte, eintreten. Die nationale Regierung ist bereit, jedem Volk die Hand zur aufrichtigen Verständigung zu reichen, das gewillt ist, die traurige Vergangenheit endlich einmal grundsätzlich abzuschließen.“ Sogar Frankreich findet in der Regierungserklärung keinen Punkt, an dem es anhaten könnte. Das ist ein unleugbarer Erfolg der Regierung Hitler. Hitler hat bei der Grundsteinlegung des neuen Deutschland eine geschickte und glückliche Hand gehabt. Und es kann Im Brennpantk der Kaßenponlt. Um den Viererpakt— Der entthronte Dollar. Von unserem Berliner Vertreter. ST. Berlin, 24. März. In den nächsten Wochen bis zum Osterfeste wird der Entscheidungskampf um Genf geschlagen werden. Mussolini und Macdonald haben nach dieser Richtung hin einen Weg zur Lösung gewiesen. Frankreich sträubt sich dagegen und hat dabei die kleineren Mächte vorgeschoben, um durch deren Protest seine eigene Chance zu verbessern. Der Reichskanzler hat den weitsichtigen Plan Mussolinis in der Regierungserklärung begrüßt. Wie und wann sich Deutschland nun selbst in die Diskussion um diese Dinge einschalten wird, steht noch dahin. Zweifellos wird es nach Ansicht der hiesigen politischen Kreise schon jetzt zu einer Fühlungnahme auf diplomatischem Wege kommen, die in gewissem Sinne ja auch sofort italienischerseits durch die Bekanntgabe des Mussolini=Planes an den deutschen Botschafter in: Rom erfolgt ist. An sich ist die Bedeutung des Vierer=Paktes viel größer, als es scheinen mag, denn mit Recht weisen die hiesigen Wirtschaftskreise darauf hin, daß es sich hierbei hauptsächlich um ein Wirtschaftsproblem handelt. Als seinerzeit London als Finanzzentrale für Europa an Bedeutung verlor und seine Rolle an Newyork abtrat, wodurch diese Stadt zum Finanzzentrum der Welt und der Dollar zum Geldmittelpunkt wurde, war die Frage einer kontinentalen Zusammenfassung Europas keineswegs akut. Inzwischen ist aber die Bedeutung des Dollars gesunken, und es ist dadurch immer notwendiger geworden, in Europa ein Aequivalent zu schaffen, das wirtschaftlich wie politisch die Gewähr einer Fundierung bietet. Selbst Frankreich, dessen Finanzlage viel katastrophaler ist, als es Paris zugibt, wird naturnotwendig dem Vierer=Pakt beitreten müssen, um seine eigene Existenz zu sichern. Ueberhaupt wäre es verfehlt, das Problem des Vierer=Paktes nur unter der Geufer Perspektive der Abrüstung oder gar unter rein politischen Perspektiven zu betrachten, weil man damit den Ueberblick über die Totalität des gesamten Problems verlieren müßte. Natürlich bedarf die Konzeption des Vierer=Paktes noch gründlicher Ausarbeitung aller Einzelheiten, aber das ist im Augenblick ja überhaupt noch nicht akut, denn, so betont man in den hiesigen Wirtschaftskreisen, nur ein Entschluß, der von der totalen Nevision der Vergangenheit ausgeht, kann die Grundlage einer fundamentalen Neuordnung der europäischen Verhältnisse sein. Und das ist auch der Gesichtspunkt, der die Reichsnur der Wunsch aller sein, daß er die großen Schwierigkeiten meistert, die uns bedrücken, und das deutsche Volk in eine neue bessere Zeit hineinführt. Der Fall Gereke hat berechtigterweise peinliches Aufsehen erregt. Als die Nachricht von der Verhaftung Gerekes, eines Mitgliedes der Reichsregierung, bekannt wurde, war man zunächst geneigt, politische Hintergründe zu vermuten. Bald jedoch wurde bekannt, daß es sich um einen kriminellen Fall handelte. Mit Recht haben sich viele gefragt, wie es möglich war, daß Unterschlagungen in Höhe von 1,2 Millionen, die sich zudem über so lange Jahre erstreckten, so longe unentdeckt bleiben konnten. In dieses Dunkel wird die gerichtliche Untersuchung besonders hineinzuleuchten haben. In jedem Falle ist es unglaublich, daß ein so schwer belasteter Mann die Stirn hatte, so frei durch's Leben zu gehen und sogar das Amt eines Reichskommissars zu übernehmen. Er war bekanntlich dafür ausersehen, für die fffentliche Arbeitsbeschaffung zu sorgen, hatte also eine ungemein verantwortungsvolle Aufgabe übernommen. Wie er dazu kam, sich an anvertrauten Geldern zu vergreifen, wird aufgeklärt werden. Daß er dabei nach außen hin die aufrechte Haltung eines Ehrenmannes zur Schau trug, der das Vertrauen höchster Stellen genoß, ist vielleicht ein Kapitel, das die moralischen und wirtschaftlichen Irrungen und Wirrungen der Nachkriegszeit zur Voraussetzung hat. Sei dem aber, wie ihm sei, und mochte Gereke einen wie hohen Posten auch immer einnehmen, sofortiges Zufassen war eine Selbstverständlichkeit. Denn wie sollte eine Verwaltung sauber bleiben, wenn höchste Beamte ungestraft untreu werden können. Heute gilt noch mehr als sonst das gute Beispiel, und um deswillen müssen alle Schäden rücksichtslos aufgedeckt und geahndet werden. MS. regierung, wie im übrigen der Kanzler auch betonte, im Hinblick auf diesen Plan leitet. Genser Beratungen über Macdonalds Abrüstungsplan. WTB. Genf, 24. März. Im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz begann heute die allgemeine Aussprache über den Abrüstungskonventionsentwurf Macdonalds. Zu den Beratungen war der englische Außenminister eigens im Flugzeuge nach Genf gekommen. Die Sitzung begann mit einer Ueberraschung. Während man gestern der Meinung war, daß nach Abschluß der allgemeinen Aussprache in zwei bis drei Tagen die Konferenz sich bis nach Ostern vertagen würde, teilte Henderson heute mit, daß beabsichtigt sei, vor Ostern auch noch mit der artikelweisen Beratung des Entwurfes zu beginnen. Die Motive, die Henderson bei diesem etwas plötzlichen Prozedurwechsel geleitet haben, sind nicht recht ersichtlich. Einen positiven Beitrag zur Förderung und Beschleunigung der Arbeiten hat die heutige Debatte nicht ergeben. Es war bezeichnend, daß die Vertreter der Großmächte sich völlig zurückhielten und daß nur Vertreter kleinerer und mittlerer Mächte zu Worte kamen. Sie lasen Erklärungen vor, die alle dahin übereinstimmten, daß der englische Entwurf als Diskussionsgrundlage angenommen werden könne. Henderson sprach zum Schluß die Hoffnung aus, daß die allgemeine Aussprache bis Dienstag nächster Woche abgeschlossen werde. Die polnische Verstimmung über den Mussolini=Vertrag. CNB. Warschau, 25. März.(Funkspruch.) Die schon gestern von einem hiesigen Blatt angekündigte überraschende Nachricht, daß der zum polnischen Botschafter beim Quirinal ausersehene Graf Georg Potoski seinen Posten nicht autreten werde, ist nunmehr offiziell bestätigt worden. Der polnische Außenminister Oberst Beck wird einen diesbezüglichen Antrag dem polnischen Ministerrat zur Bestätigung vorlegen. Graf Potoski, ein Senator des Regierungsblockes, ist vor einigen Wochen zum Botschafter in Rom ernannt worden, und die italienische Regierung hatte schon ihr Agrement erteilt. Seine Frau hatte sogar schon Warschau verlassen. Ueber die Gründe des Verzichtes des Botschafters wird hier amtlich nichts bekannt gegeben. Wie es heißt, handelt es sich um einen Entschluß der polnischen Regierung, der mit dem italienischen Viermächteplau zusammenhängt. Bekanntlich ist dieser Plan als„Werkzeug zur organisierten Revision der Friedensverträge“ in Polen mit schärfstem Mißtrauen aufgenommen worden. Die polnische Negierung soll überhaupt nicht die Absicht haben, in der nächsten Zeit einen Botschafter nach Nom zu entsenden. Die konsequente Haltung Italiens in der Revisionsfrage hat auf alle Fälle in Polen, wo man gelegentlich auf den Gegensatz zwischen Rom und Paris spekuliert hatte, ernüchternd und verstimmend gewirkt. Uebrigens hat der polnische Außenminister Beck Freitag im Laufe des Tages mit dem französischen Botschafter sowie mit den Gesandten von Jugoslawien, Rumänien und der Tschechoslowakei eingehend konferiert. n Hauseinsturz durch Explosion. WTV. Wandobeck, 25. März. In dem zweistöckigen Hause Kampstraße 46 ereignete sich heute morgen aus bisher noch nicht geklärter Ursache eine solgenschwere Explosion, durch die des Haus vollkommen zerstört wurde und in sich zusam: menstürzte. In weitem Umkreis sind die Feusterscheiben zertrümmert. Die in dem Hause wohnenden drei Personen dürften bei der Explosion ums Leben gekommen sein, falls sie nicht noch lebend unter den Trümmern geborgen werden sollten. Meuschen auf der Straße wurden zu Boden geschleudert. Bisher sind drei Männer und zwei Frauen ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Pferd wurde durch den Luftdruck auf der Straße getötet. Die Straße bietet einen trostlosen Aublick, da überall Trümmer umherliegen. Rettungsmannschaften der Feuerwehr und der Sanitätskolonne sind dabei, die Trümmer abzuräumen und nach Verletzten oder Opfern der Explosionskatastrophe zu suchen. Es wird augenommen, daß die Explosion durch Gas entstanden ist, das im Laufe der Nacht ausströmte und heute früh zur Explosion gelangte. Wahrscheinlich ein deittes Todesopfer. WTV. Wandobeck, 25. März.(Funkspruch.) Wie von der Polizei mitgeteilt wurde. handelt es sich bei den beiden aus den Trümmern des eingestürzten Hauses in der Kampstraße geborgenen Toten, wie bereits vermutet, um den Photohändler Lorenz und seine Ehefrau. Die übrigen Bewohner des Hauses befinden sich mehr oder minder schwer verletzt im Krankenhaus. Der Sohn der Eheleute Lorenz wird vermißt. Deutschland. Vorläusig keine Gehaltszahlungen an die frühere Regierung Braun. B03. Berlin, 25. März.(Funkspruch.) Wie das Nachrichtenbüro des B03 meldet, haben die zuständigen Stellen veranlaßt, daß in Zusammenhang mit den Nachforschungen nach dem Verbleibt des 2=Millionen=Fonds vorläufig keine Gehaltszahlung an die Mitglieder der früheren preußischen Regierung Braun ausgezahlt werden. Die früheren Staatsminister beabsichtigen, ihre Rechtsvorbehalte wegen der Zahlungsstockung anzumelden. Dienststrafverfahren gegen den früheren Königsberger Oberbürgermeister. WTB. Königsberg i. Pr., 25. März.(Funkspruch.) Der Regierungspräsident teilt mit, daß gegen Oberbürgermeister Dr. Dr. h. c. Lohmeyer das Dienststrafverfahren eingeleitet und gleichzeitig seine vorläufige Dienstenthebung ausgesprochen worden sei. Beurlaubung des Direktors des Kölner Kunstgewerbemuseums. WTB. Köln, 24. März. Der Direktor des Kölner Kunstgewerbemuseums und Leiter der Kölner Werkschulen, Dr. Witb ist beurlaubt worden. Graf von der Schulenburg verhaftet. WP. Essen, 24. März. Wie erst jetzt bekannt wird, wurde am 20. März Graf von der Schulenburg auf Schloß Oefte bei Heiligenhaus verhaftet und dem Untersuchungsgefängnis in riverfeid zugeführt. Gleichfalls wurde sein Diener in Schutzhaft genommen. Das Schloß ist durch eine Polizeiabteilung besetzt. Bayrische Verordnung über Wehrverbände. WTV. München, 24. März. Der kommissarische dayerische Minister des Innern, Adolf Wagner, hat folgende Verordnung über Wehrverbände erlassen: Auf Grund der§§ 1 und 4 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat wird bestimmt: § 1. Sämtliche außer der SA. der SS und dem Stahlhelm noch bestehenden sogenannten Wehrverbände haben sich aufzulösen und zeigen die vollzogene Auflösung bis zum Ablauf des 31. März 1933 dem Staatsministerium des Innern an. § 2. Die nach§ 1 aufzulösenden Organisationen und ihre Mitglieder haben alle in ihrem Besitz befindlichen, zum Zwecke der Organisation dienenden Waffen mit Munition den örtlich zuständigen Sonderkommissaren des Obersten SA=Führers abzuliefern § 3. Jum Schutze von Staat und Volk kann Einzelpersonen eine Handwafse mit der erforderlichen Munition belassen werden oder überlassen werden. § 4. Wer nach dem 31. März 1933 noch einer nach§ 1 aufzulösenden Organisation angehört, sie fördert oder unterstützt, oder den organisatorischen Zusammenhang weiter aufrechterhält, oder wer den Verpflichtungen nach§ 2 zuwiderhandelt, unterliegt der Bestrafung nach Maßgabe des§ 4 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 23. Februar 1333. Oegen den Andrung gul Eine Vereinbarung der Länder. CRB. Berlin, 24. März. Der Amtliche Preußische Pressedienst entnimmt dem Zentralblatt für die Unterrichtsverwaltung in Preußen folgende Vereinbarung der Länder wegen Regelung des Zuganges der Abiturienten zu den Hochschulen: Angesichts der großen Zahl der Abiturienten, der Ueberfüllung der Hochschulen und des akademischen Arbeitsmarktes werden die Unterrichtsverwaltungen von Ostern 1933 ab folgende Regelung des Zuganges der Abiturienten zu den Hochschulen übereinstimmend durchführen: 1. Die Prüfungskommission jeder Schule stellt für jeden einzelnen Abiturienten aktenmäßig fest, ob ihm nach seinen menschlichen und geistigen Anlagen, seinen Neigungen und Leistungen vom Hochschulstudium abzuraten ist. 2. Die Schulleitung teilt dem Erziehungsberechtigten solcher Abiturienten, denen vom Studium abgeraten ist, diese Entscheidung mit. 3. Die höhere Schule teilt der Hochschule auf Anfordern die von der Prüfungskommission getroffene Entscheidung mit. Anderen Stellen darf diese Entscheidung nicht bekannt gegeben werden. 4. Auf Schulfremde finden die Vorschriften der Ziffern 1—3 entsprechende Anwendung. 5. Wer trotz des Abratens ein Hochschulstudium ergreift, kann nicht damit rechnen, irgendwelche Studienvergünstigungen zu erhalten. 6. Es ist damit zu rechnen, daß die Eignung derjenigen Abiturienten, denen vom Hochschulstudium abgeraten worden ist, im Laufe der ersten drei Semester nachgeprüft und daß diese Nachprüfung bei allen weiteren Prüfungen und bei der Zulassung zu Seminaren und Uebungen gewertet wird. Der Kommissar des Reiches für das preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung bemerkt dazu u. a. noch folgendes: Die preußische Unterrichtsverwaltung hat dieser Vereinbarung der Länder zugestimmt, durch die der übermäßige Andrang der Abiturienten zum Hochschulstudium eingedämmt werden soll. Wenn auch den für ein Hochschulstudium nicht besonders geeigneten Abiturienten der Besuch einer Hochschule nicht verwehrt werden solle, so müßten diese Abiturienten doch mit allem Ernst auf die wahrscheinlichen nachteiligen Folgen einer dem widersprechenden Wahl eines akademischen Berufes hingewiesen werden. Kundgebung des deutschen Lehrervereins. Der Geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Lehrervereins hat in seiner Sitzung vom 18. und 19. März, an der auch der Vorsitzende des Preußischen Lehrervereins teilgenommen hat, einstimmig nachstehende Kundgebung beschlossen: „Das deutsche Volk hat sich in den Wahlen am 5. und 12. März 1933 eindeutig für die vom Herrn Reichspräsidenten am 30. Januar berufene Regierung des nationalen Aufbaues ausgesprochen. Der Deutsche Lehrerverein, der weitaus größte überparteiliche Gemeinschaftsverband deutscher Berufserzieher, ist überzeugt, daß der deutschen Schule bei dem staatlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufbau des Deutschen Reiches eine wesentliche Aufgabe zufällt. on seinen Schlußfolgerungen, in zahlreichen Entscheidungen der vereinsverantwortlichen Vertreterversammlungen hat sich der D. L. V. zu einer einheitlichen Reichskulturpolitik bekannt, seinen volksverbindenden Erziehungs= und Kulturwillen bekundet, Ziel, Aufgabe und Weg zu einem einheitlichen, volkhaften Bildungsund Schulwesen gewiesen. Getreu seiner Tradition, beseelt von dem Gefühl unbedingter Mitverantwortlichkeit für die Gestaltung des nationalen Bildungswesens, ist er zu tatkräftiger, fördernder Mitarbeit bereit. Er erwartet von allen seinen Mitgliedern, daß sie sich als lebendige Glieder der Volksgemeinschaft willig und treu in den Dienst der deutschen Jugend= und Volkserziehung stellen.“ Der Vorsitzende des Preußischen Lehrervereins hat diese Kundgebung in einem besonderen Anschreiben an den Reichskommissar für das Preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung weitergereicht mit der besonderen Betonung, daß auch der Preußische Lehrerverein im Sinne dieser Willenskundgebung bereit ist zur Mitarbeit an den bevorstehenden schweren nufgaben für Volk und Vaterland. Für Beschäftigung deutscher Musiler. WP. Köln, 24. März Der Polizeiptäsident teilt mit: Das Bestreben der Polizeibehörden in Verbindung mit den Arbeitsämtern geht dahin, daß den deutschen Arbeitnehmern in allererster Linie die in Deutschland befindlichen Arbeitsgelegenheiten offen gehalten werden. Dies gilt auch für die deutschen Musiker. Ich muß jedoch immer wieder feststellen, daß die Besitzer von Konzert=Cafés trotz wiederholten Hinweises in deren Fachzeitschriften und trotz der gegen die einzelnen Besitzer ergangenen polizeilichen Verfugungen die Vorschriften für die Beschäftigung ausländischer Musiker nicht beachten. Ich weise deshalb nachdrücklich darauf hin, daß das Auftreten einer ausländischen oder mit Ausländern durchsetzten Kapelle ohne polizeiliche Genehmigung verboten ist und in Zukunft verhindert werden wird. Die Besitzer von Konzert=Cafés, die heute, nach dem Siege der nationalen Erhebung, noch ausländische Kapellen beschaftigen wollen, haben unter Angabe der Personalien, der Staatsangehörigkeit, der Zeit des Aufenthaltes im Inland und des Musikinstrumentes die Genehmigung so frühzeitig(spätestens einen Monat vor dem Auftreten) zu beantragen, daß die Entscheidung noch möglich ist. zu spät oder unvollständig eingereichte Anträge werden ohne weiteres zurückgewiesen. Deutschland. Gewählte Abgeordnete, die nicht auszufinden sind. WP. Düsseldorf, 24. März. Der Provinzialausschuß trat gestern zu einer Sitzung zusammen, um das endgültige Ergebuis der Wahl zum Rheinischen Provinziallandtag festzustellen. Gegenüber dem vorläufigen Ergebnis der Provinziallandtagswahl haben sich Aenderungen nicht ergeben. Von den gewählten 163 Abgeordneten haben 155 das Mandat angenommen. Sechs Abgeordnete, und zwar einer von der Zentrumspartei, drei von der SPD und zwei von der KP2, haben die Annahme des Manoats abgelehnt. Die nachrückenden Ersatzmänner wird der Ausschuß demnächst feststellen. Bei zwei Mitgliedern der KPD war die Zustellung der Benachrichtigung bisher nicht möglich, da ihr Aufenthalt unbekannt ist.— Der neugewählte Rheinische Provinziallandtag wird am 10. April zu seiner ersten Sitzung zusammentreten. Bürgermeister von Siegburg beurlaubt. WP. Siegburg, 24. März. Bürgermeister Becker hat heute auf Veranlassung des Stadtverordneten Ley(RSDAP) um seine Beurlaubung nachgesucht, die ihm gewährt wurde. Bürgermeister Becker hat Siegburg bereits verlassen.— Die Gründe der Dienstenthebung des Stadtbaurats Geimer dürften darin zu suchen sein, daß er dringend verdächtig ist, die Stadt bei Vergebung von Bauaufträgen übervorteilt zu haben. Staatskommissar für die Frankfurter Universität. WP. Frankfurt a. M., 24. März. Im Zusammenhang mit der Schließung der Studentenhilfe und des Instituts für Sozialforschung an der hiesigen Universität hat der preußische Kultusminister nunmehr einen Kommissar zur Prüfung des aufgefundenen Materials ernannt. Der Kommissar soll sich vor allem auch mit den zahlreichen Vorwürfen befassen, die seitens der nationalsozialistischen Studenten gegen die Studentenhilfe erhoben wenaas. : Das Vorbet für das Braun=Gevering=Plakai aufgehoben. WTB. Leipzig, 25. März.(Funkspruch.) Auf die Beschwerde der Leipziger Tageszeitung und ihres Dresdener Verlags wurde das vom Landgericht Leipzig am 22. Februar dieses Jahres ergangene Verbot der Verbreitung des bekannten Plakates. in dem Braun und Severing vorgeworfen wurde, zwei Millionen aus dem Staatssäckel gestohlen zu haben, von der 5. Zivilkammer des Leipziger Landgerichtes am Sonnabend in vollem Umfange aufgeboben. In der 29 Seiten langen Begründung wird ausgeführt, daß zwar einzelne der gewählten Ausdrücke objektiv beleidigenden Charakter haben, daß aber den Verfassern des Flugblattes eine beleidigende Absicht ferngelegen habe. Vielmehr wollten sie nur den Wählermassen in verständlicher Weise kenntlich machen, daß öffentliche Gelder zu unerlaubten Zwecken verwendet worden sind. Volkspartei Ostpreußen löst sich auf. D3. Berlin, 24. März. Wie verlautet, hat der Landesverband Ostpreußen den Deutschen Volkspartei seine Auflösung beschlossen. Das Echo der Kanzlerreden. Zustimmung in Italien. WTB. Nom, 24. März. Der feierliche Verlauf der turzen Eröffnung igung des Reichstages und die überwältigende Mehrheit für das Ermächtigungsgesetz werden in Italien in ihrer einschneidenden Bedeutung voll erkannt und mit lebhafter Genugtuung verzeichnet. Die nationale Erhebung und Erneuerung Deutschlands wird als untrüglicher Beweis für die Richtigkeit der Botschaft Mussolinis angesehen, in der er gestern erklärte, die Ideen und Ziele des Faschismus würden bald in Europa zur Wirklichkeit geworden sein. Kennzeichnend für die sympathische Haltung von Oeffentlichkeit und Presse in Italien ist die Tribuna, die an der Programmrede des Reichskanzlers vor allem würdigt, daß er im Namen der gefährdeten europäischen Kultur den festen Vorsatz zur Befreiung aus der Atmosphäre der Ränkesucht und des Hasses verkündet und sich zu einem Werk des Wiederaufbaues und des Friedens auf dem Boden der gemeinschaftlichen Verantwortung der vier Hauptmächte nach den Ideen Mussolinis bekannt hat. Evening Eun über die Annahme des Ermächtigungsgesetzes WTB. Newyork, 24. März. Evening Sun befaßt sich in einem Leitartikel mit der Annahme des Ermächtigungsgesetzes im Reichstag. der durch diese Annahme zu Gunsten des Kanzlers, meint das Blatt, so gut wie abgedankt habe. Diese Entwicklung hat sich der Reichstag selbst zuzuschreiben. Die Führer der kleinen Fraktionen seien zu keiner Zeit imstande oder willens gewesen, ihre Händel zu vergessen und für das Wohl der Nation als Ganzes zusammenzuarbeiten. Weitere französische Blätterstimmen zur gestrigen Kanzlerrede. unniche“ WTV. Paris, 24. März: Zür gestrigen Rede des Reichskanzlers schreibt Temps, sie bringe keine Ueberraschungen. Man habe vorausgesehen, daß der Führer bei den Erklärungen über die deutsche Außenpolitik eine relative Mäßigung beweisen würde. Hitler habe gestern von dem Willen gesprochen, aufrichtig auf der Grundlage des Mussolini=Planes mitzuarbeiten und Vereinbarungen mit anderen Mächten zu suchen unter der Bedingung. daß kein Unterschied zwischen Siegern und Besiegten mehr gemacht werde. Hitler halte einen Ausgleich mit Frankreich für möglich, wenn beide Regierungen Weitblick bewiesen. Wie wenig übrigens gewisse französische Kreise geneigt sind, einen Ausgleich zu finden, dafür liefert das Blatt der Schwerindustrie, Journal des Débats, den Beweis. Es versucht, bei seinen Lesern das Mißtrauen gegen Hitler, Macdonald und Mussolini zu mehren, um schließlich mit der bekannten durchsichtigen Behauptung zu schließen, daß die Macht Frankreichs die einzige wirkliche Friedensgarantie sei. Lastfahrzeuge im Nenste der Polarforschung. Der letzte Vortrag im Winterprogramm der Solinger Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft. In der Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft(Solinger Lesegesellschaft) hielt am gestrigen Abend Hauptmann Dr. Bruns einen Lichtbildervortrag über„Luftfahrzeuge im Dienste der Polarforschung". Der Redner, der an der Arktisfahrt des„GrafZeppelin" teilgenommen hat, gab vor der eigentlichen Schilderung der Reise einige Erläuterungen über die Aufgabe und Bedeutung der Polarforschung. Er ging von der Tatsache aus, daß die Fahrten des Luftschiffes zum Zwecke der Polarforschung von der deutschen Bevölkerung vielfach mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden sei. Es sei deshalb notwendia, die Nützlichkeit der Fahrt nachzuweisen. An Hand von einigen Beispielen führte der Redner dann an, daß meteorologisch ein enger Zusammenhang zwischen der Arktis und dem mitteleuroväischen Festlande bestehe. Die Witterungsverhältnisse im Polargebiet seien für unser Klima von großer Bedeutung. Es brauche nur auf die Kälteveriode im Jahre 1929 hingewiesen werden die auch in Deutschland einen ungeheuren wirtschaftlichen Schaden angerichtet habe, bei einem in der Arktis vorhandenen Wetterdienst aber vorausgesehen werden konnte und Vorbereitungen zur Abwehr ermöglicht hätte. Ein Eindringen in die Arktis mit einem Eisbrecher sei, wenn es die Natur nicht ganz verhindere, nur meterweise und unter großen Schwierigkeiten möglich. Mit anderen Transvortmitteln könne man das Gebiet überhaupt nicht erreichen, mit dem Flugzeug nur auf Strecken, wo, wie z. B. Grönland, eine feste Eisdecke vorhanden sei. Bereits im Jahre 1910 sei zum ersten Male der Gedanke aufgetaucht, das Luftschiff einzusetzen, aber erst im Jahre 1924 sei es gelungen, eine Gesellschaft internationaler Wissenschaftler zusammenzubringen. Es habe der Plan bestanden, verschiedene Stationen im Polargebiet zu Forschungszwecken für die Dauer eines Jahres zu besetzen und dann diese Besatzung wieder abzulösen, um auf diese Weise die Arktis ständig zu überwachen. Nur einem Luftschiff wäre es möglich, mit Sicherheit zu overieren und die Stationen wiederzufinden. Das Eindringen in die Arktis sei schwierig. weil der Kreiselkompaß in der Nähe des Nordvols ganz versage und der Magnet nur teilweise reagiere. Es könnte deshalb nur das Luftschiff zu solchen Zwecken als schwebende Beobachtungsstation benutz: werden. Der Redner schilderte dann in anschaulicher Weise unter Benutzung von etwa 100 ausgezeichneten Lichtbildern den interessanten Verlauf der Polarfahrt des„Graf Zeppelin“ von Friedrichshasen bis in Gebiete, die bisher noch kein Men'chenauge erblickt hatte. Umfangreiche und sorgfältige Vorbereitungen waren notwendig. Ausrüstung, Verpflegung für die Dauer der Fahri und Beschaffonheit der wissenschaftlichen Instrumente mußten geprüft und zweckmäßig gestaltet werden. Von der Aufstiegstelle führte die Fahrl über Deutschland, wo der Berliner Flugplatz berührt wurde, durch das weite Rußland mit Zwischenlandung in Leningrad. nach Archangelst, zum Franz=Joseph=Land, also durch Gebiete, die von der Wissenschaft schon erschlossen waren. Dann ging es aber weiter in unbekanntes Land unendlicher Nordmeere mit Treibeis, Bergen, Felsklüften, Gletschern von 100 Kilometer Länge, die eine reiche wissenschaftliche Ausbeute brachten und gute Gelegenheit zu Messungen und kartographischen Aufnahmen auf photographischem Wege hoten. Die mitgenommenen Apparate konnten fleißig benutzt werden. Als besonders zweckmäßig erwies sich ein Zeiß=Avparat, der es ermöglichte, innerhalb von 15 Minuten bei fahrendem Luftsch# ein Gebiet in der Ausdehnung von Bavern unter genauer Feststellung der Höhenlage aufzunehmen. Für diese Arbeit hätte man, wenn sie auf der Erde ausgeführt worden wäre, Jahre notwendig gehabt. Weiter führte die Expedition auch sehr sein reagierende Meßinstrumente mit sich, mit denen Temperatur, Feuchtigkeitsgehalt, Luftströmung in großen Höhen festgestellt werden konnten. Verbunden mit den eigentlichen Apparaten, die an einem kleinen Luftballon befestigt und sehr leicht sind, war eine Radioanlage, die aus allen Höhenlagen die jeweiligen Messungen durch„Morsezeichen“ übermittelte. Gewaltige Strecken bisher unbekannten Landes wurden auf diese Weise wissenschaftlich erforscht, und die Ausbeute war, wie Hauptmann Dr. Bruns betonte, sehr zufriedenstellend, wobei es als besonders erfreulich bezeichnet werden müsse, daß ein deutsches Luftschiff den Flug ausführte. Der Redner wies ausdrücklich darauf hin, daß die Fahrt nicht als Abenteuer= oder Heldenfahrt gedacht war, sondern daß es in erster Linie darauf ankomme, zu beweisen, mit welcher Sicherheit und Zuverlässigkeit das Luftschiff wissenschaftlichen Zwecken dienstbar gemacht werden kann. Daß der Nordvol, der leicht zu erreichen gewesen wäre. nicht überflogen wurde, geschah aus Zweckmäßigkeitsgründen, weil hier irgendwelche wertvollen Forschungsergebnisse doch nicht zu erwarten waren. Ergänzt wurden die landschaftlichen Aufnahmen durch Bilder vom Leben und Treiben an Bord des Luftschiffes auf der ganzen Fahrt und in der Polarzone. die eine wirkungsvolle Bereicherung bildeten. Dem Vortragenden, der mit seinen zweistündigen Ausführungen die Zuhörer bis zuletzt in Spannung hielt, wurde reicher Beifall zuteil. Sch. Jutendautenkrise in Wuppertal? Nachdem durch die Vereinbarungen mit dem Orchester Wuppertal der Weg geebnet schien um die Engagements fü die neue Spielzeit abzuschließen sind nunmehr neue Schwierig keiten ausgetaucht, die dazu beigetragen haben, daß noch imme keine freie Bahn für die Vorbereitungen der neuen Spielzeit geschaffen werden konnte. Die neuen Schwierigkeiten sind dadurch bedingt, daß besonders aus Kreisen der nationalsozialistischen Bewegung lebhafte Bedenken gegen die Weiterverpflichtung des bisherigen Intendanten Smolny geltend gemacht werden. Nachdem in der vergangenen Woche die Schwierigkeiten behoben schienen, sind nunmehr neue Widerstände gegen die weitere Verpflichtung Smolnys über den Ablauf der lausenden Spielzeit hinaus im Dienste der Theater=G. m. b. H. entstanden. Es ist fraglich. ob Smolnn unter diesen Umständen bleiben kann, da die Stadtverwaltung im Aufsichtsrat der Theater=G. m. b. H. durch die der Verwaltung und der Stadtverordnetenversammlung eingeräumten Sitze einen nachhaltigen Einfluß auszuüben vermag, während gleichzeitig die Nationalsozialisten nach dem Ausscheiden der Kommunisten über die absolute Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung verfügen. c. Theater=Spielpläne. Solingen. Städtische Gastspiele. Montag: Die Marneschlacht. (Abonnement A.) W.=Elberfeld. Stadttheater. Sonntag nachmittags: Rigoletto; abends. Der Weibsteufel. Montag: Der fliegende Holländer. Dienstag: Hans Heiling. Mittwoch geschlossen. Donnerstag: Hans Heiling. Freitag: Phantastische Tänze(Gastspiel Hans Joachim v. Seewitz und Mathilde Buhr). Samstag: Im weißen Rößl. Sonntag nachmittags: Im weißen Rößl; abends: John Gabriel Dorkmann(Gastspiel Paul Wegener). W.=Barmen. Stadttheater. Sonntag vormittags: Der junge Parzival; abends: Im weißen Rößl. Dienstag: Der Weibsteusel. Mittwoch und Donnerstag: Die Marneschlacht. Samstag: John Gabriel Vormann(Gastspiel Paul Wegener). Sonntag morgens: Der junge Parzival: abends: Der Mann im gelben Mantel. Düsseldorf. Schauspielhaus(Deutsches Theater am Rhein). Sonntag: Der 18. Oktober. Mittwoch, Donnerstag und Sonntag(2. 1.): Der 18 Oktober. Köln. Opernhaus. Jonntag: Carmen. Montag geschlossen. Diens: tag: Der Freischütz. Mittwoch: Faust und Margarete. Donnerstag: Rienzt. Freitag: Die Zauderslöte. Samttag: Zar und Zimmermann. Sonntag: Cavalleria rusticana.— Der Bajazzo. Schauspielhaus(Deutsches Theater am Rhein). Sonntag: Achtung, frisch gestrichen. Montag: Ivhigenie auf Tauris. Dienstag: Die endlose Straße. Mittwoch und Donnerstag: Achtung, frisch gestrichen. Freitag und Samstag: Die endlose Straße. Sonntag: Achtung, frisch gestrichen. Volkshochschule. In der Woche vom 26. März bis 1. April finden folgende Veranstaltungen statt: Sonntag vormittag: Konzert des Utzmannqnartetts unter Mitwirkung zweier Gesangssolisten im Stadt verordnetensitzungssaal, Schulstraße.— Donnerstag in der Schule an der Katternbergerstraße: Studienassessor Chudzinski: Englisch. Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten. Nr. 72 124 Jahrgang Samstag, 25. März 1933 Die Keichsbahn arbeiter mit. Ein Aufruf des Generaldirektors der Reichsbahn an die Beamten. WTB. Berlin, 24. März. Der Generaldirektor der Reichsbahn. Dr. Dorpmüller, hat an die Beamten und Arbeiter der Deutschen Reichsbahn folgenden Aufruf erlassen: Die nationale Regierung hat die Geschicke Deutschlands in die Hand genommen. Bei dem Wiederaufbau des Deutschen Reiches kann sie mit der bereitwilligen Mitarbeit der Deutschen Reichsbahn rechnen. Der deutsche Eisenbahner hat durch die Not der Zeit sein Ehrenschild blank gehalten. Im Weltkriege hat er den riesigen Aufmarsch des Heeres bewältigt, die gewaltigen Anforderungen von Heer und Heimat erfüllt und zum letzten bitteren Ende auch die Rückkehr des Heeres ermöglicht. Wenige Jahre nachher die Lücken, die Krieg und Abgabe von Lokomotiven und Wagen gerissen hatten, wieder geschlossen. Pünktlichkeit und Ordnung Der Herzog von Coburg wird Krastverkehrskommißsar. bei der Reichsbahn wieder eingekehrt und das erneute Mitgehen mit den Fortschritten der Technik ermöglicht. Durch Opferwilligkeit und eiserne Disziplin ist es der Reichsbahn aus eigener Kraft gelungen, ihre inneren Verhältnisse wieder gesund zu gestalten und zum Nutzen des Reiches und der deutschen Wirtschaft ihre Finanzen in Ordnung zu halten. Der gute Geist der deutschen Eisenbahner hat daran das Hauptverdienst. Dieser Geist der Ordnung, Disziplin und Opferfreudigkeit ist bis heute trotz allem erhalten geblieben. Setzt alle nunmehr Eure volle Kraft freudig dafür ein, daß das von der nationalen Regierung erstrebte Ziel, unser Vaterland wieder zu Ordnung. Macht und Ansehen zu führen, auch durch die tatkräftige Mitarbeit der Deutschen Reichsbahn erreicht wird. Die Keubronung der Hellwirtschaft. Carl Eduard, Herzog von Sachsen=Coburg=Gotha, wurde zum Reichskommissar für dos Kraftverkehrswesen ernannt. Es wird seine besondere Ausgabe sein, den deutschen Kraftverkehr auf den modernsten„Stand zu bringen. Herzog Carl Eduord ist einer der tatkräftigsten Förderer des Krastsahr Wehrsports bei den nationalen Verbänden. ERB. Berlin, 24. März. Vor Vertretern der Presse erläu= dungszwanges von inländischem Talg bei der Herstellung von herigen Presseverlautbarungen wird Dr. Gereke als Vorsitzender terte Staatssekretär von Rohr das neue, von der Reichs. Seifen und Lichtern geschaffen. des Landgemeindetages bezeichnet. Zahlreiche Anfragen veranlassen uns zu der Klarstellung, daß Dr. Gereke als Präsident Preußiselbständige hat Dr. nit merditlicher Shirse belingen. In einelnen demerte unterworsen werdten. Dodurch vicd dleichelig vertiadert. du5 Staatssekretär von Nohr, daß die gesamte ausländische Feitein= die durch die vorgesehenen Maßnahmen eintretende Verteuerung fuhr durchweg mit einem Zoll von 25 Pfennig pro Pfund belastet der Margarine. Kunstspeisefette usw. der Margarineindustrie werden solle. Hierdurch werde der Reichskasse ein außerordent= zugutekommt. lich hoher Betrag zufließen, der ausschließlich dafür verwendet Das Vorgehen gegen die Fetteinfuhr trifft zum weitaus überwerden solle, um den Minderbemittelten in Form einer Karte wiegenden Teil Länder, denen gegenüber unsere Handelsbilanz die Verbilligung ihres Fettbezuges zu veranlassen. stark passiv ist. Mit dieser Karte soll den ärmeren Schichten eine Art Gutschein gegeben werden, wofür diese jede beliebige Menge von jeder Fettart kaufen können. Auf diese Weise wird die ärmere Bevölkerung die Verteuerung der Fettprodukte so wenig wie möglich zu spüren bekommen. WXB. Berlin, 24. März. Der große Pian für die Ordnung der Fettwirtschaft ist nunmehr von der Reichsregierung verabschiedet worden. Der Reichspräsident hat die Notverordnung, durch die das Gesetzgebungswerk in Kraft gesetzt wird, unterzeichnet. Die schrittweise Verwirklichung des Planes wird zu einer Die Angelegenheit Gerecke der Staatsanwaltschaft übergeben. Der Konsit im Wiener Zeitungsgewerbe. WTB. Wien, 24. März. Zu der Arbeitsniederlegung der Wiener sozialdemokratischen Zeitungssetzer meldet die Amtliche Nachrichtenstelle: Nach der Verordnung der österreichischen Bundesregierung vom 7. März, die Presseexzesse, die den wirtschaftlichen Aufbau hindern, unterbinden soll, können Zeitungen, die beschlagnahmt wurden, veranlaßt werden, die Pflichtstücke zwei Stunden vor der Verbreitung abzuliefern. Nachdem neben anderen Zeitungen verschiedener Parteirichtungen auch die Arbeiterzeitung und dus Kleine Blatt zu wiederholten Malen beschlagnahmt und verwarnt wurden, eine Aenderung, dieser Blätter aber in Bezug auf ihre Schreibweise nicht eintrat, wurde die eingangs erwähnte Verfügung gegen diese Blätter erlassen. Die sozialdemokratisch organisierten Wiener Zeitungssetzer haben irrtümlicherweise diese Verfügung als wirtschaftsschädigend aufgefaßt und legzten größtenteils heute abend demonstrativ die Arbeit nieder, so oaß die meisten Wiener Morgenblätter nicht erscheinen können. Verschiedenartige in Wien in Umlauf gesetzte Gerüchte, die mit WTB. Berlin, 24. März. Zu der Verhaftung Dr. Gerekes wird vom preußischen Innenministerium erklärt, daß die Verhaftung zunächst zuständigkeitshalber auf Anordnung des Reichskommissars für das preußische Ministerium des Innern durchgeführt wurde. Da die bekannten Vorgänge jedoch politischer Gesundung der unerträglich gewordenen Lebensbedingungen auf pit sst bie Fngesegenheit setgrt““ um kriminelle Delitte eslesen din eien Milseiehprechen shen gecter een der Steatuseueltuer J5 S. Am##.## 35. Berlin, 24 März. Der Preußische Landgemeindetog diesem Schritt dar kazie ldamafratischen Sei Der Plan selbst geht von der Erkenntnis aus, daß die deutsche West, die kommunale Spitzenorganisation der Aemter und Land= viesem Schritt der sozialdemokratischen Setzer zusammenhängen, entFettproduktion(Butter, Schmalz. Talg usw.) in stärkstem Maße gemeinden in Rheinland und Westfalen, teilt zur Verhaftung behren jeder Grundlage. Im übrigen sind alle Maßn unter dem Druck der Einfuhr ausländischer Fette jeglicher Art des Reichskommissars Dr. Gereke folgendes mit: In den bis= getroffen, um irgendwelche Weiterungen hintanzuhalten. steht. Auslandsfett soll deshalb vom deutschen Markt zurückgedrängt und durch deutsche Fette ersetzt werden. Insbesondere wird die Erzeugung von Margarine, die fast ausschließlich aus ausländischen Rohstossen hergestellt wird und deren Produktionsstätten zu einem sehr erheblichen Teil im Besitz internationalen Finanzkapitals sind, auf 80 Prozent des bisherigen Umsanges###.###uch hai ualitischen Seibeschränkt. In gleicher Weise wird gegen alle für die Margarine Ein Besuch bei politischen Gesangenen. in Frage kommenden Ersatzsette vorgegangen. Auf diesem Wege CRB. Berlin, 24. März. Die Politische Polizei hat einigen wird Raum für die hochwertigen deutschen Fette, wie Butier deutschen und ausländischen Pressevertretern Gelegenheit gegeben, und Schmalz geschaffen. Zur Sicherung dieses Zieles wird nach eine Reihe kommunistischer Schutzhäftlinge in ihrer Jelle zu beder Art des Maismonopols ein Monovol für Oele und Fette er= suchen, um sich durch Augenschein zu überzeugen, wie verlogen die richtet. Ferner werden Oelfrüchte, Oelsämereien und Oelkuchen im Auslande verbreiteten Greuelmärchen sind. Die Presseverin das bestehende Maismonopol einbezogen. Eine Verteuerung treter besuchten u. a. auch den früheren Vorsitzenden der K PD., Gegen die Gredeimarchen. der Oelkuchen wird bei den gegenwärtigen Milch= und Butterpreisen nicht erfolgen. Außerdem enthält das Gesetz noch besondere Ermächtigungen zur Regelung der Herstellung von Margarine. Diese betressen insbesondere die Verwendung von Farbstoffen, Butteraroma und Konservierungsmitteln bei der Margarineherstellung und die Einführung eines Kennzeichnungszwanges für die verwendeten Margarinerohstoffe. Hierzu kommen noch Ermächtigungen für den Ernährungsminister, die das Recht geben, in die Preisgestaltung der Margarine(Preise und Handelsspannen) einzugreisen, einen Lieferzwang bestimmter Sorten zu verordnen usw. Diese letzten Bestimmungen dürfen jedoch im wesentlichen vorbeugenden Charakter haben und bei loyalem Verhalten der Margarineindustrie nur wenig zur Anwendung gelangen. Endlich wird eine Ermächtigung zur Einführung eines VerwenNach Mitteilungen deutscher Blätter werden von verschiedenen ausländischen Zeitungen Meldungen verbreitet, etwa daß regelmäßig verstümmelte Judenleichen vor dem Eingang des jüdischen Friedhofs Berlin=Weißensee lägen, daß jüdische Mädchen auf öffentlichen Plätzen gewaltsam zusammengetrieben worden seien, daß Hunderte deutscher Juden in Geuf einträfen, von denen neun Zehntel, darunter zahlreiche Kinder, schwer mißhandelt seien. Alle derartigen Behauptungen sind frei ersunden. Der Thälmann, von dem behauptet worden war, daß er mit Kentralverein steft““ klaffenden Kopfwunden und anderen schweren Mißhandlungen ventralverein stellt mit allem Nachdruck fest, daß das deutsche ins Gefängnis eingeliefert worden sei. Thälmann gab selbst zu, Judentum für solche unverantwortlichen Entstellungen, die aufs daß ihm kein Härchen gekrümmt worden sei, und daß er nicht schwerste zu verurteilen sind, nicht verantwortlich gemacht werden über schlechte Behandlung klagen könne. Die Besucher konnten kann.— Das deutsche Volk befindet sich seit Wochen in einem auch feststellen, daß Thälmann keinerlei Narben oder Verletzun= politischen Umschwung gewaltigen Ausmaßes. Hierbei ist es zu gen am Kopfe aufwies. Genau so fanden sie auch die anderen p#litzischel, Ausschreitungen auch gegen Juden gekommen. Die Häftlinge, die die Pressevertreter besuchten. Sie bestätigten alle, Fleichsregierung wie die Länderregierungen haben sich mit Erfolg sie über schlechte Behandlung weder bei noch nach ihrer bemüht, möglichst schnell Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. daß sie über schlechte Behandlung weder dei noch nach ihrer Gefangennahme etwas sagen könnten. Der Centralverein gegen ausländische Greuelmeldungen. CRB. Berlin, 24. März. Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der die größte Orgänisation der 565 000 deutschen Juden ist und der auf vaterländischem Boden steht, erklärt zu den Vorgängen der letzten Tage folgendes: Japan verweigert die Herausgabe der Mandatsinseln. Karte der Südsee mit dem ehemaligen deutschen Kolonialbesitz. Die früher Deutschland gehörigen Inselgruppen, Karolinen=, Marianen= und Marschallinseln, sind von Japan während des Krieges besetzt und befestigt worden. Japan bezeichnet diese Inseln als seinen„Rettungsanker zur See“ und hat durch eine Erklärung seines Marineministeriums seinen unbeugsamen Willen ausgedrückt, sie nicht wieder aufzugeben, obgleich es nach seinem Auskritt aus dem Völlerbund hierzu verpflichtet wäre. Der Befehl des Reichskanzlers, Einzelaktionen zu unterlassen, hat seine Wirkung getan. * Minister a. D. Hevering auf freien Fus gesetzt. CNB. Berlin, 24. März. Der ehemalige preußische Innenminister Karl Severing, der gestern vor dem Reichstage zu Vernehmungen festgenommen worden war, ist heute wieder auf sreien Fuß gesetzt worden, muß sich aber zur weiteren Verfügung der Behörde halten. Hirsch, Grimme, Abegg und Hirschfeld nicht festgenommen. CNB Berlin, 24. März. Wie der ehemalige preußische In nenminister Severing wurden heute auch der ehemalige preußische Ministerpräsident Hirsch und der ehemalige preußische Kultusminister Grimme gebeten, im preußischen Ministerium des Innern zu erscheinen. Sie wurden sämtlich nach ihrer Vernehmung wieder freigelassen. Eine Blättermeldung, wonach der frühere Staatssekretär im preußischen Innenministerium Abegg und der Ministerialrat Dr. Hirschfeld festgenommen worden seien, entspricht nicht den Tatsachen. Acht Jahre Zuchthaus für einen kommunistischen Funktionär. WTB. Beuthen, OS., 24. März. Unter Ausschluß der Oeffent lichkeit verhandelte gestern die Strafkammer gegen den kommunistischen Funktionär Bergarbeiter Emil Przenczyna aus Mikult schütz und verurteilte ihn wegen Vergeheus gegen das Spreug stoffgesetz zu acht Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrenverlust. Bei einer Haussuchung waren Sprengstoff. sowie politische Zersetzungsschriften gefunden worden. Thälmann nicht mehr Führer der KP9. CNV. Berlin, 25. März. Wie der Bossischen Zeitung zufolge aus Moskan gemeldet wird, wurde der deutsche Kommunist Thälmann durch Verordnung der Komintern seines Amtes als Führer der K. P. D. enthoben. Als Ursache dieser Maßnahme wurde das„unrichtige Verhalten Thälmanns“ angegeben. Weitere Beurlaubungen. Oberbürgermeister Dr. Stadler=Kassel legt sein Amt nieder. WTB. Kassel, 24. März. Der Oberbürgermeister von Kassel, Dr. Stadler, hat heute nach einer längeren Aussprache mit Ministerialdirektor Dr. Roland Freisler sein Amt niedergelegt. Dr. Freisler teilte der vor dem Rathaus versammelten Menschenmenge mit, daß die Oberbürgermeisterstelle künftig eingespart werden solle. Die künftige nationalsozialistische Leitung der Stadt werde dem früheren Oberbürgermeister Scheidemaan in Zukunft keine Pension mehr zahlen. Bürgermeister Dr. Lahmaier werde die Geschäfte des Oberbürgermeisters ohne besonderes Entgelt mit übernehmen. Der thüringische Staatsbankpräsident beurlaubt. WTB. Weimar, 24. März. Wie die Pressestelle des thüringischen Staatsministeriums meldet, ist Staatsbankpräsident Dr. Jost heute vom thüringischen Finanzminister von seinem Dienst beurlaubt worden. Die Beurlaubung war notwendig, da er das Vertrauen der Regierung nicht mehr besaß. Die Oberbürgermeister von Breslau und Waldenburg beurlaubt. WTB. Breslau, 24. März. Der Regierungspräsident hat den Oberbürgermeister Dr. Wagner auf Anordnung des Ministers des Innern sofort bis auf weiteres beurlaubt und Rechtsanwalt Dr. Rebitzki mit der kommissarischen Vertretung beauftragt. Der Innenminister hat dabei besonders bemerkt, daß die Beurlaubung lediglich aus Zweckmäßigkeitsgründen erfolgt, ohne daß hieraus Zweifel gegen die ordnungsmäßige Geschäftsführung des Oberbürgermeisters hergeleitet werden dürfen. Dr. Wagner gehört der Staatspartei an, Dr. Rebitzki ist Mitglied der RSDAP. WTB. Breslau, 24. März. Der Regierungspräsident hat Oberbürgermeister Schubert in Waldenburg sofort bis auf weiteres beurlaubt und als Kommissar den Bergwerksdirektor Beck aus Weißstein bestellt. Deutschland. Ermächtigungsgesetz in Kraft. B23. Berlin, 24. März. Das vom Reichstag und vom Reichsrat mit verfassungsändernder Mehrheit angenommene Ermächtigungsgesetz für die Regierung der nationalen Erhebung ist, wie das Nachrichtenbüro des BD3. erfährt, noch am Freitag früh Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes legt sein Amt nieder. Bundesvorsitzender Flügel ist aus seinen eigenen Wunsch von der Leitung des Deutschen Beamtenbundes zurückgetreten. Bei Hindenburg. Von links nach rechts: Dritter Vizepräsident Zörner (RSDAP), Zweiter Vizepräsident Graef(DRVP). Reichstagspräsident Göring (RSDAP) und Erster Vizepräsident Esser(Zentzum) Das Präsidium des Reichstags stattete nach seiner Wahl dem Reichspräsidenten den traditionellen Antrittsbesuch ab. vom Reichspräsidenten unterzeichnet, am Freitag spät abends in der Gesetzsammlung abgedruckt worden und damit in Kraft gesetzt. Staatsrechtlich ist damit vor allen Dingen die wichtige Aenderung herbeigeführt worden, daß die Regierung nicht nur ohne Reichstag und Reichsrat Gesetze schaffen und in Kraft setzen kann, sondern daß sie auch nicht der Unterschrift des Reichspräsidenten für die Vollziehung von Gesetzen bedarf. Reichskanzler Adolf Hitler in München. WTB. München, 24. März. Reichskanzler Adolf Hitler, der um 16,42 Uhr in Berlin=Tempelhof abgeflogen war, traf punkt 7 Uhr abends in München ein. Die weitere Beratung der neuen Sozialverordnungen. CNB. Berlin, 24. März. Von unterrichteter Seite erfahren wir, daß die beiden sozialpolitischen Verordnungen, mit denen sich die Reichsregierung heute mittag beschäftigt hat, nun zunächst im Wirtschaftsausschuß des Reichskabinetts weiter behandelt werden. Der Ausschuß tritt Anfang der nächsten Woche zusammen, und es ist anzunehmen, daß die endgültige Verabschiedung der Verordnung über die Befriedung der Betriebe(Betriebsrätegesetz) und der Verordnung über die wirtschaftlichen Vereinigungen dann Mitte der nächsten Woche erfolgen kann. Veränderung in der Zentrumsfraktion des Reichstages. WTB. Berlin, 24. März. An Stelle des Abg. Dr. Hermes, der sein Mandat niedergelegt hat, tritt der Oderpostinspektor Asmuth, Köln=Lindenthal(Deutsche Zentrumspartei), in den Reichstag ein. Zusammentritt der Zentrumsfraktion des Reichstages. CNB. Berlin, 24. März. Die Reichstagsfraktion des Zentrums trat am heutigen Freitagvormittag erneut zu einer Besprechung zusammen. Einmütig geschlossen dankte die Fraktion dem Parteiführer Prälat Kaas für seine in den letzten Wochen geleistete mühevolle und opferreiche Arbeit. Sie betonte, daß die Erklärung des Parteiführers zum Ermächtigungsgesetz getragen sei von jenen alten Grundgedanken der Zentrumspartei, Volk und Staat vor chaotischen Entwicklungen zu bewahren und in Zusammenarbeit mit allen aufbauwilligen Teilen des Volkes das staatliche und gesellschaftliche Leben aus den lebendigen Kräften des christlichen Volkstums zu erneuern. Mit dieser Haltung bleibe die Partei auch in Zukunft ihren Grundsätzen und ihrer in den vergangenen Jahren schwerer vaterländischen Not geleisteten Arbeit treu, die stets im Dienst des deutschen Volkes und der christlichen Religion gestanden habe. Die in ewigem Wahrheitsgehalt tief verwurzelten Grundsätze der Zentrumspartei könnten durch keine Umwälzungen erschüttert werden. Es wird Sorge getragen, daß eine dauernde Fühlungnahme von Partei und Fraktion mit den Parteifreunden im Lande eingehalten werde. Gemeinschaftsgeist und Gemeinschaftsarbeit sei das Gebot der Stunde. Eine neue Fraktionssitzung findet, soweit sich bisher voraussehen läßt, Ende April statt. Der Termin steht noch nicht genau fest. Stahlhelmkundgebung in Düsseldorf. CNB. Düsseldorf, 25. März. Gestern abend veranstaltete der Stahlhelm in der Tonhalle eine große Kundgebung, die vorwiegend der Verpflichtung neuer Mitglieder diente. Anwesend waren u. a. Oberbürgermeister Dr. Lehr, General a. D. Dieffenbach und Branddirektor Petersen. Nach dem Einzug der neu zu verpflichtenden Stahlhelmer erfolgte der Aufzug der Fahnenabordnungen. In seiner Ansprache betonte Gauführer Habermann die vaterländischen Ziele des Stahlhelms und die Verpflichtung der Stahlhelmer, sich in diesem Sinne zu betätigen. Nicht bloß das halbe, sondern das ganze Volk müsse hinter die Regierung gebracht werden. Für den Bund KöniginLouise sprach danach die Bundesgauleiterin Frau Dr. Lutz. Gauadjutant Köther verbreitete sich dann eingehend über den Wehrgedanken. Den Abschluß der außerordentlich stark besuchten Kundgebung bildete ein Konzert der Stahlhelmkapelle. Die Neugestaltung des deutschen Kraftverkehrswesens. CNB. Berlin, 24. März. Mit der Abteilung für Kraftverkehrswesen im Reichsverkehrsministerium, deren Leitung Ministerialdirektor Brandenburg übertragen worden ist, wird eine Zentralstelle für das ganze Reich geschaffen, die die Zusammenfassung und Förderung der gesamten Interessen des Kraftverkehrswesens zum Zwecke hat. Alle Fragen, die das Automobikwesen betreffen, werden einheitlich von der neuen Stelle bearbeitet: Nicht nur der Kraftwagen als solcher, vielmehr Gesetze und Verordnungen, Gestaltung der Automobilsteuer, Versicherungswesen, Garagenproblem, Wegegestaltung, technische, sportliche und wissenschaftliche Förderung des Kraftfahrwesens und schließlich das große Problem der Beseitigung des Kampfes zwischen Eisenbahn und Kraftwagen. Gerade unter dem letzten Gesichtspunkt ist zu begrüßen, daß der Kraftverkehr im Reichsverkehrsministerium bleibt, denn dadurch wird die Einheitlichkeit der künftigen Verkehrsentwicklung besonders gewährleistet. Lohn und Arbeit. Arbeiterdemonstrationen wegen geplanter Lohnsenkungen in Hagen=Haspe. wv. Hagen, 25. März. Wegen geplanter Lohnsenkungen auf dem Gußstahlwerk Haspe kam es am Freitagnachmittag zu Ansammlungen vor dem Direktionsgebäude, die das Einschreiten der Polizei notwendig machten. Auf Anordnung des Hagener Polizeipräsidenten wurde daraufhin der bei der Arbeiterschaft mißliebige technische Werksleiter in Schutzhaft genommen, bei dessen Abtransport die Menge eine drohende Haltung annahm. Es bildete sich ein Demonstrationszug, der unter polizeilicher Sicherung durch die Straßen von Haspe zog. Auf Intervention des Polizeipräsidenten beim Hasper Werk soll der Betriebsleiter, den die Arbeiterschaft für die geplante Lohnsenkung verantwortlich macht, nach seiner Freilassung vorläufig in seiner alten Stellung nicht weiter verwendet werden. Auch soll man bei der geplanten Lohnsenkung versuchen, Unbilligkeiten und Härten in dieser Zeit der Not nach Möglichkeit zu vermeiden. Ausstellung„Bergisch Land wirbt“ verschoben. wo. Wuppertal, 24. März. Die ursprünglich für die Zeit vom 26. März bis 9. April angesetzte Ausstellung„Vergisch Land wirbt“, die vom Bergischen Verkehrsverband im Lohmann=Haus in Elberfeld vorgesehen war, wurde wegen anderer dringlicher Aufgaben auf unbestimmte Zeit verschoben. Lange gesucht und doch gesunden. wp. Düsseldorf, 24. März. Eine Betrügerin, die seit bereits drei Jahren zur Verbüßung einer Freiheitsstrafe gesucht wurde und zuletzt ihr Glück in Düsseldorf versuchte, brachte die Kriminalpolizei hinter Schloß und Riegel. Unter dem Namen Frau Geheimrat Uferkamp, Oberloskamp und Overkamp machte sich die Schwindlerin an ältere Frauen heran, denen sie vorschlug, gemeinsam mit ihr eine Pension zu eröffnen. Den Opfern. die ste durch Annoncen in Tageszeitungen suchte, erzählte sie, daß sie ein Vermögen von 100000 RM. besitze und nach einer Persönlichkeit suche, der sie Vertrauen entgegenbringen könne. In anderen Fällen trat sie mit Hausbesitzern wegen Ankauf von Häusern in Verbindung und versprach, Anzahlungen von mehreren tausend Mark leisten zu können. In Wirklichkeit ist die Betrügerin gänzlich vermögenslos. Durch die rechtzeitige Festnahme konnten die Interessenten vor Schaden bewahrt werden. Fränkisches Grab gefunden. wv. Mayen, 24. März. In der Näbe des Ortes Kretz stieß ein Landwirt beim Pflügen auf einen großen quadratischen Tuffsteinblock. Man grub weiter und legte ein fränkisches Grab frei, das mit dicken Platten eingesäumt war. In dem Grab befand sich eine Urne mit verbrannten Knochenresten, eine kleinere Urne, Bronzegefäße, eine Oellampe, eine Glaslampe und merkwürdige Schmuckstücke. Auch eine Anzahl Münzen wurde entdeckt. Der Fund ist eine interessante Bereicherung für historische Sammlungen. Mehrere Wassenlager entdeckt. wv. Meggen(Kreis Olve), 24. März. Die Polizei teilt mit: Durch das plötzliche Zugreifen der Landjägerei in Verbindung mit Beamten der Hilfspolizei, die seit einigen Tagen mi der restlosen Aufklärung über das Vorhandensein mehrerer A#ffenlager beschäftigt waren, gelang es, im Walde bei Halberl#acht in der Nähe von Meggen, oberhalb des„Kellers“ sowie an der Kahle“ eine große Anzahl Wassen(Pistolen, Karabiner und Jagdgewehre großen und kleinen Kalibers) und eine Menge Munition zu beschlagnahmen. Ferner förderten Haussuchungen bei Angehörigen der KPD. weitere Waffen und Munition zutage. Die Untersuchung führte zur Festnahme von fünf Personen, die der KPD. angehören. Sie haben bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt. Neue Verhaftung des Telegraphenoberbauführers Gensicke. wtb. Berlin, 24. März. Die Nachrichtenstelle des Reichspostministeriums teilt mit, daß der Telegraphenoberbauführer Wilhelm Gensicke überführt und geständig ist, von der Tiefbaufirma Schwerdfeger in Reinickendorf=Ost erhebliche Summen als Bestechungsgelder erhalten zu haben. Gensicke hatte als Oberbauführer des Telegraphenbauamtes 2 im Jahre 1928 die Kabelverlegungsarbeiten durch diese Firma ausführen lassen, bei denen er sich durch gefälschte Abrechnungen erhebliche Gelder zu verschaffen gewußt hat. Schon im Jahre 1929 hatte sich die Postverwaltung mit der Angelegenheit beschäftigt. Auf eine neue Anzeige hin ist nun gegen Gensicke und Schwerdseger die Untersuchung wieder aufgenommen worden. Es soll gepräft werden, ob nicht noch weitere Verfehlungen vorgekommen sind und auch andere Beamte Bestechungsgelder erhalten haben. Kurznachrichten. wv. Köln, 24. März. Am Donnerstagnachmittag kam es zwischen einem 43 Jahre alten Juwelier und dem 38 Jahre alten Geschäftsführer in der Wohnung des Juweliers in der Zollstraße zu einem Streit in dessen Verlauf der Geschäftsführer auf den Juwelier zwei Pistolenschüsse abgab. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Geschäftsführer will in Notwehr gehandelt haben. Die Schuldfrage ist noch ungeklärt. wo. Gladbach=Rhendt, 24. März. Gegen das Urteil des Gladbach=Rheydter Schwurgerichts, das den Arbeiter Joseph Rütten aus Rheydt wegen Mordes an dem 18 Jahre alten Lehrling Jansen zum Tode verurteilt hat, legte der von Amts wegen beigeordnete Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Ganz. Nevision ein. wv. Haltern, 24. März. Heute mittag ist der Stellmacher Kersebohm, der bei dem Autozusammenstoß vor einigen Tagen schwer verletzt wurde an den Folgen seiner entsetzlichen Brandwunden gestorben. Bei einigen anderen Schwerverletzten besteht Intendanten der Berliner Städtischen Oper ernannt. Generalmusikdirektor Max von Schillings, der den Intendantenposten der Städtischen Oper in Berlin angenommen hat, nachdem der bisherige Intendant Otto Krauß nach Stuttgart berusen würde. nach wie vor Lebensgefahr. Das Befinden des Anstreichers Breuer ist besonders ernst. K3. Ohl=Rönsahl, 24. März. Der Kommunist Wilhelm Hupperz, der am Montag den Oberlandjäger Luck mit einem Veil erschlagen hat, hat sich gestern nachmittag in einer Wirtschaft an der Neyetalsperre bei Wipperfürth mit Strychnin vergiftet. Bei dem Selbstmörder wurden noch Mengen von Strychnin gefunden, ebenso wies das Schnapsglas, aus dem er getrunken hatte, Spuren davon auf. wv. Mainz, 24. März. Das Befreiunasdenkmal am Schillerplatz, das wiederholt das Mißfallen der Bevölkerung erregt hat, wird entfernt. Mit den Abbruchsarbeiten ist bereits am Donnerstagmorgen begonnen worden. wp. Mainz, 24. März. Der Landwirt und frühere Bürgermeister Joh. Blodt aus Essenheim bei Mainz wurde gestern von der Großen Strafkammer wegen fortgesetzter Unterschlagung im Amt zu acht Monaten Gefängnio verurteilt.— Blodt hatte während seiner Amtszeit bei Vergleichen in Sühneterminen eingenommene Kostenbeiträge in Höhe von 111 Mark für sich verbraucht, statt sie an die Kreiskasse abzuführen. wth Paris, 24. März. Nach einer Havasmeldung aus Avila entgleiste unweit dieser Station beim Passieren einer über eine 30 Meter tiefe Schlucht führenden Brücke ein Güterzug. 20 Wagen stürzten in die Tiese. Der Zugführer und zwei Zugbegleiter wurden getötet, neun Beamte verletzt. Sellnger Aggeblatt Nr. 72— 124. Jahrgang U 2 Sametag. den 25. März 1933 Fliegen im Frühling. Kalt und einsam lag die Heide da. Winterstürme pfiffen durch niedriges Gestrüpp, fingen sich in den Fichten des dunklen Waldes und heulten das Lied vom Tode in der Natur. Die kleinen von denen so oft Segelflugzeuge sich in die Ebene senkten, schliefen ven Winterschlaf und träumten von der Sommersonne, von dem Blick in die weite, dunstige Ferne und von den fröhlichen Menschen. Dann aber brach der Frühling auf, die Welt wird schöner mit jedem Tag, und wieder senken sich Segelflugzeuge von den Höhen des Jabergs ins Tal Jungflieger sind erwacht, Jungflieger schleppen mit nimmer müder Begeisterung Maschinen vom Tal auf die Höhe, um wenige Sekunden das herrliche Lostgelöstsein von der Erde zu verspuren. Jugend im Frühling, Fliegen in Frihing.a6, Fleg. * Hermann Göring, der erste Luftfahrtminister des Deutschen Reiches, der erste aktive Flieger im Ministerium, der RichthofenNachfolger, der kampferprobte Pour=le=mérite=Flieger, sprach vor wenigen Tagen auf der Luftfahrtausstellung in Essen machtvolle Worte über die Aufgaben und die Ausgestaltung des deutschen Flugwesens. Er forderte die Zusammenfassung aller der vielen Gruppen und Grüppchen in der klaren Erkenntnis, daß nur auf breiter Grundlage erfolgreiche Dienste an der Luftfahrt geleistet werden können. Im Segelflug ist der Starke erst dann am mächtigsten allein, wenn ihn die Gruppe, die Gemeinschaft in die Lüfte gehoben hat. Der Flugverein Bergisch Land hat es sich zur Pflicht gemacht. in Solingen Hort und Horst der Fliegerei zu sein. In ihm haben sich junge und alte Menschen gefunden, die ihr Herz an all das hingen, was sich über der Erde abspielt. Die Aufgaben des Flugvereins sind gewachsen, sein Kreis ist vergrößert, er stand und steht bewußt im Dienste der Nation und des nationalen Gedankens, er will seine jugendlichen Mitglieder in diesem Geiste erziehen und sie als Menschen in das Vaterland eingliedern, die die Idee der Wehrhaftigkeit, der Kameradschaft, der Natur= und Heimatverbundenheit als köstliches, unverlierbares Gut in sich tragen. * So sprach einer vor Jahresfrist in jenem Kreise: Wir stellen unsere Bewegung bewußt in den Dienst der großen vaterländischen Idee. Wir lieben unsere Nation heiß und innig mit jener gleichen, glühenden Liebe, mit der wie 1914 in den Kampf zogen und vier Jahr lang die Heimat verteidigten. Wir hängen an unserer schönen, bergischen Landschaft, weil sie ein Teil des Vaterlandes ist, weil hier die starken Wurzeln jeglicher Kraft verankert sind. Der Flugverein Bergisch Land hat nicht untätig in den Winterquartieren gelegen, eine neue, geräumige, schöne Halle wurde bezogen und hergerichtet. Sie ist so groß, daß Flugzeuge in ihr montiert werden können, sie wird neben der Werkstatt weitere Unterkunftsräume enthalten. Zwei Maschinen, das„Hähnchen"“ und der„Vati“, sind schon im Flugdienst, ein drittes Uebungsflugzeug für Anfänger wird in den nächsten Wochen fertig,— der Verein ist für den Bedarf der nächsten Wochen gut gerüstet. * Der erste größere Erfolg wurde dem Flugverein in diesen Tagen beschert. Der aus dem Verein hervorgegangene Segelflieger Willi Burbach hat im Segelfluggelände in Hirzen: hain einen Segelflug von 7 Minuten 49 Sekunden abgelegt und Burbach durch Schnee und Hagel gezwungen, zu landen. Der Windmesser ging an diesem Tage nicht unter zwölf Sekundenmeter. Burbach überhöhte binnen kurzer Zeit die Startstelle um mindestens 100 Meter. * Im vorigen Jahre stiftete die Stadt Solingen eine Plakette, die nach dem Wunsch des Flugvereins demjenigen Solinger Flieger überreicht werden soll, der als Erster die C=Prüfung ablegt. Willi Burbach darf als Anerkennung seiner Leistung diese Plakette in Empfang nehmen. Der Flugverein aber verbindet damit die Hoffnung, daß die Stadt ihm auch weiter die Beachung schenken möge, die ihm gebührt. Noch ist dieser Sp jung, noch muß er um die Anerkennung ringen, die Sportzweigen in überreichem Maße gezollt wird. * Ueberhaupt: ein Fußball kostet 18 Reichsmark, ein Segelflugeug für Anfänger allein an Material mehrere hundert Reichsmark Mit beiden beschäftigen sich zweiundzwanzig Sportler. Außerdem muß der Jungflieger aber noch versichert sein, er muß ein Startseil im Werte von über 100 Reichsmark für das Flugzeug haben, und der Transport seines Sportgerätes zum Sportplatz ist auch weit kostspieliger als der eines Fußballes. Was zweig anderen für die Dinge haben, die sich in der Luft zutragen. Und so ist es auch verständlich, daß der Segelflieger häufiger an die Türen seiner Freunde klopft. * Fliegen aber kann und darf nicht Selbstzweck sein. Ideale Werte sollen geschaffen und vermittelt werden. Dienst am Volk, Dienst an der Nation, Dienst am Nächsten— das bedeutet Fliegen. Weit öffnet der Flugverein seine Arme und bittet alle, zu ihm zu kommen, die gleich ihm von diesen Idealen erfüllt sind. Deutschland ist mit nationaler Begeisterung hoffnungsfroh in diesen Frühling gestartet. Jungflieger starten und über die Heide singt das Frühlingslied. Fliegen im Frühling ist Fliegen ins Glück! Dr. Haanen. Redizinalrat Dr. Böhm. eso. Wie unser Remscheider Vertreter uns drabtet, ist Medizinalrat Dr. Willy Böhm, Remscheid, der durch seine volitische Tätigkeit auch in Solingen bekannte langjährige Vorsitzende der Ortsgruppe Remscheid der Deutschen Volkspartei und Leiter des Wahlkreises Düsseldorf der DBP., zum 1. April als Kreisarzt nach Berlin, Bezirk Kreuzberg, versetzt worden. Gelegentlich einer Abschiedsseier, die ihm die Remscheider Ortsgruppe veranstaltete, wurde er zum Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzenden ernannt. Dr. Böhm, der von 1899—1919 als aktiver Marinearzt tätig war und aus dem Kriege als Marinegeneraloberarzt zurückkehrte, kam 1920 als Kreisarzt nach Nemscheid und war 1924—1929 Stadtverordneter und Vorsitzender der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft. Seit 1924 ist er Mitglied des Preußischen Landtags, den er bis zum April 1932 auch als Vizepräsident leitete. In seiner Abschiedsrede bekannte sich Dr. Böhm zum nationalen Liberalismus, zu dem Glauben an die Persönlichkeit, die Entwicklung und die Gewissenhaftigkeit. Er bezeichnete es als heutige Aufgabe der Deutschen Volkspartei, sich mit offenem Herzen in die nationale Bewegung zu stellen, um mitzuarbeiten, daß der neue Aufschwung der deutschen Menschen sich auswirken möge, insbesondere auch zum Wohle für die Stadt Remscheid. Die Kanalbenutzungs-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhr=Gebühren im Bezirk Groß=Solingen für 1933. Der Beschluß des 4 Unseren Lesern ist bekannt, daß die Solinger Stadtverwaltung dem an Stelle der aufgelösten Stadtverordnetenversammtung beschließenden Bezirksausschuß Anfang März eine Vorlage über die Festsetzung der Gebühren für die Müllabfuhr, Straßenreinigung und Kanalisation für das Rechnungsjahr 1933 unterbreitet hat. Der Weg der vorläusigen Festsetzung durch den Bezirksausschuß war notwendig, um in der Gebührenerhebung keine Verzögerung eintreten zu lassen, zumal mit einer rechtzeitigen Beschlußfassung durch die neugewählte Bürgerschaftsvertretung nicht gerechnet werden konnte. Wir wiesen jedoch schon mehrfach darauf hin, daß durch dieses Verfahren die Zuständigkeit der Stadtverordnetenversammlung nicht beeinträchtigt wird, da eine Aenderung der Sätze im Laufe des Rechnungsjahres jederzeit möglich ist. Falls die Stadtverordnetenversammlung zu der Ueberzeugung kommt, daß eine Senkung der Gebühren auf Grund von Ersparnissen guf der Ausgabenseite der Haushaltspläne der Müllabfuhr, Kanalisation und Straßenreinigung möglich ist, bleibt es ihr benommen, eine anderweitige Gebührenfestsetzung zu beschließen. Inzwischen hat der Bezirksausschuß, wie wir ebenfalls bereits meldeten, die Vorlage genehmigt. Die Bemessung der Gebühren erfolgt in gleicher Weise wie im vergangenen Jahre, und zwar sollen erhoben werden: Schutz der Feider gegen fremde Tauben. Am Donnerstag veröffentlichte der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde im amtlichen Teil des„Solinger Tageblattes“ eine Bekanntmachung, wonach die Sperrzeit für Tauben auf die Zeit vom 25. März bis 25. April d. I. festgesetzt worden ist. Nach einer uns aus Berlin zugehenden=dz=Meldung haben die Kommissare des Reiches in Preußen eine Verordnung zum Schutze der Felder und Gärten gegen fremde Tauben erlassen, worin es heißt, daß Tauben in der Zeit vom 1. April bis 15. Mai derart zu halten sind, daß sie die bestellten Felder und Gärten nicht aufsuchen können. Der Regierungspräsident kann im Falle besonderen Bedürfnisses zum Schutze der Ernte oder der Herbstbestellung noch eine weitere Sperrzeit bis zur Höchstdauer von insgesamt einem Monat anoednen. Während der übrigen Zeit dürfen die Tauben frei umherfliegen. Tauben, die während der Sperrzeit auf Feldern oder in Gärten angetroffen werden, darf sich der Eigentümer oder der Nutzungsberechtigte des Grundstücks sowie der dort Jagdberechtigte aneignen. Alle älteren landesrechtlichen Vorschriften werden aufgehoben. Die älteste Vorschrift ist übrigens eine Magdeburger Polizeiverordnung vom 3. 1. 1683. * Das Hakenkrenz auf Postsendungen erlaubt. echn= Aus Berlin wird uns gemeldet: Der Reichspostminister hat, den Blättern zufolge, in einer Verordnung an die Oberpostdirektion zum Ausdruck gebracht, duß fortan Abzeichen politischer Parteien oder Abbildungen politischer Art auf der Außenseite von Briesen, Drucksachen und Postkarten im Rahmen der allgemeinen Bestimmungen nicht mehr zu beanstanden sind. Seefisch für Erwerbslose und Wohlfahrtspfleglinge. Auch im Monat März können von Erwerbslosen und Wohlfahrtspfleglingen auf Reichsverbilligungsscheine für Lebensmittel, und zwar auf Abschnitt 11, zwei Pfund frischer Seefisch oder ein Pfund Fischfilet bezogen werden Durch reichliche Seefischhandlungen zeigen sich überall mäßige Preise, sodaß der genannte Abschnitt 11 im Werte von 30 Pfg. vorteilhaft für den Seefischeinkauf ausgenutzt werden kann, worauf die Bezugsberechtigten hiermit aufmerksam gemacht werden. Aus dem Solinger Bezirk Schreberkindergärten. Ein Versuch des letzten Jahres. Jugendleiterin M. Gies, Solingen, schreibt uns: Große Unklarheit herrscht noch in weiten Kreisen der Solinger Bevölkerung über die Arbeit in den Schreberkindergärten, wie die vielen Vermutungen und Anfragen der letzten Wochen bewiesen haben, als nach den falschen Brandgerüchten viel die Rede von den Schreberkindergärten Kannenhof und Dornsiepen war. Zur Erklärung der Art dieser Kindergärten möchte ich berichten, daß ihre Einrichtung und Durchführung ein Versuch des letzten Jahres ist, der nach den bisherigen Erfolgen als gelungen bezeichnet werden muß. Da die Lage der Gärten und ihrer Spielplätze ganz ideal ist wie man sie sich für einen Kindergarten kaum schöner denken kann und die beiden Kleingartenvereine ihre Gelände zur Durchführung von regelmäßigen Kindergartenbetrieben in uneigennütziger Weise zur Verfügung stellten, konnte dieser Erfolg wohl kaum ausbleiben. In Fachkreisen sucht man seit Jahren nach einer Form des Kindergartens, dem es neben der Entwicklung der geistigen und sittlichen Kräfte des Kleinkindes noch sehr viel mehr als bisher möglich ist, auch die körperliche Entwicklung zu unterstützen und zu fördern; denn das Kleinkind aller Kreise ist in der heutigen Notzeit ganz besonders gefährdet, wird doch hier die Grundlage gelegt für die ganze spatere Entwicklung. Was ihm aber jetzt am nötigsten ist, ist eine natürliche Umgebung, in der es alle seine geistigen und körperlichen Kräfte entfalten kann, und das ist nicht möglich, wenn es eingeengt ist von dunklen Mauern, umgeben ron Straßenlärm und Staub, sondern in ungebundener Freiheit und engster Fühlungnahme mit der Natur. Man ist verschiedene Wege gegangen, um für die vorhandenen Kindertreibt, in die Natur zu kommen und daß man alles daran setzen muß, sie ihm wieder zu geben. Sehr befriedigend war dagegen das Ergebnis der Schreberkindergärten Kannenhof und Dornsiepen, die versuchen wollten, all' diesen unerfüllten Wünschen Rechnung zu tragen. Bis jetzt sind die erwähnten Kindergärten noch die einzigen dieser Art, aber bald werden wohl in vielen deutschen Städten noch andere folgen, um noch recht vielen Kleinkindern unter Aufsicht geschulter Erzieherinnen den Aufenthalt und die Freiheit in der Natur möglich zu machen. Nicht nur einige Tage oder Wochen gehört das Kleinkind hinaus, sondern jeden Tag während des ganzen Jahres. Sein Körper muß abgehärtet werden und sich an Wind und Wetter gewöhnen, wenn er widerstandsfähig und eine ungehemmte körperliche Entwicklung gewährleistet werden soll. Eine politische oder weltanschauliche Richtung zu vertreten, wäre ein ganz falscher Standpunkt, auf den wir uns nie gestellt Kanalbenutzungsgebühren. Direkte Entwässerung mit Fäkalien 2,4%) Direkte Entwässerung ohne Fäkalien 1,2%/ vom GebäudesteuerIndirekte Entwässerung 0,6% nutzungtwert Straßenreinigungsgebühren. Für bebaute Grundstücke 2,4% vom Gebäudesteuernutzungswert Für unbebaute Grundstücke 80 Pfg. z je laufendes Für landwirtschaftl. benutzte Grundstücke 50 Pfg J Meter Front Müllabfuhrgebühren: Für 1 Gefäß mit wöchentlichem Wechsel 32.— Für 1 Gefäß mit 14=täglichem Wechsel 16.— Für 1 Gefäß mit 21=täglichem Wechsel 11.— In Gräfrath werden die früher in Wald vorhandenen kleineren Gefäße benutzt und für jedes Gefäß jährlich 10 Mark berechnet. Bezüglich der Straßenreinigung ist nach einer in den letzten Tagen ergangenen Ergänzung des Gesetzes über die Reinigung öffentlicher Wege voraussichtlich eine Senkung der Gebühren um 25 Prozent zu erwarten. Es ist nämlich durch die erwähnte Gesetzesänderung zwingend vorgeschrieben worden, daß mit Wirkung vom 1. April 1933 ab nicht mehr die vollen, sondern nur noch höchstens 75 Prozent der Kosten der Straßenreinigung vom Grundeigentümer erhoben werden dürfen. Danach würden in Zukunft 25 Prozent der Straßenreinigungskosten aus allgemeinen Etatmitteln zu decken sein. haben. Unsere Ziele liegen in einer ganz anderen Richtung. die sich aber mit dem Fröbel'schen Erziehungsgedanken vollständig decken. Wenn darüber falsche Gerüchte verbreitet worden sind, dann konnte das nur von einer Seite geschehen, die sich nie sachlich mit dieser neuen Einrichtung auseinandergesetzt hat Daß wir einen neuen, aber sehr guten und brauchbaren Gedanken verwirklicht haben, beweist die Teilnahme und das Interesse aller Fachkreise an der Weiterentwicklung unserer Einrichtung. Wenn es in Kannenhof in diesem Jahre gelingt, während der Sommermonate den Kindergartenbetrieb mit einer beschränkten Anzahl von Kindern auf den ganzen Tag auszudehnen und neben Turnen, Gymnastik und Luftbad auch die Liegekur zu ihrem Recht käme, dann wäre hier eine vorbildliche Sommerpflege möglich. wie sie kaum idealer gedacht werden kann. Mit verhältnismäßig geringen Mitteln kann hier eine ausgezeichnete Sommerpflege betrieben werden, die im vorigen Jahre schon von der Regierung und allen Fachkreisen als eine dringende Notwendigkeit von der öffentlichen und privaten Fürsorge gefordert wurde. Ferner wird hier geplant, in den Pfingst= und Sommerferien eine geschlossene Gruppe von Schulkindern außerhalb des Kindergartenbetriebes unter Aussicht einer geschulten Kraft aufzunehmen, um den Kindern einen Ersatz für eine Sommerreise zu bieten und ihnen die Ferien so schön wie möglich zu gestalten. Der tägliche, regelmäßige Aufenrhalt im Freien wird ihnen bei fröhlichem Spiel, Gymnastik, Luftbad und eotl. auch Liegekur neue Kraft und Lebensfrische für die kommende Schulzeit geben. Der Kleingartenverein Dornsiepen möchte den wie bisher üblichen Kindergartenbetrieb im Sommer 6 Wochen lang auf den ganzen Tag ausdehnen, um damit den Kindern einmal einen regelrechten Erholungsaufenthalt zu schaffen, bei dem die Liegekur im Tannenwäldchen planmäßig durchgeführt werden soll. A'uch diese Art der Sommerpflege verspricht einen guten Erfolg. Auch die Sommerpflege der Schulkinder weicht etwas ron der im Kannenhof geplanten ab. Die Kinder können im Sommer jeden Nachmittag(in den Ferien den ganzen Tag) in den Garten kommen, nach einer halbstündigen Liegekur unter Aufsicht ihre Schularbeiten machen und sich dann bis zum Abend bei frohem Spiel mit den Altersgenossen tummeln. Ich hoffe, daß meine Ausführungen die Bestrebungen der Kleingärtner bewiesen und den Grund gezeigt haben, der sie bewegt, nicht nur ihre eigenen Kinder an den Freuden im Carten teilhaben zu lassen, sondern allen Eltern die Möglichkeit zu geben. ihre Kinder in die Natur herauszuschicken. Sie sollen hier zu frischen und fröhlichen Menschen erzogen werden, die ihre Kräfte sammeln und stärken sollen, die sie heute für ihr Leben doppelt nötig haben. Um allen, die sich für die Schreberkindergärten interessieren, die Möglichkeit zu geben, noch Näheres über die Arbeit zu hören, die geleistet wird, hat es Frau G. Warfelmann(Verein für Säuglingsfürsorge und Wohlfahrtspflege, Düsseldorf) übernommen, in Solingen einen Vortrag darüber zu halten, worauf wir jetzt schon aufmerksam machen möchten. * * Die Jugendbücherei der Evangelischen Kirchengemeinde Solingen ist in den oberen Sitzungssaal im ersten Stock des evangelischen Gemeindehauses, Birkerstraße 36, verlegt worden. Die Ausgabe der Bücher erfolgt in Zukunft nicht Mittwoch=, sondern Dienstagnachmittag. S Eine Stiftung für die Schule Augustastraße. Der katholische Frauenverein Solingen überwies der Schule Augustastraße 40 Mark für Milchfrühstücke bedürftiger Kinder. Den Spendern sei herzlicher Dank gesagt. Die Summe wird in dem gewünschten Sinne verwandt werden. (J 35 Jahre Solinger Trompeter=Corps. In diesen Tagen konnte das Solinger Trompeter=Corps das 35 jährige Bestehen in seinem Vereinslokal beim Wirt Ernst Zimmermann, Hauptstraße, begehen. Die Liedertafel Ohligs und der Schießverein Deutsche Kameradschaft Hästen trugen als befreundete Gäste durch mancherlei Darbietungen zur Verschönerung des geselligen Festes bei. Im Jahre 1898 wurde das Trompeler=Corps in der Weyerstraße, im Hause des heutigen Corpsältesten Heinrich Michel(jetzt Kreuzstraße wohnhaft) gegründet, der seit 35 Jahren als erster Trompetenbläser der Vereinigung angehört. Seiner und des Baßbläsers Max Kuckenberg, der 30 Jahre Mitglied des Corps ist, wurde in ehrender Weise gedacht. Durch Geschenke und reiche Blumenspenden wurden die beiden Jubilare noch besonders erfreut. & Conntag= und Nachtdienst der Solinger Apotheken. Am morgigen Sonntag sind die Dorper=Apotheke, Krahenhöhe, und die HirschApotheke, Kirchplatz geöffnet. Beide Apotheken haben von heute bis einschließlich Freitag kommender Woche Nachtdienst. Aus dem Ohligser Besirk =o= Ehrung eines Schulleiters. Mit Schluß des Schuljahres scheidet Rektor Scherer von der evangelischen Schule Broßhaus wegen Erreichung der Altersgrenze aus dem Schuldienste aus. Elternbeirat und Schulverein der Schule Broßhaus haben beschlossen, dem langjährigen Schulleiter eine Ehrung in Form einer Abschiedsseier zukommen zu lassen. Diese wird am 1. April stattfinden. vo. Das Gelände des Ohligser Ehrenmals wurde in den letzten Wochen für die vorgesehene Bepflanzung hergerichtet. Gestern ist damit begonnen worden, die Pflanzlöcher für die schon herangebrachten größeren Bäume mit schweren Wurzelballen zu graben. Es sind wohl amerikanische Eichen, deren Laubwerk sich im Herbst bunt särbt. Das wäre ein schöner Kontrast zu dem dunklen Tannenwald, der den großen Platz an seinem Kopfende harmonisch umschließt. Es ist überhaupt ein ausgezeichneter Platz, den man für das Ohligser Ehrenmahl erwählte, dessen Grundsteinlegung bekanutlich am 8. April erfolgen kell. Nis dahin Kommunale Tagespost. Neues aus deutschen Städten. Gnsseneishesssbertchassss ie Bassetlet esc= Die Neuordnung der politischen Verhältnisse hat auch die mit der Eingemeindung unzufriedenen Kreise auf den Plan gerufen. So macht sich in Wuppertal=Ronedorf eine starke Bestrebung gelterd Ponsdorf mit 97, strebung geltend, Ronsdorf wieder aus Wuppertal auszugemeinden und die frühere Selbständigkeit wiedetherzustellen. Diese Bestrebungen kamen nachdrücklich in der PHauptversammlung hat die Städtise des Verkehrs= und Bürgervereins Ronsdorf zum Ausdruck in der von den verschiedensten Seiten darauf hingewiesen wurde, daß die Amgemeindung neben schweren materiellen Verlusten auch große ideelle Verluste gebracht habe. In einer Entschließung wurde niedergelegt, daß der Verkehrs= und Bürgerverein mit allen Mitteln und durch Anwendung aller gangbaren Wege versuchen solle, die Selbständigkeit Ronsdorfs wieder zu gewinnen. Bereits in allernächster Zeit ist eine große Bürgerversammlung in Aussicht genommen, die sich mit der Frage der Ausgemeindung befassen soll. Auch im Verband der Bohwinkler Bürgervereine kam der Wunsch nach Wiederherstellung der Selbständigkeit zum Ausdruck Feierlicher Auftakt der Düsseldorser Stadtverordneteusitzung. =wg= Nach einer Meldung der D. N. wird die erste Sitzung der neugewählten Stadtverordneten in besonders feierlicher Weise am Sonntag, 2. April, 16 Uhr, im festlich geschmückten Kaisersaal der Städtischen Tonhalle abgehalten Sie wird nach einem einleitenden Festakt die Verpflichtung der neugewählten Stadtvergordneten und die Wahl eines beschließenden Hauptausschusses zum Gegenstand haben. Düsselderse Sperlasse sonkt Hypothelen: zinsen. eig= Auf Antrag der Vorstandsmitgliedes Schrammen des Vorsitzenden der Fraktion des Wirtschaftsbundes) de Sparlase die eirer Porsandeb. tische Sparrasse in einer Vorstanoentzung beschlossen, den Hypothekenzinssatz von 8 Prozent auf 5.25 Prozent zu senken. Der Antrag war gestützt auf die günstigen Ergebnisse des letzten Finanzodschlusses der Sparkasse, die eine Verbilligung der Hypothekenzinsen ermöglichten und rechtfertigten. Neuregelung des Rüdtischen Auftragwesen: in München. ellen, daß derartige Brände durch Spielen von Kindern mit Streichhölzern entftehen. Es sei deshald darauf aufmerksam gemacht, daß in solchen Fällen die Eltern für den Schaden, den Kinder anrichten, verantwortlich gemacht werden können. og= 84 Jahre alt wird am 27. März die Witwe Heinrich Patten, wohnhaft Gräftath, Haanerstraße. Sie erfteut sich in der Bürgerschaft allgemeiner Achtung und beiuchte bis vor kurzem noch regelmäßig jeden Morgen die Frühmesse in der katholischen Gräfrather Parrkirche ag An den Betriebsratswahlen bei der Firma Hammesfahr Gräftath=Foche beteiligten sich von der Belegschaft, die 250 Personen beträgt, 150. Wer vil uuch Stangart zum Deuschen Turnsek? im Anzeigen. Tprn in Zuote a.f Samstag abend Der Golinger Turnerbund hat schon vor einigen teil zu einer Zusammenkunft der Stuttgart=Fahrer in dos Vereinslokal Heller eingeladen. Die Arrangierung der Fahrt erfordert mannigsache Vorbereitungen, so daß der Verein über die Beteiligung seiner Mitglicder rechtzeitig unterrichtet sein mut. Es hat sich stalsescäche.e. Psenhonereide Vetgesden Pedia birfek. Aufträge an nichtdeutsche Firmen werden nicht erteilt. Der erste Vorsitzende des Bayerischen Städtebundes zurückgetreten. ecnb= Wie der Landesdienst des Süddeutschen Korrespondenzbüros erfährt, ist der bisherige erste Vorsitzende des Bayerischen Städtebundes und bisherige Reseraburger H5= Dr. Hipp vom Posten des. Kleine Nachrichten. wird die Bepflanzung weit vorgeschritten sein. Von dieser Stätte stillen bachtale neigende Hang des im Laufe von 35 Jahren entstandenen Gedenkens, in dessen unmittelbarer Nähe der Ohligser Eyrenfriedhof liegt, genießt man einen ausgezeichneten Blick nach Norden über den Jaberg hinweg nach Hochdahl und Haan. Wenn das Ehrenmal im Sommer seine Weihe erhält, dann wird dieser Ort des Gedenkens der im Weltkriege gefallenen Söhne der Stadt Ohligs eine besondere Anziehungskraft ausüben In letzter Zeit erfolgten im Gelände noch einige Verbesserungen. So wurde ein Weg angelegt, der sich von der Hasselsstraße aus hinter der Stelle herumzieht, an der das Ehrenmal seinen Plaz finden wird. Dieser Weg wurde tief in den Kie ernwald eingeschnitten, um durch die Abtragungen noch Anschlitungsmater al in unmittelbarer Nähe zu gewinnen. Mancher Spatenstich ist noch zu leisten, um dae nach den Pläuen des Solinger Garten= und Friedhof=Amtes begonnene Werk zu vollenden, eine Tat, durch welche aus einer Sandgrube und einem öden Unratplatz eine gärtnerische Anlage geschiffen wird, die sich sehen lassen kann, und die dem Andenken an die Gesallenen wert und würdig erscheint. =o Die Grünanlage an der Bremshey'schen Ecke wurde bis heute Mittag im Roybau feitiggestellt, d. h. das Gelände wurde vollsändig umgegraben und der erforderliche Drahtzaun gezogen. Ebensalls wurde eine Reihe von Bäumen schon gesetzt. Aus dem Walder Bezirk (!) Preise für Erfindungen. Die Deutsche Reichsbahn hat 1952 wie in den Vorjahren Geldpreise für nützliche Erfindungen auf dem Gebiet Bayerischen des Eisenbahnwesens verteilt. Insgesamt wurden rund 125 000 RM. Regensburger Oberbürgermeister ausgegeben an 455 Erfinder. Neuerungen kommen auch dann zur Beersten Vorsitzenden zurückgetreten. flohnung, wenn sie nicht durch ein Muster geschützt sind. Die Erfindunernen Vortsizenwen outungertrieu.(gen, des letzten Jahres erstrecken„sich auf alle Zweige des Eisenbahn= verkehrs. Mitunter gibt es auch Neuerungen, die erst nach einigen Jahren ihren Wert zeigen, wofür es dann noch mal eine Entschädigung gibt. Untaiberges wurde gesäubert. Jetzt sind auch städtische Wohljahrtsarbeiter dabei, durch teilweise Abtragungen Wege zu schaffen an Stellen, wo sich früher Ratten eingenistet hatten. Gestrauchpflanzungen sind ebenfalls erfolgt, sodaß dieser Geländeabschnitt auch von der Pilghauser Seite ein besseres Ansehen erhält eh- Fehlende Hausnummern an der Neustraße. Aus Geschäftstreisen werden wir gebeten, auf das Fehlen vieler Hausnummern an der Neustraße hinzuwerten. Auch sind die vorhandenen Nummern derart undeutlich, daß sich Geschäftsreisende kaum orientieren können. An den Häusern der Neustraße befinden sich noch Nummernschilder ganz alter Art, die nicht, wie es sonst üblich ist, weiße Nummern auf blauem Grunde zeigen, sondern es sind gegossene Eisenschilder, auf denen die Nummern in gleicher Farbe, wie das Schild, plastisch hervortreten Der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband gedenkt, wie er uns mitteilt, am 1. April im„Kronenhof“(Cronenbergerstraße) einen„Bunten Abend zu veranstalten, dessen Festfolge den Besuchern einige frohe Stunden bereiten soll Eine billige Sonderreise nach London während der Ostertage kündigt das Reisebüro Kitz, Solingen, in unserer heutigen Ausgabe an. Im Kaisersaal Solingen treten im Varieté=Programm diesmal die .4 Mankonis“, nordische Meisterclowns, in den Vordergrund. Weiter werden der Typendarsteller T. D. Pendars und die beiden Parodisten „Blum und Blum“ austreten. Im Film wird„Ingagi, der Herr der und in der Dämmerung nicht gelesen werden können. Die Neußraße Wildnis“, gezeigt.— Am Sonntag vormittag findet eine Film=Sonderdag haut sodat vorstellung im Kaisersaal statt. Gegeben wird der Tonfilm„Grüß Gott liegt zwar etwas versteckt, ist jedoch vollständig bebaut, sodaß man daran gehen könnte, die Nummerschilder gleichmäßig zu gestalten Aenderungen derselben werden sich für die Folge kaum er eben. Aus dem Grätrather Bezirk ege Ein großer Waldbrand brach gestern kurz nach Mittag in der Nähe der Ortschaft Schaafenhaus aus. Erfaßt wurde etwa gnaidar acrammal In d#n### ein Morgen Fichtenwald, der vollständig vernichtet wurde.— zwa= Die Grünanlagen am Walder Ehrenmal. In der Um= Städtische Arbeiter und der Löschzug Paashaus der Gräfrather gebung des Walder Ehrenmals ist jetzt in größeren Umrissen Freiwilligen Feuerwehr nahmen gemeinsam die Bekämpfung des Zestalten wird. Auf dem neuangeschütteten Boden ist damit Fe Feuers auf und konnten auch ein Uebergreifen auf denachbarte sonnen worden, die berzustellenden Wege und Flächen abzugren= Parzellen verhindern. Wie der Brand entstanden ist, konnte noch den. Der hinter der Ligusterbecke an der Brunnenstraße befind= nicht genau festgestellt werden. Jedenfalls ist in der heutigen liche Hang wurde schon geglättet größere Fläche abgeteilt, die als Kinderspielplatz gedacht ist. der Woldungen notwendig. Sehr häufig kann man auch festAuch weiter an das Ehrenmal heran ist schon erkennbar, wie die„Einleilung der mit Gebüsch und Blumen zu bepflanzenden „Flächen gedacht ist. Die Gesamteinteilung befindet sich jedoch Roch im Anfangsstadium, da es immer noch an Boden mangelt, der erst mit der Zeit beschafft werden kann. An der Brunnenstraße rechts konnte eine tiefe Grube noch nicht angefüllt werden. Hierzu ist aber anscheinend kein Mutterboden erforderlich, sondern es kann auch anderes Anschüttungsmaterial verwendet werden, um wenigstens die tiefste Stelle anzufüllen. An der verlängerten Zwergstraße, von der das Erdmaterial abgefahren wurde. sind mit hellem Klang“ vor 11. Deutschen Sängerbundesfest in Frankfurt am Main. Der Film bringt nach einem Vorspruch des stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Säi serbundes, Rektor Georg Brauner, eine Reihe von interessanten Bildern dieser großen Tagung mit anschließenden Rheinfahrten und Ausflügen in die Umgebung von Frankfurt. Im Central=Theater lausen in diesen Tagen die Filme„M“.„Der Hellseher“, sowie ein Beiprogramm. Näheres siehe gestrige Anzeige. Im Keglerheim Casinostraße(Bes.: Lothar Hinrichs) findet heute ein bunter Abend, ausgeführt von der Kapelle Voos, statt.(Siehe Anzeige.) Das Konzerthaus Hotel Römer kündigt tägliche Konzertveranstaltungen an.(Siehe Anzeige.) Konzertveranstaltungen kündigen das Hotel=Restaurant Krusius, Restaurant Plücker und das Café=Restaurant Grünewald an.(Siehe Anzeigen.) Die„Bergischen Puppenspiele“ geben am Dienstag, 28. März, ein Gastspiel im Saal von Max Weck, Katternbergerstraße. Ausgeführt wird das Märchenspiel:„Der bestrafte Geizhals“.(Siehe Anzeige.) Aus der Geschichte des Hiomer=Vereins Solingen. Ein Rückblick auf 20 Jahre. 20 Jahre Pionier=Verein Solingen! Zwei Jahrzehnte können im Vereinsleben eine lange Periode bedeuten, besonders wenn sen wurde, sin) sie in eine so schicksalsschwere Zeit wie die der Kriegs= und Nachdie Böschungen geebnet, nur an deren hinteren Teil sind noch kriegsjahre fallen. Von diesem Gesichtspunkte betrachtet, muß vorsoringende Teile vorhanden, da sich die Eigentümer mit der auch die Entwicklung des Pioniervereins Solingen, der in diesem Entnahme des Anschüttungsmaterials nicht einverstanden erklär= Jahre sein 20jähriges Bestehen feiern kann, betrachtet werden. ten. In einigen Pochen wird mit der für die Bepflanzung fertig Genau am 1. Juni 1913 war es; als sich eine Reibe von ehe day nrorg vir numrtg#s####t#######n u gestellten Abschnitte der Umgebung des Ehrenmals begonnen maligen Schwarzkragen in dem Lokal von Odendahl auf der und die Kameraden mit ihren Angehörigen praktisch eine Familie werden.„„ B 4 M Kölnerstraße einfanden, um über die Gründung eines Krieger= bildeten. Hiervon zeugen zahlreiche schöne Veranstaltungen, die ewa: Der deutsche Marchenwald im Ittertal. Wir berichteten vereins, der alle Pioniere und Verkehrstruppen umfassen sollte, während der Jahre stattfanden. Neben Herren= und FamilienDr Frourere##, Lr grh#gn gugfsügan arfrauten sich besonders die hübschen und Limmangswählt, weil er kürzer und volkstümlicher war. Dies schloß natürlich nicht aus, daß auch alle Kameraden die bei Truppenformationen, die den Pionieren verwandt sind, beitreten konnten und natürlich noch heute können. Als Vereinsmütze wurde die feldgraue Pioniermütze bestimmt. Erwähnenswärt ist weiter aus der Vereinsentwicklung noch, daß der Beitritt zur technischen Note hilfe beschlossen wurde. Sehr wertvoll für das Vereinsleben war weiter die Tatsache, daß neben der Kameradschaft auch die Geselligkeit gepflegt wurde kürzlich über die Vorbereitungen in den Ausflugslokalen des Itteriales für den bald beginnenden Ausilugsverkehr. Bei den den Taufe den Namen„Verein ehemaliger Pioniere und Bei umfangreichen Neuanlagen des Ittertaler Tier= und Vergnü= kehrstruppen, Solingen“. Von den Gründern weilen heute noch gungsvarkes bandelt es sich um die Herrichtung eines deutschen eine Anzahl in der Mitte der Kameraden, darunter auch der erste zu beraten. Der Verein entstand und erhielt bei der nachfolgenden Taufe den Namen„Verein ebemaliger Pioniere und VerMärchenwaldes. Zu dem Zwecke wurde der Hang des Ittertales oberhalb des Gondelteiches und unterhalb des ItterVorsitzende und jetzige Ehrenvorsitzende Lorenz Schmitz. sprünglich war geplant dem Kameraden Clemens don Vorsitz ngelegt. an vinen###rn gutrrn*####, gehörten dem ersten Vorstano noch an als Schriftführer 5. P. denen naturgemäße Darstellungen der fol= Wundes und als Kassierer Karl Kaiser. taler Wanderweges auf eine Länge von 250 Metern mit einer zu übertragen, da dieser aber bereits im Gardeverein den gleichen Bretterwand umgeben, sowie Wege in einer Gesamtlänge von Paiten bekleidete, fiel die einstimmige Wahl auf Schmitz. Weiter ern neu angelegt. An diesen Wegen wurden 6 Holze dem zrkten Vorstand nach an g's Schriftführer H. V. häuschen gebaut, in genden Märchen nach Grimm erfolgen werden: Dornröschen, Notkäppchen und der Wolf, der Woli und die sieben Geislein, Aschenbrödel, Schneewittchen und die 7 Zwerge, Hänsel und Gretel. Durch diese Neuanlage erfährt der Ittertaler Tier= und Vergnügungspark eine bedeutende Vergrößerung, und es wird ein schöner Waldteil erschlossen, der bisher nicht zugänglich war. Schon jetzt läßt sich erkennen, daß die Einrichtung eine sehr schöne werden wird. Die Häuschen sind in den Abhang eingebettel und sind durch die verschiedenen„Wege miteinander verwährend die Jugend genügend Muße finden wird, die in der Schule kennengelernten Märchenbilder in natürlicher Darstellung in Augenschein zu nehmen und sich daran zu ergötzen. Die Gesamtanlage soll Mitte April zur Besichtigung fertig sein. wa: Vom Walder Wochenmarkt. Trotz des schönen Wetters war gestern ein stiller Marktbetrieb. Die Anfuhren in Gemüse werden geringer, dafür aber die Preise höher. Es wurden gefordert: Gemüse: Weißkohl 15, Notkohl 15, Grünkohl 12 Wirsing 15. Rosenkohl 35—40. Spinat 30—35, Feldsalat 60—.70, Zwiebeln 10, Möhren 10. Karotten 10—15. Weiße Rüben 10, Steckrüben 10, Schwarzwurzel 25, Kartoffeln 3—4 Pfennig je Pfund. Blumenkohl 40—50. Endivien 25—35. Kopfsalat 40, Sellerte 25. Porree 15. Rettich 15, Kohlrabi 15 Pfennig je Stück. — Obst: Kochäpfel 20—30, Aepfel 30—40. Bananen 25. Feigen 25, Erdnüsse 25 Pfennig je Pfund. Apfelsinen 5—10. Zitronen Molkereiprodukte: Landbutter 6.98 bis 7 8 10 Pfennig je Stück. ausflügen erfreuten sich besonders die hübschen und stimmungsvollen alljährlichen Weihnachtsseiern für die Kinder und Erwachsenen großer Beliebtheit und fanden auch allseitige Anerkennung. Ein bezeichnender Zug im Leben des Pioniervereins Solingen ist übrigens die Ovserwilligkeit der gesamten Mitglieder, die es ermöglichte, auch in schweren Zeiten nicht von der Tradition abzuweichen und am Weihnachtsfest den Kindern eine reichliche Bescherung zu geben. Als ein Vorweihnachtsgeschenk kann man übrigens auch den„Pionier=Vereinsstiefel“ ansehen, der am 4. Dezember 1928 im Kameradenkreise recht gemütlich eingeweiht Das Vereinsleben entwickelte sich im ersten Jahr des Bestehens wurde.„„ 8666 recht günstig. Weitere Kameraden wurden für die Sache inter= Ein wrchset vov Vereinstokaten war zu Beginn Verein rund 40 Mitglieder auf. Die 1929 notwendig. Die Wabl siel auf das Restaurant„Poosterwo der Verein es begrüßt, daß indischen und Kamerad Vertenburs und dessen Catig ein Tischhanner vaterstädtischen Veranstaltungen beteiligten sich die Mitglieder stifteten, das von Frau Bertenburg selbst angesertigt, die Emgeschlossen. Auch fanden verschiedene gesellschaftliche Veranstal= dleme der Pioniertruppe trägt und eine wertvolle, Vereicherung bettel und sind durch die verschiedenen„Wege miteinander ver= tungen im Gründungsjahr statt. Nach, etwas mehr als ein= des Vereinsinventars bedeutet. Um bei Festlichreiten und ähnbunden. Schone Eichen und Buchen üverschatten das Ganze. jährigem Bestehen kam dann der Weltkrieg. Sämtliche Mitglieder lichen Veranstaltungen stets gerüstet zu sein, gründete Kamerad Es sollen auch Ruhebänke für ältere Personen aufgestellt werden, eilten zur Fahne und kämpften auf den verschiedenen Fronten Klaas eine Hauskavelle, die den Schwarzkragen bei allen L““#7, der fürs Vaterland. Die kameradschaftlichen Beziebungen wurden, notwendigen Gelegenheiten zur Verfügung stand Weiter ersoweit es möglich war, aufrecht erhalten. hielten die Kameraden Lorenz Schmitz, Karl Kaiser und Nach Kriegsende blühte das Vereinsleben insosern wieder auf, Hermann Lange das Ehrenkreuz, das ihnen vom Vorsitzenden die zurückgekehrten Mitglieder in dem damaligen Vereins= des Kreis=Kriegerverbandes Professor Tellering, Solingen, stauschten und sich Uber feierlich überreicht wurde. Der Jahresbericht für das Jahr 1930 bewies, daß das Vereinsleben trotz der wirtschaftlichen Notlage sich im günstigen Sinne weiter entwickelte. Die offizielle Tätigkeit des Pioniervereins erstreckte sich, wie schon in den Vorjahren, auf eine geschlossene Beteiligung an den Kriegergedächtnisseiern am Bußund Bettage, den Veranstaltungen des Kreiskriegerverbandes und befreundeter kameradschaftlicher Vereinigungen sowie die Pflege der Geselligkeit im Verein selbst, die wieder in einer Reihe von Zusammenkünften und Festen zum Ausdruck kam. „Pslonders teat dann aber wieder die Fahnenfrage in den bergrund. Der vor Jahren bereits geschaffene Grundstock war durch Spenden vergrößert worden und man konnte dem Ziel, hinter einer eigenen Fahne zu marschieren, näher kommen. Häufige Beratungen der Mitglieder hatten das Ergebnis, den Kameraden Klose mit der Ausarbeitung eines Entwurses zu betrauen. Dieser widmete sich mit großem Interesse der Sache. als die zurückgekehrten„Mitgl lokal zusammenkamen, Erinnerungen austauschten und sich über die weitere Entwicklung der Dinge aussprachen. Hemmungen traten naturgemäß durch die damals in Solingen weilende Besatzung ein, die eine Tätigkeit im Sinne der Satzungen und früberen Richtlinien unmöglich machte. Immerhin konnte man auch in dieser Zeit der Unterdrückung des Kriegervereinswesens die Feststellung machen, daß treue Kameradschaft im Pionierverein herrschte und die Hoffnungen auf eine bessere Zukunft wurden nicht aufgegeben. Einen erneuten Aufschwung im Vereinsleben brachte der 4. Oktober 1927, als die alten Pioniere sich, pergrödert durch wieder Zusammensetzung; 1. Voxsitzender Lorenz Schmitz, 2. Vorsitzender und 1. Schriftführer Hermann Lange 2. Schriftführer Bierbaum, 1. Kassierer Hennius, 2. Kassierer Schöneberg. Aufschlüsse über das Vereinsleben in der nachfolgenden 4. Oktober 1927, ols die alten Pioniere sich. vergrößert du Nachwuchs, zu einer Versammlung zusammenfanden, um miaufzubauen. Der neu gewählte Vorstand hatte folgende sammensetzung; 1. Vorsitvender Lorens Schm#t, 2. Vorsitzen Peri — Periode geben die Jahresberichte, die in den Hauptversammlungen Er konnte auch bald einem gewählten Ausschuß seine Vorschläge annar 1920 erg exteilt wurden. Hiernach ist ein wichtiges unterbreiten und sand mit den Entwürfen den Beifall der Mit1.10, Süßrahmhutter, 1.20—1.30, Margarine 9.30—0,.75, Eier(K.) 6—7. Eier(frisch) 10—12 Pfennig je Stück.— Fleisch: Rindfleisch 0.60—0.80, Schweinefleisch 0,80—1,10, Kalbfleisch 9.80 bis 1.00. Kochspeck 0.85—0.95, dicker Speck 0.90—1.00, Schmalz hiefiges 0.80, ausländisches 0.60—0.70, Blut= und Leberwurst 0.50. Bratwurst 0,70—1,20. Schwartemagen 1.00, Nierenfett 0.30 RM. je Pfund.,— Eische: Kaheljau, 17, im Schuitt 25—30, Jannar 1923 1933 erteilt wurden. Hiernag in ein wic Schollen 35, Fischfilet 35—40, grüne Heringe 10. Bückinge 40 Ereignis der Wiederbeiteitt zum Kreiskriegerverband, dessen glieder, Bei der Geier des 20jährigen Bestehens soll im Mai Pfennig das Pfund. Vollheringe 13—18 Stück 1.00 RM Kieler Mitgliedschaft gerubt hatte. Weiter wurde der Grundstock zu dieses Jahres die Fahne geweidt werden,„Alle Vorbereitungen Sprotten Kistchen 18. eingelegte Heringe 4 Stück 20 Pfennig— einer neuen Fahne durch Gründung einer Fabnenkasse gelegt. für eine würdige Durchführung dieses Aktes im Beisein der In den Brot= und Backwarenständen war ebenfalls eine große Kamerad Lorenz Schmit wurde in Anerkennung seiner Ver= übrigen Kriegervereine sind getroffen. dienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt Kamerad Tatkräftige Führer haben in der zwei Jahrzehnte währenden Lange hielt einen Vortrag über die Bedeutung des Waffen= Geschichte des Pioniervereins Solingen seine Geschicke gemeistert ringes deutscher Pioniere. Die regelmäßig stattfindenden Zu= und die Unterstützung der Kameraden gefunden. Der jetzige Vorsammenkünfte der Mitglieder waren recht gur besucht In einer stand in der Besetzung: 1. Vorsitzender Lange, 2. Vorsitzender Versammlung am 5. Juni 1923 wurde eine Umbenennung des Bertenburg, 1. Schriftführer Bierdaum, 2 Schriftführer Veresnonamens, der bisher immer noch„Verein ehemaliger Klose, 1. Kassierer Schöneberg, 2. Kassierer Iserhardt, aus Zweck Beisitzer Becher gibt jedenfalls die Gewähr dafür, daß auch im An Auswahl vorhanden. Ausdem üöhscheider Bezirk eh An der früheren Müllkippe Messerstraße sind in den letzten Monaten sehr erhebliche Verbesserungen erfolgt. Kleingaitenfreunde haben den üblen„Dreckberg; unieihalb des Beegerberget, durch ange Plonier;, und Verkehrstruppen, Solingen“ lautete. 8.— L#iy Sister F#ugr. Pg; tar.“. Dr Sit. ii Krengteste Arbeit in Kulturland verwandelt, das in dieiem Frührah mäßigkeitsgründen vorgenommen. als neuer Namen wurde die dritten Jahrzehnt seines Bestehens der Pionierve zum ersen Male bestellt weiden soll. Auch der nach dem Vilahauser= heute noch bestehende Bezeichnung„Pionierverein Solingen“ ge= einer guten Zukunft im neuen Deutschland entgegensieht. Sch. e= Pioniere und Verkehrstruppen, Solingen“ laute“: * Aas dem Rhein Wapper=Kreis. Witteilungen aus den Die Kriegsbeschädigten hatten in Wald eine Bei besetzt. Nach einleitender Burg a. d. W. und Hinterbliebenen im Auffhäuser=Verband Versammlung einberufen. Das Lotal war voll der Begrüßung durch den Versommlungsleiter Protokoll der letzten Versammlung verlesen und angenommen. Soline ebg. Eine schwere Brandkatastroobe hat, wie wir bereits gestern im Solinger Tageblatt" berichteten, das friedliche Oertchen Ellinghausen im benachbarten Wermelskirchen heimgesucht. Vier Wohnhäuser, darunter ein Dovvelwohnhaus, leichte Fachwerkbauten, weiter zwei Scheunen, davon eine, die von drei wurde das Ziernach sprach Kreisleiter Schmidt, Solingen, über Organisationsfragen im hiesigen Bezirk und geißelte scharf die unter den verflossenen Regierungen schlechte und ungerechte Behandlung und Versorgung der mit Kriegsopter. Auch in den hiesigen Stellen sind in letzter Zeit Vorfälle zu verzeichnen, welche Aufklärung verlangen. Redner sagte die rücksichtsa W f. wunen,#vn stut, vm von ver: Hiesent„ nährend die Munition auf dem Dachb.#ter kleinen Landwirten benutzt wurde, fielen dem verbeerenden Ele= Pirienorettern versteckt gefunden wurden. H. konnie sofort ment zum Opfer. Sieben Familien sind obdachlos; viel Hausrat genommen werden. Warum? Weil ist verbrannt oder liegt unter Schutt begraben. kleine Kinder, nicht einmal schulpflichtige, sich in den Besitz von Streichhölzern setzen konnten, mit denen sie den trockenen Rasen in der Nähe einer Scheune anzündeten, mit anderen Worten „flämmten“. Ursache ist die alte, bergische Unsitte des Flämmens. Eine furchtbare Warnung für alle, die es angeht, bilden die rauchenden Trümmer von Ellinghausen, an die man alle bergischen Kinder heranführen sollte. Auch unseren Behörden sollte sie eine letzte Mahnung sein. Immer noch bietet das Gesetz die Möglichkeit, die volizeiliche Genehmigung für das Flämmen zu erhalten. Flämmen Erwachene mit Genehmigung, so tun die######## nan bier auf der Düsseldorferstraße var einen Lastwagen. Kinder es ohne solche. Die Aufklärung allein über das Sinn= Schüler von hier auf der Gasselvorserstrage dor einen Lastwagen. lose, das Nachteilige und die Gefahren des Flämmens schafft die Er wurde ein Stück mitgeschleift und so schwer verwundet, daß der Unsitte nicht aus der Welt. Hier hilft nur ein allgemeines Verbot. Einziger Erfolg des Flämmens ist nur, daß Verwilderungen an Wegrainen und Weiden, die Nachlässigkeit hat erstehen lassen, schneller als durch Arbeit beseitigt werden.— Die Stadtverwaltung Burg hat Polizeistreifen eingerichtet, um den Gefahren, die für Wald und Eigentum durch Rauchen im Walde und durch Flämmen entstehen, zu begegnen. Besonders jetzt, wo bei dem trockenen Ostwind allergrößte Vorsicht erforderlich ist, wird in schärfster Weise gegen leichtsinnige Mißachter volizeilicher Anordnungen vorgegangen werden. ebg= Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr. Am kommenden Samstagabend findet im Vereinslokale„Zum Burgvogt“ die Jahres=Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr stalt. Tagesordnung: Jahres= und Kassenbericht, Haushaltsvlan für 1933 sowie Uebungsplan. eles Wegen Wassenbesitz festgenommen. Bei einem Angebörigen der KPD., dem Arbeiter Hermann H. in Hüschelrath, wurde von der hiesigen Polizei unvermutet eine Haussuchung vorgenommen, bei der die Holizei einen Militärkaradiner d.:, zu verzeichten, welche Aufklärung verlaninssezamt 118 Schus Muniion und eine Flobertbüche fand, lose Richtigstellung zu.— Gauleiter Kieselbach, Bormen, hielt de Die Waffen waren in dem Stall unter den Heuvorraten ver= einen von großer Sachkenntnis und echter Kameradschaft durchdrungenen horgen, während die Munition auf dem Dachboden unter den Vortrag über Kriegsopferfragen und Rentenaufbau. Besonders stellte er fest= heraus, daß der Militärpaßz und das Soldbuch weit eher berechtigt seien, Anspruch aus wirtschaftliche Sicherstellung zu haben, wie das Porteibiich Allseitige Zustimmung sand die Nachricht über die gebildete„Nationale Langenfeld #la. Niederlegung eines Beigeordnetenmandats. Hauotlehrer van Heukelum hat sein bisheriges Amt als erster Beigeordneter niedergelegt. Gleichzeitig ist er auch von dem neuen Wahlvorschlag der Zentrumspartei zurückgetreten. Sein Nachfolger wird Schmiedemeister Friedrich Wilken, Immigrath. * Tödlicher Verkehrsunfall. Opladen, 25. März. Gestern vormittag lief ein siebenjähriger pfgemeinschaft deutscher Kriegsop schaft sind angeschlossen der„Bund erblindeter Krieger", der„Teutsche Offiziersbund“, der„Kysfhäuserverband der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen“, sowie der„Reichsverband deutscher Kricgsopfer". Mit leuterem hat sich der Zentralverband vor kurzem verschmolzen. Die national: sozialistische Kriegsopferversorgung ist dieser Kampfgemeinschaft beigetreten. Ihre Aufgaben erblickt die Kampfgemeinschaft in einer einhe Vertretung aller berechtigten Interessen Leichlingen =le. Gegen die Aufnahme von Mitgliedern der aufgelösten kommunistischen Vereine wendet sich die hiesige Polizeiverwaltung und teilt mit. daß die Aufnahme solcher Mitglieder in die auf nationalem Boden stehenden Vereine vorläufig nicht statthaft ist.— Wie wir hören, hat der Leichlinger Turnverein. D. T., bei dem sich 28 Mitglieder des aufgelösten Arbeiter=Turn= und Sportvereins zur Aufnahme gemeldet hatten, diese am vergangenen Montag auch ausgenommen. Selbstverständlich nach eingebender Prüfung der einzelnen Persönlichkeiten und nachdem diese die Satzungen anerkannt und die Verpflichtung eingegangen waren, sich politisch nicht mehr zu betätigen. Der Verein hat geglaubt, durch die Aufnahme dieser meist jugendlichen Mitglieder nicht nur diesen, sondern auch der Allgemeinheit einen Nutzen zu erweisen. #le. Wegen 12 Mark 2½ Jahre Gesäugnis und 5 Jahre Ehrverlust. Anfang dieses Jahres wurde ein älterer Anwohner der Immigratherstraße, als er von einem Ausgang etwa sieben Uhr abends nach Hause zurückkehrte, von einem fremden Manne angefallen und zu Boden geworfen. Ehe er sich des Mannes erwehren und um Hilfe rusen konnte, hatte ihn der Täter schon gewürgt und ihn seiner Geldbörse beraubt. Schon am nächsten Tage wurde in Leichlingen eine fremde, verdächtige Person festgenommen Der Festgenommene gab an, sich auf der Wanderschaft Ju definden. Nach einem eindringlichen weiteren Verhör stellte sich beraus, daß dem Landjäger ein guter Fang gelungen war und es sich um den bereits gesuchten Täter, einen Hilfsarbeiter Gericke aus Essen=Rüttenscheid handelte. Er gab ohne weirctes zu, die Tat begangen zu haben, eben aus dem Grunde, um zu Geld zu kommen. Die erste sich bietende Gelegenheit hatte er dazu bereits wahrgenommen. Gestern morgen wurde der Festgenommene aus der Untersuchung dem Strafrichter bei der Großen Strafkammer in Düsseldorf vorgeführt. Der Mann gab die Tat zu. Gegen G., der bereits mehrmals, insgesamt mit viereinhalb Jahren Gefängnis vorbestraft ist, beantragte der Staatsanwalt 1½ Jahr Gefängnis. Nach längerer Beratung verkündete das Gericht, das über den Antrag des Staatsanwalts weit hinausging. 2½ Jahre Gesängnis und fünf Jahre Ehrverlust. treten. Ihre Aufgaben erblickt die Kampfgemeinschaft in einer einheitlichen Vertretung aller berechtigten Interessen der deutschen Kriegsopfer gegenüber der gesamten Nation. Gauleiter Kieselbach erblickt in der Angliederung an das Reichswehrministerium eine bessere Obhut wie beim Reichsorbeitsministerium. Die Anrechnung der Rente in der Fürsrige und Wohlfahrt wurde als bitter empfunden. Erwartet wird, daß die jetzige Regierung den gerechten Ferderungen der Kriegsopfer mehr Verständnis entgegenbringt: verschiedene Härten sind wieder ausgeglichen. ch eumer Telt Jumt“[Keicher Beifall wurde dem Redner zuteil. Der 2. Vorsitzende des KreisTod nach turzer Zeit eintrat. kriegerverbandes, Kam. Mischke, sprach erhebende Worte der KameradWeitere Beurlaubungen. schaft und versicherte weiterhin Hilfe und Unterstützung. In der nächsten wp. Leverkusen 23 Mär. Der Leiter der Ortg#rankenkasse Versammlung wird ein Filmvortrag gehalten über die Entstehung des wp. Scerlasen, 25. Malz. Der Leiter der Ortskrantenlusse,„Kuffhäuserverbandes".— In Kürze werden regelmäßige BeratungsDirektor Karbach, ist wegen Krankheit beurlaubt worden. Er stunden eingelegt. Auch wird in der nächsten Versammlung der Rechtswird nach seiner Wiederherstellung die Dienstgeschäfte nicht wie berater des Gaues aus Barmen anwesend sein. Es erfolgten viele Ne der aufnehmen. aufnahmen. Das Rundfunk=Programm. Sonntag, 26. März 1933. „Gelobt sei Jesus Christus.“ infong 7,00 Uhr: Choral: 7,05 Uhr: Hamburger Hasenkonzert. 8.15 Uhr: Landwictschaftliche Rundschau. 8.30 Uhr: Universitätslektor Dr Jesse: Italienische Unterhaltung 9.00 Uhr: Morgenfeier. Menschen im Kampf. 11,00 Uhr: Uebertragung vom Reichspräsidentenplatz in Gleiwitz: Kundgebung der vereinigten Verbände heimaltreuer Oberschlesier. Ansprache: Vizekanzler von Papen oder Reichsminister Göring. Trompeterkorps des Reiter=Regiments 11. Städtische Feuerwehrkapelle, Gleiwitz. Gleiwitzer Sängerschaft unter Leitung von Musikdirektor Max Schweichert. 12,09 Uhr: Von der Mirag, Leipzig: Mittagskonzert des Leipziger Sinfonie=Orchesters. Leitung: Generalmusikdirektor Robert Manzer. 14,05 Uhr:„Begegnung mit einem Mädchen“,. aus dem Noman „Luzifer“ von Stephan Paul Andres. 14,30 Uhr: Hans Jannasch: Was ich in Afrika mit Straußen erlebte. 14,50 Uhr: Zeitfragen der deutschen Landwirtschoft. Landwirtschaftsrat Zimmer: Die praktische Lehrzeit für junge Landwirte und Landwirtschaftsstudierende. 15.20 Uhr: Aus der Welt der Pflanze. Hellmut Rang: Frühjahrsblüher. 15.40 Uhr: Was jeder wissen sollte. Peter Maubach: Aus der Praxis eines Funkhelfers. 16,00 Uhr: Dr. Willi Kahl: Frühvollendete Musiker: Rudi Stephan. des Städtischen Kinder singen. ussen 1. Leitung: 16,30 Uhr: Uebertragung aus dem Großen Saal Saalbaues, Essen: Besperkonzert. 100 Kinderchöre des Schulaussichtsbezirks El Felix schulen ∆ 6. Oberborbeck. Das Orchester der Foliwang= schulen, Essen, Leitung: Anton Hardörfer. 17,30 Uhr: Die Westdeutsche Fußball=Meisterschaft. 18,00 Uhr: Besuch in einem Kloster. Benediktinerabtei St. Joseph Gerleve in Münsterland. Berichterstatter: Msgr. Bernhard Marschall. 19.00 Uhr:„Frühling läßt sein blaues Band...“ Verse von Goethe, Eichendorff, Mörike, v. Hatfeld. Lieder von Schumann, Schubert und Wolf. Solisten: Hansen (Sopran). Guermanova(Alt), Rhein(Violine). 19.45 Uhr: Sportvorbericht. 20,00 Uhr: Alles Nebeneinander. Abendunterhaltung. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Buschkötter. Solist: Prof. Paul Grümmer(Cello). 22.05 Uhr: Letzie Meldungen. Bericht über das geistige Leben. 22.25 Uhr: Nachtmusik auf Schallplatten. Anschließend bis 24,00 Uhr: Uebertragung vom Bayerischen Rundfunk, München, Nachtmusik. Leitung: Kloß. Moutag, 27. März 1933. 6.45 Uhr. Leibesübungen. Dr. Ludwig Bach. 7,00 Uhr: Wettervorhersage und Zeitangabe. 7,05 Uhr: Morgenkonzert.(Schallplatten.) 8.03 Uhr: Funkwerbung mit Schallplatten. 9.45 Uhr: Gymnastik für Frauen Hilde Bremus. 10,00 Uhr: Erste Meldungen, Zeitangabe, Wasserstandsmeldungen. 10.15 Uhr: Meusch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose 11.25 Uhr: Schulfunk für Schüler vom 12 bis 15. Lebensjahre. Heut' probieren wir unsere Wanderlieder. Schüler der Städt. Oberrealschule Remscheid. Leitung: Prof. Di. Felix Oberborbeck. 12.00 Uhr: Vom Baverischen Rundfunk, München: Unterhaltungskonzert. Leitung: Erich Kloß. 12,50 Uhr: Wetterbericht. Zeitangabe und Mittagsmeldungen. 13.00 Uhr: Mittagskonzert. Leitung: Eysoldt 14.00 Uhr: Mittagsmeldungen. 14.30 Uhr: Funkwerbung mit Schallplatten. 15.30 Uhr: Wirtschaftsmeldungen mit Zeitangabe. 15.50 Uhr: Kinderstunde. 16.20 Uhr: Jugendfunk. 17,00 Uhr: Besperkonzert. Das Streichquartett des Westdeutschen Rundfunks(Rhein, Schwartz, Ringnalda, Grote), Fritz Lang(Bratsche), Hermann Keiper(Cello) I. Streichquartett op. 127 in Es=Dur von Beethoven. 2 Streichsextett in B=Dur, op. 18 von Brahms. 18.20 Uhr: Elternstunde. Jla Herold=Vornewasser: Ded kind. liche Lebensraum. 18.45 Uhr: Wetterbericht. Zeitangabe. Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht 19,00 Uhr: Frauenstunde. Gertrud Beckers: Freizeitgestaltung in der weiblichen Jugendpflege. 19,20 Uhr: Ungedruckte Dichter. Ludwig Schulte: Gedichte. 19,30 Uhr: Wirtschaft und Kultur. Dr. Richard Wichterich: 100 Jahre deutscher Zollverein. 19.55 Uhr: Erste Abendmeldungen 20.90 Uhr: Meister ihres Fachs. Edwin Fischer(Klavier). 20.30 Uhr: Konzert. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Kühn. 22.10 Uhr: Letzte Meldungen. Bericht über das geistige Lehen, Anschließend bis 24.00 Uhr: Nachtmusik. Leitung: Wolf. Vorm. 10 Uhr Pir. Förster, Kirchlicher Anzeiger. Evgl. Kirchengemeinde Golingen. Sonntag, den 26. März 1933.(Lätare). Alte Kirche: Vorm. 10 Uhr Pfr. Müller(Schule Clauberg) Markus 14, 1—9, nachm. 6 Uhr Pfr. Giese, Konfirmandenabendmahl. Luther= Kirche: Konfirmation 1. 6 Uhr Dorper im, Konfirmation Madrigalchor) Sonderkollekte. S.=H. Katternbergerstr.: 10 Uhr Gottesdienst. — Die Jugendbücherei ist in den oberen Sitzungssaal im 1. Stock des evangl. Gemeindehauses, Birkerstr. 36, verlegt worden. Die Ausgabe der Bücher erfolgt in Zukunft nicht Mittwoch, sondern Dienstagnachmittag in der Zeit von 16½ 19“, Uhr.— Montag, 8¼ U. Südwall 54, Bibel=Abend, Römer, Kap. 6, M. Eogl. Kirchengemeinde Widdert. Sonntag vorm. 10 Uhr Gottesdienst Pfr. Stör. Eogl. Gemeinde Wald. Sonntag vorm. 10 Uhr Konfirmation, Pfr. Thieme, nachm. 3 Uhr Prüfung der Konfirmanden Pfr. Rosenkranz, nachm. 6 Uhr Pfr. Schöpwinkel. Mittwoch abd. 8: Uhr Passionsandacht im Gemeindesaal. Mangenberg. Vorm. 10 Uhr Schöpwinkel, nachm. 3 Uhr Prüfung der Konfirmanden. Mittwoch abend 8“. Uhr Passionsandacht. Krankenhaus. 10 Uhr Pfr. Wetschky. Ketzberg. So. 10 U. Gd., 11 ¼ U. Kgd., 5 U. Bi. Feldmann. Di. 8 U. Passionsandacht. Plaues Kreuz, Solingen, abend 7¼ Uhr Bppen.-rangeliss Ver ammt en Burgstr. 11. Samste Zugendkt., vicht 8 Uhr Evo Redner Herr Behle, Wuppertal=C. Donnerstag abend 8 Uhr Vibeldesprech= und Gebetst. Jedermann ist herzl. willkommen. Heur.=Am.=Stift, Peter Raßpestraße. Sonntag, 10: Gd.(Bläterch.), 11¼: Kgd. Do.§: Helferkonf. Baptistengemeinde Kreiligrathstraße 25. Conn. tag nachm 436 Uihr Preoigt Katholischer Gottesdienst. Sonntag, den 26. März 1933. St. Clemens=Golingen. Hl. Ressen 7. 8.20, 9.45(H). 11 Udr. 3 Uhr kirchliche Schulentlassungsieter, 5 Uhr Andacht. Marienstift. H1. Messe: 8.30 Uhr. St. Ingelbert, Col.=Rangenberg. Hl. Messen 7.30, 10 U.(H.). 5 Uhr Andacht. St. Mariä Himmeljahrt, Gol.=Gräfrath. Hl. M. 7. 8. 10 Uhr(H.) 3 Uhr Andacht. St. Joseph. Col.=Ohligs. Hl. Messen 6, 7.30. 9(H.), 10.30 Uhr. 2.30 Uhr Christenlehre, 5 Uhr Andocht. Josepy. Col.=Krahenhöhe. Hl. Messen: 7.30, 9 10(H.), 11 Uhr. 3 Uhr Andacht. St. Suitbertus Weeg. H1. M. 7.30, 9.15 H.), 11 Uhr. 5 Uhr Andacht. Sol.=Merscheid H1. Me 2.30 Uhr Andacht St. Ratharina, Col.=Wald. Hl. M.: 7, 8.30 10(H.). 3 und 5 Uhr Andacht. Col.=Löhdors. Hl. Messen: 7.30, 10 Uhr(H.). 3 Uhr Andacht. Sol.=Höhscheid(Kohlsberg). Hl. Messen: 7.30, 10 Uhr(H.) 4 Uhr Andacht. Pe W Alleinverkauf in Damen ERES-Müntel für Groß-Sollngen hat Sthc u. Dachdeckergeschäft übernimmt Aufträge. Beste Arbeit, billigste Berechnung. Kostenanschlag unverbindlichst. Ang. u. 9800 a. d. Gesch. Ich muß verdienen! Anstreicher(selbständig) empfiehlt sich im Tapezieren u. Deckenstreichen, Zimmer 8 RM. Angebote unte: 9756 an die Geschäftestelle. Werkzeug=Schlosser m. 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Der Fall Hintze hat das Gericht länger beschäftigt, als man ursprünglich angenommen hatte. Mit großer Sorgfalt versuchte der Vorsitzende. Landgerichtsdirektor Dr. Truppner, festzustellen, wie weit die Schuld des Angeklagten geht. An der Tat selbst war nicht viel klarzulegen. Hintze war geständig. Er stellte seine Verteidigung darauf ein, daß er seine Frau nicht habe töten wollen. Die große Zahl von Zeugen, die vernommen wurde, konnte nichts an dem Bild ändern, das man sich schon an dem ersten Verhandlungstage von dem Angeklagten gemacht hatte. Man könnte fast sagen, daß Hintze durch die relativ lange Verhandlungsdauer zu viel Ehre angetan worden ist. Es hat sich kaum gelohnt, die verschiedenen Vorfälle bis ins Einzelne zu verfolgen. So eigentümlich es auch klingen mag, die Hauptperson des Prozesses war nicht der Angeklagte, sondern sein unglückliches Opfer, die berühmte Sängerin Gertrud Bindernagel, die ihr Gatte durch einen Bauchschuß niederstreckte. Je mehr Strich um Strich das Bild Hintzes gezeichnet wurde, desto erstaunter fragt man sich, wie war es möglich, daß Frau Bindernagel, die bis dahin in glücklicher Ehe gelebt hatte, Hintze heiraten konnte. Wie hat sie es jahrelang an der Seite dieses Mannes ausgehalten? Die erste Frage ist ziemlich einwandfrei geklärt worden. Auf Frau Bindernagel hat das großspurige Auftreten Hintzes, das sie nicht durchschaute, zweifellos großen Eindruck gemacht. Sie sah in ihm das, was er sein wollte, und was er in Wirklichkeit nicht war. Er spielte den großen Kunstmäzen, ohne innerlich mit der Kunst verbunden zu sein. Wenn er bedeutende Künstler in sein Haus zog, so geschah dies nur, um zu protzen. Er konnte es sich nicht leisten, und er ließ es alle, mit denen er zusammenkam, wissen. Solange sich Hintze im Reichtum befand, spielte er seine Rolle wohl recht natürlich, so daß ihn eine Frau, wie es Gertrud Bindernagel war, nicht durchschauen konnte. Nachdenklich stimmt immerhin die Tatsache, daß ihr erster Gatte Erkundigungen über Hintze eingezogen hatte und dabei erfuhr, daß man ihn für durchaus unzuverlässig hielt und daß er außerdem schon im Gefängnis gesessen hatte. Frau Bindernagel entschuldigte dies alles. Sie ging die Ehe ein und führte sie auch fort, als es bereits zu schweren Konflikten gekommen war. Weshalb sie so lange an der Seite ihres Mannes ausgehalten hat, diese Frage ist schwieriger zu beantworten. Zum Teil mag dabei das Ehrgefühl eine Rolle gespielt haben, daß sie den Mann, den sie im Glück kennen gelernt hatte und mit dem sie sich verbunden hatte, im Unglück nicht im Stich lassen wollte. Wahrscheinlich ist es Hintze auch gelungen, seine Frau in dem Glauben zu erhalten, daß er für ihre Karriere sehr viel getan habe; zumindest ließ sie ihn bei dieser Auffassung, vielleicht aus Mitleid mit dem Mann, der am Leben gescheitert war. Typisch ist, daß der offene Konflikt zum Ausbruch kam, als die Angehörigen Frau Bindernagels zu ihr zogen und nun ihrerseits alles taten, um der Sängerin die Augen über ihren Mann zu öffnen. Zwischen ihnen und Hintze ist ein richtiggehender Konkurrenzkampf um Gertrud Bindernagel entstanden, der von beiden Seiten mit großer Energie, von Hintze mit größter Erbitterung ausgesochten worden ist. Gerade dieser Familienstreit hat dazu beigetragen, den Angeklagten in höchstem Maße aufzubringen. Er sah seine Stellung erschüttert, noch viel schlimmer, er sah sich der Not gegenüber, und da er schließlich keinen Ausweg mehr wußte, griff er zur Waffe. Während der Verhandlung ist es dem Angeklagten nicht gelungen, die Sympathien des Gerichts zu gewinnen. Immer wieder versuchte er, die Rolle des Biedermannes zu spielen. Aber sie stand ihm nicht gut zu Gesicht. Alles, was er von sich lobend hervorhob, trug den Stempel des Unwahrscheinlichen, ob er von seinen Leistungen als Bankier sprach oder sich als Kriegsfreiwilliger oder Vaterlandsverteidiger pries. Hintze war wohl der einzige im Gerichtssaal, der den krassen Widerspruch zwischen seinen Aussagen und der Wirklichkeit nicht bemerkte. Vom Vorsitzenden immer wieder darauf aufmerksam gemacht, rattete er sein Selbstgefühl mit dem Vorwurf, man sei gegen ihn voreingenommen. 50 Morgen Heide verbrannt. wp. Hilden, 24. März. Am Donnerstag nachmittag entstand auf der Hildener Heide aus bisher unbekannter Ursache ein Heidebrand, der bei dem herrschenden starken Ostwind rasch um sich griff. Die Hildener Feuerwehr mußte zur Bekämpfung des Brandes Hilfskräfte anfordern. Binnen zwei Stunden gelang es ihr, das Feuer vor dem Garather Walde zum Stehen zu bringen. Rund 50 Morgen Heide sielen dem rasenden Element zum Opfer. Hermanns=Denkmal und Externsteine sollen als Nationalheiligtum erklärt werden. wv. Detmold, 24. März. Der Verein der Freunde germanischer Vorgeschichte hat eine Eingabe an die Landesregierung gerichtet, zum Schutze der Externsteine als Kultusstätte aus germanischer Vorzeit und spätere christliche Weihestätte die elektrische Bahn, die mitten durch die Felsen hindurch nach Kohlstedt führt, umzulegen und dafür Sorge zu tragen, daß die Externsteine in ihrem jetzigen Zustand erhalten bleiben. Es sind auch Bestrebungen im Gange, die Externsteine zum Nationalheiligtum zu erklären. Ein entsprechendes Gesuch ist bereits der Reichskanzlei eingereicht worden.— Ferner hat der Detmolder Verkehrsausschuß angeregt, das Hermanns=Denkmal von Reichs wegen zu einer nationalen Wallfahrtsstätte zu erklären. Hätte Hintze sein Vermögen nicht verloren oder hätte er auch nur die Aussicht gehabt, selbst genug Geld zu verdienen und nicht nur von den Einnahmen seiner Frau zu leben, so hätte die Ehe wahrscheinlich nie einen so tragischen Ausgang genommen. Der Schuß auf Gertrud Bindernagel bedeutete für Hintze nichts anderes als den letzten Ausweg, seine Frau noch einmal seine Macht fühlen zu lassen. Er hatte nichts mehr, wodurch er ihr imponieren konnte, weder durch seine Persönlichkeit, noch durch die Gloriole des reichen Kunstmäzens. Und weil er nichts mehr zu sagen, nichts mehr zu bieten hatte, griff er zum Revolver. Die größte Tragödie Gertrud Bindernagels war, daß sie überhaupt diesem Mann begegnet ist, der ihr nichts anderes gebracht hat als eine Enttäuschung nach der anderen. Lange hat es die Künstlerin überwunden, lange hat sie darüber geschwiegen. selbst in dem vertrautesten Kreis. Bis der Krug schließlich überlief und sie sich zur Trennung entschloß. Der Anwalt fand in Frau Bindernagel eine Frau vor, die schon zum Aeußersten entschlossen war. Es gab kein Zurück mehr. Das hat auch Hintze gefühlt, und weil er es wußte, schoß er. Das Urteil, das das Gericht gegen ihn ausgesprochen hat, muß als völlig gerecht empfunden werden. Lenbunggnigh eines deutschen Frachtlugzeuges in England. Das verunglückte Luft=HausaFlugzeug auf dem englischen Flugplatz Croydon. das im Nachdienst zwischen London und Berlin verkehrt, setzte bei seiner Landung so unglücklich auf, daß es einen Propeller= und Flügelbruch erlitt. Glücklicherweise kam bei dem Unfall niemand zu Schaden. 19 Personen durch Kohlenorydgas vergiftet. wv. Wuppertal, 24. März. In der Fabrik Quante in Elberfeld war gestern ein neuer Kotsofen aufgestellt worden. Vermutlich funktionierte der Abzug nicht, so daß sich der Arbeitsraum mit Kohlenoxydgasen füllte. Im Laufe des Vormittags klagte zuerst eine Frau über Kopfschmerzen. Dann brach die Frau bewußtlos zusammen. Bald folgten ihr einige weitere Frauen, bis schließlich 19 Personen bewußtlos waren. Die Feuerwehr brachte die Verunglückten nach vorheriger Behandlung zum Krankenhaus, wo sie sich bereits auf dem Wege der Besserung befinden dürften. Weißwäsche oder Forbiges, Baumwolle oder Leinen, Wolle oder Seide, Grobes oder Feines, Alles waschen Sie indicheundestenndal Sepe Verbilligter Stückpreis jetz 10-23-27 Pfg. Shhen Sae Jiups An Ger. Roman von Georg Urbat. 23) Ihre Laune versteifte sich. Es war, als wollte sie auf einmal wissen, wieweit ihre Macht über diesen Mann und seine Liebe zu ihr ging. Und sie sagte ohne jeden Uebergang:„Sascha!— Wenn ich nun alles das meiner Regierung berichte, was du mir über die Verhandlungen mit den Persern erzählt hast?!" Alexander Huene erbleichte.—„Laß solche Scherze, Tenia!“ sagte er unwillig. Sie aber bestand auf Antwort. Betroffen schaute Alexander Huene auf das schöne, kalt und undurchdringlich gewordene Gesicht Tenia Tsaturowas, als müßte er sich erst an diesen Anblick und an den Gedanken, den dieses schöne Geschöpf ausgesprochen, gewöhnen.„Sphinx!" durchfuhr es ihn fröstelnd. Langsam aber sagte er:„Es würde in mir den letzten Glauben an das Gute im Menschen, den ich mir noch aus dem Chaos der letzten Jahre hinübergerettet habe, ersticken. — Und dich, Tenia“, vollendete er hart,„dich müßte ich ver...“ „Sprich es nicht aus, sprich es nicht aus!“ rief sie wild, sich an seine Brust wersend.„Sage mir nur, daß du mich lieb hast, so wie ich dich lieb habe. Sage es mir...!“ Es klovfte. Verstört ließen sie voneinander. Fritz brachte endlich die Karte Mirza Ahmeds. Mit langem Blick sah Tenia Tsaturowa auf die Karte des Persers. Dann sagte sie:„Ich möchte nicht, daß mich Mirza Ahmed bei dir sieht.— Und heute abend, Lieber, sehen wir uns. — Hole mich ab. Dann essen wir irgendwo zusammen...“ Er küßte ihr Gewährung auf die Lippen und entließ sie durch die zweite Tür seines Kabinetts. Ihr Gang, ihr Blick aber war wieder ganz Leben, ganz Tatkraft. Gang und Blick eines Menschen, der wohl einen Zug, aber nicht das Spiel verloren gibt. Wie in traumhaft=seliger Schwärmerei lag es über Felicitas Böse.— Der Nachmittag war„himmlisch“ gewesen. Die Fahrt mit Schellengeläut und wehenden Büschen auf dem Rücken und auf den Kövfen der Pferde, durch den verschneiten Grunewald. Der Kafsee in Onkel Toms Hütte. Die Rückfahrt, von wohlgemeinten Schneebällen einiger junger, frecher Dachse begleitet. Dann„Rigoletto". Noch klangen die Melodien sütz und schmeichelnd in ihren Ohren. Und später: Wohin mit dem angerissenen Abend?— Mirza Ahmed wollte feudal essen, sie aber wehrte. Zu Kempinski zu fahren, fand sie sich schließlich bereit. Und in einer entlegenen Ecke saßen sie dann. Eine eingehende Unterredung hatte Mirza Ahmed mit dem Geschäftsführer. Ein Koch wurde hinzugezogen. Und dann aben sie persischen Pilaw und kaukasischen Schaschlick. Und dazu tranken sie feinen, roten, leuchtenden Wein. Und Mirza Ahmed war artig und lieb. Und nun?!— Nun surrte diskret der Motor und der Wagen Keisezig di verschneiten, Allen des Tieroartens. Und zitas Böse saß verträumt selig in ihre Ecke gelehnt. Mirza Ahmeds Hand griff zart nach ihrer Hand. Sie ließ ihm die Hand. Ihr Blick huschte zu ihm hinüber. Einen zerquälten Ausdruck zeigte sein schönes, ausgeglichenes Gesicht. Die Augen aber, die großen, dunklen, orientalischen Augen, die der Schmuck, die Seele einer schönen Frau hätten sein können, die schauten zum Fenster in den Winter hinaus. (Nachdruck verboten.) „Felicitas", fragte er leise,„sind Sie zufrieden mit dem heutigen Tag?“ „Ja!“ antwortete Felicitas offen.„Ich danke Ihnen herzlich!“ Sie fühlte den leichten Druck seiner Hand. „Felicitas!“ sagte er dann wieder leise und etwas brüchig, „alles Gute muß doch irgendeinen Lohn haben. Und war ich heute nicht gut zu Ihnen?!“ Felicitas lachte heimlich=wohlig in sich hinein. Sie ahnte, um was der liebe, zarte, fremde Schelm bitten und betteln würde. „Schließen Sie doch die Augen, Felicitas!“ bat er dann. Sie schloß die Augen. „Einen Kuß, Felicitas!— einmal möchte ich selig sein!“ „O, du lieber, zarter, schüchterner Mensch du", durchzog es Felicitas. Der Schelm aber ging in ihr hoch. Und so sagte sie: „Nun, holen Sie ihn sich doch!“ Und dann fühlte sie ihren Kopf zart gehoben und einen Mund sanft und andachtsvoll auf ihren Lippen. Sie wollte nicht wiederküssen. Aber auf einmal kam es über sie. Wie seliger, niegefühlter Rausch: Die wunderbare Waldfahrt. Der Nachmittag. Der Abend. Die Over. Die süße, schmeichelnde Musik. Das Essen, der Wein und dieser liebe Mensch... Sie ergriff seinen Kopf und küßte, küßte mit jäh erwachter Leidenschaft. Auf einmal küßte Felicitas nicht mehr das dunkle, schöne fremdländische Gesicht, ein Gesicht küßte sie, kühn geschnitten, mit versonnenen, dunkelblauen und doch oft so stahlharten Augen, ein Gesicht mit einem lieben, lieben, geliebten blonden Schopf darüber, das Gesicht Alexander Huenes küßte sie... Und dann, schwer atmend aus einem Traum, aus einem Taumel erwachend, stieß sie das Gesicht von sich... „... nein, nein, Mirza Abmed!“ rief sie verstört,„das darf nicht mehr sein.— Niemals mehr, Mirza Ahmed.. Er aber hielt still ihre Hand und sagte nur leise:„Ich liebe Sie, Felicitas!“ Und wieder rief sie:„... und wenn Sie mich hundertmal lieben, Mirza Ahmed.— Es geht nicht. Ich bin keine Frau für Sie. Ich habe kein Talent, auch keine Lust, bei Ihnen Haremsdame zu spielen. Eine unter vielen...“ „Sie würden die einzige sein, Felicitas!“ sagte er demütig. „Nein, nein! Auch dann nicht.— Weshalb trügen Ich... ich... liebe einen anderen!“ schloß sie schluchzend. „Ich weiß es!“ antwortete er leise. „Und weshalb quälen Sie mich dann?!" begehrte sie auf. „Ich werde Sie nicht mehr quälen!“ schloß er still. Durch stille, menschenleere Straßen schoß surrend der Wagen. In ihren Ecken saßen sie beide. Wortlos, sich ihren Gedanken bingebend. Und dann hielt auch der Wagen vor ihrem Hause in der Münchner Straße. Mirza Ahmed schloß ihr die breite, scheibendurchbrochene Haustür auf: „Darf ich Sie wiedersehen, Fräulein Gelicitas?!“ bat er demütig. Sie zögerte mit der Antwort. Sie wollte nicht undankbar sein. Sie selbst war ja mit schuld, daß es soweit gekommen war. Und so sagte sie leise und freundlich:„... aber nicht mehr von Liebe sprechen, Mirza, gelt?“ Er küßte ihre Hand. Und als es dann aufleuchtete hinter den breiten Scheiben und ihre herbe, schlanke Gestalt die Treppe hinaufflog, als wäre sie auf der Flucht, da brannte es in den Augen Mirza Ahmed Nassie Khans wie ein flackerndes Feuer. Demütig, mit gesenktem Kopf ging er dann zum Wagen zurück. Geduldig, ergeben in sein Schicksal, Orientale. In seinem Innern aber glühte es, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, wenn es sich ihm darbot. * Wochen vergingen.— Der Februar sandte seine ersten schönen Tage über Berlin, als verführerische Ankündigung des kommenden Frühlings. Eine Unrast war über Alexander Huene gekommen. Er, der vor dem Feind, wenige Stunden vor dem Angeiff, traumlos ruhig geschlafen, schreckte jetzt auf aus dem Schlaf. In Schweiß gebadet. Von Feinden, von Gegnern, die er nicht greisen konnte, sah er sich umstellt. Hier und da flackerte es auf. Diese oder jene Notiz flog durch die Weltpresse. Mal von Paris, mal von London, mal von Newyork. Aber alle diese Notizen sprachen von seinen Verhandlungen mit Mirza Ahmed. Allerdings kamen die Notizen der Wahrheit kaum nahe. Seine Stellung in den Verhandlungen war bedeutend besser, als diese Notizen sie schilderten. Aber sie verwirrten ihn. Und die Verhandlungen selbst, die so flott eingesetzt, die zogen sich bin. Endlos lange dauerte es, bis Mirza Ahmed von Teheran neue Anweisungen erhielt. Und Mirza Ahmed, der sanfte, weiche, angenehme Verhandlungsgegner, war oft unwirsch. „Bitte, Prinz“, fragte ihn einmal Huene, als wieder so eine Nachricht von Newyork her durch die Weltvresse lief,„haben Sie eine Ahnung, woher diese Nachrichten stammen?— Wir sind doch übereingekommen, nichts verlauten zu lassen, bis der Vorvertrag unterzeichnet ist!" Mirza Ahmed sagte aber heftig:„Wir sind Verhandlungsgegner, Baron. Ich habe keinen Anlaß, mich um Ihre Sorgen zu kümmern. Mir sind diese Notizen gleichgültig!“ Und Huene hatte Mühe, ihn wieder willfährig zu bekommen. In stillen Stunden sprach er sich dann zu Tenia Tsaturowa aus. Wohl hatte er dieses oder jenes kleine Geschäft für seine Bank noch unter Dach gebracht, aber das große, das mit den Persern, das ihrem Glück, ihrer Liebe ein Haus bauen sollte, das zog sich hinaus.— Unerträglich lange für seine Ungeduld. Sie aber küßte ihn und lachte ein wenig hinterhältig:„Lieber sagte sie,„weshalb unser Glück nur auf eine Karte setzen.— Es werden sich noch andere Wege finden, Sascha!“ Und im geheimen wünschte sie, bat sie und bettelte sie ein höheres Geschick an, daß aus dem Geschäft nichts würde. Alles, was sie von Huene über die Verhandlungen hörte, berichtete sie nun frei nach Moskau. In stillen, einsamen Stunden eber grauste es sie. Dann grauste es sie vor dem Spiel, das sie mit dem geliebten Manne trieb Und nur trieb, um ihn zu besitzen. Die Verhandlungen um die Konzession der kaukasischen Erdölquellen aber waren auf Wunsch Huenes nach Amsterdam verleet worden wohin auch Medwediew, der Mann Tenias, übergesiedelt war. Ihm war es unerträglich und zu absurd vorgekommen, Tenia selbst und ihrem Mann gegenüber als Verhandlungspartner auftreten zu müssen. Und ohne die inneren Gründe seines Wunsches zu kennen, hatte van Hoeven eingewilligt. (Bortletzung folgt.) Heute morgen gegen 11 Uhr entschliet sanft und ruhig. gestärkt mit den Heilsmitteln der röm-kathol. Kuche, mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater. Schwiegervater, Großvater. Bruder, Schwager und Onkel Franz Peter Pohl im Alter von 68 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Franz Pohl geb. Schert Maria Weiß geb. Pohl Priedrich Welß Johanne Stratmann ged. Pohl Otto Stratmann Paul Pohl Elisabeth Pohl geb. Greten und 8 Enkelkinder. Solingen, Sangerhausen, Gerolstein, Düsseldorf, Rensath, Kollerstrase 110 den 24 Mäiz 1933. Für den Hausputz: Sonderangeboth Schürzen! Trägerschürzen 125 aus Indanthrenstoffen, Satin oder Schwedenstreiten von 1 an Kittelschürzen 195 farbig. in ellen Preislagen.. von I an 95 □ n 10 an weid, in ellen Preislagen von Servier- und Zierschürzen 150 Veiwierl Glles. Die Beerdigung findet Montag, den 27. März, nachm. 4 Uhr, vom Trauerbause, Kullerstraße 110 aus nach dem Friedhof Cronenbergerstr. statt. Die teierl. Erequien werden Montag morgen 8¼ Uhr in der St. Clemens-Pfarrkirche gehalten. — Pädagogium Dr. Halbach—. Düsee ldort, Elisabethstraße 16— Kul 15693 Nicht versetzte Schüler werden durch unseten rein individuellen Unterricht die Lücken schnell beseitigen und den Vertust eines Jahres vermeiden Daher ist sofertise Umschulung zu empfehlen. Hausarbeit unter Aufsicht und Anleitung der Lehter. Religion. Schwimmen, Turnen. Musik. Neue Sents Ostern 1933. Abendarmuasium für Berutstätige. Lanajähr beste Ertolge in sämtl Prüfungen bis einschl. Abitur. Anmeldung. für sämtl. Klassen(Sexta bis Oberprima) ohne Aufnahmeprütung. tägl. von 12—1 Uhr oder jederzeit nach telef. Verständigung. Der Durektor Dr. Halbach. Bauschule Staofl. anertennt v. brebüricher efun.# Eicenbeton- Stahlbeut Toninddstne Kenier Tern Selig sind die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet weden. Heute morgen gegen 4 Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden. gestärkt mit den Heilsmitteln der römisch-kath. Kirche, meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute Mutter Frau Paul Steinert Friederike geb. Evers im Alter von 57 Jahren. In tiefer Trauer: Paul Steinert Paul Steinert Jr. H binchen Wirth. Solingen, den 24. März 1933. Die Beerdigung üindet am Montag, dem 27. Mätz. nachm 3 Uhr vom Trauerhause, I. Felderstiaße 25, aus nach dem Friedhof Cronenbergerstr. statt Die teieil Exequien werden Montag morgen 8 Uhr in der St. Clemens-Pfartkirche gehalten. Sollte jemand aus Versehen keine Einladung erhalten haben, so bitten wir, diese als solche anzusehen. Neue Warenzeichenentwürse Patentbüro Ing. Klages Solingen, Hochstraße 19. Versenden unseremit Siegerpreisen ausgeOZ.M. Marken-TeeButter Nr. 1 M1 1.17) 1n9-und Molk-Butt I 6-Pid. M.1.071 Posto unges od.ges.fr. Haus Nachn Bilger. A.-G. Obetschwäb Zentr.Molkere: BiberachRiß 83. wärttemt:. Oberland. Gegr. 1878 Maß=Anzug! a. gar. rein. Kammgarn, von RM. 38.50 bis 65.— Erbitte Angabe, wann Besuch erwunscht. Angeb. u. 8994 a. d. Gesch. 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Jahrgang * 4ggter Ver Raliten. Von Winifred Scheffel. An der Fähre, da wo der Rhein unten bei Zons den Knick wesen, sondern bei seiner Braut in der Stadt und hat auch erst mucht und die Ufer so flach sind, daß man die Telegraphenstangen am nächsten Tag erfahren, daß sie seinen Vater aus dem Rhein mit den Augen verfolgen kann, bis sie klein wie Streichhölzer gezogen haben. sind, stand auf der linken Seite ein vereinzeltes Haus. Hein] Jupp ist aus dem Zoll ausgeschieden und hat das Fährhaus Töges hatte sich unten eine Gastwirtschaft eingerichtet, die übernommen. Brauerei hatte die Front schön gelb streichen lassen und sein Name prangte in etwas ungefügen, schwarzen Buchstaben quer über der ganzen Front. Am Steg schaukelte eine Motorpinasse, mit der er die Leute übersetzte, und noch ein paar alte Kähne, in denen das Grundwasser faulte. Die Badegäste mieteten sich die morschen Eimer und schipperten damit auf den Fluß herum. Er hatte schon zu tun, der Hein Töges, und sein Haus war bekannt von Düsseldorf bis heinabe hinauf nach Köln. schon wegen des guten Genever und des Ale, das man bei ihm unten in der Gaststuhe bekam. Die Zollbeamten betrachteten ja mißtrauisch die schonen Etiketten auf den Flaschen, aber sie connten! dem alten Töges nicht beikommen, odwohl aue Welt wußre, raß hochkultivierten Völkern, wie z. B. bei den alten er schmuggelte. War ja auch ein cleverer Kerl, der Hein, und durch deren dreitausendjährige Geschichte sich die Zauberei v# immer bei der Hand, wenn etwas zu besorgen war. Hatte sogarsroter Faden hindurchzieht. Die Hieroglyphen geben Zei einen Jungen beim Zoll, in Bremen oben, und lachte sich heim= davon. Der Reichsverband bildender Künstler erhält einen neuen Präsidenten. Zauberei einst und heute. Aus einem amüsanten Buche„Zauber im Gesellschaftskreise“ von Paul Neumann=Karlsberg, das in der Verlagsbuchhandlung J. I. Weber, Leipzig, erschienen ist und viel zur Unterhaltung beitragen kann. bekannt von Düsseldorf bis beinahe hinauf nach Köln, schon Die Zauberei ist wohl so alt wie das Menschengeschlecht selbst. wegen des guten Genever und des Ale, das man bei ihm unten Noch heute haben die Völker, die auf niedrigster Kulturstuse in der Gaststube bekam. Die Zollbeamten betrachteten ja miß= stehen, ihren Medizinmann, der ihnen alles Mögliche und Untrauisch die schonen Etiketten auf den Flaschen, aber sie ronnten mögliche zaubern soll. Das gleiche finden wir aber auch bei dem alten Töges nicht beikommen, obwohl alle Welt wußte, daß##ach#ultivierten Völkern, wie z. B. bei den alten Aegyptern, wie ein Zeugnis lich eins, wenn er den Grünen von seinem Jupp erzählte und Wenden wir unsern Blick nun einmal nach dem Wunderlande wie ei in seiner Uniform so prima ausschaue. Gerade so jagte Indien, das von jeher in hohem Ansehen wegen seiner Zauberei der alte Töges. 111.1— T.uig 2l, der Junge sund seines Falirwesens stand. Hanns Bastauier der bekannte Graphiker, ist vom Reichsverband bildender Künstter Teutschlands zum neuen Präsidenten gewählt worden. Leider hat letzterer seine schriftliche Hinterlassenschaft verbrennen lassen, so daß uns nur durch seine Schüler etwas überliefert Das ging gut bis zur vorigen Sommer, als der Lunge nach Bei genauerer Betrachtung finden wir für den europäischen murde. Ein anderer großer Wiener Künstler, der die ganze stube der Ein fehlte und der Genever nicht ersetzt wurde. Und der Hein hatte eine steile Falte auf der Stirn und hockte draußen auf dem Holzklotz. spuckte nur ab und zu vor sich hin, als wollte ng gut bis zurg, vorigen Sommer, als der Junge nach Bei genauerer Betrachtung finden wir für den europäischen wurde, Ein anderer großer Wiener, Künpftigr, der. Beg 90 Xanten versetzt wurde. Von da ab war nichts meyr mir dem Geschmack wenig Erfreuliches. Der Inder sucht durch allerhand Welt bereiste, war Compars Hermann, ein Zauberkünstler von Alten. Auch die Gäste wunderten sich, daß unten in der Wirts=sselbstquälerischen Fanatismus die Bewunderung seiner Leute zu seltener Gewandtheit, Anmut und Feinheit ig. der, Vorführuing. erringen Es möge hier noch besonders gesagt sein, daß der sogenannte ## Lugl## Seiltrick, der als indisches Wunder in der ganzen Welt bekannt er jemanden tresfen. Das Motorboot schaukelte nachts am Steg. ist, niemals existiert hat. Er ist von einem amerikanischen Jourfest verräut, und war nicht mehr auf Fahrt, so daß man noch nalisten Mr. S. Ellmore in der„Chicago Tribune“ in Wort und um Mitternacht auf die andere Seite gesetzt werden konnte. Die Bild geschildert worden, um die„Wunder der Fakire" besonders en nur den Kopf und meinten Töges werde leuchten zu lassen. Ellmore teilte später offenherzig mit, daß die ihn kannten, schüttelten nur den Kopf und meinten, Töges werde alt und hintersinnig und tue nichts mehr fürs Geschäft. Der Marten“ Marten kam von Urdenbach ganze Geschichte erdichtet sei. Wer von diesem Seiltrick noch nichts wissen sollte, dem sei er 1ch Bis es dann nict, mehr ging,„Der Marren kam Vox. 1regg. Wer von diesem Seiltrich noch nichts wissen sollte, dem sei herüber und der Claß und ten Maat und sagten, in der nachsten hier noch kurz mitgeteilt: Der Zauberer wirft ein Tau in die Nacht müßten sie wieder den Fluß runterfahren, ins Holländische. Luft, wobei das obere Ende in der Luft verschwindet, während köges brummte nur und dormelte den Kopf und wurde zum das untere auf die Erde herabreicht. Ein Knabe kettert an dem Schluß zornig, weil er nicht mehr wollte und die drei ihm so Tau empor und verschwindet vor den Augen der Juschauer in der rtwechsel der Ber20 sesechten........2.(vtam sich eimee aeaeer. Es gäbe ein Unglück und sie sollten sich einen anderen suchen. — Das war das Einzige, was er sagte. Dann setzten sie sich in die Gaststube in eine Ecke und wisperten und klönten wohl eine Stunde lang. In der Nacht— es war stockdunkel, daß man nicht den Vordersteven erkennen konnte, höchstens das Kielwasser sah man weiß aufglänzen—, pinkten wir den Rhein runter. Hein Töges stand am Rad und starrte gradeaus, obwohl er es nicht nötig gehabt hätte, denn er kannte den Fluß im Schlaf. Ein paar Lichter in mit Trester und wir saugten uns einer nach dem anderen am Flaschenhals fest. Angefähr sechs Kilometer hinter der Grenze legte das Boot bei und trieb langsam in der Strömung auf einen Kutter zu. Ten Maat nahm ein Ende und warf es den Leuten oben hinauf, dann wurde der Kahn längsseits festgetäut. Hein Töges und Marten enterten an Bord und snackten leise mit dem Skipper. Nach einer Viertelstunde schaukelten die Fäßchen und die Kisten in das Boot und wurden verstaut. Auf der Rückfahrt wickelten wir uns den Schal um den Hals und gruben die Fäuste in die Taschen. Es war kalt und es wehte ein frischer Wind, daß der Kahn auf den Wellen tanzte. Der alte Hein kaute stumm seinen Prim und redete kein Wort, stierte nur immer nach allen Seiten und war merkwürdig aufgeregt, aber mehr von innen heraus, was wir früher gar nicht an ihm bemerkt hatten. Wi 12 8 Und kurz vor Tanten kam es dann auch. Wie eine Sonne glänzte am Afer ein Scheinwerfer auf und huschte über das Wasser. In ein paar Sekunden mußte er uns haben, das war klar. Hein gab volle Kraft, daß uns die Schaumflocken um die Ohren spritzten. Das ganze Boot zitterte und dröhnte vom KolLuft. Jetzt klettert nach kurzem Worrwechsel der Zauberer zornig mit einem Messer nach. Bald darauf fallen die blutigen Glieder des Knaben und sein Rumpf herab. Nachdem nun der Zauberer am Tau heruntergeklettert ist. sammelt er den zerstückelten Körper in einen Sack, schüttelt diesen, und der Knabe hüpft wieder lebendig aus dem Sacke und läuft davon.„.." EEmmsent, inn Argin Um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts erst beginnt in Europa die Magie salonfähig zu werden, während sie vorher meist allerhand abergläubischen Zwecken diente. Sie erreicht einen großen Höhepunkt und erscheint in poesievollem Gewande. Es ist dies besonders das Verdienst zweier Männer, des Franzosen R. Houdin, der durch zahlreiche Schriften viel zur Verfeinerung der magischen Kunst beigetragen hat, und des Wieners I. N. Hofzinser, der sich als genialer Erfinder auf magischem Gebiet bewährte und seinen Darbietungen besonders in der Kartenkunst einen ganz hervorragenden Reiz zu verleihen wußte. In Deutschland glänzte um 1870 der Hofkünstler Bellachini, der sein Publikum außerordentlich gut zu unterhalten verstand. obwohl er nicht über die vollendete Handfertigkeit eines Compars Hermann verfügte. Sein Name ist so volkstümlich geworden, daß sich heute noch berufsmäßige Zauberkünstler seinen Namen beilegen. Bellachini hat keinen Verwandten gehabt, der seine Kunst weiter pflegte. Während die Zauberkunst im vergangenen Jahrhundert meist nur von einzelnen hervorragenden Vertretern ausgeführt wurde sehen wir sie in der Gegenwart zu einem sehr verbreiteten Beruf entwickelt und von zahlreichen Liebhabern der Magie ausgeübt. Besonders ist es die Kartenkunst, die sich in allen Kreisen einer großen Wertschätzung erfreut, sie ist auch infolgedessen sehr hoch entwickelt. Das Streben der Magier richtet sich gegenwärtig besonders darauf, die Zauberkunst weiter zu veredeln und sie vor Geschmacklosigkeiten zu bewahren, damit sie ihres poetischen Gewandes nicht beraubt werde. Zu diesem Zwecke haben sich auch Vereinigungen der Amateur=Zauberkünstler in vielen Ländern gebildet. In Deutschland ist es der„Magische Zirkel“. Aber auch die psychologische Wissenschaft hat sich ernsthaft mit dem Gegenstand beschäftigt. Man erkannte, daß er nicht nur an und für sich höchst interessant ist, sondern daß er auch bei der Beurteilung sogenannter okkulter Dinge wesentliche Hilfe zu leisten vermag. Zuerst im psychologischen Institut der Universität Leipzig begonnen, werden seit einigen Jahren die betreffenden Untersüchungen und Uebungen als Universitätskollegs im ethnologisch=anthropologischen Institut weitergeführt. Eine äußerst reichhaltige Sammlung älterer und neuerer Zauberapparate. die im Leipziger neuen Grassimuseum aufbewahrt wird, unterstützt diese Arbeiten. bez. Auf einmal waren wir mitten im Lichtkegel, der plötzlich Autogrammsammler, ist und bleibt Amerika. In ihren Anfängen still stand. Hein riß das Steuer herum, um links auszubrechen. war die Jagd nach eigenhändigen Namenszeichnungen berühmter Wir dachten schon, wir hätten es geschafft, da hatten sie uns Persönlichkeiten in Amerika eine ziemlich harmlose Passion. Die wieder. Beim zweiten Male kamen wir gut ab und lagen wieder Sammler interessierten sich aufrichtig für die Bühnen= und FilmEine Garbo für zehn Präsidenten. Von Michael Auspitz. An der Pforte eines großen Berliner Kinotheaters hängt ein aus den hohen Regionen der Filmwelt vor den aufdringlichen Plakat. Mit riesengroßen Lettern wird verkündet, daß der nächste Autogrammjägern zu schützen. Insolgedessen müssen sich diese Autogrammtag am 26. ds. Mts. stattfinden wird. Die Haupt= damit begnügen, vor dem Ausgange auf das Erscheinen des Stars darsteller des erfolgreichen bei dem Publikum sehr beliebten zu lauern. Geduldig warten sie stundenlang, oft noch bis in die Films. der gerade in diesen Tagen in diesem Kino läuft, werden späten Nachtstunden, und überfallen ihre„Opfer". freilich nicht eine Stunde vor Beginn des Tagesprogramms ihre Autogramme mit einem Revolver oder Dolch, sondern mit einem Füllfederhalter erteilen.„„ in der Hand. Diese Ankündigung wirft ein grelles Licht auf die Autogramm= Zahlreiche unter diesen Aufdringlichen benehmen sich dabei sucht, die sich in letzter Zeit auch des deutschen Kinopublikums und wie Hyänen. In der gewissenlosesten Weise verfolgen sie ihre insbesondere der jugendlichen Schichten der Kinobesucher bemäch= Jagdobjekte, reißen ihnen förmlich die Kleider vom Leibe, vertigt hat. Das klassische Land der Autogramme, das Dorado der sperren den Weg und drücken sie an die Wand, betteln, flehen Go, zmmsammler ist und bleibt Fmerika. In ihren Anfängen sund schreien, bis das gewünschte, Autogramm endlich in ihren Händen ist. Die Filmgroßen in Hollywood haben eine panische Angst vor diesen„Hyänenhorden“, die vielleicht niemals ins Kino kommen und sicherlich gar kein Interesse für die Filmkunst haben, sondern nur einige Dollar an den Autogrammen verlinks, während der Scheinwerfer rechts absuchte. Der alte Töges stars berühmte Sportsleute und sonstige Träger allgemein bewischte sich mit dem Aermel über die Stirn und wir sahen über#g Pr##en d' sie bewunderten und deren Autogramme sie die Bordwand. Aber schon steckten wir die Nasen zwischen die Zisten. Eine Rakete stieg hoch, platzte leise und übergoß uns mit Schimmer von ihrem Glanz auffangen zu können. Diese Ze Licht. Im selben Augenglig trachte ein Schuß und der Zollkutter sind vorbei. Die Autogrammsucht nahm in der letzten Zeit auf knatterte auf uns zu. Wir hatten vielleicht 150 Meter Vorsprung der anderen Seite des Atlantik die Formen nicht nur eines rückund wußten, daß wir es so nicht schaffen konnten, mit dem alten sichtslosen Strebertums, sondern gleichzeitig einer wilden SpekuEimer und den Kisten. Das Einzige war das Ufer. Hein riß auch lation an. Die Autogramme sind dort zu einer käuflichen Ware vuin und das Vout leate sich in die Kurne, doßlgeporden, ire, Sammlung zu einem Ergerhzigeise, Pgireg e dienstmögligtenr, die von gerissenen Sperulanren auf Kosten popularer Manner und Frauen betrieben wird. kannter Namen, die sie bewunderten und deren Autogramme sie dienen wollen. Wiederholt sahen sich Chaplin, Greta Garbo. besitzen wollten, um wenigstens auf diese Weise einen kleinen Ramon Novarro und andere Stars gezwungen, die Lokale und Schimmer von ihrem Glanz auffangen zu können. Diess Zeiten Klubs durch die Hintertür zu verlassen, um dieser Belästigung End vorbei Die Autogrammsucht nahm in der letzten Zeit auf aus dem Wege zu gehen. Die bekannte amerikanische Künstlerin Ann Harding wurde vor kurzem in Newyork einige Minuten vor Beginn ihres Konschon das Rad rum und das Boot legtgihg in die Kurve, daß gewarden ihre Sammlung zu einem Ergepekzsanten, P guise geen Menge von Autogrammjögern umringt. Sie mußte edie in den Naun kotsgte, üder ee var bereite u.sdtentnsguanet, Vie von der hetrischer ezguet auf Boht.- uach liniz 1nd xeäitz vertelen, Aleihre Fiapöade, dah bie Zeit bereits fortgeschritten sei und daß es ein Ding der Unmöglichkeit vät„„„„ 2n.# S## populärer Manner und Frauen betrieb Ten Maat griff den Browning und man hörte die Sicherung! Es ist auffallend, daß gerade in der heutigen Krisenzeit dieses knacken. Claß und die anderen schoben die Magozine rein. Mar= Geschäft in Amerika Riesendimensionen annehmen konnte. Mary ten knurrte noch zwischen den Jähnen vor:(Pickford, die als eine der berühmtesten amerikanischen Filmstars sallen uns nicht kriegen!“ Da schwankte der I. hieser Hinsicht reiche Erfahrungen zu sammein vermochte. schätzt Die Hunde— soulen uns nicht kriegen!# ardwand“ in dieser Dingy, reigmizger in fl. S. A. auf eine halbe Million. P tt mußte einmal in der Kinokasse Zuslucht suchen, asSchacsich en elseie Kaltch als eäls hnice elicehe eneiein i. Biseschedse eaie eschee, eisen aus der Hand. Wir natürlich auf ihn zu, weil wir dachten, um ihnen Autogramme abzunehmen, die sie dann den Großwäre, wegen der Autogrammverteilung das zahlreich versammelte Publikum noch länger warten zu lassen, nutzten nichts. Sie erschten mit halbstündiger Verspätung, auf der Bühne. Constance Bennett mußte einmal in der Kinokasse Zuflucht suchen, um vor den gegen sie vorstürmenden Autogrammjägern sich zu schützen, die ihr den Hut vom Kopf gerissen und die rechte Hand verletzt hatten. Die Namenszeichnung Greta Garbos, die bekanntlich ein sehr einsames und zurückgezogenes Leben führt und sich in der Oeffenllichkeit nur in den seltensten Fällen zeigt. steht auf dem Autogramm=Markte im höchsten Preis. Ihr Autogramm wird mit 25 Dollar bezahlt, während der Namenszug des amerikanischen Nationalbelden, des großen Präsidenten Abraham Lincoln schon für 15 Dollar zu haben ist. Charles Lindbergh kostet 7½ Dollar, Riäht schiesen Richzt Ghesen) Rin Zupo— min Daporsielers Lioe Kelez, Da waren auch schon die Grünen längsseits, aber nicht zeitig für einen Dollar. Mary Pickfords Autogramm wird von den usten und der Schädel dröhnte als ob er platzen wolle. Wielan die Interesenten für den zehnsachen Preis. Zallkutter beigedreht und sie zogen Als bester„Autogramm=Parkt, gilt, in Hellywood Brovu 25 Cents. Für ein Autogramm Greta Garbos kann man bei den af ia dann auf Claß und Derbys Filmrestauragt, in bessen naupen die Filmsraxs, häutig amerikanischen Großhändlern zehn Hooper: oder Roosevelt=Auto*# n r c h= d u t z e n d w e i s e a n z u t r e f f e n s i n d. D i e„ J ä g e r“ m a c h e n h i e r m i t= g r a m m e h a v e n. M i t a n d e r e n W o r t e n;: e i n e G a r b o w i e g t z e h n ich wieder hochkam, hatte der Zollturter veigedreht und Pie. se gerade jemanden an Bord. Am Ufer traf ich dann auf Claß und Marten. Später kam noch ten Maat, alle ganz blau und durchgefroren, denn es war im April und scheußliches Wetter damals. Ja— und Hein Töges war ertrunken. Das erfuhren wir am nächsten Tage. Dabei schwamm er wie nur einer am Rhein. gene gueig„ung 19: unter ein sehr gutes Geschäft. Es fällt ihnen allerdings nicht leicht, die Schwelle des Lokals zu betreten. Zwischen den Filinschauspielern und dem Restaurantbesitzer„besteht, nämlich ein Sohn, der Jupp, war gar nicht auf dem Zollkutter ges Uebereinkommen, demzufolge der Wirt verpflichtet ist, seine Gäste Präsidenten auf. Marlene Dietrich wird zur Hälfte des Greta Garbo=Preises notiert, während Mussolini und der Prinz von Wales noch viel niedriger bewertet werden. Ein Zeichen unserer silmverrückten Zeit. W M Ein siamesischer Prinz als Leichtathlet Fußball. Golingen 96 gegen ES. Gudberg. Man schre sachbearbeiter wurde dieses Verdancs mittag neu angesetzt. In Fußballkreise. mit besonderem Interesse entgegen. Hat Vom Fußballin Sonntagvor: vieser Begegnung * Sudberg am vergangenen Sonntag fertiggebracht, nach gutem St. merspiel die 1. Sportvereinigung in Solingen 3:4 zu schlagen. Ueberhaupt haben die Sudbergei in den letzten Spielen hervorragende Resultate erzielt. Wer die schnellen Außenstürmer spielen sah, wird seine helle Freude daran gehabt haben.— Anders sieht es allerdings bei den Wern aus. Das Schmerzenskind ist und bleibt der Sturm, wie bei allen Alt.Solinger Mannschaften. Die Verteidigung und Läuferreihe dürfte den Sudbeigern gegenüber ein kleines Alus haben. Da beide Mannschaften mit den besten Leuten antreten werden, dürfte ein spannendes Spiel zu erwarten sein.(Siehe Anzeige.) Freundschaftsspiele. Schlagbaumer V. B. gegen Sp. Sp. Remscheid 07. Schlagbaum hat für Sonntag nachmittag einen guten Gegner der ersten Bezirksklasse, den Sp. Sp. Remscheid 07 verpflichtet. Die Solinger treten mit verschiedenen neuen Kräften an und dürften den Jeilenstädtern eine ebenbürtige Partie liefern. B. f. R. Chligs gegen Schwarz=Gelb Gladbeck. Den Gästen aus dem Ruhrbezirt geht ein guter Ruf voraus. Sie gehören zu den wenigen Mannschaften, die im Meisterschaftsspiel Schalke 04 besiegen konnten. Trotzdem haben die energischen und guten Ohligser bessere Siegesaussichten. Handball. Handballspiele am Jugendopfertag. Am ersten Aprilsoantage, dem Jugendopfertage des Westdeutschen Spielverbandes, sind die Solinger Handballer mit zwei Mannschaften tätig. Eine Stadtmannschaft spielt vormittags auf dem Platze des BSR Solingen 1898 gegen eine Wuppertaler Stadtels. während eine weitere Kombination in Wermelskirchen gegen die dortige HandbollUnion spielt. Bei der Füllc des zur Verfügung stehenden Materials ist zu erwarten, daß Solingen durch zwei spielstarke Mannschaften vertreten wird, die möglicherweise an beiden Fronten siegreich bleiben. Handbal im A. T. 9. Turn= und Sportvereinigung Wald 1. gegen Nordstern Landwehr 1. (D. J. K.). Zu einem recht interessanten Spiel dürfte es am Sonntag morgen aus dem Hindenburgplatz kommen. Da die Walder augenblicklich in sehr guter Form sind, werden sie bemüht sein, auch hier ihre Farben in Führung zu bringen. Die Gäste werden aber auch ihr ganzes Können zeigen, um sich einen ehrenvollen Sieg zu erkämpfen. Turnverein 76 Burg a. d. W. gegen Sportgilde B. D. J. B. In der Sportgilde trifft die Burger Elf auf einen guten Gegner. Auf jeden Jall werden die Platzherren bemüht sein, ihre Farben in Führung zu bringen, was bei der derzeitigen Besetzung der einzelnen Mannschaftsposten nicht unmöglich sein sollte. Turnverein Schützenhöhe Solingen gegen Turnerbund Haon. Seit Jahresfrist haben sich beide Gegner nicht mehr gegenübergestanden. Zwar konnten die Schutzenhöher die zuletzt ausgetragenen Spiele gewinnen, doch war das Ergebnis immer recht knapp. Ob es auch diesmal zu einem Siege langen wird, ist fraglich. Setzen sich die Stürmer nicht besser durch als in den Serienspielen, dann könnte es leicht eine Ueberraschung geben. A. T. B. Ohligs gegen Sportfreunde Golingen(D. J. K.). Beide Parteien stehen sich zum ersten Male gegenüber. Shligser hoben ihre Mannschaft durch Einstellung jüngerer Kräfte aufgefrischt. wodurch man ihr schon ein ehrenvolles Resultat zutrauen kann. Immer haben die Gäste einen beachtlichen Gegner abgegeben. Es dürfte also am Sonntag nachmittag auf dem Schützenplatz in Ohligs zu einem recht spannenden Kampfe kommen. Altersturnen in der 9T. in Haan. Der Niederbergische Gau der Teutschen Turnerschaft ruft seine Altersturner auf Sonntag nachmittag zum Frühjahrs=Alterstreffen auf. In der bekannten Turnhalle des Haaner Turnvereins geben sich die alteren Turner ein Stelldichein. Zu den Altersturnern zählen heute nicht nur die Leute mit langjähriger turnerischer Erfahrung. Mit Erfolg neben sich in den letzten Jahren auch die turnerisch nicht vorgebildeten Männer in vorgerückten Alter dem Turnertum hin. Keiner ist zum Turnen zu alt oder zu steif, solange er den Willen zur Gesunderhaltung besitzt. Natürlich muß die Leibesübung der älteren Leute der Neigung und Veranlagung angepaßt werden. Hierfür sorgen in den Vereinen der Deutschen Turnerschaft fachkundige Leiter, die aus der Mannigfaltigkeit des deutschen Turnens das wählen, was dem einzelnen zuträglich ist. Dar Altersturnen soll aber neden der Gesunderhaltung auch dem Gemeinschaftsgedankens dienen. Es ist wahrlich eine Quelle zur Verjüngung denn es hält den Körper geschmeidig, macht das Herz froh und stärkt den Altersturner für den harten Sorgenkampf des Leben Auch im Niederbergischen Turngau hat das Altersturnen längst festen Fuß gefoßt. Das beweisen deutlich die zweimal im Jahr stattfindenden Zusammenkünfte der Alten. Diese beginnen mit ernster Arbeit auf dem Turnboden, wobci das Turnen an den verschiedenen Geräten als auch das Freiübungsturnen zu seinem Recht kommt. Anschließend finden sich die Teilnehmer mit ihren Damen zu einem gemütlichen Stündchen mit Kaffeetrinken zusammen. Hier im Gau wird das Altersturnen von dem Turnführer Fr. Holthausen, Solingen, betreut, dem auch die Leitung der sonntäglichen Veranstaltung obliegt. Hockey. Solinger Hockeyklub gegen Rheinischer Hockeh= und Tennisklub Düsseldorf. Am Sonntog nachmittag erwartet der Solinger Hockeyklub zwei Herren=Mannschaften des Rh. H. T. C. Düsseldors. Die Tüsseldorfer, mit denen der Solinger Hockeyklub seit Jahrerk in regelmäßigem Wettspiel verkehr steht, gehört zurzeit zu den stärksten Tüsseldorfer Vereinen. Die Stütze der Mannschaft ist der Mittelläuser, der am vergangenen Sonn. tag im Spiel der Tüsseldorfer Stadtmannschaft gegen eine Köln=Bonner Stadt=Mannschaft eine ausgezeichnete Partie lieserte. Der Solinger Hockenklub zeigt gerade in den Spielen gegen den Rh. H. T. C. eine besonders gute Form, so daß am Sonntag mit gutem Sport zu rechnen ist. Das letzte Spiel, welches in Düsseldorf stattfand, endete 2:2. Seit dem hat sich allerdings die Düsseldorser Mannschaft sehr verbessert, was man von Solingen leider nicht sagen kann.— Im Spiel der zuriten Mannschaften rechnen wir mit einem Solinger Siege. Br. Internationale und Ausscheidungskämpfe im Boxen in Scholten=Duisburg ist Jedergewichtsmeister.— Belgier sind gute Klasse. Sträter 1(Solingen) schlägt Schottes(Düsseldorf) nach Punkten. Im Paulushaus zu Düsseldorf gab es am gestrigen Abend eine von 22C. aufgezogene Internationale Veranstaltung, die in Verbindung mit den Ausscheidungskämpfen um die Vertretung zur deutschen Meisterschaft so ausgezeichneten Sport brachte, wie kaum eine Veranstaltung, zuvor. 800 Zuschauer waren anwesend, die von den Kämpfen restlos begeistert waren, nur hätte man dieser Veranstaltung einen besseren Rahmen gewünscht. Im Jedergewicht wurde der Duisburger Schol: ten Westdeutscher Meister, da Sträter 2(Solingen), der noch immer an den Folgen des am Sonntog erhaltenen Tiefschlages leidet, nicht antreten konnte. Da das Attest eines Vertrauensarztes diesen Tiefschlag bestätigt. protestierte Golingen gegen die Entscheidung. Mit der Angelegenheit wird sich der am Sonntag stattfindende Verbandstag zu befassen haben. Im übrigen siegte dann der Duisburger in einem Ausscheidungskampf über den Essener Beich nach Punkten. Den schönsten Kampf des Abends lieferte der Duisburger Franz, der den Elberselder Powcleit klar zu schlagen vermochte. In einem Einlagekampf erzielte der Solinger Federgewichtler Sträter 1 einen schönen Punktsieg über den Düsseldorfer Schottes der in seinem Rekord gar ein Unentschieden mit dem Solinger Kettenbach 2 zu verzeichnen hat. Die Kämpfe nahmen folgenden Verlauf: Beich(Essen) konnte die erste Runde seines Kampses mit dem Duisburger Scholten durch seine Linkshaken knapp für sich buchen, mußte die zweite Runde dann klar an den Tuisburger geben, der mit wuchtigen Linksyaken zum Körper seinen Gegner schwer erschütterte und auch die dritte Runde knapp für sich buchen konnte.— Im Kampf um die Vertretung Westdeutschlands im Weltergewicht bei den Meisterschaften in Berlin zeigte dann der Duisburger Franz eine großartige Leistung. Poweleit(Elberfeld) hatte gegen ihn keine Siegeschance. Franz zeigte eine fabelhafte Linke, die aus jeder Lage traf, duckte, deckte und blockte ausgezeichnet. nahm selbst keinen Schlag voll und deckte den Elderfelder in dritter Runde mit Treffern schwersten Koliters zu, hatte ihn oft vor dem k. o. und siegte unter stärkstem Beifall nach Punkten.— Im Kampf um die Leichtgewichtsvertretung gab sich der Olympionike Kartz nicht sonderlich aus und siegte nach Punkten über Reisfen(Hamborn), der eine gute Figur abgab.— Dann schlug in einem Einlagekampf der Düsseldorfer Haßlach von der J. u. A. seinen Gegner Bramer DeE. in dritter Runde mit rechtem Kinntreffer" o.— Eine seine Leistung zeigte der Federgewichtler Sträter 1(Solingen), der den Leichtgewichtler Schottes D. S. C. zum Gegner hatte. Sträter ließ seinen Gegner nicht zu dem diesem besser liegenden Distanzkampf kommen, war ununterbrochen schlagend im Halbdistanzkampf am Mann und errang einen sehr beifällig ausgenomnenen Punktsieg.— Der Westdeutsche Meister Beck(D. S. C. Tusseldorf) schlug als der schnellere und rontiniertere den Belgier Borgas(Antwerpen) in schönem Kampf nach Punkten.— Ein Unentschieden gab es dann im Leichtgewichtskampf zwischen Wallach(Düsseldorf) und De Lewen(Antwerpen).— Mateus, der Meister von Belgien im Weltergewicht, war seinem Gegner Bröcking(Düsseldorf) klar überlegen, schlug ihn einige Male mit schweren Magenhaken bis 9 zu Boden und siegte klar nach Punkten. — Gegen die übrigen Kämpfe fiel der Schlußkampf der Halbschweren De Boos(Belgien) und Bramer 1(Düsseldorf) stark ab. Der Belgier vermochte von seiner überlegenen Reichweite keinen Gebrauch zu machen und mußte den immer wieder angreifenden Düsseldorser aufkommen lassen. Mit dem Unentschieden konnte der Belgier sehr zufrieden sein. E. B. K Prinz Birabongse von Siom beim Weitsprung. Der siamesische Prinz Birabongse, der in Oxford studiert, bereitet sich in hartem Treining für die leichtathletischen Wettbewerbe vor, die in den nächsten Wochen in London ausgetragen werden. Er will sich alsu bei seinem europäischen Aufenthalt nicht damit begnügen, nur die geistigen Güter des Abendlandes meistern zu lernen, sondern richtet seinen Ehrgeiz auch aus die Erringung sportlicher Lorbeeren. Radsport. Eröffnungsrennen in Höhscheid. Der Red. und Motorsportklub Zugvogel Solingen=Hohscheid eröffnet morgen die diesjährige Radsportsaison mit einem Klubrennen über 50 Kilometer. Die Rundstrecke Höhscheid—. Brücke— Aufderhöhe— Löhdorf— Hoffnung— Mangenberg— Wilhelmstraße—. Weyersbergerstraße— Friedrichstraße-. Katternbergerstraße— Jägerstraße— Grünewald— Höhscheid wird viermal durchfahren. Alle bekonnten Rennfahrer des Zugvogels, wie Sichelchmidt. Mihm, Drücke, Erdiek, Brylowski usw., nehmen an dem Rennen teil. Die B=Klasse, welche die gleiche Strecke fährt, ist ebenfalls gut vertreten. Um 8 Uhr starten die Fahrer am „Lindenhof“ in Höhscheid und werden die letzte Runde gegen 10 Uhr beendet haben. 2 Rennen zu Mülheim=Duisburg. Unsere Voraussagen: Schwerthieb— Blondkind. Sinulant— Jan von Werth Baden— Freihafen. Liebeszander— Landesfreur Bandage— Roswitha. Oh Des— Patina. Doppelwette: Baden— Lieheszauber. Spezioltips: Simulant— Liebeszauber Billard=Sport. Städtekampf Solingen gegen Rheydt. Der Billardklub Niederrhein in Rheydt hat den Solinger Billardtlub zu einem Städtekampf herausgefordert, der am kommenden Sonntag. 26. März. in Rheydt ausgetragen wird. Jeder Klub stellt zwei Mannschaften zu je vier Spielern. Die Parrien gehen auf großem Brett bie 150 im Cadrespiel, auf kleinem Brett bis 150 in freier Partie. Für den Solinger Billardklub treten an auf großem Brett: Willems, Müller, Th. Richter und Schmidt, auf kleinem Brett: H. Richter, Bangert, Heim und Backhaus. Das Turnier mit insgesamt 32 Partien soll in einem Tage erledigt werden. Die Kräfteverteilung auf beiden Seiten scheint die gleiche zu sein. Die größere Turniererfahrung der Solinger dürfte für den Ausgang des Kampfes entscheidend sein. Bis zum Gesamtergebnis von 4800 Punkten ist allgemein ein weiter Weg und auf dieser langen Strecke sind Ueberraschungen nicht ausgeschlossen. 1. Rennen: 2. Rennen: 3. Rennen: 1. Rennen Rennen 6. Rennen: Mitteilungen aus den Vereinen. Der Sportverein Höhscheid 1921 hielt im Lokal Windhövel eine außerordentliche Hauptversammlung ab, in welcher Ersatzwahlen für den Vorstand vorgenommen wurden. Der Verein benutzte diese Gelegenheit, um seinen langjährigen wohlverdienten 1. Vorsitzenden, G. Kohl zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Herzliche Worte der Anerlennung wurden hm zuteil. Weiterhin beschloß die Versammlung, am 6. Mai 1933 aus Anlaß des zwölfjährigen Bestehens ein Stiftungsfest zu veranstalten, wozu die Vorarbeiten schon ausgenommen sind. Die Versammlung war sehr gut besucht. Höhere Knaben- und Mädchenschule von HELMUT HOPPMANN Soliogeo. Haaptstraße 288(gegeoöber der Stadthalle) 8 Sexta bis Sekunda. Sitzengeblisbene überholten Versetzte. 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Solingen, den 24. März 1933. Der Bürgermeister. Bekanntmachung. In letzter Zeit sind nachfolgend aufgeführte Gegenstände als gefunden gemeldet bezw abgegeben worden Bei der städtischen Straßendahn Solingen 7 Schirme, 2 Palete, 1 Stock, 7 Paar Hand chuhe. 2 Schlüssel, 1 Broshe, 1 Schürze, 1 Nagelseile, 1 Buch, 1 Schnalle. 1 Kinderhandtache. 4 Einkaufsnetze. 1 Handtasche mit Inhalt. 1 Damengürtel, 2 Schreibzeugmappen. 1 Notenständer, 1 Rolle Papier. Bei dem städt. Polizeibezirk I im Stadthause Solingen: Fensterblende. 1 Damenschirm Vorstecknadel, 1 Armbanduhr. 1 Eilernes Kreuz. 1 Autouhr, 1 Geldbörse mit Inhalt und einige Hunde als zugelaufen gemeldet. Bei dem städt. Polizeibezirk II im Rathause Solingen=Ohligs: 1 Herrenuhr, 1 Damenschirm, 1 Kinderbrille, 1 Damenuhr, 1 Geldbörfe mit Inhalt. Bei dem städt. Polizeibezirk III im Rathause Solingen Wald: 1 Geldbörie mit Inh., 1 Fahrrad. Bei dem städt. Polizeibezirk II1 E im Rathause Solingen=Grätrath: 1 Winde, 1 Ziehkarte. Solingen, den 22. März 1933. Der Bürgermeister als Ortovolizeidehörde. Zwangsversteigerung. Zum Zwecke der Aufhebung der Erbengemeinschaft soll am 8. April 1933, vorm. 9 Uhr, an der Gerichtsstelle in Solingen. Wupperstraße Nr. 60, Zimmer Nr. 30 versteigert werden, das in Solingen=Gräfrath belegene, im Grundbuche von Gäfrath Bond 15 Blatt Nr. 587(eingetragene Eigentümer am 20. Januar 1933, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerks: 1) die Witwe des Ackerers Wilhelm Hardenberg, Christine Maria geb. Meyer, 2) deren Kinder a) Auguste Hardenberg, ohne Geschäft. b) Ernst Hardenberg, Ackerer, c) Karl Hugo Hardenbera. geb. am 1. 2. 1877. d) Mathilde Hordenberg ged. am 7 6. 1879, e) Emma Hardenberg. geb am 2. 11. 1881.)) Selma Hurdenberg, geb. am 21. 2. 1884, zu 1 und 2 a—f zu Flachsberg) eingetragene Grundstücke Gemarkung Gräfrath, Ilur 6 Parzelle Nr. 2944/328, Acker, Am Nassenweg, groß 31.87 Ar, Reinertrag 1.12 Tr., Grundsteuermutterrolle Artikel 406. Solingen, den 7. Jebruar 1933. 2 K. 1/33. Amtsgericht. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll am 8. April 1933, vorm. 9½ Uhr, an der Gerichts stelle in Solingen Wupperstraße 60. Zimmer Nr. 30. versteigert werden, das in Solingen Wald belegene, im Grunkbuche von Wald, Band 30. Blatt Nr. 1176(eingetragener Eigentümer am 27. August 1932, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerkes: die offene Handelsgesellschaft Hopf u. Kreyenbruck in Sulingen) eingetragene Grundstück Gemarkung Wald. Flur 4 Parzelle Nr. 3506/361. Hofraum pp., mit Gebäuden der Rollennummer lit. a) Lagerschuppen mit Kontor Sand= und Beethovenstraße, groß 15.— Ar. Nutzungswert 570.— RM, Acker. groß 16.20 Nr. Reinertrag 1.52 Tr., Grundsteuermutterrolle Artikel 1519 Selingen, den 7. Februar 1933 6 K. 73/32. Amtsgericht. Zwangeversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen am 13. Mai 1933, vorm. 10½ Uhr. an der Gerichtsstelle in Solingen. Wupperstraße 60, Zimmer Nr. 30, versteigert werden, zu a) die in Solingen=Höhscheid belegenen, im Grundbuche von Höhscheid, Band 20 Artikel 788, zu b) die in Leichlingen belegenen im Grundbuche von Leich: lingen Band 1 Artikel 39(eingetragene Eigen: tümer am 1. März 1933. dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerkes; zu a) Eheleute Scherenschleifer Laul Rothstein und Rosalie geb. Knecht in Ohligs-Merscheid, je zur Hälfte, zu b) Eheleute Scherenschleiser Paul Rothstein und Rosalie ged. Knecht in Friedrichstal, Gemeinde Höhscheid, je zur Hälfte) eingetragenen Grundstücke zu a) der Gemartung Höhscheid, Ilur 5 Parzelle Nr. 922/420, Hausgarten, Gartenfeld. groß 9.93 Ar, Flur 5 Parzelle Nr 917/418. Wiese, daselbst, groß 8.00 Ar. Reinertrag 1.57 Tlr., Flur 5 Perzelle Nr. 931 120. Acker, daselbst, groß 6,80 Ar. Keinertrag 1.20 Tlr., Flur 5 Parzelle Nr. 938 /420, desgleichen, daselbst, groß 3.91 Ar, Reinertrag 0.60 Ttr., Flur 5 Porzelle Nr. 673/505, Acker, Mühlenberg, groß 4.68 Ar. Reinertrag 0.44 Tr., Flur Parzelle Nr. 1108/420, Hofraum pp., mit Gebäuden der Rollennummer 140 litt. a. b. Friedrichstal 37, groß 6,61 Ar. Flur 5 Parzelle Nr. 1109/120, Wea. Weg von Friedenstal nach Unten=Rüden, groß 0,43 Nr. Grundsteuermutten rolle Artikel 1527, zu b) Gemarkung Leichlingen, Flur 2 Parzelle Nr. 472/168, Holz, Im Wupp rs. berg, groß 21.80 Ar. Reinertrag 0.17 Tlr., Grundsteuermutterrolle Artikel 275. Solingen, den 20. Marz 1333. 2 K. 21/33 Amtsgericht Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll am 13. Mai 1933, verm. 12 Uhr. an der Gerichtsstelle in Solingen Wupperstraßse 60, Zimner Nr. 30, versteigert werden, das in SolingenWald belegene, im Grundbuche von Wald, Band 17. Blatt Nr. 1862(eingetragene Eigentümerin am 9. August 1932, dem Tagc der Ein tragung des Versteigerungsvermerks W#we Friedrich Klein. Berta geb. Hühne in W. d. als befreite Vorerbin) eingetragenen Grundstück der Gemarkung Wald. Flur 1 Parzelle Nr. 3676/559, bebauter Hofraum, mit Gebäuden der Rollen nummer 2404 litt. a. b. c. Schnepperterst abe Nr. 19a. groß 12,07 Ar. Nutzungswert zu a) 930.— RM, zu b) 250.— RM. zu c) 135 NMl, Grundsteuer nutterralle Artikel 2250. Solingen, den 22. März 1933 6 K. 57/9 Am=s#richt T Frühjahr u. 0 Wenn jetst die Sonne wieder lacht, Kinders, dann ist ein neuer Anzug für mich fällig! Ein feiner, chicer. solider Anzug, um den mich wieder alle beneiden, und den ich so billig kaufe bei SVETNRA Schneiderei und Fertigkleidung Solingen, Hauptstraße 224. Zwangsversteigerung. Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft sollen am 8. April 1933. vorm. 10 Uhr, an der Gerichtsstelle in Solingen, Wupperstraße 60, Zimmer Nr. 30 versteigert werden, die in Gräfrath. Solingen. Solingen=Dorp und Wald belegenen, im Grundbuche von a) Gräfrath Band 7 Blatt 242, b) Solingen Band 23 Blatt 896, c) Solingen=Dorp Band 30 Blatt 1200, d) Wald Band 51 Blatt 2151, e) Solingen=Dorp Band 66 Blatt 2612(eingetragene Eigentümer am 17. November 1932, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerks: zu a) die Witwe Heinrich Rau, Lisette geborene Otto in Gräfrath, zu b) 1) der Bauunternehmer Heinrich Rau in Gräfrath, 2) Wwe. Heinrich Rau, Lisette gevorene Otto zu Gräfrath, je zur Hälfte, zu c) Heinrich Rau. Maurermeister und Ehefrau Lisette geborene Otto zu Neuenkulle, Gemeinde Gräfrath, Eheleute in gesetzlicher Gütergemeinschaft, zu d) Witwe Heinrich Rau, Lisette geborene Otto zu Gräfrath, zu e) Maurermeister Heinrich Rau in Gräfrath) eingetragenen Grundstücke zu a) Gemarkung Gräfrath Bond 7 Blatt 242, Flur 5 Parzelle Nr. 2741/842. Hofraum pp., mit Gebäuden der Rollennummer 1081 lit. a und b. Kullerstraße 49, groß 14.75 Ar, Nutzungswert 1125.— RM., Grundsteuermutterrolle Artikel 892, zu b) Gemarkung Solingen Band 23 Blatt 896, Flur 3 Parzelle Nr. 2790/696. Hofraum, Ostwall l. groß 1.55 Ar. Grundsteuermutterrolle Artikel 1337 zu c) Gemarkung Dorp, Band 30 Blatt 1200, Flur 1 Parzelle Nr. zu 1191/260 pp., Weg, Hasselstraße, groß 1.95 Ar, Ilur 1 Parzelle 1170/247. Hofraum, mit Gebäuben der Rollennummer 5010 lit. a) Wohnhaus Nr. 13, lit. b) Stall und Abtritt lit. c) Hinterhaus, Hasselstraße 13. groß 4.87 Ar, Nutzungswert zu a) 600.— RM., zu b) 12.— RM., zu c) 240.—RM. Flur 1 Parzelle zu 1194/260 pp., Weg, Hasselstraße, groß 0.58 Ar. Grundsteuermutterrolle Artikel 1699, zu d) Gemarkung Wald Band 51 Blatt 2151, Flur 4 Parzelle Nr. 2900/263, Hofraum pp., mit Gebäuden der Rollennummer 2571 lit. a) Wohnhaus Nr. 9. Weidenstraße. groß 9.76 Ar. Nutzungswert 1125.— RM., Flur 4 Parzelle Nr. 2911/263. Acker, Weidenstraße, groß 17.15 Ar. Reinertrag 1.61 Tlr., Flur 4 Porzelle Nr. 2913 263. Hofraum pp., mit Gebäuden der Rollennumme: 2570 lit. a) Wohnhaus Nr. 7, Weidenstraße, groß 9.33 Ar, Nutzungswert 1125.— RM., Grundsteuermutterrolle Artikel 2536, zu e) Gemarkung Dorp Band 66 Blatt 2612, Flur 1 Parzelle 1555/248, Hofraum, mit Gebäuden der Rollennummer 3464 lit. 6—e), Hasselstraße 12, 14. groß 14.10 Ar. Nutzungswert 1815.— RM., Flur 1 Parzelle Nr. 1554/248 Hriram, mit Gebäuden der Rollennummer 3464 lit. a. d tlw.), Hasselstraße 12, 14, groß 0,42 Ar. Flur 1 Parzelle Nr. 1253/277, Acker, Im Scheffen. Clauberg groß 1.02 Ar, Reinertrag 0.05 Tr., Flur 1 Parzelle Nr. 1252/277, Hofraum, mit Gebäuden der Rollennummer 5392 lit. a) Wohn. haus Nr. 7 mit Hofraum, Margarethenstraße Nr. 7, groß 3.29 Ar. Nutzungswert 700.— RM., Grundsteuermutterrolle Artikel 1536. Solingen, den 31. Januar 1933. 6 K. 105/32. Amtsgericht. Zwangsversteigerung. Zum Zwecke der Aufhebung einer Gemeinschaft sollen am 8 April 1933. vorm. 10½ Uhr, an der Gerichtsstelle in Solingen, Wupperstraße 60, Zimmer Nr. 30 versteigert werden, die in Solingen belegenen, im Grundbuche von SolingenTorp, Band 17 Blatt Nr. 672(eingetragene Eigentümer am 20. Januar 1933. dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerks: der Zimmermann Johann Konrad Becker und Cornelie geb. Fink zu Clauberg, Cheleute in gesetzlicher Gütergemeinschaft nach code civil und jetzt gemäß Artikel 56 des Preußischen Ausführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch in Fahrnisgemeinschaft) eingetragenen Grundstücke der Gemarkung Dorv. Flur 11 Parzelle Nr. 746/89. Hofraum und Hausgarten, mit Gebäuden der Rollennummer 3091 lit. a) Wohnhaus Nr. 16 mit Hofraum und Hausgarten mit Anbau nebst angebauten Stall und Abort. Bockerberg, groß 9.60 Ar. Nutzungswert 360.— RM.. Flur 11 Parzelle Nr. 731°89. Bleichstraße 0.03 Ar groß. Grundsteuermutterrolle Artikel 1162. Solingen, den 7. Februar 1933. 2 K. 3/33. Amtsgericht. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen am 1. Mai 1933, vorm. 10 Uhr, an der Gerichtsstelle in Solingen Wupperstraße 60. Zimmer Nr. 30, versteigert werden, die in Solingen belegenen, im Grundbuche von Solingen=Stadt. Band 55 Blatt Nr. 2183(eingetragener Eigen: tümer am 4. März 1933, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerkes: Kaufmann Emil Drexler in Solingen) eingctragenen Grundstücke der Gemarkung Selingen Flur 3 Parzelle Nr. 2653 655, Garten, Weyerstraße, groß 0,61 Ar. Reinertrag 0.20 Tlr. Flur 3 Parzelle Nr 2651/655, desaleicher, daselbst, groß 3,49 Ar, Reinertrag 1,09 Tlr., Flur 4, Parzelle Nr. 1095 81 Acker, Schwertstrecke groß 4.27 Nr, Reinertrag 0,75 Tlr., Grundsteuermutterrolle 2700. den 20. März 1933 Roft S* ROMentwshen Oie Jewomfen PPOrerece CUUUFU WTUT P61330 Kn Ich bin sehr zufrieden mit Ihrem Knochlauchsaft, schreibt uns Frau Klara verw. Gräf, Oelsnitz i. V.: Ich litt an Arterienverkalkung und Herzbeschwerden und kann bestätigen, daß Ihr Knoblauchsaft Wunder an mir wirkte. Ich habe den Knochlauchsaft schon vielen empfohlen. Zinsser=Knoblauchsaft ist appetttanregend. reinigt Blut und Darm. schafft gesunde Säfte und leistet bei Arterien= verkalkung, zu hohem Blutdruck. Magen=, Darm=, Leber= und Gallenleiden, bei Asthma, Rheumatismus und allen Stoffwechselstörungen gute Dienste. Flasche Mk. 3.—, Versuchsflasche Rk. 1.— Geruchlos und ohne Geschmack sind Zinsser=Knoblauchöl=Kapseln und Knobauch=Tabletten. Schachtel je Mt. 3.—. Knoblauch=Bonbons, Beutel 50 Pfennig. In Apotheken zu haben, Knoblauchsaft auch in den Drogerien, sonst direkt(Versandapotheke). 6. m. b. H. Dr. Ziusser& Co. Heilkräuter: Tees Leipzig 282 80000 Anerkennungen über Zinsser=Hausmittel. Zwangsversteigerung. Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft sollen am 13. Mai 1933, vorm. 9 Uhr, an der Gerichtsstelle in Solingen, Wupperstraße 60, Zimmer Nr. 30, versteigert werden, die in Solingen=Höhscheid belegenen, im Grundbuche von Höhscheid, Band 39 Blatt 1534(eingetragene Eigentümer am 23. Januar 1933, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerkes: I. Schwertschmied Richard Hillmann in Solingen=Höhscheid. Reiderstraße 1, II. die Kinder der verstorbenen Ehefrau Richard Hillmann: 1) Karl Hillmann, Werkmeister zu Solingen, Karl=Marx=Allee, 2) Arthur Hillmann, Griffmacher zu Solingen=Höhscheid, Schreinerstraße 6. 3) Frau Meta geb. Hillmann, ohne Stand, Ehe, frau des Straßenbahnführers Albert Kohl zu Solingen, Karlstraße 6, 4) Fritz Hillmann, Schleifer. Solingen, Erzbergerstraße, 5) Frau Hilde geb. Hillmann, ohne Stand, Ehefrau des Straßenbahnführers Paul Schmitter zu Solingen. Kullerstraße 36, 6) Paul Hillmann, Schwertschmied zu Solingen=Höhscheid, Reiderstraße 1, zu 1 und II in ungeteilter Erbengemeinschaft) eingetragenen Grundstücke der Gemarkung Höhscheid, Flur? Parzelle Nr. 2174, 200, Acker. Im Hoffeld. groß 0,94 Ar. 0,09 Tkr. Reinertrag, Flur 2 Parzelle Nr. 2175/209. bebauter Hofraum mit Hausgarten, mit Gebäuden der Rollennummer 1750 litt. a) Wohnhaus Nr. 7 mit Hofraum und Hausgarten, litt. b) Werkstätte. Kotterstraße Nr. 7, groß 6.22 Ar, Nutzungswert zu a) 480.— RM., zu b) 75.— RM., Grundsteuermutterrolle Artikel 2209. Solingen, den 17. März 1933. 2 K. 7/33. Amtogericht. 2 K. 25 33 umtsgericht. ersteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen am 17. Mai 1933. vorm. 9 Uhr, an der Gerichtsstelle in Solingen, Wupperstraße 60. Zimmer Nr. 30. versteigert werden, die in SolingenWald belegenen, im Grundbuche von Wold, Band 28 Blatt 1117(eingetragener Eigentümer am 1. Februar 1933, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerkes: der Kriegsinvalide Erhard Hilbrecht zu Düsseldorf. Schützenstraße 48, demnächst in Wald) eingetragenen Grundstücke der Gemarkung Wald, Flur 7 Parzelle Nr. 26, Kausgarten. Eschbach, groß 1.57 Ar, Glur ###elle Nr. 23, desgleichen, daselbst, groß 3.11 Ar. Flur 7 Parzelle Nr. 22, desgleichen, daselbst, groß 1.22 Ar, Fhr 7 Parzelle Nr. 24. de gleichen, daselbst, groß 1.22 Ar, Flur 7 Par: zelle Nr. 25. Hofraum, Eschbachstraße 17, groß 0.28 Ar zu den vorstehend ersten drei benonnten Grundstücken und dem fünften Grundstück mit Gebäuden der Rollennummer 551 litt. a) Wohnhaus und Hausgarten nebst Abtritt, Nutzungswert 150.— RM., Flur 2 Parzelle Nr. 295/X1 57, Garten. Am Bauskotten, groß 4,17 Ar. Rein: ertrag 0.65 Tlr., Flur 7 Parzelle Nr. 33/XI 12, Wiese. Kottenbanden, groß 2,67 Ar, Reinertrag 0.52 Tr., Flur 7 Pcczelle Nr. 14. Wiese, Eschbach, groß 9.84 Ar. Reinertrag 1,35 Tr., Flur? Parzelle Nr. 31, Wiese, Kottenbanden, groß 4.95 Ar. Reinertrag 0,97 TIr., Flur 7 Parzelle Nr. 13, Wiese. Eschbach, groß 0,51 Ar. Reinertrag 0.07 Tr., Grundsteuermutterrolle Nrtikel 610. Solingen, den 18. März 1933. 2 K. 14/33. Amtsgericht. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen am 13. Mai 1933, vorm. 11 Uhr, an der Gerichts stelle in Solingen. Wupperstraße 60, Zimmer Nr. 30. versteigert werden, die in Solingen belegenen, im Grundbuche von Solingen=Dorp. Band 31 Blatt Nr. 1228(eingetragene Eigentümer am 9. Februar 1933, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerks: 1) Frau Johanne Auguste Heleue geb. Krupp. geschiedene Ehefrau des Bäckers Johann Stegmonn in Solingen, 2) Peul Krupp, Händler in Solingen. 3) Hans Krupp Händler in Solingen, zu 1—3 in ungeteilter Erbengemeinschaft) eingetragenen Grundstücke der Gemarkung Dorp. Flur 10 Parzelle Nr. 2596/419, Hofraum, Schützenstraße, groß 0.37 Ar. Flur 10 Parzelle Nr. 2597/419, desgleichen, daselbst, groß 0,18 Ar. Flur 10, Parzelle Nr. 2598/419, Hofraum, mit Gebäuden der Rollennummer 4530 litt. o), b). c), mit 1251.— RM. Nutzungswert, Schützenstraße Nr. 58, groß 12,87 Ar, Grundsteuermutterrolle Artikel Nr. 1048. Solingen, den 20. März 1933 2 K. 5/33. Amtsgericht. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen am 13. Mai 1933, vorm. 11½ Uhr, an der Gerichts stelle in Solingen Wupperstraße 60, Zimmer Nr. 30. versteigert werden, die in Solingen belegenen, im Grundbuche von Solingen=Stadt. Band 59. Blatt Nr. 2353(eingetragene Eigentümerin am 28. November 1932, dem Tage der Eintragung des Versteigerungsvermerks: di# Ehefrau Karl Schneider, Hermine Helene geb. Plücker in Cronenbera) eingetragenen Grundstücke der Gemarkung Solingen, Flur 2 ParzellNr. 2610/62. Hofraum pp., mit Gebäuden der Rollennummer 2580 litt. a) tlw., Haupt: straße 239a, groß 2.47 Ar, Nutzungswert 3600.— RM., Flur 2 Parzelle Nr. 3499/62, Hofraum pp, mit Gebäuden der Rollennummer 761 litt. b), c), Hauptstraße, groß 1,01 Nr. Nutzungswert 78.— RM., Flur 2 Parzelle Nr. 3500/62, Hofraum pp., mit Gebäuden der Rollennummer 2580 litt. a) tlw., Hauptstraße 239a, groß 0,05 Ar. Grundsteuermutterrolle Artikel 831. Solingen, den 22. März 1933. 6 K. 103/33. Amtogericht Kalsergaal Solingen-Mühlenplatz. Ton-, Licht- und Varieté-Bühne. Sonntag, 26. März, 3 Uhr. 6 Uhr, 8 Uhr: Großartiges Prosramm! Im Tonfilm: Angual der Herr der Wildnis. Atemraubende Scenen aus d.wahr. Afrika. Deulig-Tonwoche u. großes Beiprogramm Im Varieté: Sensat. Weltstadt-Nummern 4 Mankonis, die nordischen Meister-Clowns, eine Kombination von Akrobatik, Musik, Equilibristik und Komik. T. I. Pendars, der große Typendarsteller u. Verwandlungskünstler. Blum und Blum, hervorragende Universalantipodisten. Emtritt für Erwerbslose bis 5 Uhr nachmittags zu halben Preisen. Nach der Vorstellung: Treffpunkt im Bayerischen Hol. EIIIN Städt.Volksgarten Morgen Sonntag: Konzert und Tanz. Restaurant W. Göddert Solingen, Schützenstraße 191/93. Jeden Sonntag ab 5 Uhr: Jana] Moderne Stimmungskapelle. Restaurant Potshaus I. V.: W. Wiedenhoff. Nuls. Blutentest. Jazz-Musik. Gepflegte Getränke und Küche. Hesiaurant„Naus Scheider-krien“ Central, Rheinstr. 45, Tel. 215 86 Geschättsführ: Fritz Schlingensiepen. Vereinsheim vom B.S.V. Solingen 98 Staumhäne Sehngen. Sonntag, den 26. März 1933 gröse Hande-Ausstellung aller Rassen Für Besucher den ganzen Tag geöffnet von morgens 9bis nachm. 6 Uhr. Sonntag vormittag: Frühkonzert. Nachmittags ab 4 Uhr: TANZ, Hauskapelle Voos. SAe Wipperaue Soantag den 26. März: Konzert.. Tanz ——— ##e dur Möbuigusite zu V##. 06 2s wielt nutserm ist zoizt zu L#isthugsfösin— güt— genisw####n 8 Gagr. 1892 Rüf 35809 Vu#nst##ßn 7 Hotel- Restaurant Dager. he. Sol.- Mühlenplatz Fernrut 24931. Samstag: Konzert m. Tanz Sonntag: Vorm. Musikalischer Frühschoppen abends Konzert mit bes. Einlag. Es spielt die Hauskap. Erick Engels. Sonntag: In den ob. Räumen d. beliebte Tanz Heute. Kaisersaal Neit belellich.-Abend mit Tanz des Solinger M-G. V. Bergisch Land“ Außerdem vormittags 11 Uhr, Eintritt 30 Pfennig: Große Sondervorführung des Tonfilms vom 11. Deutschen i FFankturte a. R. Gruß Goll mit hellem Klang Fritz Kampers und Paul Hörbiger in dem großen Militär-Lustspiel: 2 gate Kamtrauen? ist und bleibt der Erfolg dieser Woche. Außerdem zeigen wir: Die gesamten Feierlichkeiten in Potsdam anläßlich der Eröffnung des Deutschen Reichstages. Das interessante und lustige Beiprogramm und die Neueste Wochenschaul vormittag: Matiné! Volles Programm! Preisse: Lare-Restaulant Gron! Zoliggen Samstagabend: Familien- Konzert Sonntag pee vu. Tanz-Tee Erstklassiges Tanztrio. Abends: Konzert und Einlagen Restaurant zur Sonne Paut Grafweg. Blumenstr. 44 Der gemütliche Aufenthalt. Heute Samstag und Sonntag: Blütenfest. Die neue Hauskapelle Strunk sorgt für Stimmung. Großes Preis- Biltenraten. Tabaris-büsselder! Dienstag, den 26.) MärznachAlfir Orei Tage Mittwoch, den 29.1 mittags u. sch GieITOS—. Donnerstag den 30. abends BARNABAS von GECZY mit seinem mehrmals preisgekröntem Tanz- Orchester. Tischbestellungen rechtzeit. erbeten Solingen- Weruell Sonntags: Calé-Konzert mf Tann-kanlagen Saatkartoffeln. Zur bevorsteh. Aussaat empfehle alle gangb. Sorten Saatkartoffeln frühe u. späte Sorten in anerkannter Ware, alles ostdeutscher Herkunft zu den billigsten Preisen. Karl Thiel, Bismarckstraße 29, Tel. 21895. Speise= u. SaatkartoffelHandlung. Keglerheim Kasinostr. 29. Inh.: Lothar Heinrichs. Am Samstag, dem 25. März ab 8 Uhr Bunter Abend ausgeführt von der bekannten u. beliebten Kapelle Voos. Gesang!— Stimmung!— Humor! Barbetrieb.— Tanzeinlagen. Verlängerte Polizeistunde. Aut nach Dorperhol. Kommt! Scht! Staunt: Das Schwarzwalddort in wunder. barer Bidlenpracht. Konzert und Tanz. Wwe Albert Spitzer Lochscho BOIETS Nr 6. zum Sollnger Tageblatt. 25. März 1933. Windkraft-Ausnutzung auf neuen Wegen. Im vergangenen Jahre erregten die genialen Pläne des deutschen Ingenieurs Honnei, der bei Berlin ein gewaltiges Windkraftwerk errichten will, allgemeines Aufsehen. Die Baukosten der Anlage, die an einem über 250 Meter hohen Turm drei vertikal aufgehängte Windturbinen von 80 bis 160 Meter Durchmesser vorsicht, wurden auf mindestens 5 Millionen Mark geschätzt. An der Frage der Finanzierung dürfte auch der sofortige Baubeginn gescheitert sein. Die technische Durchführbarkeit und die Rentabilität des Projektes sind aber von den neuesten wissenschaftlichen Messungen bestätigt worden. In den Höhenregionen über dem Erdboden wehen tagein, tagaus mit großer Gleichmäßigkeit starke Winde. Die Möglichkeit, aus dem Winde außergewöhnlich billige elektrische Kraft zu gewinnen, kann somit nicht geleugnet werden. Nachdem diese Tatsache in den Kreisen der Techniker schnell bekannt geworden ist, ist jetzt von anderer Seite dem Honnef'schen Projekt der Plan eines großen Windkraftwerkes gegenübergestellt worden, daß die neuesten Erkenntnisse der ärodynamischen Forschung berücksichtigt und dessen Bau um beinahe die Hälfte billiger sein soll als der des Honnef'schen Werkes. Es handelt sich bei diesem— in technischen Kreisen jetzt unter dem Namen„Vorschlag Ribbe“ bekannt gewordenen— Projekt um einen 360 Meter hohen turmartigen Bau, bei dem im Gegensatz zu Honnef die Windturbinen nicht außen aufgehängt, sondern im Innern angebracht sind, sodaß das Ganze einen überaus stabilen Eindruck macht. Außerdem schlägt die „Bauart Ribbe“ die horizontale Aufhängung der Turbinen vor. Acht Leichtmetall-Turbinen von je 100 Meter Durchmesser sitzen auf einer gemeinsamen, durch die Mitte des Turmes von unten nach oben gebenden Achse. Sie sind mit Stromlinienschaufeln und Windfangklappen ausgerüstet, um schon beim Bau jedem Sturm und Unwetter trotzen zu können. Jedes Turbinenrad wird 10 Meter hoch: je sieben Meter Abstand sind zwischen den übereinander liegenden Riesenrädern vorgeschen, um den treibenden Wind wieder ins Freie zu lassen. Der ganze Bau besteht also gewissermaßen nur aus einer Reihe sich übereinander türmender Windräder. Ueberflüssiges Material nur zu Stützzwecken wird nicht benötigt, woraus im wesentlichen die Kostenersparnisse beim Bau resultieren dürften Im Erdgeschoß wirkt das Ende der Turbinenachse auf eine schwere Dynamomaschine. Der Konstrukteur berechnet die Energieabgabe auf 4000 PS. In Mitteldeutschland wehen die Winde so regelmäßig, daß ein solches Kraftwerk im Durcbschnitt täglich 23½ Stunden Strom liefern kann. Die jährliche Leistung beträgt demnach 25 Millionen Kilowattstunden. Aus der Stromlieferung würde man bei einem Preise von 2 Pix. für die kW-Stunde ½ Million Mark jährlich einnehmen können. Die Baukosten würden sich in rund 10 Jahren amortisieren. Für das Problem der Windkraftwerke zeigen die Behörden stärkstes Interesse. Man hat sich von maßgebender meteorologischer Seite ein Gutachten über die Windverhältnisse über Deutschland erstatten lassen. Ein absolut zuverlässiges Resuitat hat man jedoch nur oberhalb von 1500 Metern, der sog. Brandungszone der Atmosphäre festlegen können. Auf einzelstehenden Bergen, die unmittelbar aus dem Flachlande emporwachsen, z. B. in der Rhön, ließen sich die Windkraftprojekte daher ohne weiteres verwirklichen. Oh allerdings schon Höhen von 500 Meter kräftigen, gleichmäßigen Wind liefern, kann man nach dem erwähnten Gutachten nicht als völlig sicher annehmen. Gleichwohl bleibt zu hoffen, daß in geeigneten Gebieten Deutschlands über kurz oder lang einer dieser Pläne in die Wirklichkeit umgesetzt wird. Die führende Stellung der deutschen Technik würde damit wieder einmal der ganzen Welt unter Beweis gestellt werden. Die gewaitigen Möglichkeiten einer billigen Stromversorgung würden sich besonders für die Landwirtschaft vortellhaft auswirken, um in elektrisch beheizten Gewächshäusern Frühgemüse zu ziehen. M. P. Die Wunder der Glühlampe. Leuchtdrähte von nur 1/100 Millimeter Durchmesser. Von Karl Ammon. Unserer heutigen Jugend ist das elektrische Licht eine Seibstverständlichkeit, und sie kann es kaum begreifen, wenn wir Alten, die wir unsere Schularbeiten noch bei der Petroleumlampe oder der oifen brennenden Gasflamme gemacht haben, uns immer wieder an dem Wunder der elektrischen Glühlampe ertreuen und dieser Freude zuch Ausdruch geben. Vielleicht würde die Jugend unsere Bewunderung besser verstchen, wenn sie die ungeheuren Schwierigkeiten kennte, die bis zur Herstellung einer neuzeitlichen wirtschaftlich arbeitenden Glühlampe zu überwinden waren, deren feiner Wolframdraht uns durch seine Weißglut ein so schönes Licht spendet. Bei einer Lampe für 15 Watt ist dieser Draht nur 1/100 Millimeter dick, so daß also 100 solcher nebeneinander gelegter Drähte zusammen nur einen einzigen Millimeter breit sind. Trotzdem Wolfram eines der schwersten Metalle ist— es ist fast s0 schwer wie Gold—, wiegt ein Kilometer dieses Drahtes nur 1% Gramm. Ein Kilogramm dieses Drahtes ist 700 Kllometer lang, würde also ungefähr von Basel bis Berlin reichen. Mit einem soichen Draht von 57 Kllogramm Gewicht könnte man eine Leitung von Berlin über den Nordpol und weiter über den Südpol bis nach Berlin zurück, also um die ganze Erde herum bauen. Die Herstellung so dünner Woltramdrähte ist eine der erstaunlichsten Leistungen der Glühlampentechnik, denn Wolfram ist ein Metall, das von Natur aus zum Ziehen von seinen Drähten völlig ungeeignet ist. Erst nach vielen vergeblichen Mühen und kostspielizen Versuchen land man ein Verfahren, das das kristallinische Gefüge des Wolframs in ein faserförmiges umwandelt, und sc ein Ziehen des Mealls zu teinen und teinsten Drähten möglich macht. Heute ist dieses Verfahren selbstverständlich vollkommen durchgebildet und verläuft durchaus sicher, aber es verlangt! noch immer teure Herstellungseinrichtungen und sorgfältigstes Arbeiten. Man kann, weil Wolfram eines der bär esten Metalle ist, keine gewöhnlichen Zieheisen verwenden, wie sie z. B. zum Ziehen von Eisen- oder Kupferdrähten dienen, sondern muß dafür den härtesten Stoff benutzen, den es überhaupt gibt, nämlich den Diamanten. Es ist ein langer, mühseliger Weg, den ein gehämmerter Wollramstab von der Stärke eines Bleis istes zu durchRudelt Bieseh Zum 75. Geburtstag des Erfinders am 18. März. Geboren am 18. 3. 1858 in Paris, wo sein Vater eine kleine Lederjabrik betrieb, durchiebte Rudolf Diesel unter den absonderlichen Erziehungsgrundsätzen des Vaters und der im Elternhaus niemals abreißenden materiellen Not, eine düstere Kindheit, die sich erst aufhellte, als der Zwölfjährige nach Augsburg zu einem Onkel kam, da die Eltern während des Krieges 1870 nach England flohen. Frühzeitig prägte sich in dem Knaben der Wunsch aus. Mechaniker zu werden. Er kommt auf die Polytechnische Schule nach Augsburg und studierte später auf Grund eines Stipendiums an der Technischen Hochschule in München. Er beschäftigt sich hier mit der Konstruktion eines Ammoniakmotors und wird Direktor eines Pariser Eiswerks. Bis 1890 hält er diese Stelle inne und arbeitet sich aus anfangs kümmerlichen Verhältnissen zu steigendem Wohlstand empor. 1890 beruft ihn der berühmte Kältetechniker Linde nach Berlin als Geschäftsführer einer seiner Unternehmungen. Aus dem ursprünglichen Ammoniakmotor hat sich inzwischen das Prinzip des Wärmemotors selbst herausgestellt. Diesem Problem geht er mit dem ganzen theoretischen Rüstzeug seiner Zeit zu Leibe und entwickelt dabei das Arbeitsprinzip des nach ihm benannten Dieselmotors. Zwei grundlegende Vortelle verleiben diesem Motor seinen hervorragenden technischen und wirtschaftlichen Effekt: der W # Fndr Ein Riesen-Dlesel der für den Schiffsantrieb Verwendung findet. bobe Wirkungsgrad der Umsetzung von Bremnstoffwärme in mechanische Energie, der mit 33 bis 38 v H. den Wirkungsgrad des Vergasermotors um ein Dutzend Prozente und den Wirkungsgrad der Dampfmaschine sogar um 20 v. H. und mehr übertrifft und die Verwendbarkeit von Rohöl, d. h. eines ininderwertigen Brennstoffes. Von den theoretischen Erwägungen bis zum praktisch brauchbaren Modell war ein weiter Weg. Im August 1893 gab der erste Dieselmotor die ersten Lebenszeichen von sich. Dann vollzog sich der konstruktive Aufstieg und mit ihm der geschäftliche Aufschwung in ungeahnter Schnelligkeit. Man erkannte überall in der Welt die gewaltige Bedeutung des neuen Motors, von überall her wurden Diesel Verträge angeboten, äußere Ehrungen und finanzielle Erfolze häuften sich. Der 29. September 1913 seizte Diesels Dasein ein Ziel. Auf einer Ueberfahrt nach England, die er gemeinsam mit Geschäftsfreunden unternahm, fand man am Morgen seine Kabine leer. Keines Sterblichen Auge hat ihn seither wieder gesehen. Ob Untall, ob planmäßiges Vorgehen oder eine Anwandlung geistiger Umnachtung des schon lange Kranken hier walteten, wird uns wohl ewig ein Rätsel bleiben. Seine geniale Schöpfung eroberte sich in einem Vierteljahrhundert die Weit. Der U-Boot-Krieg wäre ohne diesen Motor unmöglich gewesen. Die Umstellung der Schiffahrt von der Dampfmaschine auf den Dieselmotor ist auf diesem Gebiet die erste große technische Weiterentwicklung seit der Ueberwindung des Segelschiffes überhaupt. Im Lokomotivbau gewinnt die Diesellokomctive für erdölreiche und wasserarme Länder zusehends an Bedeutung. Der erste Dieselflugmotor befindet sich in der Erprobung. Lastkraftfahrzeuge mit Dieselmotorantrieb bewähren sich als überaus wirtschaftliches Tranportmittel. Die ortsfeste Dieselmaschine versorgt als kleiner Motor industrielle und gewerbliche Einzelbetriebe. Als Großmaschine hat sie in der Elektrizitätsversorgung Eingang gefunden. An der Weiterentwicklung der grundlegenden Erfindung Diesels wird ständig gearbeitet. Unter den erzielten Fortschritten ist insbesondere das von der AEG entwickelte sogenannte Hesselmann-Einspritzverjahren zu erwähnen, das sich durch eine Reihe von technischen Vorteilen von der bisherigen Bauart auszeichnet. Man hat nach diesem Verfahren in letzter Zeit in Deutschland zwei Oroß-Dieselmotoren gebaut, von denen jeder 7000 PS leistet. Diese Maschinen, die für den Schiffsantrieb Verwendung finden sollen, gehören zu den größten je gebauten Dieselmotoren. Dr. M. K. Technisches Allerlei. laufen hat, bis er als Draht von 1/160 letzten Ziehdlamanten verläßt. Millimeter Dicke den Der neue Schuelltriebwagen der Deutschen Reichsbahn, der in drei Vorläufern im Nahverkehr von Frankfurt-Main geprüft wurde, ist nunmehr endgültig als solcher ausgewählt worden. Er fällt zunächst durch seine bedeutende Steigerung in der Motorleistung auf, die hohe Geschwindigkeiten erlaubt. Es handelt sich hier wiederum um zwei Wagenteile, die durch Harmonika-Balg zu einer Einheit verbunden sind. An jedem der beiden Stirnseiten ruht er auf einem Drehgestell, in dem je ein Diesel-Generator untergebracht ist; die beiden Mittelteile sind auf einem gemeinsamen Triebdrehgestell gelagert. Da diese Wagen nie in Zügen verkehren, auch nicht als Vorspann dienen sollen, wurden keine Zug- und Stoßvorrichtungen angebracht: ferner konnte der ganze Aufbau und das Gestell aus diesen Ursachen leichter gehalten werden. Und da es iniolge der Durchbildung der Dieseltriebmotoren möglich geworden war, sehr leistungsfähige Motoren sogar in den Drehgestellen einzubauen, so wurden die überraschenden Geschwindigkeiten erzielt, von denen die Allgemeinheit durch die Fahrten des „Fliegenden Hamburger“ überrascht wurde. Jeder der beiden Motoren, Bauart Maybach, entwickelt 410, beide zusammen also 820 PS und ist mit einem Generator gekuppelt. Von jedem wiederum wird der erregte Strom zu dem zugehörigen Fahrmotor geleitet, welche in dem mittleren Triebdrehgestell untergebracht sind. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt bei zemeinsamer Arbeit beider Maschinensätze 160, bei der nur eines Satzes noch fast 120 km/Std. Die Einstellung bzw. Veränderung der Leistung erfolgt durch Fahrkurbel, und zwar ist die Anordnung so durchgebildet, daß der Führer sein Augenmerk ganz auf die Beachtung der Signale und die Beobachtung der Strecke richten kann. Jeder Dieselmotor besitzt 12 Zylinder, die in V-Form in zwei Reihen schräg gegeneinander angeordnet sind: mit 150 mm Durchmesser und 200 im Hub. Eine Anlaßbatterie. welche von den Generatoren aufgeladen wird, dient dazu, die Diesel in Gang zu setzen: ist deren Leerlaufdrehzahl überschritten, so werden die Generatoren erregt und liefern Strom. Eine Bedienung während der Fahrt erübrigt sich. Eine Leistungsänderung wird durch eine Fernsteuerung bewirkt, die die Brennstoffzufuhr je nach Bedart erhöbt oder verringert. Der Wagen führt 1000 Liter Brennstoff mit, womit etwa 2000 km gefahren werden können. Wichtig war die Durchbildung der Bremsen mit Anbringung besonderer Bremstrommeln mit künstlichen Reibmitteln. Dies ist so erlolgt, daß der Wagen von der schnellsten Fahrt auf 1200 Meter zum Stillstand kommt. Eingebaut ist die bekannte Luftdruckbremse— Bauart Knorr—. außerdem als Sicherheit eine magnetelektrische Schienenbremse sowie eine Hand-Oeldruckbremse, so daß also im Notfall der Bremsweg noch verringert werden kann, abgesehen von der Sicherung beim Aussetzen einer der Bremsen. Während die Frankfurter Versuchswagen nur je einen Maschinensatz hatten— sie wiegen 52 Tonnen. fassen 72 Sitzplätze und fahren mit geringerer Geschwindigkeit—. werden, wie oben erwähnt, die neuen Schnelltriebe mit je zwei Sätzen ausgerüstet, so daß zwar deren Gewicht höher wird, aber zur Beförderung von jeder Tonne Leergewicht fast 11 PS zur Verfügung sind. Die älteren Wagen hatten deren nur etwa 3-4 PS autzuweisen. Dem Vernehmen nach wird man la bald auch in unserer nächsten Nähé— wohl auf der Strecke Düsseldort—Kreield— die neuen Schnellwagen benützen können. 51. „H“ Gasanheizer für kleinere Zentralbeirungsbessel, welcbe unter der Marke„Nordia-Oekonom“ angeboten werden, sind von dem Karlsruher Gasinstitut untersucht und für brauchbar befunden worden. Sie sind besonders verteilhaft in den Uebergangszeiten, in denen die Heizung nicht ständig zu brennen braucht, da sie sonst mehr als die erforderliche Wärme liefert. selbst wenn sie noch so sparsam brennt Läßt man sie aber nachts, wo man sie in diesen Fällen meist gar nicht braucht. durchbrennen, so verzehrt sie beträchtliche Mengen Brennstoft — gewöhnlich teuren Koks—. ohne daß z. B. bei Dampfheizungen überhaupt eine Heizwirkung statthat. Läßt man die Heizung aber lewells nachts ausgehen, so hat man am anderen Morzen das Vergnügen der Ausnehmens und des Wiedelansteckens, was immerhin ziemlich Zeit in Anspruch nimmt und Schmutz und Staub gibt. Ganz abgesehen davon, daß hierzu eine nicht unbeträchtliche Masse Holz erforderlich ist, was auch nicht ganz billig ist. In diesen Fällen soll der neue Gasanheizer aushelien. Er besteht aus einem Stahlrohr, welches durch einen Schlauch mit einem Ende an die Gasleitung bzw. an einen Abzweigbahn angeschlossen werden kann. Er wird also in jast allen Fällen ohne besondere Montage zu verwenden sein. An seinem anderen Ende ist er zugespitzt und mit kleinen Löchern versehen, aus denen das Gas ausströmen kann. Dies wird entzündet und das Stahlrohr in den Kessel gesteckt, der mit frischen Koks versehen ist.(Häufig wird es sich nur als notwendig erweisen. Schlacke und Asche aus dem Kessel zu entfernen, ohne den noch darin befindlichen Koks auszunehmen). So kommt allmählich die untere Koksschicht ins Glühen, wobel u. U. der Anheizer umgesteckt wird. Je nach der Größe des Kessels und nach der Körnung des verwandten Koks nimmt das Auheizen etwa K bis zu ½ Stunde in Anspruch und verbraucht dementsprechend etwa ¾ bis ½ chm Gas. In den Städten wird „es sich also auch billiger stellen als der etwaige Holzverbrauch, wozu noch die sehr bequeme Anwendung tritt. „H“ Konelmetall ist eine neue Legierung benannt, welche von der Westinghouse-Gesellschaft herausgebracht worden ist und als Ersatz des im Preise sehr gestiegenen Platin dienen soll. Die Legierung besieht in ihren Hauptbestandteilen aus Kobalt und Nickel und besitzt wertvolle technische Eigenschaften. So liegt sein Schmelzpunkt gleichfalls sehr boch; in glühendem Zustand ist es härter als Platin. Es ist ferner äußerst widerstandsfähng gegen Säuren und Witterungseinflüsse, etwa ähnlich so wie das Edelmetall. Seine elektrischen Eigenschaften und Leitfähigkeit sind gleichfalls sehr gut, sogar besser als bei Platin, was ganz besonders bei sehr dünn ausgezogenem Draht der Fall ist. „H“. Dieselmotoren im Kraftwagen sind in verschiedener Weise ausgeführt und erprobt worden. Dieser Motor, der bekanntlich wärmetechnisch am wirtschaftlichsten arbeitet, scheint in ernsthaften Wettbewerb mit den Benzin-BenzolMotoren treten zu wollen. So bat er sich im Omnibusbetrieb sowohl bewährt als auch wirtschaftlich sich dann überlegen erwiesen, wenn im Jahre 20 000 oder mehr km gefahren werden. Die Ersparnisse werden mit zunehmenden Kilometerzahlen immer größer.— Auch für Lastwagen ist er serienmäßig durchgebildet worden als Vierzylinder mit 60/70 PS sowie als Sechszylinder mit 90 PS. Als eine Einzelleistung ist ein 140-PS-Diesel für Lastwagen zu erwähnen. Im Gegensatz zu diesen Großmotoren sind auch Diesel für leichte Kraftwagen durchgebildet worden, welche gleichfalls betriebstechnisch beachtliche Vorteile bieten. — Zum Antrieb von Schleppern werden sie in zunehmendem Maße verwandt. „H“ Protoflexrohre sind biegsame Gummirohre, welche zum Schutze und zur Versteifung mit verzirktem Eisendraht umwickelt sind. Der Hauptvorzüg dieser Rohre bei Verlegungen besteht in der leichten Blegsamkeit, so daß sie ohne Hilfsmi tei in jede gewünschte Lage gebracht werden können, wobei der lichte Durchmesser erhalten bleibt, also nicht wie bei starren dünnwandigen Rohren verengt wird. Ihre Biegsamkeit ist derart, daß sie zum Versand usw. aufgerollt werden. Sie dienen zum Verlegen von elektrischen Stark- pie Schwachstromleitungen unter Putz. Die einzelnen Rohrstücke werden in Längen von je drei Meter geliefert und miteinander durch Muffen verbunden Das Einziehen von Kabeln in die verlegten Rohre wird dadurch erleichtert, daß sie in ihrem Inneren mit Talkum(Specks-ein) gerudert sind. Abzweig- und Steckdosen für diese Rohre werden in dafür geeigneten Formen bergesteilt. „H“ Wasserwertwagen, die eine Reichweite von 50 Meter haben, sind als neue Sonderkraftfahrzeuge für Polizeiz ecke eingeführt worden. Die Wagen sind gepanzer, so daß der Führer wie die Mannschaft geschützt sind. Die Spritze befindet sich in einem niedrigen gesieherten Turmr. Verantwortlich: Dipl.-Ing. Horn. Solingen. Abdruck aller Veröffertlchungen der„Techrischen Beilage“ ist un mit Zus immung des Verlassers und des Verlags ze#l##tet. 3 Peroi Unrer Beilage zum„Solinger Tageblatt“. Nr. 4— 25. März 1933. Friedel Widera: Die Verelendung der arbeitslosen Jugend. Noch nie hat eine Jugendgeneration eine so furchtbare Zeit durchmachen müssen wie heute in der Zeit der Massenarbeitslosigkeit. Der junge Mensch, den früher die Lehre erwartete, wenn er die Schule verließ, und der nach Ablauf der Lehre ein schaffensreiches Leben vor sich hatte, steht heute ohne Arbeit und oft ohne Berufsausbildung da. Unzählige Jugendtragödien ergeben sich aus der Arbeitslosigkeit oder daraus, daß der junge Mensch nie in seinem Leben etwas gelernt hat und als der ewige Gelegenheitsarbeiter durch die Welt ziehen muß. Am verheerendsten wirkt sich die Arbeitslosigkeit der Jugend in den kinderreichen Familien und kinderreichen Gegenden Deutschlands aus. Während in einer kleinen Familie ein arbeitsloses Kind im elterlichen Haushalt immer noch schlecht und recht mit durchgeschleppt wird, ist die Situation mit dem Augenblick anders, wo in kinderreichen Familien mehrere Kinder erwerbslos werden. Da hört dann für die allernotwendigsten Dinge, wie zum Beispiel die Wohnung, die materielle Voraussetzung auf und die Menschen liegen auf der Straße, das heißt, sie kommen in Obdachlosenunterkünfte oder beschlagnahmte Wohnungen. Aus einer oberschlesischen Arbeitersiedlung in Hindenburg liegt eine Statistik vor, die für sich selber spricht. Von insgesamt 302 Wohnungen sind 170 durch Zwangsmieter belegt, und zwar mit zusammen 204 Familien, da in 34 Familienwohnungen je zwei Parteien wohnen. In der Siedlung zählten 139 Familien zu den kinderreichen, von denen wieder 106 Zwangsmieter sind. Diese 139 kinderreichen Familien haben zusammen 309 Kinder unter 14 Jahren, 24 Kinder sind in der Lehre, 90 sind erwerbslos. Alle Jugendlichen, die die Lehre hinter sich haben, sitzen erwerbslos zu Hause. Das sind in einem Fall 3, in einem anderen 4, in weiteren Fällen sogar 5 junge Arbeitslose. Von 139 Familien haben 14 keine schulpflichtigen Kinder mehr. Aber nur 2 von diesen 14 Familien hatten das Glück, Kinder in der Lehre unterbringen zu können. In den anderen 12 Familien sitzen sämtliche Jugendliche arbeitslos zu Hause. Die Unterstützungen, die diese jungen Menschen erhalten, sind gering, oft genug erhalten sie garnichts. Die Väter, meist Bergarbeiter, verdienen den ganzen Monat, wenn sie überhaupt Arbeit haben, in Kurzarbeit 60 bis 70 Mark. Die Folgen dieser Zustände sind kaum zu beschreiben. Dauernder Zank und Streit in den Familien, ewige Vorwürfe der Eltern an die Jugend. Aus der erwähnten Statistik mögen einige besonders krasse Beispiele der Jugendnot folgen: a) Die Familie zählt 9 Kinder, 6 gehen zur Schule, 1 in die Lehre, 2 Ausgelernte sind erwerbslos. Der Vater stempelt. b) 10 Kinder, 7 schulpflichtig, 2 in der Lehre, 1 ausgelernt und erwerbslos. Vater arbeitslos. c) 5 Kinder, 2 schulpflichtig. 2 in der Lehre, 1 erwerbsloser Erwachsener. Vater seit Jahren arbeitslos. d) 8 Kinder, 6 schulpflichtig, 1 in der Lehre, 1 ausgelernt und erwerbslos. Vater seit Jahren arbeitslos. e) 9 Kinder, 5 schulpflichtig, 4 erwerbslos. Vater arbeitslos. i) 9 Kinder, 2 schulpflichtig, 1 Lehre, 6 arbeitslos. Vater arbeitslos. Fast alle diese kinderreichen Familien sind Zwangsmieter, weil der Kurzarbeiterlohn oder die Unterstützung nicht mal zum Leben reicht, geschweige denn zum Mietezahlen. Die zersetzenden Einflüsse der Arbeitslosigkeit auf die Jugend sind erschreckend. Neben den schlechten moralischen Wirkungen wüster Zänkereien der überreizten, ausgehungerten Menschen auf die Jugend ergeben sich Bettelei von Kindern und Jugendlichen. wilde Hausiererei der Jungen usw. Ja, es ist sogar ein Fall bekanntgeworden, wo die Frau eines Arbeitslosen ihre kleinen Kinder auf die Straße schickte, um Männer heraufzuholen, von denen sie sich dann gewisse Liebesdienste bezahlen ließ. Was soll das Schicksal dieser ausgehungerten, von schlechten Einflüssen umlauerten, ohne Einstellung zur Arbeit heranreifenden Jugend werden? Wenn mit Recht gesagt wird, daß die Alten beklagenswert sind, die in der Inflation um den Ertrag ihres arbeitsreichen Lebens gebracht sind, so ist doch das Schicksal der heutigen Jugend noch viel trüber, die um die besten Jahre ihres Lebens betrogen wird. Nur durch Arbeitsbeschaffung ist diesem Elend zu begegnen. Und so lange diese Hilfe der Jugend nicht geboten werden kann, muß das Reich alles tun, um die Jugend vor völligem körperlichen und seelischen Zusammenbruch zu bewahren. Das Notwerk der deutschen Jugend in Solingen. Ein Vortrag des stellv. Arbeitsamtsdirektors Dipl.-Volkswirt Reimann im Solinger Haustrauenverein. Das Notwerk der deutschen Jugend sollte eines der Mittel sein, um während dieses Winters der seelischen Not der Jugend zu steuern. Es gliedere sich auch hier in Solingen als ein organischer Faktor ein in die bereits bestehenden Maßnahmen zur Betreuung der Jugend: in den freiwilligen Arbeitsdienst, in die Kurse der Arbeitsämter, in die Bildungsmaßnahmen und Beschäftigungsstunden der mannigfachen Jugendvereine. Man könne sagen, daß die neue Maßnahme nach einer ersten Zeit des Anlaufs ein Erfolg zu werden verspreche. Das Solinger Notwerk wurde eingebaut in die Erwerbslosenkurse, in die beruflichen Fortbildungskurse für Handwerker und kaufmännische Angestellten, in die Einrichtungen der Jugend.— Sportvereine, karitativer Organisationen. Sie bildeten aus ihren Mitgliedern die sogenannten Kameradschaften, die die Teilnehmer täglich vier Stunden je zur Hälfte mit berufsbildenden und sportlichen, sowie jugendpflegerischen Maßnahmen, wie Vorträge. Lichtbildervorführungen, Vorlese= und Aussprachestunden, beschäftigen und zudem die Jugendlichen und ihre Führer täglich zu der gemeinsamen Mahlzeit des Notwerks vereinigen. Die Kameradschaftsführer sollen vor allem Persönlichkeiten sein, die in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit das Vertrauen unserer schwer bedrückten Jugend zu erwerben verstehen, daneben aber durch Organisationstalent, geistige und praktische Ueberlegenheit die volle Autorität besitzen. So seien auch die Leiter der bis jetzt gegründeten Solinger Kameradschaften z. T. ebenfalls erwerbslose Lehrer und Lehrerinnen, Techniker usw., also Menschen, die die Zerrissenheit, Erschütterungen und Nöte der jungen Erwerbslosen sozial tiefer zu erfassen fähig seien, weil aus demselben Urgrund heraus, ihr eigenes, ihnen unverschuldet gewordenes Schicksal entspringe. Welch ein erschütterndes Bild— herausgenommen aus seinem reichen Berufsleben— zeichnete der Vortragende von der Not, namentlich der grenzenlosen geistigen Not der jugendlichen Arbeitslosen. Welch eine schwere und hohe Aufgabe stellt die Betreuung einer solchen Jugend dar! Der Erwachsene sei leichter zugängig; der Jugendliche von heute meistens radikal widerspruchsvoll, sein Ich=mensch versuche sich brutal überall durchzusetzen. Die Vorkriegsjugend wurde durch Ableistung der Dienstpflicht in Zucht und Ordnung gehalten; dadurch erstarkte wesentlich der kameradschaftliche Einzelwille und sein Träger fügte sich leichter als Glied einer Kette— einem Ganzen ein. Das System der militärischen Ertüchtigung von Körper und Geist wurde durch das der vielen Sportarten abgelöst. Es mangele heute dem Sport fast allgemein an Jahn'schem Geist, der entgegen jetziger einseitiger Rekordhaschcreien gleichzeitiges Training von Körper. Geist und Wille vermissen lasse. Im großen Ganzen jedoch lehren die Erfahrungen immer wieder, daß sich die Mädchen rabiater eingestellt- zeigen als die Jungen. Biete z. B. das Einzelkind schon den Lehrern enorme Schwierigkeiten, stelle die Schule vor ein Problem, so störe es auch ganze Gemeinschaften, verhetze. rebelliere und stecke sie an, da es ohne innere Disziplin nur seinen Menschen herausstellen, bezw. seinen Eigenwillen durchdrücken wolle. Ebenso sei es ein großes Unglück für unser Volk, daß eine hohe Zahl Jugendlicher heute neben einer sehr lückenhaften Schulbildung auch nicht die Fähigkeiten besitze, die die unbedingten Grundlagen jeglichen Berufes bilden. Der Redner betonte dabei ausdrücklich, daß dies nicht als Vorwurf gegen den Lehrkörper aufzufassen sei. Daß in der hohen Zahl von 15000 Groß=Solinger Arbeitslosen fast jeglicher Nachwuchs an Facharbeitern fehle, müsse sich katastrophal auswirken, namentlich für den Fall einer Ankurbelung der deutschen Wirtschaft— in deren Gefolge auch die der hiesigen Industrie. Diese eotl. Entwicklung voraussehend, streifte der Redner. Reimann als stellv. Arbeitsamtsdirektor, die schen getrossene Vorsorge die erwerbslose Jugend zum Besuche der Fachschule anzuhalten. Andererseits sei es erstaunlich, welch hochgespannnte Ansprüche durch den überaus scharfen Existenzkampf. besonders an die weibliche Kaufmannsjugend gestellt werden. Es sei Tatsache, daß z. B. der aufreibende Beruf einer Kontoristin, gewandt in Kurz= und Maschinenschrift, fremdsprachlicher Korrespondenz und vielem anderen mehr in sozusagen ausbeutender Weise mit 65 Mark pro Monat gewertet werde. Dagegen stimmt es uns Hausfrauen sehr bedenklich, hören zu müssen, wie mangelhaft die hauswirtschaftlichen Kenntnisse der heutigen weiblichen Jugend seien. Ihre ungenügende Ausbildung selbst in den elementarsten Dingen, die den Lebensinhalt einer Hausfrau und Mutter ausmachen, sei, wie immer wieder festgestellt, in hauswirtschaftlicher Hinsicht, die stärkste Quelle sozialer Not, obgleich der Ruf der Solinger Hausfrau der beste sei. Dieses liege in vielen Fällen begründet in der Sucht nach Geldverdienen, dem Streben nach finanzieller Unabhängigkeit und Freiheit der Jugendlichen vom Elternhause. Deshalb suchen sie meistens nach Schulaustritt Erwerb in Fabriken, Kontoren usw. Sie haben infolgedessen nicht gelernt, sich auf die Begriffe Familie, Heim und deren Pflichten einzustellen. Sie treten durchweg unreif in das Leben hinaus, in einer Zeit, die für diese heranreifenden Menschen vielfach ausschlaggebend für ihr ganzes Dasein sei, in der ihnen meist eine führende, helfende Hand fehle. Aus dem Dargelegten erwächst die zwingende Erkenntnis von der Schwere der Verantwortung, die in der Betreuung und Führung unserer heutigen erwerbslosen Jugend liegt. Bedauerlicher Weise ist das mit so viel Hoffnung, sozialem Eifer unter Aufbietung aller vorwärtstreibenden Kräfte begonnene Notwerk nur bis Ende März befristet. Indes— ganzen Sinn und vollen Wert erhält das Notwerk nur dann, wenn ihm zu seiner Verlängerung seitens der Reichsregierung weitere angemessene Mittel zur Verfügung gestellt werden. C. E. Romantik des Arbeitslagers. Es ging nicht mehr so weiter, daß das Traufrohr sein Regenwasser einfach auf den Weg ergoß; der wurde mit der Zeit zerwühlt und zerspült, daß es eine Schande war. Also bekamen drei Mann an einem trüben Vormittag den Auftrag, eine anständige Wasserrinne zu bauen. Das ist ganz einfach. Man sticht einen kleinen Graben von geringer Tiefe und legt eine lange Dovvelreihe Ziegelsteine so hin, daß sich immer je zwei unter flachem Winkel nach innen geneigt gegenüberliegen. Dann drückt man sie ein bißchen in die Erde fest, und dann... Ich kriege eine alte Blechschüssel und den Befehl, aus dem großen Papiersack im Heizraum diese Schüssel mit Zement zu füllen und herzubringen. Denn man hat uns gesagt:„... und zum Schluß die Fugen sauber mit Zement verstreichen!" Also wir rühren die Speise ein, nicht zu dick und nicht zu dünn, und fangen dann an zu schmieren. Es arbeitet sich prima mit dem Brei. Bald ist die Rinne fertig. Inzwischen kommt die Sonne heraus, die wird gut trocknen und härten. Wir vutzen unser Werk mit einer alten Wurzelbürste recht ansehnlich, werfen noch einen zärtlich=bewundernden Blick darauf und begeben uns dann zur Feldarbeit. Beim Hacken denke ich die ganze Zeit an unsere Wasserrinne. In der Mittagspause gehe ich mal nachsehen. Es ist ziemlich trocken, aber alles eher als hart. Man kann bequem den Finger in die Masse stecken, auch bröckelt sie so blöde. Klar: wir haben irgendwas verbockt. Ich hole mir also meine beiden Kollegen, und wir beschließen, die Sache noch mal zu machen, gleich jetzt über Mittag, bevor jemand unseren Kunstfehler erst bemerkt. Wahrscheinlich haben wir zuviel Wasser genommen. Natürlich, das wird es sein, sonst wäre die Geschichte doch längst fest. Im Heizraum sitzt der Gärtner und flickt eine hölzerne Harke. Wie ich mit meiner Schüssel voll Zement davonwanke, steht er interessiert auf und kommt mit. Denn, wir verstehen das ja ganz gut, auch ein Gärtner sieht manchmal ganz gern eine andere Arbeit. Diesmal machen wir einen dicken Pamps zurecht, der wird sauber durchknetet, kann gar nicht anders. Der Gärtner staunt gewaltig, sagt aber nichts; er ist überhaupt ein schweigsamer Mensch. Doch wie wir anfangen, das Zeug in die Fugen zu schmieren, spricht er traurig; „Ihr Luder, so versaut Ihr mir meinen schönen Kunstdünger...?!" Jürgen Niel. Nachrichten aus der Jugendbewegung. „Das Mädchen in den deutschen Jugendverbänden“. Im Nahmen der Berliner Ausstellung„Die Frau“ wird vom Deutschen Archiv für Jugendwohlfahrt eine Sonderschau über das Mädchen in den deutschen Jugendverbänden veranstaltet. An Hand eines eingehenden statistischen Materials wird gezeigt, wieviel Mädchen in den Jugendverbänden organisiert sind wer es genau wissen will: es sind nach den eigenen Angaben der Bünde insgesamt 2490 753 Mädchen!), welche Gruppen sie bevorzugen und welche Ziele diese verfolgen. Mannigfache Bilder berichten über das Leben und die Arbeit in den verschiedenen Bünden. Eine Orientierung über die besondere Arbeitsweise und Einstellung der Mädchenbünde wird weiter dadurch ermöglicht, daß von jeder Gruppe Zeitschriften, Broschüren und Abzeichen gezeigt werden. Eine besondere Abteilung stellt in bunten Bildern das gegensätzliche Freizeitleben des bündisch organisierten und des nicht organisierten Mädchens dar. „Sportjugend und Wandern". Der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußballbund und der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik ein Preisausschreiben über die Frage erlassen, wie die Jugend der beiden Sportverbände zum Wandern zu bringen sei. Erwünscht sind Einsendungen, die— möglichst aus der Erfahrung geboren— praktisch durchführbare Vorschläge zur Förderung des Wanderns in den Sportvereinen enthalten. Das Preisgericht setzt sich aus je einem Vertreter der drei beteiligten Verbände zusammen. Die Einsendungsfrist läuft bis zum 31. Mai 1933. Geländesportkreis der bündischen Jugend. Zu den für April 1933 geplanten Lehrgängen haben sich bisher etwa 500 Teilnehmer aus den Jugendbünden gemeldet. Der Deutsche Pfadfinder=Verband hat sich durch Aufnahme der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands. der Freischar evangelischer Psadfinder und der Deutschen Freischar erweitert. Damit hat der Verband die Möglichkeit bekommen, sich zu einem Sammelverband der deutschen Jugendbewegung auszugest alten. Weitere Verhandlungen mit anderen Bünden seien bereits angeknüpft. Die Freusburg=Arbeitsgemeinschaft für Lebenserneuerung veranstaltet in der Zeit vom 18. bis 23. April aus der Freusburg a. d. Sieg eine Werkwoche für Lebenserneuerung unter Leitung von Ernestine Koch. und eine Werkwoche für neuzeitlichen Gartenbau, die Edgar Koch betreut. Pfingsten 1933 ist eine Werkwoche für alte Tänze und Gesellschaftsspiele unter Führung von Stud.=Asl. Fritz Forschepiepe und ein Lehrgang für Hauswirtschaft und Ernährung unter Leitung von Ernestine Koch vorgesehen. Für den Herbst sind eine Hochschulwoche für Lebenserneuerung, eine Singwoche und ein Lehrgang für Hauswirtschaft und Ernährung geplant. Das alte Fanrtenbuch. Habt Ihr ein Fahrtenbuch? Ein Buch, in dem jeder einmal von seinen Fahrterlebnissen spricht und das so ein Spiegelbild der Gruppe wird? Nicht, daß von jeder Fahrt berichtet würde— dafür sorgt schon die Schreibfaulheit der Jungen, denn ein rechter Junge schreibt nur, wenn er muß! Aber hin und wieder schreibt doch einer was rein, wenn er Lust hat oder der Führer es will. Und so kündet das Buch von der Entwicklung und vom Werden der Gruppe, vielleicht auch vom Vergeben. Neulich habe ich das Fahrtenbuch unserer alten Gruppe wiedergefunden. Es ist sicher nicht sehr schön, denn es hat einen Einband von grünem Rupfen, aber darauf steht ein riesiger Ritter und schwenkt die Fahne mit dem Balkenkreuz. Und so ist es mir lieb, denn es spricht nur von unserem ehrlichen Wollen, das uns damals beseelte. Mir steht die ganze Entwicklung unserer Gruppe vor Augen, wenn ich jetzt in dem alten Buche blättere. Vieles ist unbeholfen, vieles überspannt— mir scheint aber, als seien die ersten Zeiten im Wandervogel die schönsten gewesen. Es war eine wilde Horde, in die ich damals als junger Pimpf eintrat. Die Sehnsucht nach grünem Wald und wehendem Wind, nach lachender Freiheit war in mir erwacht. Ein neues, reiches Land tat sich vor meinen staunenden Augen auf. Damals lernte ich auch das grüne Fahrtenbuch kennen. Es hatte seine Besonderheiten, zum Beispiel stank es. Jawohl, es stank! Unser Führer hatte nämlich beim Einbinden keinen anderen als einen greulichen Tischlerleim finden können, der einen richtigen Käsegeruch verbreitete. Aber das hatte auch wieder seine guten Seiten. Die Mädchen rochen es nämlich im Landheim schon an der Tür, wenn das Buch im Zimmer war. Der Erfolg war eine schleunige Flucht ihrerseits, worüber wir uns diebisch freuten. Aber das war nicht die Hauptfache. Wichtiger war, daß als Eingang ein schöner Spruch geschrieben stand:„Ihr trachtet längst nach Ungewöhnlichem, und wie aus krankem Körper sehnt der Geist sich aus dem alten Geleise— so wagt's!“ Der Spruch wurde mir sehr lieb. Erst Jahre später entdeckte ich, daß er von Hölderlin stammt. Wir haben ihn immer in Ehren gehalten und versucht, ihn zu befolgen. Natürlich durfte ich nicht gleich in das Buch schreiben. Aber blättern durfte ich in ihm. Hemi hatte es eingeleitet mit einem Bericht über die erste Grenzlandfahrt der Grupve, die ins böhmische Land führte.„Volk will zu Volk, Blut will zu Blut!“ schrieben andere. Unser Führer berichtete, sehr schlicht und einuch, über seine Ferien, in denen er dem Bauer bei der Ernte half. Das beseelte uns damals alle: ein heißer Wille zum Bauerntum, zur Erde. Nachtfahrten, Klotzfahrten, Sonnenwende— jeder schrieb von sich, und durch alle ging der heiße Strom des Erlebens. Auch ich rfte mittlerweile hineinschreiben: Winterlager an der Grenze. Sprüche und Zeichnungen wechseln sich ab. Ein Wort von Georg Stammler, dem wir uns besonders verbunden fühlten, scheint mir für heute wichtig:„Wer will ist still; nur wem heimlich vorm Ernste graut, wird überlaut!“ Dann wurden wir älter und wehrten uns gegen den starken Einfluß unseres Führers. So begannen die ersten Spuren der Auflösung. Einer ging wieder zum Bauern, einen anderen zog die Partei. Die Gruppe zerflatterte. Zu zweit versuchten wir, eine neue Gruppe zu gründen. Schließlich zog unser alter Führer nach Afrika, um dort seine Sehnsucht Gestalt werden zu lassen. Wenige blieben. Ich war es, der schließlich, ein wenig resigniert und müde, die Schlußworte in unser grünes Buch schrieb. Aber langsam wuchs eine neue Gruppe emvor, neues Leben blühte, wir erstarkten und neue Arbeit hob an. Aber davon erzählt ein neues Buch.— So spricht unser altes, grünes Fahrtenbuch zu mir. Erinnerungen steigen auf, wenn ich in ihm blättere. Es ist bei mir geblieben als treuer Kamerad. Alle Freunde von damals sind zerstoben, es allein erzählt uns von jenen seligen Zeiten. Und Ihr? Habt Ihr auch ein Fahrtenbuch? Nein? Dann richtet Euch noch heute eins ein! Es wird Euch begleiten auf Eurem Wege. Otto Weise. Berliner Wertpapierbörse von heute. Anfangskurse der Berliner Wertpapierbörse Nach unregelmäßiger Eröffnung fester. ST. Berlin, 25. März.(Funkspruch.) Zum heutigen Wochenschluß setzte das Geschäft überraschend früh und lebhaft ein. Die Kundschaft bekundete auf dem teilweise mehrprozentig ermäßigten gestrigen Abendniveau ziemlich große Kaufneigung, die die Spekulation, die gestern stärker realisiert hatte, zu Rückkäufen zwang. Die gut behaupteten Auslandsbörsen. Berichte über erhöhten Kaliabsatz und der befriedigende Abruf an Düngemitteln und zuversichtliche Dividendenschätzungen für die Farben-Aktien trugen gleichfalls zu einer freundlicheren Stimmung bei. Kursmäßig war die Tendenz gegen gestern mittag aber noch uneinheitlich. Ueber den Durchschnitt von hinaus lagen Bubiag. Farben. Schubert& Salzer und BMW gebessert. Letztere gewannen bei einem Umsatz von 60 Mille aus den bekannten Gründen 5½% und konnten nach Anfang noch weitere 4% anziehen. Andererseits waren noch Stolberger Zink und Metallgesellschaft mit 3½ resp. 38 stärker rückgängig. Elektrische Lieferungen büßten auf kleines Angebot 2% ein. Dortmunder Union verloren erneut 325. Lebhafter und über Erwarten fest ging es auch am Anlagemarkt zu. Besonders die deutschen Anleihen, die gestern abend noch weiter bis zu 1% gedrückt lagen, eröfineten sehr fest. Die Altbesitzanlcihe gewann 1¼%, während die Neubesitzanleihe um 40 Pfennige anzog. Industricobligationen und Reichsbahnvorzugsaktien hatten nicht ganz einheitliche Tendenz. auch Reichsschuldbuchforderungen waren nur etwa behauptet. Für Goldpfandbriefe bestand eher Nachfrage, Völlig vernachlässigt lagen die Auslandsrenten. Im Verlaufe machte die freundliche Tendenz Fortschritte. Montane traten in den Vordergrund, auch Berlin-Karlsruher Industriewerke, BMW, Siemens und Farben hatten weiter lebhafteres Geschäft bei steigenden Kursen, sonst betrugen die Kursbesserungen gegen den Anfang selten mehr als 13. Deutsche Anleihen bröckelten sogar leicht ab. Nach unveränderter Eröffnung zeigte der Dollar im Laufe des Vormittags eine etwas festere Haltung, da die Erklärung des amerikanischen Finanzministers Woodin über eine wahrssheinliche Aufhebung des Goldausfuhrverbotes oder Milderungen der augenblicklichen Bestimmungen einen recht günstigen Eindruck machten. Man sieht hieraus, daß die zur Stützung der Währung getroffenen Maßnahmen jetzt teilweise aufgehoben werden können. zumal das Vertrauen in den Dollar zurückgekehrt ist. Das englische Pfund war eher ctwas leichter, ge den Franc stellte es sich auf 87,12, gegen den Gulden auf gegen den Dollar auf 3.42¾ und gegen die Reichsmark auf 14.34. Die Reichsmark selbst war weiter test, sie stellte sich in Amsterdam auf 59.20 und in Zürich auf 123.85, sonst ergaben sich keine größeren Veränderungen. Am Berliner Geldmarkt war Tagesgeld mnit 4382 an der unteren Grenze weiter etwas steifer, Privatdiskonten waren zum Ultimc eher leicht angeboten. In Reichswechseln per 20. Juni und Reichsschatzanweisungen per 15 November war das Geschäft ruhig, doch überwog eher kleine Abgabeneigung. Die Dollarnotiz, blieb mnit 4,19 unverändert. Am Kassamarkt war die Tendenz heute nicht ganz einheitlich. Die Veränderungen betrugen nach beiden Seiten im allgemeinen bis zu 2¾. in Einzelfällen bis zu 6%5. Hypothekenbanken lagen meist bis zu 1½% schwächer. Eine Ausnahme machten Rheinische Hypothekenbank, die 2¼% gewannen, Mecklenburg-Strelitzer Hypothekenbank waren gegen die letzte Notiz um 2% gerdrückt. Die Hausse in Spezialwerten hielt unter kleinen Schwankungen bis zum Schluß an. Reichsbankdiskont 4%— Lombartuinsfus 5% Berliner Devisenkurse. 1 Pfund= 14,35 RM. WTB London, 25. März(Telegramm.) An der Loudoner Börse wurde das Pfund heute mittag 12,50 Uhr mit 14,85 Dx bewertet. Ostdevisen. Berlin Auszahlung Warschau Kattowitz Polen 23. März Geid 40.83 Metalle. 23. 3. 01 3700—4050 Berlin, 25. Mürz Elektrolytkupfer(Wirebars) A# 47,50 für 100 kg netto cif Bremen, Hamburg oder Rotterdam. Kölner Marktberichte. Kölner Hauptmarkt. WP. Köln, 24. März. Es kosteten im Großhandel: Kartoffeln, Industrie 2.20-2.70, gelbe Nieren 3.00 bis 3.50, blauc 5.00-6.00 RM. der Zentner: Grünkohl 6-10, Weißkohl 1.8-3. Rotkohl 5-7.5, Wirsingkohl 6-7, Butterkohl 6. Rosenkohl 15-22, Spinat 8-16, Steckrüben 2-2.5. Kettensalat 25-30, weiße Rüben 2-4, Sauerampfer 35-40. Möhren 3.5-5, Zwiebein 4.5-5, Peldsalat 15-35, Rhabarber 30 Pfg. das Pfund: Rübstiel 8-10, Radieschen 6-10. Schwarzwurzeln 9-12. Brunnenkresse 5-6, Maikräuter 10, Schnittlauch 2.5-3 Pig das Gebund: Rettich 2-5. Sellericknollen bis 14, Kohlrabi 2-4, dto. junge bis 15, Gurken 50-60 Pig. das Stück: Landbutter 85-94. Molkereibutter 96-105, Kochäpfel 10-14. Eßäpfel 15-35, Baumnüsse 30-50 Pig. das Pfund: Eier 7-9½ Pig. das Stück. Kölner Warenbörse. Köln, 24. März. Die Preise sind Importund Großhandelspreise. Bezahlt für 100 kg Frachtlage Köln, verzollt, Reichsmark: Burmareis 17-18, Rangoonreis 20-24. Sojaöl 34-35, Salatöl 38-42. Erdnußöl 45-47, Pflaumen 58-60. 52-54, 65-68, 50-58. Apfelringe 72-75, 82-84, Aprikosen 102-104, Rosinen 48-50, 65-70, 62-66, 64-66. Korinthen 64-66. Kokosnuß 46-47. Hasslnußkerne 95-98, 86-88, Mandeln 190-195, 170-175. Kartoffelmehl 32.50-34.25. Inlandszucker 66.10-67.10. 67.60-68.50. Mittelbohnen 20-21, 21-22, Langbohnen 26-28. Schmalzbohnen 28-30, gelbe Erbsen 28-29, 34-35: Linsen 33-34, 50-58. Malzkaffee 27-38. Kornkaffee 34-35, holl. Heringe 38-40, amerik. Schmalz 114-118, dto. holländisches 110-114, Butter 180. 160.— Stimmung: sehr zuhig. Eier inländische 9-9K. 8½-8 ¾, 8-8K, 7½-7¾, 6M-7 Pig. das Stück; ausl. frische 8 ¼-9, 7½-é, 7-7½, 6½-7 Pig. das Stück. Kutionaisozialistische Mitteistanssnuudgedung in Solingen. Der Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand veranstaltete gestern abend im Restaurant Küll auf der Schützenstraße eine Kundgebung, in der Schreinermeister Schlüter aus Düsseldorf über Mittelstandsfragen sprach. Er wies zunächst auf die politische Neugestaltung in Deutschland hin und befaßte sich sodann mit den Zielen, die der Kampfbund sich gesteckt habe. Dieser lehne sowohl die liberalistische als auch die marxistische Weltanschauung ab, weil sie sich nicht als eine geeignete Grundlage für eine sinngemäße Wirtschaftsordnung erwiesen und zu zahlreichen Korruptionserscheinungen geführt hätten. wobei er auf Gereke, Barmat, Kutisker u. a. Anhänger jener Weltanschauung verwies. Die einzig mögliche Grundlage für eine gesunde Wirtschaft sei die nationalsozialistische Weltanschauung, die auf der einen Seite das Deutschdenken und auf der anderen Seite das Leistungsprinzip in den Vordergrund stelle. Nach der nationalsozialistischen Anschauung müsse auch die mittelständische Berufsorganisation umgestaltet und erneuert werden. Es gehe nicht an daß die personellen Unkosten dieser Organisationen den größten Teil der Mitgliederbeiträge verschlingen— in der Düsseldorfer Schreinerinnung seien es z. B. 60 Prozent—. Es müßte viel sparsamer gewirtschaftet werden, damit die Mirgliedsbeiträge auch tatsächlich im Interesse der Zahlenden verwandt werden könnten. Zu verurteilen sei es auch, wenn die Innungsleiter bei der Vergebung städtischer Aufträge zuerst an sich selbst dächten und die übrigen Mitglieder leer ausgehen ließen. Der Kampfbund verlange in dieser Beziehung eine Regelung, nach der die Führer einer Innung für sich selbst keine städtischen Aufträge annehmen, wie sie denn überhaupt ihre Arbeit völlig ehrenhalber zu tun hätten und sich als Führer bemühen müßten, die Ersten beim Opfern zu sein. Selbstverständlich habe der Kampfbund keineswegs die Absicht, die bestehenden Berufsorganisationen zu zerschlagen, sie sollten lediglich nach der berufs=ethischen Seite erneuert werden. Dann werde auch der Meistertitel wieder ein Ehrentitel werden, wie er es früher war. Dazu werde weiter eine Neuordnung beitragen, die durch eine gewisse Einschränkung der Gewerbefreiheit nur wirklichen Fachleuten und Spezialisten die Ausübung eines Handwerks gestatte. Weiter setzte sich der Redner für die Schaffung einer Altersversicherung auch für den Mittelstand ein. Nachdem er sich dann noch über die Arbeitsdienstpflicht, sowie über den von den Nationalsozialisten erstrebten Ständestaat geäußert hatte, befaßte er sich noch mit den Solinger Innungsverhältnissen und vor allem mit dem Vorsitzenden des Solinger Handwerksamtes, Meistermann. Die gut besuchte Versammlung nahm die Ausführungen des Redners mit großem Beifall auf. b Wetterdienst des Solinger Tageblattes. Das Wetter in der Woche vom 19. bis 25. März 1933. Frählingsansang mit Schneeschauern und Gewittern. Unser deutscher Frühling ist eine rechte Kampfeszeit. Die kalten Luftmassen, die über den Polargebieten lagern und vermöge ihrer Schwere das Bestreben haben, sich nach Süden auszubreiten, liegen in heftigem Streit mit der Warmluft, die nach Norden drängt, unterstützt von der sich stetig steigernden Kraft der Sonnenstrahlung. Die Sonne wird und muß in diesem Kampfe siegen. aber sie hat doch gewaltig große Hemmnisse zu überwinden. Je mehr die Erwärmung über dem Festlande sortschreitet, desto mehr lockern sich auch die Luftschichten. Der Luftdruck sinkt und ein vorüberziehendes Tief löst alsbald die Gegenwirkung aus, den Einbruch einer eisigen Polarluftströmung. Der Wärmewelle solat eine Kältewelle. Am Freitag voriger Woche war durch den Zufluß subtropischer Luft, sowie durch Absinken der Luft aus dem ößtlichen Hoch die Temperatur auf die frühlingsmäßigen Werte von 10 Grad morgens und fast 20 Grad mittags in Norddeutschland gestiegen(bei uns in Solingen auf 15 Grad). Rasch schlug am folgenden Tage die warme, föhnige Witterung beim ersten Kaltlufteinbruch in ihr Gegenteil, in Schauerwetter um. Bei Regenund Graupelschauern sank die Temperatur um 5 Grad. Am Sonntag(19.) setzte sich das Böenwetter fort und steigerte sich abends zu heftigen Regengüssen. Ein Sturmwirbel, der am 20. rasch zur Helgoländer Bucht vordrang und dann zur Ostsee weiter zog, brachte stürmisches Wetter mit weiteren Regenfällen. In Berlin entlud sich das erste Frühlingsgewitter dieses Jahres. Auf der Rückseite des nach Osten abziehenden Tiefs erfolgte ein weiterer, stärkerer Polarlufteinbruch. Es war, als ob der Winte: uns beim Abschied noch einmal hätte grüßen wollen. Der große Tag von Potsdam, der dem deutschen Volke einen neuen Frühling verheißt, stand unter dem Zeichen des Kampfes zwischen den Wettermächten des Eises und der sieghaft vordringenden Sonne. Die märzlichen Schneeschauern segten über die begeisterten Menschenmassen hin, die sich in den Straßen von Potsdam drängten und lachend die schnell vorüberziehenden Unbilden des Wetters hinnahmen. Im Park zu Sanssouci standen die aufbrechenden Knospen und Gräser im dichten weißen Flockenwirbel. Da bricht die Sonne hindurch und verjagt im Nu den verspäteten Winterspuk. Als Hindenburg durch den Park fuhr, herrschte lachender Sonnenschein. So wurde das Wetter dieses Frühlingstages gleichsam zum Symbol des Kampfes und der aufleuchtenden Hoffnung unseres Volkes. Die mittlere Tagestemperatur des 21. März betrug 1.6 Grad, war also durchaus winterlich. Bemerkenswert war der niedrige Lustdruck am Morgen des Vortages(20.), als das Zentrum des Sturmwirbels uns am nächsten lag. Das Barometer sank auf 744 Millimeter am Meeresspiegel, stieg aber in 24 Stunden auf 772 Millimeter. Eine Zunahme von 28 Millimetern in einem Tage ist bei uns eine Seltenheit. Die Herrschaft übernahm nun ein Hoch, das sich in der kalten, schweren Polarluft gebildet hatte. Auch an den folgenden Tagen blieb die Temperatur niedrig. nachts gab es dagegen leichten Frost. Nur am Tage machte sich die Wirkung der Sonne geltend. Da aber die Luft sehr dampfarm war, nahm auch die Trockenheit zu, und es kamen Feuchtigkeitsgrade unter 25 Prozent vor. Dadurch gewann die Luft ein scharfes, rauhes Geprüge, wie es eben dem Ostwind im Frühjahr eigentümlich ist. Man sollte bei dieser Witterung nie vergessen, durch die Nase zu atmen, um so die Schleimhäute des Nachens und der Luftröhre vor Erkältungen zu schützen. 6.—e. Aussicht auf die kommende Woche (26. März bis 1. April). Voraussichtlich wird sich die Schönwetterlage noch einige Tage halten. Von Mitte der Woche ab dürfte sich allmählich der Einfluß atiantischer Tiefs durch zunehmende Bewölkung bemerkbar mochen. Wetterlage von heute morgen. (Wetterdienststelle Essen.) Der Witterungscharakter über Mitteleuropa hat sich noch immer nicht geändert. Hier herrscht weiter heiteres bis wolkenloses Wetter, wobei nachtsüber unter dem Einfluß der ehemaligen Arktikluft die Temperaturen einige Grade unter den Gefrierpunkt sinken. Da die Luftmassen über dem Kontinent weiter zusammensinken, ist in den nächsten Tagen noch keine Wetteränderung zu erwarten. Wetteraussichten bis Sonntag abend. Woltenloser oder gering wechselnde Bewölkung, nachis leichter grost, tagsüber etwas milder, Winde zwischen Süd und Ost. Wetterkarte von gestern morgen. 24.3.33. Erläuterungen zur Wetterkarte von gestern morgen. Das Hoch beherrscht dauernd die Lage. Angriffe auf den Hochdruck von irgend einer Seite sind noch nicht zu erkennen. Beobachtungen der Solinger Wetterwarte vom 25. März 1933 Schlus des re ae Zum beiliegenden Bledie=Bilderblatt. Ostern rückt näher. Die Kinder freuen sich, daß sie bald wieder ohne Mantel auf die Straßr dürsen. Aber Mutter will Bub und Mädel auch hübsch und adrett gekleidet wissen. Und so wird manches Kleidungs. stück neu angeschafft werden müssen. Zum Schulansang sollen die Kinder ohnehin etwas Neues anzuziehen haben. Das Bicyle-Bilderblatt gibt der Mutter einen interessanten Ueberblick über die große Auswahl der Bleyle=Kollektion und zeigt ihr, wie groß die Mannigfaltigkeit der Formen für jedes Alter ist.. Richtversetzung bedeutet den Verlust eines Berusejahres für den Sohn und verursacht den Eltern große Unkosten an Schulgeld und Lebensunterhaltung. Durch Umschulung in das Pädagogium Dr. Halbach in Düsseldorf wird durch den dort erteilten rein individuellen, gründlichen Unterricht und eingehende Wiederholung des verflossenen Jahrespensums den Nichtversetzten Gelegenheit gegeben, den Verlust eines Jahres zu vermeiden durch Versetzung in die höhere Klasse. Man beachte die heutige Pacs. Rit wenig Geld und noch weniger Zeit kann man ctwas zu langem. frohen Leben tun: Turch Zinsser: Knoblauchsaft, oder— geruch= und arschmacklos— mit Zinsser=Knoblauch=Tablctten und Zinsser=Knoblauch#### Kapseln. Lesen Sie die Anzeige von Dr. Zinsser≈ Co. in Leipzig in der heutigen Zeitung. Solinger Tageblatt Nr. 72 124. Jahrgang Votrtschaft und Samstag. den 23. März 1933 Pemhert" zur Wirtschärtslage. Berlin, den 23. März 1933. Heffnung auf Arbeit— Hoffnung auf Segen. Die Klärung und Stabilisierung der politischen Verhältnisse hat auch dem deutschen Wirtschaftsieben eine starke Zunahme des Vertrauens gebracht. Der neue amerikanische Präsident Roosevelt hat jüngst der Welt während der amerikanischen Bankenkrisis das Wort zugerufen:„Wichtiger als Gold ist Vertrauen“. Dieses Wort gilt ganz besonders für Deutschland. Absatzschrumpfung und Produktionsrückgang waren die unheilvollen Kinder eines fortgeseizten Vertrauensschwundes. Nirgends erblickte man eine feste Hand, nirgends ein fest umrissenes Programm. Jetzt ist das deutsche Wirtschaftsieben endgültig von der Zuversicht erfüllt, die zu dem Hellungsprozeß notwendig ist, der bisher im günstigsten Fall einen Zickzackkurs einschlug, immer wieder unterbrochen von neuen Fieberkurven des Patienten. Die Voraussetzungen für diesen Heilungsprozes sind gegeben. Die Weltwirtschaft zeigt schon seit einiger Zeit eine unverkennbare Widerstandskraft gegen neue Nackenschläge. So ist die amerikanische Bankenkrisis, die die Weltwirtschaft, die Kalkulation in allen Industrien der Welt mit neuen unübersehbaren Gefahren bedrohte, im großen ganzen bemerkenswert schnell überwunden worden. Die Inflationsgefahr In Amerika ist beseitigt. In allen Ländern sind die Fertigwarenläger sehr niedrig, die lebensunfähigen Glieder der Volkswirtschaft sind durch die Krisis ausgemerzt und es meldet sich bereits dringender Ersatzbedart in zahlreichen Industrien. Kredit-Ausweitung— keine Inflation. Für Deutschland heißt das Hauptproblem: Finanzierung der Arbeitsbeschaffung. Schaffung neuer Kredite besonders für den Mittelstand. Der neue Reichsbankpräsident, Dr Schacht, hat bisher drei Grundsätze aufgestellt, die als Leitlinien bei der Durchführung der Arbeitsbeschaffung gelten können: keine Inflation. Belebung des Welthandels durch Wiederaufnahme des internationalen Zahlungsverkehrs, und weitgehendste Hilfsstellung für produktive Möglichkeiten in der deutschen Wirtschaft. Es hat sich gezeigt, daß in der Oeffentlichkeit die geplante Kreditausweitung, so sehr sie im Interesse einer enerzischen Verminderung der Arbeitslosigkeit begrüßt wird. Besorgnisse hinsichtlich des Status der Reichsbank, hinsichtlich der Stabilität der deutschen Währung ausgelöst hat. Man hört vielfach die Auffassung, daß die zwei bis drei Milllarden Mark, die für das große Arbeitsbeschaffungsprogramm vorgesehen sind, in etwa dem gleichen Umfang eine Vermehrung des Notenumlaufs zur Folge haben würden. Demgegenüber ist darauf hinzuweisen, daß die tatsächliche Neubeanspruchung an Zahlungsmitteln sich im wesentlichen auf die Löhne beziehen wird, die regelmäßig sehr schnell über den Konsum zur Reichsbank zurückgelangen daß somit nicht im entferntesten von einer entsprechenden Ausdehnung des Zahlungsmittelvolumens die Rede sein kanm Nur ein kleiner Teil der für die Finanzierung des Arbeitsbeschaftungsprogramms geschaffenen Wechsel gelangt zudem wirklich zur Reichsbank. Schon bei der bisherigen Finanzierung des Arbeitsbeschaffungsprogramms hielten, wie die Deutsche Geseitschafe für öffentliche Arbeiten lüngst festgesteilt hat, die girierenden Banken die Wechsel großenteils in ihrem eigenen Portefeuille. Bei dem gegenwärtigen Mangel an guten Wechseln dürfte der Reichsbank ein gewisser Zustrom von diskontfähigem Wechselmaterial sogar außerordentlich gelegen kommen, so daß nicht die geringste Gefahr für eine irgendwie geartete Intlationierung der Währung vorhanden ist. Ueber die Plnanzierung des Arbeitsbeschaffungsprogramms hinaus muß aber auch der Kreditbedart der deutschen Wirtschaft auf veränderter Basis gesichert werden. Noch immer sind die Banken darauf bedacht, ihre Liquidi“ät zu erhöhen, so daß sie die in den Kreditverkehr zurückgekehrten gehamsterten Noten und Devisen nicht zu neuen Geldauslelhungen, sondern zur Erhöhung ihrer eigenen Liquidität benutzen. Wohl sind die Banken letzt eher geneigt, laufende Kredite zu verlängern, aber damit ist der Wirtschaft nur relativ wenig gedient. Es handelt sich jetzt um die Schaffung neuer Kredite, nachdem Banken und Sparkassen eine weitgehende Konsolidierung erfahren haben. Die Wirtschaft kann nicht warten, bis eine erhöhte Kreditbereitschaft des Auslandes oder die Ansammlung von Spargeldern automatisch eine Ermäßigung des deutschen Zinsniveaus herbeiführen. Mittelstandskredite! Für einen Zinsabbau in Deutschland, an dem wohl in allererster Linie der Mittelstand interessiert ist, ergeben sich aus dem Sinken des Internationalen Kapitalzinses günstige Perspektiven. Die Vertrauensbeiebung, die sich namentlich am deutschen Rentenmarkt durchgesetzt hat, läßt eine großzügige Anleihekonversion, wie sie im Vorjahre von England und Frankreich durchgeführt wurde, nunmehr auch in Deutschland zu. Der Reichswirtschaftsminister hat die Notwendigkeit einer organischen Zinskonversion aufs Neue betont. Man spricht von einer freiwilligen Konversion der Goldpfandbriefe, die sich immer mehr dem Paristande nähern. Hingegen stößt eine Konversion auf dem so wichtigen Gebiete der Kommonalobligationen und der Stadtanleihen immer noch auf große Schwierigkeiten, und gerade in diesem Zusammenhang wird man nicht nachdrücklich genug auf die Notwendigkeit einer Bereinigung des kommunalen Schuldproblems hinweisen müssen. Dann erst wird sich auch die Spanne zwischen kurz- und langfristigem Kredit auf ein erträgliches Maß senken, dann wird der kleine Geschäftsmann die Initiative wieder ergreifen können, die auch der Reichsbankpräsident für die Ankurbelung der Wirtsshaft für unerläßlich hält Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Massierung der Großkredite für die Banken letzten Endes ein außerordentlich schlechtes Geschäft gewesen ist. Sie war einer der wichtigsten Ursachen der Bankenkrisis vom Juli 1931. Steigerung der Kreditmöglichkeiten für kleinere und mittlere gesunde Unternehmungen, insbesondere Ausbau des Personalkredites. wird in der unmittelbar bevorstehenden Zeit zu den Hauptaufgaben der deutschen Banken gehören, und der sich jetzt vollziehende Zinsabbau wird volkswirtschaf lich erst dann produktiv sein, wenn gerade der kleine Kreditnehmer etwas von ihm merkt. Ende mit dem Wirtschaftskrieg! Die Weltwirtschaftskonferenz, auf deren Programm die Neuregelung der Kreditpolltik der internationalen Zentralnotenbanken steht, wird im Zusammenhang mit dem internationalen Zinsabbau in mutiger Weise das internationale Schuldenproblem zu lösen haben. Man darf sich keinen Illusionen darüber hingeben, daß für eine internationale Kapitalmarktentspannung erst dann der Weg frei ist, wenn das Bleigewicht der 200 Milliarden Mark internationaler Schuldverpflichtungen in irgendeiner Form liquidiert oder doch erleichtert wird, Ist man erst einmal soweit, dann wird auch allmählich die Beseitigung der internationalen Zollbarrikaden keine unüberwindlichen Schwierigkeiten mehr bereiten. Wie schwer dies allerdings augenblicklich noch ist, geht daraus hervor, daß der Schatzkanzler Chamberlain in demselben England, in dem der Präsident des Handelsamtes, Runciman, eben erst die Notwendigkeit des Abbaus der Hochschutzzölle beionte, die Aufrechterhaltung der englischen Zölle als unumgänglich bezeichnet. Aber auch hier sind zum mindesten Ansätze zu einem Abbau der größten Auswüchse des Zoll- und Kontingent-Labyrinths zu erkennen. Einer der besten internationalen Wirtschaftskenner, Dr. Felix Somary (Zürich) Hat vor den sächsischen Industriellen in Leipzig kürzlich die Worte gesprochen:„Wenn die zur Zeit noch bestehenden Hemmnisse beseitigt sein werden, so wird das deutsche Volk wieder einem steilen wirtschaftlichen Aufstieg entgegengehen“. Er hat dabei eine Konsolidierungsanleihe für die deutschen Stillhaltegelder als notwendig bezeichnet. Kommt eine solche Anleihe, so wird unsere Zinslast ermäßigt, was nicht ohne Rückwirkung auch auf die innerdeutschen Zinssätze bleiben kann. Der deutsche Schuldner ist durch die Herstellung gefestigter Verhältnisse im Innern besser geworden, er kann von der Welt das Entgegenkommen verlangen, das man einem aufstrebenden, gesunden Lande entgegenbringt. Täglicher Kurznachrichtendienst. Der scue Reichsbankauswels vom 22. März zeigt u. a. eine Verringerung der gesamten Kapitalanlage um 37 auf 2955.3 Mill. RM., eine Abnahme des Notenumlaufes um 76,4 auf 3590,6 Mill. RM., dagegen eine Verminderung der Gold- und Devisenbestände um 3 auf 849,3 Mill. RM. und demgemäß eine Verbesserung der Notendeckung auf 26.675 gegenüber 26,175 in der Vorwoche. Ueber das Ergebnis der deutsch-beigischen Kohlenverhandlungen, in denen ein provisorisches Abkommen für den Monat April zustandekam, werden noch folgende Einzelheiten in Erfahrung gebracht. Danach wird die Ziffer für den belgischen Gesamtabsatz für diesen Monat auf 2 050 000 t festgesetzt. Die Ausfuhr ausländischer Kohle wird auf 450 000 t beschränkt, wovon auf Deutschland 225 000 t entfallen. Aus der Benutzung der belgischen Flußschiffahrt fließt Deutschland eine weitere Quote zu, die etwa 1976 des deutschen Gesamtanteils ausmacht. Unter diesen Umständen wird sich die Steinkohleneinfuhr aus Deutschland auf insgesamt etwa 263000 t stellen. Wenn man einschließlich der Flußschiffahrtsbenutzung die Gesamteinfuhr mit 488 000 t bestimmt, so ergibt sich eine Einfuhrquote aus Großbritannien, Frankreich und Holland von insgesamt 225 000 t. Ueber die Lage der deutschen Stahlform. gießerelen sind in der letzten Zeit aus Abschlußmeldungen und Stillegungsanzeigen Einzelheiten in der Oeffentlichkeit bekannt geworden, die erkennen lassen, wie schwer gerade dieser Industriezweig von der Krise betroffen worden ist. Es darf daran erinnert werden, daß die Kriegszeit die Anlage vieler neuer Stahlgießereien begünstigt hat, so daß 1924 etwa hundert Werke an der Deckung des Stahlgußbedarts beteiligt waren. Von diesen Unternehmungen wurden bis 1933 etwa 40 stillgelegt. und zwar zum Teil als Folge direkter Zahlungseinstellung, zum Teil aber auch aus der unabweisbaren Erkenntnis, daß Selbstkosten und Erlöse nicht in Einklang zu bringen waren. Der gegensellige Wettbewerb der noch arbeitenden Stahlgießereien um den seit 1927 auf fast ein Drittel gesunkenen Bedarf hat in den letzten Jahren ein dauerndes Abgleiten der Verkaufspreise bewirkt, die heute derart gedrückt sind, daß in vielen Fällen selbst die bei der Herstellung aufgewandten reinen Barauslagen der Werke nicht mehr gedeckt werden können. Nach unseren Informationen dürfte aber gegenwärtig die Preisentwicklung auf ihrem tleisten Punkt angekommen sein. Die Werke sind jedenfalls außerstande, weiterhin eine derartig verlustbringende Produktionspolitik aufrecht zu erhalten. Man nimmt daher in unterrichteten Kreisen an, daß bereits in allernächster Zeit eine gewisse Hebung des Preisstandes nach Lage der Dinge nicht mehr zu vermeiden sein dürfte. Lente Einskonversion. Die Voraussetzungen für einen natürlichen Zinsabbau bald gegeben. Nur allzu leicht ist man geneigt, in Zeiten, die eine Aufwärtsentwicklung ankündigen, diese schon als vollendete Tatsache binzunehmen. Es steht außer Frage, daß es eine der wichtigsten Aufgaben bewußter Wirtschaftsführung ist, dafür zu sorgen, daß die deutsche Wirtschaft von den hohen Zinslasten, die auf ihr ruhen, befreit wird. Da sich jedoch berausgestellt hat, daß jeder nicht organische Eingrift mehr Schaden verursacht als eine planmäßige Durchführung bestimmter zlelsicherer Maßnahmen, wird man diesen Weg gehen. Die Zinskonversion, die zuerst allen wie ein Schreckgespenst erschien, ist inzwischen zu etwas Selbstverständlichem geworden. Sie wurde nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen großen Staaten, in England und Frankreich, durchgeführt, nur daß man dort nicht einen zwangsmäßigen Eingriff vornehmen mußte, sondern daß die Konversion freiwillig war. In Deutschland lagen die Verhältnisse ganz anders. Die Inflation hatte zu einer völligen Kapitalentblutung geführt, und um die Kapitalbildung zu fördern, bzw um neues Kapital herauszuholen, bediente man sich des Anreizes eines hohen Zinssatzes. Man hoffte selbstverständlich, zu gegebener Zeit diese Zinssätze abbauen zu können, und es sind auch Versuche gemacht worden, auf organischem Wege diese Zinsermäßigungen durchzuführen. In der Praxis stellte sich jedoch heraus, daß nach kurzen Intervallen einer vertrauensvolleren Stellungnahme die Kapitalbildung immer wieder infolge der Wirtschaftserschütterungen gehemmt wurde. Als Brüning seinerzeit die erste Zinskonversion vornah, gab es keinen einheitlichen Zinstyo in Deutschland. Man konnte nur sagen, daß der Sprozentige Zinssatz überwog. Jetzt gilt als Norm der öprozentige Zinssatz, und es ist anzunehmen, daß man versuchen will, den öprozentigen Zinssatz durch einen 4prozentigen zu ersetzen. Die Effektivverzinsung, die man bei Neuanlage von Kapitallen erzielen konnte, war in den letzten Jahren erheblich größer, da alle Anlagewerte beträchtlich gefallen waren. Papiere, die in ein bis zwei Jahren zum Parikurs fällig wurden, standen unter 50, so daß derjenige, der bei diesem Stand solche Werte erwarb. damit rechnen konnte, innerhalb des Zeitraums bis zur Fälligkeit sein Kapital zu verdoppeln und außerdem noch eine sehr gute Der Eigenverbrauch der Landwirtschaft: wertmäßig gesunken, mengenmäßig unverändert. Der Wert der landwirtschaftlichen Gesamtproduktion erreichte im Wirtschaftsjahr 1928-29 mit etwa 14 Milliarden Mark! seinen Höhepunkt. Im laufenden Wirtschaftsjahr dürfte der Wert der landwirtschaftlichen Erzeugung mit weniger als 9 Milliarden Mark kaum zwei Drittel des Wertes von 1928-29 betragen, obwohl die erzeugten Mengen um etwa 525 größer als damals sind, wozu vor allem eine Erhöhung der Getreideroduktion geführt hat. Die Verkaufserlöse der Landwirtsshaft, die sich 1928-29 auf 10.2 Milliarden Mark stellten, sanken 1932-33 auf 6.5 Milllarden Mark, der Eigenverbrauch der Landwirtschaft von 3.6 auf 2.3 Milliarden Mark. Daraus dart man jedoch, wie das Institut für Konjunkturforschung nachweist. nicht auf eine entsprechende mengenmößige Abnahme schließen: es handelt sich hier um eine Folge des Preisrückganges, der aus der Berechnung nicht ausgeschaltet werden dart, wenn man Verkaufserlöse und Selbstverbrauch der Landwirtschaft zusammenzählen will. Der Menge nach dürfte der Selbstverbrauch annähernd unverkndert geblieben sein. Eigenverbrauch der Landwirte Die in vorstehender Uebersicht angegebenen Werte des Selbstverbrauchs erscheinen auf den ersten Blick sehr niedrig: die Landwirtschaft hat etwa 14 Mill. Berufszugehörige: wenn man nun für 1928-29 mit einem Selbstverbrauch von 3.7 Milllard. Mark rechnet, so ergibt das einen Betrag von nur 264 RM. ie Kopf und Jahr. Dabei ist aber zu beachten, daß in dieser Zahl der Verbrauch nicht von Brot, sondern von Getreide, nicht von Fleisch, sondern von Vieh, nicht von Butter und Käse, sondern von Milch usw. enthalten ist. Sämtliche Verarbeitungskosten, Frachten und Handelsspannen die der städtische Konsument in den Lebensmittelpreisen bezahlt, sind in diesen Zahlen richt enthalten. Zollerhöhung für Margarine, Margarinekäse und Kunstspelsefett. CNB. Berlin, 24. März. Nach einer im beutigen Reichs. anzeiger veröllentlichten Verordnung wird der Zoll für Margarlse usw. von 30 auf 75 RM. ie Doppelzentser erhöht, der Zollsatz von 60 RM. nach dem Obertaril entfällt damit. Der Zoll für Margarluckäse usw. ertährt gleichfalls eine Erhöhung von 30 auf 75 RM. ie Doppelzentner. Der Zollsatz für Kunstspeiselett beträgt in Zukunft 75 RM, austatt bisher 12.50 RM. Die Verordnung tritt mit dem 29. März 1933 in Kraft. Verzinsung zu erzielen. Hatte das Papier beispielsweise einen Zinssatz von 625, so belief sich die Effektivverzinsung für den Erwerber sogar auf 12¾. Seit dem Herbst vorigen Jahres ist nun eine vollständige Korrektur der Rentenkurse eingetreten, die an sich nicht überrascht. Einmal mußte der Zeitpunkt kommen, da die am Geldmarkt angesammelten beträchtlichen Kapitalien, die hier nur eine niedrige, kaum ins Gewicht fallende Verzinsung erzielten, zum Kapitalmarkt wieder zurückflossen. Problematisch war nur. wann es hierzu kommen werde. Der Umschwung trat in dem Augenblick ein, als die Oeffentlichkeit darauf vertraute, daß wirtschaft- und kapitalfeindliche Maßnahmen nicht ergriffen würden. Das Tempo der Aufwärtsbewegung beschleunigte sich in demselben Maße, wie das Vertrauen auf eine ruhige Entwicklung wuchs. Ein besonderes Ausmaß haben die Kurserhöhungen in der letzten Woche angenommen. Bei einer so stürmischen Hausse besteht immer die Gefahr von Rückschlägen; doch ist mit einem wesentlichen Abgleiten der Kurse nicht zu rechnen, da die natürliche Entwicklungstendenz für alle Rentenwerte nach oben gerichtet ist. Die Frage ist nun, wann sind die Rentenwerte konversionsreil, bzw. ist der Augenblick gekommen, da durch eine große Anleiheaktion die Umschuldung zu Werten mit niedrigerer Verzinsung durchgeführt werden kann? Hier muß dringend davor gewarnt werden, ein Werk zu überellen, das bei ruhigem Abwarten in wenigen Monaten sorgenlos durchgeführt werden kann, während jede falsche Maßnahme unter Umständen zu einem gefährlichen Rückschlag zu führen vermag. Die Konversionsreite ist dann vorhanden, wenn die höchstverzinslichen Renten den Paristand erreicht haben bzw Ihn sogar überschreiten. Sowelt ist es im Augenblick noch nicht. Die Hypothekenpfandbriefe sind nur noch wenige Prozent von Pari entfernt. Auch eine große Zahl von Staatsanleihen hat sich so erholt, daß das Kursmanko sich nur noch auf etwa 10%5 beläuft. Dies ist an sich noch eine relativ hohe Differenz. Aber sie erscheint nicht mehr so bedeutend, wenn man bedenkt, wie tief die Papiere bereits gesunken waren. Kommunalobligationen hatten beisplelsweise nur noch ein Drittel ihres nominellen Wertes gegollen. Um eine echte Zinskonversion durchzuführen, wird man noch einige Zeit warten müssen, um auch die letzte Differenz zu überwinden. Aber der Zeitpunkt, zu dem eine echte Konversion durchgeführt werden kann, ist nicht mehr fern, besonders, wenn man mit Entschlossenheit eine Reorganisation des gesamten Finanzwesens der Länder, Gemeinden und Städte durchführt. l. S. Rheinische Bauernbank aufgelöst. Gläubiger erhalten eine erste Quote von 35%. WP. Köln, 24. März. Die seit Monaten schwebenden Verhandlungen der Rheinischen Bauernbank A.-G., Köln, mit der Bank für Landwirtschaft A.-G., Berlin, sind jetzt zum Abschluß gekommen. Das Berliner Kreditinstitut übernimmt die Organisationsform der Bauernbank. Es erfolgt also keine Vollfusion. vielmehr wird die Bauernbank gesondert liquidieren. Diese Uebernahme bedeutet also, daß die Bank für Landwirtschaft A.-G. die bisherigen Interessen des landwirtschaftlichen Personalkredites der Rheinischen Bauernbank A.-G. im Rheinland übernimmt. Der Abschluß bringt für die Bank für Landwirtschaft eine Ausdehnung ihres Geschäftes im Westen in einem von der Natur und den Marktverhältnissen begünstigten landwirtschaftlichen Bezirk Wesentliche Unterstützungen sowohl von Reichsseite als auch von der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt ermöglichen die sofortige Auszahlung einer Quote von 25% an die Gläubiger. Die Rheinische Bauernbank A.-G beruft auf den 18. April eine außerordentliche Generalversammnlung ein, der der Vertrag mit der Bank für Landwirtschaft zur Genehmigung vorgelegt wird. Nach erfolgter Genehmigung sowie Eintragung des Beschlusses im Handelsregister wird die Ausschüttung der Quote erfolgen.