Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Solingen. Bezugoprcia für die Wochen vom 1. die 15. Juli 1 Geldmark. Anzeigenpreise: Millimeterzelle lok. 5 Pfg., ausw. 13 Pfg., Reklame lok. 30 Pfg., ausw. 75 Pfz., Sammel=Anzeigen 30 Prozent Auschlag. Geschäftostelle: Brüderstraße 6—14, Fernsprecher 24. u. 209. PostscheaKonto Böin 36631. Zweiggeschäftostellen: Wald: 6. Weder, Haupistr., Teleson 1433, Oblige: Hane Teuber, Dässeldorferstr. 30, Teleson 243, Leichlingen: Lrnst Busch, Bahnhofstraße 13, Ausderhöhe: Hermann Tathenben, Austerdshe 13, Teieson Am Odige 1on. Haupischeftletung und verantwortlich für Poltsk, Naus und Unte. haltung: C. Müller=Sohler, Solingen (chr Stadts und Landkreis und Wirtschaft 6. Heinen, Soltugen für Sport und den Abrigen Teil: R. Schaberg, Solingen ür den Anzeigenteil:§. Schmitz, Solingen Berliner Schriftleiter: Banasch, Verlin Druck und Verlag: D. Voll, Solingen. esctint Goch uit Vurcher ir Spme und Sester. Nr. 190. Frstag, den 14. Joli 1992. 116. Jahrgang. Eine Rede Stresemanns in Elberfeld. Um das Sachverständigen=Gutachten. Zwischen Sorge und Hoffnung schwankt das deutsche Volk angesichts der sich vorbereitenden Entscheidung über die zukünftige Gestaltung der Reparationsfrage. Und es ist gut, daß alle Volkskreise sich tagtäglich mit der Frage befassen, was uns die Londoner Konferenz bringen wird. Wenn die Entscheidung der Reichsregierung, die das Sachverständigen-Gutachten als Verhandlungsgrundlage annahm, von dem übergroßen Teil des Volkes gutgeheißen wurde, so ist es heute, kurz vor Beginn der Verhandlungen, nicht sowohl Recht als Pflicht aller, wohlbegründete Forderungen und Befürchtungen vorzubringen, um die Möglichkeit und Freiheit des Schaffens wiederzuerringen, die wir jetzt nicht haben. Da unsere Befreiung nur durch schwerste materielle Opfer(zu erreichen ist, so hat die deutsche Wirtschaft allen Grund zur Nachprüfung, unter welchen Bedingungen die Schuldenlast, die wir auf uns zu nehmen haben, zu tragen ist, ohne daß wir zusammenbrechen. Mit dieser Frage befaßte sich gestern in Elberfeld der Eisenund Stahlwaren-Industriebund in einer Mitgliederversammlung, die durch die Teilnahme des Reichsaußenministers Dr, Stresemann eine besondere Bedeutung erhielt. Gemeinsam war die Bereitwilligkeit, durch Uebernahme schwerer materieller Opfer die Freiheit wiederzuerlangen. Wurde die Haltung der Reichsregierung auch grundsätzlich gebilligt, so fehlte es doch nicht an Einzelkritik, die sich in der Hauptsache auf die Thesaurierungspolitik des Reiches bezog. Ein Redner von der Berliner Industriellen=Vereinigung, die in scharfem Gegensatz stehi zum Reichsverband der deutschen Industrie, vertrat den radikalen Standpunkt der Ablehnung, des Nichtverhandelns, fand aber mit diesem seinem Standpunkt bei den versammelten Wirtschaftsvertretern, die aus eigenem Erleben heraus die surchtbare Wirkung des jetzigen Zustandes im besetzten und angrenzenden Gebiet kennen, keine Gegenliebe, Reichsaußenminister Stresemann besprach sodann unsere gegenwärtige innen= und außenpolitische Lage. Nachdem er den Dank und die Grüße der Reichsregierung übermittelt hatte, wandte er sich gegen den Vorwurf, daß die Regierung eine Politik der Thesaurierung treibe. Bei der Frage der Beamtenbesoldung vertrat er den Grundsatz, den durchzuführen er auch alle darüber hinausgehenden Besetzungen im Zusammenhang der Industrie empfahl, daß Qualitätsarbeit wieder besser bezahlt werden müsse. Eine internationale Festlegung des Achtstundentages halte auch er für wünschenswert; aber diese Festlegung sei nur möglich, wenn die Leistungen der Länder gleich seien. Es sei aber unmöglich, daß Deutschland sich zu den ungeheueren Reparationslasten bekenne und sich gleichzeitig auf den Achtstundentag festlege. Stresemann fuhr dann fort: Die Lage der deutschen Industrie ist gekennzeichnet durch die außergewöhnlich starken Kreditschwierigkeiten namentlich der Ausfuhrindustrie. Auf der Steigerung der deurschen Ausfuhr beruht die Hoffnung auf Deutschlands wirtschaftliche Wiedergenesung. Diese Steigerung deutscher Ausfuhrtätigkeit ist aber gleichzeitig Grundlage der von Deutschland nach dem Sachverständigen=Gutachten zu leistenden Kriegsentschädigungen, deren Uebertragung an das Ausland aus dem Ueberschuß der deutschen Wirtschaft ohne Gefährdung der deutschen Währung erfolgen soll. Damit ist die Frage der Entwicklung der deutschen Ausfuhr auch zum Kernproblem einer Durchführung des Sachverständigen=Gutachtens geworden, von dem seine reibungslose Erledigung abhängt. Drei Voraussetzungen sind für diese Entwicklung deutscher Ausfuhrtätigkeit gegeben. Einmal die Wiederherstellung der ungehemmten Entwicklung unserer weltwirtschaftlichen Beziehungen. Zweitens der Wegfall der wirtschaftlichen Hemmungen im Innern und endlich die Lösung der Kreditfrage, nicht nur im Sinne einer Aenderung der Politik der Reichsbank, sondern des Hereinströmens ausländischer Kredite. Im Zusammenhange mit dem Fortfall der Deutschland durch den Versailler Vertrag auferlegten handelspolitischen Fesseln und im Zusammenhange mit dem Interesse der Alliierten an einer Steigerung der deutschen Exportleistungen für die Möglichkeit der Uebertragung deutscher Kriegsentschädigungszahlungen ist wohl zu hoffen, daß die Aera der Handelsvertragsverhandlungen, vor der wir stehen,uns die wirtschaftliche Gleichberechtigung wieder verschaffen wird. Die Herstellung der deutschen wirtschaftlichen und finanziellen Einheit ist das zweite Problem, das im Einvernehmen mit Deutschland bei Regelung des Sachverständigen-Gutachtens gelöst werden muß. Der Begriff der wirtschaftlichen und finanziellen Einheit schließt die Verwaltungshoheit in sich und bedingt die Wiederherstellung des status quo vor dem Ruhreinbruch. Es kann weiter kein Zweifel darüber bestehen, daß die deutsche Produktion nicht gehemmt werden kann durch die Fortdauer der militärischen Besatzung in den nicht vertragsmäßig besetzten Gebieten. Die Staatsmänner Englands und Frankreichs sind in Paris zusammengekommen und haben sich bemüht, eine Konstruktion zu finden, die das Sachverständigen-Gutachten nicht als außerhalb des Vertrags von Versailles stehend erscheinen läßt. Ohne zu diesen Beschlüssen gegenwärtig Stellung zu nehmen, muß doch festgestellt werden, daß die Einschränkung der deutschen wirtschaftlichen und finanziellen Souveränität durch das Sachverständigen=Gutachten über die Bedingungen hinausgeht, zu denen wir nach dem Versailler Vertrag verpflichtet sind. Man kann uns deshalb diese Bedingungen nicht aufzwingen. Die Entscheidung unterliegt letzten Endes der Beschlußfassung des deutschen Reichstages. Für diese Beschlußfassung wird es entscheidend sein, ob der Vertrag von Versailles, auf dessen formeller Durchführung in Bezug auf die Kompetenzen der Reparationskommission von der Gegenseite so entscheidender Wert gelegt wird, auch darin wiederhergestellt wird, daß für Deutschland diejenige Grenze gilt, die es nach dem Vertrage von Versailles hat, und Sicherheit dafür getroffen werden muß, daß mit der Durchführung des Sachverständigen-Gutachtens aufhören. Nur durch eine Anerkennung dieser Grundsätze werden wir bei den bevorstehenden Abmachungen diejenige Grundlage friedlicher Verständigung erreichen, die eine neue Aera wirtschaftlicher Verständigung anstelle des bisherigen Systems der Gewalt setzt. Nachdem dann Direktor Kraemer vom Präsidium des Reichsverbandes der deutschen Industrie über Industrie und Sachverständigen=Gutachten gesprochen und Dr. Hugo betonr hatte, daß der Augenblick der Entscheidung noch gar nicht da sei, sondern erst in London komme, rechtfertigte als Vertreter des Vorstandes des Reichsbundes der Industrie, Fabrikant Frowein, die Taktik des Verbandes, wobei er hervorhob, daß eine ganze Reihe von Erleichterungen durch die Verhandlungen in den Komitees erzielt worden seien. In einem längeren Schlußwort nahm Dr. Stresemann zu den Referaten Stellung und entfachte durch seine temperamentvollen, klaren Darlegungen stürmischen Beifall. Es ist kein Zweifel, daß gerade die Wirtschaft des Westens fest hinter der Reichsregierung steht, wenn sie demnächst um ihr Programm in London kämpfen wird, das die Erhaltung und Sicherung eines selbständigen nationalen und wirtschaftlichen Eigenlebens zum Ziel hot. M.S. Beutschland. Eine deutschnationale Erklärung. MTB. Berlin, 11. Juli. Zu den Gerüchten über neue Verhandlungen wegen des Eintritts der Deutschnationalen in die Regierung bemerkt die Kreuzzeitung, diese Nachricht entspräche nicht den Tatsachen. Sie sei von maßgebender deutschnationaler Stelle ausdrücklich zu der Erklärung ermächtigt, daß niemand zu diesem Zweck an die Deutschnationale Partei herangetreten sei. In einer Zuschrift an die Rechtspresse nimmt die deutschnationale Parteileitung Stellung zu der Haltung des Zentralausschusses der Deutschen Volkspartei in Frankfurt. In der Erklärung heißt es u. a., die Annäherung des Zentralvorstandes der Deutschen Volkspartei und somit Stresemanns an den deutschnationalen Standpunkt müsse für die gesamte äußere und innere Politik eine hochbedeutsame Wendung darstellen. Für die deutschnationale Partei und ihre Presse bestehe aller Anlaß, die öffentliche Meinung des Aus= und Inlandes mit vollem Nachdruck auf den Frankfurter Beschluß der deutschen Volkspartei hinzuweisen, der für den weiteren Verlauf der Verhandlungen über das Sachverständigengutachten von ausschlaggebender Bedeutung werden müsse und Deutschland nur zum Vorteile dienen könne. Am Schluß der Erklärung heißt es, welche praktischen Folgen ; die innere Politik der zweite Beschluß auf Heranziehung der Deutschnationalen zur Regierungsbildung haben körne, hänge von der Art und Weise ab, wie die deutschvolksparteilicheEntschließung über das Sachverständigengutachten durchgeführt werde.— Diese deutschnationale Erklärung ist. ganz im Sinne des deutschnationalen Parteiführers Graf Westarp gehalten, daß die Deutschnationalen sich nach wie vor nach der Verantwortung drängten.— per Ver Kommunistische Vorbereitungen für einen neuen Putsch. MTB. Essen, 10. Juli. Es wird nunmehr bekannt, daß in der kommunistischen Partei im Ruhrgebiet und im ganzen Reich Kräfte am Werke sind, die auf einen neuen Putsch hinarbeiten. Der freigewerkschaftlichen Presse im Ruhrgebiet ist ein Schriftstück der kommunistischen Betriebsrätezentrale in die Hand gefallen, in dem dargelegt wird, daß die Verhältnisse in Deutschland für eine neue Revolution gereift seien. Vom 15. Juli ab sollen für die Partei neue Richtlinien gelten und die ganze bisherige Organisation in eine einheitliche Leitung übergeführt werden. Bisher war die Partei in Distrikte eingeteilt. Nunmehr soll die Verwaltung auf die Betriebszellen übergehen und in jeder Stadt in der Hand eines Hauptbetriebszellenleiters zentralisiert werden. Auch Frauen und Erwerbslose sollen hierbei eine große Rolle spielen. Eine Woche lang soll diese Umgruppierung dauern, und danach soll mit verstärkter Macht an der Verbreitung der kommunistischen Ideen in Wort und Schrift gearbeitet werden. Vom 3. bis 11. August sind dann öffentliche Versammlungen und Massendemonstrationen vorgesehen. Allerdings glaubt man, daß nach den letzten Erfahrungen, die man mit Demonstrationen im Ruhrgebiet gemacht hat, die Beteiligung nur sehr gering sein wird. Hand in Hand mit diesen Umgruppierungen soll auch die Internationale Arbeiterhilfe auf eine neue Basis gestellt werden. Sie soll weiter ausgebaut werden und ein mehr neutraleres Aushängeschild bekommen. Bezeichnend hierbei ist, daß eben jetzt auch die Union der Hand= und Kopfarbeiter ihre gesamte Organisation umzustellen begonnen hat. Die selbständigen Wirtschaftsbezirke sind bereits verschwunden, und dafür ist auch hier der Hang nach einer einheitlichen Verwaltung durchgeführt worden. In verschiedenen Orten hat dies allerdings Letzte Telegramme. Teilung der Konferenz? MTB. Berlin, 11. Juli. Der Londoner Korrespondenk der Voss. Ztg. schreibt seinem Blatte, in gutunterrichteten englischen Stellen verlaute, daß die Konferenz, zu der man insgesamt 150 delegierte Sachverständige und Beamte erwarte, sich am ersten Tage mit Geschäftsordnungsfragen und mit der Bildung von Sachverständigenausschüssen befassen werde. Die eigentlichen Beratungen der Delegationsführer werden Donnerstagvormittag beginnen. Der zweite Teil der Konferenz, zu der nach englischem Wunsch Deutschland als gleichberechtigt hinzugezogen werden solle, solle in Paris abgehalten werden. Die Frage der beiden Termine für die Verabschiedung der Gutachtengesetze in Deutschland und die darauf folgende Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen sei in die englisch=französische Note nicht aufgenommen worden, weil hierin zwischen Frankreich und England keine Meinungsverschiedenheit bestanden habe. Die Note habe nur die Aufgabe gehabt, Differenzpunkte klarzulegen. Es sei anzunehmen, daß die Konferenz sowohl Deutschland als auch Frankreich und Belgien eng beieinanderliegende Fristen für die völlige Anwendung des Sachverständigenplanes setzen würde. In Zukunft müsse nach englischer Auffassung jede alliierte Sonderaktion ausgeschlossen sein. MTB. Paris, 11. Juli. Petit Parisien teili mit, daß Deutschland zu der allgemeinen Aussprache auf der Londoner Konferenz nicht zugelassen werde. Die deutschen Vertreten würden zum Schluß der Konferenz hinzugezogen, um die in der Konferenz getroffenen Bestimmungen anzuhören und zu unterzeichnen. * Amerika winkt ab. MTB. Washington, 11. Juli. In Washingtoner amtlichen Kreisen versichert man, daß Präsident Coolidge zweifellos die Gelegenheit zur Ernennung eines mit regulären Vollmachten versehenen amerikanischen Mitgliedes der Reparationskommission wahrnehmen werde, doch sei hierzu die Zustimmung des Kongresses erforderlich, der sich bisher stets gegen eine derartige Ernennung ausgesprochen habe. Etwas anderes wäre es, wenn sich die Alliierten damit einverstanden erklärten, daß der gegenwärtige amerikanische Beobachter in der Reparationskommission, [Oberst Logan, persönlich seine Stimme abgebe, ohne die amerikanische Regierung dadurch irgendwie zu verpflichten. Oberst Logan würde dann eine ähnliche Stellung einnehmen wie Dawes. Ob aber dann seine Stimme bei einer Entscheidung ausschlaggebende Kraft haben könne, sei zu bezweifeln und hänge von den Alliierten ab. Der deutsch-amerikanische Friedensvertrag widerspreche übrigens einer amerikanischen Beteiligung bei der Reparationskommission. Unter diesen Umständen werden die englisch=französischen Vereinbarungen von Paris an gewissen offiziellen Stellen skeptisch beurteilt. Ueber den Aufenthalt des amerikanischen Botschafters Houghton in London und Berlin verlautet, daß der Botschafter sofort nach der Verabschiedung der Gutachtengesetze im Reichstag zur Berichterstattung nach Washington zurückkehren und daran anschließend seinen Urlaub nehmen werde. Wieder eine Niederlage Macdonalds. MTB. London, 11. Juli. Das Kabinett Macdonald hat im Unterhaus seine neunte Niederlage erlitten, indem mit einer Mehrheit von 10 Stimmen ein Zusatzantrag zur Vorlage über die Löhne der Landarbeiter angenommen wurde, der vom Landwirtschaftsminister bekämpft worden war. Nach der Abstimmung erklärte der Minister, die Niederlage erscheine ihm so ernst, daß die Regierung die Folgen in einer ihrer nächsten Sitzungen prüfen werde. Belgiens Vertrauen. MTB. Brüssel, 11. Juli. Die Kammer hal gestern nachmittag die Aussprache über das Budget des Außenministers eröffnet. Der Außenminister Hymans erklärte dabei zur politischen Lage, daß die belgische Regierung das Sachverständigengutachten angenommen habe, obwohl es nicht völlig befriedige. Man müsse aber praktisch sein; daher seien Theunis und er immer der Ansicht gewesen, daß die Besetzung des Ruhrgebietes nur ein Mittel und nicht ein Zweck gewesen sei. Die bisherige Besetzung der Ruhr habe man, weil sie nur Zweck sei, nicht auf unbestimmte Zeit verlängern können. Man dürje mit dem größten Vertrauen zur Londoner Konferenz gehen. schon zu Absplitterungen verschiedener Richtungen geführt, sodaß mit dieser Neuregelung das Gegenteil von dem gewollten Zweck erreicht werden wird. Der Eindruck der Antwortnote in Berlin. BB. Berlin, 10. Juli. Die Antwort des Botschafterrats auf die Militärkontrolle Deutschlands hat in hiesigen politischen Kreisen keine Ueberraschung erregt, da man ja auf die Forderungen gefaßt war. Der höfliche Ton der Note wird anerkannt. Nachdem man auf deutscher Seite unter schwierigen Verhältnissen das weiteste Entgegenkommen gezeigt hat, wird nunmehr erwartet, daß auch die Gegenseite die Kontrolle in einem Geiste durchführen wird, der den berechtigten Interessen des; deutschen Volkes und dem internationalen Streben nach Schaf) fung einer gesunden Atmosphäre im Völkerleben Rechnung träßt. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. Aus Stadt und Umgegend. Solingen, 10. Juli. Flachbau oder Hochbau? Die Frage„Flachbau oder Hochbau“ ist noch immer nicht geklärt. Wichtig ist, ob man vom rein wirtschaftlichen, oder auch vom menschlich seelischen Standpunkt an diese Frage herangebt. In einer Untersuchung, die Prof. H. Wolff hierüber anstellt. wirft er die Frage auf: Wo sollen wir heute in Deutschland 250 bis 200 Quadratmeter Boden für eine einzelne Kleinwohnung mit Garten hernehmen? Wie sollten wir für die 2 Millionen fehlender Wohnungen in Deutschland die dann erforderlichen 40000 Hektar der landwirtschaftlichen Bestellung entziehen? Wohl würden die Häuser, die wir heute bauen, durch Jahrzehnte das Wohlfahrtspflege als Beruf. Von beiurich hirtsiefer, Minister für Volkowohlfahrt. Sclus) Erst später bildete sich neben der sizialen Arbeit der Frau auch die soziale Berufsarbeit des Mannes aus. Sowohl in der privaten wie in der öffentlichen Wohlfahr spflege steht der Mann im Helserdienst, vor allem aber in der sozialpädagogischen, beitenden oder verwaltenden Tätigleit. Prosessor Klumker in Frankfurt veranstaltete Lehrgänge über Jugendwoyljahrtspfloge im Fürsorgeseminar der Universttät Frankfurt zur Ausbildung männlicher Kräfte, und ein ähnliches Zie“, wenn auch in erweitertem Umseng, hat sich der Ausschuß für Jugend- und Wohlfahrtspflege am Seminar für Wirtschaft und Sozialwissenschaften der Universität Münster i. W. gestellt. Beide Kurse wollen auf wissenschaftlicher Grundlage Kräfte mit akademischer Vorbildung ausbilden. Das Ministerium hat diese BestrebunWobnen erbeblicher Teile der Bevölkerung bestimmen, aher lieber gen finanziell unterstützt und in Aussicht genommen, die Ausein= in joder Bezjahung heschoidone Wohnung ale die Inein= bildung Wahlfahrtänsleger insoweit# regeln als dies bei eine in jeder Beziehung bescheibene Wohnung, als die Ineinanderpferchung der Bewohner in Mietskasernen. In der„Magd. Zta.“ schlägt daher Pros. Wolfi als den einfachsten Weg der Hilfe die Anwendung des Flachbaues in seinem Sinne, nicht des Einzelhauses verstanden, vor, d. h. es sind nur so viele Wohnungen unter ein Dach zu bringen, daß keine derselben höher als im zweiten Stock liegt, wobei häufig nur je drei übereinanderliegende Wohnungen einen eigenen Zugang haben, und bei Aneinanderreihung von drei= oder viermal je drei Wohnungen zwischen zwei Brandmauern flache. langgestreckte Wohngebäude entstehen, denen durch Vorgarten und ausreichenden Hof alle wesentlichen Vorteile des Kleinhauses mitgegehen werden. Im Flachbau kostet die normale Kleinwohnung nur etwa 7500 Mark. Damit zeigt Wolff einen Weg, wie er seit Jahrzehnten schon erfolgreich in Bremen beschritten ist, das von allen deutschen Großstädten die günstigste Bebauungsziffer aufweist. Nichtzahlung von Hauszinssieuer gibt Grund zur Räumungsklage. Die zwangsweise Räumung von Wohnungen auf Grund rechtskräftiger Urteile der Mietgerichte kann auch dann erfolgen, wenn die Stellung einer Ersatzwohnung nicht möglich ist. In der größten Zahl der Räumungsklagen wird als Grund für die beanspruchte Räumung die Nichtzahlung oder unvollständige Zahlung der Miete angegeben. Da zur Miete auch der Anteil des Mieters an der Hauszinssteuer gehört, würde alse, salls der Mieter sich weigert, diesen Anteil zu tragen, der Vermieter erfolgreich Räumungsklage erheben können. Es scheint im Interesse aller Beteiligten zu liegen, wenn diese Ltechtlage gebührend berücksichtigt wird.— in= Beschlüsse der Vaukon mission. In der gestrigen Sitzung der Baukommission wurde die Beschaffung einer Motor=Strabenkehrmaschine beschlossen, die Anschaffung eines Motor=Spreng= wagens dagegen soll der Stadtverordneten=Sitzung am Dienstag zur Entscheidung vorgelegt werden. Ferner wurde die Beschaffung von 300 neuen Müllgefäßen genehmigt. Auf den Schulhösen der Schulen Zweigstraße, Mittelstraße und Augustastraße sollen Trinkbrunnen angelegt werden. Die Pflasterung der Düsselderferstraße hielt die Baukommission einstimmig für unbedingt notwendig. Die Verhandlungen mit der an den Kosten beteiligten Nachbarstadt Wald werden sofort eingeleitet. Die Gewährung von Hauszinssteuerhypotbeken an verschiedene private Baulustige wurde zurückgestellt, bis die Grundsätze dafür aufnestellt sind. Die Einziehung von Wegen in Hohenscheidt, wie sie der Besitzer Arthur Hammesfahr beantragt hat, stimmte die Baukommission nicht zu, sie war vielmehr einstimmig der Meinung, daß die Bürgerschaft ein großes Interesse an der Beibehaltung der in Betracht kommenden Wege habe. Infolgedessen erklärte sich die Baukommission einstimmig gegen die Einleitung des Wegeeinziehungsverfahrens. Außerdem wurden noch verschiedene kleinere Grundstückssachen erledigt. sowie einige Arbeiten für städtische Gebäude vergeben. ein= Der schöne Kastanienbaum nor dem Hause Wolters an der Kölnerstraße muß leider ein Opfer des Verkehrs werden weil er bei der jetzigen Regulierung mitten in den Bürgersteig zu liegen käme. Gr kann daher unter keinen Umständen belossen werden. ( Die Versendung von Wertsachen nach dem unbesetzten machten sich am heutigen Vormittag im Zahlungsverkehr große Schwierigkeiten bemerkbar. Es wäre Aufgabe der Postverwaltung, baldigst für Aufklärung zu sorgen und die Stelle anzugeben. wo die Genehmigung eingeholt werden muß. G Ein Autounfall, der leicht schlimme Folgen hätte daben können, ereignete sich heute früh um 5 Uhr am Schlachthof. Ein von Holland kommendes Auto mit Anhängewagen. beladen mit großen Mengen frischen Gemüses, geriet beim Passieren der Schlachthofstraße, offenbar infolge Versagens der Bremse. so ins Rutschen, daß der Führer es nicht zum Stehen bringen konnte. An der Kurve schlug der Anhänger, der allein etwa 80 Zentner Gemüse trug, um, legte sich ganz auf den Rücken(Räder nach oben) und wurde noch etwa 50 Meter weit mitgeschleift, bis das Gefährt vor dem Verwaltungsgebäude zum Stehen kam. Der Begleitmann des Anhängers war glücklicherweise kurz vor dem Umkippen abgesprungen. Es ist infolgedessen niemand zu Schaden gekommen. Das Gemüse, das für den Markt bestimmt war. wurde jedoch über die ganze Straße verstreut. (Burg a. d. W., 11. Juli. Wieder auf freien Fuß wurden im Laufe des gestrigen Nachmittags die sechs Mitglieder der Kommission für die Feststellung von Besatzungsschäden, die am Tage vorber auf die Anschuldigung eines wiederholt bestraften Technikers aus Burg unter dem Verdacht. die Regierung betragen und Urkunden gefälscht zu haben, verhaftet und in das Elberfelder Untersuchungsgefängnis gebracht worden waren. Zum Zwecke der weiteren Aufklärung wurden jedoch die Bücher des Elektrizitätswerkes beschlagnahmt. Die Verhafteten, von denen 3 aus Burg, 2 aus Wermelskirchen und 1 aus Lobberich stammen, wollen gegen den Ankläger vorgehen, sobald das Verfahren abgeschlossen ist. dem Landkreise Solingen. Wald= Mangenberg, 11. Juli. Der ruhestörende Lärm an der Ecke der Milch= und Dönhoffstraße, über den die Anwohner seit Jahr und Tag berechtigte Klage führen, nimmt in den letzten Tagen wieder überhand. Ein gutes Dutzend. junger Burschen aus der Nachbarschaft treibt sich dort Abend für Abend herum und treibt unter dem Schutze der Dunkelheit— eine dort stehende Gaslaterne brennt seit längerer Zeit nicht mehr— sein Anmisen. Neuerdings begnügen sie sich aber nicht mehr mit Lärmen, sondern sie werfen auch mit Steinen in die benachbarten Gärten und gegen die Häuser. Erst dieser Tage flog einem Anwohner im Garten ein dicker Stein dicht am Kovf vorbei. Alle Beschwetden der Anwodner haben bisher nichts genutzt. Im Gegenteil, es ist immer schlimmer geworden. Auch gestern abend mar es wieder einmal so unerträglich, daß die Polizei sich veranlaßt lag. bildung der Wohlfahrtspfleger insoweit zu regeln, als dies bei der wirtschaftlich schwierigen Lage und der Nowendigkeit freiester Entsaltung und Entwicklung der Wohlfahrtspflege zurzeit möglich ist. Die Lehrgänge für Sozialbeamte an der Verwaltungsakademie in Berlin verfolgten als Fortbildungslehrgänge ein ähnliches Ziel und bedürfen gleichfalls der Eingliederung in das große soziale Ausbildungswesen. Das Jugendfursorgeseminar an der Hochschule für Politik in Berlin ist noch ganz in der Entwicklung begriffen. Um auch Minderbemittelten die soziale Ausbildung zu ermöglichen, hat das Ministerium den Schulen kleinere und größere Stipendien zur Verfügung gestellt, und gerade in der Zeit, in der der soziale Aufstieg großer Volksschichten erfolgte, hat es den Kindern des Volkes den Eintritt in die Wohlfahrtsschulen und Wohlfahrtskurse erleichtert. Trotz aller sozialen Ausbildungsstätten ist ein Teil der Wohlfahrtspfleger und Wohlsahrtspflegerinnen ohne Vorbildung in das Berufsleben eingetreten. Je schwieriger die Arbeit wurde, desto mehr stellte sich der Mangel an Kenntnissen heraus. Deshalb sind unter Führung des Ministeriums soziale Nachschnlungskurse, die drei bis sechs Monate dauern, in den meisten Wohlfahrtsschulen seit 1920 eingerichtet worden, um die Wohlfahrtspflegerin für ihre Arbeit fähiger zu machen und ihr die Möglichkeit zu geben, die staatliche Anerkennung als Wohlfahrtspflegerin zu erlangen. Die Kurse tragen se nach dem Bedürfnis einen verschiedenartigen Eharakter. Ein Kursus wurde im westsälischen Industriegebiet veranstaltet und erstreckte sich fast über ein ganzes Jahr. Die meisten gliederten sich streng in den Rahmen der Wohlfahrtsschule ein. Im letzten Jahre sind in Frankfurt und Berlin auch männliche Kräfte zu diesen Nachschulungskursen zugelassen worden. Obwohl die Erfolge dieser Kurse je nach dem Bildungsgrad der Teilnehmer und Teilnehmerinnen ganz verschiedenartig waren, darf man doch behaupten, daß sie dazu beigetragen haben, Hunderten von Wohlfahrtsvflegerinnen den Weg zu neuer Arbeit zu öffnen und die Fähigkeit zu intensiverer Tätigkeit zu vermitteln. Wohlfahrtspflegerinnen, die mehr als fünf Jahre in der praktischen beruflichen Wohlfahrtsarbeit standen, ist die staatlichen Anerkennung auch ohne Teilnahme an einem Fortbildungskurfus gegeben worden. Ueberhaupt hat die staatliche Anerkennung fördernd auf die Entwicklung des Berufsstandes der Wohlfahrtspflegerin eingewirkt. Sie hat nicht nur die Fürsorgerin angestachelt, sich noch weiter auszubilden, sondern ist auch den Behörden und den Vereinen der privaten Wohlfahrtspflege eine Aufmunterung gewesen, gut geschulte Wohlfahrtspflegerinnen einzustellen. Man darf heute schon sagen, daß die staatlich anerkannte Wohlfahrtspflege sich„durchgesetzt“ hat, und zwar sowohl durch ihr staatliches Gepräge als auch durch die Voraussetzungen, die zu der Anerkennung führten. Das Ministerium war sich auch immer bewußt, daß die ehrenamtlich soziale Arbeit die beste Stütze für die Berufsarbeit ist, und deshalb sind die großen Spitzenorganisationen der Wohlfahrtspflege durch Beihilfen des Ministeriums angeregt worden, soziale Ausbildungskurse zur Schulung von ehrenamtlichen Helferin und Helferinnen zu veranstalten.(Caritasverband für das katholische Deutschland, Zentralausschuß für die innere Mission, Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt, Zentralwohlfahrtsausschuß der christlichen Arbeiterschaft.) Al.: Maßnahmen auf dem Gebiete des sozialen Ausbildungswesens sind in engster Fühlungnahme mit der Konserenz der sozialen Frauenschulen, den führenden Wohlfahrtsvereinen, dem Städtetag, dem Verband der Landkreise und anderen maßgebenden Stellen getroffen worden. Das soziale Ausbildungswesen hat noch keine festgefügten Formen. Es ist ganz im Fluß, und seine Anvassung an die Bedürfnisse des praktischen Lebens und an die Ziele und Grundlagen der Wissenschaft werden es lebendig erhalten. Sowohl die Regelung und Förderung der Ausbildung der männlichen Kräfte in der Wohlfahrtspflege wie die Sorge für die besonderen Bedürfnisse der Erziehungsanstalten gehören zu den nächsten Zukunftsaufgaben des Ministeriums. 2. Referentinnen an den Oberpräsidien und Regierungspräsidien, Wohlfahrtspflegerinnen. Die Referentinnenstellen sind hervorgegangen aus den Frauenreferaten der Kriegsamtsstellen und Kriegsamtsnebenstellen, die während des Krieges eingerichtet worden waren, um vor allem die Fürsorge für die arbeitenden Frauen und Mädchen und die notleidenden Familien und Kinder zu organisieren. Durch Staatsministerialbeschluß sind im Jahre 1919 bei einer Anzahl von Oberpräsidien bezw. Regierungspräsidien nach Beendigung des Krieges diese Stellen beibehalten worden. Sie wurden durch diesen Beschluß dem Ministerium für Volkswohlfahrt unterstellt, weil die Referentin im Dienste der Volkswohlfahrt wirken soll. Solche Referate blieben bestehen an den Oberpräsidien in Magdeburg, Stettin, Hannover, Kiel, Königsberg und zunächst auch in Breslau(die Referentin wurde später vom Landeshauptmann übernommen) und an den Rezierungen in Köln, Koblenz, Trier, Aachen, Arnsberg, Schneidemühl, Kassel, Münster, Wiesbaden und Liegnitz. Das Ministerium hat von Anfang an die Arbeit der Referentin nicht scharf umgrenzt, sondern sie aus den Bedürfnissen des Bezirks organisch wachsen lassen. Es hat sich im Laufe der Zeit herausgestellt, daß sie in den Aufgaben der Gesundheitsfürsorge die Mitararbeiterin des Regierungs= und Medizinalrats wurde und auf anderen Gebieten, wie z. B. auf dem der Jugendpflege, Jugendfürsorge, Angelegenheiten der Fürsorgerin, ein selbständiges Dezernat erhielt. Die Referentinnen haben vor allem die lebendige Fühlungnahme mit allen Gruppen der Bevölkerung, mit den Vereinen der Wohlfahrtspflege und den Anstatten und Heimen gefördert. Im Jahre 1923 sind vier Referentinnen zu Regierungsräten ernannt worden, und zwar bei den Regierungen in Liegnitz, Köln, Trier und Münster. Die Einstellung von Frauen für die Aufgaben der Wohlfahrtspflege in die Verwaltung ist von grundsätzlicher Bedeutung gewesen. Sie haben nicht nur die besonderen Notstände der Frauen und Kinder mitbearbeitet, sondern auch durch bie Anregung zur Einstellung von Kreisfürsorgerinnen und Gmeindeschwestern, durch Pflege der Weiterbildung dieser Grupven in der Stadt und auf dem Lande, durch Veranstaltung vieler Konferenzen, an denen sowohl die Fürsorgerinnen wie die Wöhlfahrtspfleger und=pflegerinnen der privaten und öffentlichen Fürsorge teilnahmen, durch Einrichtung von Kinderhorten, Kindergärten, Kinderheimen und anderen Anstalten die gesamte Wohlfahrtspflege gefördert. Auch mit den Gruppen der weiblichen Jugendpflege und Jugendbewegung wurde durch Kurse und Konferenzen lebendige Fühlung gehalten. einzuschreiten und die Burschen von der Straße zu vertreiben. Es erscheint angebracht, daß die Polizei ihr Augenmerk etwas jedem einzelnen Falle einer besonderen Genehmigung der Rbein= öster auf diese dunkle Straßenecke wirkt, die sich zu einer landkommission. Die Versendung von Wertbriefen nach dem Ausland ist überhaupt verboten. Da die hiesige Postverwaltung bisher keine diesbezügliche Bekanntmachung veranlaßt hat, verrufensten des ganzen Mangenberger Bezirks herausgebildet hat. Es würde wahrscheinlich auch schon etwas erreicht, wenn die Laterne wieder angezündet würde, damit nicht alles unter dem Schutze der Dunkelheit vor sich gehen kann. O Wald. 11. Juli. Ein weiterer Kindertransvort geht am kommenden Montag nach Meißen in Sachsen. Die Eltern derjenigen Kinder, die im vergangenen Jahr von ihren Gastgebern in Meißen noch einmal eingeladen waren, können, wie wir erjahren, ihre Kinder am Montag wieder mitfahren lassen, wenn sie sich bis spätestens Samstag beim Wohlfahrtsamt mit den Einladungsschreiben der damaligen Gastgeber einfinden. 7) Wald, 11. Juli. Die Frage des Anschlusses der Walder Volkshechschule an die Solinger Volkshochschule ist Gegenstand einer Beratung des Volksbildungsausschusses am heutigen Nachmittag. ( Wald. 11. Juli. Das Kuratorium der höheren Mädchenschule tritt nächsten Mittwoch zusammen, um sich mit Vergebung von Freistellen, Niederschlagung von Schulgeld usw. zu beschäftigen. O Wald, 11. Juli. Wegen mehrerer Sittlichkeitsverbrechen, begangen an jungen Mädchen im Alter von etwa 13 Jahren, wurde der ehemalige kommunistische Stadtverordnete Jung verhaftet und dem Amtsgericht Solingen zugeführt. (9 Wald. 11. Juli. Die Schuldeputation wählte lin ihrer gestrigen Sitzung den Lehrer Strerath zum Rektor der kath. Schule Kamperstraße und den Lohrer Huffert zum Rektor der freien Schule Eintrachtstraße. Ob die Wahlen bestätigt werden, was angesichts der Abbauverordnung nicht ohne weiteres gegeben ist steht noch nicht fest. Die Schuldeputation beschloß ferner, 3 Schulstellen, die durch Pensionierung frei werden. abzubauen, d. b. nicht wieder zu besetzen. Sie beschäftigte sich auch mit den Abbauvorschriften der Verwaltung überhaupt, stellte sich jedoch auf den Standpunkt, daß ein weiterer Abbau zunächst für die Schule nicht in Frage komme, da die Abbauverordnung im besetzten Gebiet bekanntlich noch nicht in Kraft petreten ist. Wald, 11. Juli. Genehmigte Schiedsmannswahl. Die Wiederwahl des bisherigen Schiedsmannes Fabrikanten Friedrich Neubert zum Schiedsmann des 2. Bezirks für weitere 3 Jahre hat die Genehmigung des Landgerichtspräsidiums gefunden. Gräfrath, 10. Juli. Die Dringlichkeitskarte für Wohnungsuchende auch in Gräfrath eingeführt. Auf Grund der in den Nachbarstädten Solingen. Wald und Obligs gemachten guten Erfahrungen in Bezug auf die Ausstellung von Ausweiskarten für Wohnungsuchende, ist nun auch Gräfrath dazu übergegangen und stellt diese Karten für Wohnunssuchende aus, die auf der Drinslichkeitsliste stehen. Vorläufig kommen nur 1—8 Zimmerwohnungen in Frage. Ueber größere Wohnungen entscheidet vor wie nach der Wohnungsausschuß. Die Karten sind, damit keine Verwechselungen mit den Nachbarstädten vorkommen können, von gelder Farde. Die Richtlinien für den Auspruch auf eine Karte lawie die nüberen Bedingungen für Mieter und Vermieter sind an der Bekanntmachungstasel im Flur des Rathauses zum Ausbang gebracht. (:) Gräfrath. 11. Juli. Lebensmüde war ein Instrumentenmacher von der Focherstraße. Er versuchte sich im Bette mittels Rasiermesser in der vergangenen Nacht die Pulsader an beiden Händen durchzuschneiden. Rechtzeitig wurde sein Vorhaben bemerkt. Der herbeigeholte Arzt legte ihm einen Notverband an, werauf er von der Canitätskolonne ins Krankenhaus überführt wurde. Letzte wirtschaftliche Nachrichten. Berliner Wertpapierbörse. (Kurse in Billionen Prozent) Amtliche Berliner Devisen-Kurse vom hegtigen Tage(11. Juli). Amerika(1 Dollar) England(1 Pfd. Sterling) Holland(100 Gulden) Frankreich 10 Franken) Schweis(100 Franken) Italien(100 Lire) * Die hiesigen Preiverkehrskurse waren am heutigen Mittag wenig verändert. Stimmung nach wie vor still. Brrnngee=Dagerin.. Freitag, den 11. Juli 1924. Die Antwort auf die deutsche Kontrollnote. Tiach Der Bariser= Wifst., Beginn der Kontrolle am 20. Juli. WTB. Berlin, 10. Juli. Die Antwortnote des Botschafterrats auf die Militärüberwachungsnote der deutschen Regierung vom 30. vorigen Monats ist gestern mittag der deutschen Botschaft in Paris zugegangen. Der Inhalt der Note, die bisher nur in einem telegraphisch übermittelten Auszug vorliegt, ist etwa folgender: Ohne auf die zu Beginn der letzten deutschen Note dargelegten verschiedenen Gesichtspunkte von neuem eingehen zu wollen, nehmen die verbündeten Regierungen mit Befriedigung davon Kenntnis, daß die deutsche Regierung der Durchführung einer Generalinspektion des deutschen Rüstungsstandes durch den Militärüberwachungsausschuß zustimmt. Diese Zustimmung läßt hoffen, daß die deutschen Behörden bei der Erledigung der Arbeiten, deren Abschluß auch das Ende der Aufgaben des Ausschusses bedeuten soll, aufrichtig mitarbeiten wollen. Auf diese Weise werden diese Arbeiten schnell zu einem guten Ende geführt werden können. Die verbündeten Regierungen halten es jedoch für erforderlich, folgendes zu bemerken: Die deutsche Regierung bestätigt in ihrer letzten Note die ausdrückliche Erklärung der verbündeten Regierungen, daß die Generalinspektion das Ende der Militär= überwachung und den Uebergang zum Regime des Artikels 213 des Vertrages darstellt. Die deutsche Regierung kann jedoch nicht übersehen haben, daß die verbündeten Regierungen immer außer der Generalinspektion die Regelung der in der Gesamtnote vom 19. September 1922 aufgezählten fünf Punkte verlangt haben. Die Note des Botschafterrats vom 28. Mai d. Is. hat klargestellt. daß nach dem befriedigenden Abschluß der Generalinspektion die Ueberwachung auf die fünf Punkte beschränkt werden wird. Sie hat ferner betont, daß die verbündeten Regierungen die Absicht hatten, so schnell wie möglich nach Abschluß der Generalinspektion zu einer erheblichen Verkleinerung des Ueberwachungsausschusses zu schreiten. Das ist immer der Standpunkt der verbündeten Regierungen gewesen und sie wiederholen heute, daß es unerläßlich ist, abgesehen von der Generalinspektion die Regelung der fünf Punkte durch den Kontrollausschuß überwachen zu lassen, wobei die Einschränkung des Personals des Ausschusses je nach Maßgabe der Durchführung dieser fünf Punkte erfolgen würde. Die verbündeten Regierungen gehen von der Auffassung aus, daß die deutsche Antwort nur deshalb von diesen fünf Punkten nicht spricht, weil die deutsche Regierung der Ansicht ist, daß die Bereinigung dieser fünf Punkte spätestens gleichzeitig mit der Generalinspektion beendet sein soll. Diese Möglichkeit kann tatsächlich ins Auge gefaßt werden, da die Bereinigung der fünf Punkte nur von dem Willen der deutschen Regierung abhängt. In diesem Sinne legen die verbündeten Mächte den von der deutschen Regierung zum Ausdruck gebrachten Wunsch aus, daß die Generalinspektion und die Militärüberwachung bis zum 30. September beendet sein sollen. Es kann sich hier offenbar nicht um eine von der deutschen Regierung den verbündeten Regierungen gestellte Bedingung handeln, denn letztere sind nicht in der Lage, im voraus zu überblicken, in welchem Zeitraum die Beendigung der Ueberwachung möglich sein wird. Sie fassen also den von der deutschen Regierung geäußerten Wunsch so auf, daß die deutsche Regierung hierdurch zum Ausdruck bringen will, daß sie alles, was in ihrer Macht steht. tun will, um zu ermöglichen, daß die Ueberwachung bis zum 30. September zum Abschluß gebracht wird. Wenn diese Auslegung richtig ist, so können die verbündeten Regierungen der deutschen Regierung nur versichern, daß sie den gleichen Wunsch haben und daß der Ueberwachungsausschuß mit allen Kräften dazu beitragen wird, diesen Wunsch zu verwirklichen. Es ist jedoch nicht möglich, jetzt schon das genaue Datum der Beendigung der Ueberwachung zu bestimmen. Die verbündeten Regierungen sind der Auffassung, daß die Mödalitäten der Durchführung der Generalinspektion und der fünf Punkte in dem Geist geregelt werden sollen, in dem die letzten Mitteilungen der verbündeten Regierungen abgefaßt waten. In diesem Geist werden die Anregungen geprüft werden, mit denen die deutsche Regierung an den Ueberwachungsausschuß herantreten wird. Die Regelung des größten Teiles der in den fünf Punkten zusammengefaßten Forderungen hängt ausschließlich von dem guten Willen der deutschen Regierung ab, mit der sich der Ueberwachungsausschuß unmittelbar verständigen wird. Die verbündeten Regierungen beehren sich daher, der deutschen Regierung mitzuteilen, daß die Schlußoperationen der Kontrolle in dem Geist und unter Bedingungen durchgeführt werden sollen, die in der Note vom 28. Mai zum Ausdruck gebracht worden sind. Die Ueberwachungshandlungen werden am 20. Juli beginnen. Der Gedankensender und Empfänger. Ein Zukünftsbild von Herbert Henning. „Ist es wirklich wahr, daß man vor dreihundert Jahren jeden Gedanken aussprechen oder niederschreiben mußte, um ihn einem andern zu vermitteln?“— diese Frage dachte der junge Fritz Neumann seinem Lehrer zu. „Ja“, dachte dieser als Antwort„man hatte wohl damals schon Kenntnis davon, daß bei jeder Muskelbewegung Elektrizität— diesen verzwickten Ausdruck brauchte man damals für „Elt“— frei wird. Man konnte sogar schon die Herztätigkeit durch die bei Arbeiten des Herzens entstehenden Eltströme beobachten, freilich nicht unmittelbar; man mußte sie auf einen photographischen Streifen aufzeichnen.“ „So, so!— So weit war man also doch schon! Aber umständlich muß das gewesen sein, furchtbar umständlich!“ „Darauf war man damals noch nicht verfallen, daß auch das Gehirn bei seinen chemisch=elektrischen Vorgängen— dem sogenannten Denken— Ströme nach außen sendet, die man verstärken, weitersenden und an einer beliebigen Stelle des Erdballs empfangen kann, und zwar im Gehirn eines anderen". „Ja, wie lehrte man denn damals?" „Der Lehrer mußte den Schülern alles erzählen, indem er sprach, oder er mußte es groß an die Wand schreiben, was er gewöhnlich mit Kreide auf die sogenannte Wandtafel tat.“ „Das muß ja furchtbar anstrengend gewesen sein: Für den Lehrer das fortgesetzte Sprechen, aber auch für den Schüler das dauernde Zuhören!“ „War es auch! Die Schüler paßten deshalb auch häufig nicht auf.“ „Dann lernten sie ja aber nichts!“ „Richtig! Die Ergebnisse des Unterrichts waren damals auch dementsprechend dürftig, und das hatte wieder zur Folge, daß die Fortschritte damals nur sehr langsam gemacht wurden.“ „Da ist es doch jetzt besser, wo der Lehrer einfach seine Gedanken in das Gehirn des Schülers überträgt!“ „Natürlich— aber es hat doch, als man die Gedanken eltisch ausstrahlen konnte, noch sehr lange gedauert, bis es möglich war, sie in das Gehirn eines anderen zu übertragen.“ Angünstiger Eindruck in Beelin. MTB. Berlin, 10. Juli. Das gestern in Paris zwischen Macdonald und Herriot geschlossene Uebereinkommen wird in hiesigen gut unterrichteten politischen Kreisen ziemlich ungünstig beurteilt.= Man hält für offensichtlich, wie auch aus den Kommentaren der englischen und amerikanischen Presse hervorgehe, daß in Paris ein völlig neues Programm für die Londoner Konferenz geschaffen worden sei und Herriot als Sieger über Macdonald hervorgegangen sei. Das einzige Positivum der neuen Festsetzungen wäre die Hinzuziehung eines amerikanischen Mitgliedes zur Reparationskommission, wenn auch noch nicht fest, stünde, ob dieses Mitglied stimmberechtigt sein würde oder nicht. Alle anderen für Deutschland günstigen Programmpunkte des englischen Weißbuches seien hinfällig geworden, so vor allem sei die Zuständigkeit des Wiederherstellungsausschusses für die Durchführung des Dawesplanes und die etwaigen Verfehlungen Deutschlands wiederhergestellt, während andererseits die wirtschaftliche und fiskalische Räumung der Ruhr wiederum von dem Gutachten dieses Ausschusses abhängig gemacht werde. Wenn man bedenkt, daß der Dawesplan zum Teil Deutschland Lasten auferlegt, die weit über den Rahmen des Versailler Vertrages hinausgehen, so berührt es doppelt peinlich, wenn in der neuen Pariser Note keine Rede von der Beteiligung Deutschlands an der Londoner Konferenz ist. Deutschland könne sich keinesfalls darauf einlassen, wiederum ein Diktat zu unterschreiben. * Macdonald über das Ergebnis seiner Reise. MTB. London, 10. Juli. Als Ramsay Macdonald gestern nacht nach London zurückkehrte, gab er einem Vertreter des Daily Expreß folgende Auskunft: Unsere Konferenz in Paris war ein völliger Erfolg. Ich glaube, daß ich behaupten darf, daß ich alles das erreicht habe, wozu ich die Reise antrat. Ich bin in der Lage zu erklären, daß die Verhandlungen bis zum völligen Abschluß immer noch einige Zeit erfordern werden. Das Mißverständis bezüglich der Londoner Konferenz ist völlig beseitigt, aber es sind noch Schwierigkeiten bezüglich der Schaffung einer neuen Maschinerie zur Durchführung des Dawesplanes zu beseitigen. Man dürfe nicht erwarten, daß alle zur Erörterung stehenden Fragen als Ergebnis einer eintägigen Besprechung und einer zweiten einmaligen Besprechung in Paris gelöst werden können. In erster Linie könne festgestellt werden, daß das Mißverständnis, das vor einigen Wochen entstand, völlig beseitigt sei und der Nachweis geführt wurde, daß keinerlei Anlaß dazu vorgelegen habe. Verschiedene Fragen bedürften noch einer besonderen völkerrechtlichen Interpretation, und werde, den Alliierten der Vorschlag gemacht werden, diese Fragen von den Rechtssachverständigen der Regierungen lösen zu lassen. * Der Beginn der Senatsdebatte. WTB. Paris, 10. Juli. In der heutigen Senatssitzung begann die Beratung der Interpellationen über die auswärtige Politik der neuen Regierung, die am Dienstag sein sollte, aber wegen der Ankunft Macdonalds in Paris verschoben werden mußte. Auf der Ministerbank saß allein Herriot, umgeben von seinen beiden engern Mitarbeitern Bergery und Peretti della Rocca. Als erster Interpellant ergriff das Wort der ehemalige französische Botschafter in Konstantinopel, Bompard, der in Gemeinschaft mit Senator Poincare eine Interpellation eingebracht hat. Senator Bompard behandelte die Frage der Tagesordnung der Londoner Konferenz und erklärte, die Entschädigungsfrage könne gelöst werden nach dem Dawesschen Plan, wenn Deutschland diesen Plan annehme und ausführe. Der Plan enthalte Vorteile, fordere aber von französischer Seite Opfer. Wenn man diese bringe, habe man die Berechtigung zu der Frage, ob man sicher sei, daß Deutschland seine Verpflichtungen halten werde. Die Erfahrung habe gelehrt, daß es nur unter starkem Druck erfülle, und daß es niemals den Sachverständigenplan angenommen hätte, wenn nicht das Ruhrgebiet besetzt worden wäre. Deshalb müsse man Sicherheiten haben. Der Ministerpräsident habe erklärt, er habe hinsichtlich der Ruhrbesetzung vollkommen freie Hand, aber er habe auch gesagt, daß die Besetzung„verdünnt werden solle" Vergessen habe er, zu erklären, daß England, Frankreich und Belgien die Besetzung des linken Rheinufers aufrechterhalten sollten bis zur vollkommenen Erfüllung des Friedensvertrags durch Deutschland. Er hoffe, daß der Ministerpräsident heute über diese Frage befriedigende Erklärungen abgeben werde. Als Poincare die Tribüne betrat, wurde er von seinen Parteifreunden mit Beifall begrüßt. Einige Senatoren der Linken riefen:„Nieder mit dem Krieg!“, worauf etliche Senatoren der Mitte erwiderten:„Das sagen wir auch!“ Poincare führte u. a. folgendes aus: Es lebe der Friede! Nieder mit dem Krieg! Das sind zwei Ausrufe, die der Senat einstimmig annehmen kann. Aber es fragt sich nur, durch welche Mittel kann man den Frieden aufrechterhalten? und wodurch kann man den Krieg verhindern. Er wolle Herriot seine Aufgabe nicht unnötig erschweren und wünsche nur eine Anzahl von Tatsachen zu nennen. Er wiederholte, daß der Sachverständigenplan nur durch die Ruhrbesetzung möglich gemacht worden sei, womit er seine Ruhrpolitik zu rechtfertigen suchte. Der Sachverständigenplan bedeute für Frantreich ein Minimum; es sei jetzt zu befürchten, daß Deutschland in London Milderungen durchzusetzen versuchte. Er betonte des weiteren sein Verdienst an dem Zustandekommen des Sachverständigengutachtens und besonders darum, eine für Frankreich annehmbare Formel zu finden. Der Sachverständigenplan gebe Deutschland großzügige Vorteile(?) Deutschland habe bisher noch nichts getan, um den Sachverständigenplan durchzuführen. Selbst die Sachverständigen hätten sich der französischen These angeschlossen, wonach gegenwärtig die endgültige Leistungsfähigkeit Deutschlands nicht festzustellen sei. Der Sachverständigenplan sei für Frankreich günstiger als die Vorschläge Bonar Laws im November 1922. Poincare führte weiter aus, die Besetzung des Ruhrgebiets während der Ausführung der von Deutschland übernommenen Verpflichtungen sei nach dem Sachverständigenplan möglich. Die Konsolidierung der deutschen Schuld werde durch Schaffung von Obligationen auf die deutschen Eisenbahnen und die deutsche Industrie erleichtert werden. Wenn die Reparationen bezahlt sein würden, würde man darüber hinaus noch die Bezahlung der Besatzungskosten verlangen können. Als Poincare sich hierauf für die Reparationskommission einsetzte, wurde er durch Zwischenrufe unterbrochen. Nach weiteren Ausführungen über die Räumung des Ruhrgebietes, die Sicherheitsfrage, Abbau der Besetzung des linken Rheinufers und die Kriegsschuldfrage schloß Poincare seine Rede. Einige Senatoren erhoben sich und klatschten Beifall. Da die Rede wegen ihrer Länge nicht, wie vorgeschlagen wurde, öffentlich verbreitet werden könne, erklärte Poincare, er wolle einen Privatdruck davon herstellen lassen und an seine Freunde verteilen. Macdonalds Erklärungen im Unterhause. WTB. London, 10. Juli. Im Unterhause richtete Baldwin an Macdonald die Frage, ob er nach seiner Rückkehr aus Paris eine Erklärung abgeben könne. Macdonald erwiderte, da in Paris eine bedauerliche Lage entstanden sei, die die Arbeit für das Zustandekommen einer interalliierten Konferenz für die Anwendung des Sachverständigenberichts zu zerstören drohte, sei er nach Paris gegangen, um zu versuchen, die Hindernisse zu beseitigen. Die Regierung sei der Ansicht, daß eine äußerste Anstrengung gemacht werden solle, um den Sachverständigenbericht unverzüglich in Wirksamkeit zu setzen. Es sei wesentlich, daß die für den 16. Juli festgesetzte interalliierte Konferenz abgehalten werde. Da zahlreiche Einzelheiten geregelt werden müßten, bevor der Bericht durchgeführt werden könne, und einige dieser Regelungen eine gründliche Erörterung durch die Sachverständigen des Schatzamts sowie durch juristische Sachverständige erfordern würde, werde es nicht immer leicht sein, zu Vereinbarungen zu gelangen. Die französische öffentliche Meinung sei nicht geneigt, zu gestatten, daß der Sachverständigenbericht als ein Ersatz für Bestimmungen des Versailler Vertrags angesehen werde; sie sei jedoch geneigt, ihn als einen neuen und bessern Weg zur Lösung der Entschädigungsfrage anzusehen. Macdonald erklärte ferner, eine wesentliche Grundlage des Sachverständigenberichts sei die Aufbringung einer Anleihe von 40 „Wieso eigentlich?“ „Man konnte zuerst wohl die ausgestrahlten Gedanken auf einem Filmband photographisch festlegen, aber es war sehr schwer sie zu lesen, weil sie eben einen äußerst verwickelten Vorgang bilden— da war das alte Verfahren, die Gedanken niederzuschreiben, für den Leser noch viel einfacher!“ „Was machte denn dabei solche Schwierigkeiten?" „Es war zu schwierig, die gesendeten Reize so abzustimmen, daß sie im empfangenden Gehirn nur die richtigen Stellen zum Ansprechen, brachten.“ „Gott sei Dank, daß das inzwischen gelungen ist!“ „Ja, es ist großartig! Wie schön ist es, wenn wir so dasitzen und uns glänzend unterhalten, ohne uns im mindesten mit Sprechen anzustrengen. Es geht ja auch viel schneller, denn das Sprechen war doch eine sehr langwierige Art der Gedankenübertragung.“ „Und dann hört man ja auch nur auf eine ganz geringe Entfernung!" „Das hatte natürlich auch seine Vorzüge, und deshalb sprechen wir ja auch jetzt noch manchmal, wenn wir vermeiden wollen, daß jemand unsere Gedanken abfängt.“ „Aber wenn man Gedanken auf große Entfernungen oder an einen großen Kreis von Personen übertragen wollte?“ „Das ging damals doch schon: Man konnte nämlich die Schallwellen der Sprache schon in etliche Wellen umsetzen und diese dann auf Drähten auf große Entfernungen fortleiten „Auf Drähten?“ „Es ist merkwürdig: Tatsächlich auf Drähten! Man war zuerst nicht darauf gekommen, daß es furchtbar umständlich ist, Nachrichten auf Drähten zu übermitteln, und überspannte die Erde mit einem engmaschigen Drahtnetz— nur um einige Gedanken in die Ferne zu senden!" „Aber dann kam man doch dahinter, daß die Drähte ganz überflüssig sind?" „So etwa am Anfang des zwanzigsten Jahrbunderts. Da setzte dann bald der sogenannte Funkfimmel ein: Jeder wollte die drahtlos verbreiteten Nachrichten hören; man glaubte damals, die Rückverwandlung der Eltwellen in Schallwellen sei die Patentlösung der Verbreitung von Gedanken.“ „Wirklich? So etwas konnte man wirklich glauben?" „Es war ja auch immerhin ein Fortschritt, wenn es uns auch heute sonderbar anmutet, daß man Drähte auf dem Hausdach ausspannen mußte, um die Eltwellen abzufangen, die die Träger von Sprache— nur durch diese konnte man auch dabei Gedanken übermitteln— und Musik waren.“ „Auch Musik konnte man also damals auch nur so übermitteln, daß man mit Musikinstrumenten, wie wir sie noch in unseren Museen sehen, Schallwellen erzeugte, diese in Eltschwingungen umsetzte, sie dann wieder zu Tönen umformte und sie so zu Gehör brachte?“ „Ja, so war es! Es war damals noch nicht möglich, daß ein großer Tondichter die Harmonien lediglich in seinem Gebirn empfand, sie ausstrahlte und sie so den Zuhörern— wenn man diesen Ausdruck noch denken darf— zur Empfindung brachte.“ „Was sind die armen Leute doch für Umwege gegangen! Wie schwer muß das Leben damals gewesen sein!“ „Sogar fremde Sprachen mußten die Leute damals lernen, weil man sich eben nur dadurch mit Ausländern verständigen konnte— bei der Gedankenübertragung fällt das natürlich alles weg, denn niemand denkt deutsch oder spanisch: er denkt eben, und das kann er auf jeden anderen übertragen, auf den er sich abstimmt und der sich zum Empfang auf ihn einstellt.“ „Es muß unbequem gewesen sein, zumal man sich ja damals die fremde Sprache noch nicht für billiges Geld in kurzer Zeit in sein Gehirn hineindenken lassen konnte, wie man das heutzutage macht, wenn man sie ausnahmsweise einmal braucht!— Aber wie war es eigentlich mit der öffentlichen Meinung?“ „Das war ein ganz dunkler Punkt: Jeder dachte anders und mißtraute dem andern! Das ist wohl das größte Glück, daß wir das überwunden haben, daß die Leitgedanken der ganzen Menschheit nun einheitlich von den größten Genies gedacht werden.“ „Gott sei Dank, daß wir jetzt leben und nicht damals gelebt haben!"„„„„„ 4 „Uebrigens: Warum denken Sie immer varan, daß meine Krawatte schief sitzt— das stört mich schon die ganze Zeit—ich habe sie nun gerade gerückt, und nun können wir ungestört weiter mit einander denken!" Millionen Pfund. Dies könne nicht geschehen, wenn nicht die die bereit seien, ihr Geld anzulegen, einige Sicherheit sätten, daß ihre Anlage nicht durch eine politische oder militärische Aktion der verbundeten Regierungen oder der deutschen Regierung zerstört werde. Er habe bei seiner Ankunft in Paris gefunden, daß angesichts der Lage, die entstanden war, diese Frage über den Punkt, wo sie bei der vorhergehenden Besprechung belassen war, hinaus zu erörtern versuchen und ferner eine vorherige Vereinbarung mit der französischen Regierung darüber zustande bringen mußte. Im weiteren Verlaufe seiner Rede führte Macdonald noch aus, nach Ansicht der britischen Regierung solle das im Bericht genannte amerikanische Mitglied es Wiederherstellungsausschusses als Schiedsrichter auftreten, falls es nicht gelinge, einen einstimmigen Beschluß des Wieder. herstellungsausschusses zu erzielen. Auf eine Frage, ob er von seiner ansicht abgekommen sei, daß für die Fragen des Dawesschen Berichts, die außerhalb des Versailler Vertrags stünden, der Wiederherstellungsausschuß nicht zuständig sei, erwiderte Macdonald, er habe seine Meinung nicht endgültig geändert. Die Frage solle von beiden Ländern dem Urteil juristischer Sachverständiger unterbreitet werden, deren Entscheidung dann den Verbündeten auf der Konferenz am 16. Juli zugestellt würde, wo dann die ganze Angelegenheit im Lichte dieses Urteils betrochtet werden könne. Macdonald erklärte weiter, die franzö. ische biegierung habe gewünscht, die Frage der alliierten Schulden mit dem Sachverständigenbericht zusammenzubringen. Dem habe er nicht zugestimmt. Dann fuhr er fort: Ich habe Herriot in Cheauers gewarnt, daß die britische Regierans nicht zulassen könne, daß diese Frage sich unbestimmt hiaschleppi, und ich habe ihm gesagt, daß ich vorhabe, das Schatzamt zu bitten, die Frage bei dem Punkt wieder aufzunehmen, worie Man ser Note vom 11. August 1933 gelassen ses c##. ist übereingekommen, daß ein Beamter des fran. zesischen Finanzministeriums hierherkommt, um diese Frage mit wüinscht die Frage zar erörtern. Die fronzsische Regierung Kunscht Eie Früge der nationalen Sicherheit in Fluß zu halten. Die britische Regierung macht es endgültig klar, daß kein Vorschlag von der Art eines militärischen Paktes erwozen werden diese Frage fortzasezen, da, usch, die Besprechungen über insvesondere; was etwaige Vorkehrunannchnbare Mitel berifst. Der Abgeordnete Wise fragte, ob der Erste Minister den samtbetrag der zu zahlenden Entschädigungen erörtert habe ob. der im Pakt des Jahres 1921 vereinbarte Berrag von 6600 000 Pfund Sterling weiterhin gelten solle. Macdonald erwiderte, er habe diesen Punkt nicht erörtert. Auf eine ob ein amerikanischer und nach Erfüllung eines Uebereinkommens auch ein deutscher Vertreter zur Lundoner Konferenz eingeladen würde, oder ob eine neue Konferenz zur Anhörung der Deutschen einberufen werde, erklärte auf der Konferenz geregelt werden müs. sen. Chumverkain fragte, ob Macdonald, als er von der Heranziehung eines amerikanischen Vertreters zum Wiederherhuß sprach, diesen meinte und nicht eine neue Körverschaft. Macdonald erwiderte, er habe auf den Wiederherstellungsausschuß, nicht auf eine neue Körperschaft Bezug genommen. Der Gaulois beglückwünscht Macdonald und Herriot zu ihrem Beschluß, ihre demokratischen pazifistischen Ideale nicht zu opfern, fügt aber hinzu, die gemeinsame Note weise in gewissen Punkten Lücken von ziemlich ernster Natur auf, namentlich was die Sanktionen und die Sicherheitsfrage anbelange. Die Londoner Konferenz werde womöglich wieder alles in Frage Die Oeuvre sagt, das Volk, das Macdonald und Herriot zugejubelt habe, habe die beiden Staatsmänner richtig beurteilt. Sie hätten eine harte und fruchtbare Arbeit hinter sich Seit 1919 habe der Verband noch keinen so guten Tag erlebt. Macdonald und Herriot hätten das wieder geschaffen, was für jedes Unternehmen unerläßlich sei: Vertrauen. Der Figaro schreibt: Wieder einmal ist zwischen den beiden verbündeten Regierungen die Verständigung hergestellt. Macdonald hat die Hoffnungen, die man in seinen Charakter, seine Großzügigkeit und seinen Gerechtigkeitssinn setzte, bestätigt. Auf französischer Seite ist man geneigt, die Fragen weiter mit einem Entgegenkommen zu behandeln, das jede vernünftige Politik erfordert. Möge dieser gute Wille endlich die Grundlage des Friedens werden. „Die Ere Nouvelle begrüßt es, daß Mecdonald nach einigen ziemuch scharfen Einwendungen sich dem vernünftigen Stanppugkt Herriots angrschlossen habe, und schrribt wreiter, die iur kramzssi Kenrigen Toges falle zrannsten Frankeichs und der stunzosischen Interessen aus. Der Verband sei auf einer dauerhaften(prundlage wiederhergestellt. An Stelle von brüchigen Kompremissen sei jetzt eine zweiseitige Verständigung voll guter Versprechungen getreten, deren Bestand längere Zeit hindurch den Frieden Europas sichern könnte. Es sei zu hoffen, daß die Gegner des Kabinetts dem Manne Gerechtigkeit widerfahren ließen, der es erreicht habe, was ihre eignen Minister nicht zuwege gebracht hätten. Für jeden loyalen r#### stehe fest, daß es einem redublikanischen Minister. Frusiventen gelungen sei, in verhältnismäßig kurzer Frist die diplomatische Lage wiederherzustellen, welche verpfuscht schien. Der Quotidien meint, der Wortlaut der Note sei allzu deutlich. Die Wahrheit springe zu sehr in die Augen. Der grobe Verrat, den Herriot begangen haben sollte, erweise sich mit als den eklatantesten Erfolg, den die französische Politik seit langem verzeichnen konnte. Man müsse dafür nicht allein dem französischen Ministerpräsidenten, sondern auch der englischen Regierung Dank zollen. Gustave Herve schreibt in der Victoire unter anderm, alles in allem gehe der Vertrag aus den arbeitsreichen Verhandlungen unversehrt hervor, dank der heftigen nationalen Reakion, welche das groteske Schauspiel von Chequers ausgelöst Anwendung des Dawesschen Berichtes die französisch=belgische Ausbeutung des Ruhrgebiets aufhören solle, und schließt: Eine neue Vereinbarung ist erreicht worden, die von der in Chequers erzielten sehr verschieden ist. Die Konferenz wird nun doch stattfinden. Vielleicht ist Herriot doch gerettet worden, vielleicht ist das Zusammenwirken zwischen Frankreich und England für den Augenblick sichergestellt, aber ist er wirklich den Schwierigkeiten gegenübergetreten und sind sie überwunden worden? Das Daily Chronicle schreibt, es sei wahrscheinlich, daß Herriot gestürzt worden wäre, wenn Macdonald sich nicht nach Paris begeben hätte. Vielleicht werde er auch jetzt noch stürzen; denn die Leute in Paris, die die Erregung der letzten Tage organisiert hätten, würden empfinden, daß sie ihren Zweck verfehlt hätten, wenn er nicht stürze. Im übrigen könne man keineswegs begeistert über das Kompromiß sein. Das Unterhaus müßte jedenfalls auf der baldigen Vornahme der augenblicklich verschobenen Aussprache bestehen; denn es sei mehr als ein Grund für Unbehagen vorhanden. Macdonald könne dieses nicht durch die Formel: Ueberlaßt es nur mir! beschwichtigen. flöße weniger Vertrauen auf die Sicherheit des Staatsschiffes ein als ein anscheinendes Uebermaß von Selbstvertrauen bei dem Manne, der auf der Kommandobrücke stehe, besonders, wenn er immer noch ein Amateur in der Navigationskunde sei. Vor dem Abbau der Micum? MTB. Düsseldorf, 10. Juli. Es steht nunmehr nach allen Wahrnehmungen fest, daß sich die Mieum zum Abbau und zur Auflassung des Betriebes vorbereitet. Schon am 1. Juli wurde, wie das Kölner Tageblatt meldet, zahlreiches Personal entlassen, und man rechnet höchstens noch mit einer vier= bis achtwöchigen Bestandsdauer. Die Ruhrindustrie hat erneut sowohl hier wie in Berlin und Paris die endgültige Erklärung abgegeben, daß sie weiter die Micumlasten nicht tragen könne; das Reich will im höchsten Falle nur noch weitere zwei Wochen für die Micumverträge einspringen, jedoch hofft man immer noch, daß sich die Besatzungsmächte entschließen, den fälligen Betrag auf die Annahme des Dawes=Gutachtens zu diskontieren. Aus belgischen Kreisen wird hier betont, daß die Haltung der Brüsseler Regierung in der Micumfrage noch unverändert ist, Das Arteil der Presse. Stimmen der Pariser Blätter. W2B. Paris, 10. Juli. Die Veröffentlichung der englischergeslischen, Rote hat in der Presse eine merkliche Veruhrzung uich sher Freuntctreich#sien schreibt, daß diese Verchtung Feunereia, hnaus sich als wirksam erweisen werde. Sämtlu## beteiligten Mächte würden in dem in der gemeinamen Vote vorgesehenen Arbeitsplan und in den dort formuelen Absichten die erwünschte Beruhigung finden. Gestern Siantr srehen.... Weze allgeneiner Verständizung olen und doned Unterhändlern wirde man Anerkeanuung Versich die Londoner Konserenz unter günstigen vorzeigen beginnen. die Note mit den Worten„Der Bruch". Die wesentliche Tatsache; die heute verret werden müsse, sei: Die Konferenz vom 16. Juli, die sehr herzten. Der wag oeii d escgesetzten Datun zusammen. wie vor sehr uneben, wie Machorad sage, nach kanz, und nach Das Echo de Paris schreibt, der wichtigste Punkt der sich auf die Feststellungen der " Der Matin der die Herstellung der unerläßlichen französisch-englischen Einigkeit, ohne die die Mitwirkung Amerikas ie die Londoner Konferenz selbst nicht möglich sei, begrüßt, snch sie Grheiestrast, de aodie Cntzegenkonneg bewiesen trotz seiner Erschöpfung bewies, Ahemn Vertries Woleschrembere Verkaufsschlager angstock Practicus an rührige herren oder girmen,„welche für den Anfang „arr betriebsmittel verfügen. SahsrZerdienu(ea. 30%). unbegrenzte Absatzmogrichkeit, nur Kassageschäfte. Alsfred Johr& Co., G.m. b. 5., Essen, Schließfach 85 Fernruf 7660. Galvan. Anstalt übernimmt noch Aufträge im Vernickeln sowie Vergolden und Maniküren bei sauberer Ausführung und soliden Preisen. Angebnte under t an die Seichhitit. Die englischen Meinungen. „WXB. London, 10. Juli Die Presse behauptet bei aller Antennung des Erfolges der Bemühungen Macdonalds, die geschlossene britisch=französische Front wiederherzustellen und Herriots Stellung zu stärken, daß der britische Erste Minister in Paris den französischen Forderungen im wesentlichen nachgegeben habe und erklärt, daß damit die Schwierigkeiten noch keineswegs überwunden seien. Die Daily Mail die Macdonald zu dem, was er in Paris erreicht hat, beglückwünscht, gibt zu, daß die Regelung, soweit sie augenblicklich beurteilt werden könne, die meisten Forderungen Frankreichs zuzugestehen scheine, fügt aber hinzu, solange jedoch die Regelung auf die Erreichung eines wirklichen dauernden Friedens hinziele, sei es einerlei woher sie komme. Die Vergangenheit des Wiederherstellungsausschusses sei keineswegs sehr ermutigend. Man könne nicht mit großer Hoffnung oder Begeisterung die erneute Betonung seiner Befugnisse und ter Stellung ansehen. Aber wenn dies der Preis sei, den die französische öffentliche Meinung für das Aufgeben der Besetzung deutschen, Gebietes fordere, so sei das ein verhältnismäßig billigev Verlungen. Ein französischer Friede sei nicht notwendigerweise ein schlechter Friede. Die Westminster Gazette schreibt, Macdonald kehre aus Paris mit einer neuen Formel zurück, in der der französische Einwand gegen die Absetzung des Wiederherstellungsausschusses anerkannt werde. Er werde vielleicht Herripts Stellung retten, was ja der Zweck seiner Reise gewesen sei. Vor ihrer endgültigen Beurteilung müßten jedoch die neuen Vorschläge im einzelnen geprüft, auch die Haltung Deutschlands ihnen gegenüber festgestellt werden. des Daily Herald schreibt. habe die Befriedigung, zu wissen, daß seine 24stündige Arbeit in Paris viel dazu beigetragen habe, Herriots Ministerium vor einem frühzeitigen Sturz zu retten. . Die Times erkennt an, daß Macdonald keine Mübe gescheut habe, um die bevorstebende Konferenz vor einer wirklichen Gefahr zu retten und erfolgversprechend zu gestalten, betont jedoch, das neue Uebereinkommen stimme nicht mit den Vereinbarungen von Chequers überein. Aus den Pariser Besprechungen lsi sin, neues Programm für die Konserenz hervorgegangen. # endgültig ein deutlich englisch=französisches Prograum. Das Blatt macht weiter darauf aufmerksam, daß in dem neuen Programm unklar bleibe, wann nach der praktischen Amerika gegen das Pariser Kompromiß. MTB. London, 10. Juli. Reuter meldet aus Washington, daß einige amerikanische Regierungsvertreter erklärten. Wenn wir offiziell noch keinerlei Stellung dazu nehmen können, so sei es doch sehr unwahrscheinlich, daß, wie Herriot und Macdonald in ihrem Plan angeben, ein Vertreter der Vereinigten Staaten in der Reparationskommission zur Durchführung des Dawesplanes mitwirken würde. Für den amerikanischen Standpunkt sei dieser Vorschlag der französisch-englischen Note unannehmbar. Deutschland. Ministerialrat Dr. Schneider freigesprochen. MTB. Köln, 10. Juli. Ministerialrat Dr. Schneider wurde heute nachmittag 5 Uhr vom britischen Kriegsgericht in allen drei Anklagepunkten für unschuldig befunden und freigesprochen. Eine Unterstützung durch die Rheinlandkommission. MTB. Ludwigshasen, 10. Juli. Die Interalliierte Rheinlandkommission übermittelte dem Betriebsrat der Badischen Anilin= und Sodafabrik, wie die„Pfälzische Post“ mitteilt, die Summe von 2000 Franken(438 Goldmark) zur Unterstützung bedürftiger Familien der im Werke Beschäftigten. Es wurden hierdurch on 44 Familien mit 250 Kindern unter 16 Jahren Lebensmittelpakete im Gewicht von je 28 Pfund abgegeben Ueberwachung der Bergarbeiterorganisationen. MTB. Essen, 10. Juli. Die Ueberwachung der Bergarbeiterorganisationen durch die Besatzungsmächte hat in diesen Tagen zu neuen Maßnahmen geführt. Bei Marl an der Lippe hatte sich etwa ein Dutzend Bergarbeiter in einem Lokal versammelt, um eine Ortsgruppe des Deutschen Bergarbeiterbundes ins Leben zu rufen. Es handelte sich also um eine Versammlung, die nach dem Wortlaut und dem Geiste der Verfügungen des Generals Degoutte keiner vorherigen Anmeldung l#durfte. Aber weil zwei der Teilnehmer früher Kriegervereinen angehört hatten, drangen Belgier in die Versammlung ein und verhafteten die Teilnehmer. Es wird ihnen wie immer in solchen Fällen zur Last gelegt, daß sie Bestrebungen verfolgten, die die Sicherheit und Ordnung der Besatzungstruppen gefährden. Vermischte Nachrichten. Schwere Unwetter in der Türkei. mtd. Konstantinovel, 10. Juli. Ueber weite Gebiete der Türkei sind schwere Unwetterschäden niedergegangen. In der Stadt Boldan wurde ein ganzer Stadtteil verstört und 300 Häuser vom Wirbelsturm niedergelegt. Auch an anderen Orten sind schwere Unwetterschäden zu verzeichnen. Weiter werden zahlreiche Todesopfer gemeldet. 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Trotzdem ärztliche Hilfe das Hindernis bald entfernt hatte, trat kurze Zeit nachher der Tod ein. mtb. Erkelenz, 10. Juli. Zusammenstoß. Bei dem Ort Grantherath fuhr gestern mittag, aus einem Seitenweg kommend. der Arzt Dr. Roth von hier mit seinem Rade dem Auto der„Westd. Landesztg.“ von M.=Gladbach in die Flanke. Der Anprall war so heftig, daß der Arzt mit einer schweren Kopfverletzung auf der Stelle tot blieb. Der Führer des Autos blieb unverletzt, während das Auto selbst stark beschädigt wurde. mtb. Viersen, 10. Juli. Aufhebung der Herbergssteuer. Die hiesige Stadtverordnetenversammlung beschloß, die Herbergssteuer künftighin in Fortfall kommen zu lassen. mtb. Duisburg, 10. Juli. Auch ein Sport. In der Dunkelheit wurde einer Dame bei einer Fahrt auf dem Vorderperron der elektrischen Straßenbahn aus dem Rücken der Jacke ihres nagelneuen Kostüms ein viereckiges Stück in der Größe von etwa 15 Quadratzentimeter glatt herausgeschnitten. Das seidene Futter der Jacke ist unbeschädigt geblieben, sodaß anzunehmen ist, daß der Verüber dieses Bubenstücks dazu eine kleine, aber scharfe Schere benutzt hat. Der Täter ist selbstverständlich vor Entdeckung seiner erbärmlichen Handlung im Dunkel und im Gedränge unbekannt verschwunden. mtb. Wesel, 10. Juli. Niederrheinische Heimatspiele. Unter dem Protektorat der Stadt Wesel finden hier in der Zeit vom 3. bis 10. August zum ersten Male die Niederrhenischen Heimatspiele statt. Den Abschluß der großangelegten Veranstaltung bildet der Staffellauf„Rund um und quer durch Wesel" am 10. August, der um den Wandervreis des Reichspräsidenten ausgetragen wird. Neben den sportlichen Vorführungen sind auch 3. bis 10. August zum ersten Male die Niederrheinischen Heimatabend vorgesehen. * Schach W I) Organ des„Solinger Schachklubs“. Schachaufgabe. Nr. 108. O. Blumenthal. a b e d h 8 6. 5. 4 3. 2. 1. N Cg Matt in 4 Zügen. Will man sich den Läufer erhalten, geht der Springer verloren. zieht man den Springer, opfert man den Läufer. Beide zugleich kann man nicht retten. Es fragt sich also, welche Fiaur die wichtigere ist. Man vermutet, daß für Weiß S h 3 wichtiger ist, da er schon einen Läufer besitzt. Zieht man S k 4, kann der König über g 3entfliehen. Auf S g 1 folgt h 5 X Läufer, ohne daß man dem K g 4 oder h 5, verwehren kann. Aber S k 2 nimmt dem König die weißen Felder h 3. g 4. Sperrt man mit König g 6 noch h 5, könnte Lc8 nur matt setzen, wenn er auf c 7 stände. Die Stellung auf b 8 schließt also eine Nebenlösung aus. Wir versuchen noch einmal S t 4. Nach h 5 X Läufer könnte man 1. b 8 über c 7 nach d 8 führen, wenn der Bauer zieht. Der Plan scheitert aber an Kg3. Diesen Zug müssen wir verhindern, indem wir den Läufer b 8 nach h 2 ziehen. Der König steht patt. Die Führung der L h 2 über g 1 nach f 2 liegt klar vor Augen. Lösung:......„„„ 1. Lb 8—b 2 h5xg 4 2. Sh 3—f4 g4—g3 3. Lh2—g1 § 3—g2 4. Lg 1—f2 matt. Kurze Partien. Schachnachrichten. Das Turnier um die Rhein.=Westf. Verbandsmeisterschaft findet vom 31. Aug. bis 7. Sept. d. Is. in Gelsenkirchen statt. Der zugelassenen Teilnehmern wird freie Wohnung sowie freie Fahrt 3. Klasse hin und zurück gewährt. Außerdem werden auf Antrag 5 Mk. Tagegelder gezahlt, damit auch die weniger Begüterten sich am Turnier beteiligen können. Der erste Sieger erhält den Verbandsmeistertitel, Urkunde und 80 Mk. bar, der zweite 40 Mk., der dritte 25 Mk. Anmeldungen zu diesem Turnier müssen rechtzeitig erfolgen. Nähere Einzelheiten werden noch bekannt gemacht. Wirtschaftlicher Teil. Die Tagung des Eisen- und StahiwarenIndustriebundes. Elberfeld, 10. Juli. Die geschlossene Mitgliederversammlung am Vormittag eröffnete der Vorsitzende des Eisen- und Stahlwaren-Industriebundes, Fabrikant Oscar Funcke. Er erteilte sodann das Wort Dr. Ernst Schneider(M. d. R. und des Sächsischen Landtags), Dresden zu seinem Vortrag über handelspolitische Fragen der Gegenwart. Dr. Schneider wies auf die gegenwärtigé wichtige Zeit im Hinblick auf unsere Handelspolitik hin. Am 10. Januiar erhalte Deutschland wieder die volle Verfügung über seinen Zolltarif und über den Abschluß von Handelsverträgen. Deshalb sei es jetzt die Aufgabe der deutschen Wirtschaft, in dieser Hinsicht vorzubereiten. Es würden schwierige handelspolitische Probleme in der Zukunft hauptsächlich im Hinblick auf das Sachverständigengutachten mit allen seinen Folgen an uns nerantreten. Der Sommer 1919 habe uns auch in handelspolitischer Hinsicht eine neue Zeit gebracht. Anstelle der Handelsverträge traten die Kontingentierungen. Viele sahen darin das System der zukünftigen Handelspolitik. Es sei aber an seinen Mängeln in sich selbst zusammengefallen. Die alte Handelspolitik scheine unverändert zurückzukenren. Bis zu dem genauen Zeitpunkt müsse der Aufbau des neuen deutschen Zolltarifs beendet sein. Er sei das wichtigste Instrument für unsere Handelspolitik und die Grundlage für den Abschluß von Handelsverträgen. Viele Kreise sähen heute noch das Heil in den Einfuhrverboten. Sie seien aber für den Abschluß von Handelsverträgen ein schwieriges Instrument. Zollsätze dagegen seien bedeutend wirksamer. Es müßten demnach die Ausfuhrverbote mit der Zeit gänzlich abgebaut werden. Das Schema des neuen Zolltarifes sei so gut wie fertig. Es könne nun an die Festsetzung der Zollsätze selbst herangegangen werden. Der Zolltarif werde dem alten recht ähnlich sein. Er sei in den Positionen spezialisierter, und wahrscheinlich würden die Zollsätze höher sein, well unsere Gestehungskosten sich verteuert hätten und das Geld eine Entwertung erfahren habe. Außerdem komme in Betracht, daß Deutschland wirtschaftlich eine starke Veränderung erfahren habe, daß Elsaß-Lothringen, das Saargebiet, Oberschlesien, Luxemburg nicht mehr zur deutschen Zolleinheit gehörten. Das werde sich handelspolitisch auswirken müssen. Nach Erledigung der Zollfragen müsse an die Arbeit zur Wiederaufrichtung der Handelsverträge geschritten werden. Der Krieg habe die langfristigen Handelsverträge, aber auch die internationale Goldwährung zerstört. Es müsse jetzt erst wieder langsam aufgebaut werden. Die Hauptsache der Reichsregierung sei die sorgfältige Vorbereitung und die Kunst des Verhandelns. Die große Aufgabe der Industrie sei, der Regierung Material zu liefern. In der sich anschließenden Aussprache wies der Geschäftsführer des Eisen- und Stahlwaren-Industriebundes, Dr. Möbius-Elberfeld, darauf hin, daß die Einfuhrverbote für Rohstoffe noch bestehen, für die Fertigerzeugnisse aber aufgehoben seien. Solange wir noch keine Handelsverträge und einen genügenden Zollschutz hätten, dürften Einfuhrverbote für gewisse Fertigwaren zweckdienlich sein. Er richtete weiterhin den Appell an die Verbände, rege mitzuarbeiten, damit der Regierung ein umfassendes Material zur Verfügung gestellt werden könne Syndikus Dr. Voyer-Hagen-stellte es als unmöglich hin, die Kontingente und Einfuhrverbote streng durchzuführen. Unser Zolltarkf müsse ein Instrument sein, um Handelsverträge abschließen zu können. Die Freihandelsbewegung für Rohstolle sei augenblicklich stark, weil unsere Rohstoffdecke so gering sei. Wir müßten für einen mäßigen Schutzzoll eintreten, der vom Roheisen bis zum Fertigfabrikat systematisch aufgebaut werde. Außerdem müsse in ihm der Schutz der menschlichen Arbeit berücksichtigt werden, die in den Erzeugnissen stecke. Ministerialdirektor Dr. von Schönebeck vom Reichswirtschafts-Ministerium iegte eingehend die Stellungnahme der Reichsregierung zu den angeschnittenen Fragen dar. Sodann ergriff das Wort der Vorsitzende Oskar FunckeHagen, der über Industrie und Kreditnot sprach. Er griff auf die Vergangenheit zurück und stellte fest, daß die deutsche Wirtschaft auch schon früher ähnliche Krisen dlurchgemacht habe. Er schilderte die Entwicklung in der Kriegs- und Nachkriegszeit, die uns in die augenblicklich herrschende starke Krise gebracht habe. Die Kreditnot, von der so viel gesprochen werde, sei zum größten Teil nicht eine außergewöhnliche Tatsache, hervorgegangen aus der Vernichtung des Forderungskapitals und der Bankdepositen, sondern beruhe auf einer wirtschaftlichen Krists, und zwar einerseits einer akuten, andererseits einer dauernden. Die Wirtschaft werde den Entscheldungsund Liquidationsprozeß wie bei früheren Krisen durchmachen müssen, vielleicht in wesentlich schärferer Form als je zuvor. Sie werde diese Zeit für sich und für die Reichs-, Länder- und Gemeinde-Behörden zur größten Intensivierung ausnutzen müssen und die Elemente aus sich schaffen, um die zukünftige Konkurrenzfähigkeit auf wirtschaftlicher Grundlage herzustellen. Der Geldmarkt werde durch den Liquidationsprozeß an Kraft gewinnen und nach und nach in angemessene Grenzen zurückfallen. Notwendig sei es, daß die Unternehmer durch Verminderung ihrer Umwandlungskosten nach Beendigung der Liquidation wieder zu einer Preisstellung kommen, in der sie über ihre Selbstkosten einschließlich Steuern hinaus verdienen, um auf diese Weise sich selbst zu erhalten und die ihnen geschlagenen Wunden auszuheilen. Damit unsere Industrie in ihrem Konkurrenzkampf nicht unnötig lange und zum Schaden aller bis zum Weißbluten verkämpfe, müsse eine aufmerksame Verbandspolitik getrieben werden, die nach Reinigung des Marktes aie Firmen sammelt und sie wieder zu geordneten Verein Sieger. Roman von Sophie Kloerß. 14)(Nachdruck verboten.) Auch am Herderschen Kaffeetisch war sie mit dem interesjanten Gast ihres Onkels ein wenig geneckt worden, und hier, wo sie wußte, daß jede kränkende Absicht fern lag, hatte es sie nicht verletzt. Aber sie hatte sich Mühe geben müssen, heiter und unbefangen zu antworten, und das Gespräch auf ein anderes Gebiet zu lenken. Sobald sie jedoch die Pforte hinter sich geschlossen, waren ihre Gedanken wieder bei dem, der sie seit Monaten unablässig beschäftigte. Sie hatte wohl bemerk“, daß das Kupee an ihr vorbeifuhr, aber nicht hineingesehen. So hatte sie keinen Arg, als hastige Schritte hinter ihr herkamen. Nur fiel ihr auf, daß der Gang etwas Ungleichmäßiges hatte, ein Schritt kam schneller wie der andere, als schonte der Gehende sein eines Bein.„So ging Marung,“ dachte sie,„er kann es doch nicht.— Mein Gott,ich werde noch ganz wunderlich. Ueberall meine ich ihn zu sehen und zu hören,“ aber dabei lauschte sie mit klopfendem Herzen auf den Ton. Jetzt mußte er ganz dicht hinter ihr sein. Sie wollte sich nicht umsehen, nein, sie wollte nicht. Wer würde es denn sein? Sicher der alte Sonneborn, der die Straßen segte. Natürlich der, der war ja so alt,— er humpelte sicher schon. Jetzt war sie am Thodeschen Eingang; sie ging hinein und die dummen Ideen blieben auf der Straße. Doch dabei war eine unsichtbare Macht hinter ihr, die zwang ihren Kopf zur Seite, ein wenig, noch ein wenig mehr— „Irene!" Wie ein Schlag fuhr es durch sie hin. Sie flog herum mit stockendem Atem, mit weit geöffneten, strahlenden Augen. „Du, ach du!“ Später neckte Marung sie gern, daß wohl selten ein Brautpaar so wenig Worte zu seiner Verlobung nötig gehabt habe.— Arm in Arm gingen sie die stille Straße hinauf zwischen Holz und Wiesen, hinein in den einsamen Redder, der so voll Sonnenlicht und Sonnenwärme war, daß sein grauer Sandweg wie Goldstaub leuchtete, und die zierlichen Eidechsen auf den Feldsteinen regungslos in Glanz und Glut lagen. „Sieh,“ sagte Irene,„die sind die ersten, die mir Glück wünschen. Ich hab' sie als Kind hier oft belauert und nach winzigen Krönchen auf ihren Köpfen gesucht. Aber die ließen sie wohl vorsichtigerweise zu Hause." „Was wolltest du denn mit solcher Krone anfangen?" „Sie sollte mir Glück bringen.“ „Warst du denn unglücklich als Kind?“ „Nein,“ sagte sie nachdenklich,„unglücklich bin ich nur einmal gewesen, als meine Mutter starb. Aber mit zehn Jahren währt das Unglück nicht lange, und dann kam so viel Liebe und Güte und Freundschaft. Ich bin eigentlich, wenn ich es bedenke, ein zu glücklicher Mensch gewesen; mir hat sich nie ein Wunsch versagt. Und nun ist mir noch das Höchste gekommen, so ganz als freies Himmelsgeschenk, ohne mein Zutun, deine Liede! Ist es nicht zu viel für ein einziges Menschenkind?“ Sie setzten sich auf den alten Opferstein, der heute so vergraben war in Jelängerjelieber, daß ganze Duftwolken als süßer Opfergeruch zur Sonne emporstiegen. Hans Marung schlang den Arm um die Geliebte, sie nahm den Florentiner vom Haar und legte den blonden Kopf glücklich lächelnd an seine Schulter. „Nun muß ich dich etwas fragen.“ „Frag, mein Liebstes.“ „Warum hast du mir kein Wort gesagt, ehe du gingst? Konntest du mir diese Wochen nicht ersparen?" „Häst du unter meinem Schweigen gelitten?“ „Ja, sehr.“ Sein Gesicht wurde ernst.„Das tut mir von ganzem Herzen leid, Geliebte. Du konntest doch keinen Zweifel haben, daß ich dich liebte. Und dann mußtest du doch auch fühlen, was der Grund war, der mich zum Schweigen zwang. Oder war dir das nicht klar?“ Sie schüttelte den Kopf.„Warst du“— die Stimme stockte. —„Hans, die Menschen——— sie redeten so viel.—— Warst du gebunden?“ „Gebunden?“ „An eine andere?— Wie siehst du mich an? Mein Gott, ich habe dich nicht verletzen wollen, wahrhaftig nicht. Du weißt ja nicht, wie sie alle gesprochen haben, und wie das für mich war, dann immer lachen zu müssen, und so zu tun, als ob es mich alles nichts anginge. Hans, liebster, bester Hans, bist du mir böse?“ „Nein, mein Herz, dir nicht. Du hast vielleicht zu solchem Glauben kommen müssen. Was haben die Menschen dir gesagt?“ „Ach, laß es ruhen, das ist nun ja alles einerlei.“ „Nein, jetzt mußt du mirs sagen, das bist du mir schuldig.“ „Bist du immer so starrköpfig?“ „Wenn es sich darum handelt, Klarheit zwischen dir und mir zu schaffen, werde ich es immer sein. Also, mein Herz.“— „Sie sagten, deine Neigung gehöre einer anderen.“ „So! Nannten sie auch Namen?“ „Ja, einen.“ „Und der war?" „Frau Doktor Gastheimer.“ Es war ein Weilchen still. Dann sagte Marung ruhig: „Ich hätte mir das sagen können. Die lieben Nächsten sind nie so eifrig beim Werk, als wenn es gilt, zwei Menschen auseinanderzureißen.“ Irene hob den Kopf und sah ihm fest in die Augen. „Sage mir die Wahrheit. Hast du sie sehr geliebt?“ „Geliebt, nein. Aber sie bedeutet eine große Gefahr für mich.“ „Kannst du mir das nicht erklären?" „Ich muß wohl, damit du ein andermal vor solchem Mißtrauen sicher bist. Die betreffende Dame ist eine sehr elegante, sehr kluge und sehr gewandte Weltdame. Nicht besonders schön, aber interessant. Dann verstand sie mich zu reizen, sie kokettierte mit mir in einer geradezu raffinierten Weise, ich glaubte mich geliebt.—— Irene, ich möchte nicht weiter darüber sprechen. Bald genug kam ich zu der Einsicht, daß eine Verbindung nicht mein Glück bedeuten würde, aber ich hielt mich für gebunden, obgleich das entscheidende Wort noch nicht gesprochen war.— Ich habe einmal als Student etwas erlebt, das hat mich im Verkehr mit Frauen sehr vorsichtig und gewissenhaft gemacht. Dehnike ist es gewesen, der mir die Augen öffnete. Die Dame schwankte damals noch zwischen mir und einem Wandsbeker Ulanenoffizier, der zwar kein Vermögen, aber einen alten Namen hatte. Die Aufklärung kam gerade zur rechten Zeit, und ich glaube, Frau Doktor wird auch nicht darüber im Zweifel sein, warum, ich sie von da an mied.— Nun weißt du, was war. Bist du beruhigt?“ Sie legte die Arme um seinen Hals und küßte ihn. „Verzeihe mir.“ „Ich habe nichts zu verzeihen. Wenn du meine Gründe nicht ahntest, war es ja ganz natürlich.“ (Fortsetzung folgt.) hältnissen zurückführt, dabei eine außerordentlich maßvolle Preispolitik im Auge behält. Denn wir sollten aus dieser unscheuren Lehrreit, die wir durch Kriag, Intlation und Stabilisierung durchmachten, das gelernt haben, daß nicht Spekulationen, nicht hohe Preise, sondern letzten Endes nur eine intensivste Werte schaffende Arbeit unser Heil ist, das auch mit demienigen unseres gesamten Volkes zusammenfällt. „In der Aussprache führte Reichstagsabgeordnster Dr. Huxo Hiterondes aus: Ihre Tagung steht heute im Zeichen der bitteren Not unserer Wirtschaft und der bangen Frage, nie es denn einen Ausweg geben soll. Lassen Sie mich mit ein Gedanken bei diesem Prodiem des Tages verwellen. Die Hauptbesrenhenl ge Dot ist der. Versaller Vertras mit seinen ver#. ukungen. Dahinter kommt sofort die Aussaugung des Marktes unserer Wirtschaft durch den Staat und die Allgemeinheit. Dafür ein paar Zitfern. Das Reich hat in den ersten vier Monaten dieses Jahres an Steuern 3.547 Milliarden eingehoben, bei einem Jahresetat 1924 von 5.273 Millarden. Die eingezogenen Steuern sind aber nicht verbraucht, ich weiß. daß 450 Millionen Goldmark für Einziehung der Goldanleihestücke verwandt sind. Aber tat das in dem Tempo not? Dazu kommen die preußischen Grundsteuern und Hauszinssteuern mit einem Jahresauskommen 6—700 Millionen. Dazu die hiohen Lasten der Gewerbesteuern, die tausende von Prozenten be#.I. S1a- Le, vo die Unternehmungen aller Geldmittel er sng### die Steuerschraube rücksichtslos angezogen, bis " letzte Groschen herausgepreßt ist. Hler wütet die gefährdie Einnahmen der ötfentlichen Körperschaften auf die Höhe ihrer Ansprüche gebracht werden müssen. In der Wirtschaft hat sich der Aufwand längst auf die ArReich, Länder und Gemeinden, besonders die stzteren, iethen zerg aller Sorgen und denken gar nient daran, sich nach der Decke zu strecken und gehörig abzustreicsen. Wenn heute das Reich an Arbeitslosenunterstützung und PenBorsadunternetneen u hat wozu de Leistungen der Laon dar er ae. i., r Phe erneinden bünzukommen. 30 kann das die deutsche Wirtschaft nicht tragen. Es kommt hinzu, daß eine Milliarde an Verbrauchssteuern und Zöllen aus bisherigen Einnahmen des Reiches in Zukunft den Reparationen verpfändet sind und auch noch für die eigene Verwendung fort: fallen, so muß sich doch jedes Kind sagen, daß diese Erpressung und Verwirtschaftung der ötientlichen Gelder nicht länger fortgegetzt, werden kann, daß Reich, Ländern und Gemeinden ihr Einkommen zugemessen werden muß, mit dem sie auszuHar Vsreheben. Isier,andere Wex jührt zum Bolschewismus. irschcharnnsn Paeien des Reichstages sollten statt ihres gchwaren streitens lieber hier handeind zufassen und den Vert zur Verantwortung und Rettung aufbringen. Der Fluch der kommenden Generationen wird die Partelen tretten, wenn sie nicht endlich handelnd im Innern für eine gründliche Ahstellung der Anspruchspolitik sorgen. Fabrikant Zwald Becher-Hagen stimmte den Ausführungen von Dr. Hugo zu und wies in seinen Ausführungen darauf hin, daß unser Steuersystem Schiffbruch gelitten habe. Er er wähnte fernerhin noch die Kollektivausstellung der Eisen- und Steie gat derrei: die im Herbst dieges Jahres zum ersten „##ev, echnischen Messe in Leipzig im Esti-Haus(Halle 12. Hetonltallel veranstaltet wird, und forderte die anwesenden Fehrikanten auf, sich an ihr geschlossen zu beteiligen. Karl Zall, Hrisiei auneg Stelvertrstende Vorsitzende, Direktor Karl Zeil. Ohligs, die geschlassene Mitgliederversammlung. *„ Rückvergütung und Umsatzsteuer. * Vom Reichsverband des Deutschen Ein- und Ausfuhrhandeis wird uns geschrieben: 1nd Ausfahrh Die Vererdnung vom 21. Februar 1924 und die Bekanntmachung vom 27. Februar 1924 regein das Ausfuhrvorgütungsverfahren, wonach der Hundertsatz des der Vergütung zugrunde zu legenden Betrages vom vereinnahmten(vereinbarten) Entgelt auf 92 Prozent festgesetzt wurde. Spweit die Auslagen des Leistungsverpflichteten für die Beförderung und Versicherung nicht gesondert In Rechnung gestellt werden kann, hat sie der Vergütungsberechtiste bei Geltendmachung des VerFstungsensoruches, vom vereinnehmten(vereibarten) Entgelt abzuziehen und diesen Abzug als solchen kenntlich zu machen. Entsprechend diesen Vorschritten hat eine uns angsschlossene, nur cif liefernde, Firma von ihrem Umsatz 92 Prozent genommen und dann die Spesen für Fracht und Versicherung nach den überseeischen Plätzen abgezogen. Das für die Firma in Frage kommende Finanzamt wollte sich aber nicht an diese 23.Erozent halten, sondera forderte von der Firma ene genave „##stellugg.„leviel die Ware ab Fabrik gekoster habe. Bel einigen Partien wäro naturgemäß festzustellen gewezen, daß etwas mehr als 8 Prozent verdient worden war, während bei anderen Partien der Verdienst noch geringer war. Da augenscheinlich jene Ansicht des Finanzamts nicht nitt dem Willen des Gesetzgebers übereinstimmt, der dahin geht, daß die Festlesung in den Verordnungen eine Erleichterung für die Exporteure und das Finanzamt bedeuten soll, hat sich der Reichsverband des Deutschen Ein- und Ausfuhrhandels an den Herrn Eeiche mist- dem ier Finanzen unter Darlegung des Fales gesonderen Prsas Eigebuis: daß in diesen Tagen durch einen beämter ale bince uu. hnten Verordnungen für die Flnanz. minister tührrn poerdn Jind. Der Herr Reichstinanz. führt in seinem Erlaß an das betreffende Landesfinanzamt weiter aus:„Insbesondere kann die Gewährung der Vergütung von 92 Prozent des Verkaufspreises nicht von dem Nachweis abhängig geinacht werden daß Im Einzelfalle die 3 PPraxant heten Verkautspreis nicht megr ais der Einführung. derartises Verlangen würde die mit beahsichtiste: Vare nach dem Verkautspreis beanslännigte Vereinfachung des Vergütungsverfahrens illuüle Spaune zwizeben nehmuns vemacht werden, das erheblich mehr als P p ubug.u Verhauspreis reschmäbls Durchtührung dar rozent, beträst, so wäre unbeschadet der Durchführung der schwebenden Vergütungsfälle zu berichten.“ * Umsatzsteuerumrechnungssätze. Für die nicht an der Berliner Börse notierten ausländischen Zahlungsmittel für Juni: Papais 72.60, Estland 1.00, Griechenland 7.35, Lettland 100 Lat Polen S0.5. Paay, K10 Litauen 40.60, Luxemburs 1915, ten 1868 Fritiseh=Gast- 43cherwoniez 21.68, Türkel 215, Aeayp. 21115, Pritischerieg. 21.:5 Britsch-Straits Jetlements tinien 307.50. Pagasa.u..“ 34, China Shanchal 298.70, Argen1730, Ureuag 32gs. 413 Shle 4610, Meriko 22310, Pera * Deutsche Goldiskontbank. Wochenübersicht der Golddiskontbank für die erste discher Hanken, P; namhatte Vermehrung der Noten auslänim Ausland:“ Bei den jäglich fällig werdenden Forderungen Im Ausland ist keine größere Veränderung eingetreten. ZugePorsisegenab esieg Sanze 1n4 Schecks wobei der Auteil der kurztristigen sich rund verdoppelt hat. Stärkere Steigerung zeist, auch der Posten täglich fälig werdender Verbindlichhchen Bie de sanstigen Passia sich wenig verändert Icft s# Ansprüche an die Bank im Wege des Rediskontkredits sind weiter angewachsen. Der Uebergangsposten der auf Tsr Nau. Piaua ak 2unahme von 399 Mll. * Die Großhandelsmeßzahl. WTB. Berlin, 8. Juli. Die auf den Stichtag des 8. Juli berechnete Ggoßhandelsinderzahl des Statistischen Reichsamts ist nach dem Stande vom 1. Juli von 112,6 auf 112.0, oder um 0.5 mittei mit Gsaue“ Von den Hlauptgruppen sing die Lebensund Kariaziein mit 9a2 go,. Lavan die Grapoe Getrelde IEästrisn#n mit 82.2(83.5) nahezu unverändert, wogegen die Industriestoffe von 143.1 auf 141.0, oder um 1.5 v. H., davon die Gruppe Kohle und Eisen infolge nachträglicher Berücksichtigung der mit 1. Juli erfolgten Herabsetzung der Roheisenpreise von 136.2 auf 134,0, oder um 16 v. H. sanken. Die Inlandwaren gaben von 102.5 auf 102.1, oder um 0.4 v. H., die Einfuhrwaren von 163.2 auf 161,3, oder um 1.2 v. H. nach. ** Berliner Wertpapierbörse. im Börsenverkehr hiecht. Die bervorstechendste Erschehuns mit Auenabrng die aut allen Gebieten Geschästestung. de Rentenmarktes herrschende bochgradige Die politische Lage wird noch als zu wenig scklärt anseschent, um die leichten und gelegentlchen Ansätze zu einer Geschäftsbelebung und zu dem längst erwarteten TenSecischer aureiien zu lassen, zumal das gemeinsame Vorgehen auf der Londoner Konierenz nach den neuesten Drahtungen anscheinend auf den Widerstand Amerikas stößt. Der Kursstand der Dividendenpapiere unterlag daher nur geringfügigen Veränderungen, wobei freilich die Abschwächungen überwogen, die aber nur für einige wenige Montanpapiere bis 2 Bilionen Prozent erreichten. Das einzige Gebiet etwas lebhafterer und spekulativerer Betätigung war schon##. den, letzten lagen der Rentemmarkt. Für Kriegsanleihe erhielt sich bei schwankenden und im Verlaufe abbröckelnden Kursen das Interesse, obwohl die Bewegung von ihrem biseingebüßt hat. Gefragt blieben Tüchan- Mmnarin..— esche Renten, wle hren aussnesien.: I zuch Oestergeicher. Canada vermochte inren anfanglichen Gewinn von 2 Bühonen weiterhin nicht aufdann dnz Tasctez“ eicht abdröckeinden Kursen stagnierte sanr uud u Oiikommen. In der Lage am Devieinsetreten Bedeutung nicht Amtliche Devisenkurse. Berliner Börse. 9. Juli Für! 19. Juli Geid draht) Geld Mk. Ausz. Mk. 57 drahtl. Augr. Heild. 3.Aires Beig. Noru Dönem Schwe Eneld A. Vori 16. Juli Geld 1 Brie Mük. M1k 158.20 1525 □ 0 55.56 11 18.159 4.19 150 1.345 90 5 D4 87.7 111.33 1825 421 153/20 1.205 5 55.71 88.33 111.22 18.165 4.19 Finnl. Ital. Paris Zür. Soan Wien Prag Ung. 10.47 17.91 21.32 75.8455 55 21 5917 12.81 5 915 Briet MAkr. 10/0 17.20 21.2 7.915 55 59 205 12.57 5 255 9. Juli Gela 14l 1045 85 91275 74.96 55.45 5 915 12.275 5915 110 1.130. Kattositz 29se9 i4evisen Buharest 1.710 1.738. 81 81B, Reral 1duG:1 0d3h Versohan 79990 Sloln. Riga 84196 77.906 819oß. Kowno 40.596 41.41B. Polennoten Litanen.—c Letrgnd 77756 81.758, Estland 0.9456 09958, * Berliner Metallpreise. Kupter 3% ratt. Hüttenweichblei Hütt.-Rohz. fr. V. do. Verbandspr. Plattenzinn kem. Aluminlum 9.7. 4.10-420 400-4.5 225-235 0,66-0.68 8990-30.90 Wer regelmäßig die Zahnpasta Pebito gebraucht, wird sein Gebiß bis ins hohe Alter rein, weiß und gesund erhalten. Sutseh-Ausverkauf Seiehten rgalkgten Preisabbaues Den ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen Reehnung tragend, bringe ich in meinem grossen Saison- Ausverkauf, der am 10. Juli begennen hat, überraschende Vortelle. Ohne Rücksicht auf den bisherigen Preis sind die Waren ganz bedeutend im Preise herabgeseizt. Besondere Auslage Es liegt In Ihrem eigenen Interesse, von diesem Angebot ausgiebigsten Gebrauch zu machen. Sesenp, amB. F.eu Dmchbreu Solingen Entenpjuh! * u Weltstädte im Sommer. I)enn die Tage lang sind und der Bogen, den die Sonne am Himmel beschreibt, steil ist, wird der Großstädter unruhig. Er weiß, wie ihm in kurzer Zeit die Sommerwärme zusetzen wird, die Glut, die sich in den engen, von hohen Häusern umsäumten Straßen fängt und den Asphalt der Dämme in eine weiche elastische Masse verwandelt. Das Reisesieber erwacht, man muß„ausspannen“, muß wieder einmal die Nähe der Natur fühlen und sich an Wald und Wasser, Heide und Bergen von den Strapazen des Großstadtlebens erholen. Dieser Drang aber ist eine Erscheinung, die viel wichtiger ist, als man allgemein annimmt und das Problem, dem Großstadtbewohner den Sommer erträglich zu machen, fordert immer gebieterischer eine Lösung. Es ist nicht uninteressant, in dieser Beziehung einmal die Verhältnisse in den Millionenstädten der Erde zu betrachten. Wenn man bedenkt, daß die Einwohnerzahl ganz Deutschlands vor 300 Jahren nicht größer war als heute die der Einwohner Berlins, so wird man erkennen, wie sehr sich das Verhältnis des Einzelnen zum Lande verschoben hat. Allein von 1870 bis jetzt ist die Zahl der in Deutschland wohnenden Menschen fast um die Hälfte gestiegen, und alle diese Menschen fordern ihr Teil an Licht und Luft und persönlicher Freiheit Wie kommt man nun den Einwohnern der Großstädte hierin entgegen? Sehr bald erkannten die Verwaltungen der großen Städte die Notwendigkeit, größere Parkflächen, wenn möglich innerhalb des städtischen Weichbildes, anzulegen; aber schon nach wenigen Jahrzehnten genügten diese Flächen, wie in Berlin der Tiergarten, den Ansprüchen der Bevölkerung nicht mehr. Es setzte, begünstigt durch die Verbesserung des Eisenbahnnetzes, ein starker Strom in die nähere und weitere Umgebung ein, und es erwies sich bald als notwendig, diesen Verkehr durch Bereitstellung besonderer Mittel zu vergrößern und zu unterstützen. Denn die Zahl derjenigen, die in den Sommermonaten auf kürzere oder längere Zeit Gelegenheit haben, die Stadt ganz zu verlassen, ist gering gegenüber der Zahl derer, die eingespannt sind in eine pausenlose Arbeit, oder aus geldlichen Gründen sich eine gelegentliche Ferienreise versagen müssen. Dabei hat sich immer mehr die Freibadbewegung herausgebildet, nicht nur bei uns in Deutschland, sondern vielleicht in noch stärkerem Maße in Neuyork, das über bessere Verkehrsmittel verfügt und zudem in weit größerer Nähe der See liegt als Berlin. Es sind gewaltige und vielsagende Zahlen, welche die Statistik des Vorortsverkehrs der Millionenstädte ergibt. Berlin wirft jeden Abend in den Sommermonaten nach Schluß der Tagesarheit mehr als 100000 Menschen in die Wälder und an die Seen seiner Umgebung, und fast nach jeder der vier Himmelsrichtungen fast eine halbe Million insgesamt. New Vork sechs bis siebenhunderttausend, andere Städte entsprechende Mengen. Ungeheuer ist der Andrang zu den Zügen, Autobussen und elektrischen Bahnen, die in kurzer Fahrt die Massen ins Freie bringen und in Abständen von wenigen Minuten die Tausende ausschütten, die gepreßt hinausfuhren. Immer mehr kommen die „Kolonien“ in Mode, Laubengelände werden aufgeteilt, Wochenendswohnungen nach englischem Muster errichtet, die man von Sonnabend bis Montag früh bezieht, um sich während dieser Is„Landmann“ zu fühlen. Weniger beliebt sind in Deutschland die„Cambings“ nach amerikanischem Muster; das ausschlagen von Zelten ist hier mehr Privileg der Wandervögel und der Jugendverbände. Das liegt einmal daran, daß wir hier im allgemeinen keine so praktischen, leicht transvortablen Zelteinrichtungen haben wie die Amerikaner, dann aber auch wohl daran, daß hier die Natur zu viele Schilder mit„Verhoten“, eugriät, igat ven in den Vereinisten Stgaten weniger nun, einmal auf Grund dieser regelmäßigen Erweiterung der Stadt, dieses„Aufatmens“, wenn man E##lo nennen will, das eine Dehnung der Grenzen des Stadtbilbes vurstrut, festzuhalten, welchen Radius die Sonntagsfahri, wie groß also der Umfang der Stadt von Sonnabend bis Montag früh ist. Da ergibt sich also für Berlin immerhin ein Radius von etwa 50 Kilometern; das entspricht einem Flächeninhalt von fast achttausend Quadratkilometern. Wird nun die Entwicklung weiter in der Richtung einer Zentralisierung, weiter also in der Richtung einer Anhäufung von Menschen an einzelnen Punkten wie bisher gehen, oder kann man in Zukunft einen Ausbau in anderen Nichtungen erwarten? Nun, die Entwicklung der Millionenstädte ist zum guten Teil auf die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, also der Eisenbahn, zurückzuführen; aber mit fortschreitender Vermehrung der Linien, Vergrößerung der Geschwindigkeit und Vervielfältigung der Möglichkeiten, von einem Ort zum anderen zu gelangen— ich erinnere an Automobil und Flugzeug— wird man in wenigen Jahrzehnten den Kovf über den einstigen ungesunden Steinhaufen, die Millionenstädte, schütteln. Alles deutet darauf hin, daß sich in Zukunft einzelne Geschäftszentren bilden werden, Bürostädte und Werkstadtstädte, die von einem weiten Kranz von Gartensiedlungen umgeben sein werden, in denen man außerhalb der eigentlichen Arbeitszone lebt. Schon heute macht sich, wie gesagt, in steigendem Maße dieser Trieb, Arbeitsstelle und Wohnung möglichst zu trennen, bemerkbar. Auch hierin geht, nicht zum mindesten infolge seiner hochentwickelten Autoindustrie, Amerika unserem Erdteil voran; aber wenn nicht alles trügt, werden unsere Kinder es nicht mehr nötig haben, aus der Glut der Großstadt im Sommer zu fliehen, das ganze Land wird mit einem ineinandergreifenden Netz von Siedlungen und einzelnen Geschäftsknotenpunkten überzogen sein, der Unterschied der„Großstadt“ und der„Provinz“, der bis vor kurzem noch markanter war, wird dann völlig verschwunden sein und damit hoffentlich eine Quelle von Mißverständnissen, denen wir heute noch leider ausgesetzt sind. Vorläufig muß sich der Großstädter, der im Sommer Erholung sucht, bemühen, das Land zu verstehen, und auch umgekehrt wird die Verbindung bei etwas gutem Willen immer vorteilhaft sein. kt. Hygiene des Essens. ie Erfahrung des täglichen Lebens lehrt, daß unser Gemütszustand zur Zeit der Nahrungsaufnahme von sehr wesentlichem Einfluß auf den Abfluß der Verdanungsgänge ist: Aerger bekommt uns das Essen nicht, und wir magern ab. „Wir verdauen gewiß ganz anders“, sagt der Hygieniker Veit sehr treffend,„bei Aussicht in eine heitere Gegend als auf Kerker= und Klostermauern“. Es ist sogar vielfach beobachter worden, daß für bestimmte Verdauungsstörungen der Anlaß in Gemütserregungen zu suchen ist, in Schreck, Aerger, heftigen Aufregungen, die den Betreffenden gerade bei der Mahlzeit überfallen haben. Daraus ergibt sich die wichtige Regel, niemals eine Mahlzeit zu beginnen, bevor die Wogen der heftigen Erregung sich gelegt haben und eine ruhige Stimmung Platz gegriffen hat. Für das allgemeine Verhalten während des Essens ist zunächst hervorzuhehen, daß langsames Essen von wesentlichem Vorteil ist und zwar, weil nur bei langsamem Essen ein gehöriges Kauen möglich ist. Nur bei sorgfältigem, einige Zeit in Anspruch nehmendem Kauen kann die so wichtige Durchtränkung des Gekauten mit dem Mundsaft, die sogenannte Einspeichelung, in genügendem Ausmaß erfolgen; die Speisen werden dadurch schlüpfrig, sind leicht herunterzuschlucken und werden im Magen besser verdaut. Auch geistige Beschäftigung oder sonstige Betätigung lenkt vom eigentlichen Eßakt ab und läßt das Kauen nur unzureichend vor sich gehen; daher empfiehlt es sich auch nicht, wie es so häufig geschieht, beim Essen zu lesen. Man soll also langsam essen, das schnelle Herabschlingen der Speisen hat jewöhnlich zur Folge, daß dieselben ungekaut, in größeren Stücken in den Magen gelangen und dadurch das Gefühl von Drus und Schmerz hervorgerufen wird. Der Reisende, der in den Bahnhofsrestaurationen während weniger Minuten Aufenthalts seine Mahlzeit schnell einnehmen muß, lernt nur zu oft die nach hastigem Essen eintretenden Verdauungsbeschwerden kennen; vom ärztlichen Standpunkt ist daher den Speisewagen sehr das Wort zu reden. Man streitzt aft darüber, ob man während des Essens Flüssiges zu sich nehmen soll und wie viel. Ein Teller Fleisch= brühe als Einleitung zu einer größeren Mahlzeit ist zweckmäßig: Die Würz= und Genußstoffe der Brühe regen, wie der berühmte Physiologe Munk nachgewiesen hat, die Abscheidung der Verdauungssäfte in den Magen an und befördern dadurch den Verdauungsvorgang. Daneben aber noch eine größere Menge, sei es auch nur 54—1 Liter, Flüssigkeit in Form von Wasser oder Bier zu sich zu nehmen, ist nicht zu empfehlen; denn dadurch wird der Magensaft, mit Hilfe dessen wir verdauen, verdünnt und seine Verdauungsfähigkeit beeinträchtigt. Allenfalls kann kohlensaures Wasser, Selters z. B. gestattet werden; auch gegen ein Glas Wein bei Tisch ist nichts einzuwenden. Bei fetten Sveisen erweist sich für viele, die an sich Fette nicht gut vertragen und danach an Verdauungsstörungen leiden, ein Gläschen Kognak als vorteilhaft. Von nicht genügend gewürdigter Bedeutung für die Verdauungsvorgänge ist das zweckmäßige Verhalten nach dem Essen. Der Verdauungsakt nimmt für die Verdauungsorgane einen erheblichen Teil der Gesamtblutmasse des menschlichen Körvers in Anspruch und macht infolgedessen das Gehirn blutleer. So stellt sich mit Notwendigkeit nach größeren Mahlzeiten ein mehr oder minder ausgesprochenes Müdigkeitsgefühl ein, das wir durch die erregende Wirkung des Kaffees zu bekämpfen suchen. Beim Säugling ist dies Müdigkeitsgefühl so überwältigend, daß er in unmittelbarem Anschluß an die Nahrungsaufnahme sofort einschläft; aber auch blutarme, bleichsüchtige, fettleibige und magenkranke Personen können selbst unter Aufbietung großer Energie diesem„Müdigkeitsgefühl für gewöhnlich nicht widerstehen. Die so häusig erörterte Frage, ob es zweckmäßig ist, nach Tisch zu schlafen oder nicht oder gar Körverbewegungen zu machen, läßt sich keinesfalls nach der einen oder anderen Seite ausschließlich entscheiden. Ohne Zweifel empfinden viele Menschen Körverbewegungen in unmittelbarem Anschluß an das Eessen als eine Anstrengung, während sie ruhiges Sitzen als Behagen empfinden und sich dann schnell wieder frisch und arbeitsfähig fühlen. Ein Grund, sich mit vollem Magen absichtlich stark zu bewegen, liegt nicht vor. Die Notwendigkeit des Schlafens nach Tisch besteht allenfalls für Schwächlinge, sowie für Nervöse, Magenleidende und Bleichsüchtige, und ein halb= bis allerhöchstens einstündiger Schlaf kann schon gestattet werden; indes bei ausgesprochener Fettleibigkeit und gewissen Herz= und Gefäßkrankheiten ist, da in der Verdauung der Blutdruck gesteigert ist, ein Schlaf in horizontaler Lage unmittelbar nach den Nahrungsaufnahme nicht empfehlenswert; besonders Unterrichtsstunden gleich nach der Mittagszeit sind durchaus unhngienisch und daher vom ärztlichen Standnunkt zu verwerfen. Dr. A. Scherz und Zumer. Lessing und der junge Dichterling. Ein junger Dichter bat Lessing, ein Heft mit seinen Gedichten durchzusehen und Fehler mit einem Kreuz zu bezeichnen. Als er nach einiger Zeit das Heft abholte und es durchblätterte, rief er erfreut aus:„Wie, nirgends ein Kreuz!“—„Hätte ich aus Ihrem Manuskrivt einen Kirchhof machen sollen?“ meinte Lessing. Im Ernst. Der verstorbene Generalintendant von Possart in München ließ sich drei neue Chorherren vorstellen. Er fragte den ersten, wie er heiße. Der antwortete:„Zimmermann“. Possart erwiderte:„Zimmer—7—r—mann.“ Er fragte dann den Zweiten nach seinem Namen, der erwiderte:„Werner". Possart sagte:„Wer—r—r—ner, mein Lieber.“ Schlotternd harrte der letzte kleine Mann seines Aufrufs.„Wie heißen Sie?“ fragte Possart. Der kleine Mann stotterte lange und sagte dann ängstlich:„Schur—r—te, Herr Generalintendant.“ Heim=Behandlung. Frau Jiagins machte ihren Gatten auf einen Artikel„Was die Frauen für die Schwachsinnigen tun“ in der Zeitung aufmerksam. Herr Jiggins war in übler Laune und brummte:„Na, ich möchte schon wissen, was Frauen jemals für Schwachsinnige getan hätten.“„Gie heiraten sie gewöhnlich“, antwartete Frau Liegins sanft. Das Geheimnis der drei Schalen. Von A. Ball#. ( mn Museum von Palermo werden drei wunderbare Schalen aufbewahrt ,deren jede eine rätselhafte Inschrift trägt. Auf der ersten ist dicht unter dem Rand eingraviert: Für Liebe das Geheimnis. Die zweite trägt den Spruch: Liebe vermag mehr als Wissenschaft. Die dritte Inschrift lautet: Ein Kuß zerstärt alle Weisheit. Die drei Schalen stammen aus dem 15. Jahrhundert und sind von auserlesener Schönheit. Ein wunderbarer gold=grüner Schmelz liegt über ihnen ausgebreitet; es ist die Farbe des sizilianischen Himmels am Abend, wenn die ersten Sterne aufleuchten und noch die letzten Streifen der scheidenden Sonne am Horizont sich in das Smaragdgrün der unendlichen Kupvel verlieren. Jede der Schalen zeigt das gleiche lächelnde Frauengesicht,dessen Mund eine unbeschreibliche Süße und gleichzeitig Erfahrenheit in sich birgt, eine Mischung aus Heiliger und Sünderin. Niemand hat bisher das Geheimnis des Frauenkopfes und der drei Inschriften lösen können. Mir aber ist ein wunderbarer Zufall zu Hilfe gekommen, als ich in der Bibliothek von Paler= mo nach einem bestimmten Manustrivt suchte. Das, was ich suchte, fand ich nicht; dafür aber habe ich ein anderes, von niemanden vorher gefundenes aufgestöbert, bessen vergilbte Blätter auf das 16. Jahrhundert deuten und die Lösung der seltsamen Sprüche enthalten. Es ist eine wilde und zugleich rührende cheschichte, und ich erzähle sie möglichst mit den Worten des alten Chronisten. Er hebt also an: Im Jahre des Heils 1470 lebte in Palermo ein wohlbekannter Töpfer und Ziseleur, Pasquale Jorio mit Namen. Ganz mit seiner Kunst und ihrer Vervollkommnung beschäftigt, vergaß er, seiner jungen Frau Lucinda die Zärtlichkeit zu erweisen, die ihre Schönheit und ihre junge Ehe forderten. Dennoch liebte er sie sehr. In den seltenen Augenblicken, wo er seine Werkstatt verließ, küßte er sie heiß und umschlang sie inbrünstig. Aher wenn sie, von diesen seltenen Liebkosungen beglückt und entzückt ihn länger bei sich zurückhalten wollte, sprang er auf und war in Gedanken schon wieder bei seiner Arbeit. Eines Tages erfuhr er, daß ein itelienischer Künstler das Geheimnis entdeckt habe, Email herzustellen, das im Widerschein einen goldenen Schein offenbarte. Lange Zeit verbarrte Pasquale in Grübeln und Nachdenken. Von früh bis abends mischte und experimentierte er in seiner Werkstatt, ohne jedoch, zu seinem bitteren Schmerze, das Geheimnis zu finden. Lucinda vernachlässigte er mehr und mehr, und eines Tages sagte sie zu ihm:„Mein lieber Eheherr, hin ich nicht mehr Eure Taube? Hat meine Haut ihren Duft verloren? Haben meine Lippen ihre Frische verleren, die Ihr einstmals so liebtet? Wollt Ihr mich so ganz und gas vergessen?“ Uher Aesquale hörte nicht auf sie. So besessen von seinem Gedanken, das Gebeimnis der Mizu entdecen, war er, daß er einem Better, der gleichfalls ein woderer Kunstler wer nas Malerma kommen ließ, um die Wünsche seiner Abnehmer besser befriedigen zu können und zugleich mehr Zeit zum Forschen zu erhalten. Franco Pitta verließ also sein Heimatsdorf und langte kurz darauf in Polermo an. Braun gebrannt, das Haupt von schwarzen Locken umwallt, mit iden Augen und jugendlicher Kraft erschien er im Hause seines Vetters. er liebte die Frauen, und sie witterten in ihm, eine unerschönfliche Kraft zu lieben und zu küssen. le empfahl ihm sein Haus, seine Kunden, seine Werkstatt und seine Frau.„Ich trete eine Reise an“, sagte er„von der ich nicht weiß,wann sie zu Ende sein wird. Ich werde nicht eher zuruckkehren, als ich das Geheimnis gefunden habe. Lucinda wollte ihn schluchzend zurückhalten, aber Pasquale ließ sich nicht halten.„Ich lege alles in Gottes Hand“ sagte Pasquale heim Abschied,„er hat don Tag meiner Abreise bemeiner Rückkehr bestimmen. stimmt, er wird den Tag meiner Rückehr bestimmen.“ Francesco, ein Wilder ohne Zucht und Moral, versuchte sogleia, Lucinda zu verführen. Lange widerstand sie seinen Lockungen, lange verteidigte sie sich gegen sein Begehren. Aber die sizilianische Sonne ist heiß und macht das Blut glühend, und am Ende erlag sie ihm. Hier bricht das alte Manustript ab, sei es aus Zufall, sei es aus Zurückhaltung des Schreibers. Er vermerkt nur kurz, daß diese Liebe sechs Fahre dauerte— länger als zuweilen und nicht selten die eheliche Liebe zu währen pflegt. Unerwartet, wie eine Katastrovhe, erschien Pasquale eines Tages. Richts, keine Potschaft hatte sein Kommen angekündigt. Er kam mit vielen Truhen beladen, die voll der köstlichsten Dinge waren, Seidenwaren, Stickereien, griechische Skulvturen, alte Töpfereien und Silber. Er umarmte Lucinda und auch Francesco ohne Argwohn. Das erste Wort, das er sprach, war: „Ich habe das Geheimnis!“ „Welch lange Reise“ murmelte Lucinda„ich fürchtete, Ihr wäret gestorben. Wie oft habe ich meine Schönheit verflucht!" Pasquale lächelte, nahm sie bei der Hand und wiederholte: „Ich habe das Geheimnis!“ „Der Tor“ dachte Lucinda, aber legte ihre Arme um seinen Hals. Schon am nächsten Morgen machte sich Pasquale an die Arbeit. Niemand durfte seine Werkstatt betreten, und er selbst wachte, mit fiebernden Augen und hleichen Wangen, über die entstehenden Formen. Francesco perging vor Wut und Eifersucht. Aber auch er war ein großer Meister in seiner Kunst und wurde dopvelt zornig über seinen Vetter, der ihn wieder wie einen Gehilfen behandelte und nichts von seinem Geheimnis vereiet. Francesco lungerte vergeblich um die Werkstatt und um den Ofen herum; nichts war zu erfarschen.4 Da sprach er endlich folgendermaßen zu Lucinde:„Du mußt das Geheimnis entdecken denn ich bin ungeduldig, und ich werde es als einen Beweis Deiner Liebe bstrachten, wenn Du es mir bringst. Pringst Du es nicht, so kehre ich in meine Heimat zurück und zu den Frquen, die ich vor dir liebte.“ Der alte Chronist verschweigt, was Lucinda tat. Wenn sie ihrem Gatten das Geheimnis entlockte— es wird nicht mit Gründen der Logik gewesen sein. Es genügt zu wissen, daß sie es bekam und es ihrem Liedheber Francesco, ebenso unklug wie treulos, machte sich daran, drei Schalen zu formen. Drei Schalen von einem wunderbaren Schmelz übergossen, und auf jeder bildete er das Antlitz Lucindas, ihre süße Schönheit, ihren stolzen Blick. Auf der ersten Schale grub er ein: Für Liebe das Geheimnis. Der Sinn ist ein doppelter: Für Liebe hatte Pasquale sein Geheimnis preisgegeben. Für Liebe hatte Francesco es erhalten. zweite Schale schrieb er: Liebe vermag mehr als Wissenschaft. Auf die dritte: Ein Kuß zerstört alle Weisheit. Unnötig, die letzten beiden zu erklären! Als er sein Werk vollendet hatte, zeigte er es Pasquale und meinte dazu: Ich habe es aus Dankbarkeit für deine Frau und dich geschaffen. weit einem hachmütigen Ton antwortete Pasquale: Es ist eine gute Arbeit, und früher hätte ich sie sogar unter meinem Namen gehen lassen. Du verbesserst dich sichtlich. Das ist nicht schlecht“ „Nicht schlecht?“ erwiderte Francesco mit falscher Bescheidenheit.„Ich bin stolz auf dein Loh. Ich habe rinige Essenzen hineingemischt, die ich dir verraten werde, wenn der Erfolg meinen Erwartungen entspricht. Ich würde nicht überrascht sein, wenn nach dem Brande der goldene Schimmer sich zeigen würde, den wir so sehr bei deinen Meisterwerken bewundern.“ Pasqugle lächelte:„Du wirst mich rufen, wenn es so weit sein wird.“ Aber er entdeckte plötzlich in dem Blick seines Veiters einen Spott, der dem seinen überlegen war! Eine heiße Flamme schlug in ihm empor. Düster und verschlossen erschien er mehrere Male in der Nacht vor dem Ofen, um den Fortschritt des Brandes zu beobachten. Francesco lag schlasend auf dem Boden. Als Pasquale zum vierten Male erschien, sah er einen goldenen Schein auf den Schalen. Alles drehte sich um ihn, er war geschlagen, gebrochen, verzweifelt. Taumelnd wankte er hinaus, hielt aber vor einer Truhe inne, aus der er einen Krug voll schweren, alten Syracusanerweines nahm. So schwer, daß ein Becher genügte, um die Besinnung zu verlieren. Pasquale trank den ganzen Krug aus. Er stürzte wieder in die Ofenkammer zurück. Sein Lärmen weckte Francesco auf; er begriff, daß es um sein Leben ging. Die peiden rangen wie Gladiatoren, aber Gott und der Wein gaben Pasquale den Sieg. Er warf seinen Gegner in den glühenden Ofen. Dann sank er selbst besinnungslos zu Boden. Als er spät am Morgen erwachte, war das Feuer erloschen, aber der Brand der Schalen vollendet. Sie waren wunderbar geraten. Posquals Verbrechen blieb unentdeckt, denn die Elamme hatte jede Snur der Leiche vertilgt. Jedermann glaubte, Francesco sei wieder in sein Heimatdari gezagen. Pasquale blieb seitdem düster und bitter und gab, ungeachtet der Vorstellungen seiner SEBEN EINKAUT können Sie sich feisten auch für den Sparsamsten besteht die Möglichkeit, unsere vorzüglichen Waren einzukaufen denn die Preise sind ganz ger.antig Kerapgesctzt. Beachten Sie die Schaufenster. BOLINGEN. Ich gewähre ab heute auf sämtliche Waren 10 Wezent-Kabatt und zwap: 1. weil ich heute billiger einkaufen kann, 2. weil ich mit den Sommersachen räumen will, 3. weil alle Welt den chronischen Dalles hat und ich infolgedessen auch nicht davon verschont geblieben bin. Ich empfehle mich in Einzel-Möbeln aller Art z. B. kompl. Küchen 200 Mk. Sofas und Chaiselongues in versch. Ausführungen, von 56.— Mk. an Flur-Garderoben(neu eingeführt), von 44.— Mk. an Steppdecken, welche das bei der anhaltenden Hitze so unerträgliche Oberbett trefflich ergänzen, zu äusserst günstigen Preisen. Tel. 465 B. Feder Nacht. Tel. 465 Inh.: Frau Karl Ph. Hoss Wwe. Solingen, Weyerstraße 3—5, Ecke Hauptstrasse. 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Ernst Quabeck, Solingen, Kölnerstrasse 71. Nr. 160, 116. Jahrgang. SStnger Tager kart in 1. Juli 1924. Amerikas letzter Schritt. Die hochpolitischen Vorgänge in Paris, insbesondere die starke Opposition des nationalistischen Blocks gegen die Politik Herriots, haben die Regierung der Vereinigten Staaten aufs stärkste beunruhigt. Um den europäischen Regierungen ihren Standpunkt möglichst nachhaltig darzulegen, hat sie sich entschlossen, neben dem englischen Botschafter Kellogs auch ihren deutschen Botschafter, Houghton, zur Londoner Konferenz der alliierten Erstminister zu senden und ihm ähnliche Instruktionen wie dem Londoner Botschafter zu geben. Houghton wird mit größtem Nachdruck klarlegen, daß die Vereinigten Staaten an der raschen Annahme und Durchführung des Dawes=Berichts lebhaft interessiert sind und jede Verzögerung als äußerst nachteilig für eine friedliche Lösung der Reparationsfrage erachteten. Das Interesse der Vereinigten Staaten ist ein doppeltes: Ein finanzielles und ein innerpolitisches. Das wirtschaftliche Interesse ist dabei als selbstverständlich vorausgesetzt. Nach der finanziellen Seite steht fest, daß in den Vereinigten Staaten Nordamerikas eine starke Geldflüssigkeit und eine wohlzubeachtende Bereitwilligkeit herrscht, die flüssigen Gelder in Europa anzulegen. Wie groß sie ist, geht aus einer Meldung der „Evening Post“ aus Chicago hervor, nach welcher dortige Bankfirmen soeben deutschen Firmen Warenkredite in Höhe von 6 Millionen Dollars eröffneten. Aehnliche Abschlüsse gleicher Art sollen bevorstehen. Botschafter Houghton erhielt auf Anfrage bei führenden Persönlichkeiten Wallstreets die Mitteilung, daß die Mitwirkung der amerikanischen Hochfinanz bei der Unterbringung der internationalen Anleihe Deutschlands als gesichert betrachtet werden kann. Wenn indessen eine Verständigung mit Frankreich und Groß-Britannien nicht erzielt wird, die Meinungsverschiedenheiten weiter dauern, oder sich gar verschärfen, dann ist aus den Vereinigten Staaten Nordamerikas kein Geld und kein Kredit zu erwarten. In politischer Hinsicht legt die herrschende republikanische Partei deswegen großes Gewicht auf die Annahme des Dawes=Planes, weil sie glaubt, die Beilegung der Reparationskrise im bevorstehenden Wahlkampf zu ihren Gunsten verwerten zu können. Würde der Plan scheitern, so wäre ihr zugkräftigstes Mittel im Agitationskampf genommen und ihr Vizepräsidentschaftskandidat desavouiert. Aus diesen Gründen versteht man wohl die Verstimmung, die gegenwärtig in den Regierungskreisen der Vereinigten Staaten Nordamerikas gegen den nationalen Block Frankreichs und seine Führer herrscht. Andeverseits wird auch verständlich, weshalb die Regierung Coolidge gleich zwei Botschafter als offizielle Vertreter zur Londoner Konferenz schickt. Dabei verdient größte Beachtung, daß zu gleicher Zeit, da die Konferenz in London tagt, auch Staatssekretär Hughes, der Staatssekretär des Schatzamtes Mellon, und der bekannte Mitarbeiter Dawes Owen Young in London weilt. Fast alle maßgebenden Staatsmänner der Vereinigten Staaten mit Ausnahme Coolidge und Hoovers weilen während der Konferenz in der britischen Hauptstadt. In politischen Kreisen sieht man in der Entscheidung Houghtons zur Londoner Konferenz die letzte Anstrengung Amerikas, um die nationalistischen Leidenschaften Europas zurückzudämmen und der wirtschaftlichen und politischen Vernunft zum Siege zu verhelfen.. E. R. Aus Westdeutschland. mtb. Neustadt a. d. H., 10. Juli. Eine bisher völlig nnbekannte Römerstraße wurde bei geologischen Untersuchungen in der Nähe des Karlstales, das drei Kilometer südlich von Kaiserslautern liegt, festgestellt. Die Straße, die jetzt nur als Holzabfuhrweg für den sogenannten„Haderwald“ dient, hat eine Breite von durchschnittlich 3 bis 3.20 Meter und besteht aus einer Fahrbahn, deren Belag aus mächtigen Sandsteinplatten zusammengesetzt ist. mtb. Speyer, 10. Juli. Ueber seltene geflügelte Gäste in der Pfalz weiß im„Pfälzischen Museum“ der Dürkheimer Vogelkundige Zumstein zu berichten. So wurde bei Oggersheim ein flügellahm geschossener Singschwan gefangen: Singschwäne wurden auch bei Böhl und Waldsee erlegt. Am Neuhofer Altrhein sichtete man einen Fischadler, und die sehr seltenen Blaukehlchen konnte man im Dürkheimer Bruch und am Altrhein beobachten. Vermischte Nachrichten. Die Hannoversche Mordassäre. D. B. Berlin, 10. Juli. Zu der hannoverschen Mordajjäre, soweit das Vorgehen der hannoverschen Kriminalpolizei in Frage kommt, erfahren wir noch: Vom preußischen Ministerium des Innern sind mehrere Beamte der Polizeiabteilung mit dem besonderen Auftrag nach Hannover entsandt worden, die gesamten Maßnahmen der Polizei in der Mordaffäre Hamann, insbesondere nach der kriminalistischen Seite hin, einer genauen Nachprüfung zu unterziehen. Außerdem hat der Oberstaatsanwalt in Hannover im Einvernehmen mit dem preußischen Ministerium des Innern das gegen den verhafteten Hamann eingeleitete Strafermittlungsverfahren auch auf die Ermittlungen und Maßnahmen der Hannoverschen Kriminalpolizei ausgedehnt. Die„Gefährlichkeit" der Gasbeleuchtung. Es sind jetzt gerade 100 Jahre her, seitdem die Gasbeleuchtung bei uns eingeführt wurde. Man sollte aber nicht glauben, welch unverständlicher Kampf damals gegen die neue Beleuchtungsart geführt wurde. Es wurde vor allem erklärt, die Gasbeleuchtung sei verwerflich als Eingriff in die Ordnung Gottes. Nach dieser ist die Nacht zur Finsternis eingesetzt, die nur zu gewissen Zeiten vom Mondlicht unterbrochen wird. Dagegen dürften wir uns nicht auflehnen, den Weltplan nicht hofmeistern, die Nacht nicht in den Tag verkehren wollen. Aber auch aus medizinischen Gründen sei der Plan verwerflich, denn durch das erleichterte nächtliche Verweilen im Freien entstehe Schnupfen, Heiserkeit und Husten. Die Philosophie mußte gleichfalls als Eideshelferin gegen die Gasbeleuchtung herhalten. Die Sittlichkeit ist gefährdet,„die künstliche Helle verscheucht in den Gemütern das Grauen vor der Finsternis, das die Schwachen von mancher Sünde abhält. Diese Helle macht auch den Sünder sicher, sodaß er in den Zechstuben bis in die Nacht hinein schwelgt.“ Hinweise. Der Artillerie=Verein Solingen begeht morgen Abend im Kaisersaal sein Stiftungsfest in gewohnt großzügiger Weise. Es wirken mit die Stadtkapelle, das Quartett Viola und Mitglieder des Remscheider Schauspielhauses, die das Theaterstück„Der Pfarrer von Leuthen“, welches bekanntlich zur Zeit Friedrichs des Großen spielt, aufführen werden. Marschmusik am Nachmittag und Promenadenkonzert auf dem Neumarkt am Sonntag früh lassen auch die Bürgerschaft das Fest mitseiern. Die bergischen Ortsgruppen der Deutschen Volksvartei feiern am morgigen Samstag nachmittag auf Schloß Burg ihr diesjähriges Sommerfest. Der vom Wahlkampf noch im besten Andenken stehende Generalsekretär Schütz=Berlin wird die Festrede halten. Im übrigen sorgen Konzert und andere Veranstaltungen für Unterhaltung. Die diesjährige Bezieksversammlung des Cäcilienvereins des Dekanats Solingen wird heute im Anzeigenteil einberufen. Nachmittags ist in der St. Clemenskirche eine kirchenmusikalische Andacht unter Mitwirkung sämtlicher Kirchenchöre. Leichtathletik. Westdeutsche Meisterschaften in Krefeld. In der alten Seidenstadt Krefeld treffen sich am Samstag und Sonntag die besten Leichtathleten Westdeutschlands, um um das grün=weiße Band der westdeutschen Meisterschaften zu kämpfen. Nur, die Ersten jeden Gaues, die Preisträger der Gaumeisterschaften, und die vorjährigen Sieger sind startberechtigt. Auch Solinger Leichtathleten haben sich in diesem Jahre die Teilnahme an den Endkämpfen erworben. Frl. Weck(Solingen 98), unsere Gaumeisterin im Weitsprung, beteiligt sich im Weitund Hochsorung. Nach langer Ruhepause startete sie bei den Gaumeisterschaften in Neuß vor 14 Tagen zum ersten Male. Trotz Fußverletzung gelang es ihr durch beispiellose Energie, sich die Berechtigung zur Teilnahme für die Endkämpfe zu erwerben. Durch eifriges Training hat sie ihre Form verbessert, sodaß sie sich bis zu den Entscheidungen durchkämpfen wird. Frl. Conrads(Solingen 95) startet im 100 Meter=Lauf. Durch eifriges Wintertraining hat sie ihre vorjährige Form verbessert. Läuft sie wie in Neuß, so wird sie nicht zu den letzten zählen. 10000 Meter bestreitet Ziegelbauer(B. S. V. 98). Bei Vollbesitz seiner Kräfte, dürfte auch er im Endkampf mitsprechen. Als vierter im Bunde beteiligt sich der Gaumeister im Hochsprung Otto. S. F. C. 95 Otto wird namhafte Gegner von Dortmund, Duisburg, Barmen gegen sich haben, die alle schon 1,70 übersprangen. Bei seiner Kampfnatur und seiner großen Energie wird er aber in der Entscheidung ein wichtiges Wort mitsprechen. Die Solinger Leichtathletikgemeinde ist stolz, in Krefeld vertreten zu sein. Die vier Auserwählten werden ihr Bestes tun, damit der Name Solingen einen ehrenvollen Klang in der Geschichte der westdeutschen Meisterschaften erhält. Martin. Turnen. Deutsche Turnerschaft. Unter starker Beteiligung hat die rheinische Turnerschaft am vergangenen Samstag und Sonntag in Köln ihr 8. Kreisturnen. mit dem die 25 Jahrfeier des Turnkreises 8b Rheinland verbunden war, abgehalten. Die Kölner Tage sind für die Turner und Turnerinnen Stunden vaterländischer Erhebung und rheinischer Freude gewesen. Der Samstag abend brachte einen Festakt in der großen Messehalle. Etwa 6000 Personen lauschten den Darbietungen, die in turnerischer und künstlerischer Art auf hoher Stufe standen. Besondere Erwähnung verdient hier noch die Ansprache des Turner= und Jugendführers Neuendorff, die von den Zuhörern mit heller Begeisterung aufgenommen wurde. Den Mittelvunkt der Veranstaltung bildeten natürlich die turnerischen Wettkämpfe, bestehend in: 12=Kampf der Turner. 9=, 7= und 4=Kampf der Turnerinnen, Schwimmwettkämpfen. Fechten. leichtathletischen Einzel= und Mannschaftskämpfen. Wetturnen der 12 Gaue, Sondervorführungen und dergleichen. Diese wurden in dem wunderbaren Stadion, der größten und vollkommensten Uebungsstätte für unsere Leibesübungen, abgehalten. Die Wettkämpfe nahmen trotz der ungeheuren Zahl der Wettbewerbe einen flotten Verlauf und brachten teilweise recht bemerkenswerte Ergebnisse. Einzelheiten zu nennen, würde zu weit führen. Zusammenfassend aber kann festgestellt werden, daß der Turnsport Limmer mehr an Boden gewinnt. Mancher der sieggewohnten Kämpen mußte sich dem besseren Können des jugendlichen Nachwuchses beugen. Einen tiefen und unvergeßlichen Eindruck haben die allgemeinen Freiübungen, denen bei ihrem Aufmarsch der gesamte Fahnenwald voraufging, sowie die Siegerverkündigung hinterlassen. Auch die Solinger Turnerinnen und Turner haben bei den Festtagen ihres Turnkreises und bei den Wettkämpfen nicht gefehlt. Mit dem Siegerkranz kehrten die Turnerinnen Pfuhler und Behle(Turnverein Jahn) und der Turner Conrads— 12=Kampf=Sondergruppe—(Turnverein Solingen= Schlagbaum) heim. Die Erfolge der Solinger und insbesondere der wackeren Turnerinnen sind besonders hoch einzuschätzen, wenn man die starke Konkurrenz des gesamten Rheinlandes von Bonn bis zur Ruhr berücksichtigt. Der ganze niederbergische Turngau hat nur 6 Sieger zu verzeichnen, wovon die Hälfte auf unsere Heimatstadt entfällt, worauf wir stolz sein können. Die Turnvereinigung Colingen=Dorverhof tritt, wie aus der heutigen Anzeige ersichtlich, am kommenden Samstag und Sonntag mit einer großzügig angelegten Veranstaltung an die Oeffentlichkeit. Der Verein ist einer der ältesten Turnvereine des hiesigen Bezirks. Es haben sich viele auswärtige Vereine zu, den Wettkämpfen angemeldet. Solliuger Faochsballekub 1995, a. P. Samstag, den 12. Juli, abends 8 Uhr, im Vereinslokale Hotel Voß: Genenl=Velanmlug. Gskchislüite. Erscheinen sämtlicher Mitglieder erforderlich. Spreewald=Bilder. Von Fritz Reichle=Höhscheid. III.(Schluß.) Den Sitten und Gebräuchen der Alten ist man auch vieljach treu geblieben. Bei den Taufen tragen die Patinnen das Haar in kleinen Zövfen in vielen Kreisen oben auf dem Kopfe befestigt. Bei diesen Gelegenheiten tragen die noch unverheirateten Teilnehmerinnen— neben der Braut— künstliche, mit roten oder weißen Blümchen geschmückte Myrtenkränze im Haar. In diesen Fällen wird natürlich keine Haube getragen. Hochzeiten werden besonders prächtig gefeiert. Die bisherigen Jugendgenossen der Brautleute errichten vor der Haustüre der zu feiernden Ehrenbogen mit Grün und bunten Bändern. Oben in der Mitte baumelt dann meist ein Kranz oder eine Krone. Auf einem daran befestigten Zettel drücken dann die Errichter, mehr gut gemeint, wie geraten, dem jungen Paare ihre Wünsche für die Zukunft aus. Jeder im Dorse, der es kann, liefert vorher zum Brautschmaus Mehl, Milch, Butter, Eier und dergleichen. Dafür bekommen dann die Geber auch einige Stücke vom Hochzeitskuchen. Die Schmausereien fallen natürlich auf dem Lande im Gegensatz zur Stadt etwas reichlicher aus. Fastnacht ist hier ein sehr„bewegliches“ Fest. Ein Dorf feiert es an diesem, ein anderes am nächsten Sonntage. Das einzige Bunte dabei ist, daß die jungen Burschen einen bunten Strauß am Hute tragen, der auch während der ersten Tänze nicht abgelegt wird. Einige Tage vorher gehen die jungen Burschen mit Musik zu den Dorfbewohnern und erbitten von diesen Gaben, die meist in Eiern und Geld bestehen. Manchmal ist das so zusammen„gezamverte“ Geld aber schon vor Beginn der Festlichkeiten— die nur in Tanzen bestehen und 2 Tage dauern— in Gestalt von Getränken durch die Kehlen geflossen. Auch kennt man hier die Kirmes. Sie wird aber ohne den bei uns üblichen Trubel gefeiert und besteht auch nur im Tanz der Jugend und erhöhter Eßbetätigung der Aelteren. Dem Tanz wird überhaupt sehr gefröhnt. Hat der Verfasser doch schon erlebt, daß der flotte„Graf von Luxemburg“, ¼ Stunde an einem Stück„gedreht" wurde. Bei dem schnellen Drehen der Schönen breiten sich dann die schweren Röcke weit aus. Am letzten Tage des alten Jahres ißt jeder echte Spreewälder einen Teller „Wohnvielchen". Dies ist eine Milchsupve mit Mohnkörnern, die trotz der um diese Jahreszeit meist herrschenden Wintertemveratur auch noch kalt genossen wird. Je mehr Mohnkörner man nun itzt, desto mehr Geld wird man im kommenden Jahre haben. Am ersten Ostertage, nachts um 12 Uhr schöpft das junge Volk an irgend einer Quelle Osterwässer, womit man sich, dann zum Gaudium der Amstehenden begießt. Zu Pfindsten schmückt man auch noch einem alten deutschen Brauche folgend, Hauseingänge und Zimmer mit Maien, um die Freude anzudeuten, baß nun der Sommer seinen Einzug gehalten hat. Weibnachten seiert K man genau wie bei uns. Geschenke und Lichterbaum dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen. Nach dem Kriege ist auch das lange vergessen gewesene Spinnrad wieder zu Ehren gekommen. Die jungen Leute finden sich nun wieder, wie in der GroßväterTagen, abends gesellig zusammen. And zwar allwöchentlich abwechselnd bei einem der Teilnehmer. Bei Spiel und Scherz, wobei die jungen Mädchen emsig ihre Räder surren lassen, vergeht der Abend, Svinnte genannt, viel zu schnell. Und gar oft wird in den Spinnstuben der Keim zu einem späteren Herzensbund gelegt. Obgleich man sich vielfach auch die Errungenschaften der Neuzeit gerne zu Nutzen macht, wie den Gebrauch von Fahrrädern, modernen landwirtschaftlichen Maschinen, elektrischem Licht und Kraft, so hat doch der Aberglaube noch eine recht weite Verbreitung. 3. B. bewahrt man Fischschuppen in der Geldtasche oder Kasse auf, damit einem nie das Geld ausgeht. Aus dem gleichen Grunde trägt die Braut auch bei der Trauung Geld im Haar, um es vom Priester segnen zu lassen. Hat man im Stalle Unglück gehabt, so spielt bei der Einrenkung der heiklen Angelegenheit— meist ist das erkrankte oder gefallene Stück Vieh durch„Blick" behert— ein alter Besen über den man dreimal springen muß, eine Hauptrolle. Der Besucher des Spreewaldes versäume nicht, eine Kahnpartie durch die alten, meist mit alten Eichen und Erlen bestandenen Hochwälder zu machen. Der allgemeine Eindruck ist so, als ob man durch einen noch unbetretenen Urwald führe. Die hierzu verwendeten Kähne sind etwa 7 Meter lang und 1,20 Meter breit. Die Mitfahrenden sitzen dabei auf Bänken(meist 3—4), die guer zum Kahne auf dessen Seitenwände gestellt sind. Der Fährmann steht dabei auf dem Hinterteil (Heck) des Kahnes und stößt mit seinem bis zu 4 Meter langen „Ruder“, ähnlich wie der Gondelier in Venedig, das Fahrzeug ab. Bemerkenswerte Orte auf so einer Reise sind das Gasthaus Eiche, die Kannow=Mühle, die Wotschowska— d. i. Wasserwirtschaft— und endlich die beiden Wasserdörier Lehde und Leive, von denen das erstere seinen Verhältnissen gemäß, KleinVenedig genannt wird. In diesen Dörfern gibt es keinen Weg. Alles wickelt sich per Kahn ab. Die Kinder fahren so zur Schule, der Postbote zersieht im Kahne sein Amt, sogar Hochzeits= und Trauergefolge benutzen dies Verkehrsmittel, um an den Ort ihrer Bestimmung zu gelangen. Endlich noch muß der Fremde das Nationalessen des Spreewälders gekostet haben. Es ist das entweder Hecht oder Karvsen mit sogenannter Spreewald=Sauce, die ihre Würze durch Sahne und Essig erhält Der fremde Besucher lernt im eigentlichen Spreewald eine Landschaft voll eigenartiger Reize kennen, in der auch Forscher wie Zoologen und Botaniker manches Interessante finden dürften. Verlängerung der Kölner Heimatausstellung. Im Hinblick auf den sehr guten und nicht nachlassenden Besuch der Rheinischen Heimatausstellung hat die Ausstellungsleitung beschlossen, die Ausstellung bis zum 31. Juli zu verlängern. Die Dauerkarten haben nur noch bis zum 15. d. Mts. Gültigkeit. Ueber den Zeitpunkt der Ueberführung der Heimatschau nach Berlin schweben bekanntlich noch Verhandlungen. Preisausschreiben der Volkshochschule Wiesbaden. Nach einem überaus erfolgreich verlaufenen Märchenwettbewerb schreibt die Volkshochschule Wiesbaden jetzt einen neuen Wettbewerb aus mit dem Thema:„Eine dramatische, bübnenwirksame Dichtung aus dem Ideenkreis der Jugendbewegung.“ Die Tendenz des Stückes ist gleichgültig; jede Dichtung der Jugendbewegung kann dem Stücke Charakter und Farbe geben. und ebenso kann es Drama, Tragödie, Schauspiel, Märchensviel oder Lustspiel sein. Entscheidend bleibt, daß es bühnenwirksam und ein echtes Kunstwerk ist. Schlußtermin für Einsendungen ist der 1. Januar 1925. Wie Mar Reinhardt in Amerika arbeitet. Die englische Aristokratin Lady Diana Duff Cooper, die für die schönste Frau Englands gilt, hat als Madonna in dem von Reinhardt in New Vork inszenierten Mysterienspiel„Das Mirakel“ das größte Aufsehen erregt und viel zu dem großen Erfolg dieser Vorstellung beigetragen. Sie veröffentlicht jetzt ihre Erinnerungen an ihre Schauspielerzeit in Amerika und erzählt dabei allerhand von Reinhardts Regie.„Der führende Genius bei den ununterbrochenen Proben“, schreibt sie,„war Max Reinhardt. Er war der Quell der Begeisterung, der die 600 Darsteiler den ganzen Abend hindurch frisch und leistungsfähig erhielt. Der untersetzte kleine Mann, der mit einer angenehmen Stimme sprach und niemals in Zorn oder Erregung geriet, beherrschte stundenlang diese ganze vielgestaltige Schausvielerschar, so wie ein Meister des Geigenspiels sein Instrument beherrscht. Als Reinhardt im Herbst vorigen Jahres nach Amerika fuhr, zwei oder drei Monate, bevor die Vorstellung begann, hatte er noch keine Darstellerin für die zweite weibliche Hauptrolle, die Nonne, die sich aus Neue über die Genüsse der Welt ins Kloster flüchtet, und an deren Stelle im Leben das Bild der Madonna tritt. Auf dem Schiff bemerkte er eine junge Amerikanerin, die mit ihrer Familie reiste, und sofort rief er aus:„Das ist die Nonne!“ Erkundigungen ergaben, daß die junge Dame Miß Rosamund Pinchot war, die Nichte des bekannten Gouverneurs von Pensolvanien, und daß sie noch niemals auf einer Bühne gestanden, ja daß selbst der Gedanke, als Schauspielerin auszutreten, ihr noch nie gekommen war. Reinhardt aber ließ sich nicht abschrecken; er suchte die Bekanntschaft ihrer Mutter, die zunächst fest glaubte, er mache mit seinem Vorschlag einen schlechten Scherz. Es schien abenteuerlich, einem gänzlich unerfahrenen Mädchen die schwierigste Rolle bei der größten Aufführung anzuvertrauen, die New Vork je gesehen. Aber das untrügliche Auge des Kenners täuschte sich nicht: er setzte die Verwirklichung seiner Idee durch und mit dem größten Erfolg. 4 Kirchlicher Anzeiger. Ausflug des Kindergottesdienstes von Pastor Kramm nach Flockertsholz. Abmarsch Samstag 3 Uhr Dorper Kirche. Amtliche Veröffentlichungen. Stadtverwaltung Solingen. Eisenbeton=, Zimmer=, Tachdecker= und Klemvnerarbeiten zum Doppelwohnhaus=Neubau Dornsiepen sollen vergeben werden. Angebotsformulare sind im Stadtbauamt, Zimmer 4, erhältlich. Submissionstermin 21. Juli 24, vorm. 11 Uhr. Der Oberbürgermeister. J. B.: Schmidhäußler, Beigeordneter. Stadtgemeinde Gräfrath. Gräfrath, den 10. Juli 1924. Das Verzeichnis des in der Stadtgemeinde Gräfrath vorhandenen abgabepflichtigen Pferde= und Rinoviehbestandes sowie der dafür zu entrichtenden Abgaben für das Rechnungsjahr 1924 liegt in der Zeit vom 12.—26. Juli ds. Is. im Rathause, Zimmer Nr. 5, zur Einsicht offen. Die Polizeiverwaltung. Der k. Bürgermeister. Zwangsversteigerung. Samstag, den 12. Juli 1924, nachm. 4 Uhr, werde ich beim Restaurant Pulvermacher in Höhscheid, Mantelosen mit Rohr u. Kohlenkasten, Schreibmaschine, Schrank, schwarzer Ueberzieher u. heller Covercoat öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern.„ Merz. Ober=Gerichtsvollzieher, Kurfurstenstr. 22, I. Bezirks-Vereinigung der Kirchenchöre des Dekanats Solingen. Sonntag, den 13. Juli 1924 =Bezirkstest. Nachm. 4 Uhr in der St. Clemenskirche kirchenmusikalische Andacht Abends 6 Uhr in der Stadthalle Fest-Versammlung. Die Mitglieder der Kixchengemeinden sowie alle Preunde der Kirchenmusik sind hierzu freundl. eingeladen. Eintritt zu beiden Veranstaltungen frei. Eilt! Eilt! würde gegen gute Sicherheit Solinger Stahlwaren in Kommission zum Verkauf geben? Es handelt sich um eine mittelgroße Stadt mit reichem Verkehr. Geschäftshaus an verkehrsreicher Stelle gelegen, z. Zt. Spezialgeschäft noch nicht vorhanden. Off. resp. Zuschriften an untensteh. Adresse mit der Aufschrift„b. Stahl“ erbeten. Frau Ww. Sichelschmidt, Herrenu. Damensalon, Weyerstr. 4. Wegen Platzmangel abzugeben: fa. Gusken grobkörnig, zum Preise von Mk. 1.20 jo Zentner bei Abnahme von mindestens 20 Zentnern. Der Koks ist besonders für Zentralhcizung bestens geeignet. 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Der große Sportroman tem Sheiden der hielterjochey Das spannendste Drama aus dem Sportsleben, welches bisher in Deutschland gezeigt wurde. — 6 sensationelle Akte.— Der aufregende Film wird zum Tagesgespräch Solingens werden! Ein zeitgemäßes, satyrisches Schauspiel in 6 Akten. Ort der Handlung: Dollarika. Zeit: Gegenwart. Die Reise nach dem Hars Köstliches Lustspiel in 2 Akten. Trotz ungünstiger Zeitverhältnisse ein vorzügliches Programm. Männer=Thot Löhdorf= Solingen e. V. Mitglied des Rheinischen und Deutschen Sängerbundes sow. d. Soling. Kreissängerbundes Am Sonntag, den 13. Juli: Frühiour nach Roderbiken. Abfahlt ab Ohligs morg. 7.20, ab Landwehr 7.28 Mittwoch, den 16. Juli, abds. 8 Uhr: Generalversammlung im Vereinslokal. Der Vorstand. Brühler I. (Ersatzkasse) Solingen. Sonntag, den 13. Juli 1924, vorm. 9.30 Uhr, im großen Saale des Restaurant „Grünewald“ Solingen, Grünewalderstr. Scheraltersammlung! Tagesordnung: 1. Vorstandswahl, 2. Verschiedenes. Der Vorstand. Betr. Stellungnahme gegen die hohen Polizeistrafen und die augenblickliche wirtschaftliche Lage werden sämtliche Kraftfahrer(organisiert oder nicht) für Samstag, den 12. Juli 1924, zu einer abends 7 Uhr stattfindenden Versammlung im Lokale des Herrn Jos. Teusch, Schlagbaum, eingeladen. Der Einbernfer. TAUVUrRaT! Ei Taumen: Der Reiste-Stand der Freise-fer erreiakt! In dieser Woche: Jackenkleider 4 450 H 450 2000 500 P00 auf Rips, Gabardine, Cheviot. teils auf reine 0 Seide, darunter elegante Riodell 2 T 80.——0 Mäntel 0'5 4 450 1050 D 400 2000 auns Tuch, Rips, Seide, Covercoat..... P 10 0— Teillenkleider 90 050 J 4.50 □ 400 2000 e. 4 W 10 M 39 Blusen 475 090" 90 □90+50 aus Voile. Mgselin, Beidentrikot, Flanell. L. Zephir und Waschseide......... 9 Röcke 920, 90 090 1975+.50 Saberdine ud Kammgarn A9e 69 6 C 10 Wollwesten und Jacken □'S 1075 1950+ 850 □050 S 10 1 I 19 Gbterader kauf SOLINGEN, Hauptstraße 181. 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Juli, abends 7 Uhr im oberen Nied'schen Saale am Grüne“ wald(Stuhlreihen) ein Gilernadend statt, bestehend in Rezitationen, Ansprachen und musikalischen Darh Mmant ten Brache quarterr zu dessen Besuch wir freundl. einladen. Zentralverband der Angestellten uisceer Genich dach. Schieß=Verein Zu der am Samstag, den 12. Juli 1924, abds. 8 Uhr, bei Pulvermacher stattfindenden Versammlung laden wir die Mitglieder vollzählig ein. Tagesordnung: Die neuen Steuern, freiwillige Krankenversicherung 2c. Der Vorstand. Samstag, d. 12. Juli 1924, abends 8 Uhr im Vereinsl. Ad. Linden, Neustraße: Versammlung. Tages=Ordn. liegt vor. Sonntag, d. 18. Juli, punkt 2½ Uhr: Autreten z. Abmarsch nach der Nieder=Mangenberger Schießgesellschaft. Der Vorstand. Bürger der Republik! Am kommenden Dienstag%0 spricht im Kaisersaal: Karl Vetter, Berlin, der Vorsitzende der Reichsleitung der R. P. D. Schöpfer der„Nie-wieder- Krieg“-Bewegung. Republikanische Partei Deutschlands Erstklassige Küche Regelmässiger Mittagstisch Reichhaltige Abendkarte civile Preise. Im Abonnement Preisermässigung. S 1 Sonntag, 13. Juli 1924, nachm. punkt 2½ Uhr Antreten beim Kameradenhru.G. Pickelein=Südwall zw. Teilnahme am Festzuge d. Niedermangenberger Schießgesellschaft. Zahlreiches u.pünktl. Erscheinen erwartet Der Vorstand. Ortsgruppe Solingen Geschäftsstelle Hauptstrasse 312 Fernrutnummer 2001 Paschiche Schützenbund e. V. Solingen. Sonntag, d. 13. Juli, nachm. punkt 2 Uhr: Antreten i. Vereinslokal des Hru. Ernst Zimmermann Teilnahme am Festzuge d. Niedermangenberger Schießgesellschaft. Recht zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Jeden Abend KOHZERT „im Kyffhäuser“ Kaiserstr. Gartenstr. 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Kaffeekarten werden auch am Eingang zur Burg abgegeben, jedoch ist vorherige Anmeldung bei unserer Geschäftsstelle sehr erwünscht, damit die nötigen Vorbereitungen getroffen werden können. Für Personen, die am gemeinschaftlichen Kaffeetrinken nicht teilnehmen oder die später kommen, werden Teilnehmer-Karten zum Preise von 50 Ptg. ausgegeben. Strassenbahnwagen nach Burg ohne Umsteigen ab Neumarkt 200, 805, 320. Der Wagen 365 Uhr fährt mit Anhänger und machen wir auf diesen ganz besonders aufmerksam. Unsere Mitglieder mit ihren Familien sowie auch Parteitreunde mit ihren Angehörigen sind herzlichst eingeladen. Deutsche Volkspartei Solingen. u - aaidh un iamnden ar ur: a a Perne! #" Mitglied des Allgemeinen Deutschen Turnerbundes feiert am Samstag, den 12., und Sonntag, den 13. Juli, im Vereinslokale Jagenberger„Bienenhalle“ u.„Germaniahalle"=Dorperhof, sowie auf dem anliegenden Sportplatz ihr 42jahriges Stlltungslest verbunden mit groß. Turner-Weitstreit. — Programm:— Samstag, den 12. Juli, punkt 8 Uhr abends: Beginn des Ringens u. Stemmens in je 2 Klassen sowie Reckspringen. Sonntag, den 13. Juli, morgens 8 Uhr: Beginn der Wettkämpfe an den Geräten sowie im Volkstümlichen. Außerdem auf dem anliegenden Svortplatz: Große Jugend= u. Damen=Wettkämpfe. Von 10 Uhr an: Wetteifern der geladenen Vereine im Aufmarsch sowie im Pyramidenbau. Nachmittags punkt 3 Uhr: Antreten der Vereine zum Festzuge. Nach Ankunft desselben: Musterriegenturnen. — Abends 7 Uhr: Verkündigung der Sieger.— Die Musik wird ausgeführt von der Höhscheider Stadtkapelle. Zu dieser volkstümlichen Veranstaltung ladet ergebenst ein Das Festkomitee. Der Vorstand. Die Herren passiven Mitglieder nebst Damen sind hiermit besonders eingeladen. Restaurant Bienenhalle. ebaschlusen dunfummermetistereit der Tursvereinieunr Volugen Dorperhot ündet am Montag, den 14. Juli 1924, nachmittägs 4 Uhr: Grosses Kaffeekränzchen statt. la. Kattee mit Zutaten. Grossartige Unterhaltung u. Ueberraschungen. Es bittet um trdl. 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Die beiden Ueberlebenden, ein Matrose und ein junges Mädchen, werden auf eine verlassene Insel verschlagen, wo sie ein qualvolles Leben führen, bis eines Tages ein Schift ihnen Rettung u. Heimkehr bringt. Die Hauptrollen werden verkörpert durch die entzückende Lya de Putty dem grössten Charakterdarsteller: Paul Wegener und Lydia Salomohowa. Gentleman auf Zeit. 5 Aute Ein selten schöner u. S ML1 UAAI O spann. Sensationstilm S AAIG welcher heben den fabelhaftesten Sensationen ganz pompöse Ausstattuug u. erstklassige Gesellschaftsszenen zeigt. Es ist eine Schöpfung, welche bei allen Besuchern ungeteilten Beitall finden wird. Der Held des Stückes heisst: Carlo Aldini. Luciane Hlbertini in dem spannenden Sensationstilm: Der Mann Aus Stam. 6 Ahto Dieses Sensations- P Ahte OAKIE Abenteuer enthält OAKIG zweitellos die tollkühnsten Sensationen, die der Meister aller Sensationen bisher ausgeführt hat. 5 Aute Ein wunderbares sehr 5 Aute JAAIG packendes Liebes- S AKTG drama mit Szenerien von selt. Schönheit. Etwas für jeden. Snocki schritt in die Zivilisation! 2 S 1 1 Ein außergewöhnliches? Aute 2 AKlU schr originell. Lustspiel∓ AKTG Tränen werden gelacht! 9 5 Auf nach Wioperaue! Auf nach Wipperaue! Am Samstag, den 12. d. Mts., nachm. 5 Uhr findet im Floragarten Wipperaue ein Wonkansbens-Konzert unprunpungunungngeunpeuguguuppn undenbnhu bgeansedbend bbhn nhnnnn zu Sansten des berg. Vereins- für Scmeinnen statt. Das Konzert mit reichhaltigem und auserlesenem Programm wird ausgeführt von dem Höhscheider Sängerbund und Nöhseheider Stadtkapelle unter persönlicher Leitung ihrer Dirigenten Herrn Musikdirektor M. Beschle, Krefeld u. Hrn. Kapellmstr.Iffland, Düsseldorf. Eintritt 50 Pfg. Eintritt 50 Pfg. Nach dem Konsen: TANZ ∆8