EP TOTSTRTR“ Eichem tbechch uit Anbuchur den Suum und fehher. Ouznosprais für die Woche vom 21.—TI. IXtober 5oo Millionen Mask Eingelmummer: Dno Millionen Mark. Anzeigenpreise gültig vom 24. Oktober ab: Mibier.=Zaille(lokal) Grundgahl 40 k Schlüsselg 12 Mill. uu 400 Mlll. "(answärt): 00 F"..— 700 Teklame Sammas=Anzeigen 50 Broz. Anschlag.— Lostsichech=Kouto Cbin 286u1. Nr. 251. Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Solingen. Fertag, den Ib. Oodober 14900. Hemtchrtetung und urmiemner üich iir Bathl dumnd und iaterne haltung: E Müller=Sohler: für Stadt und Landkeis und Wirtschaft d. Heinen: für Sport und den übrigen Tel: R. Schaberg für den Anzaigentell: 9. Schmit, ale in Solingen.— Gerliner Schriktleiter: Bauasch=Berlin. Druck und Verlag: B. Voll in Soltugen. Gachüiftsstelle: Brüderstraße 6—14, Hernspricher 24 und 2o. Sechstoskaunden von 5 bio 6 Uhe 115. Jahrgang. Scheidung der Geister. sbung des zweiten Bürgermeisters Tlesaoch gesell. Letzte telegraphische Meldungen. kenn auch die Reichsratssitzung Mittwoch eive flare M2B. Köln, 25. Okt. Zu den Vargängen in der Pfalz Wenn auch die breichoratssitzung von wairtwoch eine klare Entscheidung in der Auseinandersetzung zwischen dem Reich und Bayern nicht gebracht hat und nach Lage de Dinge auch noch nicht bringen konnte, so haben die Vorgäng der letzten Tage doch eines erreicht, was im Interesse einer grundsätzlich klaren Stellungnahme zu begrüßen ist: Die Scheidung der Geister. All die Schleier und Kulissen, hinter denen sich der Aufmarsch der beiden Fronten vollzog, beginnen zu sinken, und als Streitpunkt, um den gerungen wird mit aller Kraft, stellt sich immer mehr heraus die Erhaltung der Reichseinheit um jeden Preis auf der einen und die Verfechtung eines egoistischen Machtstandpunktes um jeden Preis auf der anderen Seite. Natürlich liegen die Dinge nicht so, daß diejenigen Kräfte, die heute dem Einheitsgedanken Abbruch tun, eben darin ein gewolltes politisches Ziel erblicken; sie nehmen aber diese Wirkung mit in den Kauf, weil sie sie geringer und ungefährlicher einschätzen als die Aufgabe ihrer engbegrenzten machtpolitischen Ziele. Das gilt sowohl von den Kreisen um Hitler und Kahr, als auch von den Kommunisten und gewissen linkssozialistischen Kreisen in Sachsen und Hamburg und von einer kleinen Gruppe in der Pfalz. Auf der einen Seite ist es das Phantom eines bei der Regierungskoalition wirklich nicht wahrnehmbaren Marxismus, gegen welches Sturm gelaufen wird, au der anderen Seite jagt man der Utopie einer Sowjetrepublik nach, als ob damit den hungernden Massen irgendwie gedient werde. Indessen schließen sich gerade vor diesem fantastischen Ansturm gegen die Politik der Besonnenheit und Selbstdisziplin die Reihen derjenigen fester, die es wirklich gut meinen mit dem Bestand und der Einheitlichkeit der deutschen Republik. Wie fest die Treue zu dieser Republik auch im Rhein= und Ruhrland noch verwurzelt ist, zeigen die spontanen Gegenaktionen der eingesessenen Bevölkerung gegen die Sonderbündler. Auch in Bayern in manchen deutschnationalen Kreisen regt sich manches Gewissen, da nun offenbar wird, wohin die Reise geht. Die christlichen Gewerkschaften, welche in diesen Tagen von den Deutschnationalen besonders eifrig umworben werden, und denen man sogar schon Regierungssitze in der künftigen Rechtsregierung anbietet, zeigen trotz der mancherlei Quertreibereien des Herrn Stegerwald im allgemeinen den Rechtsradikalen die kalte Schuller. In Sachsen scheint es auch langsam, aber sicher in den Köpfen zu dämmern. Vielleicht kommt bald der Tag, wo es selbst Herrn Zeigner klar wird, wie sehr er der unfreiwillige, aber willkommene Gegenspieler des Herrn von Kahr gewesen ist, der ihm immer die besten Trümpfe in die Hand spielte. Wenn die Regierung die Gunst des Augenblicks zu nutzen weiß, wo die Reichstreue im Rheinland, in Sachsen und in Hamburg sich gegenüber allen rebellischen Elementen durchgesetzt hat, so kann es ihr nicht allzu schwer fallen, das Diktaturgespenst von München in nichts zerflattern zu lassen. Es ist nur diese ewige Angst, in den Augen derer, die nun einmal das Patent auf das echte Nationalbewußtsein haben, nicht für vollwertig national zu gelten, die weite Kreise des Bürgertums abhält, im gegebenen Augenblick das Richtige zu sagen und zu tun. Und diese Angst spielt leider gerade in den Reihen der Deutschen Volkspartei eine oft recht verhängnisvolle Rolle. Dennoch kann die Scheidung der Geister nicht mehr aufgehalten werden. Schon jetzt weiß der einfache Mann auf der Straße, daß die Republik bekämpfen, im Augenblick heißt, an der Zerstörung des Reiches arbeiten. B. R. 30. Orl. Hu ven Vorgangen in der Pfalz schreibt die„Rheinische Zeitung“, pfälzische Sozialdemokraten hätten fremden Machthabern das Stichwort gegeben, um eine fremden Interessen genehme Loslösung der Pfalz von Bayern zu begünstigen. Der Schritt werde keine Lösung, sondern nur ein großes Durcheinander herbeiführen. Die Männer um Hoffmann hätten den denkbar kalschesten Weg eingeschlagen. An ihrem Willen, dem Reiche zu dienen, sei nicht zu zweifeln, der Vorwurf des Verrats könne sie auch nicht treffen, ihr Weg aber führe ins Irre. Man habe jedenfalls den peinlichen Eindruck, daß General de Metz eine Leiter erklimme, die ihm die pfälzische Sozialdemokratie hingehalten habe. Schlimmer noch sei, daß man sich nicht mit den anderen Parteien und mit der Reichsregierung ins Einvernehmen gesetzt habe. Indem die um Hoffmann auf eigene Faust handelten, würden sie weder Kahr und Knilling erziehen die Gefahr der Separatisten bannen. Bayern habe jedenfalls jetzt den Schlüssel zur Lage in der Hand. Die Abwehrmaßnahmen Bayerns. MTB. München, 25. Okt. Die bayrische Regierung erklärte zur Lage in der Pfalz: 1. Den Beamten wird verboten, sich einer verfassungswidrigen Regierung zur Verfügung zu stellen. 2. Die bayrische Staatsregierung wird alle Rechte der Beamten wahren. 3. Nahrungs= und Geldmittel sowie Subventionen unterbleiben gegenüber einer pfälzischen Repuhlik. Diese Entscheidung tritt erst in dem Augenblick in Kraft, in dem eine verfassungswidrige Regierung in der Pfalz proklamiert wird. Die Engläuder und die Sonderbündler. M2B. Köln, 26. Okt. Der Berichterstatter der„Times" im besetzten Gebiet meldet seinem Blatt, daß die Haltung der Engländer den Sonderbündlern gegenüber bestimmt werde durch Ord. 3. der Rheinlandkommission, die jeden Besitz von Waffen im besetzten Gebiet untersagt. Deshalb sei gegen die Bewaffnung der Sonderbündler im Koblenzer Bahnhof sofort beim französischen Oberkommissar Einspruch erhoben worden. Darauf hätten die Franzosen die Entwaffnung der Sonderbündler angeordnet. In Köln sei die deutsche Polizei auf die Bestimmungen über Waffenbesitz aufmerksam gemacht worden. Sollte die Polizei von Bewaffneten überwältigt werden, so würden die Ensländer ihr auf Grund des Rheinlandabkommens zu Hilfe kommen. Wenn dies auch nicht nötig sein werde, so sei die Feststellung angesichts der bombastischen Drohung von Dorten mit„Einschließung Kölns" doch gut. Die Zeit der Sonderbündler sei vorbei. Politische Führer erörterten eine Verfassungsänderung des Rheinlandes. Die Lage in der Pfalz. " Ein neuer Versuch des Generals de Metz? W2B. Berlin, 25. Okt. Nach hier eingegangenen Meldungen soll trotz des gestrigen Mißerfolges morgen nachmittag 4 Uhr die autonome Republik in Speyer ausgerufen werden. Zu dieser Stunde hat General de Metz eine Versammlung des Kreistages und der Führer der politischen Parteien, der Gewerkschaften sowie Vertreter von Industrie und Handel einberufen. Dieser Versammlung will der General die Verkündigung der Pfalzrepublik erneut vorgeschlagen und er soll diesen Plan auch dann Durchzuführen entschlossen sein, wenn die Versammlung ihn ablehnt. Als feststehend kann angenommen werden, daß die Franzosen zielbewußt auf die Loslösung der Pfalz nicht nur von Bayern, sondern auch vom Reich ausgehen. Ein Treubekenntuis der pfälzischen Parteien. MTB. Neustadt a. d. H., 25. Okt. Heute nachmittag fand im Johannisgarten in Neustadt eine gut besuchte Versammlung sämtlicher Parteien der Pfalz statt. Dr. Beyersdörfer gab einen Bericht über die Entwicklung der letzten Tage und forderte dann zur Stellungnahme auf. Nach kurzer Beratung wurde folgender Beschluß gefaßt:„Wir stehen auf dem Boden der Verfassung und lehnen jeden Verfassungsbruch ab.“ Der Beschluß wurde mit brausendem Beifall ausgenommen. " Der sozialistische Führer Ludwig=Pirmasens hat sich dahin ausgesprochen, daß die Pirmasenser Gewerkschaften gegen das Preiekt Hoffmann einmütig Stellung nehmen. Ebenso soll die Eisenbahnergewerkschaft in Ludwigshafen sich strikte gegen den Plan wenden. Die sozialdemokratische Partei in München hat Vertreter nach Heidelberg geschickt, die Hoffmann von seinem Plan abbringen sollen. Entgegen der Erklärung der„Pfälzischen Post“, daß innerhalb der SPD. in der Frage der Autonomie keine Uneinigkeit herrsche, wird weiter mitgeteilt, daß sich große Teile der pfälzischen SPD. gegen Hoffmann wenden. Auch die Kommunisten wenden sich scharf gegen den Plau. Die kommunistische Der Kampf gegen die Sonderbündler. Vonn erneut in der Hand der Sonderbündler. MTB. Köln, 25. Okt. In Bonn wurde das Rathaus heute mittag von der französischen Besatzung erneut besetzt, die grün=weiß=rote Flagge gehißt und abermals die Rheinische Republik ausgerufen. Bei den Kämpfen am Vormittag wurde besonders der Stadtverordnete Butscheid verprügelt, der keiner Partei angehörte und sich schließlich den Sonderbündlern angeschlossen hatte. .„MaP. Bonn, 25. Okt. Der Vereich der Sonderbündler beschränkt sich nur auf das um das Rathaus gelegene Marktviertel. Die Sonderbündler requirieren Lebensmittel usw. Die Beamten versehen ihren Dienst im Interesse der Allgemeinheit weiter. Die letzten Vorgänge in Nachen. MTV. Nachen, 25. Okt. In Verbindung mit den Nachener Kämpfen am heutigen Vormittag erhalten wir noch folgende Meldung: Ein Teil der Beamten hatte zusammen mit der Feuerwehr und einigen Schupoleuten das Rathaus bewacht und hält es noch besetzt. Nachdem die Lage im Regierungsgebände dort bekannt wurde, setzte sich die Stadtverwaltung telephonisch mit dem englischen Konsul in Verbindung. Dieser erklärte, er werde sofort ins Rathaus kommen. Dort empfing er gegen 9 Uhr eine Abordnung der Notstandsarbeiter und der Betriebsräte. Die Delegationen teilten ihm mit, daß die Besatzung, die stets offiziell ihre Neutralität betont habe, heute morgen offen Partei ergriffen und gegen die Schuvo und die Bevölkerung auf seiten der Sonderbündler gekämpft habe. Die Arbeiterschaft erklärte, daß sie entweder selbst bewaffnet werden müsse, um sich schützen zu können, oder daß die Schuvo ungehindert ihren Dienst ausüben müsse. Der englische Konsul wurde gebeten, bei der englischen Regierung Schritte zu unternehmen, damit diese gegen die unhaltbaren Zustände in Aachen interveniere. Der englische Konsul versprach, zu. diesem Sinne bei seiner Regierung Schritte zu tun. D####, nachen, 25. Okt. Gestern mittag mußte auf Anordnung der belgischen Besatzungsbehörde die Technische Hochschule vom Lehrkörper und den Studenten geräumt werden. Die Schließung wurde heute vormittag durch Plakatanschlag bekannt gegeben. heißt, die Interalliierte Rheinlandkommission habe sich zu der Maßnahme veranlaßt gesehen, weil durch Verhaftungen von Studenten einwandfrei festgestellt worden sei, daß bei der Plünderungen und Rubestörungen am 22. und 23. Oktober die Studenten der Technischen Hochschule sich beteiligt hätten. Alle deutschen Studenten, die in Aachen nicht ihr Elternhaus haben, müssen bis 26. Oktober, spätestens 12 Uhr mittags. Aachen verlassen werden sie verhaftet und ausgewiesen. MXB. Nachen, 25. Okt. Die sozialdemokratische„Freie Presse“ wurde verboten. Die anderen Zeitungen sollen sich der Vorzensur unterwersen. Verschärfung der Lage in Mainz. W2B. Mainz, 25. Okt. Die Lage in der Stadt ist zurzeit sehr ernst. Die Sonderbündler, die von außerhalb Verstärkung erhalten haben sollen, halten die Regieruugsgebände noch immer besetzt. Der rheinische„Wirtschaftsminister". M2B. Köln, 25. Okt. Ueber den rheinischen„Wirtschaftsminister" Brock aus Köln berichtet die„Rheinische Zeitung“, daß dieser in Deutz ein Butter=, Eier= und Käsegeschäft betreibt. Er ist bereits wegen Butterschiebungen verurteilt worden und dem Stcatsanwalt bekannt. Die Anruhen im ReichBerlin, 25. Okt. In Hamburg dauern die Kämpfe an. In Barmbeck wurde der Widerstand der Kommunisten durch die Polizei mit Hilfe von Flugzeugen gebrochen. Darauf wurde gegen Schiffbeck und Bergedorf vorgegangen, wo sich 200 Kommunisten verschanzt hatten. 100 Personen wurden festgenommen. Die Zahl der Verletzten beträgt 250. Die Unruhen haben auch auf Harburg übergegriffen. Neue Konferenzpläne. MTB. Paris, 26. Okt.„Journal“ meldet, daß Verhandlungen zwischen Frankreich, England und den übrigen Alliierten im Gange seien, um im Dezember in Paris eine Konferenz aller Staaten einzuberufen, die den Versailler Vertrag unterzeichnet haben. Auf dieser Konferenz sollen die Fragen der Reparationen und der interalliierten Schulden behandelt werden. Diese Meldung wird durch eine Nachricht des„Daily Telegraph" bestätigt, wonach man zwei Pläne im Wege vertraulicher Verhandlungen erwäge. Nach dem einen Plan sollen die Vereinigten Staaten gleichfalls zu einer Konferenz eingeladen werden, un gemäß dem Vorschlage von Hughes die Leistungsfähigkeit Deutschlands abschätzen zu lassen. Ein anderer Plan gehi von der belgischen Regierung aus und erstrebt die Einberufung des Obersten Rates. Beide Vorschläge stoßen auf französischen Widerstand. Der Partelvorstand der V. S. P. D. an die Pfälzer Genossen. MXB. Berlin, 26. Okt. Der Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei hat gestern folgendes Telegramm an den sozialdemokratischen Bezirksvorstand Ludwigshafen gesandt:„Ersuchen dringend, in Pfalzfrage Einvernehmen mit Koalitionsparteien herstellen. Jede Maßnahme, die auch nur indirekt französische Rheinbundpläne stützt, ist zu unterlassen.“ Auf Grund der aus der Pfalz eingelaufenen Meldungen äußert sich der„Vorwärts“ heute wie folgt: Alle diese Meldungen geben ein stark verändertes Bild gegenüber der ersten und machen es wahrscheinlich, daß der Abg. Hoffmann sich tatsächlich in eine Situation.verrannt. hat, in der er gegen seinen Willen ein Gefangener des Generals de Metz und der Separatisten geworden ist. Er kann sich aus ihr nur befreien, wenn er von den separatistischen Bestrebungen, die er ja bekämpfen will, unzweideutig abrückt. Neue Meßzahlen für Beamte und Staatsarbeiter. MTB. Berlin, 26. Okt. Auf. Grund der gestrigen Verhandlungen im Reichsfinanzministerium wurde die Lohnmeßzahl für die Staatsarbeiter in der laufenden Woche auf 10 Milliarden festgesetzt. Für Beamte beträgt die Lohnmeßzahl für das vierte Oktoberviertel 2,031 Millionen. * letzte Nachrichten. Essen, 25. Okt. Herr Krupp von Bohlen und Halbach sowie die drei im Düsseldorfer Gefängnis sitzenden Kruppschen Direktoren Hartwig, Bruhn und Oesterlen wurden zur Erledigung dringender geschäftlicher Angelegenheiten für sieben Tage aus der Haft nach Essen beurlaubt. MXB. Berlin, 25. Okt. Ein Mittagsblatt meldet aus Rom, daß die italienische und die englische Regierung gleichzeitig in Paris vorstellig geworden seien, daß sie eine Aufteilung oder Zerstückelung Deutschlands nicht ruhig hinnehmen könnten. MTB. München, 25. Okt. Auch in Bayern soll wie in Baden und Hamburg ein wertbeßhndiges Jahlungsmittel in allernächster Zeit berauskommen. MT6. Paris, 25. Okt. Nach einer Mitteilung der„Journés Indastriell“ schweben augenblicklich Verhandlungen über die Umwandlung der französisch=belgischen Eisenbahnregie im besetzten Gebiet in einen interalliierten Verwaltungsrat unter Staatskontrolle. Auch in Kiel kam es zu Unruhen und Lebensmittelkrawallen, bei denen der Verkehr zeitweilig lahmgelegt wurde und die Polizei eingriff. In Gleiwitz fanden Plünderungen statt. Es kam zu Schießereien, wobei Handgranaten geworfen wurden. Mehrere Personen wurden verletzt. Auch in Zaborze in Oberschlesien kam es zu Unruhen. In Elberfeld wurden bei den Plünderungen 15 junge Burschen, die teilweise aus Cronenberg und Solingen gekommen waren, verhaftet. In Essen wurden Lebensmittelgeschäfte ausgeraubt. In Katernberg wurden Züge mit Kartoffeln geplündert. Ein Mann wurde von der Polizei erschossen. MTB. Hamburg, 26. Okt. Bei den gestrigen Unruhen in b#rg wurden 8 Personen getötet und 16 schwer verletzt. Der Die heutige Nummer umsaßt 6 Seiten. Versuch eines Trupps junger Burschen, die Polizeiwache zu stürmen, wurde abgeschlagen. MTB. Gleiwitz, 26. Okt. Der Betriebsrat der hiesigen Gruben erklärte den Direktor für abgesetzt und wollte die Verwaltung der Gruben selbst übernehmen. Herbeigerufene Schupo gab auf die Menge zunächst Schreckschüsse ab und warf dann eine Handgranate, wodurch vier Personen get t wurden. MTB. Wanne, 25. Okt. In Wanne kam es zu Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Separatisten, wobei die Kommunisten die Sonderbündler vervrügelten und in die Flucht schlugen. MTB. Dresden, 25. Okt. Südwestlich Dresden kam es zu neuen Unruhen. In Pirna wurde ein Mann erschossen. In Freiburg wurden 18 Plünderer festgenommen. Deutschland. Goldmarknoten. MTB. Berlin, 25. Okt. Wie von zuständiger Seite mitgekeilt wird, hat das Reichskabinett sich gestern mit einer Aenderung der Reichsbankgesetze befaßt. Durch das Gesetz soll die Reichsbank ermächtigt werden, Goldmarknoten auszugeben. Ein Drittel der Noten wird durch Gold und Devisen gedeckt sein, und zwar werden die Beträge von den übrigen Goldbeständen der Reichsbank getrennt sein. Die restlichen zwei Drittel werden durch Wechsel, die auf Goldmark, lauten, gedeckt werden. Man hofft, durch die Einführung der Goldmarknoten eine wesentliche Kräftigung der deutschen Wirtschaft herbeiführen zu können. Auch die Privatbanken sollen zur Ausgabe derartiger Goldmarknoten ermächtigt werden. Daneben wird die Reichsbank unverzinsliche Schuldverschreibungen mit unbestimmter Laufzeit ausgeben. Aus Stadt und Amgegend. Solingen, 26. Oktober. Wertbeständige Materialzuschläge in der Heimindustrie. : Vom Arbeitgeberverband wird uns mitgeteilt: Für die Lohnverivde vom 24. bis 30. Oktober dieses Jahres wurde mit den Heimarbeitern folgendes Verdienstabkommen abgeschlossen: Die bisherigen Teuerungszuschläge wurden um 700% erhöht. Bezüglich der Materialfrage wird eine Vereinbarung dahingehend getroffen, daß die Auslagen für Beschaffung des Materials auf eine wertbeständige Basis geführt werden. Es wird nunmehr das Grundverdienst des einzelnen Heimarbeiters, das sich aus seiner jeweiligen Lieferung ergibt, zerlegt in eine Verdienst= und eine Materialquote. Die Verdienstguote wird umgelegt mit dem Teuerungszuschlag laut Uebersicht Nr. 32, die sich aus diesem neuen Abkommen ergeben wird. Die Materialquote wird multipliziert mit einem Multiplikator, der sich aus dem zwanzigsten Teil des Durchschnittskurses des englischen Pfundes(amtlicher Berliner Briefkurs) der letzten drei Tage vor dem Tage der Lieferung ergibt. Dieser Multiplikator wird täglich bekanntgegeben. Der sich hieraus ergebende Betrag für Material ist auf Wunsch des Arbeitnehmers, soweit der Arbeitgeber dazu in der Lage ist, wertbeständig anzulegen. Es wird dringend empfohlen, diesem Wunsche Rechnung zu tragen. Auszahlung aus diesem wertbeständigen Konto hat wiederum nach dem für den Auszahlungstag maßgebennen Multiplikator zu erfolgen. Eine Anmeldung auf Abhebung dieses Materialbetrages hat zweckmäßig durch den Arbeitnehmer am Vortage der Zahlung zu erfolgen. Sämtliche Sonderabmachungen z. B. Blei= und Harzzulage, Kokszulage usw. fallen durch diese Regelung fort. Die Materialquote des Grundverdienstes beträgt für: ner Taschen= und Federmesserreider...... 15 Prozent Taschen= und Federmesserschleifer...... 20.„ Taschen= und Federmesserausmacher..... 20„ Federnpliester 20„ Klingenhärter 16½„ Messerschleifer 30„ Scheren=Schleifer 12½„ „ Ausmacher 12½„ „ Härter 12½ „ Feiler 9 „ Nagler 9„ Einsteckreider 20„ Gabelschleifer 20“„ Gabelfeiler 25„ Platterlreider 15„ Brot=, Schlacht= und Gemüsemesser=Reider.. 16 3/8„ Rasiermesser=Schleifer 20„ „ Abzieher 8„ „ Reider„ Nickelpolierer 30„ Obstmesser=Ausmacher 16 ½„ Manikur= und Nagelknipserschleifer..... 20„ Zuschlagscheren=Reider... S.„ „ Schleifer 14½„ „ Härter„ „ Nagler 6„ „ Ausmacher 12½* „ Klarmacher 6„ Justrumenten=Schleifer 20„ „ Feiler 16½„ Federmesserscheren=Schleifer....... 12½„ „. Nagler 5 Korkzieher=Schleifer, gepliest....... 16½„ „„ vernickelt und poliert.. 9 Fahrradschreifer 20„ Haarmaschinenmesser=Schleifer........ 15„ „ schenkel=„ 16½„ Schleifer verschiedener Artikel 12½„ Backen= und Arkansas=Ausmacher 20„ Garten= und Rebscheren=Schleifer 25„ „„ Zusammensteller.. 15„ Gutzlosfelschleifer 25 Feilenhauer 16½„ Vorstehendes Abkommen gilt für die laufende Lohnperiode vom 24. bis 30. Oktober und tritt sofort in Kraft; es unterliegt indessen noch der nachträglichen Zustimmung der Mitglieder=Versammlung. Der Materialmultiplikator für den 24. Oktober beträgt 8090000000 *„„„„ 25. Oktober beträgt 11 950000000 „„„„ 26. Oktober beträgt 13 700 000000 Beispiel: Ein Schleifer hat 20(Otzd. Scheren geschliffen mit einem Grundverdienst von 100 Mark. Diese 100 Mark werden zerlegt in Verdienst= und Materialquote. Da die Materialquote für den Scherenschleifer 12½ Prozent beträgt, würde er eine Verdienstgnote von 87½ Mark und eine Materialquote von 12½ Mark haben. 87½ Mark werden Multivliziert mit dem Tenerungszuschlag gemäß Uebersicht Nr. 32: 12½ Mark werden multivliziert mit dem Multiplikator, der sich aus dem Durchschnittskurs des englischen Pfundes ergibt. * : Die Oktobergehälter der Industrie=Augestellten.— Von da ab wertbeständig. Der Arbeitgeberverband teilt uns mit: Zwischen den beiderseitigen Organisationen sind endgültig die Oktober=TarifGehälter für die käufmännischen und technischen Angestellten auf das 86,5 fache der September=Tarifgehälter vereinbart worden. Es sind an à Kontozahlungen bereits das 21,5 fache der Septembergehälter gezahlt worden, so daß noch 65 September=Gehälter zur Auszahlung zu bringen sind. Es ist weiter vereinbart worden, daß die Auszahlung sofort spätestens bis Sonnabend dieser Woche— zu erfolgen hat.— Wie wir weiter erfahren, wurde auch ein Abkommen getroffen, wonach von jetzt ab die Gehälter wertbeständig sein sollen, und zwar erfolgt die Gehaltszahlung nach Grundgehältern und einem Mulciplikator. Auf die Art der Errechnung des Multivlikators kommen wir noch zurück. „ * esn= Vor der Eröffnung der Volksküche. Die Arbeiten zur Inbetriebsetzung der Stadtküche schreiten, so schreibt uns das Wohlfahrtsamt, rüftig vorwärts: mit allen Kräften wird an der Fertigstellung gearbeitet. Wenn nicht erhebliche, nicht vorauszusehende Umstände dies verhindern, wird mit der Essenausgabe für ledige Erwerbslose wahrscheinlich am Montag kommender Woche begonnen werden können. Voraussichtlich wenige Tage später kann dann für die übrigen in Betracht kommenden Personenkreise Essen ebenfalls abgegeben werden. Bekanntlich wird heimlosen Ledigen an bestimmten Orten in der Stadt Gelegenheit geboten, das Essen einzunehmen. An anderen Stellen wiederum soll die Essenausgabe für die erfolgen, die im eigenen Heim essen können. Der genaue Plan darüber wird noch veröffentlicht. Die Erwerbslosenfürsorge ist noch damit beschäftigt, die Zahl der vermutlichen Teilnehmer-bestzustellen. Die ursprüngliche Absicht, bis zur Inbetriebsetzung der Stadtküche in verschiedenen Stadtteilen Teilküchen zu errichten, ist aufgegeben worden, weil es sich zeigte, daß die technische Durchführung dieses Planes nicht erheblich weniger Zeit in Anspruch nahm. als der jetzige Plan, A. Neue Fleischpreise geben die Fleischerinnungen im Anzeigenteil bekannt.6 O Stimmen die Brotpreise? Die gestern von der Stadtverwaltung Solingen und heute von der Stadtverwaltung Gräfrath veröffentlichten Preise für Markenbrot haben in der Bürgerschaft außerordentlich peinlich überrascht und angesichts der Tatsache, daß gegenüber den heutigen Preisen nahezu eine Vervierzigfachung vorliegt, die Vermutung aufkommen lassen, daß alle Preise irrtümlicherweise eine Null zu viel enthalten und in Wirklichkeit nur den zehnten Teil betragen sollen. Wie wir bei der Stadtverwaltung auf Anfrage erfahren, liegt dort ein Versehen nicht vor. Aber auch die Verwaltung ist über die Höhe der Preise, die durch eine Kommission bei der Regierung festgesetzt werden und auf die sie keinen Einfluß hat, erstaunt. Die Preise erscheinen um so unfaßbarer, als die neuen Brotpreise, die von heute ab für Köln festgesetzt sind, nur etwa den sechsten bis siebenten Teil der neuen Solinger Preise ausmachen. In Köln kostet nämlich ein 3½pfündiges Schwarzbrot 1,4 Milliarden Mark(in Solingen 9,8 Milliarden), 1 Pfund geschnittenes Schwarzbrot 442 Millionen(in Solingen 3 Milliarden), 1 Feinbrot von 3 Pfund 1,26 Milliarden(in Solingen bei 3½ Pfund 9,6 Milliarden), 1 Graubrot von 8 Pfund 1,78 Millarden(in Solingen bei 3½ Pfund 10,3 Milliarden Mark). Da heute jedenfalls noch auch in Solingen freies Brot billiger zu kaufen ist, wäre es u. E. erforderlich, die Düsseldorfer Regierung um Aufklärung über dieses Mißverhältnis anzugehen. =ab= Die Festsetzung der Erwerbslosenfürsorgesätze erfolgt nach einer heute vormittag beim hiesigen Arbeitsamt eingetroffenen telephonischen Nachricht für die Folge Freitags damit der Teuerungsinder vom Donnerstag mit verwendet werden kann. Freitag. nachmittags gegen 4 Uhr, können die Sätze von den Fürsorgestellen in Düsseldorf oder Neuß eingeholt werden. Die Zahlung kann daher frühestens am Samstag erfolgen. k Einschränkung der Sachschäden=Vergütung. Die Handelskammer zu Solingen macht darauf aufmerksam, daß unter den sachschäden, die in dem vor einigen Tagen in der Presse veröffentlichten Brieftelegramme des Reichsministeriums für die besetzten Gebiete als ersatzfähig erwähnt waren, nur solche Schäden zu verstehen sind, die sich auch trotz Aufhebung des passiven Widerstandes nicht vermeiden lassen. Ersatz für Waren, die nach dem 28. September infolge Fehlens der französischen Bewilligung und infolge Nichtentrichtung der Abgabe bezw. Zölle beschlagnahmt worden sind, wird daher nicht mehr geleistet. Nähere Auskunft erteilt die Handelskammer. ein= Wertbeständige Stiftung zur Beschaffung von Winterkleidung. Der Zentralstelle des Wohlfahrtsamtes wurde von den Mitbürgern O. und W. Strauß ein größerer Betrag in wertbeständiger Form zur Verfügung gestellt, der es moglich macht, 20 besonders Notleidende mit warmer Kleidung für den Winter zu versehen. In einer Zeit, wo unsere Stadt von einer Arbeitslosigkeit von unerhörter Ausdehnung heimgesucht wird, die es Jedem unmöglich macht. die allerdringendsten Lebensbedürfnisse zu befriedigen, ist diese Spende besonders dankenswert und willkommen. Im Interesse aller Notleidenden wäre es, wenn sie möglichst zahlreiche Nachahmung fände. eab= Heiliger Bureaukratius! Ein Bureaukratenstückchen wird uns von einem Mitbürger mitgeteilt. Der Betreffende erhielt wegen Uebertretung einer volizeilichen Verkehrsvorschrift vor einigen Tagen ein Strafmandat von 330000 Mark. Frankiert war der zugestellte Brief mit——— Briefmarken im Werte von 30 Millionen Mark. Höher geht's wohl nimmer! 4 Erwischter Dieb. In verflossener Nacht statteten Diebe auch dem Garten des Waisenhauses Kannenhof einen Besuch ab und stahlen hier etwa einen Zentner frühe Möhren. Gestern abend gelang es nun, im Garten des Ackerers Sch. einen Felddieb auf frischer Tat zu ertappen. Die ihm verabreichte Tracht Prügek dürfte ihm vorab die Lust am weiteren Räubern genommen haben. (2 Wegen Uebertretung der Preisschilderverordnung wurden gestern vom britischen Gericht mehrere Geschäftsleute zu Geldstrafen von 300 bis 600 Milliarden Mk. verurteilt. Die Verhandlungen werden in den nächsten Tagen noch fortgesetzt. der Einrichtung weiterer Kochstellen. Die Verwaltung wird beauftragt unverzüglich mit dem Einkauf der erforderlichen Lebensmittel zu beginnen und vom Landkreis die notwendigen Mittel zu erlangen. Ein Aufruf an die Landwirte, zur Inbetriebsetzung der Küchen Kartoffeln und Gemüse beizusteuern, war erfolgreich: bis jetzt ist eine Menge Kartoffeln freiwillig und kostenlos zur Verfügung gestellt worden. In den nächsten Tagen wird bekannt gegeben, wann die Anmeldung zur Volksküche erfolgen kann. Zunächst soll Essen an alleinstehende ledige Personen(Kostgänger) abgegeben werden, und soweit möglich auch an Familien, wo die Verhältnisse es unumgänglich notwendig machen. Die Milchversorgung für Säuglinge, Schwangere und Kranke wird. sofern nicht unvorbergesehene Ereignisse eintreten, für den Winter sichergestellt sein. Auch besteht Aussicht, daß eine ausreichende Belieferung der Stadt Wald mit Milch stattfindet. Den Milchhändlern wird, wie den Metzgern, weitestes Entgegenkommen seirens der Stadt bei der Beschaffung von Reichsgeld zugesagt. In Fällen ganz besonderer Hilfsbedürftigkeit muß beim Vorhandensein von Säuglingen das Wohlfahrtsamt eingreifen, da die heutigen Milchpreise für viele unerschwinglich sind. Hier müßte notwendigerweise eine allgemeine Staatsaktion einsetzen, da den Händlern in Bezug auf die Beschaffung Handschellen angelegt sind. Die Hundesteuer muß mit Rücksicht auf die große Geldentwertung erhöht werden. Es wird beschlossen für den ersten Hund 5 Milliarden und für den zweiten und jeden weiteren Hund 10 Milljarden zu erheben. Auf Antrag beschließt die Finanzkommission weiter, dem Tierarzt Dr. Erfmann die Fleischbeschau für beide Bezirke der Stadtgemeinde Wald zu übertragen, allerdings auf jederzeitigen Widerruf. Zur Verminderung des Schreibwerks erfolgt von jetzt ab die Abrundung der Rechnungsbetrüge auf volle 1 Million Mark nach oben und unten. Damit gelangen Beträge bis zu 500000 Mark nicht mehr zur Ausgabe. Die minderbemittelte Bevölkerung ist nicht mehr in der Lage, die Kosten für Neubesohlung und Reparatur des Schuhwerks zu tragen. Um diesem unhaltbaren Zustand in etwa zu begegnen, soll in der städtischen Schuhsohlerei vorläufig ein erwerbsloser Schuhmacher neu eingestellt werden, der für seine, von, der Stadt zu zahlende Unterstützung Arbeit überummt. Für den Fall. daß sich die Verhältnisse noch weiter verschlechtern, wird die Verwaltung ermächtigt, weitere Einstellungen vorzunehmen. Die Sache ist zunächst so gedacht, daß das Leder von den Unterstützungsempfängern selbst gestellt und nur die Arbeiten in der Werkstatt umsonst gemacht werden. Vielleicht kann aber bei vorhandenen Mitteln auch noch eine Verbilligung des Leders durch Großeinkauf erzielt werden. * Aus dem Landkreise Solingen. eab= Höhscheid, 25. Okt. Das Höhscheider Stadtverordnetenkollegium hielt nach längerer Pause gestern abend wieder einmal eine Dauersitzung ab. Mit einer halben Stunde Verspätung begann man gegen 7 Uhr mit der Tagung. Das Kollegium und die Zuhörer warteten geduldig bis der Führer der Mehrheit, der Kommunist Anton Lüchem erschien. Dann konnte die Sache losgehen. d. b. mit der Erledigung der Tagesordnung wurde vorläufig noch nicht begonnen. Die Stadtmütter und Stadtväter unterhielten sich einige Stunden über die Nöte der Zeit. Im allgemeinen war die Aussprache recht ruhig, wenngleich der Führer der äußersten Linken sich lange mit„großer Politik“ beschäftigte. Aus der Debatte sind die Klagen der Heimarbeiter besonders zu erwähnen. Besonders die von dem Stadtverordneten Rotstein(V. S. P. D.) und Soffel(Zentrum) gemachten zahl##mäßig belegten Ausführungen bewiesen kraß, wie groß das Elend in Heimarbeiterkreisen ist. Wir sind mit dem Höhscheider Stadtverordneten der Meinung, daß nichts unversucht bleiben darf, um hier einzugreifen. Auch die Klagen über den Milchvreis von 3.4 Milliarden waren nicht unberechtigt. Die Höhscheider Landwirte ließen durch den Stadtverordneten Paas(Zentrum) erklären, daß sie bereit sind. Milch für die bedürftige Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.— Mit Entschiedenheit trat Bürgermeister Pohlig für Goldlöhne ein. Nach längerer Aussprache beschloß das Kollegium auf Antrag des kommunistischen Beigeordneten Nouvertne von den Arbeitnehmer= und Arbeitgeber=Organisationen die Hinzuziehung zu den Lohnverhandlungen zu verlangen.— Für die Lichtversorgung der Ortschaft Hintenmeiswinkel trat der Stadtv. Kirschbaum(B. A.) ein. Man will mit den beteiligten Anliegern noch verhandeln.— Für die Anlage von Sportplätzen verwandte sich Stadtv. Kohl(B. A.) Die Frage wurde aber vertagt. Von den weiteren Punkten sind noch die Festsetzung einer Ziegenabgabe in Höhe einer Goldmark, sowie die Erledigung mehrerer Steuerverordnungen zu erwähnen. Das Kollegium tagte bis gegen 10 Uhr. Den ausführlichen Bericht müssen wir aus technischen Gründen bis morgen zurückstellen. Ohligs, 26. Okt. Eine dringende Stadtverordnetensitzung beschäftigte sich gestern nachmittag mit allerhand Notmaßnahmnen. Die Parteien ermächtigten die Verwaltung einstimmig, alle irgendwie notwendigen Schritte zur Hilfe für die Bedürftigen von sich aus zu unternehmen. Der Bürgermeister ermahnte am Schlusse der Sitzung alle Anwesenden, ebenso einmütig zusammenzustehen, wenn sich sonderbündlerische Bestrebungen in Obligs bemerkbar machen sollten. Da wir zu der Sitzung nicht eingeladen waren, können wir über ihren Verlauf näheres leider nicht berichten. Die Bürger, die unterrichtet werden wollen, wenden sich also wohl am besten direkt an die Verwaltung. Notmaßnahmen der Gemeinde Wald. Wald, 26. Okt. Aus dem Rathaus wird uns geschrieben: Tagesordnung und Verlauf der letzten Sitzung der Finanzkommission standen unter dem Zeichen einer trostlosen Wirtschaftslage der Bevölkerung und Stadtverwaltung: und es scheint. als wollten sich die Verhältnisse noch verschlechtern. Der überwiegende Teil der Bürger sieht bei größter Arbeitslosigkeit dem kommenden Winter entgegen, ohne mit den erforderlichen Lebensnotwendigkeiten. Nahrungsmitteln. Kleidung und Brennstoffen notdürftig versorgt zu sein. Alle schönen und großen Pläne der Stadtverwaltung sind dahin: der Kampf um die nackte Existenz nimmt alle Kräfte und die letzten Mittel in Anspruch. Um der großen Arbeitslosigkeit zu begegnen, hatte ja der Stadtrat schon beschlossen, umfangreiche Notstandsarbeiten vorzunehmen. Die Regierung hat jedoch angeordnet. die Notstandsarbeiten restlos einzustellen; das Reich wird jedenfalls in Zukunft für die produktive Erwerbslosenfürsorge nennenswerte Mittel nicht mehr zur Verfügung stellen. Trotzdem soll und wird die Verwaltung kein Mittel unversucht lassen. die Regierung umzustimmen und die erforderlichen Mittel zu erlangen, damit zum mindesten die begonnenen Arbeiten zu Ende geführt und möglichst auch neue in Angriff genommen werden können. Die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln für den Winter ist eine der wichtigsten und schwierigsten Aufgaben der Kommune. Infolge der Schwierigkeiten im heutigen Zahlungsverkehr und im Versand verzögert sich die Anfuhr durch die Händlerschaft. Den Kartoffelhändlern sind aber in den letzten Tagen größere Kredite zugegangen, für deren Rückzahlung die Stadt bürgt. Man darf daher erwarten, daß in der nächsten Zeit eine hinreichend große Menge Kartoffeln eintreffen wird. Es wird aber beschlossen, den Kartoffelankauf nebenher durch die Verwaltung selbst sofort zu betreiben, soweit Mittel zur Verfügung stehen. Eine besondere Schwierigkeit besteht aber darin, daß die Stadt über eigene Mittel nicht mehr verfügt und Notgeld nicht mehr gedruckt werden darf. Die Kommission gibt der Verwaltung ferner die Ermächtigung, wertbeständige Gelder zu beschaffen und in Zahlung zu geben, wenkk Kartoffeln für Paviermark nicht zu erlangen sind. Um den Verbrauchern eine Möglichkeit zu geben, sich für ihren kleinen Kreis mit einem genügenden Vorrat einzudecken, wird beschlossen, auf Antrag Kredite zur Verfügung zu stellen. Aber auch hier hängt alles von der Geldfrage ab. Sofern die Stadt die hierfür angeliehenen Darleben aufgewertet zurückzahlen muß. soll auch von den Verbrauchern die Erstattung der Kredite auf wertbeständiger Grundlage erfolgen. Es ist beabsichtigt, als Maßstab die Erhöhungen der Löhne oder der Kartoffelvreise zu verwenden. Einmütig bestand die Ansicht, daß es an der Zeit sei. die Volksküchen wieder zu eröffnen und alle Vorbereitungen zu treffen, um die Küchen in kürzester Zeit in Betrieb setzen zu können. Die Verwaltung gab bekannt, daß beabsichtigt sei, zunächst zwei Ausgabestellen und zwar an der Heidstraße und Eintrachtstraße auf zumachen, die in etwa 8 Tagen ungefähr 1000 Personen versorgen können, im Laufe von einigen Wochen aber in der Lage sind, bis zu 2000 Personen mit. warmen Mittagessen zu versehen. Außerdem besteht die Möglichkeit Hinweise. Die Konzert= und Theatergesellschaft„Harmonie“ ladet im Anzeigenteil zu einem Gesellschaftsabend im Lokale Schumacher, Cronenbergerstraße ein. Ura Sal cee. Til. Berliner Wertpapierbörse. (Kurse in 1000000 000 Prozent) (d. i. in 10 Milliarden Mark für jede Aktie zu 1000 Mk. Nennwert) Amtliche Berliner Devisen-Kurse vom heutigen Tage(26. Oktober). Geld Mk. 64 887 500 000 284 287 500 000 24 538 500 000 3 670 800 000 3 132 150 000 Italien 2 792000000 Schweiz 11 271 700 000 Amerika England Holland Frankreich Belgien Briet Mk. 65 162 500 000 285 712 500 000 24661 500 000 3689 200 000 3 147 850 000 2 807 000000 11 328 250 000 Nr. 251, 115. Jehrgang. „ Freitag, den 26. Oktober 1923. Der Reichskanzler über das besetzte Gebiet. Keine Preisgabe des Rheinlandes— Wertbeständiges Geld der rheinischen Städte— Ablebnung jedes neuen Diktats. Die Besprechungen mit der Reichsregierung. Hagen, 25. Okt. Im Kreishaus zu Hagen fand heute eine Besprechung über die Lage im besetzten Gebiet statt, an der der neichstanzler mit den Ministern für die besetzten Gebiete der volstischen Pariehen und Meimnisterpräsdent und Vertreter Teiler Lei heichten Gehistes taifnahemng u de schiedenen Teilen des besetzten Gevieles teilnahmen. Der Reichskanzler erklärte mit allem Nachdruck, daß die Reichsregierung nicht im entferntesten daran denke, das besetzte Sehiet, seinem Schicksal zu überlassen, und daß etwa in dieser Hinfrahr steyende Befürchtungen völlig unbegründet seien. Er im einzelnen dar, in welcher Weise die Reichsregierung unter Berücksichtigung der schwierigen Finanzlage des Reiches die finanziellen Leistungen für das besetzte Gebiet geregelt habe. auch weiterhin in den Grenzen der Leistungsmöglicheit, des. Feichs fortgesetzt werden. Zu den gegenwärtigen sv#vervundierischen Putschversuchen bemerkte der Reichskanzler, daß nach wie vor die Zurückweisung solcher vaterlandslosen Bestrebungen erwartet werden müsse, und daß für die Reichsregierung und die Länderregierungen jeder Gedanke einer Losreißung der besetzten Gebiete vom Reich und den Ländern selbstverständlich unerörterbar sei. An die Darlegungen des Reichskanzlers, dem der preußische Ministerpräsident für die preußische Staatsregierung in vollem Umfange beitrat, schloß sich eine mehrstündige Aussprache. Vor allem wurde dabei von Vertretern des besetzten Gebietes auf die nit der ungeheuern Erwerbslosigkeit und der Lebensmittelnot für besetzte Gebiet verbundenen Gefahren hingewiesen. Die Schaffung eines wertbeständigen Zahlungsmittels für das besetzte Gebiet wurde als besonders dringlich bezeichnet. Die Vertreter der Reichsregierung sagten möglichste Hilfe zu. Ein vorläufiges vertbeständiges Zahlungsmittel werde nach Mitteilung des Voritzenden der Städtevereinigung von den rheinischen Städten mit Genehmigung der Reichsregierung geschaffen werden. Es wurde nitgeteilt, daß die Parteien des besetzten Gebiets zur Sicherung einer ständigen engen Fühlungnahme untereinander und mit der Reichsregierung und zur Mitwirkung bei den notwendigen Versandlungen auf wirtschaftlichem Gebiet einen Ausschuß von fünfzehn Personen bereits eingesetzt hätten. Der Rechenschaftsbericht der Reichsrezierung. W2B. Hagen, 25. Okt. Der große Saal der neuen Stadtalle Hagens war bis auf den letzten Platz gefüllt, und Hunderte nußten umkehren, die gekommen waren, um, wie Reichsminister Sollmann erklärte, den Rechenschaftsbericht der Reichsregierung intgegenzunehmen. Die Rede des Reichskanzlers werde, so benerkte der Reichsminister des Innern, nicht nur für das deutsche Lolk, sondern darüber hinaus für die ganze Welt bestimmt sein. die Reichsregierung empfinde mit dem ganzen Volke die furchtzare Not des Augenblicks, aber trotz dieser Not dürfe das Volk ind jeder einzelne nicht verzweifeln, sondern müsse sich mit aller kraft zu neuer Arbeit und neuen Taten aufraffen. Die Schuld in dieser fürchterlichen Not laste in ihrer ganzen Wucht auf Frankreichs Schultern, das sich als unversöhnlicher Feind zeige. Ein Volk, dem das Verfügungsrecht über seine reichsten Gebiete ntzogen werde, könne sich nicht wieder erheben. Trotz dieser urchtbaren Nöte halte die rheinische Bevölkerung treu zu Deutschland und kein anständiger Mensch habe mit dem Gesindel twas gemein, das sich jetzt als Separatisten der Herrschaft zu eemächtigen suche. Man könne die Rheinländer mit Waffenewalt niederzwingen, aber man könne nichts an der geschichtichen Tatsache ändern, daß das, was dort vor sich gehe, geschehe egen den einmütigen Willen des deutschen Volkes am Rhein. Wir grüßen die Tapferen“, so fuhr der Redner fort,„die in dunger und Not für das Vaterland gefochten haben und noch echten, und ehren die Toten, die dort für das Vaterland getorben sind.“ Der Minister versicherte, daß die Reichsregierung sicht daran denke, die Rheinlande preiszugeben, und daß sie lach wie vor in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit die beetzten Gebiete unterstützen werde. Er gab zum Schluß der HoffFur unsere Frauen. nung Ausdruck, daß das deutsche Volk durch alle diese Not des Augenblicks hindurch in Arbeit und Pflichterfüllung sich Weg zu einer besseren Zukunft frei machen werde. Der Minister für die besetzten Gebiete, Fuchs, sprach den bejetzten Gebieten den aufrichtigen und herzlichen Dank der Reichsregierung für ihr mutvolles Ausharren bei all der Bedrückung aus, der sie ausgesetzt gewesen seien. Er, der als einer der ersten des Landes verwiesen worden sei, weil er es für seine Pflicht gehalten habe, dem Reiche und dem Vaterlande die Treue zu bewahren, kenne die seelischen und körperlichen Leiden, denen die Bevölkerung seit Jahr und Tag ausgesetzt sei. Kein Dank sei heiß genug für das, was dort getan werde. Mit stürmischem Beifall begrüßt, betrat dann der Reichskanzler Dr. Stresemann das Rednerpult. Er führte aus, der Kampf an Rhein und Ruhr habe wohl jetzt den Höhepunkt erreicht, ein Kampf, der mit ungleichen Waffen geführt würde. wo unter dem Schutze französischer und belgischer Bajonette die Separatisten den Versuch machten, ihre Herrschaft auszurichten und das Rheinland und andere deutsche Gebiete unter ihre Gezu. bringen. Wenn die Franzosen und Belgier nicht dahinter stunden, so würde die Bevölkerung, und zwar die ganze Bevölkerung des Rheinlandes, diesem Karnevalszug in 24 Stunden ein schnelles Ende bereiten. Und wenn diese französischen und belgischen Bajonette dabei helfen, so sei das ein Wortbruch schlimmster Art gegenüber feierlichen Versprechungen, die in verschiedenen internationalen Verträgen festgelegt worden seien. Der Reichskanzler sprach allen denen, die in vorbildlicher Einigung selbst unter dem Einsatz von Gut und Leben, den ungleichen Kampf führten, seinen Dank aus, der gar nicht heiß genug sein könne. Allen Teilen der Bevölkerung gebühre dieser Tank, und nicht zuletzt der braven Schupo, die dort unter unerträglichen Qualen ihre Pflicht getan habe. dort an Rhein und Ruhr geschehe, sei ja nur ein Ausschnitt aus der großen deutschen Not. Leider sei dies nicht die einzige Not dieser Stunde. Uns droht das Gespenst der immer größer werdenden Erwerbslosigkeit, der Preissteigerung und des Währungsverfalls. Die Schuld an diesem ganzen Unheil falle einzig und allein Frankreich zur Last, und die Mittel, die Frankreich anwende, seien gegen Gesetz, Vertrag und Recht und gegen die geschriebenen Verträge und das ungeschriebene Menschenrecht der Völker. Was man auch über den passiven Widerstand sagen möge, eines habe er gezeigt, wie Millionen von Menschen, die unter ihm litten— denn die Leiden des #sssipen Viderstandes seien viel größer als die des aktiven Widerstandes—, ihrem Lande die Treue wahrten, einem Lande gegenüber, das arm und machtlos gewesen sei. Wenn der passive stand habe aufgegeben werden müssen, so sei das wahrlich Ie Phm die Gunst Poincares zu gewinnen, sondern, weil sich Trutschland an dem passiven Widerstand verblutet hätte, notwendig gewesen sei, klare Verhältnisse in der der sehen wolle geschaffen dassen. Diese Klarheit sei für den, ustse##Wur, geschaffen worden. Der französische Ministerprasioent habe wiederholt erklärt, daß es nur der passive Widerstand sei, der ihn daran hindere, mit Deutschland in Verhandlungen zu treten. Jetzt, wo alle Ordonnanzen von der deutschen „ Regierung aufgehoben worden seien, behaupte er, der passive widerstand dauere an, weil die Unterstützungen bis zum 20. Oktober gezahlt worden seien, und weil die Beamten ihre Gehälter Bsiche deir demutsechen. Fe i3) ungen seien doch selbstverständliche chins###er deutsagen Reuchsregierung gewesen, die durch plößzliche Einsteuungen dieser Zahlungen die Menschen nicht habe einfach gerkruger meissen dürsen. Wenn der französische MinisterpräsiG. en wige grange, daß erst einmal der Zustand an Rhein und Ruhr wieverhergesteut werden müsse, wie er vor dem 11. Januar bestanden habe, dann müsse man doch fragen, ob es damals am französische Eisenbahnregie oder eine deutsche Reichsbahnverwaltung, ob es eine deutsche oder eine französische Verwaltung an Ruhr und Rhein gegeben habe. Er, der Reichskanzler, wiederholtz was er letzthin im Reichstag ausgesprochen yue. uns ist das Land, uns ist der Besitz an diesen Eisenbahnen, und das wollen wir uns nicht rauben lassen. Niemals werden wir durch eine Unterschrift von unserer Seite diesen Raub zu einem legalen machen.“ Wie sei denn die Lage? Das Rheinland sei seit Jahr und Tag behandelt worden wie eine französische Militärkolonie, nur daß in einer solchen Kolonie vielleicht noch mehr Freiheit herrsche als an Rhein und Ruhr. Für das Rheinland bestehe das Rheinlandabkommen. Das sei wahrlich schon Eingriff in die deutsche Freiheit genug, aber es könne sich immerhin auf den Friedensvertrag stützen, wenn auch der Ausdruck Vertrag für die Art, wie er zustande gekommen sei, kaum der richtige wäre. Sei denn überhaupt noch etwas von der deutschen Souveränität bei dem Vertrag übrig, der jetzt der deutschen Regierung zur bedingungslosen Annahme unterbreitet worden sei, daß sich die Regie an die Stelle der deutschen Reichseisenbahnen im besetzten Gebiete substituieren wollte und noch Abtretung weiterer wichtiger Eisenbahnlinien, so Frankfurt, Darmstadt und der einzigen Linie nach Holland verlangt habe? Sei denn Deutschland ein Freiwild für die französische Gewaltpolitik? Und nicht einmal verhandeln habe die deutsche Regierung über diesen Vorschlag können, sondern seine vorbehaltlose Annahme oder Ablehnung sei verlangt worden. Nun, die deutsche Regierung habe keine 24 stunden zu der Ablehnung des Vorschlags gebraucht.(Stürmischer Beifall.) Einmal müsse, betonte der Reichskanzler mit Nachdruck, die Zeit vorüber sein, wo man glaube, daß man mit Deutschland nur auf dem Wege der Diktatur weiter sprechen könne. (Wiederholier stürmischer Beifall.) Deutschland möge zu schwach sein, sich zu wehren. Man könne es vergewaltigen, aber man konnc es nicht zwingen, seine Unterschrift unter diese Vergewaltigung zu setzen. Die Vorgänge in der Pfalz. Speyer, 25. Okt. Nach der Sitzung des Kreistages fand bei General de Metz eine Besprechung statt, an der Vertreter des Kreistages, der Industrie, der Landwirtschaft, der Parteien und der Gewerkschaften teilnahmen. Nachdem General de Metz die Währungsfrage zur Erörterung gestellt und die Parteien nach etwa einstündiger Besprechung ihre Bereitwilligkeit zur Prüfung einer wertbeständigen Währung zugesagt hatten, erklärte der General, daß man sich nunmehr mit der politischen Lage beschäftigen müsse. Er erklärte wörtlich:„Ich nehme als Tatsache an, daß die Bildung einer autonomen Pfalz vollzogen ist.“ Dabei äußerte er, wie die„Köln. Ztg.“ dazu berichtet, daß die Erklärung des Majors Louis nicht identisch sei mit der Willensäußerung der sozialdemokratischen Unterhändler, die ausdrücklich verlangt hätten, die Pfalz solle im Verband des deutschen Reiches bleiben, eine Erklärung, die von dem Abgeordneten Hoffmann bestätigt wurde. Nachdem der General durch den Gewerkschaftssekretär FischerLudwigshafen die Abgeordneten Hoffmann, Kleesoot und Di Wagner hatte hereinrufen lassen, sagte er zu dem Vorsitzenden des Kreistages, Dr. Beyersdörfer:„Verlassen Sie Ihren Platz, ich bitte den Reichstagsabgeordneten Hoffmann, den Platz des Beyersdörfer einzunehmen.“ Der Abgeordnete Hoffmann folgte jedoch dieser Aufforderung nicht, sodaß der Platz des Dr. Beyersdörfer, der in den Hintergrund des Saales trat, leer blieb. Bei der Besprechung erklärte der Abg. Hoffmann, er wisse genau und sei sich dessen bewußt, daß sein Vorgehen Hochverrat sei. Er folge jedoch nur dem Vorbild des Dr. v. Kahr. Der Vorsitzende der Freien Bauernschaft, Heinrich Orbis, und der Vorsitzende der pfälzischen Kreisbauernkammer, Steitz, gaben die Erklärung ab, daß sie mit dem Antrag auf Bildung einer autonomen Pfalz schon jetzt einverstanden seien, unter der Bedingung, daß die Pfalz außerhalb des Rahmens des deutschen Veiches, gshildet werde. Ob die pfälzische Landwirtschaft hinter bieser Erllarung steht, ist ebenso unklar, wie die Haltung der pfälzischen Sozialdemokratie, von der schon jetzt bekannt ist, daß ein großer Teil der Führer mit dem Vorgehen Hoffmanns nicht einverstanden ist. Hoffmann exklärte in der Aussprache, daß er und seine Freunde unter allen Umständen an ihrem Antrag auf eine autonome Pfalz festhielten, auch wenn sich die bürgerlichen Parteien nicht einverstanden erklären würden. Auf Ersuchen der Vertreter der bürgerlichen Parteien stellte General de Metz eine Frist von zwei Tagen zur Entscheidung. Legationsrat Dr. Knoch von der Speyerer Regierung wurde in seinem Büro von den Franzosen verhaftet und ohne Angabe von Gründen über die Germersheimer Schiffbrücke abgeschoben. Prakische Haarpslege. „Es ist eine bekannte Erscheinung, daß die Kovfbaare namentlich nach schweren und längeren Krankheiten verloren gehen, in einer Zahl ausfallen, daß das üpvigste Haar in wenigen Tagen sich zu lichten scheint und vielfach Kablköpfigkeit eintritt. Aber nicht nur Krankheiten, von denen man weiß und unter denen man leidet, sondern auch nervöse Erscheinungen können zum Verluste des Haares führen. Es ist in letzter Zeit wissenschaftlich festgestellt, daß nervöse Frauen, namentlich denn die Nervosität im Kopf sitzt, stets nur einen dünnerk Haarwald haben und alle Pflege vergeblich ist. Die Aerzte raten mit Recht in solchen Fällen, zunächst etwas gegen die Nervosität en tun. Aber nicht allein Krankheiten und Nervosität können der Haarwuchs beeinträchtigen und zu einem frühen Haarausfall führen, sondern auch eine unsachliche Haarpflege. Die Frauen lieben es, ihre Haare zu oft brennen und sich den Kopf waschen zu lassen. Zu viel Behandlung mit der Brennschere ist verderblich. Daß das Förben des Haares nicht nur gesundheitsschädlich, sondern für den Haarwuchs störend ist, braucht nicht erst gesagt zu werden. Ein Spezialist auf diesem Gebiet, keiner der üblichen Kurfuscher, sondern ein Arzt rät den Männern an, sich nicht mehr als einmal in der Woche den Kovf waschen zu lassen, den Frauen empfiehlt er, ruhig mindestens zwei Wochen zu warten, ehe sie wieder eine Kovfwäsche vornehmen lassen. Denn je länger das Haar ist, um so weniger darf es gewaschen werden. Das Haar braucht Fett und man kann Olivenöl oder Süßmandelöl empfehlen, das am besten sofort nach dem Waschen dem Haar beigefügt wird. Aber auch zu viel Fett darf nicht dem Harrboden aufgeladen werden, denn es verstopft die Poren. Der Haarboden braucht Luft, etwas Fett, im übrigen Trockenheit. Das Haar muß stets gut gekämmt werden, denn Staub soll nicht im Haar geduldet werden. Staub ist ein Vernichtungsfaktor überall im Leben, also auch dem Haar gefährlich. Frauen sollten ihr Haar in der Nacht lösen. Es muß durchlüften. Gesund ist es, mit offenem Haar in der freien Luft zu sein. Dichte Hauben und Hüte sollten die Frauen vermiden. Aber ihrem Haar Schutz geben vor Sonnenstrahlen, die es nicht ertragen kann, wenigstens nicht eine längere. intensive Eitwirkung. Graue Haare sind ebenso wie weiße Haare eine Alterserscheinung. Die Haare können durchaus gesund sein, dennoch aber eine Altersfarbe annehmen. Gewöhnlich wird dieser Farbenwechsel auf die mäßigere Blutzirkulation zurückgeführt. Nur wenn Frauen sofort, sobald sie den ersten Haarausfall verspüren, etwas dagegen tuen besteht Aussicht, weiteren Ausfall zu verbindern. Und nicht die Haarkünstler können raten, sondern die Aerzte, die dazu nicht den Haarboden oder das Haar untersuchen werden, sondern bei der Frau nach anderen Krankheiten zu sorschen haben, die sie zu beheben versuchen. Inzwischen aber wird eine elektrische Kopfmassage, die das Blut in Wallung bringt, die Nerven beruhigt und für den Augenblick, bis dis eigentliche Ursache beseitigt ist, den Haarboden befruchtet, ###arwurze belebt und das Haur vor weiterem Ausfall — E 2 Beim Einkauf von Gemüse und Hülsenfrüchten ist zu beachten, gute Sorten erhält, die in der Qualität die Quantität Srletzen, Eine unkundige Hausfrau wird immer wieder die BeDas geübig Prat du sie zui ihrem Einlaut schlecht gewählt hat. Frauenauge kennt gutes Gemüse und gute Hülsenrüchte, sofort und wicd sie sich nicht durch sprechgewandte Verkauferin ausschwatzen lassen. Hier soll versucht werden. die Vortei#s der einelgen, Sorten zu. schildern und vor allem die gute col beim Einrauf zu ermöglichen. Gute Kartofseln haben eine Feinz, elstze, Schale, kochen sich meblis und nicht übermäßig lang. doch kund die teinen erkennen, dunkelroten mit rauher Schale i2 Posfänhes Die beste frühe Sorte Wurzeln oder Möhren wurel. Die beste Winierwurzel ist enamnte Lapndie Saalfelder, angenehm von Geschmack, erreicht eine bedeutende Größe, erhält sich an einem guten Bewahrungsort bis zum Mai saftig, und ist der roten die Köpfe die Diche einer Pose. am seinsten, wenn haben. Der Koblrabi mus ein frischeg mittierer Größe erreicht dig weis und gartfleischig se Scf Auseden daben, inwenliche oder slesige. Zum ie dein, Sttecht Rt der belzige, krüpo—.—. Jum frühzeitigen Gebrauch ist der weiße GlasSohtrabt; zar späteren der blaue vorzuzieben. Für den Winter. Gurien um Sosat, Postaeiogene tauslich.— Die beste Qualität dat die Sumtn sowie auch zum Einmachen zeigt sich daran, vas die wurten eine unbefleckte, grüne Schale haben, so frisch und spröde sind, daß sie bei einer leichten Biegung brechen und ein festes, weißes, durchsichtiges Fleisch und keinen bitteren Geschmack haben. Die fleckigen, verkrüppelten und die weichen Gurken, welche dem Druck des Fingers leicht nachgeben, sind schlecht. In der Regel findet man bei den spät gewachsenen einen bitteren Geschmack. Die weißliche Sorte ist sehr dünnschalig und zart. eignet sich daher besonders zum Salat, weniger zum Einmachen. — Bohnen müssen, sowohl zum frischen Gebrauch, wie auch zum Einmachen, frisch gepflückt, tung genug und grün sein. Man sehe besonders bei letzteren auf eine lange, glatte Qualität. Schon welk gewordene, oder dicke und gelbliche taugen zum Einmachen nicht.— Guter Blumenkohl ist feinzweigig, in stark beisammen gewachsenen Büscheln und hat große, festgeschlossene, schneeweiße Blumen.— Der holländische rote Kappus von frischer, blutroter Farbe ist der beste und der wohlschmeckendste der, welcher auf fettem Sandboden wie am Rhein gezogen wurde. Der schwarzrote hat häufig etwas Starkschmeckendes; der blaßrote ist ausgeartet. Der rote Kavpus wird sehr leicht vom Frost berührt. wodurch er inwendig anfault, wenn auch von außen der Kopf noch frisch erscheint. Man erkennt die inwendige Beschaffenheit am Stengel, hat dieser seine weiße Farbe verloren, so kann man Fäulnis rechnen. Vom weißen Kappus sind die mittelgroßen. festgeschlossenen Kövfe mit seinen Rippen, und zwar von einer Sommerpflanzung. besonders gut zum Einmachen und auch zum Frischessen am besten.— Der frühe gelbe Wirsing ist zum frühen Gebrauch, der späte grüne zum Aufbewahren für den Winter am achte beim Einkauf auf feste Küpfe.— Von weißen Rüben gibt es viele Sorten, auch von verschiedener Farbe: meibe zelbe, rote und schwarze. Boden und Kultur bedingen haustsachlich den Geschmack, am meisten werden indessen die von runder Form geschätzt. Eine gute Qualität, wie die Sorte auch beißen möge, ist glatt und feinschalig, saftig, zartfleischig und ohne bitteren Geschmack. Das Versuchen ist hierbei notwendig. „Pücher und Drucsachen, die durch Staub gelitten haben, reidie Sisng desten mit Gummielasticum oder mit Brot. Hand feit nieder. en drücke man sie mit der linken ten Richrung, niemale, dann nur in von derselben abgeichr. vier zerinitt.s din und der, du man sonst leicht das Pavleinen Sreis g er tann. Mit Brot reibe man in entierne mai: die=ziagrümmel aber, die sich dierbei absondern, sich um gn torofältig mit einer Bürste, namentlich, wenn es sich um gevundene Bücher handelt. Die Stimme Amerikas. WTB. London, 24. Okt. Der scheidende amerikanische Botschafter Harvev erklärte gestern auf einem Abschiedsessen, an dem auch der Erste Minister Baldwin teilnahm: Vor einem Jahre war es anscheinend die allgemeine Ansicht in Europa, daß der beste Weg zur Regelung in der Festsetzung des Entschädigungsbetrages bestehe, den Deutschland wirklich zu zahlen imstande sei, daß aber diese Summe wegen der streitenden interessierten Parteien nicht festgesetzt werden könne. Nur eine unparteiische und trotzdem zuständige Instanz könnte zur allgemeinen Befriedigung die Entschädigungen bestimmen. Die Vereinigten Staaten waren uneigennützig, als sie auf alle Ansprüche gegen Deutschland für gemeinsame Rechnung der Verbündeten verzichtet hätten. Sehr widerstrebend bot Staatssekretär Huahes vor elf Monaten an, soweit es der diplomatische Gebrauch gestattete, eine amerikanische schiedsrichterliche Entscheidung zu fällen. Er tat dies öffentlich. Amerika sei an die Tür Eurovas gekommen, und stehe da, diese Tür war verschlossen. Die Notwendigkeit eines finanziellen Planes zur Verhinderung einer wirtschaftlichen Katastrophe in Eurova sei dringend. Dieser Plan sei vollkommen möglich, da die Vorbereitung eines solchen Planes durch die Aufgabe des passiven Widerstandes seitens der deutschen Regierung durchführbar gemacht worden sei. Harvey erklärte: Wenn sich dies so verhält, so ist meine Regierung fragle vollkommen berett, an einer wirtschaftlichen Konferenz teilen ihmen, wenn sie von allen Verbündeten, die in erster Linie an den deutschen Zahlungen interessiert sind, ersucht wird, das heißt in wenigen Worten, daß unser Präsident Coolidge ebenso wie unser Präsident Harding und die Vereinigten Staaten vollkommen bereit sind, in jeder durchführbaren Weise zu helfen, die Erholung und Wiederherstellung der wirtschaftlichen Stetigkeit in der gesamten Welt zu fördern. Wir sind bereit, einzuspringen, wie dies genannt wird, sobald wir darum gebeten werden. MTB. Washington, 26. Okt. In offiziellen Kreisen wird erklärt, daß die Aeußerungen Harveys, auf dem ihm zu Ehren veranstalteten Abschiedsfeste, im Einverständnis mit der amerikanischen Regierung gemacht worden sind. Man hoffe, daß Frankreich jetzt einlenken werde. „„ Amerikanische Anklagen gegen Frankreich. WTB. London, 24. Okt. Einer Reutermeldung aus New York zufolge beschuldigt New Yorker World Frankreich, vorsätzlich die Zerstörung Deutschlands zu betreiben. Sie bezichtigt Poincare der Unaufrichtigkeit, weil er, nachdem er versprach, mit Deutschland zu verhandeln, wenn der passive Widerstand eingestellt werde, seit Wochen Verhandlungen verschoben hat und Zeit zu gewinnen suchte, damit die Separatisten wohl organisiert werden könnten. Frankreich verfolge eine kaltblütige, rücksichtslose und konsequente Politik des Auseinanderreißens Deutschlands. Frankreichs Politik habe niemals etwas mit Reparationen zu tun gehabt, wie viele Amerikaner glaubten. Ihr Ziel sei, die deutsche Kohle und das französische Eisen zu vereinigen, die französische militärische Grenze nach Westfalen auszudehnen und Frankreich zum militärischen und wirtschaftlichen Herrn Europas zu machen. Fußball. Die Punktejagd am Sonntag. Recht lebhafter Betrieb wird am kommenden Sonntag wieder einmal auf unseren Solinger Sportplätzen sein. Eine ganze Reihe von Spielen finden statt. die starkes Interesse beanspruchen. Während die Spiele der Gauliga bereits um 2½ Uhr beginnen, spielen Kreisliga und A=Klasse um 3 Uhr. Auch vormittags findet ein Treffen(BSV. 98— Gräfrath) statt. Wir lassen nachstehend eine Besprechung der Sviele folgen: Bergisch=Märkische Sauliga. Der Solinger Fußballklub 1895 spielt seit längerer Zeit wieder inmal in Solingen und hat Barmen 72 zu Gast. Die Gegner stehen beide in der Mittelgruppe der Tabelle und haben sich in früheren Jahren schon manchen interessanten Kampf geliefert. Barmen 72 gilt als faire und flinke Mannschaft, die gegen die guten Düsseldorfer Vereine mehrere bemerkenswerte Siege errang. Da der Solinger Fußballklub in den bisherigen Gauligaspielen ebenfalls gut abschnitt, ist mit einem schönen Sviel zu rechnen. Der Ausgang ist offen Interessant wird auch das Treffen BfB. Nemscheid— BB. 04 Düsseldorf werden. Die Remscheider haben ihre Form wesentlich verbessert und in den letzten Spielen gute Leistungen gezeigt. Nach seinem Sieg vom Vorsonntag über 99 steht der BV. 04 in Düsseldorf augenblicklich hoch im Kurs. Wenn auch ein Sieg von Düsseldorf wahrscheinlich ist, leicht wird es ihm nicht werden. Das Sviel BC. 05 Düsseldorf— SpC. Cronenberg ist eine offene Sache. Die Cronenberger haben gerade gegen 05 bisher stets gut abgeschnitten. Sie spielen vor dem Tore energischer und schußfreudiger wie der Gegner. Deshalb wird es vielleicht zu einem Siege der Bergischen reichen. „ Solinger Kreisliga. In der Kreisliga gibt es am Sonntag einige interessante Treffen. Schon vormittags spielt der BSV. 98 gegen den Gräfrather BE. Es wird ein flottes Lokaltreffen werden. Beide Gegner haben sich allmählich gefunden. BSV. 98 kann den Spitzenvereinen noch gefährlich werden, Gräfrath scheint nach einigen unglücklichen Svielen wieder auf der Höhe zu sein. Der Sieger ist schwei vorauszusagen. Spielt man nicht unentschieden, wird die glücklichere Mannschaft gewinnen. Borussia Solingen empfängt in Rasensport Ohligs einen starken Gegner. Wenn die Ohligser auch ihre beiden letzten Spiele verloren haben, so wird es doch verfehlt sein, ihr Können zu unterschätzen. Zwar hat die Spielstärke der Rasensportler gegen das Vorjahr etwas nachgelassen. Sie gehören aber immer noch zu den Mannschaften, mit denen man rechnen muß. Ein knapper Sieg von Borussia ist wahrscheinlich. Der Ohligser FC. sollte es fertig bringen, sich gegen den an letzter Stelle stehenden FC. Lennen zwei weitere Punkte zu holen. Solinger A=Klasse. Der Sportverein Solingen empfängt den alten Velberter FE. 02. Die Velberter genießen sportlich einen sehr guten Ruf und sind einer der ältesten bergischen Vereine. Sie haben in den bisher ausgetragenen Kämpfen eine gute Rolle gespielt und werden der guten Mannschaft der Solinger ein ebenbürtiges Sviel liefern.— Der Schlagbaumer BV. hat ebenfalls eine Velberter Mannschaft zu Gast, und zwar ist es Vorussia Velbert, die noch vor wenigen Wochen gegen Sportverein Solingen unentschieden svielte. Schlagbaum hat in dem Spiel etwas größere Siegesaussichten.— Das Treffen SpuSp. Haan— TuSp. Velbert sollten die Besucher zu ihren Gunsten entscheiden. Solinger B=Klasse. FV. Adler— BSV. Ohligs. Am kommenden Sonntag stehen sich obengenannte Mannschaften im Divlomspiele gegenüber. Ohligs gilt als gute B=Mannschaft. Es dürfte daher zu einem recht spannenden Kampf kommen. Das Spiel findet nachmittags 3½ Uhr statt. Vorher ist ein Jugendsviel. Schwimmen. Die Solinger Schülerstaffel. Wie wir bereits vor einiger Zeit mitteilten, wird alljährlich eine Staffel der hiesigen Volksschulen um den vom Solinger Schwimmverein e. V. ausgeschriebenen Wanderpreis ausgeschwommen. Als Teilnehmer sind je eine Staffel der einzelnen Volksschulen, des Gymnasiums und des Lyzeums zugelassen. Die technische Durchführung der Veranstaltung ist vom Solinger Schwimmverein e. V. übernommen worden. An und für sich ist die Angelegenheit eine Sache der Verwaltung bezw. des Schulamtes. Bei dieser Gelegenheit sei auch einmal der opferwilligen Werbearbeit der Solinger Schwimmvereine in der Pflege des Schülerschwimmens gedacht. Mit restloser Hingabe stellen sich die Leitungen der Vereine für die Schüler zur Verfügung und finden für ihre Bestrebungen auch in den Kreisen der Jugendlichen und Eltern volles Verständnis. Nicht so bei den Lehrern der Volksschulen. Im Gegensatz zum Lyzeum und dem Gymnasium, deren Svort= und Turnlehrer die Schwimmvereine tatkräftig unterstützen, zeigen die Turnlehrer der meisten Volksschulen eine Interessenlosigkeit, die zu denken gibt. Zum Teil wird die Beiwohnung am obligatorischen Schwimmunterricht für die Oberstufen der Volksschulen von einer Sondervergütung an die Lehrer abhängig gemacht. Daß unter diesen Umständen die Arbeit der Schwimmvereine erschwert wird, braucht wohl nicht weiter betont zu werden. Zur sportlichen Jugenderziehung auf allen Gebieten gehört ein gewisser Idealismus, auch für den Lehrer. Vielleicht beschäftigt man sich in Kreisen der Jugenderzieher einmal etwas intensiver mit der wichtigen Frage. Noch ein Umstand, der schwer verständlich ist, bedeutet für den SchülerSchwimmsport. der in der Austragung dev Solinger Schülerstaffel eine gewisse Probe auf die Leistungsfähigkeit zu bestehen hat, ein Hindernis. Der Arbeiter=Schwimmverein Solingen, in dessen Reihen eine Anzahl von Schülern sich betätigen, hat für de Schülerstaffel an seine Mitglieder ein Startverbot erlassen. Dieses wird zur Folge haben, daß eine Anzahl von Volksschulen nicht ihr besten Kräfte für die Staffel stellen können und die tatsächliche Leitungsfähigkeit einzelner Schulsysteme auf schwimmsportlichem Gebiet nicht zum Ausdruck kommt. Auf diese Absage hin ist der Solinger Schwimmverein e. V. mit nachstehendem Schreiben nochmals an den Arbeiter=Schwimmverein berangetreien: „An den Arbeiter=Schwimmvereine. V., Solingen. Unsere gemeinsamen langjährigen Bestrebungen, dem Schwimmen in den Schulen Eingang zu verschaffen, blieben bisher ohne nennenswerte Erfolge. Als ein Mittel. die Schüler selbst zu interessieren, stiftete der Solinger Schwimm=Vereine. V. im vergangenen Jahre einen Wanderpreis, der alljährlich ausgetragen werden soll. Daß dieser Weg uns unserem Ziele näher brachte, zeigte der Erfolg bei der vorjährigen ersten Austragung. Der Gedanke des Schulschwimmens wurde lebendig. Wir haben in diesem Jahre nun leider die Wahrnehmung machen müssen, daß Ihr Verein seinen jugendlichen Mitgliedern die Teilnahme untersagt hat. Das dürfte eigentlich nicht sein, denn in Bezug, das Schwimmen in den Schulen einzuführen, verfolgen wir doch ein und dieselben Ziele. Durch Ihre Stellungnahme wird eine volkstümlich gedachte Bestrebung keineswegs behindert, wohl aber nehmen Sie einem Teil jugendlicher Schwimmsportler die Möglichkeit, mit ihren Schulkameraden die Ehre der Schule zu bestreiten. Es wird unseres Erachtens hierdurch nur der Erfolg zu Gunsten einer Schule. an der sich zufälligerweise wei. Ihrer Mitglieder befinden, verschoben. Dieses ist der Grund. der uns veranlaßt. an Sie heranzutreten mit dem Anliegen. Ihre Stellungnahme zu revidieren. Daß die Austragung des Wanderpreises gelegentlich des Jugendschwimmens unseres Vereins geschehen muß, ist dadurch bedingt, daß eine andere Möglichkeit vorderhand nicht gegeben ist.„„ Wir haben den dringendsten Wunsch, daß oas Schwimmen in den Schulen schnellstens soweit gediehen ist, daß wir alljährlich ein von den Schulen selbst veranstalteres Schauschwimmen haben werden. Die Austragung des Wanderpreises würde dann selbstverständlich bei dieser Gelegenheit erfolgen.— Wir erwähnen dies ausdrücklich, weil wir fast annehmen müssen, daß die Austragung auf unserem Jugendschwimmen Ihnen den Anlaß zum Stattverbot gegeben hat“. Soviel uns bekannt ist, läßt im allgemeinen das Verhältnis der Solinger Schwimmvereine unter sich nichts zu wünschen übrig. Sie arbeiten im Interesse der Jugend wenn es notwendig ist, stets Hand in Hand und haben auf diese Weise in wichtigen Fragen schon manches Ziel erreicht, was bei einer Zersplitterung der Kräfte in allgemeinen sportlichen Fragen nicht zu erreichen war. Aus diesem Grunde ist die Stellungnahme des Solinger Arbeiter=Schwimmvereins nicht recht verständlich. Selbst wenn. was wir als Ursache annehmen müssen, die Zentral=Organisation der Arbeiterschwimmer den Anlaß zu dem Startverbot gegeben hat, so halten wir eine Verständigung auf das in sehr sachlichem Tone gehaltene Schreiben des Solinger SchwimmVerein e. V. auch für überzeugungstreue Arbeitersportler für möglich. Warum die Kräfte zersplittern, wenn man gemeinsame Ziele verfolgt und im Interesse einer guten Sache wirkt? Wir hoffen auf eine Verständigung, damit die Schülerstaffel am kommenden Sonntag eine Machtkundgebung für den emvorblühenden und zielbewußt geleiteten Solinger Schwimmsport wird. R. Schaberg. Pferbesport. Rennen in Mülheim=Duisburg am 27. Oktober. Unsere Voraussagen. 1. Rennen: Minnesänger— Waldo. 2. Rennen:(Saxnot)— Wolkenbruch— Magvare. 3. Rennen:(Saxnot)— Rondo— Armin. 4. Rennen: Günstling— Dante. 5. Rennen: Liebhaber— Magyare— Persicus. 6. Rennen: Herrscherin— Prinz Udi. 7. Rennen: Minnesänger— Stall Steinek. Der vierte Mann. Roman von Sven Elvestad. 10).(Nachdruck verboten). Einer dieser Fetzen schien plötzlich sein Interesse zu erregen. Er zeigte ihn Doktor Ovesen. „Es ist eine Rechnung,“ sagte er,„ein Stück von einer ganz gewöhnlichen Wäscherechnung. Sehen Sie nur.“ Doktor Ovesen betrachtete das Stück Papier genau. „Ja, es ist ein Stück von einer Wäscherechnung," bestätigte er. Krag las vor:„Hemden, Kragen, Manschetten, Taschentücher wirklich höchst interessant.“ „Finden Sie?“ fragte Doktor Ovesen ironisch. „Eine ganz gewöhnliche Wäscherechnung,“ wiederholte Krag, und jetzt konnte man seiner Stimme anhören, daß seine Gedanken weit fort waren. Rechtsanwalt Davidsen „Was ist dem in die Krone gefahren?“ „Ja, was ist dem wohl in die Krone gefahren?“ Dieser etwas einförmige Dialog wurde am 3. Dezember abends halb sieben Uhr zwischen zwei Hoteljungen des Hotels Continental gewechselt. Sie waren an der Eingangstür des Hotels postiert und hatten achtzugeben, daß der Schnee nicht hineinsegte, wenn die Tür geöffnet wurde. Sie standen auf ihre Besen gestützt. Draußen raste ein heitiger Schneesturm. Die Gäste wurden mit aller Gewalt gegen die Tür geschleudert und taumelten ins Vestibül, wo die beiden Hoteljungen sich sofort ihrer bemächtigten und den Schnee von ihnen abbürsteten, so daß der enge Raum wie mit Nebel erfüllt war. Der Herr, der zuletzt hereingekommen war, aber hatte die Jungen brutal beiseite geschoben und war die Treppe hinaufgestürmt, von Schnee triefend. Es war Rechtsanwalt Davidsen. Ihm hatte die verwunderte Frage der Knaben gegolten. Während Davidsen durch das Lokal eilte, wurden noch von verschiedenen Seiten ähnliche ragen geäußert; denn sein Benehmen war höchst sonderbar. Als er in die Garderobe des Eßsaales im zweiten Stock kam, trat ihm der galonierte Paulsen, das unübertreffliche Faktoium aller Gäste, mit allen Zeichen des Entsetzens entgegen, weil man ihm unten im Vestibül den Schnee nicht abgebürstet hatte. Aber sogar Paulsen wurde von der gewaltigen behandschuhten und schneenassen Hand des Rechtsanwalts beiseite gefegt. Darauf riß Davidsen mit einem Ruck die Tür zum Eßsaal auf und eilte hinein. Seine Riesengestalt strömte feuchte Kälte aus, er starrte geradeaus, halb geblendet von dem Nebel, der seine goldeingefaßten Brillengläser überzogen hatte. Die Persianermütze erhob sich wie ein schneebedeckter Berggipfel auf seinem Kopfe, der Pelz stand offen und seine flatternden Enden streiften drohend die gedeckten Tische, so daß die Gäste ängstlich nach ihren schwankenden Flaschen griffen. „Zum Donnerwetter, was stellt das vor?“ hörte man Paulsen in der Tür zur Garderobe sagen. „Was ist denn los?“ flüsterte man erschreckt an den Tischen. Rechtsanwalt Davidsen aber schritt unberührt weiter. Es war, als ob der König des Unwetters in eigener Person von draußen hereingekommen sei, weiß von Schnee, während Kälte seinem Pelz entströmte. Die Kellner eilten hinter ihm her. „Hören Sie mal, Sie da, in Ihrem Pelz! So können Sie nicht hereinkommen! Das geht wirklich nicht!" Den ungehobelten Protest der Kellner noch in den Ohren, hatte Rechtsanwalt Davidsen den Eßsaal passiert, riß die Tür zum Korridor auf, wo die Einzelzimmer lagen, und stürzte, ohne anzuklopfen, in Nummer 4 hinein. Kellner die ihm gefolgt waren, machten vor einer drohenden Bewegung seines Riesenarmes halt und zogen sich knurrend in die Dunkelheit des Korridors zurück. Rechtsanwalt Davidsen schlug die Türe so heftig hinter sich zu, daß die Fensterscheiben klirrten. Erst jetzt zog er seinen Pelz aus und ließ ihn in seinem weißen Schaum auf die Erde gleiten. Darauf warf er die Persianermütze auf einen Tisch, wo Kaffeetassen standen. Sank darauf fassungslos in einen Sessel und sagte, indem er seinen Kopf in die Hände barg: „Ich glaube, ich werde verrückt!" Tische saßen Dr. Ovesen und Asbjörn Krag. Der kleine, nervöse Doktor Ovesen hätte nicht erschreckter dreinblicken können, wenn ein Bär ins Zimmer gekommen wäre. Er sah mit Abscheu auf den See, den der schmelzende Schnee des Pelzes auf dem Teppich bildete, und sagte mit einer Stimme, die mit seinen Manschettenknöpfen um die Wette bebte: „Wahrhaftig, du mußt total verrückt sein.“ Krag aber legte seine Hand beruhigend auf die Schulter des nervösen Arztes. „Nur ruhig Blut,“ sagte er.„Rechtsanwalt Davidsen scheint uns eine wichtige Meldung zu bringen. Mischen wir ihm einen chößg. *** Wie unsere Leser bereits gemerkt haben, ist Rechtsanwalt Davidsen eine neue Figur in dieser einfachen Erzählung von rätselhaften Ereignissen, die sich Anfang Dezember in Christiania zutrugen. Zu seiner Charakterisierung braucht kaum mehr gesagt zu werden, als sein explosivartiges Auftreten im Hotel Continental bereits andeutete. Rechtsanwalt Davidsen hatte mehr Erfolg in der Sportswelt als in juristischen Kreisen. Seit seinen Studententagen war er eine leitende Kraft bei sportlichen Unternehmungen der Stadt gewesen und hatte dort mehr Lorbeeren geerntet als ror den Schranken des Gerichts. Wenn er im Gericht plädierte, führte er seine Kraft in die Schranken. Die Fenster klirrten bei der Gewalt seiner Stimme, und der Tisch bog sich unter der Wucht seiner Faust. Bei spitzfindigen, rein juristischen Duellen konnte er sich keine rechte Geltung verschaffen, galt es aber, ein volkstümliches und einfach denkendes Schöffengericht zu überzeugen, dann konnte seine leicht faßliche, robuste Logik oft entscheidend wirken. Was ihm an Eleganz und Scharfsinn fehlte, ersetzte er durch Glaubwürdigkeit und ehrliche Ueberzeugung. Seine kluge und freundliche Denkweise hatte ihm viele Freunde verschafft, und sein ererbtes solides Vermögen hatte ihm Vertrauen und eine einbringende Praxis gebracht. Er war auf du und du mit seinem ganzen Umgebungskreis, sogar mit dem sonst so zurückhaltenden und abgemessenen Doktor Ovesen. Durch einen reinen Zufall war er in die aufsehenerregende Affäre mit den hellblauen Briefen verwickelt worden, und zwar hatte Direktor Reismann endlich ein Lebenszeichen von sich gegeben, und keinem anderen als seinem alten Freund, Rechtsanwalt Davidsen. Es war der 5. Dezember, als Rechtsanwalt Davidsen um halb sieben Uhr auf die soeben geschilderte, aufsehenerregende Weise im Hotel Continental erschien. Seit Direktor Reismanns Verschwinden war eine ganze Woche vergangen, und anderthalb Tage, seit Asbjörn Krag in von Brakels Zimmer im Hotel Savoy den beiden Freunden, Doktor Ovesen und Kapitän Färden, die sensationelle Mitteilung gemacht hatte, daß Oedegaard von demselben Schicksal betroffen worden sei. Weder an jenem Morgen noch später hatte Krag seine Meinung über diese seltsame Affäre geäußert. Er hatte an dem Morgen nur gesagt:„Gehen Sie nach Hause, meine Herren, und schlafen Sie sich aus. Ich bin ausgeruht und kann arbeiten.“ Tags darauf, am 4. Dezember, hatten sie sich, wie verabredet, um zwei Uhr getroffen. Krag sprach hauptsächlich von gleichgültigen Dingen, aus seiner Unterhaltung aber war doch hervorgegangen, daß er sich besonders für von Brakels Wäscherechnung interessierte. Er hatte die Fetzen sorgfältig von dem Fußboden aufgesammelt und zu einem Ganzen zusammengesetzt. Im übrigen standen dieser Tag und er folgende unter dem Zeichen des kolossalen Aufsehens, das die Sache beim Publikum machte. Handelte es sich doch um einige der bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt, und die geheimnisvollen Umstände beim Verschwinden dieser drei Herren setzten die Phantasie der Leute in Bewegung. Die Zeitungen schwelgten in Einzelheiten; um aber die Angehörigen der Verschwundenen nicht unnötig zu beunruhigen, vermieden sie es, Vergleiche mit ähnlichen Fällen im Ausande anzustellen, bei denen friedliche Menschen auf rätselhaft Weise verschwunden waren, und wo die Sache schließlich als unheimliche Tragödie geendet hatte. Heutzutage konnte man ja eider überall in Europa auf das Schlimmste gefaßt sein. Fortsetzung folgt.) S Das Ausland und die deutsche Währungsreforn.* Die neuen Richtpreiss des Stahlbundes. Nan schreibt uns: Dem Leser ausländischer Zeitungen Richtpreiss Oktober an folgende muß es auffallen, daß über den Reformplan der deutschen Werke im betat; für Lieferungen der Währung viel abtällige Kritik laut wird. Soweit eine solche der Werke in 28 2440 Für Lieferungen Kritik fachmännische Grundlage hat, müssen wir sie beherzigen.(150.90), Knüppel 184.7 6%ke 17840 Bekanntlich haben auch viele deutsche Finanz- und Währungs-leisen 2·8.30(190.40), Stabeisen a19 O0(1940G). Speziauisten, uen in der verordnung vom 15. Oktober nieder- 1235.70(205.60), Banc 9r20g.. W Jueu een 809 151-G Piagtngeisen 2.300(238.10), walzdraht 232,10 Grobbleche, ömm und darüber 246.90(215,30). Mittelbleche, 3 bis unter 5mm 275,80(240.80), Feinbleche, 1 bis unter Imm 310,60(270,90). Feinbleche unter Imm 344,80(300,70). Preise eind Werkgrundpreise und verstehen sich für 1000 kg in Thomas- oder Siemens- Martin- Gilte mit den bekannten Frachtgrundlagen. Die Vertreter der eisenerzeugenden Werke sahen von einer Aenderung der Preisrichtbestimmungen aus allgemeinen Gründen zunächt ab, obwohl eine solche an sich durchaus geboten ist, da nach den zurzeit geltenden Bestimmungen die Ausgleichszahlungen zum Vortagskurse der Zahlung gerechnet werden. Der erneut eingetretenen Veränderung der Kohlenpreise wurde, soweit sie für die Preisreglung in Betracht kommt, Rechnung getragen. * Die Reichsindexzitfer vom 22. Oktober. TU. Berlin, 25. Okt. Die Reichsinderziffer für die Lebensich haben auch viele deutsche Finanz- und Währt spezialisten den in der Verordnung vom 15. Oktober niedergelegten Plan nicht gerade ideal gefunden. Immerhin muß zugegeben werden, daß er in den wesentlichsten Punkten als gelungen anzusprechen ist: Er legt das einzige zu Grunde, was uns von Werten geblieben ist: die Sachgüter der Wirtschaft: er trifft Vorkehrungen dagegen, daß die neuen wertbeständigen Rentenmarkscheine gehamstert werden, indem sie jederzeit gegen mindestens gleichwertige und zudem noch verzinsliche Rentenbriefe eingetauscht werden können: schließlich ist auch die Art, wie die Rentenbank aufgebaut sein und arbeiten soll, durchaus einleuchtend. Die angesehene amerikanische Fachzeitung „Journal of Commerce“ überschreibt ihren Artikel vom 5. Oktober, der sich mit den Grundideen des deutschen Währungsplanes beschäftigt, mit den Worten: German„reforms“ are unpromising(Deutsche„Reformen“ sind wenig versprechend) und erläutert dies Urteil durch den Untertitel New gold note despends on confiscation“(„Die neue Goldnote beruht auf Enteignung"). Leider gibt das Blatt keinen Hinweis, welche andere #). Leider gbt das Blatt keinen Hinweis, welche andere p##### Berlin, 25. Okt. Die Reicheindezziffer für die Lebensarr von Deckung für die neue deutsche Währung vorzuziehen#####ngskosten beläuft sich nach den Feststellungen des rewesen wäre.. miusenscrsgt.. für den 22. Oktober auf das 3045Vor einigen Tagen konnte man in Berliner Zeitungen lesen, daß Amerika bereit sei, sich mit einem größeren Darlehen an haltung vorherrschend, doch lagen bei den Banken nach wie vor fast nur Kaufaufträge vor. Devisen und ausländische Banknoten, sowie die Dollarschatzanweisungen und die Goldanleihe werden, beginnend mit Samstag, den 27. Oktober, auch an Samstagen amtlich notiert werden. * Amtliche Devisenkurse. Kölner Börse. Köln, 25. Okt. Eine amtliche Devisennotierung flndet heute nicht statt. Vormittag wurde das englische Pfund mit 450-500, der Dollar mit 104 und der Gulden mit 40 Milliarden Mark geschätzt. Berliner Börse. Alles in Millionen Mark. Für drahtl. Ausz. Holld. B. Dire: Belg. Norz Dänemn Schwe Eneld. R. Vorie 24. Oktober Geld Mük 2453 8/5 19950 B132. 15 9675.75 199725 16558, 5 284287 64875 Briel Mk 246315 20050* B147/5 Veen 11027,5 16641,5 285712.5 65162/5 28 Okt Geld Mk. 2455 35 1355 B2 9675.75 10872.75 16558/5 2842785 62862 5 Für draht Auzz. Finni. Ital Paris 2ür. Span Wien Prag Ung. 24. Oktoder Geld MAie 1675,8 2793 7 11270.75 8573 0887 1875.8 3.491 Brief 1 Mük. 10442 2907 3689 2 11328.25 8421 5/893 1884/7 23. Okt. Geld Aük. 1235,75 2795 3650/85 11271.75 870 01837 5 3.508 5/491 der deutschen Währungsreform zu beteiligen. Bald darauf erfuhr man jedoch, daß die Morgan-Bank einen großen Betrag zur Einführung einet wertbeständigen polnischen Guldenwährung hergeben werde, und daß die deutschen Pläne vorerst vertagt seien. Optimisten glaubten bei uns, daß die amerikanische Valuta-Anlethe kommen werde, sobald wir den Schritt von der Rentenmark-Währung zur Goldmark-Währung zu tun bereit sein werden. Wenn eine Zeitung von der Bedeutung des„Journal of Commerce“, es für richtig hält, der deutschen Währungsreform aus einem leider unvermeidbaren Notbehelf einen Vorwurf zu machen, so tun wir gut, nicht mit einer amerikanischen Valutaanleihe zu rechnen. Wir haben nämlich nach dem Rückgang der Devisenbestände beim Reich und bei der Wirtschaft und nach dem beängstigenden Einschrumpfen des Goldbestandes der Reichsbank in der Tat keine andere Sicherheit für die neuen Geldscheine als eine tellweise Verpfändung unserer Sachwerte. Elne andere New Vorker Zeitung, gleichfalls vom 5. Oktober, schreibt unter dem Titel„Waiting for Germany“(Warten auf Deutschland) einen Satz, der unseren Amerika-Enthusiasten eine Lehre sein möge. Dieser Satz lautet:„Es ist heute ebenso wahr. wie es jederzeit seit dem letzten Januar wahr gewesen ist, daß das Schicksal Deutschlands in seinen eigenen Händen liegt.“ Dieses Urteil wird im Zusammenhang mit einer lobenden Betrachtung über die Politik Poincares gefällt. Dieser selbe Polncare hat kürzlich erklärt, er erwarte mit Spannung das Ergebnis des deutschen Währungsreform-Versuches. Er„erwartet“ aber nicht nur dies Ergebnis, er„wartet“ auch darauf, d. h., er erweist uns in der Wiederinbetriebnahme der Ruhrwirtschaft vorläufig keinerlei Unterstützung. Und dabei muß er wissen, daß die deutsche Wirtschaft nicht gedeihen kann, solange die Arbeit in den Ruhrkohlengruben ruht und die Wirtschaft im unbesetzten Deutschland die Zufuhr aus dem Westen entbehren muß. Dadurch, daß Polncare die Wiederaufnahme des normalen Betriebes im Ruhrgebiet sabotiert, sabotiert er auch die deutsche Währungsreform. Wenn wir ehrlich gegen uns selbst sind, dürfen wir uns nicht verhehlen, daß wir bei der Reform unserer Währung nicht auf fremde Unterstützung rechnen dürten. W. W. tatistischen keicnsamtes für den 22. Oktober auf das millionenfache der Vorkriegszeit. Die Steigerung gegenüber der Vorwoche beträgt demnach 340 Prozent. Industrie und Handel. * Das Goldzollaufgeld wird nicht mehr eigens bekanntgegeben, sondern errechnet sich nach dem täglich durch das Wolffsche Telegraphenbureau herausgegebenen Umrechnungsgesetz für wertbeständige Steuern. * Zum Abbau der Aussenhandeisstellen. Zur Wahrung des Geschäftsgeheimnisses in den Akten der Aussenhandelstellen hat der Reichskommissar für Ein- und Ausfuhrbewilligung die dokumentarischen Nachweise und Unterlagen, dis, sich bei den in der Auflösung begriffenen Aussenhandelssteilen berinden, für Staatseigentum erklärt. Gleichzeitig ist Anordnung ergangen dass die vorhandenen Kartotheken, Verzeichnisse usw. von den Angestellten der Aussenhandeisstellen nicht zur Anfertigung von Listen der Ausfuhrinteressenten werden dürfen. Verstösse dagegen würden strafverfolgt werden, da die Angestellten und Boten sämtlicher Aussenhandelsstellen, auf die die Bekanntmachung über oder in kriegswirtschaftlichen Organisationen beschäftigten Personen vom 3. Mai 1917 und die darin enthaltenen strengen Vorschriften, deren Verletzung schärfste Bestrafung nach sich zieht, besonders verpflichtet worden sind. „„„Elberfelder Privatbank Aktlengesellschaft. Durch Verlugung des Handelsministers ist die Elberfelder Privatbank auch eine Filiale in Solingen hat, im Einvernehmen mit dem Kommissar für Devisen- Erfassung als Devisenbank zugelassen worden. * Berliner Wertpapierbörse: WIB. Berlin, 25. Okt. Am Devisenmarkte zeigte sich heute etwas größerer Begehr, sodaß, obwohl die Notierungen zumeist auf der gestrigen Grundlage und für New Vork etwas höher erfolgten zum Teil wieder Zuteilungen erfolgen mußten. Biese beschränkten sich aber in der Hauptsache auf die schweren London, New Vork und Amsterdam. In Goldanleihe fanden verstärkte Umsätze bei Schwankungen von 62 bis 69 Milliarden statt. Für Effekten war ziemliche ZurückVem-Tork. 94 Ott Kar. 4. gr..n 1 Se91. tew-York, 25. Okt. Kursder Mark um 9.30 Uhr(1 Milliarde Wark— a. Pellsrh 0sG O0 t0ß 107526000000 10000 909090000p0 Mik- Fur 1 Poslar)0 0011k 100000ccocc gn.#rh all. Für 0000G O010ß a 10758S000000 10000 Schlusskurs: 0.011G 0,0126= 100 000 000: 90 909 000. Nachbörslicher Kurs: 0.011G O. 012B=9090900083333300. * Devisennotierung am Samstag. Nach einer Bekanntmachung des Börsenvorstandes werden ab kommenden Samstag auch Samstags in der Zeit von 11 bis 12 Uhr ausländische Zahlungsmittel(Devisen und Noten) sowie um 11½ Uhr Goldanleihe und Dollarschatzanweisungen amtlich notiert. * Berliner Metallpreise. Die Preise verstehen sich für je 1 kg. in Millionen Mark. Kardr au.„! 28 10 Kupter 3% raft.[20000-22000 Hüttenweichblei 9500-10 000 Hütt.-Rohz. tr. V. 11 1500-12500 do. Verbandspr.— Plattenzinn vem. 8500-9900 Liuminium beosen 49200 24. 10 12000-12500 5400-5600 6700-6900 vuon unns 23500-23900 AI. I. Walz-e. Dr. Zinn, Bka. Austr. Hüttenzinn 99% R.-Niek., 98/99% Antimon-Regul. Silber in Barren 25. 10. 24. 20. 72000.74000 41500-42900 68000 70000 40000 40590 40000-42000 23500 29000 1250=9750 5400-5600 uun-uscendt een Shhen Wirtschafts- und Schlüsselzahlen. Berliner Dollarkurs(25. 10.)(Brisf) Kölner Dollarkurs(24. 10.)(Brief) Reichsbankdiskont. Goldzollaufgeld Goldumrechnungssatz für Reichssteuern 1 Silbermark Gegenwert des Postfranken(25.10. bisaufweit.) Grosshandelsindex(23. 10.) Reichs-Lebenshaltungskosteninder(22. 10.) Kölner Lebenshaltungskostenindex(23. 10.) Schlüsselzahl des Buchhändler-Börsenvereins Ortsbrief Fernbrief Ortspostkarte Fernpostkarte Schlüsselzahl für den Personenverkehr ab 24. 10. Schlüsselzahl für den Güterverkehr ab 24. 10. 1 Zentner Braunkohlenbriketts Multiplikator des Lebensmittelhandels Notenumlauf(29. 9.) Peter Holtz Ady Holtz geb. Schwarz Vermählte. Düsseldorf Remscheid, Samstag, den 27. Okt. 1923. Hôtel Weinberg Hutliche Bbristentlichmern. Stadtverwaltung Solingen. " Bekanntmachung. Unter Berücksichtigung der eingetretenen Lohnerhöhungen und Materialsteigerungen werden auf Grund der Bestimmungen in den einzelnen Ortsstatuten die Gebührensätze für die Kanalisation, Müllabfuhr und Straßenreinigung für den Monat Oktober ds. Is. wie folgt festgesetzt: 1) Kanalbenutzungsgebühren auf 68000000% ## vom Nutzungswert, 2) Müllabfuhrgebühren auf 85 000000% vom Nutzungswert. 3) Straßenreinigungsgebühren:.. a) bei bebauten Grundstücken auf 51 000000% vom Nutzungswert, b) bei unbebauten„ auf 44000000 4 für jedes Meter Straßenfront. Die zu zahlenden Beträge werden in den nächsten Tagen durch Boten eingezogen und sind bei Vorzeigen der Rechnung fällig Zahlungen, die nach dem Fälligkeitstermine erfolgen, werden mit den gesetzlichen Zuschlägen belastet. Solingen, den 24. Oktober 1923. Der Aberbürnermester. J. v.: Der Beig, Schmidhäußler. Am Sonntag. den 21. ist nach der VariétéVorstellung ein HerrenPaletot gefunden worden. Verlierer kanndenselb. d. Heinr. Collard, Kölnerstraße 134 in Empfang nehmen. Verloren eine biaue Beuteltasche mit Inhalt. Der Finder wird gebeten, dieselbe gegen gute Belohnung abzugeben, da wertvolles Muster darin. Hochstraße 38. gebe 1 Mantelofen, 1 Phonogr. m. 29 Platten und 1 PhotoApparat geg.Damenrad od. Schuhw. in Tausch. Evtl. auch Verkauf. Schützenstr. 44 I. Zu sprechen nur heute. tagstatt das 6000 foche) des Betrages für das oder das 6000 fache(anstatt das 36000 fache) des Jahresbetrages für 1922, wie er sich aus dem Hebezettel für 1923 ergibt, „. Für die Grundsteuer der landwirtschaftlichen Grundstucke und die Gewerbesteuer bleibt das Vielfache nach der Bekanntmachung vom 20. ds. Mrs. bestehen. Höhscheid, den 26. Oktober 1923. Der Bürgermeister: Poblig. 65 162 500000 nicht notiert 90% 15 000000 000 15000 000 000 1000 000 000 14 000 000000 14600000 000 3 045 900 000 3 873000 000 16000000 000 4.000000 „ 10000 000 2.000 000 4.000 000 1 500 000 000 3000 000 000 21 900 000 000 15000 000000 . 46 933,8 Bill. K Solingen BnaFche Am 29. Oktober verlegen wir unsere Geschäftsstelle von Bücherstube E. Dickmann, Düsseldorferstraße 25, nach "„" Nane-Touber Tel. 289 Düsseldorferstrasse 30 Tel. 283 „Solinger Tageblatt“. Habe groß. Schwein, tausche geg. Kartoffel. Haus Waldfrieden (Kirschdaumskotten). Stadtgemeinde Gräfrath. Bekanntmachung. #. Anf„Anordnung des Herrn RegierungsPrasidenten werden die Brotvreise ab Samstag, den 27. ds. Mts., wie folgt festgesetzt: 3½ Pfd. Schwarzbrot.. 9300000000 3½„ Fein= oder Mangbrot 9600000000 3½„ Graubrot.. 10300000000 1.. geschn. Schwarzbrot. 3000000000 350 Gr. Weizenmehl... 1 500000000 350" Roggenmehl... 1 400000000 Gräfrath, den 25. Oktober 1923. Der Bürgermeister. Stadtgemeinde Höhscheid. Die Stadtverordneten=Versammlung hat gestern. abweichend von der Bekanntmachung vom 20. ds. Mts., für den Monat Oktober die Verhältniszahl für die Forterhebung der Grundsteuer für Hausgrundstücke auf das 1000 fache Henriette=Amalienstift, Schrodtbergerst. Sonntag, den 28. Oktober, punkt 4½ Uhr: Erntedankseier. Ansprachen:: Musik:: Gesang:: Reigen Aufführungen. Für uns bestimmte Dankgaben bitten wir spätestens bis Sonntagmorgen im Festlokal Eintritt. frei. abzugeben. Kein Kafsee. Jedermann herzlich eingeladen. für dauernd oder zur Aushilfe f. Bie amerik. Buchführung gesucht. Die Rotgemeinschäft f. d. Sterbesal Solingen gewährt vom 1. November 1923 ab ein Sterbegeld von 200 Milliarden unter der Bedingung, daß ein Beitrag für November in Höhe von 1 Milliarde gezahlt ist. Die Zahlung muß bis spätestens 10. November erfolgt sein. Die Zahlstellen sind jeden Samstag von 2—5 Uhr geöffnet. Der Verwaltungsrat. sofort ab Lager abzugeben. Laisiepen& Reidt, Solingen, Kreuzwegerstraße 20. Kasernenstraße 40. Suche zum 1. Nov. zuverlässiges, erfahren. Lebensstellung. Stahlwarensabrik=Exportsirma sucht für Januar einen tüchtigen nicht unter 30 Jahren. Derselbe muß mit allen vorkommenden Arbeiten vertraut sein und die englische sowie französische Korrespondenz perfekt erledigen können. 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Daraufhin betrachten wir unser bisheriges Vertragsverhältnis als gelöst. Der in den Verhandlungen der letzten Jahre leider des öfteren zutage getretene scharfe Ton ist erst durch Herrn Dr. Schidlitzky, und zwar gleich vom ersten Tage seines Auftretens an—, hineingebracht worden. Unsere Vertreter haben sehr oft Veranlassung gehabt, gegen das mehr als eigenartige Benehmen dieses Herrn Verwahrung einzulegen. Herr Dr. Schidlitzky hat es fertig gebracht. das bis dahin durchaus gute Verhältnis zwischen Aerzten und Betriebskrankenkassen völlig zu vergiften. Bei ihm mögen die Krankenkassen und die Versicherten sich daher für den jetzigen Zustand bedanken! Auf weitere Erörterungen der Angelegenheit in der Presse werden wir uns nicht einlassen. Solinger Aerzteverein, e. V. Zudleick& Co. Eisen= und Metallgießerei Tel. 1803 Wald-Solingen Tel. 1803 nimmt Aufträge entgegen in la. Alpaka-Bestecken in jeder Ausführung. - G r a u g u ß s c h e r e n# i n r o h u n d f e r t i g. Nen! Nen! 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