Verlag und Schriftleitung: Köln, Stolkgasse 25—31. Die Schalterräume sind durchgehend von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Postscheckkonto: Der Neue Tag, Amt Köln Nr. 590 00. Nr. 88 Die große Kölner morgenzeitung Samstag, den 29. März 1941 Sammelruf: 220301; nach 20 Uhr: Hauptschriftleitung: 220301; Sportschriftleitung: 220302; Schriftleitung: 220303; Anzeigen: 22 03 04: Betrieb: 2203 05 Einzelpreis 10 Pfg. Der japanische Besuch in der Reichshauptstadt Außenminister Matsuoka Gast des Führers Dasjapanische Volk von dem herzlichen Empfang in Berlin tief beeindruckt Berlin, 28. März. Der kaiserlich=japanische Außenminister Yosuke Matsuoka war heute mittag Gast des Führers. An der Mittagstafel nahmen der kaiserlich=japanische Botschafter in Berlin, Generalleutnant Oshima, die Gesandten Matsushima und Sakuma, Ministerialdirektor Sakamoto, Generalleutnant Banzai, Botschaftsrat Kase, Direktor Nakanischi, Abgeordneter Kubei, Legationsrat Kase, Kapitän zur See Yokoi, Oberst Nagai, Fregattenkapitän Fuyii sowie weitere Mitglieder der japanischen Delegation teil. Von deutscher Seite waren erschienen: der Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches, Hermann Göring, der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Raeder, der Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, die Generalfeldmarschälle Keitel, von Rundstedt, von Bock, von Leeb, von Kluge, von Reichenau, Kesselring, Reichsminister Dr. Goebbels, die Reichsleiter Rosenberg, Bouhler, Dietrich und Bormann, die Reichsminister Lammers und Funk, Staatsminister Dr. Meißner, ferner der Staatssekretär des Auswäctigen Amtes, Freiherr von Weizsäcker, die Botschafter Ott und Stahmer, Unterstaatssekretär Woermann, Ministerialdirektor Wiehl, die Gruppenführer Schaub und Bormann, die Gesandten von Rintelen, Howel, Hinrichs, Generalleutnant Bodenschatz und Oberst Schmundt. Matsuoka im Kreise der Presse Berlin, 28. März. Der kaiserlich=japanische Außenminister Matsuoka und der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop empfingen heute nachmittag in Gegenwart des Reichspressechefs Dr. Dietrich Vertreter der deutschen Presse und Korrespondenken der dem Dreimächtepakt angehörenden Staaten mit den in Berlin akkreditierten Presseattachés der verbündeten Mächte. Reichspressechef Dr. Dietrich gab der besonderen Freude der versammelten Presse Ausdruck für die liebenswürdige Bereitwilligkeit, mit der sich Exzellenz Matsuoka auf seiner Europareise ihr zur Verfügung stelle. Der japanische Außenminister seinerseits gab diesen Dank an die Presse zurück, indem er auf den außerordentlich herzlichen Empfang hinwies, der ihm vom deutschen Volke bereitet worden sei. Persönliche Gespräche mit den beiden Außenministern boten den deutschen und ausländischen Pressevertretern Gelegenheit zu Gedankenaustausch und Information. Matsuoka bei Wirtschaftsminister Funk Berlin, 28. März. Der kaiserlich=japanische Außenminister Yosuke Matsuoka stattete heute vormittag dem Reichswirtschaftsminister und Präsidenten der Deutschen Reichsbank, Walter Funk, im Wirtschaftsministerium Unter den Linden einen Besuch ab. Die Aussprache diente einem Gedankenaustausch über die Gestaltung und Vertiefung der deutsch=japanischen Wirtschaftsbeziehungen und über die Grundlage für die Organisation des Handelsund Zahlungsverkehrs zwischen dem europäischen und ost asiatischen Großraume nach der siegreichen Beendigung des Krieges. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop empfing am Freitagvormittag den kaiserlich=japanischen Außenminister Yosuke Matsuoka zu einer weiteren Unterredung. Japanische Stimmen Tokio, 28. März.„Was England und Amerika auch immer gegenüber der Politik und den Aktionen der Dreierpaktstaaten unternehmen und propagieren mögen, Gauleiter Lauterbacher Oberpräsident der Provinz Hannover Berlin, 28. März. Stabschef der SA Lutze hat den Führer gebeten, ihn von seinem Amt als Oberpräsioent der Provinz Hannover zu entbinden, da er von seinen anderen wichtigen Ausgaben voll in Anspruch genommen wird. Der Führer hat dieser Bitte entsprochen und auf Vorschlag des Reichsmarschalls Göring den Gauleiter Lauterbacher zum Oberpräsidenten von Hannover ernannt. Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, wird Gauleiter Lauterbacher in diesen Tagen personlich in sein Amt als Oberpräsident einführen. Verpflichtung der Jugend Armann spricht zur Jugend und Elternschaft Berlin, 28. März. Am 30. März finden in allen Standorten Großdeutschlands Feiern statt zur Ueberweisung der 14jährigen aus Jungvolk bzw. Jungmädelbund en die Hitler=Jugend bzw. Bund deutscher Mädel. Diese Jeiern, die von der Hitler=Jugend mit Unterstützung der Partei durchgeführt werden, stehen unter dem Leitwort„Verpflichtung der Jugend". Sie werden in einem feierlichen Rabmen von den unteren Einheiten selbst durchgeführt. In der Reichshauptstadt wird Reichsjugendführer Armann am Sonntag, dem 30. 3. 41, in einer Veranstaltung zu 1200 Jungen und Mädeln sowie deren Eltern und Verwandten sprechen. Die Rede des Reichsjugendführers wird als Reichssendung— mit Ausnahme des Deutschlanosenders— von 10 bis 10.30 Uhr übertragen. eines ist sicher, nämlich, daß Matsuokas Deutschl ind=Besuch eine weitere erfolgreiche diplomatische Offensive der Achsenmächte darstellt", schreibt Tokio Nitschi Nitschi zu den ersten Besprechungen, die zwischen Matsuoka und dem Führer sowie Ribbentrop stattgefunden haben. Darüber hinaus würden die übereinstimmenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Deutschland durch Matsuokas Berliner Besprechungen nicht nur weitestgehend verstärkt, sondern auch voraussichtlich in baldiger Zukunft durch Ereignisse eindeutig demonstriert werden. Jeder Versuch, die Entwicklung der auf dem Dreierpakt basierenden, weitschauenden Politik zu verhindern, könne nur zu für die Gegenseite folgenschweren Gegenaktionen der Staiten des Dreierpaktes führen. Es sei damit zu rechnen, daß die Frühjahrsoffensive Deutschlands auch die letzten Versuche Englands, seinen Machteinfluß auf dem Balkan zumindest nicht gal., zu verlieren, zunichte machen uerde. Das Blatt stellt dann fest, daß das gesamte sapanische Volk tief beeindruckt sei von der großen Herzlichkeit und Freundschaft, die seit dem Betreten deutschen Bodens Matsuoka in so eindeutiger Weise vom gesamten deutschen Volk und der Regierung gegenüber Japan bekundet worden sei. Besonders bemerkenswert lei der große und spontane Empfang, der Matsuoka in Berlin bereitet wurde. Wenn Matsuoka erklärt habe, daß das japanische Volk in Freud und Leid zu Deutschland halten werde, so habe er damit nur die aufrichtigen Gefühle und Entschlossenheit ausgedrückt, die alle Japeiner beherrschten. Prinzregent Paul ins Ausland geflohen Wüste deutschfeindliche Kundgebungen in Belgrad Belgrad, 28. März. Es verlautet, daß Mitglieder der Regierung Zwetkowitsch verhaftet worden sind. Wie bekannt wird, hat der frühere Prinzregent Paul in der Nacht zum Freitag mit seiner Familie Belgrad verlassen und sich ins Ausland begeben. Die Belgrader Blätter, die diese Nachricht in besonderer Aufmachung veröffentlichen, behaupten, daß die Abreise auf eigenen Wunsch geschehen sei. Schwedischer Gesandter mißhandelt Der schwedische Gesandte in Belgrad, Malmar, wurde, als er sich in seinem Diplomatenwagen durch die Stadt begeben wollte, von einem Demonstrohonszug. ges, stoppt. Bei dem Versuch, sich mit den Demonstranten schließlich in deutscher Sprache zu verständigen, wurde der Sechzigjährige aus dem Wagen gezerrt, zu Boden geworfen und dabei verletzt. Am Donnerstagabend fand in Belgrad ein Umzue der Sokols statt, die um 16 Uhr in ihrem Heim einen Fesiakt abgehalten hatten. Anschließend fand ein Manifestationsmarsch durch die Straßen Belgrads statt. In den Straßen Belgrads fanden am Donnerstag deutschfeindliche Demonstrationen statt, an denen sich vor allem Mittelschüler, Studenten und andere halbwüchsige Elemente beteiligten. Die Demonstranten trugen neben jugoslawischen auch englische Fahnen mit. Vor der englischen Gesandtschaft, von welcher Flugblätter verteilt wurden, fanden Kundgebungen statt. Die Demonstranten unternahmen Angriffe auf deutsche Personen, zerstörten die Auslogen des deutschen Verkehrsbüros und verwüsteten die Räume des Schwäbisch=Deutschen Kulturbundes. Die wichtigsten Zentren der Stadt wurden von Militär besetzt, die deutsche Gesandtschaft wurde obgeriegelt. In iyr sind die deutschen Frauen und Kinder in Sicherheit gebracht worden. Für Donnerstagabend wurde ein Alkoholverbot erlassen, der Telephonverkehr innerhalb der Stadt Belgrad war viele Stunden unterbrochen; der Straßenverkehr ist noch bis zur Stunde gestört. Aus der Provinz liegen zuverlässige Nachrichten zurzeit noch nicht vor. Von Regierungsseite wird versichert, daß in allen Teilen Jugoslawiens Ruhe und Ordnung herrschen. Mißhandlungen von Volksdeutschen hätten nicht stattgesunden. Die Prüfung dieser Nachrichten ist zurzeit nicht möglich. Veränderungen in der Belgrader Telegrafen=Agentur In der Belgrader amtlichen Telegrafen=Agentur Avala sollen wesentliche personelle Veränderungen vorgenommen worden sein. Die bisherige Leitung sei abgesetzt worden. Kommissarischer Leiter sei jetzt der als englandfreundlich bekannte Direktor der Prawda Stokitsch. Eine Reihe von Redakteuren, die seit einiger Zeit in den Hintergrund getreten waren, sind in wichtige Funktionen eingesetzt worden. Zwischenfälle in Lichtspielhäusern Bei der Vorführung deutscher Filme und vor allem der deutschen Wochenschau kam es in Belgrad und verschiedenen anderen Städten Jugoslawiens zu Zwischenfällen. Jugendliche Demonstranten zerrissen in einigen Lichtspielhäusern die Leinwand und demolierten die Einrichtungen. Die Kroaten und die Belgrader Ereignisse Preßburg, 28. Mäcz. Im Gardista schreibt der Agramer Mitarbeiter des Blattes, das kroatische Volk stünde auch weiterhin treu zur Freundschaft mit Deutschland und zur Verbundenheit mit den Mächten der Neuordnung. Was immer in Belgrad geschehen möge, an dieser Haltung Kroatiens werde sich nichts ändern. Englisches Aktienpaket in USA abgestoßen Newyork, 28. März. Wie die Newyork Times mitteilt, stießen die Engländer am Donnerstag rund 260000 Aktien der Pennsylvania Eisenbahn Co. im Werte von.2 Millionen Dollar ab. Dies ist der zweitgrößte Aktienblock eines Unternehmens, den die Engländer bisher verkauft haben. Damit sind die englischen Aktienverkäufe zur Dekkung der Kriegskosten in Amerika auf rund 400 Millionen Dollar gestiegen. Außenminister Matsuoka beim Führer. Die Haltung Amerikas Der Eindruck, den die Reise Matsuokas im Ausland hervorruft, wird jetzt durch die Aeußerungen der internationalen Presse deutlich erkennbar, die die Tatsache der Zusammenkunft zwischen dem Vertreter des Tenno und dem Führer überall groß herausstellt. Die Berichte über den glanzvollen Einzug in Berlin und über die Kundgebungen der Berliner Bevölkerung nehmen in der Auslandspresse überall breiten Raum ein. Auch die Botschaft, die Matsucka an das deutsche Volk gerichtet hat, findet im Ausland stärkstes Interesse. Ferner beschäftigt man sich vielfach mit der Frage, wie die enge Zusammenarbeit der zum Dreimächtepakt gehörenden Regierungen sich auf die Haltung Amerikas auswirken wird. Wenn ein ungarisches Blatt sagt, die Europareise Matsuokas sei der Auftakt zu einer weltumspannenden und für die Zukunft der Menschheit hochbedeutsamen Entwicklung, so entspricht diese Auffassung weitgehend den Ansichten, die auch in den Blättern anderer Länder vertreten werden. Die japanische Außenpolitik verfolgt bekanntlich mit großer Aufmerksamkeit die zahlreichen neuen Versuche der USA, sich in die europäischen Angelegenheiten einzumischen, und die Japaner sind entschlossen, amerikanische Uebergriffe in den ostasiatischen Raum entschieden abzuwehren. Wie in Amerika selbst die Möglichkeiten und die Gefahren des jetzigen Kurses der Rooseveltschen Außenpolitik beurteilt werden, geht aus einem Artikel der Saturday Evening Post hervor, in welchem eindeutig festgestellt wird, daß es keine Monroe-Doktrin mehr gebe, sondern daß an ihre Stelle ein amerikanischer Internationalismus getreten sei, von welchem die Amerikaner allerdings noch nicht wüßten, was er bedeute. Das Blatt zählt die vielen Versprechungen Roosevelts auf, nicht in den Krieg zu gehen, bemerkt aber dazu, trotzdem stehe das amerikanische Volk plötzlich einer unbegrenzten Verantwortung für den Ausgang eines Krieges auf drei Kontinenten gegenüber. Die New York Times weist darauf hin, daß Roosevelt bereit sei, den Engländern auch durch die amerikanische Marine Beistand leisten zu lassen, und daß die Einschränkungen des Englandhilfegesetzes alsbald jede Bedeutung verlieren würden. Diese Methode könne man als die Preisgabe der Neutralität auffassen, und London und Washington würden allmählich immer mehr zu einer Einheit zusammengeschlossen werden. Auch diese amerikanischen Stimmen bestätigen, daß die USA den Weg der Neutralität verlassen und damit die Verantwortung für alle etwaigen Folgen tragen müssen. Das Englandhilfegesetz verstößt deutlich Leßen verschiedene Artikel des auch von den USA unterschriebenen Haager Abkommens von 1910(wie z. B. durch die Erlaubnis der Reparatur englischer Kriegsschiffe in amerikanischen Werften), und die Anordnungen Roosevelts haben auch in anderen Punkten mit Neutralität nichts mehr zu tun. In Endland ist man mit dieser amerikanischen Haltung selbstverständlich sehr einverstanden, denn die einzige englische Hoffnung liegt nur noch bei Amerika. Churchill hat gestern in einer Rede vor der Konservativen Partei gesagt, er habe es übernommen, England durch seine düstersten Stunden zu führen. Es ist jetzt gerade ein Jahr her, daß Churchill der Nachfolger Chamberlains als englischer Premierminister ist, und in dieser Zeit ist England in der Tat immer mehr in die Dunkelheit geführt worden. Jetzt hat Churchill, der bekanntlich schon oftmals Anleihen beim nationalsozialistischen Gedankengut gemacht hat, plötzlich die Hoffnung ausgesprochen, daß es nach dem Kriege auch in England keine Parteien mehr geben möge. Offenbar passen ihm die Parteien nicht mehr in das Programm der Diktatur des britischen Kapitalismus. Sehr merkwürdig berührt es auch, daß Churchill zum Thema der Kriegsziele erklärte, man könne dazu nur ganz allgemeine Auffassungen äußern, denn wenn man sich in Einzelheiten verliere, dann gerate man in einen Meinungsstreit, in den er sich nicht verwickeln wolle. Diese Aeußerung paßt denkbar schlecht zu der großen Rede, die Lord Halifax zwei Tage vorher in Washington über die englischen Kriegsziele gehalten hat, eine Rede, die in der amerikanischen Presse nach allen Richtungen hin auf das gründlichste beleuchtet worden ist. Man wird sich in Amerika sehr wundern, daß Churchill von den englischen Kriegszielen anscheinend nichts weiß, die sein Botschafter in Amerika so ausführlich auseinandergesetzt hat. Zum Schluß hat er dann prophezeit, daß er in einigen Monaten den englischen Sieg in der Schlacht im Atlantik werde mitteilen können. Aber er machte die Engländer auch darauf aufmerksam, daß nicht immer nur Erfolge kommen könnten, sondern daß es auch einmal Rückschläge geben werde. Davon haben sich die Engländer allerdings schon bisher gründlich überzeugen können. Die amerikanische Hilfe wird für die Engländer zunächst mit sieben Milliarden Dollar finanziert, die für den Anfang aufgewendet werden sollen. Man fragt sich in Amerika vergebens, wer diese Summe bezahen wird, die Engländer bestimmt nicht, weder jetzt noch später. Diejenigen, die das Geld einstecken, sind die amerikanischen Rüstungsindustriellen; bezahlt aber wird alles aus den Taschen der amerikanischen Steuerzahler. Gleichzeitig werden aber in Amerika immer wieder Zweifel laut, ob diese Hilfe noch rechtzeitig wirksam werden kann. Ein Blatt in Boston stellt fest, daß die Lage Englands durch die deutsche Blockade schon recht gefährlich geworden sei, und daß sie sehr schlimm werden könne, wenn die jetzige Quote der Versenkungen beibehalten werde. Wie aber wird sich nun die Lage gestalten, wenn diese Versenkungsziffern nicht nur beibehalten, sondern sich noch erheblich steigern werden? Der Führer empfing den japanischen Außenminister Matsuoka: Der Führer im Gespräch, mit seinem Gast. Links Gesandter Dr. Schmidt Photo: Presseilloffmann Wirtschaftsbesprechungen mit Rußland Berlin, 28. März. Am 27. März traf der Erste Stellvertretende Volkskommissar für den Außenhandel der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Krutikow, zu den im deutsch=sowjetischen Wirtschaftsvertrag vorgesehenen vierteljährlichen Wirtschaftsbesprechungen in Berlin ein. Samstag, den 29. März 1941 Nr. E. DER VEUETAG Zwei hervorragende Flieger mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet Berlin, 28. März. Der Führer und Oberste Besehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwasse, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen: Oberleutnant Bob, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, Leutnant Höflinger in einem Kampfgeschwader. Oberleutnant Bob, der sich als hervorragender Jagdflieger und ausgezeichneter Staffelkapitän bewährt hat, schoß bisher 19 Gegner im Luftkampf ab und hat in vielen Angriffsflügen höchste Einsatzbereitschaft und bedeutendes Führungsgeschick bewiesen. Leutnant Höflinger hat aus vielen Feindflügen seine überragende fliegerische Fähigkeit und seine vorbildliche einsatzbereite Haltung auf allen Kriegsschauplätzen bewiesen. Mit unbeirrbarem Willen hat er die ihm gestellten Aufgaben durchgeführt. So griff er ein Motorenwerk in Birmingham bei hundert Meter Wolkenhöhe, Schncetreiben, starker Flakabwehr und rings umherstehender Ballonsperre aus 80 Meter Höhe an. Alle Broßeinsätze auf Coventry, Birmingham, Liverpool, Southampton und London flog er in den Monaten November und Dezember 1940 mit. Im Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 9. 1. 41 wurde Leutnant Höflinger als Kommandant des Flugzeuges rühmend erwähnt, as trotz stärkster Flak= und MG=Abwehr in einem von Sperrkallonen geschützten Motorenwerk in der Nähe von Coventry aus hundert Meter Höhe zwei Volltreffer erzielte. Italienische Verteidigungslinie verkürzt Die Lage in Abessinien] Vor Beginn der Regenzeit Von unserem VII Berichterstatter * R o m, 2 9. M ä r z. N a c h f a s t s i e b e n W o c h e n h e l d e n haften Widerstandes ist, wie der heutige italienische Heeresbericht bekanntgibt, die von der italienischen Besatzung mit außerordentlichen Schwierigkeiten verteidigte Position bei Keren von den englischen Truppen besetzt worden. Außerordentlich heftige Kämpfe haben sich um Keren bis zur letzten Stunde abgespielt. Wochenlang hat diese vorgeschobene italienische Stellung den englischen Vormarsch aufgehalten. Der britische Oberkommandierende der NilArmee mußte den vollen Einsatz aller verfügbaren Kräfte anordnen, um schließlich nach 45 Tagen der Belagerung den italienischen Widerstand brechen zu önnen. Die Verteidigung von Keren ist zweifellos ein Ruhmesblatt in der Geschichte der blutigen und schweren Kämpfe, die sich seit Wochen und Monaten in dem ostKarte: Dehnen-Dienst Kampfgebiet Italienisch Ostafrika afrikanischen Kolonialreich Italiens abspielen. Gleich zu Beginn der abessinischen Offensive richtete sich der Hauptstoß der britischen Armee gegen die italienischen Stellun gen bes Noren—Weit-wichtiger als das Vordrinnen nach dem inneren Abessinien war den Engländern die Freimachung des Weges nach dem Rote Meer=Husen Massaua. Durch den zähen Widerstand der italienischen Garnison von Keren sind die englischen Offensiopläne in Ostafrika empfindlich gestört worden. In spätestens 14 Tagen beginnt in Ostafrika die Regenperiode, die bekanntlich viele Wochen anhält. Während dieser Zeit sind militärische Operationen großen Stils nicht möglich. Das brilische Oberkommando in Kairo hat daher in den letzten Wochen die ganze Wucht der britischen Offensivkräfte in erster Linie an der Kerenfront eingesetzt und selbst die Libyenfort durch Abzug einzelner Verbände abgeschwächt, nur, um noch vor dem Beginn der Regenzeit bis aus Rote Meer vordringen und den Hafen Massaua in Besitz nehmen zu können. Obgleich Keren jetzt in englische Hände geraten ist, gehen die Kämpfe an der Keren=Front weiter. Der itolienische Heeresbericht hebt hervor, daß unmittelbar in der Nähe von Keren der Widerstand der Italiener gegen die angreifenden englischen Truppen fortgesetzt würde. Zwischen Keren und dem Roten Meer ziehen sch entlang der Küste mehrere Gebirgsketten, die bis zu einer Höhe von 2600 Metern anneigen. Asmara. die Hauptstadt von Eritrea und nunmehr nächstes Ziel der britischen Angriffsoffensive, liegt 2300 Meter hoch. In unterrichteten italienischen Kreisen wird heute darauf hingewiesen, daß, so empfindlich der Verlust von Keren auch ist, hierdurch tatsächlich eine Verkürzung der Verteidigungslinie an der Eritrea=Front eingetreten sei und der italienische Widerstand auf der Hochebene in dem Dreieck KerenAsmara=Massaua mit größter Hartnäckigkeit fortgesetzt würde. Die gleichfalls in dem heutigen italienischen Heeresbericht bekanntgegebene Besetzung von Harrar im westlichen Abessinien durch englische Truppen hat sich ohne Kämpfe vollzogen. Das in einer Höhe von 1900 Metern gelegene Harrar war nach Westen und Süden nicht befestigt und schon seit langem von den Italienern als offene Stadt erklärt worden. Der weitere englische Vormarsch richtet sich jetzt auf das an der Eisenbahn Dschibuti— Addis Abeba gelegene Diredaua. Die Kämpfe in Abessinien sind mit den Operationen der letzten Tage in eine neue Phase eingetreten. Die von Norden, Westen und Süden angreifenden englischen Kolonnen geraten mehr in das Zentrum der abessinischen Hochebene, wo sich die hohe schwer überwindbare Gebirgskette für die Verteidigungszwecke besonders eignet. Die weiten Entfernungen und die außerordentlichen Schwierigkeiten der militärischen Operationen im Hochgebirge stellen die angreifenden englischen Kolonnen vor außerordentliche Schwierigkeiten. Das britische Oberkommando in Kairo will nun unter allen Umständen aus politischen wie militär'schen Gründen vor Beginn der Regenperiode in Abessinien vor der eigenen und der amerikanischen Oeffentlichkeit Erfolge aufweisen, die jedoch in keiner Weise den Ausgleich für die schweren Schläge bilden können, die England an der Atlantik-Front, im Mittelmeer und in der letzten Zeit auch an der libyschen Front erlitten hat. Der Vorstoß auf El Agheila in Libyen Wie das Fort von deutschen Truppen genommen wurde on Kriegsberichter Gerd Schulte DRB..., 28. März.(..) Auf der Karte Libyens ist der Name El Agheila in deutlicher Schrift gedruckt; so groß etwa wie bei einer deutschen Karte Göttingen oder Hildesheim. Aber die menschenleere Wette der Wüste verandert die Maßstäbe. El Agheila ist ein kleines Wüstenfort mit ein paar Häusern und einem Notslughafen. Es gibt mehrere solcher Flugplätze an der großen Straße, die den Namen Balbos trägt. Und sie alle zeigen an einem Schild die bedeutsame Ausschrift„Campo di Fortuna". Die vordersten deutschen Linien lagen noch eine gute Anzahl Kilometer vor Agheila. Unsere Panzerspähtruppunternehmungen waren mehrmals nach dem Wüstenfort vorgestoßen und hatten seindliche Sicherungen und Aufklärungskräfte festgestellt. Der Wehrmachtsbericht verzeichnete den Erfolg dieser Unternehmen, bei denen englische Spähwagen vernichtet und Gesangene eingebracht wurden. Es kam der Besehl, im Morgengrauen des 25. März El Agheila zu nehmen. Am Abend vorher setzten, die Kradschützen einer Aufklärungsabteilung sich in Marsch. Ihnen folgten schwere Panzer und leichte Geschütze der Flakartillerie. Der Mond verbarg sich hinter dem Firmament. Der Himmel hatte den glitzernden Schmuck unzahliger Sterne angelegt. Die große Straße führt in geringer Entfernung an der Küste vorbei. Am Kilometerstein 14 vor Agheila machten die Kradschützen Halt, stellten ihre Fahrzeuge ab und marschlerten über die Sanddünen ium Meer. In langer Reihe wurde der Marsch fortgesetzt, immer am Strand entlang. Kein Wort wurde gesprochen, es galt, vorsichtig zu sein. Nichts war zu hören, als das Knirschen des Sandes unter den Füßen und der Laut der Wellen, die mit müdem Schwall an den Strand klatichten und leise glucksend wieder zurückflossen. Meer und Sterne— nichts anderes sehen die Männer, und ihre Gedanken wanderten vorwarts über das Niemandsland hinweg dorthin, wo der Feind seine Vorposten stehen haben mußte. Die Augen quälten sich durch das Dunkel, die Ohren horchten angestrengt. Es war ein gespenstischer, lautloser Marsch, angefüllt von vielfältigen Vorstellungen der kommenden Stunden Einmal kam den Männern etwas entgegen. Menschen, die lautlos und eilig gingen, ausgerichtet wie eine Schützenkette. Die Deutschen verhielten für Augendicke den Schra#l. Araber waren es, die ihren Wohnstätten zuwanderten Vorbei! Weiter ging der Marsch. Das Fort konnte nicht mehr weit sein. Einige Männer wurden zur Straße gesandt, um festzustellen, wie weit man war und ob der Feind zu sehen war. Sie pirschten sich vorsichtig durch die Dünen der Straße zu. Die Zeit bis zu ihrer Rückkehr erschien den Wartenden endlos. Dann kamen sie. Was sie gesehen hatten, war wichtig genug. Auf der Straße hatten sie einen englischen Spähwagen entdeckt. Er lag reglos da und ohne Leben. Die Männer wagten sich näher und steilten fest, daß der Spähwagen zerschossen war. Es war der gleiche, den deutsche Panzerjäger bei dem Vorstoß vor wenigen Tagen vernichtet hatten. Neben dem Panzerspähwagen stand ein Kilometerstein: Agheila ,1 Kilometer. Sie waren aiso dicht vor dem Fort. Und noch eine Entdeckung machten Der Wehrmachtsbericht: Drei Britenfrachter versenkt Ang.iff auf britischen Geleitzug 7 6 feindliche Flugzeuge verloren die Männer. Telephonleitungen waren an der Straße gelegt— die Briten konnten also nicht all zu weit sein. Die Kradschützen marschierten weiter, d. h. sie marschierten nicht, sie schlichen. Immer noch waren sie dicht am Meer. Nun tauchten über den Dünen dunkte Mauern auf, Zinnen und Schießscharten zeichneten sich gegen den Himmel ab: das Fort Die nächsten Minuten waren nichts anderes als lauschen und spähen. Dann schlichen sich die Kradschützen geduckt gegen das Bollwerk vor. Kein Schuß fiel, nichts regte sich. Die Ersten schwangen sich über die Mauer. Was sie sahen, waren ein unbesetzter Beobachtungsturm heit: unzählige Konservenbüchsen zeugten davon, daß hier die Engländer waren. Auch in den umstehenden WohnLäusern waren keine Menschen. Noch vor Morgengrauen wurden diese Beobachtungen nach hinten gemeldet und Panzer und leichte Flatartillerie setzten ihren Marsch fort. Erst als es begann, hell zu werden, und der frühe Morgen grau über der Wüste dämmerte, erwies sich, daß die Engländer sich noch nicht vöilig zurückgezogen hatten. Auf der Straße westlich des Forts wurden zurückgehende Lastkraftwagen beobachtet, und ein Panzerspähwagen und ein Pakgeschütz eröffneten das Feuer auf das Fort. Die Kradschützen brauchten es nicht lange zu erwidern. Deutsche Panzerspähwagen, die sämtliche Zufahrtswege zu Agheila gesperrt hatten, steßen von Süden her vor. In einer mächtigen Sandwolke rückten lie näher; aber sie brauchten nicht mehr einzugreisen, der Enaländer wendete sofort und suchte das Weite. Kurze Zeit darauf aber donnerten schwere deutsche Panzer heran. Leichte Flatartilleriegeschütze übernahmen dee Sicherung, und die ersten Strahlen der Sonne sahen die deutsche Flagge über dem Fort. hanna Reitich erhielt das Eiserne Kreuz Berlin, 28. März. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat am 28. März 1941 der bekannten Fliegerin Flugkapitän Hanna Reitsch das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Hanna Reitsch hat sich unter fortgesetztem Einsatz ihres Lebens besondere Verdienste um die Entwicklung von Luftwassengerät erworben. Bereits am Vortage hat Reichsmarschall Göring Hanna Reitsch durch die Verleihung des Pilotenabzeichens in besonderer Ausführung ausgezeichnet. Kinderreiche Väter zurückgestellt Voz Das Oberkommando der Wehrmacht hat angeordnet, daß Wehrpflichtige, die nach behördlicher Bestätigung Väter von acht und mehr lebenden ehelichen bzw. an Kindesstatt angenommenen Kindern sind und diesen gesetzlichen Unterhalt gewähren, während des Krieges nur auf eigenen Wunsch zum Wehrdienst einzuberufen sind. Anderenfalls sind sie bis auf weiteres zurückzustellen Berlin, 28. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe setzte auch gestern den Kampf gegen die britische Schiffahrt fort. An der Südwestküste von Wales griffen drei Kampfflugzeuge einen stark gesicherten feindlichen Geleitzua an. Sie versenkten drei Frach er mit zusammen 15000 BRT. Vier weitere Schiffe dieses Geleitzuges sowie ein fünftes im glichen Seegebiet angegriffenes Schiff wurden durch Bombentreffer beschädigt. Aufklärungsflugzeuge dekämpften bei Tage Hafeneinrichtungen, Fabrik= und Bahnanlagen in mehreren füdenglischen Städten erfolgreich mit Bomben. Der Feind flog in der Nacht mit schwachen Kräften nach Westdeutschland ein. In einigen Orten entstanden durch Spreng- und Brandbomben Schäden nur an Wohnhäusern. Einige Zivilpersonen wurden getötet und verletzt. Bei den erfolgreichen Angriffen auf den Geleitzug an der Küste von Wales zeichnete sich Hauptmann Müller, der die Einheit als stellvertretender Gruppenkommandeur führte, besonders aus. Im Tiefangriff vernichtete er allein drei Handelsschiffe. Der im Wehrmachtsbericht vom 27. März erwähnte Angriff auf ein Werk der britischen Flugzeugrüstungsindustrie wurde von einem einzelnen kampfflugzeug in kühnem Tiefflug mit stärkster Wirkung durchgeführt. Die Besatzung bestand aus Leutnant vom Felde als Kommandant, Feldwebel Schoemhoff, Feldwebel Jancpa nud Feldwebel Ribic. Der Gegner verlor gestern sechs Flugzeuge, drei davon bei dem Versuch, in der letzten Nacht nach Westdeutschland einzufliegen, durch Nachtjäger und Flakartillerie. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt. Italienischer Wehrmachtsbericht Rom, 28. März. Der italienische Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: An der griechischen Front Artillerietätigkeit. Unsere Luftverbände haben im Sturzflug feindliche Stellungen und Verpflegungslager bombardiert. In der Nacht zum 26. sind Angriffskräfte der italienischen Kriegsmarine in die Sudabucht(Kreta) eingedrungen und haben vor Anker liegende Kriegs- und Transportschiffe angegriffen, wobei dem Feinde schwere Verluste zugefügt wurden. Ein feindliches Kriegsschiff ist gesunken. Englische Flugzeuge haben einige italienische Stützpunkte im Aegäischen Meer bombardiert. Einige Personen wurden verwundet. Nach sechs Wochen ununterbrochener blutiger Kämpfe haben die feindlichen Truppen Keren besetzt. Die Schlacht geht in der unmittelbaren Umgebung weiter. Im Harrar=Gebiet haben unsere Truppen die Stadt Harrar geräumt, um ihre Bombardierung zu vermeiden. Unsere Bomberverbände haben zahlreiche feindliche Kraftwagen im Osten der Stadt mit MG=Feuer und Splitterbomben belegt. Die Judenfrage als Weltproblem Eine Rede Rosenbergs 7 Am ein jüdisches Reservat Budapest, 28. März. Die ungarisch=jugoslawischen Wirtschaftsverhandlungen haben am Donnerstagnachmittag in Belgrad programmäßig begonnen. Berlin, 28. März. Zur Schlußkundgebung anläßlich der Eröffnung des Instituts zur Erforschung der Indenfrage in Frankfurt a. M. sprach Reichsleiter Rosenberg von Berlin aus über den Rundfunk zu dem Thema „Die Judenfrage als Weltproblem". Reichsleiter Rosenberg führte im wesentlichen aus: Der jetzige Krieg ist ein Weltkampf allergrößten Ausmaßes. Von seinem Ergebnis wird für die Jahrhunderte das Schicksal der europäischen, aber weit darüber hinaus auch der außereuropäischen Nationen bestimmt werden. Die Fronten dieses Krieges, die vielleicht manchem am Anfang noch nicht deutlich waren, sind von der Dynamik der Kräfte in diesen anderthalb Jahren eindeutig herausgearbeitet worden. Es sind nahezu die gleichen Fronten wie 1914, nur haben sich einige Partner verlagert und neue Stellungen in diesem Kampfe für eine neue Zukunft, wie sie in ihrem nationalen Interesse liegen, bezogen. Ich möchte zur Kennzeichnung dieser Lage auf foigendes Symbol hinweisen. Auf dem Douaumont, der am heißesten umstrittenen Festung vor Verdun, steht eine riesige zehn Meter hohe und 30 Meter breite Steinwand. Ihre Mitte ist mit jüdischen Buchstaben bemalt und unter diesen steht folgender Spruch:„Die Juden der ganzen Welt den Juden, die im Weltkrieg seitens der Alliierten für ihre Vaterländer geblutet haben". Die Aufschrift dieses Denkmais war ein Zeichen des alljüdischen Triumphes, ein Zeichen dafür aber auch, wie selstsam gerade in Zeiten mancher Siege das Judentum in seiner Geschichte die weltpolnische Lage verkannt hat. Immer, wenn es einmal in der Vergangenheit in einem Volke dazu kam, daß das jüdische Geld nahezu Heer über dieses Volk wurde, sind im Triumphe stets Worte gesprochen worden, welche die ganze, im Grunde dummerhafte jüdische Ueberheblichkeit nach außen kehrten und dadurch allein schon die moralischen und politischen Widerstände gegen diese Umkehrung vom Sinn eines Völkerlebens hervorriefen. Aber das Judentum hatte mit dieser krechen Aufschrift für 1919 sachlich recht, weil tatsächlich schon 1914 der Einkreisungskrieg der jüdisch-britischen Hochfinanz eine lange vorbereitete Tatsache gewesen war und iun nehr mit dem Ziele durchgeführt wurde, auch jene Länder noch unter ihre Diktatur zu führen, die aus Vergangenheit, Blut und Charakter gegen die Form der Geldherrschaft über das Leben instinktiver oder bewußter Abwehr standen. Wir sind heute der Ueberzeugung, daß viele Völker nach und nach einsehen werden, falls sie es nicht schon getan haben, daß der Sieg 1919 durch das Versailter Diltat im Endresultat für sie kein Segen gewesen sei, sondern sie zu einer langsamen Ausblutung führte, und daß schließlich der Versuch der jüdischen und der anderen Hochfinanz, 80 Millionen Deutsche zu verskliven, ein Verbrechen an ganz Europa und seiner alten Geschichte gewesen ist. Der Krieg, der von der deutschen Wehrmacht unter dem Obersten Besehl Adolf Hitlers heute geführt wird, ist deshalb ein Krieg einer ungeheuren Umgestaltung. Er überwindet nicht nur die Gedankenwelt der französischen Revolution, sondern tilgt auch unmittelbar alle jene blutsmäßig verseuchenden Keime, die vom Judentum und seinen Bastarden nunmehr seit über hundert Jahren hemmungslos sich inmitten der europäischen Völker entwickeln konnten. Die Judenfrage, die seit 2000 Jahren den Völkern Enropas gestellt und nicht gelöst wurde, wird munmehr durch die nationalsozialistische Revolution für Deutschland und für ganz Europa ihre Lösung finden! Und wenn man fragt, in welcher Form, dann haben wir dazu folgendes zu sagen: Es ist in diesen Jahrzehnten sehr viel von einem Judenstaat als Lösung gesprochen worden, und der Zionismus erscheint manchen harmlosen Leuten vielleicht auch heute noch als ein ehrlicher Versuch, jüdischerseits etwas zur Lösung der Indenrage beizutragen. In Wirklichkeit hat es nie einen jüdischen Staat gegeben und es wird auch nie einen geben. Im Unterschied zu anderen Völkern des Erdbalis ist das Judentum keine vertikale Gliederung, die alle Berufe umfaßt, sondern stets eine horizontale Schicht innerhalb der verschiedenen Völker gewesen, jene Schicht, in der materieller und geistiger Zwischenhandel getrioben wurde. Zweitens ist der in Aussicht genommene Raum in Palästina in keiner Weise für irgend einen Judenstaat geeignet. Er ist zu klein, um die früher 10 und heute 15 Millionen Juden aufzunehmen, d. h. also unfähig, die Jndenfrage zu lösen. Der Zweck des Zionismus war ja euch gar nicht der, wirklich die Judenfrage im Sinne der Zusammenfassung des ganzen jüdischen Volkes zu lösen, sondern lag auf ganz anderem Gebiet. Man wollte in Palästina ein rein jüdisches Zentrum bilden, einen richtig legitimierten jüdischen Staat, um zunächst auf allen diplomatischen Konferenzen voll berechtigt als Ralionaljude auftreten zu können. Zweitens wollte man aus Palästina ein riesiges wirtschaftliches Aufmarschgebiet gegen den ganzen Nahen Osten machen. Drittens sollte dieser Judenstaat ein Asyl für alle jene jüdischen Abenteurer in der Welt werden, die aus den Staaten, in denen sie wirkten, ausgewiesen worden waren. Und schließlich dachte man überhaupt nicht daran, die sogenannten Staatsbürger rechte der Juden in Deutschland, England, Amerika und auch Frankreich auch nur im gerinasten zu verkürzen. Die Juden hätten nämlich die Rechte der Deutschen, Engländer, Franzosen usw. beibehalten, und der raumiose jüdische Weltstaat wäre seinem Ideal immer näher gekommen, d. h. ein alljüdisches Zentrum ohne jede Beimischung von Nichtjuden und die jüdische Hochfinanz am Staatsruder in allen übrigen Staaten der Welt. Dieser Tranm ist nun ausgeträumt. Jetzt haben wir, umgekehrt, zu überlegen, wo und wie wir die Juden unterzubringen haben. Das kann, wie gesagt, nicht in einem Judenstaat geschehen, sondern nur in einer Form, die ich jüdisches Reservat nennen will. Es ist zu hoffen, daß sich kommende Staatsmänner zusammenfinden, um eine An siedlung der Juden nach und nach einzuleiten, die unter erfahrener Polizeiaussicht numehr jene nützlichen Arbeiten verrichten sollen, die sie bisher von Nichtjuden verrichtet sehen wollten. Ueber die praktische Durchführung und den Ort einer Um= bew. Aussiedlung ist in diesen Jahren naturgemäß viel gesprochen worden. Es ist nicht notwendig, diese Frage jetzt zu behandeln. Ihre Lösung wird einer künftigen Abmachung vorbehalten bleiben. Heute steht die Indenfrage einigermaßen klar vor unseren Augen. Sie ist das Problem einer einfachen nationalen Sauberkeit. Sie bedeutet die Notwendigkeit der Verteidigung arteigener nationaler Ueberlieferung für alle Völker, die noch auf Kultur und Zukunft Wert legen. Sie ist ein Wirtschaftsproblem noch für alle jene, die unter der jüdischen Finanzdiktatur die sozialen Fragen nicht zu lösen vermögen. Sie ist ein politisches Machtproblem, weil sich in vielen Staaten noch kein Wille gefunden hat, diese Finanzdiktatur des Judentums zu brechen. Und sie ist letzten Endes ein historisch=weltanschauliches Problem, aufgegeben den Europäern seit den Tagen, da die ersten Juden in Rom einwanderten. Die Gesamtheit dieser Probleme wird gelöst werden. Wir als Nationalsozialisten aber haben auf alle Fragen hier nur eine eindeutige Antwort zu geben: Für Deutschland ist die Judenfrage erst dann gelöst, wenn der letzte Jude den großdeutschen Raum verlassen hal. Da nunmehr Deutschland mit seinem Blut und seinem Volkstum diese Judendiktatur einmal für immer für Eurova gebrochen und dafür zu sorgen hat, daß Europa als Ganzes wieder frei wird von dem jüdischen Parasitismus, da dürfen wir, glaube ich, auch für alle Europäer sagen: Für Europa ist die Judenfrage erst dann gelöst, wenn der letzte Jude den europäischen Kontinent verlassen hat. Es ist dabei ganz gleich, ob ein solches Programm in fünf, zehn oder 20 Jahren verwirklicht werden kann. Die Verkehrsverhältnisse unserer Zeit sind, wenn sich alle Völker verein'gten, stark genug, um eine solche Umsiedlung in großem Maße einleiten und durchführen zu können. Aber das Problem muß und wird einmal dieser Lösung entaegengeführt werden, die wir vom ersten Tage unseres Kampfes an gesehen haben— damals als Utovisten verschrien— und heute als strenge Realpolitiker aussprechen. Rheinisch-Westfälische Börse Düsseldoff. 28. März. Die Umsätze hielten sich an der Rbeinisch=Westfalischen Börse in üblichem Rahmen. Die Tendenz neme zur Schwäche in Auswirkung von Glattstellungen des Börsenhandels. Auch die Bankenkundschaft neigte zu Abgeben Bsalt.=G. 88, Toblbusch 151, Deutsche Erdöl 167,.G. Forbenindustrie 187½. Felten u. Gutslleaume 190. Hösch=KölnNeuessen 151½, Kalker Brauerei 85½, Klöckner=Werke 159¾, Mannesmann 153 ¼, Rhein. Braunsodle 267½. Rhein. Stahlwerke 177½, Siemens u. Halsle 271 1/8. Stollwerk 155¼, Ver Stahlwerke 144¼. Wesid. Kaufhof 139 ¾, Commerzbank 152, Reichsbank 126 3/8. Allianz 285. Diese Nummer umtaßt 6 Seiten Druck und Verlag: Kölner Verlags-Anstalt und Druckerei...H. Verlagsleiter: Dr. Erich Vaternahm. Hauptschriftleiter: Dr. Hans Koch Stellvertreter des Hauptschriftleiters und verantwortlich für Politik und Wirtschaftsteil Dr August Wegener für Gemeinsepolitik und stadtkolnischen Heimattell: Or Hans Koch. für Umgedungs- und Provinzteil sowie den Bonner Heimattell Paul Saupe; für Kunst und Unterhaltung Werner Hôter für den Sportteil: Theo Kirsenbaum. für das rechtsrheinische Gebler O Lowig: für den Durener Heimattell Huber: Mever lz. Zi Wehrmacht). 1 V Paul Saupe Verantwortlicher Anzeigenleiter Theo Müller. Alle in Köln—. Bezugspreis Monatlich.30 RM Postbezug monatlich.30 RA(einschließlich 25 Pig. Postzeltungsgebühr) zazüglich 42 Pig. Zustellgebühren.— Preisliste Nr. 88 Samstag, den 29. März 1941 DER NEUE TAG 5 5 Roman von Karl Unselt Nachdrucksrecht: Verlag Knorr& Hirth Kommanditgesellschaft. München 42. Fortsetzung Beate nickte zufrieden und freute sich, daß er diese Angelegenheit nicht wieder auf die lange Bank schieben wollte. Sie setzte sich sofort an die Schreibmaschine und spannte einen Bogen ein. Während Horand den Vordruck für die Uebersendung des Rachenabstrichs an das Städtische Untersuchungsamt in Braunschweig ausfüllte, meinte er:„Da fällt mir übrigens ein, daß du die Meldung an den Kreisarzt immer noch nicht geschrieben hast. Ich hatte dich doch vorige Woche schon darum gebeten.“ „Entschuldige“, murmelte Beate.„Ich habe es tatsächlich vergessen.“ Horand warf ihr einen schrägen Blick zu und sagte dann in einem bitteren Tone:„Beate, es hat wirklich keinen Zweck, mit Herrn Riffarth rücksichtsvoll umzugehen.“ Die Glocke der Haustür schlug an. Horand erhob sich und ging hinaus. Beate schrieb.„Herrn Robert Riffarth, Hofbesitzer“ und starrte einen Augenblick auf die Zeile. Ueber dem letzten Brief an Riffarth hatte„Mein lieber Robert!“ gestanden. Das lag weit zurück, und doch war es ihr jetzt, als sei es gestern gewesen. Die Tür öffnete sich. Ihr Bruder trat mit Dr. Eversbach ein. Der Rechtsanwalt war nicht viel älter als Horand. Er hatte ein strenges, auffallend beherrschtes Gesicht. Er grüßte Beate höflich. Selbst die belanglosen Begrüßungsworte klangen abgewogen und vorsichtig. Horand schob ihm einen Stuhl hin, auf dem er sich niederließ. „Tja, Herr Doktor“, begann er, indem er seine Aktentasche öffnete.„Das ist eine unangenehme Sache. Da Sie mich anrufen ließen, nehme ich an, Sie sind bereits im Bilde.“ „Absolut nicht. Ich wollte mit Herrn Riffarth wegen eines seiner Steinhauer sprechen, da verwies er mich an Sie und zwar mit der Bemerkung, daß er reinen Tisch machen wollte. Es ist mir vollkommen unklar, was das bedeuten soll.“ Eversbach hatte eine gelbe Mappe aus seiner Aktentasche genommen, schlug sie auf und räusperte sich.„Sie haben vor einem halben Jahr die Erbschaft Ihres verstorbenen Bruders Hans angetreten.“ „Jawohl.“ „Sie hätten die Erbschaft innerhalb sechs Wochen ausschlagen können. Es wäre für Sie vielleicht besser gewesen, Herr Doktor, Sie hätten es getan.“ „Es wäre bequem, aber unanständig gewesen.“ „Wie Sie meinen“, sagte Eversbach kühl.„Sie haben mit der Erbschaft nicht nur den beweglichen und unbeweglichen Besitz Ihres Bruders übernommen, sondern auch dessen Schulden.“ „Die Schulden waren der Grund, weshalb ich die Erbschaft überhaupt angetreten habe.“ Eversbach streifte Horands hartes Gesicht mit einem erstaunten Blick. Beate wandte sich plötzlich ab und trat ans Fenster. Sie fühlte, wie sich die Luft des Zimmers mit einer gefährlichen Spannung auflud. „Mein Mandant“, fuhr Eversbach, ein wenig unsicher geworden, fort,„Herr Robert Riffarth, hat Ihrem Bruder ein größeres Darlehen zum Aufbau seiner Praxis gegeben. Ein Teil dieses Darlehens ist zurückgezahlt. Ueber die Restsumme hat Ihr Bruder meinem Mandanten einen Schuldschein gegeben. Es handelt sich um Reichsmark fünftausend.“ „O Gott“, entfuhr es Beate vor Schreck. „Wollen Sie sich, bitte, von der Echtheit der Unterschrift Ihres Bruders überzeugen“, sagte Eversbach und hielt Horand die Mappe hin, in der der Schuldschein lag. Dieser warf nur einen kurzen Blick darauf.„Es ist die Unterschrift meines Bruders.“ „Mein Mandant stellt Ihnen nun eine Frist von vierzehn Tagen. Sollten Sie innerhalb dieser Frist die Summe zuzüglich Zinsen nicht gezahlt haben, bin ich beauftragt, auf Zahlung zu klagen.“ Er klaptpe die Mappe zu, steckte sie wieder in die Aktentasche und erhob sich. Horand holte tief Atem. Das war also das Ende. Die Entscheidung war gefallen, darüber brauchte er sich nun nicht mehr den Kopf zu zerbrechen. Eine eisige Ruhe überkam ihn. „Herr Doktor“, sagte er ohne Besinnen,„ich kann die Summe nicht bezahlen.“ „Ich kenne Sie", erwiderte Eversbach mit völlig veränderter Stimme, sie war nun voll menschlicher Anteilnahme,„und ich weiß, mit welchen Schwierigkeiten Sie hier zu kämpfen haben. Glauben Sie mir, es ist mir nicht leicht gefallen, den Auftrag zu übernehmen. Soll ich Herrn Riffarth bitten, die Frist zu verlängern und Ihnen Ratenzahlungen zu bewilligen?" „Nein, das möchte ich unter keinen Umständen. Ich stelle hiermit Herrn Riffarth zur Deckung seiner Forderung die ganze Erbschaft zur Verfügung.“ „Ernst", stieß Beate entsetzt hervor.„Das ist Wahnsinn.“„ „Seien Sie doch vernünftig“, pflichtete ihr Eversbach bei.„Herr Riffarth wird bestimmt mit sich reden lassen. Vielleicht kann ich ihm auch noch einen tragbaren Vergleich vorschlagen.“ Horand schüttelte den Kopf. Um seine Lippen lag ein Zug trotziger Verbissenheit.„Vielen Dank für Ihren guten Willen, Herr Doktor. Ich kann Ihr Angebot leider nicht annehmen.“ „Tun Sie es. Ich rate Ihnen dringend dazu, beschwor ihn der Rechtsanwalt.„Es können jeden Augenblick Umstände eintreten, nach denen Sie bereuen würden, mein Angebot abgelehnt zu haben.“ „Das verstehe ich nicht. Was sollten das für Umstände sein?“ Eversbach hob die Schultern.„Darüber darf ich noch nicht sprechen. Vielleicht habe ich überhaupt schon zuviel gesagt. Aber als Mensch kann ich es nicht verantworten, wenn Sie Ihre Existenz unnötig ruinieren. Ueberlegen Sie es sich noch einmal in Ruhe. Ich werde Ihnen morgen die schriftliche Zahlungsaufforderung zustellen.“ Dann reichte er Horand die Hand, und als er sich von Beate verabschiedete, sagte er:„Reden Sie Ihrem Bruder zu.“ Als er gegangen war, sahen sich die Geschwister lange an. Sie dachten beide an die seltsamen Worte des Rechtsanwaltes und fanden keine Erklärung. Nach einer Weile sagte Beate in einem bittenden Tone:„Laß doch Eversbach einmal versuchen, wenigstens eine Fristverlängerung zu erreichen, damit wir Zeit gewinnen.“ „Nein“, erwiderte Horand entschlossen.„Es kommmt nicht in Frage, daß irgend jemand für mich diesen rachsüchtigen Menschen um Gnade anfleht. So weit kann ich mich nicht erniedrigen. Ich würde einen gnädig gewährten Zeitgewinn noch weniger ertragen als eine höhnische Ablehnung. Nein, Beate, ich will jetzt den reinen Tisch haben, den Riffarth machen will. Soll er meinetwegen auf der ganzen Linie triumphieren. Er wird nicht viel von diesem Triumph haben, denn ich werde dann längst über alle Berge sein. Ich mache einen endgültigen Strich unter Lutterode." Beate nickte und tat so, als stimmte sie ihm zu.„Soll ich dann die beiden Briefe noch schreiben?“ Einen Augenblick überlegte Horand.„Nein, er könnte sie unter diesen Umständen folsch auslegen. Ich werde Kühn bitten, diese Angelegenheit zu erledigen. Er wird ja wahrscheinlich doch meine Praxis übernehmen.“ Er bricht bereits alle Brücken hinter sich ab, es wird Zeit, daß ich handle, dachte Beate und ging, unter dem Vorwand, das Päckchen mit dem Rachenabstrich zur Post bringen zu wollen, hinaus. * Es war mit Riffarth nicht mehr auszuhalten. Noch nie in ihrem Leben hatte Cornelia eine so erschütternde Veränderung eines Menschen erlebt. Sie begann ihr all mählich Grauen und Furcht einzuflößen. Seit jener Fahrt am Morgen nach dem Konzert schien er alle Sicherheit und Ueberlegenheit verloren zu haben und trieb ohne Ziel und Richtung dahin. Alles, was er tat und sprach, war nur von dem blinden Haß gegen Horand und seine Schwester beherrscht. Cornelia hatte ihn in diesen Tagen wenig gesehen, aber immer, wenn sie mit ihm zusammen„Mit Sven Hedin durch Asien“ Wir beginnen morgen mit dem Abdruck eines überaus spannenden Tatsachenberichts, der Abenteuer und Erlebnisse der einzigen weiblichen Begleiterin des großen Forschers erzählt traf, begann er nun auch ihre alte Freundschaft mit diesem Haß zu zersetzen, und sie merkte bereits mit Sorge die ätzende Wirkung. Es war ihr nicht mehr möglich, vernünftig mit ihm zu reden. Jeden Versuch, ihn zu beschwichtigen, lehnte er sofort schroff ab. Heute schien er seine Nerven vollkommen verloren zu. haben. Cornelia war kaum auf dem Hof angekommen, da wurde sie Zeuge einer beschämenden Auseinandersetzung zwischen ihm und Wedekind. Sie hörte Riffarths scharfe Stimme aus einem geöffneten Fenster neben dem Hauseingang. „Nein, geben Sie sich keine Mühe. Suchen Sie sich einen anderen Paten für Ihren Jungen. Sie wenden sich am besten gleich an Ihren Freund Horand, für den Sie ja plötzlich so viel übrig haben.“ „Aber, Herr Riffarth, ich verdanke ihm doch Leben—“ „Alles ganz schön und gut, unterbrach ihn Riffarth in einem ungeduldigen Tone,„ich will aber nicht. Und damit basta.“ „Und Sie selbst?“, versuchte Wedekind mutig aufzubegehren.„Hat Herr Doktor Horand Sie nach dem Unfall—“ „Was fällt Ihnen ein!“ schrie ihn Riffarth plötzlich an.„Sie scheinen zu vergessen, wen Sie vor sich haben Machen Sie, daß Sie rauskommen. Aber schnell, sonst passiert was.“ Wedekind stürzte an Cornelia vorbei, sein Gesicht war von Wut entstellt. Als sie das Zimmer betrat, sah sie Riffarth hin und her rennen. Er schien sie gar nicht zu bemerken. Erst nach einer Weile blickte er auf und blieb vor ihr stehen. Er starrte sie finster an, dann stieß er unbeherrscht hervor:„Jetzt wird reiner Tisch gemacht. Aber gründlich. Wer mit diesem Rattenfänger noch was zu tun hat, soll daußen bleiben. Du gehörst ja auch zu denen.“ „Darf ich mich vielleicht erst mal setzen?“ Er stutzte einen Augenblick und schob ihr dann einen Stuhl hin. „So. Und nun mach, bitte, auch noch das Fenster zu, damit man deine Brüllerei nicht am anderen Ende der Stadt hört.“ „Meine Brüllerei kann jeder hören“, sagte er bissig, aber er schloß trotzdem das Fenster. „Waz ist eigentlich heute mit dir los?“ fragte sie ruhig, obgleich ihr Herz bis zum Halse klopfte, und schlug ein Bein übers andere. (Fortsetzung folgt.) Am 26. März 1941 starb nach schwerer Krankheit unser langjähriger Mitarbeiter, der Vorstcher unserer Kassenabteilung, der Werklubilar Prokurist Alfons Singer Köln-Bickendorf, Weißdornweg 45 27 Jahre lang hat er seine ganze Kraft auf verantwortungsvollem Posten unseren Werken gewidmet. Er war immer einsatzbereit und allen Gefolgschaftsmitgliedern ein Vorbild und guter Kamerad. Wr verlieren m ihm einen unserer Besten und Treuesten. Sein Andenken wird bei uns unvergessen bleiben. Betriebsführung und Gefolgschaft der Mauser.-G. Werk Köln Beerdirune findet statt am Montax. dem 31. März 1941. vorm Codesberg aus. Im Frühjahr besonders wichtig! die inneren Organe, Blut und Säfte reinigen. Verstopfung, über. mäßiges Fett, Hämorrhoiden beseitigen, Schlacken und Giftstoffe entfernen durch gründliche Kur mit Dr. Schieffer's StoffwechsolSalz. Die wohltuende Wirkung überrascht.Glasl. 20, Doppelp. 2RM. in Apotheken und Drogerien: Zwangsverstoigerungen Montag, 31. März 1941. versteigere ich öflentl. meistbletend gegen Barzahlung: um.45 Uhr In Wahn: 1 Küchenschrank. um.45 Uhr In Porz: 1 Nahmaschine. um 11 Uhr In Höhenberg: 1 Sessel. Käufer sammeln sich an der kath. Kirche des betreffenden Ortes. Richardt. Obergerichtsvollzleher in.-Mulheim. Pürketliche Lustellung des Neuen Tax ist selbstverständliche Pflicht unseres Trägerpersonals Indes sind bei den letzigen Zeitverhällnssen Verspätungen nicht immer zu vermelden. 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Mauenheim, Betsaal: 17 Schellenberg. Brück: 17 Müller. Poll. Betsaal: 19. Humboldt-Kolonie. Gust.-Adolf-Haus: 19.30 Wilcke. Höhenberg..-Gerhardt-Haus: 19 Dr. Reindell. Abo bam uan dürck dis Stabtruuud eboten! ETTTEETE AEHETIEEE Verpllegung der Besucher der Kölner Frühjahrsmesse 1901 Es wird darauf hingewiesen, daß diejenigen Gaststätten und Hotels, die aus Anlaß der Messe vorschußweise oder zuschußzweise Lebensmittel zugeteilt erhalten haben, nur an die Besucher der Messe abgeben dürfen Oberbürgermeister, Köln. FamilienAnzeigen werden 2U ermäßigten Preisen berechne!! Der Neue Tag Mehr Mllch, mehr Eler, hochbewertete Kaninchen durch die gewürzte Futterkalkmischung Forcy- Momer —— THEATER KONZERTE VERGNUGEN Bühnen der Hansestadt Köln Heute: Opernhaus(Ruf 2108 21) Der Preischütz 17—20.30 Uhr. Mietr. 6 d Schauspielhaus(Ruf 22 60 f8 Das lebenslängliche Kind 15.15—17.30 Uhr Das lebenslängliche Kind. 18.30—20.45. Mictr. 6 b Sonntag, den 30. 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Spannung. die elle begeistert, die jederllebt INNENAUSBAU durch Ado## Prömper, Sebreinermeister Köln-Lindenthal, Viktor-Schnitzler-Straße 15 Tel. 46260 Mit neuester Wochenschau 0 GLORIA Uebliche Prelse Jugendliche die Hällte Samstag, 29. März 1941 Nr. 88 KOTN am RL: Wir notieren... KSAämRNEIVierMinuten-Verkehr zur Kölner Messe Bedeutsame Tagung in der Universität Gesetzliche und private Krankenversicherung in gemeinsamer Arbeit Das Institut für Versicherungswissenschaft an der Uni versität Köln, das unter der Leitung von Professor Dr. Rohrbeck eine rege und wegweisende Tätigkeit entfaltet, führte am Donnerstag und Freitag Vertreter der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung zu einer gemeinsamen Tagung in der Aula zusammen. Wie sehr der Gedanke einer solchen Zusammenkunft begrüßt wurde, geht daraus hervor, daß aus beiden Versicherungszweigen je rund 500 Zusagen vorlagen. Auch das Arbeitsministerium und zahlreiche Zentralbehörden des Reiches waren beteiligt. Die Vorträge brachten zahlreiche Anregungen und Klarstellungen, die diese Tagung zu einem bedeutsamen Ereianis in der Geschichte der Krankenversicherungen machen. Professor Dr. Rohrbeck eröffnete die Tagung, indem er auf die große wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung hinwies, die die gesetzliche und private Krankenversicherung am Organismus des deutschen Volkes zu erfüllen hätten. Sie verlange ein enges Zusammenawveiten beider Versicherungsträger und eine sorgfältige Sammlung und Sichtung der beiderseitigen Erfahrungen zu Nutzen der Volksgemeinschaft. Die Vortragsreihe begann der bekannte Sozialversicherungswissenschaftler Professor Dr. Lutz RichterLeipzig, der die„Wagnisfragen in der gesetzlichen Krankenversicherung" behandelte. Er zeigte die soziale Krankenversicherung als eine Verwaltungseinrichtung größten Ausmaßes, die weitaus die Mehrzahl aller schaffenden Volksgenossen und damit einen ganz wesentlichen Teil unseres deutschen Volkes überhaupt erfaßt. Dabei wies der Vortragende darauf hin, daß für die Durchführung der Aufgaben, die dieser sozialen Einrichtung gestellt sind, die Methode der Versicherung gewählt ist und daß es notwendig ist, sich ab und zu auf diesen Versicherungscharakter der Einrichtung und auf die daraus fließenden Folgerungen zu besinnen. Eingehend behandelte er die versicherungstechnisch notwendige Beschränkung der Krankenhilfe, die sogenannte Aussteuerung und die neue Stellungnahme des Reichsversicherungsamtes zu diesem Problem. Ferner untersuchte er Möglichkeiten für die versicherungsmäßige Behandlung der Dauerleiden. Schließlich überprüfte der Vortragende unter dem Wagnisgesichtspunkt die von der Krankenversicherung einbezogenen Versicherungsfälle und trat dafür ein, die Wochenhilfsfälle als nicht versicherbare Wagnisse aus der Krankenversicherung auszuscheiden und einer andersartigen Einrichtung zu übergeben. Professor Dr. Coerper=Köln gab: Aerztliche Erfahrungen bei vertrauensärztlicher Tätigkeit und auf den Beobachtungsstationen bekannt. An Hand von Zahlen aus zwölf Jahren legte er die Tätigkeit der zentralen ärztlichen Untersuchungsstelle der Hansestadt Köln und ihrer Beobachtungsstation dar und erläuterte sie, wobei sich die Notwendigkeit solcher Einrichtungen ergibt. Es wurde dann die Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen besprochen, die aus verschiedenen Gründen als vorliegend bezeichnet werden muß. Ferner stellte er die Forderung auf. daß die sogenannte vertrauensärztliche Tätigkeit nicht nur in der Ablehnung oder Beschränkung von Leistungen sich auswirken darf, sondern durch sozialbiologische Diagnostik und Therapie(Sicherung eines Lebensstandords[Einkommen] der Arbeit[Berufs und einer Wohnung) ergänzt werden muß, soll sie dauernd Bestand haben und ich merklich gesundheitlich an den Betreuten und wirtchaftlich auswirken. Krankenkassendirektor Diplom=Kaufmann Maletz besandelte das Thema: Bedeutung und Methodik n der Statistik der reichsgesetzlichen Krankenversicherung. Die Bedeutung der Stastik bei den reichsgesetzlichen Krankenkassen gründet sich uf die Erkenntnis, daß die geistige und körperliche Arheitskraft des Werktätigen das Versicherungsobjekt der seutschen Krankenversicherung ist. Wesen und Ziel ihrer tatistik ist, die Schäden in ihren ursächlichen Zurimmenängen und in ihrem Ausmaß festzustellen, die die Areitskraft als nationales Gut durch Krankheit, Unfill oder od erleidet. Die Statistik in der Krankenversicherung nuß sich nach Auffassung des Vortragenden moderner chnischer Mittel bedienen, die eine schnelle und zuverässige Aufbereitungsarbeit verbürgen. Die manuellen Vorarbeiten sind abzulehnen, nicht nur weil sie unzählige fehlerquellen in sich schließen, sondern auch weil sie in hrer geisttötenden Ar. denkender Menschen unwündig nd. Das Mittel ist im Lochkartenverfahren gegeben, das adurch, daß es nur bei größerem Arbeitsanfall rationell 1, bei der Bildung von statistischen Arbeitsgemeinschafn einen Kostenanfall beansprucht, der unter den Kosten es manuellen Verfahrens liegt. Den ersten Vortragsteil schloß Assessor Dr. Mengelier-Bonn mit einer Darstellung der Zusammenrbeit der gesetzlichen Kranken= und Unallversicherung ab. Nach einer Darstellung der Luxemburgische Gäste betriebsfrauenwalterinnen in der Gauhauptstadt Ks!) Auf einer wirtschaftskundlichen Fahrt durch den au Köln=Aachen besuchten 30 Betriebsfrauenwalterinnen us Luxemburg zwei Kölner Betriebe. um die ir die werktätigen Frauen geschaffenen sozialen Einchtungen kennen zu lernen. Die Gaufrauenabteilung der AF zeigte den Luxemburger Frauen zunächst einen ausesprochenen Männerbetrieb, in dem erst während des rieges Frauen eingesetzt wurden und dann als Gegenitz dazu einen reinen Frauenbetrieb, in dem die zu verchtenden Arbeiten typische Frauenarbeiten sind. In dem stgenannten Betrieb, einem Großbetrieb der Eisenidustrie, zeigten die sozialen Betriebswalterinnen den uremburger Frauen, wie man den Frauen die Arbeit kleichtern kann. Ganz überrascht waren die Frauen von em frischen Leben, das hier herrscht, von der Sauberit und Schönheit der Arbeitsstätte, der Wasch= und arderoberäume und der Behaglichkeit des Gefolgschaftsumes. Sie lernten auch die betriebseigene indertaaesstätte kennen, in der die Kinder der rauen, die hier schaffen, während der Arbeitszeit unterbracht sind. Die enge Verbundenheit zwischen Betriebshrer und Gefolgschaft, und der ausgezeichnete Gemeinhaftsgeist, der in diesem großen Werk herrscht, machte sonderen Eindruck auf die Luxemburger Bestiebsauenwalterinnen. Es folgte dann ein Besuch eines Kleinbetriebes, der in Luxemburgerinnen gute Vergleichsmöglichkeiten mit n verhältnismäßig kleinen Betrieben ihrer Heimat stattete. Sie sahen hier zum ersten Mal eine Werkauengruppe im Betrieb: die Kameradinnen dieser ruppe bereiteten den Gästen einen festlichen Empfang. AF=Gaufrauenwalterin Tohn wies in einer Ansprache die Luremburger Gäste darauf hin, daß alles das, as sie in den Betrieben kennen gelernt hätten, auch im ltreich erst nach langer zäher Arbeit geschaffen werden nute und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch ixemburger Betriebe, in denen Frauen arbeiten, bald n ähnliches Bild zeigen würden. Entwicklung der gesetzlichen Regelung der Rechtsbeziehungen der beiden Versicherungsämter, gab der Vortragende einen Ueberblick der gesetzlichen Leistungen der Krankenund Unfallversicherung in ihrer Wechsedwirkung, um sodann die Mitwirkungs= und Unterstützungspflicht der Krankenkasse gegenüber den Trägern der Unfallversicherung bei der Durchsührung des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens zu erörtern. Am zweiten Vortragstage begann der Leiter der Abteilung Krankenversicherung der Wirtschaftsgruppe Lebensund Krankenversicherung Direktor Schneider(Deutscher Ring=Hamburg) mit einem Vortrag über: Entwicklung, Stand und Aufgabe der privaten Krankenversicherung. Nach einer kurzen Schilderung der Entwicklung der privaten Krankenversicherung, die heute ohne die Wohlfahrtseinrichtungen der Reichspost und Reichsbahn 8½ Millionen Versicherte betreut und ein jährliches Prämienaufkommen von 370 Millionen RM ausweist, legte er die äußeren und inneren Schwierigkeiten dar, die auf dem Weg zur zweitgrößten Versicherungssparte zu überwinden gewesen sind. Ohne die Kritik, die an der privaten Krankenversicherung geübt werde, unerwähnt zu lassen, zeigte Schneider, wie sich die private Krankenversicherung in den Dienst der nationalsozialistischen Gesundheitsfürsorge gestellt und welche Aufgaben sie dabei noch zu erfüllen hat. Er empfahl, von allen Umgestaltungen der privaten Krankenversicherung durch Ausdehnung der gesetzlichen Krankenversicherung solange abzusehen, bis das Gesundheitswerk des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley endgültig gestaltet würde. Die private Krankenversicherung werde auch in diesem Rahmen volkswirtschaftliche Bedeutung behalten. Es sprach sodann Regierungsrat a. D. Direktor Kadatz=Leipzig über„Die Mathematik in der privaten Krankenversicherung". Während die Mathematik der Krankentagegeldversicherung, so führte der Vortragende aus, der ursprünglichen Form der privaten Krankenversicherung verhältnismäßig weitgehend ausgebaut ist, befindet sich die Mathematik der Krankheitskostenversicherung erst im Anfang ihrer Entwicklung. Schwierigkeiten hat vor allem die Herstellung der' statistischen Grundlagen bereitet. Bei der Vielgestaltigkeit der Tarise ist es erst vor kurzem möglich gewesen, einen Weg zu finden, um allgemein gültige Grundlagen zu schaffen, die auch für die verschiedensten Tarife und Gesellschaften Geltung haben. Es beschloß die Tagung der Vortrag von Dr. HeynHamburg über: Die gesetzliche und private Krankenversicherung. Der Vortragende zeigte das Wesensgleiche und Trennende der beiden Arten der deutschen Krankenversicherung und deren starke Wechselwirkung. Beide seien als echte Versicherung zu bezeichnen, wenn auch die Sozialversicherung in einigen Punkten darüber hinausreiche. Um bei der Bevölkerung falsche Vorstellungen, die zu Enttäuschungen führen könnten, zu verhindern, sei es aber nötig, den Unterschied zu beachten, der zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung bestehe. Die private Krankenversicherung ersetze nämlich den durch die Heilbehandlung entstandenen Vermögensschaden, während die gesetzliche Krankenversicherung Naturalleistungen gewähre. Sowohl die gesetzliche als auch die private Krankenversicherung seien auf dem Wurzelboden unseres Volkes gewachsene Einrichtungen, die mit ihren Schutzgemeinschaften— jede in ihrem Bereich— für unser Volk unentbehrlich geworden sind. Daher werde jede Gruppe der Krankenversicherung der andern die erforderliche Achtung bezeigen. So ergebe sich selbsttätig die im Interesse unseres Volkes erforderliche Zusammenarbeit der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Tagung der Kölner Ratsherren Eindrucksvolle Trauerkundgebung für die Fliegeropfer Unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Win kelnkemper hat am Donnerstag eine nichtöffentliche Ratsherrensitzung stattgefunden, die sich zu einer eindrucksvollen Trauerkundgebung für die Opfer der britischen Fliegerangriffe gestaltete. Der Oberbürgermeister eröffnete die Tagung mit einem Hinweis auf die Angriffe britischer Flieger, die die friedliche Bevölkerung Kölns heimgesucht habe. Er betonte, daß er es als seine Ehrenpflicht betrachte, gerade auch vor den Ratsherren als den berufenen Vertretern der Bürgerschaft der Todesopfer zu gedenken. die durch die rechtswidrigen britischen Angriffe zu beklagen seien. Auch diese Toten seien für gestorben und die Hansestadt Köln hohe Verpflichtung, diesen Toten ehrenvolles Gedenken zu sichern. Mit herzlichen Worten gedachte der Oberbürgermeister auch der Bürger, die bei den Angriffen VerletzunVom 30. März bis 1. April werden die Bahnen der Hansestadt Köln mit der Linie 24 zwischen WallrafRichartz=Museum über Dom, Hauptbahnhof zur Messe einen—=Minuten=Verkehr einrichten. Umfangreicher Spirituosendiebstahl Einbrecher drangen in den Abendstunden des 26. März in den Bierkeller einer Wirtschaft auf dem Eigelstein in Köln ein und entwendeten aus einem Spirituosenschrank 30 Fl. Steinhäger, 16 Fl. Steinhauer=Magenbitter, 26 Fl. Janhagel, 7 Fl. Schwarzwälder Kirsch, 14 Fl. Himbeergeist, 30 Fl. Witzheller= und Heinen=Liköre, 2 Fl. Weinbrand, Marke„=Stern“ von Steinacker=Opladen. Wer kann Angaben über die Täter oder über den Verbleib der Spirituosen machen? Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet das 2. Kommissamat der Kriminalpolizeileitstelle Köln, Am Weidenbach 10. Diebesgut aus Gartenlauben Beim 2. Kommissariat der Kriminalpolizeileitstelle Köln, Am Wedienbach 10, Zimmer 47, befinden sich solgende Sachen, die nach den getroffenen Feststellungen aus Einbrüchen in Gartenlauben herrühren: 1 braune Aktentasche(Werkstoff), 1 braune Einkaufstasche(Werkstoff), 1 blaue Handtasche mit auf dem Vorderblatt aufgesteppten roten Streifen, sowie verschiedene buntseidene und Satin=Kleidungsstücke. Die Eigentümer der bezeichneten Sachen werden gebeten, ihre Ansprüche bei der genannten Dienststelle geltend zu machen. Unfallzeugen werden gesucht Am 25. Februar wurde auf dem Hohenzollernring in der Einmündung des Kaiser=Wilhelm=Ringes, ein Lastkraftwagen von einem anderen Lastkraftwagen angefahren. Bei diesem Zusammenstoß löste sich an dem einen Lastkraftwagen das rechte Vorderrad und lief auf den Bürgersteig gegen eine dort gehende Frau. Die Frau stürzte durch den Anprall zur Erde und beschädigte sich dabei ihren Mantel. Die Frau, sowie Zeugen, welche den Unfall beobachtet haben, werden gebeten, ihre Anschrift der Verkehrsunfallbereitschaft im Polizelpräsidium mitzuteilen. Deutschlands Freiheit betrachte es als eine ein dauerndes und gen erlitten haben. Er gab seinen Wünschen für ihre baldige Heilung Ausdruck. Die Ausführungen des Oberbürgermeisters, die von den Ratsherren stehend angehört wurden, klangen aus mit einer Anerkennung für die vorbildliche Haltung der Kölner Bevölkerung bei den Fliegerangriffen. Mit ganz besonderer Genugtuung könne er feststellen, daß die Bevölkerung sich nicht habe entmutigen und nielderdrücken lassen, sondern die heimtückischen Angriffe auf friedliche Wohnviertel sie im Gegenteil nur noch härter und entschlossener gemacht habe. Zum Schluß der Tagung richtete der Oberbürgermeister noch einen dringenden Appell an alle Latsherren, die Verwaltung mit allen Mitteln bei der Fürsorge für die Fliegergeschädigten zu unterstützen, damit die Hilfe der Stadt möglichst schnell, großzügig und umfassend einsetzen könne. ZUR TREICHSSTRASSEN SAMMLUNG AN 29.. 30.MGIRZ Berufsausbildung in der Industrie Tagung der Industrie=Abteilung der Wirtschaftskammer Köln 20 heie Manzen ES SAMMELT Das außerordentliche Interesse, das heute unsere Industrie der Berufsausbildung des gewerblichen Nachwuchses entgegenbringt, war aus dem Besuch der Tagung ersichtlich, zu der die Industrie=Abteilung der Wirtschaftskammer Köln die Betriebsführer und Ausbildungsleiter ihres Bezirks eingeladen hatte. Der Leiter der Industrieabteilung der Wirtschaftskammer Köln, Beneraldirektor Lehmann, entbot den Erschienenen, besonders aber den Gästen der Tagung aller Dienststellen der Partei und Behörden, die zur Führung der Jugend berufen sind, Gruß und Dank für ihr Interesse an den zu behandelnden Fragen. Der Berufsausbildung, so legte er in seiner Eröffnungsansprache dar, sei auch im Kriege ungeminderte Bedeutung zuzumessen, und sie müsse unter allen Umständen ungeschmälert durchgeführt werden. Es müsse nicht nur jeder Rückschlag, sondern sogar jeder Stillstand vermieden werden. Die Sorge um die planmäßige Ausbildung und Fortbildung der Lehrlinge und Anzulernen den gehöre immer zu den Belangen des Betriebsführers selbst, und auch die Uebertragung der Aufgabe an die Ausbildungsleiter entbinde ihn nicht von seiner Verantwortung. Das Schwergewicht aller Berufsausbildung liege im Betriebe; unter diesem Leitgedanken werde die Industrie=Abteilung der Wirtschaftskammer Köln keine Mühe scheuen, den rheinischen Nachwuchs seranzubilden. Im Mittelpunkt der Tagung stand der Vortrag des Leiters des Berufsausbildungsausschusses der Reichswirtschaftskammer, Dr. Frenz, über„Die Berufsausbildung im Betriebe“, ein Referat, das durch die Persönlichkeit des Vortragenden als berufenen Sachkenners und anerkannten Betriebspraktikers, besonderen Inhalt bekam. Unser Mangel an Nachwuchs, so führte Dr. Frenz in seinen Darlegungen unter anderem aus, sei so groß, daß es zu den vordringlichsten Aufgaben des Betriebsführers gehöre, für eine sorgfältige und planmäßige Ausbildung von Lehrlingen zu sorgen. Die Durchführung dieser„Ausbildung sei nicht eine Sache der Mittel, sondern in erster Linie des guten Willens. Es braucht nicht immer nur die groß angelegte Lehrwerkstatt zu sein, sondern auch in kleinen und kleinsten Betrieben sei es möglich, einen guten Nachwuchs heranzubilden. Selbst venn in einem solchen Betriebe nicht immer alle Ausbildungsmöglichkeiten gegeben seien, könne die IndustrieAbteilung der Wirtschaftskammer durch entsprechenden Lehrlingsaustausch vermittelnd helfen. Jeder Betriebssührer müsse natürlich gewissenhaft prüfen, inwieweit sein Betrieb in befohlenen willkürliche ausbildung den, dafür Morgen im Opernhaus:„Orseolo“ von Pizzetti A Ner.12 □ der Lage sei, die Ausbildung im Sinne des Ausbildungsganges zu gewährleisten; eine Auslegung des Begriffs der Facharbeiterkönne unter keinen Umständen gestattet werseien die Ausbildungsrichtlinien anderseits so gehalten, daß sie als Anhalte weiten Spielraum zur Betätigung geben. Die Lehre dürfe weder zu einer Dressur noch zu einer Ausnutzung der Jugendlichen führen. Wesentlich sei die dauernde Beobachtung der Haltung und des Leistungsfortschritts des Lehrlings. Die theoretische Ausbildung sei nicht nur ausschließlich eine Angelegenheit der Berufsschule, deren Lehrpläne heute schon weitgehend der Praxis angepaßt sind, sondern es muß dem Lehrling im Betriebe die Möglichkeit gegeben werden, das Gelernte in der Praxis anwenden zu können. Dadurch werde der Lerneifer außerordentlich gefördert. Die Ausbildungsstätte müsse vor allem auch eine Erziehungsstätte, und die Erziehung müsse einfach und streng sein. Man habe, so führte der Redner aus, keinen Bedarf an Leuten, die nur unter Aussicht und mit Antrieb arbeiten, und die bei jeder Anforderung überlegten, ob ihre kostbare Arbeitskraft nicht allzusehr veansprucht werde. Der Bedarf an gelernten Kräften sinke mit zunehmender Rationalisierung, denn für viele Teilirbeiten könne dann der angelernte Spezialist mit gleichem, oft sogar besserem Erfolg eingesetzt werden. Aber ob gelernter, angelernter oder Hilfsarbeiter, die deutsche Industrie brauche alle drei Gruppen dringend. Das Streben nach der besten, einfachsten und erfolgreichsten Ausbildung sei kein Luxus; es müsse durch die Zusummenarbeit aller zur Führung der Jugend Berufenen verwirklicht werden zum Wohle des Unternehmens, der Wirtschaft und unseres Volkes. In weiteren Ausführungen des Vertreters der Reichsgruppe Industrie und der Geschäftsführung der IndustrieAbteilung wurden die Aufgaben der Organisation der gewerblichen Wirtschaft in der Berufsausbildung behandelt. Besichtigungen einer Schau von Lehrlingsarveiten aus Industriebetrieben des Kölner Wirtschaftskammerbezirks und von industriellen Lehrwerkstätten beschloß die Tagung, die den Teilnehmern fruchtbringende Erkenntnisse und Anregungen vermittelt haben dürfte. Lo. Aus der Oper„Orseolo“ aufführung erlebt, zeigen Pizzetti, die morgen im Kölner Opernhaus ihre deutsche Ersteine Szene. Auf dem Podest: Reinhard Engels, davor im DogenMatthäus=Passion in der Messehalle Im 12. Gürzenich=Konzert der Concert=Gesellschaft gelangt am 10. April(Gründonnerstaa) um 18 Uhr und am 11. April(Karfreitag) um 17 Uhr in der Großen Messehalle unter der Leitung von Generalmusikdirektor Prof. Eugen Papst die Matthäus=Passion von Joh. Seb. Bach zur Aufführung. Es wirken mit: Das Orchester der Hansestadt Köln, Chöre: Großer Chor: Gürzenichchor und Kölner Männer=Gesang Verein. Kleiner Chor: Mitglieder des Gürzenichchors. Knabenchor: Knaben des Domchors.(Leitung Prof. J. Mölders.) Solisten: Martba Schilling(Sopran), Berlin: Kammersängerin Emmi Leisner(Alt), Berlin; Prof. Karl Erb(Tenor, Ravensberg: Kammerfänger Hans Hotter (Baß), Hamburg: Hans Hager(Baß), Stuttgart. Orgel: Prof. Hans Bachem, Köln. Gembalo: Professor Karl Hermann Pillney, Koln. ornat: Wilhelm Witte 1 Photo: Theo Felten Kinovarieté Kristallpalast Die samosen Drei Wilkes erregen am dreifachen Reck mit ihren akrobatisch-turnerischen Künsten berechtigtes Staunen und vielen Beifall. Vor allem gefällt auch der untersetzte Komiter dieser Truppe, dessen kraftvollen Tricks man die Schwie#gkeiten kaum anmerktx.— Eine vielseitige Musikalschau mit Trompeten, Bandoncon, kylophon, Glocken und Spezialinstrumenten serviert der jugendliche Reinhardt. Für die rechte Begleitung sorgt dabei wiederum Karl Tusche an der Kino„-n. Samstag, den 29. März 1941 DFRNEUETAG N. 38 Hauptmarkt reich beschickt Mit Feld- und Gartenerzeugnissen verschiedenster Art Der Kölner Hauptmarkt war mit Feld- und Gartenerzeugnissen verschiedenster Art reich beschickt. Weite Flächen des freien Geländes als auch der Markthalle waren dicht bestellt. Auch die Zahl der Kauflustigen war überaus groß. Vertreter aus den verschiedensten auswartigen Gevieten insbesondere aus dem Industriebezirk kauften reichlich ein; auch der Kölner Einzelhandel hatte großen Bedarf. So zeigte sich auf der ganzen Linie ein flottes Geschäft. Die Umsatze in Weißkohl waren recht erheblich, so daß das durch Sendungen aus Holstein und Holland vergrößerte Angebot fast ganzlich abgesetzt werden konnte. Rotkohl war nicht so reichlich am Markt und bald ausverkauft. Hiesiger Wirsing gehi zu Ende, aber dafür gab es Wirsing aus Italien. Der Winterspnat wird auch knapper und hierfür gab es Ersatz aus dem Ausland. Grünkohl war überreichlich angeboten, war aber nicht mehr begehrt. Italienischer Blumenkohl war allseitig beliebt Hiesiger und holländischer Rosenkohl sowie Schwarzwurzeln wurden gern gekauft. Aus den Mieten gab es reichlich Möhren, Sellerieknollen zu Salatzwecken, Oberkohlrabi, Kacotten, Weiße Rüben, Rote Bete und Steckrüben, die zum Teil nicht verkauft werden konnten. Eine Sendung Kopf= und Endiviensalat aus Italien fand freundliche Aufnahme. Aus den Treibhäusern der Kölner Bucht und des Vorgebirges standen zur Verfügung: die ersten Rübstielchen, Kopfsalat, Salatgurken, Kohlradi, Radieschen, sowie Sauerampfer, Maikräuter, Kerbel, Brunnenkresse, Schnittlauch und Petersilie. Auch aus den Treibhäusern von Wiesmoor in Ostfriesland trafen rund 400 Kisten, hauptsächlich mit Salatgurken, Kohlrabi und Rhabarber gefüllt, ein. Zwiebeln gab es auch aus Ungarn, aber der Bedarf konnte hierin nicht ganz gedeckt werden. In Kartoffeln war kein Mangel. Belgische Schikorree und italienisches Fenchelgemuse wurden viel gekauft; dennoch blieb hierin etwa= Ueberstend Feldsalat war knapp, Kettensalat überreichlich angeboten. Zum Marktschluß trafen noch je ein Bahnwagen Korfsalat und Spinat aus Holland ein. In der Markthalle war das Geschäft sehr belebt. Apfelsinen aus Spanien und Italien waren reichlich angekommen. Wirtschafts= und Tafeläpfel waren knapper. Aus Italien waren auch noch einige Bahnwagen Zitronen angekommen, die flotten Absatz fanden. Es kosteten im Großhandel: Weißkohl—6,4, Rotkohl.5, Wirsing—8, Rosenkohl 28—32, Möhren—7, Speisezwiebeln 8-9. Oberkohlrabi 6 7, Erdkohlradi 4. Feldsalat 25—28, Spinat 16—18, ausländische teurer; Kettensalat 55—60, Schwarzwurzeln 14—18, holländischer 20—24, belaischer Schikorree 30—32, italienisches Fenchelgemüse 18—22, Apfel sinen 26—37 Psg das halbe Kilogramm; Blumenkohl 20 35, Kopfsalat 14, ausländischer teurer, Endivien 12—10, Salatgurken 80—90 Pfg. das Stück; Zitronen 14—15 Mark die Kiste. Der Verkauf von Süßwaren zu Ostern Mit dem Herannahen des Osterfestes hat auch wieder der Verkauf von Süßwaren in besonderen Behältnissen (Osterhasen, Ostereier aus Pappe und anderen Stoffen) und mit sogenannten Aufbindern in den Konditoreien und Süßwarengeschäften begonnen. Es wird von der Preisüberwachungsstelle darauf aufmerksam gemacht, daß der Wert der Süßigkeiten, mit denen diese Behältnisse gefüllt sind, in einem angemessenen Verhältnis zu dem Preis der Behältnisse stehen muß und daß auf Wunsch dem Verbraucher die Süßigkeiten auch lose abgegeben werden müssen. Ein gewisser Vorrat an loser Ware muß daher im Geschäft vorhanden sein. Selbstverständlich fallen oben genannte Artikel unter die Verordnung über die Preisauszeichnung vom 16. November 194. Es empfiehlt sich, die Preise der Behältnisse und Inhalt gesondert auf zuführen. Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung zur Verbilligung des Warenverkehrs vom 29. Oktober 1937 werden unnachsichtlich durch die Preisbehörden bestraft werden. Reichssender Köln im Spiegel Der Rundfunk im Kriege Wie oft sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht, wie leicht vertiert man durch die Unmenge der Einzelsendungen die Wertung der Gesamtleistung des Rundsunks im Kriege. Diese Gesamtleistung ist stärkster Ausdruck des deutschen Kriegs= und Kulturwillens. Seit langem erklang in diesen Tagen wieder das Englandlied, deutsche Militärmusik wurde aus Paris übertragen, PK-Männer berichten aus Afrika, kleine Kostbarkeiten leuchten auf in der fröhlichen Musik vom Rhein, politische Vorträge unterrichten über die großen Zusammenhänge, die Wehrmacht macht mit ihren Einrichtungen, Aufgaben und Leistungen vertraut, klassische Musik betont die Pflicht vor der großen deutschen Vergangenheit. Ungemein reich und farbig ist die Rundfunkarbeit in diesen Tagen, und nur selten überlegt ein Hörer, welche Unmenge von Arbeit drinnen und draußen zu leisten ist, dis die Welle ihm Wort und Ton bringt. Die Engländer schimpfen auf ihren Rundfunk Sie erzählen sich, daß man einen Verbrecher in eine Zelle gebracht habe, damit er ständig englische Sender hote und sich auf diese Ar zu Tode langweile. Paul Eipper versteht wie wenige seine Erfahrungen in prägnanter Kürze und mit unerhorter Spannung vor dem Mitrophon zu schildern. Diesmal sprach er uver seine Photojagd nach dem Biber, jenem scheuen Nachttier, das um 6 Uhr abends erst zu leden beginnt. Paul Eipper trifft ihn mut der Kamera im schönsten Abendgold des sinkenden Tages und filmt ihn. Funf einhald Jahre aber dauerte es. bis er den großen Baumeister beim Fällen einer Birke erwischte. 12 Minuten brauchte der Biber für den Stamm, und der Hörer hat die gleiche Angst wie der Photograph, daß das Filmband vor dem Biber zu Ernde ist. Antje und die Granaten Man traut seinen Ohren nicht: Es erklingt das schone Lied von der Antje und dem Schifferklavier, und der Sprecher erzählt, daß er sich in einer Heeresmunitionsanstalt befinde. Akkordardeit ist verboten. Frauen berichten von seidenen Kartuschbeuteln, die sie mit dem Datum stempeln und mit einer bestimmten Menge Pulver füllen. Sie fuhlen sich wohl in diesen Raumen und rühmen die gute Kameradschaft untereinander. Plotzlich geht ein seltsames Klingen durch den Raum, ein feiner hoher Glockenton. Geschoßhullen werden geprüft. In zwei Jahren wurde eine einzige gefunden, die einen Sprung hat. Sie klingt dumpf und tief. Sie hätte an der Front einen Rohrkrepierer hervorgerufen. Alles in ieser Fabrik ist auf Gewissenhaftigkeit, auf hohem Fingerspitengefuhl und auf großem Verantwortungsbewußtsein aufgebaut. Die Front kann über die Arbeit in der Heimat beruhigt sein. Ritterkreuzträger Hans von Butow sprach am Tage der deutschen Wehrmacht über Torpedo- und Schnelldoote. Wenn auch der Seckrieg ein anderes Gesicht bekommen hat als 1914—18, so wird doch von den Torpedobooten die gleiche Leistung gefordert Sie sicherten Transportzuge, deckten Minenverbände und stehen immer im lebhaften Einsatz. Die Schnelldoote kannten vor dem Krieg nur die Kieler und die Madchen am Rhein, die 1937 von jetzt veren Wadellen B Maresoldaten auf diesen Schifschen haben ihre eigene Sprache. Sie knacken einen Zerstörer und naschen einen Dampfer. Geht der Schuß vordei, so hat der Führer„frischen Aerger“ und ist das Wetter schlecht, so hat man wieder„lausig kalten Kaffee“. 1620 Stunden ununterbrochenen Dienst müssen die Männer an Bord verrichten. Sie setzen oft das Leben ein, um es immer wieder zu gewinnen. Die Verluste sind sehr gereng. Neue Boote und neue Besatzungen treten an, mag Churchill auch noch so uder die„Schnellbootpest“ reden. Im übrigen gab Hans Moser in seinem Reblauslied im Wunschkonzert allen Hörern einen guten Rat, der auch in Westdentschland zu beherzigen ist: Man soll den Wein nicht trinken, sondern beißen! Prost! Dr. Haanen NS.-Reichsbund für Leibesübungen Sonnlag. 30. märz. 15 Uhr. In Merhelm V. I. L.-— Fortuna-Düsseldort oorher Jugendspiel Straßenbahninien: 11. 15. 17 u. Sonderwagen Buchholz ausgeschieden Deutsche Hallentennis-Meisterschaften Schwimmsport Deutschland—Angarn bleibt Höhepunkt In den weiteren Kämpfen der deutschen Hallenteunis-Meisterschaften in Hamburg gelang es dem Berliner Rolf Göpfert. den Kölner Ernst Buchholz in zwei Sätzen glatt zu besiegen. Ehe sich der lange Kölner überhaupt auf den Gegner eingestellt hatte, lag Göpfert weit in Führung. Buchholz brachte keine Linie mehr in sein Spiel und verlor so mit:1,:1. Engelbert Koch besiegte Bruns:4,:3. Göpfert zählt= übrigens als erster Teilnehmer zu den„letzten Vier". Die Titelverteidigerin Ursula Heidtmann hatte gegen Anneliese Gentsch leichtes Spiel, um:0,:2 erfolgreich zu bleiben. Im Männerdoppel wurde ein Spiel vorweggenommen. Beuthner Denker schalteten Bartkowiak Bruns:4,:2 aus. Die„letzten Vier" bereits ermittelt Im Männereinzel der 2. deutschen Kriegsmeisterschaften im Hallentennis in Hamburg konnten am Freitag bereits die„letzten Vier" festgestellt werden. Es sind dies Heinrich Henkel, E. Beuthner, Engelbert Koch und Rolf Göpfert. Bei den Frauen gelangte die vorjährige Jugendmeisterin Lotte Tegimaier durch einen sehr sicher und überzeugend erfochtenen:-,:=Sieg über die Hamburgerin Frau Eberstein bereits in die Schlußrunde. Henkel hatte es gegen Bartkowiak nicht leicht, und er siegte nur unter Aufbietung aller Kräfte 6·3,:7. Dabei hatte Bartkowiak im zweiten Satz dreimul Satzball! Beuthner gewann gegen Eppler auch erst nach hartem Kampf:6,:4,:2, während Koch den Kölner Gulcz :4,:5 ausschaltete. * Als Austragungsort für den Tennisländerkampf zwischen Deutschland und Italien vom 25. bis 27. April wurde jetzt Mailand festgelegt. Die Begegnung zwischen Italien und Rumänien vom 19. bis 21. April findet dagegen in Rom statt. Letzte Chance Das Länderkampfprogramm der ungarischen Schwimmer wird von Jahr zu Jahr umfangreicher. 194: ist die Zahl auf sechs angewachsen, nachdem lange Zeit die Begegnung mit Deutschland als einziges Ländertreffen von den Ungarn bestritten wurde. Nun, sie ist nach wie vor der Höhepunkt der deutschen wie der ungorischen Freiwasser=Schwimmzeit, daneben aber messen sich die Ungarn am 15. August mit den Frauen Italiens, am 23. 24. August mit Kroatien in Budapest, vom 29. bis 31. August mit Italien und Jugostawien in Italien, zwischen dem 1. und 6. September mit der Slowakei in Laibach, und am ./8. September nochmals mit Jugoslamten in Beigrad. Vor dem Treffen mit Deutschland am 19./20. Juli in München wollen sich die Magyaren bei den Meisterschaften am 12./13. Juli über ihre Mannschaftsaufstellung klor werden, während die Landesmeisterschaften erst vom 15. bis 17. August in Budapest ausgetragen werden. Anni Kapell startet in Aachen Ein Frauenschwimmfest mit den besten Kräften der Vereine Undine.=Gladbach, SSF Bonn, Sparta Köln und Aachen 06 wird am Sonntag, 30. Marz, in der Kur= und Badestadt Aachen durchgeführt. Im Mittelpunkt steht der Start der jungen deutschen Weltrekordschwimmerin Anni Kapell(.=Gladbach), die dreimal in die Kämpfe eingreifen wird, über 200 Meter Brust (Morgenstern=Bonn, Löffler=Köln und Bock=Aachea, sind ihre Gegnerinnen) und in den Staffeln Zmal 100 Meter Brust und 6mal 50 Meter Lagen. Die 100 Meter Kraul werden bestritten von Kremer(M=Gladbach), Schoonbrodt(Aachen), Franke(Köln) und Lohmar=Henze(Bonn), die 100 Meter Rücken von Mirbach(.=Gladbach), Neunkirchen(Aachen), Gollert(Bonn) und Franke(Köln). Weiterhin gibt es noch eine 3mal 100=Meter=Kraulstaffel. In der Mannschaftswertung ist mit einem Gesamtsiege der Frauen des SV Undine.=Gladbach zu rechnen. Wer die Plätze einnimmt, ist schwer zu sagen. für Tura Bonn Ein Punkt rettet vor dem Abstieg 7 Fortuna beim Vfl. Köln Das letzte Punktespiel Die mittelrheinische Fußballmeisterschaft von 1940 41 erfährt am kommenden Sonntag mit dem letzten noch ausstehenden Punktetressen Tura Bonn gegen Düren 99 ihren Abschluß und der Zufall hat es daß sich hierbei zugleich das Schicksal der in Abstiegsgefahr schwebenden Bonner und Andernacher entscheidet. Während die Letzteren bekanntlich mit einem Punkteverhältnis von 12:24 den drittletzten Platz in der Tabelle einnehmen und ihr Meisterschaftskonto aus eigener Kraft nicht mehr zu ändern vermögen, muß die Tura in diesem abschließenden Kampf mindestens noch einen Punkt holen, um ihre vorletzte Position kraft ihres ungleich besseren Torstandes mit den Andernachern zu tauschen, womit alsdann der Vertreter aus der Koblenzer Kante den Weg in die zweite[Kasse antreten würde. Die Bonner können es also noch schaffen und da die 99er aus Düren an den beiden letzten Spieltagen gegen den MSV und Beuel keine welterschütternden Leistungen gezeigt haben, so kann man einer mit vollem Einsatz kämpfenden Turamannschaft schon einen knappen Sieg zutrauen— mindestens aber muß man von ihr ein Unentschieden erwarten. Das Sonntags=Programm der Kölner Bereichsklasse umfaßt, nur das bereits angekündigte Freundschaftstreffen in Merheim, wo in den Mannschaften von VfL 99 und Fortuna Düsseldorf zwei spielstarke Gegner aufeinanderstoßen, von denen der eine lange Jahre Meister gewesen und der andere es soeben geworden ist. Für die Merheimer ist es eine letzte Gelegenheit, vor Beginn der Endrundenspiele noch einmal ihr Können an einem Partner von Rang zu versuchen und nach den Erfahrungen dieses Spiels die Elf zu sormen, die ab Ostersonntag an größere Ausgaben herangeht. Wir glauben deshalb, daß es ein flottes und technisch gutes Spiel geben wird, das zu gewinnen für unseren Vertreter zwar nicht leicht— aber eigentlich doch„amtlich“ sein müßte. In jedem Falle aber wird dieser aufschlußreiche Kräftevergleich seine Anziehungskraft nicht verfehlen. Von den übrigen mittelrheinischen Vereinen unternehmen der SB Mülheim und Sülz 07 einen Abstecher nach Essen bzw. Altenessen. Dort treffen die Mülheimer auf den niederrheinischen Tabellenzweiten Rotweiß, während sich die Sülzer sogar an dem benachbarten Meister Tus Helene versuchen Wir wünschen beiden Mannschaften viel Glück und Erfolg. Die HJ=Standortmeisterschaften fallen aus Die mit den Bereichswaldlaufmeisterschaften vorgesehenen Standortmeisterschaften der HJ. T. und Bd im Waldlauf fallen aus und werden auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Demzufolge werden also nur die NSRL=Bereichsmeisterschaften im Waldlauf am Sonntagnachmittag 14 Uhr durchgeführt.—5— Aus westdeutschen Gauen Alte Liebe rostet nicht Mettmann: Am gestrigen Freitag vollendete Frau Hertmann in Mettmann ihr 73. Lebensjahr, und zwar in einer unge wohnten korperlichen und geistigen Rüstigkeit. Dieser Geburtotag wird besonders gekennzeichnet durch die Hortmann, die übrigens sehr vielen Mettmannern aus ihrer beruflichen Tatigken aus das beste bekannt ist, demnächst Ehe eingehen wurd. Der Auserwahlte ist niemand anders ihr Jugendgeliebter. Vor fünf Jahrzebnten scheiterte die Verbindung zwuchen den beiden„Kindern" am Widerspruch der Eltern. Nachdem inzwischen jedoch Frmu Hortmann der Gatte und ihrem Jugendfreund die Gattin durch den Tod genammen wurden, komnrt eine alte Jugendliebe nun doch noch zur Erfüllung Westdeutsche Kurzmeldungen Wohlfahrtsamt um 750 Mark betrogen. In der Zeit vom März 1939 bes September 1940 hatte eine Jüdin in Kleve unter Vorspiegelung falscher Tatsachen das Wohlfahrtsamt um 750 Mark geschadigt. Sie hatte verschunegen, daß sie monatlich von ihrer Schwägerin im Hagg 40 Mark erhielt. Das Amtsgericht in Moers hatte die bioher nicht bestrafte Frau unter Berücksichigung ihrer Notlage infolge Krankbeit ihres Mannes zu zwei Wochen Gefängnis verumeilt. Sie legte gegen dieses Urten Berufung ein, die sich auf oas Strafmaß beschränkte. Ihre Einlassung, daß sie das aus Holland erbaltene Geld als persönliches Geschenk nicht habe anzumelden brauchen. erkannte das Gericht nicht an. Dem Gericht schien die in der ersen Instanz verhängte Gesängnisstrafe als durchaus angemessen. Nur die Notlage der Angeklagten habe das Gericht bewogen, die Strafe nicht antregsgemaß aus wer Monate Gefängnis zu erhohen. Ein neues Schlafzimmer für 1 Mark zu gewinnen. In vorbildlicher Weise haden sich die Vereinigten Modelwerke in Andernach für die obschließende Reichsstraßensammlung der TAf am kommenden Wochenende engesetzt. Von der girma wurde ein neues schönes Schlaftimmer mit znei Benen, Kleiderschrank, Fruierkommode und Nachtichränkchen für eine Verlosung zugunsten des Kriegs=WHW in Rahmen der Reichsstraßensammlung„Schaffende sammeln, Schaffende geben“ zur Verfügung gestellt. Der begehrenswerte Gewinn wird in Lospreisen, die für eine Reichsmark erhältlich sind, innerhalb der Andernacher Volksgenossen ausgespielt. Ein Kalb ging verloren. Eine bestürzende Feststellung mußte ein Biebhandler machen, der Kälber nach Maven gebracht hatte. Es ergad sich, das sich während der Fhrt eine Tur des Transportwagens geoffnet hatte, und daß ein Kald verschwunden war. Odwobl der Mann sich sofort ins Auto setzte und die ganze Rettetalstnaße absuchte, gelang es nicht mehr, das verschwundene Tier aufzufinden. Bei einer mutigen Rettungstat schwer verletzt. In der Grabenstraße in Andernach scheuten die Pferde eines Fuhrwerks und gingen durch. Der Sattlermeister Unger, der sich als alter Soldat bereits im Weltkrieg ausgezeichnet hatte, erkannte die schwere Gefahr, die durch die wild dahinmasenden Pferde den Straßenpassanten drohte, und warf sich kurz entschlossen den Tieren mutig in die Zügel. Leider wurde der wackere Mann etwa 40 Meter weit mitgeschleift und erliet dabei so schwere Verletzungen, daß er ins Krankenhaus eingeliefen werden munte. Umgekehrte Wirkungen. In selbstmörderischer Ab sicht griff ein Mann in Herne zur Schußwaffe und schoß sich eine Kugel in den Kopf. Das Vorhaben mißlang, denn er verletzte sich nur schwer und wurde ins Krankenhaus gebracht Das Motiv zur Tat ist nicht bekannt.— In Castrop=Rauxel hautierte ein Burolehrling mit einem Terzerol. Plötzlich löste sich ein Schuß und die Kugel drang dem leichtsinnigen Jungen in den Kopf. Obwohl er sofort ins Krankenhaus geschafft wurde, ist er kurz nach seiner Einlieferung den Verletzungen erlegen. Urlauber rettet zuei Menschen. Als der Fährnann in Crudenberg mit seinem Kahn in den Abendstunden einige Personen über die Lippe übersetzen wollte, sank der Kahn. Unter eigener Lebensgefahr gelang es einem auf Urlaud befindlichen Gefreiten der Wehrmacht aus. Hünxe, ein junges Mädchen und einen jungen Mann schwimmend ans rettende Ufer zu bringen. Der Fährmann klammerte sich an das über den Fluß gezogene Drahtseil und konnte sich solange üder Wasser halten, bis er von einem Paddeldoot ans Land gebracht werden konnte. Um eine Mark und 20 Pfiennig die Zukunf: aufs Spiel gesetzt. Ein bereits sechzehn Jahre bei der Temschen Reichsbahn beschäftigter Mettmanner unterschlug den Betrag von.20 Mark, den ein zum Nachlösen verpflichteter Fahrgast bei ihm abgeliefert hatte. Den lächerlich geringen Betrag teilte der Bahnangestellte, der kurz vor der Uebernahme ins Beamtenverhältnis stand, mit einem Arbeiter. Jetzt stand er wagen Amtsunterschlagung vor Gericht Zur genauen Nachprüfung des Zeitpunktes dieser unglaublich törichten Handlung wurde das Verfahren jedoch vorerst vernagt. Möglicherweise hat der Mann Glück, wenn das Straffreihe####sgesetz in Frage kommt Amtliche Wasserslände vom 28. März, 6 Uhr früh Rbernfelden.25(+.05); Breisach.93(+.08); Keb! .60(unverändert); Marau 4 46(+.07); Mannheim.27 (+.13): Marnz.10(+.27); Bingen.10(+.31): Kaub 361(+.42); Trier.11(+.32. Koblenz.77(+.54); Koin 400+.58); Dusseldorf.20(+.51); Dutsburg .19(—.59); Mülheim.77(+.25); Ruhrort.41 (+.50). Wesel 2 45(+.67); Emmerich.34(+.54). Tafelgeräte Bestecke 1 Feine Stahlwaren an Miergenbaum Köln, Am Hof 33 Eigene Reparatur-Werkstätte und Schleiferei Im„Möbelhol“, Fufsgcengags Möbel- und Wohnbedarf Hans Schmitz K. 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