Kölner TTT Lokal-Knzeiger Bezugspreis: Frei Haus monatlich: Ausgabe A.85 M, Ausgabe B(mit der Samstags erscheinenden illustr. Beilage„Heimat und Welt“).05 M Bei den deutschen Postanstalten: Ausgabe#A .85 A. Ausgabe B.05.4 ausschl. Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfennig. Postscheckkonto Köln 1065. Erfüllungsort und Gerichtsstand Köln. Katholische Tageszeitung für Köln und Umgebung Amtliches Kreisblatt für den Landkreis Köln, Kheinische Dolkswacht Lokal-Anzeiger für die Erft- Mülhelmer Dolkszeitung- Lokal=Auzeiger für den Kreis Bergheim Hauptgeschäftsstelle und Redaktion: Neumarkt 18a—24. Fernruf Sammelnummer 2109 21. RedaktionsSprechstunden 12—1 Uhr. Zweigstelle: Mülheim, Adamsstraße 1, Fernruf Mülheim 618 66. Rücksendung unverlangter Zuschriften und Manuskripte erfolgt nur, wenn Rückporto beigefügt ist. Erscheint an Werktagen zweimal, an Sonn- und feiertagen einma Anzeigenpreis: Je mm Höhe Platzanzeige 12 J. auswärtige 15 J, zweite und letzte Seite 13 J, auswärtige 18 J, rubrizierte Gelegenheits- und Familien anzeigen sowie Stellengesuche 8 J. Reklamen 70 J, auswärtige 80 4, zweite Seite 80 4, auswärtige 1,00 4. Platzvorschriften 10% schlag. Alle Anzeigen erscheinen ohne Mehrberechnung im Lokal=Anzeiger für die Sieg. Nr. 643 Freitag, 19. Dez. 1930 Beilagen: Der Sonntag. Der Sport, Die stille Stunde. Die Frau in Familie und Volksgemeinschaft, Für unsere Kinder, RundfunkNachrichten, Reise und Wochenend, Musik, Gartenbau und Landwirtschaft, Heimat und Welt illustrierte Beilage zur Ausgabe B. Abend=Ausgabe 45. Jahrg. Vulkanausbruch auf Java Bis jetzt 15 Tote— Lavastrom von 200 Meter Breite und 20 Meter Höhe WTB Batavia(Java). Der Vulkan Merapi im Mittelpunkt Javas, der seit zwei Wochen Zeichen wachsender Tätigkeit gegeben hat, befindet sich jetzt in vollem Ausbruch. 15 Todesopfer sind bereits zu beklagen. Ein Strom glühender Lava fließt aus dem Krater in die benachbarten Täler. Unterirdisches Grollen und dichter Aschenregen erfüllte die Dorfbevölkerung in der Gegend des Vulkans in letzter Zeit mit großer Besorgnis. Der Lavastrom ist ungefähr 200 Meter breit und über 20 Meter hoch. Er hat eine Strecke von fast 8 Kilometer zurückgelegt. Die 15 Menschen, die er überraschte, verrichteten in der Nähe eines Dorfes Feldarbeiten. Sie wurden von dem glühenden Strom so schnell eingeschlossen, daß sie ihm nicht mehr entrinnen konnten.(Entsetzlicher Tod!) Weite Flächen fruchtbaren Landes sind in eine Wüste verwandelt worden. Die Bevölkerung in den benachbarten Dörfern ist aufgefordert worden, sich zur Flucht bereit zu halten. Viele Dörfer wurden bereits geräumt. Der Vulkan, der von einer Wolke dichten, schwarzen Rauches eingehüllt ist, die von Zeit zu Zeit von Blitzen durchzuckt wird, bietet einen schaurigen Anblick. Wirbelsturm über Algerien Seit 1898 nicht mehr erlebt— Millionenschaden WTB Paris. Gestern ging über Algerien nach monatelanger Dürre ein Wirbelsturm nieder, wie man ihn seit 1898 nicht mehr erlebt hat. Sämtliche Verbindungen von der Küste zum Landesinnern sind unterbrochen, und man rechnet mit einem gewaltigen Schaden. Allein im Hafen von Algier wird der durch das Unwetter angerichtete Schaden auf 30 Millionen geschätzt. Es steht noch nicht fest, ob Personen ums Leben gekommen sind. Wien organisiert die Krebsbekämpfung Weihnachtsfeier im Auswärtigen Amt WTB Berlin, 18.Dez. Wie in früheren Jahren, fand auch in diesem Jahre wieder in engerem Kreise eine kleine Weihnachtsfeier der Beamten des Auswärtigen Amtes in den Räumen der Presseabteilung der Reichsregierung statt. Reichsaußenminister Dr. Curtius gedachte hierbei in zu Herzen gehenden Worten des Ablebens des Gesandten Ulrich Rauscher. der acht Jahre lang den schweren und verantwortungsvollen Posten des deutschen Gesandten in Warschau bekleidet habe und dessen früher Tod eine Folge seiner aufopfernden Treue und Pflichterfüllung gewesen wäre. Im Anschluß daran gab Reichsaußenminister Dr. Curtius seinem Wunsche Ausdruck, daß auch fernerhin wie bisher treue Kameradschaftlichkeit die Beamten des Auswärtigen Amtes verbinden solle. In der jetzigen schweren Zeit sei diese Kameradschaftlichkeit besonders wertvoll und helfe, die schweren Opfer, die auch der Beamtenschaft hätten auferlegt werden müssen, tragen. Prof. Dr. Tandler, der hervorragende Wiener Mediziner, ist mit einer belgischen Gesellschaft in Verbindung getreten, um 5 Gramm Radium zu erwerben. Eine solche Menge des kostbaren Stoffes besitzt nur noch das Curie=Institut in Paris. Das Radium soll hauptsächlich der Bekämpfung des Krebses dienen, der heute mehr Todesopfer fordert als die Tuberkulose. petroleumtankschiff auf der Donau in Flammen Deutsche Jugend und Abrüstung WTB Belgrad, 18.Dez. Auf einem großen Petroleumtankschiff ist heute früh auf der Donau ein Brand ausgebrochen. Es handelt sich um einen Schleppzug der rumänischen Petroleumfirma Amotra. Der Dampfer hate drei Petroleumtanks nach Budapest zu schleppen und war in der Nähe von Pancsova vor Anker gegangen. Durch unMussolini lobt vorsichtiges Hantieren mit einer Laterne wurde die Ladung des einen Schiffes in Brand gesetzt. Der Kapitän fand den Tod in den Flammen. Ein Matrose wurde schwer verletzt. Die beiden anderen Tankschiffe wurden sofort auf das andere Ufer der Donau gebracht. Man erpartet jeden Augenblick die Explosion des noch immer brennenden Tankschiffes, dessen Flammen viele Kilometer weit zu sehen sind. —— Brüning! Bitterer Schmerz für die Nazis— Italien leidet trotz Mussolini (Hitler in vielfach vergrößerter Ausgabe) an Wirtschaftsnot 0 Köln, den 19. Dezember 1930. Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages hat man sich auf Grund des Berichtes des Grafen Bernstorff über die Genfer Verhandlungen im Vorbereitenden Abrüstungsausschuß unterhalten. Es wurden mancherlei Anträge gestellt, die aber keine Annahme fanden. Dagegen wurde eine Entschließung angenommen, die vom Grafen Westarp(Kons. Volksp.) eingebracht worden war. In dieser Entschließung wird die Regierung aufgefordert, Material zu beschaffen über 1. die Bedrohung der deutschen Sicherheit durch die gegenwärtigen Grenzen, in der entmilitarisierten Zone und durch Entfestigung Deutschlands; 2. den deutschen Anspruch auf allgemeine Abrüstung und seine praktische Ablehnung durch die sogenannten Abrüstungsverhandlungen und unter anschaulicher Erläuterung der Hauptpunkte, wie Friedenspräsenz, ausgebildete Reserven, Kriegsmaterial; 3. die deutsche Entwaffnung im Verhältnis zu dem Stand der Rüstungen in den benachbarten europäischen Ländern, insbesondere Frankreich und Polen; 4. die Rüstungsausgaben der einzelnen Mächte. Rom. 18.Dez. Bei der Beratung der Geicheworlage Wber F, Hers klth 6. Millionen geschätzt werden könne. der Löhne zur Folge, daß Erleichte Es sei unmöglich, neue Steuern einzuführen Seschsch le che ece führ: mst Au Zndere Ersparn gebe es nicht. bsi 9 die stalier, Züsgaben u Höß von 1200 Miligrung ihrer Ausgaben..konde Erleichterung i: die Industrie belaufe sich auf fast eine Miltiarde Rechne won e anderen Arbeiter die er Geainten und erie eur ghächehele s Peie man eine Gesamösumme von mindestens 3 Milliarden. darauf hin, daß man in gleichen suche. Weihnachts,aufenthalt" des Preisabbaus Brüning: Station Weihnachten! Zwei Wochen Aufenthalt! Die Reichsregierung hat beschlossen, die Fortsetzung der Preisenkungsaktion bis nach Weihnachten zu vertagen. Das Material soll benutzt werden zu einer ständigen und planmäßigen Werbung im Auslande und im Inlande. Dagegen ist bestimmt nichts einzuwenden. Im Gegenteil, es kann nicht zuviel geschehen, in der Weltmeinung die Einsicht dafür zu fördern, daß die deutsche Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht ist und daß sie tatsächlich nur durch den erfüllten Anspruch auf allgemeine Abrüstung erreicht werden könnte. Es muß den Völkern, an deren Meinung über uns wir ein Interesse haben, weil ihre Regierungen in Genf Einfluß besitzen, eingehämmert werden, wie weit man noch davon entfernt ist, künftige Kriege durch die im Versailler Vertrag versprochene allgemeine Abrüstung verhütet zu sehen. Man weiß, daß in Frankreich eine Mehrheit im Volke vorhanden ist, die durchaus pazifistisch denkt. Man weiß aber auch, daß dieselbe Mehrheit immer wieder mißtrauisch gegen Deutschland gemacht wird und daß sie an den Frieden nur glaubt, wenn Frankreich in stärkster Rüstung steht. Auch das neue Kabinett Steeg, das sich durchaus zu Friede und Verständigung bekannt hat, machte in seiner Regierungserklärung dieser Volksstimmung Zugeständnisse. Es bleibt notwendig, die Weltmeinung rund um Frankreich herum im Sinne der Gerechtigkeit gegenüber Deutschland zu beeinflussen, damit eines Tages ein isoliertes Frankreich gezwungen ist, den deutschen Anspruch auf allgemeine Abrüstung anzuerkennen, als das was er ist: die Forderung der Vertragserfüllung! Heute leben viele Franzosen, beeinflußt von ihren Militaristen und von denen, die noch immer unversöhnlich gestimmt sind, in dem Glauben, Deutschland fordere die allgemeine Abrüstung, um dann umso leichter über Frankreich herfallen zu können. Wir wollen allerdings auch gegenüber den Franzosen gerecht bleiben und sagen: wer vier Jahre lang den Krieg im Lande gehabt hat, bei dem klingt die Sorge um die Wiederholung solcher Schrecken länger nach als bei anderen. Außerdem ist die Haltung Italiens in den letzten Monaten manchmal geeignet gewesen, die Franzosen bfürchten zu lassen, daß sie jetzt vom üd=Osten her bedroht seien. Was sonst noch fehlte, in Frankreich dem Ruf nach Sicherheit und einer starken Rüstung Echo zu verschaffen, das haben die deutschen Säbelraßler immer wieder beigetragen. Gleichwohl: eine außenpolitische Werbung im Sinne der Graf Westarpschen Entschließung und mit dem Ziele, der Vernunft und dem Rechte zur Geltung zu verhelfen, ist eine Angelegenheit, die allgemein gefördert werden sollte. Gewisse Bedenken bleiben insofern, als die Entschließung fordert, das Material„in geeigneter Form für den Unterricht und für die Verteilung an die Schüler“ zusammenzustellen. Graf Westarp kommt immerhin aus der Umihnna Hugenbergs. Wie weit er den Kriegs Seite 2 Nr. 643(Abend=Ausgabe) Lokal=Anzeiger Freitag, 19. Dezember 1930 geist abgestreift hat, der dort herrscht, und der bei den Nationalsozialisten noch stärker gepflegt wird, ist schwer zu sagen. Wenn die Verteilung des Materials in den Schulen den Zweck haben sollte, unsere Jugend mit Revanchegeist zu erfüllen, dann müßte man sich dagegen mit Entschiedenheit wenden. Das um so mehr, als es manche Lehrer gibt, die in solchem Sinne Mißbrauch mit dem Material treiben könnten. Revanchegeist ist Kriegsgeist mit dem letzten Ziele, einen neuen Krieg zu entfesseln. Geist der Wehrhaftigkeit ist etwas anderes. Den soll man in unseren Schulen großziehen, weil inmitten von Völkern, die bis an die Zähne bewaffnet sind, in Deutschland der Bereitschaftswille lebendig bleiben muß, sich im nicht erhofften Ernstfalle mit ganzer Kraft zu verteidigen. * Die Ueberweisung des Materials für den Unterricht und an die Schüler hat; sachlich: politisch gesehen, auch insofern Berechtigung, als der Krieg in seinen letzten Nachwirkungen von der zurzeit führenden Generation nicht wird liquidiert werden können. Die kommende Generation, die jetzt in den oberen Klassen unserer Schulen sitzt, wird noch viele Aufgaben daran zu erfüllen haben. Da ist es gut, wenn sie rechtzeitig über den Stand der Dinge unterrichtet wird. Nur muß es geschehen in der Absicht, den Anspruch auf allgemeine Abrüstung so unausrottbar im deutschen Volksbewußtsein und im Bewußtsein der Jugend zu verankern, daß auch die kommende Gneration um seine Erfüllung ringt und sie erzwingt— um der Verständigung und des Friedens willen! Das„Verdienst“ der Sozialdemokraten Was uns die Reichstagsauflösung gekostet hat? Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald hat der Wohlfahrtskorrespondenz einen Aufsatz zur Verfügung gestellt. Darin sagt er u..: In der letzten Zeit habe ich immer wieder darauf hingewiesen, daß die Ordnung der Finanzen in Reich, Ländern und Gemeinden die Voraussetzung für unsere politische Freiheit ist. Im Zeitalter des Hochkapitalismus ist jede Politik, gleichgültig wer sie führend betreibt, in erster Linie von wirtschaftlichen Grundsätzen diktiert. Das gilt besonders von Deutschland, dessen finanzielle, private und staatliche Basis zu einem erheblichen Teil von Auslandsgeldern gebildet wird. Die kurzfristigen Auslandsanleihen, die wir infolge unserer allzu kurzen Kapitaldecke aufnehmen mußten, begrenzen unsere politische Selbständigkeit. Die Folgen, die durch einen plötzlichen Abzug aller bei uns investierten Auslandsgelder entstehen würden, wären nicht auszudenken. Deshalb müssen wir uns bei allem nationalen Selbstbewußtsein die Kreditwürdigkeit den ausländischen zinanzzentren gegenüber erhalten. Die Vorgänge, die sich nach der letzten Reichstagswahl auf dem Kapitalmarkt abspielten, sind Warnungszeichen, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen lassen. Bisher hat das Ausland noch das notwendige Vertrauen zu uns und unserer Wirtschaft gehabt. Warum sollen wir selbst weniger Vertrauen zu uns haben? Allerdings sind wir im Reichskabinett uns klar darüber, daß Deutschland sich jenes Vertrauen des Auslandes auf die Dauer nur erhalten kann, wenn es in der gegenwärtigen Krisenzeit den Mut aufbringt, durch straffe Führung im Innern und durch eine gesunde Finanzpolitik die staatliche und wirtschaftliche Ordnung zu garantieren. Fehlt dieser Mut, dann muß jedes Vertrauen zu uns verloren gehen. Damit wäre aber jede Revisionspolitik und jede Politik, die auf unsere politische Freiheit zielt, unmöglich gemacht. * Wie ernst die erwahnten Warnungszeichen sind, hat der Preußische Finanzminister Höpker=Aschoff dieser Tage dargetan. Er berichtete über das Ergebnis der Reichstagswahlen: Durch Zurückziehung ausländischer Kredite und Kapitalflucht hat die deutsche Wirtschaft nach dem 14. September 1600 Millionen verloren, die Reichsbank hat eine Milliarde Gold und Devisen an das Ausland abgeben müssen. Die Kredite bei den Banken haben sich um 1280 Millionen ver ringert. Die Hoffnung auf langfristige Auslandsanleihen für die öffentliche Wirtschaft wie für die private Hand, sind reine Utopie geworden. Der Zinssatz in Deutschland ist seit dem 14. September um ein volles Prozent gestiegen. Noch schlechter wäre es geworden und noch teurer wäre dem deutschen Volke diese Reichstagswahl zu stehen gekommen, wenn nicht das politische Verantwortungsgefühl der verfassungstreuen Parteien die Auswirkung des Wahlergebnisses eingedämmt hätte. Wieder hereingefallen Abgelehnte Mißtrauensanträge Berlin, 19.Dez. Der Landtag nahm um 12 Uhr die Abstimmung über die deutschnationalen Mißtrauensanträge gegen den Ministerpräsidenten Braun und den Innenminister Severing wegen ihrer Haltung zum Verbot des RemarqueFilms vor. Ueber beide Anträge wurde zusammen abgestimmt. Sie verfielen, wie nicht anders zu erwarten, der Ablehnung. 182 Abgeordnete stimmten für die Anträge, 224 dagegen. Das Ergebnis wurde von den Regierungsparteien mit lebhaftem Beifall ausgenommen, während die Opposition„Pfui“ rief. Es muß noch einmal betont werden, daß es der Rechten bei diesen Mißtrauensanträgen nicht um den Remarque=Film zu tun war, daß sie vielmehr, wie schon so oft, auf einen Zufallssieg hoffte, durch den sie die preußische Regierung endlich hätte stürzen können. Diese Hoffnungen sind also wieder einmal vernichtet. Spanien Verhaftungen in San Sebastian Weihnachtsmarkt Spiegel der Rot stimmt haben, gehören an: 85 der demokratischrepublikanischen Vereinigung(Fraktion Marin), 54 Linksrepublikaner(Fraktion Tardieu), 32 der demokratischen und sozialen Aktion(Maginot), 18 den katholischen Demokraten, 18 der radikalen Linken(Fraktion Loucheur), 13 der sozialen und radikalen Linken(Fraktion Franklin=Bouillon), einer den Sozial=Republikanern(PainleveBriand), sieben der unabhängigen Linken. sechs die keiner Fraktion angehören, und 37 sind sogenannte Unabhängige(Reaktionäre). Es steht noch nicht fest, auf welche Gruppen die übrigen 13 Abgeordnete, die gegen das Kabinett stimmten, sich verteilen. 30 Abgeordnete haben nicht an der Abstimmung teilgenommen, zwei waren beurlaubt. Alle übrigen 291 Abgeordnete haben für das Kabinett gestimmt. Keine Aenderung der Kalipreise Gegenüber irreführenden Pressenotizen sind wir zu der authentischen Erklärung ermächtigt, daß die am 2. Dezember bekanntgegebenen Preise und Verkaufsbedingungen des Kalisyndikats bis zum 30. April 1931 endgültig festgelegt sind. Ebenso wird der Stichtag vom 22. Dezember 1930 für die besonders weitgehenden Bezugserleichterungen eine Hinausschiebung nicht erfahren. Vorspiel „Herr Regierungsrat, als Leiter der Marktpolizei einer großen Polizeibehörde können Sie mir sicherlich besser als jeder andere den Unterschied zwischen unseren früheren Weihnachtsmärkten und dem Weihnachtsmarkt von 1930 erklären.“ „Es gibt nicht nur einen Unterschied zwischen dem Weihnachtsmarkt der Vorkriegszeit und dem von heute, lieber Herr Käding, Sie können als Etappe auch noch die ersten Weihnachtsmärkte nach der Inflationszeit einschalten. Zwischen dem Weihnachtsmarkt von 1925 und dem von 1930 besteht ein himmelweiter Unterschied, bedingt nicht zuletzt durch die Wirtschaftsdepression und die Katastrophe, zu der sich die Arbeitslosigkeit allmählich auswächst. Das hat zwei Wirkungen auf den Weihnachtsmarkt: Erstens ist die Kaufkraft der arbeitenden Schichten, insbesondere der Arbeiter und Angestellten, auf ein Minimum gesunken, zweitens versuchen unzählige Arbeitslose auf dem Weihnachtsmarkt durch den Verkauf von billiger Heimarbeit etwas zu verdienen. Also ein Ueberangebot von an sich gesuchten billigen Artikeln. Es ist schwer, wenn man stellenlosen Angestellten, die heute um Wandergewerbescheine einkommen— und es kommen unzählige Anträge an jedem Tage—, einen verneinenden Bescheid geben muß; aber wir können nicht ein Prozent der Anträge genehmigen, weil die effentlichkeit sonst mit Händlern überschwemmt würde. Besonders das Hausierwesen hat sich schon jetzt zur Landplage ausgewachsen. Es gibt aber auch noch genug wilde Händler, und bei den arbeitslosen Verkäufern von Heimarbeit usw. wird schon meistens ein Auge zugedrückt.“ Hauptstück Weihnachtsmarkt! Früher hatte das Wort einen lichten, hellen Klang. Tausend Geheimnisse umwehten dieses Wort. Es gab eine Romantik des Weihnachtsmarktes. Diese Romantik ist heute gründlich dahin. Das Gewand des Weihnachtsmarktes ist verschlissen, unter den Fetzen schaut überall hohläugig die Not hervor. Früher reihte sich Bude an Bude, gefüllt mit den herrlichsten Dingen. Heute ist die Reihe der Buden gelichtet. Es promenieren ebenso viel Menschen in den Gängen wie früher; aber sie kaufen nicht. Selten langt hier und da einmal einer zögernd zum Geldbeutel, um einen billigen Gegenstand zu erstehen. Das ist der Haupteindruck: es werden nur billige Gegenstände gekauft, Pappspielzeug für Kinder vielleicht, sonst praktische Dinge des täglichen Lebens, für Luxusgegenstände ist kein Geld übrig. In den Lücken zwischen den Buden aber haust das Elend: Arbeitslose, fröstelnd, mit kälteblauen Händen, die feilbieten: Schnürfenkel, Weihnachtspostkarten, Pappspielsachen, in der Zeit unfreiwilliger Muße hergestellt, Gasanzünder, Wunderkerzen, selbstgemachten papiernen Christbaumschmuck, Schnitzereien, Häkel= und Strickarbeiten. „Was sind Sie von Beruf? Sie haben so schöne Schäfchen und Pferdchen ge schnitzt und bemalt.“ „Ich bin Bankbeamter, seit einem Jahre stellungslos. Geschnitzt habe ich, bemalt hat sie meine Frau. Diese Laubsägekästchen hat unser Junge gemacht. Wenn wir die verkaufen könnten und unsere geschnitzten Tiere dazu, dann könnte unser Junge einen neuen Mantel bekommen. Der alte ist ihm schon viel zu klein. Von den paar Mark Unterstützung kann man kaum die Miete zahlen und das Nötigste zum Leben, obwohl wir eins von unseren beiden Zimmern vermietet haben. Ein Kollege von mir hat nicht so ein Glück gehabt. Er bekommt von seinen vier Zimmern keins vermietet, weil er zu weit draußen wohnt.“ „Wie geht das Geschäft denn?“ „Sehr schlecht, die Konkurrenz ist zu groß. Haben Sie schon gesehen, wieviel Arbeitslose hier mit Heimarbeit stehen? Jeder dachte seine Idee ist oriainell, damit ist etwas zu verdienen. Und jetzt werden wir unsere Sachen nicht los. Wir haben uns so große Mühe gegeben. Bis in die Dämmerung haben wir gesessen. Licht können wir abends ja nicht brennen, wovon sollen wir das bezahlen?“——— „Stehen Sie jedes Jahr hier mit Ihren Wunderkerzen?“—„Nee, zum erstenmal. Aber det Jeschäft jeht nich.: Wer kooft denn heute Wunderkerzen. Bei die Zeiten. Ick hatte jedacht, es wird wenichstns zum Baum und die Lichter langen, aber et is nischt. Hätte wat Praktisches nehmen sollen.“ „Sind Sie Marktverkäufer von Beruf? „Keene Spur. Lagerist bei ner Lederjroßfirma; aber seit nem halben Jahr ohne Arbeit. Zu Weihnachten hab ick da nischt sparen können.“—„Sie sind wohl Ur=Berliner?"— Jawoll, mit Spreewasser jetooft.“—-— „Na, mein Junge, was kostet denn der Christbaumbehang? Da, der schöne Weihnachtsmann mit dem weißen Bart und die Engel, das Spruchband und der Watteschnee?"—„Der Weihnachtsmann kostet fünfzehn Pfennig, die Engel kosten zehn Pfennig das Stück. „Hast du das alles selbst gemacht? Nein, Mutti. aber die kann zu Hause nicht so lange weg. Vati ist schlimm krank und schon o lange arbeitslos. Da wollen wir ihn überraschen. Wir wollen ihm einen Weihnachtsbaum und Zigarren schenken. Die hat er so gern, aber er kann sich doch keine kaufen. „Und nun verkaufst du hier auf dem Weinnachtsmarkt? Frierst du hier nicht, es ist doch so kalt?"—4:*— Ooch, ich denk immer, was Vati für ein Gesicht machen wird, wenn wir mit dem Weihnachtsbaum kommen, dann ist mir gleich warm.“ „Geht denn das Geschäft?“.. „Na, gestern habe ich drei Mark eingenommen. Zehn Mark muß ich verdienen. Wir haben doch vierzehn Tage nachmittags an den Sachen gearbeitet.“... „Weißt du, was du bist? Ein braver deutscher Junge. Kopf hoch!“—--„ Na, Ihnen sieht man aber an, daß Sie nicht Verkäufer sind. Was sind Sie von Beruf?“ „Buchhalter, und zwar abgebauter.“ „Und jetzt bauen Sie so hübsche Holzeisenbahnen und Briefmappen?“ „Die Briefmappen hat meine Frau geklebt, die Notizbücher ebenfalls. Ich habe mich aufs Schnitzen und auf Laubsägearbeiten verlegt. Man will doch zu Weihnachten für die Kinder wenigstens einige Kleinigkeiten haben, prartische Sachen natürlich, Spielsachen kann man nicht kaufen; die mache ich selbst.“ „Bringen denn die Sachen soviel ein, daß es sich einigermaßen lohnt?“ „Hier verdient keiner so viel, wie er eigentlich für die Arbeit verdienen müßte. Es kommen dabei— von der Arbeit des Verkaufens ganz abgesehen— Stundenlöhne von zwanzig Pfennigen heraus. Aber was soll man machen. Immer noch besser als gar nichts. Die Sachen von meiner Frau gehen ja. Aber die Eisenbahn, Lokomotive mit acht„Wagen, hat mich sechs Arbeitstage gekostet. Ich verlange sechs Mark dafür. Das ist den Leuten schon zu teuer. Sehen Sie sich mal alle die Kollegen an. Keiner von ihnen verdient mehr als fünf Mark am Tage. Und die Gegenstände haben so viel Arbeit gemacht.“ Finale Ich zählte die Standinhaber und Verkäufer in einigen Straßen des Weihnachtsmarktes und ordnete sie nach Beruf: In der ersten Straße standen: 26 Buden, 37 Einzelverkäufer. Davon 27 Arbeitslose, von denen 8 mit gekauften Gegenständen, 19 mit Heimarbeit handelten. Von den Arbeitslosen 8 abgehaute Bankangestellte, 7 Arbeiter, 12 AnIn der zweiten Straße: 17 Buden, 22 Verkäufer. Von diesen 16 Arbeitslose, 12 mit Heimarbeit. Nach Berufen 5 Arbeiter, 11 Angestellte. In der dritten Straße: 48 Buden, 63 Einzelverkäufer. Davon 39 Arbeitslose, 21 stehen mit Heimarbeit, 18 mit gekauften oder Kommissionsgegenständen. Mehrere Kinder darunter. 22 Angestellte, der Rest Arbeiter, abgehaute Beamte, Kinder. Der Weihnachtsmarkt ist ein Spiegel der Not unserer Tage geworden. Und wer die Schilderung liest und besser dran ist, halte Umschau in seiner Nähe: vielleicht lassen sich mit ein paar Mark Kinderaugen zum Glänzen bringen!! Alfred Käding. WTB Paris, 18.Dez. Der New York Herald berichtete aus San Sebastian, daß während der letzten drei Tage dort 150 Personen wegen Beteiligung an der Aufstandsbewegung festgenommen worden seien, darunter der revolutionäre Führer General Lopez Ochoa, sämtliche Führer der Republikanischen Union und die Verleger und Redakteure der beiden republikanischen schen Flotte eine Meuterei, ausgebrochen ss 19115. Die Zehn=Mark=Note folgt in wenigen U.., habe mon, Tup gr., ägxg.Runezs, dessen Wochen. Fünfziger, Hunderter und Tausender sen, um an Bord des Kreuhrr######ig Zepolu= sind in Arbeit.— Dem Wunsche, in den ReichsStandort geheim gehalten werde, die Nevr#n- hanknoten das Schaffen und Streben des deuttionäre zu unterdrücken. Beruhigung tritt ein WTB Paris, 18.Dez. Havas berichtet aus Madrid, daß nach einer offiziösen Note in verschiedenen Provinzen die Arbeitwieder aufgenommen worden sei, in anderen die Streiklage eine Tendenz zur Besserung zeige. In der Provinz Alicante hätten sich Zwischenfälle ereignet, so daß die Truppen zur Wiederherstelung der Ruhe verstärkt werden mußten. Auch in der Provinz Murcia sei die Zivilgarde zum Einschreiten genötigt gewesen. Der Innenminister erklärte bei einem Presseempfang, daß allenthalben wieder Ruhe herrsche. Steeg hat 7 Stimmen Mehrheit als Vertrauensvotum WTB Paris, 19.Dez. Von den 284 Abgeordneten, die gestern gegen das Kabinett Steeg geNeue Reichsbanknoten WTB Berlin, 19.Dez. Die Reichsbank hat banknoten das Schaffen und Streben des deutschen Volkes zu versinnbildlichen, wurde durch die Wahl der Bildnisse entsprochen die hervorragende Persönlichkeiten aus Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie, Handel, Wissenschaft und Kunst darstellen. Die jetzt zur Ausgabe gelangende Zwanzig=Mark=Note trägt das Bildnis von Werner v. Siemens. Die Note zu zehn Mark wird das Bildnis von Thaer zeigen. Flugzeug einer Wetterwarte abgestürzt WTB Königsberg i. Pr., 19.Dez. In der Nähe des Gutes Klein=Wickbold bei Tharau stürzte heute morgen kurz nach 8 Uhr das Flugzeug der hiesigen Wetterwarte ab. Die beiden Insassen, Flugzeugführer Max Schwabe und der Beobachter Dr. Rudolph Otto Steiner. kamen dabei ums Leben. Die Reichsregierung kündigt den Angestelltentarif CNB Berlin, 19.Dez. Zwischen dem Reichsfinanzministerium und den am Tarifvertrag für die Reichsangestellten beteiligten Organisationen fanden gestern Verhandlungen über die Kürzung der Gehälter der Reichsangestellten statt. Die Reichsregierung wollte auf Grund des§ 5 der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 sämtlichen ReichsangeChemischer Trick mit Zucker Kann man Zucker verbrennen? Nehmen Sie einmal ein Stück aus der Zuckerdose und halten Sie ein brennendes Streichholz darunter. Der Zucker wird schmelzen, aber er wird nicht brennen. Machen Sie dann einige magische Striche über dasselbe Zuckerstück und halten wieder das brennende Streichholz daran, so brennt es und zwar ganz gehörig. Sie müssen bei den malischen Strichen nur dafür Sorge tragen, daß Sie mit einer Ecke des Zuckerstücks Zigarettenasche berühren. Der Grund liegt darin, daß die Asche die Flamme auf Grund des Gehaltes an Kalisalzen induziert. Versuche ergaben, daß, wie Zigarettenasche, auch jedes gewöhnliche Kalisalz wirksam ist. Das Kalium wirkt dabei als Katalysator, indem es Oxydation und Verbrennung fördert. stellten die Gehälter um sechs genau so, wie bei den Beamten, kürzen. Die Gewerkschaften haben diesen Gehaltsabbau unter Hinweis auf die hohe Belastung der Angestellten durch die Sozialversicherungsbeiträge— diese betragen rund 13 Prozent des Gehalts— abgelehnt. Das Reichsfinanzministerium hat darauf, auch im Auftrag der Deutschen Reichsbahngesellschaft und der Reichsbank, das Gehaltsabkommen zum Reichsangestelltentarifvertrag zum 31. Januar 1931 gekündigt. Die Vertreter Preußens erklärten, daß Preußen sich diesem Vorgehen anschließen werde. Die Gewerkschaften fordern, daß die der Arbeitslosenversicherung unterliegenden Angestellten von der Gehaltskürzung ausgenommen werden. Das Wetter vom Samstag Zunächst verhältnismäßig mildes Wetter und vielfach trüb=neblig bei nächtlichem Aufklaren. Temperaturen wieder langsam sinkend. Freitag Maximum im Kölner Flughafen+.5 Grad, Minimum—0,2 Grad Celsius. Niederschlag 1,6 Millimeter. Freitag, 19. Dezember 1930 Lokal=Anzeiger (Abend=Ausgabe) Nr. 643 Seite 11 Nachrichten aus Köln und Umgebung En kölsche Antwoot Vun Paul Ließem Et kütt der Onkel Edewaad Vun Oste her en flöcker Faht Bei sing Verwandte ahngejöck, Wo Kreßdag hä sich gään verdröck.— „Du Kleiner“, säht hä,„komm mal ran, Bringt dir ooch wat der Weihnachtsmann?“ „Nä, Ohm“, im schlau un gau dropp kütt Et Schängche,„bei uns kütt dä nit!“ „Nanu, wieso— wat is denn dat?! Warst nich eejal du brav und nett?! O jo“,— dat Schängche fleut wie'n Määl— „Ich weiß nix vun’nem Weihnachtskääl,— Wat ungerm Baum, wat drahn dheit hänge,— Dat dheit bei uns er Kreßkind bränge! Ergötzliches in der Elektrischen! Lachen soll gesund sein, zumal wenn man nach getaner Arbeit wie gerädert in der Straßenbahn seinen heimischen Penaten zugondelt. Wer jahrelang viermal tagsüber als hartnäckiger Stammgast die rollenden Bänke drückt, erlebt manches, meist aber Unerquickliches zwischen Schaffner und Fahrgästen. Folgendes kleine Vorkommnis soll aber zur Erheiterung der Leser meiner Feder entschlüpfen. Sitzt da in einer Ecke„malerisch hingegossen ein Herr mit Spitzbart. Vertieft in einen interessanten Artikel des Lokal=Anzeigers, achtet er nicht auf seine Umgebung. Des Schaffners melodiöses„sonst noch jemand ohne Fahrschein“ klingt noch wie aus weiter Ferne mahnend an sein Ohr. Mechanisch, ohne aufzuschauen, greift er mit der Linken in die rechte Westentasche und hält ein Ding, ähnlich eine Monatskarte, gratiös mit zwei Fingern dem Schaffner entgegen, lange, auffallend lange# Erst ein kleines Kichern ruft den in Druckerschwärze Versunkenen in die Wirklichkeit zurück, läßt ihn aufschauen und gewahren, daß er dem Hüter der Straßenbahn einen kleinen Taschenspiegel vorhält, in dem dieser mit unnachahmlicher Mimik seinen martialischen„Schnörres putzt und streicht. 6. 16 Was Wunder, daß nun ein lautes Hallo lo bricht. Mit verständnisinnigem Lächeln spricht dann der Schaffner die freundlichen Worte, verstand es famos, in der lacharmen Zeit für eine Weile Munterkeit zu zeugen. schließlich doch hereingehen. Die dann sagen: „Nein Fräulein, ich hatte es mir kleiner gedacht“, um zuguterletzt ihre ganze Not einfach zu verleugnen und für eine kleine Anzahlung sich ein teures Geschenk zurücklegen zu lassen, für dessen Bezahlung sie drei Tage hungern müssen. O, es gibt schon derartige Leute, und es gibt heute viele Kinder, deren Geschenk vielmehr sind als eine Offenbarung der frohen Gebelaune ihrer Eltern, deren Geschenke ernsthafte Opfer sind. Man würde den Hut vor diesen Frauen und Männern abziehen, die ihre eigene Not verdoppeln, um ihren Kindern ein Plätzchen jenseits des Elends freizuscharren, man würde ihn ganz bestimmt abziehen— wenn es nicht so ungebräuchlich wäre. Reichshallen=Operetten=Theater Im Reichshallen=Operetten=Theater hat der Vorverkauf zu der Weihnachtspremiere am 25. Dezember begonnen. Mit Grete Finkler als Gast gelangt in vollkommen neuer Ausstattung die große Operetten=Revue in 11 Bildern von Walter Bromme„Mascottchen“ in der Londoner Fassung zur Aufführung. Trotz der großen Unkosten, die die Direktion für diese Weihnachtsdarbietungen nicht gescheut hat, bleiben die Eintrittspreise unverändert bestehen. Wieder eine neue partei? Eine Berlinerin, die an dem kölnischen Dialekt viel Freude hatte, übersendet uns in Erinnerung an ihren Aufenthalt am Rhein die Wiedergabe folgenden Erlebnisses: (Nippes, in der Nähe des Wilhelmplatzes. Ein etwa siebenjähriger Knirps redet, breitbeinig dastehend, heftig auf ein noch kleineres Mädchen ein): „Vata sagt, ihr seid schwarz=weiß=rot!“ „So sühste uus!“ „Un noch'n Hakenkreuz draan?“ „Bis woll jeck?“ „Dann seid ehr eben Bolzefisten!“ „Du olle Schlabberschnüß!“ „Seid ehr dann Jüdde?“ „Nu bis evver still!“ „Enä, jetz bis du ens still! Jetz sog mer emol, wat seid ehr dann?“ „Wat mir sin? Mir sin Nippeser, do fiesen Möpp!“ Von Getränken, Heilapparaten, Steuern Noch ein Kapitel Bezirksausschuß Weihnachten vor den Schaufenstern—— ... und dahinter Schaufenstern, und davor... Balen an die Trabanten und. ereses, den klebrigen PatschScheiben und drücge, mit den flebrigen gan bändchen wo; Las tzlgg) Früher schmunzelte Zeitungen auf das Glas. Vrrr-gchrig. kindlichen Begeisterung Glzudert haben. Der wie o uit 15 heute garnicht mehr so sehr Geschäftszmann ist heute Potaen Kindernasen an erbaut von den plattgebrug... sterung der seinen Spiegelscheihen.—. Oepr, aper bi, Kinder hat nicht abgenommen, 8 Silberstücke sehlen, die gien, Irpohe, Fenster. putze; für ihn bedeutet es Arbeit, ganz einfach Arbeit. Rirgendwo kanj, vig, und Thinter: dieset besser studieren, als vor„.ugg, der sich an Schausentern. Og,febgeistert, und neben ein Vater, der diese Tetigt und zwischenlange Erläuterunger,., beschämt die burch den Preis rguf ein stleines Ställhen ganze Begeisterung,# zngen Blicke an den ahzulenken sucht. Deo Autuarg, die freudige Spielzengen. in denen gindheitserinnerungen Begrüßung der EPgruhe, dann verfinstern und austeuchtet, die ich oenn schließlich nur noch beunruhigen, Und wenz, waches Hoffnungsso etwas wie ein stert. flackert, dann kann fünkchen in zyren Ausiure Blicke bei dem man gewiß sein, des angelangt sind, dieser billigen„Oxgsasign eines echten Weihnachtstraurigen Illusion eines ec geschenkes. Leuten möchte ich reden. Gerade von'.„en Fenster und LadenDie auf dem Wege dreinal Ein Kölner Warenhaus hatte für eine Filiale um die Erlaubnis zum Kleinhandel mit Spirituosen nachgesucht. Die Ortspolizei hatte keine Bedenken. Aber der Stadtausschuß versaate die Erlaubnis, weil kein Bedürfnis vorliege. In der Verhandlung des Ausschusses wird festgestellt, daß es sich um eine Lebensmittelabteilung mit 190000 Mark Jahresumsatz bei 10 Angestellten handelt. Die Erlaubnis wiro erteilt. weil bei einem verartigen Umsatz grundsätzlich keine Bedenken entgegenständen. Seit 1901(!) bemüht sich ein Bonner Einwohner vergeblich um die Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft in seinem Hause. Heute führt er, mit Planskizzen und anderen Belegen bewaffnet, vor, daß in den let## ren die Besiedlung seines Stadtviertels stark zugenommen habe. In absehbarer Zeit sollen dort neue staatliche Kliniken gebaut werden, die große Autostraße Köln—Bonn führt unmittelbar vorbei, die Abzweigung zur Ahr ist gerade dort, die Landwirtschaftskammer liegt in der **** Der Beharrliche wird belohnt. * Um die Frage, ob eine Untersuchung, wie sie ein Bandagist zum Maßnehmen eines Bruchbandes vornimmt, zur Heilkunde gehöre oder nicht, geht eine andere Verhandlung. Der Antragsteller verlangt einen Wandergewerbeschein. „Aber“— hält ihm der Vorsitzende entgegen —„wenn, wie Sie sagen, die Kunden auf Ihre Anzeigen hin zu Ihnen ins Hotel kommen, brauchen Sie gar keinen Wandergewerbeschein. Der ist nur nötig beim Verkauf von Haus zu Haus. Und das gehörte schon eher ins Gebiet der Heilkunde, weil dann Ratschläge an die Leidenden unausbleiblich sind.“ Ich weiß, daß ich den Wandergewerbeschein nicht brauche, aber ich habe soviel Verdruß mit den Ortspolizisten, die das nie verstehen wollen.“ Der Ausschuß entscheidet, daß der Schein nicht auszustellen sei, weil er nicht benötigt werde, daß aber in die gerichtliche Zustellung des Urteils diese Begründung ausgenommen werde. Dann habe der Mann etwas in der Hand. das er den ungläubigen Polizisten vorweisen könne. Aebnlich ergeht es einem, der Heilgeräte an den Mann bringt. Er geht von Haus zu Haus. Und darum sagt ihm der Vorsitzende schon im Voraus, daß ein Antrag auf Wandergewerbeschein abgelehnt werden müsse, eben wegen der unvermeidlichen„medizinischen“ Ratschläge. Aber“— sagt der Mann ganz hilflos—„in jedem Geschäft können Heilgeräte doch anstandslos feilgeboten werden, sogar im Warenhaus. Wo ist denn da der Unterschied? Der Vorsitzende belehrt ion, daß an festen Orten Heilgeräte verkauft werden dürfen, ni aber von Tür zu Tur. mit Wander: gewerbeschein. Nur in Köln dürfe er handeln. Ein Kölner Bürger kaufte von einem Als der Käufer zur Tilgung der Restschuld aus der Kaufsumme von dem Engländer gedrängt wurde, fragte länd s bestebe. Angeblich blieb er ohne AntIn den Akten ist aber ein Vermerk über fernmündlichen Bescheid. Der Kölner— nennen sit Ve Seiche egen. Laselie in Un, hobe ihm mitgeteilt es sei“. Wertzu: wachssteuer mehr zu zahlen. Wer der Beamte war, ist nicht genau ermittelt. Vielleicht war es Herr., der ebenfalls als Zeuge vernommen wird. Seine Ausführungen bringen wenig Licht. Er erinnert sich, daß er einmal über Steuerfragen des Engländers von einem Angestellten des Kölner Hauses befragt wurde, glaubt aber nicht, eine falsche Auskunft gegeben zu haben, da er nicht hätte übersehen können, wenn die Akten etwas von einer Schuld enthalten hätten. Wahrscheinlich sei aber nicht von Wert zuwachssteuer, sondern von Vermogens zuwachssteuer gesprochen worden. Deshalb habe er dem Frager, Herrn., geraten. sich auch im Finanzamt in der Zeughausstraße zu erkundigen. „Nein“— sagt Herr 3.— mit vieler Mühe erfahren habe, wo das Wertzuwachssteueramt eigentlich ist, werde ich doch da nicht nach Vermögenszuwachssteuer fragen. Herr T. sagt aus, daß einige Wochen später das Wertzuwachssteueramt bei ihm angefragt habe, ob er die Restzahlung schon geleistet hätte, es sei doch noch eine Steuerschuld vorhanden. Verärgert habe er dies gleich Herrn Z. mitgeteilt, der das bestätigt. Der Rechtsvertreter des Herrn X. führt aus, daß außer diesen strittigen Dingen noch ein großerer Fehler begangen worden sei. Die Stadt habe die Steuerschuld von dem Ausländer nicht rechtzeitig eingetrieben. Sie hätte Zahlungswilligkeit nicht ohne weiteres voraussetzen dürfen, auch nicht als Einspruch erhoben wurde. Die Steuer hätte trotzdem sofort eingezogen werden müssen. Die Klage wird abgewiesen. Der Ausschuß sieht den Nachweis eines Fehlers der Stadt weder in dem einen noch in dem anderen Falle als erbracht an. Es hätte für die Stadt kein unbedingter Zwang zum Handeln bestanden. beiden jungen Leute waren total ver det. Sie hatten auf ihre Möbel noch 1200 bis 1300 Mark abzuzahlen, es schwebten gegen die Frau verschiedene Wechselklagen wegen Richtbezahlung von Kleidern, die sie— angeblich hinter dem Rücken ihres Mannes— gekauft hatte, vor allem drohte eine Räumungsklage wegen eines Mietrückstandes von 139 Mark. Mit einem Wort: Das Wasser stand ihnen bis Das Gericht versagt denn auch unter Würdigung aller Umstände dem Angeklagten und seiner Frau den Glauben und erkennt wegen Amtsunterschlagung auf sieben Monate Zu den unausgesprochenen Gründen dafür, daß die Strafe niedriger ausfiel als der Antrag des Anklagevertreters, darf man die auch vom Verteidiger angedeutete Vermutung rechnen, daß der Hauptschuldige vielleicht nicht in dem Manne zu suchen ist, sondern in der Frau, die das Geld verlor..“ Auoitgr. Die Kündigung im Arlaub Der Angestellte einer Kölner Firma trat Ende Oktober seine Ferien an. Am 28. Ottober sandte ihm die Firma durch brief seine Kündigung zum 30. November. Da der Angestellte sich bereits auf einer Erholungsreise im Ausland befand, nahm ein Hausbewohner den Einschreibebrief an und sandte ihn später dem Als diese Ende November entlassen wurde, verlangte er noch Gehalt für den Monat Dezember durch Klage am Arbeitsgericht. Er verwies auf die Bestimmungen, wonach bei Monatskündigung vor Beginn des Monats die Kündigung übermittelt werden muß. Der Einschreibebrief sei erst am 10. November in seine Hände gekommen und so könne er nicht vor Ende Dezember entlassen Das Gericht wies die Klage kostenfällig ab und sagte in der Begründung: Die Beweisaufnahme habe ergeben, daß der Einschreibebrief mit der Kündigung vor dem 1. November in der ständigen Wohnung des Kläaers avgegeben wurde, ferner, daß der Kläger dem Beklagten keine Mitteilung von seiner Adresse im Auslande gemacht hat. Somit war die Kündigung als rechtswirksam anzusehen. Der Portier eines Kaffeehauses, der Schwerbeschädigter und Vorsitzender des BR. war, wurde fristlos entlassen. Er klagte am Kölner Arbeitsgericht auf Feststellung, daß die Entlassung zu Unrecht erfolgt sei. Die Klage wurde abgewiesen, da die Beweisaufnahme ergab, daß der Kläger versucht hatte, den Beklagten dadurch zu schädigen, daß er zu einem Pächter des beklagten Betriebes sagte, er solle den Likör nicht von dem Beklagten beziehen, wie der Vertrag vorsehe, sondern von ihm(Kläger), dann könnten beide etwas verdienen. Auch hatte der Kläger zu einem Gast des Kaffeehauses gesagt, die Schnittchen seien hier teurer wie in anderen Kölner Gaststätten. Die Frau, die das Geld verlor Diese Frau ist nicht mit jener der Bibel zu vergleichen. Denn die Frau des Gleichnisses fand die verlorene Drachme wieder, und ihre Freude darüber war groß. Die Frau aber, von der hier die Rede ist, fand die verlorenen 2000 Mark nicht wieder, konnte sie auch nicht wiederfinden, weil sie sie nicht verloren hatte. Sie sagt das nur, um ihren der Unterschlagung angeklagten Mann herauszureißen. Der Mann, ein Aktuar, der als Gerichtsvollzieher tätig war, mußte sich bei einer plötzlichen Revision sagen lassen, daß rund 1400 Mark, die er eingenommen und abzuliefern hatte, fehlten. Er sagt, seine Frau sei seinerzeit mit einer Postanweisung über 2000 Mark zur Post gegangen, um einzuzahlen, habe jedoch unterwegs das Geld verloren. Die Frau bestätigt das: Sie habe ihrem überlasteten Mann bei seinen Dienstgeschäften geholfen, Schreibarbeiten für ihn gemacht, auch Gelder angenommen und zur Post oder zur Bank gebracht. Aber die fortgesetzte Untersuchung ergab ein wesentlich größeres Defizit; alles in allem ein Manko von 2800 Mark. Auf diese Feststellung entgegnete der Angeklagte, die Frau habe eben mehr verloren. Sie habe es nur nicht gleich eingestanden. Die Frau sagt ebenso und gibt als Grund an, sie habe gefürchtet, ihr Mann würde sich ein Leid antun. Aber—— Der Mann tat sich kein Leid an. Er zeigte weder, was doch das einzig Richtige gewesen wäre, den angeblichen Verlust bei seiner Behörde an. noch bei der Polizei, noch versuchte er es mit einer Anzeige in einer Zeitung. Dazu kommt eine Reihe von Widersprüchen in den Aussagen des Ehepaares, die es auch in der heutigen Hauptverhandlung nur mit einem Achselzucken zu beantworten weiß. Ein weiteres kommt hinzu. Zwar kein unmittelbarer Tatbeweis, aber eine eindentige Antwort auf die Frage nach dem Motiv: Die Weihnachten in Sicht auf dem Kölner Hauptmarkt Mit großen Hoffnungen waren die Beschicker zum heutigen Markt gezogen. Auf dem Obstmarkt sah man die schönsten Früchte, die für die Weihnachtszeit zurückgehalten waren, weil man gehofft, dann mehr dafür erzielen zu können. Eine Sendung schöner Aepfel kam aus der Steiermark. Die Ausstellungen in der Markthalle sind sehenswert. Der Geflügelmarkt bot Weihnachtsgänse in Massen an. Hasen, Kaninchen, Rehe, Fasanen sind an allen Verkaufsständen des Wildmarktes zu haben. Die Rheinfischer boten Barben, Hechte, Aale, Backfische an. Aber überall fehlt es an den Käufern. Am 24. Dezember wird die Hauptmarkthalle um 18 Uhr geschlossen; der Christbaumverkauf auf den Straßen und Plätzen endet am Hl. Abend um 17 Uhr. Am Samstag wird in Sülz WochenEs kosteten im Großhandel: Kartoffeln, Industrie .50—.00, gelbe Nieren—.50, blaue.00 Mark der Zentner, Weißkohl—3, Rotkohl 3½—4, 13—15, Grünkohl—4, Wirsing 2½—3, Feldsalat 12—20, Spinat—8, Steckrüben—3, weiße Rüben —5, Karotten—4, Möhren 2½—3, Zwiebeln—4 Pfennig das Pfund, Kohlraben—5, Rettich—5, Meerrettich 10—30, Endivien—11 Pfg, das Stück, Radieschen—6, Schwarzwurzel 12—17 Pfg. das Gebund, Butter.40—.75 Mark das Pfund, Eier 11 bis 19 Pfg. das Stück, Kochäpfel 23—28, Eßäpfel 25 bis 42, Kochbirnen—15, Eßbirnen 20—40 Pfg. das Pfund. An Auslandswaren: Tomaten 40—60, Schwarz= wurzel 20—23 Pfg. das Pfund, ital. Endivien, Korb .50 Mark, franz. Kopfsalat 21—25, ital. Blumenkohl 30—60 Pfg. das Stück, Radieschen 60 Pfg. das Gebund, amerikanische Aepfel, Kiste 13—20, Faß 32—40, kaliforn. Birnen, Kiste 21—25, Almeria=Trauben, Faß 21—28, Apfelsinen, Kiste 17—22, Zitronen, Kiste zu 150 Stück.50—10, zu 300 Stück 14—18 Mark, holländische Trauben 110—115, spanische 60—70, Brüsseler 150—160. Annanas 130—140, Bananen 30—45, Maronen 16—25, Haselnüsse 60—80. Baumnüsse 40 bis 100, Feigen 25—30 Pfg. das Pfund. * Die Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener e. Ortsgruppe Köln=Nippes, hält ihre 10. Weihnachtsbescherung am Samstag, den 27. Dezember, 16 Uhr, im Sechzigbrauhaus ab. Es werden etwa 100 Kinder beschenkt. Zur Verschönerung der Feier tragen bei u..: Der Lautenchor der Konrektorin Frl. M. Pape, Köln Mauenheim, das Orchester der Vereinigung. TG T. SNNTTT OUOONE JUhohage Seite 12 Nr. 643(Abend=Ausgabe) Lokal=Anzeiger 6 Kampf um die Nachtragssteuerumlage Wie in der heutigen Morgenausgabe mitgeteilt, traten die Mitglieder des Finanzaushusses nach Schluß der gestrigen Stadtverordnetensitzung nochmals zur Beratung über die hartumkämpfte Nachsteuervorlage zusammen. Die Aussprache dauerte bis kurz vor 23 Uhr. Zur Unterstützung ihrer Forderungen ließ die Verwaltung eine weitere Denkschrift verteilen, deren Inhalt wir wegen des allgemeinen Interesses nachstehend wiedergeben. Nachtragsumlage 1930 Die Verwaltung schlägt zur teilweisen Deckung des gegenüber dem Haushaltsplan 1930 entstandenen Fehlbetrages folgende Steuererhöhungen vor: Gewerbeertragssteuer von 600% auf 675% Gewerbekapitalsteuer von 1800% auf 2025% Gemeindezuschlag zur Grundvermögenssteuer von 300% auf 330% Da die Nachtragsumlage rückwirkende Kraft vom 1. April 1930 ab hat, würde die gesamte Nachtragsumlage im 4. Vierteljahr des Rechnungsjahres 1930 zu zahlen sein. Die Verwaltung schlägt jedoch vor, daß die Zahlung auf 15 Monate, und zwar auf die Zeit vom 1. Januar 1931 bis 31. März 1932, verteilt wird. Dadurch wird erreicht, daß für das Rechnungsjahr 1931 infolge der Steuersenkung die gleiche Gewerbesteuer erhoben wird wie für die ersten neun Monate des laufenden Rechnungsjahres. a) Gewerbesteuer Nach der 2. Reichsnotverordnung vom 1. Dezember 1930 ist die Gewerbesteuer vom 1. April 1931 ab um 20 Prozent zu senken. Es ist vorgesehen, die Senkung nur bei den Gemeinden eintreten zu lassen, bei denen die Realsteuersätze den Landesdurchschnitt übersteigen, was für Köln bei den derzeitigen Sätzen zweifelhaft ist. Bei der vorgeschlagenen Erhöhung wird der Landesdurchschnitt für Köln unter allen Umständen überschritten werden, so daß die Senkung in Frage kommt. Infolge dieser Senkung von 20 Prozent ermäßigt sich vom neuen Rechnungjahre ab der Zuschlag bei der Gewerbeertragssteuer von 675% auf 540% Gewerbekapitalsteuer von 2025% auf 1620% Weil beabsichtigt ist, die Nachtragsumlage auf fünf Vierteljahre zu verteilen, sind ein Fünftel der 75prozentigen Nachtragsumlage an Gewerbeertragssteuer— 15 Prozent und ein Fünftel der 225prozentigen Nachtragsumlage an Gewerbekapitalsteuer— 45 Prozent in der Zeit vom 1. Januar 1931 bis 31. März 1931 zu zahlen. Der Rest von vier Fünfteln = 60 Prozent der Gewerbeertragsteuer und 180 Prozent der Gewerbekapitalsteuer ist im Rechnungsjahre 1931 zu zahlen. Infolgedessen wird im Rechnungsjahr 1931 die gleiche Gewerbesteuer erhoben, wie in den ersten neun Monaten des laufenden Rechnungsjahres. Lediglich für die Zeit vom 1. Januar 1931 bis 31. März 1931 wäre somit ein Mehrbetrag zu zahlen, weil die Senkung erst ab 1. April 1931 eintritt. Dieser einmalig zu zahlende Mehrbetrag ist jedoch keineswegs erheblich, wie nachstehende Ausführungen zeigen: Von den insgesamt 41 600 Gewerbesteuerpflichtigen sind 10 800 steuerfrei. Von den verbleibenden 30 800 sind 24000 nach einem Gewerbeertrage bis zu 5000 M. besteuert. Bei einem Gewerbeertrage von 3000 M. beträgt der für das ierteljahr zu zahlende Steuermehrbetrag .12., bei 5000 M. Gewerbeertrag 4,73 M. Es haben also rund vier Fünftel aller Gewerbesteuerzahler an Mehrsteuer nicht mehr als .73 M. einmal zu zahlen. Die einmalige Mehrbelastung der Steuerpflichtigen mit höheren Erträgen ergibt folgende Uebersicht: Ertragsgruppe Zahl d. Betriebe Mehrsteuerbetr. M. 5 000— 10 000 4100 10 000— 40 000" 2200 40 000—100 000 340 über 100 000 160 Bei der Gewerbekapitalsteuer M. 4,73— 19,43 19,43—109,43 109,43—289,43 mehr als 289,43 wirkt sich die Mehrbelastung für das letzte Vierteljahr des laufenden Rechnungsjahres noch weniger aus. Von den insgesamt 41 600 Gewerbesteuerpflichtigen sind rund 8000 kapitalsteuerpflichtig. Dabei ist zu berücksichtigen, daß bei der Gewerbekapitalsteuer der Grundbesitz grundsätzlich ausgeschieden ist und daß ein Gewerbekapital bis zu 3000 M. steuerfrei ist. Es versteuern 5400 Pflichtige ein Gewerbekapital von 3000 bis 10000 M. Die Nachsteuer beträgt bei diesen 0,67 bis.25 M Folgende Uebersicht ergibt die Mehrbelastung für das letzte Vierteljahr 1930: Kapitalgruppe Mehrsteuerbetrag M. 1,35 2,70 5,10 14,10 29,10 Grundsteuer M. 6 000 12 000 20 000 50 000 100 000 b) Grundsteuer Die 30prozentige Erhöhung der soll ebenfalls auf 15 Monate werden. Diese Erhöhung lich der Erhöhung für 1931, der monatlichen Friedensmiete zent ab 1. Januar 1931. Wie sich die Mehrbelastung bei einzelnen Mieten auswirkt, ergibt nachstehende Tabelle: verteilt bedingt, eine um einschließErhöhung 1,92 Jährliche Friedensmiete 300 450 600 1000 2000 3000 Jährliche Mieterhöhung 5,76 8,64 11,52 19.20 38,40 57.60 Monatliche Monatliche Friedens miete 2.— 37.50 50.— 100.— 200.— 250.— Mieterhöhung .48 .72 .96 1,92 3,84 4,80 Die Geschäfte in den kommenden Tagen An den letzten vier Werktagen vor dem Heiligen Abend, am 19., 20., 22. und 23. Dezember, ist ein Geschäftsverkehr in den offenen festen Verkaufsstellen bis 20 Uhr (8 Uhr abends) zugelassen. Unzulässig ist es, beim Geschäftsschluß um 20 Uhr(8 Uhr abends) nach dieser Zeit noch anwesende Kunden auszubedienen. Am 24. Dezember dürfen offene Verkaufsstellen nur bis 5 Uhr nachmittags, Verkaufsstellen, die ausschließlich oder überwiegend Lebensmitel, Genußmittel oder Blumen verkaufen. bis 6 Uhr nachmittags für den geschäftlichen Verkehr geöffnet sein. Die beim Ladenschluß schon anwesenden Kunden dürfen noch bedient werden. Diese Vorschriften gelten auch für Verkaufsstellen von Konsum: oder ähnlichen Vereinen, für solche auf Eisenbahngelände und für das gewerbsmäßige Feilbieten außerhalb offener Verkaufsstellen. Sie gelten nicht für Apotheken. Von diesem Gesetz ist auch der Straßenhandel betroffen worden, denn das Feilbieten von Waren auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder anderen öffentlichen Orten ist am 24. Dezember nach 5 bzw. 6 Uhr nachmittags nicht mehr gestattet. Weiter darf auf Märkten und in Markthallen ein Feilbieten von Waren am Heiligen Abend nach 5 bzw. 6 Uhr nachmittags nicht mehr stattfinden. Am zweiten Feiertag gilt für alle Geschäfte, mit Ausnahme der Milch= und Roheishandlungen, völlige Sonntagsruhe. Es dürfen danach an diesem Tage auch die Waren, die an den übrigen Sonn= und Feiertagen für bestimmte Zeiten zum Verkauf freigegeben sind, wie Blumen, Zeitungen, Bäcker= und Konditorwaren nicht verkauft werden. In den photographischen Anstalten herrscht am 1. Weihnachtsfeiertage völlige Sonntagsruhe. Die Friseurstuben dürfen am 1. Weihnachtsfeiertag von 8 bis 11 Uhr vormittags offen halten. Am zweiten Feiertag müssen sie geschlossen sein. Ein Zwang, die Geschäfte in den zulässigen Stunden offen zu halten, besteht nicht. Am Silvestertag, dem 31. Dezember, können die Geschäfte bis 21 Uhr(9 Uhr abends) offen halten; doch dürfen nach 9 Uhr abends anwesende Kunden nicht mehr ausbedient werden. * Berichtigung. Im Bericht über die Einspruchsversammlung; der städtischen Beamtenschaft ist ein irreführender Satz enthalten. der richtig lauten muß: Das Vorgehen der Wirtschaft richtet sich auch keineswegs gegen das Beamtentum als solches sondern gegen die Ueberspannung der Aufgabenkreise der Städte. Raubversuch in Höhenberg Am 17. Dezember, gegen 19.30 Uhr, wurde, wie schon mitgeteilt, das Lehrmädchen einer Lebensmittelfiliale in Köln=Höhenberg auf dem Wege zur Straßenbahn in der Nähe des dortigen Friedhofes auf der Frankfurter Straße durch einen unbekannten Mann mit den Worten:„Geld her oder das Leben", angehalten. Der Täter versuchte, dem Mädchen die Aktentasche zu entreißen. Durch die Gegenwehr gelang es dem Mädchen zu flüchten. Der Täter verfolgte es und schlug es von hinten auf den Kopf. Im gleichen Augenblick kam ein zweiter Täter hinzu, hielt das Mädchen am Arm fest, und fragte, welchen Weg der Filialleiter nähme, wenn er abends Geld fortbringe. Als die Ueberfallene keine Antwort gab, wurde sie von einem der Täter mehrmals gegen den Unterleib geschlagen, so daß sie zusammenbrach. Die Täter sind dann geflüchtet. Straßenpassanten nahmen sich des verletzten Mädchen an. Von den beiden Tätern soll einer etwa 1,75 Meter groß gewesen sein, der andere war viel kleiner. Der größere soll etwa 26 Jahre alt sein und trug schwarze Gesichtsmaske. Der kleinere soll ein Tuch vor dem Gesicht gehabt haben. Die Verkehrsunfälle Vom 19. Dezember sind fünf Verkehrsunfälle gemeldet. Drei Personen wurden verletzt, sie konnten jedoch alle ihre Wohnung aufsuchen. In den übrigen Fällen entstand erheblicher. Sachschaden. Freitag, 13. Dezember 1930 Ladendiebinnen Am 16. Dezember wurden in einem hiesigen Warenhause drei Mädchen von auswärts festgenommen. Sie sind geständig, in den letzten 14 Tagen gemeinsam Ladendiebstähle ausgeführt zu haben. Die Diebesbeute brachten sie zu einer hiesigen Familie. Zwei große Koffer mit gestohlenen Gegenständen— Handtaschen, Ueberschuhe, Seifen u. a. m.— konnten sichergestellt werden. Vermißt Vermißt wird seit dem 3. September 1930 die Buchhalterin Gertrud Elise Charlotte Wackermann, geboren am 9. November 1898 zu Berlin, zuletzt hier wohnhaft. Die Vermißte ist etwa 1,60 Meter groß, blond und hat Bubikopffrisur. Bekleidet ist die Vermißte wahrscheinlich mit weißem Filzhut und blaugemustertem Seidenkleid. Zweckdienliche Angaben erbittet die Vermißtenstelle, Am Weidenbach 10, Zimmer 56. Eigentümer gesucht Folgende Mäntel, die aus Autos gestohlen sind, wurden beschlagnahmt und sichergestellt: 1. Ein grauer, hellgrau=kleinkarierter Mantel. Der Rücken ist mit grauer Seide gefüttert. Der zweireihig zuzuknöpfende Mantel hat an den Aermeln einen Knopf. Er muß vor dem 29. Juli 1930 gestohlen sein. 2. Ein brauner, zweireihiger Gabardinemantel, innen mit Kunstseide gefüttert, mit grauweißen Karos. Die Aermel sind umgeschlagen. Dieser Mantel muß vor dem 8. September 1930 gestohlen sein. 3. Ein dunkel blau=grauer, zweireihiger Gabardinenmantel, innen mit rötlich=braun=weißen Karos. Auf den Aermeln befinden sich Schlaufen. Er muß vor dem 21. Oktober 1930 gestohlen sein. 4. Ein dunkel grau=stahlblauer, zweireihiger Gabardinemantel, innen mit grauer Seide gefüttert und blauen Karos. Dieser Mantel muß vor dem 3. November 1930 gestohlen sein. Diese Mäntel sind von einem Gepäck= bzw. Kollidieb aus Autos hier in Köln gestohlen. Die Eigentümer der aufgeführten Mäntel können sich vormittags von 10 bis 10.30 Uhr auf dem 5. Kriminal=Kommissariat, Am Weidenbach 10, Zimmer 89. einfinden. Auch befindet sich hier noch eine Kiste mit eingezuckerten Orangen. die vermutlich von einem Fuhrwerk oder Auto gestohlen ist. Ungewöhnlich starker Ausstellungsbesuch Die im Kunstgewerbe=Museum's zum 10. Januar stattfindende Ausstellung„Kinder wallen spielen“ hat in weitesten Kreisen ein ungewöhnlich starkes Interesse gefunden. Die Besucherziffer betrug in den ersten zwei Wochen 4600. Im übrigen sei erwähnt, daß das auswärtige Ausstellungsmaterial seitens der Schriftleitung der Berliner Kunstzeitschrift Das Kunstblatt durch Herrn Paul Westheim zusammengestellt worden ist. auf Ankündigungen Spielsachen=Ausstellung in der Schule Platenstraße Die Not der Zeit lastet besonders schwer auch den Eltern vieler der genannten Schule in Ehrenfeld angehörenden Kinder. Im Hinblick auf das hl. Weihnachtsfest wirkt diese Not erst recht bedrückend, da sie den lichten Sonnenschein der Freude, der dieses Fest, an dem„die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, unseres Heilandes erschienen", verklärt, wenigstens für die Kleinen nicht verdunkeln sollte. Der Elternbeirat der Schule hat darum die Beschaffung von Spielsachen für arme Kinder zu ermöglichen gewußt. Unter seiner Leitung angefertigt, gelangen die Sachen Sonntag, Radaulustige die mit pflastersteinen Anträge im Stadtrat unterstützen wollten Aus Anlaß der Stadtverordnetensitzung am 18. Dezember, in der die Anträge der KPD auf Gewährung von Winterbeihilfen für die Erwerbslosen behandelt werden sollten, hatten sich in den Zugangsstraßen zum Rathaus mehrere kleinere Gruppen radaulustiger Elemente eingefunden, die der ihnen von linksradikaler Seite aus durch Flugblätter bekanntgegebenen Aufforderung zu Massendemonstrationen nachkommen sollten, um den gestellten Anträgen der KPD durch außerparlamentarische Aktionen den erforderlichen Nachdruck zu verleihen. Die Polizei war jedoch eingehend über das Vorhaben der Leute orientiert und sorgte durch umfangreichen Sicherheits= und Streifendienst für die Aufrechterhaltung von Ruhe, Ordnung und Sicherheit in den Straßen und namentlich den Geschäftsvierteln der Innenstadt. Trotz der umfangreichen polizeilichen Sicherheitsmaßnahmen konnte jedoch nicht verhindert werden, daß in den entlegeneren Bezirken der Stadt einige Fensterscheiben an Geschäftslokalen und in einem Falle bei einer Zeitung von einzelnen Radaubrüdern eingeworfen wurden. Zu Plünderungen kam es jedoch in keinem Falle, da auch in diesen Fällen die Polizei stets schnellstens zur Stelle war. In Marienburg konnte sich in den Abendstunden auf kurze Zeit eine Rotte von 20—25 Burschen in einer Weise betätigen, in dem von den Burschen in einer Villa einige Fensterscheiben eingeworfen, in einem anderen Hause eine Fensterscheibe durch einen Schuß zertrümmert und in einem dritten Falle ein des Weges kommendes Privatauto angehalten und umgestürzt wurde. Personen wurden bei diesen Vorgängen nicht verletzt. Das in kurzer Zeit nach Alarmierung erscheinende Ueberfallkommando konnte von den flüchtenden Tätern keinen mehr stellen. Im allgemeinen verlief der gestrige Abend ziemlich ruhig. Da die Stadtverordnetensitzung kurz vor 19 Uhr abgebrochen und auf den 19. Dezember vertagt wurde, verzogen sich auch bald die radaulustigen Elemente. Gegen 20 Uhr war vollkommene Ruhe wieder eingetreten. Kirchenchöre, Achtung! Wir bitten die Kirchenchöre der einzelnen Pfarreien um Zusendung der für die Weihnachtstage vorgesehenen Gesänge bis spätestens Samstag, den 20. Dezember. Später zugehende Mitteilungen können nicht mehr berücksichtigt werden. den 21. Dezember, von 10 bis 17 Uhr, in der Schule Platenstraße zur Ausstellung, zu deren Besichtigung der Elternbeirat einladet. * R e i c h s h a l l e n= O p e r e t t e n t h e a t e r. D a s R e i c h s h a l l e n Operettentheater wird auch in diesem Jahre mit einer großen Weihnachtspremiere aufwarten. Eine Operetten=Revue in 11 Bildern, Walter Brommes „Mascottchen“, in der Londoner Fassung, befindet sich in der Vorbereitung. In der Titelrolle gastiert Gretl Finkler, die somit an die Stätte ihrer alten Elfolge zirückkehrt. Die Revue wird dekorativ und kostümlich vollkommen neu ausgestatet und führt der Komponist selbst die Regie. * Reichshallen=Operettentheater. Um auch der auswärtigen Kinderwelt Gelegenheit zu geben, sich das reizende Märchen„Tornröschen“, das bei seiner Erstaufführung am Mittwoch bei klein und groß allgemeinen Beifall fand, anzusehen, hat sich die Direktion entschlossen, es für Sonntag, 21. d.., nachmittags 4 Uhr, auf den Spielplan zu setzen. Die Vorstellung findet zu bedeutend ermäßigten Preisen statt, und zwar von 50 Pfg. bis.50 Mark. * Der Elternbeirat der Katholischen Volksschule Lindenburger Allee in Köln=Lindenthal veranstaltet für die Kinder genannter Schule am Montag, den 22. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Vereinshause, Bachemer Straße 104, eine Weihnachtsfeier. Zur Aufführung gelangt u. a. das Christgeburtsspiel. Der Eintritt für Kinder ist frei, Erwachsene zahlen 30 Pfg. * Kreuzbund, Verein abstinenter Katholiken, e.., Ortsgruppe Köln=Mitte. Die Versammlung am Sonntag, 21. Dezember, fällt aus. * Opernhaus. Für die Aufführung von„Hänsel und Gretel“ am Sonntag, den 21. Dezember, 16 Uhr, sind kleinste Eintrittspreise(0,50 bis 3,50.) angesetzt, damit günstigste Gelegenheit gegeben, diese volkstümliche Märchenoper zu besuchen. Ein offenes Wort Stimmen aus dem Teserkreis Messermiete Zu den unter obiger Ueberschrift in den Nummern 625 und 635 veröffentlichten Einsendungen schreibt die Stadtverwaltung: 613, uns Die Einsender gehen bei ihren Bemängelungen von irrigen Voraussetzungen aus. Aus der für die elektrischen Zähler zu zahlenden Miete sind nicht nur die Anschaffungskosten der Zähler, v. h. die Kosten für Verzinsung und Abschreibung, sondern auch die Unterhaltungskosten und die Kosten der regelmäßigen Ablesung zu decken. Diese Kosten, die durch die Zählermiete nur gerade gedeckt werden, sind von der jeweils entnommenen Strommenge völlig unabhängig. Es ist nun festgestellt worden, daß in der Regel die Stromabnehmer die Höhe der Zählermiete bemängeln, die nur einen ganz geringen Stromverbrauch haben. Dies beweist aber gerade, wie notwendig und gerecht die Erhebung der Zählermiete in der festgesetzten Höhe, d. s. die durch jeden Zähler verursachten Kosten, ist. Denn, wie gesagt, sind die durch den Zähler und die Ablesung entstehenden und durch die Zählermiete zu deckenden Kosten unabhängig von der Stromentnahme. Würden nun die genannten Kosten, die ja doch aufgebracht werden müssen, nach dem Wunsche der oben gekennzeichneten Verbraucher auf die Strompreise umgelegt, dann würde z. B. der Stromverbraucher, der monatlich 50 Kilowattstunden entnimmt, das Zehnfache von dem bezahlen, was der Stromabnehmer bezahlt, der monatlich nur 5 Kilowattstunden entnimmt, obwohl die beiden Abnehmer für das Bereithalten und Ablesen des Zählers doch genau dieselben Kosten verursachen. Das jetzige Verfahren entspricht also durchaus dem Grundsatz Leistung gegen Leistung und der Gerechtigkeit und Billigkeit. Nicht öffnen, bevor Zug hält! Wie bekannt, ist die Linie 16 geschlossen. Auf den Ausgangstüren ist ein gelber Zettel mit schwarzer Druckschrift angebracht. Darauf stehen folgende Worte: „Um Vermeidung von Zugluft und Gefahr Tür nicht öffnen bevor der Zug hält". Dieses gefällt aber den meisten Fahrgästen nicht. Die Tür„muß“ ein Stück vor der Haltestelle geöffnet werden. Die Fahrgäste wären deshalb deutlicher darauf hinzuweisen, die Tür erst zu öffnen, wenn der Wagen steht. Schuß oder Stein? Man schreibt uns: Am Dienstagnachmittag gegen .45 Uhr wurde unser Personenwagen auf dem Sachsenring bei der Fahri in Richtung Übierring durch einen Flobertschuß oder durch eine Steinschleuderung aus den Anlagen am Sachsenring beschädigt, so daß die vordere dicke Glasscheibe zersprang. Wir nehmen an, daß durch leichtsinnige und gefährliche Spielerei von Jugendlichen das Vorkommnis geschah. Bei der bereits anbrechenden Dämmerung war es leider nicht möglich, den Täter zu erwischen.— Wie leicht könnte durch einen solchen Vorfall ein unübersehbares Unheil entstehen. Es wäre daher Sache der Polizei, den Fall zu untersuchen bzw. durch entsprechende Schutzmaßnahmen eine Wiederholung zu vermeiden. Amtlicher Wasserstand vom 19. Dezember 1930. Basel Konstanz Hüningen Kehl Maxau Mannheim Schweinfurt.62 Würzburg 1 80 0,54 3,32 .12 2,58 .42 .55 Lohr.18 Frankfurt— Kostheim Stp.— Kostheim Up. 3,08 Kostheim Ft 2,30 Mainz.48 Bingen 2,42 Kaub 2,74 Trier Koblenz Köln Oüsseldor Duisburg Ruhrort Wesel Emmerich 1,43 2,96 .15 2,65 1,78 .08 .15 3,30 Hauptschriftleiter: Joh. Rings. Verantwortlich für Politik Volkswirtschaft und Film P. Saupe: für Kulturelles und Feuilleton Dr. Heinz Stephan: für Kommunalpolitik und Soziales Dr. Hans Koch: für Kirchliches Stadtkölnisches und Landkreise Peter Christ; für den Sport I. Zündorf: für den Anzeigenteil I Stotz. Verlag und Druck: Kölner Görreshaus A. G. Alle in Köln. Freitag, 19. Dezember 193. Lokal=Anzeiger Zum 400. Todestag des Humanisten Pirkheimer Willibald Pirkheimer, nach dem Dürerschen Holzschnitt Vor 400 Jahren, am 22. Dezember 1530, starb zu Nürnberg Willibald Pirkheimer, der große Humanist. Anfänglich sympathisierte Pirkheimer mit Luther, entfremdete sich aber allmählich der Reformation. Neben seinen Uebersetzungen aus dem Griechischen, schrieb Pirkheimer die Geschichte des Schweizerkrieges von 1499„Bellum Helveticum“, Prozeß um die bürgerliche Rehabilitierung Rembrandts Hendrik Willem van Loon, der holländisch=amerikanische Schriftsteller, strebt bei einem Amsterdamer Gericht einen Prozeß um die bürgerliche Rehabilitierung Rembrandts an. der vor 265 Jahren bankrott machte und dessen ganzer Besitz versteigert wurde. Der eigenartige Prozeß soll demnächst zur Verhandlung komen. Eisenbahnstation„Vatikan“ vor der Vollendung Die neuerrichtete Station der Vatikanischen Stadt geht ihrer Fertigstellung entgegen. Ein riesiges Eisentor, das für jeden Zug auseinandergezogen wird, bildet die Einfahrt zum Bahnhof. Die deutsche Schule in Athen muß geschlossen werden Die deutsche Schule in Athen, die anläßlich der Hundertjahrfeier der Unabhal egreit chenlands eingeweiht wurde, wird von der Miktel gegen die Minderheiten kämpft, geschlossen. Geschäftliches Bonicot Ein Wiener Forscher—., an dere umniger ziäht ien dot eine„ers Prapser, eines Prätarates in die Venn man einige.: zizife, einimpft, bildet sich Zigarre, Zigarette oder######nt 75 Prozent der dort eine Sperrzone,prigzz,“#u, Ammoniu., StaarTabakgifte Nikotin, Pyrtorn un, Li, arztliche Weltaln W a dn dag Nr die Keuiset. Lei eient esce Ke Obsich. Beice anegiech. dal, ier Seisihet Bonteot venn. Arengungd Ke Keiser Bese der. werden durch die Einimpfung zaiht also und die Rauchaiff werde auf ein unschädliches reduziert, Gehört dem Schraubenflugzeug die Zukunft? Neues spanisches Schraubenflugzeug, das sich in der Luft völlig unbeweglich halten kann. Immer neue Versuche macht man mit der Konstruktion des Schraubenflugzeugs, der so aussichtsreich erscheinenden Neuerfindung der Flugtechnik. In Spanien, von wo aus das Schraubenflugzeug seinen Siegeslauf nahm, ist jetzt wieder ein verbesserter neuer Typ der eigenartigen Flugapparate konstruiert worden, der seine ersten Probefahrten über Barcelona vollführte. Vom Ausbau der deutschen Handelsflotte „General von Steuben“ ist der neueste Dampfer, den der Norddeutsche Lloyd in den Nordamerikadienst stellt. Der Dampfer soll hauptsächlich dem Luxusverkehr dienen und bietet Raum für 800 Passagiere. Ende Januar tritt das Schiff seine erste Reise nach den westindischen Inseln an. (Abend=Ausgabe) Nr. 643 Seite 3 Der freundliche Herr sei Dein Weihnachtsmann! Als Alde Alb s ensen S SC A, SP ae e De SP-Alr P- e ebe A e Un 8 12 E e EE IIEIIIE Denke daran! Denn die Menschen unserer Zeit wünschen nicht allein schöne, sondern vor allem nützliche Gaben! Geschenke, die sie sich sonst selbst erwerben müßten, sind ihnen lieber als andere noch so große Aufmerksamkeiten! Praktische Kleidung: Winter-Olster Winter-Paletots Ulster-Paletots Sakko-Anzüge Blaue-Anzüge Smoking-Anzüge Schwarze Anzüge Sakko und Weste ab 38.— ab 38.— ab 48.— ab 38.— ab 48.— ab 68.— ab 68.— ab 48.— Motortanker„Harry G. Seidel“, eines der sechs neuen Riesen=Petroleumschiffe, die auf deutschen Werften für die Deutschamerikanische Petroleumgesellschaft gebaut werden, hat jetzt seine erste Probefahrt durchgeführt. Der Tanker kann 16000 Tonnen Nutzlast mitführen. Beliebte Geschenke: Haus-Jacken...... ab 12.— Schlafröcke..... ab 28.— Pullovers ab.25 Frack-Westen.... ab.— Fantasie-Westen... ab.50 Streifen-Hosen..... ab.75 Knickerbockers..... ab.25 Geschenke für Sportler: Ski-Anzuge. ab 38.— Ski-Blusen....... ab 13.50 Ski-Hosen... ab 12.— Ski-Velveion-Westen ab 18.— Ski-Windjacken.... ab 12.— Ski-Woll-Westen... ab 12.— Ski-Pullovers...... ab.50 Ski-Socken.... ab.75 Ski-Bänder...... ab.95 Ski-Handschuhe... an.95 Ski-Schals..... ab.95 Ski-Mützen..... an.35 Knickerbockers..:: ab.75 Loden-Joppen..: ab 12.— Sport-Jacken..... ab 12.— Loden-Mäntel... ab 21.— Sport-Anzüge ab 38.— Sport-Gürtel ab.95 Hosen-lräger..... ab.75 Jedes Stück wird auf Wunsch in einen hübschen Geschenk-Karton verpackt! Umtausch bis 31. Dezember Bamberger& Hertz Köln, Breite Straße, Ecke Berlich Seite 4 Nr. 643(Abend=Ausgabe) Lokal=Anzeiger REES GEIENESE e Freitag, 19. Dezember 1930 Be MAS u -ee N Jugendfest in St. Dreikönigen, Köln=Bickendorf Ein sehr erfreuliches Bild vom Dienst an der Jugend bot das am Sonntag im überfüllten Saal des Jugendheims von St. Dreikönigen als „Elternavend“ veranstaltete Fest der Rektorats=Jugend. Schon der Einzug der jungen Schar, 70 frische Jungen in gleicher Kluft (orangefarbene Bluse, auf dem linken Arm das Christus=Monogramm, auf der Brust drei Kronen) machte einen vorzüglichen Eindruck, der durch den von Jungen der Gruppe St. Christophorus tadellos vorgetragenen Sprechchor (Psalm 112„Lied der Kleinen") noch vertieft wurde. Aus der Ansprache des Jugendführers, Präses Kaplan Berghs, sei folgendes wiedergegeben:„Wer die Jugend hat, hat die Zukunft; wir vor allem müssen daran denken und dem Auftrag des göttlichen Kinderfreundes:„Lasset die Kleinen zu mir kommen“ folgend, allen Feinden Christi zurufen: Hände weg vom katholischen Kind! Die Zeit verlangt, daß wir uns der Jugend von 9 Jahren bereits annehmen. Das ist nicht Aufgabe einer neuen Organisation, eines neuen Vereins, sondern Aufgabe der ganzen Rektoratsfamilie, die sich schützend und sorgend um den Jugendfrühling stellen muß. Unsere Arbeit im Jugendreich ist bestimmt von der Familie her. Wir führen die Kinder nicht aus der Familie, sondern in die Familie. Die Kindergruppen vermitteln Gelegenheit zum Schaffen und Helfen.„Kranke“ Familien sollen an den Kindern gesunden. Eine gute Gruppe ist Abbild und Vorbild einer guten Familie. Das Ziel unserer Arbeit ist bestimmt vom Glauben her. Unser Idealbild ist das glaubensfrohe, schlichtfromme Kind, das im Glauben lebt und aus dem Glauben Kraft zum Gutsein schöpft. Nicht äußere Bewahrung, sondern innere Immunisierung und Festigung des Kindes gegen die entsittlichenden Einflüsse der Umwelt ist unser Ziel. Die Gläubigkeit des Kindes muß Kirchlichkeit werden in froher Anteilnahme am kirchlichen Leben— deshalb kirchenbürgerliche Erziehung. Unser Arbeitsziel ist anderseits von der Zeit bestimmt. Frisch, selbstsicher, aufgeschlossen, zuverlässig, liederfroh auf Fahrt und im Heim, gesund und abgehärtet, reinlich und höflich, echt im Benehmen, in Tracht, Namen und Wimpel sollen die Jungen sein. Helft, ihr Eltern, dieses Bild in der Dreikönigen=Jugend gestalten. Christus dem König wollen wir die Kinder erobern, daß sie Königskinder, Gotteskinder werden.“ Zu den Jungen sich wendend, schloß der Redner:„Treue wollen wir halten. Die drei Kronen auf der Brust erinnern uns, daß wir zur Familie des Rektorats gehören. Dieser Familie wollen wir keine Schande machen, wollen als Christ=Königskinder für den Heiland leben, jeden Tag eine gute Tat ausführen.“ Von dem folgenden gemeinschaftlichen Lied„Wenn wir schreiten“ sangen die Jungen die Strophe„Heiligem Kampf sind wir geweiht“ stehend mit zum Schwur erhobener Rechten. Und dann wickelten die Jungen mit Hingebung und unter gewaltigem Beifall eine abwechslungsreiche, interessante Folge von Darbietungen ab, alle ausnahmslos nur von Mitgliedern der Jugendgruppen bestritten. Zu Musikvorträgen einigten sich Geigen. Mandoline, Klampfe, abwechselnd mit Liedern zur Laute, einem Mandolinensolo und bemerkenswertem Geigensolo eines Neunjährigen sowie hübschen turnerischen Uebungen. Dem Lustspiel„Der Nürnberger Trichter“ folgten an Bühnenstücken noch: ein Rüpelspiel„Die Gans“ von Gruppe „St. Gereon“(13jährige),„Eine Heimstunde“ und„Das Christgeburtsspiel“(altdeutsches Volksgut) gespielt von den Jungsten(Gruppe St. Georg, 9jährige); die Gruppe St. Christophorus umfaßt die 11—12jährigen. Die Jungen gaben ihr Bestes her und brachten treffliche Leistungen zuwege; die beredten Dankesworte des Pfarrherrn lösten lebhafte allseitige Zustimmung aus. Das muntere und zielstrebige Leben dieser prächtigen Jugend wirkt sich aus in Heimstunden, Basteln, Turnen, Wandern, Sport und bietet ein erfreuliches Spiegelbild des frischen Lebens und festen Zusammenhaltens in der jungen Rekoratsfamilie. Möge es stets so bleiben.— Sonntag, 21. Dez., veranstalten die Gruppen eine große Ausstellung ihrer Bastelarbeiten. 75jähriges Besiehen des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande Die Reichsorganisation der deutschen Katholiken für die religiös=kulturelle und karitative Missionsarbeit in Palästina und dem näheren Orient sieht in diesen Tagen auf ein 75jähriges Bestehen zurück. Der Verein wurde im Jahre 1855 in Köln als„Verein vom Hl. Grabe“ gegründet. Er unterhält eine große Reihe eigener Liebeswerke, vor allem Schulen und Pilgerhäuser und unterstützt die Niederlassungen deutscher Männer und Frauenorden im Hl. Lande. Seine bedeutendsten Schöpfungen nach Entwürfen des verewigten Kölner Diözesanbaurats H. Renard sind die herrliche Benediktiner=Abtei auf dem Sion und das Paulushospiz in Jerusalem, zurzeit noch Sitz der englischen Regierung. Der Deutsche Verein vom Hl. Lande hat nicht nur der Glaubensverbreitung gedient, sondern auch durch die vorbildliche Kulturarbeit der von ihm ins Leben gerufenen Einrichtungen und ihrer Sachwalter sehr viel zur Hebung des deutschen Ansehens beigetragen. Aus Anlaß des 75jährigen Bestehens findet am 27. Dezember ein Festakt statt, im Anschluß daran wird in der Gymnasialstudienanstalt an St. Gereon eine interessante PalästinaAusstellung eröffnet, die einen Ueberblick über Land und Leute, Flora und Fauna des Hl. Landes darbieten. Die Ausstellung bleibt bis 6. Januar 1931 geöffnet. Während der Dauer der Ausstellung findet eine Vortragsreihe über aktuelle Themen, die Palästina berühren, statt. priestermarthrium in China Laut Telegramm an die Fides=Korrespondenz wurde der chinesische Priester Markus Ho aus dem Apost. Vikariat Puchi(Provinz Hupeh, China) von Räubern durch den Strang hingerichtet. Ueber die Martyrien der beiden am 13. Oktober getöteten chinesischen Priester liegen jetzt auch nähere Angaben vor. Der 69jährige chinesische Geistliche Kin war 8 Jahre vor dem Boxeraufstand(1900) geweiht worden. Als damals der ausländische Klerus fliehen mußte, verwaltete er das Vikariat Kiangsi. Seine letzten in der Oeffentlichkeit bekannt gewordenen Worte, die er an einen Christen richtete, der ihm etwas Essen brachte, waren:„Morgen brauchen Sie nicht mehr zu kommen, da ich von den Kommunisten zum Tode verurteili bin. Ich habe das Opfer meines Lebens gebracht und bin zufrieden, für Gott und das Vikariat Kiangju zu sterben.“ Der zweite am 13. Oktober getötete Priester Tscheng gehörte zu einer Märtyrerfamilie. Sein Vater wurde im August 1900 auf schreckliche Weise umgebracht. Die Boxer knüpften ihn an einen Baum auf, rissen, sein Herz heraus und drückten an dessen Stellk das Gebetbuch des Märtyrers in den eigenen Leib. Sein priesterlicher Sohn wurde jetzt in ähnlicher Weise hingerichtet. Die Kommunisten enthaupteten ihn, schnitten seinen Leib auf und rissen das Herz heraus. Die Zahl der Priesteropfer in China ist seit 1924 jetzt auf 30 gestiegen(8 Belgier, 7 Italiener. 5 Chinesen, 3 Amerikaner, 3 Franzosen, 2 Deutsche, 1 Spanier, 1 Ire). Am 9. November wurde in der Kathedrale von Siutschew, wo dem Altare gegenüber die sterblichen Ueberreste des im Februar ermordeten Bischofs Versiglia beigesetzt sind, der Salesianerbischof Canazei an Stelle des Märtyrers geweiht. Missionare aus 15 Nationen nahmen an der Feier teil. Der chinesische Regierungsvertreter wies auf diese Internationalität hin und sah in ihr„einen Beweis des Geistes der Zusammenarbeit in der katholischen Kirche, in der es keinen Unterschied der Nationaltät gibt, sondern Liebe und universale Einheit.“ Die Konsekration nahm der Päpstliche Delegat in China selbst vor. In der Festpredigt anläßlich der Weihehandlung sprach der Vertreter des Papstes über den Tod der beiden Bischöfe Jans und Versiglia:„Ihr Blut nicht nach Rache, sondern ruft nach Verzeihung bei Gott und erfleht, daß bald der Tag der Gnade für das ungeheure chinesische Reich komme: Personalchronik der Erzdiözese Köln Es wurden ernannt: Adolf Füsgen, Pfarrer an St. Servatius in Köln=Ostheim, zum Pfarrverwalter in Elkhausen=Katzwinkel, Dekanat Wissen. der Diözese Aachen Es wurden ernannt: Joseph Ludwig, Kaplan an St. Joseph in Aachen, zum Rektor des neuen St. Fronleichnamrektorates daselbst, Dekanat Aachen.— Hubert Keller. Rektor am Sanatorium in Aachen, zum Kaplan an St. Jakob in Aachen, Dekanat Aachen. — Max Peters, Kaplan an St. Antonius in Eschweiler=Bergrath, zum Kaplan in Ratheim, Dekanat Wassenberg. Exerzitien finden in der Johannesburg zu Leutesdorf Rhein statt: Jünglinge: 25.—29. Dezember. Jünglinge, besonders Gesellen:.—7. Januar. Herz=JesuVerehrerinnen: 12.—17. Januar. Jungfrauen: 19. bis 8. Jonter. * Der Katholische Deutsche Frauenbund, Bezirk St. Josef in Ehrenfeld, hielt, wie alljährlich vor Weihnachten, am Montag, 15. Dezember, seine Mitgliederversammlung ab. In dem hübschen Sälchen des Jugendheimes von St. Josef konnte die Vorsitzende, Frau Ropertz, eine stattliche Schar von Bundesschwestern an weihnachtlich geschmückten Tischen begrüßen. Die genußreichen Stunden flossen bei Kaffee und Gebäck allzuschnell dahin und echte, köstliche Weihnachtssehnsucht durchzitterte die Herzen. Sinnige Deklamationen und zarte Weihnachtsgesänge, von Geige und Laute begleitet, wechselten mit Rezitationen in kölnischer Mundart ab. Die wunderbare schottische Weihnachtslegende„Das Glöckchen von Innisfär“ übte einen ganz besonderen Zauber auf alle Anwesenden aus. Von den anwesenden Mitgliedern hatte eine Dame einen prächtigen Weihnachtsstollen gespender, der amerikanisch versteigert wurde. Der erzielte ansehnliche Ertrag der Versteigerung wurde dem anwesenden Präses für die Bedürftigen seines Arbeitervereins von St. Josef überwiesen. Pfarrer Herren wies in einer zu Herzen gehenden Ansprache auf das vorbildliche Leben und Wirken der hl. Elisabeth hin, die, wie er meinte, ganz gewiß auch zu den Bundesschwestern sich gezählt haben würde, wenn es damals schon einen Katholischen Frauenbund gegeben hätte. In dem vorzüglich gespielten Einakter: Weihnachten bei Schlichtemanns fanden die guten und edlen Herzenseigenschaften der allzeit barmherzigen Großmutter Witwe Barbara Schlichtemann ihr höchstes Lob und ihren schönsten Lohn. * Der Marienverein St. Gereon brachte am Montag im Saale der Harmonie die Wiederholung des weihevollen Bekehrungs= und Marienspiels Ratisbonne und die wundertätige Medaille. Wie aus den einleitenden Worten des Verfassers, Rich. Geßner, hervorging, liegt dem Spiel die historische Tatsache der Bekehrung des Juden Ratisbonne zugrunde, der später in den Orden der Lazaristen eintrat und dessen Jubiläum in diesem Jahre in Paris feierlich begangen wurde. Die Darstellung fand allgemeinen Beifall, und man spürte die eigene Regie des Verfassers. In einem Schlußwort sprach der Präses, P. Brendt. allen Mitwirkenden, die sich in den Dienst der guten Sache gestellt hatten, seinen Dank aus. Der Erlös der Veranstaltung fließt den Mistenen wr. Weihnachtslosung Willit du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück Schäfer. Sei zum Geben stets bereit, miß nicht kärglich deine Gaben; denk, in deinem letzten Kleid wirst du keine Taschen haben! Paul Heyse. Herren-Wäsche, das weiß jeder, kauft preiswert man bei Siegfried Feder! Schlatanzüge mit Kragen, gefütterter Brust, neueste Muster.90.90 guter Rumpfstoff mit eleganten Einsätzen.....90.90 Oberhemden Ate##0 mit Kragen, neueste aparte Ausmusterung.90.90 aus gutem Hemdentuch, geschmackvoll verarbeit..90.50 große Auswahl in moderner Ausstattung Coze—.—— 10.50.90 alle modernen Formen, vorzüglicher Sitz.90.75 neue Formen in verschied. 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Vor 40 Jahren waren„Nerven“ Trumpf. uno alles wurde mit elekttischen.römen, behapdelt Vor 20 Jahren begann die Epoche der„Inneren Sekretion"; dadurch charakterisiert, daß unzählige Leiden auf das Schuldkonto der Schilddrüse, des Gehirnanhangs, der Nebenniere oder sonst einer Blutdrüse geschoben, werden. letzten Jahrzehnt sind die„Vitamine“ in den Vordergrund gerückt. Auch, birg, wieder die gleichen Erscheinungen, daß alle möglichen ununmöglichen Gesundheitsstörungen auf das Feh. len dieser„Ergänzungsnährstoffe“ zurückgefuhrt werden. obwohl für die meisten der behaupteten „Avitaminosen“ noch vollgültige Beweise ausNur für ganz wenige Krankheitszustände ist der erakte, wissenschaftliche Nachweis erbracht worden, daß es sich hier um Erkrankungen infolge Vitaminmangels handelt. Dazu geyort der Skorbut, der bei langdauernder Ernährung mit Konserven auftritt.(Seeleute auf langer Fahrt. Belagerung eingeschlossener Städte, kleine Kinder, die nur mit Konservenmilch ernährt werden und mehr). Die zweite sichere Avitaminose ist die Beri=Beri, die mit schweren Nervenlähmungen einhergeht und auftritt, wenn sich der Mensch ausschließlich von geschältem, poliertem Reis er. nährt. Sie kommt naturgemäß bei uns nicht vor. Ferner gehören hierher gewisse schwere erkrankungen des Säuglings. wenn es seiner Nahrung an Milchfett mangelt. Schon weniger geklärt liegen die Dinge bei der menschlichen Nachitis. Immerhin ist bei dieser Krankheit ein gewisser Vitaminmangel als Ursache anzunehmen, ebenso wie bei nen während des Krieges Knochenerweichungen als Hungerfolge(Mangel an Viramin 2) be obachtet wurden. Damit ist aber die Reihe der sicheren Vitaminkrankheiten zu Ende. von denen praktisch eigentlich nur die Rachitis, und die noch nicht einmal völlig sicher, für uns in Frage kommt Für alle sonstigen Behauptungen, die darauf hinauslaufen, es gäbe noch zahlreiche andere durch Vitaminmangel bedingte Gesundheitsstörungen, sind bisher keinerlei beweiskräftige wissenschaftliche Unterlagen vorhanden.. Kar 7e14 Trotzdem liest und hört man in den letzten Jahren so viel über gesundheitliche Schäden schwerster Art, die jedem drohen, der nicht täglich große Vitaminmengen aufnimmt, daß man beinahe glauben könnte, die Ernährung früherer Zeiten sei die denkbar unvernünftigste gewesen, so daß man sich wundern muß, wenn früher nicht Avitaminosen in der Bevölkerung vorkamen. Daher muß man dem Privatdozenten Dr. Kurt Voit zustimmen, der in seinem Buche„Die Vitaminlehre in ihrer Auswirkung auf die praktische Medizin“ folgende Sätze prägt:„Man könnte beinahe von einer=Vitamin= und Bestrahlungshysteries sprechen, die einen nicht kleinen Teil der Menschheit befallen hat. Erfahrungsgemäß spielen nur Obst und Gemüse als Vitaminträger eine Rolle. Doch auch im Herbst und Winter, der an frischen Gemüsen armen Jahreszeit, brauchen wir nicht auf diese Vitaminspender zu verzichten. Denn auch in Obst= und Gemüsekonserven, sind wie die wissenschaftlichen Untersuchungen einwandfrei nachgewiesen haben, Vitamine vorhanden, die einen erheblichen Teil unseres Vitaminbedarfes zu decken vermögen. Also auch in den kommenden Monaten ist keinerlei Vitaminmangel zu befürchten, wenn durch ausgiebige Verwendung von Gemüse= und Obstkonserven— zumal in Verbindung mit dem Genuß frischer Orangen, Bananen und dgl.— für eine abwechslungsreiche, gemischte Kost Sorge getragen wird. (Abend=Ausgabe) Nr. 643 Seite 9 . und abends mollige und schöne Joseph-Hausschuhe Schöne Modelle schon zu Schildergasse 59(neben der Kirche) PFEIFEN · Bruyère, Jagd- und Meerschaum sowie sämtliche Raucherbedarfsartikel zu billigsten Preisen. R. Schönauer, Köln, 80 Breite Straße 80 gegenüber Kaufhaus Peters Sonntag von—7 geöffnet. Wellblechbauten jeder Art wie Autogaragen Lagerschuppen Jagdhütten Schenck u. Liebe-Harkort.-G Abt. Tillmanns, Remscheid. Tel. 4006 Vertretung Ott-Göbel, Köln- Nippes, Tel. Nr. 786 45 W Heute: Opernhaus. 20 Uhr: Toska. Schauspielhaus, 20 Uhr: Sektion Rahnstetten. Haus Schönste TANZSTATTE Kölns Samstag, den 20. Dezember 1930. Opernhaus. Figaros Hochzeit. Musikalische Leitung: Eugen Szenkar. Graf: Tibaldi a..a. A. Rosina: BernhardUlbrich. Figaro: Mertens. Susanna: Neumann Knapp. Marcellina: Loos-Werther. Barbarina: Fritz. Cherubin: Herwig. Bartolo: Horn. Basilio: Alsen. Anfang 20, Ende 23.15 Uhr. Schauspielhaus. Katharina Knie.(Zuckmayer). Knie Karl: Umminger. Knie Kath.: Erdmann. Knie Fritz: Poelzig. Knie Lor.: Parsen. Scheel: Wittgen. Schmittolini: Korth. Bobbi: v. Seemen. Mario: Deltgen. Rothacker: Aßmann. Rothackerin: Baumbach. Membel: Wehle. Dillinger: Froitzheim. Bloomaul: Brodowski. Berberitzsche: Günthermann. Anfang 20, Ende 22.30 Uhr. Mietreihe VI. Schildergasse Ecke Neumarkt in KölnHumboldikolonie: Gremberg. Str. 31 P. Fuchs Fernruf: 11470 und Esserstr. 24-26 Lenzbach Heinr. Wwe. Orig. Stolls Kommißbrot und Eiselbrot sehr nahrhaft, kräftig im Geschmach Täglich frisch Bäckerei Theo Stoll, Köln, Friesenstraße 24 Tel. 211170 Zwangsversteigerung. Am Montag, den 22. Dezember 1930, mittags 12½ Uhr, werden im Pfandlokal Rolandstr. 105 versteigert: 4 Bücherschränke, 6 Schreib tische, 1 Nähmaschine, 1 Wandregulator, 1 Staubsauger, 2 Küchenschränke, 1 Frisiertoilette, 2 Gasherde, 1 Kochkiste, 3 Tische, 4 Teppiche, 1 Teewagen, 1 Schreibmaschine 1 Kasse, 3 Spiegel. 3 Sofas. 1 Geldschrank, 1 Speisezimmer, 2 Olbilder, 1 Radio..m. 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Dezember 1930 „de Stadtratsw Im Puppenspielhaus in der Sternengasse ist Uraufführung; es drängen sich die Gäste, Freunde und Kenner; denn es wird gespielt: „De Stadtratswahl“ von Prof Dr. Georg Fuchs. Das ist ein großer Tag, der Puppenmeister erntet Kränze mit Ruhm, der Dichter zeigt sich lächelnd an der Bühne und die Puppen tanzen. Hänneschen hat wenig Arbeit, auch der dicknasige Tünnes ist nur ein Säufer, wie sein schielender Freund Schäl; aber um so verwegener treibt es der Stadtrat, der von einer neu gegründeten Partei gewählt werden soll. Aber seine bösen Freunde sind sehr neidisch, sie beschimpfen ihn und machen viel Lärm, wenn der neue Mann seine Rede halten will, um zu beweisen, daß eine neue Partei nötig und nützlich ist im Rathause der Stadt Köln; indessen haben die Wähler beschlossen, mit Bestechung. Verleumdung und Gewalt den anderen unschädlich zu machen, es gelingt. Der Stadtrat wird verprügelt und verlacht; er zieht sich grollend von der Politik zurück, weil sein neidischer Freund die Menge mit Geld und Schnaps gekauft und aufgewiegelt hat. Es ist eine verwickelte Geschichte mit wimmernden und weinenden Frauen, ihre Männer poltern und fluchen; eine Weihnachtsfeier mit Tannenbäumen, Lichterglanz und gestrickten Strümpfen bricht ab, die Parteien trennen sich keifend unter dem Weihnachtsbaum; das ist nicht schön, aber sehr zum Lachen, wenn der Stadtrat mit aufgeschlagenem Gesicht nach Haus kommt. Oder nicht?— Zwar habe ich keine Kinderstimme lachen gehärt, aber es war ein Puppenspiel für Große. Sogar die Bühne war errichtet mit Lichtampeln. Telephonen und Autohupen; das war eine sehr moderne Bühne, auf der die lustigen, kleinen Puppen still auf Stühlen und Bänken saßen, bis sie lachen und schreien konnten; aber das fröhliche Hänneschen hat diesmal keinen Streich gespielt und die andere vergnügte Sippschaft war nur eine Bande von Gaunern und bestochenen Säufern. Sie schütteln die Arme und stoßen mit den hölzernen Köpfen zusammen; aber sie können sich nicht richtig verständlich machen, obgleich sie alle die schönsten Stimmen haben, die man hören kann Sogar ein Zeitungsmann aus Sachsen war dabei, der hatte die neue Partei gegründet; es war sehr zum Lachen.—.— Die Werkschulen in Köln Um einen Einblick in die Arbeitsweise der Kölner Werkschulen zu geben lud die Leitung zu einer Besichtigung der Ausstellung ein, die sie aus Arbeiten aller Werkschulklassen zusammenstellte. Man konnte Malereien sehen, die Reichshallentheater Zweite Märchenvorstellung: Dornröschen Diese„Vornröschen“=Aufführung wird den Kindern, die zur gestrigen Erstaufführung wieder in hellen Scharen kamen, genau so viel Freude machen, wie das vergangene„Rotkäppchen", obwohl zunächst manche enttäuscht waren, daß das Märchen nicht wie bei Grimm mit der Taufe anfing und sie die zwölf guten Feen nicht kennen lernten. Immerhin hält sich Robert Bürkners mit Gesang und Tanz ausgeschmücktes Märchenspiel durchweg an dem Hergang des bekannten Märchens; es spinnt nur alles viel breiter aus: im ersten Bild spielt man das Leben und Treiben des 15jährigen Dornröschen. Im zweiten erlebt man die Vordurch ihre sichere Wirkung verblüfften und andere Arbeiten, an denen die Schüler gelernt hatten, ihre zeichnerischen Fähigkeiten zu üben; die Leiter der einzelnen Klassen sind in Köln längst bekannt, als Lehrer und Meister konnte man sie hier kennen lernen. Ein Gang durch die verschiedenen Räume bewies, daß es kein Gebiet der bildenden Künste im Sinne der Werkschulen gibt, das hier nicht eine sorgfältige und hingebende Pflege hat. Es gibt Werkstätten für Wandmaler und Glasmaler, für Töpfer und Schlosser, für Tuchweber und Stoffwirker, für Buchbinder und Schreiner; überall bebereitungen zum Geburtstagsschmauß, wobei die Prinzessin in der Speisekammer die böse Fee mit der Spindel trifft und der 100jährige Schlaf eintritt. Das dritte Bild zeigt das Erwachen beim Eindringen des Prinzen, dessen Hochzeit mit Dornröschen den Schluß bildet. otte Wojowski war ein liebreizendes, frisches Prinzeßchen Emmo Christ und Emmy Gautsch gaben dem Königspaar eine leise komische Note. Theo Stolzenberg, der launige Regisseur des Spiels, war wieder ein urgelungener Koch. Elsa Küpferling eine spassige Heultrine. Henni Uehrs ein übermütiger Küchenjunge. Lustig war auch Eva Held, als Sprecherin der Zwischentexte und ängerin vieler Kinderlieder. Das Trojanowiri=Blatt streute ein paar hübsche Tänze ein. St. müht man sich um eine sichere Kenntnis des Werkstoffs, aus dem heraus die Arbeiten gestaltet werden. Daß die Dinge, die hier gemacht werden, einen brauchbaren Wert haben, zeigen Teppiche und Gewänder, Wandbilder und Glasgemälde, die in Kölner Kirchen und anderswo Verwendung gefunden haben; die Leitung der Werkschulen ist ernst bemüht, den Schülern zu ihren Fähigkeiten auch die nützlichen Aufgaben zu stellen, damit sie neben dem Wert ihrer Arbeit auch den Sinn kennen lernen; man kann sich denken, daß diese großen erzieherischen Wünsche nicht immer leicht zu erfüllen sind. Vortragsabend Laurenz Kiesgen Am vergangenen Sonntag veranstaltete der Borromäusverein St. Michael eine Ausstellung guter Literatur. Anschließend im Pfarrsaal ein Dichterabend statt. Andächtig lauschte man den Worten des Volksdichters. Kiesgen ist keiner von den Großen und Prominenten und will es auch gar nicht sein. Seine Gedichte und Schnurren, seine Schwänke und Erzählungen aber finden beim Volke den größten Anklang; vielleicht eben deshalb, weil er in seiner Art zu schreiben wohl am volkstümlichsten ist. Einige kleinere Gedichte, dazu ein paar Schnurren, stellten die Einleitung dar. „Das Mutterherz“, eine feinsinnnige Novelle dürfte wohl am eindrucksvollsten gewesen sein. Die Mutter von sieben Kindern liegt sterbend auf ihrem Lager. Mit den müden Augen sucht sie vergebens nach ihrem jüngsten Sohne, einem ungeratenen Taugenichts von jeher. Vor Jahren verließ er das elterliche Haus und schlug sich mit Rauben, Morden und Plündern durch das Leben. Voller Sorge starb die Mutter, ihr Herz aber blieb durch ein Wunder auf Erden, um den ungeratenen Sohn zu suchen und ihn auf die rechte Bahn zu lenken. Und siehe, nach ein paar Jahren bekehrte sich der Sohn durch der Mutter Liebe.„Die Zigarre des Herrn Oberst“, eine heitere Militärgeschichte, fand stürmischen Beifall. Ueberhaupt war der Dichter bei seinen Vorträgen in kölnischer Mundart ganz in seinem Element und erntete reichen Beifall. Um die musikalische und gesangliche Ausgestaltung des Abends hatten sich die Herren Heynen und Richartz in anerkennenswerter Weise verdient gemacht. Die einzelnen Auszüge aus Werken von Wagner, Schumann und Mozart stellten eine sinnvolle Vervollständigung der Vortragsfolge dar. th. Mitteilungen * Schauspielhaus. Die nächsten Wiederholungen von rinzessin Allerliebst“, dem bei groß und klein mit jubelnder Freude aufgenommenen Weihnachtsmärchen, finden am Sonntag, 21., und Sonntag, 28., sowie am Freitag, 26. Dezember (zweiter Weihnachtstag), nachmittags 16 Uhr, statt. An allen diesen Abenden geht„Meine Schwester und ich", das erfolgreiche Lustspiel, mit der Musik von R. Benatzky in Szene. Montag, 29. Dezember, feiert das Schauspielhaus das Jubiläum der 25. Aufführung von„Affäre Dreyfus“, für den 31. Dezember(Silvesterabend) ist die Erstaufführung von Bruno Franks Komödie„Sturm im Wasserglas“ angesetzt; Regie: E. B. Geis. * Opernhaus. Franz Tibaldi vom Staatstheater in Kassel, der am 1. Dezember den Graf Luna in„Troubadour“ sang, wird am Samstag, den 20. Dezember, zum zweitenmal gastieren. Er singt den Graf Almaviva in„Figaros Hochzeit“. * F r a n z V ö l k e r, d e r j u n g e T e n o r d e r F r a n k f u r t e r Oper, wurde nach mehrfachem erfolgreichen Gastspiel an die Wiener Staatsoper verpflichtet. In Köln wird man Völker noch im Laufe dieses Winters im Rahmen der Meisterkonzerte kennenlernen. * Alfons Freih. von Czibulka, Die großen Kapitäne. Ihre und ihrer Gefährten Berichte. Mit 32 zeitgenössischen Bildtafeln— Berühmte Weltfahrer. Von Marco Polo bis Sven Czibulka, Hedin. Mi ihren Reiseberichten. Mit 28 zeitgenössischen Bildtafeln. Drei=Masken=Verlag, München.—— Beide Bücher eignen sich gut für die heranwachsende Jugend. Führergestalten und Helden, wagende Weltfahrer und kühne, hochbegabte Forschungsreisende erstehen vor uns mit ihren eigenen Worten und in Berichten. Gerade heute, wo die seelenlose Zahl, die rote Massenwalze und dumpfe Volksnot die ringenden und die herannachsenden Kräfte zu lähmen drohen, haben Männer wie Columbus, Don Juan'Austria, Ruyter, Tegetthoff Graf Spee, Scheer, Mario Polo, A. v. Humboldt, Brehn Barth, Nachtigall, Wißmann, Nansen, Amundsen, Sven Hedin usw. uns viel zu sagen, uns ein Beispiel und Stunden der Erhebung zu schenken. Die Auswahl und die Umsetzung in modernes Deutsch befriedigen durchweg. Dr. B. Deermann. 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Ausdrücklich soll vom Herrn die Rede sein; denn dem Kavalier waren und sind bestimmte Pflichten vorgeschrieben. Die Steigerung des Kavaliers in den Superlativ ist der Herr. Ihm wird nichts diktiert. Nach den uralten Gesetzen der Ritterlichkeit richtet er sein Betragen. Nur haben sie sich der Zeit entsprechend ein wenig gewandelt, und zwar zugunsten natürlicher Empfindungen. Die Etikette erklärt: Der Kavalier geht links von der Dame! Aber was hat er auf der linken Seite zu tun, wenn rechts von seiner Begleiterin sich beispielsweise der Fahrdamm befindet und somit die Gefahr besteht, daß sie durch den Staub der Straße, durch die Nässe oder von dahinrasenden Autos belästigt werden kann. Der Herr geht immer dort, wo das Gefahrenmoment ist. Wie es aussieht, ist gleichgültig; ob ein Neubau, ob Pflasterarbeiten den Fuß der Dame gefährden. Auch ein schmaler Passantenweg, in der Umgangssprache„Bürgersteig“ genannt, gehört zu den Unzulänglichkeiten. Also läßt der Herr die Dame an der Häuserfront gehen, und nach echter Ritterart schaut er dem Ungemach mutig ins Auge. Stabile Vorschriften ändert der Herr. So mußte der Kavalier früher in Gesellschaft seine Tischdame zu unterhalten versuchen, und zuweilen hatte er sich einige Themata schon zu Hause überlegt. Er hegte die Hoffnung, daß es ihm gelingen würde seine holde Nachbarin zu fesseln. Heute ist dem Herrn die Pflicht des Zuhörens ebenso auferlegt wie die des Plauderns. Die Frau unserer Zeit will selbst sprechen, will erzählen. Sie kann genug berichten, und Pflicht des Herrn ist es, sie glauben zu lassen, daß er von ihren Worten gebannt ist. Je aufmerksamer er lauscht, umso intensiver fühlt sie, daß sie es mit einem„Herrn“ zu tun hat. Innerhalb jeder Häuslichkeit regeln sich die Fragen der Umgangsformen ziemlich leicht. Sie entstammen nicht einem Kodex der guten Sitten, sondern des Herzens, das Takt besitzt. Höflichkeitsfragen sind nichts anderes als Ergebnisse seelischer Erziehung und natürlicher Herzensbildung. Die moderne Weltanschauung ändert nur Kleinigkeiten. Der moderne Mann kann. ohne von dem Nimbus seiner Männlichkeit auch nur das Geringste einzubüßen, gegebenenfalls seiner Frau bei allen häuslichen Verrichtungen helfen. Das hat sich durch die Schar der berufstätigen Frauen eingeführt und ist in fast allen Kreisen ausgenommen worden. Sobald jedoch die schützenden Wände der Häuslichkeit Mann und Frau nicht mehr umgeben, trägt die veränderte Lebensauffassung manchen Zweifel in die Auswirkung des Benehmens vom Herrn zur Dame. Die veränderten Gewohnheiten der berufstätigen Frauen haben es mit sich gebracht, daß Herr und Dame gemeinsam ein Lokal besuchen, auch wenn nicht herzliche oder kameradschaftliche Beziehungen zwischen ihnen bestehen. Besprechungen, wichtige Mitteilungen werden neuerdings oft am dritten Ort getätigt. hat der Herr nun sich bei der prosaischen Aufgabe des Zahlens zu benehmen? Manche Frauen pochen stolz auf ihre Unabhängigkeit und sind jederzeit bereit, diese durch ein rasch gezücktes Portemonnaie zu beweisen, wenn die Rechnung verlangt wird. Aber auch der selbständigsten Frau gegenüber bleibt der Herr„Herr“. Er darf es nicht zulassen, daß in seiner Gegenwart seine Begleiterin mit dem Kellner verhandelt. Vor dieser Unbequemlichkeit wird er sie schützen. Unauffällig, aber ohne jede Heimlichkeit, entrichtet er die Summe für Speisen und Getränke. Wie er sich nachher(es kann auch vorher sein) mit ihr auseinandersetzt, ist seine Sache. Ob die Dame sich an der Ausgabe beteiligen will, ob sie eine Vereinbarung mit dem Herrn trifft, in welcher Form sie ihren Anteil beisteuert, ob sie die Einladung annimmt, hat mit der Oeffentlichkeit nichts zu tun. Es ist sein alleiniges Recht, mit dem Kellner und anderen Angestellten in direkte Verbindung zu treten. Er hilft der Dame in den Mantel und läßt wiederum den Dienstbeflissenen aus dem Spiel. Auch im Theater ist es der Herr, der sich nach Schluß der Vorstellung rasch an die Kleiderablage begibt, um der Dame Stehen und Warten zu ersparen. Dabei ist es klar, daß sie sich mit dem Spiegel so lange befreunden kann, wie sie es für nötig hält, während der Herr nur einen prüfenden Blick hineinwerfen darf. Er muß nämlich bereit sein, wenn die Dame zum Fortgehen fertig ist. Stark von der modernen Zeit beeinflußt ist das Verhalten des Herrn gegen Damen, die ihm nicht bekannt ist. Es reisen viele Frauen allein, und eine Plauderei mit einem Reisegefährten ist jeder Dame erlaubt. Da glaubt der Kavalier zuweilen, daß er sich während einer Unterhaltung seiner Mitreisenden vorstellen muß. Der Herr hingegen weiß, daß hierzu keine Veranlassung vorliegt. Ein Name bedeutet für die Fremde nicht mehr als Schall und Rauch. Alle Titel, die angeborenen und die erworbenen werden ohnehin bei der Vorstellung verschwiegen, so daß logischerweise kein Grund für sie vorhanden ist. Auch von einem anderen Standpunkt aus gesehen nicht! Die wirkliche Dame weiß nach kurzer Zeit ohnehin, mit wem sie es zu tun hat. Selbst wenn sie keine Ahnung hat,„wie sein Nam' und Art.“ Nur auf die wirkliche Dame kommt es dem Herrn an! Ruth GoetzWeibliche Haartrachten zu fraulichen Kleidern Von Ruth Goetz Als kürzlich der große Friseurkongreß in Paris tagte, kamen die anwesenden Meister der Haarkunst zu der Ueberzeugung, daß es mit Herrenschnitt und dem kurzen Bubikopf nun endgültig vorbei sei. Die Kleidermode gestattet sich eine Rückkehr zu den Trachten vergangener Zeiten, also wird es mit der Haarmode auch nicht anders sein, und sie darf unter keiner Bedingung zu ihr im Kontrast stehen. Innerhalb dieser Löckchennatürlich genügend andere Löckchen heißt die Parole. frisuren gibt es natürlich. Möglichkeiten. Zuerst kommen die Naturlöckchen in den Vordergrund, doch ist da mit nicht gemeint, daß die Lockenprocht unbedingt eine natürliche Basis haben muß— sie soll nur so aussehen. Lauter kleine Löckchen sind über den ganzen Kopf verteilt. Damit fällt der Scheitel fort, weil das Haar schopfartig auf dem Kopf angeordnet ist. Auch der Hinterkopf ist über und über mit Löckchen bedeckt. Und diese Frisur erinnert ungefähr an die Jahre 1909 und 1910, als sich die Damen einen fertigen Lockentuff über ihren Dutt steckten. Der Dutt — der Knoten— er ist nicht mehr da, und bei aller Neigung zur weiblichen Anordnung des Haares wird man auf die schweren Zöpfe und die Last der vielen Haarnadeln auch weiter verzichten. Mit anderen Mitteln wird die neue Frisur zu erreichen gesucht. Die gedrehte Rolle am Hinterkopf bedarf wohl des längeren Haares und muß ungefähr bis knapp zur Schulter reichen und es kann am Tage lose hängend getragen werden, um sich am Abend in eine Rolle zu verwandeln. Diese Frisur wird dadurch erzielt, daß das Haar mit der Bürste über die Hand gestrichen wird, sich so zur Rolle form, die bei naturkrausem Haar von selbst hält und bei glattem Strich etwas onduliert werden muß. Die Scheitelfrisur versucht sich auch in dieser Saison durchzusetzen. Der Mittelscheitel ist sehr reizvoll, besonders wenn das Haar auf dem Kopf glatt liegt und rückseitig zu einer Lockenfrisur geordnet ist. Diese Löckchen beginnen schon an den Ohren, und das unbedeckte Ohr gehört bereits einer vergangenen Epoche an. Löckchen rechts= und linksseitig. Nackenlöckchen— die Dichter haben wieder Gelegenheit, über zarte Löckchen auf rosiger Haut zu schreiben. Die Korkenzieherlocken sind soeben von der Mode aufs Neue kreiert worden. Richtige Korkenzieherlocken! Eugenie trug sie in ihrer Jugend, und die aend von heute greift wieder darauf zuruck. Sie werden aus dem Grunde wohl Anhängerinnen finden, weil jede Frau in der Lage ist, sich diese Frisur selbst herzustellen. Auch glattes Haar läßt sich gut dazu verwenden, und die Korkenzieherlocken bieten den Frauen mit strähnigem Haar eine vorzügliche Gelegenheit, gut frisiert auszusehen. Der Lockenwickler wird wieder Trumpf. Aus Leder oder aus Holz, je nachdem. welchen von beiden man anwenden will. Das Kopfhaar bleibt verhältnismäßig glatt und Korkenzieherlocken hängen im Nacken. Das seitlich gescheitelte Haar hat jede Anlehnung an den Herrenschnitt verloren. Große Wasserwellen liegen auf dem Kopf, fallen in einer Welle in die Stirn und zeigen sich auch auf dem Hinterkopf schräg verlaufend. Die Ohren sind auch bei dieser Haartracht bedeckt, und die moderne Frau legt darauf, ihr Haar so duftig wie möglich zu tragen. Leben und Sterben Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird vom Landesausschuß für Hygienische Volksbelehrung geschrieben:. Wenn am Totensonntag Tausende hinauspilaern zu den Gräbern ihrer Anverwandten und Freunde, oder wenn sie zu Hause sich trauernd ihrer erinnern, dann pflegt man wohl nachzudenken über Leben und Sterben. Leider ist der biblische Ausspruch vom Leben, das„70 Jahre währet“, heutzutage nicht mehr oder besser gesagt noch nicht gültig. Indessen. es ist den Fortschritten der medizinischen Wissenschaft und der vorbeugenden Gesundheitspflege gelungen, allein in den letzten fünfzig Jahren unsere Lebensaussichten um etwa 20 Jahre, d. h. von früher 37 auf jetzt 57 Jahre zu erhöhen! Zu diesem Erfolge hat besonders die Herabdrückung der Säuglingssterblichkeit, die planmäßige Bekämpfung der Tuberkulose und der Seuchen überhaupt und nicht zuletzt die Erziehung des Menschen zur Gesundheit beigetragen. Von wie außerordentlich großer Bedeutung gerade dieser letztere Punkt ist, zeigt u. a. die Tatssche, daß z. B. nach einer amerikanischen Statistik 30 Prozent aller Todesfälle ansteckende also vermeidbare Krankheiten betreffen. Aehnlich steht es mit der großen Zahl der durch Vorsicht und Umsicht vermeidbaren Todesfälle durch Unfälle. Je mehr wir lernen, einerseits Gesundheitsgefahren durch Beachtung der wichtigsten hygienischen Vorschriften zu vermeiden und anderereits durch zweckmäßige hygienische Lebensweise, z. B. in Fragen der Ernährung, der Abhärtung. der körperlichen Uebung und dergleichen mehr, unseren Körper gegen Krankheit zu stählen, um so leichter werden wir unser Leben verlängern können. Viel häufiger als früher gelingt es auch der ärztlichen Kunst, manches Leben zu retten. Allein auch hier hängt der Erfolg nicht selten von unserem eigenen Verhalten ab. Denn wer zum Beispiel bei einem Krebsleiden zu spät zum Arzt geht, wer kleine Krankheitszeichen nicht beachtet oder in falscher Sparsamkeit oder törichtem Aberglauben ärztliche Hilfe entbehren zu müssen vermeint, der treibt ein gefährliches Spiel mit dem Tode. In weitem Maße vermag ärztliche Kunst und hygienisches Verhalten dem Tod das Handwerk zu legen! Darum suche jeder zu seinem Teil mitzuwirken an der Erhaltung von Gesundheit und Leben. Internationaler Hospitalkongreß Vor einigen Tagen erfolgte unter dem Vorsitz des Amtsführenden Stadtrates Professor Dr. Tandler die Konstituierung des geschäftsführenden Ausschusses für den zweiten Internationalen Hospitalkongreß. Diese wichtige Tagung, an welcher Aerzte und Fachleute des Krankenhauswesens aus allen Staaten der Erde teilnehmen, findet in der Zeit vom 8. bis 14. Juni 1931 in Wien statt. Zugleich mit dem Kongreß wurde die Veranstaltung einer großen Internationalen Hospitalausstellung beschlossen. Die Führung der Sekretariatsgeschäfte sowie die Durchführung der von International Hospital Comitee veranstalteten Ausstellung wurde der Wiener Messe übertragen. Von einem Teekenner „Uebermäßiger Teegenuß“ Zu dem Notizchen: Uebermäßiger Teegen bringt mehr rote Nasen und gerötete Gesichter als viel Alkohol, schreibt man uns: Leise, leise sei's gefragt, und auch dir gehört's gesagt, in dem Tee war wieviel Rum? Rote Nase wohl darum? Seit etwa 40 Jahren trinke ich täglich Tee mit Milch! Doch noch keine Anzeichen für diese Erscheinung! Kürzlich brachten Sie Tee=Rezept einer englischen Tee=Prüferin, das ich schon vor etwa 30 Jahren mir in London angeben ließ. Ueber dieses urteilte ein Fachmann, der lange Jahre Teefarmen in Indien geleitet hat: Tee=Zubereitung lernt ein Engländer nie! Der Tee enthält: Teein, das dem Tee den Geschmack gibt, und Tannin, das ihn bitter und dunkel macht. Nun löst sich das Teein im kochenden Wasser während 4 Minuten, das Tannin in 8 Minuten auf. Also muß der Tee nach 4 Minuten getrunken werden, sonst wird er bitter und schädlich. Schwertschlucker Der Schwertschlucker ist imstande, ein langes Messer durch seine Kehle hindurchgehen zu lassen, indem er eine spezielle Agilität der Bewegung entwickelt, und indem er mittels der Rippen atmet, ohne das Zwerchfell zu bewegen. Diese Tatsache wurde vor kurzem durch drei französische Mediziner bekannt, die zwei Schwertschlucker einer körperlichen Untersuchung unterwarfen, wobei sie Röntgenstrahlen und das Osophagoskop verwendeten, ein Instrument, das die Beleuchtung der Speiseröhre ermöglicht. Das Osophagoskop ergab, daß keine besonderen Anormalitäten der Speiseröhre vorlagen, noch auch ihre Wand voll von Naben war, wie es hätte der Fall sein können, wenn die Schwerter Wunden verursacht hätten. Der Augenschein zeigte, daß das Schwert nach unten geleitet wird durch Herstellung einer geraden Linie durch Mund, Kehlkopf und Speiseröhre und das Schneiden dadurch vermieden wird, daß das Zwerchfell beim Atmen ruhig bleibt. Um Schwerter schlucken zu können, muß man aber speziell gebaut wie auch gut trainiert sein. —1. Am Sonntag Geschäft von 2 ds. Mts., abends ge ist unser öffnet. Er ist schon unterwegs nachdem die Preise abgebaut sind und man für wenig Geld wirklich gute Ware erhalten kann.— Der Weihnachtsmann empfichlt Ihnen, Ihre Lieben durch einen GUTSCHEIN zu erfreuen, den Sie bei uns in jeder beliebigen Höhe erstehen können. Durch diesen Gutschein treffen Sie immer den persönlichsten Geschmack des Beschenkten, weil er Ihr Geschenk durch Einlösung des Gutscheines ganz nach seinem Wunsch bestimmen kann. Zum Fest: Für Herren und Knaben: Anzüge ie Pulloger ftancschuhe einzelne Hosen Sporfartikel Gamaschen Hauss u. Rauchjoppen Krawatten U. S. W. Heitsnge Köfn Schifdergasse Dus grosas ypeglofhaus für Aorren- und Enobenkleidung . Wn. AUUUUGUODTT ng-A * StodoStude B EILAGE ZUM LOKAL-ANZEIGER VOM IE. DEZEMBER 1930. IAHRGANG 45. Kuanjas Weihnachtsbotschaft Was ein berühmter Polarforscher im hohen Norden erlebte Knut Rasmussen erzählt in einer Kopenhagener Zeitung ein Erlebnis, das nach seinen eigenen Worten einen unauslöschlichen Eindruck auf ihn gemacht hat: die Weihnachtsbotschaft seines alten Freundes, des Grönländers Kuanja. der in jüngeren Jahren weit und breit als Jäger berühmt und wegen seines Humors beliebt war. Eines Abends erzählte der Jäger Rasmussen folgende Geschichte: „Als kleines Kind floh ich mutterseelenallein aus unserer Siedlung. wo eine Seuche wütete Meine Eltern waren kurz vorher gestorben. Ohne zu wissen, wohin ich gehen sollte, kam ich in eine Siedlung, wo mich eine alte Hebamme an Kindersstatt annahm. Ich hatte nie ein so großes Dorf gesehen. Wie konnten soviel Menschen auf einem Fleck leben! Der Schnee lag hoch über dem ganzen Land, und die Sonne schien auf die Eisberge. Da fingen die Leute an, über etwas zu reden, was sie Weihnachten nannten. Ueberall, wohin ich kam, hörte ich dieses Wort. Alle freuten sich, indem sie davon sprachen, und ich ahnte, daß es etwas sein mußte, was den Menschen große Freude bereitet. Jeder hatte die Hände voll zu tun; alle mußten ein neues Kleid haben, und alle sollten einander beschenken. Es war wie die Vorbereitung auf etwas Strahlendes und Helles. Ich fragte meine Pflegemutter.„Weihnachten ist Christi Geburtstag", erwiderte sie.„Wer ist denn das?"— Christus ist dein und mein Erlöser. Er hat auch die ganze Welt erlöst.“ Ich verstand kein Wort davon. Meine Erlöserin und Retterin war ja die gute alte Frau, die ich Großmütter nannte. Jetzt kam Weihnachten. Plötzlich standen Leute vor unseren Fenstern. Ich hörte vielstimmigen Gesang, und mir wurde wunderlich zumute. Plötzlich verstummten die Sänger. und eine junge und kräftige Stimmes prach: Ich verkünde euch eine große Freude. Euch ist heute der Erlöser geboren, welcher ist Christus, der Herr.“ Als der Chor einen neuen Gesang anstimmte, sprang ich aus dem Bett und rief:„Liebes Großmütterchen, ich will mit.“ Ich wußte nur allzugut, daß ich nicht mitsingen konnte. Auch die Worte der Sänger waren mir unbekannt. Ich verstand aber, daß ich dabei war, und das war für mich eine heilige Handlung.„Jetzt höre,“ sagte der Grönländer zu Rasmussen,„was ich dir sage und was ich meine Botschaft, die Botschaft eines alten Mannes, an seine Landsleute und an alle Menschen der Erde nenne: Von allem, was ich in meinem Leben getan habe, bedeutet für mich nichts soviel, wie das Erlebnis dieser Nacht, da ich aus dem Hause lief, um bei der heiligen Freude der Weihnachtsnacht mit dabei zu sein. Es war mein Weihnachten. mein größtes Weihnachten, denn es war das erste Mal. Der Himmel war klar; unzählige Sterne schimmerten wie Augen über dem Schnee. und ein kleiner, neugeborener Mond stieg auf wie eine Warnung über dem Berggipfel. Wohin schweiften meine Gedanken in dieser Nacht? Ich weiß es heute nicht mehr genau. Ich begriff nur eins, daß auch ich. ein Waisenkind. einen Platz auf der Welt habe. Ich fühlte meinen Körper so leicht und meinen Geist so verklärt. An einem Weihnachtstag habe ich mein Leben begonnen. an einem Weihnachtstag möchte ich es beenden. Wir Ostgrönländer zogen später an die Westküste und ließen uns taufen. Ich bin ein einfältiger Mann und verstehe wenig von vielen Dingen des Lebens. Nur eins weiß ich: daß ich als Christ und alter Mann nie über den Weihnachtsabend hinausgekommen bin. Knut, du weißt, ich bin nie ein Feigling gewesen, ich habe mit dem Sturm gekämpft. und das Meer hatte keine Schrecken für mich. Jetzt bin ich schwach und kann mein Haus nicht mehr verlassen. Du aber mußt hinaus auf das große Meer wo kein Land ist, nur Himmel. Du sollst dich aber nie im Leben fürchten und sollst dich nie klein fühlen. Knie vor mir nieder und empfange den Segen eines alten Mannes.“ Gerührt beugte sich der Polarforscher vor dem Greis, der mit zitternder Stimme ein Vaterunser betete. Gentleman auf drei Tage Wie der Kamtschadale Weihnachten seiert Weihnachten ist für den Kamtschadalen, der von der Zobeljagd lebt, die schönste Zeit des Jahres. Dann kehrt der Zobeljäger aus der Wildnis in sein Dorf zurück. Die Bewohner kleiner Ansiedlungen fahren mit Kind und Kegel ins nachste Dorf mit einer Kirche, denn Weihnachten ohne Kirchgang ist in Kamtschatka undenkbar. Wie er verläuft, hat Sten Bergman, der vor einigen Jahren Kamtschatka bereiste, beschrieben. Vor dem Kirchgang muß große Toilette gemacht werden. Die schönen Pelzkleider und Renntierstiefel, der Alltagsanzug des Kamtschadalen, bleiben heute zu Hause. Die Männer ziehen richtige Röcke, auch Bratenröcke an, pressen den Hals in Zelluloidstehkragen und knüpfen sich mit sehr ungeschickter Hand ihre Krawatten. Lederstiefel mit Gummigaloschen vollenden die Wandlung zum Gentleman. Noch schöner machen sich die Frauen. Sie ziehen bunte Seidenkleider und elegante Leder= oder Lackschuhe mit hohen Absätzen an. So aufgeputzt, zieht der Kamtschadale mit Kind und Kegel— die Säuglinge mirinbegriffen— zur Kirche. Ein gutes Nachtmahl beschließt den Heiligen Abend; nach der Weihnachtsmette am nächsten Morgen ist die rein kirchliche Feier zu Ende. Zum Weihnachtsfest gehört aber auch, daß jedes Haus seinen Segen bekommt. So muß der Priester am Christtag noch einen beschwerlichen Gang tun. Beschwerlich deshalb, weil in manchem Dorf bis zu achtzig Häuser stehen, und weil ihm in jedem ein Glas starken japanischen Branntweins vorgesetzt wird. Nach den kirchlichen Pflichten entfaltet sich im Kamtschadalendorf weihnachtliches Gesellschaftsleben. Zum weihnachtlichen Festmahl kann jeder kommen; er wird mit Fleisch, Branntwein, Tee und zum Schluß mit— Bonbons— dem begehrten Leckerbissen— bewirtet. Am nächsten Tag kommen die Frauen zum Tee zusammen und plaudern mit Hingebung und Eifer, als ob sie sich das ganze Jahr nicht gesehen hätten. Schon allein die Toilettenfrage ist ein Kapitel ohne Ende! Höhepunkt aber ist der dritte Tag. Wieder werden Besuche gemacht; aber die Gäste sind verhüllt, so daß man ihr Gesicht nicht sieht, und wenn sie ein Haus betreten, kommt kein Wort aus ihrem Munde. Die Hausbewohner müssen nun raten, wer die geheimnisvollen Besucher sind, was nicht ganz einfach ist, da sich die Männer dabei oft in Frauenkleider und die Frauen in Männerpelze stecken. Der Gast, der nicht erkannt wird, geht schweigend ins nächste Haus. Der Mummenschanz endet mit einer Einladung zum Tee, dem abends ein Ball folgt. In drangvoll fürchterlicher Enge werden bis zum Morgen russische Tänze getanzt. Nach dem Fest lassen es sich die Leute noch ein paar Tage wohl sein. Jeden Abend gibt es noch ein Tänzchen, bis schließlich die Woche nach dem Eintritt des neuen Jahres den schönen Tagen ein Ende macht. Dann verlassen die Zobeljäger das gastfreie Dorf, um wieder hinauszufahren in die winterstarte Einsamkeit. 33 48 Der wahre Schnupfenerreger entdeckt? Der Schnupfen, der ja, allgemein gesprochen, ein Katarrh der Nasenschleimhäute ist, wird höchstwahrscheinlich von einem Bazillus hervorgerufen, der sich nur in unseren Breitegraden vermehren kann. Denn die Polarreisenden und ebenso die Eskimos kennen diese Erkrankung nicht. Sie ist also nicht lediglich eine„Erkältung“ oder„Verkühlung". Der Ausfall an Arbeitsleistungen wegen Schnupfen soll aber. nach den statistischen Feststellungen, viele Millionen betragen. Soeben berichtet nun Dr. Pfeiffer, daß er einen Bazillus gefunden habe, der für den Schnupfen verantwortlich gemacht werden muß. Er hat ihm den Namen„microco= cus coryza“ gegeben und will auch schon nachgewiesen haben, daß dieser Bazillus allein der „schnupfenerregende“ ist. Impfungen mit einer Kultur dieser Bazillen führen die charakteristische Erkrankung, die hier nicht weiter beschrieben zu werden braucht, herbei, hinterlassen aber, und das ist die wichtige Tatsache, eine Immunität für die Dauer von—3 Jahren. Prüfungen an Menschen haben die Richtigkeit dieser Tatsache ergeben, doch müssen Nachprüfungen von anderer Seite— Bakteriologen und Aerzten— noch abgewartet werden, ehe Näheres über diese neueste Behandlung des Schnupfens gesagt werden kann. Das Bestechende ist, daß eine einzige Einspritzung genügt, um den Schnupfen für ein bis drei Jahre zu bannen. Es wird sicherlich— immer die Richtigkeit der Nachricht vorausgesetzt— viele geben, die sich dieser kleinen Behandlung gern unterziehen werden. AO SR Nur noch einmal stehenbleiben, Mutti! Sr2 Roman von Maurice Renard Deutsche Uebertragung von tians Blum Copyright by Robinson-Verlag. Berlin W. 50. Zeitungsvertrieb durch Grüner Presse-Verlag. Berlin W (31. Fortsetzung) Durch die geöffneten Fenster der Parkfront konnten sie in das Zimmer der Frau Laval blicken, dann in den Billardsaal, das Speisezimmer, das Rauchzimmer— Räume, die für sie kein Interesse hatten— und um den Flügel herum befand sich das zweite Eckfenster des Schlafzimmers von Frau Laval, anschließend daran das Fenster des Ankleidekabinetts, des Schlafzimmers von Gilberte und eines Toilettenraumes, der am Ende des Gebäudes gegen das Hofgitter zu lag. „Wer bewohnte eigentlich das Zimmer im ersten Stock über dem Schlafzimmer meiner Tante?“ fragte plötzlich Lionel. „Herr Euy Laval“, erwiderte der Hausbesorger,„seit seine Gemahlin krank war". Lionel dachte nach. Er suchte sich die Allüren und den Charakter dieses Onkels, den er nur wenig gekannt hatte, des ständig abwesenden Gatten einer entzückenden Frau, in das Gedächtnis zurückzurufen. Und doch: Guy Laval liebte seine Frau gärtlich, niemand hatte je daran gezweifelt, aber er war eine Art Abenteuergenie, der immer von Entdeckungen träumte, kurzum ein zerstreuter Mensch mit manchmal ganz exzentrischen Einfällen. Er suchte geradezu Gefahren und war ein professionsmäßiger Wagehals... ein Beweis: die Viper, die er zu reizen liebte. Mit einem Worte: Guy Laval war ein unbesonnener Hansdampf. Hatte er sich eine Unbedachtsamkeit zuschulden kommen lassen? Welche? Das war schwierig, sich vorzustellen. Und wie hätte eine solche Unbesonnenheit dazu führen können, daß die Viper in das Hochparterrezimmer gelangte? Nein, eine solche Annahme erschien widersinnig. Warum hatte sich aber Guy Laval nach dem Tode seiner Gattin gar so— so auffallend und irrsinnig gebärdet und in Zentralafrika auf so ehrenvolle, wenn auch schreckliche Art den Tod gesucht? „Sagen Sie mir, Aubry, hat Herr Guy Laval...“ „Ich bitte, Herr Graf!“ „Nichts... nichts.“ Lionel hatte überlegt. Sich Aubrys gegen Jean Mareuil zu bedienen, war in der Ordnung, doch gegen Guy Laval wäre nicht das gleiche gewesen. Der Graf von Prase hatte die edelmännische Denkungsart seines Blutes. Weiß Gott, was man an das Tageslicht befördern könnte, würde man da herumstöbern, weiß Gott, was sich oft hinter einer nach außen restlos glücklich erscheinenden Ehe verbergen mag?— Sie betraten das Schloß. In dem Schlafzimmer der verstorbenen Frau Guy Laval war nichts verändert worden. Sie gelangten in dasselbe von dem Gang aus, der rings um den Ehrenhof lief und in den sämtliche Türen des Hochparterres einmündeten. Dieser Gang bildete zwei rechte Winkel, bzw. teilte sich in einen Mitteltrakt und einen östlichen und einen westlichen Flur. In westlicher Richtung war die Tür zum Schlafzimmer der Frau Laval, die letzte des Mitteltraktes. Trat man in das Zimmer ein, hatte man zur linken Hand die Vollwand, die das Zimmer vom Billardsaal trennte. In der Mitte dieser Wand stand der Kamin, der von den Schränken flankiert wurde. Sie wiesen keinerlei Merkwürdiges oder irgendwelche Ritzen auf. Den Kamin schloß ein eiserner Vorhang, genau wie damals in der kritischen Nacht, der die Möglichkeit eines Eindringens oder einer Flucht auf diesem Wege verneinte. Rechts blickte man durch das ominöse westliche Fenster nach der Orangerie, links durch das südliche in den Park Das Bett stand mit der Stirnseite an der Wand des Ankleidekabinetts, das zum westlichen Flügel gehörte, und war weiß lackiert. Es wies keinerlei Himmel auf, lediglich einen himmelblauen Vorhang, der von goldenen Reifen herab zwischen Wand und Bett hing. Neben dem Bett führte eine Seitentür in das Ankleidekabinett. Lionel untersuchte sorgfältigst den Verschluß der Gangtür. Man erinnere sich daran, daß Frau Laval einen selbsttätigen Riegel hatte anbringen lassen, den sie von ihrem Bett aus mittels Schnur in Tätigkeit setzen konnte, um nicht aufstehen zu müssen, wenn sie nachts ihrer Jungfer läutete. Dieser Zugriegel war noch vorhanden und verursachte, wenn man ihn spielen ließ, einen trockenen, kurzen Klappton, Lionel schickte den Hausbesorger in die Garage, ein Schmierkännchen zu holen. Dann ölte er den Riegel des Verschlußmechanismus gut ein. Aber der klappende Ton blieb, ein Zeichen, daß er immer bestand. Im angrenzenden Ankleidekabinett hätte man ihn also hören müssen. Da Gilberte jedoch nichts gehört hatte, so folgte daraus, daß Frau Laval ihn nicht in Tätigkeit gesetzt und die Tür, die am Abend geschlossen, und wie die Gräfin Prase festgestellt, am Morgen noch immer geschlossen gewesen war, nachts Der Schlauere Fritz und Peter bekommen alle Woche eine Mark für ihre Sparbüchsen, damit jeder dem anderen etwas zu Weihnachten schenken kann. Eine Woche vor dem Fest kommt Fritz zum Papa gelaufen und heult erbärmlich. „Was ist denn wieder los?“ „Papa, Peter steckt immer seine Mark in meine Sparbüchse!“ (Herold.) Skrupel „Nein, Mutti, ich kann Paul nicht heiraten, er glaubt nicht mal an die Hölle.“ „Wenn's weiter nichts ist! Heirate ihn ruhig, übers Jahr glaubt er bestimmt daran.“ langen und entsprechend dicken Schlange Durchlaß zu gewähren. Auch die Besichtigung des Ankleidekabinetts zeitigte keinerlei Resultat. Lionel konnte nirgends eine weder sachliche noch abstrakte Spur von irgend etwas Außergewöhnlichem entdecken. Aubry beteiligte sich hächst lässig und unaufmerksam an allen diesen Untersuchungen. Er schien absolut ungläubig und wiederholte immer uninteressiert umblickend:„Man nicht geöffnet wurde Da nev nevenan die Gräfin und Gilberte schliefen— die eine in jenem leichten, Krankenwärterinnen eigenen Schlaf, während die andere m icl Schli#f fandarn mit moit offenen ldeten eingigen Jagunge gu 9eun—.—9 Zimmer die beiden herzförmigen Ladenausschnitte Darüber kam man nicht hinweg. Wollte man annehmen, daß Frau Laval, obwohl sie unfähig war, sich zu erheben, dennoch aufgestanden war, entweder um die Tür zu öffnen, oder um die Außenläden der Fenster aufzumachen, so hätte unbedingt Gilberte das Geräusch ihrer schwankenden Tritte durch die dünne Verbindungstür vernommen, die unten an der Schwelle nur einen so feinen Schlitz aufwies, daß Gilberte den schwachen Lichtschein der Nachtlampe in dem Zimmer ihrer Mutter zwar als ganz dünne Linie wahrnahm, der aber viel zu eng war, um der einen Meter mit einem bruch.“ Schließlich begann er Lionel auf die Nerven zu gehen. Er schickte daher den Hausbesorger auf die Station zurück, damit er wieder nach Paris abfahre. Mit größerem Eifer ging jetzt der Graf auf eigene Faust ans Werk. Er begab sich in den ersten Stock und unterwarf das Zimmer, das Guy Laval während der Krankheit seiner Gattin bewohnt hatte, einer peinlichsten UnterVerlorene Liebesmühe! den mindesten Verdacht. An eine Geschichte von Conan Doyle sich erinnernd, die ihm schon einmal eingefallen war, stieg nun Lionel wieder in das Zimmer seiner verstorbenen Tante hinab, um festzustellen, ob nicht irgendein Klingelzug der Schlange als Kletterobjekt hatte dienen können. Vielleicht, daß sie durch ein Loch im Plafond an einer derartigen Schnur herabglitt Eine solche Klingelschnur befand sich allerdings zu Häupten des Bettes von Frau Laval, bestand jedoch nur aus einem dünnen, seidenumsponnenen Draht, an dessen Ende in Reichweite von Frau Laval eine Druckbirne hing. Sie war aber viel zu schwach, als daß sich die Viver an ihr hätte herunterlassen können. Ueberdies wiesen weder Plafond noch Mauer die geringste Oeffnung auf. Ziemlich entmutigt begab er sich in das Dorfwirtshaus zum Essen und wartete die Ankunft seiner Mutter, Gilbertes und Jean Mareuils ab. (Fortsetzung folgt.) Der Raum bot nicht — 6— A Ki Unerreicht in Auswahl! Kallorn. Stangenspargel stark" Dose 'st. Heines gekocht. 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Der Film läuft im Canital Dr. Georg Solmssen, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und Disconto=Gesellschaft, wurde als Nachfolger Geh.Rat Rießers zum Präsidenten des Zentralverbandes gewählt. Schach Städtekampf Düsseldorf— Köln Knapper Sieg Düsseldorfs Am Sonntag trafen sich in Düsseldorf im Vereinshaus des DHV die Spieler des Düsseldorfer Stadtverbandes und der Stadt Köln zu einem friedlichen Wettstreit an 45 Brettern. Von—8 Uhr nachmittags tobte der Kampf, der zahlreiche Schachfreunde angezogen hatte. Wenn auch einige der stärksten Spieler beiderseits fehlten,(so z. B. Engels und Dr. van Nuß für Düsseldorf; Kieninger, Platz, Guttenberger, Borgardts, Sander, Dr. Schumacher für Köln), so war es doch ein sehr hartnäckiger und lebhafter Streit. Daß Köln die größere Zahl erstklassiger Spieler hat, wurde auch diesmal, wie schon mehrfach früher, bewiesen; denn an den ersten 30 Brettern war das Resultat 16:14 zum Vorteil für Köln. Aber an den letzten 15 Brettern gab die größere Uebung im Turnierspiel für Düsseldorf den Ausschlag. Der Kampf war außerordentlich spannend und aufregend, da er in der dritten und vierten Stunde ständig hin und her schwankte. Zum Schluß brachten zwei unbeendete Partien, die als Gewinn für Düsseldorf abgeschätzt wurden, die Entscheidung: das Endergebnis war 23½: 21½ für Düsseldorf. Als Sieger auf Kölner Seite sind zu verzeichnen die Herren: Breuer, Lange, Kötter, Heider, Rosenfeld, .=A. Antonetty, Chr. Schmidt, Bierther, Flügel, Jaeger, Bickenbach, Arnold, Kinastowski, Frengl, Silbermann(Freie Sch.=.), Mertens, Goldschmidt, Wilquin und Rosenthal; remis machten die Herren Joekel, Löwenstein, Schlesinger, Schmelzer und Kühn. Die Presse war durch die Sportredakteure mehrerer Zeitungen vertreten; eine Düsseldorfer Zeitung hatte einen wertvollen Wanderpreis gestiftet, der endgültig dem Verband zufallen soll, der in den jährlich abwechselnd in Köln und Düsseldorf zu wiederholenden Wettkämpfen dreimal hintereinander als Sieger hervorgeht. Das Endergebnis des Kampfes ist für Köln die eindringliche Lehre, daß auch die Spieler zweiter Klasse weit mehr als bisher in ernstem Spiel, möglichst mit Zeitkontrolle, zu üben sind. Ganz verderblich ist das sogenannte Kafeehausspiel, das in allen Vereinen mehr zurücktreten muß, wenn Köln seine alte Vormachtstellung im Schachleben behaupten will, zumal die Organisation und Turnierübung in Düsseldorf ersichtlich in den letzten Jahren einen starken Aufschwung genommen hat. Die Deutsche Konservenindustrie erzeugt Gemüse= und Obstkonserven im Werte von etwa 300 Millionen Mark. Sie beschäftigt dauernd etwa 9000 vorwiegend weibliche Arbeitskräfte, in der Kampagnezeit rund 26000. Es werden etwa eine Million Doppelzentner Gemüse und 1½ Millionen Doppelzentner Obst verarbeitet. Zur Verpackung werden rund 35000 Tonnen Weißblech verbraucht. Nahezu 1200 Patente hat Edison bis heute erhalten. Thomas Alva Hohe englische Ehrung eines deutschen Gelehrten Professor H. A. Krüß, der Generaldirektor der Preußischen Staatsbibliothek, wurde vom Verband der englischen Bibliotheken„Library Association“ zum Ehrenvizepräsidenten ernannt. 2 Sreschen für Ctaein strahlendes Reim. Für nur 20 Pfennig erhalten Sie die praktische und im Gebrauch so sparsame Ata-Streuflasche. Fürnur 20 Pfennig haben Sie ein strahlendes Hleim, wenn Sie das vortreffliche Ata zum Putzen und Scheuern verwenden. Was es auch sei, Holz, Glas, Stein oder Metall, allem Hausrat gibt Ata ohne große Mühe appetitliche Sauberkeit und einladende Frische. Nehmen Sie Ata, die geldund zeitsparende Küchenhilfe! Kennen Sie schon das jüngste Erzeugnis der Persilwerke: GD Henkel's Aufwasch-, Spül- und Reinigungsmittel? TaKt. rgeer. s. en n2SMITENIIEANEL E CT Weißt du noch? Aus Kindertagen grüßt in dieser Zeit zu uns etwas herüber, das uns wundersam berührt. Ja, es ist, als ob diese längst vergangenen Tage uns plötzlich wieder nahe wären. Die harmlosen Kinderträume nahen uns wieder, wenn auch verblaßt, die Kinderfreuden treten wieder in unsere Erinnerung, wenn auch ein leise mitleidiges Lächeln daneben steht. Es ist, als ob uns auf Schritt und Tritt etwas zuraunte: Weißt du es noch? Weißt du noch, wie du in all den Wochen vor dem Feste von einer geheimen Unruhe erfaßt warst, wie eine Freude in dir lebte, die Freude der Erwartung? Ja, was hast du denn damals erwartet? Im Grund so wenig, und doch so viel: Das Wunder! Irgendwie stand das Wunder vor deiner Tür und wartete darauf, eingelassen zu werden. Das Alltägliche, das um dich war, hatte wunderlichen Glanz; irgendwie verbarg sich hinter ihm etwas Schönes. Und im Grunde verbargen sich dahinter nur die Gestalten deiner eigenen Phantasie, deiner gläubigen Wunderhoffnung. Und dann kam der Tag, da das Wunder geschah, da plötzlich vor dir die Geschenke ausgebreitet lagen, vom Lichterglanz der grünen Tanne verklärt. Du hast nicht gefragt: Woher? Du hast nur mit heißen Augen bestaunt und mit den kleinen Händen danach gegriffen. Und der Tag war wirklich ein Festtag für dich, weil sich für dich ein Wunder erfüllt hatte. Aus den Kindertagen grüßt jetzt eine Erinnerung zu uns herüber. Und nur die Erinnerung haben wir hinüberretten können in die Zeit, da das Wunder für uns seiner Geheimnisse beraubt ist. Was uns blieb, ist, daß wir selbst ein Wunder bereiten können, denen, die durch Kindertage gehen. Auch das ist schön, aber es ist nicht dasselbe, und es ist auch nicht gleich schön. Diese Tage haben für uns einen anderen Klang und anderen Inhalt als einst. Und das zu erfüllen, klar zu erkennen, ist nicht etwas, das einen gleichgültig lassen kann. An die Veränderung erinnert es, der wir unterworfen sind, an die Wandlung, die Schritt für Schritt mit uns vorgeht, die uns heute zu anderen macht, als wir gestern waren. Und wir selbst, was gewinnen wir denn für uns daraus? Das muß doch im Grunde eine Frage sein, die uns beschäftigt. Die Antwort ist so leicht nicht. Es kann etwas Schönes und Großes sein, das wir gewinnen, und es kann wenig bedeuten. Denken wir zurück. Die einstigen Tage hatten so schönen, tiefen Klang, weil die anderen für uns mit Liebe bereit standen. Und wenn wir unseren Kindern Weihnachten bereiten, auch für sie haben diese Tage nur dann schönen Inhalt, wenn wir mit gebefreudiger Liebe bereit stehen. Was liegt denn da näher, als daß wir das auch auf uns und alle jene anwenden, denen der Klang aus Kindertagen nicht mehr sein kann als eine liebe Erinnerung? Und was können wir schließlich den anderen und uns selbst Besseres schenken als den guten Willen, die Bereitschaft, die Kräfte einzusetzen für ein Dasein im Dienste der anderen. Denn der ertragreichste Dienst ist und bleibt doch der selbstlose Dienst an anderen, weil er die besten Zinsen trägt. Kinderwünsche— Kinderfreude Die Mädchen wollen puppen mit langen Zöpfen— Jungens begeistern sich für alles Technische Das ganze Jahr hindurch haben die Spielwarengeschäfte bei weitem nicht die Anziehungskraft wie um die Weihnachtszeit. Gewiß, Kinder drücken sich immer die Nase an den Scheiben platt, betrachten begehrlich die ausgestellten Herrlichkeiten, aber die Größeren wissen schon, daß es so mitten im Jahre, wenn nicht gerade Namenstag ist, kaum Spielzeug gibt. Aber vor Weihnachten, da ist das eine ganz andere Sache. Da wird mit Kennerblick alles gemustert. Da heißt es, Entscheidungen zu treffen, da besteht ernsthafte Hoffnung, daß doch wenigstens ein Teil der vielen Wünsche in Erfüllung geht. Es ist gleich, obeman durch die strahlend erleuchteten Straßen der Großstadt geht, wo die großen Spielwarengeschäfte in prunkvoller Auslage alles zeigen, was sich Kinder nur wünschen können, oder ob man durch die stillen kleinen Städtchen der Provinz wandert, wo es im Allerweltskaufhaus auch noch Spielwaren gibt, überall drängen sich jetzt die Kinder, bewundern und wählen Die neue Zeit macht sich auch bei den Spielwaren bemerkbar. Gewiß, da lächeln, noch immer die Püppchen, mit ihren rosigen, pausbackigen Gesichtern. Aber selbst hier zeigt sich eine neue Richtung. Die Spielwarenverkäuferinnen erzählen, daß die Nachfrage nach Puppen mit langen Zöpfen so stark ist wie niemals in den letzten Jahren. Alle kleinen Mädel wollen wieder langes Haar bei ihren Puppenkindern haben, das sich kämmen und flechten läßt. Mit dem Bubenkopf können sie gar zu wenig anfangen. Sollte das ein Symptom sein, daß der Bubenkopf auch bei den Frauen bald wieder dem langen Haar weichen muß? Puppenstuben und Puppenküchen, Kaufläden sind noch immer ein begehrter Artikel. Auch hier gibts Neuerungen. Moderne Tapeten kariert und in Streifen in leuchtenden hellen Farben. viel Gelb, Orange und Rot, und Farben des Frohsinns, sind vertreten. Die Möbel sind allerneuesten Stils. Kein unnützer Zierrat. Alles massiv und praktisch, alles farbenfroh. Da können selbst derbe Kinderhände gehörig zupacken, ohne daß sie Schaden leiden. In Kaufläden und Küche ist alles nach modernsten hygienischen Prinzipien eingerichtet. Aber das ist alles mehr oder minder Mädelsspielzeug. Die Jungens sind noch viel moderner. Bei ihrem Spielzeug zeigt sich das technische Zeitalter mit aller Deutlichkeit. Bastelspielzeug ist in allen Variationen vertreten. Die Kinder wollen und sollen ja auch selber schaffen. Es ist viel besser, ihre Phantasie anzuregen, als ihnen fertiges Spielzeug in die Hand zu geben, mit dem sie schon nach wenigen Tagen nichts mehr anzufangen wissen. Für die Größeren kommt das schon gar nicht mehr in Frage. Welcher Junge von heute interessierte sich wohl nicht für technische Dinge? Aus Holz und aus Eisen, aus Aluminium und Lackmaterial sind die einzelnen Teile in den Baukästen Da gibt es zahllose Stäbe und Schrauben, Zahnräder, Kolben. Kurbeln und Glühbirnen und was sonst alles dazu gehört, um eine komplette Maschinenanlage zu schaffen. Brücken und Windmühlen Als besonders geeignete Festgeschenke empfehlen wir Tür Herren: Morgenjoppen, Schlafröcke, Lodenjoppen, Lüsterjoppen, Lederjacken — Lmberiacks, Windjacken, Sporthosen, gestreifte Hosen, Strickwesten Pullover, Hüte und Mützen für Khaben: Sweater, Sweater-Anzüge, Pullover, Sporthemden, Sportblusen Lumberjacks, Sporthosen, Knie- und Leibchenhosen, Tirolerjoppen und-Hosen Das maßgebende große Spezial-Haus für erstklassige Herren- und Knabenkleidung. Sche Blindgasse Sonntag von—7 Uhr geöffnet. Die neue Romanreihe! Jeder Band in Ganzleinen gebunden auf holzfreiem Papier gedruckt RM..85 Die ersten fünf Bände sind erschienen: Peng: 100000 Mark zuviel. ein satirischer Roman Nesbit: Die lustige Ehe, ein humoristischer Roman/ Phillips: Der fremde Prinz. ein Detektiv-Roman/ Oertzen: janka Brack, ein Abenteurer-Roman Brackel: Die Tochter des Kunstreiters, ein klassischer Roman...... Das beste Weihnachtsgeschenk für jedermann! Verlag I. P. Bachem d. m. b. u. 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Ganze Systeme von Signallampen, die wie alles, was mit elektrischer Beleuchtung versehen ist, ein sehr begehrter Artikel bei den Jungen sind, werden gezeigt. Der Zeitungswagen für den Bahnhof mit dem richtigen Miniaturzeitungen aller Richtungen, der Siestamann mit seinen Kissen, fehlen nicht. Schon die Vier= und Fünfjährigen verstehen heute aufs Beste, ihre Eisenbahn in Betrieb zu setzen und sachgemäß mit allen Apparaten umzugehen.— Man sieht, die Möglichkeiten sind unendlich vielfältig, um den Kindern Freude zu bereiten und auch wirklich sinnvolles Spielzeug zu schenken. Das Kretische ist nur noch die Geldfrage, die diesmal wie wohl kaum je zuvor allgemein die größte und schwierigste Rolle spielen wird. Erwachsene können auch einmal auf Weihnachtsgeschenke verzichten, aber Kinderhände leer ausgehen zu lassen, ist doch gar zu traurig. 9. U. Rundfunkteilnehmer gibt es in Deutschland jetzt.2 Millionen, d. h. 49 auf 1000 Einwohner: das ist noch nicht viel: denn selbst in Oesterreich sind es 58, in Großbritannien 67, in Dänemark 90 und in den Vereinigten Staaten gar 104. Reine Geschenke Wenn man alle Handarbeiten für die nächsten Angehörigen fertig hat, und auch die gekauften Gegenstände hübsch mit Silberband verpackt bereit liegen, nimmt man sich gerne noch der guten Freunde und Freundinnen an, die im Laufe des vergangenen Jahres aus und ein gegangen sind. Viele werden zu Weihnachten einsam sein, und das von ihnen oft gepriesene Alleinsein wird ihnen schon jetzt, kurz vor dem Fest, zur Last, wenn sie sehen, wie einer für den anderen sorgt. Die gute Hausfrau kennt die Stimmungen dieser Junggesellen und Junggesellinnen und läßt sie vor dem Fest vielleicht schon an ihren Vorbereitungen für die Famitie teilnehmen, damit die Weihnachtsstimmung auch auf sie abfärbt. Am fröhlichsten werden die Alleinstehenden aber sein, wenn man sie zum Heiligen Abend in den gemütlichen Familienkreis einlädt. Wenn auch an allen Ecken und Enden gespart werden muß, so ist es doch notwendig, auch, diesen alleinstehenden Menschen eine kleine Ueberraschung zu bereiten. Es sollen keine großen Werte sein, die man für sie anlegt, es kommt nur darauf an, ihren persönlichen Eigenarten mit einer Kleinigkeit gerecht zu werden, die sie brauchen und die sie sich vielleicht schon seit langem wünschen. So gibt es wohl eine ältere Dame, die nicht immer die Freundin der Hausfrau zu sein braucht, sondern die uns als treue Ausbesserin oder Plätterin oft im Jahre geholfen hat, der man aber kein Geldgeschenk anbieten mag, weil sie ein fein empfindender Mensch ist, der einmal bessere Tage gesehen hat. Sie bekommt ein Unterziehwestchen aus Seiden= oder Leinenresten mit hübsch ausgeputztem Rand und einem kleinen Jabot, das sich zum Ausschmücken dunkler Wollkleider gut eignet. Eine jüngere Freundin erhält einen selbstgesäumten Krawattenschal aus schottischer Seide für den Schneidermantel ohne Pelzkragen, und sicher ist auch ein junges MädWeihnachten 1930 schenkt man etwas von bleibendem Wert, das praktischen Nutzen und äußere Schönheit glücklich vereint: Die zuverlässige, ganggenaue Allnind.-Uhr Reichhaltige Auswahl in allen Preislagen bei Carl Jos. linnarß Köln, Komödienstraße 39 Seit 70 Jahren bestehendes Fachgeschäft. 2x Fernruf 227928 VERKAUFSSTELLE DER ALPINA-GRUEN-UHRENFABRIKEN Durch ehend geöffnet Verlangen Sie bitte den neuen Weihnachts. katalog mut entzückenden Neuheiten chen unter den guten Bekannten, das sich über eine selbstaufgezogene Kette aus türkisefarbenen Glas= und Holzperlen freut. Mit kleinen Perlen am Anfang und größeren zur Mitte läßt sich eine gute Wirkung erzielen, wenn man die Perlen, abgestuft in Größen, auf vier bis fünf Schnüre reiht und diese miteinander verflicht, so daß eine dicke Kette entsteht. 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Die feierlichen Exequien werden gehalten am Samstag, den 20. Dezember 1930, vormittags 9½ Uhr, in der Pfarrkirche St. Maria-Lyskirchen. Die Beerdigung findet am gleichen Tage, vormittags 11½ Uhr, von der Kapelle des Friedhofes Melaten aus statt. Heute starb in ihrer Heimat Quakenbrueck nach langem, schwerem Leiden meine langjährige treue Hausangestellte Anna Schierholt Da mir die Namen und Adressen ihres Bekanntenkreises nicht bekannt sind, kann ich nur auf diesem Vege Nachricht geben. Ich empfehle ihre fromme Seele dem fürbittenden Gebete der Gläubigen. Max Bacumker Direktor am Erzb. Generalvikariat. Köln, den 18. Dezember 1930. nzeigen uunc Abonnemenis Annahme für Hippes Merheim 1n Wir sind Bi#lig aise Seice Gchs de elie. aas Dnchs. 43 an 280 Honan... Nue 420 allerbeste Qualität, echt gefärbt.... Beliebte Geschenkartikel SEIDENMAUS KOOPMANN KOLN, ZEPPELINSTRASSE 7. Dasschönste Weihnachtsgeschenk ist ein 9lig oder 100g Silb.-Besteck. 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Die Beerdigung findet statt am gleichen Tage, vorm 11½ Uhr, von der Kapelle des Friedhofes Melaten aus Köln-Rippes. Viersener Str. 6 Karl Richartz Snruf 74569. Katholischer Frauen- u. Mütterverein St. Paul, K5). Die Exequien für unser verstorbenes Mitglied Frau Emma Wiesehof Hardefuststr. 15 werden gehalten am Samstag, den 20. Dezember, vormittags 9 Uhr. Die Beerdigung ist am gleichen Tage nachm. 1 Uhr von der Leichenhalle des Südfriedhofes aus. Der Vorstand Adelheid Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an Redakteur Dr. Josct Hofmann und Frau Mia geb. Hesse Köln, 18. Dezember 1930. Brillanr-Schmuck Gold-, Silberw., Uhren, Ketten, Ringe, Große Auswahl. Günstige Gelegenheitskäufe. Hub. Schnitzler, Königstraße 3 am Malzbüchel Inserieren bringt Gewinn! Aoderneküche mit weißem Herd nur M. 195.— klein. Wohnzimmmer M 150.—, Chaiselongue M. 23.— Lederdiwan neu 48—. Plüschdiwan M. 45— Plüschdiwan, neu M. 65.—, Ofen M .— u. 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Gleich die ältesten Nachrichten über die Einführung des Christbaumes machen auch schon Angaben über die Gegenstände, mit denen man den Weihnachtsbaum ausputzte. Man hing Blumen aus buntem Papier, Aepfel, Zuckerstangen und allerlei Gebäck an den Baum. Dieser Schmuck, zu dem dann noch Nüsse kamen, war lange Zeit der einzige, den der Christbaum trug. In vielen Gegenden blieb es auch noch so, als man schon anderen Christbaumschmuck kannte. In rein bäuerlichen Gegenden wird der Christbaum noch heute ausschließlich mit Aepfeln und Nüssen ausgeputzt, nur überzieht man Aepfel und Nüsse erst mit einem feinen Gold= und Silberpapier. Auch allerlei selbsthergestellte Backwaren in den verschiedensten Formen kommen noch häufig in den Christbaum. Daß diesen Kerzen aufgesteckt wurden, geht nicht weiter als in das 18. Jahrhundert zurück, kam aber in den meisten Gegenden erst im 19. Jahrhundert auf. In Süddeutschland gibt es sogar heute noch einzelne entlegene Bezirke, wo das Aufstecken von Christbaumkerzen nicht üblich ist. Dann stellte man allerlei kleine Sachen von Holz, Blech, Wachs, Watte und Papier her, die bei der Ausschmückung des Christbaumes verwendet wurden, Engel, Tiere und andere Figuren aus Watte mit aufgeklebtem Goldund Silberpapier, Eicheln, Kugeln, Aepfel, Birnen aus Holz und Wachs, buntlackierte kleine Gegenstände aus Blech, farbige Ketten aus Papier. Vielfach kamen Nippsachen, die sonst irgendwo standen und lagen, an den Christbaum. Die schimmernde Herrlichkeit unserer jetzigen Christbäume konnte aber doch erst erstehen, nachdem die Glasbläser im Thüringer Wald dazu übergegangen waren, aus Glas auch Christbaumschmuck herzustellen. Weiter hat auch die Erfindung des Lamettas sehr Hochbetrieb auf dem Weihnachtsmarkt zur Verschönerung des Christbaumes beigetragen. Die Glasbläserei im Thüringer Wald ist nun schon beinahe 400 Jahre alt. Ein Handwerksbursche aus Thüringen, der auf seiner Wanderschaft bis nach Venedig kam und dort in einer der damals weltberühmten Venetianer Glasfabriken ein Arbeitsunterkommen gefunden hatte, soll die Glasbläserei in Thüringen eingeführt haben. Nun wird dort seit langem auch Christbaumschmuck hergestellt, der zierlichste und schönste, den wir kennen. Glaskugeln in weiß, rot, blau, grün, gelb und in hunderten Zwischenfarben, anzusehen beinahe wie die schönsten Seifenblasen, Aepfel und andere Früchte so natürlich, als könnten sie gleich auf den Speisetisch gestellt werden, Schmetterlinge wie Geschöpfe aus den Tropen, Vögel wie aus den Urwäldern Südamerikas hervorgeholt, Fische, Hirsche, Rehe, Pilze in allen Größen und Formen, Sterne, Blumen, Glöckchen, die einen silberhellen Klang geben, dies alles und noch mehr stellen die Glasmacher des Thüringer Waldes her, und damit wird der Christbaum ausgeschmückt.— Zum Ausputzen des Baumes gehört auch das Lametta. Das feinste stammt ebenfalls von Thüringen und wird aus Glas hergestellt. Das Glaslametta heißt auch noch Engels= oder Christleinshaar. Auch aus einigen Metallen macht man Lametta; dieses ist billiger als Glaslametta. Vielfach kommt auch noch anderer Schmuck an den Weihnachtsbaum: schöne Zapfen von Nadelbäumen, die mit Silberpapier Schuhwaren Pennig altbekanntes Spezial-Haus für jeden Zweck, Stand und Beruf. für Damen, Herren, Kinder. Warme Schuhe für Haus und Straße in großer Auswahl. Köln, Heumarkt 49 Ecke Gürzenichstraße Gegründet 1864 Reparatur-Werkstätte im Hause. Tel. 229648. Herren-.Damenwäsche, Tisch-.Teegedecke Bettwäsche, seidene Unterkleider, Schlüpfer Schlafanzüge, Strümpfe, Taschentücher Geschw. Stappen Köln, Hohe Pforte 22—. Bekannt für gute Qualitäten Meine alljährige Weihnachts-Ausstellung bringt nach rücksichtslosem Preisabbau sämtliche Arten Kleinmöbel Beisetz-, Spiel- u. 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Dabei werden die Worte des kundigen, warmherzigen und doch sachlichen Verfassers durch 51 gut ausgewählte und wiedergegebene Kupfertiefdruck=Bilder und 27 erläuternde Skizzen unterstützt. Auf diese Weise werden die Worte lebendig, der Leser erlebt anschaulich das deutsche Volkstum jenseits der jetzigen Grenzen des Deutschen Reiches. Nach einem Ueberblick über das deutsche Land und Volk daheim im Deutschen führt uns der Verfasser zu den mehr als 30 Millionen Auslandsdeutschen, die in fremden, den Deutschen gst sehr feindlich gesinnten Staaten leben müssen. So kommen wir nach Eupen=Malmedy, nach Hstoberschleisen, Siebenbürgen, Amerika usw. Ueberall wird kurz das Wesentliche aus der Geschichte, der Lage nach dem Weltkriege und aus der Erdkunde mit trefflichen Bildern und erklärenden Skizzen geboten.— Die Anaabe von Büchern zum weiteren Studium des Auslandsdeutschtums ist zu begrüßen. Dieses Buch sollte in die Hand jedes deutschen Jungen und kommen, und die Eltern werden es auch mit Genuß und Gewinn lesen.— Warum nach Fremdvölkischem schauen, wenn es so viel deutsches Volk und Land draußen in der Welt gibt, das wir noch nicht kennen? Besonders seien noch die Lehrer und Lehrerinnen der Volks=, Berufs=, Mittel= und höheren Schulen auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Die nach den Lehrplänen und Richtlinien vorgeschriebene Einführung in das Auslanddeutschtum wird leicht zu einem packenden und bleibenden Erlebnis gestaltet, wenn die Schülerseinnen) das Buch vur Herge bHee * Die Entdeckung des Kaiser=Franz=Joseph=Landes. Zu den ruhmreichsten und kühnsten Polarforschern der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts gehört Julius Paye., der Führer der österreichisch= ungarischen Nordpolexpedition in den Jahren 1872 bis 1874, die er in einem großen Reisewerk beschrieben hat Der Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, hat, um Julius Payer seiner unverdienten Vergessenbeit zu entreißen, eine gekürzte Bearbeitung des Originals unter der Herausgeberschaft von I. V. Zelizto erscheinen lassen:„Die Entdeckung des Kaiser-Franz=Joseph=Landes.“(Mit 29 Abb. und 3 Karten.) Ist das ursprüngliche Werk schon sehr lesenswert, so gewinnt der Auszug durch straffe Zusammenfassung des Wesentlichen und Interessantesten noch viel an dramatischer Bewegtheit. Der Verfasser schildert den Verlauf der Expedition, den fortwährenden Kampf mit der rauhen Natur, Abenteuer auf Jagden, Forschungen und Entdeckungen. Seinen Schilderungen wohnt oft eine beklemmende Spannung inne, immer aber ein echter, die menschliche Wichtigkeit gutmütig verspöttelnder Humor und der sehr sympathische Wille, zu leiden, ohne Aufhebens davon zu machen. Kalender Frauenschaffen und Frauenleben Schade, daß Kalenderblätter abgerissen und in alle Winde verstreut zu werden pflegen. Eine Folge vollständiger Frauenkalender der vergangenen Jahrzehnte müßte einen äußerst fesselnden Bericht über die viel besprochenen und in ihrer Tragweite unübersehbaren Wandlungen des Frauenlebens in dieser Zeit geben. Da liegt der Frauenkalender des Verlages Georg Bever, Leipzig: Frauenschaffen 1931 (M..80) vor. Er zeigt uns neben der Frau, die wir alle verehren als Hüterin von Heim und Familie, jene Frauen, die im öffentlichen Geistesleben, in Wirtschaft und Politik, in pädagogischen Berufen, in Wissenschaft und Kunst, bei Sport und Film, in der Presse und im Gewerbe Frauenart in das Kulturleben der Gegenwart tragen. Es interessiert uns, in diese Frauengesichter zu schauen, die Spuren ihres besonderen Lebens in ihren Zügen zu entdecken, von ihrem Wirken zu lesen, oder durch Reproduktionen ihrer Arbeiten persönliche Eindrücke von der Eigenart ihres Schaffens zu empfangen. Der Kalender gibt in Bildern und Text hierzu mannigfache Gelegenheit. Er ist gut ausgestattet und praktisch sowohl zum Aufhängen, wie zum Stellen eingerichtet. Bischof Schreiber bei der Weihnachtsfeier der Berliner Kinder Photo Kino Andreas Pillen Köln: 1. Hohenzollernring 44 /2. Deichmannhaus am Dom z. Rudolfplatz ro am Opernhaus C. Weisheim- Optiker Köln-Rh., Herzogstraße 30 empfichlt parrende Weihnachtsgeschenke Barometer von M..50, Operngläser von M. 10.—. Lorgnetten von M..50 an. Feldstecher, Lesegläser, Brillen sowie alle anderen optischen Gegenstände zu den billigsten Preisen. Weihnachts-Krippen Krippenställe 7 Einzellizuren in jeder Art und Preislage Friedrich Pustet Unter Taschenmacher 15/17 Bestecke als Geschenke von —— bleibendem Wert Alp.-Silber 90g 4teil. Garnitur für 6 Pers. Mk. 48.- 63.- u. 72,Alp. Chrom„„„ 6„„—.— Rastermnesser, Radierapoarate und all Solinger Stahlparen. Fachgeschäft C. A. 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Was sich vor den Schranken deutscher Gerichte abspielt, erfährt die Oeffentlichkeit im allgemeinen in ausreichendem Maße. Nur ein Forum deutscher Rechtsprechung bleibt neugierigen Blicken entzogen: das Jugendgericht, dessen Verhandlungen nicht öffentlich sind. Da bereits sieben Jahre seit Bestehen der Jugendgerichte vergangen sind, liegt aber Tatsachenmaterial darüber vor, welche praktischen Erfolge durch das im Jahre 1923 vom Reichs: tag angenommene Gesetz über Jugendgerichte erzielt worden sind.— Mal Von der Jahrhundertwende bis zum Weltkrieg wurden in Deutschland, wie der bekannte Berliner Jugendrichter Herbert Francke feststellt, jährlich etwa 50 000 Jugendliche im Alter von zwölf bis achtzehn Jahren verurteilt. Von den siebendreiviertel Millionen Jugendlichen, die am 1. Dezember 1910 in Deutschland lebten, waren 108000 vorbestraft, uno zwar 90 000 Jungen und 18000 Mädchen. Vorbestraft war demnach jeder 71. Jugendliche, und zwar fünfmal soviel Jungen wie Mädchen. Damals gab es noch keine Jugendgerichte, und die Aburteilung erfolgte in der Regel vor den ordentlichen Gerichten. Da inzwischen die Gerichtsverfahren gegen Jugendliche konzentriert worden sind, kann man heute meyr darüber aussagen als vor dem Krieg. Die Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfe sendet alljährlich an eine Reihe von Jugendgerichtshilfen Fragebogen, deren reiches Antwortmaterial jetzt vorliegt.„ Während es bis 1926 so schien, als könne mit einem fortschreitenden Rückgang der Jugendkriminalität gerechnet werden, ist für 1927 wieder ein leichtes und für 1928 ein bedeutendes Ansteigen der Kriminalitätsziffer zu beobachten. Besondersersarerkend ist nun aber die jähe Steigerung des schließen, daß die absolute Zahl der jugendlichen Verbrecher nicht entfernt so gewachsen ist wie die Zahl der schweren Straftaten gegenüber den leichten, welche aus der ReichskriminalDi; we blichen Jugendlichen sind an den gesamten Verbrechen dieser Altersklasse mit 13 bis 19 Prozent beteiligt; jungere Mädchen weniger, ältere mehr. Wichtiger als die Gliederung nach Geschlechtern ist aber die Feststellung. in welchem Arbeitsverhältnis sich diese jugendlichen Verbrecher befunden haben. Da im Jahre 1925 fast drei Viertel aller Jugendlichen entweder Lehrlinge oder Ausgelernte waren— nimmt man nur die mannlichen Jugendlichen, so waren es sogar 84 Prozent. und inzwischen hat sich dieses Verhältnis durch den Altersaufbau des deutschen Volkes noch weiter zugunsten der Lehrlinge verschoben — so ist die Kriminalität der Lehrlinge im Verhältnis zu den Verbrechen der Ungelernten auffallend gering, und die der jungen aelernten Arbeiter erschreckend hoch. Denn wenn die Jugendlichen, die keine Lehre durchgemacht haben, den fünften Teil der Lehrlinge darstellen, so kann man die allgemeinen Ziffern über die jugendliche Kriminalität nicht einfach zum Fergleich heranziehen, sondern muß die absoluten Zahlen in relative verwandeln, und dann ergibt sich eben, die ungelernten Arbeiter viel mit der Besorgung Iührer Weihnachts-Einkäufe! Benutzen Sie nach Möglichkeit die VormittagsStunden, damit Sie mit Ruhe Ihre Wahl treffen können und das Verkaufspersonal Sie mit Aufmerksamkeit beraten kann! Mein großer Weihnachts-Verkauf nzeigen AbonnementsAnnahme in Köln-Mülhelm: Adamsstraße r Franz Weber Telephon 61866. in Köln-Kalk: Bertramstraße 2 Theod. Fuchs Telephon 1 3164. stärter vedroht sind, als die Lehrlinge. Wichtig sino auch die„Angaben des Jugendamtes der Stadt Halle für das Jahr 1928. Die Straftaten der Lehrlinge sind danach meist leichter Art und bestehen zum größten Teil aus den Streichen dummer Jungen. aus Unfug. Sachbeschädigung oder Transportgefährdun während die ungelernten Arbeiter schwerere Delikte verübten. Bei Eigentumsvergehen der Lehrlinge spielt besonders in der Elektrotechnik oft das technische Interesse eine Rolle. Handwerkszeug und Arbeitsmaterial werden entwendet, um bei Basteleien benutzt zu werden. Ernst Rawicz gibt in seinem Werk„Die deutsche Sozialpolitik im Spiegel der Statistik an,„daß im Durchschnitt der letzten drei Jahre von hundert Hauptunterstützungsempfängern etwas mehr als zwei unter achrzehn Jahren waren, und daß bei einer Verbesserung der Arbeitsmarktlage diese sich zunächst verstärkt bei den Jugendlichen geltend macht, daß aber umgekehrt, bei einer Verschlechterung, die Ziffern bei den Jugendlichen noch stärker ansteigen als bei der Gesamtzahl“. Daraus kann man entnehmen, daß die Erwerbslosigkeit gerade bei den Jugendlichen heute besonders groß ist, und diese wirtschaftliche Tatsache wirkt natürlich ungünstig auf die Moral zurück. Aber neben der Arbeitslosigkeit ist das jugendliche Verbrechertum doch noch auf andere Dinge zurückzuführen. Ueber die Familienverßere Sterblichkeit dieser sozial Vernachlässigten zurückzuführen; aber auch darauf, daß viele von ihnen später legitimiert oder adoptiert werden. Ueber die Kinder aus sogenannten„unvollständigen Familien" teilt Dr. Käthe Mende mit, daß in den Entwicklungsjahren der Verlust des Vaters weit gefährlicher wird als der der Mutter. Das wirft ein Licht auf die pädagogische Kolle, die der Vater überwiegend bei den älteren Kindern spielt. Ausschlaggebend scheint aber nicht die pädagogische Seite dieser Angelegenheit zu sein, sondern die Tatsache der gesicherten Existenz, die die vollständige Familie gewährt.„Fehlt ver Ernährer, tritt also Mangel ein, so ist die Versuchung zum Diebstahl sehr groß, und Diebstah ist ein typisches Jugendverbrechen. Anders liegt es bei kleineren Kindern, die noch nicht vor die Jugendgerichte kommen. Die Schultüchtigkeit wird besonders bei mutterlosen Kindern beeinträchtigt. Es ist eben gesagt worden, daß Diebstähle im jugendlichen Alter leider nicht zu den Seltenheiten gehören. Die entsprechenden Zahlen ändern sich kaum, und die Verbrechen gegen das Eigentum betragen immer noch sechzig Prozent aller Jugenddelikte. Blättert man die Akten über Diebstähle, schwere Diebstähle und Unterschlagungen durch, so ist es auffallend, wie stark der Anteil der weiblichen Jugendlichen in den ländlichen Gruppen mit mehr als einem Viertel der männlichen Jugendlichen ist. Die Leiterin der Jugendgerichtshilfe beim Landesjugendamt Berlin, Elsa von Liszt, sagt:„Die Mädchen begehen fast ausschließlich Eigentumsdelikte, sie sind— 1927 in Berlin— mit nahezu 95 Prozent an diesen Straftaten beteiligt.“ Was für Strafen werden nun veränat? Neun Zehntel der jungen recher werden zu Gefängnis verurteilt, drei Viertel dieser Verurteilten erhält währungsfrist. Ueberwiegend werden fristige Gefängnisstrafen verhängt. Nun, schon fraglich, ob das Gefängnis überhaupt eine Besserungsanstalt ist; aber kurze Freiheitsstrafen erziehen auf keinen Fall. Maßgebende Kreise der Jugendfürsorge fordern immer wieder, daß weniger gestraft wird, und daß dafür eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Jugendrichter, dem Jugendstaatsanwalt und der Jugendgerichtshilfe stattfindet, denn diese Verbindung kann allein erzieherisch wirken. Der schon erwähnte Jugendrichter Herbert Francke hat einmal erklärt, daß die Jugendgerichtsbarkeit nur erfolgreich sein kann, wenn der junge Verbrecher die Notwendigkeit der Bestrafung einsieht und die Strafe von sich aus annimmt; wenn er also Vertrauen zu dieser Institution gewinnt. Und noch eine Forderung stellte Herbert Francke für den Jugendrichter auf, eine Forderung, die sich freilich nicht in Paragraphen fassen läßt, aber doch ungeschrieben über jedem Jugendgerichtssaal stehen mußte:„Liebe zur Jugend!“ Veraber Bekurzist es im Zeichen des Preisabbaus bringt am Freitag, Samstag und Sonntag in fast allen Spezial-Abteilungen meines Hauses Sonder-Auslagen auf Extra-Tischen um deren unverbindliche Besichtigung ich bitte Die Preise für die gebotenen Qualitäten werden Sie überraschen. Nur 3 Beispiele: Serien Oberhemden aus soliden Stoffen, weiß oder bunt, I 330 n. 4 80 in bester Verarbeitung " K 90 III. 0 Serien Schürzen in Siamosen, Zephir u. Satin, in schöner Machart. r..75 n. 135 II. 195 Serien Landhausgardinen mit völliger Volant, teils mit echtfarbigen Streifen, 1 I..30 n..38 m..68 Wegen des überaus großen Zuspruchs bleibt meine Märchenausstellung Das Deutsche Lied noch bis Weihnachten stehen. Versäumen Sie nicht, zu besichtigen! dieselbe entweder unehelich gevoren wurde oder aus Familien mit zerrütteten Verhältnissen stammte. In den Kleinstädten und Landkreisen sind die Unehelichen am stärksten beteiligt. Nebenbei kann man eine andere bemerkenswerte Feststellung machen; mit zunehmendem Alter verringert sich die Zahl der unehelichen Kinder erheblich. Das ist zunächst auf die groZu Weihnachten schenkt praktisch! Schöne Damen-, Herrenund Kinderschuhe sowie Ueberschuhe, Pantoffel und Gamaschen sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk! Durchsichtige Konservendosen Die Kunstseide wird aus dem Holzzellstoff der Zellulose, hergestellt. Dieser an sich schon vielseitige Stoff hat einen neuen Verwendungszweig gefunden. Aus einer Verbindung der Zellulose mit Essigsäure, dem Zelluloseazetat. fertigt man jetzt auch Konservendosen an. Diese besitzen gegenüber den Weißblechbüchsen den Vorteil der Durchsichtigkeit. Das Publikum kann also die Konserven in den geschlossenen Dosen begutag.—wl. 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Der stimmt eben nicht, seine Maße haben Schilder für unsere Schachteln, nen steht z..: Treue, an einem anderen chen steht: Tapferkeit, an einem dritten: jegnek uns nun jemand, von dem wir daß er sich einmal tapfer benommen hat sessen Verhalten bei einer anderen Geseit uns als feige erschienen ist, so sind mpört über diese Unordnung, schon weil ins gern für das Eine oder das Andere eiden möchten.... SEI7. Tam vicht kleiner Junge, der die Schule noch nicht te, wollte von seiner Mutter ein für allewissen, ob es„mir“ oder„mich“, heißt. Verdruß des kleinen Burschen, daß man keinen Normalleisten gab, haben auch sehr viele Erwachsene in der Beurig ihrer Mitmenschen. Nur wenig Menkennen sich selbst, aber sehr viele unter uns en. den Charakter ihrer Nächsten beurteiu können. Und da diese Nächsten ihnen den Gefallen tun, in all ihren Handlungen Aeußerungeni die als gleich geltenden akterzüge zu bekunden, so werden sie oft „charakterlos“ bezeichnet. Damit ist eine idnung gegeben, die mehr gegen die cht, die sie vornehmen, als die, denen sie vorgenommen wird. Die schweizerische Automobilschau Genf. die 1931 wieder vom 6. bis 15. März ittfindet, vereinigt jährlich etwa 250 Ausller, die auf einer Fläche von nahezu 10.000 uadratmeter jeweils 70 bis 80 Marken, Pernen= und Lastwagen, ausstellen. Die Besucherihl schwankt zwischen 100 000 und 150 000 Permen. Redaktionsbriefkasten W.., Mülheim. Anonyme Anfragen zwecklos. Vereinsnachrichten * Der Brieftaubenzuchtverein„Heimat“ Köln=Dellbrück veranstaltete am 13. und 14. Dezember ber Odenthal eine Brieftauben=Schlag=Ausstellung. 16 Mitglieder des Vereins hatten zusammen 184 Tauben ausgestellt. Es handelte sich um vorwiegend Siegertauben, die im vergangenen Jahre zwischen 3000 bis 4000 Kilometer geflogen haben. Die Ausstellung zeigte durchweg ein gutes Bild und waren die Tiere zum größten Teil in einer sehr guten Verfassung. Man sah im allgemeinen sehr schöne Reisetauben, wovon ein Teil bei Ausstellungen bereits erste Preise erzielt hat. So wurde bei der Bewertung durch die Preisrichter weniger auf die Schönheit der Tauben als auf einen guten Typ als Reisetauben und deren Leistungsfähigkeit gesehen. Den 1. Preis erhielt mit 31 Punkten Herr Keppel. Herr Hub. Hochscherf und Herr Gerh. Hochscherf waren die beiden nächsten Preisträger. Den Wanderpreis des Vereins errang in diesem Jahre Herr Ernst Hucklenbruch. Im Eduardus=Heim in Deutz hielt der durch seine„bebilderten Rundfunkvorträge“ bekannte Kölner Lehrer Josef Quast einen mit Lichtbild und Musik illustrierten Vortrag über den Kölner Dom und seine Geschichte. Im zweiten Teile zeigte er den historischen Festzug. Die zahlreich erschienenen Insassen des Heims dankten dem Vortragenden für den gelungenen Abend, an dessen Erfolg auch Herr Mütschenich als Sänger zur Laute großen Anteil bots. Ein offenes Wort Stimmen aus dem Leserkreis Klage aus Dellbrück=Strunden Seit vielen Monaten haben die Einwohner der zum Vorort Köln=Dellbrück gehörenden Gemeinde Strunden über Mängel zu klagen, die sich an der elektrischen Beleuchtung der Wohnungen und Betriebsstätten bemerkbar machten. Die Mängel zeigten sich insbesondere in der häufig wechselnden Lichtstärke ein und derselben Lichtquelle, die bald kaum nur noch eine Dämmerbeleuchtung war, bald in grellster die Augen schädigender Weise aufflammte, und in dem unnormal hohen Verbrauch von Glühkörpern. Schon vor mehreren Wochen hatte sich ein Einwohner beschwerdeführend an die Berggeist.=G. in Küppersteg, welche den elektrischen Strom nach hier liefert, gewandt, ohne jedoch irgendwelchen Erfolg mit diesem Schritte zu erzielen. Ende letzter Woche richteten nun mehrere andere Einwohner des Ortes erneut in der Sache ein sehr energisch gehaltenes Schreiben an die Gesellschaft mit dem Erfolge, daß am Montag ein Monteur und am Dienstag ein höherer technischer Beamter mit dem Monteur die Beschwerdeführer aufsuchten. Interessant ist nun die Erklärung der Vorkommnisse, die gegeben wurde. Die Herren erzählten, daß sich die Stärke des Stromes in den einzelnen Häusern nach der Entfernung dieser von dem Transformator richte. Die von den Beschwerdeführern verwendeten Glühkörper von 220 Volt seien zu schwach, nan müsse sich solche von 235 Volt anschaffen. Nun Tel. 14779 Hauptstraße 239 Tel. 14779 Vingst, Burgstraße 34 empfichlt seine allerfeinste holl. Süßr.-Butter mit und ohne Salz, sowie feinste deutsche Süßrahm-Butter schwere und Mittelsorte holl. 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Daß einer solchen Stromstärke Glühkörper von 220 Volt nicht gewachsen sind, ist klar, und sie sind denn auch zu Dutzenden unbrauchbar geworden. Wer aber ersetzt den dadurch erwachsenen Schaden? Nach§ 823 BGB. ist unzweifelhaft die Berggeist.=G. haftbar, denn von einer höheren Gewalt als Ursache der Schädigung kann nicht die Rede sein. Und dann, woher soll der Stromentnehmer, der nur von einer Spannung von 220 Volt weiß, nun erfahren, daß die Stromstärke eine Billiger geht's nicht! Radio-Netzgeräte Emud mit 3 Telefunken- Röhren statt Mk. 90.—- Mk. 59.— Alle andern Fabrikate in größter Auswahl zu günstigen Zahlungsbedingungen. Sprechapparate Spezialmodell mit bestem Schneckenwerk und prima Tonarm in Eichegehäuse statt Mik. 50.—- Mk. 29.— Außerdem Elektrola, Odeon, Parlophon, Columbia usw. usw. zu kleinsten Raten. Schallplatten nur elektr. Aufnahmen Mk..25.—.50 UsW. größte Auswahl am Platze. 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Wir verlangen unbedingt den Ersatz der durch die Schuld der Stromlieferfirma unbrauchbar gewordenen Birnen und um Nachprüfung der bisherigen Zahlungen für Stromverbrauch, da natürlich die auf 220 Volt lautenden, vom Werk aufgestellten Zähler bei einer Erhöhung der Stromstärke um 15—20 Volt keine richtigen Angaben machen können, und lassen es gegebenenfalls auf eine gerichtliche Klage ankommen. Wir übergeben die Angelegenheit der Oeffentlichkeit, weil sie von allgemeinem Interesse ist.—1— (Abend=Ausgabe) Nr. 643 Seite 17 Lokal=Anzeiger Freitag, 19. Dezember 1930 Felgende Uhrenfachgeschäfte führen Zwerchtell, Herz und Nerven vibrieren bei der spannenden Polizeijagd auf Arthur Rey. Hohenzollernring 28. Eing. Ehrenstraße Jean Bartz, Weidengasse 11a Jos. Riphahn, Severinstraße 117 Karl Carstensen, Im Laach 13/20 M. 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Samstag 17.30 Uhr Versammlung der Heizungsmonteure im„Deutschen Haus am Westbahnhof.— Ortsgruppe„Bickendorf: Sonntag 10.30 Uhr im Pfarrheim, Rochusstraße, Mitgliederversammlung. 10 Uhr im Franz=Hitze=Saal Funktionärversammlung. Katholische Beamtenvereine St. Agnes, Köln. Gemeinsame Feier mit den andern Pfarrvereinen Sonntag, 28. Dezember, im Zoo. Sonntag, 4. Januar, im selben Lokal 1. Stiftungsfest. Karten hierzu im Vorverkauf 50 Pfg. Mitglieder Köln=West. Sonntag 20 Uhr im Pfarrsaal Lichtbildervortrag des Herrn Kaplan Pieck von Herz=Jesu, über die Schweiz. Herz=Jesu, Köln. Sonntag, 28. Dezember, im großen Saal des Vereinshauses, 20 Uhr, Weihnachtsfeier. Eintritt 50 Pfg. Freitag, 2. Januar, im Klubzimmer des Vereinshauses, 20 Uhr, erweiterte Vorstandssitzung. Mittwoch, 14. Januar, 20 Uhr, im oberen Saal des Vereinshauses außerordentliche Generalversammlung. Vortrag des Herrn Landgerichtsdirektors Dr. Marx; Neuwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder; Geschäfts= und Kassenbericht. Anträge zur Generalversammlung und Neuwahl, sind bis zum 7. Januar an den Vorstand einzureichen. Köln=Sülz=Klettenberg: Freitag, 26. Dezember,.30 Uhr in St. Nikolaus gemeinsch. hl. Kommunion. Katholische Arbeitervereine Köln=Süd. Sonntag 10.15 Uhr Messe von seiten der Krankengeldzuschußkasse für das verstorbene Mitglied Mund. Am zweiten Weihnachtstag 8 Uhr gem. hl. Kommunion in St. Severin. 10.15 Uhr Messe für das Mitglied Heinen. Herz=Jesu, Köln. Am zweiten Weihnachtstage.45 Uhr gem. hl. Kommunion. Sonntag, 28. Dezember, 19 Uhr, im großen Saale des Vereishauses, Weihnachtsfeier. Gnadenreiches Weihnachtsfest und glückseliges neues Jahr, wünschen Präses und Vorstand. St. Peter, Köln=Ehrenseld. Am zweiten Weihnachtstage, morgens 7 Uhr gem. hl. Kommunion in der Pfarrkirche und nachmittags in der Kapelle des Hospitals Danksagungsandacht. Köln=Niehl. Sonntag, 21. Dezember, 18 Uhr, Monatsversammlung mit Vortrag, in unserem Vereinslokal. Katholische Jugend Köln .39 Herz=Jesu, Köln. Freitag 20 Uhr im Vereinshaus Weihnachtsfeier. Samstag 20 Uhr Sportversammlung. Sonntagmorgen 10 Uhr Fußballspiel Agripping Igd.— Siegfried Meschenich Igd. Platz: Lindenwall. Nachmittags 13.30 Uhr Fußball=Meisterschaftsspiel Agrippina— Hannibal Melaten. Montag 20 Uhr Musikprobe. 20 Uhr Basteln der Sturmschar. Dienstag 20 Uhr Schach, 20 Uhr Gruppenabend der Sturmschar. Jugend= und Jungmännerverein St. Marien, Nippes. Montag, 22. Dezember, 19.30 Uhr Sportabteilung (Leitung: Sportlehrer Gundermann).— Dienstag 23. Dezember, 20 Uhr für Jungschar, Jugend und Jungmänner gemeinsame Weihnachtsfeierstunde. — Woche nach Weihnachten: Montags Sportabteilung, Dienstags für Jugend und Jungmänner Jahresschluß. Kath. Jugend= und Jungmännerverein, Köln=Bayenthal. Montag 20 Uhr Jungmännerbund Adventsfeier. Dienstag 20 Uhr Heimabend der Sturmschar. Kath. Jugend= und Jungmännerverein, Köln=Poll. Am Sonntagabend, ist im Saale Schmin=Nothelfer Weihnachtsfeier. Es gelangt das Weihnachtsschauspiel zur Aufführung:„Menschenhaß und Menschenliebe“. Beginn 20 Uhr. Jünglingsverein St.=Maria=Lyskirchen. Dienstag, 23. Dez., 20.15 Uhr, Gruppe Siegfried, Weihnachtsbescherung. Katholische Gesellenvereine Zentral. Sonntaa:.30 Uhr in Minoriten Vereinsmesse mit Predigt. Von 11 bis 20 Uhr im großen Saal Weihnachtsausstellung mit Verkauf und Verlosung. Um 20.30 Uhr Vereinsversammlung im Festsaal des Kolpinghauses.— Montag: 20.30 Uhr Religionsvortrag in beiden Häusern, bis 22.30 Uhr Buchausgabe.— Donnerstag: Weihnachtsfest. Um.45 Uhr liturgisches Hirtenspiel in Minoriten. 4 Uhr feierliches Hochamt und 2 stille Messen. Um 6 Uhr Festkaffee im Kolping haus. 18.30 Uhr Weibnachtsandacht in der Kapelle des Kolpinghauses. Um 20.30 Uhr im Festsaal Weih nachtsfeier mit Bescherung. Mitgliedskarten mit bringen.— Freitag: 2. Weihnachtstag. 9 Uhr in Minoriten Vereinsmesse mit Predigt. 18.30 Uhr Weihnachtsandacht in der Kapelle des Kolpinghauses. 20.30 Uhr im großen Saale Vereinsversammlung mit Verlosung.— Sonntaa, 28. Dezember,.30 Uhr, in Minoriten Vereinsmesse mit Predigt, um 18.30 Uhr Andacht in der Hauskapelle. 20.30 Uhr Vereinsversammlung:„Unter dem Weihnachtsbaum“. Köln=Mülheim. Sonntag, 21. Dez., 11—12 Uhr, Kassen= und Geschäftsstunden im Vorstandszimmer, 11—12 Uhr Bücherausgabe im Schneiderfachsaal, 10—12 Uhr Leichtathletik der Turnabteilung.— Montag, 22. Dez., 20.30 Uhr, kleine Weihnachtsfeier für die aktiven Mitglieder.— Dienstag, 23. Dez., 20.30 Uhr, Probe der Gesangabteilung, 19.30 Uhr Fachabend der Schneider, 20 Uhr Zusammenkunft der Spielschar.— Mittwoch, 24. Dez.,(Heiliger Abend): 20.30 Uhr, Bescherung der Hausbewohner.— Donnerstag, 25. Dez., 7 Uhr feierliche Christmette in der Hauskapelle mit Ansprache.— Freitag, 26. Dez., 19 Uhr, Weihnachtsfeier im großen Saale. 15 Uhr Aufführung des Weihnachtsspieles für die Kinder, Eintritt 20 Pfg. Köln=Ehrenfeld. Sonntag, 21. Dez.,.15 Uhr hl. Messe in St. Mechtern. 10.30 und 14.30 Uhr Antreten der Fußballer zu den Meisterschaftsspielen gegen Bonisatius, Nippes und Frankonia, Lövenich. Montag 20.30 Uhr Religionsvortrag. Dienstag 20.30 Uhr Probe der Gesangabteilung. Mittwoch 21.00 Uhr Bescherung unserer aktiven Mitglieder. Köln=Nippes. Montag, 22. Dez., Vereinsversammlung mit Vortrag(M. Melles): Die Innungen Sülz=Kleitenberg. Montag, 22. Dez., 20.30 Uhr, Religionsvortrag unseres Herrn Präses. Katholische kaufmänn. Vereinigungen Angeschlossen dem Verbande KKV. in Essen Jung=Männer=Ring im KKV„Constantia“. Sonntag, 28. Dez., 19 Uhr, Weihnachtsfeier im großen Saale des Gesellenhauses. Donnerstag, 1. Januar, 19 Uhr, Gemütlicher Abend mit Tanz. KKV„Constantia“. E.., Köln=Mülheim. Sonntag 28. Dez., Teilnahme an der Weihnachtsfeier des Kav. kapf, Verein, Köln=Nippes(Jugendabteilung). Montag, 22. Dez., 20 Uhr, Englischer Kursus in der Schule Turmstraße. Dienstag 20.30 Uhr Heimabend der Schwarzen Schar im Vereinshause. Andere kaufmännische Vereine Marianische Kongregation für junge Kaufleute, gegr. 1858, Stolzestraße 1a. Sonntag, 21. Dez., 1° Uhr, und 19.30 Uhr, im Heim Filmporführung „Die weiße Höße vom Piz Palü“. Eintritt 30 Pfg. Vormittags auf dem Sportplatz in Pou Wettspiel oder Training der Fußball=Abteilungen. Morgens und abends zwangloses Treffen in der Bürger=Gesellschaft. Montag 20.15 Uhr Französisch, Stenographie für Anfänger und Chorprobe. Dienstag 20.15 Uhr Réunion francaise, Stenographie=Klub und Probe des Salonorchesters. Mittwoch, Heilig=Abend, fallen alle Veranstaltungen aus. Ebenso Donnerstag und Freitag: Weihnachten. Samstag 20.15 Uhr Apologetischer Marianische Kongregation für Kaufmannslehrlinge, 1866, Stolzestraße 1a. Sonntag, 21. Dez., Kinovorstellung: Die weiße Hölle vom Piz Palü, 10.30, 15 u. 19.30 Uhr. Montag Schreiben, Stenographie für Anfänger, Chorprobe. Dienstag Réunion francaise, Kaufmännische Bildung. Samstag Theaterprobe. Sonntag, 28. Dezember, Weihnachtsfeier im Heim, Stolzestraße 1a, zusammen mit der.=C. für Schüler. Verein kath. kaufm. Gehilfinnen und Beamtinnen E. Georgstraße 7. Sonntag, 21. Dez., gemütliche Zusammenkunft der älteren Mitglieder. Montag Jugendabend der Gruppe Sonnenland. Koch= und Tanzkursus. Dienstag Turnen. Am 26. Dez., 18 Uhr, Weihnachtsfeier.— Am Mittagstisch können noch weibl. kaufm. erwerbslose Gehilfinnen teilnehmen, auch wenn sie nicht Mitglied sind. Verein kath. kaufm. Gehilfinnen und Beamtinnen, Köln=Mülheim. Die Weihnachtsfeier findet am 4. Januar, 18.45 Uhr statt. Verein kath. kaufm. Gehilfinnen und Beamtinnen, Nippes. Die Versammlungen fallen in der Weihnachtswoche aus.— Sonntag, 21 Dez., morgens .15 Uhr, gem. hl. Kommunion, vollzählige Teilnahme der Mitglieder erbeten!— Nontag, 29., Dez., 20.30 Uhr im Mariensaal gemütlicher Jahresschlußabend. Allgemeine Vereine: Hausangestellten=Verein, Streitzeuggasse. Sonntag, 21. Dez., letzte Adventsfeier zur Vorbereitung auf Weihnachten. Donnerstag, 25. Dez., Weihngchtsfest. Die Christmette in der Hauskapelle ist um.30 Uhr. 17 Uhr Weihnachtsandacht; danach gemütliches Zusammensein unter dem Christbaum, ebenso am zweiten Red. St.=Josephs=Verein, Köln. Sonntag, 21. Dezember abends 18 Uhr, Versammlung im Vereinslokal„Zum St. Gereon“, Christophstraße. Tagesordnung wird daselbst bekanntgegeben. Kath. Niederländer sind stets Dritter Orden des hl. Franziskus, Ulrichgasse. tag, 21. Dez., 15.30 Uhr Versammlung der und Frauen in der Franziskanerkirche. Andacht, Predigt, feierliche Einkleidung und sakramentaler Segen, anschließend Klarabund.— Ludwigchor: 14.30 Uhr Probe im Heim.— Alverna=, Klara= und Agnesbund: Freitag, 26. Dez., 2. Weihnachtstag, 15.30 Uhr Krippenfeier der franziskanischen Jugend. Kath. Bürgerverein, Köln=Nippes. Sonntag, 21. Dez., 20 Uhr, im kath. Vereinshaus St. Marien, Monatsversammlung mit Vortrag des Herrn Dr. Reinermann über„Ehre und Kraft des nationalen GeMännerkongregation St. Cäcilien. Sonntag, 21. Dez., 11.30 Uhr, Andacht mit Vortrag.— Sonntag, 28. Dez., 11.30 Uhr, Andacht mit Vortrag. In der Nacht vom 1. zum 2. Januar, ist im Hohen Dome Anbetungsstunde von—3 Uhr. Aus unserer Vereinsmappe Der Wohltätigkeitsverein Köln=Nord hielt am Sonntag unter der Leitung seines Vorsitzenden. Stadtverordneten Deimann, eine Sitzung ab, in welcher die zu Weihnachten zu unterstützenden Armen festgestellt wurden. Die eingegangenen Gesuche waren, soweit nicht bekannte Verhältnisse vorlagen, durch Wohlfahrtspfleger sorgfältig geprüft worden Aus der Fülle der eingegangenen Gesuche konnten nur die Armsten der Armen herausgesucht werden, weil mit den vorhandenen Mitteln gerechnet werden muß, auch fortlaufend noch recht viel Not zu lindern ist. Die Spender, denen der Dank der Armen gilt, dürfen sich mit dem Vereinsvorstande in das Bewußtsein teilen, wirklich Notleidenden eine Weihnachsfreude zu bereiten. Wie bisher geübt, erhalten die Bedachten ihre Weihnachtsspende(Bar und Naturalien) in diskretester Form; die öffentliche Bescherung hat der Verein stets abgelehnt. In dieser Richtung stellt sich der Verein auf den in den Taz blätter; wiederholt bekanntgegebenen Standpunkt, daß die öffentlihe Zurschaustellung der rmen Wohltätigkeit einen recht bitteren Beigeschmack gibt, den man doch unbedingt vermeiden soll. Die von heute haben meist bessere Tage gesehen und dürfen nicht mit jenen Leuten gleichgestellt werden, die aus ihren Leiden Geschäfte machen. Gerade durch die schonende Form der Wohltätigkeit gelang es jüngst dem WKN., einem mit dem Leben Hadernden den verlorenen Glauben an die Menschheit wiederzugeben und indirekt zu'uum Verdienst zu gerkelfen.,„Hi hätte jene Wohltätigkeit bestimmt das Gegenteil er Der Vorsitzende konnte den Anwesenden die mit Beifall ausgenommene Mitteilung machen, daß der Polizeipräsident dem Verein nach voraufgegangener Prüfung der Bücher und Belege für 1931 die Abhaltung einer Kollekte genehmigt hat. Mit dem Danke an die Behörde verbindet der Verein an seine Mit glieder und Gönner die Bitte, diesem Vertrauen und Treue zu bewahren und versichert, daß— wie bisher nachweislich geschehen— jede Spende restlos den Armen zugute kommt. Im Anschluß hieran sei bemerkt, daß das Tätigkeitsgebiet des„WohltätigkleitsKöln=Nord nicht an den bunden ist. vielmehr sich über das ganze Stadtgebiet erstreckt. Um dies auch der Oeffentlichkeit gegenüber um Auchtruc u Prinsen, Bsch=.dste sester Schäsf. versammlung des Vereins, den Zusatznamen„Wohl fahrtsverein Groß=Köln" zu wählen. g Agge 7 E, S, Mitl I Guthun M..— M.50 M..— M. 10.— M..50 M. 3. CARSTENSEN CARSTENSEN CARSTENSEN CARSTENSEN CARSTENSEN Carstensen Gar.-Uhr Garantle=Uhr Garantie-Uhr Garantie-Uhr Garantie-Uhr Gsrantiezuhr Auf 2 Steinen gehend Auf 2 Steinen gchend Ankerwerk Auf 2 Steinen gebend In Gold-Dublee M. 10.- mit Goldrand CARSTENSEN Im Laach 13, 16, 18, 20, direkt em Neumarkt Hohe Straße 35—37. am Bismarckdenkmal Das ist Preis=Abbau Man bedenke, eine Carstensen=Garan= tie=Uhr gibt es heute schon für 3 Mk., in echt Silber schon für 6 Mk.! Besteht da noch ein Zweifel. daß Carstensen seine Preissenkung radikal bis an die äußerste Grenze durchgeführt hat? 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Dezember 1930 Am die Senkung der Realsteuern Gestern fand in Köln eine von der Kommunalpolitischen Vereinigung einberufene Sitzung der Führer der größeren Zentrumsfraktionen Westdeutschlands statt, die sich mit der heutigen Lage der Gemeindefinanzen, vor allem mit den Auswirkungen der Notverordnung vom 1. Dezember beschäftigte. Als Einleitung der Sitzung, die unter dem Vorsitz des ersten Vorsitzenden der Kommunalpolitischen Vereinigung, Justizrat Dr. h. c. Mönnig(Köln) stattsand, wurden die Finanzlage der Gemeinden, die neuen gesetzlichen Bestimmungen erörtert, wie sie sich im Augenblick darstellen. Die Aussprache behandelte die Möglichkeiten, die sich auf Grund der neuen gesetzlichen Regelung für die Finanzgebarung der Gemeinden ergeben. In allen Aeußerungen kam das Bewußtsein des Ernstes der Lage, in der sich Reich und Gemeinden heute befinden, zum Ausdruck und der ernste Wille, die Finanzpolitik der Gemeinden im Rahmen des Programms der Reichsregierung durchzuführen. Man war übereinstimmend der Auffassung, daß die Gemeinden und vor allem die Gemeindeparlamente selbst ihre gesamte Kraft aufbieten müssen, um der gegenwärtigen Notlage Herr zu werden, daß aber darüber hinaus Reich und Länder helfen müssen, soweit die eigene Kraft der Gemeinden nicht ausreicht. Wenn man auch vom Standpunkt des Gemeindepolitikers aus die Regelung, wie sie die Notverordnung vornimmt, allgemein als nicht befriedigend bezeichnete, so stellte man sich doch grundsätzlich hinter die Bestrebungen der Reichsregierung. Von allen Seiten wurden ernste Zweifel geäußert, ob trotz kräftigster Einwirkung auf die Stadtverwaltungen durch die Stadtparlamente die Ausgaben der Kommunen so weit gesenkt werden können, daß die von der Reichsregierung angekündigte Realsteuersenkung praktisch durchgeführt werden kann, weil gleichzeitig die Gemeindeausgaben durch die wachsende Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen immer stärker anschwellen. Man befürchte daher allgemein daß eine Senkung der Realsteuern praktisch unmöglich sein wird, selbst wenn die schärfsten Sparmaßnahmen getroffen werden, und daß die Hoffnung der Realsteuerzahler auf eine Senkung in weitem Umfange enttäuscht werde. Die angekündigte Realsteuersenkung, deren Notwendigkeit im Interesse der allgemeinen Wirtschaftslage allgemein bejaht wurde, wird völlig davon avyangig sein, ob rechtzeitig eine befriedigende Lösung der Frage der Wohlfahrtserwerbslosen durch das Reich erfolgt, die heute ausschließlich von den Gemeinden bezahlt werden müssen. Es wurde weiter beschlossen, Anfang Januar in einer weiteren Sitzung die Besprechung über die Finanzfrage fortzusetzen. Mieteinigungsämter Der Preußische Landtag hat im Februar 1930 das Staatsministerium ersucht. die Aufgaben der Mieteinigungsämter den Amtsgerichten zu übertragen, soweit der Rückgang der Geschäfte der Mieteinigungsämter deren Aufrechterhaltung nicht mehr rechtfertigt. Ein Abgeordneter hat das Staatsministerium gefragt, in welcher Weise es diesem Entschluß des Landtages Rechnung tragen wolle. Der Minister für Volkswohlfahrt hat darauf folgende Antwort erteilt: „Die Aufgaben der Mieteinigungsämter werden den Amtsgerichten übertragen, soweit der Rückgang der Geschäfte der Mieteinigungsämter deren Aufrechterhaltung nicht mehr rechtfertigt. Nach dem gleichen Grundsatz ist auch schon in der Zeit vor dem Beschluß des Landtages vom 4. Februar 1930(Drucksache Nr. 3901] verjahren worden. Die Uebertragung erfolgt auf Antrag der Gemeinden bzw. Gemeindeverbände, die, soweit erforderlich, durch die Aufsichtsbehörde um Antragstellung ersucht werden. Bis Mitte September 1930 sind die Aufgaben von rund 360 Mieteinigungsämtern der Gemeinden und Gemeindeverbände auf die Amtsgerichte übertragen worden. Zur Vermeidung von Schreib= und Druckkosten wird von der Anführung der rund 360 Ortsnamen zunächst abgesehen und dem Fragesteller Einsichtnahme in das im Justizministerium geführte Verzeichnis anheimgestellt.“ Zu Weihnachten empfehlen wir unseren Mitgliedern: Wild und Geflügel prima Hafermastgänse Pfd. Mk..30 ff. Suppenhühner„„.40 Frisch geschossene Hasen im Fell„„.70 Frisch geschossene Hasen ohne Fell„„.10 Fleisch- und Wurstwaren Nuß-Schinken im Ganzen..... Pfd. Mk..70 feiner Rollschinken.„„.90 Schinkenspeck o. Sch. im Ganzen„„.80 hochfeine westf. Plockwurst„„.40 Plockwurst, schnitttest„„.60 Schinkenplockwurst im Fettdarm„„.40 Zervelatwurst im Feitdarm,„.40 Zervelatwurst, schnittfest„„.— Ia gekochter.-Schinken¼ Pfund„.40 Aus unserer Kaffee-Groß-Rösterei Santos II, garantiert reinschmeckend..... Pfd. Mk..50 Santos I, Hausmischung..„„.80 Perlkaffee, kräftig„„ 3. Guatemala„.50 in Festpackung à ½ Pfd. Mk..75 Perl blau, grün verschnürt, hochfeiner Mocca, rot verschnürt Feinste Weihnachtsstollen mit Marzipanfüllung Stück Mk..—..—..— Aus unserer Weinkellerei empfehlen wir: Moselweine: 1929er Wellener Fl. Mk..80 1928er Rivenicher„.— Fl. Mk. .70 .85 Rheinweine: 1929er Jugenheimer Johannisberg 1929er Wallhäuser Pastorenberg Rotweine 1928er Ingelheimer....... Fl. Mk..— 1928er Oberingelheimer...„„.40 Südweine Tarragona, rot. extr. Sup. Fl. Nik..20 Malaga, gold, suv.„„.30 Spirituosen (Verkauf nur in konzessionierten Verkaufsstellen) Deutscher Weinbrand, Hausmarke Fl. Mk..80.60 Deutscher Weinbrandverschnitt, Hausmarke„„.20.20 Original alter Korn, Hausmarke„„.60 feinstes Zwetschenwasser„„.60.35 (Die Preise verstehen sich ohne Glas) Liköre: Abtei-Likör Karthäuser, grün Karthäuser, gelb Curacao, orange Aus unserm Bier- und Mineralwasser-Verlag: Dortmunder Un on-Bier-Ltr.-Siphon Nik..40 „ 10-Ltr.-Siphon Mik..80 Kölner Adler-Bier.......-Ltr.-Siphon Mk..90 „ 10-Ltr.-Siphon Mk..80 Zigarren, Zigaretten, Tabake Zigarren 10er Festpackung Mk.25.20 Zigarren 25er Festpackung.. Mk..25.20 Zigaretten aller Marken-Firmen von Kanaster in Festpackung. Mk..50 sowie alle übrigen Markentabake! Mik..85 m. Gl. „.85„„ „.85„„ „.85„„ .15 .15 4/8 .25 .12 .12 Pfg. .— Verkauf nur an Mitglieder! Mitglied kann jeder werden! Konsum-Genossenschaft„Eintracht“ e. G. m. b. H. i SA aber die auswärtigen Käufer, auf die der Einzelhandel auch rechnen müsse, von der Aenderung noch nicht genügend unterrichtet sind. Es wird deshalb nochmals darauf hingewiesen, daß am goldenen Sonntag von 14 bis 19 Uhr Verkaufszeit ist. Diebe überall Am 18. Dezember wurde an der Garderobe eines hiesigen Theaters einem Herrn die Brieftasche mit 120 M. aus der Rocktasche gestohlen. # Weiter wurde einem Herrn am gleichen Tage in einer Sparkasse oder auf der Straßenbahn die Brieftasche 560 M. und Ausweispapieren gestohlen. Die Läufer von der Treppe werden gestohlen In letzter Zeit mehren sich die Fälle, wo auf Treppen und Fluren Läufer entwendet werden. Der Ankauf dieser Sachen kann für den Käufer böse Folgen haben. Es wird daher vor Ankauf gewarnt. Angaben, die zu Ermittlungen der Täter führen können und auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nimmt das 3. Krim.=Kom., Am Weidenbach Nr. 10, Zimmer 61a, entgegen. Ein Güterstapel umgestürzt Freitagmorgen ereignete sich auf einem im Rheinauhafen löschenden Güterdampfer ein schwerer Unglücksfall. Zwei Arbeiter, welche im Schiffsraum mit dem Stapeln der Ladung beschäftigt waren, wurden von einem umfallenden Kistenstapel völlig begraben und hierbei so schwer verletzt, daß sie nach Anlegen von Notverbänden durch Krankenauto ins Krankenhaus geschafft werden mußten. jährige Weihnachtsbescherung. 160 Kinder aus den verschiedenen Stadtteilen Kölns wurden nach Schokolade und Kuchen reichlich beschert. Frohe Gesichter sah man bei den Kindern über die praktischen und geschmackvollen Wäsche= und Kleidungsstücke, die alle ehrenamtlich angefertigt waren unter Leitung von Frl. Theisgen und Lyzeal=Oberlehrerin Frl. Schaaf. Eine Tüte mit Süßigkeiten, ein Spielzeug, Buch oder Nähkorb machten die Freude voll. Umrahmt war die Feier durch ein reichhaltiges Programm. Ein brennender Weihnachtsbaum, auf den Tischen Reihen mir Weihnachtskerzen sowie die herzlichen Worte der ersten Vorsitzenden, Frau Gräfin Adelmann, brachten die rechte Weihnachtsstimmung in die Herzen. Den Höhepunkt des Abends bildete ein von Frl. Lehrerin Pesch einstudiertes Weihnachtsmärchen:„Elschens Weihnachtsbaum.“ Die kleinen Schauspielerinnen und Tänzerinnen, Schülerinnen der Volksschule Machabäerstraße, im Alter von sieben bis zwölf Jahren, überraschten alle durch die entzückende Art ihres Auftretens. Synagogengemeinde Adaß Jeschurun Sabbateingang 16.35, Sabbarvormittag.30, Sabbatmittag 13.05, Sabbatausgang 17.20; Werktags: vormittags.25, abends 19.15. Aus den Kölner Vereinen Geschäfte bis 20 Uhr geöffnet Der Kölner Detaillistenverband bittet uns, darauf hinzuweisen, daß in den letzten vier Werktagen vor Heiligen Abend, alst, Freitag, den 19., Samstag, den 20., Montag, den 22., Dienstag, den 23. Dezember, die Geschäfte bis 20 Uhr geöffnet sein dürfen. Im Gegensatz zu der allgemeinen Regelung ist an diesen Tagen ein Zuendebedienen über 20 Uhr hinaus nicht gestattet. Von 14 bis 19 Uhr! Verkaufszeit am Goldenen Sonntag Der Verein der Textil=Detaillisten e. V. Köln teilt mit, daß am verflossenen ersten verkaufsfreien Sonntag vielfach beobachtet worden sei, daß die auswärtige Kundschaft die Stunde zwischen 18 und 19 Uhr kaum zum Einkauf ausgenützt habe und daß man auf den Bahnhöfen bereits ab 18 Uhr ein starkes Zurückfluten der auswärtigen Käufer habe feststellen können. Es sei demnach anzunehmen, daß die veränderte Verkaufszeit wohl dem Kölner Publikum bekannt ist, daß * Die Vereinigung Kölner Engrosschlächter e. V. ehrte in ihrer Generalversammlung das Mitglied David Marx anläßlich seines 40jährigen Meisterjubiläums. Der vom 2. Vorsitzenden Mar Esser vorgeschlagene Etat für 1931 wurde mit 3770,— M. einstimmig bewilligt. Die Mitglieder Laurenz Könen und Herbert Spiegel wurden einstimmig zu Kassenprüfern für 1931 gewählt. Recht lebhaft wurde der Antrag des Vorstandes besprochen, am Tage vor Weihnachten dem Wohlfahrtsamt einen größeren Posten Frischfleisch zur Verfügung zu stellen, um bedürftige Familien mit einer Fleischportion zu erfreuen. Die von Kollegen Horstkötter in Umlauf gesetzte Liste erbrachte die Kilozahl, mit welcher der Vorstand gerechnet hatte, da kein Mitglied sich ausschloß. Die Genehmigung der Schlachthofverwaltung zur Verteilung auf Grund von Berechtigungsscheinen des Wohlfahrtsamtes in der Fleischverkaufshalle ist durch Direktor Dr. Krings erteilt. Es soll kein Unterschied bezüglich der Konfessionen gemacht werden. Bei der Ersatzwahl des Fahnenjunkers wurde einstimmig Kollege Wilh. Friedrichs jr. gewählt, als Ersatzjunker die Kollegen Max Horn und Karl Heß. Der Vorsitzende Edmund Meyer, Vorstandsmitglied des Reichsverbandes der Deutschen Großschlächter e.., Berlin, berichtete über die bevorstehende Versendung von Fragebogen des Reichsverbandes, deren Ausfüllung erforderlich sei, um die irrige Meinung bei maßgebenden Behörden über den angeblichen Wohlstand des Großschlächtergewerbes auszuräumen. Die Versammlung beschäftigte sich noch eingehend und in längeren Beratungen über die Frage Preisabbau, der vom Großschlächtergewerbe trotz drückender Steuerlast und schlechter Wirtschaftslage bereits durchgeführt sei. Es wurde dringend gefordert, daß auch die Schlachthofgebühren ermäßigt würden. Die Führer des Kölner Fleischergewerbes haben gemeinsam mit Vertretern der Stadt beraten, um diese wichtige Frage zu überprüfen. Reichstagsabgeordneter, Stadtverordneter, Obermeister Schneidewind hat hierbei die Wege aufgezeigt, die zur Erreichung des angestrebten Zieles beschritten werden müssen. * Der von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz gegr. 1901 e.., Köln, veranstaltete Ausbildungslehrgang in der„Ersten Hilfe bei Unglücksfällen“, welcher am 2. September dieses Jahres unter Leitung des Kolonnenarztes Dr. Geuer im Unterrichtsraum der Hilfswache Maximinenstraße begann, ist beendet. 53 Personen aus allen Berufen und Ständen hatten mit Erfolg an dem Lehrgang teilgenommen. Sie wurden am Freitag, 12. Dezember, durch den Kreisinspektor, Herrn Oberarzt Dr. Bardenheuer und Herrn Dr. Prior(Vorsitzender der Vereinigten Kölner Sanitätskolonnen) geprüft. Samtliche Prüflinge bestanden dieses Abschlußexamen mit „Sehr gut". In einem Schlußwort konnte sich Herr Dr. Bardenheuer über die Kenntnisse, die Leistungen und den Ordnungsdienst der Anwärter nur lobend äußern. Er betonte besonders die Notwendigkeit einer guten und dauernden Fortbildung. Herr wies nachdrücklich darauf hin, daß die Sanitätskolonnen in der heutigen schnellebigen Zeit zur füllung der großen, schweren und immer mehr wachsenden Aufgaben einer Verstärkung der vorhandenen Hilfskräfte bedürfen und bat die Teilnehmer, sich möglichst zahlreich der Organisation des Roten Kreuzes anzuschließen. * Die Ortsgruppe Köln=Nippes der Handwerker und Arbeiter in der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner feierte am 14. Dezember unter Leitung ihres Vorsitzenden Hermann Weigel und unter Mitwirkung des Mandolinenklubs„Espano“ und des Musikvereins„Lorelei“ Köln=Nippes, im Franz=HitzeSaal ihr diesjähriges Weihnachtsfest. Gemeinschaftlich gesungene Weihnachtslieder, Musikvorträge, lebende Bilder und Rezitationen(sogar von dreijährigen Kindern) wechselten in bunter Reihe und sorgten für eine richtige Weihnachtsstimmung. Die frohen und dankbaren Gesichter von 51 Altpensionären und die glänzenden Augen von über 200 Kindern, die alle eine kleine Weihnachtsgabe in Empfang nehmen konnten, zeigten so recht die Wahrheit des Engelwortes, daß trotz der wirtschaftlichen Not Friede auf Erden ist, wenn alle Menschen guten Willenz sind! * Aus der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner. Die Ortsgruppe Köln=Nippes der Handwerker und Arbeiter in der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner feierte am 14. Dezember unter Leitung ihres Vorsitzenden, Hermann Weigel, unter Mitwirkung des Mandolinenklubs„Espano“ und des Musikvereins„Loreley“, Köln Nippes, im Franz=Hitzesaal ihr diesjähriges Weihnachts fest. Gemeinschaftlich gesungene Weihnachtslieder, Musikvorträge, lebende Bilder und Rezitationen, sogar von dreijährigen Kindern, wechselten in bunter Reihe und sorgten für eine richtige Weihnachtsstimmung. Die frohen und dankbaren Gesichter von 51 Altpensionären und die glänzenden Augen von über 200 Kindern, die alle eine kleine Weihnachtsgabe in Empfang nehmen konnten, zeigten so recht die Wahrheit des Engelwortes, daß trotz der wirtschaftlichen Not Friede au Erden ist, wenn alle Menschen guten Willens sind! * Der Vaterländische Frauen=Verein vom Roten Kreuz, Zweigverein Köln, feierte am Montagnachmittag im Weißen Saale der Bürgergesellschaft seine diesGewinnauszug 3. Klasse 36. Preußisch=Süddeutsche (262. Preuß.) Staats=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 18. Dezember 1930 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 4 Gewinne zu 2 Gewinne zu 8 Gewinne zu 361129 6 Gewinne zu 28 Gewinne zu 110403 128021 313455 342235 26 Gewinne zu 109430 124632 332951 347726 44 Gewinne zu 143990 156402 217050 266435 328739 329247 50000 m. 22298 10000 M. 72862 236920 5000 m 209710"— 3000 au. 100792 179212 195318 2000 M. 24780 197152 239835 1000 M. 23940 32083 104683 153383 191845 283192 292691 362279 388620 390352 800 M. 26291 34790 58774 95048 165139 172651 291949 307219 371780 500 M. 47416 49074 88074 102761 165943 183003 195047 207489 300847 316217 326599 327468 340000 365433 367651 385958 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 48799 6 Gewinne zu 5000 M. 195553 271784 335611 10 Gewinne zu 2000 M. 129527 193764 268860 1/6 8 bin un 1000 M. 37058 59370 82107 123614 193167 323823 359390 380354 42 Gewinne zu 800 M. 4925 10608 12256 29849 38328 72651 76173 87747 89391 97980 112431 141134 141478 148675 160955 173507 256329 261293 290832 333915 350807 40 Gewinne zu 500 M. 24770 51683 69690 95926 134849 143123 179241 224185 237484 254629 255948 266932 268466 272522 275800 300842 322824 326164 336831 377924 Die Ziehung der 4. Klasse der 36. PreußischSüddeutschen(262. Preußischen) Staatslotterie findet am 12. und 13. Januar 1931 statt. Zwangsversteigerung Am Samstag, den 20. Dezember 1930. vorm. 10.30 Uhr, sollen in Köln=Ehrenfeld Geisselstraße 92, für einen auswärtigen Schuldner versteigert werden: 1 Personen=Auto Adle. 9/24 PS, 6 Lagerböcke. Linz Obergerichtsvollzieher in Köln, Telefon West 50454