Einzelpreis 10 Pfg. Lokal=Anzeiger Kölner TTTT 3 3 8 3 5 8 3 1 3 5 Bezugspreis: Frei Haus monatlich: Ausgabe A.85 M, Ausgabe B(mit der Samstags erscheinenden illustr. Beilage„Heimat und Welt“).05 A Bei den deutschen Postanstalten: Ausgabe A .85 M. Ausgabe B.05 A ausschl. Bestellgeld. Einzelnummer 10 Pfennig. Postscheckkonto Köln 1065. General-Anzeiger für Köln und Umgebung. Kheinische Volkswach Oegan der Tentrumspartes Mülheimer Volkezeitung 92—2e, Vernz, heime Poev. 2. Generag: Hertretung für —T Uhr. Zweihhol:, Muh,eI., Asgenstertr Krastant shem) Lestrauenstrase 4. Kernrs Teumas S4z. Erscheint an Werktagen zweimal, an Sonn= und Keiertagen einmal. Anzeigenpreis: mm Höhe Platzanzeigen 12 15 4, zweite und letzte Seite 13.3, auswärtige 18 3 rubrizierte Gelegenheitsanzeigen, Familienanzeigen und Steuengelcte, 4 Reklamen 70 J, auswärtige 80 J, zweite Seite 80 J. auswärtige.00#. Platzvorschriften 10% Zuschlag. Erfüllungsort und Gerichtsstand Koln. Nr. 40 Dienstag, 22. Januar 1929 Dr. Seipel über den Föderalismus Beilagen: Der Sonntag. Der Sport, Stille Stunden. Die Frau, Für unsere Kinder, Rundfunk=Nachrichten. Soziales u. Wirtschaft, Reise u. Wochenend. Kultur und Gegenwart, Musik. Gemusebar und Schrebergarten. Heimat und Wel., ill Beilage zur Ausa B Abend=Ausgabe 42. Jahrg. WTB München, 21. Jan. Bundeskanzler Dr. Seipel sprach heute abend im Konzertsaal des Hotels„Bayrischer Hof“ über den„Föderalismus in Oesterreich“, wobei er sich zunächst gegen die Auffassung verwahrte, als ob ihn irgendwelche geheime Absichten aktueller Politik aus Oesterreich nach Bayern geführt hätten. Auf den österreichischen Föderalismus übergehend. legte der Bundeskanzler an den Bestimmungen der Bundesverfassung dar, daß den Oesterreichern in der Verfassung nichts anderes so wichtig und so wesentlich erscheine, als eben die bundestaatliche Einrichtung. Der österreichische Föderalismus, führte er weiter aus, wird uns oft zum Vorwurf gemacht und begegnet scharfer Kritik. Besonders skeptisch stehen dem österreichischen Föderalismus die reinen und unentwegten Freunde des Anschlusses aus dem Deutschen Reiche gegenüber, weil er jeden künftigen Anschluß erschwere, denn sie meinen, Oesterreich müsse dann seinen inneren Föderalismus aufgeben, was wohl ein zu großes Opfer für Oesterreich wäre, oder das Reich müßte mit Oesterreich einen Subföderalismus in Kauf nehmen. So scheint Oesterreich durch seinen Föderalismus für immer zu einem selbständigen Sein nach Art der Schweiz bestimmt zu sein. Diese Einwendungen kann man sehr verschieden beleuchten. So braucht der Föderalismus nicht zu groß und zu kostspielig zu se a, ondern kann das Mittel der größten Wirtschaftlichkeit der Verwaltung werden. Dafür ist der Föderalismus ein Weg der wirklichen Selbstverwaltung des Volkes, der, konsequent durchgeführt, sicher zum Ziele führt. Der zukünftigen Entwicklung setzt er, wie jede stark herausgearbeitete und festgehaltene Eigenheit, Schwierigkeiten entgegen, über er bildet keine unübersteigliche und unbedingte Schranke. Nachdem dann der Kanzler die verfassungsrechtlichen Ideen und Pläne, insbesondere der Jahre 1917 und 1918, ausführlich analysiert hatte, fuhr er fort: Daß der Föderalismus so gut ausgenommen wurde und so tief Wurzel schlägt, kommt von der Stärke der Parteigegensätze in Österreich. Die Länder griffen gern zum Föderalismus als einem Absperrmittel gegen das— wie sie sich ausdrückten— rote Wien, das seinerzeit wieder sich nicht gern, sicher aber nicht ganz, von einer Mehrheit vorwiegend kleinstädtischen und ländlichen Ursprungs beherrschen lassen wollte. Uns Oestereichern von heute und namentlich jenen, die es regieren müssen, ist der österreichische Föderalismus eine Aufgabe, an der wir noch lange zu arbeiten haben, bis wir die Schwierigkeiten, die er aufwirft, überwunden und die Möglichkeiten, die er eröffnet, ausgeschöpft haben. Herausgeber der englischen Zeitschrift„Review of Reviews“ ist der bekannte englische Publizist Wickham Steed, einer der wenigen Leute, die über die Wege Bescheid wissen, auf denen das Schriftstück nach England kam. Herr Steed, dem juristisch ja nichts passieren kann, hat sich bereits geäußert, daß ihn die Untersuchung gleichgültig lasse Der prozeß Stinnes Berlin, 22. Jan. Nach der Anklageschrift in der Kriegsanleiheaffäre, die sich gegen Hugo Stinnes und Genossen richtet, sind folgende sieben Personen unter Anklage gestellt worden: der Kaufmann Hugo Stinnes, der Kaufmann Erich Nothmann; der Landwirt Wolf Alexander v. Waldow, der Kaufmann Bela Groß aus Wien, der Kaufmann Leon Hirsch, österreichischer Staatsangehöriger, und der Kaufmann Eugen Hirsch aus Paris wegen versuchten Betruges, indem sie durch Vorspiegelung falscher Tatsachen das Deutsche Reich um etwa zwei Millionen Mark schädigen wollten. Ferner ist angeklagt der frühere Generaldirektor des Delphin=Palastes, Schneid, österreichischer Staatsangehöriger, wegen Beihilfe zum versuchten Betruge der übrigen Angeklagten. Rechtsanwalt Dr. Alsberg hat für Hugo Stinnes eine Erklärungsfrist zur Anklage von einem Monat beantragt, die vom Gericht bewilligt worden ist. Außerdem hat die Verteidigung von Hugo Stinnes die kommissarische Vernehmung einer Reihe von Zeugen im Auslande beantragt. Die Hauptverhandlung in dieser Strafsache, die unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Arndt vor einer Sonderabteilung des Großen Schöffengerichts Berlin=Mitte vor sich gehen wird, wird erst im Mai beginnen. Wer hat dieses Dokument ausgeliefert? Die Denkschrift des Reichswehrministers. ONE SHILL THE ROMANCE OF•NICKEL Deutschland steht wieder, wenn Schuldige überhaupt zu ermitteln sind, ein politischer Prozeß bevor, der nicht nur wegen der Wichtigkeit seines Gegenstandes, sondern viel mehr noch wegen seiner eigenartigen Begleitumstände und den vielleicht darin verwickelten Persönlichkeiten Beachtung verdient. Eine als geheim bezeichnete Denkschrift des Reichswehrministers, in der der Bau des viel umstrittenen Panzerkreuzers behandelt wurde, und die in ihrem Inhalt eigentlich nur das zusammenfaßt, was in der Presse aller Richtungen schon oft genug erörtert wurde, ist aus dem eng gezogenen Kreise der Empfänger in englische Hände geraten und in der bekannten englischen Zeitschrift„The Review of Reviews“ zum Abdruck ge langt. Wenn auch der diplomatische Schaden kaum groß sein dürfte, da diese Denkschrift tatsächlich nichts Neues enthält, so ist doch die Tatsache, daß solche Schriftstücke von den Empfängern mißbraucht werden, im höchsten Maße bedenklich Auf Antrag des Reichswehrministeriums ist daher von den zuständigen Justizbehörden eine Untersuchung wegen Landesverrats eingeleitet wor Unser Bild zeigt die Titelseite der englischen Zeitschrift, sowie den Anfang des Aufsatzes in der englischen Di nen, deutsch, Flot: Ein wichtiges geheimes,„Dokumept.“ Aufsatzes lautet:„Des neuen SEEE 4 IMPERIAL GAMES THERNEWS GERMAN NANI: IMPORTANTSSECRET DOCUMENT NEN GERMANE'SNEW, NAEN: A Weighry Döcument: BVENAUTICUS! araemrnkend ss bmu-sThi Seitirih#p ang en in m gm A Das Ganzmetall=Luftschiff beim ersten Flug. Das amerikanische Luftschiff„City of Glendale“, das ganz aus Metall erbaut ist und dessen Propeller mit Dampf betrieben werden, hat unter der Leitung seines Erfinders, Thomas Slate, seinen ersten Probeflug zurückgelegt. Unsere Aufnahme zeigt das Luftschiff nach dem Verlassen der Halle frei schwebend. Fast schlimmer noch als eine gegnerische Kampfespresse ist jene farblose Generalanzeiger=Fabrik, die selbst ohne Charakter natürlich immer den Charakter der Leser verdirbt, die nicht warm und nicht kalt, zu jenen Dingen gehört, die der Herr ausspeit. Diese Presse scheut sich nicht, unseren erhabenen Festgeheimnissen, wenn das Geschäft es erfordert, ihre glatte, rationalistische Weisheit zu widmen und mit der Heuchelei ihres Wald=, Feld= und Wiesenchristentums den übernatürlichen Glauben zu verwaschen. Niemals unsittlich im groben Sinn, bringt sie doch nie ein kühnes Wort auf gegen die Schäden der Zeit und öffentliche Gemeinheit. Niemals vielleicht offen gegen Christus leugnet sie ihn doch weg, indem sie ihn totschweigt und an Stelle des Geistes der Bergpredigt den Geschäftsgeist eines öden Materialismus setzt. P. Friedrich Muckermann S.]. Freundliches Stirnrunzeln WTB Tokio, 22. Jan. Der japanische, Ministerpräsident hielt in der heutigen: Sitzung des Parlaments eine Rede über die Lage in China und die japanischen Interessen in der Mandschurei. Baron Tanaka erklärte, die japanische Regierung hoffe, daß die chinesische Nation nach 15 Jahren des Haders und des Kampfes nunmehr das große Unternehmen eines friedlichen Zusammenschlusses zu einem glücklichen Ende führen werde. Die japanische Regierung sei gewillt, dieses Werk des Aufbaues zu fördern. Bezüglich der japanischen Interessen in der Mandschurei führte der Ministerpräsident aus, daß es angesichts der politischen und strategischen Bedeutung, die die Mandschurei für Japan besitzt, und angesichts der historischen Bedeutung des Umstandes, daß dieses Gebiet von Japan unter Einsetzung seiner nationalen Existenz aus der Gewalt des zaristischen Rußlands befreit und für China zurückgewonnen wurde, es ganz natürlich sei, daß das japanische Volk an dem Geschick der Mandschurei besonders intensiven Anteil nehme. Diese Anteilnahme könne um so weniger wundernehmen, als in der Mandschurei mehr als eine Million japanischer Untertanen wohnten und Japan dort viele wichtige Rechte und Interessen habe. Es verstehe sich von selbst, daß die japanische Regierung die Souveränität Chinas in der Mandschurei respektiere. Zugleich bleibe die Regierung jedoch fest entschlossen, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, falls in der Mandschurei Zustände eintreten sollten, die die Ordnung stören und solcher Weise die japanischen Interessen gefährden müßten. Neue partei in Oesterreich WTB Wien, 22. Jan. Unter dem Nan Demokratische Mittelpartei“ hat sich hier e neue bürgerliche Partei gebildet, die, wie es i. den Satzungen heißt, alle freiheitlich Gesinnten im bürgerlichen Lager sammeln Dampfer in Seenot WTB Ottawa, 21. Jan. Durch Funkspruch von Cap Race wird gemeldet, daß der auf dem Wege nach Philadelphia befindliche britische Dampfer„Teesbridge“ unter 46 Grad 31 Min. nördlicher Breite und 45 Grad westlicher Länge in Seenot geraten ist und sofortiger Hilfe bedarf. Benzolexplosion auf einem Dampfer. WTB Paris, 22. Jan. Nach einer Havasmeldung aus Buenos Aires, steht der aus Antwerpen gekommene Dampfer„Arkhangel“ in Brand. 300 Fässer Benzol, die er geladen hatte, sind explodiert. Das Schiff ist im Hafen gestrandet. Ein lebensmüder Großkaufmann. Im Luxushotel erhängt. Berlin, 22. Jan. In einem Luxushotel Unter den Linden wurde gestern der bekannte Getreidegroßhändler Ernst Gottschalk aus der Kaiserstraße in Halberstadt erhängt aufgefunden. Aus hinterlassenen Schriftstücken geht hervor, daß der Lebensmüde die Tat in Verzweiflung über wirtschaftliche Sorgen begangen hat. Gottschalk, der einen großen Rennstall unterhielt, war jahrelang eine bekannte Erscheinung in Turf= und Turnierkreisen. Allah Englands Vasall? Russische Darstellung der Tage in Afghanistan wichtiges geheimes Deutschlands neue Flotte. Ein wichtiges Schriftstück. WTB Moskau, 21. Jan.(Telegraphen=Agentur der Räteunion.) Wie aus Herat gemeldet wird, ist in Kabul, wo Habib Ullah die Macht ausübt, noch keine neue Regierung gebildet worden. Voraussichtlich werden das Unterrichts= und das Justizministerium aufgehoben werden. Die weltlichen Schulen sollen geschlossen und die Kadi=Gerichte wieder eingeführt werden. Die Frage des Weiterbestehens des Außenministeriums ist noch nicht geklärt, da bei der Regierung die Neigung besteht, jegliche Beziehungen zu auswärtigen Staaten mit Ausnahme Englands(!) abzubrechen und den Staat wieder in die Lage zurückzuversetzen, die vor der Verkündung der afghanischen Unabhängigkeit bestand. In afghanischen Kreisen wird behauptet, daß die englische Gesandtschaft bereits einen entsprechenden Vorschlag gemacht habe und daß der Entwurf einer Vereinbarung vorliege, nach der England, wie früher, an die Emire Subventionen zahlen werde. Die Verwirklichung dieses Planes stößt auf den Widerstand der Geistlichkeit und der Kaufmannschaft. Bezeichnend ist, daß sich Habib Ullah in seinem anläßlich seiner Thronbesteigung an die Bevölkerung gerichteten Erlaß nicht Padischah (König), sondern, wie die afghanischen Herrscher bis 1925 Emir nennt. WTB London, 22 Jan. In einem Bericht des Sonderberichterstatters des Daily Telegraph aus Paschawar heißt es, es bestehe augenblicklich wenig Unruhe. Die Streitkräfte der Aufständischen seien den Fremden gegenüber freundlich gesinnt und hätten vorgestern ein Flugzeug bewacht, während britische deten. Die Lage sei jedoch keineswegs sicher. Der britische Gesandte habe beschlossen, daß, was auch immer geschehe, die britische Gesandtschaft in Kabul bis zum Ende in Kabul bleiben werde. In dieser Woche werden überraschende Entwicklungen und moglicherweise der Beginn der Auflösung der Aufständischentruppen erwartet. Bacha J. Sakao besitze nicht das volle Vertrauen seiner Anhänger. * Eine spätere Meldung des Sonderberichterstatters des Daily Telegraph in Peschawar besagt: Die Bemühungen des Königs Aman Ullah sind in Geheimnis gehüllt. Mitteilungen von maßgebender Seite zufolge habe er Emissionäre nach Indien gesandt, um Motorfahrzeuge anzukaufen. Er werde energisch von den Kandaharis in den Plänen unterstützt, den Thron wiederzu gewinnen. Einer anderen Meldung zufolge soll Aman Ullah jedoch versucht haben, nach Herat zu fahren. Er sei jedoch von den Durranis aufgehalten worden, die kein Vertrauen zu ihm ätten und ihn unter Aufsicht behalten wollt. Seite 2 Nr. 40(Abend=Ausgabe) Der vormalige König Inayat Ullah sei auf dem Wege nach Chaman. Es sei unwahrscheinlich, daß er Kandahar ohne die größten Schwierigkeiten erreiche. Warum sie revoltierten WTB Rom, 22. Jan. Gestern landete in Genua die Gattin des italienischen Gesandten in Kabul, die während des Aufstandes von der englischen Gesandtschaft aus in einem Flugzeug nach Indien geflüchtet war. Sie schilderte in einer Unterredung die bekannten Vorgänge in Kabul und erklärte, daß der Aufruhr besonders durch diejenigen Reformen Aman Ullahs hervorgerufen worden sei, die die Kleidung der Männer und Frauen betrafen. Interessant ist ferner, daß die englische Gesandtschaft rechtzeitig in Indien um eine kleine funkentelegraphische Station gebeten hatte, und daß diese Station durch ein englisches Flugzeug mittels eines Fallschirms über der englischen Gesandtschaft abgeworfen worden ist, Kompromiß oder prozeß? London, 21. Jan. Die einstweilige Verfügung, die General Booth gegen seine Absetzung und die Wahl eines neuen Führers erwirkt hat, ist heute bis nächsten Freitag verlängert worden, da beide Parteien sich auf die Auseinandersetzung vor Gericht gründlicher vorzubereiten wünschen. In Kreisen, die eine gewisse Voreingenommenheit für den General nicht verleugnen können, wird dieser Aufschub, der niemanden überrascht, als der erste Schritt zu einem Kompromiß ausgelegt: Der General würde Zeit seines Lebens an der Spitze der Heilsarmee bleiben, aber sich mit einer gewissen Dezentralisierung der Verfassung einverstanden erklären und wohl auch auf das veraltete Vorrecht verzichten müssen, testamentarisch seinen Nachfolger zu bestimmen. Die den Kommissaren nahestehende Presse bestreitet jedoch, daß ein solcher Ausweg aus der hochnotpeinlichen Situation angebahnt sei, und der drohende Prozeß wird also möglicherweise der Heilsarmee nicht erspart bleiben. Daß gewisse Familienmitglieder des Generals an dieser Zuspitzung persönliche Mitschuld tragen, läßt sich kaum bestreiten. Bei der bedingungslosen Verurteilung der Familie Booth, zu der ein Teil der Oeffentlichkeit und manche von den Offizieren der Heilsarmee neigen, laufen jedoch zweifellos auch Mißverständnisse unter. Der sogenannte Oberste Rat der Heilsarmee, der den Absetzungsbeschluß gefaßt hat, konnte sich dabei auf keinerlei Präzedenzfall stützen, und wenn auch der Beschluß ohne Frage ein praktisches Gebot der Stunde war, so steht doch keineswegs fest, ob alle Einzelheiten des Verfahrens juristisch unbedingt haltbar sind. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, daß das Riesenvermögen der Heilsarmee unter juristisch anfechtbaren Umständen den Besitzer wechseln und später von interessierter Seite die persönliche Haftung in Anspruch genommen werden könnte, welche durch die Verfassung General Booth auferlegt ist. Jedenfalls hat der General, wie heute vor Gericht festgestellt wurde, seinen Aergernis erregenden Schritt vom letzten Samstga auf Anraten seiner Rechtsanwälte unternommen. Inflationsspekulanten WTB Saarbrücken, 22. Jan. Nach dreitägiger Verhandlung wurde gestern abend vom hiesigen Schwurgericht das Urteil in der Unterschlagungsangelegenheit der Saarlouiser Kreisspar= kasse gefällt. Angeklagt waren der Rendant Paul Keller, die Kassenangestellten Jun und Pompinon und der frühere Sparkassenbeamte Finger, junge Leute im Alter von 22—28 Jahren. Zurzeit der einsetzenden Frankeninflation zu Anfang des Jahres 1926 hatten die Angeklagten mit Kundenschecks zu spekulieren begonnen. Infolge der ziemlich unerwartet einKölner Lokal=Anzeiger so daß sofort die funkentelegraphische Verbindung zwischen Kabul und Indien ausgenommen werden konnte. In Kabul WTB Moskau. 22. Jan. Einer Meldung aus Herat zufolge, ist eine beträchtliche Anzahl Militär aus Kandahar und dem Gebiet von Gazni zusammengezogen worden. Man glaubt, daß Aman Ullah sich an die Spitze der Truppen stellen wird. In Kabul macht sich Mangel an Lebensmitteln bemerkbar. Die Preise sind stark gestiegen. In den Läden sind Plünderungen vorgekommen. Ferner wurde das Eigentum einer aufgelösten französischen Schule geraubt. Dasgleiche Schicksal droht der deutschen Schule. Durch die völlige Isolierung Kabuls stockt der Handel, was eine große Unzufriedenheit in der Kaufmannschaft erregt. Unter der niedergedrückten Bevölkerung machen sich Sympathien für Aman Ullah bemerkbar. setzenden Frankenbesserung schlugen dann die Hoffnungen auf größere Gewinne fehl, und die Angeklagten begannen, die Verluste durch falsche Buchungen zu verschleiern. Bei einer plötzlichen Revision im September 1927 kamen die Betrügereien zutage, und die Angeklagten Jun und Finger konnten sofort festgenommen werden, während Keller und Pompinon noch schnell unter Mitnahme des ganzen Kassenbestandes in Höhe von rund 300000 Franken nach Frankreich flohen. Sie wurden jedoch von der französischen Regierung ausgeliefert. Die Gesamthöhe der veruntreuten Summe beträgt etwa 450000 Franken. Keller erhielt drei Jahre sechs Monate Gefängnis, Jun zwei Jahre sechs Monate Gefängnis, Pompinon ein Jahr Gefängnis. Keller wurde die Befähigung zur Annahme öffentlicher Aemter auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Gegen Jun erfolgte wegen der Höhe der Strafe Haftbefehl. Die Angeklagten nahmen die Strafen an. Finger, dessen Unterschrift gefälscht war, wurde freigesprochen. Sämtlichen Verurteilten wurden mildernde Umstände zugebilligt. Ueberfall auf Amerika im Jrakgebiet WTB Basra. 21. Jan.(Meldung des Reuterschen Büros.) Eine Gesellschaft von vier Amerikanern, die heute früh im Automobil von Basra abgefahren war, um Koweit zu besuchen, fiel unterwegs in einen Wahhabiten=Hinterhalt. Einer der Amerikaner, der Missionar Bilkert, wurde erschossen, während die drei andern unversehrt entkamen. Der Ueberfall wurde von schätzungsweise hundert Mann südwärts der Irakgrenze verübt. Der erschossene Missionar Bilkert war elf Jahre in der amerikanischen PresbyterianerMission am Persischen Golf in Dienst gewesen. Einer der entkommenen Amerikaner erzählte, die Angreifer hätten sich im Dickicht versteckt, so daß keiner zu sehen gewesen sei; auch habe man keine Pferde oder Kamele wahrgenommen. Dem Ueberfall wird politische Bedeutung beigemessen, da die Stimmung der Amerikaner gegen den Wahhabitenführer Ibn Sa'ud gerichtet ist. Rücktritt der Regierung des Frak WTB Bagdad, 21. Jan.(Reuter.) Das Kabinett hat dem König seine Demission überreicht. Sämtliche Minister erklärten, daß sie ihr Amt nur auf der Grundlage der von ihnen gestellten Forderungen wieder übernehmen würden. Diese beziehen sich auf verschiedene Punkte in dem Militär= und Finanzabkommen zwischen dem Irak und Großbritannien. England ist der Auffassung, daß es nicht auf alle Forderungen des Jraks eingehen kann, namentlich nicht auf diejenigen, die das Militärabkommen betreffen, denn es ist der Ansicht, daß der Irak noch nicht imstande ist, die Verantwortung für die Verteidigung seiner Grenzen zu übernehmen. Die Politiker des Jraks fordern völlige Unabhängigkeit und wünschen sozusagen die Aufhebung der britischen Oberaussicht. Die Haltung der Führer der gegenwärtigen Opposition ist im Grunde genommen identisch mit derjenigen der zurückgetretenen Minister. Die Bildung der neuen Regierung wird darum wahrscheinlich schwierig sein. Erwerbslosentumult in Halle Berlin, 22. Jan. Anläßlich der gestrigen Sitzung der Hallenser Stadtverordneten kam es zu stürmischen Tumulten vor dem Rathaus. Die Kommunistische Partei hatte mehrere Anträge zur Unterstützung der Erwerbslosen gestellt, und um diesen mehr Nachdruck zu verleihen, sammelten sich über tausend Erwerbslose vor dem Rathaus und forderten unter stürmischen Rufen die Erfüllung ihrer Forderungen. Ein starkes Polizeiaufgebot mußte mehreremal den Marktplatz säubern, aber immer wieder drängten die Massen vor, so daß die Polizei mit Gummiknüppeln und blanker Waffe vorgehen mußte. Die Polizei nahm einige Verhaftungen vor. Verkehrsunglück WTB Budapest, 21. Jan. In Aipest fuhr heute nachmittag beim Passieren einer Straßenkreuzung ein aus zwei Wagen bestehender Straßenbahnzug gegen den letzten Wagen eines Güterzuges. Zu gleicher Zeit fuhr der aus der entgegengesetzte Richtung kommende Straßenbahnzug in den ersten Wagen des Güterzuges. Durch den Zusammenstoß wurden von den Passagieren der Straßenbahn 15 Personen zum größten Teil leicht verletzt. Eine trug eine Gehirnerschütterung davon. Schiffbruch im nördlichen Eismeer WTB Moskau, 21. Jan. Der deutsche Fischdampfer„Georg Thude" zerschellte während eines starken Sturmes an den Riffen der Großen Renntier=Insel im Nördlichen Eismeer. Die Besatzung erreichte mit großer Mühe eine unbewohnte, zwei Kilometer vom Festland entfernt liegende Insel, von wo aus sie durch Raketen und Lagerfeuer Zeichen gab. Fischer des Festlandes retteten mit Lebensgefahr zwölf Seeleute. Der Matrose Heinrich Freier ist erfroren, viele Matrosen haben Beinbrüche und verschiedene Frostschäden erlitten. Gestern wurden die Geretteten in Murmansk im Krankenhaus untergebracht. patente in Massen Die Ausdehnung der I. G. Farbenindustrie auf die verschiedenen Zweige der chemischen Industrie läßt sich gut aus der Zahl ihrer Patentanmeldungen in Großbritannien ersehen, weil das englische Patentamt ziemlich rasch arbeitet. Im Jahre 1928 hat nun die I. G. etwa 1300 Patente in England angemeldet gegenüber etwa 800 im Jahre 1927 und 400 in 1926. Demgegenüber stehen Anmeldungen des der I. G. entsprechenden englischen Konzerns, der I. C. I.(Imperial Chemical Industries) von jährlich etwa 160 Patenten. Berlin, 22. Jan. Der Chefredakteur d Vossischen Zeitung, Georg Berhard, hat m Schluß des vorigen Jahres seinen Sitz i Reichswirtschaftsrat niedergelegt. An sein Bolschewismus und Religion Von Pater W. Mariaux S. J. I. „Zum Sturm auf den Himmel“ lautete der Titel einer Propagandaschrift, die in Sowjetrußland eine hohe Auflage erlebt hat. Ein „Sturm auf den Himmel“ ist in der Tat der Kampf, den der Bolschewismus seit Jahren gegen die Religion führt. Er kämpft nicht nur gegen die Priester, gegen die Kirchen, er kämpft gegen die Religion, er kämpft gegen Gott selbst! Es gibt allerdings auch in Deutschland immer noch Leute, die den Bolschewismus als ein reines Wirtschaftssystem, allenfalls als den Versuch einer neuen Gesellschaftsordnung ansehen. Diese Leute verkennen aber den wahren Charakter des Leninschen Systems völlig. Was will denn der Bolschewismus? Will er wirklich nur das Privateigentum abschaffen? Die Menschen in die eine Klasse der Proletarier zwingen? Man braucht nur seine maßgebenden Führer zu fragen, man braucht nur das neue Rußland anzuschauen, die zahllosen Bemühungen, eine neue Lebenshaltung, neue Kunst, neue Wissenschaft, neue Bildung, ja einen neuen Menschentyp zu schaffen, um zu erkennen: Man strebt im Bolschewismus danach, einer eigenen Weltanschauung zum Durchbruch zu verhelfen: Das Leben soll einen neuen Sinn bekommen! Hinter allen Reden der Bolschewikenführer, hinter seiner riesigen Propaganda steht als Ideal, das die Massen anlockt: ein Zukunftsparadies auf dieser Welt hervorzuzaubern. Wie begeistert schildert es z. B. der langjährige Freund Lenins. Leo Trotzki: Mögen uns die Pfaffen aller Religionsbekenntnisse was immer von einem Paradies in der jenseitigen Welt erzählen, wir erklären, daß wir dem Menschengeschlecht ein wirkliches Paradies auf dieser Erde schaffen wollen. Dieses große Ideal dürfen wir auch nicht eine Stunde lang aus dem Auge verlieren. Es ist das höchste Ziel, nach dem die Menschheit je gestrebt hat, und in ihm wird alles Schönste und Edelste der alten Glaubensbekenntnisse sich vereinigen und verkörpern.“ Aehnlich haben Lenin und Lunatscharski sich ausgesprochen. Man sieht schon an dieser überschwänglichen Schilderung, daß der Bolschewismus bewußt in den Konkurrenzkampf mit den Religionen treten will: Auch er will das tiefe Ideal aller Völker, die Befreiung von allem Uebel und Leid durch sein Programm schaffen. Er ist im Grunde eine Erlösungslehre. Ja, so paradox, so widersinnig es klingen mag: Der Bolschewismus ist im Grunde eine Art Religion. Will er doch dasselbe leisten, wie im Grunde jede Religion es will: Die Erlösung und Beseligung des Menschengeschlechtes. Das ist auch gar kein Wunder. Längst waren in Rußland Gruppen aufgetreten, die eine neue Heilsbotschaft brachten und anpriesen. Dies Streben nach Erlösung war geradezu eine tiefe Volksbewegung in den letzten Jahrzehnten Rußlands geworden. Sektierer traten auf. Raskolniki genannt, in deren Ideen man sogar ganz überraschende Aehnlichkeiten mit bolschewistischen Gedankengängen entdeckt. Eine mertwürdige Religion ist der Bolschewismus. Das Heil will er bringen, wie jede Religion, aber er sieht es und erstrebt es auf ganz andere Weise. Er sieht das Heil im Diesseits. Er erwartet es nicht von einem Gott, der über dem Menschen thront, im Jenseits, sondern vom Menschen selbst, dem eigenartigen Menschentyp, wie er selbst ihn herbeiführen will, dem proletarischen Massenmenschen. Auf diesen Heilsbringer, sein Zukunftsideal, überträgt der Bolschewismus sein ganzes begeistertes Wollen, eine religiöse Inbrunst. Er ist der„Gott“, dem sich alles unterordnen, alles ohne Ausnahme gehorchen und dienen muß. Wie sieht er aus, dieser„Gott“ des Bolschewismus? Ein Massenmensch. Die Schar der rechten„Proletarier“, zusammengefaßt in einer großen Einheit. Man darf das keineswegs mit „Gemeinschaft“ verwechseln. Gemeinschaft bildet sich, indem viele ihre Ideen und ihre Verehrung zusammenströmen lassen auf dasselbe Ideal. Für den Bolschewismus gibt es weder Ideen noch Zdeale; sondern nur Stoff. Er macht ernst mit dem extremen Materialismus. Der Einzelmensch ist mit seiner Individualität eine Fehlentwicklung. Die Individualität muß ausgelöscht werden. Zum Massenteilchen muß der einzelne werden, aufgehen als Atom in der Proletariermasse. Ein Gelehrter, der gerade die kulturelle Seite des Bolschewismus aufs genaueste studiert hat, sagt über diesen kollektiven Massenmenschen: „Man muß die neue Philosophie der Bolschewiken und ihre neue Moral kennen... den Vorführungen bolschewikischer Lärmorchestermusik beigewohnt haben, die neuen Bilder gesehen, die freudlosen Freuden der Bolschewiken erlebt haben, um das erschütternde, irrsinnig große Opfer ganz ermessen zu können, das hier miller a chee gebracht worden ist.“(Filöp. Muß eine derartige„Religion“, nicht zur radikalen Ablehnung aller echten Religion führen? Eine Weltanschauung, die im vollen Ernst eines übermenschlichen Wesens, ja selbst das Dasein von irgend etwas Höherem im Menschen leugnet? Eine Heilslehre, die das Erdenparadies durch den maschinisierten Massenmenschen selbst zu schaffen sich unterfängt? Und da die Bolschewiken nichts halb wollen sie mit unheimlicher Konsequenz gegen alle echte Religiosität vor. Ihre Führer gaben ot dazu die Parole:„Jede Idee von jedem Gott,“ schreibt Lenin in einem Brief an den Dichter Maxim Gorki,„ st eine unaussprechliche Gemeinheit und die niederträchtigste Inferrion Unsere Aufgabe ist es“, mahnen die Parteitalter,„eve#, jede Religion abzuschaffen".(Rabotskaja Moskwa.)—„Wir hassen die Christenheit und die Christen; selbst die besten unter ihnen müssen als unsere schlimmsten Feinde betrachtet werden".(Lunatscharski.) Dienstag, 22. Januar 1929 Stelle ist vom Reichswirtschaftsminister der Chefredakteur der Deutschen Tageszeitung, Paul Baecker. M. d.., auf Vorschlag des Reichsverbandes der deutschen Presse berufen worden.— Georg Bernhard bleibt aber Mitglied der Reichsenquete=Kommission. Belgischer Ministerbesuch in Eupen=Malmedy. Eupen, 21. Jan. Der belgische Arbeitsminister Heyman besuchte vorige Woche das Gebiet von Eupen=Malmedy. Der besondere Zweck seiner Reise war die Neuordnung der sozialen Versicherung im allgemeinen und die Regelung der Frage der Altpensionäre im besonderen. Von allen Seiten, auch von den Arbeitgebern, wurde der Minister darauf aufmerksam gemacht, daß die Notlage der Altinvaliden=Rentenempfänger nicht mehr zu überbieten sei. Der größte Teil derselben warte seit über Jahresfrist auf Festsetzung seiner Renten. Die bisher bewilligten Renten ständen in keinem Verhältnis zur Geldentwertung und zu den geleisteten Beiträgen. Minister Heyman sagte Erfüllung der geäußerten Wünsche zu. Er besichtigte die hier aus deutscher Zeit noch bestehenden sozialen Einrichtungen und erklärte bei seinem Abschied, von ihnen einen sehr guten Eindruck gewonnen zu haben. Ls Nur ein Vorsitzender Zu den Vorstandswahlen der Zentrumsfraktion. Die Zentrumsfraktion des Reichstags hat sich am Montag mit der Vorbereitung der Vorstandswahlen beschäftigt, die endgültig in einer am Freitag, am Tage nach Wiederzusammentritt des Reichstags, stattfindenden Sitzung vorgenommen werden sollen. Die Fraktion hat sich einmütig dahin ausgesprochen, daß es bei der bisherigen Regelung bleiben soll, wonach ein Vorsitzender, zwei stellvertretende Vorsitzende und sieben Beisitzer gewählt werden sollen. Auf den früheren Zustand, unter welchem über 20 Mitglieder dem Vorstand angehören, will man nicht mehr zurückgreifen. Dagegen sollen die Fachausschüsse der Fraktion für wichtige Fragen, so für soziale Fragen, Finanzfragen, Wirtschaftsfragen, Beamten=, Siedlungs= und Kulturfragen beibehalten und weiter ausgebaut werden, und die Vorsitzenden dieser Ausschüsse werden bei Beratung der entsprechenden Fragen zu den Vorstandssitzungen herangezogen. Wenn über eine bestimmte Frage sowohl innerhalb der Fachausschüsse wie des Vorstandes eine einmütige Stellungnahme erfolgt ist, soll in der Fraktion eine Kontingentierung der Debatten eintreten. Die letzte Entscheidung selbstverständlich hat in diesen Fragen immer in oberster Instanz die Fraktion selbst. Die Fraktion erachtet es des weiteren als selbstverständlich, daß der Parteichef selbst, ganz gleich, um welche Persönlichkeit es sich jeweils handelt, ohne weiteres zu sämtlichen Sitzungen des Fraktionsvorstandes eingeladen wird, und das Recht hat, an allen derartigen Sitzungen teilzunehmen. Die vorbereitende Kommission wird nunmehr die Personenfragen klären und die entsprechende Entscheidung der Fraktionssitzung, die am Freitag stattfindet, vorlegen. Beamtenbeirat. Sitzung des Arbeitsausschusses am Mittwoch den 23. Januar 1929, 20.30 Uhr, bei Piller, Hohenstaufenring 64. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu den Kölner Parteiwahlen, 2. Beamtenbeiratswahlen, 3. Werbemaßnahmen. Bezirk Deutz I. Mittwoch, den 23. Januar, 20 Uhr, im Vereinshaus, Adolfstraße 26, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht 1927/28, 2. Aussprache, 3. Neuwahl des Bezirksvorstehers, des Vorstandes und der Delegierten zur Vertreterversammlung, 4. Verschiedenes. Alle eingeschriebenen Mitglieder sind hierzu eingeladen. Windthorstbund Köln=Ehrenfeld. Mittwoch, den 23. Januar 1929, 20 Uhr, in der Restauration Joh. Ehm. Köln=Ehrenfeld, Landmannstraße 19(Straßenbahnlinien 5, 13. 21). Bunter Abend, mit reichhaltigem Programm Das ganze Jahr hindurch steht unsere Bundesarbeit im Zeichen politischen Ernstes. Einmal aber wollen unsere Mitglieder mit ihren Angehörigen und den Freunden unserer Bewegung. sich zu zwanglosem Beisammensein treffen. Bezirk Höhenberg. Mittwoch, den 23. Januar 1929. 20 Uhr, im kath. Gesellenhaus, Olpener Straße 39, General= versammlung, wozu alle eingeschriebenen Mitglieder eingeladen sind. Tagesordnung: 1. Die Partei nach Reichstagswahl und Parteitag (Herr W. Stute), 2. Aussprache, 3. Geschäftsbericht 1927/28. 4. Neuwahl des Bezirksvorstehers, des Vorstandes und der Delegierten zur Vertreterversammlung. Tor ScHutz Gen GRIPPE * Nachrichten aus Köln und Umgebung Hauptmarkt gut beschickt Auf dem gut beschickten Markt sah man in der Frühe wenige Aufkäufer aus dem rheinischwestfälischen Industriebezirt. Wie wir erfahren, werden gegenwärtig, solange sich infolge von Schnee und Eis Transportschwierigkeiten zeigen, von einigen Produzenten aus dem Vorgebirge die Erzeugnisse direkt nach Essen, Dortmund, Recklinghausen usw. gesandt. Auch hat sich in letzter Zeit eine Gruppe Händler gebildet, die an der Bahn Gemüse aufkauft und sofort damit in das Industriegebiet fährt. Heute waren fast nur Aufkäufer aus Solingen, Wald, Remscheid und aus der Cochemer Gegend am Markt. In der Markthalle gab es schon frische Pfirsiche, das Stück zu 70 Pfg. und frische Pflaumen, das Stück zu 20—30 Pfg. Diese Früchte kommen vom Kap der guten Hoffnung. Es kosteten im Großhandel: Weißkohl—8, Rotkohl—10, Feldsalat 60 bis 100, Grünkohl—9, Wirsing—8, Rosenkohl 25—30, Steckrüben—6, Spinat 25—35, weiße Rüben—10, Karotten—7, Möhren —7, Zwiebeln 12—15 Pfg. das Pfund, Kohlraben—7, Merrettich 18—45, Endivien 8 bis 18 Pfg. das Stück, Kartoffeln Nieren 6,00 bis .50, Industrie 3,80—4,20 M. der Zentner, Aepfel 27—45 Pfg. das Pfund. An Auslandswaren: Spinat 30—32, Rotkohl—12, Weißkohl—10, Schwarzwurzel 35—45, Wirsing —11 Pfg. das Pfund, Kopfsalat 21—25, Endivien 28, Blumenkohl 55—70 Pfg. das Stück, Radieschen 60 Pfg. das Gebund, Tomaten—8 M. die Kiste, schweizer Aepfel 25—35, belg. Trauben 180—200, Ananas 120 bis 130, Bananen 50—55, Maronen 20—28, Haselnüsse 45—55, Walnüsse 55—70 Pfg. das Pfund, Messina=Apfelsinen Kiste 19., Valenzia=Apfelsinen 20—30., Zitronen 10—17., amerikanische Aepfel 14—20 M. die Kiste, 33—38 M. das Faß, Fische gab es wenige, Geflügel und Wild genügend, Butter kostete 1,90—2,20 M. das Pfund, Eier 11—19 Pfg. das Stück. Wanderschulen für Hausfrauen Ein großer Teil des deutschen Volksvermögens wandert bekanntlich durch die Hände der Hausfrauen. Darum erscheint es besonders wichtig, den Hausfrauen diejenigen Wege und Mittel zu zeigen, auf denen sie hier zweckmäßige Ersparnisse an Geld und Kraft machen können, ohne daß Wohlstand und Gesundheit dabei beeinträchtigt werden. Von solchen Ueberlegungen ausgehend hat der Verein deutscher Ingenieure in Verbindung mit dem Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit, der Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau= und Wohnungswesen, dem Reichsverband deutscher Hausfrauenvereine, dem Reichsverband landwirtschaftlicher Hausfrauenvereine und dem Letteverein unter dem Namen„Technik und Heim“ eine große Wanderausstellung ins Leben gerufen. Diese Ausstellung soll den Hausfrauen die Bedeutung moderner Technik und neuzeitlicher Ernährungslehre für die zweckmäßige Einrichtung der Wohnräume, die wirtschaftliche Ausnutzung der Betriebsmittel und die zweckmäßige Zusammensetzung eines auch bei bescheidenen Aufwendungen abwechslungsreichen und nahrhaften Küchenzettels zeigen. Neben der eigentlichen Ausstellung sollen Vorträge und Lehrkurse die durch Anschauung gewonnenen Kenntnisse befestigen und vertiefen. Zum ersten Male wird die für jeden Ort auf für vier Wochen berechnete Ausstellung im Februar 1929 in Essen gezeigt werden. Weiterhin sind Besuche der Städte Bielefeld, Leipzig, Stettin und Zittau zunächst vorgesehen.(Und Köln?) Vorbestraft gilt nicht In einem großen Kaufhaus wurde ein Verkäufer angestellt, der außer dem Hause Kundschaft werben sollte, da ein Monatskonto eröffnet werden sollte. Als die Firma erfuhr, daß die Ehefrau des Klägers ebenfalls die Kundschaft besuchte, um dort Goldwaren und Schmucksachen abzusetzen, wurde der Angestellte fristlos entlossen. Kurz darauf wurde die Entlassung zurückgenommen und der Angestellte weiter beschäftigt. Dann aber brachten die Inhaber des Kaufhauses in Erfahrung, daß der Angestellte in früheren Jahren wegen schweren Diebstahls, Unterschlagung, Urkundenfälschung und Zuhälterei bestraft worden sei und nun erfolgte endgültige fristlose Entlassung. Der Angestellte klagte auf Kündigungsentschädigung und führte aus, seine Frau habe ein eigenes Geschäft und er könne nicht verhindern, daß sie auch mit seinen Kunden Geschäfte abschließe. Er sei nur einmal bestraft worden in der Inflationszeit wegen Verstoßes gegen die Preisschilderverordnung. Wenn er im Strafregister verzeichnet sei, so handele es sich um eine Person, die sich auf seinen Namen habe Streiflichter Vor mir liegt ein Stoß alter, halbvergilbter Bände. Das ist das Handbuch der Kostümkunde von Hermann Weiß aus den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Im bunten Wechsel ziehen da Menschen aller Zonen und Zeiten, wiedergespiegelt in Trachten und Sitten, an uns vorüber. Aufschlußreiche Bilder zeigen uns die Beziehungen zwischen menschlicher Kultur und menschlicher Kleidung. Und doch entbehrt solch ein Werk, trotz seines streng wissenschaftlichen Charakters, nicht einer gewissen heiteren Note, denn es ist im Grunde genommen ein Buch des sich ewig erneuernden menschlichen Karnevals, den wir Mode zu nennen pflegen! Kein noch so originelles Kostümfest wäre imstande, diese Ueberfülle abwechslungsreicher Trachten darzustellen, wie es solch eine alte Kostümkunde vermag. Hier zieht ein schier grotesker Modekarnevalszug am erstaunten Auge vorüber—— alle Auswüchse menschlicher Launen und Torheiten finden hier ihren getreuen Niederschlag! Und immer wieder muß man verwundert feststellen, wie Unausdenkbares hier zum Ereignis wird. Da gibt es Griechinnen, deren ungenähte Gewänder in ihrem köstlichen Faltenwurf jedem modernen Schaufensterdekorateur Ehre gemacht hätten— persische Tänzerinnen in ihren bizarren Beinkleidern und spitzabstehenden geschweiften Röckchen scheinen just auf die heutige Karnevalsmoberichtung der Damenwelt eingestellt zu sein— dann wieder imposant wirkende Frauengestalten, deren hochtoupierte Köpfe aus mächtigen Halskrausen und Riesenkragen hervorschauen, die einst Meisterwerke der Bügel= und Stärkekunst darstellten. Königin Elisabeth von England ließ 1564, nur zur sachgemäßen Behandlung eben dieser unhandlichen Toilettenstücke, eigens eine gewisse Frau Dingham van der Plasse aus Holland kommen, weil besagte Frau eine der vorzüglichsten Kragenstärkerinnen ihrer Zeit gewesen sein soll! Im achtzehnten Jahrhundert verzierten sich französische Stutzer derart mit Schleifen, Spitzen, Bändern, Gold und Edelsteinen, daß ihnen gerade nur noch im fadlächelnden Antlitz ein wenig Raum verblieb, um die sogenannten„mouches“ oder Schönheitspflästerchen anzubringen, die eine eigene Sprache redeten, ähnlich der Briefmarkensprache späterer Zeiten!— Und so zieht er weiter durch die Jahrhunderte, der ans Karnevalistische streifende Zug menschlicher Narrbeit! Die Menschheit aber zieht mit, die, der der Ernst keiner Zeit etwas anzuhaben vermag! Auch am großen Mummenschanz des Daseins will sie ihr Teil haben— heute genau wie ehedem! Blättert man die heutigen Modebilder für Karneval durch, fällt einem der geringe Phantasiereichtum auf in Hinblick auf jenen ungeheuren Modewechsel, den die Jahrhunderte vor uns entrollen. Denn man begeht in puncto Maskerade verschiedene Fehler: vor allem opfert man meistens jede Originalität dem im Vordergrunde stehenden weiblichen Wunsche— schön zu sein! Berechtigt gewiß bis zu einem gewissen Grade. Darüber hinaus aber verflacht jede Eigenwirkung. Dann trachtet man auch viel zu sehr darnach die karnevalistischen Kostüme der jeweilig herrschenden Moderichtung anzupassen, anstatt gerade durch den Gegensatz zur Alltagsmode interessante Wirkungen zu erzielen. Je kürzer der Rock, je schicker erscheint er der Trägerin; je mehr die unvermeidliche Hose in den Vordergrund weiblicher Karnevalskleidung tritt, desto mehr schwindet die Eigenart nationaler Trachten. Ach ja, die guten alten Nationaltrachten! Sie gaben einst dem bunten Bild des Maskentreibens eine eigene Note. Denn bei dem Ungarn— Holländer— Italiener — Spanier— Altdeutschen— Türken und so weiter ließ sich doch etwas denken, Vorstellungen tauchten vor einem auf, boten Anlaß zu scherzhafter Rede und Gegenrede. Tagegen heute— es bedarf schon einer starken Zeiteinstellung, um aus diesen fast undefinierbaren Maskenkostümen einen Sinn, sofern überhaupt einer darin enthalten ist, heraus zu finden. Dadurch kommt der eigentliche Zweck des Fastnachtstreibens— Verwandlung des Menschen— kaum mehr zur Geltung. Immer mehr wird solch ein Maskenfest zur prunkenden Veranstaltung, ausgezeichnet mehr durch schrankenlose Freiheit, als durch sinnvollen Witz und zugkräftigen Humor! Auch wir waren einmal jung, lustig und übermütig. Ja, wir haben sogar mit strahlenden Kinderaugen in diese jährlich einmal erwachende Welt der übersprudelnden Laune hineingeschaut. Und wenn gar für den Buben der blaue Kittel und die Eierkiepe des„Hänsel“ hervorgeholt wurde und für das Mädel Mieder und Röckchen des„Gretels“ aus dem Schrank kam— dann begann unsere Verwandlung. Dann waren wir eben einfach„Hänsel" und„Gretel“. Diese schlichten Requisiten genügten, um uns in eine andere fremde Welt zu versetzen. Sicher lebte etwas von dem menschlichen Urtriebe, der Sucht nach Verwandlung und Verkleidung in uns, dem wir uns beseligt hingaben. Wie anders dagegen ist das heute, wo sich nicht, wie ehemals, vor allem die drei Karnevalstage aus dem Alltagsgrau ewigen Einerleis buntschillernd hervorheben, sondern wo eine materialistisch eingestellte Jugend in hemmungsloser Vergnügungssucht für allzu viel tägliche Abwechslung sorgt. Vom Film ins Kabarett, vom Kabarett zum Tanz— der Schritt zum Karneval ist da nur ein ganz kleiner, fast unmerklicher. Und doch ist am Karnevalstreiben, wie schon Goethe behauptet, das beste, daß es kurz sei und voll Sinn! Je vergnügungssüchtiger aber die Menschheit geworden ist, je mehr hat sie an persönlicher Originalität eingebüßt. Im ewigen Karnevalsmodezug der Menschheit aber haben nur die Masken Geltung, die Eigenart aufs glücklichste mit Humor verbinden! Den Humor muß der Mensch selbst zu seinem Kostüm hinzutun, den vermag ihm kein noch so perfekter Schneider mitzuliefern! J. Adams(Köln). verurteilen lassen. Uebrigens lägen diese Bestrafungen 15 Jahre zurück. Schon bei Abschluß des Anstellungsvertrages seien den Beklagten die angeblichen Bestrafungen bekannt gewesen. Dies bestritt die Beklagte und wies darauf hin, daß die Stellung des Klägers ganz besonderes Vertrauen beanspruche und man könne ihnen nicht zumuten, hier einen Mann zu beschäftigen, der, wenn auch vor vielen Jahren, wegen so schwerer Verbrechen bestraft sei. Die Ehefrau des Klägers betreibe gewissermaßen ein Konkurrenzgeschäft und hausiere mit Gold= und Silberwaren, was gesetzlich verboten sei. Das Gericht entschied, daß die Tätigkeit der Frau im Kundenkreis des Klägers in angedeutetem Sinne zweifellos ein Grund zur fristlosen Entlassung des Klägers biete. Da aber die zunächst ausgesprochene Entlassung zurückgenommen wurde, könne dieser Grund später nicht mehr geltend gemacht werden. Was nun die Bestrafung des Klägers wegen schwerer Verbrechen betrifft, so steht das Gericht auf dem Standpunkt, daß diese Bestrafung, selbst wenn sie der Kläger erlitten hat, so weit zurückliegt, daß man sie heute nicht mehr als wichtigen Grund zur fristlosen Entlassung anführen kann. Dem Kläger ist demnach die eingeklagte Kündigungsentschädigung zu zahlen. Der Kölner ist nicht so Einem hiesigen Ehepaar wurde eine goldene Uhr gestohlen und die Ehefrau ließ durchblicken, daß die Hausangestellte des Diebstahls verdächtig sei, denn sie sagte zu dem Mädchen:„Unser Lehrmädchen stiehlt nicht, die habe ich oft auf die Probe gestellt und das Küchenmädchen ist zu dumm zum Stehlen.“ Die Hausangestellte verlangte hierauf eine schriftliche Erklärung, daß sie bei dem Diebstahl nicht in Frage komme. Dies wurde von der Hausfrau mit den Worten:„Sie haben einen chronischen Fimmel,“ abgelehnt. Die Hausangestellte legte hierauf die Arbeit nieder und verlangte am Arbeitsgericht Kündigungsentschädigung. Nachdem der Vorsitzende festgestellt, daß die Klägerin eine geborene Kölnerin ist, meinte er, daß in Köln der Ausdruck„Fimmel“ so gang und gäbe sei, daß man hieraus keine grobe, vielleicht nicht mal eine einfache Beleidigung, die zur Arbeitsniederlegung ohne Kündigung berechtige, herleiten könne. Dagegen sei der weitere Anspruch auf Zahlung von 20 Mark, die die Klägerin unter Tariflohn erhalten habe, gerechtfertigt. Die Klägerin erhielt diese Summe. Das tägliche Verkehrsunglück Auf der Venloer Straße stieß eine Autodroschke mit einem Gemüsefuhrwerk zusammen. Der Fahrer des Gemüsefuhrwerkes erlitt einen Schädelbruch. Der Schwerverletzte wurde mit dem Krankenwagen zum Israelitischen Asyl gebracht. Tarifverhandlungen im Buchhandel Wie der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband mitteilt, fanden gestern erneut Verhandlungen mit den Arbeitgebern des Buchhandels in Köln statt. Wenn es auch zu einer Einigung noch nicht gekommen ist, so kann doch eine erhebliche Annäherung der Parteien festgestellt werden. Die Angestellten des Buchhandels werden in den nächsten Tagen Gelegenheit nehmen, zu dem letzten Angebot der Arbeitgeber Stellung zu nehmen. Aus unserer Vereinsmappe * Der Landesverband Rheinland und Westfalen des Bundes deutscher hirnverletzten Krieger hielt im Greesberger Hof eine gutbesuchte Tagung ab. Neben den Kriegsblinden müssen die Hirnverletzten, die oft nicht nur im Gebrauch ihrer Glieder behindert sind, sondern auch die wichtigsten Instrumente geistiger Betätigung verloren haben, die von Anfällen jeder Art bedroht und von Wind und Wetter in ihrem Befinden beeinträchtigt werden, als Schwerstgeschädigte unter den lebenden Opfern des Weltkrieges gelten. Verbandsvorsitzender Braun eröffnete die Tagung, die von einer Anzahl Ehrengäste besucht war. Neben den Abgeordneten der größeren politischen Parteien bemerkte man Obermedizinalrat Dr. Weber(Hauptversorgungsamt Koblenz), Dr. Spörl (Versorgungsamt Köln), Prof. Dr. Döllner(Universität Köln), sowie die Vertreter befreundeter Organisationen. Die Wünsche der Hirnverletzten trug Kamerad Duyster vor. Er schilderte zunächst die Entwicklung der sozialen Fürsorge nach dem Kriege und lobte in anerkennenden Worten die ehemalige Einrichtung einer mustergültigen Anstalt für Hirnverletzte in Bonn, die allen Anforderungen einer zeitgemäßen Hirnverletzten=Fürsorge gerecht worden sei. Die Schließung dieses Instituts durch Beschluß des Landtages vom 16. 6. 1925 müsse als außerordentliche Benachteiligung der Schwerbeschädigten angesehen werden, da die neue dem Berufs= und Begutachtungsinstitut in Düsseldorf angegliederte Behandlungsstelle eine fachärztliche Heilbehandlung nicht garantiere. Auch gegen die Einweisung in psychiatrische Kliniken müsse sich der Verband wenden, weil die Zusammenbringung mit geistig nicht Normalen einen ungünstigen seelischen Einfluß ausüben müßte. Der Redner führte im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen die Erfolge des Verbandes, der in Rheinland und Westfalen über tausend Mitglieder hat, an. Er müsse jedoch darauf hinweisen, daß eine genügende fachärztliche Behandlung und ein geeignetes Heim für die Hirnverletzten zu erlangen, an dem Widerstand des Landesrats Gerlach gescheiert seien, doch hoffe er auf dem Wege über den Provinziallandtag, dieses Ziel zu erreichen. Die anwesenden Abgeordneten versprachen; sich in diesem Sinne einsetzen zu wollen. Abg. Eickmann(.) betonte, daß die Zentrumsfraktion des Landtages die berechtigten Wünsche der Hirnverletzten nach Kräften unterstützen werde. Obermedizinalrat Dr. Weber bestätigte im allgemeinen die Ausführungen des Redners und machte im übrigen darauf aufmerksam, daß das Reich in seiner Gesetzgebung den Gesamtbelangen der Kriegsbeschädigten in erster Linie Rechnung tragen müsse. Das Wetter von morgen Vielfach bewölkt, ohne wesentliche Niederschläge, strichweise aufheiternd, Temperaturen wenig verändert. Amtlicher Wasserstand vom 22. Januar 1929. .20 Base Konstanz Hüningen Kehl Marau Mannheim Schweinfur 10, 93 Würzburg 0,94 .10 .88 .50 .72 .50 .26 Lohr Frankfurt Kostheim Stp.-.26 Kostheim Up..70 Kostheim Ft.— Mainz 0,18 Bingen 1,86 Kaub.47 Prier 0,63 Koblenz.66 Köln.25 Düsseldort.79 Duisburg-.20 Ruhrort— Wesel—0,18 Emmerich.05 * Bei leichten und allerschwersten Nervenbeschwerden, Herzklopfen. Zittern. Schlatlosigkelt Nervenentzündung, zur Beruhigung und Stärkung des Zentralnervensystems u. der Rückenmarksnerven, d. Ueberempfindlichkeit, wie Reizbarkeit, Aengstlichkeit. Stottern. Hysterie, Phanlasien. Platzangst. Zwangsvorstellungen sind SparkuhlichTropten Nr. 2, Nerven- Emulsion von Wohltat und bester Wirkung. Preis.504 d. Fl. Pharmazeutisches Laboratorium Karl Sparkuhl, Hannover. Meine Tropten sind ärztlich empfohlen und in Köln in allen Apotheken zu haben, bestimmt Reiohsadler-Apoth. Saliefring 19 Dreikönigen-Apoth. Hansaring 76 Apotheke Zum goldenen Kopf Schildergasse 69—78. *— Seite 4 Nr. 40(Abend=Ausgabe) Kölner Lokal=Anzeiger Dienstag, 22. Januar 1929 Der Rothaushaltsplan der Stadt Köln 1929/30 Köln. 22. Januar 1925. Die Finanzminister des Reiches und der Länder haben es ebenso wenig leicht, ihren Haushaltsplan in eine den Abgeordneten genehme oder einigermaßen befriedigende Form zu bringen, wie die Finanzdezernenten der Gemeinden. Sie alle müssen Wünsche, denen die Berechtigung nicht abgesprochen werden kann, ja sogar notwendige Forderungen unberücksichtigt lassen. Wie die Kritik immer leichter war, als das Bessermachen, so sind auch Forderungen leichter zu stellen, als die dafür notwendigen Gelder aufzubringen. War es schon in den sogen.„guten“ Zeiten nicht leicht, die Verantwortung für eine gesunde Finanzwirtschaft zu tragen, um wie viel weniger jetzt. Das muß auch der Reichsfinanzminister Dr. Hilferding um so mehr fühlen, je weniger er in der Lage ist, den von seinen Parteifreunden früher so oft gemachten Versprechungen die Tat folgen zu lassen. Er hat darum, vermutlich im Bewußtsein seiner schwierigen, sicher nicht beneidenswerten Situation, vor den Vertretern der Presse über die Schwierigkeiten der Etatsausgleichung gesprochen, die in großen Kreisen der Wirtschaft sehr unterschätzt würden.(Es werden nicht nur die Kreise der Wirtschaft sein Dr. Hilferdings Freunde sind auch dabei!) Dr. Hilferding betonte in seinen Darlegungen, daß größerer Nachdruck auf sparsame Wirtschaft gelegt werden müsse. Der Kölner Finanzdezernent, Beigeordneter Suth. der die Pressevertreter auf gestern zu sich gebeten hatte, um den neuen Haushaltsplan zu erläutern, mahnte sogar zu„brutaler Sparsamkeit". Er, Herr Suth, soll denn auch bei den Vorarbeiten diesbezüglich mit gutem Beispiel vorangegangen sein und durch viele Forderungen seiner Kollegen einen Strich gemacht haben. Darunter sollen auch solche gewesen sein, deren Berechtigung auch Herr Suth anerkannt hat. Somit dürfte das von ihm bei dieser Gelegenheit geprägte Wort vom Nothaushaltsplan 1929/30 zutreffen. Uns dünkt aber, daß es nicht der erste Haushaltsplan dieser Art ist. Es liegt das eben in Verhältnissen, die zu ändern nun einmal niemand in der Lage ist, Verhältnisse, die auch in absehbarer Zeit nicht zu ändern sind. Darum ist die Forderung nach sparsamer Wirtschaft, die bei der vorjährigen Etatsberatung gerade von der Zentrumsfraktion mit Nachdruck erhoben wurde, auch für die Zukunft berechtigt und zu befolgen. Das ist um so dringlicher, als wir nicht wissen, welche Lasten die Reparationssachverständigen dem deutschen Volke aufbürden und die wirtschaftliche Entwicklung keineswegs Aussichten auf Besserung bietet. Die finanziellen Schwierigkeiten der Gemeinden im allgemeinen und der Großstädte im besonderen liegen nicht nur in dem unbefriedigenden Finanzausgleich, den ihnen gesetzlich aufgebürdeten Lasten und der Beschränkung der Steuerhoheit. Wir fürchten, daß z. B. das Wohlfahrtsamt das heute seiner schweren, aus der Not des Krieges und der Nachkriegszeit gewachsenen Aufgabe nur in etwa gerecht werden kann, noch auf lange Zeit hinaus den Zuschußetat aufs stärkste in Anspruch nehmen wird. Die Wohlfahrtspflege beansprucht dauernd den größten Anteil an Zuschüssen. So für 1929 von dem 106 286 900 Mark betragenden Zuschuß 48·028 200 Mark= 45,19 v. H. Das Wohlfahrtsamt benötigt davon 24223 200 Mark, fast das Doppelte des Jahres 1924 mit 13712360 Mark. Für 1925 waren 16 033 700 Mark in Ansatz gebracht, erforderlich waren aber 24 325 071 Mark. Wir gehen kaum fehl in der Annahme, daß das Wohlfahrtsamt auch für das laufende Haushaltsjahr mit einem nicht unerheblichen Minus abschließen wird. Hier eröffnen sich also wenig Aussichten, daß das Gebot der Sparsamkeit befolgt werden kann. Das trifft auch für manche andere Etatstitel zu. Dabei warten auf den verschiedensten Gebieten, die(eben auch durch Kriegs= und Nachkriegszeit) vernachlässigt werden mußten, große Aufgaben der Lösung. Erinnert sei nur an das Wohnungswesen, für das die Stadt bisher nicht weniger als 200 Millionen Mark aufgewandt hat. Dabei kann von einer Milderung der Wohnungsnot kaum die Rede sein, erfordert doch der zwischen—10 000 sich belaufende Zuwachs der Bevölkerung schon an sich rund 2000 Wohnungen, wenn man für vier Personen im Durchschnitt eine Wohnung annimmt. Hand in Hand geht damit der dringend notwendige Neubau von Schulen. Daß viele Schulen den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen und manches zu bessern wäre, wird niemand bestreiten. Dasselb kann auch von den Krankenanstalten gesagt werden. Mit dem Neubau des rechtsrheinischen Krankenhauses allein ist es nicht getan. In den alten Anstalten harrt manches der Besserung. Der Bau von Badeanstalten. insbesondere einer solchen für den Norden der Stadt und Köln=Mülheim wäre eine dringende Notwendigkeit. Auch der Bau einer Großmarkthalle drängt immer mehr zur Inangriffnahme, damit für die Beschicker des Marktes andere Verhältnisse geschaffen werden. Notwendig ist er auch, soweit der Verkehr am Heumarkt in Frage kommt. Mit der Inangriffnahme des Baues soll ja auch in diesem Jahre ernst gemacht werden. Die Regelung des Verkehrswesens wird auf die Dauer ohne Ableitung unter die Erde kaum vollständig zu lösen sein. Dem Finanzdezernenten wird man gewiß darin zustimmen müssen, daß die Aufbringung der Mittel für alle diese Zwecke durch Aufnahme von Anleihen höchst unvollkommen ist und nicht zu einem Dauerzustand werden kann. Ein anderer Weg wird aber einstweilen kaum gangbar sein, es sei denn, der Stadt Köln werden andere und bessere Einnahmequellen erschlossen als diejenigen, über die sie heute verfügt. Um so notwendiger ist es, daß dort gespart wird, wo gespart werden kann. Wir erinnern daran, daß bei der vorjährigen Etatsberatung beantragt wurde, für die städtischen Theater einen Betrag von nur 1,5 Millionen Mark einzusetzen. Der neue Haushaltsplan beansprucht jedoch statt 2168 500 Mk. im Jahre 1928, 2 185000 Mk. Eine Ersparnis ist also hier nicht eingetreten. Auch bei der Universität ist der Zuschuß von 2020 100 Mark auf 2150000 Mk. gestiegen. Bei den Museen werden statt 1090 400 Mk., 2 033 600 Mark, also fast das Doppelte, verlangt. Während in den vergangenen Jahren für Messezwecke 250000 Mk. beansprucht wurden, weist der neue Etat die Summe von 1680000 Mk. als Zuschuß auf. Darin stecken die Mittel für Verzinsung und Amortisierung der Bauten, die die Verwaltung in zehn Jahren abschreiben will. Die von mißgünstiger Seite seinerzeit verbreitete Mitteilung über ein gewaltiges Difizit der Pressa, das sei bei dieser Gelegenheit bemerkt, ist völlig unrichtig. Man fabelte von einem Verlust von 30 Millionen Mk. Damals ist die Stadtverwaltung diesen tendenziösen Meldungen in bestimmter Weise entgegengetreten. Die Ziffern des neuen Haushaltsplanes der Stadt Kösn sind Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung. Daß es sich bei den Meldungen der genannten Blätter um tolle Phantasiezahlen handelt, ging schon aus dem Umstande hervor, daß der ganze Etat der Pressa nur rund 7 bis 8 Millionen Mark betrug. Unter Einrechnung aller Einnahmen, Zuschüsse usw. konnte der Etat ohne nennenswerten Fehlbetrag ausgeglichen werden. Wenn vor einiger Zeit in einer hiesigen Zeitung die Behauptung aufgestellt wurde, daß die städtischen Häfen und Bahnen eine gute Einnahmequelle für den städtischen Säckel seien, so besagt der neue Haushaltsplan das Gegenteil. Das Jahr 1927 verlangte einen Zuschuß für die Häfen in Höhe von 438604 Mk., für das Jahr 1928 einen solchen von 2297000 Mk. Für das neue Etatsjahr ist sogar ein solcher von 2641100 Mk. erforderlich. Bekanntlich trägt sich der Bahndezernent mit dem Gedanken einer Aenderung der Tarife, da die letzte Tarifreform die notwendigen Einnahmen nicht gebracht hat. Eine nicht unerhebliche Belastung wird der Etat für 1930/31 dadurch erfahren, daß die Zinsen und die Amortisation sowie die mit dem Brückenbau Hand in Hand gehende Sanierung von Köln=Mülheim eingestellt werden müssen. Man berechnet die Ausgaben für den Brückenbau usw. auf rund 30 Millionen Mark. Der Neubau des rechtsrheinischen Kranrenhauses, mit dessen Inangriffnahme, wenigstens in seinem ersten Abschnitt, auch im Jahre 1930 gerechnet wird, wird in vollem Umfange sicherlich nicht unter 10—15 Millionen Mk. zu erstellen sein. Alles das mahnt in der Tat zu„brutaler“ Sparsamkeit dort, wo sie möglich ist. Ein unglaublicher Vorgang Ein 20jähriges Mädchen in den Rhein geworfen. Ein 23jähriger Kaufmann aus Nürnberg, der zuletzt in Düsseldorf in Stellung war, hat sich der Polizei mit der Selbstbezichtigung gestellt, er habe in der Nacht zum Sonntag, 20. Januar, zwischen 1 und 2 Uhr, ein junges Mädchen von der Hohenzollernbrücke in den Rhein geworfen. Er will das Mädchen gegen 10 Uhr abends in der Hohe Straße kennengelernt und mit ihm einen Spaziergang nach dem Pressagelände unternommen haben. Auf dem Rückwege, auf der Hohenzollernbrücke, will er dann festgestellt haben, daß ihm seine Uhr und seine Brieftasche fehlten. Bei der sich nun ergebenden Auseinandersetzung hat ihn angeblich der Jähzorn gepackt. Er will das Mädchen gewürgt und dann über das Geländer in den Rhein geworfen haben. Ob die Angaben auf Wahrheit beruhen, konnte bisher nicht festgestellt werden. Der Täter macht einen niedergeschlagenen, verstörten Eindruck. Es ist bisher noch kein Mädchen als vermißt gemeldet worden, das für den vorliegenden Fall in Frage kommen könnte. Es soll sich Lona genannt haben. Ihre Wohnung ist unbekannt. Es kann möglicherweise auch außerhalb Kölns gewohnt haben. Personen, die Angaben zur Sache machen können, oder ein Mädchen, wie nachstehend beschrieben, vermissen, werden gebeten, sich umgehend bei der Kriminaldirktion, Am Weidenbach 10, Zimmer 98, einzufinden. Das Mädchen wird wie folgt beschrieben: Schwächliche Person, etwa 25 Jahre alt, ungefähr 1,60 Meter groß, frisches, nicht gepudertes oder geschminktes Gesicht, große Augen, gute Zähne. Es trug einen dunkeln, melierten Filzhut, Topfform, vorn hochgebogen, an der linken Seite Verzierungen von demselben Stoff, die durch einen mattglänzenden Pfeil festgehalten wurden, einreihiger Mantel aus dunklem Flauschstoff mit hochgeschlossenem Kragen, abgesetzte Taschen und große mattglänzende Hornknöpfe, helle Strümpfe, leichte Halbschuhe mit Spange ohne Knopf. Das Kleid kann nicht beschrieben werden. Schmelings Ko.=Sieg Max Schmeling hat auch seinen zweiten Kampf in Dollaria glänzend bestanden. Sein Gegner Pietro Corri wurde schon nach 62 Sekunden ins Land der Träume geschickt. Schmeling hat mit diesem Blitzsieg bewiesen, daß er Sport=Deutschlands Hoffnungen erfüllte. Er mußte siegen, wollte er zu den Boxern der guten Klasse aufrücken. Daß er mit seinem Gegner so schnell Prozeß machte, läßt darauf schließen, daß er zurzeit in bester Kondition ist. Wiederverwendung nicht mehr erstreben, veranlaßt werden, sich freiwillig in den endgultigen Ruhestand versetzen zu lassen. Für Wartegeldempfänger, die wegen ihres Alters kaum noch verwendet werden können, ist der Uebertritt in den endgültigen Ruhestand vorgesehen, wenn sie von der Vergünstigung des freiwilligen Uebertritts keinen Gebrauch gemacht haben. * Verbilligte Nachmittagsvorstellung im Schauspielhaus. Für die Mitglieder der katholischen Arbeitervereine und christlichen Gewerkschaften findet am Mittwoch, den 23. d.., um.30 Uhr, eine Aufführung von„Peterchens Mondfahrt" statt. Karten zu bedeutend verbilligtem Preise sind noch auf dem Sekretariat Venloerwall 9, Zimmer 24 und 25, sowie bei den Organisationsleitern zu haben. * Hochschule für Musik. Am Mittwoch, 23. Januar, abends 18.15 Uhr, beginnt im Hörsaal der Rheinischen Musikschule, Mauritiussteinweg, ein Sonderkursus von Dr. Friedrich Stichtenoth mit dem Thema:„Der klassische Kontrapunkt, seine Wurzeln, sein Wesen, seine Wirkung". Der Sonderkursus behandelt unter Hinzuziehung von Lichtbildern, Schallplatten und einer Jazzkapelle die Stellung des Kontrapunktes in den Kulturen von der Gotik bis zur Moderne. Eintritt für Studierende der Hochschule und Rheinischen Musikschule frei, für sonstige Hörer 1 Mark für sämtliche Vorträge. Karten an der Abendkasse. * Der Spielabend im Kolpinghaus am vergangenen Sonntag brachte für die Spielschar des Kathol. Gesellenvereins einen großen Erfolg. Den vielfachen Wünschen entsprechend soll das Spiel am kommenden Mittwoch, 23. Januar, wiederholt werden. Es ist zu wünschen, daß die günstige Kritik und der Beifall aller Besucher vom vergangenen Sonntag der Spielschar wiederum ein vollbesetztes Haus bringt. Die Aufführung beginnt um 8 Uhr abends. Alles Nähere siehe besondere Anzeige. * Volksverein für das katholische Deutschland(Bezirk St. Peter, Köln). Mittwoch, 23. Januar, abends 8 Uhr, in der renovierten Bierbrauerei„Im Hirsch“ von Hugo Kronenberg(früher Hackstein), Cäcilienstraße 32, Vortrags= und Aussprache=Abend über„Warenhaus— Kleingewerbe— Katholische Aktion“. Hauptredner ist Landessekretär Dr. Wrede. Außer den Mitgliedern sämtlicher Vereine der Pfarre sind alle Interessenten freundlichst eingeladen.— Die angekündigte Besichtigung des Kölner Rundfunksenders am Sonntag, 27. d. M. muß um einige Wochen verschoben werden. .:-lang verordnen die Arzte BerGTIDDe mit großem Erfolg Helon-Tabletten Bestandt.: Phenac., Phenyldimenthylp., Acethyls. Coff. In jeder Apotheke erhältlich. Nach überstandener Grippe Dr. Zuckers BIOX-Sauerstoff-Bäder, bequem im Hause in je ler Badewanne zu nehmen gem GESAMTDECKUNGSBEDARF 4922 mmmmmmmm e Einkommen= und Körperschaftssteuer. Sonstige Steuerüberweisungen ohne Hauszinssteuer für den Wohnungsbau. Hauszinssteuer für den Wohnungsbau. Gewerbesteuer. Grundvermögenssteuer. Sonstige Steuern. Ueberschüsse der selbständigen Betriebe. Sonftiges. Allerlei vom Tage In Berg. Gladbach=Rommerscheid wurden verschiedene Kleidungsstücke(u. a. Rock, Hose und Schal) aufgefunden, außerdem der Verkaufszettel eines Kölner Warenhauses. Man nimmt an, daß der Eigentümer dort die Kleider gewechselt hat. Es stellt sich schließlich heraus, daß es sich um einen 14½jährigen Friseurlehrling aus Köln handelte, der seit einigen Tagen mit einem größeren Geldbetrag aus dem Elternhause verschwunden war. Bezeichnenderweise lag bei den Sachen auch die Logenkarte eines Kölner Kinotheaters. In dieser Sache erbittet die Polizeiverwaltung Berg.Gladbach Mitteilungen. Aenderung der Rechtsverhältnisse der Wartegeldempfänger B93 Berlin, 22. Jan. Der Reichsfinanzminister legt dem Reichstage den erbetenen Gesetzentwurf über die Wartegeldempfänger vor. Der Reichsrat hat diesem Entwurf, der verfassungsändernd ist, mit der vorgeschriebenen Stimmenzahl zugestimmt. In der Begründung wird u. a. darauf hingewiesen, es erscheine unerträglich, unbeschäftigten Wartegeldempfängern verhältnismäßig hohe Bezüge zu gewähren, und daneben voll zu bezahlende Kräfte in den Reichsdienst neu einzustellen. Durch Gewährung von Vergünstigungen sollen diejenigen, die nicht mehr voll dienstfähig sind oder eine Dienstag, 22. Januar 1929 Kölner Lokal=Anzeiger (Abend=Ausgabe) Nr. 40 Seite k IHR VERTRAUEN GEHÖRT UNS NOCH EINEWOEDE JNVENTUR! NOCH EINE WOCHE 8° BILLIGE PREISE! ROMMEN 31E 20UNS! Es kommen keine minderwertigen für den Ausverkauf besonders eingekaufte Waren zum Verkauf, sondern nur unsere bekannt guten Qualitäten! Bitte kommen Sie schnell, es lohnt sich! IIEVILLITIL PARISELLE gegenüber dem Bismarchdenkmal. Das große, maßgebende Spezialhaus für erstrlassige Herren- und Knaben-Kleidung. Lee Unerhörte Beleidigungen des rheinischen katholischen Klerus Nan einem Arbeiter geht uns folgendes Schreiben zu: In der vorletzten Nummer der„Menschheit", die vorgibt, nur dem„Frieden“ zu dienen, veröffentlicht ein„katholischer Schulmann“ einen Artikel, aus dem wir folgendes entnehmen: Für die Erhaltung des Ideenerbes Jesu Christi und des Evangeliums hat der Klerus längst nicht genug getan, Wahrheit, Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit von Staat und Wirt schaft vertreten lassen und ruhig zugesehen, wie Herr Cuno, der Mann des Ruhrkrieges, und Herr Hermes, der Mann des polnischen Gegensatzes,(zwei gute(!) Katholiken) in der Inflation das Volk beraubten. Ich bin im Herbst durch die Dörfer einer rein katholischen Gegend gekommen. Ueberall war der Haß der armen geschundenen Winzer und Bauern gegen den sorglosen und oft verständnis= und mitleidlosen Ortspfarrer groß, der mit einer Haushälterin in dem schönsten Hause des Dorfes wohnte und über 10 bis 20 Zimmer verfügte, außer seinem Gehalt noch alle Einzelamtshandlungen bezahlt bekam und daneben noch schöne Einkünfte aus Weinberg und Pfarrfeld bezog. Schützengrabenkrieger erinnern sich noch, wie die in der Etappe beim Divisionsstabe sich pflegenden Kriegsgötzendiener sie schlechtfertig segneten. Der dumpfe Haß gegen diese Art Christentun grollt heute mehr oder weniger in jedem Dorfe. Im Rheingau, das nur von Katholiken bewohnt wird, wurden bei der letzten Wahl 50 Prozent Christus hat mir den pfründern nichts zu tun.— Groß ist auch die Erbitterung über die Rücksichtslosigkeit, mit der die Kirchensteuer eingetrieben wird. Der Klerus ist bekanntlich kirchensteuerfrei, auch die geistlichen Studienräte an höheren Lehranstalten zahlen nichts.“.... Diese Probe aus dem Artikel der„Menschheit“ dürfte genügen. Eigenartig, diese Schreibweise eines„höheren" Jugendbildners! Von welchem Gesichtspunkte soll man das Machwerk beurteilen? Hat Neid oder Haß, oder Haß und Neid diesem„Katholiken“ die Feder geE geht nicht an, wie es so gutmütig oft geschieht, über die Angriffe des Verfassers mit der üblichen Bemerkung hinwegzusehen:„Tiefer hängen!“ Die Absicht zu verhetzen und zu verleumden, liegt offenbar vor und ich hoffe, daß eine berufenere Feder mit diesem „höheren“ Pädagogen noch abrechnen wird. Einstweilen möchte ich doch die Behauptungen des Verfassers, der sonderbarerweise noch auf seine„Katholizität“ Wert zu legen scheint, etwas analysieren; sollte diese Kritik an seinem Pamphlei ihm unangenehm sein, so dürfte er wohl wissen, daß, wie man im Walde schreit, so auch das Echo antwortet. Wenn ein Pfarrer hier und da das schönste Haus im Dorse bewohnt, so trägt er gewiß sehr selten Schuld daran. Die Gemeinde baut das Pfarrhaus und legt oft Wert darauf, ein schönes Pfarrhaus zu besitzen. Der Pfarrer muß die Wohnung beziehen, die ihm angewiesen wird, mag sie schön sein oder nicht, groß oder klein, und bei seinem Antritt ist es manchem Pfarrer recht peinlich, eine Wohnung zu erhalten, die über seine Ansprüche hinaus geht. Ich kenne einen Pfarrer, der sich erst vor kurzem gezwungen sah, die ihm von der Gemeinde erbaute„Villa“ zu beziehen, weil ihm das alte liebgewonnene Pfarrhaus abgenommen wurde. Die neue Wohnung war ihm zu schön. Von einem anderen weiß ich auch, der in einem Industrieort in eine wirklich düstere Wohnkaserne einziehen mußte, die er mit einer Menge anderer Menschen teilen muß; der Pfarrer ist krank geworden, schleicht durch die Straßen seiner Pfarre, wenn er frische Luft schnappen will. Kennt der„höhere“ Pädagoge die Pfarrhäuser der Eifel, wo so mancher Pfarrer gesundheitlich zugrunde ging in einer Behausung, in welchem der Herr„höhere“ Schulmann gewiß„nicht abgemalt“ hätte sein wollen. Und hat ein Pfarrer, dessen Amt und Bildungsgang doch wohl dem eines„höheren“ Schulmannes gleich ist, nicht auf eine ebengleiche Wohnung Anspruch, als letzterer? Nicht jeder Pfarrer ist ein Franziskus, und ich wünsche den Schulmännern nicht eine Rückkehr zu den Zeiten, da Schulmann gleichbedeutend mit Bettelmann war. Die Absicht des Verfassers ist offenbar: er will den rheinischen katholischen Klerus herabwürdigen. Das Volk soll auch glauben, daß während des Krieges die Pfarrer sorglos, mitleidlos gelebt haben. Während des Krieges war mancher Pfarrer froh, eine Brotmarke geschenkt zu erhalten, denn ihm war es nicht gestattet, Wege zu gehen, die... andere zu gehen sich nicht scheuten, dem hungernden Volke zum Trotz und zum Hohn! Auf dem Lande waren die Ernährungsverhältnisse für die Pfarrer auch nicht immer ideale. Mir war ein alter Pfarrer bekannt, der lächelnd ein Stück Pferdefleisch annahm, als wochenlang kein Fetzen Fleisch auf den Tisch gekommen war Und weiß der„katholische“ Schulmann nicht mehr, daß viele Landpfarrer, deren Versorgungsverhältnisse besser waren, stets bereit waren. unterernährte Kinder aus den Volksschulen bei sich aufzunehmen! Und da reden Sie von Mitleidlosigkeit! Wie mancher junge Kaplan damals gelebt hat und noch Wege fand, seine Kartoffeln mit armeren Leuten zu teilen, so hat der„höhere“ Schulmann vermutlich nicht gelebt! Es ist bezeichnend: nicht zum ersten Male greift dieser„höhere“ Schulmann den katholischen Klerus unter dem Mantel der Anonymität in nichtswürdiger Weise an. Das achte Gebot scheint für diesen„Katholiken“ nicht zu existieren!. 2. Die katholische Kirche in Bolivien Gelegentlich des politischen Zwischenfalls in Paraguay und Bolivien gibt das„Universe ein Bild der katholischen Kirche in Bolivien, das außerordentlich günstig erscheint. Alle größeren Städte besitzen große und wohlausgestattete Kirchen und Klöster, das katholische Vereinsleben blüht und die Exerzitienbewegung wächst ständig. Ein bemerkenswerter Zug ist die starke Beteiligung an der Kommunion. Als im vorigen Jahre die Diözese Cochabamba dem Herz=Jesu geweiht wurde, trat wenigstens die halbe Bevölkerung der Stadt, d. h. gegen 15 000 Menschen, an den Tisch des Herrn, obwohl es ein Montag war. Die Universität von Sucre, die im Jahre 1624 von den Jesuiten gegründet wurde, hat einen Lehrstuhl für Theologie beibehalten, auch nachdem sie in staatliche Verwaltung überging. Die Jesuiten und Salesianer leiten große Gymnasien, die Franziskaner einige ausgezeichnete Elementarschulen, wo eine erstklassige Ausbildung unentgeltlich erteilt wird. Der berühmte Altar Unserer Lieben Frau von Copacabana ist einer der besuchtesten in Latein=Amerika. Das Gesetz erkennt Wiederverheiratung Geschiedener nicht an, und alle Konflikte„zwischen Ehegatten können nur durch das geistliche Gericht entschieden werden. Die Beziehungen zwischen Kirche und Staat sind die denkbar freundlichsten. Von Bolivia, so meint„The Universe“, könnte manch ein europäischer Staat viel lernen. Ein interessanter Wesenszug im religiösen Leben dieses Landes ist das indianische Element, das fast ganz katholisch ist. Hier steht die katholische Kirche dem schwierigen Problem gegenüber, drei Millionen Gläubige zu versorgen, die über ein Gebiet, das dreimal so groß ist wie Frankreich, verstreut sind. Infolge des Priestermangels und der ungeheuren Verkehrsschwierigkeiten sind viele Ortschaften auf die gelegentlichen Besuche eines Priesters angewiesen, der sich—2 Wochen an jedem Ort aufzuhalten pflegt, um die hl. Sakramente auszuteilen und die gläubigen Indianer in den Glaubenslehren zu unterrichten. Trotz dieser Mißstände bewahren sie ihrer Kirche eine rührende Treue. Es ist keine Seltenheit, daß eine Indianermutter sich ihr neu geborenes Kind auf den Rücken bindet und einen Marsch von vielleicht hundert Meilen unternimmt, um das Kind von dem nächsten Priester taufen zu lassen. In Abwesenheit des Priesters pflegen die Gläubigen sich Sonntags oder Festtags zu öffentlichem Gebet in den Kirchen zu versammeln, unter der Leitung der führenden Männer des Dorfes. Diese weltentlegenen Ansiedlungen besitzen oft schöne und massiv gebaute Kirchen aus der Kolonialzeit, die nun von den Indianern mit enendlicher Sorgfalt und Liebe instand gehalten werden. Kölner Kunstausstellungen Im Kölnischen Kunstverein, und zwar in den Räumen des Werkverbandes bildender Künstler, Ortsgruppe Köln, ist z. Zt. eine Kollektiv=Ausstellung des aus Aachen stammenden, jetzt in Köln lebenden Malers C. C. Hartig. Es sind vorwiegend Landschaften aus Italien und einige Stilleben. Man findet hier einen Maler, der zwar noch nicht restlos zu seiner eigenen Form durchgestoßen ist, dessen Bilder aber schon heute einen Künstler verraten, der den Durchschnitt weit überragt und dessen Bilder man sich ruhig nach dem Besuch der Ausstellung moderner Kunst aus Kölner Privatbesitz(im großen Saal) einmal ansehen sollte. Vor allem sind es die Landschaften aus Taormina und Amalfi, die besondere Beachtung verdienen. Bei aller objektiven Gegenständlichkeit der Darstellung ist in diesen Landschaftsausschnitten doch eine geheimnisvolle, fabeltiefe Welt mit eingefangen und so glatt und emailhaft die Farbgebung auch sein mag, ergibt doch der Zusammenklang der Farben eine magisch=bezwingende optische Melodie, die — immer mit anderem Vorzeichen— jedem Bild sein ganz besonderes Leben verleiht. Hartig bevorzugt die dunklen, satten Farvtone und daneben die starken Kontraste der Dunkelund Helligkeitswerte. Auch liebt er eine klare, bestimmte Linien= und Maßenführung, scharfe Konturen und einen geschlossenen, organischen Aufbau. Vor allem eigenwertig scheint mir das Bild„Bergebei Taormina“. in dem. abgesehen von der schönen Tiefenführung und der Raumgliederung in Vorder=, Mittel= und Hinterarund das bef odere Landschaftserlebnis des Malers reinste und ausgewogenste Gestalt gefunden hat. Im Hintergrund des Bildes breiten sich in langer Kette die Höhenkuppen eines Gebirges wie die scharf auseinandertretenden Glieder eines gefestigten, massiven Erdleibes aus und der blaue Himmel schwingt sich darüber hin in die unendliche Weite. Die im Vordergrund aufwuchtenden Bäume sind als einzige aufrauschende Masse begriffen und die Farbgebung mutet daher auf den ersten Blick, weil sie ganz von Licht durchtränkt scheint, verwaschen an.“ In dem Bilde„Mädchen in einer Landschaft“ gewinnt die Malweise Hartigs einen klassizistischen Zug, und zwar nicht nur durch die straffe und konzentrierte Komposition, sondern vor allem durch die Ausgeglichenheit der malerischen und linearen Form, durch die Harmonie aller Einzelheiten. Man könnte dieses Bild neben den besten Stücken der im Mittwoch, 23. Januar 1929. 10.15—11.10 Sendungen für Versuche und Industrie 10 30—10.40 Erste Tagesnachrichten, Amtliche Wasserandsmeldlungen. 11.15-—1155 Positalicher Schu funk für die Oberstufe höherer Lehranstalten. Leitgedanke: Der Gegensatz von Sviegel zweier Sinfoniesätze. 12.10 Mechanische Musik. 12.50 Erster Wetterbericht. 12.55 Zweite Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten., 1305- 1430 Mitagskonzert. 14.30 Ratschläge fürs Haus. 15—15.30 Vordemberge: Kinderspielstunde. 15.30 Wirtschaftsberichte. 15.40—16 Frauenstunde. Stadtfürsorgerin Elsbeth Theisen: Die Körperpflege des Säuglings. 16—10.20 Landwirtschaftsfunk. Dir. Dr. Kratz: Gewinnbringender Frühkartoffelbau. 16.20—16.55 Uebertragung des Jugendkonzertes aus dem Planetarium der Stadt Düsseldorf. 17—17.45 Funkpädegogische Arbeitsgemeinschaft für Volksschulen: Wie wir in der wenig gegliederten Schule polyphonen Gesang pflegen. 17.45—18.30 Vesperkonzert der ler aus dem Hotel zur Post, Elberfeld. 18.30—18.50 Dr. E. Fischer: Die Neuregelung der KurzarbeiterUnterstützung. 18.50 Vom Tage. Anschließend: Wirtschaftsmeldungen, zweiter Wetterbericht und Sportvorbericht. 19.15—19.40 Oberreg.=Rat Dr Deutschlands Außenhandel mit Osteuropa. Aus Theorie und Praxis der Wirtschaft, Priv.=Doz. Dr. Alfred Müller: Geld und Kredit. 20 Uhr Orchesterkonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. Anschließend: Letzte Meldungen. Sportbericht. Anschließend: Funkwerbung. Anschließend bis 24 Uhr: Nachtmusik und Tanz. RABIO Schürmann& Co., Ehrenstr. 19 großen Saal ausgestellten Zeugnisse moderner Kunst zeigen. Es ist ihnen an Qualität und Bedeutung absolut ebenbürtig. Es ist im Rahmen dieser kurzen Besprechung unmöglich, auf alle ausgestellten Arbeiten dieses Malers einzeln einzugehen; es sei nur noch mit Nachdruck auch auf die Landschaften, Villen in Taormina, Gasse in Amalfi, Gespräch am Aetna. Taormina mit Aetna und Palermo hingewiesen. Was von den beiden eingehend besprochenen Bildern Hartigs gesagt wurde, gilt auch von diesen Arbeiten mit mehr oder weniger großer Gültigkeit. Hoffentlich wird dem Maler einmal die Würdigung zuteil, die er eigentlich schon längst verdiente.—— Mitteilungen * Die Gesellschaft für Erdkunde und die Deutsche Kolonial=Gesellschaft halten Freitag, 25. Januar, um 20 Uhr, in der Universität einen Vortragsabend, in dem Geheimrat Professor Philippson aus Bonn über„Das neue Griechenland“ spricht, das er im vorigen Frühjahr, gerade zur Zeit der Erdbeben, bereist hat und das er schon aus früheren Jahren gründlich kannte, so daß er besser wie irgend ein anderer Gelehrter den Vergleich des heutigen mit dem früheren Griechenland ziehen kann. * Der Kunstfreund veranstaltet Donnerstag, 24. Januar, 20 Uhr, im Vortragssaal des WallrafRichartz=Museums einen Lichtbildervortrag von Dr. Lempertz über„Bau= und Kunstfragen auf dem Lande". Auch Nichtmitglieder haben Zutritt. Hauptschriftleiter Joh. Rings. Verantwortlich für Politik, Volkswirtschaft und Film: P. Saupe; für Kulturelles. Feuilleton, Wissenschaft und Kunst: Dr. H. Stephan; für Kirchliches und Kommunalpolitik: Joh. Rings: für Stadtkölnisches und Verkehr: Joh Schmiot: für Sport: J. Zundorf: für die Landkreise. Westdeutsches. Landwirtschaft u Gartenbau: Peter Christ: für Soziales: Dr Hans Koch: für den Anzeigenteil: Bonifaz Gutberlet. Verlag und Druck: Kölner Görres=Haus G. m. b. H. Alle in Köln. Versucken die noch heute unsere Leine, wohlschmeckende Flaschenmilch Sanitäts-Molkerei Dr. med. Wester& Co. AOR Seite 6 Nr. 40(Abend=Ausgabe) Kölner Lokal=Anzeiger ee Jean paul als Werbe=Texter TF Von 1803 bis zu seinem Tode im Jahre 1825, während seines letzten Aufenthaltes in Bayreuth, suchte Jean Paul gerne und häufig die„Rollwenzelei“ auf, einen kleinen Gasthof, der an der Landstraße von Bayreuth zur Eremitage liegt Besitzerin der Rollwenzelei war die Rollwenzelin, mit der der Dichter nach und nach in freundschaftlichen Verkehr trat. In den alten Erinnerungen des Gasthauses fand sich vor einiger Zeit, wie eine Bergische Zeitung zu berichten weiß, eine alte Ausgabe des„Bayreuther Intelligenzblattes für den Mein=Kreis", die eine hochinteressante Anzeige enthält. Eine Besuchseinladung, die ganz zweifellos und deutlich den suggestiven Einfluß von Stil und Setzweise Jean Pauls auf diese einfache Frau erkennen läßt. Sie zeigt aber nicht nur Philologen und Psychologen, sondern auch Werbern und Gastwirten wie anders, wie viel werbekräftiger man damals Gäste zum Feste zu werben wußte. „Unmöglich kann ich den lächelnden Blütenmond verschwinden lassen, ohne ein Vergißmeinnicht aus dem beglückenden Garten meiner Gönner und Freunde zu pflücken. — Dienstag, 22. Januar 1929 Bahnverkehrstockungen durch Schneeverwehungen. Unser Bild zeigt die Bahnstrecke von Bergen nach Sagard auf der Insel Rügen, die vom Schnee völlig zugedeckt wurde, und die nun durch eine Kolonne von Bahnarbeitern wieder freigeschaufelt wird. Gestützt darauf habe ich den künftigen Sonntag, den letzten Tag im Mai, zur Einweihung meines neuen Saales am ehemaligen Chaussee=Häuschen mittels eines Maitänzchens bestimmt. Küche und Keller sind geschmackvoll illuminiert anzutreffen. Zu schwach, die Schönheiten der Natur zu beschreiben, lade ich die Städter aufs Land zur eigenen Ueberzeugung bösticht en. Hollwenzgelin“ Küche und Keller illuminiert man ja heute wohl nicht mehr. Aber ist sonst die Anzeige nicht ansprechend, wünscheauslösend, viel mehr als die, die wir heute in allen Blättern finden? Einer der volkstümlichsten deutschen Maler, Moritz von Schwind, dessen Popularität nicht auf gewollte Weise erreicht wurde, sondern weil er wirklich im guten Sinne für das Volk zu malen und zu zeichnen verstand und das Volk in seinen Bildern und Motiven sich selber wiedererkannte, ist vor 125 Jahren— am 21. Jan. 1804— in Wien geboren worden. Dem Kreise um Schubert angehörend — aus jener ersten Zeit stammt eine Reihe von Zeichnungen des Freundeszirkels— ist Schwind der Maler und Verklärer des deutschen Märchens, der berufenste Schilderer des deutschen Mittelalters und seines Sagenkreises geworden. Seine liebenswürdigen, von warmem Humor getränkten Bilder, die jedoch immer eine eigene Note aufweisen und deren jedes das unsichtbare Zeichen der Schwindschen Originalität trägt, sind in allen deutschen Häusern bekannt, vor allem die zyklischen Illustrationen zu den deutschen Märchen„Aschenbrödel",„Die schöne Melusine“ usw., dann die dekorativen Entwürfe für das Wiener Opernhaus und die Wartburg. Moritz von Schwind starb am 8. Februar 1871 als Professor an der Akademie in München. Das Deutsche Ausland=Institut im Jahre 1928 Rechtzeitig zum 10. Januar 1929, seinem 13. Geburtstag, hat das Deutsche Ausland=Institut Stuttgart seinen Bericht über die Tätigkeit im Jahre 1928 herausgebracht, der wiederum in seiner knappen Zusammendrängung ein eindrucksvolles Bild von der gewaltigen Aufklärungs= und Auskunfts=Arbeit, von der Vermehrung des Sammelmaterials und von erfolgreicher Tätigkeit gibt. Die Bücherei ist um gegen 4500 Bände vermehrt worden und zählt jetzt rund 32.000 Bände Obgleich die Bibliothek eine sogenannte Präsenz=Bibliothet ist, waren gegen 2000 Bände, zumeist Werke, die kaum anderswo vorhanden sind, im Leihverkehr der deutschen Büchereien an wissenschaftliche Bearbeiter ausgeliehen. Nicht weniger als 12 245 Bände sind innerhalb der Bücherei selbst benutzt und studiert worden. Durch Stiftungen, Schenkungen und Ankäufe ist wertvolle ältere Literatur, namentlich über das Deutschtum in den Vereinigten Staaten von Amerika, im Baltikum, in Siebenbürgen und in Sowjetrußland gewonnen worden. Wiederum wurden gegen 300 größere bibliographische Auskünfte erteilt Die große, in Bearbeitung befindliche wissenschaftliche Gesamtbibliographie der Auslanddeutschtumsliteratur umfaßt nun rund 22000 Titel von Büchern und Zeitschriftenaufsätzen und nähert sich ihrer Vollendung. Ein Auswahlhandbuch daraus soll bald in Lieferungen sein Erscheinen beginnen. Der Anzeiger„Neue Bücher“, der das Auslanddeutschtum mit den wichtigsten Neuerscheinungen der deutschen Literatur bekannt machen will, ist abermals in 12 Monatsausgaben erschienen und wird bei einer Auflage von 28000 Exemplaren seiner Aufgabe in steigendem Maße gerecht Deutsche Schulen, Vereine. Klubs, aber auch Buchhändler und Einzelpersonen im Auslande können sich hier auf dem laufenden halten über das, was an wichtigsten und einem breiteren Leserkreis verständlichen Werken über Kunst, Literatur, Heimatkunde. Musik und Theater. Landwirtschaft und Sozialpolitik, Technik und Sport, Jugendpflege oder auch über Biographien und Denkwürdigkeiten in Deutschland neu erscheint. Aus der Dichterspende des Instituts sind wiederum rund 6000 Bücher an Washington war nicht der erste amerikanische präsident Die Frage, wer der erste amerikanische dent gewesen sei, mag zunächst etwas sonderbar klingen, denn jedes Schulkind wird sofort mit dem Namen George Washingtons, des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, antworten. Nun ist aber dem amerikanischen Senat seitens des Redakteurs der Zeitschrift„Ehe Financial Digest". Mr. Smith, der Vorschlag unterbreitet worden, einen gewissen John Hanson als ersten Präsidenten der USA., anzuerkennen. Redakteur Smith scheint, amtlichen Urkunden zufolge, auch recht zu haben, denn Hanson war im Jahre 1781 nach der ursprünglichen Verfassung gewählt, während George Washington erst nach der„neuen Verfassung des Jahres 1789“ die Präsidententschaft antreten konnte. Redakteur Smith stellt weiter fest, daß unter der Präsidentenschaft Hansons die erste Bank der USA. gegründet wurde. Außerdem richtete Hanson im neuen Staatswesen den Postdienst ein. John Hanson war schwedischer Abstammung; er ist am 3. April 1715 in Maryland geboren, wohin seine Vorfahren im Jahre 1655 eingewandert waren. Sein Vater war Kapitän und gehörte zu den angesehensten Mitgliedern der schwedischen Kolonie in Maryland. John Hanson war Mitglied der gesetzgebenden Versammlun seiner Vaterstadt. Es bleibt abzuwarten, ob der amerikanische Senat John Hanson als ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten anerkennen wird. Amerikas aussichtsloser Kampf mit der Grippe Der Sanitätsdienst der Vereinigten Staaten hatte dieser Tage eine Versammlung von führenden Aerzten, Biologen und Chemikern nach Washington einberufen, um über die Möglichkeiten zu beraten, die Verbreitungszone der Grippe einzuschränken und die Gefährlichkeit des Auftretens zu vermindern. Welche gefährlichen Dimensionen die Krankheit angenommen hat, ergibt sich zur Genüge aus der Tatsache, daß in der vergangenen Woche 196000 Grippefälle zur amtlichen Anzeige gelangten, eine Ziffer, die nur um 54000 hinter der Höchstziffer zurückbleibt, die seit dem ersten Auftreten der Epidemie am 10. November überhaupt verzeichnet wurde. Dabei muß man berücksichtigen, daß unter sechs Fällen kaum ein Fall zur amtlichen Anzeige kommt. Der Generaldirektor Cumming, der an der Spitze des Gesundheitsweiens der Vereinigten Staaten steht, war selbst an der Leitung der Versammlung verhindert, da er an Grippe erkrankt ist. An seiner Stelle leitete Simon Flexner, der führende Biologe dei Vereinigten Staaten, die Versammlung, die völlig ergebnislos verlief. Bei der Aussprache wurde allgemein festgestellt, daß man zurzeit kein Vorbeugungsmittel kenne, das sich als geeignet erwiesen hätte, den Ausbruch der Seuche zu vertindern. Der neue„Zar von Rußland“ Der oberste. Rat der russischen Monarchisten in Paris proklamierte in einer Geheimsitzung, die kürzlich unter strengstem Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, den Prinzen Nikita. Sohn des Großfürsten Alexander, zum legitimen„Herrscher aller Reußen“. Ueber die Ansprüche von mehr als einem halben Dutzend russischer Großfürsten, die sich als Prätendenten auf den Zarenthron gemeldet hatten, ist die Versammlung zur Tagesordnung übergegangen. Der zweiundzwanzigjährige Großfürst Nikita befindet sich zurzeit auf einer Reise durch die Vereinigten Staaten, wo auch sein Vater, der Großfürst Alexander, wohnt Der neue„Kaiser“ ist in Oxford erzogen und verheiratet. Wie mitgeteilt wird. arbeitet er als Angestellter täglich acht Stunden in einem Bureau.(Bravo!) Der oberste Rat der russischen Monarchisten wählte gerade ihn, weil er„Haltung und Eigenschaften besitzt, die für einen Herrscher unbedingt erforderlich sind.“ Die Mutter des Großfürsten Nikiru, di. broßfürstin Tenia, war die älteste Schwester des ermordeten Zaren. Toiletten in Flugzeugen In der Presse sind Beschwerden aus der Bevölkerung laut geworden über Belästigungen durch menschliche Abgänge, die aus Verkehrsflugzeugen während der Fahrt verstreut wurden. Nach einer Mitteilung des Reichsverkehrsministeriums haben aber sämtliche Flugzeuge der Deutschen Lufthansa AG., soweit sie überhaupt Toiletten führen, solche mit auswechselbaren Behältern. Dasselbe gilt von den sonstigen Luftfahrzeugen, die in Deutschland zugelassen sind. Auch sehen die Ausführungsbestimmungen zum Luftverkehrsgesetz eine entsprechende Regelung vor. Dagegen waren im Sommer v. J. noch einige Flugzeuge ausländischer Gesellschaften nicht durchweg mit derartigen Toiletten ausgerüstet. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist jedoch schon vor längerer Zeit darauf hingewirkt worden, daß auch die ausländischen Flugzeuge den deutschen Vorschriften zukünftig in diesem Punkte entsprechen. R R Ein alter Düppelkämpfer— 90 Jahre alt. Einer der wenigen überlebenden DüppelKämpfer, der Privatmann Wilhelm Küster, der in Eilenburg und Torgau bei seinen Kindern wohnt, feiert am 25. Januar seinen neunzigsten Geburtstag in voller geistiger und körperlicher Frische. Küster war 1859 beim Garde=FranzRegiment eingetreten und kam bei der Gründung, des 4. Garde=Grenadier=Regiments Augusta" nach Koblenz. Den Krieg gegen Dänemark machte er beim 4. Garde=Regiment „Alexander“ mit und lag vor den Düppeler Shanzen, bis die preußische Garde nach Jütland beordert wurde. Küster hat auch an den Kriegen 1866 und 1870/71 teilgenommen. 0 gs mit menthol gegen Husten. Helserkelt bedürftige Stellen im Ausland versandt worden. Im Archiv des Instituts gehen regelmäßig ein und werden von Lektoren gelesen und verwertet: 53 inlanddeutsche, 314 auslanddeutsche und 23 fremdsprachige Zeitungen und 414 inlanddeutsche, 469 auslanddeutsche und 56 fremdsprachige Zeitschriften. Das sind zusammen also 1329 Periodica gegen 1200 am Ende des Jahres 1927, für Forschung und Lehre, Geschichte und Gegenwart des Auslanddeutschtums ein wahrhaft einzigartiges Material. Die Kartei von für das Auslanddeutschtum wichtigen Zeitungsausschnitten ist durch über 6500 neue Zugänge jetzt auf gegen 70000 Ausschnitte angewachsen, über 29 500(+ 1300 gegen das Vorjahr) deutsche Vereine, Klubs, Schulen und Gesellschaften im Ausland oder Organisationen im Inland die sich mit Deutschtumsfragen befassen, sind jetzt karteimäßig festgehalten, über 18 600 Satzungen, Programme oder sonstige Lebensäußerungen solcher Organisationen sind gesammelt(+ 1800 gegen das Vorjohr!), 10 500 Personen haben im Lesesaal des Instituts sich an den rund 500 dort ausliegenden Zeitungen und Zeitschriften täglich Belehrung holen können. Die Karten= und Bild=Abteilung besitzt jetzt über 27•300 Bilder zur Auslandkunde und vom Auslanddeutschtum(+ 2650 gegen das Vorjahr), über 3600 neue Diapositive sind angefertigt worden, so daß das Institut jetzt über die stattliche Anzahl von 20 500 Diapositiven verfügt. Hört man, daß über 38000 Diapositive zu Vortragszwecken unentgeltlich und gemeinnützig— wie sich ja die gesamte Arbeit des Instituts abspielt!— verliehen waren, also Material für rund 750 aufklärende Lichtbildvorträge boten, so erkennt man den Wert dieser immer durch neue Zugänge auf größtmöglicher Höhe gehaltenen Sammlung. Die Kartensammlung ist jetzt auf gegen 8 200 Karten gestiegen, von denen über 1200 entliehen waren, die Klischeesammlung umfaßt über 1700 Stück. Dienen diese drei Abteilungen wissenschaftlicher Sammlung und Stoffvorbereitung, so haben sie doch durch unmittelbare Verwertung ihrer Arbeiten für die Auskunftspraxis ihre hohe Bedeutung auch für den Alltag: wiederum sind weit über 30000 Auskünfte mündlich und schriftlich und vollkommen unentgeltlich gegeben worden! 7900 von der Auswandererberatung, 21000 von der eng mit ihr verbundenen Auskunft= und Vermittlungsstelle, 700 von der Karten= und Bildabteilung, 300 von der Bücherei, 600 von der Rechtsabteilung und dazu eine große Zahl brieflicher oder mündlicher, auch fernmündlicher Auskünfte verschiedenster Art durch die anderen Abteilungen. Das ist ja der Stolz des Instituts, daß es wohl auch für die Wissenschaft heute und vor allem in die Zukunft arbeitet, daß es aber seine kostbarsten Schätze sofort der Allgemeinheit nutzbar macht und allen Bevölkerungsschichten treu dient. Kraftvoll hat sich wiederum auch das Schrifttum des Instituts entwickelt. Die wöchentliche„Pressekorrespondenz“ geht an 4000 deutsche Zeitungen und Zeitschriften des Inlands und Auslunds unentgeltlich und wird von Zeitungen aller Parteirichtungen erfreulich stark abgedruckt, der„Auslanddeutsche“ ist als größte und beste Halbmonatsschrift seines Fachgebiets mit 800 Seiten, 12 Bildbeilagen und 12 Beilagen der„Neuen Bücher“ herausgekommen und hat wiederum eine stattliche Zahl von Sondernummern besonderen Gebieten des Auslanddeutschtums gewidmet. In der kulturhistorischen Reihe der Institutsschriften sind in dem dem Institut nahestehenden Verlag„Ausland und Heimat“ jetzt 22 Bände, in der rechts= und staatswissenschaftlichen Reihe 2 Bände, in der Reihe„Dokumente und Quellen des Auslanddeutschtums“, 2 Bände und in der neuen Reihe „Biographien und Denkwürdigkeiten“ 2 Bände erschienen. Drei weitere Bände sind in Vorbereitung, davon 2 in einer fünften. Wirtschaftsfragen gewidmeten Reihe. Mit jetzt 28, in Kürze 31 Bänden ist das die stattlichste Reihe der Auslanddeutschtumsschriften, die jetzt herausgekommen ist und weiterhin erscheint! Wiederum hat der Bildabreißkalender des Instituts für das Jahr 1929 einen glänzenden Erfolg aufzuweisen: statt der 15000 Stück der vorigen Auflage sind diesmal bis Jahresende bereits über 22000 Stück fest verkauft! Einen mächtigen Aufschwung hat die Museums=und Ausstellungstätigkeit des Instituts genommen: Die Bestände in Stuttgart selbst sind erneuert und vermehrt worden, auf der„Pressa“ in Köln ist eine vielbeachtete Schau des deutschen Schrifttums im Ausland, der Zeitungen und Zeitschriften, vom Institut gezeigt worden. Noch kurz vor Jahresschluß ist in Stuttgart die Danzig=Ausstellung eröffnet worden, die jetzt nach München übergesiedelt ist, danach im Jahre 1929 in vielen Großstädten des Reiches als dritte Wanderausstellung des Instituts gezeigt werden soll. und die mit ihren prächtigen Beständen an Modellen, Bildern, Kunstschätzen und wirtschaftswie kulturstatistischen Uebersichten bei Publikum und Presse starken Beifall fand. Auch in Vorträgen ist wertvolle Aufklärung geleistet worden. 20 öffentliche Vorträge und 7 vor geladenen Gästen wurden im Institut selbst gehalten. In 63 Vorträgen sprachen Institutsmitarbeiter in fremden Vereinen und Gesellschaften. Wie in den Vorjahren, wurden nomentlich zahlreiche Vortragsveranstaltungen an den deutschen Rundfunksendern auf Veranlassung des Instituts dargeboten. Nicht weniger als 80000 Postkarten und Briefe— ungezählt die vielen, vielen Tausende von Drucksachen, Zeitungen, Paketen und Massensendungen— sind im Institut aus= und eingelaufen. Nicht weniger als gegen 29.000 Mark mußten für Vorto verausgabt werden! Das sind nur wenige Zahlen und knappe Mitteilungen aus reicher und fruchtbarer Jahrestätigkeit. Wiener Sängerfest und Kölner Turnfest haben Dutzende von Vereinen und viele Tausende von Auslanddeutschen als Besucher nach Stuttgart geführt. Wiederum waren auch zahlreiche Angehörige fremden Volkstums Gäste im Hause des Deutschtums. Und wenn man jetzt in der Tschechoslowakei und in Ungarn neue Volkstumsinstitute für die Volksgenossen im Ausland einrichtet, und wenn das Deutsche Auslandinstitut ihnen als Muster dient, so ist das die schönste Rechtfertigung seiner friedlichen, gegen kein fremdes Volkstum gerichteten, sondern nur dem Wohl des eigenen Volkstums und dadurch der Wohlfahrt aller Völker gewidmeten Arbeit. Mit dem Dank an alle Mitarbeiter und Freunde verbindet das Deutsche AuslandInstitut die herzliche Bitte um Hilfe und Unterstützung auch im neuen Jahre. Die rein auf das Volkstum abgestellte, sich von jeder Parteipolikik und Politik überhaupt fernhaltende Arbeit ist so recht eine Angelegenheit aller Volksgenossen ohne Unterschied der Parteien und des Bekenntnisss. Helfe jeder zu seinem Teil! Lese jeder die Institutszeitschrift, werde jeder tätiger Mitarbeitr, bringe jeder neue Freunde, neue Mitstreiter am hohen heiligen geistigen Kampf für das deutsche Volk. Es geht um des ganzen Volkstums Wohl und Zukunft!! #X STILLEN STUNDE Köln, 22. Januar 1929 Nr. 40 Beilage zum Kölner Lokal-Anzeiger Verschneites Dorf Von H. Kaminski. Kein Pfad von lauten Wegen biegt, wo tief im Schnee ein Dörflein liegt. — Kaum steht ein Ritz der Türen offen Was wohl die Menschen denken— hoffen sie reden wohl von frührer Zeit! — Einsamen Flugs ein Vogel schreit, hier hat er doch ein Nest besessen und hat die Stätte ganz vergessen zieht schweren Fluges jäh nach Morgen.— — Am Wald ein Hassel macht sich Sorgen ob sich der Lenz auch herverirrt und er in Golde blühen wird? — Die Wolken schütten Schnee in Massen, kein Fuß geht durch die weißen Gassen, kein Laut reicht her— kein Laut geht fort. — Die Welt vergas den stillen Ort weiß nichts von seiner Freud und Plage, — nur Gott besucht ihn alle Tage! Katzi Novelle von Kurt Münzer. Als nach drei Söhnen das ersehnte Töchterchen geboren wurde, erhielt es zwar nach den beiden Großmüttern die stolzen Namen Hermine Adelgunde. aber gerufen wurde es von Anfang an nur„Katzi“. Und das kam daher, daß im Hause eine schöne lichtgelbe Katze lebte, deren leuchtend seidiges Fell sich in nichts von des kleinen Mädchens glänzendem Blondhaar unterschied. Wenn beide auf dem Sofa lagen, floß das zarte Gold wie eins ineinander über, und zudem hatte das Menschenkind auch die lautlose Anmut und federnde Leichtigkeit der Katze, die— neckisch und komisch— Mausi hieß. Mausi hatte nie eine Maus gefangen, denn immer war sie übersatt. Es traute sich überhaupt kein Mäuschen in das schöne helle luftige Haus des Fabrikdirektors, in dem die blonde Katze selbstherrlich und großartig regierte. Ihr zuliebe gab es kein anderes Tier im Haus, Hof und Garten. und Garten. Es entstand nun eine große Liebe zwischen Katzi und Mausi. Mausi, sonst allen Zärtlichkeiten abhold, ein zurückhaltendes, kühles, gelassenes Geschöpf, war der kleinen Katzi liebevoll ergeben, lief ihr in Hündchensweise nach schlief ihr zu Füßen in dem weißen Gitterbett und betrachtete sie oft mit unverständlich eindringlichem und mystisch glühendem Blick. Als Katzi ins sechste Jahr ging und von der Schule schon die Rede war und die Brüder anfinden, bei ihren Spielen mit ihr zu rechnen, hatte Mausi das zwölfte Lebensjahr vollendet. Sie war schwer und fett geworden, war oft schon zu müde, sich zu putzen, sie konnte viele Stunden unterm Tisch sitzen und geheimnisvoll in eine Ferne blicken, in die niemand ihr zu folgen vermochte. Eines Morgens lag die blonde Katze tot zu Katzis Füßen im Bett, schon kalt und starr. Lautlos, wie ihr ganzes Leben gewesen, war sie in der Nacht gestorben, hatte keinen bemüht oder gestört und schien nun über ihren schadhaften Zähnen sanft zu lächeln. Das blasse Züngelchen hing hinaus, und sie bot den rührendsten Anblick. Schweigen wir von Katzis Schmerz und Tränen. Auch der jüngste Bruder zerdrückte eine Zähre Die beiden älteren bewiesen sich als harte, beherrschte Männer. Aber Mama sowohl wie das Fräulein, die Köchin, da Stubenmädchen schämten sich nicht, mit Katzi über die kleine Tote zu weinen...“ Die Brüder hoben sofort ein großes Pläneschmieden an: es sollte eine große Bestattungsfeierlichkeit geben, Beisetzung von Mausi im Garten, mit Grammophonmusik, mit einer Rede, Einladung an die Freunde, hinterher Trauerschokolade mit Schlagsahne. Aber Mama schnitt alle Becatungen ab. Mit Toten spiele man nicht, sagte sie, Mausi habe nach zwölf Jahren Treue und Liebe wahre Andacht und Trauer verdient. Sie versammelte die Kinder um sich, in Ruhe mußten die Jungen im winterlichen Garten ein Grab ausheben. Katzi bettete ihren Liebling, in ein Tuch gehüllt, schluchzend hinein. Sie hatte viele warme Tücher erbeten, damit Mausi in der vereisten Erde nicht friere, aber Mama hatte ihr nur ein weißes Leinen zugebilligt. Nun weinte Katzi nicht nur über des Lieblings Fortgang, sondern daß das kleine seidene Körperlein auch noch bitterlich frieren mußte..... Sie schlief nicht in der Nacht. Sie dachte ohne Unterlaß an Mausi, die es unter dem Erdhügelchen so kalt und einsam haben mußte. Es pochte und rief in ihr das Verlangen, die kleine Tote herauszuholen, in ihr Bettchen zu legen, es ihr warm zu machen. Wie, wenn sie wieder auflebte, in der Wärme ihrer Arme und Kissen wieder zu sich käme?........ Von dieser süßen Hoffnung heiß durchflutet, stand Katzi auf.. Das Fräulein atmete tief und schlief fest. Durch das Fenster leuchtete sanft die weiße Januarnacht. Es war so laue gute Luft in dem Zimmer. Katzi schlüpfte in ihre Pantoffel, aber in der Seligkeit der Aussicht, Mausi zu holen, zu beleben, vergaß sie alles andere. In ihrem langen Hemdchen schlich sie die Treppe hinab, schloß die Tür zum Garten auf und lief schon zwischen den eingeschneiten Rabatten zur Mauer hinab, wo Mausis Hügelchen schwarz sich aus der Schneedecke wölbte. Sie spürte den bitteren Fro nicht, ihr liebendes Herz wärmte sie. Sie kniete hin und begann, den schon gefrorenen Hügel abzutragen. Gut, daß die Jungen eine Schippe vergessen hatten. Hart wie Eis war die Erde geworden, es war so schwer, in sie zu stechen und sie abzuheben. O, wie müde wurde man.. schwang da hallend durch die Luft?.. Eine Glocke?— Die Uhr! Katzi konnte schon zählen, aber es schlug nur einmal. Plötzlich bekam sie Angst.„Mausi!“ rief sie und rüttelte an dem harten Hügelchen.„O, Mausi, komm, komm doch, süße Mausi! Warte, warte, du frierst so. Ich hol dich ja. O Mausi“. Und sie weinte in Furcht und Mitleid, in Sehnsucht und Erbarmen.....Da naym, der tödliche Frost der Nacht das geängstigte Kind Gegen Morgen erwachte das Fräulein in Kinderzimmer. Im Schlaf hatte sie ern schreckt. Die Dämmerung erhellte schon den Gaum und sie sah: Katzis Bett war leer.... Man hörte sie im Garten schreien. Alle sie und stürzten hinunter. Neben dem Grab es Kätzchens lag das kleine Mädchen. Auf seinen schneweißen Wangen waren Tränen zu Diamanten erstarrt. Es lächelte, es war ja seinem Kätzchen gefolgt. Das Narren=Stück Von Wolfgang Eichbaur. So oft ich meiner reichen Kindheit, meiner unruhvolen Jugeno Br.: Jacht und hat ernste Augen.2. Jn der Zeit gig, eine, hise, Sucht, und soff bis in die tiefe Nacht. Am ersten Fastensonntag hatten sie einen grundschweren Bauern begraben, drauf ging der Meister Leiche vertrinken und trank bis zu späten Abend, und da Sonntag war, ein Tag, wo jeder rechtschaffene Lichtenreuter erst mit den Sternen zu Biere geht, so blieb er rech schaffen sitzen bis zur Montagfrühe. Da kam er heim, war sehr schwer und fand nicht einmal die Stiege zu seinem Schlafgemache, sonder sank schon an der Werkstattür in den Spanehaufen und rührte sich kaum. Und als Windhör und ich bald am Morgen zur Arbeit liefen, da lag er so stille, daß wir meinten, er wäre entschlafen; doch da wir ihn zwickten, zuckte er und schnaufte laut. Also ließen wir ihn liegen und schaften, auf das die Toten truhe für den Aubichlmann schnell fertig würde, denn in drei Stunden schon war das Begräbnis, wir aber hatten die Truhe noch nicht aufgeputzt; zudem war der Aubichlmann eine Wasserleiche und die Truhe so groß, daß der Windhör und ich uns dareinlegen konnten und es hätten noch drei Zaunstecken Platz gehabt. Die Werkstatt war klein und wir, die an der Totentruhe herumarbeiten mußten, stolperten aller Augenblicke über des Meisters Beine, so er hartfüßig weit über den Boden spreizte. Da die Tischlerbrüder auf Stöhr aus waren und sich die Meisterin unser nicht kümmerte, knippten und beschimpften wir den Krauter, doch der schlief wie ein Murmeltier und stank uns zum Verdrusse stark und beständig, bis die enge Werkstatt stickvoll war und wir die Arbeit lassen mußten. Zwar rissen wie eine Zeit die Fenster auf und heizten höllisch doch das half nicht lange. Da hatten wir gleichzeitig einen Einfall: pack Dutzend Löcher, darüber wir luftleicht Si## zierat und Goldleisten nagelten. Also ward schnell diese Arbeit beendet, und da gleichwol. die Luft nicht besser wurde, nahmen wir schal: haft den Sarg und trugen ihn keuchend hinaus in den Totenschuppen des Meisters. Da mochte Und da wir drinnen überviel Arbeit hatten, scherten wir uns nicht weiter, dachten auch nich daran, daß vor neun Uhr die Träger kamen, de Wi wi zm Teile später erfuhren, kamen sie bald und meinten, die Wasserleiche war chon eingesargt. Zudem war die Tür zur Pfarr totenkammer versperrt gewesen und der Leichen bitter Hans wußte, daß Meister Schratz, dag den Schlüssel habe und irgendwo schlafe, und freute sich aus der Maßen, weil er, der Han. für heute zum Leichenbestatter aufrückte un Arso nahm das Unglick seinen Lauf. Die vergetragen, dort ausgesegnet und zu Grabe ge läutet. Als ich läuten hörte, erschrack ich so, daß mir der Hobel entfiel, der Windhör aber ward blaß Wi stürzten aus der Werkstatt und suchten im Leichenschuppen, satzten zurück und frugen die Meisterin, ob sie„ihn“ nicht gesehen hätte flogen ohne Rock und Hut die Dorfstraße hinauf und schrien jeden an, ob er Schratzen gesehn... Niemand. Friedhof. Pfalmgesang, Totengeläute. Wir durcheilten die Trauermenge, hetzten zur Leichenkammer, schlugen das Fenster ein, rissen den Vorhang weg: da lag die Wasserleiche. Entsetzt stürmten wir zurück, den Meister zu retten; doch im letzten Augenblicke hielt mich Windhör am Kragen.„Wir verstecken uns hinter der Freithofmauer", flüsterte er hastig. „warten bis die Leute in der Kirche sind und versprechen dem Gräber Franzen eine Maß. „Und dann?“ „Bringen wir die Bahre in die Totenkammer und wechseln Bier= und Wasserleiche Gedacht, nicht getan; denn als der Pfarre die letzten Gebete gesprochen hatte und die Leidtragenden in langer Reihe anstanden, der Toten dreimal mit Erde zu segnenz, va,„gren schon die nächsten Verwandten so schwere Brokken hinein, daß der Sarg wie von HammerUr' al, ward der Scheintote munter und lärmte und tobte und drückte den Deckel hoch und stand im Grabe, ausgeschlafen und halb nüchtern, und tat Donnerflüche auf seine GeHeute noch weiß ich nicht, was weiter geschah, denn wir rannten wie besessen dorfhinaus dem Walde zu und verschnauften erst drüben im Aus: Wolfgang Eichbaux, Zu. Fuß um mich selber. Kösel und Pustet, München, Leinen Mk..50. Eurhanthe Ein Altwiener Bild von M. Lucca. Ein kleine, dicke, sehr aufgeregte Dame fegte über das Glacis.— Der Volant ihres pfauenblauen Seidenkleides war bereits abgetreten, der große Samthut mit den Stiefmütterchen war bereits bedenklich auf das linke Ohr gerutscht, aber so etwas genierte einen so großen Geist, wie die Dichterin Helmine von Chezy war, nicht Sie mühte sich mit aller Kraft, mit Schnauben und Schnaufen, das alte KärntnertorTheater zu erreichen. War doch heute, am 21. Februar 1821, die Premiere der Oper„Euryanthe“, die der trotz seiner Jugend schon berühmte Tondichter Karl Maria von Weber zu einem Texte der Frau Chezy geschaffen hatte. Endlich hatte sie das Theater erreicht, doch da ergab es sich, daß Frau von Chezy, unordentlich wie sie war, das Eintrittsbillett vergessen hatte. „Uch bitte, lassen Sie mich doch hinein“, flehte sie in flötenden Tönen den goldbordierten Portier an,„ich bin doch die, die den Operntext geeAlck wos, das könnt jide sagen, die unsons herein will!“ knurrte der Portier. Doch da nahte unerwartete Hilfe. Ludwig van Beethoven kam um die Ecke geschossen, gerade so salopp gekleidet wie die Dichterin.„Ah, oa haben wir ja die kleine Frau von Chezy. Was Sie können nicht herein? Na, kommen Sie mit mir in meine Loge. Habe mir eine spendiert, was ich sonst nicht tue. Aber ich muß doch horchen, ob dös kleine Jammermandl, der Weber, mich ausstechen kann!“ Und eilend, stolzen Schrittes, zogen die beiden an dem verblüfften Portier vorbei. In der Loge horchte Ludwig van Beethoven, so gut er es vermochte bei seinem ihn peinigenden Ohrenleiden, der Ouvertüre Sehr brav gemacht! Er kann was, der kleine Weber! Aber fürchten muß ich die Konkurrenz nicht!“ sprach Beethoven mehr zu sich selbst, wie zu Frau von Chezy. Da faßte die kleine, dicke Frau Mut, kämpfte sie doch stets mit der drückendsten Not. Das hatte sie schon von ihrer berühmten Großmutter, der Karschin, übernommen, die auch in ewiger Notlage war. Frau von Chezy faßte also Mut und machte sich näher an Beethoven heran.„Ach, liebster, bester Meister, wenn Ihnen also mein Text zur„Euryanthe“ so gut gefällt, vielleicht darf ich auch einmal einen Text für Sie schreiben?“ Beethoven erstarrte sofort zu eisiger Unnaybarkeit.„uch nein, ich danke! Ich habe so einen Text liegen— Melusine heißt er. Der junge Hofbeamte und Dichter Franz Grillparzer hat hn für mich geschrieben, aber ich weiß gar nicht, wie ich die Geschichte anpacken soll. Denn die Melusine beginnt mit einem Hörnerquartett, versteh'n Sie, und ein Hönerquartett bringt dös kleine, weiche Mandl da in seinem Freischütz! Und da kann ich, der Ludwig van Beethoven, doch unmöglich auch mit einem Hörnerquartett kommen! Ich müßte doch zu mindest acht Hörner nehmen, versteh'n Sic. und das geht doch nicht! Beethovens lebhafte Erörterungen wurden unterbrochen, da sich die Logentüre leise öffnete und Erzherzog Johann, der auch der Premiere bei„Griß Got, lsebher Beihoverz. 1c, 6k. Sie grad von der Kaiserlog' aus und da will ich Sie gleich für Sonntagmittag zu mir bitten! Ich war gestern auf der Jagd und habe einen Sechzehnender geschossen, da gibt es feinen Hirschbraten! Kommen Sie bestimmt!“ Beethoven verneigte Ahl, da haben wir ja auch die kleine Frau von Chezy! Grüß Gott, Madame!“ lachte der Erzherzog.„Sehn's, so gefallen Sie mir tausendmal besser, als im Vorjahr in der verrückten Maskeradi in Gmunden. Der Erzherzog spielte auf ein drolliges Abenteuer an, das er im Vorjahre mit Frau von Chezy in Gmunden hatte. Die Dichterin weilte im Salzkammergut als Gast der reichen Bankiersgattin Frau von Geymüller. Eines schönen Tages hörte Frau von Chezy, Erzherzog Johann sei in Gmunden eingetroffen und beabsichtige, den Traunstein zu besteigen. Rasch war da ihr Entschluß gefaßt. Sie kostümierte sich als Göttin der Freiheit und schickte sich an, trotz ihres beginnenden Asthmas ein gutes Stück des Traunstein zu erklettern. Und als der Erzherzog bergab stieg, trat sie iym rasch als irgendein Wegelagerer in den Weg und deklamierte ein fulminantes Gedicht für die Emanzipation der Frauen. Der Erzherzog lachte unbändig, schob Frau von Chezy aus dem Weg und rief lachend: Gehen's baden mit der Frauenemanzipation! Gut kochen soll a jede können und brav Strümpfe stopfen— dann kriegt sie schon einen Mann und das ist das Beste für alle Frauenzimmer! Nach Beendigung der Oper, die großen Beifall gefunden, sogar Frau von Chezy mußten mit wehendem Schal und schief gerutschtem Hut sich immer wieder dankend verneigen, schritt Meister Weber mit der Schriftstellerin zu deren Wohnung, wo ein opulentes Nachtmahl sie erwartete. Die Wiener Schriftstellerin Karoline Pichler die eine großartige Köchin war, hatte das Nachtmahl gesandt, da sie die schmalen Kochkenntnisse der Chezy kannte. Und so endete der Abend in Wohlgefallen. SEEIIG'S kandierter KORN101 Teisr=sscre SEELIG' kanderter KORN:KAFFEE ### Emailiengetnänk Fün Kinder und Erwachsene GeDE LAMMANNS HAUSGETRANK! in aen, Die kuge besopte Hausfreu vird sch dese etsche nichtentgehen lassen! 1 Pund 55 Pfennig Au Eine wirksame Kur Eine üble Erfahrung mußte einmal der verstorbene Berliner Dermatologe Professor Oskar Lassar machen, der auf Grund der Erkenntnis des infektiösen Charakters vieler Haarkrantheiten die Bekämpfung der beginnenden Kahlheit durch antiparasitäre Methoden zu seiner Spezialität gemacht hatte. Einem Patienten, der ihn seines Haarschwundes wegen konsultierte, gab er ein Rezept mit der Aufforderung sich von Zeit zu Zeit wieder vorzustellen. Aber ich wohne nicht in Berlin, Herr Professor, und ich kann doch nicht gut meiner Haare wegen immer wieder nach Berlin fahren, wandte der Patient ein. Schön,“ entschied Lassar,„dann schicken Sie mir Ihre Haare; ich werde sie mikroskopisch untersuchen und dann brieflich das Nötige anardnen! Das geschah denn auch. Der Patient schickte seine Haare ein, befolgte die ihm schriftlich erteilten Verordnungen, um dann aufs neue seine Haare zu schicken. Die Kur fand schließlich ihr Ende mit einem Brief, an dessen Inhalt der Arzt wenig Freude hatte. Denn der Patient schrieb:„Beiliegend erlaube ich mir, wieder einige Haare einzusenden. Leider werde ich die Sendungen nicht fortsetzen können, denn die heute Ihnen zugehenden Haare sind meine letzten.“ Seite 8 Nr. 40(Abend=Ausgabe) Kölner Lokal=Anzeiger Dienstag, 22. Januar 1929 SSNE Neue Bestimmungen der Rheinschiffahrt Für die Rheinschiffahrt werden demnächst die in Geltung befindlichen Vorschriften der„Anweisung für die Schifisuntersuchungskommissionen hinsichtlich der Festsetzung der Bemannung der den Rbein oberhalb Duisburg befahrenden Rheinschiffe“ mit Wirkung vom 1. März 1929 durch neue Bestimmungen ersetzt werden. Die Mindestbemannung wird wie folgt festgesetzt. A. Schiffe ohne eigene Triebkraft. Schifse, die mit mechanischen Hilfsmitteln zur Handhabung der schweren Anker und der Schleppstränge sowie zum Anholen und Absetzen der Schiffe ausgerüstet sind: Tragfähigkeit in Tonnen: 15 bis 500 einschließlich: Mindestbemannung: ein Matrose: über 500 bis 750 einschl. ein Matrose; über 750 bis 1000 einschl. ein Matrose und ein Schiffsjunge; über 1000 bis 1500 einschl. zwei Matrosen: über 1500 bis 2500 einschl. zwei Matrosen und ein Schiffsjunge; über 2500 bis 3000 einschl. drei Matrosen: über 3000 drei Matrosen und ein Schiffsjunge. Schiffe, die nicht mit mechanischen Hilfsmitteln zur Handhabung der schweren Anker und der Schleppstränge, sowie zum Anholen und Absetzen der Schiffe ausgerüstet sind: Tragfähigkeit in Tonnen: 15 bis 500 einschließlich: Mindestbemannung ein Matrose; über 500 bis 750 einschl. ein Matrose und ein Schiffsjunge; über 750 bis 1000 einschl. zwei Matrosen; über 1000 bis 1500 einschl. zwei Matrosen und ein Schiffsjunge; über 1500 bis 2500 einschl. drei Matrosen; über 2500 bis 3000 einschl. drei Matrosen und ein Schiffsjunge: über 3000 vier Matrosen. Schiffe, die nicht mit mechanischen Hilfsmitteln zur Handhabung der schweren Anker und der Schleppstränge sowie zum Anholen und Ansetzen der Schiffe ausgerüstet und nach Angabe ihres Attestes nur für Lokalfahrten auf kurzen festgelegten Abschnitten des Rheins bestimmt sind, werden, hinsichtlich der Mindestbemannung den Schiffen gleichgestellt, die mit solchen Hilfsmitteln versehen sind. B. Dampfschiffe. Schlepper: Gesamtheizfläche 60 gm oder weniger, Mindestbemannung ein Matrose und ein Maschinist; von über 60 bis 120 qm einschl. ein Matrose, ein Maschinist und ein Heizer. Güterdampfer, Personendampfer: Gesamtheizfläche 60 gm oder weniger, Mindestbemannung ein Matrosen, ein Schiffsjunge und ein Maschinist; von über 60 bis 120 gm einschl. ein Matrose, ein Schiffsjunge, ein Maschinist und ein Heizer. Schlepper, die mit mechanischen Hilfsmitteln zur Handhabung der Anker und der Schleppstränge ausgerüstet sind, sowie Güterdampfer: Gesamtheizfläche von über 120 bis 200 gm einschl., Mindestbemannung zwei Matrosen, ein Maschinist und zwei Heizer. Schlepper, die nicht mit mechanischen Hilfsmitteln zur Handhabung der Anker und der Schleppstränge ausgerüstet sind, sowie Personendampfer: Gesamtheizfläche von über 120 bis 200 gm einschl., Mindestbemannung zwei Matrosen, ein Schiffsjunge, ein Maschinist und zwei Heizer. Schlepper, die mit mechanischen Hilfsmitteln zur Handhabung der Anker und der Schleppstränge ausgerüstet sind, sowie Güterdampfer Mit Schrauben: Gesamtheizfläche von über 200 bis 260 gm einschl., Mindestbemannung zwei Matrosen, ein Schiffsjunge, zwei Maschinisten und zwei Heizer; von über 260 bis 320 gm einschl. drei Matrosen, zwei Maschinisten und zwei Heizer. über 320 gm vier Matrosen, zwei Maschinisten und vier Heizer; Mit Rädern: von über 200 bis 260 gm einschließlich Mindestbemannung vier Matrosen, zwei Maschinisten und zwei Heizer. von über 260 bis 320 gm einschl. fünf Matrosen, zwei Maschinisten und vier Heizer; über 320 gm fünf Matrosen, zwei Maschinisten und fünf Heizer; Schlepper, die nicht mit mechanischen Hilfsmitteln zur Handhabung der Anker und der Schleppstränge ausgerüstet sind, sowie Personendampfer: Mit Schrauben: Gesamtheizfläche von über 200 bis 260 qm einschl. Mindestbemannung drei Matrosen, zwei Maschinisten und zwei Heizer; von über 260 bis 320 gm einschl. drei Matrosen, ein Schiffsjunge, zwei Maschinisten und zwei Heizer; über 320 gm vier Matrosen, ein Schiffsjunge, zwei Maschinisten und vier Heizer; Mit Rädern: Gesamtheizfläche von über 200 bis 260 gm einschl. Mindestbemannung vier Matrosen, ein Schiffsjunge, zwei Maschinisten und zwei Heizer; von über 260 bis 320 gm einschl. fünf Matrosen, ein Schiffsjunge, zwei Maschinisten und vier Heizer; über 320 gm fünf Matrosen, ein Schiffsjunge; zwei Maschinisten und fünf Heizer. Die Zusammensetzung der Mindestbemannung, wie sie in vorstehendem Artikel festgesetzt ist, kann in folgenden Fällen abgeändert werden: A. Schiffe ohne eigene Triebkraft. Eine Verstärkung der Bemannung der Schiffe ohne Triebkraft kann verlangt werden: a) wenn sie von schwerfälliger Form oder mit einer schwer zu handhabenden und unzweckmäßigen Ausrüstung versehen sind, b) wenn auf ihnen Großsegel gebraucht werden. B. Dampfschiffe. Eine Verstärkung der Deckmannschaft(Matrosen und Schiffsjungen) kann verlangt werden bei Dampfern von schwerfälliger Form oder unzweckmäßiger Einrichtung. sowie ferner, wenn nach Größe, Bauart und Zweckbestimmung des Dampfers anzunehmen ist, daß die in vorstehendem Artikel vorgeschriebene Deckmannschaft nicht ausreicht, um die ordnungsmäßige Bedienung unter allen Umständen zu sichern Eine Verstärkung des Maschinenpersonals(Maschinisten und Heizer) kann verlangt werden bei Dampfern, deren Dampfapparate infolge ihrer Bedeutung oder ihrer Zahl mehr Aufsicht und Bedienung erfordert. Eine Verminderung des Bestandes an Maschinisten und Heizern ist bei Schleppern zulässig, die nach Maßgabe des Attestes nur für Lokalfahrten auf kurzen festgelegten Abschnitten des Rheins bestimmt sind, und auf welchen dem Maschinisten Zeit bleibt, neben seinem ordentlichen Dienst die Kessel mit zu versehen. Das gleiche gilt für Schlepper, deren besondere Bauart oder Einrichtung, insbesondere hinsichtlich der Kessel, der Maschinen oder Heizvorrichtungen— jedoch unbeschadet des geordneten Schichtwechsels— eine vereinfachte Bedienung ermöglicht. Für Motorschiffe finden die für Schiffe von 15 Tonnen(300 Zentnern) oder mehr Tragfähigkeit geltenden Vorschriften Anwendung. Bei Motorbooten, deren Motor mit einem flüssigen Brennstoff(Rohöl, Petroleum, Benzin, Naphta, Spiritus und dergl.) betrieben wird, kann von der Einstellung eines besonderen Maschinisten für die Bedienung des Motors abgesehen werden, wenn es die Verhältnisse der zu befahrenden Stromstrecke als angängig erscheinen lassen und die Einrichtungen zur Bedienung des Motors und Steuers vom Führerstand aus so einfach zu handhaben sind, daß die Achtsamkeit des Schiffsführers auf die Vorgänge voraus dadurch nicht abgezogen wird. In allen anderen Fällen und insbesondere bei Motorbooten mit Sauggasbetrieb ist für die Bedienung des Motors ein Maschinist vorzuschreiben. Die Einzelheiten ergeben sich aus Nr. 2 des Reichsverkehrsblattes vom 11. Januar 1929, in dem auch u. a. der 1. Nachtrag vom 3. Januar 1929 zum sechsklassigen Güterverzeichnis zu den Tarifen für die Schiffahrts= und Flößereiabgaben auf den Reichswasserstraßen(s. Reichs=Verkehrs=Blatt Nr. 27 vom 25. Aug. 1928) veröffentlicht wird. Zigarettenfabrik angepriesen, infolge ihres Nikotingehaltes. Natürlich antwortete die Zigarettenfirma, und so entspann sich ein Inseratenkrieg zum Ergötzen des Publikums über die Frage, ov Bonbons dick machen und ungesund sind oder nicht. Der Abwehrausschuß hat 100 000 Dollar auf die Beine gebracht, die allerdings wenig bedeuten gegen den Riesenetat von .7 Millionen Dollar, der der Zigarettenfabrik für Inseratpropaganda zur Verfügung steht. Mer=Gesellschaftsreisen 1929 Als Neujahrsgabe legt das Mitteleuropäische Reisebüro(Mer) das mit Landschaftsbildern reich illustrierte Programm seiner Gesellschaftsreisen 1929 auf den Tisch. Wer das stattliche Buch durchblättert, wird im Geist zum Weltreisenden. Man kann schon für 75.— Mark mit der Mer 5 volle Tage in Paris verleben oder für 680 Mark eine große Italien= und Sizilienreise unternehmen. Neu aufgenommen in das Programm sind u..: Orient im Sommer, Rund um Italien, Dolomiten, Rußland. Die Reisen nach den schönsten deutschen Reisegebieten können neuerdings auch für den gleichen Preis als Einzel=Pauschalreisen ausgeführt werden. Die Nachfrage nach diesen Gesellschafts= und Pauschalreisen, bei denen nur besonders ausgewählte Vertragshotels des Mitteleuropäischen Reisebüros für die Unterkunft zur Verfügung stehen, ist schon jetzt sehr stark. Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, empfiehlt sich rechtzeitige Anmeldung. Auskünfte erteilen kostenlos alle Vertretungen des Mitteleuropäischen Reisebüros, die Agenturen der Hamburg=Amerika Linie und des Norddeutschen Lloyd sowie die Direktion des Mer, Berlin W 9, Voßstraße 2. Englische Anleihe für deutsche Elektrizitätswirtschaft WTB London, 21. Jan. Die Vorarlberger Illwerke G. m. b. H. in Bregenz, woran außer dem Land Vorarlberg und dem Staate Württemberg die Oberschwäbischen Elektritätswerke und das Großkraftwerk Württemberg(Lahmeyer=Gruppe) sowie das Rheinisch=Westfälische Elektrizitätswerk beteiligt sind, haben heute eine 6prozentige Anleihe mit einer Laufzeit von 30 Jahren von zwei Millionen Pfund mit dem Bankhause N. M. Rothschild and Sons in London abgeschlossen. Die Anleihe wird in den nächsten Tagen zur Zeichnung in London aufgelegt. Sie ist durch Dr. Regendanz zustandegekommen. Schutz vor Auspuffgasen. Unlängst konnte man die Meldung finden, daß in einem Autoomnibus 10 Fahrgäste durch ausströmende Auspuffgase betäubt wurden, wovon zwei Vergiftungen schwerer Natur erDiese Nachricht wird die Beachtung vieler Leser gefunden haben, denn so weit uns bekannt ist, war dies der erste derartige Fall, welcher sich in diesem Umfange in einem Autobus ereignete. Aehnliche Fälle sind jedoch im Auslande nicht selten. Es kann nicht genug auf die schädlichen Wirkungen der Auspuffgase hingewiesen werden. die allgemein bekannt sein müßten. Es sollte deshalb in geschlossenen Räumen, wie Garagen und Reparaturwerkstätten der Motor niemals bei der Erprobung leer laufen gelassen werden, wenn nicht vorher für gehörigen Abzug der Gase gesorgt wurde. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, eine genügend weite Röhre durch die Garagentür oder ein Fenster zu führen und diese vermittels eines genügend langen Schlauches an das Auspuffrohr anzuschließen, damit die Auspuffgase während der Motortätigkeit aufgenommen und in's Freie geleitet werden. Ein Reklame=Krieg TF. Auch im Inseratenteil einer Zeitung können Kriegsberichte stehen. Sind nicht letztendlich alle Inseraten=„Feldzüge“ der großen Firmen Konkurrenz=„Kämpfe“? Einen besonders kriegerischen Kampf verfolgen zurzeit die Amerikaner voller Interesse: Eine Zigarettenfirma hatte in ihren Inseraten behauptet, ihre Zigarette mache nicht dick wie die ungesunden Bonbons und Kanditen. Sofort trat ein von bald einer halben Million Kanditen=Spezialgeschäften und Honigerzeugern gebildeter Abwehrausschuß zusammen, der in einer Anzeigenserie zu beweisen versucht, daß nicht Bonbons und Kanditen ungesund seien, wohl aber die Ziaaretten, welche die besagte Ziehung 4. Februar! Die Lose der Großen Wohlsahrtswertlotterie sind sehr be liebt; denn Sie können dort für nur.— M. unter 24 357 Gewinnen die schönsten Gegenstände gewinnen. Hauptgewinn ist ein Einfamilienhaus im Werte von 25.000 M. Ferner=, 3= und Zweizimmereinrichtungen in geschmackvoller Ausführung. Ganz erstklassige Sachen stehen außerdem noch zur Verlosung, 2 Autos, 1 Flügel, 1 silbernes Kaffee= und Teeservice, 1 Silberkasten, 100 Pfaff=Nähmaschinen, 10 Erholungsaufenthalte nebst 70.— M. Reisekostenzuschuß, 10 Staubsauger, 20 Fahrräder, echte Porzellane, Tischgedecke in rein Leinendamast, Kaffeegedecke in rein Leinen und vieles andere mehr. Alle Gewinne über 400 M können auf Wunsch mit 90 Proz. in bar ausgezahlt werden. Der Gesamtwert der Gewinne beträgt 160000 M. Lose sind zu haben: In den Pfaff=Nähmaschinenhäusern: Köln=Schildergasse 58; Köln=Ehrenfeld, Venloerstraße 310; Köln Lindenthal, Dürener Straße 142; Köln=Nippes, Neußerstraße 293 Köln=Kalk, Hauptstraße 71, van Geisten Zeppelinstraße; Genske. Bayenthalgürtel 136; Salier= ring 24; Mainzer Straße 36, Dörrig, Karolingerring 30. Blankel und Hartmann, Severinstraße 123—125; Dallweg, Chlodwigplatz, Kalker, Luxemburger Straße 2; Wingen, Bonner Straße 44; in den Kaufhäusern Tietz, Hohestraße, Weyerstraße, Eigelstein, Köln=Nippes. Neußerstraße, Köln=Mülheim, Buchheimer Straße; Kuhl, Köln=Riehl, Bodinusstraße; Knüchel, Köln=Sülz, Sülzburgstraße 164: Schäfer, Köln=Vingst, Burgstraße 30; Kaufmann, Köln=Bickendorf, Iltisstraße 57; Curtius, Köln=Klettenberg, Oelbergstraße 60; Lingen, Köln=Zoll= stock, Vorgebirgsstraße 350; Hamm, Köln=Ehrenfeld, Siemensstraße 2; Berns, Köln=Deutz, Freiheit 88. Köln=Kalk: Breuer, Kalker Hauptstraße 84; Geschw. Offermanns, Mülheimer Straße. Drogerie Klinkerberg, Mülheimer Straße; Drogerie Brüggemann, Bertramsstraße 1. Köln Lindenthal: Konditorei Runkel, Zülpicher Straße 380; Ersfeld, Dürener Straße 240; außerdem in sämtlichen Kaisers=Kaffee=Geschäften. Das Bezirkssekretariat des Katholischen Deutschen Frauenbundes für das Rhein.=Westf. Industriegebiet, Steele=Ruhr, Lindenstraße 18, versendet gegen Voreinsendung des Betrages oder gegen Nachnahme Einzel: lose und Glücksbriefe. Letztere mit 5 Losen aus verschiedenen Tausenden.— M. Portogebühr und Gewinnliste 30 Pfennig. Nachnahme 30 Pfennig mehr. In dieser Woche bei nns kaufen heißt: und mehr Sparen für Alle Sn--E Köfn Ichifdergasse 36-12 Das grosse IpexlalRaus für Berren- und Enaßenkleidung Lessing Zum 200jährigen Geburtstage. Die deutsche Seele ging an fremden Ketten. Getändel hielt sie mit beringter Hand. Der Geist lag schwach in des Genusses Betten. Der Väter Blut war starr, ihr Lied verkannt. Da brachst du auf. Prophet, mit klarem Brand. Du warfst den Blitz, dem Donner folgt, zu retten das Heiligtum aus Volk= und Menschheitsland: Gottnah im Kampf um reine Tempelstätten. Nicht spielender Genießer: Du bist ein Mann der Zucht, der tat, was Blut und Geist befahl, dem, opfernd, Herzblut in das Tagwerk rann. Nun stehst du streng im deutschen Ahnensaal und schaust die Gegenwart als dunklen Tann. Sei nicht mehr stumm! Sei wieder das Signal! Theodor Seidenfaden. Stradivaris Geheimnis Neues über die aufsehenerregenden Funde.— Die Zusammensetzung des Lacks.— Stradioaris. Biographie. Die Entdeckung der verloren geglaubten Geheimdokumente des Antonio Stradivari, die das Geheimnis seiner Kunst verraten, gibt zu einem lebhaften Meinungsaustausch Anlaß. Entgegen der Behauptung eines italienischen Blattes, daß in jedem Fall das Handwerkszeug, die Modellen und Zeichnungen Stradivaris sich in Rom befänden, erklärt die„Stampa“, daß diese Werkstattshinterlassenschaft des berühmten Cremoneser Geigenbauers bereits ausgewandert sei und zurzeit in München im Besitz des Herrn Fiorini sei, der sie von einem Nachkommen des Grafen Cozio di Salabue, einem leidenschaftlichen Sammler von Reliquien des Stradivari erwarb. Die glücklichen Besitzer der jetzt aufgefundenen Handschriften sind, zwei Brüder Bisiach aus Triest, die heute als Geigenbauer in Mailand hohes Ansehen genießen. Das Turiner Blatt veröffentlicht gleichzeitig ein Interview mit dem einen der Brüder.„Wir haben instinktiv erkannt, was Anderen entgangen war", erklärte Bisiach dem Berichterstatter.„Sie werden sich erinnern, daß eines Abends im vergangenen Frühjahr ein Mann aus Bergamo bei uns vorsprach, um uns ein Dokument zum Kauf anzubieten, das er schon vielen angeboten hatte, das aber jedesmal zurückgewiesen worden war, weil Niemand seine Bedeutung erkannte. Man muß eben vom Handwerk sein, um gewisse Dinge schon bei flüchtigem Hinsehen zu erkennen. Wir haben nicht geschwankt, die Schriftstücke zu erwerben, und gingen sofort daran, dem fehlenden Rest nachzuspüren. Nach mühevollem Suchen in Bergamo wurde unserer Geduld und Hartnäckigkeit endlich der Lohn. Heute verfügen wir über das gesamte handschriftliche Material.“ „Und welche Bürgschaft haben Sie für die Echtheit der Schriften?“, wandte der Berichterstatter ein.„Wir sind zwar keine Schriftgelehrten und verstehen uns schlecht auf alte Dokumente“. antwortete Bisiach,„dafür kennen wir aber unser Handwerk, und nachdem wir, dem Fingerzeig Stradivaris folgend, nach dem mitgeteilten Verfahren einen Lack hergestellt und das Ergebnis praktisch erproht hatten, bestand für uns kein Zweifel mehr an der Echtheit der erworbenen Dokumente.“ Auf die weitere Frage des Berichterstatters, ob denn die von einem Priester verfaßte„Vita di Stradivari“, von dem vor einigen Monaten so viel die Rede war, wirklich existiere, antwortete Bisiach:„Und ob sie existiert!“ Er holte darauf aus dem Nebenzimmer das kostbare Kleinod. Es ist ein Manuskript in Oktavformat, das aus etwa 40 Seiten besteht und in sauberer Schrift mit der Hand geschrieben ist. Wenn man bedenkt, daß es 186 Jahre alt ist, staunt man, wie gut das Manuskript erhalten ist. Die Schrift ist zwar vergilbt, aber gut leserlich. Auf dem Titelblatt liest man:„Geschichte des Lebens des Messer Antonio Stradivari aus Cremona und Großmeisters des Violinenbaues“, und darunter„geschrieben mit Genehmigung und Erlaubnis von ihm selbst und seinen Nachkommen vom Jesuitenpater Teodoro Bonavente in Cremona im Jahre des Herrn 1743“.„In diesem Buche“, fuhr Bisiach fort,„befinden sich Enthüllungen, die ganz dazu angetan sind, alle Biographen des Stradivari zu verblüffen. Das berühmte Geburtsdatum, auf das man nach seiner Inschrift in einem Instrument schloß, ist falsch. Alles, was hier über das Leben, die Gewohnheiten und die Kunstausübung des größten aller Instrumentenmacher gesagt wird, ist von rührender Schlichtheit. Wenn man bedenkt, daß man seit zwei Jahrhunderten emsig, aber vergeblich das Leben Stradivaris durchforschte ist man erstaunt, mit welcher Klarheit hier alle Einzelheiten dargestellt sind.“ „Und wie steht es mit jenen Dokumenten, die aus Brescia in Cremona angeboten wurden?" fragte der Berichterstatter weiter.„Auch diese sind in unseren Händen,“ war Bisiachs Antwort. „wir haben sie ebenfalls ordnungsgemäß angekauft. Sie sind indes nicht besonders wichtig im Vergleich mit den Handschriften, die wir bereits erworben hatten. Immerhin haben sie ihren Wert als Vergleichs= und Ergänzungsmaterial. Es sind Briefe von Päpsten, von Königen, von Herzögen, von Fürstlichkeiten aus Spanien, England, Rußland, Frankreich und anderen Ländern. Alle diese Briefschreiber wenden sich an Stradivari mit der Bitte, für sie Instrumente zu bauen, und es ist interessant zu ersehen, mit welcher Begeisierung und welcher Hochachtung diese Mächtigen der Erde an Stradivari schreiben. An der Echtheit der Briefe ist kein Zweifel gestattet. Abgesehen von den Handsiegeln spricht dafür allein schon die Tatsache, daß diese Briefe bereits in dem Werke des Bonavente ausführlich erwähnt werden. Es ist nicht weiter zu verwundern, wenn sich das große Publikum diesen sensationellen Funden gegenüber vorerst skeptisch verhält. Bringen doch die Blätter seit langem Jahr für Jahr immer wieder Notizen von der Entdeckung der berühmten„Geheimnissc des Stradivari', von seinen„Rezepten', von der Zusammensetzung des„Lacks' und ähnlichen Dingen. Es ist deshalb begreiflich, daß man vorläufig noch unglöubig ist. Aber die Veröffentlichungen, mit denen wir in Kürze vor das Publikum treten werden, dürften rasch jeden Zweifel beseitigen.“ Bei Husten mit Auswurf nehmen Sie etwa alle 4 Stunden einen halben Eßlöffel voll Faguvin. Dieses ausgezeichnete, oft geradezu verblüfe d schnell wirkende Spezinmittel, erhalten Sie in Apotheken. Bestandteile sind auf der Packung angegeben. Dienstag, 22. 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Gemarkung (Gemeinde) Katastermäßige Bezeichnung des Grundstückes Kartenblatt (Flur) Parzelle Eigentümer (Name, Stand und Wohnort) Das Grundstück ist verzeichnet im Grundbuch von Band Blatt WirtschaftsArt und Lage Größe der in Spalte 2 bezeichneten Grundstücke hal a lum Pulheim Sinnersdorf 18 36/1 838 Stadtgemeinde Köln 1) Schumacher, Gerhard, Gutsbesitzer in Pesch Nr. 2; 2) Schumacher, Gudula, in Köln, Oberländerwall 14; 3) Schumacher, Josef. Landwirt in Volkhoven b. Dormagen Schumacher. Gerhard, Gutsbesitzer, Ehefrau, Anna ged. Destree in Pesch Nr. 2. b. Köln. Pulheim Sinnersdorf 27 B Ent. 12/29 Köln, den 19. Januar 1929 Der Enteignungskommissar. Schützendort Pepsin-Wein Die Lieferung des Binde= und Pflastersandes im Bezirk des Landesbauamts Köln für das Rechnungsjahr 1929 ist zu vergeben. Angebote sind an die unterzeichnete Stelle bis zum 5. Februar 1929 verschlossen einzusenden. 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Clodwigplatz; Kalker, Luxemburger Str. 9; Wingenfeld, Bonner Str. 44; in den Kaufhäusern Tietz, Hohe Str., Weyerstr., Eigelstein; Köln-Nippes, Neußer Str.; Köln-Mülheim, Buchheimer Str.; Kuhl, Köln-Riehl, Bodinusstr. 1, Knüchel, Köln-Sülz, Sülzburgstr. 164; Schäfer, Köln-Vingst, Burgstr. 30; Kaufmann, Köln-Bickendorf, Iltisstr. 57; Curtius, Köln-Klettenberg, Oelbergstr. 60; Lingen, Köln-Zollstock. Vorgebirgstr. 350; Hamm, Köln-Ehrenfeld, Siemensstraße 2; Berns, Köln-Deutz, Freiheit 88. Köln-Kalk: Breuer, Hauptstr. 84; Geschw. Offermanns, Mülheimer Str.; Drogerie Klinkenberg, Mülheimer Str.; Drogerie Brüggemann. Bertramstr. 1. Köln-Lindenthal: Konditorei Runkel, Zülpicher Str. 380; Ersfeld, Dürener Str. 240; außerdem in sämtlichen Kaisers-Kaffee-Geschäften, Am 4. tonius 25jährige: zeitig feie tag seiner läßlich di einem fe Stadthall auswärti senden. führung Dem 150 Sän den Ins getten wirken: (Sopran anwalt Zimm Die 1 den vor Die Bi durch? kaufsal nächst solchen Der! (Dirig anstal 4 Uhr lische des 18 ve Orgel ter, 0 De 1871) viele berül Hirte gesat aber Hirt Stre wirk die Kla und inne eine rufe blei mit sche ein bor und vor fro 0 1 KA 1929 bielhaus 20 Uhr rr. M us Trland 1929 bertag Ende 2. eint 610g folg Uhr tung Dienstag 22. Januar 1929 Jezug und Anzeigen: Rechtsrheinische Hauptve laf! Chor=und Dirigenten=Jubiläum „ ber St. AnTrauß 9. erman örbitz, er.* ette:# eunde non, m it in's 2 aus. ge! Am 4. März dieses Jahres kann der St. Antonius=Kirchenchor in Mülheim 25jähriges Bestehen abschließen und gleichLeitlia seiert Her Wiln Esster den 25. Jahrestag seiner mustkalschen Leitung im Shore. Anläßlich dieses Ehrentages ist am 2c. Murz einem feierlichen Hochamte ein Festakt in der Stadihalle, wone ale besgeundeten Bielgen und auswärtigen Vereine Fahnenabordnungen entsenden. Am 17. und 20. März findet die Auf führung der Passion von H. F. Müller statt Dem Chorleiter steht ein Apparat von ungefähr 150 Sängern und Sängerinnen zur Verfügung; den Istrumentalgart hat die Müheimer Mesoeseltert. werze pisfe. 1h. osiene: wirken mit: Frau Maria Riffarth-Diener Vel. Heidbers ig ger ehe anwalt Heidberg(Tenor) und Herr Aug. Zimmermann(Bariton). Die lebenden Bilder und Bühnenszenen werden von Herrn Bildhauer E. Schmitz arrangiert. Die Bühnenausstattung und Belichtung erfolgt durch die städtischen Bühnen, Köln. Die Verkaufsauslegung der Eintrittskarten erfolgt demnächst und ist rechtzeitige Versorgung solchen zu empfehlen. Der Herz=Jesu=Kirchenchor in Mülheim Jirigert Herr Andreas Se ecsc esches ceich #ven und der Orchesterahteilung der KonzertTheater=Vereinigung Köln=Mülheim. Eigenartiger Unfall. Sshets, eschschece bose e letaungen zu. Die seine sofortige Uebersührug in ein Kölner Krankenhaus notwendig machten, woselbst er bedenklich darniederliegt. Spiegel Prunksitzung des Männer-Gesang-Vereins Porz. Ein Bombenerfolg! Schon um 6 Uhr hob es sich; kein ace Stei seche se he shee Präsidenten der Kölner Karnevalsgeselschaft Rheiners ce eschoe chesäies chshäie de aese Sschshes eschce ves Virmide, Heigeigse Prigenpscher eseinpesturärts. volk kräftig den Refrain.„Fos uuy. Lesgischt, Peter estete den dweyen.„ig, Duze aus Zarewitsch, sein song vo9 Aiugel von Viersbach begleitet. treflich an den ou,, I, tichtiget Conpletsänger, Alfred Schaaf entpuppte bch uls hzeg geiterseit, Berti Immer höher stiegen die Wogega ßer Herierten, Pastendorf betere o3, be Poistenreich und doch onove. Po; H, Gal rast. Präsdent rust die wird er gelitscht!„Der Saat ran. Pr. aug ae Postel EStawvi,, op Liche zerren. Die Wände bogen 6; dem, Präsbenen, versähtsg, De Stinme. 2. Schicst oibete Bil Bbonterg, eit Varer,. Jeunge. 41. bliunder Passagier zie Zohischer Zoper auf dir Jeden ein, Treifsicher, uung de vopich, Gantenberg gedicheten gee die von Wolter„pzzzent ürban kargte ac dich ui Beltei, Eisder, Verentesten sik ut ausharrend noch viele gemütliche Stunden. K. G.„Geschlagene Elf“. voit geiste,„ Geschigene Eif, hre, zweie, Situng. oe Tein getreuer Eckart, Sen lspräsident Odron, harte ein reichhaliges und auserlesenes Frgranm zr. ommengeselt:. Brobog, unde sChorgesaung, hungristische Dheite Reicher Besal und gershgherzehaleter goben ingender,„ler, Gock, Heinr. Meger, Eisner und Graf: owf die Kanone: Frau Mol. Einen Kunstgenuß, Hen: schern., Den Wsäheiget Mlersheäsbenen, Kern Wilh. Merkelbac, wurde für seine Bestrebungen zur Hebung des Karnevals ein künstlerisches Diplom überreicht Als Liederdichter wurden gefeiert, die Herren Senatoren: Martin Schulz, Jean Fuß und rigen Friseurlehrling aus Köln handelte, der seit einigen Tagen mit einem größeren Geldbetrag aus dem Elternhause verSounder dor Verchreileiue: eisce eihe. verwaltung Berg Gladbach In der unteren Stadt versuchten zwei eari, enrcheli e en Sten..— der Männer feizunehmen, einen größeren Geldbetrag wieder abnehnen Liste molln sich bei der Polizei melden. In Kempen wurde einem Hahrra, gestohlen. S Las-Cheshches al gach esleg öihe. Lenste. Der Rahmen ist blau lackiert, Setschioht sch. n Wegen Ruhestörung wurden meyrere unge beute zstete wurde als gefunden, abgegeben, Näheres ist bei der Polizeiverwaltung zu erfahren. Aus dem Bergisch Cladbach, gegründet von Frau, Igrig, zut der hatte seine Mitglieder, Dre.,4jien Ihend einKarnevalszeit zu emnem veu, Hev, Rufe gefolgt. Beste ih, Sockeichseasde al e Aaers esce shesesece Pads-ervenben. u. nicher Bersng u und in einfacher, vonkt.: Indacht anregen und Mschcht siscescescheeaee Iüer: Sternenscht uid Beichieherhle hhle de von seinter Heltzsmitzer, g Josenh und— den frommen, einfachen Hirten? Vortragsfolge ist wie folgt: 1. Oraelvortrag(=Moll Präludium) mit Buge nan J. S. Bach(Constantin Wassenhoven). bi Gloria, Pastoralmesse Kempter. Talagartrag(Arie aus dem WeihnachtsMatorium von H. F. Müller. Op. 5)(R. Mosstar), 4. Credo, Pastoralmesse Kempter. 5. Orgelvortrag(Passocaglia-Moll) von Mar Reger(Constantin Wassenhoven). 6. a) Senetus, d. Venedietus, Patogelgese, Kenvter 7. Weihnachtspastorale von C. Sattler(Constantin Wassenhoven). 8. Agnus Dei. Pastoral messe Kempter. 9. Gemeinschaftliches Lied: Menschen, die ihr war't verloren. 10. Segen, von Griesbacher. Die Gruppe des Kreuzbundes der Herz=JesuPfarre in Mülheim, die dem Reichsbund aostinenter Katholiken angoschlassen ist, feierte am Sonntag ihr 2. tungsfest. Morgens empfingen die Mitglieder gemein'am die hl. Kommunion und nachmittags mar gemütliche Zusammenkunft in den von den Schwestern in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellten gastlichen Räumen des Elisaealsce Sogen u erichen, osher a. chtse Sste e. esche erdiope euigs Köla, tren in den gegebenen Verprechen der„Azige Werbearbeit für den Die Seiteod, Lichestesse ee ee hshe Jungfrauenkongregation von Herz=Zesu Führung von Frl. Satzinger erwähnt. Wegebau. in der Gemeinde Bensberg Seseht ase Kaisen, dit sch. e u. Ausgaben; seit Jahren bort Lu.: LandgemeinSachren gingen die I Raisbaun be orderungen husz. hender Sraßen.du Jun. vevteruy gat Sie Gemeinde Vensberg in den Abständen von 10 Metern sind am Wegerande asoße Bauwerke sind ausgeführt die 10 und 8 Metern lowve,.„etern Spannweite, Lenneferbach mit; hretzener Regie die Die Gemeinde hat.. Gereinde au gef=hisgh Heleke“ gbeste Prosekt urische Srzech, den Ausdau von ueSsten ase eselcge, gasten sch au. anderthalb Millionen Mor.. aan wesch wich tige Stellung heute der Wegebau in dem Aufgabenkreis der Gemeinden einnimmt. Bergisch Gladbacher Bolksverein Die Vergisch Glad####er, P atholische Deutschland ist seit einiger kotholische v Zatholiten gediegene Zeit eiftrig bemüht, es. tengtv(hanz befonders Vortragsabende zu bieren..te von vorerfreulich ist es, daß bei Veren, pie unrahmten Veranstaltugen die Jugend vertreten ist.. Algermissen Aoiotr=heihenr Auesistunge, Gbr d. das einen Verband von 560000 Mitgliedern habe. Vorgegangen werde nach einem einheitlichen Arbeitsprogramm in Wort und Schrift. Ziel sei die Vernichtung der katholischen Kirche. Der Redner streifte sodann noch die inter nationale Freidenkerbewegung. Sache jedes einzelnen Christen sei es, zur Ueverwindung Bewegung beizutragen; denn jeder Christ musse Satcdeusgen ei. Seigeie 64. elihe man nur am Sonntag im kurzen Gottesoienst Religiösität bekunde und sie dann für den müsse wieder durch sein Heligse sei. wois es auf Erden gebr Leten, lang gebracht werden. müsse wieder gewonnen werden. Die Leils mittel der Kirche gäben jedem die Kraft, den heutigen Lockungen und Versuchungen zu widerstehen. Katholisches Leben in der Familie in der Fabrik, auf dem Büro usw., das sei es, was heute fehle. Auch die echte christliche Nächstenliebe müsse wieder aufkommen. Pfarrer Müller sprach dem Redne, herz; lichen Dank aus. Der Abend wurde umrahmt von Chorliedern des Kirchenchors Cäcilia und Liederspenden von Frau Peter Lindlar., die begleitet wurde von Frau Schröder. An 17. Februar findet wiederum ein Vortragsabend tatt: es ist der katholischen Akademikervereinigung gelungen, hierfür einen der besten derzeitigen Redner, Dr. Landmesser(Aachen), zu gewinnen. Podei. de heshens erse, dlich. ie ce. Herren Degener, Fröhlingsdorf, 5# Kemp, unterhielten die Teilnehmer, auf Der Mieterschutzverein Bergisch Gladbach, hielt unter verig generakGladbach, hielt unter ven..HeneratStadtverordneten Rebei,##eric# versammlung ab. Aus dem Jay eschsche s haste de es cäie aesche sie e cece, sender deos Vereine, iunerer Vereinsfragen. Saun Vorsfere Z elit zuen Schristhihes: Sern Eine kleine Satzy Zäänderung wurde anRelletecb es S. Mätise lis. hesgise Gladbach=Gronau, wurde u. ter dem Vorie ecl lehlice. eshesheäihe hatten 59, De 2 se rihnen des Ver. sch Gladbacher Lyzeums im Gronauer Bechlosen wirhe in der Biagstzeit eisetinse Kültuis wnsche, de. eemaligen Shiseriger und dem Lehrerkollegium ist in der heutige Zeit überaus erfreulich. Aus der Bergischen Jagd 9 von Ehreshoven, bei einer Treibsagd in Die Berg. Gladbacher polizei berichtet an ho pe n ging für 215 Mark an die Baronesse Zur He ur, der Jagden haben die Jagdpächter von Olre Fasanen und Hasen in den Jagden ausgesetzt. Gestern abend gegen 10 Uhr wurde am Kiefernweg in Berg. Gladbach=Gronau ein dortiger Einwohner von einem unbekannten Manne überfallen und um Geld angegangen. Als der Ueberfallene sich weigerte, suchte der Mann ihm das Geld mit Gewalt zu entreißen. Er versetzte ihm dabei einen Schlag gegen den Magen, so, daß der Ueberfallene einen Augenblick bewußtlos wurde. Glücklicherweise gelang es ihm jedoch, sich zur Wehr zu setzen, so daß der Täter schließlich die Flucht ergreifen mußte Er war ohne Mantel, etwa 1,70 Meter groß und trug eine helle Schirmmütze. Zweckdienliche Angaben erbittet die Polizeiverwaltung Berg. Gladbach. In Berg. Gladbach=Rommerscheid wurden verschiedene Kleidungsstücke(u. a. Rock. Hose und Schal) aufgefunden, außerdem der Verkaufszettel eines Kölner Warenhauses. Man nimmt an daß der Eigentumer dort die Kleider gewechselt hat. Es stellt sich schließ lich heraus, daß es sich um einen 14½jähDer Bürgermeister von Hoffnungsthal macht bekannt, daß der Entwurf Gomeindehaushalt für das Nech nungsjahr 1929 ab heute 14 Tage lang auf dem Rathaus zur Einsichtnahme offen liegt * Mütterberatung in Bergisch Gladbach am Mittwoch, den 23. d.., nachmittags 4 Uhr, in der Schule Paffrath. Die Amtsvertretung Odenthal lehnte auf ihrer Sitzung einen kommunistischen Antrag auf Gewährung von Winterbeihilfen an sämtliche Unterstützungsempfanger ab. Wie Bürgermeister Brochhagen ausführte, erforderte der Antrag 7200 Mark oder. umgerechnet, 70 Prozent Zuschlag zur Grund= und Gebäudesteuer. Ueber die Angelegenheit unterhielt man sich längere Zeit und beschloß dann, den Wohlfahrtsausschuß zu ermächtigen, in dringenden Einzelfällen besondere Beihilfen an Seite 2 Rechtsrheinischer Anzeiger Dienstag. 22. Januar 1929 die Unterstützungsempfänger zu geben. Für die Straße im Scherfbachtal kann die Verwaltung ein zinsloses Kreisdarlehn erhalten. Die Amtesvertretung erklärte sich hiermit einverstanden. In der Schule in Schildgen ist die zweite Lehrerwohnung von dem Lehrer nicht benutzt worden. Beschlossen wurde, diese Wohe nung an einen Bürger zu vermieten. Einverstanden war die Amtsvertretung auch mit der Durchführung eines Haushaltungskursus in der Schule Schildgen. Schulamtliches. Der Schulamtsbewerber Wilhelm Hünten aus Witterschlick wurde mit der Verwaltung der Lehrerstelle an der Schule in Liebur beauftragt. Zum Volksschullehrer an der katholischen Volksschule in Frielingsdorf wurde der Schulamtsbewerber Felix Odenthal ernannt. Wiesdorfer polizeibericht In der Nacht zum Sonntag wurde einem Kaufmann in einem Tanzlokale am Rhein, Ueberzieher gestohlen. ein In Schutzhaft genommen wurde am Sonntagnachmittag ein auswärtiger Schmied, der in betrunkenem Zustande auf der Kölner Straße einen Menschenauflauf versucht hatte. In der Nacht zum Sonntag wurden in der Eigenheimkolonie ein braunes Jackett und eine braune Weste gefunden. Der Eigentümer kann die Sachen bei der Kriminalpolizei abholen. Echo von der Sieg Funkausstellung seinen beim Betrieb der Geräte der Netzanschluß überwiegt, ist heute ja eine Selbstverständlichkeit. Recht zahlreich waren auch die zur Schau gestellten Lautsprechertypen, unter diesen selbstgebastelte, die man als wirklich erstklassig, sowohl in der Ausarbeitung als auch in der naturgetreuen Wiedergabe bezeichnen kann. Daß die Industrie auch in verschiedenster Weise vertreten war, nimmt einen nicht Wunder. Bei Zusammenfassung des Gesamteindruckes, den uns diese Ausstellung vermittelte, kam man zu der freudigen Feststellung, daß auch in Siegburg das Interesse für die Radiotechnik eine beachtliche erreicht hat. Hoffentlich wird die Ausstellung dazu beitragen, den Kreis der Siegburger Radiofteunde noch mehr zu vergrößeren und dem Siegburger Rundfunkverein neue Mitglieder zu gewinnen. Am ersten Ausstellungsabend fand aus diesem Grunde in der Berufsschule ein Lichtbildervortrag statt, der in ansehnlicher und belehrender Art einen interessanten Ueberblick über das gesamte Funkwesen gab. Zahlen der Nacht Siegburg: Der Rheinische Ueberwachungsdienst gibt eine Statistik über nächtliche Ereignisse im Jahre 1928 heraus, die einen interessanten Einblick über die Sorglosigkeit der Siegburger Bürgerschaft gewährt. Offen vorgefunden und für Verschluß gesorgt wurden 708 Türen und 259 Fenster. In 315 Fällen wurden unnötig brennende Lichter gemeldet und gelöscht. 33 steckengebliebene Schlüssel wurden abgezogen und den Eigentümern zurückgegeben, 23 Fahrräder wurden sichergestellt, vier Wasserrohrbrüche und ein Hausbrand wurden entdeckt. Zwei Pferde wurden aufgegriffen und den Eigentümern wieder zugeführt. In zwei Fällen wurde Kranken Hilfe geleistet. 23 verdächtige Personen wurden beobachtet und verscheucht, in fünf Fällen wurden verdächtige Personen bzw. Einbrecher festgenommen und der Polizei übergeben. Familienfeier der Kreislehrervereinigung. Siegburg: Die Kreislehrervereinigung anstaltete im Reichenstein eine prächtige F veramie lienfeier. Herr Müller begrüßte die Erschienenen, insbesondere die Ehrengäste, Schulrat Brauweiler und Seminarlehrer Lang. Der Lehrerund Lehrerinnengesangverein unter Leitung von Seminaroberlehrer Rektor Heer gab Proben seines Könnens. Klassische Lieder von Brahms und Schubert brachte er zu Gehör, die mit den schönen, ansprechenden Schubertschen„Tänzen ihren Abschluß fanden. Ein vortreffliches chester erhöhte durch passende Musik die Festesstimmung, worunter die Solovorträge des Streichquartetts besonders gefielen. Im zweiten Teile des Abends herrschte Fidelitas. Gemeinschaftliche Lieder, Ansprachen, heitere Deklamationen, Volkstänze einer jugendlichen Gruppe wechselten miteinander ab, zwischen die sich die Damenrede des Herrn Faber und manches flotte Tänzchen der Hauskapelle schob. Frohe Festesstimmung hielt die Anwesenden noch manche Stunde beisammen. Kurze Nachrichten Siegburg. Einem Einwohner der Ringstraße wurde aus dem unverschlossenen Hausflur ein Herrenfahrrad, Marke Planet, entwendet. In der letzten Nacht wurde das am Eingang der Schulgasse angebrachte Verkehrsschild gewaltsam zertrümmert. Alle Personen, die hinsichtlich der Täterschaft Zweckdienliches bekunden können, werden dringend gebeten, dieses bei der Kriminalpolizei unter Zusicherung von Namensverschwiegenheit zu melden. Beim Ueberholen eines Lastkraftwagens in der Nähe des Amtsgerichts in Hennef streifte ein Personenautomil einen aus Siegburg kommenden Motorradfahrer, der dadurch zum Sturz kam. Er wurde mit schwer verletztem Kopfe in ein nahegelegenes Haus gebracht. Der Alkohol Siegburg: Zum erstenmal veranstaltete der Siegburger Rundfunkverein am Samstag und Sonntag in den Räumen der Berufsschule eine Funkausstellung, nicht nur, um all das der öffentlichen Kritik zu unterbreiten, was im Laufe der Jahre in emsiger Bastelarbeit seitens der Vereinsmitglieder geschaffen wurde, sondern auch, um Einblick zu gewähren in das interessante Gebiet der Funktechnik überhaupt, wie es in der Ankündigung zur Ausstellung lautete. Was einem bei Eintritt in den Ausstellungssaal auffällt, ist neben der großen Anzahl der ausgestellten Geräte die saubere technische Ausführung der Einzelgeräte, die in den meisten Fällen von fabrikmäßig hergestellter Ware nicht zu unterscheiden sind. Dabei hat außer dem Detektor, der im Vergleich zum heute schon sehr billigen Nöhrengerät nur gering vertreten ist, jeder Gerätetyp, vom Doppelgitterröhrengerät angefangen bis zum Hochleistungsempfänger, Platz auf der Ausstellung erhalten. Daß verband der Pfarrer Werr die beifällig aufgenommene Mitteilung, daß bei der nächsten Zusammenkunft Herr Pfarrer Berghoff(Siegburg) sprechen wird. Diese Versammlung unserer Pfarrgemeinde ist am 24. Februar. Kreis Altenkirchen Von der Leiter gestürzt. Betzdorf: Von einem schweren Unfall wurde die Familie Ruckes(Struthof) betroffen. Ihr Sohn, der für einen hiesigen Installäteur in Wetzlar tätig war, fiel während der Arbeit mit einer Leiter um und verletzte sich dabei so schwer im Rücken, daß derselbe sofort dem St.=Joseph=Krankenhaus in Betzdorf zugeführt werden mußte. Beim Rodeln verunglückt. Betzdorf: Beim Rodeln kam ein Betzdorf: Beim Rodeln kam ein junger Bursche zu Fall und zog sich einen schweren Beinbruch zu. Ein Arzt brachte den Verletzten sofort ins hiesige Krankenhaus. Volksvereinsarbeit. Betzdorf: In unsern Filialene Alsdorf und Bruche fanden am Sonntag Versammlungen des katholischen Volksvereins statt, zu welchen als Hauptredner Dr. Kremer von der Zentrale erschienen war. Er sprach über den Volksverein im Verhältnis zu unserer heutigen Zeit. Dann nahmen in den stark besuchten Versammlungen noch das Wort Definitor Thome und Oberschullehrer Reif. Unter Leitung von Kaplan Bersch hat sich die Sache svereins in vorbildlie des Volksvereins in vorbildlicher Weise im Bereiche unserer Pfarrei entwickelt. Der Verein hat nämlich jetzt die hohe Zahl von 560 Mitgliedern erreicht. Neues Jugendheim. Wissen: In unserer Vikarie Mittelhof ist ein Jugendheim entstanden zum Kostenpunkt von 25 000 Mark. Hier hat die katholische Opferwilligkeit einen besonderen Triumph gefeiert. Ein Wildschwein erlegt. Scheuerfeld: Auf der am Sonntag in Niederdreisbach abgehaltenen Saujagd erlegte Herr August Stahl von hier einen Keiler im Gewicht von 80 Pfund. Verlosung. Scheuerfeld: Die Verlosung im Kirchenbaude verein findet am Sonntag, den 17. Februar, statt. Plötzlicher Tod. Wehbach: Der 72 Jahre alte Invalide Reinhard Georg aus dem benachbarten Hahnhof wurde, als er am vergangenen Mittwoch von " N i e d e r f i s c h b a c h b e i m k e l einem Gang nach Niederfischbach heimkehren wollte, auf der Christley plötzlich vom Tode überrascht. Familienfeier des Musikvereins. ür zwei verWehbach: Die am vergangenen Sonntag vo hiefigen Musikverein veranstaltete Familienfei wies einen recht guten Besuch auf. Die Da vom feier recht guten Besuch auf. Die Dardietungen der Kapelle, die einzelnen Couplets und Solo=Vorträge, sowie die Aufführungen von einzelnen Tänzen aus früherer und jetziger Zeit durch eine Singgruppe aus dem Nachbarorte Elkhausen gefielen allgemein. Noch gut gegangen. Sassenroth: Beim Kreuzen zweier Autos auf der Straße in Sassenroth geriet ein Wagen ins Schleudern und fuhr gegen einen Prellstein. Dabei wurde der Wagen erheblich beschädigt. Der Wagenführer kam mit dem Schrecken davon. Der Bau einer Dienstwohnung heiratete Lehrperfonen wurde nach den Plänen und Kostenanschlägen des Archisekten Breue unter der Voraussetzung beschlossen, daß die Finanzierung für die Gemeinde tragbar ist. Ein kurzfristiges Darlehen von 9000 Mark soll in einen langfristigen Kredit umgewandelt werden Ein Antrag eines auswärtigen Herrn, die Errichtung eines Wochenendhauses in den Weider in Lülsdorf zu genehmigen, wurde auf Grund des§ 13 des Ortsstatuts abgelehnt. Schließlich wurde noch ein Antrag auf Befreiung von der Hundesteuer genehmigt. persönliches Kreis Waldbröl Die Witwe Math. Christ in Katzenbach, wir am 24. Januar ihren 80. Geburtstag feiern. Ankündigung 8— 22 2 5 Ankündigungen Familienseier, Morsbach: Der hiesige Bienenzuchtverein veranstaltete am gestrigen Sonntage *—"„ gon„„„„„ Hennef: Auf der Straße bei Hennef fuhr am Freitagabend gegen Mitternacht ein Auto in schnellster Fahrt dahin, als plötzlich der Wagenführer einen dunklen Gegenstand auf der Landstraße liegen sah. Im letzten Augenblick noch konnte er seinen Wagen zum Stehen bringen. Beim Nachsehen fand er einen Mann, total betrunken, neben seinem Fahrrad liegen; er war trotz der scharfen Kälte eingeschlafen. Noch einige Meter Fahrt, und das schwere Auto wäre über ihn hinweggegangen. Daß der Wagenführer über die bodenlose Leichtsinnigkeit aufgebracht war und den Betrunkenen in nicht gerade sanfter Weise auf die Beine brachte, kann man sich leicht vorstellen. Der Betrunkene war von der scharfen Kälte schon halb erstarrt und hat nur dem Erscheinen des Autos sein Leben zu verdanken. im Saale der Witwe Fritz Moll seine diesjährige Famtlienfeier, die einen harmonischen Verlauf nahm. Eine ansehnliche Schar Mitglieder mit ihren Angehörigen hatte sich eingefunden, um in geselligem Beisammensein, die Sorgen des Alltags zu verscheuchen. An Stimmung fehlte es nicht und der Kaffeetisch war reichlich gedeckt, so daß auch in dieser Hinsicht nichts mangelte. Nach dem Essen spielte die Musik zum Tanz auf. 9 Das Männerquartett Kirchen wird am nächster Sonntag ein Konzert im Saale von Ernst Dung veranstalten, dessen Ertrag dem Paramentenverein zugute kommen soll. Aus unserer Vereinsmappe * Der Turnverein Bensberg 01 hielt am verflossenen Samstag im Lokale Mödder, seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Jakob Gräf rath, leitete die Versammlung, Herr Peter Gräfrath erstattete den Geschäftsbericht für das letzte Vereinsjahr. Dem Bericht ist zu entnehmen: Im Berichtsjahre Theaterabende. Lichtenberg: Der hiesige katholische Gesellenverein gav am gestrigen Nachmittag das vieraktige Schauspiel„Mutterleid im Bettlerkleid“, das die Spieler seyr gut wiedergaben.— Am kommenden Sonntag bringt der kath. Gesellenverein Holpe im Saale Rosenthal(Morsbach) das Theaterstück„Der Freischütz" zur Aufführung. wurden 4 Vollversammlungen abgehalten, 2 Gautage be—„* t; der Verein nahm an der Schloßstaffei teil und beteiligte sich auch am Deutschen Turnfest in Köln. Herr Kraus erstattete den Kassenbericht. Die Einnahmen betrugen im Berichtsjahre 1476 Mark, die Ausgaben 1056 Mark, es verbleibt ein Kassenbestand von 420 Mark. Dem Kassierer wurde mit Worten der Anerkennung Entlastung erteilt. Oberturnwart Busch gob den Spielplan für das Jahr 1929 bekannt. Am 21. Apri soll ein Gerätekampf zwischen Turnverein Bergisch Glatbach, Turn= und Fechtklub Bergisch Gladbach, Turnverein Pfakrversammlung in Spich. Spich. Bei Lohmar versammelten sich am Sonntag erfreulich viele Mitglieder unserer Gemeinde zu einer Pfarrversammlung. Nach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden schilderte der als Redner gewonnene Pfarrer und Definitor Hegel(Menden) an Hand sehr zahlreicher und guter Lichtbilder seine Eindrücke von einer im Oktober 1928 unternommenen Reise nach Italien. Besonders interessant waren seine Darlegungen über Konnersreuth. So zurückhaltend mit Recht sich der geistliche Redner seine Worte wählte, erhellten doch daraus die merkwürdigen und natürlich nicht erklärbaren Vorgänge mit der Therese Neumann. Durchaus vorurteilsfreie und kritische Geister haben unumwunden ihre Ueberzeugung von dem außergewöhnlichen, ja übernatürlichen Charakter der Erlebnisse der Stigmatisierten kundgetan. Auch die eigentliche italienische Reise bot eine reiche Fülle der schönsten Bilder aus Natur und Kunst des Südens und war für die aufmerksamen Zuschauer und Zuhörer ein edler Genuß. Mit dem Danke an alle Mitwirkenden Gemeindeverwaltungen Gemeinderatssitzung in Birk. Die Gemeinderechnung für 1926 wurde geprüft und in Ordnung befunden. Eine im Jahre 1927 durch Zahlung eines Aufwertungsbetrages entstandene Ueberschreitung des Haushaltsplanes wurde nachträglich genehmigt. Sodann wurde die von dem Gemeindevorsteher über den Wegebau Inger—Franzhäuschen aufgestellte Abrechnung einer Nachprüfung unterzogen. Es ergab sich kein Grund zur Beanstandung; dem Gemeindevorsteher wurde Entlastung erteilt. In der Gemeinderatssitzung in Lülsdorf wurde Gutsbesitzer Josef Schäferhoff, Lülsdorf, Herkenrath und.=V. 01 Gensberg stattfinden, am 28. April ein Kreisturnen in der Rheinlandhalle in Koln, im März oder April ein Kampf um den GötzJugendkvanz, im Juni ein Bezirksturnfest, am 28. Jul: das Gauturnfest in Leverkusen, im Oktober das Gausportfest in Bergisch Gladbach. Am 1. Mai wird der Verein eine Wanderung nach Blankenheim unternehmen und am 9. Fedruar einen Gemütlichen Abend im Ver einslokal veranstalten. als Gemeindevorsteher eingeführt. Die Rechburde nung aus dem Jahre 1927 wurde geprüft und für richtig befunden, Zur Mitvollziehung von Beschlußausfertigungen wurden zwei Verordnete und zwei Stellvertreter gewählt. Von der Wegeverlegung in Weilerhof will man mit Rücksicht auf die hohen Kosten Abstand nehmen. * Der Quartettverein Altenberg veranstaltete ein Bergisches Sängerfest. Erfreulich war es zu sehen, daß die Vereine der Umgebung das schlechte Wetter nicht gescheut hatten und vollzählig erschienen waren. Auf dem Abend hörte man prächtige Männer chöre und Herr F. J. Thielen(Bergisch Gladbach) sprach in beredten Worten über den Bergischen Männergesang. * Die Marianische Jungfrauenkongregation Odenthal hatte am vergangenen Sonntag einen Festtag. Nach langen Mühen war es gelungen, eine prächtige Vereinsfahne anzuschaffen. Der Tag galt der Weihe der Fahne. Geschlossen vereinten sich morgens die Mitglieder am Tische des Herrn. In der Nachmittags andacht sprach Generalpräses Maaßen(Köln) zu Herzen gehende Worte. Nach der Andacht ging es in geschlossenem Zuge zum Lokale Hölzer. Für die weltliche Feier war ein gediegenes und reichhaltiges Programm aufgestellt worden. nventurAusverkauf! Heute wie am ersten Tag hauten Sie vorteilhatt! Einige Angebote aus der Abteilung: KLEIDERSTOFFE Kleider Velours bedruckt, für Hauskleider geeignet. Meter jetzt.85 Crêpe-Cald reine Wolle, doppelt breit, in vielen Modefarben Meter jetzt.80 Kleider-Schotten in vielen lebhaften Karostellungen, Meter jetzt.98 Travers-Streifen in schönen Dessins, für Jumper geeignet, Meter je.zt.20 Reinwoll. Shetland 100/130 cm breit, für Kostüme und Mäntel, besonders gute Qual Meter jetzt.90 Travers-Composé 70 cm breit, aparte Gewebe mit Kunstseide Meter jetzt.95 Ottomane mit Abseite 130/140 cm breit, in schwarz, marine und farbig, gute StrapazierQual. 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