Einzelpreis 10 Pfg. Bezugspreis: Fes Heus, monatlich: Ausgabe K 225.8, Aus8(mit der Freitags erscheinenden illustr. Beilage„Heimat und Welt“).55.4 Bei den deutschen Postanstalten: Ausgabe A2.25-4, Ausgabe B.55.4, ausschl. Bestellgeld. An der Geschäftsstelle abgeholt halbmonatlich: Ausgabe A.00.4, Ausgabe B.15.4 Einzelnummer 10.4, Freitags mit Beilage „Heimat und Welt“ 15.0, Samstags 154. General=Auzeiger für Köln und Umgebung. Volkezetung. Oean der Köner Erscheint täglich außer Sonn- und Feiertags. Anzeigenpreis: je mm Höhe Platzanzeigen 11+. auswärtige 154. dritte und letzte Seite 12.9 auswärtige 184, rubrizierte Gelegenheitsanzeigen. Fau enanzeigen und Stellengesuche.4. Reklamen 704. auswärtige 80., zweite Seite 80, auswärtige .00.K.— Platzvorschriften werden nur mit einem Zuschlag von 10% aus die Preise berücksichtigt “ Postscheckkonto Köln 52040. Erfüllungsort und Gerichtsstand: Köln. Nr. 191 Redattion Neumarkt 18a—24. Fernruf Anno 6920—29. 4812, 7777. Sprechstunde 12—1 Uhr. Rücksendung unve; angter Zuschriften ind Manuskripte erfolgt nur wenn Rückporto beigefügt ist. 12. Juli 1927 Beilagen Der Sonntag, Westdeutscher Sport, Stille Stunden. Die Frau in Familie und Völksgemeinschaft, Für unsere Kinder, Sozialpolitik u. Wirtschaftsleben, Reise u. Wochenend, Kultur u. Gegenwart, Musitk. Der Schrebergarten, Heimat u. Welt, Ill. Beilage zur Ausg. B. 42. Jahrg. Die landschaftliche Schönheit des Katastrophengebieses. Hoch oben im östlichen sächsischen Erzgebirge, wenige Kilometer von der Burchbruchstelle de. Elbe, der sogenannten sächsischen Schweiz, ziehen sich vom Kamm des Gebirgszuges, der nach Norden in Terrassen abfällt, in malerischer Lieblichkeit mehrere Flußläufe in die Tiefe. Es„ene der schönsten Gegenden Deutschlands, die von dem großen Wandererstrom noch wenig berührt ist. In der Umgebung des weit in die sächsischen und böhmischen Lande grüßenden entspringen die drei Flüßchen Müglitz, Seidewitz Schluchten, in denen kaum Raun füir Mege, K. Nache kasle Felse, ost hundert Reter acz. de: aleiten die Flußläufe. Auf den Höhen thronen trutzige Burgen und Schlösser. Zeiten sind die Flüsse harmlose Bäche, die man bequem überschreiten kann. Das schönste und an Romantit reichste Tal ist das Mugsizglzin dessen Oberlauf das kleinste sächsische Lauenstein mit 1000 Einwohern malerisch sich an den Felshängen ausbreitet. Jede Flußbiegung bietet dem Wanderer neue überraschend schöne Landschaftsbilder. Hier steht auch die eigenartige Burg Weesenstein, deren Pferdeställe im dritten und deren Keller sogar im fünften Stockwerk liegen. In dgr.###tt des Tales liegt das weltberühmte Uhrenstädtchen Glashütte mit dem ern vor di. denen Prachtbau der deutschen Glashütte liegt so eng in das Müglitztal eingezwängt, daß es nur eine einzige Straße hat. An dieser Straße ziehen sich terrassenförmig die Häuser empor, und die Stadt wird von den Einheimischen in eine Sommer= und Winterseite eingeteilt. Weiter östlich vom Müglitztal rinnen die Seidewitz und die Gottleuba, in die Ebene. Während das Seidewitztal nur wenige Siedlungen hat, ist das Gottleubatal stärker bevölkert. nur nahe dem 850 Meter hohen trifft der Wanderer bloß auf wenige Einzelsiedlungen und einsame Mühlen, die in schweigender Waldespracht, an der rauschenden Gottleuba liegen. Hier auf den unwirtlichen Höhen blüht kein Obstbaum mehr, die Straßen sind von Vogelbeerbäumen eingesäumt. Die höchstgelegene Stadt ist Gottleuba mit etwa 1500 Einwohnern. Das Städtchen hat eine Stahlquelle und ist Sitz der Heilanstal der Sächsischen Landesversicherungsanstalt. Drei Kilometer unterhalb baut sich entzückend zu beiden Seiten des engen Tales Berggießhübel mit rund 1450 Einwohnern auf, gleichfalls eine viel besuchte Sommerfrische und der Mittelpunkt einer großartigen Gebirgsszenerie. Von Gottleuba führt ein prächtiger Wanderweg durch das Seidewitztal ins Müglitztal nach Glashütte hinüber. Auf dem Gebirgskamm, am Mücketürmchen, wo die drei Flüsse in einer Entfernung von knapp vier Kilometer ihren Ursprung nehmen, entlud sich in mehrstündigem Wüten das Unwetter mit ungeheuren Wassermengen. Die schmalen Täler waren nicht im Stande, die Flu## ten, auch nur im Rahmen eines starken, dort I oben nicht ungewohnten Hochwassers, abzuführen. Meterhoch rauschten schon vom Quellgebiet die gigantischen Ströme in die Tiefe und führten dann, von allen Seiten neue riesige Wassermengen erhaltend, die namenlose Katastrophe herbei, die in wenigen Augenblicken drei blühende Täler mit zahlreichen Siedlungen buchstäblich vernichtete und vielen, vielen Menschen den Tod brachte. Es ist die größte Wetterkatastrophe, die in der Geschichte des Erzgebirges sich zutrug. Alle anderen Hochwasser reichen nicht im entfernte; s t e n a n d i e u n b e s c h r e i b l i c h e G r ö ß e d i e s e s E r eignisses heran. Im Juli 1897 war das Gottleubatal schon einmal der Schauplatz einer großen Ueberschwemmung. Tagelange Regenfluten schwellten die Gottleuba zu einem reißenden Strom an, der den Ort Gottleuba, Berggießhübel und die weiter im Unterlauf gelegenen Dörfer überschwemmte und Häuser und Fabriken einriß, vor dem sich aber die Menschen rechtzeitig mit ihrem nten, so daß nur unendlicher Vieh retten konnten, so daß nur Sachschaden angerichtet wurde. Was sich aber jetzt in der Nacht zum Samstag dort in den Tälern des östlichen Erzgebirges abspielte, das ist grauenhaft und unbeschreiblich und niemals durch Sachwerte und Geldsammlungen zu ersetzen. Diese köstlichen Täler sind auf Jahrzehnte hinaus vernichtet. Sachsen ist um eine wundervolle Landschaft ärmer, viel leicht um die schönste. ben wir auch Vater und Kind gerettet, der Mann fiel ohnmächtig um.“ Zehn Minuten weiter die Handelsgärtnerei von Leubert. Herr Straßberger erzählt:„Vor Schreck hatte die Frau eine Fehlgeburt. Dann, als das Wasser kam, und sie und die Ihrigen auf den Schrank geklettert waren, habe sie ein Loch in die Decke über sich geschlagen, um in das obere Geschoß zu kommen, da die Treppe schon weggerissen war. Daraus haben wir sie morgen um 5 Uhr zu acht Mann herausgeholt. Wo die Müglitz wieder rechts abbiegt, liegt die Wirtschaft Zur Brückenmühle. Da sind drei Mann vom Skattisch weg von den Fluten mitgerissen worden. Wer nicht augenblicklich die Berghänge hoch flüchten konnte, war verloren, * Alle sagen, das Unglück habe sich in w nigen Minuten abgespielt. Wie war diese Naturkatastrophe nur möglich? Wolkenbruch zunächst. Aber schlimmer war das Holz, dem nichts widerstand. In diesen ganzen Tälern liegen Holzschleifereien, sind Millioncawerte von Holz aufgestapelt gewesen. Man ahnt zur Stunde nicht schätzungsweise den Menschen= und Materialschaden einschließlich des Verlustes an ertrunkenem Vieh. Unterwegs treffe ich einen Mann, der im Eimer das Wasser vom Berge holt. Immer wieder die erste Frage:„Wie konnte das nur so rasch kommen?"„Weiß nicht,“ sagt er.„Wir hatten plötzlich kein Licht mehr. Sahen nur Blitze und flammenden Himmel. Meine #rau sagt, das Wasser kommt ja über die Straße. Bei jedem Blitz mehr Wasser. Plötzlich ein Donnerschlag, eine Tanne schneidet uns das halbe Haus entzwei. Wasser drängt schon durch die Haustür. Wir wollen die Gäule retten. Die Frau des Kutschers, ihr 21jähriger und 12jähriger Sohn helfen. Auf einmal reißt mich meine Frau die Straße hoch, etwas Dunkles kommt angeschwommen, es ist der Motorlastwagen aus der Garage. Die Kutschersfrau mit ihren beiden Söhnen reißt er mit sich fort. Die Leichen konnten wir noch nicht bergen.“ Der Mann erzählt ganz einfach und sachlich. Wir schweigen entsetzt.„Hat sich denn der Besitzer retten können?“ frage ich. „Ich bin selbst der Besitzer Zimmermann.— Ja, Sie müssen entschuldigen, wir arbeiten seit gestern nacht.“ Der Rittmeister, nur um etwas zu sagen:„Und die Gäule sind Ihnen abgetrieben?“ „Nein, sie sind in ihrem Stall geschwommen bis heute morgen. Da standen sie bis zum Kopfe unbeweglich im Schlamm. Wir haben sie erst ausgraben müssen.“ In Weesenstein hat der dortige Bürgermeister, der Bürstenmeister Weidauer, die Ortschaft alarmiert. Er selbst rast das Dorf herab. Als er umkehren will, sperren ihm die Wasser den Rückweg. Ein Wettlauf mit dem Tode beginnt, er rettet sich auf ein Bahnwärterhäuschen und erlebt in furchtbarer Todesangst das Steigen und Fallen des Wassers. Bei Berggießhübel steht ein Haus, man sieht den dunkeln Wasserstreifen bis zum zweiten Stock. Das Haus lehnt gegen eine Bergwand. Sie konnten nicht mehr aus dem Haus, um den Berghang hochzuklettern. Sie sind bis zum Heuboden gestiegen, eine Hand breit über dem Wasserstreifen haben sie drei Stunden lang ausgehalten, dau ernd den Tod vor Ein Mann sagt zu mir:„Ich war vier Jahre im Krieg, diese Nacht könnte ich nicht noch einmal erleben. Es war wie ein Schnellfeuer von Kanonen und Maschinengewehren, das Prasseln der Fluten, das Krachen zusammenstürzender Häuser. Ichdachte nur, die Welt geht unter.“ Die furchtbaren Verwüstungen an der Gottleuba in Berggießhübel. Ein von der Flutwelle aufgerissenes Wohnhaus. Blick in die völlig verwüstete Hauptstraße der Stadt Berggießhübel. Im Vordergrund ein durch die Flut halb weggerissenes Haus; hier waren allein 9 Tote zu beklagen. Berlin. 12. Juli. Gestern nachmittag wurden in Berggießhübel die ersten Opfer der KataGrauenvolle Einzelheilen berichtet in der Kölnischen Volkszeitung Heinrich Zerkaulen: Feuerwehr sperrt den Weg, Sanitäter schleppen Tragbahren an. Mitten auf dem Platz ein umgeworfener Eisenbahnzug, einzelne Wagen 200 Meter weit fortgeschleudert gegen.##. Haus, dem der Giebel eingedrückt ist, gegen eine schwere Steinbrücke, die mitten durchbrach. „Der da hat auch Frau und zwei Kinder verloren, alles verloren, hat vor einem Jahr ein photographisches Atelier aufgemacht,“ sagt ein fremder Mann zu mir.„Wie ist das nur so rasch gekommen?“„Das kann Ihnen kein Mensch beschreiben,“ sagt ein Dritter.„Ich,stand auf der Brücke nach dem ersten Wolkenbruch, wir hatten alarmiert, aber das Wasser ging zurück. Vor dem Bahnhof wartete der fahrplanmäßige Zug 10.12 aus Dresden. Plötzlich ein Schrei, ganz Glashütte schreit, der Zug wird von Wassermassen vorangeschoben, ein Wagen löst sich, wird abgetrieben, schlägt gegen das„ Haus an steil bis zum Dach und schlägt um. Wasser der St. 4. Ruter und Tacht, wellengegz von Sscetsce ie. esikechäie hace Betfäilet die sich vor dem Hause geteilt hat. Wir haben sie noch nicht gefunden. Ein Fabrikant, Paul Straßberger, führt uns bis zum Stadthotel. In der Gaststube des Stadthotels ist das Wasser in Minuten hoch gestiegen bis in Schrankhöhe. Der zehnjährige Sohn des Wirtes hat seinen Kopf zur Ventilation über der Türe herausgestreckt, um nicht zu ersticken. Der Lokomotivführer des Zuges, den Sie da draußen liegen sehen, ist auf die Esse der Lokomotive geklettert in Brusthöhe über dem rasenden Wasser. Ein Reisender stand bis zum Hals im Wasser und hat zwei Stunden lang sein dreijähriges Kind mit beiden Armen über sich gehalten. Sie schrien alle entsetzlich, wir konnten nicht an sie heran. Erst als das Wasser fiel, haWTB Berlin, 11. Juli. Anläßlich der schweren Hochwasserkatastrophe in Sachsen nimmt auf Ersuchen der sächsischen Regierung auch die Reichsgeschäftsstelle der Deutschen Nothilfe, Berlin W 81, Wilhelmstraße 62, Spenden entgegen. Es wird gebeten, Geldspenden auf folgende Konten zu überweisen: Postscheckkonto Berlin 160 000 Bankkonten Deutsche Nothilfe„Hochwasserscha= den" bei der Reichsbank, der Deutschen Bank, Direktion der Diskonto=Gesellschaft, der Darmstädter und Nationalbank, der Dresdener Bank und ihren Filialen sowie bei der Deutschen Girozentrale mit den ihr angeschlossenen öffentlichen Kassen. 2 HIIHIL 2 Nr. 191 ###— In der Trauergemeinde man viele Leute in Fetzen von Gewändern, sio sich gerettet hatten. Die Verwüstungen. Berlin, 11. Juli. Der Umfang des furchtbaren Unglücks im sächsischen Ost=Erzgebirge läßt sich erst jetzt einigermaßen übersehen. Alle Eisenbahnstrecken und Fahrstraßen auf 30 Kilometer Länge von Pirna aus gerechnet sind so zerstört, daß zu ihrerHerstellung Monate nötig sind, zumal auch alle Brücken völlig zerstört wurden. Die beiden Städte Gottleuba und Berggießhübel müssen ganz neu projektiert werden. Sieben oder acht Familien in Berggießhübel sind vollständig ausgerottet. Nicht ein Mitglied ist gerettet. Hier klingt aber auch das Lied vom braven Mann, dem es schon gelungen war, sechs Frauen zu retten und der dann bei dem Versuche, die siebente zu retten, von den Fluten weggerissen wurde und ertrank. WTB Berlin, 11. Juli. Das Reichskabinett beschloß in der unter dem Vorsitz des Reichskanzlers abgehaltenen Sitzung auf Antrag des Reichsfinanzministers und des Reichsministers des Inneren, zunachst zwei Millionen Reichsmarr zur Linderung der schweren Unwetterschäden, die weite Gebiete Sachsens und einige Gebietsteile Preußens betroffen haben, zur Verfügung zu stellen. WTB Dresden, 11. Juli. Die hiesigen Banren und Bankiers haben einstimmig beschlossen, eine gemeinsame Sammlung von Geldspenden für die bei der Unwetterkatastrophe im Erzgebirge Geschädigten in die Wege zu leiten, Bei der gleichzeitig veranstalteten Sammlung wurde als erste Hilfeleistung ein Betrag von hunderttausend Mark gezeichnet. Die Direktion der Allgemeinen Deutschen Kreditanstalt stellte zehntausend Mark zur Verfügung. einstellen mußte. Auch die Gleiskörper am Bahnhof Tempelhof wiesen an vielen Stellen Beschädigungen auf, die eine Sperrung der Strecke notwendig machten. Im Schacht der neuen Untergrundbahnstrecke, der an das TemFeld grenzt, stand das Wasser etwa einen Meter hoch. Die Siedlungen in der Nähe von Tempelhof stehen fast ganz unter Wasser. Hier sind auch viele Bäume niedergerissen worden. Am Teltowkanal in Tempelhof lockerte der ununterbrochene Regen an mehreren Stellen die Erdmassen der Dämme des Kanals, die lawinenartig ins Wasser stürzten. Zwei Arbeiter, die am Ufer beschäftigt waren, wurden von den herabstürzenden Erdmassen verschüttet. Der Feuerwehr gelang es, die beiden Arbeiter zu befreien. Auf der Strecke Potsdamer Bahnhof —Südende verursachte der Wolkenbruch eine Verkehrsstörung, die den regelmäßigen Bahn verkehr auf ungefähr zwei Stunden völlig lahm legte. Kücker Pohal=Angeiger Dienstag, 12. Juli 19271) Inleressant für kalholische Slahlhelmer. Schweres Gewitter über Paris. WTB Paris, 11. Juli. Heute abend ist über Paris und Umgebung ein ungewöhnlich schwe res Gewitter niedergegangen, das in verschie denen Stadtteilen beträchtlichen Sachschaden an richtete. In zahlreichen Häusern wurden die Keller und Geschäftsräume unter Wasser gesetzt, so daß die Feuerwehr die Bewohner befreien mußte. Auf den Straßen erreichte das Wasser eine Höhe bis zu 70 Zentimeter. Bei einigen Häusern besteht Einsturzgefahr. Viele Fernsprechanschlüsse sind infolge der Ueberschwemmung in den Büroräumen unterbrochen Auch über London. Hilfsbereitschaft. Wie so oft, so zeigte sich auch hier, daß gemeinsame Not und Unglück alle Parteischranken niederreißt und die Menschen sich zur Hilfeleistung die Hand reichen. Das Reichsbanner entsandte eine mehrere hundert Mann starke Hilfskolonne in das Unglücksgebiet. Ebenso erschienen Angehörige des (kommunistischen) Roten Frontkämpferbundes, des Stahlhelms und des Jungdeutschen Ordens, die gemeinsam mit den Soldaten der Reichswehr, den Magdeburger Pionieren, der Technischen Nothilfe und der Feuerwehr mit Aufopferung zusammen arbeiteten. WTB London, 12. Juli. Gestern nachmittag wurden London und Umgebung von einem heftigen Gewittersturm heimgesucht. Zahlreiche Häuser wurden vom Blitz getroffen. Aus allen Teilen der Stadt liegen Berichte über erhebliche Ueberschwemmungen von Straßen, Plätzen und Kellern vor. Der Verkehr wurde erheblich gestört. Bisher sind zwei Todesfälle von Kindern gemeldet, die ertranken. Trotz des Gewitters flogen die deutsche Fliegerin Rasche und die englische Fliegerin Lynn in ihren kleinen Flugzeugen von Croydon nach Soton, wo sie glatt landeten. Ueberschwemmungskatastrophe in Rußland. Beileid. WTB Berlin, 11. Juli. Anläßlich der Unwetterkatastrophe im Erzgebirge hat der dänische Gesandte dem Reichskanzler das Beileid der dänischen Regierung zu der Katastrophe ausgesprochen. WTB Wien, 11. Juli. Bundespräsident Dr. Hainisch hat anläßlich der Unwetterkatastrophe im Elbtal ein Telegramm an den deutschen Reichspräsidenten v. Hindenburg gerichtet, darin es heißt: Ganz Oesterreich trauert mit mir über diesen schweren Schlag, von dem das Erzgebirge betroffen wurde, und fühlt aufrichtig mit allen deutschen Stammesbrüdern, die Schaden an Le ben und Gut erlitten. WTB Moskau, 11. Juli. In der Stadt Likojanow im Gouvernement Nischni=Nowgorod, die von einem schweren Wirbelsturm heimgesucht wurde, wurden während einer Ueberschwemmung der Stadt durch den Teschafluß Dutzende von Menschen. Hunderte von Wohngebäuden, einige Brücken und eine große Anzahl Vieh durch das Hochwasser weggeschwemmt. Erdbeben in Palästina. Jerusalem, 11. Juli. Heute nachmittag ereignete sich in Palästina ein Erdbeben, das fünf Sekunden andauerte und, wie United Preß meldet, mehrere Menschenleben gekostet hat, während der Sachschaden unbeträchtlich ist. Dagegen sind in den Vorstädten von Jerusalem mehrere Häuser eingestürzt, wobei auf dem Oelberg mehrere Personen unter den Trümmern bearaben wurden. Bedeutend stärker wurde der Erdstoß in Jericho verspürt, wo drei Touristen beim Einsturz eines Hotels ums Leben kamen. Die KV. erhielt folgenden Bericht: Am 8. November 1924 hat der StahlhelmKreisführer Freiherr Max von Los in einer Versammlung in Pfalzdorf u. a. ausgeführt, der frühere Kaplan Czeloth in Adersleben habe eine Schrift gegen die vaterländischen Verbände herausgegeben. Eine Schrift, die sich bei näherer Prüfung als eine Schmähschrift voller Unwahrheit und Entstellung erwiesen habe, so daß Czeloth sein geistliches Amt habe niederlegen müssen. Seine Schrift sei aus dem Buchhandel zurückgezogen und die Einstellung der deutschen Bischöfe zu den vaterländischen Verbänden habe sich geandert. Kardinal Schulte(Köln) und der Pfarrer van Heukelum von Geldern hätten den christlichen wein im Stahlhelm und das religiöse Pflichtgefühl der katholischen Stahlhelmleute gelobt. aufgestellten Behauptungen stellten sich albbald als unwahr heraus. Kardinal Schulte ließ sofort die angebliche Aeußerung als unwahr dementieren. Der frühere Kaplan Czeloth, jetzt Direktor der Kreuzbundzentrale Haus Hoheneck in Heidhausen=Ruhr, erklärte, daß seine Schrift nicht aus dem Buchhandel zurückgezogen sei; auch habe er sein geistliches Amt nicht niederlegen müssen. Ferner lägen keinerlei Beweise vor, daß die Bischöfe ihre Ansicht uber die vaterländischen Verbande geändert hätten; im übrigen tellte er in Aussicht, daß er wegen der schweren Beleidigung, die v. Los gegen ihn ausgesprochen habe, Privatklage erheben würde. Am Mittwoch, den 6. Juli, fand vor dem Amtsgericht in Goch ein Termin in dieser Angelegenheit statt. Der angeklagte Freiherr v Loe#cklar. es sei ihm von dem Gauführer des Stahlhelm in Hagen mitgeteilt worden, daß Kaplan Czeloth sein Amt habe niederlegen mussen. Es hätte eine Anzahl katholischer Stahlhelmkameraden Gewissensbisse darüber bekommen, ob sie als Katholiken dem Stahlhelm angehören könnten. Infolgedessen habe er seine„Ausführungen in Pfalzdorf gemacht. Sein Rechtsanwalt Kleyire aus, mnvber versuchte sodann aus dem Buch selbst zu beweisen, daß es eine Schmähschrift voller Entstellung und Unwahrheiten sei Insgesamt führte er zum Beweise 44 Stellen aus der Schrift: Klarheit und Wahrheit, warum wir Katholiken die vaterländischen Verbände ablehnen, an. In seiner Erwiderung wies der Privat= klager. Direktor Czeloth, darauf hin, daß der Vertreter des Angeklagten keinen einzigen Beweis für die Unwahrheit einer Stelle gebracht habe. Wie leicht sich der Vertreter des Angeklagten den Beweis dafür, daß die Schrift eine Schmähschrift voller Entstellung und Unwahrheit sei, zu machen suchte, sei durch folgendes treffend illustriert. Auf Seite 30 wird über die ersten Anfänge der nationalistischen Bewegung nach dem Kriege berichtet und auf ihren Gegensatz gegen das Zentrum und gegen den Katholizismus hingewiesen und als Beispiel Nr. 1 der in Halberstadt erschienenen Deutschen Blätter zitiert. Es heißt darin:„Von stolzer Höhe ist unser Vaterland jäh in den Abgrund gesunken, noch ist unser Vaterland nicht gesund, noch dürfen dämonische Kräfte(der altböse Feind Rom! D..) ihr frevelhaftes Spiel treiben, aber die Stunde der Rache, sie wird kommen.“ Rechtsanwalt Kleybolte bezeichnete diese Stelle als ein Beispiel einer Entstellung und Unwahrheit. Der Zusatz Czeloths habe ganz offenbar gar nicht im Sinne des Verfassers gelegen: mit den dämonischen Kräften hätte der Verfasser die Kommunisten, die Sozialisten u.., die die Revolutionen gemacht hätten, gemeint, nicht aber die Katholiken und das Zentrum. 0 Demgegenüber konnte der Privatkläger darauf hinweisen, daß der Vertreter des Angeklagten nur fünf Zeilen hätte weiter zu lesen brauchen; da stand folgendes(der Artikel endet im Fettdruck):„Los von Judas! Los von Rom! Los von der Internationale! Zurück zu Luther und Bismarck! Zurück zum deutschen Volk! Zurück zur Flagge Schwarz=weißrot!“ Einige Zeilen weiter wird der zweite Artikel der Deutschen Blätter zitiert, und zwar u. a. mit folgenden Sätzen:„Laßt euch nicht blenden und mit jesuitischer Kunst unter das Joch römischer Knechtschaft fangen...(!) Staatsmänner oder Staatsbürger, die solches Recht römischen Herren einräumen und solche Pflicht auf sir wälzen, handeln wissenlos!“ Der Privatkläger konnte seine Gegenbeweisführung zu Ende führen. da inzwischen nach gegenseitiger Aussprache gewünscht wurde, daß der Angeklagte. bzw. dessen Vertreter, seinen Nachweis, daß die Schrift eine Schmähschrift voller Entstellung und Unwahrheiten sei, schriftlich dem Gericht einreichen soll. Der Privatkläger wies auch noch darauf hin, daß die Behauptung des Angeklagten, die Ansicht der Bischöfe habe sich seitdem geändert, gänzlich unwahr sei. Noch vor wenigen Tagen habe dies der Bischof von Münster an den Pfarer van Heukelum in Geldern ausdrücklich erklärt. Daraufhin wurde die weitere Verhandlung vertagt. (8 Reichsbahn und Millelsiand. 26 Tote. Was lehrt das Unglück? Die Katastrophe, die in wenigen Tagen das Harzgebiet und das südöstliche Sachsen heimgesucht haben, dürften doch vielleicht das eine Gute haben, die dringende Notwendigkeit des Baues von Talsperren den maßgebenden Stellen vor Augen zu führen. Fast in jedem Jahre wird, wie die letzten Jahre fast regelmäßig gezeigt haben, irgend ein Teil des deutschen Reiches von ähnlichen Schicksalsschlägen betroffen. Millionenwerte werden in wenigen Stunden vernichtet und die betroffenen Bewohner oft genug dauernder und völliger Verarmung überantwortet. Denn mit der Hilfe, die in solchen Fällen aus Reichs= und sonstigen öffentlichen oder privaten Mitteln fließen, wird, wenn es gut geht, nur der allerdringendsten Not abgeholfen. Mit dem Bau von Talsperren, würden diese Summen eine zweckmäßigere Verbindung finden. Sollte nicht auch die Lage des Arbeitsmarktes zum Bau solcher Schutzmittel anregen? Wetterkatastrophen wird es immer geben und ihre Folgen sind nicht ganz zu verhindern, können aber wesentlich herabgemindert werden. Das Unweiter in Berlin. Ueberschwemmung auf dem Flughafen Tempelhof. WB Berlin, 11. Juli. Die Montagnachmittag bei dem Unwetter niedergegangenen Wassermassen haben auf dem Flughafen Tempelhof große Ueberschwemmungen verursacht. Auf dem betonierten Rollfeld stand das Wasser 40 Zentimeter hoch und reichte bis an die Achsen der startenden und landenden Flugzeuge. Das Ein= und Aussteigen der Fluggäste konnte nur dadurch ermöglicht werden, daß die Omnibusse der Lufthansa bis an die Kabinen der Flugzeuge heranfuhren und durch Laufstege mit diesen verbunden wurden. Ueberaus arge Verwüstungen hat der Regen besonders in Tempelhof und Marienhof angerichtet. An den Böschungen des Teltowkanals sieht man stellenweise mehrere breite Löcher, die sich das abfließende Wasser gegraben hat. Alle Bretterzäune und Drahtgitter sind niedergelegt. Die Schienen der Treidelbahn am Teltowkanal sind unterspült, so daß die Bahn ihren Verkehr WTB Jerusalem, 11. Juli abends. Das Erdbeben hat sich über Palästina und Transjordanien ausgedehnt. Nach den bisher eingegangenen Berichten wurden im Jerusalemer Bezirk 26 Personen gerotet und 30 verwundet. Viele Häuser sind schwer beschädigt, darunter das Regierungsgebäude mit der Wohnung des Hofmarschalls Lord Plumer. Sonderbares Schicksal. Berlin, 11. Juli. Vor einigen Wochen stieß der Fahrradhändler Mart. Wolf aus Werneuchen mit seinem Motorrad nachts auf der Chaussee Seefeld mit einem Pferdefuhrwerk zusammen. Seine hinter ihm sitzende Frau stürzte auf den Damm und war sofort tot. Heute nacht unternahm der B. Z. am Mittag zufolge, Wolf zum ersten Mal nach dem Unglück eine Fahrt mit seinem Motorrad. In der Nähe der damaligen Unfallstelle wiederholte sich der gleiche Unfall. Wolf wurde auf die Chaussee geschleudert und blieb tot liegen.(Ob der Mann in der Erinnerung an das frühere Geschehen an jener Stelle die Nerven verloren hatte?) Schweres Kraftwagenunglück. WTB Welsheim, 11. Juli. Am Sonntagvormittag stürzte ein mit 17 Personen besetzter Lastkraftwagen aus Göppingen an der letzten Kurve vor dem Ebni=See infolge Versagens der Bremse eine Böschung hinab. Dabei wurde ein Mädchen getötet. Vier Personen wurden schwer und acht leichter verletzt. Jugendlicher Brandstifter. Berlin, 12. Juli. In Feldberg in Mecklenburg brannte es in letzter Zeit in fünf Stallungen. Als in der Nacht zum Sonntag die Scheune des Hotels Pfitzner in Flammen aufging, wurde der 17jährige Bäckerlehrling Heißler aus Neustrelitz beobachtet, der brennendes Papier durch ein Loch in die Scheune geteckt hatte. Der jugendliche Verbrecher wurde zleich darauf verhaftet und gestand nach anänglichem Leugnen, nicht nur die Brände in Feldberg gelegt, sondern auch am 15. Januar 1924 das Landestheater in Neustrelitz angezündet zu haben, in dem sein Vater als Theaterdiener tätig war. Das Theater wurde damals mit seinem ganen Fundus vernichtet. Aus zentrumsparlamentarischen Kreisen wird uns geschrieben: Die Zentrumspartei hat folgende Interpellation eingebracht: „Nach zuverlässigen Mitteilungen beabsichtigt die Reichsbahngesellschaft durch die„Mitropa“ mittelbar die Bahnhofswirtschaften in eigene Regie zu übernehmen. Wir fragen an, ob dem Reichsverkehrsministerium diese Tatsache bekannt ist und was es zu tun gedenkt, um diese in ihren Auswirkungen die Gesamtheit, insbesondere die Mittelstädte und die Kleinstädte schwer schädigende Maßnahme zu verhindern?“ Mit dieser Interpellation hat es folgende Bewandtnis: Aus den Kreisen der Bahnhofswirte wurde der Zentrumsfraktion mitgeteilt, daß erstmalig die„Mitropa“ sich um Bahnhofswirtschaften bewirbt und zwar zuerst in Altena, wo demnächst frei wird. Das hat in den Kreisen des Mittelstandes, insbesondere der Bahnhofswirte, eine starke Beunruhigung erzeugt. Man vermutet, daß hinter diesem ersten Vorstoß ein bestimmter Plan steckt, und zwar dergestalt, daß die„Mitropa“ nach und nach alle größeren Bahnhofsrestaurants mietet, um eine größere Basis für ihre Speisewagenversorgung zu haben, oder kurz in dürren Worten: alle nahmhaften größeren Bahnhofsrestaurants kommen in die Hände der Mitropa. Die Aktien der„Mitropa“ befinden sich be kanntlich restlos in den Händen der Reichsbahngesellschaft. Es handelt sich also hier um ein Monopol größten Stils, dessen Auswirkung für den Mittelstand noch garnicht abzusehen ist. Denn es handelt sich selbstverständlich nicht allein um die Konzession für die Bahnhofswirtschaften, sondern um das ungeheure Lieferungsgeschäft für Bäkker, Metzger, Konditoren, Bier=, Wein=, Likörlieferanten usw. Da sich die jetzigen Bahnhofswirte selbst zum Mittelstand rechnen, tragen sie ganz naturgemäß einer gewissen Mittelstandspolitik bei Belieferung ihrer Restaurants Rechnung. Erhält die„Mitropa“ die Monopolstellung in den Bahnhofsrestaurants, so wird nicht blos das Reisepublikum rücksichtslos ausgenutzt, sondern es werden in weitgehendem Umfang selbständige Mittelstandsexistenzen geschädigt. Die Reichsbahn die gewiß keinen Ueberfluß an Popularität hat, sollte von diesen Geschäften die Finger lassen. Leider kann die Interpellation jetzt nicht mehr behandelt werden im Reichstag, aber bis zum Herbst wird sich hoffentlich der Reichsverkehrsminister und der Generaldirektor der Reichsbahn überlegt haben, was zu tun in diesem Falle ihre Pflicht ist. Die bayrische Regierung hat das Tragen der Reichsbanneruniform verboten. Am Samstag fand in München im Bürgerbräukeller eine Demanstration statt. Dort sprach Severing über „Das Reichsbanner in der deutschen Innen= und Außenpolitik“. Er betonte, daß die Macht im Staat und der Schutz der Gesamtheit wie des einzelnen seinen legitimen Vertretern vorbehalten bleiben muß. Sein Kampf gegen die nationalistischen Organisationen habe nicht die nötige Unterstützung gefunden. Darum habe Notwendigkeit einer Zusammenfassung der republikanischen Kräfte im Reichsbanner bestanden. Das Reichsbanner kann solange nicht abals die deutschnationalen Verbände nicht Erst das Wild, dann die Mode. WTB. Berlin, 11. Juli. Auf eine Beschwerde des Deutschen Jagdschutzvereins und der Deutschen Jagdkammer über die Verwendung von Rehkitzhäuten zu Modezwecken haben fast alle Parteien des Reichstages einen Antrag eingebracht, durch den der Reichstag ersucht wird, auf die Länder dahingehend einzuwirken, daß die Anfertigung und Anpreisung sowie der Vertrieb von Kleidungsstücken jeglicher Art aus Rehkitzhäuten verboten wird. Elefanienjagd in einer Stadt. WTB New York, 11. Juli. Nach einer Meldung aus Chicago fuhr ein Eisenbahnzug in eine Herde Elefanten des Hagenbeck=WallaceZirkus hinein. als sie in Aurora(Illinois) verladen werden sollten. Ein Wärter und ein Elefant wurden getötet, mehrere verletzt. Der Rest der wildgewordenen Herde raste zwei Stunden lang durch die Straßen von Aurora. Erst dann gelang es, die Elefanten wieder einzufangen. Zu den deutsch=litanischen Verhandlungen. WTB Berlin, 11. Juli. Es ist in Aussicht genommen, mit den deutsch=litauischen Verhandlungen am 20. d. M. in Berlin zu beginnen. Große Hitze in Südslawien. In Belgrad herrscht seit einigen Tagen große Hitze. Es wurden im Schatten 46 Grad festgestellt. In Serajewo brach infolge großer Trockenheit an mehreren Stellen Feuer aus. Bei Korpulenz oder Veranlagung Fettansatz raten wir in der Apotheke 30 Gramm Toluba sterne zu kaufen, die unschädliche, dabei wirksame, den Fettansatz recuzierende Soffe enthalten ## In? erhalte Sorge7 Vertei! Frankf aber s. den. 2 gewese ein G Büro nicht den er nach z gespros bliothe ten o1 schwer habt h nach habe besorg gearbe habe sproche habe1 dann Entlol haben verbre habe. bezahl seinen Dann dam wOT über tiert. und habe mel wese sich sich sei Uebe dam unar bank siden habe em habe gefr. gebe daß hatt vorh pe sa sein zu E .45 12. Juli 1927 ## Kölner Lokal=Anzeiger Forisehung der Vernehmung. Von Frankfurt bis Heidelberg. In Frankfurt habe er von einem Arzte 30 Mk. erhalten. Wegen Rückzahlung solle er sich keine Sorgen machen. Das Geld sei unterdessen vom Verteidiger schon zurückgezahlt worden. Von Frankfurt sei er nach Potsdam gefahren, dort aber sofort festgenommen und abgeurteilt worden. Bis zum 6. Juli 1925 sei er im Gefangnis gewesen. Von dort entlassen, habe er gehört, daß ein Graf v. Rau junge Leute für sein Büro suche. Er sei hingegangen, habe ihn aber nicht angetroffen, wohl aber einen Dr. Pape, den er um Arbeit gebeten habe. Nachdem er nach zwei Tagen nochmals bei Dr. Pape vorgesprochen habe, habe dieser ihn in seiner Bibliothek arbeiten und mehrere Kisten von Akten ordnen lassen. Diese Arbeit sei ihm sehr schwer geworden, da er keine Ahnung davon gehabt habe. Er habe mehrmals davon gesprochen, nach Amerika zu fahren, und dieser Dr. Pape habe ihm gesagt, er werde ihm das Reisegeld besorgen, wenn er mal einige Monate bei ihm gearbeitet habe. Um nun eher Geld zu erhalten, habe er zu Dr. Pape von einem Freund gesprochen, der gestorben sei, ja, der sich ermordet habe und daß er dorthin reisen müsse. Er habe dann 150 Mark erhalten, die er als eventuelle Entlohnung für geleistete Arbeit betrachtet haben will. Dieses Geld habe er in Dresden verbraucht, wo er im Europäischen Hof gewohnt habe. Die Rechnung des Hotels habe er nicht bezahlen können, deswegen habe er als Ausgleich seinen Koffer und eine Decke zurückgelassen. Dann sei er nach Berlin gefahren. In Potsdam sei er Zigarettenreisender geworden. Mit Rucksack und Fahrrad sei er über Land gegangen. Das Geschäft habe sich rentiert. Im Winter habe das Geschäft nachgelassen und in Potsdam, wohin er sein Geschäft verlegt habe, sei für ihn unter dem Namen Domela nichts mehr zu verdienen gewesen. Da sei er auf den Gedanken gekommen, sich einen anderen Namen zuzulegen und habe sich Graf von der Recke genannt. Nun ei sein Geschäft glanzend gegangen. Ueberall sei er eingeladen worden von der Potsdamer Aristokratie. Das sei ihm häufig recht unangenehm gewesen. Als das Zigarettengeschäft bankerott gemacht habe, habe sich seiner der Präsident des Reichsarchivs angenommen. Dieser habe ihn auch der Frau Oberbürgermeister Boeß empfohlen, die ihn mit Kleidung ausgestattet habe. Der Präsident des Reichsarchivs habe ihn gefragt, ob er adlig sei. Das habe er jetzt„augeben“ müssen, da ganz Potsdam gewußt habe, daß er als Graf von der Recke Zigarettenverkauf hatte. Die erhaltenen Gelder habe er von noch vorhandenen Außenständen zurückzahlen sollen. Bei der Art der Schilderung des Angeklagten verbittet sich der Vorsitzende dessen saloppe Art der Darstellung, die in seinen Memoiren, aber nicht im Gerichtssaal am Platze sei. Ueber seinen Verkehr bei den Saxoborussen in Heidelberg sagte der Angeklagte folgendes In Heidelberg sei er zu den Saxoborussen gegangen, weil er das Verlangen gehabt habe, mit Leuten von Kultur zusammen zu sein. Er habe sich dort als Prinz von Lieven ausgegeben und sei auch im Besitze einer derartigen Visitenkarte gewesen. Der Besuch im Korps sei aber für ihn eine furchtbare Enttäuschung gewesen, denn man habe sich an jedem Abend furchtbar betrunken. Es sei eine Besäufnis gewesen, die entsetzlich gewesen wäre. Um dort fortzukommen, habe er gesagt, sein Urlaub sei abgelaufen. Nun hatte er im trunkenen Zustande seine Brieftasche verloren und wußte nicht, wo er sie verloren hatte. Er habe daher Herrn von Herzberg um Geld gebeten, der ihm 50 Mark gegeben habe. Dr. Seiland habe ihm dann 500 Mark geschickt. In Erfurt, wohin er gefahren sei, habe er nicht die Absicht gehabt, sich als Prinz Wilhelm von Preußen auszugeben. Die Prinzenherrlichkeit Er erzählt weiter: Eines Abends habe er einen Herrn, einen Mann in einfacher Stellung mit seiner Frau ins Hotel geladen. Diese beiden Leute habe er von früher her gekannt. Während die Kellner ihn flich bedienten, habe man diese beiden Leute sehr von oben herunter behandelt. Er habe daraufhin den Oberkellner zur Rede gestellt und sich diese Behandlung verbeten. Da sei ihm aufgefallen, daß man ihn, der sich dort als Baron von Korff ausgegeben habe, mit größter Zuvorkommenheit behandelte. Schließlich habe er auch durch seinen Freund erfahren, daß man ihn für den Prinzen Wilhelm von Preußen halte. Wie man ihm später erzählt habe, sei die Hotelleitung durch einen Erfurter Polizeikommissar darauf aufmerksam gemacht worden, daß er Prinz Wilhelm von Preußen sei. Gelegentlich eines Spiels Karten mit zwei Herren habe er im Nu 700 Mark„gewonnen“. Von Erfurt sei er wieder nach Berlin gefahren, dort habe man ihn auch für einen Prinzen gehalten, denn in - seinem Anzug, den er dem Hoteldiener zum Reinigen gegeben habe, habe sich eine Visitenkarte aus seiner Heidelberger Zeit mit dem Aufdruck „Prinz Lieven“ gefunden. Als er noch zu Bett gelegen habe, sei morgens ein Hoteldiener in sein immer gekommen und habe ihn devot Königliche Hoheit angeredet. Man sei so ganz anders mit ihm als Prinzen umgegangen als man ihn als Harry Domela behandelt habe. Dies sei ihm zu Kopf gestiegen, so sagt er aus, und es habe ihm gefallen, so höflich bedient zu werden. Da habe er sich gesagt, wenn du schon Prinz sein mußt, dann fahre Sieben Monale Gefängnis. lieber wieder nach Erfurt. Dort habe er wieder im selben Hotel gewohnt. Der Direktor habe ihn zu einer Flasche Wein eingeladen. Man wäre dann auf den Katholikentag zu sprechen gekommen, der kurz vorher dort getagt hätte. Man habe auch davon gesprochen, daß prominente katholische Vertreter der Politik und des öffentlichen Lebens sich anläßlich dieses Katholikentages in das Goldene Buch des Hotels eingetragen hätten. Nun habe man ihn gebeten, sich ebenfalls einzutragen. Auf seine Frage an den Hoteldirektor, wofür man ihn denn halte, habe er zur Antwort bekommen: für den Prinzen Wilhelm von Preußen. Domela fuhr in seiner Aussage fort: In Kreuzberg sei er wieder mit höchsten Ehren empfangen worden. Bei seiner Ankunft in Weimar sei die Empfangshalle brechend voll Menschen gewesen. und im Augenblick, als er eingetreten sei, sei in vollen Tönen der„Hohenfriedberger aufgebraust. Von dort sei er wieder nach Berlin gefahren, wo er im Habsburger Hof wieder abgestiegen sei. Von dort sei er wieder nach Erfurt gefahren, wo er wieder die gräßlichsten reien hätte quittieren müssen. Jeden Abend habe er auf dringenden Wunsch in die Oper gemußt, weil das Publikum sich wegen seiner Anwesenheit in Massen ins Theater gedrängt habe. Als er die Loge mit einer baltischen Dame geteilt habe, habe der Direktor verkündet, daß der Prinz sich dort mit einer Prinzessin Charlotte aufgehalten habe. Domela erklärt, es sei ihm unangenehm, das Ganze zu erzählen. Als er wieder in Gotha gewohnt habe, habe der Direktor plötzlich ein Telegramm erhalten, daß der Präsident des Reichsvermögensamtes erscheinen werde. Da er gefürchtet habe, entdeckt zu werden, habe er den Direktor um 120 Mark gebeten, um während der Aufenthaltstage des Präsidenten unsichtbar sein zu können. Da ihm mittlerweile der Aufenthalt ungemütlich geworden sei, sei er nach Köln gefahren. Das Geld sei alle gewesen, und er habe schließlich in der Herberge„Zur Heimat“ Unterkunft gefunden. Hier habe er die Adresse eines als mildtätig bekannten Herrn Kraibisch erfahren, dem er sich als verarmter Student der Medizin Krohn vorstellte. Später habe er in Deutz gewohnt, habe die ersten Tage hin und wieder bei Herrn Kraibisch gespeist, sodaß er sich mittags stets überlud. Seinem Gastgeber Kraibisch habe er gesagt, er litte an Blinddarmschmerzen. Dieser habe ihn gedrungen, sich in Bonn operieren zu lassen, zu welchem Zwecke er ihm fünf Mark für die Fahrt gegeben habe. Weiter habe er ihm angeboten, seine Wäsche in seinem Haushalt mitwaschen zu lassen. Er habe aber zu Herrn Kraibisch gesagt, die Wäsche läge noch in der„Herberge zur Heimat“ fest. Deswegen habe ihm Herr Kraibsch 20 Mark gegeben, die er der anderen Gastwirtin als Entgelt gegeben habe. Schließlich fuhr er nach Bonn und von da weiter nach Koblenz, um von dort aller Unrast und Unsicherheit durch Eintritt in die Fremdenlegion zu entgehen. Der einzige Zeuge, der vernommen wird, ist der Zeuge Kraibisch. Er schildert, wie er Domela kennengelernt habe. Domela habe ihm erklärt, er habe aus Mangel an Geld seine Studien abbrechen müssen. Da Domela auf ihn einen in jeder Beziehung günstigen Eindruck gemacht habe, sei er bereit gewesen, ihm gerne zu helfen. Er habe ihm in kleinen Beträgen Geld gegeben, um ihm die Reise nach Bonn zu ermöglichen. Als er von den Geschichten des falschen Prinzen gehört habe, habe er sofort der Polizei Mitteilung gemacht. Auf die Frage des Verteidigers, ob er auch Domela unterstützt haben würde, wenn er nicht unter falschem Namen bei ihm vorgesprochen habe, gibt der Zeuge an, daß er nur aus Mitleid gehandelt habe. Nach der Vernehmung des Zeugen wird vom Vorsitzenden eine Pause von zehn Minuten eingelegt. Der Vorsitzende macht danach folgende Beschlüsse des Gerichts bekannt: 1. Die Ablehnung des Gefangenenarztes Dr. Dickhöfer als Sachverständiger wird als unbegründet erklärt; 2. der Antrag auf Vernehmung des Dr. Weiland wird als unerheblich abgelehnt; 3. Verweisung eines Zeichners aus dem Saal. Dann werden die der Einfachheit halber polizeilich aufgenommenen Aussagen verschiedener Zeugen aus den von Domela besuchten Städten, die durch den falschen Prinzen geschädigt sein sollten, verlesen und teilweise von Domela richtiggestellt. So habe er z. B. das von einem Fräulein Jacobi erhaltene Geld, falls er es nicht wiedergeben könne, als Entschädigung für die dort geleistete Arbeit angesehen. Wahr sei auch nicht, daß er dem Dr. Pape die Hand habe küssen wollen, und daß er angegeben habe, Geld zu einer Uniform zu benötigen; er habe vielmehr gesagt, daß er Geld erwarte, aber nicht erhalten habe. Der in Frage kommende Kommerzienrat wollte zwar jetzt nichts mehr von einer Einladung zum Habsburger Hof wissen, Tatsache sei jedoch, daß er(Domela) nach einem anregenden viertelstündigen Telephongespräch die Einladung bekommen habe. Darauf äußerte sich der Sachverständige Dr. Dickhöfer sei seine Unstetheit und sein Hang zum aben teuerlichen Leben. Diese seine Unstetheit habe sich schon in der Kindheit bemerkbar gemacht durch sein Streben in die Weite und seine Freude am buntbewegten Soldatenleben. Ruheloses Hin= und Herreisen, Wechsel der Personen und der Szenerie, das sei es, was ihn reize. Das Vagabundenleben in Berlin habe dem Angeklagten außerordentlich zugesagt. Nach einer eigenen Aeußerung sei es, etwas Schönes um das Gefühl der Freiheit und des Ungebundenseins im Vagabundenleben. Aus seiner Unstetheit resultiere auch seine Unlust zu geregelter Tätigkeit und zur Konzetration. Dazu komme sein ausgesprochenes Geltungsbedürfnis, eine Sucht zur Unwahrheit und Lust am Hochstaplertum. Als Kind schon habe er immer etwas Besonderes werden wollen. Der Angeklagte mache den Eindruck großer Höflichkeit und Freundlichkeit, sei bescheiden und zurückhaltend, habe einen gewissen Hang, sich etwas salopp gehen zu lassen, wie er auch liebenswürdig, man möchte fast sagen bezaubernd sei. In seinen Finanzschwindeleien sei er, das könne man ruhig sagen, durchaus anständig gewesen. Zu seiner Entschuldigung spreche die Tatsache, daß er als junger Mensch von 15 Jahren in die Welt hinausgekommen sei und daß er mit seinem Geltungsbedürfnis es nicht leicht gehabt habe, auf der richtigen Bahn zu bleiben. Für ihn sprechen auch die verzwickten Verhältnisse in der Heimat, die ungeheure Schwierigkeit, Arbeit zu bekommen, und die schlechte Gesellschaft, die seine ungünstige Charakteranlage noch weiter verstärkt habe. Alle diese Umstände seien dazu angetan, die Verfehlungen des Angeklagten in milderem Lichte erscheinen zu lassen. Anzeichen geistiger Erkrankung hat der Sachverständige nicht festgestellt. Die Frage des Vorsitzenden, ob der Angeklagte, wenn er Geld genug in Händen habe, auch dann noch sein früheres Leben wieder aufnehmen werde, bezeichnet er als eine Frage der jeweiligen Verhältnisse. Jedenfalls sei anzunehmen, daß er dann wieder auf seine alten Bahnen kommen werde, wenn nicht eine starke Hand ihn halte. Wenn man ihn über seine Abenteuer erzählen höre, so habe man den Eindruck, daß er sich auch heute noch herzlichst darüber freue, daß er gewisse Leute in dieser Weise hereingelegt habe. Damit ist die Beweisaufnahme geschlossen. Der Staatsanwalt beantragt für den Angeklagten Domela wegen Betrugs in fünf Fällen unter Berücksichtigung mildernder Umstände insgesamt neun Monate Gefängnis unter voller Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Verleidiger, Rechisanwalt von der Heyden l. wies im Plädoyer zunächst auf den schweren Stand hin, den die Deutsch=Balten von jeher hatten. Das habe zur Folge gehabt, daß die Deutsch=Balten zu den sie umgebenden Völkern von jeher Distanz gehalten hätten. Dieses Distanzhalten mache sich auch bei dem Angeklagten geltend. In einem soliden Bürgerhaus, betreut von der besten Mutter, habe der Angeklagte seine erste Erziehung erhalten. Diese Erziehung sei ihm unverlierbarer Besitz geworden. Mit zehn Jahren wurde er dann durch die politischen Ereignisse von seiner Mutter getrennt, und er habe sie in den nächsten Jahren nicht wiedergesehen. Nach der Eroberung Rigas durch die deutschen Truppen habe er noch ein Jahr Erziehung in seinem Elternhause genossen. Dadurch, daß der Angeklagte früh, mit 14 Jahren, zum Militär gekommen sei, sei er unbrauchbar geworden für ein bodenständiges Leben. Nachdem Rechtsanwalt von der Heyden noch weiteres aus dem Leben des Angeklagten geschildert hatte, führte er aus, wie die Not den Angeklagten zu seiner ersten Straftat gebracht hat. Den Diebstahl einiger Alpakalöffel habe er selbst so schwer genommen, daß er sich dadurch aus der bürgerlichen Gesellschaft für ausgestoßen hielt. Er hatte niemanden. der ihn durch guten Zuspruch hätte trösten kön nen. Daß Domela Nr. 191. Seite 3 Wenn er als Harry Domela Arbeit irgendwo nachgesucht habe, dann habe man ihn sen. Darum müsse man es dem Angeklagten verzeihen, daß er durch das harmlose Mittel einer Namensänderung versucht habe, sich Gehor zu verschaffen. Nach den Zeugenaussagen habe er stets den besten Eindruck gemacht. Bezüglich der Namensänderungen müsse er nachdrücklichst betonen, daß der Angeklagte sie sich weder in der Absicht, sich rechtswidrig Vermögensvorteile zu verschaffen, noch in dem Bewußtsein, andere zu schädigen, zugelegt habe. Der Angerlagte habe ehrlich und redlich Arbeit gesucht, er habe auch nicht das Bewußtsein gehabt, daß er jemand schädige, denn dazu sei die Absicht notwendig. Seine Helfer hätten ihm aus Mitleid, als mildtätige Leute, beigestanden, und es könne sich keineswegs um einen Betrugsfall handeln. Daher beantrage er Freisprechung oder Ladung der auswärts protokollarisch vernommenen Zeugen vor Gericht. Nach einer En tscheidung des Reichsgerichts dürfe man, um einen Rechtsanspruch geltend zu machen, täuschende Mittel anwenden. Zu dem Anklagepunkt betreffs Betrugs des Kossenhaschenschen Hofhotels bemerkt der Verteidiger folgendes: Er sei„ in die Prinzenrolle hineingedrängt, hofiert worden, und habe sich das gefallen lassen müssen, ohne irgendwie schädigen zu wollen. Kossenhaschen habe sogar erklärt, daß er sich zu seinem größten Vergnügen mit diesem hochinteressanten Menschen unterhalten habe und daß ihm diese Unterhaltung mehr wert sei als 500 Mark. Sein Handel sei keine Hochstapelei gewesen, sondern etwa die Handlungsweise eines Kölners, der sich zur Eifel begeben, und sich dort als Schah von Persien ausgebe. So sei es auch ein gewisser Rechtsausgleich gewesen, wenn sich der getretene Betteljunge von damals plötzlich in den angebeteten Prinzen verwandelt habe. Entscheidend sei die Auslassung Hörnleins, der ausgesagt habe, daß sich Domela als Gast des Kommerzienrats Koschenhaschen fühlen solle, was beweise, daß Domela um seiner Person willen und nicht des Titels halber Einladungen und Freundlichkeiten erfahren habe. Man müsse bei der Frage der Täuschung die Gesamtwirkung fassen, man müsse neben dem Nachteil auch die Vermögensvorteile wägen, die das Hotel durch Domela gehabt hat. Domela habe im übrigen bei seinem Aufenthalte überhaupt nichts getan, was den Hoteldirektor in der vorhandenen Täuschung hätte bestärken können. Das Hotel, in dem früher nur selten Gäste verkehrt hätten, sei später stets überfüllt gewesen. Zusammenfassend sei die Frage des Betrugs zu verneinen weil erstens die erforderliche Erhaltung eines vorhandenen Irrtums nicht gegeben sei, da Domela sich ja nur passiv bei alledem verhalten habe und nicht die„gesetzlich erforderte Aktivitöt“ gezeigt hat. Zum Schlusse faßt der Verteidiger nochmals in längeren Ausführungen seine gesamten Verteidigungargumente zusammen und beantragt, nachdem sein Antrag auf Vernehmung des Direktors Hörnlein durch Gerichtsbeschluß abgelehnt worden war, Freispruch des Klienten. Daraufhin zieht sich das Gericht zur Beratung zurück. Die Urteilsberatung dauerte etwa dreiviertel Stunde. Nach Erscheinen des Gerichtshofes teilt der Vorsitzende zunächst den Beschluß mit, daß die von der Verteidigung beantragte Vernehmung der Zeugen Hörnlein, Kossenhaschen und Hertzberg wegen Unerheblichkeit des Beweisthemas abgelehnt sind. Dann verkündete er folgendes kein verkommener Mensch sei, gehe daraus hervor, daß er durch schwierige Ziegelarbeit, durch Arbeit in einer Zuckerfabrik, versucht habe, sich durchs Leben zu schlagen. Es seien die sozialen Nöte gewesen, die an den Angeklagten herangetreten wären. In Erfurt habe er einen gütigen Menschen getroffen, der ihn in sein Werk ausgenommen habe, und dem er bewiesen habe, daß er es mit seinem Arbeitswillen ernst meine. Aber er, der Deutsche aus dem Osten, sei als Reichsfremder ausgewiesen worden. Nun ging er wieder in die Ziegelei; sei auch Maurer in Hannover gewesen und habe so drei Jahre lang unter schwierigsten Verhältnissen die schwerste Arbeit geleistet. Er habe den Bewei erbracht, daß er es mit der Arbeit ernst meinte. Als aber die Fröste gekommen seien, da habe er an dem Bau nicht weiter arbeiten können, da habe er bei einem adeligen Balten vorgesprochen und um Arbeit gebeten. Den Herrn selbst habe er nie sprechen können.„Niemand habe sich um ihn gekümmert. Schließlich habe er das Glück gehabt, einen jungen Menschen aus bester Familie kennen zu lernen. Dieser habe Domelas Bildung erweitert. Auch habe er bei einem Schriftsteller schließlich Stellung gefunden. Aber die nun einmal in sein Blut gekommene Unruhe habe ihn weitergetrieben. Urleil: „Das Gericht erkennt gegen den Angeklagten Domela wegen vier Betrugsfällen auf eine Gesamtstrafe von sieben Monaten Gefängnis. Die Untersuchungshaft wird angerechnet. Von den zur Anklage stehenden sieben Fällen habe das Gericht in drei Punkten auf Freispruch erkannt. Im ersten Falle Kraibisch sei das Gericht zu der Ueberzeugung gekommen, daß dieser Zeuge mehr aus Mitleid den Angeklagten unterstützt habe, so daß der ursächliche Zusammenhang zwischen der Erweckung des Irrtums und der Hergabe des Geldes fehle. Zum Falle Habsburger Hof sei zu sagen, daß die Hinterlassung des Koffers mit der Decke als Sicherheit eine Absicht der Vermögensschädigung nicht erkennen lasse. In den Frankfurter Fällen erkenne das Gericht die Einlassung des Angeklagten, daß er Arbeit suchte, als erwiesen an. Weidlich habe wohl das Geld gegeben, weil er ihm keine Arbeit habe versorgen können. In diesen drei Fällen komme also das Gericht zu einem Freispruch. Im Falle Dr. Pape müsse dessen Zeugenaussage als einwandfrei und eindentig bezeichnet werden. Domela habe iym ein Ge Seschstes sete. e h ce sche e Falle Europäischer Hof sei Domela dort abgestiegen, wobei er den Aschein erweckte, daß er zahlen wolle. Es stehe fest, daß er 150 Mark besessen habe und weitere 200 Mark zugeschickt erhalten hat. Dennoch habe er nie den Versuch gemacht, zu bezahlen. Das Gericht hält ihn auch hier des Betruges für schuldig. Im Falle Hertzberg konne unterstellt werden, daß Domela seine Brieftasche wirklich verloren hat. Daß er sich aber als Prinz von Lieven ausgegeben habe und dann 50 Marr lieh, müsse als bewußte Aufrechterhaltung dieses Irrtums bezeichnet werden. Im Falle Kossenhaschen habe Domela sich mehrere Male von Direktor Hörnlein Geldsummen erschwindelt. Die Aussagen des Zeugen müßten als richtig erkannt werden. Bullrich-Magen-Jalz. Nur echt in blauer Packung mit dem Bilde des Erfinders. 100 Jahre unübertroffen gegen Folgen schlechter Verdauung u. Sodbrennen. Fordern Sie gratis und franko Probe mit Gebrauchsanweisung. Pulver 250g.60. Tabletten.25 u..50. Bullrich, Berlin W35. 4 Nr. 191 Bei der Straffestsetzung habe das Gericht trotz des vorhandenen Rückfallbetruges und der Vorstrafen in anbetracht seiner Jugend, einer schweren Schicksale und des Druckes der Verhältnisse, die ihm sein Handeln so außerordentlich erleichterten, dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf die geringmöglichste Strafe von drei Monaten Gefängnis für jeden Betrug erkannt. Diese seien zusammengezogen worden zu einer Gesamtstrafe von ieben Monaten Gefängnis. Die Frage der Bewährungsfrist für den Rest der Strafe habe das Gericht abgelehnt, da für Domela als Staatenlosen Fluchtverdacht besteht und er im übrigen schon viermal wegen Betrugs bestraft worden sei.“ Dann richtete der Vorsitzende an den Angeklagten die Frage, ob er das Urteil annehme. Dieser erklärt darauf: Nein! „Der, Verreidiger wendet ein, daß für den Fall des Fluchtverdachts eine Kaution gestellt werde und stellt einen dahingehenden Antrag. Das daraufhin nochmals zurück. Nach„Wiedererscheinen des Gerichtshofes erklärte der Vorsitzende, daß der Antrag abgelehnt ser.„raufhin wurde die Sitzung geschlossen. Die Verteidigung hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Kölner Lokal=Anzeiger Der Angeklagse. Rechlsanwalt v. d. Heyden I. Selbstmord im Stadlwald. Im Stadtwald wurde ein 38jähriger unverheirateter Schneidermeister aus Köln=Ehrenfeld mit einer Schußwunde im Kopf schwer verletzt aufgefunden. Neben ihm lag der Revolver. Man brachte ihn zur Krankenanstalt Lindenburg, wo er seinen Verletzungen erlegen ist. Da der Mann in geordneten Lebensverhältnissen lebte, nimmt man an, daß er die Tat in einem Anfall geistige Umnachtung begangen hat. * Wer kennt den Toten? Am 7. Juli wurde aus dem Rhein in Köln eine männliche unbekannte Leiche gelandet. Beschreibung: Alter etwa 40 Jahre, 1,65 Meter groß, kräftige Gestalt, dunkelblondes Haar, Stirnglatze, ohne Bart, rundes volles breites Gesicht, gradlinige Nase, kleine runde Ohren. Bekleidung: blauer einreihiger Cheviotrock und Weste, graue Breecheshose. Mitteilungen erbeten an die Landeskriminalpolizeistelle, Vermißtenzentrale, Köln, Weidenbach 10, Zimmer 94. * Gegenstände aus Diebstählen. Beim Kriminal=Kommissariat 1, Weidenbach 10, Zimmer 44, befinden sich folgende Gegenstände, die vermutlich aus Diebstählen herrühren: 1 weißes Biberbettuch, 1 wollene Schlafdecke grau gemustert, 1 Trikotjacke, 2 Löffel, 1 Gabel und 1 Kaffeelöffel, versilbert, 1 Koffer mit Radiozubehörteilen. 1. rotbraungestrichener Schaukasten 80 mal 40 Zentimeter groß, dessen Glasscheiben zertrümmert sind, 1 Fahrrad Marke„Torpedo“ Nr. 268 199 mit Freilauf, hochgebogener Lenkstange, veren Griffe nach vorne stehen, schwarzem Rahmen und Felgen. Personen, denen solche Gegenstände abhanden gekommen sind, wollen sich bei obiger Dienststelle melden, wo diese besichtigt werden können. Juli 1927 Neue Schiffe auf dem Rhein. Molorschiff„Beeihoven“ der Köln=Düsseldorfer. Seit der Erfindung des kompressorlosen Dieselmotors ist der prozentuale Anteil der Dieselmotore an den Schiffsmotoren innerhalb weniger Jahre um das Zwei= bis Dreifache gestiegen. Diese kompressorlosen Dieselmotore, bei denen der Brennstoff direkt in den Zylinder eingespritzt wird, haben gegen die früheren Maschinen bedeutende Vorteile: Der Brennstoffverbrauch ist besser, der Motor läßt sich viel stärker überlasten, die Drehzahl leichter regulieren und die Umsteuerung erfolgt viel rascher und leichter. So hat auch die Köln=Düsseldorfer=Dampf= schiffahrtsgesellschaft, die im vorigen Jahre noch ihr hundertjähriges Jubiläum mit der Indienststellung zweier neuer Raddampfer,„Rheinland“ und„Vaterland“ feiern konnte, mit zwei neuen Doppelschrauben=Dieselbooten mit je rund 500 effektiven Pferdestärken ihre Flotille vergrößert mit den Schiffen,„Freiherr v. Stein“ und„Beethoven". Das letztere wurde der Sachsenbergwerft zum Bau, die Motorenanlage der Motorenfabrik Deutz, am 27. Oktober 1926 in Auftrag gegeben. Am 5. Januar 1927 wurden die ersten Bodenplatten gelegt. Am 29. 4. lief das Schiff vom Stapel und 22 Tage später, in denen Einbau und Montage der gesamten Maschinenanlage ausgeführt wurde, begannen die Motore im Schiff zu laufen. Am 29. 5. war die Werftprobefahrt und am 31. 5. wurde der„Beethoven" nach der üblichen Probefahrt Aerdingen=Köln von der Reederei übemommen, und seit diesem Tage befindet sich das Schiff ohne Unterbrechung im Dienst. Der„Beethoven“ hat eine Gesamtlänge von 47,42 Meter, seine größte Breite ist.15 Meter, die Breite über Spanten 6,8 Meter und seine Seitenhöhe.25 Meter. Der großte Tiefgang in betriebsfertigem Zustand mit 5 Tonnen Treiböl und.5 Tonnen Wirtschaftsinventar ist 1,09 Meter; während .10 garantiert waren. Seine Geschwindigkeit auf freier Strecke und bei mittlerem Wasserstand ist bergwärts 16,5 und talwärts 30 Kilometer in der Stunde. Die Antriebsmotore der Propeller sind 2 kompressorlose Deutz=Dieselmotoren der Bauart SVM mit je 6 Zylindern. Die Maschinen sind direkt umsteuerbar und auf Grund der langjährigen praktischen Erfahrunen konstruktiv derart durchgebildet, daß die erforderlichen Mannöver schneller als bei der Dampfmaschine und vollkommen sicher durchgeführt werden können. Die verhältnismäßig hohe Betriebsdrehzahl von 260 in der Minute ist kein Hindernis, dieselbe bis auf eine für die langsamste Fahrt des Schiffes erforderliche Drehzahl von etwa 40 pro Minute zurückzunehmen. In der Hilfsmaschinenanlage sind alle bisher bei Dampfschiffen üblichen Einrichtungen vorhanden. Hierzu wurde ebenfalls von der Motorenfabrik Deutz ein 15 PS Zweitakt=Dieselmotor geliefert, der einen Dynamo für Licht und Kraft sowie eine Reserveluftpumpe antreibt. Mit der elektrischen Energie werden alle Hilfsmaschinen, wie Deckwaschpumpen und gergl. angetrieben. Die Wellen laufen in Ringschmierlagern. Die von der Firma Zeise gelieferten Bronzepropeller haben einen Durchmesser von 1440 Millimeter: vor ihnen sind Star=KontraPropeller eingebaut. Bemerkenswert ist auch das Balanceruder, welches mit Zahnräderübersetzungen und einer in Kugellagern laufenden Wellenleitung von der Brücke aus von Hand bewegt wird. Damit das Schiff auch die Mainbrücken bis Frankfurt passieren kann, hat der Schornstein, der zur Abführung der Abgase dient, ein Teleskoprohr In seinem Innern ist ein besonderer Schalldämpfer eingebaut, der das Auspuffgeräusch der Hauptmotoren fast verschwinden läßt. Als Häupträume findet man den Rauchsalon auf dem Vorderschiff und im Hinterschiff den halbversenkten Speisesaal. Beide sind von der Firma Abelen, Köln, ausgetischlert, und zwar der Rauchsalon mit geflammter Birke, der Speisesaal in braun gebeizter Rüster. Die Vorratsräume und Wohnräume für die Besatzung sind unter dem Rauchsalon, hinter ihm sind Toilettenräume, dann kommt der Motorenraum und hinter diesem Küche und Anrichte. Alle Räume haben Warmwasserheizung, deren Wasser sowohl durch einen Heizkessel wie auch durch die Abwärme der Motoren erwärmt werden kann. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß das Schiff mit allen Einrichtungen und Bequemlichkeiten ausgerüstet ist, die es mit an die Spitze aller neuzeitlichen modernen RheinPersonendampfer stellen.— Allerlei Unheil. In der Nähe von Euskirchen geriet das Auto eines Herrn aus Köln plötzlich ins Schleudern. Hierbei wurde der Kölner aus dem Auto geworfen und trug so schwere Verletzungen davon, daß er zum Hospital in Köln gebracht werden mußte.— An der Malzmühle fiel einem vorübergehenden Manne aus einem Hause ein Gegenstand auf den Kopf, wodurch er so schwere Verletzungen erlitt, daß er zum Hospital gebracht werden mußte. As gestern in der Krefelder Straße ein etwa 75jähriges Fräulein, welches schwerhörig ist, die Straße überqueren wollte, wurde es von einem Auto erfaßt und zu Boden geschleudert. Der großen Geistesgegenwart des Chauffeurs, welcher das Autos sofort zum Stehen brachte, ist es zu verdanken, daß das Fräulein vor schwerem Schaden bewahrt blieb und nur mit dem Schrecken davon kam. Vom Hauptmarkt. Heute wurden die ersten Bohnen aus dem Vorgebirge angefahren. Damit setzt die Hauptsaison für die Marktbeschickung ein. Ein toller Betrieb herrschte auf dem Heumarkt und am Sassenhof, wo die Riesenmengen Gemüse und Obst kaum unterzubringen waren und ein Teil der Straße in Anspruch genommen ewrden mußte. Immer kommen noch viele Fuhrwerke vor Mitternacht hier an, obschon die Verkehrspolizei vor 1 Uhr nachts kein Abladen auf dem Heumarkt duldet. Bei dem Riesenverkehr wurden mehreren Bauern Säcke und Körbe mit Erzeugnissen gestohlen. Nur in einigen Fällen konnten die Diebe erwischt werden. Kriminalbeamten wäre hier ein Feld der Betätigung eröffnet. Aus dem Auslande gab es außerdem Aepfel, Birnen, Pfirsiche, Aprikosen, Trauben, Ananas, Pflaumen, Reineklauden Bananen, Apfelsinen und Zitronen. See= und Rheinfische waren weniger am Markt, Geflügel genügend. Kölner Marktbericht. Gemüse: Kart. Nier., Pfd. 10—12 Kartog. ind.gelbe Pfd.— Bohnen dicke hies. Pfd.—10 „ gr. hies. Pfd. 80—130 Erbsen gr. bies. Pfd. 80—40 Kopfsalat hies. Stck.—12 Blumenkohl hies. St. 25—50 Spitzkohl Butterkohl Rotkohl Weißkobl Wirsingkohl Mangold Spinat Stielchen Breitlauch Pfd. 20—25 Pfd.— Pfd. 40—55 Pfd. 25—55 Stck. 20—25 Pfd.—7 Pfd. 16—17 Geb.—7 Geb. 20—35 Karotten junge Gbd.—12 Mohrrüben hies. Pfd.—12 Petersilie Gbd.—7 Sellerieknollen Geb. 40—60 Meerrettich Stck. 15—30 Radieschen Gbd.—10 Zwiebeln Perl Gbd. 30—40 Tomaten ausl. Pfd. 20—55 Rhabarber Gbd.—10 Preißelbeeren Pfd.— Erdbeesen hiel Pfd. 40—70 Heidel eeren Pid. 50—60 Himbeeren Pid. 60—75 Johannisbeeren Pfd. 25—75 Stachelbeeren Pfd. 20—35 Aprikosen ausl. Pfd. 60—75 Pfirsiche ausl. Pfd. 55—100 Weintr. Brüssel Pfd. 250—27 Bananen Apfelsinen Zitronen Schweizer Holländer Tilsiter Edamer Limburger Mainzer Pfd. 70—75 Stck. 10—30 Stck.—16 Käse: Pfd.150—180 Pfd.120—180 Pfd.110—150 Pfd. 85—130 Pfd. 65—80 Stck. 3Gurk. hies. Sal. Stck. 25—35 „ ausl.„„ 30—40 Obst Aepfel austr.Eß, Pfd. 80—100 Kirsch suße, die Pfd. 45—65 Kirsch., saure, hies. Pfd. 60—70 Diese Preise sind Kleinhandelspreise Butter und Eier: Molk.=Butter Pfd.185—200 Landbutter Pfd.180—200 Landeier Stck. 13—15 Fische Pd.180—140 Pfd. 40—50 Pfd. 30—50 Pfd.— Stck.— Pfd.— Pfd.— Pfd.— Pfd.— Pfd.— Barben Kabeljau Schellfisch Schollen Rohesser Stockfische Hechte Aale Sprotten Schleie eli Zur Tagung der Deutschen Kriegerwohlfahrtsgemeinschaft bringt die Kölnische Volkszeitung in ihrer gestrigen Abendausgabe folgende kritische Schlußbemerkung: Das Tagungslokal der Deutsch= Kriegerwohlfahrts=Gemeinschaft und des Abgeordnetentages des Preußischen Landes=Kriegerverbandes war die Kölner Bürgergesellschaft. An deren Gebäude war bereits am Freitag die schwarzweiß=rote glagge gehißt, ohne daß dabei die Reichsflagge gezeigt wurde. An diesem Tage war hier der erweiterte Parteivorstand der Rheinischen Zentrumspartei versammelt. Aachener Delegierte, welchen das Flaggen in den alten Farben bei Fehlen der Reichsfarben zuerst aufgefallen war, erhoben Protest. Diesem Protest schloß sich der Vorsitzende im Namen der gesamten Tagungsteilnehmer an. Es mehren sich in der letzten Zeit leider Gelegenheiten, in welchen die Kölner Bürgergesellschaft unter allzu willfähriger Befolgung der sie als Tagungslokal begehrenden Rechtsverbände nur die schwarz,weiß=rote Flagge hißt. Man kann nicht behaupten, daß dieses Verfahren bei der großen Mehrheit der Katholiken Kölns und im Rheinland Sympathien zu wecken und zu erhalten geeignet ist. * Diese Warnung ist bestimmt vielen Kölner Katholiken aus der Seele gesprochen, denn in der letzten Zeit sind bei unserer Redaktion viele Beschwerden entsprechender Art eingegangen. Obder Hinweis nützen wird? Halle der kulturhissorischen Abseilung der Kölner Pressa. Aus unserer Vereinsmappe Das Solo=Quartett„Schubert“ in Köln=Vingst, das unter Leitung des Musikdirektors Jos. Kluck (Köln) steht, veranstaltete am Samstagabend im Bürgerhaus ein Konzert. Das Quartett selbst, der Tenorist Opernsänger Hans Billig und die Rezitatorin Frl. Hildegard Kann füllten den ernsten Teil des Abends mit echter, herzerhebender Kunst, worauf Herr Nächen mit gutem Humor das Publikum hineinführte in einen heiteren Teil, der seinen Ausklang fand im Tanze zu den Weisen des guten Hausorchesters. Die ungünstige Witterung und wohl andere widrige Umstände waren schuld an einigen Lücken im Saale, obschon es die Veranstaltung verdient hätte, besser besucht zu werden. Der Aufbauplan für die kulturhistorische Abteilung der Pressa, in der die geschichtliche Bedeutung und die Entwicklung des Zeitungs= und Nachrichtenwesens von seinen Wurzeln bis zur Neuzeit dargestellt werden soll, ist nunmehr nach den Vorschlägen des Vorsitzenden des historischwissenschaftlichen Ausschusses der Pressa, Prof Dr.’Ester(München) und von Dr. Dovifat (Berlin) fertiggestellt. Ihren Platz wird die Abteilung in einer der großen Haupthallen der Ausstellung(Westhalle) finden. Die architektonische und künstlerische Bearbeitung der Abteilung liegt in den Händen des Architekten Dipl. Ing. op Gen Oorth und der Leiterin der Modellbildnerei der Ausstellung, Frau von Wecus. Um das auf den ersten Blick spröde erscheinende Material interessant zu gestalten und die Ausstellung lebendig zu machen, soll ausstellungstechnisch so verfahren werden, daß jede geschichtliche Form des Presse= und Nachrichtenwesens auf dem Hintergrund gegenständlicher Darstellungen ihrer Zeit gezeigt und durch Einfügung von Diorama= und Schaubildern das kulturhistorische Milieu veranschaulicht wird. * Nr. 191 Seite 5 Dienstag, 12. Juli 1927 Kölner Lokal=Anzeiger Das Kölner internationale Tenniskurnier. Ein glanzvoller Ausklang. Schon eine halbe Stunde vor Beginn der auf .15 Uhr angesetzten Endkämpfe begann der Zustrom der Zuschauer. Es mogen etwa 1500 Zuschauer gewesen sein, die den Meisterschaftsplatz umsäumten und mit größter Spannung dem Endspiel zwischen Hannemann und Fisher entaegensahen. Hannemann ging gleich zu Beginn zum Angriff über und wechselte geschickt zwischen langen, harten Triebschlägen und kurz hinte das Netz gesetzten Stoppbällen, so seinen Gegner ermüdend. Fisher konnte gar nicht in Schlag kommen und verlor den 1. Satz in kaum 10 Minuten:1. Den 2. Satz begann Hannemann mit einem Doppelfehler, Fisher sicherte sich einen Vorsprung von:2. Beim Stande von:3 kämpfte Hannemann nicht mehr, sondern gab den Satz, um sich zu schonen,:3 ab. Im nächsten Satz griff Hannemann wieder mit voller Scharfe an, passierte den oft ans Netz vorgehenden Fisher sehr gut und gewann diesen Satz mit:2. Nach einer kurzen Pause traten die Gegner wieder an Es steht 2 beide, Hannemann gewinnt sein und des Gegners Ausschlagspiel und gewinnt mit einem Nullspiel Satz und Match. Resultat: :2,:6,:2,:3. Der Beifall war unbeschreib lich, Oberbürgermeister Adenauer gratuliert dem sympathischen Spieler zu seinem Siege von.. tornatianaler Bedeutung. Der Si sympathischen Spieler zu seinen.n ternationaler Bedeutung. Der Sieg war v Dann folgte das Damen=Einzelspiel zwischen der deutschen Meisterin Frau Friedleben und der jungen Kölnerin Frl. Cilly Außer.„B Friedleben war reichlich nervos, hatte auch bei manchen wichtigen Punkten Pech während Frl. Außem mit ruhiger kluger Ueberlegung ih Spiel durchspielte. Die deutsche Meisterin h die härteren, schnelleren Schläge, aver Frl. Außem erlief sie alle. Der Versuch ihre Schläge noch zu forcieren mißlang, denn nun ver##chlug Frau Friedleben vieles weni aus. In kurzer Zeit hatte Frl. Außem den 1. Satz:2 gewonnen. Zu dem erwarteten großen Kampf im—. Satz kam es nicht. Frl. Auß.m lief schnell mit einem Vorsprung von:1 davon und gewan auch diesen Satz:2 und damit die Meisterschaft Das folgende Endspiel der Herren=Ooppel: Meisterschaft wurde eine Enttäuschung, da gegen das Vorrundenspiel des deutschen Altmeisterpares gegen Boussus=Fisher merklich.fiel. Besonders Moldenhauer verschlug viele und zum Teil leichte Bälle, um dann wieder Glanzmomente zu haben. Ganz glatt fiel der 1. Satz mit:1 an Boussus=Fisher. Auch der zweite Satz ging an dasselbe Paar, trotzdem die Beu: schen 5:4 geführt hatten und Boussus beim Aufschlag viele Schwächen zeigte und Doppelfehler machte, mit:5. Den dritten Satz holten sich Hannemann=Moldenhauer mit:2, wobei sich besonders Hannemann hervortat. Im vierten Satz gewann jeder sein Aufschlagspiel bis :2 für Boussus=Fisher, das nächste Spiel Aufschlag Moldenhauer— ging verloren, und bald stand es:2. Das folgende Spiel gestaltete sich aufregend, denn Hannemann=Moldenhauer holten bei 40:0 auf und wehrten sich mit aller Macht, die nahe Niederlage abzuwenden. In fabelhafter Manier holte Hannemann die gefährlichsten Smash's von Boussus aus den Ecken und rettete das Spiel. Aber der Vorsprung war zu groß, das nächste Spiel holten sich Boussus=Fisher und damit den Sieg. Sie waren das besser eingespielte Paar und besonders gefiel Boussus durch sein glänzendes Schmettern, von Fisher im Half=Court famos unterstützt. Der Sieg war wohlverdient und löste brausenden Beifall aus. Die letzte Entscheidung, das Gemischte Doppelspiel, wurde ein voller und verdienter Erfolg für die deutschen Farben. Das deutsche Meisterpaar Frl. Außem=Moldenhauer spielten mit einer begeisternden Frische und Angriffslust, gegen die Mde. Mathien und Boussus nicht recht aufkommen konnten. Der Sieg von:2,:5 war ein schöner Abschluß des so glänzend verlaufenen Turniers Eine besondere Freude bereitete Oberbürgermeister Dr. Adenauer der Kölner Tennisgemeinde, daß er mit seiner Gemahlin die Preisverteilung vornahm, und damit sein Interesse an dem weißen Sport erneut bewies. Der Vorsitzende des Tennis=Turnier=Verbandes, Herr Major a. D. Döhmer, dankte allen Beteiligten und den Teilnehmern, wobei er besonders des veranstaltenden Stadion=Klubs Rot—Weiß, der Turnierleitung und der Presse gedachte. Der Beifall bei der Verkündung der Sieger war überaus herzlich. Die Siegerliste lautet: Herren=Einzelspiel um die Meisterschaft von Köln: Sieger Hannemann schlägt Fisher:2.:6, :2,:3. Dritte Preise: Moldenhauer und Statz. Herren=Einzelspiel 1. Klasse: Rademeyer schlägt Cohn:4,:6.:3. Dritte Preise: Pelzer (Düren) und Dr. Witte(Essen). Herren=Einzelspiel 2. Klasse: Dörrenberg schl. Bernhard:6,:3. Dritte Preise O. Kopp— Scheele und H. Kopp—Scheele. Damen=Einzelspiel um die Meisterschaft von Köln: Frl. Außem schlägt Fr. Friedleben:2, •2. Dritte:: Frl. Kallmeyer und Frl. Torras. Damen=Einzelspiel 1. Klasse: Frl. Thiel(Heilbronn) schlägt Frl. Pankok:3,:3. Dritte: Fr. v. Helden und Fr. Michels. Herren,Doppelspiel um die Meisterschaft von Köln: Boussus=Fisher schlägt Hannemann=Moldenhauer:1,:5,:6,:3. Herren=Doppelspiel 1. Klasse: Cohn=Börner schlägt Schellenberg=ter=Kuile:3, 30. 393. Dritte: Loeff=v. Driesum und Dr. BauwensGemischtes=Doppelspiel um die Meisterschaft von Köln: Frl. Außem=Moldenhauer schlägt Mde. Mathien=Boussus:2,:5. Gemischtes=Doppelspiel 1. Klasse: Frl. WeyersStewart schlägt Fr. Eliel=Börner Dritte: Frl. Ruland=Deux und Fr. Maull=Schel Damen=Doppelspiel um die Meisterschaft von Köln: Frl. Außem=Mde. Mathien schlägt Fr. Danen=Oopesziel 1. Ssosez, Fr. Pelergeue Frl. Pankok schlägt Frl. Bender=Fr. Baur (Düsseldorf):2,:6, 10:8. Eine Straße wird gepflastert. Helles Klingen läutet wie Einzelstimmen eines Glockenspieles durch den Morgen. Manchmal schlag= auch zwei oder drei Klänge zusammen an und schallen einen harten Akkord. Das ist die Musik der werdenden Straße. So hämmert Stahl auf Stein und wandelt den gestern noch kaum passierbaren Sandweg zwischen den rasch emporgeschossenen Neubauten zu einem festen Fuß= und Fahrboden aus Basalt. Mosaikartig fügen die Pflasterer, auf niedrigen Einbeinen hockend, die scharfkantigen, blauschwarzen Steine aneinander, Zeile um Zeile, indem sie klingenden Schlägen in den Sand treiben. Mor gen werden sie mit schweren Rammn da gehen und das Gefüge miderstezehefel, Ligggsen, daß die dicksten Räder und größten Autolasten spurlos auf ihnen rasen können. Der seither letzten Straße der Stadt ist eine Schwester erstanden, die nun fremd und hart auf das weiche Wiesenland stößt, aus dem sie selber, vor Monaten erst emporgewachsen. Noch im vorigen Sommer war sie ein Teil der Wiese. Buschiges Gras stand kniehoch und schwenkte seine Rispen in Sonne und Wind. Buntflammende Blütenfeuer lockten summende Hummel= und Bienenvölker. Wie in einen Urwald vergraben hausten Käfer und Larven zwischen den wuchernden Halmen. Nur die langbeinigen Heuschrecken setzten gleich tollkühnen Artisten mit fliegenden Sprüngen über die höchsten Grasspitzen hinweg, wenn es galt, einem zirpenden Rivalen die Geliebte abzujagen oder Flucht vor dem zermalmenden Fuß eines menschlichen Eindringlings die einzige Dann kamen, als die große Sommerschur die Halme schwadenweise niedersenste, die braunen Erdhügel des Maulwurfs zum Vorschein, der wie ein verzauberter Zwerg in unterirdischen Kammern und Stollen wühlt und das Sonnenlicht haßt. Er wartete mit Ungeduld, bis wieder neue Kraft in die Stoppeln schoß, und ein neuer Halmwald seine Erdhaufen übergrüngn würde. Aber dazu kam es nicht. Schwere Lastkarren knarrten eines Tages heran und kippten Müll und Abfuhr jeglicher Art über alles, was grunte und kroch. Die Wiese wurde lebendig begraben unter Asche und Schutt. Gerümpel und Scherben gaben häßliche Erlebnisse preis. Manchmal allerdings hüllte die mitleidige Sonne sin in einen verklärenden Glanz. Da konnte ein roter Glassplitter wie ein Rubin leuchten, und ein Stück Weißblech wie Silber schimmern. Barbeinige Buben stocherten, wie Schatzgräber von verschüttetem Reichtum träumend, zwischen den blitzenden Scherben. Dann war auch diese Scheinherrlichkeit zu Ende. Andere Karren fuhren Kies und Sand an. bis aller Schutt zugedeckt und die einstige Wiese zu einer Ebene mit der angrenzenden Straße aufgefüllt war. Häuser schossen, von der Not Wohnungsloser zur Eile getrieben, wie vom Zauberer im Märchen hingehext hoch und reihten sich geschwisterlich aneinander. Die klingenden Hämmer singen das Lied der Vollendung. Die Stadt ist um eine Straße reicher. Hunderte Menschen haben wieder Haus Aber morgens, wenn das erste Lastauto über den frischen Basalt rattert, werden die langbeinigen Heuschrecken mit entsetzten Sprüngen tiefer in das rettende Grün flüchten. P. B. ihn der Koffer im Stich. Was ist die Untreue einer schönen Frau gegenüber der eines Beseelt von geradezu wahnsinnigem drang, ist es der Traum jedes halbwegs anständigen Koffers, allein zu reisen, auf eigene Faust. Ihr Motto lautet:„Da, wo du nicht bist— ist Gegen diesen Freiheitsdrang hilft weder Gepäckversicherung noch intensivste Markierung. Irgendwie wischt er doch durch, um nach persönlichem Gutdünken seine Reise Natürlich immer in entgegengesetzter Richtung. Meist sind Koffer Saisongegenstände, wie z. v. Oefen. Außer Betrieb gesetzt, bekümmert man sich nicht um sie. Wie die meisten nicht an Reparatur ihres Ofens bei heller Sommersonne denken, vergessen sie auch ihren jeder Reise zu überprüfen. Das geschieht erst im letzten Moment, wenn man mit Einpacken beginnt. Dann aber ist es zu spät, oft die Läden geschlossen und der Schlosser unerreichbax, Koffer aber sind rachsüchtig, sie vergelten jede Vernachlässigung mit Zins und Zinseszinsen! Man muß seine Koffer behandeln, wie etwa seine Frau. Die würde sich auch schön bedanken, höchstes zweimal im Jahr mit heraus genomMan kann gegen Koffer nicht aufmerksam genug sein. Man darf nicht vergessen, daß sie im Kampf mit uns eine Waffe besitzen, durch die sie stets Sieger bleiben werden. Nämlich— die Schlüssel. Smada. Frauenversammlungen. Mülheim=Kalk. Für die Frauen der im Streik stehenden christlichen Metollarbeiter finden morgen, Mittwoch, große Versammlungen der christlichen Gewerkum 4 Uhr: im Katholischen Gesellenhaus “ U hr im Katholischen Vereinshause in Kalk. * Nach Haag und Bad Scheveningen in Holland fährt am Sonntag, den 17. Juli, liger Sonderzug. Fahrpreis 3. Klasse 14 Mark, 2. Klasse 19.50 Mark für die Hin= und Rückfahrt Paß ist nicht erforderlich. Abfahrt 5,55 Uhr, Rückkunft 0,50 Uhr nachts Köln Hbf. Gutschein für ein ausgezeichnetes Mittagessen zum Preise von 3,75 Mark wird den Teilnehmern auf Wunsch verabfolgt. Der Zug ist um 12,13 Uhr in Haag und fährt um 19.49 Uhr dort wieder ab. In Haag stehen Sonderwagen der Straßenbahn bereit, mit denen die Teilnehmer in einer halben Stunde nach Scheveningen gelangen können. Anmeldungen werden noch bis einschl. Mittwoch, den 13. Juli, 19 Uhr abends, beim Städt. Verkehrsamt, Unter Fettenhennen 19. und beim Verkehrsbüro der Niederländischen Eisenbahnen, Burgmouer 2, entgegengenommen. * Veranlagung des Pferde= und Rindviehbestandes. Das Verzeichnis des veranlagten Pferde= und Rindviehbestandes sowie der dafür zu entrichtenden Abgabe für das Rechnungsjahr 1927 liegt vom 15. bis einschl. 28. Juli d. J. im Zimmer Nr. 4— Liegenschafts= und schaftsverwaltung— Marienplatz 28, 1. Stock, während der Dienststunden zu jedermanns Einsicht offen. Anträge auf Abänderung bzw. Berichtigung dieses Verzeichnisses sind spätestens zehn Tage nach Ablauf der Offenlegungsfrist, also spätestens am 7. August d.., zu beantragen. Anträge können auch persönlich auf dem vorgenannten Amtszimmer erklärt werden. Geschichte jedes Mannes, jeder Frau, jedes Kindes von ihrer Geburt an niedergelegt ist. Sechzehn Häuser, jedes mit zwölf Sälen und 360 Beamten, machen allein das Meldewesen von Berlin aus. Jede Karte hat wieder hundert Nachweise. An der Spitze dieses Systems stehen Männer mit Hirn. Die Untergebenen sind nur mechanisches Räderwerk. Jeder deutsche Detektiv hat neun Jahre in der Armee gedient, sechs Jahre als Schutzmann, er ist so mechgnisch geworden als menschenmöglich. Die Maschine Jedes Verbrechen ist bis zum kleinsten Bestandteil katalogisiert, z..: Art des Tötens: Nr. 23a Rasiermesser. Art des Eintretens: 17ae Fenstersims. Art des Kassensprengens: Nr. 14 Nitrolglyzerin usw. Spuren sind ähnlich katalogisiert. Wenn keine Spur vorhanden ist, so drehen sich die schrecklichen Räder des„Meldewesens“ doch; denn es gibt eine Abteilung, die sich jenen erfahrenen alten Kunden widmet, die gelernt haben, keine Spuren zu hinterlassen. Spezielle Kommissionen beschäftigen ziellen Verbrechen und Verbrechertypen: Mördern. Reisegepäcksdieben, Heiratsschwindlern. Das kleinste Item, der ungeheuren Maschine in den Trichter geworfen, setzt sie in Bewegung, und vom Augenblick der Entdeckung eines Verbrechens wird sie gespeist vom verworrenen Spinngewebe der Kartothek, wiederholt mit jedem neuen Fetzchen gespenstische Mechanismus durch Ausscheiden und Auswahl endlich den Beweis hergibt, der den Schuldigen packt. Zwei Details, die sich dabei unterstützen und die der amerikanischen Polizeimethode unbekannt sind: Erstens ist es die Pflicht jedes Polizisten auf seinem Dienstwegen den geringsten Vorfall, der ihm ungewöhnlich erscheint, in und zweitens hat die deutsche Polizei unter gewissen Voraussetzungen jedes Haus zu jeder Zeit auch ohne Vollmacht zu durchsuchen. * Die Rheinische Bezirksgruppe des Verbandes für autogene Metallbearbeitung, Hamburg, halt am 22. Juli 1927, abends 8 Uhr, im oberen Saale(Jägersaal) des Alten Präsidiums in Köln, Schildergasse, eine Mitgliederversammlung ab, in der Dr. Zimm (Hamburg) einen Vortrag hält über„Hochwertige Fluß= und Gußeisenschweißungen". Mitglieder befreundeter Vereine und Interessenten sind willkommen. * Die Fundgegenstände der städtischen Bahnen werden am Samstag, den 16. Juli 1927, nachmittags 3½ Uhr in einer Wagenhalle auf dem Straßenbahnhof Weißbüttengasse 35—43 versteigert. * Der Kriegerverein Köln=Merheim(rechtsrh.) hält Sonntag, den 17. Juli im Lokale Schuhmacher sein Stiftungsfest ab. (Gedanken an die Reisezeit.) Koffer sind harmlos, solange man nichts von ihnen will. Aber stellt man nur die geringste Zumutung an so einen Koffer, gleich macht er es wie die Köchin, wenn unerwarteter Besuch kommt— er streikt. Streikende Koffer sind ein soziales Problem, das nur durch Klugheit und Geduld, nicht aber durch Zorn und Hast gelöst werden kann. Uebrigens enthüllen streikende Koffer die ganze Bosheit ihres Charakters. Sie haben etwas direkt Aggressives. Wenn sie aufgehen, so kann man damit rechnen, daß sie dafür sich nicht schließen lassen und umgekehrt. Es gibt unzählige Variationen ein und desselben Themas, alle gleich und unerfreulich. Leer wirkt so ein Koffer wie ein Abgrund, bereit, unser gesamtes Hab und Gut, sofern es die Reise mitmachen soll, zu verschlingen. Fängt man aber einmal mit dem Packen an, so bemerkt man mit Schrecken, daß Koffer genau so unzulänglich stnd, wie menschliche Wohnungen. Leider besitzen Koffer nicht die Geduld einer deutschen Hausfrau, die sich zu ihrer Arbeit noch immer etwas aufbürden läßt. Koffer neymen jede derartige Zumutung übel Und dann, nachdem der Mensch dies alles durchgemacht und glücklich abgedampf ist, laßt Persönliches. Am 13. Juli kann Herr Mathias Vogteistraße 29, in selten großer Geistes= und Körperfrische seinen 80. Geburtstag begehen. H Müller, der als gedienter 65er den Feldzug 1870/11 mitmachte und der Inhaber mehrerer Orden ist, erfreut sich in Bekanntenkreisen großer Beliebtheit. Frau Joh. Kremer, Sülz, Luxemburgerstraße 144 feiert am 15. Juli ihren 80. Geburtstag. Ihr Gatte ist 82 Jahre alt. Beide konnten vor zwei Jahren das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern. Der Werkmeister Johann Lucas, Köln=Deutz, Mathildenstraße 14 konnte vor einiger Zeit auf eine 40jährige Dienstzeit bei den Vereinigten Stahlwerken Aktiengesellschaft Stahlwerke van der Zypen zurückblicken. Der Herr Reichspräsident hat ihn heute aus diesem Anlaß mit einem Glückwunsch= und Anerkennungsschreiben geehrt. Die Kartotheken der Polizei. Der Amerikaner Joseph Gollomb hat vergangenen Herbst ein ausgezeichnetes Buch über die Polizei verschiedener Staaten heraus gegeben, aus dem der Literary Digest folgenden Auszug über die deutsche Polizei entntmm: Jedes Detektivsystem ist das Ergebnis der Heit eis. Poelzeigien Veregeigshte das füir sie ei Sele eintes Gespenstes— Millie“ Aktenfächern, in denen die ins einzelne gehende Ein verrücktes Vermächtnis. Als der Kaufmann Mende gestorben war. fand man außer seinem Testament auch noch folgendes seltsame Vermächtnis vor: Ich vermache meine goldene Uhr meinem Prokuristen Hermann Dietz oder meinem Ein solches Vermächtnis ist durchaus möglich. es ist vom Gesetzgeber vorgesehen, kommt aber ast nie vor. Die Sache ware ja auch nicht weiter tragisch gewesen, wenn nicht Paul, Nickel einen Tag vor dem Kaufmann Mende gestorben ware! Nun saß man da, und das Gericht konnte laut§ 2151 des Bürgerlichen Gesetzbuches nur entscheiden, daß beide Bedachten, Hermann Dietz und Theodor Frank, Gesamtgläubiger seien. Danach können also beide je eine Uhr von den Erben verlangen, die Erben aber sind nur verpflichtet, einem der beiden die Uhr u geben. Der andere geht dann leer aus. Eine Teilung der Uhr ist nicht, gogomhntugicht verjenige. der die Uhr zuerst bekommt, nicht ver pflichtet, sie zu veräußern und dem anderen die Hälfte des Erlöses auszuhändigen. Wer also die Absicht haben sollte, ein derartiges Vermächtnis zu machen, muß, um keine kationen eintreten zu lassen, dafür sorgen, oaß Dritte, welcher die Aushändigung vornehmen soll, ihn um mindestens einen Tag überlebt. Das Pferd als Lebensretter. Ein amerikanischer Farmer namens Me. Torrey befand sich, so berichten die Neuyorker Blätter aus dem Westen, auf dem Zeiigregmacz seinem Gehöft, als am Horizont plotzlich schwer Rauchwolten auftiegen, degzdem unbetämmert brand deuteten. Er rrt...—,., WindrichGescent un en Gras, um zu schlafen. Er wurbe geckt: er sprang auf und erannte, daß sich sprang in den Sattel und galoppierte in schärftem Tempo davon. Das Feuer war aber schneller als er, und der Abstand zwischen Reiter und Flammen wurde immer kleiner. Plötzlich nahm das Tier eine andere Richtung und lief seitwärts, ohne daß sich der Reiter die Ursache erklären konnte. Es stellte sich aber bald heraus, daß der sichere Instinkt des Tieres Roß und Reiter zu einem See geleitet hatte. Das Pferd schwamm auf die andere Seite; der Farmer war gerettet. Chlorodont-Zahnpaste die herrlich erfrischend schmeckende Pfefferminz-Zahnpaste. Tube 60 Pf. und 1 Nk Chlorodont-Mundwasser mit gleichem köstlichem Pfefferminz-Aroma Reise-Spritzflasche.25 Mk. Chlorodont-Zahnbürste Snezialhürste mit gezahntem Borstenschnitt. 70 Pf. und.25 Seite 6 Nr. 191 Einweibung der Kirche in Esch. Am Samstagmorgen gegen 8 Uhr traf Herr Weihbischof Dr. Sträter im Auto, zur Weihe der Pfarrkirche in Esch ein. Am Ausgang der Holzgasse wurde er von einer stattlichen Prozession empfangen. Nach kurzem Aufenthalt im Pfarrhause geleitete man den hohen Gast feierlich zur Kirche, wo alsbald die ausgedehnten feierlichen Zeremonien begannen. Zunächst betete der Bischof in dem zum Reliquienkapellchen umgestalteten Vorraum des alten Kirchteils vor den hl. Reliquien. Danach folgte die Weihe es Wassers zur Kirchenweihe. Im Anschluß daran begann der dreimalige Umgang die Kirche, wobei der Bischof die Mauern mit Weihwasser segnete, unterbrochen durch die Zeremonien des Einlaßbegehrens. Beim dritten Mal öffneten sich die Pforten, und der Bischof zog mit seinen Assistenten bis zur Mitte des Kircheninnern. Es folgte unter Gebeten die Ausstreuung des Andreaskreuzes aus Asche, in welche dann der Bischof die Zeichen des lateinischen und griechischen Alphabetes mit seinem Stabe einritzte. Danach zog er dreimal, mit Weihwasser segnend, an den innern Wänden des Gotteshauses entlang. Nach vollendeter Segnung und Weihe des Altars wurde dieser gereinigt und geschmückt, worauf alsbald der Ortspfarrer das hl. Meßopfer darbrachte. Nach dem Evangelium richtete der Bischof in seiner schlichten, aber eindringlichen Art Worte der Erbauung an die Gläubigen. Er forderte auf zur Dankbarkeit gegen Gott und wies auf das traurige Ereignis hin, dem Esch die heutige Feierstunde verdanke, den 1921 erfolgten Einsturz, dem damals 4 Schulmädchen zum Opfer fielen, an welche die 4 bunten Fenster mit den Namenspatro= ninnen der Kinder erinnern sollen. Im Verlauf der Rede verglich er die erfolgte Weihe mit der Taufe und gab kurze Erklärungen der hl. Zeremonien und ihrer Beziehung zum Christenleben. Am Schlusse der hl. Messe verteilte er seinen oberhirtlichen Segen, worauf sein Assistent die kirchenamtliche Urkunde mit den erteilten Ablässen(am heutigen Tage ein Jahr, an künftigen Jahrestagen 40 Tage) verlas. Unter dem Gesang des Tedeums verließ der Bischof dann die neugeweihte Stätte und wurde wieder mit Musik zu kurzem Aufenthalt über Mittag ins Pfarrhaus geleitet, von wo er um 2 Uhr seine Visitations= und Firmungsreise in Richtung Essen=Oberhausen fortsetzte. aus Patan in in Prichtzus der Grundmauern in Ingriff genommen. Die Ar„ so gefordert werden, daß die neuen Beginn des nächsten Semesters in Benutzung genommen werden können Im Zusammenhang mit der Erweiterung der stlichen Schule wird gleichzeitig die Frage der Errichtung einer Landgelöst. Die Aufgabe einer olchen Schule, die bereits an vielen Orten der nen TPichiat wie Nachen, Iulich, Hennef. LenLindigr, Mörd, Gelvel., Xanten und Düren ins Leben gerufen wurde, besteht in der „#### Leitung, von Landtöchtern in allen Zweiländlichen Haushalts. Der Besuch der mindestens 17 Jahre alten Mädchen ist freiwillig und erstreckt sich, wie der Schulbetrieb für die lanowirtschaftliche männliche Jugend, auf die Wintermonate. Die Lehrkraft für die geseng; wird von der Landwirschafslammer Erweiterung der Landwirtschaftlichen Schule und die Errichtung der Landfrauenschule, werden jetzt erreicht durch den Erterungsv. der Landwirtschaftlichen Schule LI Scu am Kreise gehörigen Gelände zwischen Schule und dem ehemaligen Rathaus der Bürgermeisterei Bergheim. Der Bauvlan im Erdgeschoß die nach den Porschziften der Landpirtschaftskammer notwenume für die Landfrauenschule vor. Im ersten Stock werden die beiden Schulsäle für die Klassen der Landwirtschaftlichen Schule, ein Laboratorium, und Räume für Lehrmittel und Wif.eral#g eingerichtet, während im zweiten Stockwerk weitere Räume für den SchulRäume nettd“; wahrscheinlich werden diese Räume von der gewerblichen Fortbilshe uttpentt. Die Räume des ErdGelchoh,##igen Landwirtschaftlichen Schul: Jo0 ggg Marg esamten Baukosten verragen etwa Kölner nisse zu beseitigen, damit das Fest am 21. August vereinig. des Kreises in schönster Harmonie Roter Kreuztag in Frechen. „#erim ganzen Reice für den 12. Juni vorgssebene Rote=Kreuztag in in Frechen auf Sonnverschoben worden. Mit ihm wird am selben Tage nachmittags eine Uebung r S##t„Sanitatskolonne Frechen verbunden sein. Außerdem wird am Vormittage die Svielvereinigung Frechen 1920 leichtathletische W Den Sammlerdienst hat die Jugendgruppe des Vaterländischen FrauenPerer. Ot., gru Freihen, übernommen. Das stem Freins vut es sich von jeher zur vornehmsten Aufgabe gemacht, in Zeiten der Not und bei Unglücksfallen Hilfe zu leisten, die dafür getmerdisen Vorkehrungen zu treffen und die Mittel dazu mit Hilfe der Opferwilligkeit der aufzubringen. Die Frechener Ortsin dankenswerter Weise bestrebt, durch eine Reihe neuer BetätigungsgeHieter, emise, Gemährung von Familienbeihilfe, Atersfuxlorge, Wöchnerinnenpflege usw. in erZähtenz, zaße au. außergewöhnlichen Rotständen abzuhelfen. Zur Durchführung all dieser and“ an Mm###guen ist das Rote Kreuz aber auf die Mitarbeit aller Kreise der Bevölkerung angewiesen. An diese ergeht daher Spenden am Rotenfärdern.“ das Werk der Nächstenliebe zu Dienstag. 12. Juli 1927 Der erste Spatenstich. Der vergangene Sonntag wird in der Geschichte Beraheims ein besoderer Tag bleiben, wurde an diesem Tage doch ein Werk begonnen, das nach seiner Fertigstellung nicht allein für die Bergheimer, sondern auch für die Bewohner des ganzen Kreises von Segen sein wird. In den Mittagsstunden wurde in Gegenwart der Geistlichkeit, des Kirchenvorstandes, des Bauausschusses und der Gemeinde= und Kreisvertreter sowie der ausführenden Baufirmen der erste Spatenstich zu dem Krankenhausneubau ausgeführt. Schon seit Jahren hat sich eine Erweiterung des Bergheimer Krankenhauses als unbedingt notwendig erwiesen, de die Aufnahmefähigkeit völlig erschöpft war, obwohl die Anforderungen täglich stiegen. Einige auf dem Hofe des Krankenhauses aufgestellte Holzbaracken konnten den Bedürfnissen auf die Dauer nicht genügen Und so wurde dann der Erweiterungsbau in Angriff genommen, zu dem jetzt der erste Spatenstich erfolgte, den Kaplan Braun als Vertreter des Dechanten Pohlen ausführte. Kaplan Braun dankte in einer Ansprache dem Bauausschuß, dem Kirchenvorstand, der Bürgermeisterei und dem Kreis für ihre tatkräftige Unterstützung bei den Vorbereitungsarbeiten. Er sprach die Hoffnung aus, daß oas neue Haus vielen Leidenden Gesundheit und Lebensmut wiedergeben möge und der Bau ohne Unfall vonstatten gehe Je einen weiteren Spatenstich führten Bürgermeister Simon, Bergheim, als Vertreter der Bürgermeisterei * Gemeinde und Regierungsrat Hendriks als Vertreter des Kreises aus Beide Herren gaben zu erkennen, daß sie gern an den Vorbereitungsarbeiten mitgewirkt hätten und man auch fernerhin in Sachen des Krankenhauses auf sie rechnen könne. Die Herren des Kirchenvorstandes und die Vertreter der Baufirmen hoben ebenfalls einen Spatenstich aus. Im Auftrage der Bauleitung, der Architekten Böll und Neuhaus, erklärte Architekt Gardinvski, daß die Bauleitung ihr ganzes Können an das Gelingen des Werkes setzen wolle, damit ein Haus das nicht allein in architektonischer Hinsicht das Bergheimer Stadtbild verschönere, sondern auch allen denen, die das Haus für kürzere oder längere Zeit aufsuchen müßten, befriedigenden Aufenthalt biete. Der Spaten, mit dem der erste Spatenstich ausgeführt wurde, wird als dauerndes Andenken an den Tag des Baubeginns aufbewahrt. Bau einer Jugendherberge in Bedburg. sescs sächhctäce richten, die zugleich als Wohnung für den Bademeister dienen soll. Das Kellergeschoß wird als Gelateraum und zum Unterbringen der Paddel# w. gusgebaul. Darüber wird die WohObergeschoß soll dann als Jugendherberge die serichendeg Poder, die gewähnlich von, Bedburg aus idre Fahrten antfeten, eine Sesren u Unterrunftsmöglichkeit geEin alter Kanal aufgedecht. ist man in Hermülheim damit beschäftigt, die Kirchstraße ihrer ganzen Länge au„ureißen, um den Kanal für den Dufesbach zu legen. Bei diesen Arbeiten wurde jetzt ein etwa 20 bis 30 Meter langer Teil eines alten Römerkanals offengelegt Der Kanal. zu dessen Bau ein äußerst starkes Mauerwerk verwendet wurde, ist noch verhältnismäßig gut eryalten: er hat eine Höhe gangstpg..10 Meter und eine Breite von rd timerer. Es ist anzunehmen, daß es sich um eine Zweigstrecke des sog. Eifelkanals handelt. Bei den Freilegungsarbeiten wurden Ziegel= und Wandplatten aus der Römerzelt, sowie Münzen und sonstige Gegenstände aus dem 17. Jahrhundert aefunden. Eine Besichtigung durch einen Beauftragten der Museumsverwaltung der Koln ergau, daß die vorgefundenen Sszenst, mu in zleichen Exemplaren in den " guseen bereits vorhanden sind mittef de“ Se## deshalb als Anschauungs. mittel der Schule in Hermülheim überwiesen Finanzgebarung einzelner Gemeinden, und wandte sich gegen die immer noch sich wiederholenden Versuche, dem Mittelstande neue Lasten aufzubürden. Die Versammlung beschloß nach interessanter Debatte einstimmig, die bestehenden beiden Vereine aufzulösen und eine Ortsgruppe des Mittelstandshaues zu bilden und schritt alsdann zur Wahl des Vorstandes. Nach einer anregenden Diskussion über das Ortsstromnetz schloß der Versammlungsleiter die Versammlung mit Pritenend. 2. He f. begen sichst 3i folg, Leispiel in Rechernich Vor den Siegburger Schöffen. Lokomotivführer aus Troisdorf hatte sich am Gericht in Siegburg der Beleidigung eines Gerichtsbeamten schuldig gemacht. Der Angeklagte nahm die Beleidigung zurück, und zahlte neben den Kosten 10 Mark Buße an die . om August 1926 hatte ein ViehhändLeir,#u eine K#h von einem Landwirt aus der Umgebung gekauft. Dieser erhielt aher den, Kau preis in Höhe von rund 30 Mt. nicht und versuchte erfolglos die Kuh zurückbestritt jede Betrugst, die Verhandl gug ergab jedoch einen rich##„Kuhhalt# Das Gericht verurteilte ihn shalb wegen Beirugs zu zwei Monaten Gefangnis.— Zwei Arbeiter aus Monhahen Enve Juli 1926 aus der Mondorfer ###teterei zehn Körbe gestohlen und diese verrauft, um sich fur die Kirmes Geld zu beschaffen. Obschon der Schaden inzwischen ersetzt erhielten die Angeklagten wegen schweren Diehstahls je drei Monate Gefängnis mit einer dreijährigen Bewährungsfrist.— Ein Druckereibesitzer hatte sich wegen Scheckbetrugs gegenKole. Firma zu verantworten. Das Gericht konnte jedoch keinen Betrug feststellen Geriad in his Pirmna siber die Lage des Druckers genau im Bilde gewesen war. Der Angeklagte „ Sheipt. gen— Zwei Dienstmädchen auf einnem Gute in Uckendorf waren beschuldigt z. haben, Da der Beweis nicht erbracht werden konnte, erfolgte Freisprechung. Straßenunfälle. Wald und Landwirtschaft an der Erft. Im letzten Jahrzehnt ist, so schreibt man uns, in der Vorherrschaft des landwirtschaftlichen Moments an der Erft eine völlige Aenderung eingetreten. Die sich immer mehr und mehr ausdehnende Braunkohlenindustrie hat heute fast den ganzen nördlichen Teil der Erft mit seinem langen Höhenrücken für sich in Anspruch genommen. Der hier noch geringe Teil der Landwirtschaft ist ständig im Rückgang begriffen und da ein Ackerland nach dem andern der industriellen Ausbeutung zum Opfer fällt können die kleinen Ackerwirtschaften nicht lebensfahig bleiben und werden in absehbarer Zeit ganz verschwinden. Für viele Gemeinden des Erftlandes eröffnen sich damit trübe Aussichten, denn die ausgebeuteten Kohlenfelder werden landwirtschaftlich dauernd verloren sein da e. nicht möglich scheint. die Grubenbetriebe zu zwingen, für die Wiederherstellung der Abraum#e in ackervare Flächen Sorge zu traücklicherrg##### sich die Kohlenindustrie noch nicht auf die südliche Erftseite ausgeSomit ist die Selbsternährung der Erftbevölkerung., immer gewährleistet. i der weiteren Ausdehnung der Kohlenfelder sind allmählich auch die weiteren Waldungen verschwunden. Weit und breit waren . pachtigen Forsten mit ihrem reichen Wildbestand bekannt und beliebt. Nur wenige Reststücke sir), heute, noch vorhanden, so bei Hor: gem. Turnich, Brüggen und Liblar Allerdings ist auch ihre Lebensdauer allem AnSögosgnn d gre“ d schon mit weiteren a elgin begongen hat. Mit dem Aufforg der ausgebeuteten Felder ist im letzten Jahre nur in kleinerem Maßstabe begonnen worden. Hoffentlich führt man diese Arbeiten im laufenden Jahre weiter fort, damit die großen Lücken ein wenig verdeckt werden. Die 48er Fahne der Bensberger Bürgerwehr. Das demnächst in dem von der Gemeinde Herags b####tauften äl eiten Hause Vensbringende Heimatmuseum wird ein ganz besonderes Schmuckstück aufweisen. Es handelt sich um die Fahne der Bensberger Bürgerpehr aus den Repolutionssahre Tahns Janwsbte, daß sich Bruchstücke dieser Fahne, die die Farben schwarz=rot=gold M arzi ge#rgren hieugen Familien befanden Als die Gründung eines Heimatmuseums angeregt wurde, fanden Verhandlungen wegen Uebergabe an die Gemeinde und sachgemäßer Zusammensetzung der Stücke statt. Ein bekannter Kunsthistoriker wurde um sein Urteil gebeten u. bedingt erforderlich, daß die Gemeinde das außerordentlich interessante Stück zu erhalten suche. In dem Gutachten heißt " de, nur wenige Gemeinden heute noch in der Lage se n, ein,liche Fahne aus den bewegten 48er Jahren aufzuweisen. Die Fahne könne natürlich nur erhalten werden, wenn sie sachkundig p.„wahrt werde. Der Gutachter empfahl die Unter nung hinter Glas und Rahmen, so daß die Fahne jederzeit besichtigt werden könne und auch noch mit ihren— wenn auch Peiteen fesest und dei dos ale Slilc wicker Jugendpflege im Kreise Bergheim. Der Erweiterungsbau der landwirtschaftlichen Schule in Bergheim. Die Landw. chaftliche Schule in Bergheim hatte bis zum Jahre 1925 nur eine Schulklasse. Nach Fertigstellung des Kreis=Heimathauses konnte endlich dem Wunsche nach Errichtung einer zweiten Klasse Rechnung getragen werden. Landwirtschaftliche Schule und Kreis=Heimathaus befinden sich nun in entgegengesetzten Teilen der Stadt und die hierdurch bedingte räumliche Trennung der beiden Klassen hat zu erheblichen schultechnischen Schwierigkeiten geführt abgesehen davon, daß das Heimathaus für den Schulbetrieb gar nicht vorgesehen ist. Der Wunsch ausreichenden und zusammenhängenden Räumlichkeiten trat immer stärker an die Kreisverwaltung heran. Sie hat daber durch den Kreistag den Expekterungsbau der Landwirtschaftlichen Schule genehmigen lassen. Vor einigen Tagen haben die Arbeiten zu diesem Bau, der unter der Oberleitung des Kölner Architekten Opgen Orthsteht, bereits begonnen. Die Ausschachtungsarbeiten sind schon In der vergangenen Woche versammelten sich im Kreis=Heimathaus zu Bergheim auf eine Einladung der Kreisverwaltung und des KreisPur“ urS Snagin die Vorstandsvertreter der Turn= und Sportvereine des Kreises Bergheim ## den„Westdeutschen Spielverband, in der Deutschen Jugendkraft und in der Deutschen zurnerschaft zusamn. naeschlossen sinv. Auch die unorganisierten Vereine waren der Einladung zahlreich gefolgt. Eingangs der Tagung begrüßte Regierungsassessor Baß die Erschienenen im Namen der Kreisverwaltung. Im Anschluß daran sprach Schulrat Heuschen über die Zwecke und Ziele der Jugendpflege und betonte #### diejenigen Vereine an erster Stelle auf eine „ezliche Unterstützung rechnen könnten. die auch wirklich im Dienste der Jugendpflege erfolgreich arbeiteten. Im weiteren Verlauf der Tagung wurde den Siegern des am Sonntag vorher ausgetragenen Waldlaufes, die ebenfalls eine Einladung erhalten hatten, unter ##ennen en Woxten die den Sieg bestätigende Urkunde und ein Eichenkranz übergeben. Den großren Teil der Besprechungen nahmen die Vorbereitungen zu dem am 21. August in Beraheim stattfindenden Kreis=Sportfest in Anspruch, zu dem noch viel Arbeit zu leisten ist. Man wählte einen Arbeitsausschuß, der in Verbindung mit dem Hauptausschuß das Pro gramm aufstellen soll. Hoffentlich gelingt es Ausschuß, die im Wege stehenden HinderZusammenschluß des gewerblichen Mittelstandes in Mechernich. Gaf fie gung zu einer Versammlung im des Rer.: waren sowohl die Mitglieder des Vereins für Handel und Geobe als auch des Einzelhändlerver##n Mechernich recht zahlreich gefolgt. Nach Worten der Begrüßung führte der Versammlungsleiter, Herr Voiß, Vorsitzender des Gewerbevereins Mechernich, kurz aus, daß die Vorstände der beiden Vereine die Zweckmäßigveu eines einmutigen Zusammenarbeitens erdes“ Reisteln erks“ aisdann dem Leiter des Mittelstandsamtes. Herrn Snnfrage Pifnsier das Wart zu einem Vor###lde und Zukunft. In seinen Syndikus Hufmeier darauf hin, daß es eine dringende Notwendigkeit sei #erufsstänge mi., gleichen wirtschaftlichen Interessen in einer einzigen Organisation zu# enzzschließen; es sei dies in anderen Ge „Jaden bereits früher erkannt und mit groolg befolgt worden. Er verbreitete sich ###n üver die Einrichtungen des Mittelstandshauss. für den Kreis Schleiden und wies auf die Rechtsberatungs= und Einziehungsstelle für ###berungen, gin, die von den Mitgliedern bereits zahlreich mit gutem Erfolg in Anspruch Redner die „(eoner.. Vorbreitungen zur Schaffung staatlicher Berufsschulen mit Besuchzwang. Man beabsichtige bis zum Oktober d. I —6 Berufsschulen im Kreise Schleiden in besonderer Berücksichtigung der VerkehrsverhältGilbe,#biz. Iu dieser Angelegenheit gebühre besonderer Dank dem Vorsitzenden des ungsausschusses Herrn Jakobs. MecherBerag, Nach Morten der Auftlärung über die Smwege urd SSteungengnte alle; des Verscherungs= und Steuerwesens, sowie der Errichtung einer Genossenschaftsbank für den Kreis Schleiden befaßte sich der Reserent mit der Von einem Motorradfahrer aus Köln wurde am Sonntagnachmittag ein Siegburger Bürger auf der overen Zeitstraße überfaherlit mehrere Verletzungen, besonders Am Sonnntagmorgen verunglückte in Siegburg an der Eisenbahnunterführung eine gusge Frau daducch, daß sie infolge einer Bodenunebenheit zu Fall kam und einen Fuß brach ee#rde mittels Tragbahre zum Krankenhaus Ein Motorradfahrer aus Neunkirchen uer, sber/# am San tag an einer Straßenmie.=Oberste Zeit“ gegen einen Baum Während der Fahrer selbst mit leichten Verletzungen davon kam, erlitt seine Mitfahrerin n Fehte nais Becaschok einen OberschentelKrantenhaus gebracht. Die wirtschaftliche Not. Ein Kaufmann aus Siegburg erschoß sich Gschätiss#2. Vonn bei seinen Vervondien Grlcts gaben pwierigkeiten sollen die Tat verEin zweckloser Kampf. „Die. Vereine der Bürgermeisterei Rösratb hatten beschlossen, wegen der Höhe der VerSaienussier Se ein Festlichkeiten mehr abzuhalten. Im Gemeinderat wurde aber dargelegt daß die eigens für den Zweck gewählte Kommission beschlossen habe, die alten Steuersatze beizuhalten. Schon nach dem trag der vereinigten Ortsvereine sind jetzt 42 ####r. eine vorhanden, die Vergnügungssteuerder Wesursau p“. Der Gemeinderat war der Meinung, daß man es ausgerechnet heute wahten„Bergnügungs: der Steuer beim alten zu lassen. Der böse Taxameter. Im Bergisch Gladbacher Ortsteil#### ringen fuhr ein Kölner Taxameter gegen einen Straßenmast. Drei Insassen wurden verletzt, konnten aver nach Anlegung eines VerPordse Lei. Peiaf=.=Tlteten. Der Wagen Elf Kinder mutterlos. Ower xraurtec,“###eschit traf eine Familie in ran stand: Di Ehefrau, die in den 50er Jahstand, zog sich eine kleine Brustquetschung zu, die anfänglich gar nicht beachtet ur e. Im Laufe der Zeit verschlimmerte sich der Zustand derart, daß ein operativer Einariff notwendig wurde. Doch auch dieser konnte nicht Rehme entgegur a auleitige TeilAm ersten Arbeitstag tödlich verunglückt. Sägewert Rildenha:. g pe Eima Bensberg verunglückte der Arbeiter drei unmündigen Kinder, vinerläßt Frau und hältnisen ieber Stegbo Kaufmann nagte leinem Leben durch Erschießen ein hat, konr, nicht fesigestellt wergar“ getrieben Köln, 12. Juli 1927. Nr. 191. Beilage zum Kölner Lokal-Anzeiger. Weißt du, wie ich dich liebe... Von Hugo Marti. Weißt du, wie ich dich liere. Weißer Weg durch die Sommernacht? Blumen wie brennende Kerzen säumen Deine vom Tag verstaubten Geleise, Halme, die von der Sichel träumen, Zittern lauschend im Frühwind leise, Und von den scheuen Birkenbäumen Nimmst du Grüße mit auf die Reise. Du gehst vorbei an meinem Haus. 3c sHaue dir nach und ich Pire dich, ungen Und höre dein Wanderlied ferne verklingen In die laue Sommernacht hinaus. (Mit besonderer Genehmigung des Verlages Orell Füßli. Zürich, dem schönen Gedichtbande Der Kelch von Hugo Marti entnommen.) Fenster in Blüten. Von Peter Bauer. Die grauen Straßen sind grüne Alleen geworden Kastanien, Akazien, Platanen, Ulmen, Seist ad Kast, Ge Ceihgesite. Kaosd. i: gerufen. Wie zersprühende Raketen schütten die Plcher und Habegserbiche, bie, Beike.5 lanen und gelben Flütenfeuer über Beete und wie Tropfen an den überhangenden Stengeln De. Tar, P gobeten Sitadten vickel. ach. Gierie rec der Efeu seine Ranken, da und dort hinauf und läßt in sein ernstes, winterhartes Grün helles Junglaub„ladern. Ein Greifen und Klimmen wie von tastenden tausendfingerigen Händen wetteifert überall, das Gestein zu überwuchern. Am Nachbarhaus webt wilder Wein rascher noch sein grünes, freundlicheres Dickicht. Wie unzählige wimpelnde Fähnchen fächeln die junslappigen Blätter im leisen Winr, und ein Kichern und Wispern rumort heimlich, als ob dahinter winzige Kobolde ihr schalkiges Wesen trieben. Es könnte fast das Haus einer Märchenhere sein, voll verzauberter Knaben und ver Sirschener Mädhen, Ve. Hrinzstell ugesch in hält es sein fahles, schrundiges Gesicht im Blättergewirr. Auf dem Bord des offenen Fensters sitzt eine schwarze Katze. den Schweif um die Hinterbeine geschmiegt, im einem Gold streif Sonne. Ihr Fell glänzt wie Ebenholz ihre Augen wie zwei Bernsteinperlen. Nie sah ich ein anderes Wesen im Fenster, als diese Katze. Darum muß das Haus im wilden Wein es meiner Phantasie schon verstatten, seine Heimlichkeit schon nach Lust und Laune mit Märchen gestalten zu bevölkern. In einer stillen Seitenstraße steht ein altes, vornehmes Patrizierhaus. Der weiße kühle Anstrich ist etwas angebräunt, wie das Antlitz seiner reichen Besitzerin wenn sie von ihrem dolce far niente in Berg= und Strandsommersonne heimkehrt. Ein großmaschiges Netz, das aus starken Schiffstauen geflochten zu sein scheint, überzieht die ganze Stirnseite des Gedas holzige Geflecht, solange noch toten Laubs und vertrockneter Schoten daran baumelten, höchst sonderbar und unschön. Jetzt aber hat es sich plötzlich als ein lebendiges we äder voll strotzender Kraft gezeigt, dem überall üppige Blütenhängel entsprudelten. Blaue Trauben von der vornehmen Tönung des Amethyst umprunken Fenster und Altan. Verschwenderisch wehen Düfte wie aus vorübervauschender Seide. Die stolzen Doppelsenster halten sich gefühllos geschlossen. Es könnte mit dem Aroma der Blüten, gemeiner Straßenstaub sich einschmuggeln! Die Kübel und Vasen in den Gemächern spenden Dufts genug. Und an des Hauses Rückseite atmen Garte, und Terasse zahllosen Kelchen und Bechern durch die offenen Flügeltüren. Die Glyzinien an der Front ver drießt diese Mißachtung nicht. Hummeln und Bienen trinken sich ja satt bei ihnen. Und der Vorübergänger, dem sie eine Prise ihres Dufts wie ein Almosen übers Gartengitter zuwehen. weiß, daß sie vor vornehmem Hause blühen. Sie haben etwas von den Allüren der Kammerzofen und betreßten Lakaien, diese amethystnen GlyziWieviel herzlicher sind dagegen die mit roten Lippen lachenden Kletterrosen, die schmiegsam ein bescheidenes Häuschen umwinden! In schwenglicher Fülle recken sich die sträuße aus dem Laubgrün, und immer neue Knospen platzen unter den Küssen der mit ganzer Inbrunst anstürmenden Sonn g Ctraufe nisten chwalben, die unter der Dachtraufe nitten, scharn auf und nieder Durch die weit offenen garten And dem mit verstaubten Kitel, Hlahf und schwerfüßig von harter Arbeit heimkehrenden Vater lassen die roten Ballen wie die subelnd klatschenden Kinderfäustchen seines Künasten die Augen strahlen. Er einem Ruck sich hoch, Hämmer und Maschinen sind vergessen. Feierabendglück strahlt das rote Geranienbord des Giebelfensters. Südlicher Abend. Schwalben, die unter der Bachlraufe uu: zwitschern auf und nieder Durch die weit offenen Fenster atmet das Glück aus und ein. Ein mal sah ich das junge Paar, blond und schwarz, im kleinen Vorgarten beschäftigt. Sie##d Rosen, und er trug in schweren Wasser herbei. Zärtlichkeit und Liebe schwangen in den wenigen Worten, die ich im Vorüberschreiten erlauschte. Ein andermal winkte die unge Frau, im offenen Fenster stehend, ihm nach Sie trat zurück, als sie mich Aber ein goldner Schein spielte da, wo sie gestanden, und glitt ihr langsam ins Zimmer nach. Schon sind die Ruten und Ranken dabei, auch den Eingang durchs Vorgärtchen mit„ihren blühenden Bogen zu überspannen. Sie können ihre Willkommensträuße dem Nahenden nicht weit genug entgegenstrecken, die herzlichen Kletterrosen, und dem lieben Besuch nicht lange genug Lebewohl winken. Sonne. Schwalbengezwitscher und ihr freundliches Gewinde, da werden offene Fenster zu Rosentoren des Glücks. Die kleinen Dachgärten, die der Sonne noch viel näher sind, seien darum nicht vergessen! Die schmalen Giebelfenster der Mansardenwohnungen können mit ihrem duftig weißen Garoinenbehang zur Zier des ganzen Hauses werden. Wie große, schimmernde Augen blicken sie aus dem rußgeschwärzten Schuppenpanzer der Schiefer und Ziegel herab. Manchen sieht man die heimliche Freude an, so hoch über dem lärmenden Straßengewimmel zu blühen. Sie haben sich hinter einem kleinen Gitter er., ge ggeun Töpfe eingepflanzt Ein armvoll Grün, genug für die Genügsamen Schon brennen da und vo. die ersten leuchtend roten Ballen auf. Es sind die dankbaren, mit einem Hümpelchen Erde zufriedenen Geranien, die für ein paar Sonne= und Wasserstrahlen lodern und flammen, daß es das Herz erhellt. Die Mutter, die in dumpfigen Waschkellern über Bütten voll Linnen gebeugt sich müht, hat auf dem Nachhausewege wie oft festgestellt, daß ihre Geranien hinter den in prächtigerer Umgebung gepflanzten nicht zustehen brauchen. Ihnen mangelt es ja an Sonne in ihrer luftigen Höhe. Mit heimDer Wein blühl. Von Leo Sternberg. Das Volk der Rebenhügel riecht es nicht. ist es der Duft der Jahreszeit, der die Luft erfüllt, die Kleider ihm durchdringt und Haar und Haut. Liguster. Wiesenschaum. Geisblatt und Heckenrosen streuen sich in den Wind. und tastel witternd in Ein wides ResedenEndlich gewahrst du die bewimperten Gescheine, die bekrönten Traubenküglein und die sandia berieselten Rebenblätter darunter, die den goldnen Blütenstaub in schützenden Manzugleich mit dem Quell des Wohlgeruchs entdeckst du auch das heimliche Gen##, das Knospenhütchen. Kelch und Stiel in filzige Klumpen zusammenspinnt, An graß 9 Der Heuwurm frißt sich darin groß. Das schmarotzende Insekt, das in gleichem Rhythmus mit dem Pflanzensafte lebt und webt und ständig sich verwandelt. Als Mote stieg es aus der Erde und legte die Eier in die geschlossenen Geschoine. Jetzt seilen sich die schwarzköpfigen Würmer weinfaren in die Erde hinab. Kaum aber fängt die Traube an zu schwellen, so flattert es wieder als Motte aus dem Grund. die Frucht mit Eiern übersäend, aus denen nun der— mit Eiern übersaend, aus benen nun Sauerwurm hervorkriecht, sich durch das Traubenfleisch miniert, bis er herausschnellt, eine veitschende Schlange, und sich wieder in die Erde seilt, um als Heuwurmmotte in den nächsten Ewiger Kreislauf. Vom Blut der Rebe abgezweigt und abrollend mit ihrem Wachsen und Denn Verwandlung ist auch Doch noch der Wein in den Fässern will von dem Mutterstocke sich nicht lösen. Wenn die Rebe blüht, wird er unruhig in den Kellern. Er fühlt, wie die goldnen Antennen der strahlenden Blütenfäden die Süße droben aus der Sonne holen; wie die Antennenbündel der Wurzelfasern die Kräfte drunten aus den Gründen fangen; wie Himmel und Hölle zu künftigem Trank sich mischt. Da gähren im alten Wein die gefesselten Himmel und Höllen... Die Julinacht ist schwül und in den Straußwirtschaften singen die späten Zecher. Sie ungen laut in die Stille, ahnungslos, daß sie im Zauberkreise sitzen, und hören nicht was über ihren Stimmen aus duftenden Weinbergen rings di „Wieviele werden uns fluchen, wieviele uns Mir haben Kriege entzündet und öfter noch Frieden geschlossen.. Goldne Paläste sind in uns versunken und goldne Paläste sind uns entstiegen... Wir haben ins Grab gestürzt und Geschlechter gezeugt... Ehen gestiftet und Ehen geschieden... mit Tränen der Freude Meere gefüllt und mit Tränen der Trauer... In Hötter und Tiere Sterhliche, vergander Und weben ewig am Schicksal der Erde... Im Mondlicht am Lago Maggiore. Von Dr. Fritz Husten. Leichte kleine Wolken, lichtrot verbrämt von scheidenden Sonnenstrahlen, segeln ruhig über den aus tiefem Blau in hartes Stahlgrau übergehenden Himmel. Die Kuppen, höchste Wände der dunkelvioletten Berge umhüllt ein leuchtendes Rot. das mehr und mehr verblaßt, bis es mir der hinter den Bergen im Osten versinkenden Sonne ganz verschwindet. Eine scharfbegrenzte, hellstrahlende Linie, gleich als ware ein Blitz festgehalten am Himmel läuft längs den tiefsthängenden Wolkenballen, bis auch dieser letzte Zeuge eines sommerfrohen Tages vom Dunkel Abendnebel schweben über dem See, kleben an mit der kommenden Nacht schon zusammenlausen. Ken mit der Sonne f auch Wirge, Serzirsge; luft weggetrieben und feiner Abendtau senkt sich auf die ganze Landschaft herab mm Da.— über den westlichen Bergen, glimmt, anfangs wie das Licht einer chärfer, lichter, ungetrübter ein Schein empor, breitet sich nach allen Seiten mächtig aus, streicht immer weiter hinauf an des Himmels hochgewölbter Kuppel, läßt mehr und mehr di Spitzen der Berge wieder aus dem Dunkel he auswachsen. Noch wenige Minuten und vormitzia späht der Mond über den höchsten der festlichen Bergriesen in das weite Tal des Sees hinab, nimmt noch einen lich lächelnd steigt er in voller Majestät über die Berge, um gemächlichen Schrittes gut ausgeschlafen, seine nächtliche Wanderung zum Oste anzutreten, bis ihn das Licht des Morgens aufKlar und scharf umgrenzt schälen Stadt und Ufer, der Seewald und die langhingestreckte Landzunge sich heraus. Ein Kahn bringt un hinaus auf die weite ebene Seefläche. Mitten hinein treiben wir in das breite das der Mond freigebig quer durch die, Wasser fläche gezogen hat. Flüssiges Silber tropft von den Rudern. flüssiges Silber wellt sich auf der Oberfläche bei dem leichtesten Antrieb, den wir dem Boot geben. Kein Windhauch. lärmenden Stimmen ein unsagbarer Hauch von Frische,— das Wissen losgelöst vom Alltag, ganz hineingestellt zu sein in ein Naturerlebnis feinster Art durchzieht uns. Ein selten so stark empfundenes, so dankbar begrüßtes Empfinden ein fühlender, lebendiger Mensch zu sein, durchströmt uns mit gewaltiger Kraft. Begierig, doch ohne Hast hungrig, doch ohne Gier. nehmen Herz und Gemüt dieses Bild in sich auf, lassen diese Stunden in sich auswirken, lassen feinste Fäden sich anspinnen zu denen. die auch aufnahmefähigen und freudebereiten Herzens sich ganz in diese der hingebenden und empfangenden Muße gegebenen Stunde sich verVom Ufer her den Berg hinauf, wo die Stadt und über ihr eine Zahl kleinerer Ortschaften liegen blitzen die Lichter der Häuser. der Hotels, der Straßen. Ein jedes Licht sucht und findet sein Spiegelbild vielfach im Wasser wieder und kränzt so des Sees abendstille Ufer mit einem Von Himmel droben bliten die erten Sterne und beschauen munter ihr Bild im und mehr erhellt sich das Firmament, gleich einer fein und sorgsam gestickten Decke überspannt es die tagsüber so chaft und stellt sie nach der trunkenen Schau des Tages in ein verklärend, gütig und beruhigend umfangendes Bild. Peregrina. Eine Novelle um Mörike. Von A. Glitz=Holzhausen. 4. Fortsetzung. 7. In banger Qual. Und nach diesen Zeilen kam keine Autwort, Wochen vergingen in banger Qual. die noch durch bestimmt auftauchende Gerüchte, wonach die schöne Fremde Ludwigsburg in stiller Sommernacht verlassen haben sollte, vermehrt wurde. Niemand wußte, welchen Weg sie geschlagen und wo sie sich ihres Weges 3 Wie ein Vogel, der einen günstigen Augenblick benutzt und der Gefangenschaft seines Käfigs entslieht, um sich weit, weit weg Freiheit zu freuen, so war auch Maria Lisetta ihrer Haft in Ludwigsburg entflohen, um in anderen Städten und Orten nach dem Geliebten ihres Herzens zu suchen. Die erste heilige Liebe war in ihr wieder aufgelodert, als die Johannisfeuer auf Höhen brannten und die Jugend des Städtchens und der Umgebung in wilden Sprungen durch die Lohen tanzte, ohne sich Haar und Kleid zu versengen. Aber die Flammen der Liebe brannten viel heißer und röter und versengten So zog Maria Lisetta ihre Straßen, freute sich der Freiheit und prieß als Gnadengeschenk des Himmels jede Stunde, die sie vor begehrenden Männerblicken verbarg. Daß ihre Schönheit ihr Verhängnis, das war ihr in Ludwigsburg tiefernst zum Bewußtsein gekommen, seit ihr Geliebter wieder als Student gen Tübingen gezogen. Was waren all die Liebesschwüre, die der junge Student von Tübingen in ihre Einsamkeit sandte? Was gaben ihrem Herzen, in dem eine ganz andere Sehnsucht brannte, die verschnörkelten Zeilen sein säuberlich zu Papier gebrachter Ergüsse tiefster Leidenschaft? Zum Spielzeug war sie geworden fur leicht ent flammte Männerherzen, zum Spielzeug das man fortwarf. wie Kinder es tun, denn seiner satt geworden. Und wie schnell werden Kinder ihres Spielzeuges überdrüssig! Aber lieber ein Spielzeug dem Wind Wetter der Straße, den heißen Sonnenstrahlen und staubigen Gewitterwolken, den Nebeln der Nächte und der Kühle des dämmernden Morgens, als ein Spielzeug leidenschaftlicher Männerherzen. Sie fürchtete sich vor den Blicken der Männer, die ihr begegneten, und wenn sie nach langer Wanderung müde am Wege niedersank und Fieberträume sie schüttelten, dann schrie sie auf in ihre Herzensanast und rief und schrie nach dem Einen, den ihre Seele suchte und den ihre Augen unter den Vielen, die sie wie eine gierige Meute umlauerten nicht fand Sie hörte Stimmen, die sie umschmeichelten wie laue Lenzeslüfte und Stimmen, die sie umbrausten wie Gewitterstürme. Aber seine Stimme vernahm sie nicht und seine Gestalt wandelte nicht unter der Schar, die nach ihr und ihrer Reize Schönheit Ur sie frogte, die großen Vögel in den Lüß ten und die kleinen Sänger im Gebüsch nach dem Geliebten und wo er weile. Aber eine Antwort ward ihr nicht. Sie fragte die Blume in den Wiesen und das Grün am Wege. Aber Blumen und Grün blieben stumm. Sie fzagte den Wind, der vorühersauste, nach der Liebe Sinn und Ziel und erhielt eine untwort. die ihr Herz noch tiefer in Verzweiflung stürzte. Sausewind! Brausewind! Dort und hier, Deine Heimat sage mir! Kindlein, wir fahren Seit viel vielen Jahren Durch die weit weite Welt, Und wollens erfragen, Die Antwort erjagen, Bei den Bergen, den Meeren, Bei des Himmels klingenden Heeren Die wissen es nie, Bist du klüger als sie, Magst du es sagen. Fort! Wohlauf! Halt uns nicht auf! Kommen andre nach, Unsere Brüder, Da frag' wieder. Halt an! Gemach, Eine kleine Frist! Sagt, wo der Liebe Heimat ist, Ihr Anfang, ihr Ende! Wer's nennen könnte! Schelmisches Kind, Lieb' ist wie Wind, Rasch und lebendig, Ruhet nie Ewig ist sie. Aber nicht immer beständig. Fort! Wohlauf auf! Vert üihe Stergei. iche icer und Wien Wenn ich dein Schätzchen sch, Will ich es grüßen; Kindlein, Ade. 8. Orplid. mehrere Monate hatte Eduard Sur9, MBäri, auf ein paar Zeilen von ihrer Hand umsonst gewartet. Sie war ihm Geliebte gewesen und hatte nun, das wurde ihm von Tag zu Tag offenbarer, seine erste Liebe treulos Seine Seele schöpfte Verdacht und als die Gerüchte, die bis Tübingen drangen, seinen Verdacht bestärkten, da riß er das Bild des geliebten Mädchens aus seinem Herzen und im Gartenhaus des Oesterberges, im Brunnenstübchen bei magischem Kerzenschein, träumte seine Seele sich hinein in eine andere Welt im Kreise treuester Freunde. Aus den grauen Nebeln des Alltags und den Bitternissen seines tief bekümmerten Herzens tauchte auf das Märcheneiland Orplid uno zauberhaft verjüngt Maria Lisetta, die Herrliche, wie Phantasie sie schuf: Du bist Orplid, mein Land! Den Nebel, so deine Götter Wange feuchtet. Uralte Wasser steigen Verjüngt um deine Hüften, Kinol Vor deiner Gottheit beugen Sich Könige, die deine Wärter sind. 9. Wahnsinnumnachtet. Jun de Zeitung sand eine Nachricht, die Mörikes Herz aus dem Gleichgewicht gebracht. Mit Lächeln hatte seine Wirtin heute die Zeitung zum Morgenfrühstück gelegt. Ahnungslos wie alle Tage las Mörike, die einzelnen Spalten, bis er auf den Satz stieß: Be sinnungslos aufgefunden und von Studenten nach Tübingen gebracht wurde in den gestrigen frühen Morgenstunden ein junges fremdes Mädchen, das vor Monaten vor Ludwigsburg ohnmächtig aufgefunden wurde und dann monatelang in Ludwigsburg die Gastfreundschaft einer Frau Lohbauer genoß.... Mörike las die Meldung, sein Herz stockte, und immer wieder begann er die Zeilen von neuem zu lesen. War es ihm doch, als ob Maria Lisetta neben ihm stünde und vorwurfsvoll den Blick auf ihn richtete. Es stand weiter in der Zeitung zu lesen, daß das fremde Mädchen kaum zu wissen scheine, was um ihr vorgehe, und daß sie ihrer Umaanung sa gut mie keine Beachtung schenke was um ihr vorgehe, und baß gebung so gut wie keine Beachtung schenke. Ihre Augen blickten starr und groß in ferne Weiten und die Lippen flüsterten als wenn sie heibe bebete murmet.(Schlaßz fsolgt), Seite 8 Nr. 191 Aus der katholischen Wel Ein Jubiläum. * Hersel, 11. Juli. Am 16. Juli 1852 zogen zwei Kölner Ursulinen mit einer Postulantin in Hersel ein, um hier eine Niederlassung zu beginnen, die sich mit Gottes Hilfe zu einer blühenden Bildungsanstalt für die weibliche katholische Jugend entwickelt hat. Das Kloster liegt in einem herrlichen Park unmittelbar am Rhein, eine Wegestunde von Bonn. Die Schwestern unterhalten ein Lyzeum mit Oberbau zur Vorbereitung für die Universität, eine Handelsschule, eine Haushaltungsschule und eine Bewahrschule für die vorschulpflichtige Dorfjugend. In den ersten 22 Jahren unterrichteten die Schwestern auch die schulpflichtigen Mädchen des Dorfes. Dies wurde ihnen im Jahre 1873 durch die Kulturkampfgesetze unmöglich gemacht. 1875 wurden sie sogar vertrieben. Sie fanden jur 13 Jahre eine Zufluchtstätte in der alten Abtei Beaufays in Belgien. Seit 1924 hat das Kloster auch eine Niederlassung und eine höhere Schule für Mädchen in der Kreisstadt Wipperfürth. Das Jubelfest des 75jähr. Bestehens wird am Sonntag, 17. Juli, unter Teilnahme von Vertretern der geistlichen und weltlichen Behörden begangen. Der langjährige Religionslehrer der Anstalt, Nik. Mertes, jetzt Oberpfarrer in Münstereifel, wird die Festpredigt halten. Die früheren Schülerinnen sind eingeladen. So wird der Tag ein Freudentag für die verdienten Schwestern, die Lehrerinnen und ehemalien Schülerinnen werden. Kölner Lokal=Anzeiger gewiesen werden, wie eng heute der Vegrisf deu 2anten pürden, das neue Verlin im Wandel Liebe geworden, welcher Weitung er bedarf, der zungen Eaen möchten, die noch einmal mit um gerade für die berufstätige Frau, die in e u gen Koxingsschar sung sein und an den einem weiten Lebenskreis tätig sein muß. aus macr Rolvings=Zdealen sich begeistern ihrer Blickrichtung auf Gott eine„Fülle“ zu zu gu—, die au:„d berzlich williommen. Es Rce tung auf Goll ein.„ulle“ zul ist im Hause ein Hämmern und Klopfen und Lonisielan, in. S1. Hedpig heilt an u. So= tember der Apostolische Nuntius, der Plenarsitzungssaal des Landtages oder des Reichstages nimmt uns auf zu einer machtvollen Kundaebund. ein archer Momanir. Dienstag, 12. Juli 1927 "" Feulighe Wirtlichkeir, b. i. die sich aus der Berufszählung von 1926 ergebende Lage der Frauenberufsarbeit, fordert, hat die katholische Frauenbewegung zur Führerin der gesamten Frauenwelt gemacht. In den Arbeitsgemeinschaften war eine liebevolle Vertiefung in die Eigenart der einzelnen Berufe zu erleben, ein erwachender Berufsstolz ein Ernst, der sich mit den hautionn issn In der Pfarrkirche St. Maria im Kapitol beginnt am 17. Juli die Feier der neun Sonntage zu Ehren der Mutter vom Guten Rate. ist Hochamt mit Segen, nachmittags 6 Uhr Festandacht mit Predigt. In Jahre werden die Predigten von den Sexrer. Pazers xazaristen aus der Stolkgasse gehalten. Andachtsbüchlein sind in der Sakristei und beim Küster zu haben. zu erleben, ein erwachender Berufsstolz, und in der Neuen Mart####uns zeigen, ein Ernst, der sich mit den heutigen Bildungs= versammlung statt in—de Geste möglichkeiten nicht begnügte. Perlin umsanst Keiner wird den Weg nach Auch die Haus= und Landkrau ka—=kautsn Hertin umsonst machen. Auf denn! Auf frohes Wiedersehen am 10. September! Kinemt uns auf zu einer machtvollen Kundgebung, ein großer Demonstrationszug wird Berlin die Bedeutung unserer Bewegung zeigen und in der„Neuen Welt“ findet eine große Festversammlung statt W ui.* Scane Gest In Wsstahri ve..=Humboldt nach Kevelaer. umerer Ankündigung am Samstag über „fahrt mußte es zum Schluß heißen: Abfahrt von Kevelaer Montag, den 8. August 5 oge 5 Uht. Fahrpreis hin und zursich Vom Sinn der Essener Frauentagung. **** „Die„große“ Generalversammlung des Katholischen Deutschen Frauenbundes ist vorüber. Diejenigen, denen das geschichtlich Großartige der Tagung aufgegangen ist, schauen auf sie als auf ein einzigartiges Erlebnis zurück. Wie kam es nur, daß die Tore aufsprangen, vor denen unser Warum immer noch zögernd gestanden hatte? War nicht die ganze Frauenwelt von der großeinzigen Entwicklung der Technik schicksalhaft des Heimes, oder doch eines großen Teies seiner Aufgaben beraubt, irgendwo und swann ins außerhäusliche Leben gestoßen worden? Damit aus einer lebendigen Gemeinschaft eine fremb#, kalte Isoliertheit? Belächelt, verhöhnt, bemitleidet, bekämpft, als ob sie Unwäirös Unschickliches, Unangemessenes tun „Frauenüberschuß“ war das Schlagwort, mit dem man die ganze, in der Weltgeschichte noch nie dagewesene Tatsache der außerhäuslichen Berufsarbeit der Frau abtun glaubte zu können. Alle überflüssige Lächerlichkeit lag darin Es gibt keinen Frauenüberschuß sah die Essener Tagung, hingerissen von Helene Webers großartigem Gedankengang ihres programma##### Vol fl gesnn einer jauchzend gewonnene. Erkenntnis. Wir Frauen alle haben eine „unsere Mehrzahl ist der Reichtum unseres Volkes. Wir haben der in technischer Vollendung seelisch verkümmernden Menschheit etwas zu geben, wonach sie schreit: die Güte! So führte Dr. Gertha Krabbel im Schlußvortrag die gewonnene Erkenntnis zu einem Willen, zu einer frohen, sieghaften Bejahung des Frauenberufes, zeigte in ihr die heutige und ewige Frauenberufung. Die Kraft dazu leitete sie aus dem Christentum, das die Person geheiligt hat und der Frau als vollkommenen Persönlichkeit kenn andere letztes als das allein beglückende Menschheitsziel: Gott, gab. Wer die Tagung nicht miterlebte, macht sich keinen Begriff, wie die ganze Veranstaltung in einer frohen Helle stand, im Wesen jeden Berufes Leuchtkraft, einen letzten Sinn fand Hier konnte von„Beruf und Lebensfülle“ ge Auch die Haus= und Landfrau, so wesentlich verschieden von den anderen außerhäuslichen Berufen, sah sich hineingerissen in die ganze neuzeitliche Entwicklung und darum im gleichen Akkord aufgerufen zur Erfüllung der Aufgabe der„geschichtlichen“ Stunde. Wenn ihnen noch die Möglichkeit gegeben ist,„Anwalt des Lebens zu sein“, wenn„ihr Werk ist, zu binden und zu erfüllen, nicht aufzulösen und zu zerlegen“, so ist bei ihnen Beruf und Leben eine unteilbare Einheit, die auch eine Doppelorganisation ablehnt. Eine Konsequenz, die der KDF. im vollen Umfang zieht und deshalb innerhalb seiner Organisation die Berufsvertretung der Hausund Landfrau vorsieht. Was diese Tagung aussprechen durfte, ist unvergänglich, ja es war ein Beweis für die Führerkraft der katholischen Idee. Auch äußerlich kam das zum Ausdruck. Waren doch Tausende von Frauen anwesend, die verschiedensten Gestalten, jung und alt, Hausfi. u, Landfrau, berufstätige Frau, alle Kreise und Landesteile, und keine unter ihnen, die in ihrem Wesen, ihrer Kleidung eine Abhängig# vi, d niedrigen Tendenz der heutigen Mode bekundet hätte. Dabei soviel Anmut und Lebensfrische, denn die Jugend war erfreulich stark vertreten. Die ganze große Schar war keine Masse, son dern Gemeinschaft, geschult bewußte, mitschaffende Frauengemeinschaft, die ihr Werk mit Gottesdienst im ehrwürdigen Münster begann und mit einem jubelnden Tedeum schloß " A. Zettler. e gesammelten Vorträge erscheinen im Druck. Bestellungen sind zu richten an die Kölner Zweigstelle, Appelhofplatz 32 Der Katholische Gesellenverein in Berlin feiert vom 10. bis 12. September sein 75jähriges Stiftungsfest. Als ältester Verein in Berlin der sein Entstehen der Initiative eines wage: len kann, wie er Piur.) davon erdahren Kolpingssohnes, Wilhelm Beck, und nach Willenskraft die hächsten Sura, seiner ganzen Leberpindung der ersteg, lühlen Ablehnung der erklomm. die böchten Spitzen der Aipen begeisterten Mitarheit vor ine###— Christ und Sportler. Es wird uns geschrieben: ##77 Hi. lic au, das Kreuz, in Gehorsam und sittlicher Kraftleistung sucht der Jugend#### seinen Sport zu treiben, eingedenk das Ei##„Eine, Menschenseele, die im Lichte ia Slauchenz, wandelt und denkt, ist mehr wert. als ein Weltall von Sonne und Planeten. in dem kein bewußtes Leben ist.“ Torigens ist das Christentum, die katholische Kirche, diesen Dingen nicht gram. Die kirchliche Autorität hat die Auffassung der korperlichen Ertüchtigung, wie sie die D.K. meint durchaus anerkannt und gebilligt. Clemens von Alexandrien empfiehlt den Sport sogar auch dem Geschlechte, allerdings mit dem Hines die Körperkraft zunächst im häuslichen Kreise gebrauchen soll. Gehen wir zu wer lich Pltgrzu##t hat dem Sport und der körErtüchtigung wunderschöne Anerkennung gewidmet. Im Oktober 1905 empfing er im ###lische junge Sportsleute und Turüber iog gastnt ihren Wettkämpfen bei und uper 20j golbene und silberne Medaillen teilte schöne Warier Fs ich aus und zollte ihnen schone Worte:„Die jungen Leute sollen den Sport lieben, er tut ihrem Körper und ihrer Seele gut, man fühlt sich selbst wieder jung Biche a se 19, lausen und springen sieht.: Bischof Keppler sagt dazu:„Die Warte sind voll praktischer Weisheit und sind gesprochen im Geiste eines Philivp Neri.“ Philippus Neri nd der selige Don Bosio liebten den Sport und Ssc chst hech hehsteee der sch noch heute freut, wenn er davon erzäihWilenskraft die höchten Suia.ie ner Gerichtsferien. lühlen Ablehnung der begeisterten Mitarbeit der Geistlichkeit und vor allem des Missionsvikars Eduard Müllers er mit stolzer Freude Jubeltage in Wer si uee# nalter hindurch sprach man der imposanten Kundgebung des jungen Vereins, bei der Vater Kolping oor rinzen des Königlichen Hauses, Vertretern des katholischen Adels und der gesamten katho# Gemeinde eine begeisternde Rede über die Bedeutung des Gesellenvereins hielt. ### sinden., In den Annalen immer wieder Klage. es Hospizvorstandes über das Defizit und die Unrentabilität des Betriebes und man hört förmlich das Aechzen und Stöhnen dieser esorgten Acanner. Aber abgesehen davon hat die Kolpingssache in Berlin für die Diaspora nach den Worten des Probstes Pelldram großes Wisterg Lus neuerstandene„St. EduardMüller=Haus“ soll in Bälde 200 heimatlosen Kolpingssöhnen die Familie ersetzer Es gibt, so schreibt uns der Berliner Gesellenverein, in Deutschland und darüber hinau: gewiß liebe Freunde und Gönner, die gern an einem Zusammentreffen mit alten Kameraden Der Mann, der die Stadt plünderte. ese e eche. bewundere euch, ich lobe und segne euch 5o erisisereue: Spie, ich segne eure Uebungen und,„#. sche, daß alle eure Bemühungen den ener We“ den gerreichen. Ich lobe und seane Korperübung ist Erholung für esene elet dair eu. Pichee Eigend, Schen.“.a eg ug in deir Tugend. Ich empfehle euch bei alledem die rechte dem Maßhalten die rechte Mein Christ, willst du nun noch gegen den Sport reden? Hast du aber Vorurteile so komm und schau, was wir demnächst auf unserm Reigstreffen treiben. Komm und schau; sind sicher daß du vu: Steiyr zum Urteil. Wir sind sicher, daß du alsdann dein Urteil, dem#nseres höchsten Oberhirten unterord„Der Gedanke der Gerichtsferien ist so alt wie die Rechtspflege. Schon die alten Römer. die ausgezeichneten Rechtes, das bis feriae, entweder bei besonderem Anlaß wie z. B zu überwinden. Voreltern haben mit dem römischen Recht auch die feriae übernommen, sie aber ihren Verhaltnissen anpassend, in die Erntezeit verlegt .39 Tage, voltändiger Sillstand der pflege herrschte, weil man keine Zeit zum zellieren hatte, sondern die Feldfrüchte einbringen mußte. Diesen uralten Brauch hat das Gerichtsferie“ au die 15. September festgese Jeit vom 15. Juli bis „Di Einrichtung der Gerichtsferien wird vielversälgen Ahgesehen devon, baiß man hricgeliche Sachen als Feriensachen erklären lassen kann— strechzgg, das Konturs= und GeschäftsaufichlsEine weitere Belastung der Gerichtsferien ist dadurch eingetreten, daß alle vor die seit dem 1. Juli eingerichteten Arbeitsgerichte kommenden Streitigkeiten fortlaufend verhandelt wergen, Do dis Zuständigkeit der Arbeitsgerichte bei weitem größer als die der früheren Gewerbeund Kaufmannsgerichte ist, kommen jetzt auch damit wieder viele Sachen als Feriensachen in De Sgandeseid ns früher nicht der Fall war. extehr Stillstand nicht verträgt, laufen schließlich auch alle HandelsregisterGrundbuch= und Aufwertungssachen, alle Vordie Rede sein Kriminalroman von Sven Elvestad.[39 „In seinen Zimmer blieb'Albert fast eine halbe Stunde. Anfangs hörte man ihn unruhig hin und her gehen, als ob er tief in Gedanken #csunren war,, Dann wurde da drinnen alles Endlich kam er heraus, schloß seine Tür sorgfältig zu und ging in den Speisesaal hinSrer,#r. be tranr und die Zeitungen las. Darauf begab er sich in die Telephonzelle. Krag konnte nicht erfahren, mit wem er telephonierte jemand im Stadtbezirk sein. Während dieser alltäglichen Ereignisse stieg natürlich die Spannung des Detektivs. Es lag etwas in der Luft. Diese Stille auf den Korridoren des Hotels,'Alberts ruhiges Auf= und Abwandern stach seltsam ab von den unruhigen ringsum. Krag hatte jetzt das Gedaß man sich mit jeder Stunde einer Enteinen oder anderen Richtung näherte. Mochte es eine Katastrophe sein oder ###osung eines Ratsels, irgend etwas stand ing auf sein Zimmer zurück. Jens neldete, daß er sich mit seinen Koffern und ### zu tun mache. Jens konnte nichts sehen, aber er konnte hören, wie der geheimnisvolle Gelehrte Koffer auf= und zumachte Stiefel auszog und so weiter. Krag gewann sofort die Ueberzeugung, daß er im. Fegrint set,„sich umzukleiden: oder verkleiden. Einige Minuten darauf ka. Jens wieder und teilte mit er höre jetzt gar kein Geräusch mehr aus dem Zimmer des Herrn und glaube, daß dieser vor hahes mit ugenblicken sein Zimmer verlassen Da ging Krag schnell auf den Korridor aus. Durch das Schlüsselloch zu'Alberts Zimmer konnte er das Licht sehen. Es kein Schlüissl mehr darin.„Albert mußte fort Ras ch e Po tierloge hinunter. sich auf dem langen Gang sah er auf einmal eine Gestalt, die er zu kennen glaubte. mächtigte sich des Detektives,. we re sung beger. va dlung schreiten zu können, die in den leßter„% das Ziel seiner Wünsche gewesen war zu'Alberts Verhaftung. Die Gestalt vor ihm, die sich gemessen und mit schweren Schritten bewegte, konnte niemand ir1. des. Deselloz. die Erinnerung an den geraler wedenu. Birger als die Szielgelder „Dor sich hatte er den Dieb. Es war Herr e verkleidet als der all, brave Diener an senem Abend die Rolle des Diener, esptelt Er entsann sich ferner, daß er vor ein vaar Stw#grend er das Zimmer des Gelehrten untersuchte, zu seiner aroßen raschung das falsche Haar und den Bart in dem fant, und daß beides llend an de. Diener erinnerte. Schon da von damals sein maßie. dAlber der Dieb einzigen enschedenden Veweig. alb., der Verbrecher und Gelehrte Hupien, Vertleidung des alten Dieners zu Korridor ging, war der alte Mann bis in die kleinsten Einzelheiten— die Schritte. die gebeugte Haltung; Krag gab im stillen zu, daß das ein Meisterstück war— und er freute sich e baranz, tun am Arm zu pacen und zu „Der Alte hatte einen kleinen Kasten unterm Arm; ein Rasieretui oder einen Juwelenbehälter ### aue, daß dieser Kasten Geheimnisse nas ul greite= sucte ihm in den Fingern, d4e. er den Mann in die Portierloge kommen lassen, denn er wünschte, bei der Entlarvung des Verbrechers Zeugen zu haben Al., dr Verfolgte und der Verfolger sich in der Nähe des Portiers befanden, trat Krag negen ven„Diener“ und sagte auf Französisch: „Mein Herr, ich möchte mit Ihnen sprechen.“ Zugleich winkte er dem Portier. Dieser näherte sich, ein wenig erstaunt. Krag packte den rechten Arm des nicht seine Augen..1— „Ich verstehe Sie nicht,“ antwortete der Diener in norwegischer Sprache,„was meinen hören Sie auf mit dem „Komödien= Mar ba ic Sie vo gir; Ich bin ein alter De väar, ch erwas Unrechtes getan?“ Da packte Krag den Bart des Dieners hart .„Nehmen Sie das Zeug da weg!“ beDetektiv wurde dunkel vor den Augen einen Schmerzensruf aus. t saß fest. Es war ein wirklicher Bart Vetrüchn" der vor Krag stan., war also kein Plötzlich riß Krag dem Alten das KästchenHauptschriftleiter: Joh. Rings Soziales und VolkswirtWisenschaft und Kunst: Dr. Heinz Stephan; für Kirchliches und Kommunalpolitik: Joh. Rina?; für Lokales(Stadt und Land), Film und Verkehr: J. J..: Franz Schwakenberg. Verlag u. DruckKölner Görres=Haus G. m. aus den Händen und öffnete es. Es enthielt ie psperschöne Sammlung Verlen. ###### ug#e sich seltsam erleichtert, als er Diebesbeute sein zonne. es als w wiain blieb der Alte stehen und jammerte:„Die Juwelen meines Herrn!" Ses bie fesfese esese uid beren an erich u. Schme:“ Er wast, 8ars blaß vor Scham in Ausdruck des Wiedererkennens und außerZiger: miteberraigung zeigte sich in den Sie sind sa bel meinen Hern zu Host, gewesen. An dem fürchterlichen Abend, as. in geweten. äuschet, stur in diesem Augenblick die Entengen“ Flamm= ven ekehlariff wie eine Erszag, schnell den alten Mann in ei“ der Petersimner und winkte dem Vortier, sich u. Jean und „Was tun Sie hier im Hotel?“ ###tte eine Besorgung für meinen Herrn „„Rit diesen Perlen? Was wollten Sie da„Ich habe sie geholt.“ „Bei wem?“ Herrn=3berb Fr. auf Zimmer Nummer 24, Herrn'Alberi. Er ist ein Freund von meinem „Wie kommt es, daß die Perlen in den den des Herrn'Albert waren?“ Verse, eute lsar aluchen. Es sind korinthische und ihr Glanz hat sich in den letzten Albert ist Spezialist Untersuchung Stuum Herr oAlbert in Schmucksachen und hat sie zur Untersu gehabt. Kranke Perlen lassen sich wieder frisch #„behauptet der Hern. Er sammelt schöng (Fortsetzung folgt.) WP Kobl Unwetter, di niedergegang Zentimeter einen Meter Reckar und Iu Neuß. 11. Gesellenvere vereine ein ihres Bestel laß fand an Sonntag ze ein feierlich nahme des Gesellenhau Glückwünsch betonte der ein Hortch Sitte und möge. Die Oberbürger dann die A konnten 14 geehrt wei zug statt, besonderes endete auf des Kolpis nysius Opladen Schluß de Reichsban In den 9 nur noch Fiedler,1 Herr Fiel lassen. A ihm aus schmaler vermutete was er 1 Mann ei „Hände! Hinterrät denreich. denreich keit. Als Mut, ma rad, das von. Di konnte se Bekannt! zwei bern hei konnten. Limbu Autoung Opfer f gangene kam geg hofen ei burger führend vor Lit gehende Bierstak Maria fest zur prall u Bogen darauf fort un mann den Fü brikant an den mit ge unterkt ßenseit 70 Zen Bäume genom WP Regen von H Wasse Folge. an de darun dern in de kleine Zukun lände Sump eine d Abflu Wy Bergi Augu zu M darin betro seine sie m haltu in d nung Der Dienskag. 12. Juli 1927 KE EANTAhseihe 191 Seite 9 Aus Wesidentschland Der Rhein steigt. MP Koblenz, 12. Juli. Infolge der schweren Unwetter, die auch im Quellgebiet des Rheins niedergegangen sind, ist der Bodensee um elf Zentimeter und der Rhein bei Konstanz über einen Meter gestiegen. Auch der Main, der Neckar und die Mosel sind im Steigen begriffen. Jubelfest des Gesellenvereins. Neuß. 11. Juli. Nunmehr ist auch der hiesige Gesellenverein in die Reihe derientze„Bzzher; vereine eingetreten, die bereits auf 75 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Aus diesem laß fand am Samstag ein Heimatfest statt. Am Sonntag zelebrierte Weihbischof Dr. Hammels ein feierliches Pontifikalamt, dem unter Teilnahme des hochwürdigsten Herrn ein Festakt im Gesellenhause folgte. Er war Ueberbringer der Glückwünsche Sr. Eminenz. In seiner Ansprache betonte der Weihbischof, daß der Verein weiter ein Hort christlichen Glaubens, echter Zucht und Sitte und echten rheinischen Humors bleiben moge. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte Oberbürgermeister Hüpper. Es dann die Auszeichnung der Jubilare; insgesamt konnten 14 Goldjubilare und 87 Silberjubilare geehrt werden. Nachmittags fand ein Festzug statt, der durch dekorative Wagen ein ganz besonderes Gepräge erlangte. Der„Festzug endete auf dem Marktplatz, wo nach Absingen des Kolpingliedes Domprediger Pater Dionysius die Schlußrede hielt. Ein Räuber in der Reichsbank. Opladen, 11. Juli. Am Sonnabend nach Schluß der Bürozeit wurde auf die hiesige Reichsbanknebenstelle ein Raubüberfall versucht. den Räumen der Reichsbank befanden sich nur noch der Leiter der Bank, Reichsbankrat Fiedler, und der Obergeldzähler Heidenreich. Herr Fiedler war im Begriff, die Bank zu verlassen. Als er den Schaltervorraum betrat, kam ihm aus der Eingangstür ein mittelgroßer, schmaler junger Mann entgegen Herr Fiedler vermutete, es sei ein Bankkunde, und fragte, was er wünsche. Als Antwort hielt ihn der Mann einen Revolver entgegen und rief: Hände hoch!“ Zum Glück befand sich in den Hinterräumen der Bank noch der Beamte Heidenreich. Diesen rief Herr Fiedler an, und Heidenreich setzte sogleich die Alarmglocke in Tätigkeit. Als der Räuber das merkte, verlor er den Mut, machte kehrt, schwang sich auf sein Fahrrad das er im Flur stehen hatte, und fuhr davon. Die Polizei nahm die Verfolgung auf, konnte seiner aber nicht mehr habhaft werden. Bekanntlich wurde die Reichsbank bereits vor zwei Jahren einmal von drei maskierten Räubern heimgesucht, die allerdings gefaßt werden konnten. Durch allzu große Geschwindigkeit. Limburg(Lahn), 11. Juli. E. schweres Autounglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen, ereignete sich hier in der vergangenen Nacht. Mit großer welchmindigfett kam gegen ein Uhr von dem Sängerfest in Esch hofen ein mit drei Personen besetztes Limburger Auto die von Eschhofen nach Limburg führende Landstraße hinunter. Unmittelbar vor Limburg packte es den gu, Stzaßerrang gehenden Maschinenbauschüler Kurt Ryssel aus Bierstadt bei Wiesbaden und das Hausmädchen Maria Kitzinger, die ebenfalls von dem Sängerfest zurückkamen. Durch den gewaltigen Anprall wurden die beiden Personen in weitem Bogen auf die Straße geschleudert, wo sie bald darauf verschieden. Die Ermittlungen, die sofort unter Leitung von Staatsanwalt Dr. Hoffmann eingeleitet wurden, haben ergeben, daß den Führer des Autos, ein hiesiger junger Fabrikantensohn, allem Anschein nach die Schuld an dem schweren Unglück trifft, da das Auto mit großer Geschwindigkeit, den Abhang herunterkommend, sich zwar auf der rechten Straßenseite hielt, aber nur in einem Abstande von 70 Zentimeter von den die Straße umsäumenden Bäumen fuhr. Der Führer wurde in Polizeihaft genommen. Folgen des dauernden Regens. WP Kirchhellen, 11. Juli. Die zghlreichen Regenfalle der letzten Zeit hatten das Auftreten von Hochwasser bei den noch nicht regulierten * Wasserläufen zwischen Emscher und Lippe zur Folge. Besonders die Bewohner der Sträterei an dem noch nicht regulierten Rothbach hatten darunter schwer zu leiden. Auf den Kornfeldern sind Hunderte von Morgen„Winterkorn in der Nässe gänzlich verfault. Die meisten kleinen Landwirte sehen daher einer trüben Zukunft entgegen. Die Wasser haben das Gelände weit und breit in einen unbetretbaren Sumpf verwandelt. Den Bewohnern kann nur eine durchgreifende Regulierung, die für besseren Abfluß sorgt, helfen. Stärke der Niederschläge in jener Nacht die ungewöhnliche Höhe von 40,6 Millimeter. Beim Ueberschreiten der Gleise getötet. MTB Rheydt, 11. Juli. Samstag nachmittag wurde ein Angestellter des Bahnhofsbetriebswerkes, als er die Gleise überschreiten wollte, von einem einfahrenden Zug erfaßt und zur Seite geschleudert. Der Mann trug schwere Verletzungen davon; er starb nach der Einlieferung in das Krankenhaus. Uebergriff eines Besatzungssoldaten. WTB Oberstein, 11. Juli. Heute nachmittag überfiel ein Angehöriger des hier liegenden französischen Alpenjägerbataillons eine Frau, die mit ihrem Kinde spazieren ging, und versuchte sie zu vergewaltigen. Die Frau und der kleine Junge wehrten sich verzweifelt, und auf ihr Geschrei kamen ihnen Spaziergänger Hilfe. Der deutschen Polizei und der französischen Gendarmerie gelang es in gemeinsamer Verfolgung, den Soldaten zu verhaften. Aus den von Kelielers. ROR Blutige Eifersuchtstat. WP Hervest=Dorsten, 11. Juli. Zwischen dem Bergmann K. und der Haustochter F. aus der Augustastraße kam es in der letzten Zeit hausig zu Meinungsverschiedenheiten, die ihren Grund darin hatten, daß sich K. von seiner Geliebten betrogen fühlte. Am Samstagabend suchte seine Geliebte in deren Wohnung auf und stellte sie wiederholt zur Rede. Im Laufe der Unterhaltung stieß K. plötzlich ein Dolchmesser der F. in die Brust. Das Me hen wurde in hoffnungslosem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Der Täter stellte sich der Polizei. Blitz über Blitz. MTB Heidelberg, 11. Juli. Bei dem Unwetter in der Nacht auf Samstag wurden in einem Zeitraum von fünf Minuten in der ersten Minute 26 Blitze, in der zweiten 25, in der dritten 28 und in der fünften 30 Blitze gezählt, also durchschnittlich 1500 bis 1600 Blitze in der Stunde. Es handelt sich aber ausschließlich um Blitze, die von Wolke zu Wolke fuhren. Erdeinschläge mit Schadenwirkung sind bisher nicht bekannt geworden.— Nach Mitteilung der Mannheimer meteorologischen Station zeigt die Pferdesport am Millwoch. Herrenreiten nach 12 Jahren.— Es gibt wieder besse Felder. Eine ganz besondere Note erhält der zweite Tag der Juli=Rennen durch die seit zwölf Jahren zum ersten Male wieder in Köln zur Ausschreibung gelangten Herrenreiten. Zwei Jagdrennen und ein Flachrennen, der Damen=Preis, sind den Herren in der Uniform vorbehalten, die hier Gelegenheit haben, wertvolle Ehrenpreise zu erringen. Bis zur Stunde ist bestimmt mit der Teilnahme von Leutnant von Imhof, Lr. Viebig, Major Braune, Herrn v. Borcke, Freiherrn v. Egloffstein, Freih. v. d. Bottlenberg und Herrn H. Baumgärtner zu rechnen. Einige der besten deutschen Herrenreiter werden also im Rennsattel ihren reiterlichen Schneid glanFür das Turandot=Jagdrennen stehen an aussichtsreichen Kandidaten Ardente, Kritischer Tag, Bundesbruder und Minerva bereit. Die drei ersteren haben viel Gewicht zu schleppen, so daß man den Leichtgewichten Minerva, Flora und Revallo immerhin noch gute Chancen einräumen kann. Da die Reiterfragen noch nicht gelöst sind, ist es eine reine Gefühlssache, den Einlauf in der Reihenfolge Minerva, Bundesbruder, Ardente und Flora festzulegen. Ardente und Bundesbruder haben noch ein gunstiges Engagement im Nordpol=Jagdrennen. Es wird ihnen aber kaum gelingen, Gerwin unter Leutnant Viebig, Neulichs unter ihrem Besitzer, Herrn Baumgärtner und Rosenkelch mit Lt. v. Imhof zu schlagen. Im Damen=Preis Steinadler, falls er angespannt werden sollte, einen neuen Erfolg heimbringen; seine schärfsten Gegner sind Isonzo. Diavolo und Stattliche. Die übrigen Flachrennen versprechen nicht weniger interessant zu werden. Das FamaRennen für zweijährige Stuten wird eine stattliche Anzahl sehr guter Teilnehmer an den Start bringen. Palavista wird inzwischen genügend Fortschritte gemacht haben, um ein gutes Laufen erwarten zu lassen. Gestüt Ravensberg kann sich auf die tüchtige Eisenbraut und Eseline stützen. Fischermädel gewann im Juni auf der hiesigen Bahn bereits ein ähnliches Rennen durch Glück gegen Eisenbraut und Diadem. Diesmal sollte der Einlauf jedoch in der Reihenfolge Eisenbraut, Fischermädel, Palavista und Diadem zu erwarten sein. Im For Evor=Rennen wird Waldmeister, der leichte Sieger des CajusRennens vom Sonntag, wieder nicht zu schlagen sein. Für die Plätze kommen Mailand, Goldrente und Eylimi in Frage. Einen vollständig offenen Eindruck macht der Kölner SommerAusgleich, die Hauptprüfung des Tages. Salvator und Saint Léonhard kommen, falls ihr Laufen vom Sonntag ihrem wirklichen augenblicklichen Können entspricht, für den Ausgang nicht in Frage. Salzig konnte im HannibalAusgleich Isonzo nicht gefährden; jetzt haben sich die Gewichtsverhältnisse zugunsten von Salzig verschoben, so daß beide auf die gleiche Stufe zu stellen sind. Wir geben Salzig auf der diesmal kürzeren Strecke einen kleinen Vorzug vor Isonzo und Monalto. Eine Ueberraschung von den leichtgewichteten Lux oder Linz ware nicht ausgeschlossen, da beide gute Steher sind, denen die Distanz von 2000 Metern nicht zu lang wäre. Der Turmfalke=Ausgleich beschließt den Reigen der Geschehnisse. Helmzier lief im Fels=Ausgleich ein ausgezeichnetes Rennen, so daß hier in erster Linie mit ihr gerechnet werden muß, zumal die Strecke noch um 400 Meter kürzer ist. Ein sehr schnelles Pferd ist Pannhütte, die denn auch der gefährlichste Gegner für Helmzier sein wird. Die Vertreter des Stalles Morawez, Tutankhamen und Impatiens haben Platzchancen. Eifel kommt auf der schweren Kölner Bahn nie nach Hause und hat außerdem ein zu hohes Gewicht, um in die Entscheidung eingreifen zu können. Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Eisenbraut— Fischermädel; 2. Rennen: Minerva— Bundesbruder;, 3. Rennen: Waldmeister— Goldrente; 4. Rennen: Gerwin— Neulichs; 5. Rennen: Salzig— Isonzo— Montalto; 6. Rennen: Steinadler— Diavolo; 7. Rennen: Helmzier— Pannhütte. Am 13. Juli 1877 starb Wilhelm Emanuel Freiherr von Ketteler, Bischof von Mainz, eine der markantesten Persönlichkeiten des katholischen Klerus. Am 25. Dezember 1811 als Sproß eines alten westfälischen Adelsgeschlechtes geboren, studierte er ursprünglich Rechtswissenschaften, wandte sich dann aber der Theologie zu. 1848 war er Mitglied des Frankfurter Parlaments; berühmt wurde seine Grabrede für die im Aufstand ermordeten Abgeordneten Lichnowsky und Auerswald. Am 15. Marz 1850 zum Bischof von Mainz ernannt, entfaltete er eine überaus regsame Betätigung als Seelsorger und Schriftsteller; bahnbrechend war sein Eingreifen in die soziale Bewegung, die ihm den Ehrennamen des„Arbeiterbischofs“ eintrug. Am 13. Juli jährt sich zum 50. Male der Tag, an dem Freiherr Emanuel Bischof von Ketteler, „der Künder des sozialen Apostolats der Kirche", die Augen für immer schloß. Wir bringen heute zur Erinnerung neben seinem Bilde einige Zitate aus seinen Schriften: Grundsätze. Bei der Unterscheidung der politischen Parteien kommt es natürlich auf Grundsätze und nicht auf äußere Formen an. Das wird leider vielfach übersehen, und eine große Anzahl oberflächlicher Menschen fassen ihre politische Stellung lediglich nach Aeußerlichkeiten und Namen ohne klaren Sinn auf, nach Formen, deren Bedeutung sie nicht einmal kennen. Dagegen ist es gewiß Pflicht eines jeden Mannes, der zu einer öffentlichen Tätigkeit berufen ist, und vor allem Pflicht jedes katholischen Blattes, sich vollkommen klar zu sein über die Grundsätze, die jetzt im politischen Leben der Völker miteinander ringen. Band 3, Seite 98. Vom Staate. Die Würde des Staates hängt zuerst und vor allem von der persönlichen Würde seiner Glieder ab. Ein Körper, an dem die Glieder krank sind, kann auch in seiner Gesamtheit kein gesunder Körper sein; ein Haus aus schlechten Steinen aufgeführt, kann auch im ganzen kein festes Gebäude sein; so kann auch die aus Menschen gebildete Gemeinschaft keine hohe Stufe ittlicher Würde einnehmen, wenn in den einzelnen Individuen die Menschenwürde unterdrückt ist. Band 1, Seite 34. Die Würde, Festigkeit und Lebenskraft der Staatsgewalt hängt aber nicht von ihrer schränkten Ausdehnung au, so daß sie für aule denkt, alles leiket, alles bestimmt, alles regiert, sondern im vollen Gegenteil ganz vorzugsweise davon, daß sie den egoistischen Mißbrauch der Gewalt vermeidet, daß sie sich auf die Tätigkeit beschränkt, die ihr naturgemäß und ver nünftig gebührt, und daß sie endlich die ihr kommende Tätigkeit in möglichster Vollendung übt. Band 1, Seite 42. Ehe und Familie. So gewiß es nun ist, daß die Ehe alle Interessen der Eheleute so nahe wie möglich berührt, so einseitig ist es doch, bei derselben nur an diese zu denken. Gott hat die Ehe nicht allein für die Eheleute eingesetzt, sondern vor allem für die Interessen einer guten Exziehung der Kinder. Sie soll zwar für die Eheleute ein Mittel zu ihrer gegenseitigen Heiligung sein; sie soll ihnen in allen zeitlichen und irdischen Angelegenheiten Hilfe und Beistand bringen; sie soll ihnen endlich unter den vielen Müseligkeiten des Lebens auch vielfachen Trost gewähren; sie soll aber überdies fur die Kinder das beste Mittel einer guten Pflege und Erziehung sein.— Band 5, Seite 58. geistige und leibliche Wohl des Men schen hängt mehr wie von allem anderen dem Gedeihen der Familie ab. Alles was sie beschädigt, beschädigt den Menschen am tiefsten. Aller Fortschritt, nützt dem nichts, der in der Familie an Leib oder Seele verpestet ist. Die natürlichen Grundlagen der Familie sind dieselben, welche auch durch die übernatürliche Offenbarung als solche bezeichnet sind. Wie wenig ist aber die von der Offenbarung getrennte Vernunft im Stande gewesen, sie zum Heile der Menschen aufrecht zu erhalten. Im Heidentume nahm vielmehr die Zerstörung aller natürlichen Grundlagen der Familie mit allen entsetzlichen Folgen dieser Zerstörung ganz im Verhältnis der wachsenden geistigen Bildung zu und in ganz ähnlicher Weise arbeitet auch jetzt wieder der heidnische Geist unserer Tage daran, diese heiligste Stätte, wo alle heiligen und hohen Interessen der Menschheit gepflegt werden, zu beschädigen.— Band 4, Seite 14. Unmenschlichkeit. Endlich führt uns zu diesem Punkte, zu dieser Entscheidung die ernste soziale Frage, die Lage des Arbeiterstandes. Alle volkswirtschaftlichen Bestrebungen, die sich von der sittlich religiösen Grundlage dieser Frage entfernt habe; reißen die Kluft zwischen Kapital und Arbeit. d. h. zwischen Reichen und Armen, weiter und führen die große Masse der Menschen, die dem besitzlosen Arbeiterstande angehören, einem Zustande der Entbehrung der notwendigsten Lebensbedürfnisse entgegen, der nicht nur an sich eine Unmenschlichkeit ist, sondern auch endlich zu jenen furchtbaren inneren sozialen Kämpfen zwischen Armut und Reichtum führen muß, wie sie uns in den Staaten der alten Welt zur Zeit ihrer Auflösung entgegentreten. Band 3, Seite 221. Brüderlichkeit und Liebe. .: ich höre den schönen, erhabenen Ruf nach Brüderlichkeit und Liebe, der so ganz ein Ruf ist vom Himmel uns zugetragen, und ich sehe den Haß und die Verleumdung und die Lüge sich unter den Menschen verbreiten; ich höre den Hülfruf unserer armen leidenvollen Mitbrüder— und wer, der sich nicht Augen ausgerissen, kann es leugnen, daß die Not unter ihnen groß ist, und wer, der sich nicht das Herz aus der Brust gerissen, stimmt nicht aus voller Seele ein in diesen Hülferuf? Band 1, Seite 2. Rennen zu Dortmund, Mittwoch, 13. Auf der Karte des Mittwoch=Renntages stehen außer eine Hürden= und einem Jagdrennen, die üblichen fünf Prüfungen auf der Flachen. Raummangel müssen wir uns diesesmal auf unsere Voraussagen beschränken. Unsere Voraussagen: 1. R. Scotch Wisky-Psyche, 2. R. Casanova—Tip, 3. R. Lord Val—Mira 2, 4. R. Freigeist—Nobelmann, 5. R. Steinadler—Parades, .R. Sonnengott—Mannesmut, 7. R. Tornado—Opar. Edeltrauriges zum Mord an'Higgins. Zu der Ermordung des irischen Justiz= ministers'Higgins, der gleichzeitig auch Vizepräsident des Irischen Freistaats war, wird aus London berichtet:'Higgins befand sich allein auf dem Weg zur Kirche. Auf der fast menschenleeren Straße stand ein Kraftwagen, aus dem drei oder vier junge Leute aus türzester Entfernung Revolverschüsse auf den Minister abfeuerten.'Higgins suchte in eine Villa zu entkommen, wurde aber getroffen und brach zusammen. Auf den schon am Boden Liegenden wurden noch mehrere Schüsse abgegeben.(Man denkt an den Mord an Erzberger). Die letzten Worte des Ministers, der bei vollem Bewußtsein blieb, waren:„Ich sterbe in Frieden mit meinen Feinden, ich sterbe für mein Vaterland Der für die Tat benutzte Kraftwagen war mit zwei andern in der Nacht gestohlen worden. 'Higgins hat selbst noch eine Beschreibung der Täter geben können, und man glaubt, ihnen auf der Spur zu sein. Der Ermordete, der erst 35 Jahre alt war, galt als der starke Mann des Kabinetts. Man hat ihm Ptrg...„nicht 2 ea# r, Pöheshereaw, Hand bettofen worden woren, hate ausfüihren lassen. Unter den Gerichteten befand sich'Higbester Freund.'Connor. Die größten Anstrengungen wurden damals unternommen,'Connor seinem Schicksal zu entziehen. Eine ganze Nacht durchwachte'piggins, doch sein Rechtsempfinden ließ ihm keinen Ausweg. Das Urteil wurde von ihm bestätigt.'Higgins war aufs tiefste erschüttert, als er bei der Testamentseröffnung'Connors vernehmen mußte, daß dieser der Familie'Higgins sein ganzes Vermögen vermacht hatte. Bereits im November letzten war ein erfolglos verlaufener Bombenanschlag auf den Minister verübt worden. Sein Tod gilt in Hinsicht auf die Festigung der englischirischen Beziehungen als schwerer Verlust. Auf der Spur der Mörder. WTB Dublin, 11. Juli. Im Zusammenhang mit der Ermordung des Justizministers 'Higgins wurden mehrere Personen verhaftet. Der amtliche Bericht erklärt, das fünf an dem Mord beteiligt gewesen sind: zwei hielten Wache, und beim Erscheinen des schossen drei andere, die sich in Kraftwagen aufhielten. Die Polizei besitzt eine genaue Beschreibung der Mörder. Passende Geschenke für die Namenstage Kristall, Silber BrillantGoldw. usw. zu bill. Preisen. elwuer P. aPx,-Serntetgase und Blaubach. Mit allen Bahnen zu erreichen. 162a Severinstr. 162a Passende Namenslagsgeschenke für Damen, Herren und Kinder. Damentaschen, prachtvolle Neuheiten, Einkaufsbeutel, Stadtköfferchen, Schreibmappen, Mappen für alle Zwecke, Portemorzaies, Brieftaschen, Zigarrentaschen, Hosentläger, Sportgürtel, Schultaschen, Tornister u. s. w. Reiche Auswahl, solide Ware, äußerste Preise. Peter Mandt, Sattlermeister 162a Severinstraße 162a gegenüber Perlengraben, neben Paradiesgpotheke Kaufen Sie beim Fachmann. Sie haben Vortei### Wile 10 N. 191 Fülner Betolsnngesgher Bleustäg, 12. Juli 1927 MONDAMIN Das Feinste für echte Flammeris und echte rete Grützel Pakete Kuust und Leben Kölner Konzerte. 2. Schlußkonzert der„Hochschule für Musik“. Nachdem Hans Schwieger mit einer temperamentvollen Wiedergabe der EgmontOuvertüre den letzten Konzertabend im Gürzenich eingeleitet hatte betrat Paul Baumgartner: der hochbegabte Pianist und Komponist, das Podium und ließ in einer ungemein gefeilten und nervigen Ausdeutung das=Molllavierkonzert Egon Bölsche, Ner er Musiktheoretikers, erwies si Mozarts klangadelig erstehen. Bölsche. der Sohn des bedeutenden ch mit dem Orchester umwobenen Arie„Ihr habt nun Traurigkeit“ aus dem Requiem von Brahms ließ Helene Fahrni aus Thun(Schweiz) ihren lieblichen, schlanken und außerordentlich tragfähigen Sopran aufklingen. Es folgte ein Violoncellist von vorzüglichen musikalischen und technischen Qualitäten, Fritz Buchmann, der Tschaitowskis„Rokoko=Variationen“ virtuos bewältigte; Walter Scheffler stand ihm als gewandter Dirigent zur Seite. Eine in jeder Hinsicht anspruchsvolle Aufgabe bot Straußens„Don Juan“, die Franz Gillessen mit lebendiger Einfühlung und großzügiger Gestaltungskraft löste. Gern begegnete man wieder einmal dem höchst eigenwilligen Violinkonzert H. Pfitzners, das Erika Marx mit geigentechnischer Bravour und erstaunlicher Geistigkeit des künstlerischen Ausdrucks vorführte. In Hellmut Schnackenburg hatte sie einen tüchtigen Helfer am Werk. Die Studierenden gehörten und gehören folgenden Klassen an: der Klavierklasse Prof. Erdmanns, der Gesangsklasse Prof. Philippis, der Violoncelloklasse Prof. Grümmers, der Violinklasse Prof. Elderings und der Direktionsklasse der Professoren Abendroth und Ehrenberg. Orchester und Chor stellten die Studierenden der Hochschule fur Munk und der Rheinischen Das 5. Sommersinfoniekonzert im Volksgarten hatte dadurch besonderen Erfolg, weil der Leiter des Konzertvereins selber diesmal das Orchester dirigierte und sich wieder eine ausreichende Besetzung des Orchesters gesichert hatte. Morschel ist ein Dirigent von feinen, suggestiv=bezwingenden Qualitäten; immer wirkt bestrickend bei ihm die Frische der Auffassung und besonders das in den Zeitmaßen und im Vortrag zur Geltung gelangende gesunde Temperament. Zwar stehen oft noch dynamische Gegensätze allzu schroff einander gegenüber, so daß der Vortrag manchmal gewissermaßen an eine musikalische Schwarz=Weiß=Kunst denken läßt, die scharf konturierten, holzschnitthaften Charakter besitzt. Doch wird man diese Tatsache kaum auf Morschels Konto setzen dürfen, zumal vor allem bei den Bläsern öfters Personalwechsel vor sich geht. Abgesehen davon, daß das Adagio der Freischütz=Ouvertüre zu Beginn etwas zu gedehnt klang, so kam die Ouvertüre doch durch den straffen und klaren Aufbau recht eindrucksvoll zu Gehör. Auch Bezets Arlesienne=Suite Nr. 2 fesselte durch die schmissige, aber doch streng disziplinierte Wiedergabe. Das Allegretto aus der 7. Sinfonie Beethovens hatte gleichfalls viele Vorzüge im Vortrag. Prächtig war dann vor allem die liebevolle Behandlung des Lyrischen in Wagners Siegfried=Idyll, bei dem nur ein verfehlter Horneinsatz beinahe den Gesamteindruck zerstört hätte. Für Morschels plastische und temperamentvoll bauende Art zeugte dann vor allem die Darbietung des feierlichen Zuges Das Rundsunkprogramm. Donnerstag, 14. Juli. 13.—14.30 Köln(für La, mu, Do): Mittagskonzert. 16.00—16.45 Dortmund(für Do, Mü): Stunde der Juger) Aus dem Werdegang unserer Muttersprache. 16.45—17.30 Dortmund(für Do, La, Mü): Küchenrundfunk für die Hausfrau: Was koche ich in der nächsten Woche? 17.30—18.30 Köln(für La. Mü : F a m m e r m u s i k. 1 8. 3 0— 1 8. 4 0 K ö l n( f ü r L a, M ü. ..#pie bleibe ich gesund? 18.40—19.00 Köln(für .„#—#.„Die Radweltmeisterschaft 1927.“ 19.15 bis 19.35 Köln(für La, Mü, Do): Bausteine Weltalls(). 19.40—20.00 Köln(für La, Mü, Do): „Tel Begriff der Philosophie im Wandel der Zeiten“ (). 20.00—22.30 Elberfeld(für La, Mü, Do): Uebertragung des Sommerkonzertes der Vereinigten Städt. Orchester Barmen=Elberfeld. 22.35 Köln(für La, Mü, Do): Letzte Meldungen und Sportbericht. 22.45—23.15 Elberfeld(für La, Mü, Do): Humor im Dialekt. 23.15—24.00 Dortmund(für Do, La, Mü): Uebertragung des Konzerts aus dem Café Corso, Dortmund. Freitag, 15, Juli. 13.05—14.30 Köln(für La, Mü, Do): Mittagskonzert. 14.30—14.35 Köln(für La, Mü, Do): 5 Minuten der Hausfrau. 16,30—17.30 Köln(für La, Mü. Do): Kinder= und Jugendfunk: Von deutschen Musikern „Saihrer Werre.,(.). getirx Mendelssohn=Bartholdy. 17.30—18.30 Elberfeld(für La, Mü, Do): Uebertragung des Konzerts der Kapelle des 3. Bataillons Ingelbertert““ zu, dager Bückeburg). 18.30—19.00 Elberfeld(für La, Mü, Do):„Anleitung zum Verständnis musikalischer Kunstwerke.“ 19.15(für La .): Sportübertragung vom Neumarkt in Köln: FeierEroffnung der Radweltmeisterschaft 1927 An(für La, Mü, Do): Joseph Leim,(Breslaus erzahlt Geschichten aus aller Welt. Anschließend Köln(für La, Mü, Do): Letzte Meldungen uus Sportgericht. Anschließend bis 24.00 Münster(für Keäiferbof2) Manene. ds Konierts aus dem die Darbietung des feierlichen Zuges zum Münster aus Wagners Lohengrin, wobei er wie immer um eine ausdrucksvolle Abstufung des Klanges mit Erfolg bemüht blieb. Bemerkenswert waren dann noch folgende Darbietungen: Obvertüre zu den lustigen Weibern von Windsor, Offenbachs Fantas=*** manns Erzählun überaus zahlrei dankbaren Beifall. ekmKirchenmusikalische Auszeichnung durch Papst und Staat. Anläßlich des goldenen Jubelfestes des Cäcilienchores Duisburg Liebfrauen wurde dem um die Hebung der Kirchenmusik in hohem Maße verdienten Chorleiter Karl Vaus von Sr. Heiligkeit das goldene Kreuz des Ordens „Pro ecclesia et pontifice“ verliehen, dem Chor als Anerkennung von dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz eine Plakette überreicht. Es ist das erste Mal, daß einem katholischen Kirchenchor diese Ehre zuteil wurde. Am ersten Julisonntag feierte der Cäcilien= chor Duisburg=Liebfrauen das Fest seines 50jährigen Bestehens. An und für sich ist das kein weltbewegendes Ereignis, gehört vielmehr zu den alltäglichen Erscheinungen, wenn es sich hier auch um einen Kirchenchor handelt. Was diesem Tage aber eine besondere Bedeutung verder Umstand, daß der Chor durch seine Stellung innerhalb der kirchenmusikalischen Bestrebungen unserer Zeit in der vordersten sein Wirken und Schaffen also tatsächlich in jener großen Idee unserer Zeit aufgeht, das Höchste, was gottbegnadete Künster auf de. Gebiete neuzeitlicher Kunst geleistet haben, in den Dienst des Kirchengesanges zu stellen. Das ist nicht immer so gewesen, und die Geschichte des Jubelchores zeigt es. daß .. es vom einfachen Choralgesang über die oft recht anspruchslosen Erzeugnisse der Vertreier gäcilignischer Kirchenmusik bis zu den Höhen klassischer Kunst oft recht dornenvoll sich gestalten kann. Eine Zeitspanne von einem halben Jahrhundert umfaßt dieser Weg. der durch die Nat, n Rheinberger, Witt, Piel, Griesbacher, Nekes, Koenen, Palestrina, Mozart, Bruckner Meßner gekennzeichnet wird. Die tapferen Sänger des Cäcilienchores und ihre zielbewußdite Geschicht Peg gegangen, und oie Geschichte dieses Chores ist darun die Geschichte der Kirchenmusik der letzten fünfzia Jahre überhaupt. Darin liegt die Bedeutung dieses Festtages. Es soll nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, die innersten Familiengeheimnisse des Chores vor der breiten Oeffentlichkeit zu erörtern. Das könnte niemand fesseln, denn nchmen saltn“- und unwichtiger, als man annehmen sollte, es sei denn, daß die Geschichte des Chores zugleich die Geschichte seiner Pfarre ist, einer Geschichte, die er zu einem guten Teil mit geschaffen hat. Nur zwei Umstände seien hervorgehoben, für die der Chor besonders in seinen letzten Jahren gekämpft und die er auch erreicht hat: das„allmähliche Loslösen von allen jenen Erzeugnissen einer das Mittelmaß niemals überschreitenden Kunst, die unter dem Namen des Cäcilianismus bekannt ist, und das ganz entschiedene Hinwenden zu wirklich großer klassischer Kunst eimschse, esiz. Sisgen iu ein H. Lemacher. Studienrätin Anna Franken in der Oberprüfstelle Leipzig. Der Amtliche Preußische Pressedienst gibt folgenden Rechtsentscheid des Kammergerichts in Mieterschutzsachen bekannt: 1. Bei Streit zwischen Vermieter und Mieter über die Höhe des Anteils des Mieters an den Kosten des Fahrstuhlbetriebs hat das Mieteinigungsamt zu entscheiden, wie die Berechnung nach§ 9 der Verordnung über die Mietzinsbildung in Preußen vom 17. April 1924 zu erfolgen hat, insbesondere ob der Mieter an den Fahrstuhl angeschlossen ist, welche anderen Rauminhaber als angeschlossen zu berücksichtigen und welche Friedensmieten der Verteilung zugrunde zu legen sind. 2„—uch die Mieter, die zur Benutzung des Fahrstuhls einen Teil der Treppen hinauf= oder hinunter„ehen müssen, sind an den Fahrstuhl angeschlossen. 94sca 3. Sondervereinbarungen einzelner Mieter mit dem Vermieter über ihre Beteiligung an den Kosten des Fahrstuhls bleiben bei der Entscheidung des Mieteinigungsamtes aus 9 der Verordnung über die Mietzinsbildung in Preußen vom 17. April 1924— unbeschadet der Bestimmung in§ 9 Absatz 5— außer Betracht(16. 5. 1927; 17 D 39/27). Eine neue Postgebührenvorlage. WTB Berlin, 11. Juli. Das Reichspostministerium hat, dem Beschluß des Verwaltungsrates der Deutschen Reichspost entsprechend, nunmehr nach Abschluß der Verhandlungen im Haushaltsausschuß des Reichstages eine neue Gebührenvorlage fertiggestellt und dem Verwaltungsrat zugehen lassen, in der die Wünsche des Reichstages und des Arbeitsausschusses des Verwaltungsrates nach Möglichkeit berücksichtigt werden. „Inkernational Germania Trust Company.“ Juli. In den letzten Tagen wurden die Formalitäten zur Gründung einer neuen Bank unter dem Namen„International Germania Trust Company“ mit einem Grundkapital von drei Millionen Dollars abgeschlossen. Die Bank sieht ihre Hauptaufgabe in der Anknüpfung und Vertiefung #exanziellen Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika, insbesondere in der Finanzierung deutscher, namentlich auch kleinerer Industrien und Handelsunternehmungen, aber auch in der Annahme von Depositen aus amerikanischen Kreisen deutscher Abstammung. Unter ihren leitenfi den sich zahlreiche Persönlichamerikanischen Finanz und Wirtschaft als Führer bekannt sind. Die Leitung anisationsausschusses liegt in den Händen von Harold Aron, des Präsidenten der National American Securities Co., der sich demnächst nach Deutschland begibt, um die dortigen Interessenkreise über die Ziele und richten; der neuen Unternehmung zu unterzu 35 und 65 Pf., niemals lese! Große össenliche Kundgebung des 9. 6. B. Aus Anlaß des Arbeitszeitkampfes in der Kölner Metallindusirie findet am Donnerstag, den 14. Juli, abends 7½ Uhr, im großen Saale der Bürgergesellschaft (Eingang Appellhofplatz) eine große öffentliche Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes statt. Redner: Redakteur Scheuble— Bezirksleiter Schümmer— Geschäftsführer Trawinski. Es soll durch diese öffentliche Kundgebung über die Ursache des Kampfes der Metallarbeiter Aufklärung geschaffen und die Solidarität der christl. nationalen Arbeitnehmer mit den kämpfenden Kollegen zum Ausdruck gebracht werden. 8proz. desgl. S. 8 102G, 7proz. desgl. S. 9 100G, 6proz. desgl. S. 10 95½G, 4½ proz. desgl. Liquidations=Pfandbriefe S. 11 82¼ b, 4½ proz. desgl. Anteilscheine S. 1 47½b, 8proz. Gold=Komm.=Oblig. S. 4 101½, 10proz. desgl.=S. 5 104½ bG, 6proz. desgl. S. 7 96 G. 8proz. desgl. S. 9 101½ bG, S. 10 1006, 8proz. desgl. S. 11 102G, 7proz.desgl..14 100G. 5proz. desgl. Gold=Komm.=Oblig. S. 1 2,30G, 8proz. desgl. S. 4 100G, 102G. 7proz. desgl. S. 14 100G. 5proz. desgl. GoldKomm.=Oblig. S. 1 2,30G, 8proz. desgl. S. 4 100 6 6proz. desgl. S. 13 95½ G, 7proz. S. 8 99½ G, 8proz. Landesbank Gold=Pfandbriefe 1026, 7proz. desgl. o0#vton Jeotz. Gold=Komm.=Oblig, von 1926 100bG, 7proz. Ver. Stahlwerke mit Option 1056, 7proz. desgl. ohne Option 96G. Berliner Fruchtmarkt vom 11. Juli. Amtliche Preise in Mark(bei Getreide und Oelsaaten für 1000, sonst für 10 Kg.). Roggen, mark. 255—25 1, Gerste 241—270, Hafer, märk Mair, greifbar Berlin 183—18., Weizenmehl 36—38, Roggenmehl 32—36, Weizenkleie 15.25, Roggenkleie, frei Berlin 15.50, Viktoriaerbsen 42—56, Speiseerbsen, kleine 28—32, Futtererbsen 22—25, Peluschken 21—22.50, Ackerbohnen 22—25, Wicken 22—24.50, Lupinen, blaue 14.—15.75, Lupinen, gelbe 15.75 bis 11.70, Rapskuchen 15.40—15.80, Leinkuchen 20—20.20 Trockenschnitzel 12.50—15.10, Sojaschrot 19—19.90 Kartoffelflocken 3a—34.40.rot 18-—19.90, Gemäß§ 3 des Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Schund= und Schmutzschriften vom 18. Dezember 1926 wurde Fräulein Studienrätin Anna Franken vom Reichsminister des Innern auf die Dauer von drei Jahren zum Beisitzer der Oberprüfstelle in Leipzig Schund= und Schmutzschriften ernannt. Kölner Börse vom 11. Juli 1927. Eine deutschsprachige Monatsschrift in Paris. WTB Paris, 9. Juli. Die seit Jahren erscheinende Kunstzeitschrift„Les gibt diesen M Frankreich Chroniques du Jour“ gibt diesen Monat erstsusgage betitel.„Tageschronik der t“ heraus und kündigt an, daß sie diese Ausgabe, die besonders für Deutschland und für Mitteleuropa bestimmt ist, künftig monatlich erscheinen lassen wit. Der Verlag erklärt. er wolle durch diese Veröffentlichung der Annäherung der beiden Länder auf künstlerischem Gebiete dienen. Als Redakteur der deutschen Ausgabe zeichnet Rolf Henkl. Mitteilungen. .“. Kammerspielhaus. Die überaus freudige Aufnahme, die zu Beginn des Jahres die kölnische Kammerrevue„Orhalven Hahn" bis in die weitesten Kreise hinein fand, nicht zuletzt durch die Wiederherausstellung der beliebten kart veransost gau die Heneralintendanz sofort veranlaßt, für die Sommermonate weitere Pflege dieser kölnischen Eigenart auf volkstümlicher Basis vorzusehen. Sie wird in se. Die Vorstelungen LP Mark bis 3 wie) gesehenwlichen Preisen *) Noch nicht auf Barmer Bankverein Comm.& Priv. 178.— Darmstädter Bank 238.— Deutsche Bank... 162.50 Diskomo=Kom. 160.— Dresdner Bank... 168.— Mitteld. Credit....—.— Ry. Bauernbank.. 90.— Rb. Wests. Bod. 174.— Westd. Boden=.=A. 140— Adler=Brauerei.. Adler=Kohle.. Alexanderwert Basalt Linz. Bochumer Guß Bonner Bergw. Buderus Eisen... Dahlbusch Baw. Deutsch=Atant. Deutsch. Erdöl Düsseldorfer Masch. *Eschweiler Ba. Farbenindustr. selten& Guill. selsent. Bergw. ammersen..... parpener Berg. Houbenwerke Hubert. Braunk. Humbolo. Jiola=Werke..... Kalt. Maschin. Klöckner=Werk. 148.— 75.— 104.— 202.— 125.— 145.— 110.— 162.— .— 294.50 141.— 173.50 170.— 210 50 58.— 150.— 47.— 18.— 66.— 175.50 .=M. umgestellt. Köln. Dampfsch. Kölner Gummis. Köln=Neuessen Mand Pianc Motoren Deutz: Phönix Bergb. Rasquin... *Rhein. Bauges. Rhein. Braunk. Masch. Leder... Ro. Sprengstoft Rhenanio Chem. Stollwerd.... Tietz Leony. Ver. Stahlwerke van der Zypen.. Viersen. Spinn. Jul. Sichel Nachen=Munch. Aachen=Rückv Agrippina.... Allianz...... Colonia Feuer do.(kleine) Colonia Rückv. Gladbach. Feuer Kölner Hagel. Kölner Lloyd..“ Kölner Rückv. Minervo Rh.=Wests. Rückd. Vaterl. Rhenania. 2520.— 65.— 187.— 85.— 82.— 128.— 110.— 50.— 270.— 108.50 67.— 138.— 170.— 140.50 81.— 325.— 128.— 300.— 265.— 189.— 70.— 30.— 600.— 95.— 42.75 785.— 340.— 550.— 233(233½—233); Hafer, Juli 210(212½—214). Kölner Viehmarkt. 11. Juli 192:. Gesamtaustrieb 1061 Stück Großpeze gapen 301 Ochsen, 103 Bullen, 717 Färsen, Kühe usw. 1359 Kälber, 64 Schafe sowie 5543 Schweine. (für 1 Pfd. Lebendgewicht) Kölner Wertpapierbörse vom 11. Juli. Deutsche Anlagepapiere. Ablösungs=Anleihe mit Auslos.=Recht I 302G. desgleichen II 3006, desgl. ohne Auslos.=Recht 17½6 5proz. Deutsche Reichsanleihe von 1927 88B. 6½ pros Kölner Stadtanleihe von 1926 96½5, Rhein.=West Bode„eotze B, riegs=Bfandbriefe.96, 5proz. spret best. 2e 4. Phise Pprot, betg. S. S 10146, sproz. desgl. S. 6 100½b, 7proz. desgl. S. 7 996 Ochsen vollfleischige, ausgem. 1. jüngere 2. ältere sonstige vollfleischige 1. jüngere 2. ältere.. fleischige....... gering genährte.... Bullen jüngere vollfleischige.. sonstige vollfleischige fleischige....... gering genährn.... „ Kühe jüngere vollfleischige.. sonstige vollfleischige.. sleischige....... gering genährte.... Färsen collfleischige, ausgemäst. volfleischige.... sleischige...... „Fresser maßig genährtes Jungvieh.. Kälber Doppellender. beste Mast= und Saugkälber mittlere Mast= und Saugkälber geringere Schafe Mastlämmer und jüngere Masthammel 1. Weidemast 2. Stallmast mittl. Mastläm., altere Masth. und gut genährte Schafe. fleischiges Schafvieh.. gering genährtes Schafvieh . S c h w e i n e S 240. 30 bia. eetengernich c) 200—240 Pfd. d) 160—200 Pfd. e) 120—160 Pfd. 1) unter 120 Pfd„ Sauen..... Heut. Preis Letzt. Preis .64—.67 .58—.63 .52—.55 .40—.48 .00—.00 .00—.00 .56—.60 .52—.57 .40—.50 .00—.00 .56—.60 .50—.55 .40—.48 .25—.35 .60—.65 .50—.58 .00—.00 .40—.53 .85—.10 .73—.80 .60—.70 .50—.58 .00—.00 .00—.00 .00—.00 .00—.00 .00—.00 .57—.62 .60—.66 .61—.63 .60—.66 .00—.00 .00—.00 .50—.57 .65—.69 .59—.64 .54—.58 .40—.50 .00—.00 .00—.00 .58—.62 .52—.57 .45—.50 .00—.00 .57—.61 .50—.55 .40—.48 .26—.38 .60—.65 .53—.58 .45—.50 .42—.50 .85—.15 .75—.88 .68—.74 .53—.65 .00—.00 .00—.00 .00—.00 .00—.00 .00—.00 .55—.60 .58—.63 .58—.64 .58—.62 .50—.60 .00—.00 .50—.56 Großvieh: Beste Tiere auch noch über Notiz bezahlt ruhig geräumt. Kälber und Schafe runig geräumt anfangs belebt, später ruhig geraum. Abiblse. des Lokal=Anzeigers wolle man uns unverzüglich mitteilen, wir sorgen für Verlag des Lokal=Anzeigers Köln, Neumarkt 24. Dienstag, 12. Jull 19. Das feierliche Sechswochenamt für unsere unvergeßliche, herzensgute Mutter. Großmutter, hwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Anna Newes geb. Braunschädel findet am Donverstag, den 14. Juli, morgens um v, Fran Margarethe Köbke geb. Mewes. Nr. 191 Seite 11 Zum Namenstag: 1838 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die schönen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben, unvergeßlichen Gatten und unseres teusorgenden Vaters sagen wir allen unseren innigsten Dank. Frau Wwe. Th. Hahn und Kinder. Köln=Mülheim, den 11. Juli 1927. Praxis aufgenommen Dr. Sarburg Glaser-Arbeiten Gottfr. Doergens Tel. A 731 Köln-Nippes, Neußer Str. 184. onkurrenzlos billig. Haushaltungsstühle Küchenstühle Lederstühle Wiener Stühle Wirtschaftsstühle Kontorstühle Klavierstühle Liegestühle Ladenstühle Klosettstühle Schreibtischsessel Eichen=Ledersesse! Wiener Sessel Schemel, Hocker Wirtschaftstische Jub. Bündgens Stuhl=Spezialgeschäft Blaubach 37. A 5144 AUIER LIKORE Jacob AuerSöhnenk. Verkaufsstellen: Mauritiussteinweg 54, Anno 463 Dürener Straße 196, Rhld. 473 Berrenrather Straße 266 Eing. Sülzburgstraße, Ulrich 692. 7 Unsetrübte Freud lamen un gen Sportwäl wenn Sie die arbe en Sie erl mit den mil Am Donnerstag, den 14 Juli 1927, vormit10 Uhr, sollen im Pfandlokale Rhenau8 Aederloser, 1 Frseroletz, mit weien Marmor, 1 Herrenzimmer, 1 Schreibmaschine 1 Vervieljältiaungsappaxat, 2 Klubjessel, 1 schrank. 1 Teppich, 1 Schreibtisch, 1 Pianino, 1 Büfett, 1 Fleischschneidemaschine, 1 Eisschranf, 1 Grammophon, 1.osa mit Untau, 2 kompl. Betten, 1 Spiegelschrank, 1 Waschkommode, 1 Bowle und 12 Gläser, 1 Nähmaschne, 1 Grammophon, 1 Küchenschrank, Oberhemdenpresse 2 Windhunde, 1 franz. 1 Wippehündin, 28 Dutzend Hosenträger, 1 Schreibmaschine mit Tisch, 1 Parte Drucknöpfe, Stecknadelu, Haarnadeln, 75 Kinderhosen, 1200 Mappen Schreibpapier. 44 Dutzend Sockenhalter u. Gerichtsvollzieher kr. A SIND ANERKANNT ERSTKLASSIG Kölner Görres-Haus G. m. b. A. Köln, Neumarkt 18a-24 Eichen Schlaf- und Speisezimmer modern billig zu verkaufen. Theo Freesfeld Gereonswall 69 Ausnahme-Preise: Möbel Küchen, Schlafzimmer, Speisezimmer, Sofas, Chaiselongues. Nur gediegen, trotzdem billig. Günstige Zahlungsbedingungen. M öbelhaus„ 11 Waidmarkt Eigene Werkstatt. Telephon: Anno 6557 he hab le reinizenden Lux Seiten btlesen. Sie erhalten all die zarten Sachen wie neu. Ein Elslöffel voll gibt eine Schüllel brachtige Schaumlölung— genügend zur Reinigung eines Kleides. SEIFENFLOCKEN SUNUCHT“MANNHEIM. Nur in Criginal-Thheten u. ( Verkäds.) Qualitäts kaufen Sie vorteilhaft direkt ab Fabriklager Gebr., Naiser Kufithäuserstrache am Barbarossaplatz Eigene Fabrikation Kein Laden Nur Lagerverkauf Toreingang. Billiger MöbelVerkauf Kompl. Eichen=, Nußb.= Birken= u. lack. Schlatzimmer von 390—1600.4 Solide kompl. Eichenund BirkenSpeisezimmer von 495—1400# renzi Eichen=Möbel Fachminn übernimmt Ablaugen od Auffrischen sauber u. billig n u. außer der Stadt. la Referenz Offerten u. 384 an dle Geschäftsstelle d. Blattes Möbel=, Küchenanste., Tapezieren, billig und gut. Angeb. u. N 1 an die Annahmestelle Marzellenstraße 34. aelcher Edeldenkende 2 verhilft armer, in Not geratener Familie (Kriegsbeschädigter) zu einer Kücheneinrichtung u. etwas Lebensmitteln? Ehemann gelähm„Frau lungenkrank, 4 K. Möbel aus Not verkauft, Offerten u. A 93 a. d Geschäftsstelle d. Bl. Segen Gesil hüfe Beine Hämorrhoiden, Hautausschlag. Flechten, Wunden all. Artetc.hilft stets die bewährte Radermachers-Salbe in Apotheken ernaltlich. Preis Mk..10 Wollen Sie Schuhwaren gut und billig kaufen, gehen Sie zu Seemann Köln, Breite Straße 102, neben dem Kolpinghaus. Orig. Stolls Kommißbrot und Eiselbrot EichenSchlafzimmer voll abgesperrt billig zu verlaufen. Köln-Bayenthal Alteburgerstraße 234 in großer Auswabl. Sämtl. einzelne Möbel, Eichen= und Nußb.=Büjetts, Küchenschränke, Schreibtische, 2- u. Ztür. Kleiderschr., Waschkommoden mit u. ohne Marmor, weiße Möbel u. Eisen=Betten aues sehr billig. Prachtv., weißl. Kleiverschr., Waschk., Bett, Nachtkomm., in allen Größen, preiswert zu vertaufen. Theisen, Severinstraße 33. Graue Haare nicht färben, sondern Dr. Humelets Haarverjungungsmilch anwenden! Naturfarbe und Glanz garantiert. Fritzens Zopfhaus, Höhle 15A sehr nahrhaft, kräftig im Geschmack Täglich irisch Bäckerei Theo Stoll, Köln, praktischsten und schönsten finden sie bei der Firma 5 Carl Jos. Schmitz Weyerstr. 43—45 Spezialhaus für Küchen- und Haus. haltungg-begenstüinde. 88 1 SSeenn nserieren bringt Absat. 8 Billlige Bücher Hl. Ho Kretelder Str. 97 Neuser Str. 27-29 Freie Lieferung und Lagerung. Bequemes Zahlungssystem. Prachtoolle Herren=Uhr 14.k. Gold erstkl. Werk. billig zu verkaufen. Qn. unter 387 an die Geschäftsst.. d. Bl. Prachtv. u. Silber billig.— Kämmergasse 27, p. Prachtvolle Brillant=Ohrringe 1 Brillantring u verkaufen. Off. unter 386 an die Geschäftsst. d. Bl. Termarh) 4i. Schäferhunde billig abzugeben. Haas, Habbelrath bei Horrem Gebildetes, ka.h. Mädchen, stattliche Erscheinung, 26 J. alt, aus guter Familie, häuslich, gut erzogen, mit ompl. Wascheaussteuer u. Barvermögen, sucht strebsamen, treuen Lebensgefährten. Nur kath. Herren in sicherer Lebensstellung, am liebsten Beamten, mören ernstgemeinte Zuschriften mit Bild senden unter Nr. 393 an die Expedition die es Blattes. 2 Nur noch 5 Tuge II dauert der Total-Ausverkauf Schluß Samstagabend Schuhwarenhaus### 91 Weverstraße Wir bitten die angezahlten Waren abzuholen Durchgehend geöffnet! finden Sie immer in der Gilde-Buchhandlung Neumarkt 18—24a HOIn Fernruf Anno 6920—6929 Abendland hafter Politiker entbehren kann. Kostenfreies Probehelt von Gljde-Verlas Köln. Neumarkt 18a— Gesthtezt uut den Atbegeahrten, PPritung maner Leistungssähgb un de Eüre hres bei Neuanschaftungen zur Prktung moine.—. Augge Auswahl in„ Secd-euenten un eu. ene gieeu, gageregrenieher Krnseieteratele ese Veren, Aohen u. Aebegen. ehene eeegee ee e s ciee Bescaeten. Uebernehme auch schlüsselfertige Einrichtungen vor:„asten— Billige Preise= — Langjährige Garantie— Prima Verarbeitung— ese Aeue er Aun ud und u#u.s Spezislunternehmen am Platze rnict, Ateze, wröhe, und wesernde, ur.. g, Göln.Deulz, Möhel-Fabrik Reinhard Alexander Schmidt, Köln-Deutz Tewpeistrabe 2- und br uit it, Hrien, Bingensen Nanen nicht verrachtelt verde NB. Bitte genau auf Firma und Straße zu achten, damit ich ben eene de N ange eice erhinch ene u i zweckos angesehen, wurde, da aues vet., Mirt. ehwoig soll zur mich Hanktaleilt sen Sie gewib, Der hasez einage Methode zm Gele adle berchelbenien Geiend i endesien., Klant u. wasz. Herr J.., Hesten: Für g,hersgcgtge poum g gas Peiten getatt, Gruchedens beien Doyt, bed vint glsch, dine Eperaten, das Leten p grod. zut wesen. Während der ganzen Bebandlustzet habe sch meinen schweren Veruf als echnscher Grusenbamter val und ganz Sprechstunde unseres approbierten, speziell ausgebildeten Vertrauensarztes in:—...— 40 Huli nachm von—7 Uhr. Köln: Hotel Neue Post, Urulaltraße 52, am Donnerstag, den 14 Jul. D„ Jg ait Verzüiches Justen üir rihehhzsche Sruc. Hansd behandlung G. m. b. H. Bremen. Wir warnen vor erfolglosen u. oft unreellen Nachahm unserer Heilmethode 1 s — Seite 12 Nr. 191 Besonders billiges Angebot in Glas- Porzellan Aluminium=Spielwaren Spezial-Geschäft Köln, Hühlenbach 4L. Ferien-Kinderheim Königswinter a. Rh. Ittenbacher Straße 4— Tel. 380 in schönster Lage am Nahtigallental nimmt r die Herbstferien noch Kinder von—12 Jahren auf. Beste Verpllegung Veranlagung des Pferdeund Rindviehbestandes. Rindpedostandes sowie, der dofir zu entden Abgabe fur das Rechnungsjahr 1927 liegt vom 15. bis einschließlich 28. Juli d. J. im Zimmer Nr. 4— Liegenschafts= und LandwirtKölner Lotol=Angeiger Nauweltmeisterschalten 1927 natiopale(GParie), der 30 Nalionen zn(veilste InterJuli auf dem Nürburgring, am 22.—25. Juli Das größte RadsportEreignis der Welt! Schutz- u. Schirmherr Reichskanzler Dr. Wilh. Marx Eintrittspreise fr die großen internationalen „WVeltmeisterschaftskämpfe den 11. Jull und Mittwoch, den auf derng####n im Stadlion zn Stehplatz..... M..00 , an der Tageskasse M..50 Sitzplatz. M..00 Block B, Süd- oder Ostkurve. Ariger... 4— Liegen schafts= und schaftsverwaltung— Marienplatz 28, 1. Stock chrenen zu edermanns Ein.. Antrage auf Abänderung bezw. Berichtigung Mblauf der Sernes sind spatesiens 10Tage nach Ablauf der Offenlegungsfrist, also spätestens am eantragen. Anträge können erüäht werden, dem vorgenannten Amtszmmer für jedes Stüick Rindvieh.— Roy Köln, den 13. Juli 1927. Der Oberbürgermeister. Sl (Rennbahn Köln-Merheim linksrh.) Mittwoch, 13. Juli nachmittags 3 Uhr 4 Ehrenpreise und 27000 Mark. u. a. 3 Herrenreiten Block A. Tribüne II. Tribüne 1. Zieltribüne Zieltribüne Loge Platz Platz II. Platz I. Platz M..00 M. 10.00 M. 12.00 M. 15.00 M. 20.00 en##### hanfkann aus technischen Grünerst am Donnerstag, den 14. Juli, vormittags 8 Uhr beginnen sungen sind reslos aufsehober Freikarten gibt es Neumarkt u. Rheiniag“ z.(Cörresbaus), Se haseigecenechese ie. Kinenen a dier Bund Deutscher Radfahrer e. V. (oiene Seien) Kath. Landgemeinde mit 1200 Seelen u. 2 Geistlichen sucht mög lichst bald einen KüsterOrganisten Jung., durchaus ehrl. Mädchen in kl. einf. kath. HausHaushalt gesucht. Kl. Büroarb. müssen mit verrichtet werden. Familienanschl., guter Lohn. Angeb. u. 390 an die Geschaftsstelle d. Blattes. Stundenfrau Klettenberg=Sülz ge ucht. der befähigt ist, den.—3mal wöchenil morg Zehenperdienk in gr. Ou..3920. 0 6 d. 81. forderlich. Schri tliche Gesuche mit Zeugnisab chriften und Gehaltsan prüchen sind bis zum 25. 0d. M. an den Vorsitzenden des Kirchenvorstandes in Villich .Godesberg einzureichen Kräftiger Junge 15—17 Jahre alt, auf Gutshof zu katholischem Landwirt gesucht. Schlieper=Heinen H ius Arff Köln=Worringen. Zuv., kath. Küchenmädchen mit guten Zeugn. gesucht. Zweitmädchen vorhand. Große Wäsche außer dem Hause. Mertens, Ehrenfeld Venloerst. 260 Suche zum 1. August für meinen Gutshaushalt obne Leutebecköstigung zwei braoe kath. Hausmädchen für Küche u. alle Hausarbeit. Angebote mit Zeugnisabschriften erbeten an Frau G. Schumacher, Pesch(Kriegshof). Post u. Station KölnLongerich. Aeltere Pflegerin pr. Zeugn., sehr erfahr. im Haushalt, Kochen, sucht Dauer=Stell. bei Dame oder Herrn zur Pile e und Führung des Haushaltes, auch nach auswärts. Offerten erbeten unter N 2 an die Annahmest. des Lokal=Anzeigers Marzellenstraße 34 (Giegesueche) Kleinere Wohnung von 2 Zimmern und 1 Küche von pünktlichem Miet zahler in Köln ocer Vorort gesucht. Fr.=Offerten unter 397 an die Geschäftsstelle d. Bl. erbeten. Rudoseltmeisterschaften 1 D 7 Im Anftrage der Union Cycliste Internationale Pars#er 30 Nationen angehören, durch den Bund De S6 R,„ahrer am 1a. 20. Juli in Köln, am 21. Juli auf dem Nürburgring. am 22.-25. Juli in Eiberfeld Das grödte Radsportereignis der Welt! Schutz- und Schirmherr: Reichskanzler Dr. Wilh. Marx. Samstag, den 16. Juli 1927 von abends 7½ Uhr an Das Fest der Wanderfahrer im Garten u. sämtl. Räumen des Zoologischen Gartens. 1. Im Garten: Gr bes Konzert der Kapelle des Zoologischen Gartens eitung vo., Musikdirektor Theo Blum.— Männer Shore des Sängerchors„Rheinland“, Köln E. V. 1897 unter eulicher Leitung des Ehrenchormeisters Pütz— Lieder gesungen von Josef Kalenberg. Heldentenor der Kölner Oper.— Waldhornquartett der Kölner Oper.— Illumination und Leuchtfontäne 2. Im Mittelsaal: Grobes Konzert der Kapelle des Zoologischen Gartens Leitung von Musikdirektor Blum.— Sport„.„ Vorführungen der Sonderklasse; u. a. Auftreten der berühmten Leipziger Diana in ihren sensationellen Schaunummern„Schwarzwaldmädel-Quartett“.„Wenn Blumen traumen“, Rokokoreigen, Meißener Porzellan. 16er Damenreige„.„ 7. an fahre.„Eio Sensationelles Programm Zwischen den einzelnen Darbietungen: Tanz. 3. Im Festsaal Ta z Ab 10 Uhr:„Eine Stunde echt Kölsch“ unter Funken und Pos un A1#1, Präsident der Greesberger runken und Korpstänze. Großes Mützen- und Ordensfest Es wirken mit: Peter Markwort, der rheinische Tenor (als lustiger Prinz), Dotz und Dötzchen. Gerhard Ebeler und unser rheinischer Volksdichter Willi Östermann. Spaß, Freude und Humor! Ein glänzendes Fest, ein genußreicher Abend steht uns bevor. Lunaparh Kinder-Sportiest, 2 Die besten Leistungen werden“ * prämiiert. Reifen, Schnelläufer, 7 Holländer auch Diabola mitbring. * L u s t i g e s M a s t b a u m- K l e t t e r n. % I m P a r k- V a r i e t é f ü r K i n d e r Eintritt frei. Kindervorstellung *„, mit dressierten Bären. * Leitung: Der wieder genesende 2 *. Onkel Fridolin. 2 Beginn 4 Uhr. Eintritt 30 Pfg. 2 Freitag, den 15. Juli: 2 Sonder-Konzert 2 * 40 Musiker 2 % Ehrenabend Kapellmeister7 * Heinr. Frantzen. Samstag, den 16. Juli: 2 Riesen-Brillant-? „ Feuerwerk. De Instander——— D Fenstern am Umvar Grohe Auswand— Billigste Preise Köln, Mühlenbach 42 Spezial-Geschäft In Haushalt- Glas- Porzellan. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag Letzte 3 Aufführungen 911! „Lisyy die Hokote“ mit Erika Glässner. Freitag, 15. Juli, abends 8 Uhr: Erika Glässner Gobette das Luderchen (Frau Präsidentin). Für Sommerfrischler 3 angenehme Zimmer unweit Nürburgring (Laacher See) zu vermieten. Preis tägl. 4.—M mit guter Verp legung. Johann Müller Lanzscheid, Brohltalbahn Post Weibern. C 48., in allen Zweigen des Haushalts sowie im Nähen erfahren, sucht Stelle, auch nach auswarts. Ang. unter 396 an d. Geschä tsst. d. Bl. Ich s. für alte, brave kinderl. Leute 2 leere Zimmer für jetzt od. spater Miete 20-25 RM.) wo der Frau im Putzen ab und zu etwas Hülfe geleistet wird, erhalten eine direkte Barsumme und später den Nachlaß. Nachw. brave Hauseigent. im südl. Stadtteil bevorzugt. Fr. Offerten unt. 395 an die Geschäftsstelle d. Bl., Neumarkt 18a.24 Die Eintrittskarte, gültig für alle Veranstaltungen, kostet .— Mark; Bundesmitglieder zahlen gegen Vorzeigung der Bundeskarte 1927 die Hälfte. Karten sind zu haben beim Stadt-Anzeiger, b. Tageblatt. b Lokal-Anzeiger, bei der Rheinischen Zeitung, sowie im Büro der Radweltmeister schaften 1927 Am Römerthurm 25, und an der Abendkasse Bund Deutscher Radfahrer E. V. Instandsetzung von nstern und Türen am Umbau Kaserne Koln=Kalk ist an nur leistungsfähige Firmen zu ver seben. Nähere Auskunft wird während der Geschaftsstunden von vormi tags —12 Uhr im Baubüro Kalk, Hauptstr. 3 ertellt Die Verdingungsunterlasen werden, soweit der Vorrat reicht, gegen Entrichtung v..30 RM. vom Hochbauamt, Stadthaus Zimmer 353, vorm von 10—12 Uhr verabfolgt. Die Angebote sind verschlossen bis Samslag, den 16. Juli 1927, vormittags 11 Uhrdemm Bauwirtschaftsamt. Verdingun sstelle, Zim 410, abzugeben, zu welchem Zeitpunkt die Elöffnung in Gegenwart etwa erschienener Anbieter stattfindet. Städt. Hochbauamt. Enhirch a. d. Mos. Privatpension Villa Schütz in ruh. freier La e mit schönen, yellen Zimmern und neuen Beiten, bekannt für erstkl. Verpfl. Reiz. Ausflüge n. d. Umg. Preis pro Tag.—4 einschl.Nachmittagskaffee. Keine Nebenkosten. Ab Ende Juli noch frei. Frau Lina Schütz. Film Palast Hche Str. 11-13 der See Der lanzende Küppersbusch owie große Auswahl Gasherde aus der billigsten Bezugsquellvon Köln Herdehaus Gebr. Wagen Köln U. Gollesgnaden 13 Ecke Bechergasse am Dom Nippes Merheimer Str. 59 an der Hartwichstraße. Freie Lieferung Als passende und nützliche Namenstags-Geschenke „ empfehle in großer Auswahl: Linoleum-Teppiche,=Läufer,=Vorlasen, Linoleum=Stückware, Perser=, Blumen= und Parkettmuster. Balatum per qm.10 Mk. Leder=, GummiWachstuche, Tischlinoleum. Mosaik. * W a c h s t u c h e b l a u= w e i ß N u ß b a u m u n d * Eichen=Maser, Marmor=, Damast=, glattweiß, u. bunte Wachstuche, 250 Stück ... in Anschnitt. Wachstuch=Tischlaufer von 953 an per Mtr. Wachstuchwandschoner von 403 an. Echte abgepaßte Wachstuch=Decken von.50 und.00 Mk. an □Niederstein Burnerstr. 22 u. 24, Ecke Alter #estein Markt u. Unt. Taschenmacher Ringfreie Tapet.=Industrie. Preise in 6 Schausenst. Besseres 19 jähriges katholisches Kath. ält. zuverläss. u ehrl. Mädchen oder alleinst. Witwe s. einen =Pers Haush. u. f. d. Pflege der krank. Hausfrau gesucht. Off. m Loonanspr. u. W 496 an die Hauptvertr. Luxemburgerstraße 242. Mädchen welches in herrschaftl Hause tätin war, sucht Stelle m besserem Hause. Angeb unter 389 an die Geschäftsst. d. Bl. (geriaugen Beschlagnahmefreie Wohnung —5 Räume, neuze tlich eingerichtet, mit Zu ehör, Nahe Nippes=Mauen heim zum Herbst gesucht Zahle vierteljährlich im voraus. Angebote unter R 293 an die HauptvNippes, Viersener Str. 6. verschiedenes schöne 3 Zimmer, Küche und Bad, beschlagnahmefrei, ruhige Lage, Vorort, zu vermieten. Offerten u. 391 a. d. Geschäftsstelle d. Blattes 1 Kastenwagen zim 1= u. 2spännig fahren, billig zu vertaufen. Tellelde ist.50 m., .50 m br., Breack 60 cm boch mit Patentachsen Tragiraft bis 100 Ztr. u. eignet sich zum Marktfahren. H. Jakob Koch, o. d. Siebenburgen 38. Stark. 2schl. Bell billig zu verkaufen. Nippes, Uerdinger Str. 7, 1. S RADWELTMEISTERSCHAFTEN 1 0 2 7 veranst-hat- Sarttrage d. Union Gycliste Internationale nant che Radt-hatione“ angehören, durch den Bund Deut,„„e„Radfahrer am 14.-20. Juli in Köln, am 21. Juli auf dem Nürburgring, am 22.-25. Juli in Elberield Das gröbte Radsportereignis der Weit! An alle Vereine des Bundes Deutscher Radfahrer und an alle befreundeten Sportverbände und Sportvereine! Riece F eheschese eleicerehe ePirc. rlsit iu Fesel. (CAD43 SChr m, deg,-Zug auf demflaupibht in Köla Die Kölver Bundesvereine werden aufgefordert sich restlos an dem feierlichen Empfang des Bundesbanners zu beteiligen. Jeder Kölner Bundesverein entsendet zu desem Zwecke eine Bannerdeputation m. Gala-Spor-Anzuz. Treftpunkt aller Banner-Deputationen: Donnerstagnachmittag.45 Uhr im Büro der Radweltmeisterschaften Am Römerturm 25; Punkt 4 Uhr erroigt von hier aus Abmarsch mit Musik zum Hauptf. Neben den Bundesvereinen laden wir auch die befreundeten Sportverbände und Sportvereine, soweit sie abkömmlich sind herzlichst ein, unser ehrwürdiges Bundesbanner zu empfangen. Bund Deutscher Radfahrer E. V. I..: Hubert Schläger Vorsitzender im Bezirk Köln-Stadt des B. D. R. Die Beton=„Eisenbeton=. DMaurer- und Putzarbeiten am Umbau Küassierkaserne.=Deutz, sind an nur leistungsfähige, ortsansäss. und fur Eisenbeton zugelassene Firmen zu vergeben. Nähere Auskunft wird während der Geschäftsstunden von vormittags —12 Uhr im Baubüro, ehem. Off.=Kasino dort erteilt. Die Verdingungsunterlagen werden, soweit der Vorrat reicht, gegen Entrichtung von.50 RM. vom Hochbauamt, Stadthaus, Zimmer 353, vormittags von 10—12 Uhr, verabfolgt. Die Angebote sind ver schlossen bis Dienstag. d. 19. 7. 1927, vormittags 10 Uhr, beim Bauwirtschaftsamt, Verdingungsstelle, Zimmer 410, abzugeben, zu welchem Zeitpunkt die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Anbieter stattfindet. Städt. Hochbauamt. Schlafzimmer okl. Birke poliert. Küche mit Herd,(weiß) Wohnzimmerbüfett, Oelgemälde, ovaler mah. Kulissentisch, und viele andere gut erhalt. Haushaltgegenstände spott billig zu verfaufen. Hochstadenstraße 31, neben dem Pastorat Ritschp. Küche, Schlafz. u. Wohnz. bill. abzugeben. Ehrenfeld, Wißmannstraße 16 part. Das Beste vom Besten. Ueberzeugen Sie sich von meinen billigen Preisen , u n d d e r Q u a l i t ä t. Paths, Schlossermeister Schillingstr. 37. Modernes Theat Breite Str. 21 Tel. Hr2s7. Walter Mittelholzers RfrihaFlug Im Wasser-Flugzeug von Zürich nach Kapstadt. Heute den 12. Juli ist Herr W. Mittelholzer persönlich im Theaier zugegen und wird über seinen Film sprechen. Die große Flug-Expedition, welche von der Schweiz 80 Breitegrade nach Süden geht, unternahm der kühne Pilot mit noch drei Passagieren an Bord von Anfang Dezember 1926 bis Ende Februar 1927. In diesem Film siehen Tat und Erleb mis untrennbar verbunden da.