Hauptgeschäftsstelle und Schriftleitung für Rechtsrheinisch: Mülheim, Adamsstraße 1, Fernruf: Nummer 61862. Die Schalter sind durchgehend von 8 bis 19 Uhr geöffnet. Postscheckkonto: Amt Köln Nummer 59000 Die große Kölner morgenzeitung Verlag, Geschäftsstelle und Schriftleitung: Köln am sihein, Stolkgasse 25-31 Fernsprech=Anschlüsse: Von—20 Uhr: Sammelrus 220301; nach 20 Uhr: Hauptschriftleitung: Ruf 220301; Sportschriftleitung: 220302; Schriftleitung: 220303; Anzeigen=Abteilung: Ruf 220304: Betrieb: Ruf 220305 Nr. 151 Freitag, den 3. Juni 1938 Einzelpreis 15 Pfg. Prag trägt die Verantuortung Neue Terrorakte der tschechischen Truppen Deutsche Reichsflagge und der Führer beschimpft 7 Deutsche Frau mit Bajonetten bedroht Prag, 2. Juni. Im sudetendeutschen Gebiet ereigneten sich in letzter Zeit Uebergriffe tschechischer Truppen, die sich sogar gegen reichsdeutsche Staatsbürger(!!) richteten. Unter anderem wurden die reichsdeutschen Staatsangehörigen Heinrich und Marie Exner, wohnhaft in Niederullersdorf 178 im Bezirk Senftenberg(Tschechoslowakei), am 29. Mai von Soldaten gezwungen, die Hakenkreuzflagge auszuliefern, die sie entsprechend der Regierungsermächtigung am 1. Mai zusammen mit der tschechoslowakischen Staatsfahne an ihrem Hause gehißt hatten. Am 29. Mai abends wurden die deutschen Reichsangehörigen Heinrich und Marie Exner, nachdem sie sich bereits zu Bett begeben hatten, durch kräftiges Klopfen an der Haustür geweckt. Vor der Tür standen vier mit Gewehren bewaffnete tschechische Soldaten, die etwas in tschechischer Sprache forderten, was Exner nicht verstehen konnte. Frau Exner, die die Landessprache beherrscht, richtete an die Soldaten in tschechischer Sprache die Frage, was denn los sei. Die tschechischen Soldaten forderten die Herausgabe der Hakenkreuzfahne, die von dem Ehepaar Exner am 1. Mai zusammen mit der tschechischen Staatsfahne an ihrem Hause gezeigt worden war. Frau Exner fragte die Soldaten nach einer schriftlichen Anweisung der zuständigen Behörden. Die vier Soldaten drangen jedoch, ohne diese Aufforderung zu beachten, in das Schlafzimmer ein und bedrohten Frau Exner mit ihren aufgepflanzten Bajonetten. Ein Soldat setzte ihr sogar das Bajonett auf die Brust. Die Soldaten drohten, die ganze Wohnung zu demolieren und die Familie niederzuschlagen, wenn die Hakenkreuzflagge nicht sofort ausgeliefert würde. Auf schwersten Druck hin, angesichts dieser unmißverständlichen Gewaltdrohungen, sah sich Exner schließlich gezwungen, vom Boden die dort aufbewahrte Hakenkreuzflagge zu holen. Die Soldaten nahmen außer der Flagge den beiden Reichsdeutschen noch zwei Abstimmungsplaketten vom 10. April 1938 mit dem Bild des Führers und Reichskanzlers unter schweren Beschimpfungen des Führers und der Hakenkreuzflagge mit. Eine Beschwerde der Eheleute Erner am nächsten Tage auf der zuständigen militärischen Kommandostelle in Niederullersdorf blieb bis heute erfolglos. Daß man sich dort der Rechtswidrigkeit der„Beschlagnahme“ wohl bewußt war, geht aus der dort gemachten Zusage hervor, die Flagge wieder herausgeben zu wollen. Wie die„Dresdener Neuesten Nachrichten“ von ihrem Prager Vertreter erfahren, handelt es sich bei dem Raub der deutschen Reichsflagge durch tschechische Soldaten in Niederullersdorf um einen besonders empörenden Fall auch wegen der näheren Umstände des Ueberfalles auf das Haus Erners. Die vier Soldaten der tschechischen Grenztruppen hatten tatsächlich die Frechheit, mit ihren blanken Bajonetten die im Bett sitzende Frau Erner zu bedrohen, so daß der Ehemann das schlimmste befürchten mußte. Mithin sind in der Tschechoslowakei fremde Staatsangehörige, sogar Frauen, nachts nicht einmal in ihrem Bett mehr sicher, und die völlig zügellose Soldateska kann schwer bewaffnet ganz nach Belieben gruppenweise schwerste Ungesetzlichkeiten begehen, ohne daß sie jemand daran hindert oder etwa gar versucht, die bei dem tschechischen Militär gezüchtete Haßpsychose zu dämpfen. Außer dem Fall Erner wird noch ein zweiter Zwischenfall bekannt, der sich in Mährisch-Schönberg ereignete. Ein deutscher Reichsangehöriger namens Joseph Schnepf wurde auf dem Heimweg von tschechischen Soldaten angefallen, weil er weiße Strümpfe trug. Er wurde gestoßen, mit Füßen getreten und erhielt außerdem von einem Soldaten einen schweren Faustschlag ins Gesicht, wodurch ihm ein Zahn ausgebrochen wurde. Der Soldat wurde zwar von einem Polizeibeamten angesprochen, jedoch unbehelligt gelassen. Neue Grenzverletzung Annaberg(Erzgebirge), 2. Juni. Eine neue Grenzverletzung durch ein tschechoslowakisches Gendarmerieflugzeug wurde am Donnerstag in der Zeit von etwa 18,45 Uhr bis 18,50 Uhr einwandfrei festgestellt. Es handelte sich um einen Doppeldecker von dunkelblauer Farbe, der, wie von Gendarmerie und Zollwache einwandfrei festgestellt worden ist, die tschechischen Abzeichen C. K. trug. Unter dem Steuer waren deutlich die blauweißroten Farben sichtbar. Um 18,45 Uhr erschien das Flugzeug über Königswalde, etwa 8 bis 10 Kilometer von der Grenze, gegen 18,50 Uhr über Bärenstein, Hammer-Unterwiesenthal und Oberwiesenthal. Es überquerte die Grenze bei Oberwiesenthal und flog in Richtung über den Keilberg nach St. Bernhardsthal. Elektrische Sperren Hirschberg, 2. Juni. Die Mobilisation der Tschechen gegen ein Phantom und die Truppenzusammenziehung im Grenzgebiet haben teilweise groteske Maßnahmen der tschechischen militärischen Stellen gezeitigt. So sind dort, wo die Grenze sehr unübersichtlich verläuft, in Fußhöhe Stolperdrähte gezogen worden. In den Wäldern hat man ebenfalls Stolperdrähte angebracht, an die Blechbüchsen gehängt sind, so daß, wenn Personen an den Drähten hängen bleiben, durch den Lärm der leeren Büchsen die Besatzung des nächsten tschechischen Maschinengewehrnestes herbeigerufen wird. An anderen Stellen ist die Grenze durch elektrisch geladene Drähte gesichert worden, die in einer Entfernung von einigen hundert Metern auf tschechischem Gebiet angebracht waren. Da an diesen elektrisch geladenen Drähten das Wild in Massen hängen blieb und verendete, hat man sich schließlich gezwungen gesehen, den elektrischen Strom wieder abzuschalten. Dafür sind jetzt Klingelkontakte angebracht worden, die beim Berühren der Drähte ein Läutewerk in Tätigkeit setzen. Da nachts oft Wild an die Drähte kommt und die Alarmvorrichtung auslöst, erhebt sich nicht selten in den stillen und von Passanten kaum betretenen Grenzwäldern eine wilde Schießerei der tschechischen Fortsetzung siehe Seite 8 Das Wirtschaftsleben lahmgelegt Böhmische Kurorte vor dem Ruin 7 Arbeiter hungern Egei, 2. Juni. Der immer noch andauernde Kriegszustand im gesamten sudetendeutschen Gebiet, die außerordentlich starke Belegung aller Orte mit Militär, die Sperrung zahlreicher Straßen und Brücken, durch die Umwege von vielen Kilometern notwendig sind, haben in den böhmischen Kurorten Karlsbad und Marienbad den größten Teil der ausländischen Kurgäste zur Abreise veranlaßt, da auch sie zahlreichen Belästigungen durch die provozierend und anmaßend auf tretende tschechische Soldateska ausgesetzt waren. Die ent standenen Schäden und Ausfälle durch die Mobilisierung werden im sudetendeutschen Gebiet allein in den letzten 14 Tagen auf mehr als 50 Mill. Tschechenkronen geschätzt, eine Summe, die aber erheblich zu niedrig gegriffen sein dürfte. Wie verlautet, beabsichtigen die Hotelbesitzer der großen Kurorte, einen Protestschritt bei der tschechischen Regierung zu unternehmen. Von den vielen Tausenden Grenzgängern. die infolge des Niederganges der gesamten Wirtschaft im sudetendeutschen Gebiet seit zehn Jahren Arbeit im deutschen Grenzgebiet gefunden haben, ist ein sehr großer Prozentsatz auch weiterhin daran gehindert, der Arbeit in den reichsdeutschen Fabriken und Werken nachzugehen, weil die Behinderung des kleinen Grenzverkehrs und die durch die Straßensperren erzwungenen ungeheuren Umwege es den Arbeitern unmöglich machen, zu ihren Arbeitsstätten zu gelangen. Der dadurch entstehende Lohnausfall ist außerordentlich groß. und zahlreiche sudetendeutsche Familien sind, da von tschechischer Seite Unterstützungen nicht gezahlt werden, zum Hungern verurteilt. Auch eine ganze Reihe von Werken im sudetendeutschen Gebiet mussen Betriebsern schränkungen vornehmen und Arbeiter entlassen, weil durch die Belegung der Eisenbahnen mit Truppentransporten und die Sperrung zahlreicher Wege und Straßen die Zufuhr von Kohlen und Rohstoffen sehr schwierig geworden ist und große Transporte ausgeblieben sind. Eine weitere Folge davon ist die Infragestellung der Lohnzahlungen. Da die Arbeitslosigkeit im sudetendeutschen Gebiet an sich schon ein Vielfaches der im tschechischen Gebiet beträgt und das Elend in einer ganzen Reihe von sudetendeutschen Städten schon jetzt geradezu unbeschre blich ist, hat es den Anschein, als ob von tschechischer Seite alles darauf angelegt würde, Hungerunruhen im sudetendeutschen Gebiet zu provozieren, um einen willkommenen Anlaß zum Einschreiten gegen die Sudetendeutschen durch die tschechische Soldateska zu erhalten, die weiterhin anmaßend und provozierend auftritt und sich ohne jede Einschränkung wie im Feindesland benimmt. In einer Reihe von Orten sind bereits Lebensmittelverknappungen eingetreten, weil die vorhandenen Lebensmittelbestände in erster Linie für das tschechische Militär in Anspruch genommen werden und erst in zwei ter Linie die Bevölkerung versorgt wird. Der Blutorden als Kampforden General Krauß in Berlin empfangen der nationalsozialistischen Bewegung Berlin, 2. Juni. Der Führer hat, wie die NSK meldet, folgende Anordnung erlassen: Im Kampf um das Großdeutsche Reich wurden Hunderte ermordet, viele Tausende verletzt und in die Kerker geworfen. Diese mutigsten, opferbereitesten und tapfersten Männer der Bewegung sollen für immer unseren Nachkommen leuchtendes Vorbild sein. Um dem auch sichtbarlich Ausdruck zu geven, verDer bisher für die aktive Teilnahme am 9. November 1923 verliehene Blutorden wird nunmehr auch an solche Parteigenossen verliehen, die im alten Reich und in den österreichischen Gauen im Kampf für die Bewea) zum Tode verurteilt, dann zu lebenslänglichem Kerker begnadigt wurden, b) Freiheits= bzw. Kerkerstrafen(auch in österreichischen Anhaltelagern) von mindestens einem Jahr verbüßt haben, c) besonders schwer verletzt wurden. 2. Der Blutorden bleibt nach dem Tode des Tragers in Familienbesitz.„ 3. Der Reichsschatzmeister der NSDAP ist für die Bearbeitung aller Blutordensangelegenheiten zustandig. Die Verleihung des Blutordens erfolgt durch mich auf Antrag des Reichsschatzmeisters. 4. Die notwendigen Ausführungsbestimmungen erlaßt der Reichsschatzmeister der NSDAP. München, den 30. 5. 1938 gez. Adolf Der Führer gibt mit dieser neuen Bestimmung dem Dank der Nation und der Bewegung an die Männer Ausdruck, die durch ihren Einsatz die Schaffung des Dritten Reiches ermöglicht haben. Die Ehrung stellt sie dem deutschen Volk auch sichtbar als Vorbild nationaler Opferbereitschaft vor Augen, das durch die Weitergabe des Ordens in den Familienbesitz auch durch die Generationen wirkt und eine heldische Tradition schafft. Der österreichische Heerführer aus dem Weltkrieg, General der Infanterie Krauß, traf am Abend des 1. Juni 1938 in der Reichshauptstadt ein.— Nach der Ankunft auf dem Anhalter Bahnhof. Von links: Frau Krauß, Generalmajor Reinhardt, General Krauß Photo: Pressephoto Unhaltbare Zustände Vor einigen Tagen konnten die Zeitungen berichten, daß selbst der nicht gerade deutschfreundliche französische Journalist Sauerwein angesichts der sich in den sudetendeutschen Gebieten breitmachenden tschechischen Soldateska die erstannte Frage stellte, wie lange denn diese Mobilisierung noch andauern solle. Der Berichterstatter wies darauf hin, daß die Maßnahmen der tschechiichen Militärs, die das ganze Grenzland in ein Kriegsgebiet verwandeln, die Erregung der Bevölkerung nur noch mehr steigern und den Sudetendeutschen auch schwersten wirtschaftlichen Schaden zufügen würden. In zwischen hat man ausgerechnet, daß die geschäftlichen Einbußen allein im Gebiet von Karlsbad und Marienbad sich auf mehr als 50 Millionen Tschechenkronen belaufen, und es kann als sicher gelten, daß die Flucht der Badegäste die Kurorte bei längerer Andauer dieser Verhältnisse zum Ruin bringt. Betriebe müssen schließen, die Grenzgänger kommen nicht an ihre Arbeitsstätte. Schon droht Hunger im Lande. Nicht allein, daß die bloße Anwesenheit der tschechischen Truppen die sudetendeutsche Bevölkerung im höchsten Maße erregen muß, es kommt noch hinzu, daß das anmaßende und zügellose Verhalten dieser Soldateska die Empörung noch steigert und die unsinnigen militärischen Vorbereitungen im Grenzgebiet geradezu lebensgefährliche Verhältnisse geschaffen haben. Schon in den letzten Tagen haben übereinstimmend deutsche und ausländische Berichterstatter von den Barrikaden und Sperren geschrieben, die überall im Land den Verkehr hemmen, sie haben die Befestigungen und Unterstände geschildert, die das Gebiet verwüsten, sie machten Mitteilung von der Drangsalierung der Bauern durch Einquartierungen und Requirierungen, die zur völligen Einstellung der Feldarbeiten geführt haben. Die Liste der Seltsamkeiten wird täglich noch vermehrt. Jetzt erfährt man, daß die Grenze mit elektrisch geladenen Drähten versperrt worden ist, die das größte Unheil unter dem Wild angerichtet haben und die Bevölkerung in dauernde Gefahr bringen. Alarmschellen, die zufällig von dem angehenden Wild in Gang gebracht werden, haben zu wilden Schießereien der Wachtposten geführt, die jeden Tag neue Blutopfer erfordern können. Alle diese Bennruhigungen, die mittelbar mit den militärischen Maßnahmen gegen einen Feind, der überhaupt nicht da ist, zusammenhängen, werden schließlich in einer unerträglichen Weise vermehrt durch die bewußte Terrorisierung der Bevölterung von der losgelassenen Soldateska. Kaum sind die beiden Blutzeugen von Eger beigesetzt, da untersteht sich ein betrunkener tschechischer Feldwebel ohne jeden Anlaß in einem deutschen Lokal einen Streit vom Zann zu brechen und blindlings auf die Deutschen zu schießen: es ist schließlich nur ein Zufall, daß es dabei mit Verletzungen abgegangen ist. Heute wieder müsen wir über neue unerhörte Vorfälle berichten. Wildgewordene tschechische Soldaten haben es gewagt, unter Schmähungen auf den Führer von einem Reichsdeutschen die Herausgabe der Hakenkreuzfahne mit vorgehaltenen Waffen zu fordern und diese dann zu verunglimpfen. Damit nicht genug, haben sie sich nicht gescheut, in das Schlafzimmer der Gattin des Deutschen einzudringen und ihr das Bajonett auf die Brust zu setzen. Die unverfrorene und schamlose Rücksichtslosigkeit paßt ganz zu dem Erlebnis, das eine englische Journalistin hatte, die sich eine empörende Leibesvisitation aus völlig nichtigen Gründen gefallen lassen mußte. Ein anderer Fall ist in Mährisch=Schönberg vorgekommen, wo ein Sudetendeutscher, nur weil er die als Abzeichen geltenden weißen Strümpfe trug, schwere Faustschläge ins Gesicht erhielt. In diese Linie gehören auch die Schwierigkeiten uns Tätlichkeiten, die die Artistentruppe vom Zirkus Sarrasani erfuhr und nun zur Abreise des Unternehmes geführt haben, das sonst überall in der Welt einer gastlichen Aufnahme sicher sein kann. Ohne Zweifel werden sich die Terrorakte stündlich vermehren, solange die tschechischen Trupen im sudetendeutschen Land noch ihr Unwesen treiben können. Die Welt muß sich darüber klar sein, daß dadurch eine sehr ernste Lage entsteht. Es ist nicht damit getan, daß man sich in London und Paris mit den Versicherungen Prags zufrieden gibt, daß die Truppen zurückgezogen werden sollen. Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache. Es ist wirklich die höchste Zeit, daß man sich in Prag besinnt. wg. Freitag, den 3. Juni 1938 Neue Tag Nr. 151 Freude im Hause Göring Leichte Krisenluft in Paris Die Gehaltsforderungen der Beamten 7 Außenpolitisches Geplänkel Drahtbericht unseres Vertretere Photo: Archiv Generalfeldmarschall Göring und Gattin Berlin,.„Zuni. Die Gattin des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring ist heute, 13.40 Uhr, von ihrem ersten Kinde, einem gesunden Mädchen, entbunden worden. Mutter und Kind sind in ausgezeichneter Verfassung. Wir erfahren, daß das Töchterchen den Namen Edda bekommen hat. General Krauß in Berlin Berlin, 2. Juni. Auf Einladung des Reichskriegerbundführers„SS=Gruppenführer General Reinhard traf am Dienstagabend der verdienstvolle österreichische Heerführer aus dem Weltkrieg General Krauß in Berlin ein. Der Führer empfing am Donnerstag in der Reichskanzlei den österreichischen Heerführer aus dem Weltkrieg, General Krauß. Paris, 2. Juni. Die französische Kammer war am Donnerstag zum erstenmal sen kanger Zeit wi..r der Schauplatz einer außenpolitischen Aussprache, die sich allerdings nur hinter den streng verschlossenen Türen des außenpolitischen Ausschusses abspielte. Während dessen rollte um Plenum eine wenig aufgeregte Aussprache über landwirtschaftliche Fragen ab. In den Wandelgängen herrschte eine leichte Krisenluft. Die Offensive der Beamtenverbände zur Erlangung einer zehnprozentigen Gehaltsaufbesserung hat die Kommunisten au den Plan gerufen, die eine sofortige Aussprache über die Beamtenforerungen verlangen. Die Sozialpartei hat sich habei zurückgehalten und die Regierung Daladier kommt in schwere Verlegenheit, denn ein Eingehen auf die Beamtenforderungen würde eine Mehrausgabe in Höhe von 3 bis 3½ Milliarden Franken verschlingen, die trotz der letzten Steuererhöhungen der Staatskasse gefährlich würden. Während diese Dinge noch immer zur Entscheidung stehen, war Außenmmister Bonnet einem stundenlangen Ansturm von Fragen des Parlaments ausgesetzt. So wie die Entwicklung der tschechischen grage hier gesehen wird, schreibt sich die französische Politik zusammen mit England einen gewissen Erfolg an der Entspannung zu, die man hier feststellen will. Weniger einfach liegen schon die Dinge in der Spanienpolitik. Die Linke treibt einen Sturmlauf gegen die Regierung, um sie zu veranlassen, unter keinen Umständen die spanischen Bolschewisten im Stich zu lassen. Auch hier gaben die Kommunisten das Stichwort und die Sozialisten folgten ihnen. Die Richte vertritt genau enzgegengesetzte Politik und fordert die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Franco. Das bisherige Fiasko der Verhandlungen mit Italien bietet weiter Stoff zu Angriffen. Dazu kommt das Zwischenspiel der durch die Londoner Meldungen bekannt gewordenen Verhaltungsavsichten der englischen Regierung zum spanischen Bürgerkrieg. Dem Quai'Orsay sind diese Dinge sichtlich unangenehm. Man möchte die Bedeutung der Londoner Meldung auf ein Minimum zurückschrauben und spricht von einer übertriebenen Auslegung gewisser im Unterhaus geführter Untechaltungen zwischen den englischen Regierungsmitgliedern und Pressevertretern. Ganz so einfach liegen die Dinge nun doch nicht. Zwischen Frankreich und England schweben noch die Verhandlungen über Protestschritte, die bei der Francoregierung gegen die Luftangriffe auf das sowjerspanische Hinte cland erfolgen sollen. Vielleicht hat man die Klärung der wirklichen Zusammenhänge in der Richtung zu suchen, daß die durch die Angriffe berunruhigte englische Regierung den erwähnten Protestschritt mit einem Waffenstillstanosvorschlag an die beiden spanichen Parteien verbinden wollte, dabei aber in Frankreich auf wenig Gegenliebe gestoßen ist. Man sieht bei dem heutigen Stand der militärischen Operationen keine Aussicht für eine solche Vermittlung und möchte wohl außerdem dem Protestschritt einen möglichst scharfen Charakter geben. Sitzstreik in Newyork Hafenbetrieb stillgelegt Newyork, 2. Juni. In Newyork ist über Nacht ein riesiger Seemannsstreik ausgebrochen, der von den kauhörigen CJO=Gewerkschaften entfesselt worden a. Die CJO=Seemannsgewerkschaften von Newyork erklärten am Donnerstagmorgen plötzlich einen 24stundigen Sitzstreik fü den ganzen Newyorker Hafen. Demgemäß haben sich die Mannschaften auf allen amerikanischen Schiffen geweigert, die Arbeit aufzunehmen, wodurch fast der gesamte Hafenverkehr stillgelegt worden ist. Die Ausfahrt mehrerer Dampfer ist dadurch mindestens um einen Tag verzögert worden. Marxistischer Ueberfall auf nationalistische Eidgenossen Genf, 2. Juni. Im Anschluß an den Umzug vom 1. Juni, der alljährlich von den vaterländischen Vereinigungen Genfs zur Erinnerung an die Wiedervereintgung der Republik mit der Schweiz im Jahre 1814 gefeiert wird, kam es gestern zu Zusammenstößen der rechtsstehenden Union Nationale und Marxisten. Die Provokation ging von Besuchern eines Cafés aus, die beim Vorbeimarsch der Mitglieder der Union Nationale beleidigende Zurufe wie„Misthaufen" und„Verbrennt eure Fahnen“ an sie richteten. Die Nationalen begaben sich einige Zeit später in der Stark von 30 das Café, um die marxistischen Radaubrüder zur Rede zu stellen. Diese konten zwar nicht ermittelt werden, jedoch kam es zu einem regelrechten Handgemenge. Ein Abgeordneter der Union Nationale erhielt einen Schlag mit einem Bierglas auf den Kopf, ein anderes Mitglied der Vereinigung einen Schlag gegen den Kopf mit einer Weinflasche. Außerdem wurden mehrere Unbeteiligte verletzt und die Einrichtung des Cafés stark beschädigt. Der deutsch-italienische Handel dem Anschluß Oesterreichs 7 Der Hafen in Triest Schwere Bluttat Der Täter nach aufregender Jand gefaßt Regensburg, 2. Juni. Im Regensburger Vorort Lappersdorf wurde am Mittwoch eine schwere Bluttat verübt, an der auch einer der beiden Mörder des Weimarer SS=Wachpostens, der steckbrieflich gesuchte Peter Forster, beteiligt ist. Die Kriminalpolizei hat in der Gegend von Schwandorf eine große Suchaktion eingeleitet, da sie annimmt, daß sich Forster nunmehr dorthin geflüchtet hat. Der flüchtige Peter Forster hatte in einer Regensburger Wirtschaft mit dem 48jährigen Max Söllner aus Regensburg einen Einbruch im Pfarrhause von Lappersdorf verabredet. Während Forster den Aufpasser spielte, brach Söllner in das Pfarrhaus ein, wo sich ihm unvermutet die Haushälterin entgegenstellte. Söllner verletzte die Frau mit einem Messer so schwer, daß sie bald darauf starb. Der Mörder konnte von den Dorfbewohnern nach aufregender Jagd festaehalten und der Polizei überaeben werden, während sein Komplice entkommen konnte. Söllner gab dann bei seiner ersten Vernehmung an, daß er bei der Tat von dem Mörder des SS=Wachpostens begleitet war. Polnische Glashütte abgebrannt. In Petrikau bei Lodz brannte am Mittwoch eine der größten polnischen Glashütten nieder. Bei den Rettungsarbeiten erlitten acht Personen schwere Brandwunden. Der durch das Feuer entstandene Schaden übersteigt eine Million Zloty. rv. Beklin., J. Juni. Heute weiß jeder nach Sonne und südlichen Schönheiten durstende deutsche Italienpilger, daß die Devisen, die er in Italien verbraucht, nur dadurch beschafft werden können, daß Italien aus Deutschland mehr Waren bezieht, als es nach Deutschland ausführt. Nicht nur der Reichsdeutsche, sondern auch der österreichische Reiseverkehr mit Italien war recht groß. Die Struktur des wirtschaftlichen Verkehrs zwischen Oesterreich und Italien und zwischen Italien und Deutschland vor dem Anschluß unterschied sich recht wesentlich. Im italienischen Außenhandel hatten sich in der Nachkriegszeit ähnliche Umstellungen vollzogen wie im deutschen. Das Deutsche Reich schritt zielsicher und erfolgreich zu einern Abbau seiner Einfuhr aus Ländern, die das Prinzip der Gegenseitigkeit nicht anerkannten, d. h. vor allem den USA, um seinen Handeisverkehr mit SüdostEuropa, Italien und Südamerika planmäßig zu steigern. In Italien vollzog sich eine ähnliche Entwicklung, die durch die Sanktionszeit noch erheblich beschleunigt wurde. 1933 war z. B. die Einfuhr Italiens aus den Vereinigten Staaten mit 15 Prozent der Gesamteinfuhr und mit 9 Prozent aus England erheblich höher bzw. stärker ins Gewicht fallender, als die aus Deutschland mit 14,9 Prozent. 1937 dagegen führte Italien aus Deutschland 18,6 Prozent, aus den Vereiniaten Staaten aber nur 10,9 Prozent, und aus England 3,9 Prozent ein. Auf der anderen Seite steigerte sich der Anteil der österreichischen Einfuhr von 25 auf 4,6 Prozent und der der ungarischen von 1,3 auf 3 Prozent. Auf Grund der Römischen Protokolle und dem Freundschaftsverhältnis zwischen Oesterreich Ungarn und Italien während der Sanktionszeit nahm Italien auch nach der Wiederherstellung normaler Handelsbeziehungen Oesterreich und Ungarn weitaus mehr Waren ab, als es umgekehrt dorthin exportierte. Allerdings mußte sich Oesterreich nach dem Abschluß des italienisch jugoslawischen Handelsvertrages damit zufrieden geben, seinen Außenhandelsüberschuß mit Italien bedeutend verringert zu sehen. Oesterreich führte in erster Linie nach Italien Holz, Erz und Maschinen aus. Diese beiden Produkte werden von Deutschland selbst in hohem Maße gebraucht, können aber von Italien durch einen gesteigerten Bezug an Holz aus Jugoslawien bzw. von Erz aus Spanien ausgewogen werden. Im großen und ganzen bereitete der Anschluß wirtschaftlich den Italienern keine erheblichen Schwierigkeiten. Es gab für sie nur einen Punkt von Bedeutung, den Triestener Handel. Es gibt ein eigens ausgearbeitetes Staffelsystem für den Güterverkehr nach Triest, um diesen großen Hafen, der durch den Frieden von Versailles sein Hinterland verloren hatte, in etwa zu entschädigen. Deutschland ist den italienischen Wünschen entgegengekommen. Es versprach, nichts an dem bisherigen Gütertarifsystem zu ändern und nichts zu unternehmen, was den natürlichen Güterverkehr über Triest schädigen könnte. Es hat sogar darüber hinaus noch seine Bereitwilligkeit erklärt, stärker als bisher die deutiche Mittelmeerschiffahrt über Triest zu leiten. Die Umnleitung der Holzausfuhr statt über Triest nach dem Süden nach dem deutschen Norden wird ja automatisch zu einer Verringerung des Güterverkehrs über Triest führen, der jährlich etwa 600000 bis eine Million Tonnen betrug. Italien ist auch hinsichtlich der Bereitstellung von Devisen für den Reiseverkehr aus Oesterreich zufriedengestellt worden. Deutschland und Italien haben zwar in der Tat in ihrer Ein= und Ausfuhr recht erhevliche Aehnlichkeiten, aber sie ergänzen sich trotzdem auf eine recht bemerkenswerte Weise. Von den 2,57 Milliarden Lire deutschen Exportes nach Italien entfiel nicht weniger als eine runde Milliarde auf Kohle 393 Millionen Lire auf Ma schinen, 184 Millionen Lire auf Eisenwaren und 110 Millionen Lire auf Düngemittel. Die übrigen Posten setzten sich zum größten Teil gleichfalls aus Fertigwaren zusammen. Wie wir sehen, befinden sich darunter größtenteils Produkte, deren Rohstoffe Deutschland selbst mit Devisen dem Auslande bezahlen muß. Es wird deswegen auch von Italien anerkannt, daß im deutsch=italienischen Zahlungsverkehr ein gewisser Ueberschuß zugunsten Deutsch'ands verbleiben muß, um den deutschen Rohstoffbezug nicht zu gefährden. Umgekehrt entfielen aus den italienischen Export nach Deutschland in Höhe von 1,5 Millianden Lire 1937 171 Millionen auf Hanf und Leinen, 148 Millionen Lire auf Apfelsinen und Zitronen, 140 Mulionen Lire auf Kunstfaser(Kunstseide, Zellwolle usw.), 139 Mill. Lire auf sonstiges Frischobst, 136 Mill. Lire auf getrocknetes Obst und 126 Millionen Lire auf Rohseide. Außerdem aber nahmen noch Posten wie Frischgemüse mit 60 Millionen, Tomaten mit 46 Millionen, Frühkartoffeln mit 38 Millionen Lire, frische Blumen mit 16 Mill. einen recht erheblichen Rang ein. Deutschland ist also ein ausgezeichneter Abnehmer für sehr viele italienische Waren und Produkte, die Italien sonst in der Welt angesichts der außerordentlich starken Konkurrenz mit günstiger gelegenen Agrarländern, die billiger produzieren können, schwer unterbringen könnte. Der Außenhandel der beiden Länder, der 1926 schon einmal 5 Milliarden Lire betrug, um dann später auf 18 Milliarden Lire abzusinken und 1937 wieder auf.07 Milliarden zu steigen, zeigt die begrüßenswerte Neigung, sich noch weiter aufwärts zu entwickeln. Das ist nicht nur eine Folgeerscheinung der Weltkonjunktur überhaupt, sondern auch der planmäßig angestrebten Zusammenarbeit der beiderseitigen Industrien. Italien hat ebenso wie Deutschland das weitestgehende Interesse an der Verbreitung seiner eigenen Rohstoffbasis, ein Ziel, zu dem ihm die deutschen Fabrikationsmethoden und Rohprodukte in weitgehendem Maße helfen können. Sicherlich birgt vor allem die Erschließung Aethiopiens noch mancherlei unausgeschöpfte Möglichkeiten für Deutschland, seine Rohstoffbezüge zu vergrößern bzw. umgekehrt, seine Ausfuhr an Fertigwaren zu steigern. Nach Oesterreich abkommandiert Kreisleiter Aldinger in Bergisch Gladbach ist erneut auf die Dauer von zwei Monaten nach Oesterreich abkommandiert. Er wird bis zum 30. Juni 1938 durch den Kreisamtsleiter Gießen vertreten. Ab 1. Juli 1938 übernimmt die Vertretung Kreisamtsleiter Jennes.(nsg) Das Weinfest der Westmark Das Weinfest der Westmark wird in diesem Jahre in der Zeit vom 24. bis 26. September durchgeführt werden. Der Ort wird noch bekanntgegeben werden, doch ist es nicht Koblenz, wie dies irrtümlich vor einiger Zeit gemeldet wurde. Archäologie aus der Luft Werla, Pfalz und Heerburg Heinrichs I. In den letzten Jahren steht Werla. eine der bedeu tendsten Pfalzgründungen des Volkskönigs Heinrich und die Schutzburg, an der sich nach dem Berichte.du kinds 924 der Ungarnsturm brach, im Mittelpunkt um fassender Bemühungen. Jetzt legen die Leiter der Aus: grabungen in der„Deutschen Kunst und Denkmalpflege Berichte über die Arbeiten in den Jahren 1936 und 1937 vor, die bedeutsame und interessante Einzelheiten enthalten. Die unter Leitung von Dr.=Ing. H. Steckeweh im Jahre 1936 durchgeführten Grabungen zeigten, daß die gegen Süden und Osten durch die sumpfige Okerniederung, im Norden durch die Sümpfe des großen Bruchgrabens hervorragenz geschützte Anlage aus der eigentlichen Pfalz, also der Köniasbura, und einem danebenliegenden Festungsbezirk, der Heerburg, bestand. Bei den Arbeiten im Jahre 1936„galt es zunächst, die Anlage der Pfalzbauten, dann den Verlauf der nördbichen Ringmauer zu untersuchen". Die Ausgrabungs= leitung begann die Arbeiten in der Erwartung den Palast. die magna domus der Urkunden, aufzufinden. Man fand zunächst die„upelle, die man schon 1934 gesunden haben glaubte; es ist ein ziemlich kleiner, auf kretsförmigem Grundriß mit halbrunder Apsis angelegter Bau, der mehr westlich von der alten Grabung liegt. Im Westen der Kapelle schließen sich zwei, schon 1934 von Dr. Becker größtenteils freigelegte Bauten an. im Süden schlechtgemauerte Furdamente, die Abbruchmaterial enthalten und offenbar der Verfallszeit der Pfalz angehören. Oberflächenbeobachtung beim Pflügen machte die Entdeckung eines zweiten, nördlich von der Pfalz gelegenen größeren Bezirks möglich, dessen Mauernverlauf, wre bei der Pfalz, fast kreisförmig war.„Schürfungen, die wir vornehmen konnten". so schreibt der Leiter dieser Ausgrabungen.„ergaben nur gelegentlich eine Art Schotterung aus kleinem Bruchsteinmater al. Wie müssen uns demnach die Bauten in dieser Befestigung als leichtere Behelfsbauten in der Art ländlicher Sicdlungen vorstellen, wie sie für den vorübergehenden Aufenthalt eines Heeres und für die Unterbringung der Ernte in Kriegszeiten genügen. Ich möchte daher den Nordbezick im Gegensatz zur Pfalz als Heerburg bezeichnen Diese Heerburg deckt den Pfalzbezirk nach der Seite des Angriffs, der von Norden zu erwarten ist, weil hier ein nabezu ebenes Gelände vorgelagert ist.“ Zusammenjassend„läßt sich aus dem Gefundenen schon jetzt feststellen, daß wir keine große einheitliche Anlage vor uns haben, wie wir sie von dem späteren Goslar oder von rheinischen Pfalzen her kennen, sondern eine Gruppierung kleinerer Einzelbauten, die uns als die ersten Steinbauten dieser Gegeno einen Begriff geven von der verhältnismäßig bescheidenen äußeren Form, in der ein königlicher Hof damaliger Zeit cesidierte, dem mehr an der Wehrhaftigkeit seines Sitzes als an Prunk und Monumentalität gelegen war.“ Die Gravungen im Jahre 1937, die Dr. H. Schroller vom Landesmuseum in Hannover leitete, bezweckten die Klärung verschiedener neu ausgeworfener Gesamtanlage. Zunächst konnten einige interessante ergänzende Feststellungen gemacht werden. So wurde am Südrande der Kapelleeein guterhaltener Keller mit Steintreppen aufgedeckt, der durch einen Kugeltopf als Bauopfer in das 13. Jahrhundert eingeordnet werden konnte, und in seiner Anlage zeigt, daß zu seiner Zeit die Kapelle noch bestanden hat. 4 Durch Luftaufnahmen der Fliegerbildschule Hildesheim konnte die Aufgabe einer Klärung des Gesamtbildes in glänzender Weise gelöst werden.„Mit Hilfe dieser Methode treten die geringsten Bodenunebenheiten übertrieben stark hervor, und es ließen sich so auf dem Luftbild des überackerten Geländes in allet Deutlichkeit fünf Ringe erkennen, die von den Fliegern als Besestigungsanlagen gedeutet wurden". Dr. Schroller faßt als Ergebnis der Grabungen des vergangenen Jahres zusammen:„Die Ergänzung der Untersuchungen an den Hauptgebäuden, der Nachweis iner fast ununterbrochenen Besicdlung seit der jüngeren Steinzeit bis in das 16. Jahrhundert und die Festlegung der Gesamtausdehnung. Letzteres war nur möglich durch die Anwendung der Stereoskopbilder, die schon im voraus die Hauptzüge verreeten und denen zu verdanken ist, daß bei dieser Untersuchung sozusagen trotz, der gewaltigen Ausdehnung der Burgfläche kein Spatenstich vergebens gemacht worden ist. Der äußere Erdwall sowie der nur durch ein Tor zugängliche Innenring entsprechen in ihrer Form und Konstruktion genau jenen Anlagen im üb reigen Niedersachsen, die wir Heinrich I. zuzuwer#en pflegen, und wir haben in diesen Teilen rem sächsische Bauelemente zu sehen, die uns den grurdsätzlichen Unterschied zwischen den ächsischen und fränkischen Pfalzen erkennen lassen.“ Den Berichten sind interessante Gelände= und Grabungsaufnahrnen beigefügt." Hubert Butterwegge, Deutsch die Prager Hochschule, deutsch die Prager Baukunst, deutsch die böhmische Amtssprache Die eigentliche Unterhaltung über die grundsätzlichen nationalen Rechtsforderungen des geeinten SudetenLeutschtuns wird erst beginnen. Man war mit allen amtlichen Kommuniqués sehr vorsichtig. Es bedarf nur einiger Hinweise auf kulturhistorische Zusammenhänge, die in ihrem wahrhaftigen Verlauf dargestellt, einleuchtend sein müßten. Die erste deutsche Hochschule Nach der zweiten— mitteldeutschen— Besiedlung Böhmens konnte man schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts feststellen, daß Böhmen ein geschlossenes deutsches Schrifttum entwickelt hatte. Für neue weitere Bausteine deutschen Ursprungs und deutscher Herkunft sorgte im weiteren Ablauf der Ereignisse der böhmische Staatsgedanke aus sich selbst heraus selt amer Weise. Die ostdeutschen Siedetländer begannen, sich unter der Wenzelkrone zu sammmeln. Die Aussaat der väterlichen Umsicht begann aber erst unter dem Sohn Karl IV. Früchte zu tragen. Er hatte in Paris seine Bildung empfangen; er hatte die Pariser Hochschule als die führende Pflegestätte geistiger Bildung empfunden und sie in ihrer umfassenden Aufgabe für die abendländische Geisteskultur kennengelernt. Ihn waren aber auch darüber hinaus in hellen Augenblicken seines jugendlichen Levens mögliche Wandlungen der Geschichte klar und bewußt geworden: Gegen Ausgang des Mittelatters wurde weltbewegender Streit nicht mehr nur mit dem Schwert, sondern auf dem Tummelplatz des Geistes entschicden. Es geschah mitten im Aufbau einer ost deutschen Großmacht: Ein kaiserlicher Stiftsbrief trägt den Tag vom 7. Apcil 1348; damit war die erste deutsche Hochschule errichtet, Prag, die Hauptstadt Böhmens, wurde zum Mittelpunkt des geistigen und wissenschaftlichen Lebens. Sie wurde es nicht nur für Deutschland, sondern auch für den Osten Europas. Etwa 600 Jahre später werden deutsche Studenten in dieser Universitätsstadt niedergeschlagen... Die erste deutsche Bildhauerschule Unter Karl IV. wandelte sich im Gepräge des neuen mitteldeutschen Siedlungsvorganges auch die Landschaft äußerlich. Der Fürst hatte im schwäbischen Gmünd beim Bau der Kreuzkirche den Werkmeistee Peter Parler kennengelernt. Er nannte sich später selbst Peter von Gmünd Seine Famissenherkunft wies nach Köln hin. Diesen Peter von Gmünd berief Karl IV. als Baumeister nach Prag. Ueberall, wo kraftlose Winkelmauret in der Zwi fertiger Hand und gab ganzen Stadtteilen durch seine bedeutsamen Bauten ihr dauerndes Gesicht. Er gründete in Prag auch die erste deutsche Bildhauerschule. Damit überschattete sein Einfluß den ganzen Osten. Quell der deutschen Hoch-Sprache Karl IV. war nicht nur König über Böhmen, er waltete auch als Kaiser des Reiches. Im unscheinbaren Geschäftsverkehr seiner Schreibstuben lagen einmal die Keime für die deutsche Hoch=Sprache. Doch schon mit dem wachsenden Einfluß des Stadtbürgerkums ergab sich ein weiteres Anwachsen des deutschen Speachgebrauchs auch im Amtsverkehr. Eingaben wurden eben in der Muttersprache gemacht, genau so wurden Urkunden vorgelegt. So kam es, daß die deutsche Sprache sich von unten herauf allmählich auch Hurch die Gewohnheit weitergerrieben. Vem Paralier lief ein anderer Vorgang: der König selbst aus dem mitteldeutschen Sprachgebiet zu Prag heraus sprach mitteldeutsch, seine Kanzlei führte den Verkehr für Böhmen, also auch mitteldeutsch. Im Gang der Gewohnheit und der vertrauten Uebung dehnte sich dieser Sprachgebrauch auch auf die Landesbeamten und auf ihre Dienststellen aus. So wurde zum anderen also auch von oben her die deutsche Sprache in das gesamte Gebiet hineingetragen. Drei gewaltige kulturpolitische Einschnitte volleogen sich also zwischen 1300 und 1400: Eine deutsche Universität wird gegründet; ein deutscher Baumeister gibt der Stadt ein anderes Gesicht, und von hier aus prägt die deutsche Baukunst die Landschaft un; der schriftsprachliche Sieg des Mitteldeutschen vollendet den Bau ewiger Brücken zwischen Siedelgebiet und Mutterland. K. H. Diese Nummer umsaßt 14 Seiten Druck und Verlag: Kölner Verlagsanstalt und Druckerei=G. in Köln Vorstand und Verlagsleitung: Dr Erich Vaiernadm Köln Haupischriftteiter Dr Hank Koch: Sellvertreier des Hauptichriftleuters und verantwortlich für Polink und Wirtschaft steil: Dr August Wegener: für Gemerndepolitik und stadtkölnischen Heimattell: Dr Hans Koch. für den Umgebungsund Provinzreil: Paul Saupe tur den gesamen Umerbaltungsteil: Werner Höfer; für den Sportteil: i. B. Otto Lowig; für das rechtsrheinische Gebiet: Otto Lowig, alle in Köln. für den Bonner Heimatteil: Roven Colmani in Bonn, für den Dürener Heimnteil: Johann Janaz Schmitz in Düren; Bildverantwortliche: Abteilungsletter: für Anzeigen: Ibeo Müller in Köln.A IV, 1933: Der Neue Tag über 27.000: hiervon Beilage Rechterdeinesches Köln über 5500 Freitags über 6000: Bezirksausgabe Bonn über 1200; Bezirksausgabe Düren über 1200— Ersheim wöchemtlich siebenmal morgens Bezugsptets: Monatlich RM 2,30, Postbezug monatlich RM.30 zuzüglich 42 Pie Zustellgeld schenzeit gepfuscht hatten. verdeckte Peter die Mängel mit der Post.— Anzeigenpreise laut Preisliste Nr. 10, Freitag, den 3. Juni 1938 Neue slag Nr. 151 Vergrößerung Wiens auf 700 Quadratkilometer Wien, 2. Juni. Reichsminister Dr. Frick besuchte am Mittwochnachmittag das Wiener Rathaus. In einer Ansprache erklärte Dr. Frick u.., Wien sei als Hauptstadt für das kleine Land Deutsch=Oesterreich viel zu groß gewesen. Es sei in jeder Beziehung vor allem aber in wirtschaftlicher, ein ungeheurer Rückgang eingetreten. Man brauche nur an die Zahl der Geburten zu erinnern. Es gebe keine Großstadt in Europa und vielleicht in der ganzen Welt, die einen solchen Rückgang der Geburten auf zuweisen habe. Es werde, erklärte Dr. Frick mit besonderer Betonung, eine der Hauptaufgaben des Dritten Reiches sein, hier grundlegenden Wandel zu schaffen. Er habe in diesen Tagen mit Bürgermeister Neubacher einen Plan erwogen wie dieses Gemeinwesen wieder zu neuem Glanz uno zu neuer Bedeutung gebracht werden könne. Er glaube, daß dieser Plan dazu führen werde, daß Wien eine neue Blütezeit erlebe und das deutsche Tor zum Osten werde. Wenn nun das 75=Millionen=Volk Großdeutschlands hinter ihr stehe, dann müsse die Stadt eine Bedeutung gewinnen wie nie zuvor. Es sei der Beschluß gefaßt worden, den Umfang der Stadt von 270 auf 700 Quadratkilometer zu vergrößern, um Siedlungsräume und anständige Wohnverhältnisse zu schaffen, denn gerade auf diesem Gebiet sei gegenwärtig in Wien schreckliches zu beobachten. Reichsautobahnreiseruf Fernmündliche Verbindung mit jeder beliebigen Stelle des Streckennetzes Berlin, 2. Juni. Zu Beginn der diesjährigen Hauptreisezeit wird dem Kraftverkehr auf den Reichsautobahnen eine weitere Annehmlichkeit geboten. Am ersten Pfingstfeiertag wird der Reichsautobahnreiseruf eröffnet, eine Einrichtung, die es gestattet, jeden Kraftfahrer während der Fahrt über die Reichsautobahn fernmündlich zu erreichen. Die Benachrichtigung erfolgt durch die Reichsautobahn=Tankstellen, die in regelmäßigem Abstand entlang der im Betrieb befindlichen, insgesamt über 2000 Kilometer langen Reichsautobahnstrecken angeordnet sind. Der Reichsautobahnreiseruf wird mit Hilfe des bekannten Voranmeldungs= oder-Gespräches durchgeführt, das beim Fernamt der Reichspost nach einer der Reichsautobahntankstellen anzumelden ist. Der Anmelder hat hierbei Vor= und Zunamen und Wohnort des gemänschten Verkehrsteilnehmers anzugeben und gleichzeitig die Weitergabe seiner eigenen Rufnummer zu beantragen. Die angerufene Tankstelle stellt sofort im mittleren Grünstreifen der Reichsautobahn besondere Ruftafeln auf und vermittelt, sobald sich der Verkehrsteilnehmer gemeldet hat, das Gespräch. Außerdem teilt sie die Anmeldung des =Gespräches und die ihr übermittelten Angaben des Namens des verlangten Verkehrsteilnehmers und der Rufnummer des Anmelders fernmündlich den in jeder Fahrtrichtung nächstfolgenden Reichsautobahn=Tankstellen mit, die ihrerseits gleichfalls Ruftafeln aufstellen und das Gespräch vermitteln. Mit Rücksicht auf die erforderliche Zeitspanne für die Herstellung der telephonischen Verbindungen und die Kennzeichnung und Aufstellung der Ruftafeln ist vom Anmelder des=Gesprächs eine Reichsautobahn=Tankstelle auzuwählen, die der gewünschte Verkehrsteilnehmer voraussichtlich 30 Minuten nach der Anmeldung oder später erreichen wird. Den Gesprächtsteilnehmern entstehen über die üblichen Fernsprechgebühren hinaus keine besonderen Kosten. Das=Gespräch wird an der vom Anmelder angerufenen Tankstelle zu Lasten des Anmelders geführt. An den zusätzlich benachrichtigten benachbarten Tankanlagen leitet der Tankwart ein neues Gespräch mit dem Anmelder ein. Die Gebühr ist in diesem Falle vom Verkehrsteilnehmer zu zahlen, es sei denn, daß er das Gespräch als=Gespräch(„Gespräch mit Rückanmeldung“) nach den gültigen Bestimmungen der Deutschen Reichspost aufgibt. Die nachfolgende Zusammenstellung enthält die an den Reichsautobahnstrecken im Betrieb befindlichen Tankanlagen mit den zugehörigen Rufnummern: a) Berliner Ring: Werder=Graß=Kreutz, Groß=Kreutz 272. Weißensee=Bernau=Süd. Berlin 56 8753. Lichtenberg= Süd=Münchbera. Fredersdorf 275. Berlin: Schnellverkehr K 9. 5) Berlin—Stettin: Gramzow, Gramzow=Uckermark„128. Stettin: Kolbitzow, bei Stettin 222. c) Berlin—Frankfurt=Oder: Fürstenwalde, Fürstenwalde=Spree 939. d) Berlin—Hannover: Ziesar, Ziesar Bez. Magdeburg 179 Magdeburg=Borleben, Magdeburg 33761 App. 274. Braunschweig=Nord, Wenden 92. Hannover=Oft, Hannover 60 856. e) Hamburg—Bremen: Groß=Sittensen, Sittensen Bez. Bremen 268. !) Sagan—Liegnitz=Breslau: Kreibau, Kreibau=Schlesien 248. Liegnitz, Neuhof bei Merseburg 28. g) Holle—Leipzig—Nürnberg: Leipzig—Merseburg. Zöschen bei Merseburg 56. Hermsdorf. Hermsdorf=Thüringen 423. Schleiz. Schleiz=Thüringen 431. Münchberg, Münchberg=Oberfranken 204. Bayreuth=Nord, Bayreuth 691. Vegnitz, Pegnitz 119. h) Dresden—Jena: Dresden=Altstadt, Dresden 14 854. Chemnitz, Chemnitz 32 489. Meerane, Meerane 2021. Gera, Langenberg=Thüringen 167. i) München—Salzburg: Holzkirchen, Holzkirchen 161. Rosenheim, Rosenheim 45. Siegsdorf=Traunstein, Siegsdorf=Oberbayern 103. Bad Reichenhall, Bad Reichenhall 3705. k) Stuttgart—Ulm: Stuttgart=Süd, Stuttgart 79 516. 1) Karlsruhe—Frankfurt a..—Gießen: Bruchsal, Bruchsal 2189. Lorsch, Bensheim=Hessen 581. Darmstadt, Darmstadt 5214. Frankfurt a..=Nord. Frankfurt a. Main 75134. Bad Nauheim. Bod Nauheim 2562. m) Köln— Industriegebiet: Düsseldorf=Süd Hilden 155 und 446. Düsseldorf=Nord. Ratingen 2718. Bottrop, Bottron 2917. n) Göttingen—Kassel: Kassel=Ost, Kassel 1116. Gewaltiger Baueinsatz in Berlin Am 14. Juni Arbeitsbeginn an elf Großbaustellen Berlin, 2. Juni. Die Durchführungsarbeiten zur baulichen Neugestaltung Berlins, die mit dem Bau der Ostwest=Achse, mit dem Beginn des Neubaues der Wehrtechnischen Fakultät im Bereich der neuen Hochschulstadt, mit der Verbreiterung der Voß=Straße, dem Neubau der Reichskanzlei und dem Abbau der Siegessäule bereits in vollem Gange sind, werden nun durch die gleichzeitige Inangriffnahme einer Anzahl Einzelbauten um ein Vielfaches erweitert. Nachdem der Generaibauinspektor für die Reichshauptstadt, Professor Speer. die Pläne für die Umgestaltung Berlins grundsätzlich auch im einzelnen abschließend festgelegt hat und die beteiligten Behörden die notwendigen Vorbereitungen getroffen haben, können nunmehr die Arbeiten an der neuen Nord=Süd=Straße, der Neubau des Reichsbahnverkehrsnetzes und der Bau neuer Untergrundbahnen und Wasserstraßen begonnen werden. Der Generalbauinspektor hat als Termin für den gleichzeitigen Beginn dieser sämtlichen und für die bauliche Zukunft Berlins wichtigsten Durchführungsarbeiten den 14. Juni 1938 festgesetzt. Ein feierlicher Rahmen wird an diesem Tage den Beginn der Arbeit an elf verschiedenen Großbaustellen zusammenfaßen, in deren Mittelpunkt die Aufnahme der Arbeit an der NordSüd=Achse stehen wird. Mit der Anangriffnahme folgender Bauten wird am 14. Juni die Durchführung der Planung fortgesetzt: Nord-Süd-Achse Am Schnittpunkt der Großen Achse mit der Porsdamer Straße, dort wo der neue Rundplatz mit einem Durchmesser von 210 Metern entsteht, wird auf dem niedergelegten Baublock Potsdamer=, Margarethen= und Viktoriastraße der Grundstein zum Haus des Deutschen Fremdenverkehrs und damit zum ersten großen Neubau an der neuen Nord=Süd=Achse gelegt. Reichsbahn Die völlige Neuordnung des gesamten Berliner Reichsbahnnetzes beginnt mit der Aufnahme der Arbeiten an drei Baustellen: a) am Königsplatz mit dem Bau der nord=südlichen =Bahnlinie der Reichsbahn, b) in Großbeeren mit dem Neubau eines Verschiebebahnhofes als Ersatz für den jetzigen alten Verschiebebahnhof Tempelhof und c) mit dem Neubau des Abstellbahnhofes Tempelhof als Ersatz für den jetzigen Abstellbahnhof Pape=Straße. Mit diesen Arbeiten wird zugleich die praktische Voraussetzung für die spätere Einlegung des Südbahnhofes und des Nordbahnhofes geschaffen. Städtisches Schnellbahnnetz An drei Baustellen wird mit den Tiefbauarbeiten für die nordsüdliche Untergrundbahn in der neuen Achse begonnen: Am Königsplatz, am Kreuzungspunkt der NordSüd=Achse mit der Charlottenburger Chaussee und in Tempelhof. Mit diesen Arbeiten beginnt die Verwirklichung des umfassenden Neubauprogrammes für das Schnellbahnnetz der Stadt Berlin. Spree-Verlegung am Königsplatz Ein Spree=Durchstich am Königsplatz ermöglicht nach Fortfall des bisherigen Spreebogens den 1000=TonnenKähnen des Mittellandkanals hier freie Durchfahrt. Kreuzung Der beiden großen Achsen An der Kreuzung Charlottenburger=Chaussee— bisherige Siegesallee— wird mit dem Bau der umfangreichen Tunnelanlage, die den Kreuzungsverkehr der beiden Achsen bewältigen soll, begonnen. Siegesallee Es wird mit dem Versetzen der Denkmäler der Siegesallee nach der jetzigen Großen=Stern=Allee im Tiergarten begonnen. Ausbau der Ost-West-Achse Zum Haus des Deutschen Gemeindetages, dem ersten größeren neuen Bauwerk der OstWest=Achse zwischen Bahnhof Tiergarten und Charlotten= burger=Brücke wird der Grundstein gelegt. Mit dem Beginn der Arbeiten an diesen elf Großbaustellen wird die wichtigste Bauperiode der Geschichte der Reichshauptstadt eingeleitet. Forum des Zweiten Reiches Der Große Stern im Tiergarten, der durch die Vergrößerung seines Durchmessers auf 200 Meter und die Neuaufstellung der erhöhten Siegessäule zu einem der repräsentativen Plätze der Reichshauptstadt wird, soll durch die Ausgestaltung seiner engeren und weiteren Umgebung darüber hinaus zum Forum des Zweiten Reiches werden. Während die bisher dort ausgestellten Jagdgruppen an verschiedenen Stellen des Tiergartens eine neue Stätte finden, sollen an der Nordseite des verbreiterten Rundplatzes die Denkmäler von Roon, Moltke und Bismara zur Aufstellung kommen, die jetzt auf dem Königsplatz stehen. Auch die Denkmäler der Siegesallee werden ihren Standpunkt wechseln; die jetzige Siegesallee wird als Teil der Nord=West=Achse erheblich verbreitert. Ein Zurücksetzen in die neue Straßenflucht würde die Denkmäler, die schon heute durch den Fahrverkehr stark getrennt sind, noch weniger räumlich zusammenwirken lassen und damit den früheren parkartigen Charakter der Allee endgültig zerstören. Es ist daher für die Denkmäler ein Parkweg des Tiergartens gewählt worden, der sowohl von jedem Fahrverkehr frei ist und zugleich auch auf den Großen Stern zuführt und diesem damit eine noch größere Bedeutung als Ehrenplatz des Zweiten Reiches verleiht: Die GraßeStern=Straße, der von Südosten auf den Rundplatz der Siegessäule führende Weg, soll die neue Siegesallee werden. Hier werden die Denkmäler der Siegesallee weiter in sinngemäßer räumlicher Verbindung mit der Siegessäule bleiben können. Da sowohl die Siegesallee als auch die Siegessäule zusammen mit den anderen Denkmälern des Königsplatzes historische Baudokumente des Zweiten Reiches darstellen, besteht für uns die Verpflichtung, diese Denkmäler für die Zukunft zu erhalten. Dabei ist es gleichgültig, daß der Wert der Denkmäler im einzelnen heute stark umstritten ist. Aus dem gleichen Grunde werden auch die Torbauten der Charlottenburger=Brücke, die beim Bau der Ost=West=Achse vorübergehend abgetragen werden mußten, als Bauzeugen einer historischen Vergangenheit wiedererrichtet. Das neue Verwaltungsgebäude des Deutschen Gemeindetages, zu dem am 14. Juni im Rahmen des Beginns der elf großen Bauvorhaben an der Ostwest=Achse in Charlotten= burg der Grundstein gelegt werden soll, wird bei einer Frontlänge von 260 Metern ein repräsentativer Monumentalbau werden. Das Haus wird neben 3000 Büroräumen einen großen Saal für 600 Personen und mehrere kleine Sitzungssäle umfassen. Der mit Granitvlatten bedeckte Ehrenhof des Hauses öffnet das Gebäude zur Ostwest=Achse hin. Vom Ehrenhof gelangt man in eine große Vorhalle. Hier schließt sich eine monumentale Treppenanlage aus Kunststein mit massivem Geländer an. Die monumentale Architektur weist eine klare und ruhige Linienführung mit reicher Profilierung auf. Vor der langgestreckten Front an der Berliner Straße wird ein künstlicher See entstehen, der von gärtnerischen Schmuckanlagen umgeben sein wird. Den Bauplatz bestimmte der Generalbauinspektor für die Reichshauntstadt, Prof. Speer, während der Entwurf unter dessen ständiger Betreuung von den Architekten Stadtbaurat Prof. Dr. Elkart=Hannover und DiplomIngenieur Schlempp=Berlin stammt. Die Bauzeit ist auf 1½ Jahre berechnet. Der zweite monumentale Neubau an der anderen, nordsüdlichen Achse Berlins, dessen Grundsteinlegung am gleichen Tage erfolgen wird, ist das Haus des deutschen Fremdenverkehrs. Es wird unweit des Potsdamer Platzes auf dem großen Rundplatz errichtet, auf dem die Nordsüd=Achse die Potsdamer Straße kreuzt. Als repräsentatives Haus der Gastlichkeit, das die politische, die wirtschaftliche und die kulturelle Bedeutung des deutschen Fremdenverkehrs symbolhaft unterstreichen soll, wird es Höchstmaße architektonischer Gestaltung mit künstlerischer Aesthetik in schönster Vollendung vereinen. Deutschland ist das erste Land, das der Gaftlichkeit einen Palast errichtet. Der Monumentalbau erhält seine Vorderfront auf der Westseite des großen Rundplatzes, dem Stadtinnern zugekehrt. Diese halbrundförmige Vorderfront hat eine Länge von 106 Metern, während die frontale Ausdehnung der Rückseite etwa 200 Meter beträgt. Die bebaute Grundfläche wird 12.000 Quadratmeter umfassen. Für Büroräume ist eine nutzbare Fläche von 1500 Quadratmetern vorgesehen. Hauptmerkmale des Baues sind die das Erdgeschoß einsassenden Bogengänge und die Niesenfenster des Obergeschosses, hinter denen sich in 100 Meter Länge die großen Sitzungs=, Empfangs= und sonstigen Säle erstrecken. Der größte beherrschende Raum des Gebäudes wird der Tagungsund Festsaal sein, in dem 1600 Personen Platz finden können. Das Erdgeschoß hat für Ausstellungszwecke, Auskunsterteilung und Reisebüroschalter 1500 Quadratmeter Raum. Auch eine weiträumige Gaststätte ist hier vorgesehen, ferner ein Musterpostamt und ein Raum für wechselnde Ausstellungen der Reichspost. Eine zweite Gaststätte volkstümlichen Stils wird im Keller zu gemütlichem Verweilen einladen. Für die Gesolgschaft i im Dachgeschoß eine Kantine mit Wirtschaftsräumen für etwa 1000 Personen vorgesehen. Die Pläne und Entwürfe haben unter städtebaulicher Obhut und ständiger Betreuung durch den Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin, Prof. Speer, die Architekten Reichsbahndirektor Hugo Röttcher und Reichsbahn=Bauassessor Theo Dierksmeier gestaltet. Es werden in diesem Haus des deutschen Fremdenverkehrs voraussichtlich untergebracht werden der Reichsausschuß für Fremdenverkehr, der Reichsfremdenverkehrsverband, die Reichsverkehrsgruppe Hilfsgewerbe des Verkehrs, das Reichsbahnwerbeamt, die Deutsche Kongreßzentrale, Der Deutsche Automobil=Club(DDAC) und die Wirtschaftsgruppe Gaststätten und Beherbergungsgewerbe. Moskau und China Times meldet umfassendes Unterstützungsabkommen London, 2. Juni. Der Präsident des chinesischen Gesetzgebenden Rates, Dr. Sunfo, der am Dienstag aus Moskau abgereist ist, soll der Times zufolge mit der Sowjetregierung ein aus neun Punkten bestehendes Abkommen abgeschlossen haben. Der Sowjetregierung solle darin eine bevorzugte politische Stellung in China zugestanden worden sein als Gegenleistung für eine größere materielle Unterstützung im Kampfe gegen Japan. Insbesondere solle Sowjetrußland die mechanisierten Truppen und die Luftstreitkräfte Chinas weiter verstärken und Munition, Geschütze und Maschinengewehre liefern. Weiter solle es Berater und Organisatoren für China stellen, und zwar nicht nur Militärs, sondern auch Verwaltungsbeamte für das Hinterland. Rascher Vormarsch der Japaner Hankau, 2. Juni. Auf chinesischer Seite wird der rasche Vormarsch der Japaner bestätigt. Nach den hier eingegangenen chinesischen Meldungen rücken die Japaner lüdlich der Lunghai=Bahn in westlicher Richtung vor. wo Kihsien, 30 km südlich von Lanseng, erreicht worden ist. Nach der Wiederherstellung der Bahnverbindung Lanseng—Kaifeng rollen wieder Zuge nach dem Westen. Westlich von Pohsien überschritten die Japaner auch, weiteren chinesischen Meldungen zufolge, die Provinzgrenze und erreichten die Stadt Luyi, von wo aus über 100 km lange Landstraßen nach Yengheng an der Peiping—Hankau=Bahn führen. Aus der Tatsache der Zusammenziehung sapanischer Truppen in Stärke von über einer Division westlich von Pohsien wird hier der Schluß gezogen, daß die Japaner dort größere Operationen beabsichtigen. Kindesentführung in ASA Eltern zahllen 10 000 Dollar Lösegeld erfolglos Princeion(Florida), 2. Juni. Bundespolizisten und Tausende von Farmern, Notstandsarbeitern und Pfadfindern, die teils mit Schrotflinten, teils mit Knüppeln bewaffnet sind, suchen sieberhaft nach dem in der Nacht zum Sonntag aus dem Bett geraubten fünfjährigen James Cash und seinen Entführern. Die Eltern haben die Hoffnung aufgegeben, ihr Kind lebend wiederzusehen, obwohl sie die verlangten 10000 Dollar Lösegeld an dem verabredeten Punkt der einsamen Landstraße in einer Schuhschachtel aus dem Automobil warfen. Sucher fanden am Donnerstag die leere Schuhschachtel. Besonders eingehend wird die von Moskitos und Klapperschlangen heimgeseichte Sumefstätte von Everolades abgesucht, da man befürchtet, daß das Kind dort versteckt gehalten wird. „Hitler in Italien“. Ein Bildwerk Heinrich Hoffmanns Berlin, 2. Juni. Der Reichsbildberichterstatter der RSOAP, Heinrich Hoffmann, hat soeben im Eigenverlag sein neuestes Bildwerk„Hitler in Italien“ herausgegeben, das in eindrucksvollen Aufnahmen die Erinnerung an die unvergeßlichen Tage des Führerbesuches in Italien festhält. Reichspressechef Dr. Dietrich würdigt in einem Geleitwort„Freundschaft der Führer— Freundschaft der Völker!" die epochale politische Bedeutung der Verbundenheit von Faschismus und Nationalsozialismus und der deutsch=italienischen Freundschaft, die nach dem Deutschlandbesuch des Duce in der Italienfahrt des Führers erneut ihren beglückenden symbolischen Ausdruck fand. Reichsparteitag 1938 im Zeichen der Ostmark Nürnberg, 2. Juni. Unter Vorsitz von Hauptdienstleiter Schmeer hat heute im Hotel„Deutscher Hof“ Nürnberg, wie die NSK meldet, eine Vorbesprechung der Organisationsleitung der Reichsparteitage stattgefunden, an der Vertreter der Partei, ihrer Gliederungen. der Wehrmacht und der Behörden teilnahmen. Hauptdienstleiter Schmeer teilte mit, daß der offizielle Beginn der Vorbereitungen für den diesjährigen Reichsparteitag auf den 1. Juli 1938 festgesetzt worden ist. Ganz besonders steht der diesjährige Aufmarsch der Partei im Zeichen der heimgekehrten Ostmark. Zum ersten Male können die Männer und Frauen Oesterreichs teilnehmen, ohne trennende Grenzen überschreiten zu müssen. Neuberechnung der Renten bei Kriegsdienstzeit Der Steigerungsbetrag für die Kriegsdienstzeit zu den Renten aus der Invalidenversicherung wird nach den demnächst zu erwartenden Bestimmungen des Reichsarbeitsministers errechnet: NSC Die Brühler Knappschaft, Bezirksknappschaft der Reichsknappschaft in Köln teilt mit: Durch das Gesetz über den Ausbau der Rentenversicherung vom 21. Dezember 1937 ist u. a. verfügt worden, daß vom 1. Januar 1938 ab auch in der Invalidenversichetung die Kriegsdienstzeit rentensteigernd berücksichtigt wird. Die Anträge auf Anrechnung der Kriogsdienstzeit müssen bis spätestens 1. Jonuar 1940 gestellt sein. Allgemein dient der Militärpaß als Ausweis für die Dauer der zurückgelegten Kriegsdienstzeit. In vielen Fällen haben dann auch die Rentenempfänger ihren Militärpaß der Brühler Knappschaft übersandt bzw. bei dern zuständigen Knappschaftsältesten abgegeben. Die Umrechnung der Rente kann aber erst dann vorgenommen weroen, wenn durch den Herrn Reichs= und Preußischen Arbeitsminister bestimmt worden ist, wie die Kriegsdienstzeit zu bewerten ist. Das ist bisher nicht geschehen, so daß auch die erforderlichen Neuberechnungen noch nicht vorgenommen werden können. Die übersandten Militärpässe sind zu den Akten genommen: sie werden zurückgesandt, sobald die Neuverechnung möglich ist. Das wird in Kürze der Fall sein. Die Rentenempfänger werden daher gebeten, von unnötigen Reklamationen Abstand zu nehenen. Die Brühler Knappschaft wird die Neuverechnung der Renten und die Rücksendung der Militärpässe an Hand der dort vorliegenden Unterlagen von Amts wegen vornehmen. Alle Empfänger einer Rente aus der Invalidenvetsicherung, die ihren Militärpaß noch nicht eingesandt haben. geben ihn am besten möglichst bald bei dem zuständigen Knappschaftsältesten ab. Nicht nur die Empfänger einer Invaliden= rente kommen hierfür in Frage, sondern auch die Berechtigten, die eine Witwen= oder Waisenrente erhalten.— In diesem Zusammenhang wird noch darauf hingewiesen, daß die Rentenempfänger, die nur eine Pension nach den Vorschriften des Reichsknappschaftsgesetzes beziehen, hiervon nicht ersaßt werden. Diesen Berechtigten ist die Kriegsdienstzeit bereits auf Grund der bisherigen Bestimenungen angerechnet worden. Großglocknerstraße zu Pfingsten befahrbar Berlin, 2. Juni. Die Großglockner=Straße, die man bisher im allgemeinen erst ab Ende Juni benutzen konnte, wird in diesem Jahre schon am Samstag, dem 4. Juni d.., vormittags 10 Uhr, befahren werden können. Damit ist es möglich, bereits an den Pfingstfeiertagen eine der schönsten Alpenfahrten zu unternehmen, die gerade um diese frühe Jahreszeit besonders reizvoll ist. Die Anregung, die Großglockner=Straße in diesem Jahre früher als bisher schneefrei zu machen, ging vom Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Prof. Dr. Todt, aus, der zur Durchführung der Räumungsarbeiten zwei leistungsfähige Schneeschleudern der Reichsstraßenverwaltung zur Verfügung stellte. Dank dieses fürsorglichen Eingreifens des Generalinsnektors für das deutsche Straßenwesen geht damit ein langgehegter Wunsch aller sportbegeisterten Kraftfahrer in Ersüllung. Da es möglich ist, daß kurz vor Pfingsten Neuschnee fällt und in der kurzen Zeit die Straße nicht wieder vollkommen geräumt werden kann, wird empfohlen, für die Pfingstfahrt auf den Glockner Schneeketten mitzunehmen. Nähere Auskunft über Veränderungen der Straßenverhältnisse beim Eintreten ungünstiger Witterung erteilt Der Deutsche Automobil=Club(DDAC) München. hinrichtungen in Barcelona Bilbao, 2. Juni. In Barcelona wurden am Donnerstag 39 Todesurteile vollstreckt, 33 wegen Desertion, sechs wegen Hochverrats. Die Truppen der Garnison Barcelona mußten dem Hinrichtungsakt beiwohnen.— In Barcelona wurde bekannt, daß in Mora de Rubiehlos, auf das die Nationalen vorrücken, zwei rote Brigadechefs den Versuch machten, sich zu ergeben und die Stadt an die Nationalen zu übergeben. Das Vorhaben wurde jedoch vorzeitig entdeckt und die in den Erhebungsversuch Verwickelten erschossen. Hans von Wolzogen f. In seinem Bayreuther Heim starb in den frühen Morgenstunden einer der letzten Getreuen des Hauses Wagner aus der Zeit des Meisters Hans Freiherr von Wolzogen, im Alter von 89½ Jahren. Dei jekte Offizier von Mars-la-Tour gestorben. Der letzte Offizier von Mars=la=Tour und älteste Offizier der alten Armee, Generalmajor a. D. von Kutschenbach, ist am Mittwoch in Kolberg unerwartet gestorben. Kutschenbach war an seinem 100. Geburtstage am 26. Januar 1938 vom Führer durch die Verleihung des Charakters als Generalmajor geehrt worden. -PALMOLIVE-SEIFEen, Otchr-ietpuiteAXEE. Freitag, den 3. Juni 1938 Neue sag Nr. 151 * Der tschechische Terror Fortsetzung von Seite 1“ Grenzposten, die auch auf deutschem Gebiet deutlich vernehmbar ist. In der Nähe von Friedland(Böhmen) sind vor einigen Tagen dabei tschechische Soldaten von ihren eigenen Kameraden in der Dunkelhen angeschossen und verletzt worden. In der Bevölkerung erzählt man sich, daß die tschechischen Vaterlandsverteidiger voller Angst und Gespensterfurcht bei ihren nächtlichen Patrouillen= und Postengängen in den militärisch besetzten Wäldern schon durch das Erscheinen einer Maus in eine Schießpanik versetzt würden. Sarrasani flieht Die Artisten von tschechischen Soldaten ausgeplündert Wien. 2. Juni. In Wien trafen Donnerstag drei Züge des deutschen Zirkus Sarrasani ein. Das Unternehmen befand sich in den letzten Wochen auf einer Gastspielreise durch die Tschechoslowakei. Der Zirkus und seine Angestellten wurden aber in verschiedenen tschechischen Städten vom Mob, von der Polizei und von der Soldateska in geradezu beispielloser Weise behandelt. Es setzte eine von jüdischen Drahtziehern genährte Boykotthetze unter der tschechischen Bevölkerung ein, so daß sich die Zirkusleitung, da der polizeiliche Schutz verweigert wurde, genötigt sah, das Land schließlich fluchtartig zu verlassen. Ganz gewaltig ist der Schaden, den das deutsche Unternehmen dadurch erleidet, daß Polizei und Militär anläßlich von„Amtshandlungen“ die Zirkuswagen und den Privatbesitz der 320 Angestellten und Artisten plünderten. Wie die Artisten und Artistinnen in Wien erzählten, wurden beim Verlassen der Tschechoslowakei die Zirkuswagen von 203 Mann, die bis an die Zähne bewaffnet waren, durchsucht. Alle Koffer und Kasten wurden aufgebrochen, die Stoffe wurden mit Bajonetten zertetzt und zahlreiche Gegenstände wurden gestohlen. Die Artisten haben teilweise nicht mehr gerettet als das, was sie am Leibe trugen. „Noch nie so schlecht behandelt“ Washington. 2. Juni. Das Staatsdepartement gab am Donnerstag bekannt, daß der amerikanische Ge sandte in Prag, Carr. bei den tschechischen Behörden Aufklärung über die Verhaftung und polizeiliche Vernehmung verlangt hat, dem der Chikagoer Student William Rueff unterzogen worden ist. Rueff wurde in Begleitung der Engländerin Miß Unity Mitford am Dienstagabend auf der Fahrt von Prag nach Karlsbad von tschechischer Polizei angehalten, durchsucht und unter Spionageverdacht festgehalten. Er rief sofort die Hilfe der amerikanischen Gesandtschaft an, die seine Freilassung erwirkte. Rueff erklärte amerikanischen Zeitungsvertretern voller Empörung. daß er noch nie so schlecht behandelt worden sei, wie von der tschechischen Polizei. Prag verbietet deutsche Zeitungen Prag. 2. Juni. Das tschechische Außenministerium hat die Einfuhr und Verbreitung einer Reihe von periodischen Druckschriften aus dem Auslande bis zum 30. April 1940 verboten. Darunter befinden sich:„Bayerische Ostmark" Bayreuth,„Der Bergfried“ Berlin,„Deutsche Zukunft“ Berlin,„Durch alle Welt“ Berlin,„Neustädter Zeitung! Neustadt=Oberschlesien,„Oberschlesische Volksstimme“ Gleiwitz,„Sonne ins Haus“ Berlin,„Der Schulungsbrief" Berlin. Wilde Schießerei Ein Augenzeugenbericht über die neue Bluttat von Eger Frankfurt a.., 2. Juni. Dem Vertreter des„Frankfurter Volksblattes", Dr. Weithaas, der, wie gemeldet, als Augenzeuge der neuerlichen tschechischen Bluttat in Eger von tschechischen Behörden schikaniert worden war, gelang es jetzt, seiner Zeitung einen Bericht über diesen empörenden Vorfall zuzuleiten. Gestern nach Mitternacht, so schreibt er, kam es hier in dem Ausflugslokal Krämlings=Bastei zu einer blutigen Schlägerei, deren Augenzeuge ich war und in deren Verlauf zwei Sudetendeutsche schwer verletzt worden sind. Dieser neue unerhörte Vorfall ist typisch und aufschlußreich zugleich für die Zustände im besetzten sudetendeutschen Gebiet. Hier der Tatbestand: Gegen Mitternacht erschien in dem ausgesprochen deutschen Lokal ein tschechischer Feldwebel in Begleitung eines Marxisten. Die Kapelle spielte ein deutsches Lied(den Egerländer Marsch). Plötzlich verlangte der Sergeant von dem Kapellmeister die Unterbrechung und ein tschechisches Lied. Auch diese Herausforderung hatte bereits ein Vorspiel: In einem anderen Egerer Lokal sah sich dieser blindwütige Schießheld veranlaßt(ihm sekundierten dabei drei andere tschechische Soldaten) einem SDF=Mann das Abzeichen herunterzureißen. Obwohl er also ausreichend vorbelastet war, suchte er das Ausflugslokal Krämlings=Bastei auf, in dem sich die Sudetendeutschen ein Stelldichein zu geben pflegten. Trotzdem er sich darüber klar sein mußte, daß seine Bildeerstürmerei natürlich auch in der Bastei bekannt geworden war, forderte er die anwesenden Sudetendeutschen zu einer musikalisch=chauvinistischen Extratour erneut heraus. Der Augenzeuge betont dann, wie der tschechische Provokateur plötzlich den Revolver zog, ohne in irgendeiner Form bedroht zu sein. Der erste Schuß streckte einen Sudetendeutschen nieder. Eine andere Kugel ließ einen neben mir stehenden SD)=Mann ruckartig in die Höhe springen: Schwerer Knieschuß. Zwei weitere Kugeln verfehlten ihr Ziel. on diesem Augenblick brach der Sturm los. Nur der Tatsache, daß ich mit SD=Ordnern dazwischensprang, hatten es der Revolverheld und sein marristischer Spießgeselle zu verdanken, daß sie von den 40 Sudetendeutschen nicht in Stücke zerrissen wurden. Man muß sich erinnern: Erst vor acht Tagen ging das ganze Egerland hinter den Totenbahren von zwei ermordeten Blutsbrüdern. Noch stand diese Wunde offen, noch sah man die zwei sudetendeutschen Bauern von Mörderkugeln hingestreckt, und dann schießt ein tschechischer Sergeant in einem Gastlokal auf Menschen, als ob er sich auf einer Treibjagd befinde. Ich habe gewiß schon manches erlebt, aber was ich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der Krämlings=Bastei zu Eger sah, das stellt selbst Wild=WestMethoden in den Schatten. Und dann das Nachspiel: Morgens um 4 Uhr holten mich dann zwei Geheimpolizisten aus dem Hotel auf die Polizeidirektion. Der Spießgeselle des Sergeanten und ein Spitzel, der noch zwei Stunden vorher das SDF=Abzeichen getragen hatte, wurden mir gegenübergestellt. Sie, die dem Abschaum der Menschen angehören, sollten mich belasten. Ja, derselbe Marxist, dem ich das Leben gerettet hatte, formulierte die Aktion mit den Worten: Dieser Herr hat provoziert. Ich sollte auf Grund, von Verbrecheraussagen aus um mich mundtot zu machen und jeden wahrheitsgetreuen einem Zeugen zu einem Angeklagten gemacht werden, Augenzeugenbericht des einzigen anwesenden Journalisten zu verhindern. Sogar ein Arzt mußte mich untersuchen, um anscheinend eine Art Blutprobeargument zu konstruieren. Nach dreistündigem(!) Verhör wurde ich entlassen, mein Paß zurückbehalten und das Hotel von Geheimagenten umstellt. Erst auf das Eingreifen des deutschen Konsuls hin zog man gegen Mittag die Hotelwache zurück und gab man mir den Paß wieder. So feiern Tschechen unter dem Ausnahmezustand ihre chauvinistischen und blutigen Orgien. Der nächste Wahlgang 839 Gemeinden geschlossen für Henlein Prag, 2. Juni. Bei der dritten Etappe der Gemeindewahlen in der Tschechoslowakei, die für den 12. Juni ausgeschrieben sind, werden, wie jetzt bekannt wird, in 839 sudetendeutschen Gemeinden die Wahlen entfallen, nachdem dort nur eine Kandidatenliste, die der Sudetendeutschen Partei, eingebracht wurde. Dabei stehen noch aus 32 sudetendeutschen Bezirken, in denen 442 Gemeinden wählen, Berichte aus. Anruf aus London Der englische Geheimdienst ist schuld an der tschechischen Mobilisierung Berlin. 2. Juni. Das große Rätselraten über den Urheber jenes irrsinnigen Gerüchtes, das von deutschen Truppenbewegungen an der tschechischen Grenze wissen wollte und damit Europa in eine regelrechte Kriegspsychose versetzte, ist noch immer nicht beendet. Die Beantwortung der Frage ist darum so wesentlich, weil sie nicht nur Aufschluß über den Schuldigen an der Krise gibt, die sehr leicht zu einer Explosion hätte führen können, sondern darüber hinaus wieder ein Beweis für die Tatsache ist, daß auch heute noch genau wie vor 24 Jahren Kriegsschuldmärchen erfunden werden, wenn irgendeine daran interessierte Stelle in Europa die Zeit dafür gekommen hält. War man zuerst der sehr naheliegenden Ansicht, daß Prag der Erfinder jener Gerüchte über deutsche Truppenzusammenziehungen sei und daß diese dann von der Hauptstadt der Tschechoslowakei nach London gelangten, so zeigt es sich jetzt, daß diese Gerüchte genau den umKein Grund zu besonderem Stolz Dürftige Vorlage über bezahlten Urlaub in England Drahtbericht unseres Vertreters London, 3. Juni. Unter großen Ueberschriften verkündet lung noch eine solche durch Spezialisten sind in der Krankenam Donnerstag die Londoner Abendpresse, die Regierung versicherung einbegriffen. Wer einen Spezialisten braucht, werde nach Pfingsten im Unterhaus einen Gesetz ntwunf muß ein Klankenhaus aufsuchen. Die Behandlung ist für für die Gewährung bezahlten Urlaubs in Handel Mittellose meist kostenlos, aber ein„Recht auf Krankenund Industrie einbringen. Die Einzelheiten dieses Entwurf sind noch nicht bekannt, doch deutet alles darauf hin, daß er dürftig ausfallen wird. Sehr große Arbeitnehmerschichten, wie zum Beispiel die Hausang stellten, werden in dem Entwurf überhaupt nicht berücksichtigt. Nichtsdestoweniger beglückwünschen die Blätter England zu diesem sozialen Fortschritt und tun ganz so, als ob sonst noch nirgends auf der Welt der Urlaub bezahlt würde. Man ist hier sehr stolz auf Englands soziale Einrichtungen, ohne zu wissen(oder ohne wissen zu wollen), daß man in Deutschland schon viel weiter gekommen ist. An deutchen Vorbildern gemessen, machen die englischen sozialen Eineichtungen noch imener einen kümmerlichen Eindruck. Dabei muß daran erinnert werden, daß England ein sehr viel reicheres Land ist als Deutschland. In England kennt man erst seit wenigen Jahren eine Krankenversicherung. Sie wird in einer Weise gehandhabt, daß sich jeder Versicherungsnehmer bei einem bestimmten Arzt einschreiben muß und dann nur von diesem behandelt werden kann. Weder KrankenhausbehandHANDEL UND WIRTSCHAFT Berliner Börsenbericht Anziehend Berlin, 2. Juni. Die vorbörslich beobachteten Abgaben vermochten entgegen der in Bankkreisen gehegten Annahme keinen Einfluß auf die im Grunde auch heute wieder freundliche Tendenz auszuüben. Wenn trotzdem hier und (la noch Abschwächungen eintraten. so lag das meist an Zufallsorders. Im allgemeinen zeigte die Bankenkundschaft Kaufneigung, die bei einigen Werten bei stärherem Ma terialmangel kräftigere Kursbesserungen zur Folge hatte. So wurden am Montanmarkt Rheinstahl 2 Prozent höher bezahlt, wobei naturgemäß die Diridendenerhöhung bei Farben mitspricht. Auch bei diesem Unternchmen rechnet man mit einer Erhöhung des Vorjahressatzes. Klöckner ge wannen 1. Vereinigte Stahlwerke ½ Prozent. Kaliatien schwankten nach beiden Seiten, was aber angesichts der äußerst geringen Umeätze auf diesem Gebiet ohne Bedentung war. Westeregeln verloren gegen den gestrigen Kusn kurs 1½. Aschersleben 1. währenel Wintershall ¾ Prozent gewannen. Sehr ruhig lagen chemische Papiero, die auch! Bocalt AG. 74. Brannkohle Zukunft 127½, Dahlbusch 143. kaum kursmäßig größere Weränderungen aufwiesen. Von Deutsche Erdöl 138¼, I. G. Farbenindustrie 161¼, Felten Gummi- und Linoleumaktien wurden Deutsche Linoleum u. Guilleaume 141¼. Hösch-Köln-Neuessen 113½, Kabel 1. Rheweit 210. Kalker Brauerei 53. Klöckner Werke 11 kundschaft kleine Anlagekäufe vornahm. Auf dem Montanaktienmarkt zogen Klöckner und Rheinstahl auf erhöhte Dividendenschätzungen stärker an. So gewannen Rheinstahl 2% Prozent und Klöckner 1½ Prozent, letztere büßten spater wieder ½ Prozent ein. Vereinigte Stahlwerke und Mannesmann verkehrten auf ungefähr letzter Basis. Farbenaktien gingen mehrfach zu behaupteten Kursen aus dem Markt. Kaliantien wurden vernachlässigt. Elektropapiere tendierten fester. Westdeutsche Kaufhof wurden in kleinen Posten auf gestriger Basis abgegeben. An der Kuxenbörse nahm die Unternehmungslust leicht zu. Im Einklang mit den übrigen Märkten hielten sich auch die Umsätze am Kassamarkt in verhältnismäßig engen Grenzen. Dinnendahl stellten sich 2 Prozent höher und blieben so weiter gesucht. Banken und Versicherungen ruhig. Im Freiverkehr erzielten Alexanderwerk und Kölsch Fölzer gut behauptete Kurse. Elsa Zemen. Humboldt und Walther erzielten Kursgewinne bis zu 1 Prozent. Die Börse schloß bei stillem Geschäft in freundlicher Haltung. hausbehandlung gibt es nicht. Das ganze System beruht auf barmherziger Mildtätigkeit. Alle diese Errungenschaften sind verhältnismäßig neueren Datums und erst nach jahrelangen Kämpfen durch gesetzt worden. Nie hat eine englische Regierung von sich aus versucht, die Lage der arbeitenden Bevölkerung durch soziale Einrichtungen zu heben. Das gehört nicht zur engischen Ueberlieferung, während zum Beispiel die Elendsviertel in den Großstädten ein wesentlicher Bestandteil der englischen Ueberlieferung zu sein scheinen. Die englische Sozialgesetzgebung ist bisher Stückwerk geblieben und wenn die neue Vorlage für einen bezahlten Urlaub einen verhältnismäßigen Fortschritt bedeutet, so wird sie doch nur eine große Lücke unvollständig schließen. Zudem ist die Annahme der Vorlage noch keineswegs gesichert. Sie verdankt ihr Entstehen ebenfalls dem Druck von unten her und wird auf industrieller Seite noch heftig bekämpft. Es gilt nicht als ausgeschlossen, daß die Regierung im Laufe der Lesungen den= wirtschaftlichen Gegnern noch Zugeständnisse machen wird. geglichen, nachdem der Vorjahrsgewinn von.58 Mill. RM zur Deckung des in gleicher Höhe übernommenen Verlustvortrags verwandt wurde. Felten u. Guilleaume Carlswerk AG, Köln-Mülheim Köln. 2. Juni. In der HV, in der 39.4 Mill. RM vertreten waren, trat der aus früheren Hauptversammlungen bekannte Kleinaktionär wiederum mit Wünschen auf höhere Divilende. Zuwahl jüngerer Kräfte in den Aufsichtsrat und Verteilung von Eigenaatien an Kleinaktionäre hervor. Demnegenüber verwies der Vorsitzer darauf, daß die Bilanz vom Vorstand aufgestellt und vom Aufsichtsrat genehmigt sei in dem Bestreben, der Gefolgschaft von rund 10 000 Mann Beschäftigung und Arbeitplatz auf die Dauer zu sichern. Der Verwaltungsantrag mit 7(6) Prozent Dividende wurde einstimmig genehmigt und der im Verlaufe 1937 von 25 auf 20 verringerte Aufsichtsrat wiedergewählt. Wie das vergangene Berichtsjahr seien auch im laufenden Jahre die Verhältmsse recht günstig, die Auftragseingänge hielten sich etwa auf Vorjahreshöhe, die Produktion konnte noch weiter gesteigert werden, ebenso der Umsatz. Zurückgegangen seien allerdings die Auslandsaufträge. Im allgemeinen könne man nach dem jetzigen Stand unter üblichem Vorbehalt wieder mit einem befriedigenden Verlauf rechnen. Alfred Rosenberg Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf Düsseldorf, 2. Juni. Reichsleiter Alfred Rosenberg, dem mit Beschluß der Düsseldorfer Ratsherren vom 18. März dieses Jahres das Ehrenbürgerrecht der Stadt Düsseldorf verliehen worden ist, wurde am Donnerstagnachmittag im Rahmen einer feierlichen Ratsherrensitzung von Oberbürgermeister Dr. Otto der Ehrenbürgerbrie überreicht. Zu der Sitzung waren Gauleiter Staatsrat Florian, sämtliche Stadträte und Ratsherren der Stadt Düsseldorf, die führenden Persönlichkeiten der Partei, des Staates, der Wehrmacht, der Industrie und Wirtschaft und der Behörden erschienen. Oberbürgermeister Dr. Otto hieß Reichsleiter Rosenberg namens der Stadtverwaltung, der Partei und der Bevölkerung herzlich willkommen, hob die Verdienste Rosenbergs im Kampfe für die Idee der nationalsozialistischen Weltanschauung hervor und versicherte, daß die Stadt Düsseldorf dem Reichsleiter in seinem Kampf um die weltanschauliche Ausrichtung des deutschen Volkes stets folgen werde. Reichsleiter Rosenberg dankte dem Oberbürgermeister für die kameradschaftlichen Worte. Er nehme die Ehrenbürgerurkunde als ein Zeichen dafür entgegen, daß über das allgemeine politisch uns Verbindende hinaus sich in den langen Kampfjahren ein persönliches Band geflochten habe. gekehrten Weg nahmen. Wie das Hamburger Fremdenblatt meldet, gehen jetzt aus der tschechischen Hauptstadt Informationen zu, die sich überdies auf das Zeugnis des führenden französischen Journalisten Jules Sauerwein berufen dürfen. Wie diesem nämlich von maßgebender tschechischer Stelle erklärt wurde, ist die tschechoslowakische Regierung am Abend des 20. Mai aus London angerufen worden. Es wurde ihr bei dieser Gelegenheit mitgeteilt, der englische Geheimdienst(Intelligence Service) besitze bestimmte Informationen darüber, daß reichsdeutsche Truppen sich auf die tschechische Grenze zu bewegten. Daraufhin wurde, so ist dem Journalisten Sauerwein gesagt worden, die tschechische Teilmobilisation angeordnet. Es habe sich um Minuten gehandelt, und es sei keine Zeit mehr verfügbar gewesen, sich in Berlin über den Charakter der Truppenbewegungen zu erkundigen. Der Versuch, dem Deutschen Reich die Verantwortung für eine Krise aufzubürden, die in England selbst als akute Kriegsgefahr bezeichnet wurde, wird also heute — zwölf Tage später— in seinem ersten und entscheidenden Anfang dem englischen Intelligence Service zur Last gelegt, und zwar geschieht dies durch eine tschechischfranzösische Quelle. Freimaurerische Verbundenheit Prag- Paris Warschau, 2. Juni. Auf die von der Haltung Polens sehr verschiedene Haltung Frankreichs in der tschechoslowakischen Frage geht ein Aussatz der Gazeta Polska aus der Feder ihres Pariser Vertreters ausführlich ein. Die Anteilnahme, deren sich die Tschechoslowakei in Frankreich erfreue, ergebe sich aus der engen freimaurerischen Verbundenheit der beiden Länder. Für die französische Freimaurerei, die bekanntlich ihre Einflüsse im Parlament, in der Presse und in Finanzkreisen habe, gelte Prag als das freimaurerische Paradies. In Frankreich sei man davon überzeugt, daß in der Tschechoslowakei alle Persönlichkeiten der Regierung, vom Staatspräsidenten angefangen bis zu den Polizeibeamten, Freimaurer=Logen angehörten, die enge Beziehungen zu den entsprechenden Organisationen pflegten, die in Frankreich hinter den Kulissen tätig seien. 910 ausschließlich Dividende- und Anleihestock etwa 1 riger bewertet. wahrene am Elektromarkt Schuckert exklusive Dividende etwa ½ Prozent gewannen. Gefragt waren auch Siemen= und Licht-Kraft cmius 2 bzw. 1½ Prozent). Von Tarifwerten sind Rheag nach Pause mit plus 1. Schle sische Gas dagegen mit minus 1½ Prozent, von Kabel- und Drahtaktien Felten auf ein Angebot von nur 6000 RM mit minus 1% Prozent zu erwähnen. An deu übrigen Markt gebieten fielen Holzmans mit plus 1½. Engelhardt und Junghans mit plus 1, undl Braubank gegen letzte Kassa notiz mit plus 1¼ Prozent auf. Bemberg ermäßigten sich unter Berücksichtigung des Dividendenabschlags um.60 Prozent. Am variablen Rentenmarkt wurde die Reichsaltbesitz anleihe mit unverändert 131% notiert. Die Gemeindeumschuldungsanleihe stellte sich auf 96.30(96.35). Am Geldmarkt ermäßigten sich die Blankotagesgeldsätze um ½ auf 2% bis 3% Prozent. Von Valutten errechneten sich das Pfund mit 12.38250. der Franken mit.9210 und der Dollar mit.492. Rheinisch-Westfälische Börse Still Düsseldorf, 2. Juni. Infolge der bevorstehenden drei tägigen Verkehrsunterbrechung durch die Pfingstfeiertage herrschte an der heutigen Rheinisch Westfälischen Börse nur geringe Unternehmungslust. Die Grund-timmung ge staltete sich jedoch weiterhin freundlich, und zumeist waren kleinere Kursbesserungen festzustellen, da die BankenManneemann 113 Stahlwerke 1440 einigte Stahlverke 109 ¾ han 114¼. Reichsbank versicherung 243. r Brauerei 5o. Klöckner Werke 117%. Rheinische Braunkohle 227½. Rheinische Schuckert 175 ¾, Stollwerck 129. Ver·Westd. Kaufhof 106“ 133 5, Allianz 276, C. , Commerz lonia RückObst und Gemüse Erzeugergroßmarkt Köln vom 2. Juni Je 50 Kilo: Sommerspinat—.20. Maiwirsing—.20. Spitzkohl 4.50, Zwiebel 5. Rote Bete 8. Tomaten 45—50. Stachelbeeren unreif 30 36. je 100 Bund: Suppengrün.50 bis.80: je 100 Stück: Sellerin.50—.70. Blumenkohl 12er 50. Kopfsalat—10. Treibhausgurken 36—52. Kohlrabi weiß —.50.— Anfuhr stark, Nachfrage gut. Nächste Versteigerung Freitag 14.30 Uhr. Aktiengesellschaften Kunstseide AG. Wuppertal Barmen Köln. 2. Juni. Alle drei Werke des Unternehmens waren m Geschäftsjahr 1937 voll beschäftigt, darüber hinaus konnter auswärtige Lohnzwirner in größerem Umfange herangezogen werden. Die Ausfuhr wurde gehalten. Es gelang. einige neue Absatzgebiete zu erschließen. Nach Absetzung der i. V. mit.70 Millionen RM ausgewiesenen übrigen Aufwendungen ergiht sich ein Rohertrag von.50(.97 Millionen RM Durch die erstmalig erfolgte Verrechnung mit den Ver. Glanzetoff-Fabriken ist die Erfolgsrechnung ausVon der Handwerksausstellung Nicht selten findet man in gemütlichen Wirtsstuben kunstvolle Becher oder Teller, die. als Kostbarkeiten gehütet, die Wände zieren. Es sind Erzeugnisse eines Handwerks, das schon in ältester Zeit geübt wurde und namentlich im Mittelalter eine hohe Blüte erreichte: der Zinngießerei. Kunstwerke von ausgesuchter Schönheit waren die„Nürnberger Teller“’ und Kannen eines Kaspar Enderlin und eines Nikolaus Hochheimer. In neuerer Zeit geriet das Zinngießen immer mehr in Vergessenheit, doch heute, wo man den Wert der handwerklichen Einzelleistung wieder mehr zu schätzen weiß. erinnert man sich auch wieder dieser ehrwürdigen Kunst und der besonderen Reize, die Zinngefäßen eigen sind. Es war daher ein glücklicher Gedanke, auf der 1. Internationalen Handwerksausstellung den Besuchern die Ausübung dieses alten deutschen Handwerks vorzuführen. Vor ihren Augen werden zwei oberbayerische Zinngießer das mit Gas erwärmte Schmelzgut in Formen gießen und dann zu hübschen Tellern. Kannen usw. verarbeiten, die schließlich noch kunstvoll zisellerte Ornamente erhalten. Ganz in der Nähe wird man ein anderes alteingessenes Handwerk finden. In einer Gold- und Silberschmiege werden geschickte Hände allerlei wunderschöne Dinge aus Edelmetall entstehen lassen, wie Becher. Dosen, Schalen. Schmuckstücke u. dgl. m. Auch hier verwendet man für die einzelnen Arbeitsvorgänge(Schmelzen Löten. Glühen) die aufs feinste regelhare Gasflamme als stets bereites Werkzeug. Es sei bemerkt, daß hier nicht für die besonderen Zwecke der Ausstellung gearbeitet, sondern vielmehr regelrechte Werkstattarbeit geleistet wird, wie sie eben der Beruf vom Gold- und Silberschmied verlangt. Eine Vitrine enthält eine Reihe gediegener Erzeugnisse dieses edlen Kunsthandwerks, das, ebenso wie die Zinngießerei. im Rahmen der Gemeinschaftsschaudes deut schen Gasfachs in Halle II seinen Platz gefunden hat. Strafantrag stellt. Der Verwarnungsbefehl Neuerung im Strafrecht Berlin. 2. Juni. Im kommenden Strafrecht werden die vereinfachten Verfahrensarten, insbesondere das Schnellverfahren und der Strafbefehl, eine große Rolle pielen wie Ministeria'direktor Dr. Crohne vom Reichsjustizministerium im Rahmen des Berichtes der amtlichen Strafprozeßkommission über das bevorstehende neue Strafverfahren mitteilt. Er betont, daß gerade auch bei den Beschuldigten das Schnellverfahren sich steigender Beliebtheit erfreue. Während 1935 und 1936 gegen Urteile des Amtsrichters und Schöffengerichtes nämlich in 20 bzw. 17 Prozent der Fälle Berufungen eingelegt wurden, betrug die Zahl in der gleichen Zeit bei dem Schnellgericht nur 6 bzw. 4 Prozent. Die wichtigste Ausdehnung des Schnellverfahrens wird darin beruhen, daß es nicht mehr nur bei freiwilliger Gestellung und vorläufiger Festnahme zulässig ist, sondern auch allgemein, wenn die sofortige Aburteilung der Tat aus anderen Gründen angezeigt ist. Um aber einer für den Beschuldigten nachteiligen Uebereilung vorzubeugen, sind verschiedene Sicherheitsmaßnahmen in das Verfahren eingebaut. Es soll insbesondere nur bei geringeren und nur bei rechtlich wie sachlich ohne Schwierigkeit aufklärbaren Straftaten stattfinden. Weiter zeigt die Entwicklung der Praxis, daß auch der Strafbefehl nicht meyr zu entbehren ist. So ist z. B. in Preußen seit 1930 bis 1935 die Zahl der durch Strafbefehl erledigten Strafsachen von 65 auf 67 Prozent der gesamten Strafsachen gestiegen. In Deutschland wurden zuletzi von 728000 Strafsachen 563000 durch Strafbefehl erledigt. Die Tatsache, daß in Preußen 1935 bei 606000 Strafbefehlen nur in 89000 Fällen, also bei weniger als 15 Prozent, Einspruch eingelegt wurde, zeigt, daß der Bescouldigte sich durch den Strafbefehl nicht ungerecht beurteilt fühlt. Ganz neu ist der sogenannte Verwarnungsbefehl geschaffen worden, ein Mittelding zwischen der neugeschaffenen Verwarnung mit Strafvorbehalt und dem Strafbefehl. Im Interesse der kriminalpolitischen Erziehung ist beim Verwarnungsbefehl der Richter gezwungen, den Beschuldigten vor Erlaß zu hören und den Befehl mündlich auszusprechen, wobei ernste Vorhaltungen gemacht werden. Ausnahmebehandlung für Berufskraftfahrer überholt Berlin. 2. Juni. Zu dem Problem der Sonderstellung des sogenannten Berufskraftfahrers in der Rechtsprechung nimmt für eine wichtige Spezialfrage Staatsanwalt Dr. Liebers=Dresden in der amtlichen„Kriminalistik", die vom Chef der Sicherheitspolizei, SS=Gruppenführer Heydrich, herausgegeben wird. das Wort. Es handel sich um die Behandlung der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung im Verkehr. Das geltende Strafgesetzbuch sieht dann einen höheren Strafrahmen vor, wenn der Täter unter Außerachtlassung der Aufmerksamkeit handelte, zu der er vermöge seines Amtes, Berufes oder Gewerbes besonders verpflichtet war. Außerdem wird bei der Bejahung der letzteren Voraussetzung die fahrlässige Körperverletzung von Amts wegen verfolgt, während sie sonst von dem Vorliegen eines formgerecht und rechtzeitig gestellten Strafantrages abhängt Da die häufigste Anwendung der hier in Betracht kommenden Paragraphen 222 und 230 StGB heute im Verkehr als fahrlässige Tötung bzw. Körperverletzung bei Verkehrsunfällen stattfindet, untersucht der Referent die Frage, ob eine derartige unterschiedliche Behandlung der Fahrlässigkeit im Verkehr noch am Platze sei. Er kommt zu der Feststellung. daß diese Frage zu verneinen ist. Auch das Volksempfinden verstehe diesen Unterschied nicht: denn für den außenstehenden Beurteiler sei ein Rippenbruch doch nicht deshalb milder zu beurteilen, weil der Verletzte keinen tung als seute cheisischiris lens osloaus in aurefranim habe, ranksosloaatsFreiden kreich erden das Rolle eichsamthende auch eigengegen ich in gelegt dem Ausvormein, deren schulvereind nur baren g der ehren Zahl 5 auf Ir sachen aß in 39 000 h einh den en ist haffen VerIm Veruldig= auserden. ellung echung lt Dr. listik", führer sich örperh sieht Täter te, zu verbes r Beörpersonst ig gee Anraphen slässige statte dereit im Uung. ksempr den h nicht keinen Aus westdeutschen Gauen Freitag, den 3. Juni 1938( Nr. 151 Raumordnung, Raumforschung Die Wissenschaft im Dienste der Landesplanung Düsseldorf, 2. Juni. Im Juni 1935 wurde vom Führer und Reichskanzler die Reichsstelle für Raumordnung gegründet, der durch Gesetz die Aufgabe übertragen wurde, mit ihren Außenstellen, den in jeder Provinz und jedem Reichsstatthalterbezirk eingerichteten Landesplanungsgemeinschaften,„darüber zu wachen, daß der deutsche Raum in einer den Notwendigkeiten von Volk und Staat entsprechenden Weise gestaltet wird". In den Landesplanungsgemeinschaften sind als Mitglieder die Partei, die Reichs= und Staatsbehörden, die Selbstverwaltung, die Wirtschaft, sowie auch die Wssenschaft vertreten. Die Erkenntnis, daß die Wissenschaft in erster Linie dazu berufen ist, zur Vertiefung der Kenntnisse über den Planungsraum, seine Lebenskräfte und seine Lebensbedingungen beizutragen und der Landesplanung für ihre praktische Tätigkeit wertvolle Dienste zu leisten, hat im Februar 1936 zur Gründung der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung geführt, in der die an allen deutschen Universitäten und Hochschulen eingerichteten Hochschularbeitsgemeinschaften für Raumforschung als Arbeitsgemeinschaften der Dozenten= und Studentenschaft zusammengefaßt sind. Im Rheinland bestehen Hochschularbeitsgemeinschaften an den Universitäten Bonn und Köln und an der Technischen Hochschule in Aachen. Darüber hinaus bestehen seitens der Landesplanungsgemeinschaft Rheinland enge Verbindungen zur Universität Münster i.., die auch Teile des rheinischen Raumes wissenschaftlich bearbeitet. Der Landesplaner der Rheinprovinz, Oberbaurat Di.= Ing. Gobbin, hatte Donnerstag gemeinsam mit dem Landesleiter der rheinischen Hochschularbeitsgemeinschaften, Professor Dr. Kuske, Köln, sämtliche Mitglieder der drei Hochschularbeitsgemeinschaften für Raumforschung sowie die Studentenführungen von Köln, Bonn und Aachen zu einer Tagung im Spanischen Bau in Köln einberufen, um über den Stand der bisherigen Arbeiten auf dem Gebiete der Raumforschung Berichte der Bearbeiter entgegenzunehmen und ein Proaramm für die gemeinsame Arbeit des nächsten Semesters aufzustellen. Nach einleitenden Ausführungen des Landesplaners über die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis hielt Dr. Ley von der Landesplanungsgemeinschaft Rheinland einen grundlegenden Vortrag über„Raumforschung in der Rheinprovinz". Der Vortragende wies darauf hin, daß in den zwei Jahren des Bestehens der rheinischen Hochschularbeitsgemeinschaften wertvolle Erkenntnisse für die Art der Zusammenarbeit gewonnen seien. Er betonte besonders, daß gerade die Entscheidungen über die zweckvolle Raumnutzung von einer gründlichen Kenntnis der Tatsachen und Erscheinungsformen im Raume und ihren inneren Zusammenhängen getragen sein müssen. Diese zu vermitteln, sei die Wissenschaft berufen. Wenn die Praxis auf die Dauer ohne die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschung nicht auskommen könne, so werde anderseits die Wissenschaft ihrer staatspolitischen Aufgabe nicht gerecht, wenn sie nicht die Erfordernisse des Tages zum Gegenstand ihrer Forschung mache. Der Vortragende ging dann auf die verschiedenen Arbeitsgebiete in den einzelnen rheinischen Teilräumen ein und stellte die Besonderheiten der Planungs= und Forschungsaufgaben in dem intensiver entwickelten nördlichen Teil und dem wirtschaftlich schwächer entwickelten größeren südlichen Teil des Rheinlandes dar. Die Landesplanungsgemeinschaft Rheinland sei in der glücklichen Lage, eng an den Rheinischen Provinzialverband angelehnt zu sein, dessen Leiter, Landeshauptmann Haake, zugleich Vorsitzender der Landesplanungsgemeinschaft sei. Dadurch ist die Gewähr gegeben für eine enge Verbindung mit den von dem Provinzialverband unterhaltenen wissenschaftlichen Instituten und der Verwertung von Ergebnissen wissenschaftlicher Forschungsarbeiten, die von der Provinz veranlaßt und gefördert werden. Der Nachmittag war angefüllt mit Einzelberichten der Wissenschaftler über ihre Forschungsthemen, an die sich eine rege Aussprache schloß. Neuer Milchhof in Duisburg Zehn Millionen Mark Jahresumsatz Duisburg, 2. Juni. Die Milchversorgung Duisburg hat ihren mit den modernsten Maschinen ausgestatteten neuen Milchhof im Stadtteil Meiderich in Betrieb genommen. Die Anlage wurde mit einem Kostenaufwand von rund 750000 Mark errichtet. Aus etwa 1000 landwirtschaftlichen Betrieben aus der näheren und weiteren Umgebung Duisburgs werden täglich etwa 65000 Liter Rohmilch bezogen, zu denen von 21 Landmolkereien des Niederrheins noch 70000 Liter bearbeitete Trinkmisch kommen. Käse, Marlenbutter, Kakao, Yoghurtmilch usw werden mit den neuesten Maschinen hergestellt. Insgesamt wird durch die Milchversorgung Duisburgs ein Gebiet mit rund 500000 Einwohnern versorgt. Der Jahresumsatz beläuft sich auf etwa 10 Millionen Mark. Fremdenwerbung Die Manderscheider regen sich Den Gästen des romantischen, heilklimatischen Kurorts Manderscheid in der Eifel wird zu Pfingsten sonderes geboten. Pfingstsonntag, 5. Juni, findet bei Eintritt der Dunkelheit eine Beleuchtung der beiden Mandetscheider Burgen statt. Die Beleuchtung ist erstmalig und soll bei der herrlichen Lage der Burgen eine ganz beson dere Wirkung haben. Außerdem findet an beiden Burgen ein großes Feuerwerk statt: Boenben werden knallen, Raketen in die Luft steigen, und schließlich werden die Burgen im Bengalfeuer stehen. Die Veranstaltung wird durchgeführt von der Kurverwaltung Manderscheid, die mit dieser Burgenbeleuchtung den Anfang machen will mit Veranstaltungen, die den Kurgästen in Manderscheid den Aufenthalt zu einem recht angenehmen und abwechslungsreichen machen sollen. Dem Leben nicht gewachsen Die kranke Frau mit dem Handtuch erhängt Bärweiler(Hunsrück), 2. Juni. Die Frau des 64 Jahre alten Wilhelen Schuhmacher wurde vor kurzem mit einem Handtuch erhängt aufgefunden. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft wurden jetzt so weit ge fördert, daß der Ehemann unter dem Verdacht, seine Frau umgebracht zu haben, verhaftet wurde. Jetzt hat Schuhmacher seine Tat eingestanden. Als Grund darf angenom men werden, daß sich Schuhmacher seiner Frau entledigen wollte, da diese seit einiger Zeit geisteskrank war und er für die Unterbringungskosten in eine: Heil= und Pflegeanstalt hätte aufkomenen müssen. In seinem bisherigen Leben hat sich Schuhmacher nichts zuschulden kommen lassen. Zweifache Kindestötung Drei Jahre sechs Monate Zuchthaus Saarbrücken, 2. Juni. Das Schwurgericht Saarbrücken verurteilte die aus der Untersuchungshaft vorgeführte 24 Jahre alte Frieda Schütz wegen vorsätzlicher Kindestötung zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus. Durch das Geständnis der Angeklagten galt als erwiesen, daß sie am 9. Appil d.., als sie bei einer Familie in der Jakob=Johannes=Straße in Stellung war, heimlich geboren hat. Unmittelbar nach der Geburt hatte sie das Neugeborene erstickt. Bei der Vernehmung durch einen Kriminalbeamten stellte sich heraus, daß die An geklagte bereits im Jahre 1937 in schwangerem Zustande gewesen war. Auf eindringliche Vorhaltungen gestand die Angeklagte, daß sie damals im Juni, an einem Sonntag, ebenfalls heimlich geboren habe. Durch die Schmerzen will sie ganz benommen gewesen sein, und als sie nach zehn Minuten wieder nach dem Kinde sah, habe es nicht mehr geatmet. Sie bestritt jedoch, die Absicht gehabt zu haben, das Kind zu töten. Das Schwurgericht hat sowohl in dem Falle der Kindestötung im Jahre 1938, wie auch bei der Tötung ien Vorjahre ein vorsätzliches Handeln angenommen. Es billigte jedoch in dem Falle aus dem Jahre 1937 der Angeklagten mildernde Umstände zu, die jedoch im zweiten Falle abgelehnt wurden, weil das ganze Verhalten der Angeklagten das Gebaren einer unmenschlichen Mutter zeige. Um 15 Pfennige eine sichere Existenz vernichtet Trier, 2. Juni. Die Erste Große Strafkammer zu Trier verhandelte am Dienstag gegen einen 56jährigen ehemaligen Straßenbahnschaffner, der 25 Jahre in den Diensten der Stadt Trier gestanden hatte. Ihm wurden„schwere Amtsunterschlagung, Untreue und versuchte Bestechung" zur Last gelegt. Im Oktober vorigen Jahres wurde der Beamte während einer Fahrt kontrol liert. Dabei wurde ein Fahrgast angetroffen, der einen alten, bereits verbrauchten Fahrschein in der Hand hatte. Der Fahrgast gab an, den Schein vom Schaffner erhalten und diesem dafür 15 Pfennig gegeben zu haben. Noch in der Nacht versuchte der Schaffner, den Kontrolleur zu bewegen. den Fahrschein verschwinden zu lassen, wozu er ihn in eine Gastwirtschaft einlud. Der Kontrolleur lehnte das Ersuchen jedoch ab und meldete den Vorfall seiner vorgeletzten Behörde. In der Hauptverhandlung blieb der Angeklagte dabei, daß er den Schein nicht ausgegeben habe. Auf Grund der Beweisaufnahme hielt ihn das Gericht jedoch für überführt. Man hielt eine empfindliche Strafe für den groben Vertrauensbruch am Platze und erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gefängnisstrafe von sieben Monaten. Westdeutsche Kurzmeldungen Vorsicht, Scharfschießen! Auf dem Truppenübungsplatz Wahn finden in der Zeit vom 8. Juni bis 1. September 1938 täglich von 13 Uhr bis folgenden Tag 8 Uhr Scharfschießen statt. Während dieser Zeit ist das Betreten des TruppenübungsRatzes Wahn mit Lebensgefahr vervunden. Beim Schießen während der Dunkelheit sind als Warnzeichen auf dem Wasserturm im Lager sowie auf dern Beobachtungsturm auf dem Moltkeberg rotbrennende Laternen angebracht. Unter die Mähmaschine geraten Ein furchtbarer Unglücksfall trug sich am Donnerstagmorgen in Aachen=Rothe Erde zu. Ein vor eine Mähmaschine gespanntes Pferd scheute vor einem in der Nähe vorbeifahrenden Eisenbahnzug. Der die Maschine führende 30jährige Bauermohn geriet unter die Maschine, die über seinen Kopf hinwegging. Der junge Mann wurde auf der Stelle getötet. Das Dorf ohne Unkraut Einen nachahenenswerten Ehrgeiz hat das kleine Dörflein Rödinghausen am Wiehengebiege. In Feldbegehungen und Ortsversammlungen hat man die Bevölkerung zusammengerufen, um nach einheitlichem Plan eine große Unkrautvernichtungsaktion durchzuführen. Das Dorf beteiligt sich geschlossen an diesem segenbringenden Avwehrkampf. So hoffen die Rödinghäuser, in Kürze ihr Dorf zum„Dorf ohne Unkraut" zu machen. Sturm fällt Baumriesen Bei dem orkanartigen Sturm, der in den letzten Tagen im Westerwaldgebiet herrschte, wurde auf dem Marktplatz in Steimel eine machtige, tausend Jahre alte Linde umgerissen. Der Baumrie##e stürzte auf die Hauptstraße, so daß der Verkehr für längere Zeit umgeleitet werden mußte. Blitz schlug in Rinderherde Während eines Unwetters hatten sich auf einer Weide in Hassum bei Goch mehrere Kühe in einer Ecke der Weide am Drahtzaun zusammengeschart. Plötzlich schlugen drei Kühe, vom Blitz getroffen, zu Boden. Während zwei Tiere sich nach kurzer Zeit wieder erholen konnten, blieb das dritte, ausgerechnet das wertvollste, tot auf der Strecke. Das Weiter Bericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeori Köln, herausgegeben am 2. Juni, 19 Uhr. Das gestern auf der Biskaya gelegene Sturmtief ist mit großer Geschwindigkeit auf England zur Nordsee gewandert. Es hat den Höhepunkt seiner Entwicklung bereits überschritten und füllt sich rasch auf. In der Wetterlage tritt nunmehr eine Besserung ein, so daß in den nächsten Tagen meist freundliches Wetter herrschen wird. Wetteraussichten für Freitag: Mäßige Winde aus West bis Nordwest, wolkig bis heiter, vereinzelte leichte Schauer, mäßig warm.— Weitere Aussichten: Vorwiegend freundlich und warm. Amtliche Wasserslände Rheinfelden.61(minus 14), Kehl.88(maus 14), Maxau.46(plus 24), Mannhein.37(plus 34), Mainz .78(plus 11), Bingen.82(plus), Kaub.95(unv.) Trier.31(plus 13), Koblenz.92(minus), Köln.62 (plus), Düsseldorf.98(plus), Duisburg minus.22 (plus), Mülheim.27(unv.), Ruhrort.03(plus), Wesel minus.17(plus), Emmerich.08(unv.). 0 S Sagtest Du sechs? Nein- ich sagte drei:! nm nmn 1 A * 0 Sa „ Nen die Secne Der die ver## Pfennig s Seurer gle Uung. ue e7: Denn au begrig. Osentobeb a... 8ich n stell. Gen zu shra. 2Ung verwang Hier. —„Ssem Vor.-def, und — Sie ihre 99 e% Orze Verc slicht ankt eit NO garantiert 1 Ausgewogenes Vollformat (2) Tabak edelster Orientauslese 3 Rezeptgetreue Dauermischung 4 Naturfrisch verpackt 5 ULerzeugende Fachleistung Freitag, den 3. Juni 1938 0 s 4: Heue sag Nr. 151 Ein Jahr bei der Internationalen Brigade: „„" Ein Sozialist sicht das rote Katalonien.— Erlebloh kann nicht mahr!""# nisse eines chemalgen österreichischen Kämpfert „en Kahn-Ment-Möil!F der Internationalen Brigade. Soorrieht dr Verlag Presse Tagesdienst, Berlio W 35. Ein Tatsachenbenicht von Fpanz Kanl Leitnen (Schluß.) Meine Verwandten hatte ich schon verständigt und als ich zu ihnen kam, war das erste, daß ich die Uniform auszog und in ein altes Zivilkleid schlüpfte, das mir ein mildtätiger Nachbar lieh. Nun war ich im Bilde. Schuschnigg appellierte nach der Berchtesgadener Unterredung an die Arbeiter, auf die sein Vorgänger im Febuar 1934 mit Kanonen schießen ließ. Er wollte die Arbeiterschaft mit Wafien versehen um sie als Sturmbock gegen die immer stärker werdenden Nationalsozialisten zu mißbrauchen. Aus dem schrecklichsten Bürgerkrieg der Weltgeschichte, aus Spanien war ich geflohen, um in ein zweites Spanien zu kommen. Sollte ich wieder all das erleben, was ich schon erlebt hatte. Blut, Tränen, Verzweiflung. Leichenberge? Und so beschloß ich das klügste zu tun in dieser schrecklichsten Situation. Ich ging nicht mehr zur Frontmiliz, auch auf die Gefahr hin, verhaftet zu werden. Ich suchte einen alten Freund auf, der weit draußen am Stadtrand wohnte, um mich bei ihm einige Tage zu verbergen. Die Volksabstimmung Schuschniggs, das war 22 mir klar, konnte nur mit einem Bürgerkrieg enden, mit dem dritten und blutigsten Bürgerkrieg, der in Oesterreich seit dem Jahre 1934 getobt hatte. „Die Nazis beherrschen die Straßen!" Was ich bei meinem Freund in der kurzen Zeit unserer ersten Aussprache erfuhr, brachte mir Gewißheit, daß wir vor einer surchtbaren Katastrophe, von unabsehbaren Ausmaßen, standen. Seit der Berchtesgadener Begegnung gab es in der Provinz nationale Kundgebungen großen Stils. Auch in Wien flammte die Begeisterung auf. Hunderttausende Nationalsozialisten, die fünf Jahre lang brutal von einer Terrormaschine unterdrückt und in Fesseln gehalten wurden, demonstrierten stürmisch für einen deutschen Frieden, ohne Hinterhalt und List. In der Schrebergartenhütte bei meinem Freund, der schon acht Jahre arbeitslos ist, schlafe ich. Wir sitzen die halbe Nacht zusammen und er erzählt mir, was sich in dem einen Jahr, als ich in Sowjetspanien war, alles zugetragen hat.„Gestern war ich in der inneren Stadt", meint er,„die Nazis beherrschen die Straßen, sie lassen sich nicht vertreiben. Die Vaterländischen sind überall in der Minderzahl. Sie sind mit Propagandaautos durch die Stadt gefahren. Die Juden auf den Autos sind Spießruten gelaufen. Was auch immer kommen mag, schlechter als unter dem Schuschnigg=Regime kann es nicht mehr gehen. Wenn es losgeht, bleive ich auch nicht zu Haus. Ich bin kein Nazi und wor keiner, mein Leben lang aber wenn es gegen die Schuschnigg=Gauner geht, die mir seit drei Jahren die Arbeitslosenunterstützuna weggenommen haben und die keine Arbeit schaffen, bleibe ich auch nicht zu Hause!" Ich schlief einen traumlosen Schlaf. Als ich aufwachte, lag ein Zettel auf dem Tisch:„Geh nicht hinaus, für dich gejährlich, ich komme bald nach Hause.“ Eine Zigarette fand ich noch. Dann schlief ich wieder ein, erschöpft und müde. Lärm schreckte mich auf. Ich fuhr vom Schlaf empor. Mein Freund tanzte in seiner armseligen Hütte einen Freudentanz. Ganz benommen starrte ich ihn an.„Was ist denn, Otto?“„Die Volksabstimmung ist abgesagt.“ Als ich mich anzog, war mir und allen, die sich in der kleinen Hütte sommelten, bewußt, daß die Stunden des Regimes Schuschnigg gezählt seien.„Auf. in die Stadt!“ schrie einer.„Da müssen wir dabei sein, wenn sie dem Schuschnigg einen Trauer=das singend jubelnd und schreiend immer wieder Heilrufe marich spielen!" Doch ein anderer, der gerade atemlos auf Adolf Hitler, den Retter, ausbringend, die alte Kärntdie Hütte betrat, sagte:„Das Militär in der Rennweger nerstraße füllte. Kaserne hat scharfe Munition gefaßt und strenge Bereitschaft. Die Frontmiliz und das Sturmkorps sind aufgeboten!“ Trotzdem beschlossen wir, in die Stadt zu gehen, die von der Polizei hermetisch abgesperrt war. Wir kamen gerade zurecht, als die ersten Demonstranten in die streng abgesperrten Stadtteile eindrangen. Die Wachbeamten wurden einfach mit den Rufen:„Hoch die Hitlerpolizei! Hoch die deutsche Polizei!“ umringt und überrannt. Um 8 Uhr abends war ich mitten unter dem freudigen Volk, Unabsehbare Massen füllten die Straßen, von einer unsichtbaren Hand hervorgezaubert. Es gab keine Standesunterschiede mehr, es gab nur lachende und vor Freude weinende Wiener, die die Hände zum Himmel hoben und Heilrufe auf den Führer und Befreier Adolf Hitler ausstießen. Aufbruch der Nation Die ganze innere Stadt ist ein freudetobendes Menschenmeer. Die ersten Hakenkreuzfahnen, die ersten TransWir bringen ab Samstag einen hochaktuellen und ebenso interessanten Tatsachenbericht Sieh unser neues Land mit offenen Augen parente, die ersten SA= und SS=Abteilungen erscheinen. Alles geht stramm und diszipliniert vor sich. Die Massen halten Ordnung. Das ist eine deutsche Revolution. Vor dem Bundeskanzleramt staut sich eine wartende Menge. Hochrufe auf den neu ernannten Bundeskanzler Seyß=Inquart, und die deutschen Hymnen, immer wieder von der Menge inbrünstig und gläubig gesungen. tönen zum Himmel. Unter endlosem Jubel geht auf dem Regierungsgebäude am Ballhausplatz. in dem einmal der Reaktionär Metternich residierte, genau 90 Jahre nach seinem Sturz, die Fahne der deutschen Freiheit hoch. Wir Wiener, Enkel und Urenkel der tapferen Kämpfer vom Jahre 1848, die für ein Großdeutschland litten und starben, haben das Sehnen und Wollen unserer Altvorderen wahr gemacht. Nun sind wir frei, nun sind wir glücklich. Wir können es noch nicht begreifen, wir staunen nur wie Kinder, gäubig und verwundert. Wie oft habe ich die harte und mein Leben verflucht. Heute weiß ich, daß ich das große Glück hatte, den stolzesten Tag der deutschen Geschichte mitzuerleben. Bewußt und aufgeschlossen mitzuerleben. nachdem ich den blutigen. völkermordenden Bolschewismus und sein Wüten in Spanien kennengelernt hatte Ich war niemals zuvor in meinem Leben Nationalsozialist. Aber in dieser heiligen Stunde begriff ich, was mir nicht hunderte Kurse und tausende Bücher zum Bewußtsein bringen könnten: daß die deutsche Revolution das ist, für das ich und hunderttausende ehemalige SoziaDeutsche Hausfrau! von Louise Diel Photo: Archiv Der Bericht gilt der Schilderung der gewaltigen Kolonisationsarbeit Italiens in ItalienischOstafrika, ehemals Abessinien. Der Duce hat Frau Diel eigenhändig den Titel ihrer Arbeit als Vorschlag und Richtschnur gewidmet. Die Expedition der Verfasserin geht auf die Anregung und den ausdrücklichen Wunsch Mussolinis zurück. Ueber drei Monate hat Frau Louise Diel, als erste Frau überhaupt, das neue Abessinien im Auto, im Flugzeug und mit Sonderkarawanen bereist, und ihre vielfältigen Eindrücke als unmittelbare Augenzeugin in unterhaltsamer und anschaulicher Weise in dem Bericht niedergelegt. Du kannst durch Aufnahme eines Hausjahrmädels oder durch Ausbildung eines hauswirtschaftlichen Lehrlings den Mangel an guten Hausgehilfinnen beheben. Melde Dich bei der Ortsgruppe! listen und Kommunisten gern ihr Leben geben wollten. Daß die deutsche Revolution und Adolf Hitler, der uns in tiefster Not als Führer erstand, und den wir infolge der jüdischen Verhetzung lange nicht verstehen konnten, uns den Sozialismus bringt, den wir immer ersehnten. Den Sozialismus, der in keinem jüdischen Buch steht, den man nicht talmudistisch austüfteln kann, der aber verwirklicht wird in täglicher harter Arbeit und Pflichterfüllung aller Volksgenossen der Stirn= und der Faust. Was wir als Sozialisten und Kommunisten, was wir als Arbeiter wirklich wollten, das war Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Wahrheit. Die papiernen Thesen der Juden nahmen wir nur hin, weil uns eingeredet wurde, daß der Sozialismus so sein müsse, wie ihn die Juden zur Erhaltung und zum Ausbau ihrer verderblichen Macht predigten. Wir waren Feinde der Nationalsozialisten, weil man uns immer erzählte, daß der Nationalsozialismus den Arbeiter entrechte und daß Adolf Hitler ein Knecht der Kapitalisten sei. Heute, nachdem ich das spanische Inferno hinter mir habe, weiß ich, daß wir von gewissenlosen Volksverführern belogen und betrogen wurden. All das ging mir durch den Kopf. als ich mit ungezühlten Volksgenossen, von denen die meisten Männer der Arbeit waren, in den grauenden Morgen schritt. In den ersten Morgen Großdeutschlands, das seine ärmiten aber treuesten Söhne, die Arbeiter, nicht vergißt, gerade so wie alle Volksgenössen, wo sie auch immer schaffen. Die schaffen werden mit aller Kraft, um mitzubauen an dem großen Wert des Führers, des ersten Arbeiters der Nation Adolf Hitler! Einer fliest! VON FRANK LUDWIG NEHER Ein Roman von Liebe. Frauen und Rekorden 30. Fortsetzung Frank knöpfte den Ueberanzug auf und zog die Haube av. Dann ging er zu Mercedes. Er sah aus wie ein zerzauster Junge. Mercedes war blaß.. Es schien, als sei ihr nicht recht gut.„Ich freue mich so“, sagte Frank. Es klang ein klein wenig verlegen. Mercedes" kluge Augen forschten in Franks Gesicht. Sie konnte es sich gar nicht vorstellen, daß das der Mann war, der so haarsträubend aus schwindelnder Höhe heruntergeschossen war.„Have ich Sie erschreckt?" fragte Frank. Mercedes nickte Tränen kamen in ihren Blick. Wäre es nicht vor den Hangars, vor aller Blicke gewesen, Frank hätte die Anne um sie gelegt. Vanna hatte sich bis jetzt abseits gehalten. Nun trat sie hinzu. Sie hatte gar keinen Blick für Frank. Sie bot Mercedes Kölnisch Wasser an. Man müsse die junge Dame ins Kasino begleiten, schig sie vor. sie habe Ruhe notig Sie hatte die Lage blitzschnell erfaßt. Ihre Absicht war, durch große Sorge für die„junge Dame“ Franks Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Aber Mercedes hatte schon wieder Facbe bekommen. „Danke. Sie sing sehr freundlich“, sagte sie zu Vanna, „ich bin nur solche Dinge nicht gewöhnt.“ Schon hatte sie wieder Haltung. Rapp machte die Frauen bekannt.„Wir kennen uns von der„Cap Arcona“ her“, sagte Frank erklärens zu Banna. „Oh“. machte Vanna überrascht mit einem langen Blick auf Frank,„von der Cap Arcona“ her!“ Frank hielt dem Blick mit Ruhe stand. O er würde jetzt noch ganz anderen Dingen standhalten! Er hatte die Gewißheit, daß Vanna Theater spielte. Neben Mercedes kam sie ihm vor wie eine aufveitschende Fanfare. Mercedes aber war ein Akkord, war Harmonie. Rapp, o Rapp, ich lasse dir deinen Sieg Frank entschuldigte sich. Er wollte schnell im Kasino ein Bad nehenen. Der Obermonteur brachte ihm aus dem Wagen das Bündel mit dein Badeanzug.„Heer Mark ward“, sagte er, und alles was der Mann ausgestanden hatte. legte er in seine Worte.„Herr Markward. Sie hätten uns alle beinahe unglücklich gemacht" Frank schüttelt dem Mann die Hand.„Morgen wird's schon besser gehen.“ Vanna hing sich bei Rapp ein. Mercedes stand einen Augenblick allein.„Wer ist diese Mercedes Gildemann?“ fragte Vanna in fast singendem Ton. Rapp hatte zu nichts weniger Lust als solche Fragen zu beantwocten. Vorläufig waren ihm Vanna und Mercedes einerlei. Ex tat, als habe er nichts gehört. Jetzt war er der alte Flieger, war knapp und kurz wie in Venedig. Vanna drehte sich um und ging auf Mercedes zu. „Sie haben“, begann sie,„noch keine Erfahrung im Umgang mit Fliegern?" Dabei nestelte sie aus ihrem Täschchen einen Spiegel und betrachtete sich. Mercedes antwortete mit unbefangener Freundlichkeit:„Oh, ich denke, auf den Flieger kommt es nicht an.“ Vanna fühlte, daß sie einen falschen Ton angeschlagen hatte. Diese Mercedes Gildemnann war keineswegs ein ungeschliffener Diamant.„Sie kennen Herrn Markward schon länger?“ Vanna zwang mit dieser Frage das Gepräch auf eine andere Geundlage. „Kommt es auf die Länge der Zeit an, wenn man einen Menschen kennt?" Wollte diese kleine niedliche Mercedes Gildemann mit ihr, Vanna Riccardo, den Kampf aufnehmen? Lächerlich. Vanna reckte sich„Ich kenne Herrn Markward schon etwas länger. Ich erinnere mich an sehr schöne Stunden in Venedig. Ich versichere Sie". Vanna dämpfte ihre Stimme, „er ist im Spielsaal ebenso waghalsig wie in der Luft.“ „Ich glaube nicht", antwortete Mercedes mit Ueberzeugung,„daß Herr Markward sehr viel auf Spielsaalunterhaltung legt. Es wird eine Laune von ihen gewesen ein.“ Vanna fühlte langsam Wut in sich aufsteigen. Sie wußte, daß sie sich beherrschen mußte um die Oberhand n diesem Gefecht zu behalten. Sie ließ ein zweifelndes, un einen Grad zu hohes Lachen hören Rapp kam herbei. Er schlug vor, auf Frank zu warten ind dann nach Rio zurück zufahren. Man könne in der #—schenzeit im Kasino ein Eis nehenen. Der Vorschlag vurde angenommen. Als Frank erschien, war er in gerodezu übermütiger Laune. Das Bad hatte ihm aut getan. Erst jetzt begrüßte er Vanna und bat wegen des Uebersehens vorhin um Verzeihung. „Ich habe Ihnen nichts zu verzeihen. Sie müssen sich bei Fräulein Gildemann entschuldigen. Sie haben sie sehr erschreckt." Rapp biß sich auf die Unterlippe. Kampf um das Männchen, sagte er sich. Wie war man denn mit Vanna daran? Sie war doch vorhin ganz anders gewesen? Aber so schnell wie ihm dieser Gedanke gekommen war, so schnell vergaß er ihn auch wieder. Er ließ sich von der Unterhaltung treiben. Donelli kam an den Tisch.„Da finde ich Sie“, rief er, als er Rapp begrüßte,„gestern abend habe ich den ganzen Club auf den Kopf gestellt, und der Dottore hat nach Ihnen telephoniert.“ Frank sah erstaunt auf Rapp.„Warst du denn nicht im Club?“ Noch bevor Rapp antworten konnte, warf ihm Vanna einen warnenden Blick zu. Frank sah ihn. Er kamn zu spät. Schon hatte Rapp zur Antwort angesetzt. „Nein, ich war zu müde und habe den Abend verschlafen.“ Rapp vermied es, Frank anzusehen. Neues Hallo! Dr. Perzl erschien.„Kinder!“ schrie er schon von weitem,„ihr fliegt ja wie die Teufel!" Rapp tat einen flehenden Blick zum blauen Himmel. Peczl begrüßte ohne Umstände die Damen und war über die Anwesenheit von Mercedes sichtlich ganz besonders erfreut. „Rapp“, sagte er laut und in völliger Mißachtung der sonderbar gespannten Gesichter.„Rapp, wo waren Sie denn gestern abend? Ich habe das Hotel angerufen und nach Ihnen gefragt. Weggefahren, hat man mir gesagt. Ach“, er wandte sich an Vanna.„und Sie, meine Gnädige. waren auch nicht zu finden!" Perzl wandte sich, einmal im Zuge, an Frank:„Von Ihnen wundert es mich nicht, daß Sie sich schlafen legten. Für solche Flüge, wie Sie sichs leisten, muß man ausgeschlafen sein.“ Alles lachte. Aber es war viel verlegenes Lachen dabei. Frank sah sich fast belustigt in der Runde um Kein Zweifel, Rapp war verlegen. Perzl schob seine Brille zurecht und sah nach Ravps gelb=schwaczem Wagen. der vor dem nahen Hangar stand. Er deutete in dieser Richung.„Ist das Ihr Wagen"“ fragte er Rapp. Der bejahte. Perzl pfiff.„Dann bin ich ja gestern, als ich vom talienischen Club kam. an der Einfahrt des Gloria beinahe mit Ihnen zusammengefahren!" Rapp erinnerte sich, daß er kucz vor der Auffahrt zum Hotel vor einem andern Wagen scharf hatte bremsen müssen. Er konnte es nicht leuanen. Der Doktor hatte einen verflucht scharfen Blick.„Waren Sie das?" rief Rapp lachend „Ich kam eben vom Club. Ich hatte Eile, es war ja chon zwei Uhr morgens.“ ! So so, dachte Frank, das war Rapps frühe Ruhe. Rapp wünschte sich den Doktor in diesem Augenblick ins Pfefferland. Frank nickte Mercedes freundlich zu. „Ich denke, wir fahren jetzt in die Stadt zurück“, schlug er vor, und fragte, ob sie einen Wagen dabei habe. Nein, sie sei mit einem Taxi gekommen. Frank hätte ihr am liebsten die Hände gedrückt. Viel Zeit ist seit Venedig verflossen, dachte er, die Menschen ändern sich... Rapp war mit einem Male andern Sinnes geworden. Er wollte nicht nach Rio zurückfahren. Er habe noch eine ganze Menge zu tun. Die dreimotorige MarkwardCondor war im Ausbau fast fertig und es war nötig, dabeizubleiben Auch wolle er, sobald die Hummel nachgesehen sei, einige Stacts versuchen. Er warf Vanna einen heimlichen Blick zu. Sie solle dabletben. Mercedes, Dr. Perzl und Frank fingen an, sich zu verabschieden. Donelli ging wieder zu seinen Leuten. Er klopfte Frank beim Abschied anerkennend auf die Schulter. Rapp ging mit Frank ein paar Schritte abseits. Er wollte etwas sagen. Aber plötzlich fand er die Worte nicht. Frank sah den Fceund von der Seite an.„Rapp“. sagte er,„was ist denn mit dir los? Du brauchst mir doch nichts vomachen, ich kenne dich ja gar nicht wieder!“ „Du verstehstt das nicht“, gab Rapp fast heftig zurück. „So?“ machte Frank und schwieg. „Ich schäme mich vor dir“, sagte Rapp plötzlich in einem Ton, der keinen Zweifel zuließ. „Vor mir?“ Frank begeiff nicht recht. „Es gibt zweierlei Männer“, holte Rapp aus,„Don uijotes und Sancho Panzas. Ich bin Sancho Panza.“ Frank blieb ernst.„Dann bin ich wohl der Ritter von der traurigen Gestalt?" „Unsinn“, antwortete Rapp,„das wollte ich nicht sagen, das weißt du genau.“ Rapp war bitter. „Ach, das mit der Klubausrede ist doch nur ein Spaß. Die Auscede ist dir eben vorbeigelungen, das ist alles.“ Frank sah Rapp ermunterne an.„Das ist doch alles nicht so wichtig“, fügte er nach einer kleinen Pause hinzu. Rapp ging ein paar Schritte. Er wollte Frank noch etwas sagen und wünschte sicher zu sein, am Tisch nicht gehört zu werden. „Ich glaube". begann er.„daß es Millionen Männer gibt, die sich in verrücktester Weise in eine Frau verlieben und aus lauter Anständigkeit die Frau nicht anrühren.“ Fortsetzung folgt. * Ootton-N Nr. 151 Freitag, den 3. Juni 1938 Eder schlug Candel k. o und Kreitz besiegte Ollivon nach Punkten Franzose geht durchs Ziel beim Epsom-Derby Nur 2000 am Ring Ein geldlicher Mißerfolg wurde der erste FreiluftBerufsboxkampfabend am Donnerstag in der Berliner Bockbrauerei. Der gegen Abend einsetzende Regen gab nur etwa 2000 Sportbegeisterten Mut zu einem Besuch der überdachten Kampfstätte am Tempelhofer Berg. Eine rechte Stimmung wollte zu Beginn nicht aufkommen. Im Einleitungskampf(Weltergewicht) trennten sich Dalchow und Lipowiri(beide Berlin) nach vier Runden unentschieden. Noffke(Berlin) besiegte den Leichtgewichtler Leopold(Bernau) über die gleiche Strecke nach Punkten. Größeres Interesse löste schon der Kampf im Halbschwergewicht zwischen Adolf Witt(Kiel) und John Andersson(Schweden) aus. Nach Ablauf der acht Runden verkündete der Ringrichter ein„Unentschieden— für Witt ein schmeichelhaftes Urteil. Der Kieler suchte zwar gleich die Entscheidung, borte aber im Verlaufe des Kampfes unsauber und mußte in der fünften Runde sogar wegen zu tiefen Abduckens verwarnt werden. Anderssons beste Runde war die siebente, in der er Witt am Seil mit Wirkung treffen konnte. Lediglich die gute Schlußrunde von Witt beeinflußte die Punktrichter, die sich dadurch zu einem„Unentschieden“ entschlossen. Beide Boxer trugen Verletzungen im Gesicht davon. Witt an der Augenbraue, Andersson zog sich eine Schwellung unter dem rechten Auge zu. Der Hauptkampf führte Weltergewichtsmeister Gustav Eder(Köln) und den Franzosen Candel zusammen. Eder bot eine eindrucksvolle Leistung. Er ging auf eine schnelle Entscheidung aus und erreichte auch in der siebenten Runde sein Ziel. In diesem Kampfabschnitt landete er bei Candel, der sich als sehr großer „Nehmer“ auszeichnete, einen wuchtigen rechten Haken auf den solar plexus des Gegners. Candel mußte zr Boden und wurde ausgezählt. Bis weit über das„Aus“ hinaus blieb er kampfunfähig. Eders entscheidender Sieg löste großen Beifall aus. Mit einem Mehrgewicht von 9,5 kg nahm der hinter Europameister Tenet beste französische Mittelgewichtler den Kampf gegen Eder auf. Der Deutsche traf Candel schon in den ersten Runden mit Kopfhaken, aber der Gegner gab tapfer zurück. Mit linken Geraden und EinsZwei=Schlägen kam er ins Ziel, so daß Eder in der fünften Runde im Gesicht stark gezeichnet war. In der sechsten Runde änderte der Deutsche seine Kampftaktik. Er verlegte das Ziel seiner Schläge auf den Körper und hatte auch in der siebenten Runde Erfolg. Beim Kampf auf Halbdistanz kam er mit einem schweren rechten Haken durch. Candel brach stöhnend zusammen und wurde ausgezählt. Einen klaren Punktsieg erstritt Kreitz(Aachen) im Halbschwergewicht nach acht Runden über den früheren französischen Meister Emile Ollivon. Kreitz traf den Franzosen in der zweiten und Schlußrunde wiederholt mit Wirkung, verstand es aber nicht, sich im Nahkampf sofort vom Gegner zu lösen, der so die für ihn brenzlichen Situationen überstand. Immerhin sorgte der junge Aachener mit seiner Leistung für eine gute Abrundung des Kampfabends. K S W 4# RA *** .— * * 2 Joe Louis wird aufgebaut Exweltmeister Braddock und Baer als Helfer Die Vorbereitungen für den Kampf um die Weltmeisterschaft im Weltergewicht zwischen dem Titelinhaber Barney Roß und dem Herausforderer Henry Armstrong. der nach seinen sensationellen Erfolgen als Weltmeister im Federgewicht das Leichtgewicht übersprang, um gleich nach der Krone im Weltergewicht zu greifen, haben das „Feuerwerk“, für den Titelkampf im Schwergewicht zwischen Joe Louis und Max Schmeling am 22. Juni noch etwas in den Hintergrund treten lassen. Mike Jacobs, der Veranstalter der beiden großen Kampftage wollte erst das eine Geschäft sichern, um dann an den zweiten und größeren Schlager heranzugehen. Man hat es aber dabei doch nicht vergessen, das„Aufbauen“ von Joe Louis noch wieder weiter fortzusetzen. Die beiden amerikanischen Exweltmeister Braddock und Baer haben sich— sicherlich nicht nur aus Neigung!— als Hilfskräfte für Joe Louis zur Verfügung gestellt. Braddock will in Pompton Lakes, wo Louis sein Trainingsquartier hat, auch als Sparringspartner einspringen. Max Baer will als technischer Berater fungieren und gegebenenfalls am 22. Juni auch als Sekundant in der Ecke von Louis sein. Die Hintergründe dieser Ankündigungen sind durchsichtig genug. Man will nach außen hin die Chancen von Louis, diesmal gegen Schmeling besser als vor zwei Jahren abzuschneiden, unterstreichen. Auf der anderen Seite wird es wohl auch in Amerika Leute geben, die der Meinung sind. daß der Veranstalter und die Kreise um Louis doch wohl mit einiger Besorgnis dem Kampf gegen Max Schmeling entgegensehen, wenn sie immer wieder nach Mitteln suchen, um dem„braunen Bomber“ mehr Rückhalt und Selbstvertrauen zu geben. Die Newyorker Boxkommission hat bekanntlich auch Louis für den Weltmeisterschaftstitelkampf auch Handschuhe nach Maß zugestanden, weil der Neger erklärte, mit den normalen. Handschuhen nicht seine Schlagkraft voll einsetzen zu können. Eines wie das andere sind nur Etappen der Reklamearbeit, die auf die Stimmung der breiten Masse abgestellt ist. Max Schmeling kennt alle Manöver dieser Art natürlich zur Genüge. als daß er sich irgendwie beeinflussen läßt. Bange machen gilt nicht!— das hat für Max Schmeling immer gegolten und das wird auch diesmal wieder der Fall sein, zuwal Max Schzneling seinen Gegner Louis wahrscheinlich viel besser kennen dürfte, als die meisten Amerikoner dieses glauben mögen. Schmeling zuversichtlich Schon für 250 000 Dollar Vorverkauf Der Veranstalter des Box=Weltmeisterschaftskampfes zwischen dem amerikanischen Titelhalter Joe Louis und dem deutschen Herausforderer Max Schmeling, Mike Jacobs, versammelte am Mittwoch in Newyort die Vertreter der amerikan'schen Zeitungen um sich um ihnen Winke für die Propaganda zu geben. Im Verlaufe der Besprechung machte er davon Mitteilung, deß schon 250 000 Dollar im Kartenvorverkauf eingenommen worden seien. Aus allen Erdteilen hätten sich die Pressevertreter angemeldet; nicht weniger als 700 Karten müsse er allein für die Presse beresthalten. Von Osteuropa bis nach Australien=habe er Kartenanforderungen vorliegen. Am meisten gefrägt seien die teuersten Ringplätze. Angesichts dieser Tatsache erscheinen die Drohungen gewisser jüdischer Kreise, die versuchen wollen, den Kampf zu boykottieren und das Yankee=Stadion am 22 Juni mit Streikpostenketten zu umgeben, geradezu lächerlich. * Max Schmeling, der Deutsche Meister aller Klassen, wurde bei seinem Erscheinen im Madison Square Garden Bowl anläßlich des Weltmeisterschaftskampfes Roß — Armstrong von den Pressevertretern befragt über seine Ansicht wie der Kampf gegen Louis mohl ausgehen werde. Unser Landsmann äußerte sich sehr zuversichtlich:„Ich bin sicher, daß ich am 22 Juni gegen Louis den größten Kampf meiner Ringlaufbahn liefern werde. Ich habe Louis schon einmal entscheidend geschlagen und sehe nicht ein, warum ich mir das gleiche nicht noch einmal zutrauen können soll. Hinzu kommt diesmal, daß ich mir den Weltmeistertitel zurückerobern will.“ Sehr kühn äußerte sich Weltmeister Joe Louis, der sein Trainingslager in Pmpion Lake aufgeschlagen hat: „Ich werde Schmeling in der 7. Runde.o. schlagen“ Das große diesjährige Epsom-Derby konnte zum ersten Male seit dem Kriege von einem französischen Pferd— Bois Roussel, im Besitz von Peter Deattv— gewonnen werden. Unser Bild zeigt einen Zielmoment. Zweiter wurde mit vier Längen Rückstand Scottish Union. Der Favorit Pasch kam als Dritter zwei Längen zurück ein Grenzland-Regatta in Trier Ruderklub Germania im Vierer und Achter Am Pfingstsonntag und=montag werden sich in Trier die westdeutschen Ruderer zum zweiten Male in diesem Jahre im Kampf gegenüberstehen. Regatta in Trier! Wer denkt nicht unwilkkürlich zurück an jene großen Regatten, an das Meisterschaftstreffen des Jahres 1922, an den ecsten Start englischer Ruderer nach dem Kriege auf einem deutschen Strom! Trier hat vicles von dieser großen Vergangenheit als Ruderzentrun in der deutschen Westmark eingebüßt, ja es gab Jahre, in denen die Regatta des Mosel=Saar=Verbandes ausfallen mußte, als in Saarbrücken, ein Jahr vor der Heimkehr des Saarlandes zum deutschen Mutterland, eine Mamenutregatta ausgetragen wurde, die bieher ihresgleichen nicht wiedersah. Und als der Kölner Regatta Verein seine jahrelange Ehe mit Trier löste, da schien das Schicksal Triers als Regattaplatz besiegelt. Aber ges Reichsfachamtsleiters Präs. Paulis Wunsch blicb die Auferstehung der Teierer Regatta als Grenzland=Regatta, die im Vorjahr Wirklichkeit wurde. Und fürwahr, Trier hat eine Berechtigung. Regattaplatz zu sein und zu bleiben, daran ändert auch nichts das für die Rudervereine schwer, aber doch zu lösende Provlem: die Kostenfcage. Ein oder zwei Regatten weniger besucht, freiwilliger Verzicht amf einige wesenlose„Pötte“, und der Besuch dieser landchaftlich kaum wiederzufindenden Regattabahn ist gesichert! Nun zum Meldeergebnis. Gegen das Vorjahr ist die Zahl der startenden Vereine nur um 2, die Zahl der Meldungen aber unn gut ein Drittel zurückgegangen. Von den stadtkölnischen Vereinen beteiligt sich in diesem Jahr nur der Ruderklub Germania, dessen Aussichten in den von ihm gemeldeten Vierer= und Achterrennen durchaus nicht schlecht sind. Die Jungmannen erwartet eine neue Prüfung gegen Gegner aus Süd=West=Deutschland(Mainz, Wiesbaden), Düsseldorf, von der Lahn und aus Trier. Aus dem Verbard des Kölner RgV finden wir weiter die Bonner RG 1919/23 mit Meldungen zum Zweiten Achter und Junior=Achter(hier gegen Mainz und Duisburg). Da der Bonner Achter voraussichtlich in seiner ursprünglichen Besetzung starten wird, darf man diesmal auf den Ausgang des Rennens gespannt sein. ARs Rhenus=Uni=Vonn startet mit 11 Meldungen seiner Jungmannen und Junioren, dazu noch mit seinen Skullern in allen einschlägigen Wettbewerben. Und wiederum sehen wir in deen kampffreudigen Skuller Skoda vom Beuel, der in Trier neue Gegner in Saar=Saarbrücken und RG Worms findet Interessant win die Begegnung ARC Rhenus=Uni=Bonn mit dem Mainzer RV im Doppelweier weiden. Beachtenswerte Rennen sind der Zweite Vierer=ohne und der Zweite Achter, da die Sieger aus diesen Begegnungen sich die Startberechtigung für den Ersten Viererohne und den Ersten Achter erwerben— zwei gut gelegene Rennen am zweiten Tage— in denen die Renngemeinschaft Etuf=Krupp startet und die hier keine Absage des Gegners zu fürchten hat, da beide Mannschaften ausgeruht und unter aleichen Bedingungen ins Rennen steigen können. Im Zweiten Vierer=ohne startet GermaniHomberg, German=Köln RG Wiesbaden=Biebrich und WSV Duisburg. Im Zweiten Achter kennen wir vom letzten Sonntag her die Schlagkraft des Kölner GermanenAchters, der neben Bonn und Dusburg die stets Ucberraschung bringende RG Laynstein zu Gegnern hat. Im Zweiten Vierer=mit kämpfen Germania=Homberg und RG Lahnstein um den Sieg. Wenn auch von den 28 Rennen dieser zweitägigen Regatta 7 mangels genügender Meldungen ausfallen, so bleibt dennoch eine Wettfahrfolge, die frei von Vorcennen interessante umd spannende Hauptrennen verspricht, die auf die zweite Senioren= und die Jungmannklasse entfallen. Kölner Ruderer in Ostende Auf Grund dieses Erfolges in Mülhern Ruhr hat der Kölner RgB den Junior=Achteroes Kölner CfW nach Ostende gemeldet. Auf der gleichen Regatta startet der junge Gedesberger Skuller Neuburger im SeniorEiner. L Das deutsche Aufgebot für die Wimbledon-Meisterschaften Zu den inoffiziellen Weltmeisterschaften im Tennis, die vom 20. Juni bis 2. Juli in Wimblevon durchgeführt werden, entsendet das Reichsfachamt Tennis Spitzenkönner und Nachwuchsspieler. Bei den Männern sind dies neben dem Deutschen Meister Heinrich Henkel unid dem Wiener Georg von Metaxa die jüngeren Kräfte Rolf Göpfert(Berlin) und der erst 19jährige Engelbert Koch(Münster), bei den Frauen die Wienerin Rosl Krauß und die Berlinerin Gisela Enger. Die Tennisführung will auf diese Weise erreichen, daß die Nachwuchsspieler Turniererfahrung sammeln und ihr Können fortbilden. Auswahl der besten Doppel in Köln Die besten Tennis=Doppel der Gaue Mittelrhein. Niederrhein, Südwest und Hessen geben sich Pfingstmontag auf den Rotweiß=Plätzen im Kölner Stadion ein Stelldichein, um im Rahmen des Wettbewerbs zur Ermittlung des besten deutschen Doppels das Paar ausfindig zu machen das an den Entscheidungskämpfen in Berlin teilnimmt. Aussichtsreichste Teilnehmer sind Eppler—Gulez(Mittelrhein), die in erster Linie mit dem gut eingespielten Essener Paar Mefiert Peltzer rechnen müssen. Aber auch die Frankfurter Dohnal— Kleinlogel sino nicht zu unterschätzen. Hessen stützt sich auf Stipanski—Tüscher 2. Es spielt jeder gegen jeden. Rittmeister Hasse Sieger des Warschauer Jagdspringens Das Interationale Warschauer Reitturnier nähert sich seinem sportlichen Höhepunkt: dem Preis der Nationen. Eines der Hauptereignisse vor diesem Kampf war aber auch der Ehrenpreis des Chefs der polnischen Armee, der am Donnerstag in Form eines Jagospringens der Klasse S entschieden wurde. Jeder Teilnehmer mußte zwei Pferde über den schweren Parcour steuern — eine Aufgabe, die nicht alle, ja nur einer lösen konnte. Rittmeister K. Hasse(Deutschland) brachte es fertig, zunachst Tora. dann Goldammer fehlerfrei über die Sprünge bis zu.50 Meter Höhe und 4,50 Meter Breite(insgesamt 19) zu bringen. Der Sieger wurde mit Beifall überschüttet Er empfing aus der Hand des Chefs der polnischen Armee. Marschall Rydz=Smily, den Ehrenpreis. Zweitbester deutscher Reiter war Oblt. Huck, der mit Fridolin(4½ Strafpunkte) und Olof(0) auf den achten Rang gesetzt wurde. Oblt Brinkmann und Rittm. Momm teilten sich mit zwei polnischen und einem rumänischen Offizier in den 11. bis 15. Platz. Die schöne Anlage im Lazioenk=Park war dichtbesetzt, als der Kampf bei herrlichstem Weiter begann. Der Chef der polnischen Armee, Rydz=Smily, ließ sich vorher die deutschen Reiteroffiziere vorstellen. Abbruch wegen Regens Tennis-Borussia—RE Straßburg:2 Nur 3000 Zuschauer hatten sich zu dem Gastspiel des RC Straßburg eingesunden. Der Kampf konnte nicht über die Zeit gebracht werden, da nach dem Wechsel ein starker Gewitterregen zum Abbruch zwang. Zu diesem Zeitpunkt stand der Kampf:2. Die Straßburger gingen vor der Pause durch Rohr in Führung, die sich dann die Berliner durch Göde und Berndt bis zum Pausenpfiff sicherten. Ein Prachtschuß des Straßburgers Keller sorgte für das:2. Hoppegarten 1. Rennen: 1. Gestüt Schlenderhans Vene(P Jung), 2. Garnele, 3. Immerdu, ferner liesen Elsmeter, Rosenode, Föhrental und These. Toto: Sieg 170, Platz 31, 16. 31. Lg.——3. EW. 564:10. 2. Rennen: 1. Gestüt Ebbeslohs Funza(O. Schmidt), 2 Flavier, 3. Faisal, ferner lief Marabou. Toto: Sieg 32. Platz 13. 15. Lg.——8. EW. 116. 3. Rennen: 1. Fr. Irmg. von Opels Effner(H Zehmisch), 2. Cicerone, 8. Faustitas. Toto: Sieg 14 Lg.—3. EW. 36. 4. Rennen: 1. O. von Mitzlaffs Höllenfürst(O. Schmidt). 2. Orione, 3. Prinzenweg, ferner liefen Galleria Brera und Ariadne. Toto: Sieg 17, Platz 13, 25. La. 1½—1½—4. EW. 76. 5. Rennen: 1. L. Lewins Soubrette(Narr), 2. Harpagos 3. Feuergarbe, ferner liefen Zentaur, QuickTrick. Weltruf. Toto: Sieg 29, Platz 18. 23. Lg.—2— 1½ EW 104. 6. Rennen: 1. Gestüt Erlenhofs Dschingis Khan (K. Visek). 2. Amani, 8. Waltala, ferner liefen Biedermann, Grobian, Octavianus. Toto: Sieg 42, Platz 18. 13. Lg.——½. EW. 76. 7. Rennon: 1 K. Beckers Landpirat(E. Hugillenin), 2. Senitza, 3. Prinzeß Chimay, 4. Balilla, ferner liesen Kamufspiel, Gronika, Sagenheld, Baron., Hausorden. Augit. Toto: Sieg 76, Platz 24, 22, 21, 18. Lg. 1¼——1½. EW. 2 184. 8. Rennen: 1. W. Nettes Fortunata(H. Berndt), 2. Patron, 3 Fensterparade, serner liefen Blason, Balte, A batros, Princivessa. Toto: Sieg 67, Platz 14, 11, 13. Lg.——2. EW. 176. Longchamp 1. Rennen: 1. Bar. E. de Rodhschilds Champagne Cup(C. Bouillon), 2. Nordir, 3. Royaliste. Toto: Sieg 13. Lg. 3, 6. 2. Rennen: 1. A. Edvabnikas Voragine(G. Dforez), 2. Tra Mek, 3. Tali, ferner liefen Beau Ténobreur. Buzzard, Violiste, Nappe. Toto: Sieg 52, Platz 26, 36. Lg. ½. 1. 1½. 3. Rennen: 1. Mme. I. C. Coucillos Turbator(G. Duforez), 2. Last Post, 3. Citron ferner liefen Moi Meme, Ensorceleur 2, Pontormo, Paillac, Parnir, Indiara, Mignon. Toto: Sieg 106, Platz 22, 19, 14. Lg. K. H. H. 4. Rennen: 1. L de P. Machados Cing Avril (H. Sachet), 2. Pocket Apollo, 3. Hindou, ferner liefen Ksar el Srir. Cor Fleuri, Becasson, Premier=Baiser. Toto: Sieg 199. Platz 87, 31. Lg. 1, 1½, K. 5. Rennen: 1. Sienon Guthmanns Alibi(F. Hewoc), 2. Secley, 3. Monthéry, ferner liefen Tramonto, Navob, Laboratoire, Messines, Picasso. La Nonette. Toto: Sieg 32. Platz 15. 48, 18. Lg. 2½. ½. 3. 6. Rennen: 1. Cte. d. F. de Paraberes'Alsacien 2 (J. Rosso). 2. Darsine, 3. Impératrice, ferner liefen Khorassan, Rienzo, Kirfox. Proetor, Alallah, Lascar. Hay Market, Caméa. Bonne Combine, Colubra. Le Deauville, Apcil Shower, Aqucduc. Toto: Siea ld., Platz 44, 53. 26 Lg. ½, H. K. Enghien: 1. Lolotte— Snow Storm; 2. Cantocigale — Tcame; 3. Scala— Stall Nauton: 4. Grenadier 3— Picoteur; 5. Armando— La Captive; 6. Scotch— Zerbino. 1 * 8 LEinwand Kreppapier und Wolldecken In dieses Aufnahmeateliet wurde der erste Sender gebracht und sofort ausgestellt. Auf dem Dach echob sich eine von deen Telegraphenbauant errichtete Antenne. Die Anschlußleitungen wurden verlegt, die Maschinen eingeschaltet. Der vorhandene Dachraum wurde ausgeräumt und durch Wolldecken zum###meatelier vorvereitet. Der größere Tell des Raumes war zur Abdämpfung des Schalles zunächst locker mit lila Krezpapier behängt— es war der eigentliche Aufnahmeraum. Der andere kleinere Teil bot Platz zur notwendigen lechnischen Einrichtung. Das Mitrophon stand auf einen mit zwei Adressbüchern belegten Stuhl So einfach das alles war. so genügte es doch für den Anang. Vom 18. Otteber 1923 ab fanden Sendeversuche statt. um die gürntigste Stellung des Mikrophons zu erproben, aber auch, um über die Reschweite des kleinen Senders Erfahrungen zu gewinnen. Bereits Ende Oktober begann dann ein viogrammäßiger Betrieb, mit einer richtigen kleinen Vottrags olge. Das war der Augenblick, auf den die Bastler mit ihren Detektorapparaten solange gewart:, hatten. Die in der nächsten Nähe wohnten, hatten es im besten, die an der Peripherie der Stadt wehnten, mußten sehr bescheiden sein. Unter besonderen günstiger Mitterungsverhälmnissen hörten sie zuwelen im Kopfhöter die ersehnten Klänge, aber oft nur für Mmuten und Sekunden. Die Radiobastler wurden in vielen Wannungen zu Tyrannen des Haushaltes. Der aufgeregte Ru.„Still, ich höre was!“ genügte, um die ganze Familie zum Schweigen zu bringen. Auf Zehenspitzen dri, gie sich alles heran, um auch etwas von den kernen Klüngen auszuschnappen. Im Vorhaus begann der offizielle Send#####enst am Abend. „Ilier ist Berlin auf Welle 400“ So klang der Ruf laut in den Aether hinaus, wurde aber merst nur sehr leise empfangen. Darauf spielte Otto Urack einige##cke auf dem Cello, meist bekannte Sachen, unter denen die„Träumerei“ von Schumann nicht fehlen durfte. Enn audderer Künstler ließ sich auf der Geige hören, und ein Tenox trug einige Arien vor. Dann wurden ein paar Graunmophonplatten gespielt, und am Schluß der Darbietung nacl, dren Deurchlandlied kam der stets wiederkeyrend. Saß:„Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht— verzeisen Sie bitte nicht, die Antenne zu erden.“ So ging es in den ersten Wochen bis zum Ende des Jahres 1923. Es dauerte nicht lange, dann wurde das Rebenzimmer für einen richtigen geporterten Aufnahmeraum herangezogen Fußboden: roter Läuferstoff. durch schwarze Striche in Qundrate eingeteilt, um die als gut erprobte Aufstellung der Musikinstrumente jederzeit witderherstellen zu können. Auch die technischen Einrich tungen wurden daueend verbessert. Die Sendeleistung vergrößerte sich bald, so daß die Detektorempanger dohenn sich mit immer met: Vergnügen und immner größerer Erwartung an ihren Apparat setzten. Ien üb tigen hatten die Fachleute eigentlich nicht damit gerechnet, daß der Detektorempfänger alles beherrschen würde denn der Röhrenempfang war damals bei der Nachrichtenivvermittlung ja schon längst eingeführt stellte sich für den einzelnen aber natürlich viel zu teuer. So kam es, daß der Sender inmer mehr sich den Wünschen der Hörer fügen mußte und seine Sendungen in kurzer Zeit so verstärkte, daß die meisten Detektorempfänger auf ihre Kosten kamen. Das ist allerdings etwas zu viel geeagt denn die Jahresbörgebühr betrug damals nicht wen ger als 60 Mark., Und da diesen Betrag die wenigsten aufbringen konnten, waren die Schwarz= hörer in der Mehrzahl. Erst am 1. April 1924 wurde dann die heute noch bestehende Zweimarkgebühr einWaschnck an der endlich installierten Kamera Die Apparatur auf Aufen— und auf dem Eibsee Waschnek arrangiert eine Stellprobe im Schnee Nach getaner Arbeit auf Schlitten wieder zu Tal Photos: Lfa,Klitzke(), Ufa,Höfer(3) , d i e u n t e r M ü h e n„ i n S t e l l u n g“ g e b r a c h t w u r d e Still- ich höre was! Reichssender Köln im Spiegel Wie der deutsche Rundfunk auf die Welt kam Anläßlich der im August dieses Jahres stattfindenden fünfzehnten Großen Deutschen Rundfunkausstellung sind besondere Ehrungen für die ältesten deutschen Rundfunkhörer vorgesehen. Aus jedem deutschen Gau werden zwei dieser ältesten„Radioten“, die von der Pile des Detektors auf das technische Rundfunkwissen erlernten, nach Berlin kommen, als Gäste der Rundfunkkammer. Leuchtenden Auges erzählen diese„Aeltesten“ der Rundfunkgemeinoe— viele sind heute nicht älter als 25 bis 30 Jahre— welche Wonne es war, im Aether auf Entdeckungsreisen zu gehen. Den Apparat dazu hatten sie sich natürlich selbst gebastelt, und die Anweisungen zur Herstellung waren auf geheimnisvolle Weise Allgemeingut geworden. Zunächst gehörte eine Papprolle dazu, die Lage um Lage sorgfältig nebeneinander mit„gelacktem“ oder besponnenem Draht umwickelt wurde. Anfang und Ende dieser Spule wurden durch Löcher gezogen und be##estigt. Tann kam der Detektor an die Reiye, das große Wunder, das die Kultur des Wissens in sich bara. Wer erwas auf sich hielt, hatte einen eigenen Detektor konstruiert, mit einer Klemme, die das widerspenstige Zaubereristall sesthielt. Eine darüber angebrachte Feder drückte auf ein seines Silberdrähtchen und nun hieß es die richtige Stelle auf dem Kristail zu erwischen, die Stelle nämlich, die den Ton aus dem Aether heranholte. Der Bastier zitterte vor Erregung, wenn es in seinem Kopfhörer zu rauschen begann, oder eine richtige Menschenstimme wie von weit, weit her oft kaum verständlich zu vernehmnen wer. Ein Musikstück gat, das Ende 1923 von Anfang ois zum Ende zu hören war, konnte eine ganze Familie in Begeisterung versetzen: Töne aus der Luft, Töne aus den. Aether, aufgefangen mit ein paar Meter Draht und einem Kopfhörer. An diese ersten Detektorfreuden wird jeder echte „Radiot“ noch heute mit stiller Bezeisterung zutückdenken. An Röhrengerät und Lautsprecher, war gar nicht zu denken. Ihre Preise gingen hoch in die Hunderte, denn selbst die Dete'torbastelei ver chlang alles Taschengeld. Inzwischen wurde bei der Rechspost nicht weniger experimentiert. 1922 bereits hatten die Versuche begonnen, 1923 waren sie mit den geringen Mitteln, die damais zur Verfügung standen zu einer gewissen Vollendung gediehen. Das Versuchslaboratorium erhielt schließlich im Herbst 1923 den bindenden Auftrag, un Laufe von 14 Tagen einen Rundfunksender mit lavoratoriumsmäßigen Mitteln zusammenzusleiten Und es gelang. Am 1. Oktober war der Sender fertig und zur Aufstellung bereit. Nach heutigen Begriffen wai er alles andere als vollkommen. Um möglichst allen die Möglichkeit zu geben, in den Genuß der Rundfunkfteuden zu gelangen, konnte als Aufstellungsort nur das Zentrum von Berlin in Frage kommen Die Wahl fiel auf das„Boxhaus“, PotsDamer Straße 4, wo die Vorgerenschaft ein kleines Dachkämmerchen von einigen Qugoratmetern Geundfläche zur Verfügung steilte. Es war buchstäblich ein Dachkämmerchen, denn selbst das schräge Dach sehlte nicht, so daß die dort Beschäftigten nur in der einen Hälfte des Raumes stehen konnten. geführt, und im gleichen Augenblick stieg die Zahl der Rundfunkhörer im ganzen Reich auf über 99.000. wovon erwa 60000 allein auf Berlin entfielen. Es mag noch erwähnt sein, daß die erste Uebertragung einer Operette am 18. Januar 1924 aus dem heute längst abgerissenen Thaliatheater erfolgte Es war„Frasquita“. Im Spätsommer 1924 wurde im Vox=Haus ein großer Aufnahmeraum ausgebaut, ein richtiger Saal, aus dem schon größere Darbietungen zur Sendung gelangten. Dann wurde der zweite Becliner Sender am Magdeburger Platz errichtet, der mit seiner größeren Leistung und seiner umfassenden Antennenanlage eine größere Reichweite ermöglichte. Im Laufe des Jahres 1924 entstanden dann auch in anderen Gauen des Reiches Rundfunksender, außerdenn der neue Sender Witzleben und der Großsender (Deutschlandsender) in Zeesen bei Königswusterhausen. Sonja Henie— Großverdiener Nr. 1 Wer war im vergangenen Jahr Hollywoods bestbezahlter Star? Es wird viele überraschen zu hören, daß Sonja Hense der einstigen Welteneisterin im Eislauf. dieser Titel gebührt. Ihre Gesellschaft zahlte ihe für die Filmtätigkeit während des Jahres 1937 rund 527·000 Mark. Nebenher hat„Häseken" noch ein zweites recht ansehnliches Vermögen durch ihre Tournee, bei der sie alle größeren Städte Amerikas besuchte und überall ausverkaufte Häuser fand, verdient, über das keine näheren Angaben zu erhalten sind. Dies sind— wenn man lediglich die Einkünfte, die Sonja Henie durch den Film bezog— drei Jahresgehälter des Präsidenten Roosevelt, der jährlich etwas weniger als 190000 Mark erhält. Doch es gibt in Amerika noch größere Gehälter als das Sonja Henies Der bekannte Finanzr ann Owen D. Young, der Vocsitzende der General Electric, dessen Jahreseinkommen sich auf 587·000 Mark belief. Ein noch höheres Gehalt bezieht der Vorsitzende des englischen Chemie=Trustes mit über 700000 Maok. Dies dürfte das höchste Jahresgehalt der Welt sein. Das Lied der Getreuen Der mit dem nationalen Dichterpreis ausgezeichnete Gedichband„Das Lied der Getreuen“ stand im Mittelpunkt einer Morgenfeier, die der Rundfunk aus Weimar übernahm. Goldene Worte fand der Jugendführer Les Deutschen Reiches zum dichterisch.n Schaffen der Gegenwart, zu jenen billigen, allzu billigen Konjunntur Anbelern.„Was in der Kampfzeit gemünztes Gold war, ist heute billige Scheidemünze. Aus der Versschmiede ist eine Fabrik geworden.“ Ganz anders diese Lieder der unbekannten Getreuen. Sie sind mit Herzbiut geschrieben. Wiever offnet sich vor den Funnkünst sern weit ein neues Land. Ihnen ist die Ausgabe gestellt, das ganze Volk teilhaben zu lassen an diesen Schöp ungen. Diese Dichtungen sind„Lieder“. Ein packender Rhychmus beherrscht sie, eine klangvolle Melodie schwingt in ihnen. Das sind die Vorbedingungen für eine Rundfunkkunst. Neue Sendungen in neuem Stil, glückliche Verbindungen zwischen Wort und Ton können entstehen und können die Lieder der Getreuen immer wieder aufklingen lassen in den Herzen von Millionen Hörern. Es lebe das Hörspiel Selbst in dieser echten Kriminalstudie, in diesem spannenden Spiel„Verhör um Mitternach!“ ballte sich die Kraft des gesprochenen Wortes zusammen. Ernent wurde der Wert des Wortes unter Beweis gestellt. Es gab etliche Tote, Gift, Schüsse, Einbrecher hinter den Gardinen, eine Lösung wenige Sckunden vor Schluß— was tut das? Man unterhielt sich vortrefflich, war überrascht vom Ausgang und erfreute sich an der funkechten Durcharbeitung und an der glänzenden Darstellung, für die die Kölner Funkkünstler unter Leitung von Wiehelm Wahl alles aufbolen, was notwendig war, um eine lebendige, farbenreiche, echte kriminalistische Sendung zu gestalten. Axel Ivers ist der Verfasser des Kriminalspiels, das auf der Bühne„Parkstraße 13“ heißt. Im Krug zum grünen Kranze Das war noch mal eine Sendung voller Gehalt. Das Mikrophon, vorwitzig wie es nun cinmal ist hatte sich in den Postwagen gehängt,— nicht in jenes purlsionierte Vehikel einer verstorbenen romantischen Zeit, sondern in die nicht minder alte Wirtschaft in Aachen. Hier lachte der Stammtisch, hier sprach das Gästebuch, in das sich die eben getrauten Ehepaare mit ihren Zeugen mit aufgeregten Sprüchen eintrugen. Musik umgab die launige Sendung, fur die Dr. Ernst in alter Hofnung, daß noch recht oft das Mikrophon vorwitzig G genwart. und das ist es doch, was der Rundfunn seinen Hörern bescheren will. Eine glänzende Leistung verdient besonders hervorgehoben zu werden: Egbert Grape spielte mit Bravour, seinem musikalischen Empfinden und technisch vollendet das schwierige Klavierkonzert von Palmgreen. Ist auch diese Musik nicht leicht zugänglich, ist sie etwas verschwommene Malerei, so überrascht doch die Eigenarz der AusDrucksweise, die nachdenklich stimmt. Das Kölner Rundsunkorchester unter Otto Julius Kühns Leitung begleitete den Pianisten mit der gebotenen Zurückhaltung, Erklärende Worte Hinweis auf Motive und Absichten hätten die Aufnahmefähigkeit und das Verständnis vielleicht erleichtert. „Beim Mondenschein und reichlich spät Zwei heitere Szenen von Paul Schaaf wirkten deshalb so überzeugend und wahr. weil sie wirklich dem Leben abgelauscht waren. Das waren fröhlich Angeheiterte. beneidenswerte Menschen, die so den Alltag vergessen können. Sie schwärmten von den Sternen und wollten gar wissen, was es nun so mit dem Leben auf sich hat. Witz, Satire, Ironie und alles mit tieferer Bedeutung zeichneten die Szenen aus, denen der Sender zu einer hervorragenden Wiedergabe verhalf. Im übrigen sei mit großer Dankbarkeit der Uebertragungen von den Reichsmusiktagen in Düsseldorf gedacht, Pfitzners„Von Deutscher Seele" und Beethovens 9. Sinfonie hinterließen bei den musikfrohen Hörern unauslöschliche Eindrücke. Dr. Haanen Filme, im Sommer zu sehen, im Winter gedreht Der Photograph bei Außenaufnahmen zu„Castspiel im Paradies“ und„Anna Favetti“ 21— .Sc Nummer 151 Freitag, den 3. Juni 1938 KOLNam Rhein Von 0 bis 24 Uhr Am 31. Mai wurde ein 68jähriger Mann in seiner in der Kölner Altstadt gelegenen Wohnung erhängt aufgefunden. Er hat den Tod in einem Anfall von Schwermut gesucht. Das kleine Pfingstgeschenk In der Pfingstwoche werden in uns kleine Geschenk wünsche wach, die von der Sonne und ihrer Naturkraft allein nicht erfüllt werden können. Es gehört guter Wille hinzu, um die Pfingstfreude in jedem Jayre um eine kleine Tönung zu variieren. Jede Frau sehnt sich nach einem kleinen Geschenk— einem kleinen nur, das aber so beschaffen ist, daß es eine große Freude hervor ruft. Wenn zu dem guten Willen noch ein bißchen Phantasie hinzukommt, läßt sich wohl mit einem kleinen Pfingstgeschenk noch eine größere oder doch ebenso große Freude bereiten, wie mit einem großen und teuren. * Nicht jeder Ehemann hat kurz vor der Reisezeit soviel Geld, daß er seiner Frau zu Pfingsten ein neues Kleid schenken könnte. Er denkt in seinem Verstand(dem man von Seiten der Frauen in bezug auf Kleiderfragen nicht immer das letzte Vertrauen entgegenbringt), daß das Sommerkleid aus dem vergangenen Jahr noch recht gut aussieht. Zumal, wenn die Schneiderin einige kleine Aenderungen und Modernisierungen vornimmt, so daß es ein neues Gesicht bekommt. Kein Zweifel— es geht mit gutem Willen und mit einem Gramm Phantasie. Aber etwas Neues, ein ganz kleines Angebinde erwartet die Frau doch von ihm. Die„Renovierung“ allein ist noch keine Erfüllung aller kleinen Pfingstwünsche. Ein kleiner Schal zum blauen Komplet, ein Schal, der bunt und fröhlich sein könnte— nun das wäre schon eine Freude. Die meisten Männer haben sicherlich soviel Phantasie, daß ihnen so etwas einfällt. Wenn sie aber aus der Arbeit nicht einmal den Kopf herausstrecken können— nun dann hat sicherlich die Frau noch mehr Phantasie, um dem Mann einen kleinen verborgenen Tip zu geben, etwa dann, wenn der Abendspaziergang an einem Schaufenster vorüberführt. Ein Schal= oder auch ein Kopftuch, wie man es am Strande trägt, wie es die jungen Mädchen und jungen Frauen sich umbinden, wenn sie im Auto über Land fahren. Ein buntes Kopftuch sieht hübsch aus. Es ist ein kleines Bekenntnis zum Frühling uno zum bevorstehenden Sommer. Und wenn man es gar zum ersten Male am Pfingstsonntag tragen kann... nun, dann werden auch noch andere Ausflügler, denen man begegnet, sich freuen über einen hübschen Anblick.—— Raubüberfall auf Theaterkassiererin Der Täter wurde gefaßt In den Abendstunden des Mittwoch wurde ein Raubüberfall auf die Kassiererin der Städtischen Bühnen, die sich auf dem Heimweg zu ihrer Wohnung in der Bismarckstraße befand, ausgeführt. Der Täter versetzte ihr mit einem harten Gegenstand einen Schlag auf den Kopf, so daß sie zu Boden fiel. Sie hielt ihre Handtasche mit Gewalt fest. Der Räuber trat ihr mit dem Fuß gegen den Leib, wodurch er in den Besitz der Handtasche kam. Auf die Hilferufe der Ueberfallenen beteiligte sich das Publikum an der Verfolgung des Räubers, der auch gestellt werden konnte. Es hanoelt sich um den Richard Weinberg, der 1896 in Celle geboren und der Kriminalpolizei bekannt ist. Er ist geständig. Die geraubten Sachen, es handelte sich um 1000 Mark und Theaterkarten, sind der Ueberfallenen wieder ausgehändigt worden. Berliner Schriftleiter im Gau Köln-Auchen Zwischen Pralinen, Pastillen und Zigarillos Besichtigungsfahrten des Fachamtes„Nahrung und Genuß“.] Blick in die wirtschaftliche und soziale Struktur des Grenzlandgaues Schwere Bluttat in Köln Am Donnerslag, kurz nach 18 Uhr, kam es in einem hause der Altstadt zu einer schweren Bluttat. Im Verlaufe einer Auseinandersetzung zwischen einem 30. jährigen Manne und einem Mädchen zog der Mann plötz. lich eine Schußwafse und gab auf das Mädchen einen Schuß ab: er traf in den Oberarm. Dann brachte sich der Täter einen Schuß in den kopf bei. Beide wurden dem Krankenhaus zugeführt, wo der Mann kurz nach der Einlieferung an den Folgen der Schußverletzung slarb. Die Kölner Mordkommission ist zurzeit noch mit den Ermittlungen beschäftigt. Das Motiv der Tat steht noch nicht fest. Leben und Tod Das Statistische und Einwohneramt meldet über die Bevölkerungsvorgänge in Köln in der Woche vom 15. bis 21. Mai: " Geboren wurden 253 Kinder, d. s. Jahr und 1000 der Bevölkerung von 1. April 1938. Lebendgeboren wurden stark 17 aufs 767752 am 250 Kinder (darunter 17 ortsfremde und 28 uneheliche) und zwar männliche und 104 weibliche. Die 3 Totgeborenen waren ehelich. In der gleichen Woche erfolgten 172 EheSchließungen d. s. unter 12 aufs Jahr und 1000 der Bevölkerung. Die Zahl der Sterbefälle betrug 194, d. s. stark 13 aufs Jahr und 1000 der Bevölkerung. Darunter besanden sich 12 Kinder im 1. Lebensjahre und 116 über Jahre alte Personen. Nach der Todesursache entfielen von den Sterbefällen u. a. auf Herzkrankheiten 40, Gehirnschlag und Lähmungen ohne nähere Angabe 23, Lungenentzündung 22, Krebs und andere bösartige Neubildungen 16, Tuberkulose 12, Verunglückung 6, angeborene Mißbildungen und Krankheiten der Neugeborenen 5, Zuckerkrankheiten 4; auf alle Sbrigen Lodesursachen entfielen 66 Fälle. Von den Gestorbenen waren 18 ortsfremd. Auf Veranlassung des Leiters des Fachamtes„Nahrung und Genuß“ in der Deutschen Arbeitsfront weilte in diesen Tagen eine Anzahl Schriftleiter namhafter deutscher Zeitungen im Gau Köln=Aachen, um die soziale und wirtschaftliche Struktur des Grenzlandgaues kennenzulernen. Planmäßig waren die Schriftleiter in diesen Monaten in die übrigen Gaue des Reiches geführt worden, so nach Ostpreußen, Oberschlesien, Sachsen und in die Bayerische Ostmark. Standen dort die Heimarbeit, die Textilbranche, der Bergbau im Mittelpunkt des Interesses, so galt die Fahrt durch den Gau Köln=Aachen vornehmlich den Betrieben die dem Fachamt„Nahrung und Genuß" unterstellt sind. In einem einleitenden Vortrag gab Gaupresse= und Propagandawalter Engelbrecht einen Ueberblick über die wirtschaftliche und soziale Struktur des hiesigen Gaues, der den Schriftleitern, die zu einem großen Teil die Berliner Zeitungen vertraten, zum Teil neue Dinge sagte. Die Grenzlage, die einstmals entmilitarisierte Zone, die erst vor kurzer Zeit einsetzende Wiederbelebung, die Zusammensetzung der Wirtschaftszweige haben eine restlose Beseitigung der Arbeitslosen noch nicht zugelassen. Unser Wirtschaftsgebiet hatte früher die Möglichkeit, sich nach zwei Seiten(In= und Ausland) auszudehnen. Heute ist das nur noch zu einem geringen Teil möglich. Mehr noch, als der Kölner hat der Aachener Raum unter dem wirtschaftlichen Niedergang und den Ausfuhrbeschränkungen zu gehabt. Die Folge war die Schließung zahlreicher Betriebe, für die einfach keine Existenzmöglichkeiten mehr bestanden. Die 72 Kilometer lange Grenze des Gaues Köln=Aachen zum Ausland(Holland, Belgien) ist auch heute mitbestimmend für die wirtschaftliche Struktur. Im Handel sind heute, um nur einige aufschlußreiche Zahlen zu nennen, 180 000, im Handwerk 120 000, in der Gruppe Eisen und Metall 100000 Menschen beschäftigt. Troz der weit über dem Reichsdurchschnitt liegenden— im Verhältnis zum Jahre 1933 jedoch nur geringen— Arbeitslosenzahl macht sich auch in unserem Gau ein immer stärker werdender Mangel an Fachkräften bemerkbar. Die sozle und die wirtschaftliche Lage sind heute im nationalsozialistischen Staat so eng miteinander verknüpft und verbunden, daß das eine durch das andere bedingt ist. Mit anderen Worten: Hand in Hand mit einer wirtschaftlichen Wiederbelebung geht eine Verbesserung der sozialen Lage. In den letzten zwei Jahren ist schon sehr viel auf diesem Gebiel geschehen. Doch kann nicht alles von heute auf morgen bereinigt werden, was eine vergangene Zeit gefehlt. Im Gau bestehen 7 Großfirmen der Zuckerindustrie. Um z. B. die Arbeiter in der„stillen“ Zeit nicht unbeschäftigt zu lassen, werden sie in den Sommermonaten der Bauindustrie überwiesen. Die Tabakindustrie im Nachener Gebiet beschäftigt heute nur noch ein Drittel der früheren Belegschaften. Sie wird mehr als ein anderer Industriezweig von der Aus= und Einfuhrbeschränkung„etroffen. Das Mengenkontingent ist heute wieder erreicht, nicht jedoch das Wertkontingent. Die Berliner Schriftleiter mußten feststellen, daß der Wochenlohn einer Arbeiterin der Zigarrenindustrie an der Westgrenze geringer ist als im Thüringer Wald. Das Fachamt„Nahrung und Genuß“ hat sich auch dieser Industrie angenommen und schon manch schöner Erfolg ist zu verzeichnen. In der Zigarrenherstellung ist die Familienausgleichskasse bedeutend ausgevamt und der Zuschlag zum Lohn für Arbeiter von vier und mehr Kindern bedeutend erhöht worden. Der Mutterschutz ist— da in den Nahrungs= und Genußmittel=Betrieben vornehmlich weib liche Kräfte beschäftigt werden— in einer Reihe von Betriebsordnungen verankert. Weihnachtszuwendungen und Gewinnbeteiligung gehören zur Regel, Beihilfen bei Hochzeiten, Geburten usw. sind weitestgehend in Brauch. Den Frauen wurde besonderer Schutz gewährt, ihnen wurde die Arbeit zugewiesen, die ihrem Können am meisten entspricht. Schwerarbeit und Transportarbeit sind für Frauen grundsätzlich verboten. Die sozialen Leistungen des Fachamtes haben in der Ernennung zu Musterbetrieben den schönsten Erfolg. Prozentual nimmt die Nahrungsund Genußmittel=Industrie— der Gau Köln=Aachen zahlt 900 Betriebe mit 22000 Erwerbstätigen— unter den Musterbetrieben die erste Stelle ein. So gehörten von den im Jahre 1937 ausgezeichneten 30 Musterbetrieben 9 dem Fachamt„Nahrung und Genuß" an, im Jahre 1938 sind von 103 Musterbetrieben 19 dem Fachamt unterstellt. Von 51 Betrieben, die im November 1937 das Leistungsabzeichen erhielten, entfielen auf„Nahrung und Genuß“ 10. Der Gau Köln=Aachen hat in der Firma Gebrüder Stollwerck.=G. einen Betrieb, der im Jahre 19.7 und auch in diesem Jahr mit der Goldenen Fahne ausaczeichnet wurde. Die Schriftleiter hatten Gelegenheit, an Ort und Stelle mit den Gefolgschaftsmitgliedern zu sprechen und sich von der sozialen Betreuung und der wirtschaftlichen Lage ein abgerundetes Bild machen. Die in diesen Tagen eingeweihte Kindertagesstätte für Kinder von 1½ bis 4 Jahren, die erste im Reich, fand stärkste Beachtung. Sie dient den weiblichen Gefolgschaftsmitaliedern und wurde mit einem Kostenaufwand von 65 000 Mark errichtet. Die Leistung von freiwilligen Mehrarbeitsstunden, seitens der Betriebsführung mit 100prozentigem Aufschlag vergütet, werden für Winterbeihilfen für Gefolgschaftsmitglieder mit 2 und mehr Kindern(je Kind 25 Mark) verwandt. Weitere Mehrarbeitsstunden dienen der Landverschickung für Mutter und Kind. Den Belangen von „Schönheit der Arbeit" wurde nach Möglichkeit Rechnung getragen. Die Auslichtung des älteren Fabrikationsteiles und die Schaffung neuer Räume für die Verwaltungsabteilungen stießen wegen der Enge des inmitten der Altstadt gelegenen Fabrikgeländes auf nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Weiter sind noch zu erwähnen die Schafsung einer Parkanlage in unmittelbarer Verbindung mit de: Fabrik, die Einführung einer Frühstückspause von 15 Minuten im Rahmen der bezahlten Arbeitszeit und Zahlung von Beihilfen aller Art. Von sämtlichen Lohnempfängern werden heute nur noch etwa 5 Prozent auf der Grundlage des Hilfsarbeiterlohnes ohne Leistungszulagen beschäftigt. Von den weiblichen Lohnempfängern verdienen rund 90 Prozent eine Akkord= oder sonstige Leistungszulage, die einem Zuschlag von 15—30 Prozent auf den tariflichen Stundenlohn entspricht. Ein Berliner Schriftleiter nannte die Betriebsordnung eine„Familien=Ordnung", was wohl am besten die sozialen Leistungen der Firma kennzeichnet. In Aachen erfolgte die Besichtigung der Zigarrenfabrik Cramer& van Baerle, die 1852 gegründet wurde und sich seit 30 Jahren ausschließlich aus die Herstellung von Zigarillos unter Verwendung von überseeischen Tabaken spezialisiert hat. Die 350 Personen starke Belegschaft besteht zu 85% aus Frauen. Eingangs wurde bereits auf die Lage in der Tabakindustrie hingewiesen. Die Frauen haben pro Tag eine bestimmte Stückzahl herzustellen und machen, ungeachtet einer festgesetzten Arbeitszeit, nach Erreichen der Höchstzahl Feierabend. Die Höhe des Lohnes richtet sich— trotz der Akkordarbeit— selbstverständlich auch nach dem Alter der Arbeiterin. Für die Gesunderhaltung der Arbeitskraft hat man neben Zuwendungen, KdF=Reisen usw. auch dem Arbeitsplatz Beachtung geschenkt und der Forderung nach Licht, Luft und Sonne nach Möglichkeit Rechnung getragen. Der Staubaufwirbelung ist man mit modernen technischen Mitteln entaegengetreten. In Bonn lernten die Schriftleiter die Firma Hans Riegel kennen. Diese Zuckerwarenfabrik ist mit dem Gaudiplom ausgezeichnet worden. Der Betriebsführer machte in den letzten 20 Jahren aus dem „Ein=Mann=Betrieb“ eine der bedeutendsten Zuckerwarensabriken Europas. Die Sorge des Betriebsführers, des einstigen Laufjungen, gilt vor allem den hygienischen und sozialen Einrichtungen für die Gefolgschaft. Vieles ist bereits getan, weitere Anlagen sollen in aller Kürze ausgeführt werden. Auf dem Fabrikgelände wird neben dem Betriebssportplatz ein neues Gemeinschaftshaus nach den modernsten Gesichtspunkten erstellt. Die Zufriedenheit der Gefolgschaftsmitglieder zeigte sich nicht zuletzt in dem lustigen Gesang und den Musikübertragungen während der Arbeitszeit. Die Firma„Fleisch= und Fettkonzern“ in Braunsfeld, ebenfalls mit dem Gaudiplom ausgezeichnet, stellt ein Musterbeispiel für die Sauberkeit eines Betriebes. Trotz der Herstellung von Speisefetten herrscht in allen in weiß=gelben Farbtönen gehaltenen Räumen peinlichste Sauberkeit. Zurzeit ist die Firma nicht voll beschäftigt. Doch denkt die Betriebsführung keinesfalls an Entlassung einer Anzahl Gefolgschaftsmitglieder. Die Arbeitskameraden, die ein Handwerk gelernt haben, erfüllen„Sondermissionen". So waren drei Handwerker mit der Herstellung von Schränken für das Laboratorium aus altem Kistenmaterial beschäftigt. Andere legten Grünslächen an und bauten ein Treibhaus, in dem Blumen für den Garten und für die Arbeitsräume im Winter gezogen werden. Die Ziegelsteine wurden auf Abbruch gekauft, der Gerüstaufbau im Betrieb geschmiedet. Drei Arbeitskameraden sind ständig mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt. Die Mühlenwerke Heinrich Auer in Deutz haben alles getan, um vor allem die Arbeitsplätze sauber zu halten und den Gefolgschaftsmitgliedern im Freien Erholung zu verschaffen. Die Urlaubszeit ist zur Zufriedenheit aller geregelt. Zur Teilnahme am Reichsparteitag wiro zusätzlicher Urlaub gewährt, außerdem ein Reisegeldzuschuß. Groß ist die Zahl der Sonderzuwendungen, so bei weiblichen Gefolgschaftsmitgliedern, die niederkommen, bei Arbeitskameraden, die zu einer militärischen Uebung eingezogen werden, bei Dienstjubiläen, bei Vorschlägen von Betriebsverbesserungen, zu Weihnachten usw. Die Firma hat als erste im Gau die KdF=Reisekasse eingeführt. Jedes Mitglied zahlt wöchentlich 20 Pfennig und erhält dafür alle zwei Jahre eine Auszahlung von 65 Mark. Die Differenz zwischen dem eingezahlten und dem zur Auszahlung gelangenden Betrag übernimmt die Firma. Der Betriebssport ist stark ausgebaut worden. Auf den naheliegenden Poller Wiesen treiben an die 100 männliche und weibliche Gefolgschaftsmitglieder unter Anleitung von zwei Lehrern Sport. Die Kosten hat die Firma übernommen. Nach Schluß der Besichtigungsfahrten fand man sich im Rahmen eines Kameradschaftsabends zusammen, um sich über das Gesehene auszusprechen. Die Berliner Schriftleiter, die einen umfassenden Ueberblick über die wirtschaftliche und soziale Struktur des Gaues KölnAachen erhalten hatten, waren voll des Lobes über die landschaftlichen Schönheiten der Eifel, des Siebengebirges und des Bergischen Landes. Sahen sie doch auf einer Fahrt durch die Eifel das Hohe Venn, Monschau, Burg Vogelsang, die Rurtalsnerre Schwammenauel, Nideggen und Heimbach und auf einer anderen Fahrt das Siebengebirge. Sie erlebten aber auch die unsinnige Grenzziehung zwischen Aachen und Monschau. Wir sind gewiß, daß die Berliner Berufskameraden in die Heimat zurückgekehrt sind mit einem tiesen Verständnts für die Lage des Grenzlandgaues KölnAachen!—3 Die pfingstausgabe mit der Beilage„Die Neue Woche“ wird mit der Samstagsausgabe vereinigt und unsern Lesern schon morgen früh zugestellt. Die nächste Nummer nach den Feiertagen erscheint Dienstagmorgen zu gewohnter Stunde. Anzeigenschluß für die Pfingstausgabe ist heute abend 7 Uhr Der Neue Tag So wurden die 100 Tönnen verschoben Unsere Photos zeigen nunmehr auch im Bilde, wie die große„Schiebung“ in der Nacht zum Donnerstag vor sich gegangen ist. über die wir bereits berichteten. Das erste Bild stellt einen Teil des großen Gleisdreiecks dar, das 100 t schwer, 60 m lang und 40 m tief um.50 m nach Westen verschoben wurde. Bild 2: Vier Winden mal zwölf Männerarme— 100 t Photos: Maier Freitag, den 3. Juni 1938 Neue sag Nr. 151 Kölner Kleinkunst Im Kaiserhof: „Lorchen plappert 14 Zu Fuß über den Rhein Der Papagei ist der Wappenvogel des Hauses in der Salomonsgasse. Als bunt gesiedertes Lorchen flattert er plappernd jedem Gast entgegen— allerdings nur im gedruckten Sinnbild. Nun ist das Urbild leibhaftig da. Zwei lustige Käuze, die beiden Sing=Sangs, haben ihn mitgebracht, einen grün schillernden, gelehrigen und schlagfertigen Papagei. Erst muß er sich still im Hintergrunde verhalten, denn seine Herren singen eine gar schaurige Moritat, deren erschröckliches Finale jedoch schon seinen Schatten heraufbeschwört,— denn Lorchen war schuld daran. Dann kommt er selbst, geschickt auf dem Finger seines Herrn balancierend, und stimmt mit diesem herzerweichende Duette an. Sein Repertoire reicht von der Donna Clara bis zum Jodler. Außerdem kann er bellen wie ein Hund und Koloraturen singen wie die Erna Sack. Jedermann im Publikum wird mi der ominösen Tante Anna verwechselt. Schließlich produziert sich einer der beiden Herr Sing oder Herr Sang, als Verwandlungskünstler, der einen Napoleon ebenso sicher aufs Parkett stellt wie einen Hans Albers. Doch Lorchen hält alle diee Prachtgestalten für seine Tante Anna und macht sich mit kräftigen Unkenrufen über das Treiben seiner Herren lustig.— Wer hätte es gedacht, daß das gedruckte Lorchen wirklich einmal plappernd würde? Die Darbietung der Drei Winklairs läßt sich gut an: drei Artisten von präziser Vielseitigkeit, sie steppen eins daher und vollführen zwischendurch einige gewagte Kunststücke, wobei ein zartglieoriges Fräulein schonungslos durch die Lüfte geschleudert wird. Soweit war das gute Artistik. Doch nun erst kommt die Wendung zum Außergewöhnlichen. Nachdem nämlich der Beifall ihnen Mut gemacht hat, beginnen die drei das Sviel noch mal Aber jetzt will nichts mehr klappen. Das kunstvolle System der Griffe kommt in heillose Unordnung. Das wirbelnde Wesen knallt verschie dentlich unsanft auf den Boden; man ist versucht einen Krankenwagen kommen zu lassen, so halsbrecherisch geht es nun zu. Bis sich schließlich auch dieses groteske Spiel. eine Parodie auf die eigene Rummer zum Guten wendet, denn das malträtierte Geschöpf dem unter Mitleid galt... Doch hier gebietet, wie bei einem Kriminalstück, dessen Pointe nicht verraten werden soll. ein ungeschriebenes Gesetz eisiges Schweigen Etwas Aehnliches. nämlich die Parodie neben die Wirklichkeit zu stellen, versuchten Tat und Lex, ein Tanzpaar, dessen webliche Hälfte das Tanzen. dessen männliche Hälfte das Parodieren besorgt.— Großartige Artisten sind Concha und Concha, zwei Männer, die eine selten gesehene Vorstellung von dem geben, was laater Atklate Dex Höhepunkt ihrer Zum eisernen Sprichwörterbestand der Vorsichtigen ffest, wickelt wasserdichtes Tuch um die Fesseln, nimmt sven ist nicht möglich, nach vorne kann man nicht fallen. genort auch Jenes, de) pach Miäaschtesf zerg von Hemn Waser. d zur Hnad um dann gebis Binaus auf bos hnen kann man sich unter Unständen uf das Podsel au einem lich drehenden Ployy,, Hag zäß g, trägt, feuchten Element. Nickt io uniere Wasserwanderer—] Das heißt, so einsach geht es nun wieder richt, we oder auf einen mitgenommenen Notsitz setzen. Sogar mann seinen Bariner lozuiagen auf den Zahnen vrgg;, nuc LIu.2 nax thuen im mirklichsten Sinne des Wortee nigstens nicht beim erstenmal, wie ich gestern selber er= Segeln ist mit den entsprechenden Huzsgeräter, möglich. So steigt man in die Wasserskier Photes: Maier staunt Vater Rhein: Zu Fuß auf seinem Rücken was gewiß eine ungeheure Zähigkeit verlangt.— weiteres Artistenpaar von hohen Graden geben Iwei Ruwaldys ab bei denen die naturgetreue Galanterie, daß der Mann die Frau auf Händen tragen solle, anmutig ins Gegenteil verkehrt ist, denn hier bewährt sich die Frau als„Untermann“. Ein und einer von hnen im wirklichsten Sinne die ist dieser Mann aus Köln. seines amter und im Nebenberuf Erfinder Zeichens Schweinsacken und Bahnbe= fahren mußte. Passieren kann einem eigentlich nichts. Da die Röhren mit Kork oder aufgeblatenen= an hat die Rettungsgürtel sozusagen unter den blasen gefüllt werden können, ist auch ein Aba ich über das Wasser, nicht im Faltboot, sondern sozu= Füßen. Es kommt nur auf die richt ge Verteilung des Hamit ein Ertrinken ausgeschlossen. Es st nur ein koEr hat nämlich die an sich alte Idee der Gleichgewichts an. Ich habe es eine Sekunde lang beim wisches Gefühl wenn man zum erstenmal seine Fuße und es sich zur Aufgabe Kampf mit einer gefräßigen Welle nicht richtig verteilt sozusagen aufs Wasser setzt und nun versucht was Vater Arnina, tanzende Radfahrgeschwister sozusagen. Der gut aussehende Mann. der zwischendurch zum Vorschein kommt ist Max Wendeler der Conferencier. Er wagt sich gelegentlich's an die Grenze des Gewaaten vor um sich im letzten Augenb'ck mit einem harmlosen Einfall in Sicherheit zu bringen. In seinem Solo kommt er als ein zeitgenössischer Riccaut. der mit kokettem französisch deutschen Kanderwelsch aufwartet, was sich immer gut macht Sein Scherz n Sachen Maharani von Eschnapur kann wie eine Reakt#on der Volkesstimme auf das monströse indische Grabmal gelten. Werner Höfer. Im Burghof: Gefechte so und so... Die Musik— es ist nach wie vor die vor zugliche Hausnapelle Hans Portz— spielt einen zachigen Marsch, ein Kommaeido ertönt, und auf die Bühne marschieren die Original=Florettys, sieben schlanke Sportmädels, in der Rechten die blanke Florettklinge. Zwei der Fechterinnen stülpen sich Draht körbe über den Wuschelkopf, der Fechtmeister kom mandiert, und die beiden kreuzen die Klingen zu einer Serie Soß und Gegen toß folgen sich, und der Fechtmeister entscheidet üder Wert und Unwert der Gänge. Bie zur„Abfuhr“ wird naturlich nicht gesochten. Dies wäre die eine An von Gefechten im neuen Programm des Burghofs. Die„andere Art besteht in Wor.gefechten. Frei nach Schiller: daß gute Reden eine Tätigkeit begleiten sollen,„quasselt“ Emmy von den Crocers und Croc#r= unaufhörlich und kommentiert sehr schlagsertig die akrobatischen und jonglie renden Versuche ihre Partner= Paul, die natürlich zum großen Teil parodistisch gemeint sind. Eine reizende Jugeummer, die an gleicher Stelle schon früher sagen zu Fuß Hoch und Wasserstier neu au gegtsten...—.... Juu, uu8.am Ju.: Masfau Hasenhaden was ich aber nehr Rhen zu diesem immerhin, ungewohnten Fußgänger auf licht l eiter tra=lseicm Rücken meint. Er schüttelt sicher den Kopf. was Schienen den Anfängern aus den Wasserskiern unbehaglich werhnen(den kann. Dieser Erfinder allerdings zeigte uns, was können ldimit möglich ist: er ist zu Fuß über den Rhein gegange. Wers nicht glauben will, betrachte die Jilder. schnallt die Füße an einer Slibindung im Innern schlunigen werden, gesteuert werden. Seitliches Umkip Na. ren „Burger Brezel“ im Gerichtssaal PettiehsbedingteKändignng Liebenswürdige„Kavaliere“.] Ein stürmischer„Vetter 4 Die 21jährige Sibilla hatte Ende März mit ihrer gleichalterigen Freundin Emma eine Fahrt nach Burg an der Wupper gemnacht. Wie co üblich, hatten sich die bemen Mädchen dort auch eine Bucger Brezel gekauft urd diese am bunken Band um den Hals gehangen. Die Mädchen hatten die Fahrt per Rad gemacht. Auf der Heimfehrt#inn auf die schiefe Bahn), sahen die Schöffen von der ernten sie in Altenverg zwei junge Märner kennen, die Verhängung einer Zuchthausstrafe ab und erkannten auf n Schatten des Bergischen Donres noch beil ine Gesängnis#trase in dee vom Staatsanwalt been Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Weil der Angeklagte trotz seiner vielen Vorstrafen doch nicht als Venbrecher ange prochen werden konnte(er kim durch grobes Versagen des Elternhauses und durch Leicht sinn auf die schiefe Bahn), sie bewogen, im einem Schoppen. Wein zu verweilen. Darüber wurde es o frät, anß die Vier, die aule in Köln beheimatet waren, na meyr nach Hause kemnmen konnten. Die beiden Ka valiere hatten.e Omnibusse verpaßt und die Mädchen waren zu bange, allein nach Hause zu fahren Die jungen Männer bestellten einen Wagen, die zwei Fahrräder wur den m Altenberg untergestellt. In Kiln angekommen, kehrte man om Heumarkt noch in eine Wirtschaft ein.'billa hatte in Alterberg für die zwei Fahrräder einen Hinterlegungsschein besommen, den sie in ihrer Handtasche trug in der Absicht am an eren Taa= mit der Freundin nochmals hinaus zu fahren. In der Wietschaft am Heumarkt verließen die Mäschen fur eine kurz: Zeit das Lokal. Als sie zurückkehrten. waren die beiden„Kovaliere“ verschwunden; sie hatten die Hardtaschen und auch die Mäntel der beiden Mädchen mitgenamnen Sibilla und Emma erzählten dem Wirt tragten Höhe. Bevor der Angeklagte abgeführt wurde, nahm er ein kleines Pakei aus der Anklagebank und überab das den als Zeuginnen anwesenden Mädchen. In #escm Paket befanden sich die gestohlenen Hard#tachen und— die Burger Brezel. Ob diese allerdings noch genießbar waren? wegen schlechten Leistungen gekündigt werden. Mit Rücksicht auf die langjährige Betriebszugehörigkeit ist die Betriebsführung aber verpflichtet, einer solchen Kündigung eine Verwarnung vorhergehen zu lassen, die erkennen läßt, daß dem Gefolgschaftsmitglied die Entlassung droht, wenn es sich nicht bessert und aus deren Form das Gefolgschaftsmitglicd entnehmen kann, daß es damit ernst gemeint ist. Eine Kündigung. bei der dies außer acht gelassen ist, kann nicht betriebebedingt angesehen werden.(Urteil des Arbeitsgerichts Berlin vom 2. Juni 1936— 28 Ca 488 36). eines Bruders lebt, war noch nicht vorbestcaft. Wegen der dreisten Tat burfte die Strafe aber nicht gering sein. Der Vertreter der Anklage, die im Anfang der Vorunter uchung sogar Straßencaub ungewommen hatte, beantragte Gefängnis in Höhe von zwei Monaten Das Gericht Vor einem größeren Geschäft Kölns pflegen an schönen Tagen die welblichen Angestellten in ihren weißen Kitteln uuf der Straße auf und ab zu promenieren. Dies tetshin gte dem Angeklagten mildernde Unstände zu ung erm einem Freitag des Monats April auch die kleine Anny, egnne auf fünf Wochen, die durch die Untersuchungshaft die sich bei einer Kollegin„eingehängt“ hatte. Kurze Jeitv„ vorher hatten die Mädchen ihren Wochenlohn erhalten Die Kurze Hell verbüßt sein sollten, und hob den Haftbesehl auf. Täschchen mii diesem Gelde. trugen sie meint in der Kittel##asche. Da trat auf Anny und dre Rollegin ein etwa 24jähriger junger Mann zu, trennte, scheinbar ganz unsichtlich, die Anny von dem anderen Mädchen und begrüßte sie überaus stürmisch als seine„#eine, so lange nicht mehr gesehene Kusine Auny! Ach nein, Mäschen, was hast du dich gemacht, man kennt dich ja gar nicht mehr wieder!“ So floß der Begrüßungsstrom des jungen Mannes über das maßlos erstaunte Mädchen hin Aber Anny konnte sich beim desten Willen nicht erinnern, einen Was gehört zu einer Flurschadenersatzforderung? an Handtuch und Badewanne natürin seiner Branche ist Bert ihr Mhgeschick, der den be den voniaugnegmecergen Mad *.„„„„„„„„s 841el; ie den Armen schen auch glaubte und ihnen Mantel seiner Frau und n der Lust under. Ber, Forda mocht in domischer Zepzseh, Samt sie noch vach Haule, igrrg. Seonnten Ersentrik. Gern hutte man noch einige Takte mehr Ii: Zeche hatten die zwgiethafter Kapgliere dezahlt von seinen homischen Tänzen gesehen. Für den Ausfall alleedings aus der Geldbörse der Sibilla. entchadigt er mit einer hinreißend komischen Parodie] In der frühen Morgenstund des anderen Tages vrrm mm.. Borkampf und einer burlerken Badesjene; nachrichtigten die bestohlenen Mädchen das Altenverger Better zu haben und bedeutete dem Albert, der sie gestern Hotel i dem die Rader untergestelle worden waren da= vor dem Schöffengericht wieder ah, mit etlichen Befremmit sie nicht herausgegeben wurden. Kurz vor Mittag den, daß er sich wohl getäuscht haben müsse; er sei jedendieses Tages erichten dann auch prompt der jetzt vor dem falls nicht mit hhr verwandt, ein Irrtum ihrerseits sei Schöffengericht wegen Diebstahls im Rückfalle stehende vollständig ausgeschlossen. Da entschudigte sich Albert Angeslagte W. samt seinem Feeunde S. Sie verlangten vielmals, grüßte artig um ging seiner Wege. Inzwischen mit Biedermannsmiene die Herausgatr der Räder, indem sie die Hinterleaung=scheine vorwiesen. Sie staunten aber nich: wenng, als aus einem Raum neven der Gaststutze em, Krimiralbeamter heraussem der die beiden fesnahm Das Verfahren ggen den S wurde abgetrennt weil er. der gegenwärt a in einer Mitteldeutschen Strasanstalt sitzt. durch ern Verschen nicht rechtzeitig geladen war. Der 27jährige W. der wußte was ihm bei seinen Vorstrafen— neun wegen Diedstahle vier wegen Unterschlagung und eine wegen Beteiligung an einern RaubHerfall bevorstard. gestand seigen Diebstahl rückhalttos ein. Er habe nach der Verbüßung seiner letzten Strafe auf Kosten seiner dochbetagten Großmutter leben müssen Das sei ihm schr nahe gegangen. Sein Freund S. habe hn aber zu der erneuten Straftat überredet. Er.., habe ere.„„ dieten Zuflüsterungen nur zu willig Ohr geschenkt, weil mit ihren schr unvorsichtig und oberflächlich eingesteckten dentische Verbindung der Tochteruniversität Löwen mit er mit dem auf ihn ertfallenden Anteil der Summe aus Gilbörsen zu soscher Diebeshandlung gerebezu heraus= der Universität Köln herausstellte. Am Pfingstmontag den beiden Geldtaschen der Mädchen— 34 Reschsmark####cfordert. Er wußte noch nicht wieviel Geld sich in dem wrd im Rahmen einer Feierstunde die von Mitglieiegesamt— der Großmutter einen Zuschuß zur Miete Taschchen der Anny befand. Das Geld habe er zur teil= dern des Westarbeitskreises der Gaustudentenführung dabe geben können. Für sich selbst habe er von dem ge= wersen Abtragung drückender Schulden verwenden wollen ausgestaltet wird Gaustudentenführer Dr. Lunken am stohlenen Gelde nichts verwardt. Den erhofften Antel!Er sei so führte er weiter an wegen eines Lungenleidens Ehrenmal in Langemarck einen Kranz nied#erlegen. aus dem Erlös der beiden Fahrtäder und Mantel ge saußer Stellnna gekammen und wahrscheinlich auch nicht Fahrt führt die Studenten über Löwen, Gent, Brügge, dachte der Angeklagte in der gleichen Weise zu verwenden. mehr arbeitsfahig. Der Angeklagte, der im Haushalte Ostende, Ypern und Brüssel. an: einen ohne Waller. Seise. H lich. Zwischendurch hopst er zu einem Xylophon trommet einige Takte Musik und ist dann wieder bereit zu einer neuen komischen Untat Artisten mit solchem Konnen verdienen uneingeschrankten Beisall. Etwas für Aenner, sind die akrobgtichen Prachtleistungen der beiden Regöczys. Die ungartschen Aurovaten arbeien in der malerischen Tracht ihrer Heimat Sie können unheimlich viel. Der Ausbauer #ren dürtee sogar für alte Fachleute den Reiz der Neneit haben. Die beiden bildschönen BalzerSisters sind vor allem Zahn=Abrob#atinnen. An einem vernsckelten Gestell„angevilsen“, lassen sie sich hochwinden, rottren dann in raserder Geschwir####beit um ihre eigen= Längsachte oder svielen aut einem Glockensviel Jemard bemerkte in diesem Augendlick ebensa treisend wie witzig:„Christbaumgeläute". Schließlich fleegen die beiden Sisters wie zwei Schmeterlinge durch die Luft Für die„Sohleute“ sorat das SonsaMoragna=Reoue=Ballett, irdem es die „Interessenten“ mit einigen ichmucken Tänzen und schillernden Kostimen„beliefert" Wenn ein Ansager ana#mahen ist und sich mit seinem Anditorium auf Schwäbisch unrerhlt hae er in den allermeisten Fällen gewannenes Sviel, Bei Werner Neidt ist dies ganz und gar der Fall Er kam beit= und liegte Seine reizende= schmadischen Zialekea dichte verwandeln das Variet Heimattheater. Robert Greven. NSC. Oekters werden von Landwirten und Bauern den Standortältesten Flurschadenersatzforderungen gestellt, ohne die notwendigen Unterlagen beizufügen, so daß eine nachträgliche Feststellung des Trupventeiles. der den Schaden verursacht hat. bzw. die Kontrolle des Standortältesten über den tat'ächlich entstandenen Flurschaden und somt ein ordnungsgemäßer Ersatz nicht möglich ist. Flurschadene##atzforderungen müssen folgende Angaben enthalten: 1 Möglichst genaue Zeitangabe. 2. Waffengattung und Nummer des „„„ Truppenteiles. 3. behördliche Bescheinigung der Höhe var es aber auch die höchste Zeit geworden, daß Anny deg Flurschadens, 4. schnellmöglichste Benachrichtigung wieder an ihren Arbeitsplatz gig, die anderen Kolleginnen deg Szandortältesten, um ihm die entsprechenden Nach waten schon alle von der Straße fort. Im Betricb an forschungen und seinerseits eine Kontrolle über den fatkommen, vennißte Anny ihre Geldvörse mm ihrem sächlich entstandenen Schaden zu ermöglichen. Wochenlabn Ein Lehrling. der Albert von einem Etagen venster beobachtet und sein Fortgehen gesehen hatte, chwang sich aufe Rad und suchte nach dem Taschendicv. denn es bestand kein Zweisel, daß Albert das Geid ge Kölner Studenten jahren nach commen hatte. Der Lehrling datte Glück, er erblickte den!.—„—„„„„„ Erwiderung des Besuches des Lör Studentenchores der im Januar 1938 an den westdeutichen Hochschulen konzertierte, begeben sich über die Pfingstfeiertage 33 Kölner##denten unter Führung Vor dem Schöffengericht gestand er seine Tat em. Ei von Gaustudentenführer Dr. Luyken nach Flan#rklärte, er habe schon an manchem Freitag eine solche dern. Am Donnerstag sand mit den Löwener StuUeberrunnpelung vorgehibt, denn die Marchen hdatten ion denten ein Kameradschaftsabend stan der die enge stuAngekiagten, folgte ihm unauffällig und veronlaßte bald NSC. In Erwiderung des Besuches des Löwener durch einen Polzzeibeamten die Feimahme. Wache rückte Albert mit dem Gede heraus. Auf der Freitag, den 3. Juni 1938 Neue sag Nr. 151 Die uns aufs Dach steigen... Interessante Schöpfung der Kölner Dachdecker-Innung 8 Photo Schmölz Die Kölner Dachdecker= und Bauklempnerinnung war seit langem bemüht, für ihre Lehrlinge, aber nicht nur für diese, sondern auch für Gesellen und Meister, eine vorbildliche Fachschule zu errichten. Das ist nun nach vielen Mühen und Opfern möglich gewocden im Terrain der Berufsschulen der Stadt Köln in der Ulrichgasse. Nach den Plänen des Architekten Westphal wurde hier in dem seit einigen Jahren bestehenden einstöckigen Schulungsraum eine Dachstuhlfolge eingebaut, die die sämtlichen gebräuchlichen Dachstuhlformen erfaßt. Kommt man in diese neue Dächerstadt hinein, sieht man vor allen Dingen Satteldächer, Spitztürme, Zwiebeltürme und die mannigfaltigsten Fenstervorsptünge, die einem die Illusion vorspiegeln, man befinde sich mitten im Dächergewirr, sagen wir eineal: der südlichen Altstadt. Und man hat sich vorzustellen, daß darin die Lehrlinge, die Gehilfen, die Herren Meister herumklettern. In dieser„Kleinstadt“ auf dem geräumigen Hofe der Berufsschule der Ulrichgasse obwiegt unser rheinischer Schiefer, mit dem man Ecken, Kanten und Kehlen ohne jedwedes Metall in handwenklicher Art verkleidet. Wie es die Alten taten, so tut es das fortschrittliche Dachdeckerhandwerk heute wieder. Und darin liege die meisterliche Kunst, wie der stellvertretende Reichsinnungsmeister des Dachdeckerhandwerks. Niebeling. bei Gelegenheit des Richtfestes der neuen Fachschule ausführte. Am Dienstagnachmittag wurde diese neue Fachschule der Dachdecker und Bauklempner durch den Obermeister 1Brambring der Stadtverwaltung und damit ihrer Bestimmung übergeben. Alle für die Innung zuständigen Organisationen und Behörden waren vertreten. Der Obeneister erinnerte daran, daß er selbst als ehemaliger Fachlehrer an der Berufsschule sich nach einer solch neuartigen Lehrstätte in des Wortes wahrster Bedeutung ge sehnt habe. Er dankte Berufsschuldirektor Klein für sein großes Entgegenkommen, mit dessen tatkräftiger Hilfe trotz aller Schwierigkeiten das neue Werk sich habe vollenden können. Der Obermeister gedachte aber auch des Archi tekten, der es verstanden habe, auf einem beschränkten Raum alle in Frage kommenden Dachtypen zu errichten ferner des Zimmermeisters Cremer. der den Anregungen des Architekten so willig gefolgt sei. Beigeordneter Niemeyer übernahm dann die neue Schulungseinrichtung mit einem aufrichtigen Worte des Dankes und Glückwunsches an die Innung in die Obhut der Stadt Köln. Es karnen darauf zahlreiche handwerk liche Vertreter zu Wort, so der Kreishandwertseneister der Vertreter des Gauobmannes=der DAF, der stellvertre tende Obermeister der Innung und zum Schluß der oben erwähnte steilvertretende Reichsinnungsmeister des Dach deckerhandwerks, Niebeling. Dieser gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Kölner Dachdeckerinnung hier etwas Vorbildliches geschaffen habe zur zusätzlichen Be rufsausbildung; er freute sich besonders darüber, daß dem Nachwuchs im Handwerk die Fertigkeit beigebracht werde, deutschen und rheinischen Wertstoff zu behandeln. Im Anschluß an den offiziellen Teil der sympathischen Festfeier stieg ein zünftiges Richtfest, zu dem J. Th. Kuhle mann durch Dichtung, Spruch und Wort beitrug. Ein Glöckchen rief von einem„hohen" Turm und bald ver sammelte sich ein munteres Dachdeckervölkchen bei Erbsensuppe, Wurst und Bier. billig it gefährlich! Jawohl, es wäre falsch, würden wir erst an den Dreis und dann an den Wert denken. Keinem wäre damit gedient, unseren Kunden am allerwenigsten. Wenn ein Anzug, ein Mantel, ein Kostüm nicht gut ist, wem ist dann mit einem„billigen Dreis“ ein Gefal'en getan? Zu billig heißt in Wirklichkeit zu teuer! So gut wie möglich und angesichts dieser Forderung so billig wie möglich: dieser Hettlage-Grundsatz hat sich auf's beste bewährt. Deshalb beginnen unsere niedrigsten Dreislagen auch dort, wo wir uns noch dafür verbürgen können, wirklich Gutes zu liefern. Und deshalb sollten Sie nie Preise, sondern immer nur Werte miteinander vergleichen. Wenn Sie das bei Ihrem Einkauf bedenken, dann werden Sie immer wieder zu dem Schluß kommen: Jawohl. man ist gut aufgekoben bei Joeltlagen Schildergasse AEAZ das gute Werbemittel! 220301 das ist die Nummer, durch die Klein-Anzeigen für den Neuen telefonisch übermitteln können. Leibeserziehung im „Es ist eine neue Jugend gekommen mir anderen Auffassungen, mit anderen Vorstellungen von der Schönheit der Jugend, der Kraft der Jugend. Sie wird immer stärker, immer kraftvoller und immer gesünder sein und den lebenden Geschlechtern immer großere Hoffnungen geben für die Zukunft.“ Das ist die Jugend, die nach dem Willen des Füh##rers durch die große Erzehungsschule der deutchen Nation, den Reichsarbeitsdienst hindurchgehen wird, um hier in gemeinsamer Arbeit und Freude ausgerichtet zu werden zur Lebensgemeinschaft umeres Volkes. Ern halbes Jahr erfaßt der Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend das deutsche Mäochen. In zweckmaßig und schön eingerichteten Lagern, angeleitet und geführt von geschulten Führerinnen, wird die Arbeitsmaio praktisch vorbereitet um dann irgendwo Irau##n bei der Bauers= oder Siedlersfrau mit ihren Händen zuzupacken, zu schaffen und zu helfen. Bei dieser Arbeit wächst in der Arbeitsmaid ein großes Verständnis für Bauer und Land, sie lernt die Mühe und Sor sgen armer und ämmster Volksgenossen kennen und spürt One große Freude darüber, hier tatsächlich helfen zu können. Nach der praktischen Arbeit draußen im„Hilfsenst“, nach Ruhe und Freizeit im Lager erfolgt dann #er von der Lagerführerin ertellte staatspolitische Unsterricht und eine sorgfältige Leibeserziehung. Leibesserziehung im Reichsarbeitsdienst bedeutet nichts anderes, als in den jungen Menichen Freude an der chiigen Bewegung zu erwecken, sie durch diese richtige #wegung aufzulockern, zu entspannen beim Frühsport soder an den Sportnachmittagen, um sie dadurch frisch und leistungsfähig zu halten. Beim Frühsport wird Gymnastik betrieben, an den sportnachmittagen kommen verschiedene Handgeräte caweiter das Turnen am Gerät, Leichtathletit und vor allem das Spiel und der Tanz. So erfährt die arbeitsmaid während ihrer Dienstzeit nicht nur eine Juflockerung ihrer inneren, sondern auch der äußeren Halzung. Selbstverständlich bedingt diese sorgfältige ####deserziehung das Vorhanden ein gut und fachlich geschulter Lehrkräfte. Es gibt nun folgende Möglichkeit, die Laufbahn einer Fachtraft für Lebeserziehung im Reichsarbeits Genn einzuschlagen: Zunächst ist eine abgeschlossene Ausbildung an einem anerkannten Institut für LeibesEsiehung notwendig. Nach dieser erfolgten fachlichen Tusbildung wird die Führeranwärterin nach erfolgter Hewerbung in ein Lager als Arbeitsmad eingewiesen. im hier in die Arbeit des Reichsarbeitsdienstes hineinsAwachsen und Probe abzulegen, ob sie sich für die Mitarden eignet. Die Zeit im Lager dauert je nach Eignung—6 Mosate. In deeser Zeit kann die Befördecung zur Kame##eitsältesten erfolgen wobei auch das lägliche Tachengeld von 20 Pfg. auf 40 Pfg. erhöht wird. Dann essolat die Einberufung in eine Bezirksschule des arbeitsdienstes, in der die zuküniiige Fachkraft einen Ueberblick über die gesamte Erzlehungsarbeit einer Führerin erhält. Die Einberufung zur BezirksDie Pfingstferien haben begonnen 4 * ** 0 * ∆ — 1 hat ’hoto; Maer ". nu. Auf der Suche nach Motiunser Photograph vier Kinder bei ihrem Spiel„entdeckt“. Sie klettern, was mit Gefahr verbunden ist, die Ufermauer an der Hohenzollernbrücke herauf und der Nähr mit ihnen Tage der ungetrühten Frende für die Schuljugend. Spiel„entdean der Hohenzollernbrücke heraufu he, sonst hätte es sicher was gegeben Ein Polizeibeamter war M Kleine Kölner Chronik Kalenderblätter zur Geschichte der Hansestadt 3. Juni 1833: Die St.=Aposteln=Kirche wurde zur Garnisonkirche der hier dienenden polnischen Mannschaften bestimmt und daher auch ein polnischer Militärgeistlicher angestellt. 3. Juni 1913: Großfeuer im Modellschuppen einer Kalker Werkzeug=Maschinenfabrik. schule kann als außerplanmäßige Gehil##n mit einem täglichen Toschengeld von 80 Pio erfolgen. In Sonderfällen erfolgt die Ernennung zur planmäßigen Gehilfin. In diesem Falle wiro während des dreimonatigen Lehrgangs ein Gehilfinnengehalt von 30—60 RM aus gezahlt. Nach Besuch der Bezirksschule wird der wertere Einsatz entschieden, und zwar kann der Einsatz erfolgen als Sachbearbeiterin am Bezirk, an der Gruppe, als Lehrkraft an einer Schule oder als Gehilfin in einem Lager Die Sachbearbeiterin hat dann die Aufgabe die körperliche Erziehung in den Lagern zu überwachen, den Lagerführerinnen Richtlinien und Ausoildung zu geben und in den Lagern mit den Mädels selbst zu arGlückwunschtelegramme zum Pfingstfest Am 1. Pfingstfeiertag ist mit einem regen Telegramm=Verkehr zu rechnen. Glückwunschtelegramme für Köln und Vororte, die am 5. 6. zugestellt werden sollen, können daher beim Telegraphenamt und bei den Postämtern in Köln nebst Vororten schon am 4. 6.(Samstags) aufgeliefert werden. Es empfiehlt sich, hiervon in weitem Maße Gebrauch zu machen, besonders bei Telegrammen mit Schmuckblattausfertigung. Dienststunden der„Kriegsopferhilfe" Während der Ferienzeit sind die Dienststunden der „Kriegsopferhilfe“ geändert worden. Ab 12. Juni bis auf weiteres sino die Dienststunden der Geschäftsstelle Muritiussteinwg 91 nur von 9 bis 13 Uhr für den Verkehr geöffnet; die Sprechstunden im Gaugebäude, Claudiusstraße 1, fallen bis auf weiteres aus. Am Samstag, 4. Juni(Pfingstsamstag) findet keine Sprechstunde statt.(nsz) Ankündigungen beiten. Die Besoldung erfolgt entweder nach dem.IT Gruppe—8 oder es wird das Gehalt einer Lagerführerin gezahlt. Urlaub wird außer den Festtagen bis zu 4 Wochen gewährt. So betet sich auf dem Gebiet der Leibeserziehung die Möglichkeit für geeignete Menschen, ihre Arbeit in den Dienst der großen Erziehungsschule der deutschen Nation zu stellen und mitzuhelfen junge deutsche Mädel vorzubereiten für die Ausgaben die die Velksgemeinschaft fordet.„Die körperliche Ertüchtigung ist im völlischen Staat nicht eine Sache des Ein zelnen, sondern eine Forderung der Selbsterhalting des durch den Staat vertretenen und geschützten Volkstums.“ „Der Weibsleufel" Morgen, Samstag, findet im Schauspielhaus die Erstaufführung der Neuinszenierung von Karl Schönherrs Drama „Der Weibsteufel" statt. Den Mann spielt Alfred Wehle. sein Weib Luise Franke Booch, den Grenzjager Rainer Geldern. Die Iuszenierung besorgt Oberspielleiter Paul Riedv. Das Buhnenbild entwarf Alf Bjorn. Die Erstaufführung begennt 20 Uhr. Bei den Kölner Justizbehörden ist am Pfingstsamstag Dienstschluß um 13 Uhr. Jur Entgegennahme eiliger Sachen und solcher, in denen Fristen ab laufen, ist in jedem Gerichtsgebäude eine Geschäftsstelle bis 16 Uhr geöffnet. Kameradschaft Niehl 1867 Der nächste Appell: Samstag, 11. Juni, 20 Uhr, im Kameradschaftslokal„Zum alten Deutschen“, Sebastianstr. 168. Vortneg des Kameraden Dr. Bohnemann Komeradschaft ehem. 70er Wargen, Samstag, Kameradschaftsappell im Ratskeller, Alter Markt 54. Br Freitag, den 3. Juni 1938 Hermann Ernst Weiß erzählt: Koch in Ketten Neue Tag. Nr. 151 „Schon dein Großvater brät in der Hölle!“ Hinter dieser Feststellung mit der gleichzeitig eine Handvoll Tomatenialat klatichend im Gesicht eines Eingeborenen landete vervarg sich eine üble Verwünschung, wie sie gerade noch aus dem Munde einer„chanumesahib“, einer Europäerin, entschlüpfen durfte. Dann wies eine grünrötlich triesende Hand gebieteriich zur Tür:„Burru gumechu mukuff!“(Pack dich— du bist entlassen!) Ich sah trauria hinter dem heitig wischenden Eingeborenen her Da verschwand der vierte oder fünfte. der während eines Monats Koch gespielt hatte, vor dem Zorn ine ner Eheliebsten So schlecht wai er ja nun doch nicht gewesen! Abermals niel mir die undanlbare Aufgaoe zu. für Ersatz sorgen zu müssen.„Pack“ hatte das wurtgewatige Mäcchen gezischt, ale sie mit vernichtendem Blick an mir vorbeischwehte. Ob ich ebenfalls unter diese Sammelbezeichnung siel darüber konnte ich beim eiligen Reiten zur nahen Stadt eingehend nachzudenken Hübsch war sie geweien als sie so dastand und die roten Früchte in die verkniffene Visage feuerte, verdammt hübich! Und ich begann lang am einzusehen daß der gewesene Koch nichts getaugt hatte. Aber wuchs mir ein neuer auf der flachen Hand? Sorgenvoll wollte ich gerade den Straßentorbogen am Dienstgebäude des„cotwali“ des Polizeipräsidenten. durchreiten als'ch angerufen wurde und einer der rotuniformierten Polizisten mich zur Exzellenz bat Kurz darauf hockte ich vor dem Gewaitigen, stand Rede und Antwort und trank unzählige Tassen Tee. Bei Gelegenheit erkundigte sich der Gastgeber nach meinen Dienern und derer. Aufführung. Ich erfaßte gleich, daß sein Geheimdlenst bereits sabelhaft gearbeitet hatte. So brauchte ich wegen des herausgewortenen Küchenbullen keine Hemmungen zu haben und legte dementsprechend los. Der dicke Beamte sah mich listig an, schmunzelte und gab. als ich mit meiner Anklagerede in allgemeinen und besonderen geendet hatte, dem aufwartenden Polizeimann einen Besehl „Allah nimmt wann er will!“ suchte er mich dann zu trösten als der Untergebene verschwunden war. Ich fand. daß sich der mohammedaniiche„liebe Gott" zu solchem Beginnen zweckmäßig einen anderen hätte aussuchen können. und war nicht wenig erstaunt als nach kurzer Zeit ein Aufwärter wieder erschien und zwei riesige Kameraden hereinführte die zwiichen sich einen kettenbeladenen Gefangenen geleiteten „Er kann kochen!“ grinste die Exzellenz „Und schlechte Dinge tun!" erwiderte ich böse, mit einem Hinweis aus die Ketten. „Allah nimmt, wann er will!" Dies Sprüchlein schien bei dem Präsidenten auf alle Levenslagen anwendbar Ich schaute mir den gefesselten Mann an. Nicht allzugroß. stämmig, beinahe untersetzt, aber sehnig und zäh war der erste äußerliche Eindruck Was jedoch mein ganzes Interesse beanspruchte waren die Augen, in dem hageren braunen Gesicht. Sie glühten mich an wie die Lichter eines gehetzten und zum Letzten entschlossenen Raubtiers. Ich bat die feiste Excellenz, mit dem Häftling reden zu dürfen Mit hoheitsvollem Nicken wurde dies gewährt Ich fragte nun munter drauflos und erhielt stets gemessene. Achtung gebende, aber auch Agtung fordernde Antworten Als ich piötzlich aus dem bisherigen Persisch ins„Duschtu“ die Sprache der Beega'ghanen, hinüberwechselte“ es gleich einem Leuchten über die scharfen Züge. Wie bittend hoben sich die kettenrasselnden Arme und Hände zu mir. Da stand mein Entichluß fest. Der Gefangene wurde wieder abgeführt, und ich begann das„auftiku“, die Unterhaltung mit dem„Obersten aller Sicherhe!" Nach einer guten halben Stunde hatte ich mein Ziel erreicht. Ich wußte, daß die Wünsche der Excellenz auf das gleiche Ziel hinausliefen. Aber das „Gesicht“ mußte gewahrt werden. Es war keineswegs eitel Menschenfreundlichkeit mir den Verbrecher zu treuen Händen als Diener und Koch zu überantworten Emnnal sparte man die Verpflegungskosten für den Gefangenen zu eigenen Gunsten ein. dann konnte bei einer immerhin möglichen Flucht des Häftlinas dem reichen Europäe: eine erfreulich hohe Buße abgepreßt werden Endlich ließ sich die Verbrecherstatistik— so etwas gab es auch— zwangtos verschönern. Schmunzelnd über die Sorgen meines Gastfreundes folgte ich dem schließlich herbeigerufenen Polizeileutnant n das Gefängnis Wieder sah ich n die glühenden. gehetzten Augen wieder lief das Leuchten über die hageren Züge, als ich mit wenigen Worten dem Manne ausern anderetzte was ich mit dem„cotwali“ verabredet hatte Ein Neigen des Kopies war die Antwort und die Raubtieraugen klamenerten sich vertra##ensvoll an meinen Blick. während der Offizier eine lange Rede über gutes Verhaften, irdische und himmlische Strafen bei Flucht. Gevorsamsverweigerung und anderen Standtaten losließ Dann griff ich mir den neuen Hausgenossen an einer Kettenschleife und führte ihn durch ein Spalier neuaier ger. rotröckiger„Hüter der Ordnung und Sicherheit“ auf die Straße. wa##uddin. mein Leibdiener und Gefährte manch verwegenen Stücks, riß tellerweit die Augen auf, aleer das Gastgeschenk des Polizeihäuptlings erblickte. Dann lechte „Hamlet“ in Kopenhagen Generalintendant Gustav Gründgens traf in Kopenhagen ein. Bei Freilichtspielen am Schloß Kronborg bei Helsingör wird Gründgens den Hamlet spielen. Unser Bild: Gustav Gründgens auf den Bastionen des Schlosses Kronborg Photo: Pressephoto er in schnellem Begreifen über das ganze Gesicht und be= nahm ohne weiteres die Führung. In einer schmalen Begleiter. Sie sind bald die Nebengasse klang das Hämmern eines fleißigen Schmiegrüßte unbefangen meinen dicsten Freunde geworden des. Als ich wenig später dem sich immer wieder dank„#s fechaften Mallilshms bar verneigenden Meister eine Rupie zuwarf, stand neben Unier dem Staunen und der levhaften Anteilnahme#.—. scheinhar vor Freude tänzelnden Hengst ein freier er Straßenbenutzer trabie der Keitenmann kurrend Mann, den ich unesorgt der Eheliebsten ais den neuen ohen meinen Manenhern lherleote ongestrenat. wie„ der neben meinem Hengst her. Ich überlegte angestrengt, wie ich ihn schnellstens von dieser Qual befreien könnte. Eine Beibehaltung der Fesseln war nicht ausdrücklich angeordnet worden. Halt, wie hatte die Excellenz gesagt? „Allah nimnt, wann er will!" Koch vorstellen konnte. Ich brauchte sie ja nicht gleich damit zu überraschen, daß ich diese Errungenschaft wegen Pferdediebstahls und dabei erfolgten Rautmords einige Jahre Kettenha#t eingehandelt hatte. Als ich ihr aber lange. lange Zeit später die Mär des laingst begnadigten Wozu doch Sprüche aus heiligen Büchern für Diplo= Neas Mohamad erzählte, da meinte sie philosophisch: maten gut sein können! Ich drehte mich im Sattel und]„Uns hat er in vier Jahren nicht einen einzigen suchte mit den Augen Failuddin. Er schien darauf ge=]„Peis“(Pfennig) entwendet! Allah niment, wann er wartet zu hben, denn er nickte verschmitzt und über=will!" 0 * f Stellen angebote personal Einfache kath. Stütze tu han zum bal gen Eintritt g sucht. Marlchen vorhanden. Ge 7. Neuer Tag. Köln Geschäftshaushalt tüchtigne Mar chen gute Kur kenntuis-e. Dor pelteld. Blunne Thalstraße kinderlich. M chen. bis-5 Jahre ü Tage sofortg eucht 18mer. Brann-feldt Mn 6(9333 Suche ür sofort, kleiner (##schaftshau-halt tüchtigen MA4 chen. Restaura tion Em Wall(ankaufstelle suffee.— Kömn. 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Juni .00 Morgeninn— Wetterbericht für den Bauer .10 Anlee beugt!(0ustav Weinkotz) .30 Freut euch des Lebens!(Industrieschellplatten und Aufnahmen des Deutschen Kunlunk. .00 Nachrichten— Morgephrel— Norgenral .10 von Beelin Fruhhonzert .00 Wrt Wa.relan Kalenderblatt .10 FrauenfurnenE“ Derenbach .10 von Konigeber,#a Danr ge)„Wohl bekomm““ k. amen das Dannger Landesorchester Ernst Kall##k. .15 Prohliches spiel für unsere Kleinsten E.’ott .45 Tr. den nl 10.00„Wir und die Welt“. Pfingstreiee Ins Bergische Land. Da.##fon begienet eine Fahrt dyrch4541 R. me. denl Shl.s KurRurmryke Beeg.. DhannthafAkenberg alel Beusberg(Dr. Karl Hol#amer und Franz Peter Kurten Sendlepaueo Bauer, merk“ auf! Mark######..= Res12.00 11 53 Uhr: Wettermehlungen für den Bauer #en Oschesterkontert 1. regtel von K Nycau. 2 Biolonie C dur Mira Ther von J. Havin: I. Allege II Adago. III.nirtto allegretto: IV nale eurgro 5 Aus den sudeten Salt- von E Intel. 4. Capticcio Rtahrnne vonP hn Nachrichten— Glückgünsche von Wien Mittagekonsert. Ee spiKleine Kun-funkorchae des Rrichts neiee Wen Leitung Henr sand## 1. Ouvertdre Eine Nacht in Venerlig von Joh rauß 2 Aus meiner Heimat sufte von M Reand scharenk anze Walzer von Jos Strane„„n„„ Wiere: Lied von H. v. Frankon-Ly. 5. Nu.###ches Dörrs Möbelhaus 1f. Schlafzimner echt Eichen, echt Nushaum. Maha ganilli Kunterbunt. Potpourri von C. Schmalrtich. 6 Notturno von M. Ast. 7. Wiener Kunstler. Marech von Joh. Schrammel 14.00 Nachrichten— Sportvorselau 14.10 Wochenendkonzert Ins#########schallplatten). Za sammenstellung: Ernst Kathoff 15.13 Aus einer wrstfällschen Chronik. Gerpräc un Erzählungen um die Fürstin Gallitzin 15.45 Wirtschaftemlun ##en„Der frohe Samstagnschmittag des Reichssender= Koln“ in Verbirelung miter NS GemeinschaftKraft ducch Frerste Aitwirkemde: Die Drei trohen Gesellen. Runli Rauher. Ians Saicher Karl Wilhlm mit ihrer Laterna magiea“: Solisten. Anny Kunze So pran). Philipp Gchly(Tevor, Emil Franz(Ny. phon und das Koner Rursliunkorchester unter Leitung von Leo Lysoldt 18.00 Was bringt der Reichssender Köln in der nach sten Woche? 18.10 Muelk für Streichquartett. Häusler Quartett. Erwin Häusler# Alfred Ohbx maller(Viohmer F# n Frankle(Cello 1. Ste###en,#artett Es dur Wer 4 6 von J. Hayein, 2. Prachessllum und Furfür Streichquartett von H. Kamin-ki# Vara tionen über„Ein Manmein sicht im Walle von A. Rorone 19.50 Mnentaufnahme 19 an Pardeirbe 19.10 Zur Unterhaltung. Es epielt das Unterhaltung: 1* 00 au. Wien: Klingende Bauernkunet der Ostmart 22 00 Varhrichten 22.15 Vom Internationalen Schalmmlest In Bad Lipp epfinge 22.10 von Berlin. Tanr und Unterhaltung. Ka Will Glahe Kapch- Arthur Rn ? 00 bis.00 von Bresiau. Nachtmurik zur Unter haltung, au vom Kle#nen.l Reichssenlere Breslau uns.- Erne: Jo.# Tonits n em.,. de., Art. Reg. 18 unter Obermueikmeister Karl Otto Dorr Dörr Küchen natur— echt Nushaum Schleiflack, neu r Dörr Polstermebel— Kleinmöbel. 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An beiden Plinssttaden verkehrt um.36 Uhr ab Köln Barbarossaplatz(Luxemburger Str.) ein Ausflugs-Sonderzug nach Bonn mit Anschluß nach Königswinter und Bad Godesbers Mehlem. Preis der Sonderzugrückfahrkarte Köln—Königswinter oder Bad Godesberg Mehlem.60 RM. Zur Rückfahrt gelten die Karten mit allen fahrplanmäßigen Zügen. Sonntagsrückfahrkarten a) zwischen Köln—Brühl 3. Kl..70 RM. b)" Köln-Merten(Kr. Bonn) 3. Kl..10 RM ci„ Köln—Bornheim(Kr. Bonn) 3. Kl..30 RM d„ Köln—Roisdort-wesi 3. Kl..40 RM „ Köln—Bonn 3. Kl..90 RM Die Karten gelten auch uber die Vorgebirgsbahn. Zur Ruektahrt gelten die Karten auch auf den Schiien der Koln-Dusseldorfer Rheindampfschitfahrt. ZU vermleten Alülheim 1 Zimmer. 2. Eig Trachtenjanker Origmal Munchen Roesler Lederhosen Rorsler Trachtenträger Roesler Kleidermarkt ilkeim Ver duschseh. Anhaunmmer zwe Manear ### Herrenanzüge Sportanzuge Ulnnte Unterricht Damentaschen Stadttaschen, an erkannt große Auswahl. Peter Mandt,###erin straße 162 3. 2 Tornister(Allen) Zeitbahnen. Feld llaschen sowialle Ausrustin gen.— Rorsler llohe Straße 26 95 Abbechelungsfeicher Auberprei-werter Mit arstisch im Wan penhof Restauran schMergasse 90—101 Mundlos-Nähmasch., auch Teil zahlung. Ereat## teile, Rer###ratu ren. Hantag, Machalge; str. 35. 724 17. 62 40 Ze lung gelesen dabei bewesen Aute fohrräder Leichentransporte eignes Leichen auto— Wilhelm Sechtem, Bruhl. Rin 2504 435 Taurstunden dlertelt Seheinrohetr gasse 21 21 72 71(32 Kielshof erreichhar Linie P bis Stattgrent## Amt Pors Ihr eigener Fehler ist es. wenn Sie den bodenständigen „Neuen Tag“ als gutes Werbeorgan nicht heranziehen! Das Hillt bir bei Stuhlverstopfung! RitormaKräuter-Pulver Nr. 1 sroße Dose.20 RN. kl. Dose 70 Pfx. Böhungstropten von vorzürl. 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Juni 1938 Neue sag THEATER KONZERTE Nr. 151 VERGNUGEN Ab heute Freitag: Willy Fritsch als Flugkapltän Droste Jutta Freybe als seine Verlobte Maria Koppenhöfer als deren„angebliche“ Mutter Karl Schönböck als englischer Flieger Olga Tschechowa als schicksalsgepröfte Frau In dem könstlerischen, dramatischen Ufa-FiIm HARRY PIEL OBERRASCHT MIT SITUATIONEN, DIE WAHRLICH NICHTALLTXGLICH SINDUND DIENUR HARR PELVVOLLSRINGENKANN HILDE WEISSNER WILLI SCHUR Gewitterslug zu Caudia Ein liebes- und Mutter-Drama aus der modernen Zeit Jugendliche über 14 Johre zugelassen 300 530 815 Scala-Helios Theater in der Herzogstraße Ehrenfeld, Venloer Straße Moram Misn Ge Kann Teat gat. Neus. Tag, verkrs Wan Au Sosan far! J der aud. i din lackt. 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Einteltisprels albrel- 10 Kff. Im Kupferstichkabinett: Itallesche Graphik aus dem 18. Jahrhundert. Nuseum für Naturkunde, Stapelhaus. Tier- und an tenel- Uesteine. Minerahen, Versteiferungen au Welt, ber#nnfer, aus.r rheinischen Heimat. Wibmanneche Girhorneammlung. Hautenetrauch-Jorst Museum für Völkerkunde.'bler ring 45. Pinnige SammlungW#den Verauschaubehung der Kulturen auberentonn#eber Volker. laus der Rheinischen Heimat, Köln Deutz, Tiepltzuler. Grerbicht- und Kultur.- Rheinlandes Aht. Die historisch-polltische Eatwieklung der Rheinlamte unter Elnschlus de, rhein, Adels: Ahl. e. Inie Kirche und die kirchlichen Btande: Alt, 8: Die rheineben alte uml ihre Burgerschaft; Alr. 4: Da. rhemlsche Bauerntum: Abt. 5. Die rheiniech. Wirt--haft um ihre Arbeiter. Soimlags 10—13 Uhr. an Werktagen 10—16 Uhr. Historisches Museum. Eigelsteintorburg(Garnieonmuseum]. Bonntag. 10—13 Uhr; an Werktagen 10—16 Uhr. 2 Jahre ununterbrochener Arbeit ertorderte die Herstellung dieses gigantischen Films Medee Werk st##tst eich auf die c 1 ei hönsten Star. Vorher: Bildbericht der B die Idealgestalten sportgestahlte nschen aus 92 vierreichen Natione Vortan varia-Tonwoche ung#glich.00.30.00 Uhr 00•h BOCCAZMT · FRAMISCHER Theater. Schildergasse Hol. Komochenstraße Jogendliche haben Zutritt. NNeue Tag Freitag, den 3. Juni 1938 THEATER KONZERTE VERCNUGEN Unsere Pfingst- Überraschung! WINCLAIR's Ole Sensation der Weitvarletes Wolf-Albach-Retty ist ab Freitag in allen Vorstelunden Heute: Opernhaus, 17.30 Uhr:„Tristan und Isolde“ von R. Wagner.(Sonder preise.00—.10). 9. Aufführung d. Mietreihe 5c. Wahlfreie Mieten. Zehnerhefte. Eintauschscheine und sonstige Vergnüstigungen aufgehob. Ende 22.30 Uhr. Schauspielhaus, 20 Uhr:„Parkstraße 13“ von A. Ivers. Preise N .50—.00). 10. Aufführung der Mietreibe 5 a. Ende 22 Uhr. konterlert des bunfe Programm artistlscher Spitzenleist ungen TAGLICA und gibt Autogramme KAISERHOF Magda Schneider Wolf Albach-Retty Samstag, den 4. Juni 1938. Opernhaus(Tel. 21 08 21) „Das Glöckchen des Eremiten“ von A Maillart. Musikalische Leitung: Willibald Kießling. Inszenierung: Willi Söllner Thibaut: Alsen; Georgette: Loos Werther; Belamy; Knäpper; Silvain: Bensing: Rose Friquet: Veith; Pre diger: Germann; Leutnant: Burg winkel; Dragoner; Mörsch. Anf. 20. Ende gegen 23 Uhr. Pr. N (.60—.00). 9. Auff. d. Mictr. 6 C. Schauspielhaus(Tel. 22 60 18 In neuer Inszenierung:„Der Weibsteufel“ von Karl Schönherr. Inszenierung: Paul Riedy Der Mann: Wehle; sein Weib: Franke Booch; ein Grenzjäger: Geblern.— Anf. 20. Ende 22 Uhr. Preise E 10.60—.00. 10. Auffüh rung der Mietreihe 6 a. eine schöne TEN An beiden Pfingsttagen: .00 Uhr Sonderschiff nach Andernach- Rm..80 und Koblenz- Rm..— .05 Uhr nach Königsw. Rm..80 .05 Uhr nach allen Stationen bis Andernach 14.00 Uhr nach Königswinter 14.30 Uhr nach Zons Rm..10 Alle Fahrpreise für Hin- u. Rückfahrt: Kinder unter 14 Jahren halbe Fahroreise. Ant allen Schitten Musik u preiswerte Vernflegung: Mittagessen ab Rm..—. Auskunft und Fahrpläne kostenlos in unsern Vorverkaufsstellen u. an unserer Abfahrtstelle Leystapel(Markthalle) Fernruf 22 61 54 T Sonntag, den 5. Juni 1938. Opernhaus, 17 Uhr:„Die Meistersinger von Nürnberg“ von R. Wan ner.(Sonderpreise:.00—.10 RM. 10. Aufführ. der Mietr. 2a. Wahl freie Mieten, Zehnerhefte. Eintausch scheine und sonstige Vergünstigungen aufgchoben. Ende 22 Uhr. Schauspielhaus, 20 Uhr:„Der Maulkorb“ von II. Spoerl.’reis. N /0.50 bis.—. 10. Aufführung der Miet reihe 7 a. Ende 22.330 Uhr. Eine nie erlebte Sinfonie aus Kraft und Schönheit So wira dieser Bilostreiten auen für Sie Krönung und gro artiger Abechluß enes großartigen Erlebnisses sein. Begeisterung, Heiterkeit und stürmischer Beitall im Publ kum sind der beredte Ausdruck für die laszinierende Kratt und Wirkung, die von diesem Film ausgenen. Auch Sie müssen ihn erleben: Ab heute 330 600 820 Eistaufführung in Ihrem Ein Gustav-Althoff- Film nach Motiven der berühmten Operette v. Josef Straußs* mit Hilde von Stolz- Wilhelm Bendow- Fritz Odemar- Rudolf Platte-Hub. v. Meyerinck Ein in seinem Gesamtaufbau wirklich schöner und sehenswerter Hohenzollernring Volverkauf auf S Tage voraus täglich 11-1 u 3 7 Ruf: 212057 SS Jugendlichs sind zugelassen und zahlen nachm. halbe Preise UFA-SPIELPLAN Eine leenhafte Ausstattungs-Operette voller wronischen Humors und herrlicner Melodten. Die sprühende Handlung, sowie die ausgereichnete Besetzung verspricht Stunden guter Laune und glänzender Unternatung. Ein Film, der alles in sich vereinigt, war Sie sehen wollen!— Bavaria-Woche und Kultorfilm„Das Alpinum“ Heute Erstaufführung! 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