A0. 1775. Ilir Seiner Römisch=Kaiserl. Uajestär allergnädinstenr PRIVIEEGIO. Otenstag den 25 Jul. Reapolis vom&4mp; Jul. * Wier von unseren Schiffen liegem in hiesigem Hafen zur Abfahrt völlig sertig. Sie sollen zu der Spanischen Flotte stossen, um mit derselden wider Algier zu adiren. Es sind einige Officiere als Freywilige#u ihr Bord gestegen, und unter denselben zahlet man den Fürsten von Colombrano„ nebst dem Herrn Major Tschoudy von dem Schweider=Regimente. Marseille vom 7 Gestern lies ein am axsten Jun. von Algier ausgelausenes Schiff alyier ein. An seinem. sind die Schwedisch=und Dänischen Eonsuls mit ihren Frauen und Kinderen, nebst der Gemahlinn des Franzosischen Consuls und eininen anberen- Passagiers. Der Schiffsrapitain bringt mit, daß wirklich am 22 und azsen Inn. zwey Spauische Schiffe von der Linie und eine Fregatte unter Engelländischer Flagge auf der Hohe von Alyier erschienen seyn. Letztere hätte sich der Stadt genähert. vermuthlich um zu Telognostiren weil siekurt hernach sich umgewendet, und zu einigen und 100 Segeln, die man in der Ferne wahrgenomen, idren kauf gerichtet hätte. In dem Augenblicke, da diese Schisse zum Vorscheingekommen, traffen wie der Capitain hinzulett; 3 Couriere hinter einander zu Algier ein. Die Stadt, sagt er, seh in sehr wehrhaftem Stande, und der Dey habe von seinen Nachbaren eine Verstärkung von 16 tausendMann erhalten. Florenz vom 1# Jul. # naten dieses kam der an dem Kaiserl. Königl. Hose iu Wien gestandene Kön. Sicilianische Minister„ Marchese Dela. Sambucg', athier an. Er ward gestern durch den Spanischen Minister, Ritter Viviani“, der umeren. Durchlauchtiasten Landesverrschaften aufgejuhrt, und in vergangener Racht. er über Livorno nach Reapolis weiter ab, woer das Ordenszeichen des H. Innuarius von dem Könige deyder Sicilien empfangen wird, Livorno vom 12 Jul. Von Cartagena haben wir Nachricht, daß die deyden Großherzogl. Toscanischen Fregarten, unter den Besehlen des Obersten und Ritters=Acton, am agsten Jun. in besagtem Hasen eingelaufen sind„ und bey ihren Ankunft eben gefunden haben, das die grosse Spanische Seerustung in vollem Segeln gegen vie Africanischen Küsten degriffen war. Ein vorgestern aus der Meerenge von Gibraltar hier eingelaufenes Danisches Kauffartheyschiff bringt mit, daß es ober dem Vorgedirge von Palos einen Theil von der Spanischen Seerustung, der aus 1so Segelo bestand, angetroffen habe. Sonder Zweisel wird nächster Tage etwas näheres von den Kriegsoperationen dieser Flotte zu vernehmen seyn, Aus dem Kirchenstaat vom 10 Jul, Heute, Morgens; sall die Congregation über die Jemiten Angelegenheiten sich in dem Quirinale, aber nicht in Beyseyn des Pabstes, versammeln, Lediglich die Cardinäle Corsini, Caraffa di Trajetto und Jelada werden sich mit dem Advocate Andreetti, als rechtenden Richter, dabey einfnden. Rach Montefiascone ist der Herr Pacifiei, einer von den Minisieren des H. Officiums, abgegangen um den Procet der beruhmten Wahrsägerinn von Valentano in einen Zusammenhang zu bringen. Bologna vom 12 Jul. Zwischen dem H. Stuhle und dem Sicilianischen Hose waltet eine Irrung vor welche die Wiederbesetzung des Erzbisthums zu Negpolis, so der Pabst zu vergeben hat, verspaten dsifte. In der Nacht vom auf den #ten hat der Kon, portugiesische Gesandte einen aufserordentlichen Courier an seinen Hof gefertigt. Was diese Adfertigung veranlasset habe, weis man eigentlich nicht; nur so viel sagt man, daß der Herr Gesandte vorher über eine Stunde mit Sr. Heiligkeit in Unterredung gewesen sey. Ob man gleich dey dem nächsten Consistorium, so auf den inten dieses vermuthet wird, sich einer promotion von Cardinälen versiehet; so dörfte selbige sich doch weiter nicht, als auf ein Paar Purpurhute erstrecken; die Beförderung der ubrigen erledigten Purpurwurden aber bis auf den kunftigen Rovemd. ausgesetzt bleiben; um die hernachst zur Erledigung kommenden den Kronen zur Ernennung zu überlaßsen. Venedig vom 8 Jul. Der hiesige Kais. Kön. Gesandte, Graf Durazzo, hat der hiesigen Regierung angezeigt, daß sich in dem Golso ausgerustete Schiffe definden, die mit Griechen aus dem Venerjanischen Gebiete, welche aus dem Russischen Dienste entlassen worden, bemannet seyn, und der Hanblung von Triest merklich schadeten. Zur Bezeugung der Rucksicht auf diese Vorsiellung, hat der hohe Rath sogleich an den General=Proveditor zur See die nöthigen Besehle ertheilet; daß er alle Mittel bewerkstelligen sollte, um den Golso von diesen Frepbeuteren zu säuberen. Man sichet hieraus, wie gefällig hiesige Republick sichge. gen den allerhöchsten Kaiserl. Hof zu machn beflissen ist. Londen vom 18 Jul. Die Antwort; welche der König am Lit# auf die Addresse und Vittschrift des### Mayers und der Londner Burgerschaft#r theilte, nachdem die Deputirten durch de Obrist=Kammerherrn, Grafen von Hertsoro, vor den Monarchen aufgefuhrt worden folgenden Inhalts: 4 Ich bin dereit di ehrexbietigen Bittschriften Meiner Unterthann anzuhoren, auch allzeit glucklich, wann## ihrem billigen Gesuche Gehör gebe; da ein Theil Meiner Americgnischen Unterth# nen sich der reichsgesetzlichen Gewalt öffen lich widersetzet, so bin Ich Meinem übrign Volke, von dessen Eifer und Treue Ich viele standhafte Proben gehabt habe, schu dig, jeue Maßnehmungen fortzusetzen; und zur Vollziehung bringen zu lassen, durch## che einzig und allein ihre Rechte und Antlegenheiten bewiesen und aufrecht erhaltet werden können.„ Aus dieser Antwort erbellet, daß der Ho## in Ansehung der Americaner, nicht gesouneg ist, nachzugeben, Man sagt vielmehr, er war de noch 4000 Mann Truppen aus Irlan nach America absenden, und selbige mit Hau növerischen Kriegsvölkern ersetzen. Es mi un versichert, daß der General Gage Besch habe, die Aufwiegelex in der Gegend## Boston anzugreifen. Seine Operationens# wohl, als der dreyen anderen Generäle, wir den durch Kriegsschiffe, die in die Flust einlaufen, und den Americanern alle Gemen schaft abschneiden sollen, gefördert werden. Jene Stadte; die das Gewehr ergreifen## zollen durchs Feuer verheeret, die Perein# gung der Contingente an Truppen aus dea verschiedenen Provinzen verhindert, und durch die Stellung der Schiffe die auswärtige Handlung der Colonien vollig verlegt werden. Gestern tam ein Expresser von dem Gen rale Gage an, desen Mitbringen in ein auf morgen angesagten Rathsversammlung wird erwogen werden. Unterdessen vernimtt man daß besagter General unterm za### Jun. eine Verordnung hat ergehen lassen darin er, im Ramen des Königs, allen auf gewiegelten Americanern, welche die Waffeb### niederlegen werden, ausser zweenen ihrer An fuhrer Namens Samuel Adams und#### han Hancock, welche die Haupt Anstifter der Rebellion gewesen sind, einen General= Parvon verspricht; diejenigen aber, welche diese Königl. Milde ausschlagen, sollen als Verräther und Rebeilen betrachtet, und nach behandelt werden, * W a s a l l e s d i e s e s b e y d e n a u f g e b r a c h t e n Americanern fruchten werde, hat man zu erfahren. Einstweilen weis man für zuverlässig, Daß sie sich in der Gegend von Boston taglich verstärken, und schlussig zu seyn scheinen, Ddie Konigl. Truppen vesten Fusses zu erwaren. Zur Kriegszucht ihres Heeres haben sie 3 Einrichtungen abgesaßt, St. John und alle ubrige Forts auf dem Landsee Champlain sind in ihren Händen, und, trotz einem von Quebec und Montreal gegen sie beorderten De#taschemente, haben sie die Artillerie und Ammunition aus vorbemeldten Forts nach Ti##conderago abgeführt. Man versichert auch daß die Häupter der sechs Stamme der wilden Indianer zu Philadelphia angekommen sind, und dem Congresse anerboten haben, ###ooo Mann von ihren Brüderen ausrücken ###u lassen, um zu der Americanischen Armee zu stossen, Jede Colonie hatte ihr Contingent an Volk in Bereitschaft, zu marschiren, und für die unterschiedlichen Anschaffungen zu ih#rem Unterhalte war wirflich gesorget. Man #####ehet in Erwartung wichtiger Nachrichten von den Folgen dieser kriegerischen Vorkehrungen. In Canada ist man nicht allerdings so ge## neigt, als es sich der General Carleton ver## sehen hatte, sich in einen burgerlichen Krieg zu # verwickelen. Er findet unter den Americanern # viele Widerjetzlichkeit, bey den Wilden aber eine durchaus abschlägliche Antwort, an Händein Theil zu nehmen, daraus sie gar keinen Vortheil ziehen tönnten. Eben da die Regie#rung sich in die Nothwendigkeit versetzt siehei, verschiedene Kriegsschiffe in die See siechen zu lassen, auch zu dem Ende wirklich die Be* f e h l e e r t h e i l t s i n d, w e i g e r e n s i c h d i e W e r k l e u t e, z u # arbeiten, bis ihnen der Taglohn um Studer taglich erhöhet sey. Man rechnet, daß diese Erhöhung; die Anzahl der Arbeiter auf 2500 Personen angeschlagen, jährlich auf 16 tausend 250 Pf. Sterl. hinausläust. Sie haben dem Könige durch ihre Abgeordnete eine Bittschrift über ihre Beschwerden eingegeben; und, da sie alle bey ihrem Schlusse deharren, so wird man ihrem Begehren willfahren mussen. Man hat sie indessen gebeten, ihre Arbeit wieder vorzunehmen, mit der Versicherung„ daß auf ihre Beschwerden Rucksicht geworfen werden solle. Ueber die Vergleichs=Vorschläge der Colonien sind in Gegenwart des Konigs verschiedene Rathsversammlungen gehalten worden: allein, bis hieher int desfalls noch nichts ausgemacht. Ihre Vortrage sind gar zu unbestimmt, und muß etwas förmlicheres und gewisses von dem Congresse, oder den General= versammlungen der Colonien eingehen, wann es früchten soll. Eine ansehnliche deutsche Macht soll darauf bedacht seyn; in irgend einem Theile des vesten Landes in America eine Colonie anzulegen, und deshald östere Unterredungen mit geschickten Erdbeschreiberen und Schiffleuten gepflogen haben. Bank 142 1/8. Ind, 152. Annuit. 87 3/4. Rotterdam vom 20 Jul. Der Magisirat von Danzig hat zum andern Male an die Generalstaaten und fast an alle andere Höfe geschrieben, und ihnen den kläglichen Zustand ihrer Stadt und Handlung vorgestellt, derer gänzlicher Untergang bevorstünde. Ihre Hochmögenden haben geantwortet:“ daß sie aufrichtig Mitleid empfänden über so betrübte Umstände; aber kein Hulfsmittel dagegen in ihrer Macht hatten, zumal; da Engelland felbst alle diesfallsige Bemuhungen vergehlich halte,„ Mit Briefen aus Barcellona vom rsten dieses hat man zu vernehmen, daß der Kaiser von Marocco, nachdem er die Geschenke der Generalstaaten angenommen, den Frieden mit hiesiger Repubüick auf 3 Jahre, vom rsten Januar, kunstigen Jahres anzurechnen, erneuert habe, Bruggen vom 16. Jul. Der heutige Tag wird bey den treuen Unterthanen unseres Amtes verewigt bleiben, an welchem, auf Anleiten des hieugen Herrn Amts=Vogten, Hofrathes Kannengiesser, dann des Herrn Gerichtschreiders Syberz, und sämtlicher Scheffen des vereinigten Landgerichts, wegen der erwunschten und aller Orten exschollenen sreudigen Genejung unseres theuersien Landesvaters und Durchlauchtigsten Churfursten, Carls Theodor, dem Allerböchsten durch Absingung eines musicalischen Hochamtes und des Ambrosianischen Lodgesangs, der schuldigste Dank abgezinset wurde. Die Bürgerschaft, voll der innigsten Freude und von dem lebhaftesten Beyspiele obbesagter ihrer Vorgesetzten aaufgemuntert, erschien an diesem Tage in Compagnien unter ihren Hauptlenten eingetheilt, und gaben wahrendem Dankfesie dreymal ihre Salve, wobey das unterdem Geläute aller Glöcken, auch Päucken=und Trompetenschal, die Lösung des groben Geschützes zum östern erfolgte; und das frolockende Volk durch stetes Rusen: Vivat Carl Theodor, die Freude allgemein machte. Die hier wohnhaften und obberuhrten Herren Auleitere beeiferten sich, durch angestellte Erlustigungen, reichliche Beleuchtungen errichtete Triumphbögen und angebrachte Sinnbilder dieses frohe Fest zu verherrlichen welches auch bis auf den dritten Tag zu. jedermanns heiterstem Vergnügen fortdauret. Vermischte Nachrichten. Zu Wien hat der gewesene Jesuit.P. hamer, dermaliger Besorger des Waisenhauses, wo er die Knaben zugleich in den christlichen Tugenden und auch in den MilitairUebungen mit dem größten Ruhme anführte, durch einen Fall das Schulterbein so hart verletz!, daß er beynahe das Leben eingebüßt hätte. Man sagt, belobter Herr, der sich mit dem Waisenhause ungemeine und verdienstvolle Müge gegeben, werde dieser Beschwerlichkeiten überhoben werden, und zum ruhigen Wohnsitze die durch den Tod des Herrn Weihbichofs von Marxer erledigte Pfarre Eberichstorf an der Donau erhalten. Zur Direction des Waisenhauses sollen Invalide=Officiere von den Regimenteren angestellt werden. Der Herzog von Gloucester ist Willens, eine Reise von Londen nach Italien anzustellen, und hat den Tasten Jul. zum Aufbruche bestimmt. Zu Maynz hat am isten dieses Herr Anton Christian, Freyherr von und zu Dahlberg des Kaiserl. St. Josephs=Ordens Commandeur, Churmaynzischer wirklicher geheimer Rath, Cyurpialzischer Oberamtmann zu Veldenz und Lauterecken, auch Oderrheinischer Reichs=Ritterschaftlicher Ritterhauptmann, das Zeitliche mit dem Ewigen verwechselt. Hanau vom 19 Jul. Deu hießigen ersten neuen Bucher=Umschlag, welcher am absten vorigen Monaths seinen Ansang genommen, haben die dabey sich eingesundenen Freunde, in= und auslandischen Herren Buchhändler mit Ausgang der letztabgewichenen Wochen in größter Zufriedenheit und nach Wunsch geendigek. Am zten di ser hielten dieselbe zu den nöthigen Berathschlagungen ihre erste Zusammenkunft auf dem grose sen Saale des Rathhauses in der hiesigen Reustadt. Es sind bereits verschiedene Maßreguln zu Beförderung des hiesigen BücherUmschlags einmüthig beschlossen, und von sedem Mitgliede eigenhandig unterzeichnet wor## den, wodurch das ganze Budlicum, besonders aber die Herren Bücher=Liebhabere und die Buchhandlungen selbsten einen wesentlichen Vortheil erhalten werden, als wovon die dem Banauer neuen Bächer=Ulmschlag auf das Jahr 1775###o in der Barrentrappischen Buch handlung zu bekommen ist„ vorgedruckten gnädigst verliehenen Freyheiten, wie auch der beygesugte Vorbericht einenVorschmack bereitt geben. Man kann ubrigens mit Gewißheit das Pudlicum versicheren, daß der nächstkun tige hiesige Bucher=Uinschlag, vermöge der bereits eingegangenen Zuschriften, sehr zahlreich seyn werde, zumal dey der Berathschlagung der hier gewesenen Herren Buchhändler den Verlangen mehrerer angesehenen Buchhandlungen ein billiges Guugengeschehen, und für die Zukunft die alljährliche Eröffnung des# hiesigen Bücher Umschlags unsbänderlich auf den isten August verlegt worden ist. Es ist ein neuer Vorrath von des Herrn Greenoughs beruhmten Zahn=Tiycturen hier angekommen. Wegen der nützlichen Erfindung und Verkaufung derselben,, haben Se. Groß brittannische Majestat ihm ein Privilegium zu ertheilen geruhet. Die erste dieser Tincturen verwahret die Zähne; säubert sie, und benimmt alle Unreinigkeit, macht sie sehr weiß und schon bevestigt diejenige, welche los sind; kömmt der anwachsenden Fäule zuvor, und heilet den Schardock im Zahnfleische gänzlich. zweyte Linctur hilft wider die hestigen Zahnschmerzen, und man verspurt, sobald sie“ braucht wird, Linderung. Diese Tincturen werden in Commission verkauft zu Frankfurt am Mayn dey Joyann Wendel, Gatanteriehändier; in Julich bey Franz Kirsch, Zinigiesser, und zu Eölln bey Herrn Joh. Kraht sel. Wittwe, Glas und Porcelan Handlerinn im rothen Kreds am Bollwerk, zu sechs und dreyssig Studer das Fläschgen. Helsenbeinene Englische Zahnbursten, nebst einem Schwamm zum Gedrauche dieser Tincturen, werden an sel dige deto sechsiehn Stuber das Stück verkauft