Tageszeitu Bezugspreis: Monatlich RM. 2,—(einschließl. 32 Pfg. Beitrag zu den Zustellungskosten).— Erscheint wöchentlich siebenmal morgens.— Postbezug monatlich RM. 2,—(einschließl. 45 Pfg. Postzeitungsgebühr und zuzügl. 42 Pfg. Zustellgeld der Post).— Durch höhere Gewalt hervorgerufene Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Rückerstaitung des Bezugspreises. Sprechstunden der Schriftleitung 12—13 Uhr.— Postscheckkonto Köln Nr. 59.000. Nr. 223 und Verlag und Schriftleitung: Stolkgasse 25—31 Sonntagsbeilage die illust. Wochenendausgabe„Die Neue Woche“ s: Einspaltige Millimeterzeite 1° Pfg.; Familienanzeigen Pfg.; Wortanzeigen privater Art je Wort 5 Pfg., das fette Ueberschriftswort Fernsprecher: a) von 8 bis 22 Uhr: Sammelruf 220301; b) nach 22 Uhr: 10 Pfg.; geschäftliche Wortgnzeigen je Wort 8 Pfg., das fette Wort 20 Pfg.; VerDirektion 220304; Hauptschriftleitung 2203.01; Sportschriftleitung 22 0302. einsanzeigen, die nicht der Wirtschaftswerbung dienen, 7 Pfg. je mm; Sportcc anzeigen im Textteil 40 Pfg. je mm; Textanzeigen 80 Pfg. Jetzt gültige Preisliste 8, Mengenstaffel B. Schalterstunden—13, 15—19; Samstags durchgeh.—19 Uhr. Donnerstag, den 15. August 1936 Einzelpreis 15 Pfg. Deutsche Turnerinnen voraus USA-Frauen siegreich im Kunstspringen 7 Handballendspiel zwischen Deutschland und Oesterreich den Nebenkampfstätten Reichssportfeld, 12. Aug. Das gewaltige Olympische Stadion bot am Mittwochvormittag den ungewohnten Anblick einer gähnenden Leere. Dafür aber war auf den„Nebenkampfplätzen“— eine Bezeichnung, die mit olympischem Maßstab gemessen immer noch etwas sehr Großes bedeutet— um so mehr Betrieb. Schon von den frühen Morgenstunden an zeigten die besten Dressurreiter aus elf Nationen in dem fast über Nacht entstandenen Reiterstadion auf dem Maifeld die hohe Schule der großen Dressurprüfung. Gleichzeitig traten acht Ländermannschaften der Turnerinnen auf der Dietrich=Eckart=Bühne, die am Dienstag den größten Triumph des deutschen Turnens erlebt hatte, zum Wettstreit um den Sieg im Mannschaftswettbewerb an. Nachdem am Vortage die deutschen Turner siegten, erkämpften sich am Mittwoch auch die deutschen Turnerinnen die Goldmedaille! Sie erhielten 506.15 Punkte. Die Silberne Medaille gewannen die Frauen der Tschechoslowakei mit 503.60 Punkten, die Bronzene fiel an die Turnerinnenmannschaft von Ungarn(499.00) Punkte. Auch die Kunstspringerinnen waren schon früh aufgestanden, um im Olympischen Schwimmstadion ihre Besten zu ermitteln. Wie bei den Männern, so waren auch hier die USA=Frauen nicht zu schlagen und belegten die drei ersten Plätze. Am Nachmittag zeigte dann das Olympische Stadion wieder das gewohnte festliche Bild. Kopf an Kopf drängte sich die Menge auf den weiten Rängen. Auch an diesem Tage weilte wieder der Führer, gemeinsam mit zahlreichen führenden Männern aus Partei und Staat im Stadion. um die spannenden Handballkämpfe mitzuerleben. Bei den Handballspielen ging es zwischen Oesterreich und Ungarn bzw. Deutschland und der Schweiz um die Teilnahme am Endspiel. Nachdem im ersten Spiel Oesterreich nach hartem Kampf gegen Ungarn mit 11:7 Toren Sieger geblieben war, zeigte sich Deutschland im zweiten Spiel seinem Gegner, der Schweiz, wesentlich überlegener und siegte nach ausgezeichneten Leistungen seiner besten Mannschaft mit 16:6 Toren. Die Zuschauer nahmen diesen Sieg mit großem Jubel auf. Das Endspiel am Freitag werden also Deutschland und Oesterreich bestreiten, während Ungarn und die Schweiz um die Bronzene Medaille im Handball zu kämpfen haben. Den Höhepunkt des Nachmittags im Stadion bedeutet die Ehrung für die Sieger der Kämpfe am Vortage. die Medaillenträger im Schwimmen. Fechten und Turnen. Fünfmal stieg am Siegesmast das Hakenkreuz hoch für die grandiosen Siege, die die deutschen Turner im harten Kampf gegen die Schweiz erfochten haben. Außerdem erschien die deutsche Flagge noch siebenmal an den beiden anderen Masten, und achtmal wurde das Banner der Schweiz aufgezogen. Umendlicher Jubel empfing die deutschen Meisterturner, als die Präsidenten Baillet=Latour und Dr. Lewald sowie Ritter von Halt die Siegerehrung vornahmen. Dreimal ging das Sternenbanner für den dreifachen Sieg der amerikanischen Kunstspringer hoch und zweimal die Flagge Japans am Siegesmast, während bei der Ehrung für den Sieg im Degenfechten die Fahne Italiens dreimal an den Masten erschien. Nach der Siegerehrung empfing der Führer und Reichskanzler die erfolgreichen deutschen Männerturner, um sie zu ihrem großen Erfolg persönlich zu beglückwünschen. Eine unerwartete Ueberraschung gab es am Nachmittag im Schwimm-Stadion, wo es dem amerikanischen Weltrekordschwimmer Jack Medica gelang die japanische Uebermacht aus dem Felde zu schlagen und vor Uto und Makino den ersten Platz zu belegen. Nach dem ungarischen Sieg in der kurzen Strecke erneut eine bittere Pille für die schwimmgewaltigen Gäste aus dem Fernen Osten. Reiseverkehr nesch Oesterreich frei Wegfall der 1001-RM! Gebühr 7 Steigerung des Warenaustausches DNB Berlin, 12. Aug. Die Verhandlungen zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich, die am 27. Juli in Berlin begonnen haben und deren Zweck es war, verschiedene mit der Durchführung der deutschösterreichischen Vereinbarung vom 11. Juli zusammenhängende Fragen zu regeln, haben am Mittwoch ihren Abschluß gesunden. Der österreichische Delegationsführer, Gesandter Dr. Wildner, und der deutsche Delegationsführer, Vortragender Legationsrat Dr. Clodius, haben eine Reihe von Abkommen und Vereinbarungen paraphiert, durch welche die bisher auf dem Gebiete des Reiseverkehrs bestehenden Einschränkungen beseitigt und gewisse Maßnahmen zur Steigerung des gegenDie Entscheidungen am Mittwoch Kunstspringen(Frauen): 1. Gestring(USA) 89.87 P. 2. Rawis(USA) 88.35 P. 3. Poynton=Hill(USA) 82.36 P. 4. Daumerlang(Deutschland) 78,27 P. 5. Jensch-Jordan(Deutschland) 77,29 P. 400-Meter-Kraulschwimmen: 1. Medica(USA) 2. Ulo(Japan) 3. Nakimo(Japan). Segeln:-Meter--Klasse: 1. England 2. Norwegen 3. Schweden. -Meter--Klasse: 1. Italien 2. Norwegen 3. Deutschland. Frauenturnen: 1. Deutschland 506,15 P. 2. Tschechoslowakei 503,16 P. 3. Ungarn 499 P. seitigen Warenaustausches vorgesehen werden. Im einzelnen ist aus dem Inhalt dieser Vereinbarungen, die nach Zustimmung der beiderseitigen Regierungen alsbald unterzeichnet und in Kraft gesetzt werden sollen, folgendes hervorzuheben: Die Gebühr von 1000 RM bei der Ausreise nach Oesterreich wird aufgehoben werden. Dementsprechend werden in Oesterreich die Beschränkungen für die Ausreise in das Deutsche Reich beseitigt werden. Zwischen den beiden Regierungen wird ein Reiseverkehrsabkommen abgeschlossen, das den Reiseverkehr aus dem Reich nach Oesterreich in Anpassung an die deutsche Devisenlage regelt und die Bereitstellung der erforderlichen Zavlungsmittel zunächst für einige Zeit sicherstellt. Der Abschluß eines Abkommens zur Regelung des Kleinen Grenzverkehrs ist für einen nahen Zeitpunkt in Aussicht genommen. Ferner ist zwischen den beiden Delegationen eine Vereinbarung zur Steigerung des Umfanges des Warenaustausches getroffen worden. Das Verhandlungsprogramm betraf zunächst insbesondere nach der Jahreszeit dringliche Ein= und Ausfuhrfragen. Hierbei wurde neben der Behandlung die industrielle Ausfuhr betreffender Fragen Einverständnis über die Festsetzung von zusätzlichen Kontingenten für die Abschlüsse auf den nächsten Messen von Leipzig und Wien sowie über die Ermöglichung der Ausfuhr einer gewissen Anzahl von Nutzund Zuchtrindern sowie von Pferden aus Oesterreich nach dem Reich erzielt. Außerdem wurde im Rahmen von Austauschgeschäften die Regelung der Ausfuhr einer gewissen Menge von Holz, Käse und Rahm behandelt. Ferner wurde ein Programm für die Abwicklung sowohl der normalen als auch zusätzlichen Kohlenlieferungen aus dem Reich nach Oesterreich bis zum Ende des laufenden Jahres aufgestellt. Die im August 1934 abgeschlossene Vereinbarung zwischen den beiden Notenbanken zur Regelung der Zahlungen im Warenverkehr wird durch ein staatliches Verrechnungsabkommen ersetzt. Die am Mittwoch paraphierten Vereinbarungen stellen eine erste Etappe dar. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Besprechungen wieder ausgenommen werden, um zu prüfen, in welcher Weise die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern auch weiterhin gefördert werden kann. Auf der Dietrich-Eckart-Bühne wurden gestern die Wettbewerbe Im Frauenturnen durchgeführt, in denen die deutschen Turnerinnen die Goldene Medaille errangen. Unser Bild zeigt die Tschechin Dekonove in einer wirkungsvollen Uebung am Barren Pressephotos Ein Bild vom 5. Vorlauf im 100--Rückenschwimmen, das von dem Japaner Yoshida gewonnen wurde. Es nahmen an diesem Vorlauf noch teil: Metman-Holland, Baeth-Dänemark Oliver-Australien, Novo Caballero-Brasilien, Casa-Sempere-Chile und Cooper-Bermuda e Donnerstag, den 13. August 1936 Nr. 223 Neue Tag Verschärfter Kampf in Spanien Vereinigung der Nord- und Südtruppen bei Merida erreicht? DeWek an Morgen. Der Vorstoß Moskaus Die Dreistigkeit der Sowjets kennt keine Grenzen. In dem Augenblick, wo sie in allen Ecken der Welt versuchen, die Brandsackel des Aufruhrs aufzuftecken, und überall ein Erwachen über die Größe der Gefahr zu bemerken ist, richten sie eine neue Herausforderung an die Völker. Anders ist die Erhöhung der Heeresstärke durch die Herabsetzung des Rekrutierungsalters auf 19 Jahre nicht zu verstehen. Ein Hinweis auf Geburtenausfälle aus der Kriegszeit, der anderswo vorgebracht wurde, ist in Rußland hinfällig. Die amtliche Mitteilung Moskaus versucht das auch gar nicht. Der Kremt hat überhaupt das Bestreben, die Sache als nebensächsich erscheinen zu lassen. Aber er weiß natürlich, daß die Welt aufhorcht. Denn nicht einen Ausfall aufzufüllen, ist der Zweck der neuen Maßnahme, sondern die an sich schon bedrohliche Stärke der Roten Armee von .5 Millionen Mann bis hart unter die=MillionenGrenze zu treiben. Aus der russischen Dampfwalze soll eine sowjetrussische werden, die im gegebenen Augenblick Europa nach den Plänen der roten Machthaber einwalzen könnte. Die Sowjets wissen, daß das Elend, das sie über Rußland gebracht haben, nur dann von Dauer sein kann, wenn es auch das Herz Europas ergreist. Denn solange noch die Völker Vergleiche anstellen können, hat ihr System der Verelendung keine Aussicht. Darum sollen alle in den gleichen Abgrund geschleudert werden. So sind die Waffen der Roten Armee auf den Westen gerichtet, ihre Anführer träumen davon, einmal am Rhein ihre Zelte aufrichten zu können. Die Flugzeuge sollen dabei die Vorhut bilden. Schon sind in der Tschechoslowakei auf weit vorgerückten Posten die Stützpunkte für diese größte Luftarmee der Welt errichtet, die über mehr als 5000 Kriegsflugzeuge verfügt. Alles ist für einen Vorstoß bereitet. Aber die Sendboten des Aufruhrs sind erst vorausgeschickt, den Weg des Schreckens zu bereiten. Ueberall ist jetzt wieder ihre Hand sichtbar geworden. Nachdem die Hoffnung der Komintern auf Deutschland durch die Rettungstat des Führers Adolf Hitler zunichte geworden ist, versuchen sie diese feste Mitte Europas zunächst zu umgehen. Frankreich haben sie auf einen gefährlichen Irrweg gelockt. Mit Spanien gedachte man zuerst fertig zu sein. Darum der wilde Kompf gegen die Kräfte, die sich dort gegen die drohende Gefahr gestellt haben. Das war das Signal zu einem unterirdischen Vorstoß, in all den Ländern, die die rote Pest noch nicht ausgerottet hatten. Aber die spanische Greuel hat auch vielen die Augen mit Schrecken geöffnet. In Griechenland, in Holland, in Belgien sind die Gegenkräfte auf den Plan gerusen worden. Wird Europa erwachen? Die neue Kunde aus der Sowjetunion sollte wieder zu denken geben. Wird man jetzt noch auf die Abrüstungs= und Friedensphrasen eines Litwinow hören? Die Tatsachen reden eine andere Sprache! Die Armee der Sowjets ist wieder den anderen Mächten um ein neues gewaltiges Stück voraus, und diese Armee ist nicht ein Werkzeug der nationalen Verteidigung, sie ist ein Instrument der Weltrevolution. Wie in Spanien ein Kampf um Weltanschauungen mit der Waffe ausgesochten wird, so wollen die Komintern ganz Europa in zwei seindliche Lager teilen, deren Grenzen durch die Nationen gehen. Dann hätte die Rote Armee leichtes Spiel. Es ist die große geschichtliche Bewährung der Staatsmänner des heutigen Europas, daß sie dieses Spiel klar erkennen und frühzeitig genug vereiteln. wg. Ribbentrops Londoner Aufgabe DNB London, 12. Aug. Die Erschießung der beiden nationalistischen Generäle Goded und Burriel in Barcelona wird, wie eine Reutermeldung zum Ausdruck bringt, allem Anschein nach der Auftakt zu einem rücksichtsloseren Vorgehen der Militärgruppe sein. Vom nationalistischen Hauptquartier in Burgos war bereits Dienstagabend durch Rundfunk bekanntgegeben worden, daß sämtliche Offiziere der Regierungstruppen. die bereits gesangen genommen worden sind oder künftig gefangen genommen werden, erschosten werden, falls die Madrider Regierung das Todesurteil nicht in eine mildere Strafe umwandele. In dem Bericht heißt es weiter, daß bei den Nationalisten eine starke Aktivitat zu bemerken sei. Bei einem Ausfall aus Saragossa hätten die Regierungstruppen vor den Nationalisten zehn Kilometer weit zurückweichen müssen. Nach einer Meldung aus Sevilla wurde dort durch Rundfunk bekanntgegeben, daß die unter dem Befehl des Generals Franco stehenden nationalistischen Südtruppen bei Merida, etwa hundert Kilometer östlich von Badajoz, mit der von General Mola befehligten Nordgruppe der Nationalisten Verbindung genommen haben. Badajoz sei völlig eingekreist. Wie Havas aus Burgos meldet, soll San Sebastian am Mittwoch, nach der Einnahme von Tolesa durch die Nationalisten, ganz piötzlich sein äußeres Bild stark verändert haben. Ein Massenauszug der Bevölterung aus der Stadt habe eingesetzt. Die rote Miliz. die in der letzten Zeit ununterbrochen in den Straßen der Stadt einen Streifendienst unterhalten habe, lei zum größten Teil verschwunden. Die Stadtverwaltung habe bekanntgegeben, daß die Wasserzufuhr unterbrochen sei und daß die Bevölkerung sich aus den Springbrunnen oder den Wasserauellen außerhalb der Stadt mit frischem Wasser versorgen nüssen. Die Nationalisten vor Irun DRB Hendaye, 12. Aug. Das Geschützfeuer an der spanisch=französischen Grenze bei Irun dauerte auch am Mittwoch weiter an. Mehrere Flieger der Nationalisten überflogen das von den Roten beherrschte Gebiet und warsen Bomben über San Sebanian ab. Die Truppen der Militärgruppe standen Mittwochabend nur noch drei Kilometer vor Irun. Das Hauptquartier der Noroarupve des Generals Mola teilt mit, daß nach der Einnahme der nur 26 Kilometer von San Sebastian entfernten Stadt Tolosa der Angriff auf San Sebastian planmäßig weiter vorgetragen werde. Zwei Kavallerieabteilungen hätten zur gleichen Zeit 20 Kilometer füdlich von Santander den Ort Arenas erobert. Aus Madrid wird die Verhaftung von mehreren hundert Militär= uno Zivilpersonen gemeldet, die als „saschistenfreundlich“ verdächtig gelten. Das Hauptquartier in Burgos erließ eine scharfe Verordnung, wonach die Arbeitgeber unter schweren Strafandrohungen verpflichtet werden, die Arbeitsverträge einzuhalten, keine Lohnkürzungen vorzunehmen und die Arbeiterschaft weiterhin voll zu beschäftigen. Erbitterte Kämpfe um Badajoz Wie der Sonderberichterstatter des Diario de Lisboa am Dienstagabend meldet, ist es den Streitkräften der Militärgruppe bisher noch nicht gelungen, die Stadt Badasoz einzunehmen. Von der portugiesischen Grenze aus habe man feststellen können, daß die Stadt im Laufe des Nachmittags neuerlich von nationalistischen Flugzeugen mit Bomben belegt worden sei. Die Stadt brenne an mehreren Punkten. An der portugiesischen Grenze sind im Laufe des gestrigen Tages eine Anzahl von Flüchtlingen aus Badajoz eingetroffen, die von den furchtbaren Zuständen in der Stadt berichten. So sei, wie der Berichterstatter des portugiesischen Blattes meldet, ein Angehöriger eines spanischen Rechtsverbandes, der versucht habe, nationalistischen Flugzeugen Signale zu geben, auf einem öffentlichen Platz im Beisein einer großen Volksmenge erschossen worden. Die Kommunisten hätten ferner ein 17jähriges Mädchen, vier Soldaten und einen Zollbeamten öffentlich erschossen. Der Vormarsch der Nationalisten auf Malaga Wie Radio Tetuan meldet, ist die Abteilung der Militärgruppe, die von Fuente Haniz den Vormarsch nach Malaga angetreten hat, in der Provinz Malaga eingetroffen und hat einige Ortschaften besetzt. 1800 spanische Nationalisten in den Kerkern Madrids Im großen Gefängnis von Madrid befinden sich zurzeit 1800 Anhänger der Militärgruppe, darunter die Offiziere und Unteroffiziere der Madrider Garnison, soweit diese nicht bereits erschossen oder im Kampf gefallen sind. Die gefangenen Offiziere werden wie gewöhnliche Verbrecher behandelt. Die Generäle Goded und Burriel erschossen Nach einer Havas=Meldung aus Barcelona sind die spanischen nationalistischen Generäle Goded und Burriel, die in Barcelona gefangengenommen waren, am Mittwoch um.—0 Uhr in den Gräben des Forts Montjuich bei Barcelona erschossen worden. 107 Nationalisten von Kommunisten abgeschlachtet Der Sonderberichterstatter der Lissaboner Zeitung Diario de Noticias berichtet von einem fürchterlichen Blutbad, das die Kommunisten in der an der Bahnstrecke Sevilla—Merida gelegenen Stadt Cazolla de la Sierra angerichtet haben. 4000 Kommunisten seien, nachdem sie durch nationalistische Truppen eine Niederlage erlitten hatten, nach der genannten Stadt geflohen und hätten dort aus Rache 107 nationalistisch gesinnte Einwohner erschossen. Hirkenbrief spanischer Bischöse gegen den Kommunismus DNB Paris, 12. Aug. Wie hier bekannt wird, haben die spanischen Bischöfe von Pamplona und Vitoria in einem Hirtenbrief allen Katholiken verboten, unter der kommunistischen Fahne zu kämpfen. Es sei im höchsten Grade gefährlich, so heißt es in dem Brief, mit einem so hartnäckigen und mächtigen Feind wie dem Kommunismus zu paktieren. Neutralität—„reine Formsache“ Spanisches Marxistenblatt bestätigt französische Flugzeuglieferungen Der Name Ribbentrop ist mit der deutschen Außenpolitik der letzten Jahre untrennbar verbunden. Als der besondere Vertrauensmann des Führers hat er Schritt für Schritt jener Friedenspolitik den Boden geebnet, von der er selbst einmal sagte, daß sie aus Freundschaften entspringen müsse, die auf Tatsachen und nicht auf Theorien ausgebaut sind. Sein bemerkenswertester Erfolg war das Werk der deutsch=###lt. schen Flottenverständigung im vergangenen Jahre. Sie ist vielleicht der beweiskräftigste Beleg für das eben zitierte Wort. Auf der vorbehaltlosen und gegenseitigen Anerkennung der gegebenen Tatsachen ist diese Verständigung aufgebaut, und es hat sich gezeigt, daß auf dieser Grundlage ein Ausgleich der Interessen, in der Zeit vor dem Weltkriege gerade hier vergeblich versucht, leicht und reibungslos herbeizuführen war. Schon diese Tat Ribbentrops qualisiziert ihn in besonderem Maße für die Mission In London, die ihm jetzt übertragen wurde. Die Flottenverständigung zwiichen Deutschland und England darf schließlich nicht als eine technische Sonderregelung zwischen zwei Partnern der europäischen Völkersamilie gewertet werden. Ribbentrop hat seinerzeit nach der Unterzeichnung in einem Interview erklärt, er betrachte es als seine Lebensausgahe. eine enge Zusammenarbeit zwischen England, Frankreich und Deutschland zustande zu bringen, der sich andere europäische Staaten dann eingliedern können, und er gab der Zuversicht Ausdruck, daß wir auf dem besten Wege dazu sind. Wenn man daneben hält, daß der englische Premierminister Baldwin vor wenigen Wochen fast die gleiche Formulierung für das von ihm verfolgte politische Ziel gebrauchte, wird man auf günstige Voraussetzungen für die diplomatische Arbeit, die Ridbentrops in London harrt, schließen dürfen. In der Anbahnung einer wirklichen Zusammenarbeit zwischen den genannten drei Staaten liegt aber nach allgemeiner Aufsassung das Prodlem des europäischen riedens überhaupt beschlossen und deshalb kommt der Entsendung des neuen Botschafters nach London, der ein Exponent dieser Politik ist, eine ganz besondere Bedeutung zu. Im übrigen ist Ribbentrop sowohl das englische wie das französische Milien aus langjähriger Tätigkeit außerhalb der diplomatischen Berufslaufbahn aufs engste vertraut. Mit vielen Männern des öffentlichen Lebens in beiden Ländern verbindet ihn persönliche Freundschaft. Wenn es überhaupt einen Punkt gibt, an dem der Hebel angesetzt werden muß, um die europäiichen Dinge in der Richtung zu bewegen, die nach der Meinung Baldwins wie Ridbentrops notwendig eingeschlagen werden muß, dann liegt er unter den heutigen Umständen in London. hr. DNB Hendaye, 12. Aug. Die seit etwa 14 Tagen in San Sebastian von den Marxisten herausgegebene Tageszeitung„Frente Popular“ bringt in ihrer Nummer vom Dienstag interessante Meldungen über Wasfenlieferungen aus Frankreich an die Marxisten. Das Blatt bestätigt die in den letzten Tagen von den französischen Zeitungen bereits gemeldeten Flugzeuglieferungen nach Spanien und nimmt mit großer Genugtuung die Nachrichten der französischen Linkspresse auf, um seinen Lesern zu erzählen, daß der Beschluß Frankreichs, keine Waffen nach Spanien zu liefern, eine reine Formsache wäre, daß es aber im übrigen keine Schwierigkeiten machen würde, die spani'che Regierung mit den nötigen Waffen zu beliefern. Die französische Volksfront selbst fordere Waffen und Flugzeuge für ihre politischen Glaubensgenossen in Spanien. Die Grenzen zwischen Frankreich und Spanien seien gefallen; es gäbe nur mehr eine Grenze, die sei der Faschismus (!) Die Offenheit der San Sebastianer Zeitung geht noch weiter; sie beschäftigt sich mit der notwendigen „Reinigung“ und dem„Neuaufbau der Armee“, die ein völlig anderes Gesicht bekommen müsse. Unter keinen Umständen dürfe die Befehlsgewalt allein den Offizieren überlassen bleiben. Es müßten möglichst sofort politische Beiräte bei allen Kommandostellen geschaffen werden, die die eigentliche Entscheidung trügen. Daß der Optimismus des Blattes in der rauhen Wirklichkeit anscheinend auf Schwierigkeiten stößt, geht aus Aufrusen der marxistischen Kommissoriate hervor, der eigentlichen Träger der Amtsgewalt in Guipuzcoa, die„wiederholt“ daran erinnern, daß die Genossen den Lohn eines Tages zugunsten der Volksfront abzuliefern hätten— ein Opfer. dessen Durchführung auf erhebliche Schwierigkeiten stößt Nicht uninteressant und bezeichnend für die wirkliche Lage auf Seiten der Madrider Regierung ist eine in der gleichen Nummer der „Frente Popular“ abgedruckte Proklamation in spanischer und bookischer Sprache. worin der„Kriegskom= missar“ alle wafsenfähigen Männer auffordert, sich unverzüglich in die Freiwilligen=Milizen aufnehmen zu lassen, da die Verteidigung des Landes gegen den Faschismus jeden Armoringend denötige. Mit einer nicht minderen Harmlosigkeit wird dann von den Kämpfen südlich von San Sebastian berichtet, wo in dieser Stunde eine„neue Strategie“ in die Tat umgesetzt werde, die darin bestünde, die Stadt Tolosa den Nationalisten zu überlassen, um diese dann um so gründlicher bei San Sobastian schlagen zu können.(1) Lediglich der Vollständigkeit halber soll noch eine Veröffentlichung des Transport=Kommissariats“ wiedergegeben werden: sie lautet in der Uebersetzung:„Die Autos mit der Matrikel(hier folgen die Jahlen) müssen von allen Milizen, Polizisten urw. beachtet und ihnen jedwede Erleichterung gegeben werden, denn sie gehören der französischen Botschaft. Gleichzeitig bittet man, sich der Beschlagnahme von Wagen anderer Botschaften zu enthalten.“ In Hendaye kamen am Mittwochmittag 15 belgische Kommunisten, darunter zwei Frauen, an, die uniformiert die Grenze nach Spanien überschreiten und sich der marxistischen Miliz zur Verfügung stellen wollten. Die spanischen Marxisten verzichteten jedoch auf ihre Dienste und ließen die belgischen Genossen nicht ins Land, da sie keine„Spezialisten“ seien und infolgedessen nur„stören“ würden. Sowjetrußlands und Frankreichs Sammlungen für den panischen Marxismus In Frankreich sind bisher, wie der Populaire mitteilt, 715000 Franken zur Unterstützung der spanischen Marxisten gesammelt worden. Dem gleichen Blatt zufolge hat die Sammlung in Sowjetrußland 12 Millionen Rubel ergeben. Diese Summe wird durch die Staatsbank in 36 Millionen Franken umgewandelt und dem spanischen Ministerpräsident zur Verfügung gestellt werden. ASA verkündet Nichteinmischung Der Rüstungsindustrie auch nahegelegt DRB Washingion, 12. Aug. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat offiziell eine Politik der Nichteinmischung in die spanischen Wirren verkündet. Gleichzeitig verlautet aus Kreisen des Staatsdepartements, daß man von spanischer Seite mit Aufträgen an amerikanische Flugzeugfabriken herangetreten sei. Das Staatsdepartement habe diesen Fabriken die den amerikanischen Konsulatsvertretungen in Spanien erteilten Instruktionen zur Kenntnis gebracht, um die Einstellung der amerikanischen Regierung zur Durchführung derartiger Aufträge deutlich zu machen. Das Staatsdepartement hat jedoch nicht bekanntgegeben, von welcher spanischen Seite diese Aufträge erteilt wurden und um welche amerikanischen Firmen es sich dabei gehandelt habe. In den Anweisungen, mit denen das Staatsdepartement den Flugzeugfabriken und anderen Lieferanten von Kriegsmaterial nahelegt, keine Aufträge entgegenzunehmen, heißt es u.., das Staatsdepartement sei überzeugt, daß alle Bürger der Vereinigten Staaten daheim und im Ausland diese allgemein anerkannte amerikanische Politik patriotisch beachten werden. Holländische Waffenausfuhr nach Spanien verboten DRB Amsterdam, 12 Aug. Im Zusammenhang mit dem Schritt der französischen Regierung, der die Nichteinmischung der ausländischen Mächte in die spanischen Kämpfe zum Ziel hat, hat die niederländische Regierung dem französischen Gesandten mitgeteilt, daß sie für Durchfuhr und Ausfuhr von nach Spanien bestimmten Waffen keine Erlaubnis erteilen werde. Italien hält seine Vorbehalte aufrecht DNB Rom, 12. Aug. Das halbamtliche Giornale 'Italia tritt mit aller Bestimmtheit der in einem Teil der Auslandspresse enthaltenen Darstellung entgegen, wonach bei den französisch=italienischen Besprechungen Der Gesandte Perus über den Zwischenfall beim Fußballspiel Oesterreich— Pern DNB Berlin, 12. Aug. Während der am Mittwochabend noch schwebenden Ausgleichsverhandlungen zwischen der Sportmannschaft Perus und der Fifa, der obersten internationalen Behörde für das Fußballspiel, empfing der außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister für Peru in London, Benavides den Sonderberichterstatter des Berliner Lokalanzeigers. Dr. Otto Kriegk, zur Abgabe einer wichtigen Erklärung über die Beziehungen zwischen Peru und Deutschland. Die Ausgleichsverhandlungen betreffen bekanntlich den Streit zwischen Peru und der Fifa, der dadurch entstanden ist, daß nach einem für Peru mit:2 gegen Oesterreich gewonnenen Vorrundenspiel die Fifa das Spiel für ungültig erklärte. Peru weigerte sich, an einem zweiten Spiel teilzunehmen. Der Londoner Gesandte Perus, Benavides, der ein vertrauter Freund des peruanischen Staatspräsidenten gleichen Namens ist, bedauerte in dem Gespräch, daß es zu diesem Zwischenfall überhaupt gekommen sei. Er erklärte, daß er sich verpflichtet fühle, als Begründer fast aller sportlichen Organisationen seines Landes und als Vertreier Perus im Internationalen Olympischen Komitee in dieser peinlichen Angelegenheit vor der Oeffentlichkeit der ganzen Welt festzustellen, daß keine einzige deutsche Stelle irgendeiwas mit der Sache zu tun habe. Die Sportmannschaft Perus sei vom ersten Tage an über die Aufnahme in Deutschland sehr glücklich gewesen. Die Fifa habe der peruanischen Fußballmannschaft in den Vorrundenspielen Sportplätze zur Verfügung gestellt, mit deren technischer Einrichtung die Mannschaft nicht ganz vertraut gewesen sei. Keine deutsche Stelle sei dafür verantwortlich. Von der Entscheidung der Fifa gegen Peru sei die Mannschaft völlig überrascht worden. In den Verhandlungen habe man gefordert, daß Peru auf Grund seines Sieges gegenüber Oesterreich in den weiteren Zwischenrunden spielen dürfe. Man habe sich bereit erklärt, nach der Entscheidung im Fußballspiel ein Freundschaftsspiel mit Oesterreich durchzuführen. In Lima: der Hauptstadt Perus, sei die Freude über den Sieg Perus im Fußballspiel gegen Finnland und gegen Oesterreich sehr groß gewesen. Die Nachrichten über die Zwistigkeiten habe man mit einer gewissen Erregung aufgenommen. Die Demonstrationen in Lima, in die auch die deutsche und die österreichische Gesandtschaft hineingezogen würden, seien nicht von Peruanern, sondern von fremden Elementen veranlaßt. Ich kann, so erklärte der Gesandte Benavides, Ihnen auf das bestimmteste versichern, daß diese Demonstrationen, die wir sehr bedauern, von Kommunisten durchgeführt wurden. Wir haben leider mehrfach erleben müssen, daß fremde kommunistische Elemente den Versuch machen. Pern mit den Nachbarstaaten und mit großen europäischen Staaten in Konflikt zu bringen. Ich habe auf die Meldung über die Demonstrationen hin meinem Präsidenten in einem ausführlichen Telegramm mitgeteilt, wie herzlich die peruanische Mannschaft in Berlin ausgenommen wurde und wie glücklich wir uns hier fühlen. Jeder einzelne der peruanischen Mannschaft ist bereit, die Erklärung abzugeben, daß wir das größte Gefühl des Dankes gegenüber Deutschland empfinden. Wir bewundern dieses Land noch mehr als früher, weil wir Gäste bei diesen Olympischen Spielen sein dursten. Wir haben dem Leiter der deutschen Fußballorganisation die gleiche Erklärung abgegeben. Unsere Sympathie gilt nicht nur dem deutschen Volke, sondern auch der deutschen Regierung. Wir sehen gerade in dieser Lage, in die wir wieder durch die kommunistische Agitation gebracht sind, im heutigen Deutschland die entscheidende Macht gegen den Kommunismus. Wir werden in jeder nur möglichen Form zum Ausdruck bringen, daß wir Deutschland verehren, auch wenn wir abreisen müssen, weil wir uns gegen die Entscheidung der Fisa wenden. ..„ uns das Bewußtsein unseres glücklichen v nisses in Berlin und unsere Bewunderung für chland nehmen. Vorschriftswidriger Flug ###8 Berlin, 12. Aug. Ein Flugschüler der Uebungsstelle Böblingen stürzte am 11. August mittags bei Allersberg in der Nähe von Nürnberg tödlich ab. Er hatte entgegen den bestehenden strengen Befehlen einen Uebungsflug dazu benutzt, über der Wohnung von Verwandten in vorschriftswidrig geringer Höhe zu fliegen, wobei er an einem Baum hängen blieb. Unfall eines britischen Postflugzeuges DRB Berlin, 12. Aug. Das planmäßige Postflugzeug der von der British Airways beflogenen Nachtpoststrecke Hannover—Köln—London erlitt in der Nacht zum Mittwoch gegen 3 Uhr auf dem Flug von Hannover nach Köln einen Unfall. Aus bisher nicht geklärten Gründen mußte das Flugzeug, das Luftpostsendungen aus den nordischen Ländern an Bord hatte, in der Nähe von Hennef eine Außenlandung vornehmen. Dabei wurde die Maschine zerstört. Von den zwei Mann Besatzung kam einer ums Leben, einer wurde schwer verletzt. über die Nichteinmischungsformel in Sachen des spanischen Bürgerkrieges die in der letzten Woche angemeldeten römischen Vorbehalte vom italienischen Außenminister zurückgenommen worden seien. Die entsprechenden Meldungen seien, schreibt Giornale'Italia, falsch. „Italien hat nicht nur seine Vorbehalte unverändert aufrechterhalten, sondern hat sie mit verstärktem Nachdruck wiederholt. Der italienische Außenminister hat mit Bestimmtheit die Fragen betreffend Geldsammlungen und freiwilligen Werbungen erneuert, die eine lärmende und gefährliche Form der Intervention darstellen. Die italienische Antwort auf den französischen Vorschlag bleibt unverändert bestehen und wird durch ihre kategorische Bestätigung noch unterstrichen. In der Tat wäre jeder Versuch eines Uebereinkommens betreffend die Nichteinmischung zwecklos, wenn Geldsammlungen und freiwillige Werbungen nicht verboten würden.“ Diese Nummer umfaßt 16 Seiten Druck und Verlag: Kölner Verlagsanstalt und Druckerei.=G. in Köln. Hauptschriftleiter Dr Hans Koch; verantwortlich für Politik und Wirtschaftsteil: Dr. Aug. Wegener: für Kommunalpolitik und stadtkölnischen Lokalteil: Dr. Hans Koch: für Unterhaltung und Feuilleton: i. V. Dr. Hans Koch: für den Umgebungs= sowie den Provinzteil: Paul Saupe; für den Sportteil: Theo Kirschbaum: für das rechtsrheinische Gebiet: Otto Lowig; alle in Köln; für den Bonner Lokalteil: i. V. Franz Averhoff in Köln; für den Dürener Lokalteil: Hanns Heinz Teivel in Düren: Bildverantwortliche: Ressortleiter: für Anzeigen: Theo Müller in Köln.—.=A. VII 36: Der Neue Tag 32 869; hiervon Bezirksausgabe Bonn 2301: Bezirksausgabe Düren 1981.— (Zurzeit ist Preisliste Nr. 8 gültig.) Donnerstag, den 13. August 1936 Nleue Tag Nr. 223 44 „Dus Morden hörte nicht auf Deutsche Flüchtlinge über die Schreckensherrschaft in Malaga Autobahnstrecken Vier neue Ab Montag 200 Kilometer in Betrieb] 1000 Kilometer vor der Fertigstellung DNB An Bord des„Generals Osorio“, 12. Aug. Auf dem Dampfer General Osorio der Hamburg=Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft befinden sich mehr als 100 Spanien=Deutsche auf dem Wege nach der Heimat. Ein Vertreter des DNB hatte Gelegenheit, mit den Spanien=Deutschen, die noch ganz unter den schweren Eindrücken der letzten Wochen stehen, an Bord zu sprechen. Fast die ganze Gruppe stammt aus Malaga, wo der kommunistisch=anarchistische Terror mit am schwersten wütet. Als den Deutschen Malagas am 13. 7. die Ermordung des Leiters des spanischen Rechtsblockes und der Erneuerungsbewegung Calvo Sotelo bekannt wurde, wußten sie, daß dies das Signal sein würde zu weitreichenden und umgestaltenden Ereignissen, zumal die Wühlarbeit der bolschewistischen Agenten täglich in erschreckendem Maße zunahm. Am 17. 7. nachmittags, dem gleichen Tage, an dem die Truppen in Spanisch=Marokko sich gegen die Madrider Regierung erhoben, marschierte eine Kompagnie Infanterie der Garnison Malaga durch die Stadt zum Sitz des Zivil=Gouverneurs, um den Kriegszustand zu verkünden. In der Nähe des Zivil=Gouvernementsgebäudes entwickelte sich eine Schießerei mit Kommunisten, die sich bald zu einem Gefecht zwischen den Truppen und der Polizei auswirkte. Auf seiten des Militärs standen die Mitglieder der spanischen„Phalanx“, eines von der Regierung am meisten verfolgten rechtsgerichteten Verbandes, der allerdings schlecht organisiert und unzureichend bewaffnet war. Die linksgerichteten Gruppen, die über eine gute Ausrüstung verfügten, stellten sich auf die Seite der Polizei. In der Nacht zum 18. 7. lief außerdem ein großer Teil der Soldaten, von der sehr starken bolschewistischen Propaganda im Heer beeinflußt, zu den Marxisten über. Die Uebermacht der Roten war so stark, daß sich die Nationalisten in Malaga nicht halten konnten. Jetzt konnten die Bolschewisten in Malaga ihr Verwüstungsprogramm unbehindert in Angriff nehmen; zunächst ging man gegen die wohlhabenden Bürger der Stadt vor. Man holte sie aus ihren Wohnungen und warf sie in die Gefängnisse und die Gewerkschaftshäuser. Als diese überfüllt waren, fing man an, sie kurzerhand zu erschießen. Sie wurden zu Fuß oder im Wagen zum Friedhof gebracht und dort ermordet. Die Toten übergab man dem Mob, der auf den Leichen Freudentänze aufführte! Dann wurden Häuser und Villen in Brand gesetzt. Die Hauptstraße von Malaga und die Wohnvirtel der wohlhabenden Kreise waren bald ein einziges großes Flammenmeer. Am 18. und 19. 7. standen über ganz Malaga gewaltige Rauchschwaden, die tagelang die Luft fast bis zum Ersticken verpesteten. Schon in den ersten Tagen wurde das Grundbuchamt für Stadt= und Landbesitz in Brand gesteckt. damit später nicht etwa Ansprüche auf Schadenersatz erhoben werden könnten. Das Morden hörte nicht auf. Man ging zur Verfolgung der Mitglieder der rechtsgerichteten Verbände über. Eine planmäßige Treibsagd begann. Aus ihren Wohnungen geholt, wurden die Verfolgten auf der Straße sofort erschossen. Ebenso verfuhr man bei Haussuchungen, die von roten Milizen bei rechtsgerichteten Personen vorgenommen wurden. Hierbei verschwanden außerdem zahlreiche Wertgegenstände. Inzwischen hatte im Hafen von Malaga die Aktion der roten Matrosen eingesetzt. Die Offiziere, die auf seiten der Nationalisten standen, wurden von der eigenen Mannschaft verlassen. Fünf Kriegsschiffe lagen im Hafen von Malaga, die nun von Gefreiten oder Deckoffizieren kommandiert wurden. Bemerkenswert war, daß sogleich ein„revolutionärer Rat“, aus Zivilisten zusammengesetzt, dem Kommandanten der Kriegsschiffe beigegeben wurde. Der kommandierende General der Provinz Malaga wurde im Hafen von Marxisten erschossen. Vom 17. 7. an war die Stadt völlig von aller Welt avgeschnitten, Telephon, Telegraph und Eisenbahn waren völlig stillgelegt. So hatten die Deutschen keine Verbindung zur Außenwelt. Wir hörten nun, so berichten die Flüchtlinge, zunächst lediglich die Sender von Madrid und den nationalistischen Sender in Sevilla, bis eine Anweisung herauskam, wonach nur noch der Madrider Sender abgehört werden dürfe, da nur dieser„die offiziellen und die einzig waren Mitteilungen“ bringe. Außerdem wurde angeordnet, daß man Rundfunk nur noch bei geöffnetem Fenster und nachts bei beleuchtetem Hause hören dürfe. Für die Deutschen in Malaga ergab sich die ernste Frage, ob die Madrider Regierung, die in Malaga durch den Zivilgouverneur vertreten wurde, überhaupt noch Herr der Lage sei. Man konnte jeden Augenblick glauben, daß sich ein völlig kommunistisches Regime durchsetzen würde. Unter diesen Umständen, so erzählten die Flüchtlinge weiter, mußten wir alles daransetzen, dem roten Hexenkessel sobald wie möglich zu entfliehen. Das war nicht einfach, und nur dank der Umsicht des deutschen Konsuls in Malaga war es uns möglich, uns einzeln und in kleinen Gruppen zu den im Hafen eingetroffenen deutschen Dampfern Hero und Saturn zu begeben. Durch die Vermittlung des deutschen Konsuls hatte allerdings auch der Polizeikommissar von Malaga uns einige Hotelautobusse zur Verfügung gestellt, die durch Polizeimannschaften gedeckt wurden. Nur so gelang es uns, durch die kommunistischen Viertel hindurchzukommen und deutsche Volksgeossen aus ihren Wohnungen zu befreien, die schon tagelang abgeschlossen von aller Welt hatten verweilen müssen. Wir konnten nur das allernotwendigste mitnehmen; die meisten von uns sind ganz ohne Geld und onne sonstige Mittel. Um so erfreuter waren wir über die überaus herzliche und freundliche Aufnahme, die uns an Bord der deutschen Schiffe zu teil wurde. DRB Magdeburg, 12. Aug. Am kommenden Montag, also unmittelbar nach dem Abschluß der Olympischen Spiele, wird das gewaltige Werk der deutschen Reichsautobahnen durch die Eröffnung von vier weiteren Teilstrecken mit zusammen 200 Kilometer Länge um ein beträchtliches Stück vorwärtsgebracht sein. Zu diesen Teilstrecken gehört einmal die 50 Kilometer lange Teilstrecke Braunschweig—nelmstedt der Autobahn Berlin—Hannover, von der bereits die 40=Kilometer=Strecke Braunschweig—Lehrte in Betrieb ist. Weiter wird ein 30 Kilometer langes Teilstück der Linie Berlin—München eröffnet, nämlich der Abschnitt Weißenfels—Eisenberg. Die dritte neue Strecke ist als vorläufig letztes Stück der Reichsautobahnlinie München—Reichsgrenze die Strecke von Samerberg zu Siegsdorf mit 35 Kilometer Länge, durch die von Montag an die gesamte Linie München—Siegsdorf mit unmittelbarem Anschluß an die deutsche Alpenstraße Siegsdorf—Manthäusel— Berchtesgaden befahrbar ist. Das bedeutet für den Fremdenverkehr des gesamten Chiemgaues und das Berchtesgadener Land einen außerordentlichen Fortschritt, einen Markstein in der Verkehrsentwicklung des deutschen Alpenlandes überhaupt. Die vierte neue Autobayn, die vom Berliner Ring westlich von Werder bis zur Kreuzung mit der Reichsstraße nördlich von Magdeburg am kommen den Montag in Betrieb genommen wird, ist mit 80 Kilometer die größte Autobahnstrecke, die je eröffnet worden ist. Es fehlt dann an der durchgehenden Gesamtverbindung Berlin—Hannover nur noch das kurze Zwischenstück zwischen Magdeburg und Helmstedt mit dem großen Elbübergang. Aber auch diesen Abschnitt hofft man noch bis Ende des Jahres fertigstellen uund dem Verkehr übergeben zu können. am Gedenktag des ersten Spatenstichs zu den R autobahnen durch den Führer, wird der tausendste Kilometer der Oeffentlichkeit übergeben werden. Außer diesen tausend Kilometern, die dann in Betrieb sind, befinden sich noch weitere 1500 Kilometer im Bau. Zurzeit hat auch die Belegschaftsziffer der unmittelbar an den Autobahnen Arbeitenden mit 125.000 ihren bisher höchsten Stand erreicht. Auf der Strecke Berlin—Magdeburg fand am Mittwoch eine Besichtigung durch Vertreter der Berliner Presse statt. Ministerialrat Schönleben verwies auf die außerordentliche Bedeutung dieser neuen Strecke, die nach dem Wunsch des Führers nun tatsächlich in unmittelbarem Anschluß an die Olympischen Spiele eingeweiht werden kann. An Niederungen und Höhen, Seen und Feldern, Laub= und Nadelwaldungen vorbeiführend, ist die Strecke in ihrem ganzen Verlauf außerordentlich reizvoll und abwechslungsreich. Zur Vermeidung von Kreuzungen mit den Verkehrsstraßen und Landwegen spannen sich 39 Brücken sowie einige Fußgängerstege über die Bahn. Das größte Bauwerk ist die Brücke am Nahmitz=See bei Lehnin mit einer Gesamtlänge von 184 Meter. Auffahrten sind an fünf Stellen vorhanden. Die neue Autobahn wird am Montag um 15.30 Uhr durch eine große Feierlichkeit am Brandenburger Dreieck eingeweiht. weit über 100000 Zuschauern aus der ganzen Welt mehr für den Frieden zu gewinnen, als aus der heutigen Methode der Politik. „Es geht um den Frieden“, so sagte er,„nicht um einen politischen Frieden, über den wir hier nicht zu reden haben. Es geht um den Frieden zwischen den Menschen. Wenn hier Hunderte von Franzosen wochenlang in Berlin mit Deutschen zusammengelebt haben, dann gehen sie selbstverständlich mit einem besseren und reineren Denken über Deutschland wieder nach Hause. Das mag nur ein Beispiel sein. Im übrigen sind die Olympischen Spiele eine Feier des Friedens. Wir haben diese Feier in Berlin täglich erlebt. Dar mar das schönste, was uns in Olympischen werden konnte.“ Das war das Spielen geschenkt Warnungen aus Belgien Für Frontbildung gegen die neue Offensive Moskaus DRB Brüssel, 12. Aug. Unter dem Eindruck der Ereignisse in Spanien mehren sich in der belgischen Presse täglich die Stimmen, die davor warnen, daß Belgien den Weg Spaniens und Frankreichs gehe. Frankreich werden heftige Vorwürfe gemacht, daß es durch sein Bündnis mit Sowjetrußland sein Schicksal mit der unter bolschewistischer Führung stehenden Volksfront verknüpft habe. Besonders erwähnenswert ist ein Artikel des wallonischen Blattes„'Avenir de Luxembourg". Dieses führende katholische Blatt der Grenzprovinz Luxemburg tritt jetzt für die Abschaffung des französischbelgischen Militärabkommens ein, da die Gefahr bestehe, daß Belgien in internationale Verwicklungen hineingezogen werden könnte. Der von Moskau beeinflußte und mit sowjetrussischem Geld unterstützte Kommunismus unternehme jetzt eine äußerste Anstrengung, um nicht nur Europa, sondern die ganze Welt zu volschewisieren. Der Moskauer Imperialismus werde im gegebenen Augenblick nicht davor zurückschrecken, einen internationalen Streitfall zu provozieren, um die allgemeine Bolschewisierung zu beschleunigen. Jetzt oder nie sei der Augenblick gekommen, in der belgischen Außenpolitik den realen Sinn zu verwirklichen, von dem der beigische Ministerpräsident wiederholt gesprochen habe. Das„echo de la Bourse“ hebt in seinem Leitartikel die Verantwortung Frankreichs dafür hervor, daß Europa immer mehr auf eine abschüssige Bahn gerare. Unter Hinweis auf die Ereignisse in Spanien erklärt das führende Börsenblatt. alles entwickle sich so, als ob die Volksfront einen europäischen Streitfall hervorzurufen suche. Die Franzosen müßten aber rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht werden, daß sie dabei allein stünden. Die Außenpolitik Frankreichs könne man in die Worte zusammenfassen„Unter dem Befehl Moskaus“. Man müsse in der allernächsten Zeit mit einer verstärkten Offensive der Kommunisten in der Welt rechnen. Es wäre unverzeihlich, wenn die belgische Regierung nicht alle Maßnahmen treffen würde, um dieser Gefahr zu begegnen, daß derjenige im Vorteil sei, der die Offensive ergreife. Erforderlich sei zunächst die Brücke zu den Nationen abzubrechen, von denen die Ansteckung kommen könnte. Das Blatt weist schließlich auf die Bemühungen der belgischen Kommunisten hin, die Landbevölkerung für die Volksfrontbewegung zu gewinnen, und warnt vor der unter kommunistischer Regie stehenden„Internationalen Agrarkonferenz“, die im nächsten Monat in Brüssel stattfinden sollte. Der flämische„Standard“ greift die Ausführungen des„Scho de la Bourse" auf und erinnert daran, daß sich der belgische Kommunistenführer in Moskau persönlich Anweisungen geholt habe. Das Blatt stellt die Frage, ob Belgien durch einen Kommunistenaufstand bedroht sei. Der flämische„Standaard“ veröffentlicht am Dienstag einen Artikel des Löwener Professors van Goethem, in dem die Befriedigung ausgesprochen wird, daß mit der bekannten Rede des Außenministers Spaak die belgische Außenpolitik eine Richtung eingeschlagen habe, die von den Flamen und dem größten Teil der übrigen Bevölkerung Belgiens gutgeheißen werde. Professor van Goethem sieht die Hauptbedeutung der Spaak=Rede darin, daß damit„einer bestimmten internationalen Linksideologie“ der Weg abgeschnitten worden sei. Belgien, so fährt das Blatt fort, sei keine Abteilung der Internationale. Die von dem Ministerpräsidenten van Zeeland eingeleitete Außenpolitik, die schon darauf gerichtet gewesen sei, die Selbständigkeit Belgiens auf internationalem Gebiet wieder zu erobern, sei von Der öffentlichen Meinung einmütig gutgeheißen worden. Jetzt sei die Ueberzeugung berechtigt, daß künftig keine außenpolitische Richtung mehr eingenommen werde, die von der öffentlichen Meinung in Flandern abgelehnt werde. 9 96 Graf Vollendung des Möglichen“ de Baillet=Latour über die olympischen Spiele in Berlin DNB Berlin, 12. Aug. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Graf de BailletLatour, zog in einem Gespräch mit der Nacht=Ausgabe die Bilanz der XI. Olympischen Spiele zu Berlin, die er als einen nicht mehr zu überbietenden Höhepunkt bezeichnete. Ich muß noch einmal, so sagte Graf de BailletLatour, ein Wort über Organisation und Vorbereitung dieser Spiele sagen. Sie waren großartia. Darüber sind wir uns alle einig. Aber wir haben auch alle eine Meinung über eine viel wichtigere Tatsache. Coubertins Ziel ist es immer gewesen, zu erreichen, daß die Massen einer Nation, wenn sie die Olympischen Spiele gestalten, auch wirklich von olympischem Geist erfaßt werden. Dieser Wunsch ist in Deutschland in solchem Maße in Erfüllung gegangen, daß wir darüber alle das tiefste Glück empfinden. Eine wichtige Feststellung. Denn die Verbreitung des Sportes und der olympischen Idee in die soziale Tiefe und über die internationale Oberfläche hinweg, soweit wie nur möglich, ist Coubertins Aufgabe gewesen. Sie ganz erfüllt zu haben, ist Deutschlands Erfolg. „Wir haben jetzt in Berlin das Höchstmaß der Möglichkeiten für Olympische Spiele erreicht. Wenn man aber das Höchstmögliche erreicht hat, bedeutet das auch die Mahnung, nicht für später Uebermäßiges zu verlangen. Die Organisation für Spiele muß auf die Leistungsfähigkeit aller Nationen Rücksicht nehmen. Das Berliner Stadion ist die Vollendung des Möglichen. Vielleicht wird in Tokio sich nur die Hälfte der Sportler versammeln, die nach Berlin gekommen sind. Das ist nach meiner Auffassung kein Rückschritt. Die Verhältnisse des Landes und die verkehrstechnischen Möglichkeiten müssen jeweils den Rahmen der Spiele bestimmen. Abschließend nahm Graf de Baillet=Latour zu der Frage Stellung, ob es einmal möglich sein werde, aus der Gemeinschaft der sportlichen Jugend der Welt mit Die Ernennung Ribbentrops Freundliche Begrüßungsworte in England DNB London, 12. Aug. Die Ernennung Herrn von Ribbentrops zum deutschen Botschafter in London wird von der englischen Morgenpresse durchweg freundlich begrüßt. Die herzlichen Willkommensworte der Blätter gelten der Persönlichkeit des neuen Botschafters, dessen Bemühungen und Verdienste um eine deutsch=englische Verständigung allgemein anerkannt werden. Die„Times“ erklärt, es gebe keinen markanteren Vertreter des modernen Deutschland und des Nationalsozialismus als den neuen Botschafter.„Herr von Ribbentrop“, so fährt das Blatt dann fort,„wird in England sowohl wegen seiner Person begrüßt werden, die viele von uns kennen und achten gelernt haben, als auch wegen der von ihm vertretenen Politik der Zusammenarbeit.“ Unter der Ueberschrift„Ein willkommener Botschafter“ schreibt die„Daily Mail“, daß der Führer eine kluge Wahl getroffen habe. Herr von Ribbentrop sei in England, wo seine Mäßigung und sein Takt außerordentlich geschätzt werden, gut bekannt. Der politische Mitarbeiter des„Daiin Expreß“ berichtet, daß die Ernennung Herrn von Ribbentrops in britischen amtlichen Kreisen eine gute Aufnahme gefunden habe. Die Vorbereitungen für die Fünfmächtekonferenz gäben der Ernennung eine weitere Bedeutung. Der„Daily Telearaph“ nennt die Ernennung ein gutes Omen für den schließlichen Erfolg der geplanten Fünfenächtekonferenz. Der Führer habe mit dieser Wahl England das Kompliment gemacht, eine Persönlichkeit auszusuchen, die nicht nur zu seinen engen Mitarbeitern zähle, sondern auch seine rechte Hand bei der Behandlung internationaler Angelegenheiten sei. Die Wahl eines Vertreters, der die Gedankengänge seines Führers kenne, wie nur noch zwei oder drei andere Männer. werde dem britischen Außenminister die Rolle eines Mittlers zwischen Deutschland und Frankreich erleichtern. In Frankreich stark beachtet DRB Paris, 12. Aug. Die Ernennung Ribbentrops zum Botschafter in London wird in den bisher vorliegenden Pariser Pressebetrachtungen im allgemeinen als Anzeichen dafür gewertet, daß Deutschland die deutschenglische Annäherung vertiefen möchte. Der„Figaro“ schreibt, man dürfe die Wichtigkeit dieser Ernennung in einem Augenblick, da Deutschland sich England zu nähern versuche, nicht verkennen. Der neue Botschafter sei ein überzeugter Englandfreund und in den amtlichen englischen Kreisen sehr geschätzt. Seine Ernennung zeige die Absicht Berlins, seiner Englandpolitik einen neuen Anstoß zu geben. Das erfordere die Aufmerksamkeit Frankreichs. Beredtes Schweigen Keine Moskauer Kommentare zur Vermehrung der Armee DNB Moskau, 12. Aug. Die bereits gemeldete Verordnung der Sewjetregierung über die Erhöhung des jährlichen Rekrutenkontingents um 50 v. H. durch Herabsetzung des Einberufungsalters auf 19 Jahre wird von der heutigen Moskauer Presse mit keinem Wort kommentiert. Es scheint demnach das Bestreben vorzuliegen, von dieser erneuten und ungeheuren Vermehrung der Friedensstärke der Roten Armee kein Aufhebens zu machen. Für die nächsten vier Jahre wird die Friedensstärke des roten Heeres durch die Herabsetzung des Einberufungsalters in der von der Verordnung festgesetzten Form auf 1¾ Millionen Mann anwachsen. Die Zahl der stellungspflichtigen Rekruten, die bisher alljährlich erwa 600000 betrug, wird in Zukunft ungefähr eine Million erreichen. Vom Führer empfangen DNB Berlin, 12. Aug. Der Führer empfing heute morgen die zu den Olympischen Spielen in Berlin werlenden Besitzer des Daily Telegraph. Lord Kemsley und Lord Camrose. Anschließend empfing der Führer und Reichskanzler eine aus 20 Herren bestehende Abordnung von Mitgliedern des japanischen Parlaments und der Stadtverordnetenversammlung von Tokio, die durch den Kaiserlich Japanischen Botschafter, Grafen Mushakoji, angeführt wurden, und die dem Führer Erinnerungsgaben japanischen Kunstgewerdes überbrachten. Ferner nahm der Führer heute den Besuch des Staatssekretärs im polnischen Außenministerium, Grafen Szembeck, entgegen, der vom polnischen Botschafter Lipski begleitet war. Leutnant Schwarzmann DNB Brelin, 12. Aug. Auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres hat der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht den Feldwebel Schwarzmann wegen seiner hervorragenden Leistungen bei den olympischen Turnwettkämpfen zum Leutnant befördert. 66 Passagierplätze L3„Hindenburg" erhält mehr Kabinen DRB Frankfurt a.., 12. Aug. Auf den verschiedenen Fahrten, die das Luftschiff„Hindenburg" nach Nord= und Südamerika und zurück nach Deutschland machte, hat sich ergeben, daß es nicht so viele Passagier= plätze zur Verfügung hatte, wie manchmal nötig gewesen wären, um der Nachfrage nach der schnellen und sicheren Luftpassage über den Ozean zu genügen. Diesem Mangel wird jetzt, wie wir erfahren, dadurch abgeholfen, daß Platz für weitere 16 Passagiere geschaffen wird. Man wiro zu den 25 Passagierkabinen mit 50 Betten 8 neue Kabinen mit zusammen 16 Betten schaffen. Danach wird.2„Hindenburg“ in Kürze über 33 Kabinen und 66 Passagierplätze verfügen. Die Arbeiten zu dieser Erweiterung des Passagierraumes sind bereits in Auftrag gegeben und schreiten ihrer Fertigstellung entgegen. Es ist damit zu rechnen, daß der Einbau der neuen Kabinen im September erfolgt. Zwei Angeklagte des Baugrubenprozesses aus der Haft entlassen DRB Berlin, 12. Aug. Im Prozeß wegen des Einsturzunglücks in der Hermann=Göring=Straße wurden auf Beschluß des Gerichtes die Angeklagten Reichsbahnoverrat Kurt Kellbera und der Bauwart bei der Reichsbahn Wilhelm Schmitt aus der Haft entlassen. Warschau=Reise Gamelins „Gazeta Polska“ gegen politische Sensationsmache DNB Warschau, 12. Aug. Zum heutigen Besuch des französischen Generalstabschefs, General Gamelin, bemerkte„Gazeta Polska“, nach den politischen Besuchen der zwei Außenminister Barthou und Laval stehe Polen nunmehr ein ebenso wertvoller militärischer Besuch bevor. Das polnisch=französische Defensivbündnis sei einer der dauerhaftesten zweiseitigen Verträge im Nachkriegseuropa, und dieses Bündnis mache eine Zusammenarbeit zwischen den führenden Militärs zur Selbstverständlichkeit. Deshalb sei es verwunderlich, daß manche europäischen Blätter aus diesem Besuch eine politische Sensation zu machen versuchten und dem zweiseitigen Bündnisvertrag Polens mit Frankreich einen breiteren Rahmen stecken möchten. Bundesbahnen elektrifizier!? DNB Wien, 12. Aug. Das katholische Linzer Volksblatt und das Wiener Nachmittagsblatt Echo bringen Mitteilungen von ausgezeichnet unterrichteter Seite, wonach eine österreichische Gruppe unter Führung des Prinzen Josias von Koburg, zu der dann später auch der ehemalige Finanzminister und jetzige Gouverneur der Postsparkasse Dr. Buresch und vor kurzem auch Handelsminister Stockinger als Vertreter des österreichischen Staates traten, mit der amerikanischen General Electric Co., einem der größten Elektrokonzerne der Welt, Verhandlungen über die Elektrifizierung des gesamten Streckennetzes der österreichischen Bundesbahnen aufgenommen haben. Die Verhandlungen führten zur Stellung eines formellen Angebots durch die genannte Firma. Nach diesem Angebot soll den Bundesbahnen ein Betrag von 300 Millionen Schilling, davon die Hälfte in Westdevisen, zur Verfügung gestellt werden. " Donnerstag, den 13. August 1936 Neue Tag Nr. 223 Gaby Pera erzählt: Schramm wird Schrammchen Inspektor Schramm ist ein Mann Mitte vierzig, mittelgrok, von aufrechter Haltung und achtunggebietendem Auftreten. Er hat ein heftiges Temperament, und man tut gut ihm keinen Anlaß zum Zorn zu geben. In Schramms Gegenwart gibt es nur eine Ansicht, Schramms Ansicht, und einen Willen, nämlich Schramms. So kennt ihn seine Frau, so kennen ihn seine zwei Jungen und die übrige Verwandtschaft. Diese Erkenntnis hat es mit sich gebracht, daß die entfernte Verwandtschaft wirklich entfernt bleibt. Frau und Kinder aber haben sich längst an Vaters Art gewöhnt.„Vater kommt!“ ruft einer der Jungen, der am Fenster Wache gestanden hat, dann hoppla! türmen die Jungen in ihr Zimmer, Nase in die Schulbücher und Mutter verschwindet in die Küche, um schnell das Essen zu richten, denn Herr Schramm liebt das Warten nicht. Bei Tisch erzählt er— wenn er satt ist und die Jungen nun energisch die Schüsseln leeren— von den Vorfällen im Büro.„Heut' bin ich mal wieder dazwischen gefahren. Himmel, keiner hält aber auch Ordnung. um jeden Quark muß ich mich kümmern. Wenn man doch die volle Verantwortung trägt... Na, Mutter, gib mir die Zigarren rüber. Die Hausschuhe, Aschenbecher, Bengels!“ Auf diese wohlwollend geäußerten Worte hin wirbelt die Familie in der Wohnung herum. Mutter bringt Zigarren, Aschenschale und Streichhölzer, die Jungen suchen die Hausschuhe, finden sie, jeder bringt einen. Vater brummt sowas wie„Rasselbande!“, zieht die Beine ein und nimmt Stellung zum Nachmittagsschläschen. Mutter breitet schon die Wolldecke über ihn. Zeitung vor die Nase! Soo! Vater wünscht jetzt allein zu sein. Die Familie zieht sich zurück. Frau Schramm guckt sich noch einmal in der Tür um: Ja, Vater ist gut versorgt. Jetzt kann sie beruhigt abwaschen gehen. In der Küche stellt sie das schwere Tablett auf den Herd.„Hach ja, er trägt eben die volle Verantwortung...“ Tüchtig ist ihr Mann, und klug! Frau Schramm ist sehr stolz auf ihn. Es könnte ja noch schöner sein, ihr Leben, noch viel schöner. Wenn nicht alle wie auf Zehen rumschleichen müßten, solange er zu Hause ist... Wenn man ihm auch mal sagen könnte, was man selber für Gedanken hat über dies und jenes. Tja, aber ein Mann auf einem solchen Posten— da muß man schon Rücksicht nehmen... Frau Schramm bindet die Gummischürze um und läßt das heiße Wasser laufen. Sie wäscht Geschirr und guckt ab und zu auf die Uhr. Punkt fünf Uhr fünfzehn muß sie ihrem Mann den Kaffee bringen und ihn wecken. So läuft ihr Leben dahin... Eines Tages geschieht das scheinbar Unmögliche: Herr Schramm geht nicht ins Büro: Inspektor Schramm hat zeit seines Lebens noch keinen Tag im Dienst gefehlt. Tagelang schleppt er sich mit reißenden Gliedern und wehem Kopf herum. Alles Bitten seiner Frau„Bleib doch im Bett, Vater!“ wehrt er mit einer ungeduldigen Handbewegung ab:„Kann ich mir nicht leisten. Begreif das doch endlich!“ Aber heute früh sagt er:„Ich bleib' liegen, Frau. Du mußt nachher die Schlüssel ins Büro tragen.“ Seine Stimme klingt matt. Frau Schramm holt den Arzt. Der kommt gleich mit.„Böse Mandelentzündung. Und Fieber. Na, für zwei Wochen werden wir Sie vorläufig krank schreiben müssen.“ Herr Schramm stöhnt. Frau Schramm seufzt. Sie nimmt die Rezepte vom Arzt und die Schlüssel von Schramm und fährt ins Büro. Ganz sonderbar wird ihr zumute, als sie nun zum ersten Male das Haus betritt, in dem ihr Mann arbeitet.„Ersten Stock, rechter Gang, fünfte Tür links“. sagt ein Laufjunge. Da, das ist die Tür. sie hat doch richtig gezählt. Aber hier steht nicht„Schramm, Inspektor“ dran, sondern„Kartothek“, ein Wort, unter dem sich die kleine Frau nicht allzu viel vorstellen kann. An den anderen Türen stehen doch überall Namen! Da kommt ein junges Mädchen den Gang entlang. Es sieht die Frau an, grüßt und macht die bewußte Tür auf. um dahinter zu verschwinden. Ehe sich die Tür ganz schließt, faßt sich Frau Schramm ein Herz.„Ach bitte, Fräulein, hat Herr Inspektor Schramm hier sein Büro?“ Das Mädchen öffnet die Tür wieder:„Herr Schramm? Ja, der sitzt hier.“ Sie blickt nach einem Schreibtisch am Fenster.„Ist aber noch nicht da. Wollen Sie warten? Er ist immer sehr pünktlich Bitte schön!“ Sie nimmt einen Stuhl und setzt ihn in die Nähe der Tür. „Danke, nein“, sagt die Frau.„Herr Inspektor Schramm kann heute nicht kommen. Er ist krank. Ich bin Frau Schramm, ich bringe seine Geschäftsschlüssel.“ Das Mädchen sieht sich jetzt die Frau erst richtig an.„Ach, Herr Schramm ist krank? Das tut mir aber leid! Doch nichts Schlimmes? Mandelentzündung? Ach!— Denken Sie bloß, Fräulein Hieber“, wendet sie sich an ein Mädchen, das aus dem Nebenraum kommt.„Schrammchen ist krank. Frau Schramm bringt hier die Schlüssel zu den Kassenschränken.“ „Lieber Himmel!“ sagt das Mädchen, ein dunkler Lockenkopf mit Stubsnase.„unser Schrammchen hat doch nie gefehlt. Was mach' ich bloß? Wer hilft mir dann heute bei der Abrechnung?“ seufzt sie.„Wissen Sie, Frau Schramm, Ihr Mann ist immer furchtbar nett, immer hilft er einem, immer ist er so freundlich, spielt sich gar nicht als Vorgesetzter auf. Deshalb mögen wir ihn so gern. Na, Ihnen brauch' ich das sa nicht zu sagen. Sie kennen ihn ja am besten“, lacht sie und schließt ihr Pult auf. Frau Schramm wird ein wenig schleierhaft um den Kopf. Als hätte ihr jemand ein Brett unter den Füßen weggezogen. Sie tastet mit den Händen hinter sich. Das Ganze hier begreift sie nicht. Das lockige Mädchen springt hinzu.„Ihnen ist wohl nicht gut. Frau Schramm?— Fräulein Hesse, aus meiner Thermosflasche ne Tasse Kaffee! Nehmen Sie Schrammchens Tasse, die steht auf dem Fensterbrett da. hinterm Blumentopf. Schnell!“ Frau Schramm bekommt den Kaffee, und ein Schinkenbrot muß sie unbedingt dazu essen.„Gewiß sind Sie nüchtern losgefahren!" Lieb sind die Mädchen. „Ich danke Ihnen vielmals“, sagte Frau Schramm beim Weggehen. „Ist doch nicht der Rede wert, Frau Schramm. Was meinen Sie, was Ihr guter Mann schon alles für uns getan hat! Und grüßen Sie ihn bitte herzlich von uns allen. Recht gute Besserung, und er soll bloß bald wiederkommen!“ Fräulein Hesse bringt Frau Schramm noch zum Fahrstuhl. Frau Schramm geht etwas verweint nach Hause. „Wie machen die Mädchen das?“ Was hätte sie garum gegeben, wenn sie sie nur hätte fragen können. „Schrammchen?! Schrammchen?!“ sagt sie vor sich hin, in dem kameradschaftlichen, fast zärtlichen Ton der Mädchen.„Immer freundlich...“ Reichlich spät kommt sie nach Hause. Ihr Mann richtet sich im Bett etwas auf, als sie eintritt.„Na, das hat ja gedauert!“ brummt er. Aber Frau Schramm ist wie elektrisiert.„Ja, Vater, deine Mädchen im Büro waren aber auch zu nett. Ich mußte durchaus mit ihnen Kaffee trinken, aus deiner Tasse, und ein Schinkenbrot essen. Eher ließen sie mich einfach nicht weg. Und ich soll ihr— Schrammchen vielmals und herzlich grüßen. Und ou sollst recht bald wieder gesund werden. Schrammchen nennen sie dich, das finde ich zu hübsch, Schrammchen!“ sagt sie in zärtlichem Ton.„Weißt du, ich nenn dich von jetzt ab auch so: Schrammchen!“ Inspektor Schramm ist bei diesen Worten erschöpft in die Kissen zurückgesunken. Bei dem Wort Schrammchen schließt er die Augen. Aber die Frau bemerkt es offenbar nicht. Ihr ist, als hätte sie etwas gefunden, eine mächtige Zauberformel. „Jetzt bring mir aber endlich was zu essen!“ knurrt Herr Schramm noch. Aber das Knurren klingt gar nicht böse, sondern nur noch wie eine alte ausgeleierte Gewohnheit. So hört es wenigstens heute Frau Schramm.„Gern, Schrammchen, sofort!“ ruft sie.„Eine Viertel Sekunde!“ sie hüpft aus dem Zimmer. Draußen hört Schramm, von nun an„Schrammchen“, sie wahrhaftig vor sich hinträllern.„Als wenn ich überhaupt nicht krank wäre!“ muckt es noch einmal in ihm auf, aber plötzlich zieht über sein Gesicht ein Lächeln.„Eine liebe Stimme hat sie, hab' ich noch gar nicht so gemerkt.“ Badische Peitschenschläger in Berlin 4 134 I gtab 7% St 8% Pressephoto Die vier Badenser Peitschenschläger, die mit„Kraft durch Freude“ nach Berlin gekommen sind, hatten bei der Aufführung„Musik und Tanz der Völker“ großen Erfolg Auf der Insel des Wahnsinns Ein englischer Dampfer, der die Tokelau=Inseln in der Südsee anlief, brachte von seiner letzten Fahrt einen Amerikaner mit, der hier unter abenteuerlichen Umständen geborgen wurde. Er hat eines der grauenvollsten Erlebnisse hinter sich, das ein Mensch nur haben kann. Er brachte nämlich mehrere Wochen auf einem Eiland der Wahnsinnigen zu, wobei er Gefahr lief, von den Wahnsinnigen ermordet oder aber selbst errsinnig zu werden. Jener Amerikaner, mit Namen J. Gellman, hatte mit seinem letzten Geld eine seetüchtige Jacht gekauft. Er wollte zusammen mit seiner Gattin eine SüdseeInsel aufsuchen und sich hier für den Rest seines Lebens niederlassen. Einige Tage, nachdem er Hawai angelaufen hatte, geriet jedoch die Jacht in einen so schweren Sturm, daß Gellman vollkommen den Kurs verlor, außerdem seine Navigationsinstrumente teils über Bord gespült, teils schwer beschädigt waren. Zwei Nächte später wurde er mit seiner ganzen Jacht auf die Klippen einer Insel geworfen. Mit Mühe und Not konnte er sich und seine Gattin an das Land retten, ehe die tobenden Wogen die Jacht an den Felsen vollkommen zerschmettert hatten. Einige wenige Ausrüstungsgegenstände warf ihnen das Meer an den Strand. Aber Gellman mußte eiligst HANDEL UND WIRTSCHAFT Rheinisch-Westfälische Börse Freundlich Düsseldorf, 12. Aug. Anfänglich verkehrte die Rheinisch-Westfälische Börse in freundlicher Grundstimmung. jedoch wies die Kursgestaltung kein einheitliches Bild auf. Das Geschäft bewegte sich in engen Grenzen, die Kulisse nahm verschiedentlich Glattstellungen vor. so daß im Ver laufe Kursabbröckelungen eintraten. Von den fortlaufend notierten Werten hatten Buderus den größten Kursgewinn mit 2¾ Proz. Mit stärkeren Befestigungen sind noch Deutsche Erdöl(plus 1½ Proz.) und Hösch(plus% Proz.) zu erwähnen. Die übrigen Montanwerte wiesen nur geringfügige Veränderungen auf. Stahltrust setzten zwar ¼ Proz. höher ein, lagen später jedoch unter Druck und verloren 1½ Proz. Mannesmann waren knapp gehalten und nach den ersten Umsätzen 1 Proz. leichter. Sehr schwach eröffneten Rheinstahl, die 2¼ Proz. niedriger zur Notiz gelangten. Maschinenwerte ruhig. Muag gaben nach der letzttägigen starken Aufwärtsbewegung leicht nach. Chemie aktien uneinheitlich. Goldschmidt wurden zwar etwas höher gesucht, dagegen gaben Farben 1¼ Proz. nach. Von Kaliaktien konnten sich Wintershall nach unverändertem Eröffnungskurs etwas bessern. Von den Sonderwerten waren Westdeutsche Kaufhof zunächst ½ Proz. gebessert, gingen später jedoch ½ Proz. zurück. Festver zinsliche Werte freundlich. Altbesitz verkehrten ¼ Proz. und Reichsbahnvorzüge 2 Proz, höher. Die Tendenz der Kuxenmärkte war uneinheitlich Am Kassamarkt hielt das Interesse für Kabel Rheydt weiter an. Das Papier wurde wiederum 1 Proz. höher bewertet. Auch Bonner Berg lagen 1 Proz. fester. Von Banken waren Deutsche Bank ½ Proz. gebessert. Versicherungen hatten kleines Geschäft zu letzten Kursen. Stadtanleihen und Pfandbriefe ohne nennenswerte Kursveränderungen. Am Freiverkehrsmarkt blieb das Geschäft still. Dolerit waren gut gefragt und wurden 2 Proz. fester aus dem Markt genommen. Straßenbau Niederlahnstein besserten sich 1½ Proz. Kölsch Fölzer konnten sich gut behaupten. Elsa Zement und Humboldt lagen etwas leichter im Markt. Nach ruhigem Verlauf schloß die Börse nur wenig verändert. * Basalt AG 10¾. Bonner Berg 158. Braunkohle Zukunft 140. Deutsche Erdöl 129. I6 Farbenindustrie 166½. Felten & Guilleaume 133½. Hösch. Köln-Neuessen 113½. Kabel Rheydt 204, Klöcknerwerke 115¾, Mannesmann 111. Rheinische Braunkohle 223. Rheinische Stahlwerke 145½ Schuckert 159. Siemens& Halske 198. Stollwerck 118%. Ver. Stahlwerke 111¼. Westd. Kaufhof 54¾. Commerzbank 101½. Reichsbank 1925/8, Allianz Vers. 249, Colonia Rückversicherung 265. Berliner Börsenbericht Aktien uneinheitlich Berlin, 12. Aug. Zu Beginn der Börse blieb die Tendenz und die Kursbildung uneinheitlich. Während einige Werte weiter gesteigert waren, führten bei anderen Papieren Gewinnmitnahmen wieder zu Abschwächungen. Offenbar fehlt es an genügenden Aufträgen seitens der Bankenkundschaft. Am Rentenmarkt bestand etwas mehr Nachfrage. Am Geldmarkt blieb die Lage unverändert. Am Valutenmarst war das Pfund 12.50½ und der Dollar.49, also nahezu unverändert. Hirschbrauerei AG, Köln WIID Köln, 12. Aug. Die zum Funke-Brauerei-Konzern Essen gehörende Hirechbrauerei AG, Köln, hat die gesamten Geschäftsanteile der Westmark-Brauerei Christian Sünner GmbH. Köln, übernommen. Der Betrieb der Westmark-Brauerei wird stillgelegt, weil er sich nicht rentabel gestaltet. Die Firma bleibt vorläufig bestehen. Mit dieser Uebernahme durch die Hirschbrauerei AG erfährt direkt der Interessenkreis des Funke-Brauerei-Konzerns Essen, der erst kürzlich die Majorität der Dortmunder Stift-Brauerei übernommen hat, eine neue Erweiterung. Preuss.-Südd. Klassenlotterie Gewinnauszug 5. Klasse 47. Preußisch=Süddeutsche (273. Preuß.) Klassen=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 3. Ziehungstag 11. August 1936 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 16 Gewinne zu 3000 RM. 46811 78063 144890 235168 293064 321625 327749 340328 14 Gewinne zu 2000 RM. 74140 91461 97235 186253 241939 258624 384391 66 Gewinne zu 1000 RM. 18586 77260 85144 86319 92752 104855 107525 115505 122527 125579 136019 136345 140467 152525 153573 160402 170636 171384 172485 201294 207095 207719 235539 261678 304514 313851 317143 334561 337527 362287 369244 370443 383435 90 Gewinne zu 500 RM.=427 11993 50714 50927 64288 70768 77615 84141 86272 107285 119436 120123 122863 133308 151339 158270 161287 163838 195586 198023 201936 206711 207621 209955 212557 215381 223986 250155 262514 262622 272017 274402 296277 316615 319646 324597 326220 330012 337271 362379 366209 375218 382787 383365 386996 388 Gewinne zu 300 RM. 298 1310 1908 4268 6145 7603 8580 9959 11165 14470 14520 15957 16023 21495 23104 23757 24811 25585 28583 31462 32180 34619 35484 35607 36306 41982 42216 42343 43124 44491 47481 49767 50126 52487 54163 55459 56246 58177 58382 58508 64613 66777 66911 67058 72750 73805 76305 76958 77458 81627 82856 87407 90192 94610 96088 96639 103430 104356 104999 109474 113376 114325 116761 120347 121140 121354 122827 124158 125292 126391 127384 128357 128956 130206 132397 134051 135087 137469 137909 139685 140915 143466 145078 146786 147015 149327 150296 150904 152208 155627 157139 160226 160474 164569 164930 171921 178636 183201 186868 187994 192062 195224 198026 199319 200944 201139 203352 203499 206464 207080 207835 208081 208540 209102 216578 217673 218912 220706 221407 222653 227936 233738 239063 239341 239389 240273 245388 248586 250358 250661 255765 257810 258977 260616 260883 263153 264358 264359 264541 266840 268814 269098 271663 277683 284353 287977 288091 290294 291019 291235 291257 294688 299184 299971 300177 301273 302088 303497 307492 307568 308048 310974 314021 314025 316372 325017 328778 329500 329716 332680 333302 333718 344806 350095 350890 351993 352521 354132 360830 361287 362356 364507 369034 371189 372050 375042 375374 376454 383506 387549 391482 394383 396564 398254 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 361577 10 Gewinne zu 3000 RM. 39505 166771 314044 341560 386186 20 Gewinne zu 2000 RM. 26539 60883 117064 123857 134085 201980 202467 224955 361759 386211 68 Gewinne zu 1000 RM. 10009 33961 37755 61854 63159 77981 84143 95870 103728 107514 110320 114268 127127 131192 141239 156582 185165 195468 225489 228025 239525 242094 254745 267495 274810 282405 303966 312181 320414 334130 356903 359748 372682 396161 82 Gewinne zu 500 RM. 28847 28908 29601 34931 42765 55527 81419 88889 94530 106874 106908 128210 129947 130354 155744 158774 161597 164196 176858 194808 198958 203922 218725 226276 228622 236174 246816 251633 253544 254890 258130 265464 268583 282039 288531 317388 331466 344822 365808 387952 322 Gewinne zu 300 RM. 1474 3800 4807 7541 10201 10645 15674 19979 19983 22408 28162 30608 32696 33055 34430 39966 42922 46349 52190 52591 57272 59633 60361 60395 60702 60864 67714 70083 70524 72158 72809 81374 82451 86312 88732 93033 97403 97819 99117 99434 99827 104385 105613 111416 117246 119346 120365 125221 126243 127041 127876 128412 132093 133264 133793 140891 143351 147898 150649 150659 152124 157356 159854 165150 165666 166507 169057 169560 172923 174854 175635 177635 178269 178303 179418 180434 183189 192938 197625 200928 202354 202488 203508 207185 209352 217482 222684 224352 225583 226842 227555 232055 234064 235050 238583 241339 241656 242275 249231 249824 254942 264645 265678 268349 272720 273065 275328 280715 282688 283317 284032 286480 286706 288216 288857 291332 293580 301125 305480 310962 311239 314218 315405 320389 320633 322422 326102 331283 332728 337558 342551 348746 350052 350407 351187 353980 355104 357122 359025 360735 361899 363122 364709 364951 370785 372030 374876 376676 378479 379784 380898 381247 381716 383330 386778 388392 391607 392669 395132 395866 398796 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne je 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 8 zu je 30000, 14 zu je 20000, 90 zu je 10000, 180 zu je 5000, 328 zu je 8000, 884 zu je 2000, 2670 zu je 1000, 4438 zu je 500, 17832 zu je 300 RM. nach irgendwelchen Unterkunftsmöglichkeiten Ausschau halten. Vorläufig sond er eine Höhle, in der er seine Frau zurückließ, während er sich selbst auf den Weg machte, um das Eiland auszukundschaften. Sein Herz schlug höher, als er in der Ferne eine Rauchwolke aufsteigen sah. Schon glaubte er sich geborgen; doch als er in der Richtung dieser Rauchwolke weitermarschierte, vernahm er plötzch lautes Geschrei und Gekreisch. Er schlich sich an jene Feuerstelle heran und sah zu seinem Entsetzen einige hundert Menschen, Eingeborene der verschiedensten Rassen der Sudsee, um die Feuerstelle herumtanzen, während sie sich gegenseitig mit Messern zerfleischten. Gellman gewann sofort den Eindruck, es hier mit Tobsüchtigen zu tun zu haben. Seine Meinung wurde noch dadurch verstärkt, daß er von seiner Höhle aus in den folgenden Nächten, als der Vollmond heraufzog, noch stärkere Aeußerungen dieses Wahnsinns von ferne beobachten konnte. Durch einen Zufall entdeckten die Bewohner des Eilandes den Weißen und seine Gattin. Man belagerte sie in ihrer Höhle, die zum Glück hoch genug lag, um verteidigt werden zu können. Aber nach einigen Tagen war die Gattin Gellmans durch die Aufregungen dieser Belagerung so erschüttert, daß sie selbst halb wahnsinnig wurde und sich eines Nachts aus dem Höhleneingang in das Meer fallen ließ, das zu Zeiten der Flut bis an den Eingang heranreichte. Gellman hatte schon in den ersten Tagen aus entbehrlichen Kleidungsstücken ein SOS=Zeichen zusammengesteckt und an einem Baum gehißt. Dieses Zeichen wurde endlich von dem Kapitän jenes englischen Dampfers erspäht. der Gellman dann mit nach Sydney nahm. Seine Schilderungen hielt man anfänglich für Uebertreibungen. Doch erhielt man durch einen austvalischen Anthropologen, der lange Zeit auf den Tokelau=Inseln gelebt hatte, eine interessante Erklärung: danach pflegen die Bewohner jener Inseln in Uebereinkunft übrigens mit den Bewohnern anderer Eilande, die oft weit entfernt liegen, ihre Geisteskranken auf jener Insel auszusetzen, wo sie sich hemmungslos austoben können. Gellman wurde durch einen Zufall Zeuge dieser Vorgange Donnerstag, 13. August 1936 Nr. 223 Von C bis 24 Uhr Ecke Lindenthalgürtel und Gleueler Straße stießen gestern morgen gegen.15 Uhr ein Auto und ein Motorrad zusammen. Der Motorradfahrer wurde mit schweren Verletzungen ins Hospital geschafft. Gegen 11 Uhr fiel ein 30 Jahre alter Dachdecker von einem Hause in der Suitbertstraße auf die Straße. Er erlitt schwere äußere und innere Verletzungen. In einem Hause auf der Luxemburger Straße trank gestern gegen 16.40 Uhr ein 18 Jahre altes Mädchen in selbstmörderischer Absicht Lysol. Es wurde mit dem Krankenwagen ins Hospital geschafft. Auf der Hönsteinstraße entstand in einem Hause ein Zimmerbrand. Die Feuerwehr beseitigte schnell jede weitere Gefahr. Am 17. 7. 1936 stürzte ein 66jähriger Einwohner aus der Platenstraße in seiner Gartenlaube vom Schemel und brach sich dabei den linken Unterschenkel. Er wurde in das Franziskushospital gebracht, wo er jetzt an den Folgen der Verletzung gestorben ist. Am 10. 8. 1936 wurde zwischen der Hänge= und Hohenzollernbrücke die Leiche eines Mannes gefunden. Es handelt sich um einen 56jährigen Mann aus Oberkassel(Siegkreis), der Selbstmord begangen hat.— Eine 66jährige Frau aus einem Vorort wurde in ihrer Wohnung durch Leuchtgas vergiftet aufgefunden. werden die Leute sagen?“ Dieses Wort wirkt auf manche Menschen wie eine lähmende Zauberformel. Es ist für sie das Maß aller Dinge, der Entschlüsse und der ganzen Lebenshaltung. Man möchte in diesem Jahr aus Sparsamkeitsgründen anstatt einer Ferienreise nur Tageswanderungen machen, aber:„Was...!“ Auch auf die sonntägliche Gewohnheit, mit Familie X. auswärts eine Flasche Wein zu trinken, ließe sich verzichten, aber, o weh, wie wird Familie X. das finden! Fritz ist im Gegensatz zu seinen Geschwistern für geistige Arbeit weniger begabt, desto mehr jedoch für alles Handwerkliche. Aber nein, er muß in die„höhere Schule“, denn...!“ So geht es ins Unendliche fort, und das Leben wird zur Zwangsjacke. Seltsam, wie die Magie des Wortes:„Was werden die Leute sagen!“ die Begriffe verkehrt. Alles Aeußerliche gewinnt eine ungeheure Bedeutung. Lieber eine wenig angenehme Charaktereigenschaft haben als eine, ausgiebige Einladung mit einer bescheideneren beantworten, lieber ein Zugeständnis an irgend welche ungeordnete Verhälnisse als mutig Beziehungen aufgeben, die im Grunde wenig würdig sind. Aber fassen wir die Leute einmal ins Auge, die „etwas sagen!“ Sind es nicht immer diejenigen, die selbst Anlaß genug zum Tadel geben? Und die ihre Zeit bestimmt besser verwenden könnten, als nutzlos Dinge zu zerreden, die sie gar nichts angehen? Wenn z. B. Frau A. sich stundenlang bei Frau B. darüber aufhält, daß Frau C. schon den dritten Hut in dieser Jahreszeit hat, so täte sie besser daran, ihre Energien in hilfreichem Verhalten auszuwirken. Der dankbare Blick der Bedürftigen wird sie solch wichtige Ereignisse wie den neuen Hut ihrer Nachbarin schnell vergessen lassen. Und wenn Frau C. eine kluge Frau ist, so trägt sie ihren Hut seelenruhig weiter und ist zu Frau A. nach wie vor freundlich. Meist verstummen ja die Leute, die„etwas sagen“, vor der festen und selbstverständlichen Haltung des Angegriffenen. Und wenn uns etwas mit ihnen versöhnen könnte, so wäre es die Tatsache, daß ihr kleinlicher Klatsch oft mehr aus Gedankenlosigkeit und einer gewissen Herzensträgheit erwächst als aus Bosheit. Wer sich aber sein Leben auf anständige Weise zurechtzimmert, dem kann es gleichgültig sein,„was die Leute sagen“. I. I. Warnung an alle Betriebsführer NSC Die Gaupropagandawaltung der Deutschen Arbeitsfront Gau Köln=Aachen teilt mit: Zurzeit wird unter einer Briefkopfbezeichnung, die den irreführenden Eindruck hervorruft, als ob die Gauwaltung der Deutschen Arbeitsfront beteiligt sei. seitens einer Kölner Firma an die Betriebsführer herangetreten mit dem Ersuchen, für den Betrieb Emailleschilder mit dem Aufdruck:„Dieser Betrieb steht geschlossen in der DAF“— zu vertreiben. Die in dem Schreiben aufgestellten Behauptungen sind in jeder Beziehung unzutreffend. Es handelt sich um einen ganz plumpen Versuch, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Aufträge zu erschleichen. Die Betriebsführer werden gebeten, das Schreiben unbeachtet zu lassen. Feierstunde steht bevor: Die Weihe des Ehrenmals der ehem. Deutschen Feldartillerie am 30. August in Köln Unter den Großveranstaltungen der Traditionsverbände der alten Armee ragt in diesem Jahre eine Feierstunde hervor: die Weihe des Reichsehrenmals der ehemaligen Deutschen Feldartillerie am 29., 30., 31. August in der Hansestadt Köln. Vor fast zwei Jahren, vom 31, August bis 3. September, war Köln Tagungsort des 3. Waffentags der Deutschen Feldartillerie. Damals stand im Mittelpunkt aller Geschehnisse die Grundsteinlegung des Reichsehrenmals. Auf einem der schönsten Plätze, dort, wo der Grüngürtel am Niederländer Ufer wieder zum Rhein zurückkehrt, ragt das Mahnmal, dessen Gesamtanlage Architekt Emil Rudolf Mewes in vorbildlicher Weise schuf. Die gewaltige Broncegruppe, die den wuchtigen Sockel krönen wird, ist das Werk von Professor Hans Damann. Auf dem linken Eingangspfeiler der schönen Treppenanlage grüßen die Weiheworte: Einhundertundfünfzigtausend Kameraden der Feldartillerie opferten im Weltkrieg 1914—1918 ihr Leben. Dankbarkeit der Mitkämpfer schuf dieses Werk. Deutscher, vergiß Deine Toten nicht, Sei ihnen gleich In Opfer und Treue. Wenn am 30. August 1936, Punkt 12 Uhr mittags auf Befehl des Schirmherrn des Waffenrings der ehem Deutschen Feldartillerie, Generals der Artillerie von Gallwitz, die Hülle fällt, dann werden Zehntausende alter Waffenkameraden in stolzer Ergriffenheit diese Weihestunde erleben. sechs Monaten Gefängnis... .. wurden eineinhalb Jahr Zuchthaus 7 Wegen Meineids vor dem Schwurgericht In seinem siebten Tagungsabschnitt mußte sich das Kölner Schwurgericht, wie bereits gemeldet, fast ausschließlich mit Meineidsverbrechen befassen. Es ist leider so, daß es immer noch Volksgenossen gibt, die sich über die Bedeutung eines Eides, ob er nun in eine## Straf= oder Zivilprozeß abgelegt werden muß, keine Vorstellung machen bzw., was wohl eher anzunehmen ist, machen wollen. Unsere Gerichte arbeiten mit aller zu Gebote stehenden Schärfe und mit allem Nachdrus dahin, die Heiligkeit des Eides zu gewährleisten. Ein Eid ist auch der Offenbarungseid, was leider auzuoft von vielen, die in wirtschaftliche Not gerielen, nicht beachtet wird. Dessen schien sich auch der Angeklagte., Inhaber eines sogenannten„Autofriedhofes", nicht bewußt zu sein, der im Oktober des verflossenen Jahres einen Offenbarungseid leistete. Nun hatte es allerdings mit diesem Manne, dessen Fall den Abschluß der siebten Schwurgerichtsperiode bildete, eine besondere Bewandtnis. H. war schon etliche Male vorbestraft, weil er es mit Treu und Glauben nicht allzu genau genommen hatte. Etliche Wochen Gefängnis dat er schon verbüßen müssen. Vor etlichen Monden also stand er vor dem Schöffengericht. Da war ihm schen vorgeworfen worden, daß er es bei einer eidesstattlichen Versicherung mit der Wahrheit nicht ganz gerau genommen, Damals hatte ihm der Anklagevertreter fahrlässige Eidesverletzung zur Last gelegt, und das Gericht hatte ihn zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Berufung eingelegt. Das Landgericht verwies die Angelegenheit vor das Schwurgericht, das sich jetzt in einem vielstündigen Termin mit der Sache zu befassen hatte. Und da kamen die Dinge zum Klappen. Anders alierdings, als der sehr zuversichtlich und, wenn man wil! arrogant sich gebende Angeklagte geahnt hatte. H hatte bei seinem Offenbarungseid verschwiegen, daß er an einen früheren Geschäftsfreund eine Forderung von etlichen hundert Mark hatte. Diese Forderung hatte er trotz eindringlichen Hinweises des vernehmenden Gerichtsbeamten wissentlich verschwiegen. Der Angeklagte wurde in der Schwurgerichtsoe:handlung scon durch den auch in der voraufgegangenen Berufungsverhandlung vor dem Landgericht anwesenden Staatsanwalt vernichtend widerlegt. DaGericht wies ihm klipp und klar nach, daß er####m Offenbarungseid seine Forderung an seinen früheren Geschäftsfreund gekannt und wissentlich verschwiegen hatte. Es ging in seinem Urteilsspruch dann auch über den Antrag des Staatsanwaltes, der die Mindeststrafe von einem Jahr drei Monaten Zuchthaus forderte hin. aus und verhängte ein Jahr und sechs Monate Zuchthaus, drei Jahre Ehrverlust und dauernde Aberkennung der Eidesfähigkeit. Auch nach der Urteilsverkündung legte der Angeklagte sein arrogantes Wesen an den Tag, trotz Anmesenheit seines bedauernswerten Vaters. Er begielt ch die Annahme des Urteils bevor. 1167: An diesem Tage starb der Reichskanzler und Erzbischof von Köln Reinald von Dassel, dessen Wirken man nur aus seiner Zeit heraus verstehen und würdigen kann. Er starb in Italien an der Pest. Seine Gebeine wurden nach Köln gebracht und in der Domkirche beigesetzt. Die Dankbarkeit der Kölner errichtete ihm hier ein prachtvolles Grabmal, auf dem sein aus Stein gemeißeltes Bild lag. Als im Anfang des 14. Jahrhunderts die Gebeine der im alten Dom bestatteten Erzbischöfe in die neue Kathedrale übertragen wurden, wurde sein Grab mit einer Statue aus Erz geschmückt. Auch dieses Kunstwerk fiel den Stürmen der französischen Revolution zum Opfer; es wurde als altes Kupfer verkauft. Auf Reinalds Grab kam später die Statue Wilhelms von Gennep. Englische Gäste in Köln Bekanntlich führt die englische Reiseorganisation „Internationale Freundschaftsliga“ schon seit Beginn der Sommermonate fortlaufend größere Reisegesellschaften zu einem 14tägigen Aufenthalt nach Köln, die die Absicht haben, mit den deutschen Familien Beziehungen anzuknüpfen und auf diese Weise die deutsche Sprache, das deutsche Wesen und die deutschen Verhältnisse kennen zu lernen. Am Sonntag traf wiederum eine größere englische Reisegesellschaft, bestehend aus 120 Personen aus allen Teilen Englands, in Köln ein. Diese Gruppe wurde am Mittwochvormittag im Kölner Rathaus empfangen. Ein Vertreter des Oberbürgermeisters begrüßte die Gäste auf das herzlichste. Es sei ihm eine besonderFreude, daß die englische Reisegesellschaft gerade Köln für 14 Tage zu ihrem Standquartier ausersehen habe. da ja Köln als Kulturzentrum des Westens vorzüglich geeignet sei, ihnen das deutsche Wesen näher zu bringen. Er wünschte der Reisegruppe zum Schluß, daß sie von ihrer Reise mit schönen Erlebnissen und angenehmen Erinnerungen nach Hause zurückkehren möchre. Der Sprecher der englischen Gäste dankte darauf für den herzlichen Empfang. Im Anschluß an den Empfang besichtigte die Reisegruppe, die schon vorher dem Kölner Dom einen Vesuch abgestattet hatte, das Rathaus und den Gürzenich. Im Verlaufe ihres Aufenthaltes werden die Engländer weiterhin die großen Kunstschätze und die Mussen der Stadt sowie die Kirchen und modernen Bauten in Augenschein nehmen, und durch Ausflüge an den Rhein, an Ahr. Mosel usw. noch die schöne Umgebung Kölns kennen lernen. 10000 Mark Schmerzensgeld und Ersatz aller entstandenen und noch entstehenden Kosten, die ein Betriebsunfall verursachte, verlangte ein Hilfsangestellter durch Klage am Arbeitsgericht von der Stadt Köln. Der Kläger machte geltend, er sei am 15. Januar 1935 im Arbeitszimmer über eine Beschädigung des Fußbodenbelags gestolpert und mit dem Unterleib gegen eine Tischkante gefallen, wodurch er sich sehr schwere Verletzungen zugezogen habe. Im Hospital habe er sich einer Operation unterziehen müssen, worunter er heute noch zu leiden habe. Der Vertreter der Stadt wandte ein, er bestreite, daß der Unfall durch eine schadhafte Stelle des Fußbodenbelags entstanden sei. Wenn aber wirklich ein Loch im Linoleum gewesen sei, hätte der Kläger durch Anwendung der erforderlichen Vorsicht und Sorgfalt den Unfall vermeiden können. Es wurden als Zeugen zwei damalige Arbeitskameraden vernommen, die beide den Unfall nicht gesehen hatten. Sie bestätigten aber, daß der Kläger tatsächlich gegen eine Tischkante gefallen und daß er nur über die schadhafte Stelle gestolpert sein könnte. Das habe er auch sofort gesagt. Ueber die Folgen des Unfalls wurde der behandelnde Arzt als Sachverständiger gehört, der es als zweifellos bezeichnete, daß die Krankheit des Klägers eine Folge des Unfalles sei, und daß auch durch die Operation das körperliche Befinden des Klägers sich sehr verändert habe. Nach längerer Beratung empfahl das Arbeitsgericht den beiden Parteien folgenden Vergleichsvorschlag: „Die Stadt verpflichtet sich, dem Kläger allen Schaden zu ersetzen, der dadurch entstanden ist, daß der Kläger im Dienste über ein im Fußboden des Arbeitszimmers befindliches Loch stolperte, dadurch auf die Tischkante fiel und die schwere Verletzung erlitt Zur Abgeltung aller bis zum Tage des Vergleichs=Abschlusses entstandenen Ansprüche zahlt die Stadt an den Kläger 2500 Mark Die Parteien wollen sich demnächst hierzu äußern. Donnerstag, den 13. August 1936 Neue Tag Nr. 223 Adolf-Hitler=Marsch in Prüm NSG Am Montag trafen die Teilnehmer am AdolfHitler=Marsch aus dem Gebiet 11 Mittelrhein, von osheim kommend, in Prüm ein. Die elf Bannfahnen des Gebiets Mittelrhein wehten, von harten Jungfäusten gehalten durch die Straßen der alten Eifelstadt. In der Volksschule wurden die Quartiere eingeteilt und die Bannfahnen in der Aula untergestellt, wo sie bis zum Abmarsch von der örtlichen HitlerJugend bewacht werden. Der Empfang fand durch die führenden Persönlichkeiten auf dem Marktplatz statt. Die NS=Formationen und der Reichsarbeitsdienst hatten sich eingefunden. Als erster begrüßte Bannführer Wasserlos als Kreiswalter der DAF die Gäste und gab dem Gedanken Ausdruck, daß die Teilnehmer am Adolf=Hitler=Marsch zwei schöne Tage im Herzen der Eifel verleben möchten. Dann ging er kurz auf den Adolf=Hitler=Marsch ein und betonte insbesondere die große Leistung, de die Jungen zu vollbringen hätten, bevor sie in der Stadt der Reichsparteitage eintreffen würden. Anschließend begrüßte der Führer des Bannes 29 die Marscheinheit im Gebiet Westmark. In knappen Worten sprach er von der Bedeutung des Adolf=Hitler=Marsches und wünschte den Jungens ebenfalls einige sonnige Tage innerhalb Prüms. Der Bürgermeister hieß die Jungen mit ihren Bannfahnen in der alten Eisellandstadt willkommen. Nach dem Fahnenlied der Hitlerjugend sprach der Führer der Marscheinheit 11 Mittelrhein. Bannfühcer Zimmermann. In kurzen Worten dankte er für den Empfang und sprach von dem einen großen Ziel, das den Jungen vor Augen stände: ihre Fahnen nach Nürnberg zum Führer zu bringen und ihm in die Augen sehen zu dürfen. Nach dem Deutschlandlied und dem Fahnenlied endigte die kurze Feier mit einem Sieg=Heil auf den Führer. Eine Grundsteinlegung Neues Heim der 53 in Zollstock Gestern abend wurde in Zollstock, gleich am Südfriedhof. der Grundstein zu einem neuen HI=Heim gelegt, dessen Erstehung nur durch die nationalsozialistische Gesinnung der Behörden sowie der Einwohner und Baugenossenschaften der Ortsgruppe Zollstock möglich war. Zu der kurzen Feierstunde hatten sich sämtliche Gliederungen der Partei, an der Spitze Kreisleiter Alfons Schaller, Vertreter der Behörden und anderer Organisationen mit ihren Fahnenabordnungen eingefunden. Umrahmt wurde der feierliche Akt durch Lieder und Fanfarenklänge des Zollstocker Jungvolks, das ebenso wie die Hitlerjungen, der BdM und die Jungmädelschaft in großer Zahl angetreten war. Fackelschein leuchtete über der Stätte. Die Bevölkerung Zollstocks nahm an der Feier großen Anteil. Ortsgruppenleiter Josef Kessel führte in seiner Ansprache u. a. aus, daß es sich bei dem Neubau um ein Haus von besonderer Bedeutung handele. Es solle den Heimabenden der nationalsozialistischen Jugeno dienen. Seit der Machtübernahme hätten sich die Raumverhältnisse in der Ortsgruppe Zollstock immer schlechter gestaltet. Die Heimabende hätten in Kellerraumen und Bretterbuden abgehalten werden müssen, in Räumen, die in keiner Weise der Würde der heutigen Jugend entsprächen. Das neue Heim diene der Gemeinschaft und Kameradschaft. Aufgabe der nationalsozialistischen Jugend sei es, das Erbe, das die Bewegung ihr einst übergebe, sorgfältig zu pflegen und weiterzupflanzen. In den Gefallenen der Bewegung müßte sie Beispiel und Vorbild sehen. Trage sie deren Geist in sich, dann handele sie nach dem Willen des Führers Ortegruppenleiter Kessel verlas anschließend Bewertung von Wirtschaftsgütern mit dem Teilwert bei der Einheitsbewertung Bei der Einheitsbewertung gilt für die Bewertung von Wirtschaftsgütern, die zu einem gewerblichen Betrieb gehören, die Vorschrift des§ 66 RBewG. Für die Veranlagung zur Einkommensteuer und Körperschaftssteuer richtet sich die Bewertung von solchen Wirtschaftsgütern nach§ 6 EinkStG.§ 66 RBewG. lautet:„Die zu einem gewerblichem Betrieb gehörigen Wirtschaftsgüter sind vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 in der Regel mit dem Teilwert(§ 12) anzusetzen.“ § 12 RBewG. lautet:„Wirtschaftsgüter, die einem Unternehmen dienen, sind in der Regel mit dem Teilwert anzuletzen. Teilwert ist der Betrag, den ein Erwerber des ganzen Unternehmens im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut ansetzen würde. Dabei ist davon auszugehen, daß der Erwerber das Unternehmen fortführt.“ Nach § 6 Ziff. 1 EinkStG. sind„Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, mit den Anschaffungs= oder Herstellungskosten, vermindert um die Absetzungen für Abnutzung anzusetzen. Ist der Teilwert niedriger, so kann dieser angesetzt werden. Teilwert ist der Betrag, den ein Erwerber des ganzen Betriebes im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut ansetzen würde; dabei ist davon auszugehen, daß der Erwerber den Betrieb fortführt.“ Der Wortlaut dieser gesetzlichen Bestimmungen hat zu verschiedenen Zweifeln Anlaß gegeben. die der Reichsminister der Finanzen im Erlaß vom 25. Juni 1936 S. 3300— 670 III geklärt hat. Hiernach ergibt sich folgendes: I. Bei der Feststellung des Einheitswerts eines gewerblichen Betriebs sind die zum Betrieb gehörigen Wirtschaftsgüter grundsätzlich mit dem Teilwert anzusetzen. Bei einer Bewertung von Wirtschaftsgütern mit dem Teilwert nach den Vorschriften des Reichsbewertungsgesetzes(§ 66 Abs. 1 und§ 12) und bei einer etwaigen Bewertung der Wirtschaftsgüter mit dem Teilwert nach den Vorschriften des Einkommensteuergeetzes(§ 6) können sich Wertunterschiede nicht ergeben. Denn der Begriff des Teilwerts ist in den beiden Gesetzen gleich. An den Fällen, in denen derartige Wirtschaftsgüter bereits in der Einkommensteuer= oder Körperschaftsteuerbilanz zutreffend mit dem Teilwert angesetzt sind, können diese Werte für die Einheitsbewertung, soweit erich bei ihr der Teilwert maßgebend ist, ohne weiteres übernommen werden. II. die Uebernahme der Werte aus der Einkommensteuer(Körperschaftssteuer=)bilanz in die Vermögensaufstellung für die Einheitsbewertung ist jedoch in folgenden Fällen nicht möglich: 1. soweit die Wirtschaftsgüter nach den Vorschriften des Reichsbewertungsgesetzes nicht mit dem Teilwert angesetzt werden dürfen. Das„ist der Fall bei folgenden Wirtschaftsgütern: a) bei den Betriebsgrundstücken; b) bei den Gewerbeberechtigungen: c) bei den Wertvapieren, Anteilen und Genußscheinen an Kapitalgesellschaften. Für die Betriebsgrundstücke und die Gewerbe berechtigungen gelten besondere Be wertungsvorschriften. Für sie werden besondere Einheitswerte festgestellt, die bei der Bewertung des gewerblichen Betriebs anzusetzen sind. Für Wertpapiere usw. kommt der Teilwert nach dem Wortlaut des Gesetzes nicht in Betracht, soweit für sie Steuerkurswerte festgesetzt sind. Auch solche zum Betriebsvermögen gehörige Wertpapiere, für die kein Steuerkurswert besteht, sind nicht mit dem Teilwert, sondern mit dem nach§ 57 RBewDB. 1935 sich ergebenden Wert anzusetzen. In besonderen Fällen sind die Wertpapiere nach§ 58 RBewDB 1935 zu bewerten; 2. soweit die in der Einkommensteuer=(Körverschaftssteuer=)bilanz enthaltenen Werte nicht den Teilwert im Abschlußzeitpunkt darstellen. Das gilt: a) für die dem Betrieb dienenden Wirtschaftsgüter (auch Verbindlichkeiten). die mit den Anschaffungs= oder Herstellungskosten— ggf. vermindert um die Absetzungen für Abnutzung— angesetzt sind, b) für die sog. kurzlebigen Wirtschaftsguter im Sinne des§ 6 Ziff. 1 Satz 4 EStG., es sei denn, daß von der Bewertungsfreiheit kein Gebrauch gemacht ist und die Wirtschaftsgüter tatsächlich mit dem Teilwert angesetzt sind, c) für die abnutzbaren Wirtschaftsgüter, die bereits am Schluß des vorangegangenen Wirtschaftsjahres zum Anlagevermögen gehört haben und deren Teilwert inzwischen gestiegen ist, die aber wegen der Vorschrift des§ 6 Ziff. 1 EStG. (Schlußsatz) in der Einkommensteuer=(Körper= schaftssteuer=)bilanz nur mit dem bisherigen(niedrigeren] Teilwert angesetzt sind. Die Beringung geschützter nicht jagdbarer Vögel Die auf Grund der Verordnung zum Schutze der wildwachsenden Pflanzen und der nichtjagdbaren wildlebenden Tiere(Naturschutzverordnung) vom 18. März 1936(RGBl. I S. 181) für die Stubenvogelhaltung (für Käfigvögel) amtlich vorgeschriebenen Fußringe, mit denen nach dem§ 20 Abs. 2 der genannten Verordnung alle im Besitz oder im Gewahrsam von Händlern u. dergl. befindlichen geschützten nichtjagdbaren Vögel bis zum 15. August 1936 versehen sein müssen, werden auf meine Anordnung hergestellt und sind bei der Reichsstelle für Naturschutz in BerlinSchöneberg, Grunewaldstraße—7, zu beziehen. Anträge auf Zuweisung der entsprechenden Ringe sind von den Händlern durch den Hauptverband zoologischer Spezialgeschäfte in Berlin=Neukölln, Fuldastraße 6, an die Reichsstelle für Naturschutz zu richten unter genauer Angabe der Art, des Geschlechtes und der Anzahl der zu beringenden Vögel. Den Anträgen ist eine Bescheinigung des zuständigen Vertrauensmannes des Verbandes der zoologischen Spezialgeschäfte beizujügen, aus der einwandfrei hervorgehen muß, daß die Angaben des Antragsstellers zutreffen. Der Händler ist verpflichtet, die auf dem Vogelfußringe angebrachte Nummer nach der Beringung unverzüglich in das nach dem§ 20 Abs. 1 der Naturschutzverordnung vorgeschriebene Aufnahme= und Auslieferungsbuch(§ 8 Abs. 1 Natsch.VO.) in der Spalte 3 einzutragen, z. B.„drei Buchfinkenmännchen, Ring= nummer 235, 236, 237“. Der Preis der Ringe ist zunächst mit 10 Pfennig je Stück festgelegt. Der Preis der für das Anlegen der Ringe unumgänglich notwendigen Zangen beträgt 1 Mark je Stück. Die Anforderung von Vogelfußringen, die den tatsächlich in Gewahrsam des Antragsstellers befindlichen geschützten nichtjagdbaren Vögeln nicht entspricht, und jede mißbräuchliche Verwendung der amtlichen Vogelfußringe(§ 18 Abs. 2 Natsch VO.). ist nach§§ 18 und 30 der Naturschutzverordnung strafbar, die Urkunde und vertraute sie dann dem Grundstein mit den Worten an: Die Jugend ist die sich immer wieder erneuernde Kraft der Nation. Die Jugend muß sich die hieraus ergebende Aufgabe stets vor Augen halten. Sie muß zweitens nach dem Grundsatz handeln: Adolf Hitler hat immer Recht. Drittens: möge der Geist, der dieses Haus erstehen ließ, stets M seinen Mauern herrschen. Nachdem die Jugend das Lied„Vorwärts, vorwärts“ gesungen, der Ortsgruppenleiter der Stadt und der Provinzialverwaltung, den Zollstocker Baugenossenschaften und den Bürgern, die mitgeholfen an der Erstellung des Werkes, für ihre echt nationalsozialistische Gesinnung gedankt hatte, sprach der Handwerker seinen Spruch. Es folgten die Hammerschläge der Vertreter der Partei, der Behönden, der Erbauer und der Spender. Kreisleiter Alfons Schaller führte die drei Hammerschläge aus mit dem Spruch:„Unser Leben zu jeder Stunde dem Führer". Mit einem Treugelöbnis zum Führer und dem Gesang der nationalen Lieder fand die Feierstunde ihr Ende. Sängerfahrt des Kölner Liederkranz Vier große Autobusse aus— Bonn, weil in Köln und seiner Umgebung beim besten Willen kein Wagen aufzutreiben war, brachten 120 Sänger des MGV Kölner Liederkranz nach Neuenahr. Das war eine Sängerfahrt, die wir gerne hervorheben, eine Fahrt, die Köln alle Ehre macht. Josef Reisdorff und der „stellvertretende Chef“ Zerres hatten die Fahrt gut vorbereitet. Kölner Sänger fuhren an die Ahr. Sie wußten aber auch zu repräsentieren. Fröhlich und jidel allerwege von Fahrtbeginn an und doch würdig, fein, ohne Karnevalsrummel. Was man an der Ahr, wo Sonntags vorher auch Kölner Gäste waren, rühmlichst anerkannte. Und trotzdem haben die Kölner denen an der Ahr bewiesen, was Kölner Leben ist. Eine fidele Sache war schon die Abfahrt von der Bürgergesellschaft aus. Ueber Bonn—Meckenheim gings in die Gefilde des roten Weins. Mit freudigem Winken und mit Heilrufen wurden die Kölner allenthalben begrüßt. Neue Filme in Köln Eskapade(Seine offizielle Frau) Photo: Tobis-Rota Waldwinter Photo: Ufa Toiza in Flammen Pbete, NAG-Pfhm Skandal um die Fledermaus Photo: Tofa Inmitten von Neuenahr, in den lauschigen Anlagen des Schweizer Cafés, wurden die Sänger„abgeladen“. Sie nahmen einen wohlgegönnten Imbiß, während Präsident Reisdorf ein freudig ausgenommenes Grußwort sprach. Im Kreis der frohen Sänger saß mit ernsten Mienen ihr„Gewaltiger“, Musikdirektor Heinrich Brach. Ihm war diese Fahrt, ganz im Einverständnis mit seinen Gefolgsleuten, Dienst und Pflicht. Er wollte und sollte hier in zwei oder drei Stunden Kölner Männergesang demonstrieren. Dafür hatte es in den voraufgegangenen Proben etliche Schweißtropfen gekostet. Das Nachmittagskonzert, das von vielen hundert Kurgästen besucht war, war ein einzigartiger Erfolg. Beim Abendessen im Kurhotel ehrte Josef Reisdorff in besonderer Weise den Ehrenchormeister Peter Haas und das 82jährige Mitglied Heinrich Engelskirchen Nachher sang der Liederkranz auf der Freitreppe der Kurgartenterrasse. Das Abendkonzert, zu dem sich wiederum ganz Neuenahr eingefunden, war aufs neue ein großer Erfolg der Kölner Sänger. Gerade das Abendkonzert, das mit dem unsterblichen„Jäger aus Kurpfalz" abschloß, war ein Beweis der vorbildlichen Erziehungsarbeit des Chorleiters. Mit fahrplanmäßiger Pünktlichkeit wurde die Heimfahrt angetreten. 191891 02 Die Deutzer Schützen 16. August, vormittags: Gruppen= und Wanderpreischießen. Es wird der von Kamerad Schuster gestiftete Wanderpreis, ein wunderbarer Silberbecher, zum ersten Male auf Bildscheibe, 50 Meter Kleinkaliber, ausgeschossen.— Nachmittags: Beteiligung am Festzuge der Schützengesellschaft„St. Hubertus", Köln=Sülz=Klettenbeng. Die Kameraden treffen sich um 13.45 Uhr im Vereinslokal Abels oder um 14.30 Uhr im Schützenheim Iomns Dürr, Köln=Sülz, Sülzburgstraße 56. Der Festzug geht um 15 Uhr. 25. August, nachmittags: Beteiligung am Festzuge der Schützengesellschaft Köln=Nippes. Die Teilnehmer treffen sich um 13.45 Uhr im Vereinslokal Abels. Der Festzug geht um 15 Uhr ab Kempener Straße Spitze Wartburgstraße. 30. August, nachmittags: Beteiligung an den Festzügen der Schützengesellschaft„St. Hubertus“ Köln=Poll und des Schützenvereins Köln=Bayenthal. Die Kameraden treffen sich um 13.45 Uhr im Vereinslokal Abels. 6. September, vormittags: Wanderpreisschießen zur Erinnerung an unsern verstorbenen Schützenbruder Oskar Köhne! Es werden erstmalig die von unserer Schützenschwester Frau Frieda Köhne gestifteten wertvollen drei Wanderpreise auf drei Bildscheiben und zwar auf 175 Meter angestrichen ausgeschossen.— Nachmittags: Beteiligung an den Festzügen der Schützengesellschaft Köln=Humboldt und der Schützengesellschaft„Germania“ Köln=Höhenberg. Die Kameraden treffen sich um 13.45 Uhr im Vereinslokal Abels. Beim Schießen auf die beim Schützenfest erstmalig aufgezogene NSV=Scheibe wurden insgesamt 78,75 RM. vereinnahmt, die restlos der NSV überwiesen worden sind. An 13 Kameraden, die auf diese NSV=Scheibe Serien von 36 Ringen erzielten, wurden gleichwertige Preise, die aus der Vereinskasse gestiftet worden sind, verabfolgt. Als Mitglieder wurden neu ausgenommen: Robert Buschbaum, Theodor Pfeiffer, Heinrich Pfeiffer, Joseph Auen, Carl Schaaf. Den Abschluß des diesjährigen, glänzend verlaufenen Schützenfestes bildet wie im Vorjahre eine große Schiffstour, zu der die Vorbereitungen in vollem Gange sind. Es soll diesmal etwas ganz Besonderes geboten werden. Die Einzelheiten werden noch bekanntgegeben. Bedarfsdeckungsscheine der Kinderbeihilfen Nach der Durchführungsbestimmung zur Anordnung über die Gewährung von Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien vom 10. Juni 1936 berechtigen die Bedarfsdeckungsscheine der Kinderbeihilfen zum Erwerb von Möbeln, Hausgerät und Wäsche in den zugelassenen Verkaufsstellen. Unter Möbel sind nur Gebrauchsmöbel zu verstehen, die zur Einrichtung von Schlafzimmern und Küchen(auch Wohnküchen) erforderlich sind, unter Hausgerät nur Gegenstände, die zur Einrichtung eines schlichten Haushalts erforderlich sind, und unter Wäsche nur solche, die nicht überwiegend aus seidenen Stoffen hergestellt ist. Als Wäsche sind auch anzusehen: Strümpfe und Unterkleidung aus Wolle, Baumwolle usw. und Stoffe, die zur Herstellung von Wäsche und Unterkleidung verwendet werden. Auf Veranlassung des Herrn Reichs= und Preußischen Wirtschaftsministers weist die Einzelhandelsvertretung der Industrie= und Handelskammer Köln die Inhaber der zur Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen der Kinderbeihilfen zugelassenen Verkaufsstellen auf die Einschränkung der Verwendung dieser Scheine hin mit dem Bemerken, daß die Zulassung als Verkaufsstelle zur Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen zurückgezogen wird, wenn gegen diese nicht zugelassene Gegenstände abgegeben werden. *** Donnerstag, den 13. August 1936 Neue Lag Nr. 223 So lebt man in der KöF-Stadt Kölner Personal bedient die Köln-Aachener Gäste NSG Die Festhalle„Rheinland“ in der„KdFStadt“ Berlin, die unter Leitung des Gauamtes „Feierabend“, der NSG„Kraft durch Freude“. Gau Köln=Aachen, steht, ist, wie bereits mehrmals berichtet, allabendlich überfüllt. Oft genug muß wegen des geradezu tollen Zuspruchs, dessen sich unsere Heimathalle erfreut, die Polizei eine Sperre vornehmen. Dieser rege Betrieb, der sich hier täglich abspielt, stellt große Anforderungen an das Bedienungspersonal und erfordert naturgemäß einen organisatorisch einwandfreien Wirtschaftsbetrieb. Es ist interessant. einmal einen Rundgang durch die vorbildliche Wirtschaftseinrichtung in der Halle„Rheinland“ zu machen. Von der Haupthalle abgesondert, finden wir zunächst eine geradezu vorbildliche Küche, die sich mit den Einrichtungen der modernsten Hotelbetriebe messen kann. Alles geht elektrisch, von der Butterteilmaschine bis zur Spülmaschine, Bortschneidemaschine usw. Kühlschränke, ganz großen Ausmaßes, die fast eine vollständige Metzgerei beherbergen können und die Kühlung automatisch vornehmen, das alles leuchtet dem Besucher entgegen, und man hat ohne weiteres das Gefühl, daß hier die Gewähr gegeben ist, daß die Speisen in vorzüglichster Zubereitung dem Gast gereicht werden. Wie wir hören, werden täglich mehr als 2000 Essen in der Halle„Rheinland“ verabreicht. Man könnte bei dieser Zahl den Eindruck gewinnen, daß es sich um eine weniger erfreuliche Massenabfertigung handett. Daß dies jedoch keineswegs der Fall ist, beweist die Tatsache, daß der Schreiber dieses sich im tollsten Betrieb ein Abendessen bestellte, welches in erstaunlicher Schnelligkeit, bereits in sieben Minuten, in schmackhaftem Zustande, auf den Tisch kam. Man ersieht hieraus, daß in dieser vielbesuchten Halle nicht nur Wert darauf gelegt wird, daß die Massen der Freude huldigen und frohe Stunden verleben, sondern, und das ist wichtig genug, daß man auch darauf bedacht ist, für das leibliche Wohl der Gäste alles zu tun. Darüber hinaus ist zu bemerken, daß das gesamte Personal, in der Küche wie in der Halle selbst, ausschließlich aus Kölnern besteht, die eigens zu diesem Zwecke von Köln mitgenommen wurden und somit für diese Zeit ein gutes Verdienst gefunden haben, da es sich fast ausschließlich um erwerbsloses Personal handelte. Vorschau auf die Winterarbeit 1936137 Die Abteilung Kunst im Reichssender Köln Bezieherwerber sind keine kaufmännischen Angestellten Nach siebentägiger Kündigung wurde ein Bezieherwerber für eine Kölner Zeitung entlassen. Durch Klage am Arbeitsgericht machte der Entlassene geltend. er sei kaufmännischer Angestellter und könne nur mit mindestens einmonatlicher Kündigungsfrist entlassen werden. Er verlange demnach noch 195,20 Mark Kündigungsentschädigung. Der Vertreter des beklagten Verlages bestritt, daß ein Bezieherwerber als kaufmännischer Angestellter anzusehen sei. Eine siebentägige Kündigungsfrist sei vereinbart. Das Gericht entschied: Die Werbetätigkeit für den Bezug einer Zeitung erfordert keinerlei kaufmännische Tätigkeiten oder Kenntnisse, nicht einmal Fachkenntnisse, wie dies etwa bei einem Anzeigenwerber der Fall ist, der einem Kunden über die geeignete Größe, wie auch gegebenenfalls über Art und Aufmachung einer Anzeige beraten muß, um einen Auftrag zu erlangen. Demgegenüber wird der Zeitungswerber nur dahin tätig. daß er zum Bezug der Zeitung in mehr oder minder geläufiger Rede auffordert. Irgend eine kaufmännische Tätigkeit braucht er dabei überhaupt nicht vorzunehmen. Aus diesen Gründen ist das Gericht zu der Ueberzeugung gelangt, daß ein Zeitungswerber kein kaufmännischer Angestellter ist. Diese Auffassung entspricht auch wohl derjenigen der Reichspressekammer, wie sich aus den von der Kammer übersandten Richtlinien ergibe. Der Kläger ist wohl Angestellter, jedoch nicht als kaufmännischer Angestellter zu betrachten. Die siebentägige Kündigungsfrist war demnach für beide Parteien bindend und die Klage kostenfällig abzuweisen. Schon die letztvergangenen Monate haben die neuen Richtlinien, die der Intendant des Reichssenders Köln für die Planung der Abteilung Kunst aufgestellt hat, deutlich hervortreten lassen. Nach diesen Richtlinien ist, so meldet der Pressedienst des Senders, auch der neue Winterplan gestaltet worden. Für jeden Monat ist ein künstlerischer Höhepunkt vorgesehen, in einzelnen Monaten sind es deren zwei aus dem literarischen und aus dem musikalischen Sachgebiet. Dieser Höhepunkt wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu einem Erlebnis besonderer Art gestaltet. Angefangen mit dem Manuskript und der Partitur, bzw. ihrer in vielen Fällen notwendigen funkischen Beatbeitung. bis zur Wahl des Dirigenten oder Spielleiters und der mitwirkenden Solisten, der Probenarbeit und der akustisch=künstlerischen Betreuung durch die Tonmeister des Reichssenders Köln sollen diese Sendungen jede Förderung erfahren. Aber auch die Vorbereitung des Hörers auf diese Sendungen ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Der Hörer soll nicht nur wissen und immer 1 ieder daran erinnert werden, daß die und die Sendung kommt, er soll auch in die Weit des Werkes und seines Schöpfers mit funkischen Mitteln eingeführt werden. Höhepunkte dieser Art im Winterplan des Reichssenders Köln werden sein: auf dem Gebiet des spiels die Ursendung von Richard Euringers Spiel „Die Fürsten fallen“, das er nach seinem bekannten Buchwerk für den Reichssender Köln gestaltet, die Sendung des Hörspiels„Die Pflicht“ von Withelm von Scholz, zweier klassischer Lustspiele:„Der Widerspenstigen Zähmung“ von Shakespeare und„Minna von Barnhelm“ von Lessing in Funkbearbeitungen, die Wiederholung des im Vorjahr sehr erfolgreichen Hörspiels„Die goldene Stadt“ von Ernst Wiechert, Auf musikalischem Gebiet, das durch die Heranziehung namhafter Gastdirigenten, vor allem aus Westdeutschland, besondere Belebung erfährt, sind vorgesehen: ein Schumann=Pfitzner=Abend unter Leitung von Hans Pfitzner, mit Ludwig Hoelscher als Solist, ein Bruckner=Abend unter Hans Weisbach, ein Konzert der Reichsfachschaft deutscher Komponisten mit Peter Raabe als Gastdirigent, ein Abend„Neue Mulik aus Westdeutschland“, den Hans Balzer dirigiert, und folgende Opern:„Der Freischütz“(in einer Funkbearbeitung von Goswin P. Gath),„Hänsel und Gretel“, „Carmen“.(Dirigent Herbert von Karajan).„Cosi fan tutte“ als Ursendung der neuen Uebertragung von Siegfried Anheisser(Dirigent Fritz Zaua) und die Uraufführung einer Funkoper von Eduard Reinacher und Leo Justinus Kauffmann, die nach Brentanos „Geschichte vom braven Kasperl und vom schönen Annerl“ gestaltet ist. Als Uebertragungen aus dem öffentlichen Musikleben sind u. a. die Aufführungen der 9. Sinfonie und der Matthäus=Passion norgesehen die Eugen Papst in der Kölner Großen Messehalle dirigiert. Auf der Brücke zur Unterhaltung, bzw. in Beziehung zum Zeitgeschehen steht eine Anzahl von kleineren Sendungen der Abteilung Kunst, von denen auf literarischem Gebiet die Ursendung der von Friedrich Castelle besorgten westsälischen Fassung Das Ringerturnier in der Rheinlandhalle um den des preisgekrönten Hörspiels„Sohlen und Absätze“ von Schwerla, das Lustspiel„Flachsmann als Erzieher“ von Otto Ernst in einer Funibearbeitung von Josef Kandner, die Ursendung des heiteren Hörspiels „Der alte Wrangel“ von Otto Brües und ein Erlebnisspiel aus der Zeit der Separatistenkämpfe„Schlacht hinterm Siebengebirge“ von Peter Bauer erwähnt seien. Musikalische Sendungen dieser Art sind Weders Oper„Abu Hassan“ in einer Funkbearbeitung von A. E. Sistig, Puccinis Jugendoper„Die Willies“, eine Sendung alter Weihnachtsmusik(mit Siegfried Borries als Solist), eine weitere Sendung mit alter Karnevalsmusik(übertragen aus der Redoute in Bad Godesberg). Lortzings„Wildschütz“ in der Funkbearbeitung von P. H. Gehly und ein großer volkstümlicher Richard=Wagner=Abend mit ersten Solisten. Auf dem Gebiet der Kammermusik und der Dichterlesung werden die Reihen„Das Schatzkältlein" und „Zum Feierabend“ weitergeführt. Letztere Veranstaltung wird gelegentlich auch aus dem Sendegebiet übertragen, so schon zu Beginn des Herbstes als Feierstunde im Altenberger Dom. Im„Schatzkästlein“ sollen bei Gelegenheit auch kleine musikszenische Sendungen, die kammermusikalischen Charakter haben, erscheinen, so Pergolesis„Magd als Herrin". Bildbespre chungen aus den Schätzen westdeutscher Gemäldesammlungen werden fortgesetzt. Besondere Pflege soll neben dem allgemeinen Kammermusikplan, der u. a. die Streichquartette Beethovens und die Klaviersonaten Schuberts fortführt, die Hausmusik finden. Der Reichssender Köln wird sich im September mit einem großen Aufruf an alle Hausmusik treibenden Kreise seines Sendegebiets wenden, ihnen durch vielerlei Sendungen mit alter und neuer Hausmusik Anregung geben, sie aber auch selbst vor das Mikrophon führen. Der„Tag der deutschen Hausmusik“ im November soll in einer großen Abendsendung die ersten Ergebnisse dieser gemeinsamen Arbeit zeigen; eine Ringsendung wird oann durch alle Teile des weiten Sendegebiets führen. Auch der regelmäßig fortgeführte„Musikantenabend“ wird im Dienst der Hausmusik stehen, ebenso die Arbeitsgemeinschaft des Reichssenders Köln mit der Kölner Musikhochschule. Die Arbeit der Abteilung Kunst erstreckt sich aber nicht nur auf Eigenleistungen des Reichssenders Köln. Wichtiger noch ist die lebendige Beziehung des Senders zur Kulturgestaltung des ganzen deutschen Lebens, zu Schauspiel und Oper, zu Buch und Bild, zum Bauschaffen und Kunstgewerbe, zum Konzert und allen anderen musikalischen Bestrebungen. Hier kann und soll der Rundfunk Anreger und Führer sein, Kämpfer für das Gute, wo es sich immer zeigt, aber auch scharfer Kritiker des Unzureichenden oder Falschverstandenen. Der Rundfunk dient, auch da, wo er aus der Vergangenheit schöpft, dem lebenden deutschen Menschen, dem neuen Deutschland und seinem Aufbau. Wer auf seine Stimme hört, ist verbunden mit dem gewaltigen Leben, das der Führer auf allen Gebieten erweckt hat, Zeuge des Werdens einer neuen, im Volke wurzelnden Kultur. Das Kölner Turnier der Berufsringer Rheingoldpokal spitzt sich immer mehr auf die Entscheidung zu, man kann fast sagen, daß bei dem angenblicklichen Stand des Turniers— eine Reihe von Teilnehmern mit sechs Niederlagen sind bereits ausgeschieden— ein jeder Kampf für die beteiligten Ringer eine wesentliche Entscheidung bringt. So sind jetzt nur noch die stärksten und technisch gewandtesten Kämp. fer übrig geblieben, und mit jedem Abend wird auch unter ihnen noch Sieg und Niederlage die Augree treffen, bis der Endsieger des Turniers feststeht. Auch gesten abend gab es eine Reihe von spannenden Runden, die von den Zuschauern mit großem Interesse und Beifall verfolgt wurden. Mit der Paarung Peterson, Estland und Iwanoff, Bulgarien, trafen zur Eröffnung wohl die beiden physisch stärksten Ringer des Turniers zusammen. Peterson gewann die sehr abwechslungsreiche Partie nach 19 Min. durch Eindrücken der Brücke Der Pole Sasorski lieferte dem Westfalen Ahrens eine ungemein stürmische Begegnung, konnte aber gegen den viel schwereren Westfalen nicht zum Siege kommen. Seine vorzügliche Haltung und geschickte Verteidigungskunst, mit der er sich aus schwersten Lagen zu befreien verstand, brachten ihm auch für das erreichte Unentschieden tosenden Beifall ein. Der Kamerunneger John Essaw. ein ungemern drahtiger Ringer mit eiserner Muskulatur. hatte in dem Polen Miazio einen Gegner, der ihm erheblichen Widerstand entgegensetzte, bis er nach 11 Minuten dem tödlichen Doppelnelson Essaws unterlag. Im Entscheidungskampf Jansing. Westfalen, und Budrus, Litauen, zeigte sich Jansing sehr tapfer, unterlag aber nach einer Gesamtringzeit von 36 Minuten einem Hüftschwung des starken Litauers. Der Deutschrusse Saturski und unser Koblenzer Eramateur Herbert Audersch. dem Gewicht nach eia ungleiches Paar, in ihrem Können aber hoch schätzen, fochten eine außerordentlich lebhafte Partie aus, bei der das Publikum, das seine Sympathien dem Koblenzer zuwendete, begeistert mitging. Ander'ch verstand es und zwar in ungemein aktivem Kampf, mit dem bisher unbesiegten Saturski unentschieden zu ringen. Das heutige Programm sieht die bisher wohl schwersten Paarungen des Turniers vor. Es ringen heute abend: Budrus, Litauen— John Essaw. Deutsch=Kamernn Ahrens, Westfalen— Simon, Koblenz Entscheidungskämpfe: Luppa, Berlin— Jansing. Westfalen Peterson, Estland— Steinke. Stettin Saturski, Posen— Willi Müller, Köln Ankündigungen Staatliche Hochschule für Musik Mit dem Wintersemester 1936/37, das am 1. September 1936 beginnt, wird die Chormeisterklasse eröffnet. Die näheren Bedingungen werden auf Wunsch von der Verwaltung der Hochschule, Köln, Wolfsstraße 3/5, übersandt. Mit Beginn des Wintersemesters 1936/37 hat der Hauptfachlehrer für Klavier K. H. Pillney auch die Meisterklasse für Cembalo übernommen. Rheinische Musikbochschule der Stadt Köln Das Wintersemester 1936/37 beginnt mit dem 1. September 1936 und dauert bis einschließlich 28. Februar 1937. Die Aufnahmepküfungen sind vom 1. bis einschließlich September dieses Jahres. Die näheren Bedingungen werden auf Wunsch von der Verwaltung der Rheinischen Musikschule, Köln, Mauritiussteinweg 59, übersandt. Rettungsschwimmerkursus im Stadion Am Montag, 17. August, beginnt im Stadion Müngersdorf ein Rettungsschwimmerkursus für Damen und Herren. Alle Schwimmkundigen werden ersucht, sich an diesem Kursus zu beteiligen Insbesondere für Damen dürfte der Kursus die beste Gelegenheit sein, den Grund= oder Leistungsschein der Deutschen Lebens=Rettungs=Gesellschaft zu erwerben. Gesperrt Samstag, den 15.. und 22. August 1936, ist die Einfahrt zum Hafen am Übierring ab 12 Uhr mittags infolge Gleisumbauarbeiten gesperrt. Freitag: Allgemeine Körperschule(Für Männer und Frauen gemeinsam): Volksschule, Blumenthalstraße, von 20 bis 21.30 Uhr.— Fröhliche Gymnastik und Spiele(Nur für Frauen): Realgymnasium, Spiesergasse, von 20—21.30 Uhr Realgymnasium, Nippes, Blücherstraße, von 18 30—19.45 und 20—21.30 Uhr. Königin=Luise=Schule, St. Apernstraße, von 19.45—21.15 Uhr. Kaiserin=Augusta=Schule, Karthäuserwall, von 19.30—21.30 Uhr. Volksschule, Sülz, Berrenrather Str., von 20—21.30 Uhr. Volksschule, Mülheim. Windmühlenstraße, von 20—21.30 Uhr.— Kleinkindergymnastik(Für Kinder bis zu 10 Jahren): Volksschule, Mülheim. Regentenstraße, ven 15—16 Uhr. Volksschule, Lindenthal, Lindenburgerallee, von 15—16 Uhr.— Leichtathletik: Nur für Frauen: Stadion, Müngersdorf, Hauptkampfbahn, von 18 30—20 Uhr. Für Männer und Frauen gemeinsam: Müngeredorf, Hauptkampfbahn, von 20—21.30 Uhr. Die Kameradschaft ehem. Holtzendorffer, 1. Rhein. Feldartillerie-Regiment Nr. 8, hat vom 14. August, mittags 12 Uhr, bis Samstag, den 15 August, mittags 12 Uhr, die Ehrenwache am Reichs ehrenmal der Deutschen Feldartillerie zu stellen. Alle dienstfreien und arbeitslosen Kameraden werden gebeten, sich während dieser Zeit am Denkmal einzufinden. Kölner Schwarzes Korps Treffen mit Damen am Samstag, dem 15. August, 20 Uhr, im Stapelhaus zum letzten Konzert vor der Weihe des Ehrenmals, ausgeführt vom Trompeterkorps des Waffenrings. Kameradenbund ehem. Res.=Inf.-Regt. 17 Monatsversammlung am Donnerstag, 13. August, 20.30 Uhr, im„Bayrischen Hof“(Gegenüber dem Wallraf=Richartz= Muscum). Persönliches Universität Köln Außerordentlicher Professor Dr. Hans Kauffmann, der vom April dieses Jahres ab von dem Herrn Reichs= und Preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung beauftragt war, die nach Professor Brinckmann freigewordene Professur für Kunstgeschichte an der Universität Köln vertretungsweise zu übernehmen, ist nunmehr durch den Führer und Reichskanzler zum ordentlichen Professor und gleichzeitig zum Direktor des Kunstgeschichtlichen Instituts der Universität ernannt worden. Der Herr Reichs= und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung ermächtigte die Medizinische Fakultät der Universität Köln die Habilitation des Dr. med. Dietrich Starck auszusprechen. Am 15. August feiern die Eheleute Peter Boulboulle. Ehrenfeld, Subbelrather Straße 297, das Fest der Goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar ist noch sehr rüstig. Unsern herzlichsten Glückwunsch! Am 14. August wird Herr Heinrich Koch, Alteburger Straße 49. 80 Jahre alt. Vor drei Jahren feierte er seine Goldene Hochzeit. Kurz vorher fiel er vor der Haustüre und brach ein Bein. Seit diesem Tage liegt er gelähmt. Seine 76jährige Frau pflegt ihn mit Liebe und Aufopferung. * Am 15. August d. J. begeht Frau Witwe Maria Hamann, Friesenplatz 19. in seltener Frische ihren 86. Geburtstag. Neues" 02 pelikaten: Sauerkraut Meochtung.58 Pfre###c Pf Helsistascte Vollheringe 68 10 Stück Dicke Bohnen, neue Ernte, I Normaldose 65 Kirschen, rot mit Stein neue Einte, ½ Normal ose 58 CNE ½1 Norme dose 3 O Pf. Kirschen, rot ch. Stein neue Ernte, ½ Normaldos 65 4 41 ½ Norma dose J. JO Dunst-Sauerkirschen hell, ohne Stein. ½ Normal-## 41 dose 65. ½/1 Dose. J. IO Stache.beerenneue Ernte 0 1 ½ Normaldose 50, 1/1 Dose- SO P. Mirabellen 0 E neue Ernte.. ½/ Normaldose OO Pf. Erdbeeren neue Ernte4 ½ Norma dose 55, ½/1 Dose.„ 0 Gemüse-Erbsen 10 gegran.... ½ Normaldose 2O PI. Junge Erbsen EE gegrünt.. Normaldose 30 Pf. Leipziger Allerlei IV7E ½ Normaldose 48, ½/1 Dose" S Pf. Erdbeer-Konfitüre neue Ernte, 1 Kilo-Eimer brutto Aprikosen-Konfitüre 4 4n 1 Kllo-Eimer brurte I. TO Apfelgelee, rein no Kilo-Eimer brutto" OO Pf. Neue Dellkafeßgurk. a P große... 7 stück&a O Pf. Neue deutsche Matjes-Heringe 1L 10 Stück 86, 58.-O Pf. Norweger Sild aE in Tomatensoße. 1/ Dose EO Pf. Kokosnuß-Weichfett hergeste lt aus reinem Kokos% Speiseie 300 Gramm 6 ap Pf. Speise-Misché!.25 Halberst. Würstchen AEg. Dose, S Paar 3 Schweinskopfin Aspie O E Dose, 425 Gramm Inhalt... 00 PI. Ragout fin mit Pllzen 4 4n Dose, 420 Gramm innal J. 10 Marschländer 4 7E Zervelatwurst. 500 Gramm•1 3 Holsteiner Plockwurst 500 Gramm Holsteiner Salami 00 Giamm„.. Buchwolzenmehl 500 Oramm Hatertlocken, Hausmarke 500-Cramm-Pakel.„„„ Zler-Schnittnudein Hausmarke 500 Gramm-Paket Lier-Makkaron! Hausmarke- 500-Gramm-Pake Perikaffee Prische Rö fung.. 125 Gramm Malzkaffee Hausmarke 500-Gramm-Peket Frische Seefische! 500 Gramm 20 Pf. Seolachs ohne Konf. Kabeljau 9 ohne Kop..... 50 Gramm& amp; Pi. Kabeijau-Filet 20 bratiertig 500 Gramm 30 Pf. Schollfisch ohne Kopl..—. 500 Gramm Frische Rohesser 500 Gramm 3281 Ostpreuß. volllett, 45% Pett i. T.#### 25 Gramm. 45 Camemberk, vo llett, m E 45% Feit I. T.„Schachtel 4p 9 PI. .65 .70 Masthühner: 4 4n #isch geschlachtet 800 Gramm J. JO Donnerstag, den 13. August 1936 Kölns neues Theatermuseum NNeue Tag Nr. 223 In aller Welt lebhaft beachtet Professor Dr. Nießen über Zweck und Bedeutung Wir wiesen in der vorigen Woche darauf hin, daß der erste Teil des von Professor Dr. Nießen in jahrelanger hingebungsvoller Arbeit errichteten Kölner Theatermuseums in diesen Tagen ohne besondere Feierlichkeit der Oeffentlichkeit übergeben wurde, um die durch die Olympischen Spiele geschaffene einmalige Gelegenheit, ein Echo und eine Resonanz internationalen Ausmaßes für Leistungen des Dritten Reichs auf dem Gebiet der Theaterkultur zu erzielen, nicht ungenutzt zu lassen. Professor Nießen nahm gestern nachmittag— diese Maßnahme lag gleichfalls in der Richtung der Bestrebungen, die Aufmerksamkeit der weitesten Oeffentlichkeit zu gewinnen— in den Räumen des Instituts für Theaterwissenschaft Gelegenheit, vor Vertretern der Behörden und der Presse über Zweck und Bedeutung des Museums zu sprechen. In den wenigen Tagen seit Eröffnung sei bereits ein überaus zufriedenstellender Besuch zu verzeichnen gewesen. Gäste aus allen Erdteilen hätten ihrem Erstaunen darüber Ausdruck gegeben, daß solche Schätze auch außerhalb der Metropole des Reichs angesammelt und gezeigt werden konnten. Die ausländische Presse habe sich in ähnlichem Sinne geäußert. Eine Londoner Zeitung zum Beispiel habe berichtet, daß in Köln gegenwärtig das beste deutsche Theatermuseum zu besuchen sei. Zwar, so fügte Professor Nießen lächelnd hinzu, lassen sich die Wirksamkeit eines Instruments dieser Art nicht nach dem Fassungsvermögen von Möbelwagen werten, trotzdem aber seien diese Auslassungen ebenso wichtig, wie ihn der Brief eines englischen Offiziers in der Ueberzeugung von der Richtigkeit seiner Ueberzeugung bestärkt habe, Wiederholt aber hob er hervor, daß es nicht darum gehe, totes Material zu sammeln: alles, was das neue Museum darbiete, solle leben. Die Gäste wurden dann in überaus fesselnden Darlegungen mit dem Wachsen der Idee vertraut gemacht, im Rheinland und in Köln ein solches Museum zu schaffen. Professor Nießen versicherte, die Schwierigkeiten, gerade im Westen Dingen solcher Art Geltung zu verschaffen, seien ihm durchaus bekannt gewesen, aber die Entwicklung habe immer dann Hilfe geschickt, wenn Hilfe notwendig gewesen sei. Das Museum sei(wie das Theaterwissenschaftliche Institut) ein Kind des Deutschen Seminars der Universität und habe unter dessen Obhut inzwischen einigermaßen das Gehen erlernt. Aber es sei später doch ungeheuer schwer gewesen, einen Weg zu bahnen. Professor Nießen brachte plastische Beispiele für den Mangel an Verständnis, den damals maßgebende Persönlichkeiten bekundeten. Um so mehr gebühre ein herzlicher Dank den Männern, die seit dem Umschwung in den Bezirken kulturellen Strebens bestimmend seien. Landesleiter Riedel der Reichstheaterkammer habe es verstanden, aus großer Hoffnungslosigkeit einen neuen Weg zu zeigen; in burzer Zeit seien die Mittel beschafft gewesen, die die Fertigstellung des ersten, bis 1800 reichenden Teils des Museums ermöglichten. Solcher Art habe sich die Lebendigkeit in der ständischen Gliederung des deutschen Kulturlebens beglückend gezeigt. Dank gebühre nachalldem neben Landesleiter Riedel auch Gauleiter Frauenfeld, dem Geschäftsführer der Reichstheaterkammer und deren Präsident Dr. Schlösser, Dank aber auch der Stadt Köln, dem Kuratorium der Universität sowie der Provinzialverwaltung, die das Museum, voll in seine Pläne zur Förderung der Heimatmuseen eingesetzt habe. Professor Nießen umriß dann in großen Zügen die Absichten des Museums. Es gehe insgesamt darum, die Bildungsbasis des deutschen Theaters zu erbreitern. So handele es sich darum, den jungen Regieanwärtern, die durch vier Semester hindurch theoretische GrundTheater des Mittelalters im neuen Museum Chinesischer Theater-General— Jede Flagge, die er im Rücken trägt, bedeutet ein Armeekorps Schauspiel des Mittelalters und Volksschauspiel Photos: Florin Renaissance-Theater und Marktbühne lagen des Theaters zu studieren hätten, geeignetes Material bereitzuhalten(wobei der Redner nachdrücklich versicherte, daß er es ablehne, künstlich Dramaturgen zu„züchten“ und eine der ersten Aufgaben des Instituts darin sehe, abzuschrecken). Ebensosehr wolle das Museum der Schule dienen als Anschauungsmöglichkeit über das antike Theater, wolle es bei der Jugend werben für das Theater als eine Notwendigkeit. Abschließend: dieses Museum sei nicht fertig und werde auch niemals fertig; vorerst habe es sich darum gehandelt, den Gästen des Auslands und den Gönnern einiges von dem zu zeigen, was angesammelt und ausgebreitet werden konnte. Diesem Satz wird man am lebhaftesten Zustimmung klatschen: daß nicht tote Dinge die Hauptsache zu sein hätten, sondern die jungen Menschen, weshalb das Museum an zweiter Stelle zu stehen habe, an erster aber Belehrung und Unterricht. * Professor Nießen führte dann durch die Räume des Museums und gab einen Ueberblick über die Bestände, so gut sich dieser Ueberblick in der Zeit eines flüchtigen Rundgangs ermöglichen läßt. Infolge Raummangels konnten bisher nur ein geringer Teil des großartigen Materials ausgestellt werden. Das noch ergiebigere Material des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ist bisher noch nicht vollständig gesichtei und geordnet. Im ersten Raum des Museums ist das antike Theater der Hellenen und Römer dargestellt. Dann folgt eine Abteilung ostasiatischer Theater, in dem javanische Standpuppen, chinesische Kostüme, javanische, den Ausgang der Theaterkultur von der Magie beweisende Masken und anderes mehr gezeigt wird. Der dritte Raum ist dem mittelalterlichen Theater gewidmet, den geistlichen Spielen, Volksschauspielen, Passionen, der Zeit Hans Sachs und den Bürgerdramen. Anschließend ist die Berufsschauspielkunst mit zahlreichen Modellen, Schriftstücken und mit Dokumenten über die Shakespeare=Bühne, die Renaissänce-, Quacksalber= und Marktbühne vertreten. In den weiteren Abteilungen werden die höfische Oper in Italien, Frankreich und Deutschland, das deutsche Schauspiel im 18. Jahrhundert bis zum Mannheimer Nationaltheater, das Weimarer Theater und die Zeit der Comedia dels Arte behandelt. Vorzügliche Sammlungen von Puppenspiel= und Schattenspielfiguren und Figurinen, die jetzt noch durch die von Hofrat Richter=Blankenburg gestiftete Gesamtausstattung eines alten Marionettentheaters ergänzt wurden, beschließen die Schau. Das Museum wird nach der Einordnung des Sammelmaterials vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart als eines der bedeutendsten auf theaterwissenschaftlichem Gebiet gelten dürfen. Auf wertdeutschen Gauen Westdeutsche Kurzmeldungen Vom 12. bis einschließlich 14. September begeht die „'unte Stadt" Linz ihr Winzerfest. Ein Weinbrunnen wird seine erquickende Labe sprudeln, und am Sonntag, dem 13., zieht ein großer Winzerfestzug durch die festlich geschmückte Stadt. Am Abend des 12. September wird eine Beleuchtung veranstaltet; dann steht die altertümliche Stadt in einem Meer von Feuer und Licht, wie man es bereits bei der großen Rheinbeleuchtung des Landesfremdenverkehrsverbandes Rheinland„Der Rhein in Flammen“ auf der Siebengebirgsstrecke von Linz bis Bonn erleben konnte. * Auf der Weseler Straße in Duisburg wurden mehrere Passanten von einem streitsüchtigen Burschen angerempelt. Als sich die Betreffenden die Belästigungen verbaten, griff der Rohling zum Messer und stach blindlings um sich. Einem 17jährigen jungen Mann drang das Messer in die Brust. Der Stich wurde so heftig geführt, daß die Klinge abbrach und stecken blieb. Mit schweren, wenn auch nicht lebensgefährlichen Verletzungen wurde der Getroffene ins Krankenhaus eingeliefert. Der Messerstecher wurde festgenommen. Von der Kriminalpolizei in Gladbeck wurde eine 23jährige Ehefrau festgenommen, die in der unbarmherzigsten Weise ihre siebenjährige Stieftochter fortwährend mißhandelt hat. Das kleine Mädchen ist von der NSV in Obhut genommen worden. Aerztliche Feststellungen haben ergeben, daß das arme Geschöpf mit Wunden und blutunterlaufenen Stellen am ganzen Körper bedeckt war. Die Frau, die wegen Kindesmißhandlung schon eine Strafe von 14 Tagen Gefängnis hinter sich hat, leugnet hartnäckig. * Am Dienstagabend stieß in der Nähe von Niederstenhof auf der Wissen=Morsbacher Straße in einer unübersichtlichen Kurve ein mit einem Brüderpaar besetztes Motorrad aus Wildbergerhütte mit einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Kraftwagen zusammen. Der auf dem Sozius sitzende junge Mann wurde auf der Stelle getotet, während der Fahrer, sein Bruder, mit weniger schweren Verletzungen davonkam. * Das planmäßige Postflugzeug der von der British Airways beflogenen Nachtpoststrecke Hannover— Köln— London erlitt in der Nacht zum Mittwoch gegen 3 Uhr auf dem Flug von Hannover nach Köln einen Unfall. Aus bisher nicht geklärten Gründen mußte das Flugzeug, das Luftpostsendungen aus den nordischen Ländern an Bord hatte, in der Nähe von Hennef eine Außenlandung vornehmen. Dabei wurde die Maschine zerstört. Von den zwei Mann der Besatzung kam einer ums Leben, einer wurde schwer verletzt. Gefühntes Verbrechen Bonner Kindesentführer hingerichtet Bonn, 12. August. Die Justizpressestelle Bonn teilt mit: Am 12. August 1936 ist in Bonn der am 25. Juli 1904 gevorene Hans Eduard Giese aus Bonn hingerichtet worden, der am 30. Juni 1936 vom Schwurgericht in Bonn wegen erpresserischen Kindesraubes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Giese, ein wegen schwerer Verbrechen, u. a. auch wegen Kindesraubes vorvestrafter Gewohnheitsverbrecher, hat am 16. Juni 1936 in Bonn einen 12jährigen Jungen entführt und versucht, von dessen Vater durch die Drohung, das Kind eines qualvollen Todes sterben zu lassen, ein Lösegeld zu erpressen. Vor dem sozialen Ehrengericht Unwürdige Betriebsführer Saarbrücken, 12. August. Vor dem sozialen Ehrengericht hatte sich am Dienstag ein 60 Jahre alter Betriebsfuhrer aus St. Ingbert zu verantworten. Ihm war zur Last gelegt, sich an seinen weiblichen Angestellten unnttlich vergangen zu haben. Der Angeklagte gab den Tatbestand im wesentlichen zu Entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts wurde ihm gemäß§ 38 des Gesetzes über die Ordnung der nationalen Arbeit die Befähigung zur Bekleidung des Postens als Betriebsführer für immer aberkanni— Weiter hatte sich eine Betriebsführerin aus Saarbrücken zu verantworten, weil sie in ungehöriger Weise ihre Angestellten mit Schimpfworten belegte. Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu 100 RM Geldstrafe. Kein Wasser auf Obst Zweites Todesopfer innerhalb acht Tagen Breyell, 12. Aug. Der Leichtsinn, nach dem Genuß von Obst Wasser zu trinken, hat innerhalb von acht Tagen ein zweites Todesopfer gefondert. Ein fünfjähriges Kind hatte unreife Aepfel gegessen und ohne Wissen der Eltern hinterher Wasser getrunken. Nach eintägiger Krankheit starb das unglückliche Kind unter schweren krämpfeartigen Schmerzen. Noch ein dritter Fall mit ungewissem Ausgang wird gemeldet. Ein dreijähriger Junge, der nach dem Genuß von Pflaumen Wasser trank, liegt mit hohem Fieber darnieder. Rützlicher Regen Gute Kartoffelernte in Sicht Der Kartofselbau bildet neben der Viehwirtschaft der Haupterzeugungszweig der Eifeler bäuerlichen Betriebe. Wahrend der Getreidebau sich im wesentlichen auf die Erzeugung des Eigenbedarss beschränkt. kommen Jahr für Jahr bedeutende Mengen Eieler Saat= und Speisekartoffeln auf den Markt. Die eigenartige Struktur und vor allem die starke Niederschlagsbedürftigkeit des Eifelbodens bedingen für den mengenmäßigen Ertrag der Kartoffeln in der Hauptsache reiche Niederschläge während der Hauptwachstumszeit. Dieser Niederschlagsreichtum ist in diesem Jahre einzetreten. Die Kartoffeln weisen einen vorzüglichen Stand auf und versprechen im Herbst eine gute Ernte. vorausgesetzt allerdings, daß die Zeit der Reifeentwicklung nicht durch übermäßige Regenmengen und durch die sich daraus entwickelnde Knollenfäule nachteilig beeinflußt. Viel Unheil in wenigen Stunden Gewitter über Westdeutschland Regen und Blitze taten ihr Zerstörungswerk Donnerstag, 13. Aug. 1936 Nr. 223 Ein Senior im Buchhandel Köln, 12. Aug. Die schweren Unwetter, die Dienstagmittag und in der Nacht zum Mittwoch über Westdeutschland niedergingen, haben stellenweise recht erheblichen Schaden angerichtet. Wie aus Remagen gemeldet wird, wurde am Dienstagmittag durch den mit dem Unwetter verbundenen wolkenbruchartigen Regen im Ahrtal bei Bodendorf und zwischen Remagen und Kripp die Felder und Gärten kilometerweit unter Wasser gesetzt, so daß an der Feldfrucht große Schäden aufgetreten sind. Das schon an sich spärliche Obst wurde von den Bäumen geschlagen. Von den Höhenzügen rissen die Wildbächen gleichenden Wassermassen derart viel Geröll mit, daß in den Tälern Straßengräben und Abflüsse verstopft und die Hauptverkehrsstraßen streckenweise unpassierbar wurden. An der Unterführung der Fernverkehrsstraße Koblenz—Bonn in Remagen stauten sich die Wassermassen derart, daß der Verkehr umgeleitet werden mußte. Sofort wurden verschiedene Arbeitskolonnen eingesetzt, um die Hauptverkehrsstraßen von Schlamm und Geröll freizumachen, damit wieder ein Durchgangsverkehr möglich war. Im Kreise Düren wurden besonders die Ortschaften Mariaweiler, Arnoldsweiler, Merzenich und Hoven von dem Unwetter heimgesucht. Namentlich haben die Hafer= und Rübenfelder stark gelitten, wie auch in den Gärten große Verwüstungen angerichtet wurden. In den tiefer gelegenen Ortsteilen drangen die Wassermassen stellenweise in die Keller ein. An vielen Stellen bildeten sich große Seen. In Hoven wurde ein Pferd vom Blitz erschlagen. Auch in der Nähe von Arnoldsweiler kam ein vor einem Erntewagen gespanntes Pferd durch Blitzschlag zu Tode. Auch in der näheren und weiteren Umgebung Bonns richtete das Unwetter erheblichen Schaden an. Besonders schlimm hauste das Unwetter in Bornheim im Vorgebirge. Die von den Hängen in Tal führenden Wege verwandelten sich im Nu in reißende Bäche. Stellenweise wurden sie bis zu 30 Zentimeter hoch mit Schlamm und Geröll bedeckt. Keller und sogar Erdgeschosse vieler Häuser füllten sich mit schlammigen Fluten. In einem besonders gefährdeten Hof konnte nur unter der Mitwirkung der gesamten Nachbarschaft das Vieh aus den Ställen geborgen werden. Das Wasser stand hier so hoch, daß die Tiere den Boden unter den Füßen verloren hatten. In zwei Häusern sind die Zimmerdecken eingestürzt. An vielen Stellen waren auch die Gleise der Vorgebirgsbahn so mit Schlamm und Geröll bedeckt, daß Arbeitskolonnen eingesetzt werden mußten, um die Strecke wieder freizubekommen. Auch der Flurschaden ist nicht unbeträchtlich. Glücklicherweise war der größte Teil der Getreideernte geborgen. Durch das zweite Unwetter in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden namentlich die nordöstlich gelegenen Gebiete um Bonn betroffen. Die neue Unterführung in Bonn im Zuge der Poppelsdorfer Allee war im Augenblick von meterhohen Wassermassen versperrt. Die Feuerwehr mußte 43mal alamiert werden. In viellen Fällen war es notwendig geworden, unter Wasser gesetzte Keller auszupumpen. In Bad Godesberg drangen die Wassermassen sogar in die Erdgeschosse einiger Häuser ein. Mehrere Unterführungen der Hauptdurchgangsstraße standen so hoch unter Wasser, daß die Polizei Umleitungen vornehmen mußte. Besonders groß ist der Schaden im Pleisbachtal zwischen Siebengebirge und Sieg. Hier wurden die Ortschaften Auel, Uthweiler, Birlinghoven, am schlimmsten aber Herresbach und Oelinghoven mitgenommen. In wenigen Minuten standen Keller und teilweise Zimmer unter Wasser. In mehreren Ställen kam das Vieh in Gefahr, zu ertrinken und mußte herausgeholt werden. Ganze Felder wurden von den rasend schnell aus den Ufern getretenen Bächen verwüstet und die zum Teil noch auf den Feldern stehenden Garben fortgespült Auch an den Straßen wurde streckenweise erheblicher Schaden festgestellt. Verschiedentlich waren die Straßen und Wege so mit Geröll und Schlamm bedeckt, daß die Feuerwehr und Abteilungen des Arbeitsdienstes eingesetzt werden mußten, um die ersten Aufräumungsarbeiten durchzuführen. In Remscheid schlug bei einem schweren Gewitter am Dienstagnachmittag an verschiedenen Stellen der Blitz ein. Auf einem Bauernhof am Nordrand des Stadtgebietes wurde durch Blitzschlag eine Scheune in Brand gesetzt, die mitsamt der erst vor wenigen Tagen eingebrachten Ernte vollkommen vernichtet wurde. Auch ein angrenzendes Stallgebäude wurde vom Feuer erfaßt und eingeäschert. Bei dem schweren Gewitter, das Dienstagmittag auch über die Siegburger Gegend niederging, schlug in Eschmar der Blitz in eine Scheune ein und zündete. Die Scheune, mitsamt der Ernte von 15 bis 20 Morgen, die Stallungen und ein Maschinenschuppen wurden vollständig eingeäschert. Die rasch herbeigeeilten Löschzüge der Feuerwehr konnten das Vieh und die landwirtschaftlichen Maschinen zum größten Teil in Sicherheit bringen. Infolge eines Blitzschlages entstand am Dienstagmittag in der Hiller Feldmark bei Recklinghausen ein Schadenfeuer. Der Blitz schlug in das Gehöft des Erbhofbauern Hütter ein. In wenigen Sekunden stand der ganze Dachstuhl in Flammen, ebenso die Scheune, die bis auf die Umfassungsmauern nieverbrannte. Die Flammen fanden reichliche Nahrung an den eingefahrenen Erntevorräten, die restlos verbrannten. Außerdem wurde eine Kuh vom Blitz erschlagen. Der Brand wurde nach dreistündiger Tätigkeit der Feuerwehr gelöscht.— In Waltrov traf der Blitz einen 15jährigen Landwirtschaftsgehilfen, der gelähmt wurde und ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Aus Euskirchen wird gemeldet: Plötzlich und heftig ging am Dienstagmittag kurz nach 14 Uhr ein Unwetter über der nördlichen Eifel nieder, das an manchen Stellen beträchtlichen Schaden anrichtete Fluchtartig verließen die Landwirte, die gerade bei der Erntearbeit waren, ihre Felder und suchten irgendwo in der Nähe Schutz vor dem Regen und Hagel. In den Lindenbäumen der oberen Münstereifeler Straße hat der Sturm manchen starken Ast niedergerissen. Ein der zum Glück keinen Schaden anrichtete, ließ das Stadtwaldrestaurant einige Augenblicke in allen Fugen erzittern. Mehrere Kraftwagen wurden derart vom Regen überschwemmt, daß sie auf offener Straße stecken blieben. Die Felder standen fußhoch unter Wasser und an einzelnen Stellen hatte der Sturm die Garbenhaufen kunterbunt durcheinander gewirbelt. Bedeutsame Bläne eines Kurorts Bad Münstereifel erschließt sich das Schleidtal Bürgermeister Arntz und Pg. Hürten, der Vorsitzende des Kur= und Verkehrsvereins, gewährten am Dienstagabend unserem=Mitarbeiter eine Unterredung, in der sie sich zu den großen Projekten, die die Stadtverwaltung nunmehr in Angriff nehmen wird, äußerten. Das Schleidtal Ein Projekt, das in seiner baulichen Ausgestaltung ebenso bedeutungsvoll ist wie in seinem künftigen Wert fur die Entwicklung der Stadt Münstereifel, steht nun, nachdem die Verwaltung in jahrelangen Vorbereitungen alle damit zusammenhängenden Fragen sorgfältig geprüft und durchgearbeitet hat, vor seiner Verwirklichung. Es ist die Erschließung des Schleidtales für den Kur= und Badebetrieb, die Schaffung eines herrlich gelegenen Erholungsvarks, der Bau eines Schwimmbeckens und die Anlage von Tennisplätzen und Liegewiesen. Die natürliche Lage des Schleidtales birgt alle Voraussetzungen in sich, um überhaupt einem solchen Plane nähertreten zu können. In ruhiger Abgeschiedenheit ziehen sich die Wiesengründe sanft ansteigend zwischen den bewaldeten Höhen hin. Das für die Anlage in Aussicht genommene Gelände ist Eigentum der Stadt. In einer Talmulde oberhalb des Cafés Schießbach werden demnächst die Arbeiten am Schwimmbecken beginnen. Wie sich schon jetzt erkennen läßt, wird sich diese Anlage ausgezeichnet dem Landschaftsbilde anpassen, und es sind hier alle Möglichkeiten gegeben, um das Zweckmäßige mit dem Schönen zu verbinden. So soll oberhalb ein kleines Vorstaubecken geschaffen werden, von dem aus das Wasser des Schleidbaches in das eigentliche Schwimmbecken fließen kann. Man erreicht gleichzeitig damit, daß sich die Temperatur des Wassers weitestmöglich der der Luft angleicht Die Umgebung dieses kommenden Freibades eignet sich vortrefflich für die Anlage von Liegewiesen, Sonnen= und Luftbädern. Am Waldrande vorbei, ausgehend von der Straße nach Effelsberg, zieht sich schon der neue Weg hin, der demnächst bis zum Schwimmbad ausgebaut werden wird. Man hat bereits ein Wassertretbecken, das von den Kneippianern fleißig benutzt wird, geschaffen, ebenfalls ist bei der begonnenen Aufteilung die Tautretwiese nicht vergessen worden. Die weitere Ausgestaltung des Schleidtales wird nun in kurzer Zeit mit dem Bau des Schwimmbades beginnen. Die Stadtverwaltung rechnet damit, daß diese Anlage in der nächsten Sommerzeit schon ihrer Bestimmung übergeben werden kann. Die Kurgäste. die sich dann in unmittelbarer Nähe des Hochwaldes, in sonniger Lage und in der gesunden und reinen Eifelluft erholen können, werden hier erst recht die natürlichen Vorzüge dieses prächtigen Städtchens schätzen lernen. Straßenbauten nach neuen Gesichtspunkten Die Stadtverwaltung Münstereifel unterzieht die Straßen und Plätze einer gründlichen Instandsetzung. Schon zu Ende der Woche wird man mit diesen Arbeiten in der Gartenstraße und auf dem Hubertusweg beginnen. Beide Straßen erhalten eine staubfreie Macadam=Oberdecke. Zur Erzielung einer besseren Raumwirkung ist die Umgestaltung des Marktplatzes in Erwägung gezogen worden. Der Platz zwischen Rathaus Münsterkirche und Knabenschule soll auf seine Umgebung abgestimmt werden. Dem kunstverständigen Architekten bieten sich hier viele Möglichkeiten, um mit der Lösung einer solchen Aufgabe eine weitere Verschönerung des Stadtbildes zu erzielen. Wahrscheinlich wird man dabei auch den Eingang zur Münsterkirche entsprechend verbessern, damit das Portal wirkungsvoller zur Geltung kommt. In der Münsterkirche selbst werden zurzeit schon beachtliche Erneuerungsarbeiten vorgenommen. So hat man auf dem Chor eine Holzvertäfelung angebracht, die vorteilhaft das Innere des Gotteshauses verschönt. Von besonderer Wirkung ist auch das neue Christusbild über dem Altar. Bei den Restaurierungsarbeiten konnten zahlreiche alte Gemälde wieder kunstgerecht freigelegt werden. In allen Fragen, die der Verschönerung des Stadtbildes dienen, steht die Verwaltung der Bürgerschaft ratend zur Seite. So wurde jüngst in der Heisterbacherstraße das malerische Fachwerkhaus des Kunstschreiners Müller von dem Vervutz befreit Von außerordentlicher Wichtigkeit für die Zukunft der Stadt ist das Projekt einer Umgehungsrage, as voraussichtlich in den kommenden Jahren ..... genommen wiro. Die Fernverkehrsstraße Köln—Trier führt bekanntlich in vielen Windungen mitten durch die Stadt. Ferntransporte und Durchgangsverkehr müßten bisher mit ihrem unvermeidlichen Geräusch durch diese engen Straßen gehen. Man plant eine neue Straße., die in der Nähe der Bohrmaschinenfabrik Hettner abzweigt und dann am Berghang vorbei oberhalb der Burg verlaufen und in der Nähe pes Aoiktes wieder in die alte Straße einmünden soll. Man wird zur Durchführung größere Geländeschwierigkeiten überwinden müssen, damit aber gleichzeitig der Entwicklung des Verkehrs wie auch den Erfordernissen des Münstereifeler Kurbetriebes Rechnung tragen. Das Vorprojekt für diese Umgehungsstraße ist bereits fertiggestellt. Ein weiterer Plan sieht die Verlegugg####traße Münstereisel—Röthen innerhalb des Stadtbezirks vor. Diese Straße, die mehr und ment, ah, von dem Kraftverkehr beansprucht wird führte bisher durch das Heisterbachertor und mündete auf die Fernverkehrsstraße Köln— Trier. In Zukunft soll die Straße in der Nähe des Kneippkurhauses abgezweigt und bis zum Konvilt durchgeführt werden. Damit würde Bad Münstereifel von dem immer stärker werdenden Durchgangsverkehr befreit. Es könnte sich dann zweifellos noch in viel besserem Maße als bisher seinen Aufgaben, die ihm der Kur= und Fremdenbetrieb auferlegt, widmen. Photo: Schilling, Königstein Otto Vaternahm, Seniorchef der bekannten Frankfurter Buchhandelsfirma Julius Vaternahm, vollendet am 14. August sein 80. Lebensjahr. Mit der Entwicklung des deutschen Bahnhofsbuchhandels ist der Name Vaternahm eng verbunden und bekannt geworden. Otto Vaternahm trat im Jahre 1888 in das 1869 von seinem verstorbenen Bruder Julius in Gießen gegründete und 1870 auch auf Frankfurt a. M. erweiterte Geschäft ein, zu dem in den folgenden Jahren zahlreiche Zweigstellen kamen. Für den Vertrieb verlegerischer Produktion, der Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, hat der Bahnhofsbuchhandel im Laufe der Jahrzehnte überragende Bedeutung gewonnen, die parallel mit der raschen Entwicklung des Eisenbahnwesens im gleichen Zeitraum lief. In bewundernswerter Frische und Rüstigkeit steht der heute 80jährige noch dem umfangreichen und angesehenen Unternehmen vor. Heinrich Lerschs Werke erscheinen in französischer Sprache Bodendorf, 12. August. Wenige Wochen erst sind es her, da Heinrich Lersch, der Arbeiterdichter, aus diesem Leben schied. Ein tückisches Leiden hat den in der Blüte seines Lebens stehenden kernigen deutschen Menschen unbarmherzig aus seinem Schaffen und Gestalten herausgerissen. Der Mensch Heinrich Lersch ist nicht mehr. Seine Werke aber sind geblieben als ein Vermärhtis seiner schöpferischen Geisteskraft! Wie sehr sich Heinrich Lersch die Herzen der Arbeiter und der Jugend, mit denen er sich verbunden fühlte, erobert hat, das geht aus dem Vorhaben des Prosessors Paul Auger, Angouleme(Frankreich), hervor, seine Werke in die französische Sprache zu übersetzen und in Frankreich zu verbreiten. Professor Auger weilte in den letzten Tagen in Deutschland. um die nötigen Schritte zur Erlangung des Uebersetzungsrechtes in die Wege zu leiten. Sobald die Genehmigung erfolgt ist, wird er dieses Vorhaben verwirklichen. Eine tolle Jagd Schwerverbrecher wurde gefaßt Bad Honnef, 12. August. Am Dienstagvormittag kam es in Bad Honnef zu einer aufregenden Verbrecherverfolgung. Ein von der Staatsanwaltschaft in Bonn gesuchter 39jähriger Mann wurde in einer öffentlichen Anlage in Bad Honnef erkannt und sollte festgenommen werden. Als die Polizei zugreifen wollte, ergriff der Mann die Flucht über eine zwei Meter hohe Gartenmauer. Es ging über Hecken und Zäune, immer verfolgt von der Polizei, die auch von der Schußwaffe Gebrauch machte. Bei einem Sprung über eine hohe Mauer blieb der Verbrecher mit den Kleidern hängen. Er konnte darauf festgenommen und in Gewahrsam gebracht werden. Schon einmal vor zwanzig Jahren hatte dieser Bursche die Polizei in Honnef in Atem gehalten. Im Jahre 1916 wurde er wegen eines Straßenraubes festgenommen. Bei der Einlieferung in das Gerichtsgefängnis Königswinter schlug er in einem günstigen Augenblick zwei Beamte nieder, von denen einer an den Folgen der erlittenen Verletzungen nach zwei Jahren starb. Der Verbrecher konnte damals, nachdem er die Gefängnisschlüssel an sich genommen hatte, nach Honnes entkommen, wo er erst nach erbittertem Widerstand von der Polizei in einem Tannenwäldchen aufs neue verhaftet wurde. In Bonn erhielt er damals 11 Jahre Gefängnis, aber wieder gelang es ihm. auf dem Transport zur Strafanstalt auszubrechen. Den vor der Tür seines Abteils stehenden Beamten schlug er nieder, und sprang dann aus dem fahrenden Zug. Erst nach längerer Fahndung konnte er dann zur Verbüßung seiner Strafe gezwungen werden. Mit der Wiederaufnahme des Unterrichts an der Mainzer Musikhochschule ist die durch den Weggang des bisherigen Direktors, Generalmusikdirektors Karl Fischer, freigewordene Stelle dem Kapellmeister Heinz Berthold übertragen worden. Seine offizielle Einführung erfolgt im Laufe der nächsten Moche. Nicht unfreundlich Vorhersage für Donnerstag: In den Morgenstunden teilweise trüb. Später wechselnd bewölkt. Nicht überall trocken. Mäßig warm. Weitere Aussichten: Im freundlich. Im ganzen nicht unAmtliche Wasserslände vom 12. August 1936— 6 Uhr früh Rheinfelden 3,76(plus 19); Maxau 5,73(mini ); Mannheim 4,97(minus 11); Loyr 1,51(plus 4 Mainz.12(minus); Bingen fehlt; Kaub 3: (minus 10); Trier.80(minus); Koblenz.: (minus); Köln.47(minus); Düsseldorf 2,8 (minus 10); Duisburg 1,92(minus 12); Mülheim 1,2 (unverändert); Ruhrort 2,14(minus 16); Wesel 2,1 (minus 10); Emmerich 3,33(minus 10). Nr. 223 Donnerstag, den 13. August 1936 Neue Tag Flammen über Basdad Ein Roman von Deutschen im Orient 1 Von Else Marquardsen-Kamphörener 15. Fortsetzung. „Ist es jenes Haus, vor dessen Tor ein alter König dieses Landes in Stein sitzt und Wache hält?“ „So ist es. Wir warten auf dich und die Frau. Gehe!! Voll eifriger Freude entfernte sich Soleiman, aber er traf Marion längst nicht mehr im Museum an, und niemand konnte ihm sagen, wo sie sei, niemand wußte von ihr. 17. Kapitel Jack Store kam in der Mittagshitze dieses Tages nach Bagdad zurück. Er hatte nur den Diener als Begleiter bei sich. Jack fuhr selbst, weil er in Unruhe war und weil er es nicht ertrug, von einem anderen gefahren zu werden. Als der längst von ferne sichtbare Wachtturm, das Wahrzeichen Bagdads, nahe war, sagte Jack mit jener heiseren Stimme, die der Staub einem gibt: „Ich glaube nicht, daß wir die Kurden länger als bis heute abend hinhalten können. Hast du bemerkt, Mehmed, daß sie mir zum ersten Male keine Gastspeise gereicht haben?“ „Ja. Herr. und ich bin froh, wenn wir wieder in Bagdad sind und wissen, daß dort noch nichts geschehen ist.“ „Hast du meinen Brief zum deutschen Gesandten gebracht!“ Mehmed bejahte mit der gleichen Ruhe, mit der er diese Antwort heute schon viermal gegeben hatte. Als er seinen Herrn von der Seite ansah, fragte er sich voll Bangen, warum er so bleich und gespannt sei. Jack ließ das Auto so schnell loufen, wie es nur irgend möglich war, hatte dabei aber immerzu das Gefühl, überhaupt nicht vorwärts zu kommen. Die beunruhigenden Nachrichten, die er durch seine Späher über die geheime Geschäftigkeit der Kurden erhalten, hatten ihn veranlaßt, sich noch lange vor dem Dämmern auf den Weg zu machen. Wenn Marion wirklich, wie sie es beabsichtigte, einen Aufstand der Frauen zustandegebracht hatte und dieser traf mit dem offenbar bevorstehenden Kurdenaufstand zusammen, dann konnte Unbeschreibliches geschehen! Dann würden die erregten Frauen das Opfer der Kurden werden. Um Zobeide bangte Jack nicht; er glaubte sie sicher in des Königs Landhaus. Aber Marion, die von der Gefahr nichts wußte und in Bagdad umherging als sei sie in Berlin, die lachend alles abwehrte, was wie eine Mahnung zur Vorsicht aussah! Ob sie wohl wirklich bei Selden war und sich im Schutz der deutschen Gesandtschaft befand? Beim König waren der Leutnant Allenby und Schükvi Bey, die Befehlshaber der Leibwache, ihm würde wohl kaum etwas geschehen können, selbst dann nicht, wenn er sich nach dem Landhaus begeben sollte. Nein, nur um das Mädel aus Deutschland bangte ihm. Glühender als die Hitze der Wüste, stieg in Jack das Grauen auf. Schneller, immer schneller drehten sich die schweren Räder des Wagens, und der Diener Mehmed klammerte sich an den Sitz. Endlich tauchte die Moschee des Imam auf mit dem blendenden Sonnenglanz auf ihrer Kuppel! Jetzt das Dämmern der schmalen Straßen, durch deren Enge ein Wagen knapp hindurch kam. Vorbei an dem breiten Zugang zu dem Platz, wo sich der Palast des Königs erhob, hinaus zu dem Viertel der Gesandtschaften. „Herr, bemerkst du, wieviel Menschen zu dieser Stunde unterwegs sind, da sonst ganz Bagdad schläft? Die vielen Frauen! Sieh nur, Herr!“ Jack nickte und hielt den Wagen mit einem Ruck vor der deutschen Gesandtschaft an. Ehe Mehmed helfen konnte, war Store draußen und mit zwei Schritten am Eingang des Hauses. Er schob den Diener beiseite, der vor dem Arbeitszimmer des Gesandten stand und stürzte hinein. „Ist sie hier? Haben Sie sie in Sicherheit, Selden?“ Herr von Selden fuhr hoch; wie alle Europäer in dieser Hölle hatte er die unerträglich heißen Stunden hindurch geruht. „Was zum Kuckuck... Ach, Sie sind es! Ja, mein Lieber, es tut mir furchtbar leid, aber sie ist nicht hier!“ „Nicht hier? Sie ist nicht bei Ihnen? Dann im Landhaus?“ „Nein... leider auch dort nicht; ich habe sie suchen lassen. Tut mir schrecklich leid, lieber. Junge! Ich war im Museum, um sie zu holen, sie wollte nur noch eine Arbeit beenden, und ich sollte sie dann nach einer Stunde holen lassen. Als der Wagen kam, war sie nicht mehr dort. Ich habe nachforschen lassen, kein Mensch weiß etwas von ihr.“ Jack Store war auf einen Stuhl niedergefallen, als habe man ihm einen Schlag versetzt. Seine überreizte Phantasie spiegelte ihm gräßiche Bilder ver, denn er hatte viel Drohungen gegen die Fremdenherrschaft des Königs zu hören bekommen und sich die größte Mühe gegeben, um in den Kurdendörfern das Gerücht zu verneinen, der König werde sich mit einer Fremden vermählen. Niemand widersprach, als Jack fragte, ob man sie töten wolle? Und jetzt wußte man nicht, wo Marion war, und die Kurden glaubten, sie sei es, die des Königs Liebe zu den Fremden nähre und sich zur Königin des Landes machen wolle Selden biß sich auf die Lippen; es war ihm schrecklich, daß er dem Freund diese Auskunft hatte geben müssen. Er legte Jack die Hand auf die Schulter: „Ich verstehe eigentlich nicht recht, was dahei so schlimm ist! Wir finden sie, wir finden sie bestimmt!“ Jack antwortete nicht, er richtete sich mühsam auf und ging zur Tür hinaus, so's wandle er im Traum. „Mehmed“, sagte er mit fremder, spröder Stimme, „fahre den Wagen in die Garage, ich gehe in den Basar zu Sadut. Komme mir dorthin nach. Wir müssen eine Frau suchen und wir müssen sie finden.“ Nach zwei Stunden kehrte er todmübe in den Palast zurück. Niemand hatte ihm eine Auskunft geben können, auch Sadut nicht, der sonst alles wußte und Späher in allen Teilen der Stadt beschäftigte. Die Hitze und die Erregung, die Anstrengungen der Fahit zu den Kurdensiedlungen, hatten den sonst sehr widerstandsfähigen Store völlig erledigt. Aber er duschte sich energisch so eiskalt wie möglich ab und ging an seine Arbeit. Er wollte das Dringendste erledigen und dann dem König und Lord Wrexam von Marions Verschwinden Mitteilung machen. Auf Jack Stores Schreibtisch naren die ingelaufenen Berichte sorgfältig geschichtet. Zu oberst aber lag ein seltsam aussehendes Schriftstück. Es war dreieckig zusammengefalten und bestand aus dem schweren gelblichen Satinpapier, das der Orientale bevorzugt Als Jack es öffnete, entfuhr ihm ein Ausruf des tiefsten Erstaunens, denn dieses Schriftstück war auf der Innenseite mit deutschen gotischen Buchstaben dedeckt und die deutsch abgefaßte Botschaft lautete: „Ein Bote rief Djafar herbei; Truppen bereit halten, um gegen Kurden zu gehen heute nacht. Zeit etwa zwei Uhr. Platz Sitt Subeyda. Nachricht kommt nochmals. Marion Glahn in Sicherheit. Unbesorgt.“ Deutsche Buchstaben, deutsche Sprache! Gewiß das beste Mittel, um diese Botschaft hier unverständlich zu machen. Aber wie war sie hierher zu ihm gelangt? Jack rief die gesamte Dienerschaft zusammen. Aber keiner der Leute konnte Auskunft geben. „Das ist unmöglich! Entweder schlaft ihr alle oder ihr lügt! Redet! Ich muß wissen, woher dieser Brief kommt!“ Aber er konnte nichts erfahren, und während sie noch alle zusammenstanden, wurde das wiederholte Schrillen der Glocke am Dienerschaftseingang hörbar. Ohne die Erlaubnis abzuwarten, lief der Torhüter davon und kehrte mit einem atemlosen Manne zurück, der kaum die Worte seiner Mitteilung herausbrachte: „Die Engländerin, die im Landhaus war, ist verschwunden, Herr! Die Herrin selbst kehrte nicht zurück. Mit der Engländerin verschwanden zwei eingeborene Dienerinnen. Alle Sachen aber blieben zurück.“ Jack starrte den Mann ebenso sprachlos an,; wie es die übrigen Männer taten. Und doch gab ihm diese Botschaft, die eigentlich seine Unruhe hätte vermehren sollen, die Haltung wieder. Er glaubte, die Lösung für Marions Verschwinden gefunden zu haben und ihren Aufenthaltsort zu kennen, nun er wußte, daß Zobeide das Landhaus verlassen hatte Ein Lächeln der Erleichterung breitete sich über sein Ge sicht, und er sagte zu dem ängstlichen Boten: „Es ist gut, ich werde nachforschen. Bewacht das Landhaus sorgfältig. Die Herrin kehrt bald zurück!“ Der Bote ging erleichtert davon. Aber das Problem blieb zu lösen, wie der geheimnisvolle Brief hierher gekommen war Jack rief die Statthalterei an und ließ sich mit Wrexam verbinden. Diesem teilte er in wörtlicher Uebersetzung den Inhalt der Warnung, bis auf den letzten Satz, mit und verbrannte den Brief, während er noch mit dem englischen Statthalter sprach, denn unter keinen Umstängen durfte Jabur die gotischdeutschen Schriftzüge jener Warnung sehen. Als Wrexam versprochen hatte, sofort in den Palast zu kommen, verschloß Store die Türen seines Privatbüros und begab sich an die Arbeit, eine Warnung gleichen Wortlautes wie die erhaltene in Französisch auszuschreiben, wobei er jedoch wiederum den letzten Satz ausließ. Ein flüchtiger Beobachter konnte es für ein Schriftstück eines Eingeborenen halten, der die französische Sprache nur mühsam beherrscht. Erst als diese Arbeit beendet war, begab sich Jack zum König, um ihm zu melden, was geschehen war. Aber plötzlich blieb Jack Store stehen, als habe sich ein Hindernis in seinem Weg aufgerichtet Er hatte noch nicht daran gedacht, welchen Eindruck die Nachricht vom Verschwinden der„Lady Joan“ auf den König machen würde! Eine Weile stand er still und ging dann in seine Zimmer zurück. Er hatte sich überlegt, diesen Fall doch lieber erst mit Wrexam zu besprechen, ehe er dem König Mitteilung machte. Während Store auf Lord Wreram wartete, rief er den deutschen Gesandten an und hatte mit diesem ein ernstes und langes Gespräch. Carl Dunoker Verlag.] Berlin W 62 Er legte gerade den Hörer auf die Gabel, als Wrexam bei ihm eintrat. Die Besprechung nahm nicht viel Zeit in Anspruch, dann trennten sich die beiden. Der Statthalter suchte den Leutnant Allenby auf, der im Palast die Wache hatte und verabredete mit diesem höchste Alarmbereitschaft; in allem, was die Person des Königs anlangte, sei der Kapitän Store letzte Instanz und als Vorgesetzter für die Garde zu betrachten. Store aber schlenderte gemächlich in der Richtung davon, in der der Palast des Scheichs Yussuf lag. Doch heute schien über allen Wegen Stores ein Unstern zu liegen. Er hätte sich keine Gedanken darüber zu machen brauchen, was er tun würde, wenn er den Palast des Scheichs Yussuf erreicht hätte und Marion gegenübertreten würde. Das Schicksal hatte es anders mit ihm im Sinn. Brigitte fährt ins Blaue ROMAN VON MAGDA MOHR 17. Fortsetzung. „Ich sehe ein, daß Sie auf meine Frage nicht gleich antworten können. Sie sollen sich's reiflich überlegen. Können meinetwegen auch mit Ihrem Herrn Vater sprechen. Ich werde morgen komnen und mir Ihre Entscheidung holen“, fügte Bachem ernst und sachlich seinem Angebot bei. Liß nickte, ohne aufzusehen. Aus der kecken Unterhaltung war. plötzlich ein stilles In=sich=Hineinlauschen geworden. Bachem versuchte wieder ins Geplauder zu kommen, aber es gelang ihm nicht. Als sie aufbrachen, hatte Liß stark gerötete Wangen. Sie setzte sich schweigend neben ihn ans Volant. Er überließ sie ihren Gedanken, fragte nur, ob sie Eile habe, nach Hause zu kommen. Als sie kleinlaut bemerkte, daß sie zum Kaffee zu Hause sein möchte, machte er noch einen kleinen Umweg, wobei er vergeblich den Versuch machte, sie aus ihrem Schweigen herauszulocken. Die Sonne umkoste die Knospen der Weiden und Kastanien, der blaue Himmel spannte sich hoch und weit über die lenzirohe Welt. Liß fragte nicht, wohin er sie fahre. Sie war mit ihren Gedanken weit, weit voraus und doch wieder sehr nahe bei dem, der neben ihr saß. Als er sie vor dem Haus in der Kaiserallee absetzte, duldete sie, daß er den Rücken ihrer Hand länger küßte, als es gewöhnlich zu geschehen pflegt. Er sagte:„Bis morgen!" und ließ sie gehen, ohne ihre Zustimmung abzuwarten. Auf ihrem Zimmer sand Liß einen dicken Brief. Grau=blaues Schreibpapier! Das konnte nur Brigitte sein. Natürlich. die Schrift verriet es sofort. Pochenden Herzens riß sie, ohne sich Zeit zu lassen, Hut und Mantel abzulegen, den Umschlag auf und las: „Liß, ou daheimgebliebenes Küten, liebes, guten Menichenskind, wie klug von mir, dich als meine Vertraute zurückzulassen, sonst wüßte ich doch jetzt nicht wohin mit dem, was ich dir alles zu erzählen habe! Aber zuvor eine Frage: Hand aufs Herz! Wirst du mir auch alles berichten, was sich in Haus Siegfried begibt? Du, ich erinnere dich an dein großes Ghrenwort! Oder war es nicht das große? Du wirst gewiß genügend Detektivgeschick in dir haben, um ganz unauffällig auszukundschaften, was mein Bachem macht. Vielleicht kannst du ihn sorn bißchen an der Nase herumführen; gänzlich ungefährlich! Aber nun höre und staune! Du siehst es gewiß diesem Briefe nicht an, daß er einen kleinen Roman hinter sich hat. Ich war gestern abend mit ihm unterwegs zur Post. Bin auf diesem Wege zwar nicht in den Briefkasten gefallen, ware aber um die Ecke gegangen, wenn der Brief einen edlen Jüngling nicht auf die Spur meines Unglücks gebracht hätte. Dunkel ist meiner Rede Sinn, wie? Ich sehe schon, wie du deine unschuldsvolle Stirn in Falten ziehst, und muß etwas weiter ausholen, damit du verstehst.“ Dann folgte eine burschikose Schilderung des Abenteuers in der Sturmnacht bis zu dem Moment, da die gute Frau Delhay mit dem ersten Briefe herausrückte, den Jan in der Nacht gefunden hatte. „Ich habe ihn dir noch einmal geschrieben, da er durch die Nässe an einigen Stellen verwischt war.“ Darauf folgte die erste Fassung des der Freundin zugedachten Briefes, und dann kam ein Abschnitt, der überschrieben war: „An den Mädchenjäger im Hause Siegfried!" Liß überflog die Zeilen, die jetzt kamen, mit hännnernden Pulsen. „Wie können Sie sich erdreisten, die Polizei auf mich zu hetzen? Sie heucheln Sorge um mich, haben vielleicht sogar irgendwo behauptet. Sie liebten mich, ständen in wer weiß welcher Beziehung zu mir und haben mit der Vorspiegelung falscher Tatsachen diesen„Kriminalfunk" durchgesetzt. Glauben Sie ja nicht, daß jemand darauf hereinfällt! Ich lasse Ihnen diesen„Liebesbrief" durch eine Daine zustellen, deren Herz mir treu wie Gold ergeben ist. Also geben Sie alle Hoffnung auf und grüßen Sie Frau Westerland von mir! Brigitte.“ Liß fühlte, wie eine Träne sich aus ihren Augen löste und über die glühende Wange vollte.„Treu wie Gold“ nannte sie da jemand, den schmählich zu hintergehen sie im Begriffe war! „So, Liß, nimm diesen Briefabschnitt, stecke ihn in einen neutralen Umschlag, tippe auf dem Büro deines Vaters die Adresse des Herrn Bachem und besorge den Brief umgehend zur Post. Noch besser, du lässest ihn durch einen zuverlässigen Boten in unsern Hausbriefkasten werfen. Dann wird die Sache noch ein wenig rätselhafter.“ Dann kamen noch einige schnurrige Bemertungen, ganz in der übermütigen, übersprudelnden Art Brigittes gehalten, und schließlich die dringende Bitte, nun ausführlich über die„Hinterbliebenen" Bericht zu erstatten. Der Brief schloß mit Grüßen für das Füchschen, für Ursula und mit einem herzhaften Kuß für das treue Schaf in der Kaiserallee. „Treues Schaf!“ Mit galliger Bitterkeit in der Stimme hatte Liß sich selbst so betitelt und starrte eine Weile vor sich hin. Es gibt im Leben eines jeden Menschen Stunden, da sich die Ehrlichkeit, die gerade, aufrechte Gesinnung gegen den Zug des Herzens wendet. Das selbstlose Ich stemmt sich gegen das Ich, das sich selbst sucht. Das arme Herz fühlt sich hin und her gezerrt. Gestern noch bereit, dem Freunde zu dienen, bebt es heute vor den Lockungen des Verrates. Was tun? Sich weiter opfern für den andern? Oder sich auf sich selbst besinnen? Die Stunde ist da, die dem eigenen Leben die große Wendung geben könnte. Wer weiß, ob sie jemals wiederkommt! Liß Gerlach lief mit diesen Gedanken an jenem Nachmittag ruhelos durch die Stadt. Den Brief für Bachem hatte sie zum Abwurf bereit in der Handtasche. Sie ging bis zum nächsten Briefkasten, überlegte, ob sie nicht hinunterspazieren sollte nach Haus Siegfried, um ihn durch einen Jugen bei Westerland abgeben zu lassen, kehrte, als sie halbwegs war, wieder um, setzte sich, müde vom Laufen, in ein Kino, in die nächstveste Loge, ganz allein mit sich und dem wirren Durcheinander ihrek Gedanken. Was blieb ihr anders übrig, als nach Hause zu gehen und Brigitte einen Brief zu schreiben, ihr alles zu erzählen, alles, auch daß Bachem sie in seinen Dienst nehmen wolle. Oh, Brigitte würde ahnen, was das bedeutete. Aber warum sollte sie nicht annehmen, was sich ihr gewiß ganz ohne ihr Zutun bot? Wer konnte wissen, 18. Kapitel Die Sorge des Herrn von Selden, der Marion im Auftrag„eines Freundes“ in den Schutz der Gesandtschaft stellen sollte, war für sie das Signai gewesen, worauf sie gewartet hatte. Zeha Tage hatte sie Zeit gehabt, um mit Makbuleh, Zobeide und Leilah, der Tochter Mufils, gemeinsam die Frauen von Bagdad zu bearbeiten. Zehn Tage, in denen sie die Sicherheit gewonnen hatte, daß nur ein Funke nötig sei, um den hellen Brand zu entfachen, aus dem die Freiheit der Frauen hervorwachsen sollte. Als Marion an diesem Tage das Museum verließ, begab sie sich geradewegs zum Fiuß hinunter, hier folgte sie einem schmalen Pfad, der zwischen Bretterzäunen auf einen Platz führte, wo Abfall abgeladen wurde. Marion kam an die kleine Tür des Hauses, das der blinde Hadji Mabcuk ibn Sadib mit seinem Weibe Makbuleh bewohnte. Als sie den Schlüssel in das Schloß der kleinen Pforte steckte, sah sie sich um und überzeugte sich, daß ihr niemand gefolgt sei. In dieser Zeit der stärksten Hitze konnte man fast ganz unbemerkt bleiben, wenn man den richtigen Weg wählte. Marion schlüpfte in die Garage hinein, und die gut geolte Tür schloß sich lautlos hinter ihr. Kurz Zeit danach, es mochte nicht mehr als eine halbe Stunde vergangen sein, vitt ein Mann in die Wüste hinein. Und während er sich, tief verhüllt und eingemummt gegen die Hitze, mehr und mehr im staubgoldenen Blendlicht entfernte, verließen drei Frauen das Haus des Blinden in Richtung zur Stadt. Makbuleh und Marion saßen in dem großen kühlen Raum, der mit Matten ausgelegt war und die übliche Leere zeigte, wie sie in orientalischen Häusern stets zu bemerken ist. In einer Ecke summte der Ventilator. Die beiden Frauen schwiegen. Marions Gedanken verfolgten die Wege der drei Dienerinnen, von denen jede eine schriftliche Botschaft trug. Die eine ging zum Palast des Königs, wo ein Vertrauter der Kurden die Weiterbeförderung übernehmen würde; die zweite ging zum Landhaus, die dritte in das Haus des Premierministers Musil Pascha, um dessen Tochter anzuweisen, daß sie unverzüglich hierherkomme, bald ihr Vater zum König befohlen sei. Alles war vorbereitet, alles bedacht. Wenn Djafar, wie geplant, gegen zwei Uhr nachts kam, so würde er ein verändertes Bagdad vorfinden: eines, das ihn und seine düstere Macht nicht kannte. (Fortsetzung folgt.) wie das Leben mit ihr und mit Brigitte spielen würde. Wenn sie ehrlich sein wollte, fand sie Bachem im Grunde nicht so unausstehlich, wie Brigitte ihn immer geschildert hatte. Und wenn— war er nicht im Grunde ein großer, dummer, guter Junge, den ein Mädel wie Liß, wenn es sein mußte, um den Finger drehte? So wie die entzückende Martha Eggerth da auf der Leinwand gerade mit dem spröden Generaldirektorssohn umsprang. Nein, sie würde sich nie dazu hergeben, Brigitte zu verraten. Aber sich selbst dabei aufgeben, schließlich an ihrem Glück vorbeigehen, das konnte sie nicht. Am Abend jenes ereignisvollen Tages begann Liß Gerlach viermal einen Brief an Brigitte Westerland. Beim vierten Versuch kam sie bis zu dem Satze:„Offen und ehrlich gestanden, bringe ich es micht über mich, Bachem deine Epistel zuzustellen; ich habe die Ueberzeugung gewonnen, daß...“ Hier wußte Liß wieder nicht weiter. Bis in die Fingerspitzen erregt über sich selbst, zerriß sie alles Geschriebene in tausend Fetzen, steckte den für Bachem bestimmten Brief Brigittes tief in ihre Handtasche, zog sich aus, warf sich ins Bett und weinte, bis sie einschlief. 5. Kapitel In der Hocheifel ist der Boden mager und steinig. Er trotzt der Sonne und dem Regen und läßt sich nur mit großer Mühe und unverdrossenem Fleiß den Ertrag der Saat abringen, die die Bauern diesem Boden anvertrauen, wenn anderswo schon der Segen des Keimens und Wachsens über die Fluren geht. Eifelbauern haben es in den langen Jahnhunderten gelernt, zu warten, sich zu bescheiden und mit einem mageren Ergebnis der Ernte zufrieden zu sein. Dennoch lieben sie diesen Boden nicht weniger, als wenn er die Tropfen ihres Schweißes mit purem Gold lohne. Ihre Höfe ducken sich in die Talnischen, ihre Hütten schmiegen sich unter das Geäst der Eichen und alten Linden wie Küchlein unter die Federn treusorgender Hennen; ihre Wälder werden zehegt und gepflegt, auf den Feldern geht die Jugend hinter dem Pfluge, den der Vater geführt hat, solange er noch mit den Pferden Schritt halten konnte. Im April werden die Kartoffeln gepflanzt, eine Arbeit, zu der man den Rücken in die Furche bücken muß, wenn die Hand Schritt für Schritt die Saatkartoffel in die Erde senkt. (Fortsetzung folgt.) *• B EIL A SE 2U ME: N. E UENTA G KÖLN, den 13. August 1938 Mit dem Wanderstab durch Bergisches Land Man soll einmal ins südlichste Waldgebiet des Bergischen Landes und den langgestreckten Höhenzug des Nutscheid einen Ausflug machen, führt doch über seinen Rücken seit einigen Monaten auch das bekannte weiße Liege=(Andreas=) Kreuz des zuständigen Gebietsvereins, des S. G. V. Zum Anmarsch benutzen wir von der Haltestelle Ingersauler Mühle der Rhein=Sieg=Eisenbahn=Gesebschaft die neue Hauptwanderstrecke(Hwstr.) 29 des Sauerländischen Gebirgs=Vereins. Sie führt im gleichmäßigen Anstieg durch Tann und Feld in einer halben Stunde von 100 Meter auf 215 Meter Höhe, dabei Gleichlauf haltend mit dem K=(Kölner) Weg des Westerwaldvereins. Von der Höhe bei Winterscheid, wobei das Dörfchen links liegen bleibt, lassen wir die weite Fernsicht wohltuend auf uns wirken. Wir trennen uns hier vom =Weg und biegen rechts ab in ein feines Tal, das wir bald als das des Dehrenbachs erkennen, und gelangen auf grasigen Feld= und Waldwegen in 25 Minuten bei eleldbra Höhe 130 zur Talsohle. Aber bald schon geht's wieder hinauf, nachdem auf schmalem Steg der Bach überschritten wurde. Ein einsamer, aber feiner Jägerpfad geleitet uns wieder hinauf zur Höhe— unterwegs an einem alten verwitterten Holzkreuz auf stiller Waldeshöhe vorbeiführend. Bald(nach 20 Min.) erreichen wir da, wo die alte Höhenstraße(sie soll von Römern erbaut worden sein und wird die alte Römerstraße genannt) unseren Pfad kreuzt, die Hwstr. 120 Köln— Waldbröl des S..=V. Ihr vertrauen wir uns nun an und wandern im leichten Anstieg in östlicher Richtung weiter. Ein Waldweg, später mit Aussichten, bringt uns in 20 Min. nach Stockum, einem einsamen Gehöft auf dem Nutscheid=Rücken. Bei Höhe 250(15 Min.) verlassen wir, nach links abbiegend, den Höhenweg und genießen gleich am Austritt aus dem Walde eine so prächtige Fernsicht bis zu den Höhen bei Remscheid, daß es sich verlohnt, hier eine Rast einzulegen. Im angenehmen Wechsel geht's dann leicht abwärts über Fußhollen nach Bechlingen(185 Meter) und wieder aufwärts durch Feld und Wald, wo wir für fünf Minuten den =Weg wieder treffen. Rehe und Fasanen, Hasen und Eichhörnchen geleiten uns auf diesem herrlichen Waldweg. Ueber Berg, Lückerath und Bornscheid wechselt unser Weg, einige liebliche Bachtäler durchquerend, im leichten An= und Abstieg. Bei Wingenbacher Hof wird Hwstr. 9 gequert und hier für ein Stündchen die Hacke untergesetzt.(Wanderung bis hier 230 Minuten). Nach kräftiger Stärkung schicken wir uns zur Höhenfahrt über den Nutscheid an. Die alte Römerstraße erreichen wir schon nach einer Viertelstunde, und bleiben auf ihr bis kurz vor Waldbröl. Sie gewährt uns an vielen Stellen großartige Fernsichten, die uns hinüberschauen lassen in das weite Wäldermeer des Westerwaldes, zu den Sieben Bergen am Rhein und zur Eifel mit der Hohen Acht. Im Vordergrund rechts befinden wir uns zeitweilig nahe, dann wieder weiter entfernt vom kurvenreichen Tol der Sieg, der Grenze des Bergischen Landes. Wenn wir im Anfang teilweise auf erbreitertem Wege wandern müssen, so wechselt doch bald das Bild. Bei Höhe 314 führt ein Jägerpfädchen für 20 Min. auf der linken Seite der breiten Straße gleichlaufend mit ihr, um hernach wieder auf den alten Höhenweg, der jetzt aber auch nur noch wandermäßigen Charakter trägt, überzuleiten. Wald, Wald und wieder Wald mit z. T. ganz vortrefflichen Aussichten, jetzt auch vorwiegend ins nördliche Gebiet, belohnt uneren allmählichen und sehr bequemen Anstieg. Das„Hohe Wäldchen“, mit seiner höchsten Erhebung von 378 Meter bleibt der Höhepunkt der weiten Fernsichten. Die Hwstr. 28 wird kurz hinter dem Galgenberg(340 Meter) überquert. 160 Min. Höhenwaldwanderung ließen uns bekannt werden mit einem der markantesten und beste Fernsicht bietenden Höhenzüge unserer schönen bergischen Heimat. Der Schluß umerer Wanderung bildet ein ganz gemütlicher Abstieg auf schattiger Landstraße mit lohnenden Aussichten nach Waldbröl(270 Meter). Bis hier sind's ab Wingenbacher Hof 175 Min. Nachtrag zum Führer durch das Hauptwegenetz des Sauerlandes für das Bergische Land und Blatt 11 Waldbröl:50 000 des Sauerland=Verlags, Iserlohn, nicht vergessen. Die Eifel will erwandert sein Das alte Lied von den ewig neuen Schönheiten Spricht man von der Eifel, so findet man vielfach wenig Anklang damit. Leider gibt es heute noch immer eine Anzahl Naturfreunde, die diese Gegend voll und ganz verkennen. Wer die Eisel nicht kennt, bzw. nicht erlebt und erwandert hat, denkt wohl nur an unwirtschaftliches und totes Land, an ausgedehnte Waldungen und Kraterseen mit blühendem Einster und nicht zuletzt an ärmliche Dörfer. Weit gefehlt. Gewiß, die Eifel ist in ihrem Charakter nicht einheitlich. Die Nordeifel unterscheidet sich von der Südeifel und der westliche Teil vom östlichen. Gerade das aber ist es, was uns zu ihr hinziehen sollte. Langeweile ist ausgeschaltet. Es gibt kaum einen Landstrich im westlichen Deutschland, der so interessant und abwechslungsreich ist, wie dieser. Schönheiten mannigfacher Art wechseln dauernd mit den lieblichsten Landschaftsbildern ab. Immer wieder weiß die Eifel Neues aus ihren Schätzen zu bieten. Dabei ist die Romantik überall vertreten. So sehr die Eifel wechsel= und stimmungsvoll sich dem Wandersmann zu zeigen vermag, so sehr sind alte Kultur und Bräuche in ihr erhalten geblieben. Und an Geschichte braucht sie hinter keiner Gegend zurückzutreten. Trutzige Burgruinen, alte Klöster und Kirchen und noch vieles andere, weisen auf eine große Vergangenheit hin. Die Orte Prüm, Steinfeld, Reifferscheidt, Kronenberg, Monreal und wie sie alle heißen, sind Zeugen aus den ersten Jahrhunderten deutscher Geschichte, Maria=Laach und Mariawald laden zu Einkehr und Gebet ein. Nicht nur das zieht uns zu den Abteien hin, auch altehrwürdige Ueberlieferungen sind an diesen Stätten der Frömmigkeit in Stein, Schrift und Form zu finden. Monschau, das malerischste Städtchen in der Eifel, hat so vieles zu erzählen und zu zeigen, daß ein Besuch sich unbedingt lohnt. Die Stätte einst weltberühmter Tuchfabrikation, mit ihren winkligen Gassen und zahlreichen Brücken, mit alten und vornehmen Patrizierhäusern geben der Stadt einen unvergleichlichen Zauber. Aber noch mehr hat sie aufzuweisen. Das„Rote Haus“ weiß mit seinem Innern oft länger zu fesseln, als beabsichtigt. Ein Kulturdokument ersten Ranges ist es. Das Kreisstädtchen Schleiden, umgeben von einem Kranz alter Eifelwälder, ist eine wahre Schwester von Monschau. Schloß, Schloßkirche und Franziskanerklosterkirche sind wie überall in solchen Städtchen Sehenswürdigkeiten. An Naturschönheiten ist ebenfalls nicht gegeizt. Wie köstlich sind die niedlichen Dörfer mit ihrem holprigen Pflaster in Kyll und Eltztal bis hinunter zur Mosel. Fachwerkbauten, oftmals mit kunstvollen Schnitzereien geziert, saubere Gasthöfe und freundliche Menschen begegnen dem Wanderer auf Schritt und Tritt. Eine unerschöpfliche Fundgrube ist die Eifel übrigens für Maler und Photographen. Der Nürburgring, ein Beweis deutscher Schaffenskraft und deutschen Fleißes, hat für Motorsportler die größte Anziehungskraft. Damit soll nicht gesagt sein, daß diese Gegend an Naturdenkmälern ärmer sei als die anderen. Von der im nahen Bereich liegenden„Hohen Acht“ genießt man einen herrlichen Weitblick. Adenau, Virneburg, Mayen, zum Teil mit guterhaltenen Burgruinen, heißen den Ankommenden genau so herzlich willkommen, wie die übrigen Orte. Das Ahrtal mit seinem längst berühmt gewordenen„Deutschen Burgunder" und felsumrahmten Tälern, soll nicht unerwähnt bleiben. Ebenfalls sei das unweit liegende Bad Münstereifel, malerisch an der Erft gelegen, genannt. Voller Heimlichkeiten und verborgener Schätze sind Daun, Manderscheid und die nahe liegenden Maare. Heitere Ruhe und sinnige Stille findet man an der Urfttalsperre. Natur und Technik haben sich hier in einer glücklichen Einheit zusammengefunden. Eine Bootsfahrt über den See ist ein Genuß, den man nie vergessen wird. Das Grün der Buchenwälder und das Blei des Himmels spiegeln sich in seinen Wogen wider. Studenlang kann man den See umwandern, ohne daß man einem Menschen begegnet. Ein aufgescheuchtes Reh kreuzt höchstens schnell den Weg. Und was bietet der sich in unübersehbarer Weite erstreckende Kermeter noch mehr? Verträumte und anheimelnde Dörfer und Städtchen, wie Nideggen, Heimbach und Gemünd wissen mit ihren zum Teil versteckt liegenden Reizen zu fesseln. Das alles ist nur Auslese von dem, was den frohen Wandersmann erwartet. Die Eifel will erwandert sein. Man kann sie nicht kennenlernen, wenn man sich wenige Tage an einem, vielleicht inzwischen bekannt und berühmt gewordenen Ort, festsetzt. H. K. Oberrheinischer Spätsommer Lockende Ziele für den Kraftwagenfahrer TEATTTAANVEN s ersce Sest, Pilet äichre Oberen Abrial Hotel Mosa- Haass—4n.— Restaurant Zur Linde“. Inh.: J. Kläsgen. Schuld, gegenüb d. Kirche..: Amt Dümpelield 22. Aelt. Haus a. Pl. Gegr. 1852 Auf 35 m hoh. Fels romant geleg. Luttize u. schattige Gartenlaube. Schönste Aussicht ins herrl. Ahrtal Schöner Autopl. Gute Küche u. Getränke. Verl. Sie Proso Schuld Hotel Falkenberg " das altbekannte Haus mit seinen m Betten.d ge: umen 20 Zimm. 30 Betten. Bad. Zentralbs.. Ged. Terr Pensionspreis.50 Rm. Fordern Sie Prospekte. Telephon Amt Dümpelteld 8. EREES Ulmen(Eilel) „Hotel zum Bahnhof“ n###er C. Kore: Das führende Haus der guten Küche # Kandwirtschan—- Bad— Garage g Rui: 47 Ula. by Die Ernte ist in der Rheinebene und den vorderen Tälern mit dem aufgeheiterten Wetter rasch in Gang gekommen und schon sieht man frisch umgepflügte Aecker. Bald wird der letzte Fruchtwagen ins Dorf schwanken. Der Autofreund hat wieder einmal Gelegenheit, seine Kunst am Steuer zu bewähren. Es gibt allerdings Kraftwagenfahrer, die flugs ins Poltern geraten, wenn sie dann und wann einmal auf eine Erntefuhre Rücksicht nehmen müssen. Im großen und ganzen aber läßt sich doch feststellen, daß im Reich Auto und Bauerngefährt langsam zwar, aber doch mehr und mehr einander verstehen. Und im übrigen: Ist es nicht eigentlich eine glückliche Fügang, wenn der rasche Wagen ab und zu zum gemachten Ritardando veranlaßt wird? Denn fürwahr, wie bezaubernd schön breitet sich die Rheinniederung in diesen frühen Spätsommertagen! Die Baumgruppen stehen in der dunklen Pracht ihres gerade heuer so vollen Laubwerks. In den Kronen der Obstbäume prangt es rotgolden und tiefleuchtend. Der Tabak wendet seine rippigen Blätter gegen den singenden Wind. Der Mais ragt mächtig auf. Aus den Gärten jubeln die Dahlien dem Vorüberfahrenden zu. Man darf sich freuen, wie sehr von Jahr zu Jahr der Bauerngarten seinen Blumenstaat mehrt. Im Hanauer Land, etwa an der Straße von Dinglingen über Hugsweier, Kürzell, Altenheim, Goldscheuer, Marlen, Kehl, und weiter über Linx, Rheinbischofsheim. Freistett, Lichtenau, Baden=Baden ooer Rastatt zu, erfreuen die ländlichen Blumenbeete ungemein. Und wer seiner einen seltenen Genuß bereiten will, steuere den Wagen nach dem Dorfe Schwarzach, wo man eine herrliche romanische Abteikirche, eine der schönsten der oberrheinischen Reiselandschaften, bewunProbbach(Westerwald 375 m hoch. Tannenwaldr. Geg. 3 Min entl. Sonn. Zimm. 4 reichl. zute Mahlz., garn. Frühst., eisenh. Mineralbrunnen. Pr..— Mk. Autobusverk. ab Weilburg Dienstags. Donnerstags und Samstags (85 R) PrIv.-Pess. C. Neus dern kann. Sie mutet selbst ganz wie eine spätsommerliche Gabe an! Nähert man sich dem Gebirge, so wird das Auge gefesselt vom früchteschweren Gewoge der Vorhügel, die sich von der Murg bis hinauf nach Badenweiler und Lörrach dem Schwarzwald vorlagern. Sieht man genauer hin, so erkennt der Blick, wie nun rasch die Trauben schwellen. Auch hier hat der Spätsommer sein Lied bereits angestimmt. Gäste, die aus den Tälern des Odenwaldes, des hinteren Neckartals, aus den Tälern des Schwarzwalds die Rheinebene gewinnen, können sich von allen Zeichen reifender Fruchtschwere beglücken lassen. Umgekehrt, werden Reisende, die jetzt erst bergwärts sich wenden, irgendwo in lauschigem Gebirgswinkel beschauliche Ferien zu verleben, sozusagen den Sommer auf den Höhen zurückgekehrt finden. Allein, wie im Frühjahr das Erklimmen der Stufenleiter des Lenzes von der Rheinebene ins Bergreich köstlichen Genuß bereitet, so bestrickt nunmehr die in gleichem Sinne verlaufene Folge der sich von unten nach oben verjüngenden Sommerlandschaften. Gerade in dieser Erscheinung weist die Südwestmark Baden, dieses Reisegebiet, das vieles zu bieten weiß und darum jeden auf seine Rechnung kommen lassen kann, eines der hervorragendsten Merkmale auf. Auch in ihm kennzeichnet sich das„Ferienland zu jeder Tageszeit“ und während jeder Jahreszeit nach jeglichem Geschmack.—44— Die Stadt Eltville am Rhein hat die ehemalige erzbischofliche Burg Eltville vom preußischen Staat erworben. Die Burg, die bisher der Forstverwaltung diente, soll jetzt der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Linz am Rhein Mittelalterliches vom Rhein Auch eine Altstadtsanierung Photos: Verkehrsamt Linz Hotel Johs. Maas Lutzerath(Tel. 40) Gutbürgerliches Haus „.##„ für beste Kücne gute Zimmer Pens.-Preis(4 Mahlz.).30 Mark ohne Nebenkosten— Garaze(166 R) Lutzerath(Eilel) Hotel Elieler Hol——.——.—.- 121 ###. Orl. NUhe Bad Beririch.4 Erholunn bietet Ihnen waldPreis 2##. v. reiche Eilelsegend. .80 pro Taa. 20 Minuten vom verkehr #esterschels, Kreis Prüm. Ellel. Ohöhenluftkurort Fussingen# inmitt herrl. Buchen- u. Tannenw., groBer Neub., sch. s Zim., fl. Wasser, gute Verpfl., 4 Mahlz., garn. Frühstück. Pens.Pr..00 Mk. Autofahrt ab Köln hin u zur. 7 Mk. Gasthof. Bäckerei u. Landw W. Groos. Fussingen. Hadsmar-Land. Erholungsbedürftige und Naturliebende finden in waldreicher Gegend liebevolle Aufnahme. Eigene Landwirtschaft, bürgerliche Küche. Preis.80. Kinder.50 Gasthof Veltens Stahlhofen bei Montabaur (155 R) Sommeririschler find. angen. Aufenthalt im herrlichen Brohltal Zimmer mit schöner Aussicht. Garten und Wald am Hause 4 Mahlz., garn. Frühst. Preis auf Anfrage.(105 R) Privat-Pension Bladt, Bu-sbrohl b. Brohl(Rhein) Baststatte, Köin, Schildergasse 37 Inh. Georg Schmitz HotelRestaurant Haus Aggerburg Dourath(Aeder) Köcher Gkelie 9 Spez. lebende Forellen, schöne Liegewiese. Badestrand. Garase. Parkplatz behagl Zimmer Pens.-Preis.75 Rm Wochenende.— Rm Olas Lönzvich. Sommerfrische Im Bröltal Pension„Haus Honscheld“, Hänscheld. bietet angen. Aufenth., dir. a. Walde. sonnige Zim., fl... gr. Liegewiese. 4 reichl. Mahlz.,.— Mk. Eig. Landw. Tel. Ruppichteroth 183(104 R) Luftkurort Ruppichteroth Hotel zur Krone fat ste 11: Zimm. m. fl. Wass., Strandbad. Tennis. Schöne Gärt. m. Liexestühl. Pension.(102 R) 2 Erholung finden Sie im herrlichen GAUESTETSLCMTNENTTTENN Besucht Gasthaus Schlodderdisch von Station Thlelenbruch In 15 Minuten Waldweg zu erreichen. Besucht Herrenstrunden Sasthof zur Burg Dürscheid — Berg. Landes Gasthol Buchholz. Tel 361 allren Haus Pensionsor. 14 Mahlz.) ab.50: Wochenende ab.— Mk Proso. unverbindlich Nähe d. neuen Strandb. Herrenstrunden 114 R) .-Gladbach Gronau Haus Kradepohl Althistorische Gaststätte. Ia Küche und Keller. Sonn- und Feiertags Konzert und Tanz.— Zu erreichen: 20 Min. Wald„„ grrang von Station Thlelenbruch Post Hohkeppel über Bensberg-Immekeppel Neubau, idyll. gelegen, gute Küche Wald, Wasser, Liegewiesen iegewiesen Pension.50 Mk. 58R) Privat-Pension in Rösrath In herrlicher am Walde gel. Villa#eal Sommer-Aufenthalt Schlalz. Il Wasser, Angen. Aufenlhaltsräume, schön. Garten Beste Verpll 4 Mehlz.) pro Tag RM.50 Wochenende RM.— Frau, morkel, Rösrath(Bez Köln Ville Eicherhol, Tel. Holfnungsthal 88 143R Der Neue Tag erfolgreich in der Werbeumrk ung! A Donnerstag, den 13. August 1936 Ein treues Mutterherz hat aufgehört zu schlagen! Der liebe Gott nahm heute nachmittag 5 Uhr unsere unvergeßliche. treusorgende Mutter und Schwiegermutter. Frau Witwe Peter Weingartz Maria geb. Glingener Mitglied des 3. Ordens des hl. Franziskus und der Frauen-Kongregation von St. Matthlas nach langer, schwerer Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten. im Alter von 73 Jahren zu sich in die Ewigkeit. Um stille Teilnahme und ein Gebet für die liebe Verstorbene bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Köln-Bayenthal(Goltsteinstr. 49). den 11. August 1936. " Das feierliche Seelenamt wird gehalten am Freitag, 14. August. S um.30 Uhr, in der Pfarrkirche St. Matthias zu Köln-Bayenthal. # Die Beerdigung ist am gleichen Tage, um 16 Uhr. von der * Leichenhalle des Südfriedhofes aus. RIA HAI Neue Jag — -E TTEEEE EIERLEIE COES Nr. 223 ee Spendet für die NSV. Ziehung 21. August! Zn--L Setel WI Doppellos.- RM Amtenbrink nur Schildergasse 30 Koffer bekannt gute Qualität Stadttaschen(große Auswahl) Damentaschen(Offenbacher Neuheiten) Peter Mandt Severinstr. 162a. 1886-1936 wenns bann (15696) Schliager KoU 0T S e SpezialFischgeschäft sucht Aushilfe mit guten Zeugnissen. Weyerstr. 34.(15 709) Junges sauberes Mädchen für alle Hausar beit gesucht.— Kenntnisse zur Mithilfe im Geschäft erwünscht. Hilfe im Haushalt vorhanden. Metzgerei Schulze, Deutzer Freiheit66 Katholisches Mädchen, 16 Jahre alt, sucht Stelle Köln oder Umgebung, in kleinem Haushalt.— Zuschriften 5538 Neuer Tag, Köln Maßanzüge Mäntel, fast neu, in allen Größen. staunend billig. Mauritiussteinweg 39. 1. Etage(73) Herrenkleidung Moderne Anzüge 19.50 an u. höher, Sportanzüge 17.50 an und höher, Uebergangsmäntel reine Wolle. 29.00 an und höher.— Verkaufslager für gute Herrenkleidung. Köln, Herzogstr. 9. I. Etage im Kino Toreingang(5875) Mäntel, Alzüge billig. Neumarkt 27. I. Frack-,SmokingAnzüge, alle GröBen.— Schach Verleihe Gesellschafts. anzüge. Schach, jetzt Neumarkt 27, I.(15 480) IIE SETE Goldankaufstelle Gebrauchte Golduhren. Silberuhren. Zahngold. Pfand scheine— Schwering. Blaubach 89 2336 Goldankaufstelle (1235). Juwelen, Silbergeld, höchstzahlend. Fachgeschäft Berghoff, Herzogstraße 19. (8249) Goldankauf (3165). Goldpfandscheine. Brillantschmuck. Silberankauf. Kellner, Kämmergasse 27 (15 472) HAETTE Steppdecken besonders billig. Textilges., Hochhaus. Zimmer 56 (15 577) MieleWaschmaschinen beim Fachmann. Ingenieur Kirch, Neußer Str. 186. Teilzahlung (6220) Hohlsaumbettuch .75, Hemdennessel.30, Bettuchnessel.68, Bettdamast.—. Textilwaren bekannt billig. Textilges. Hochhaus, Zimmer 56.(15 579) Herd 12.—. Küchenschrank 12.—.— Schreibtisch 28.-, Gartentisch.—. Nähmaschine 25.Breuer— Streitzeuggasse 11. L Elegantes Eichen-DoppelSchlafzimmer mit Matratzen u. Polsterstühlen 325.-. Möbel-Walraven. Hohenzollernring Nr. 41(14 742) Schlafzimmer Eiche mit Nußbaum, eigene Anfertigung. Ehedarlehen. Schreinerei Gr. Brinkgasse 27 (15 712) Betten-Krall baut in Ihren alten Spiralrahmen ein neues modernes Netz u. neue Kegelfedern ein. Fertig in 24 Stunden— Preis 10.—. Mühlenbach 12. Fernruf: 223407.(15 674) Ehedarlehen! Schreibschränke, Couchs, Sofas, Bettwaren, Dielengarnit., Küchen, Schlafzimmer, Wohnzimmer, sehr preiswert, Schlüssel, Köln-Mülheim, Dünnwalderstr. 5 (15 701) Wohnzimmer Eiche mit Nußbaum, 275.—. Ehedarlehen!„Möbelhaus Höfner“,— Christophstr. 14 (Gereonskirche) (15 077) Sülzgürtel 20 3 Zimmer, Küche, Bad, Balkon, Unterhaus, zu vermieten, Telefon: 41717, von 10-12, -6 Uhr, Viethen. (15 606) Zurück Walter Külpmann Mühlenbach 24. Teleion 2274 49 Staatl. gepr. Dentist. Sprechst.-1,-6 Uhr Zu allen Kassen zugelassen Mülheim 2 große luftige Zimmer, 3. Etage, an ruhige Leute zu vermieten.— Zuschriften: M. 2896 Hauptvertr. Mülheim, Adamsstraße 1(15 700) Mülheim 1 Zimmer mit 2 Mansarden zu vermieten.— Lohmühlenstr. 12. (15 703) Deutz Tempelstraße 7, 4 Zimmer, Küche, Mansarde, 2. Etg., zu vermieten. Bescheid 1. Etage. (15 685) Versteigerung herrenloser Hunde im Tierheim Vorgebirgstraße, Freitag, 14. August, 15 Uhr. Kölner Tierschutzverein. (15 710) Gereonswall49 3- und-Zimmerwohnung zu vermieten. Vieren, Gereonswall 49. (15 681) Verkaufe ein mittelschweres Pferd mit Karre u. Geschirr. Joh. Mager, Dünnwald, Odenthalerstr. 11.(15 702) Angebote Möbliertes Schlafzimmer und Küche frei. Kupfergasse 7. (15 643) Mülheim Gemütl. möbliertes Zimmer, straBenwärts, Woche .—. Düsseldorferstr. 20, III. (15 704) Mülheim Einfach möbliertes Zimmer billig zu vermieten.— Buchheimerstr. 52, 3. Etage.(15 705) Deutz Möbl. Zimmer zu vermieten. GrafGessler-Str. 3. 1. (15 686) Selel I Baß-Dr.Thiebes Immobilien, Hypotheken. Albertusstr. 51(21 9321), vermitteln Hypotheken für Altund Neubauten Allgäufahrt Erholungsaufenthalt in Sonthofen 8 Tage: 89.—. Ab fahrten jed. Mon tag.—„Heimat freunde“, Köln Unter Fettenhen nen 19 22 3030 Maler-Anstr. Werkstatträume, Farben. Pinsel, verschiedenes abzugeben. Ehrenfeld. Stammstr.105 (15 716) Schwarzwaldreise acht Tage in Bad Peterstal, alles eingeschlossen 76.—. Abfahrten jeden Montag.— „Heimatfreunde“, Köln, Unter Fettenhennen 19.— 22 30 30. Möbeltransporte Sammelverkehr nach und von Berlin, Hamburg. Frankfurt a. Main. Ueberseetransporte, Liftdienst nach allen Erdteilen. Wilhelm Servais, 75231. Unter Krahnenbäumen 79. (15 187) Besolei Marsilstein 1. Die moderne Schuhreparatur(15 292) Witwer 35 Jahre, mitt lere Figur, kin derlos, Geschäftsmann(Hauseigentümer) sucht Lebensgefährtin mit gutem Charakter u. einwandfreiem Vorleben, bis zirka 30 Jahre, etw. Vermögen erwünscht, nicht Bedingung. Angebote, nur mit Bill. unter T. H. 3980 Annahmestell Adolf-Hitler-Pl. 2 (15 717) Geleefrüchte........ 500 g.80 Pfetferminz-Hischung... 500 g.80 Aus eigener Bäckerei:— Täglich frischer.. 1 45 Pflaumenkuchen D. 15 im ganzen RM.20 Stück DuarLo#f Sr Mönnmommm:: 37 Ranbaitt: THEATER amS KONZERTE VERGNUGEN Skandal un die Federmaus EIn Flim der Llebe Skandal un die Federmaus EInFIIm des Humors Skandal un die Fledermaus EIn FIIm fürSiel Ikandal un die Jedermaus Eine heitere Gesellschaftskomödie Viktor de Kowa- Maria Andergast Adele Sandrock- Ernst Dumcke Ab morgen AGRTPPINA Abmorgen Freitag: Wolga I Flammen Mimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Ein spannender Film, In dem ein Offizier des zaristischen Rußlands um seine Liebe kämpft. Mit: Albert Préjean Inkijinoff Danielle DarrieUx In deutscher Sprache! 17 Täglich die billigen Köln-Düsseldorfer Feriendampfer! Nach Bonn, Godesberg, Königswinter und zurück.— RA Inserierenbringt Gewinn Bocon-Ellzir verschafft Lebenslust Energie und Schlaf! Fl..75..50 M. Kurll..50 M. Kräuter-Haus Blaubach 7 und Weverstraße 91 (15 678) Stutzflügel! Bekannte Weltmarken. gebraucht, preisgünstig.— Ratenzahlung.— Pianofachgeschäft Obladen, Habsburgerring 1. 15 684) Klavier billig.— Winkel Köln, Frieden straße 14, part (15 688) Haai ae HEUTE: I HTTEIET Ralph Arthur Roberts. Adele Sandrock, Charlotte Daudert Engel mit kleinen Fehlern Wo..30.45.15 So.00 4,00.00.00 Marlene Dietrich Die große Zarin .00.30.15 Nach dem Roman von W Deeping „Hauptmann Sorell u. sein Sohn“ .00.30 S 00 Gustav Frohlich, Lida Baarova Stunde der Versuchung .40.00.20 Nur noch heute „Et Hermännche“ Der fröhliche Film mit den 3 lustigen Gesellen Fred Mc. Murray, Madge Evans Männer ohne Namen .15.30.15 Ausstellungen Erzbischöfliches Diözesanmuseum, Domhof 8. Ausgesuchte Meisterwerke der bodenständigen christ lichen Kunst von der Frühzeit bis zum 19. Jahrhundert. Wertvolle Schatzkammer. Sonntags 10—13 Uhr: Eintritt 10 Pig.; Werktags —18 Uhr: 25 Pig. Wallraf-Richartz-Museum. Für die Dauer der Lochner-Ausstellung Dienstags und Samstag auch abends von ½9—½11 Uhr geöfl net. Eintrittspreis während dieser Zeit 30 Rpf. Wallraf-Richartz-Museum. RKömische u. Germanische Abteilung. Bedeutende Reihen provinzial römischen Kunstgewerbes, Bedeu tendste und lückenloseste Samm lung antiken Glases, Einzigartiger Bestand an Funden der germanischen Völkerwanderungszeit (ehem. Sammlung Baron von Diergardt).— Sonderausstellung: Ergebnisse der Ausgrabung des jungsteinzeitlichen Dorfes bei Köln-Lindenthal. Historisches Museum, Eigelsteintorburg(Garnisonmuseum). 1. April bis 30. September; an Werktagen 10—17; an Sonn- und Feiertagen 10—13 Uhr. Ars Catholica. Komödienstr. 71—73. Kirchliche und religiöse Kunst der Gegenwart, Geöffnet von 10—1 und—7 Uhr. Sonntags von 10—1 Uhr. Eintritt frei. Schnütgen-Museum(Religiöse Kunst des Rheinlandes), in der Abtei Köln-Deutz, Urbanstr. 22.— Im Gobelinsaal zeigt die Römische Abteilung des Wallraf-RichartzMuseums eine Auswahl der besten Stücke der Sammlung völkerwan derungszeltlicher Kunst des verstorbenen Barons v. Diergardt. Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde, Ublerring 45. Im Treppenhaus: 1. Rindenstoffe aus aller Weit, 2. Ikat- und andere Webereien aus Indonesien. Kunstgewerbe-Museum und Bücherei der bildend. Kunst, Hansaring 323. Kunstgewerbliche Arbeiten aller Zeiten aus Europs und dem vorderen Orient. Dazu Sammlung Clemens, Kunst and Kunstgewerbe des Abendlandes vom frühen Mittelalter bis zum Barock. Galerie Abels, Wallrafplatz 6. Spitzweg. Knaus, Zügel, Hagemeister, Liebermann, Corinth. August Macke, Nolde. Schmidt, Rottluff. Kölnischer Kunstverein. 27. Juli bis 16. August:„Finnische Graphik“; 17. August bis 6. September: „Deutsche Graphikschau 1936“. Galerie Dr. A. Becker, Köln, Richartz straße 16, I. Architektur-Ausstellung Hans Heinz Lüttgen, Köln (Olympia-Wettbewerbsprojekt, Olympia-Dank sowie ausgeführte und projektierte Arbeiten). Kunsthaus Malmedé. Seltene Meister des XV.—XVII. Jahrhunderts. Theatermuseum, Köln. Salierring 45 Die Ausstellung„Deutsches Theater hinter Stacheldraht“ ist geöffnet werktags von 10—13 Uhr und von 14—18 Uhr, Sonntags von 10—13 Uhr. Städtische Puppenspiele. 17 Uhr: „’r Marzipankünning“— 20 Uhr: „Doktor Bevvah“. Montags geschlossen. ∆ 0 R Ein neuer nach dem Ke Wler e Viktor ar e #ebe wur ch Fe rien noc FilmSPler stalte; 0 de de. WW%al das##igge!!###ner###and * ee und„inter welciße als SOR ken0 SPk Film . hne S. 19%„ogreter im EHZ Rheinische Plusikschule der Stadt Köln Direktor Protessor Dr. Karl Hasse Ausbildung in allen musikalischen Fächern bis zur künstlerischen Reife.— Vorbereitung zur Staatlichen Privatmusiklehrer-Prüfung im Seminar. Aufnahmeprüfungen ab 1. September 1936. Beginn des Wintersemesters 1936/37 am 10. Sept. 1936. Schriftliche Anmeldungen bis spätestens 28. Aug. 1936. Auskunft erteilt die Verwaltung der Rheinischen Musikschule. Köln. Mauritiussteinweg 59. * ***** Donnerstag, 13. August 1936 Nr. 223 Amerikas dreifacher Sieg im Kunstspringen Margie Gestring, die 13jährige Olympiasiegerin 7 Gerda Daumerlang und Olga Jensch auf den Plätzen 7 Jack Medica schlägt Japans Kraulergarde in Rekordzeit Amerikas Springergarde hat im olympischen Wettkampf einen neuen Triumph davongetragen. Was den Amerikanern am Dienstag im Kunstspringen der Männer gelang, nämlich die drei ersten Plätze zu belegen, das haben die Springermnen 24 Stunden später auch geschafft. Vor 20 000 begeisterten Zuschauern, die Mittwochmorgen in den frühen Morgenstunden das im herrlichen Sonnenschein liegende Schwimm-Stadion wieder füllten, feierte die erst 13jährige Margie Gestring ihren bisher größten Sieg und wurde damit zugleich die jüngste Olympiasiegerin. Cathe= rine Rawls. die auch eine gute Schwimmerin ist, mußte mit dem zweiten Platz vorliebnehmen, und die dritte Amerikanerin, die Siegerin von Los Angeles, Dorothy Poynton=Hill, erhielt die BronzeMedaille. Diese drei Springerinnen haben die hohe Schule der amerikanischen Springkunst in Vollendung vorgeführt. Besonders klar kam der Unterschied in den Kürübungen zum Vorschein. Jeder Sprung war ausgezeichnet, fast fehlerlos tauchten die schlanken Amerikanerinnen ins Wasser. Ihnen am nächsten kamen noch die Deutschen Gerda Daumerlang, die ebenfalls erst 15 Jahre alt ist, und unsere langjährige Spitzenspringerin Olga Jentsch=Jordan, die auch den Europameistertitel trägt. Damit steht also wiederum fest, daß wir in Europa keine gleichwertigen Gegner haben. Würden unsere Springer und Springerinnen mit amerikanischen Spitzenkönnern regelmäßig im Wettkampf liegen, dann wäre auch der heute noch vorhandene Unterschied schnell aufgeholt. Man konnte sich auch Mittwochmorgen wieder nicht ganz einig mit den Punktrichtern fühlen. Gewiß spraingen die Amerikanerinnen sehr elegant und sicher, aber Daumerlang und Jordan erhielten einige Male unverständliche Noten. Das sah man z. B. in der Kür bei einer halben Auerbachschraube, wo Gestring mit 16,20 Punkten bewertet wurde, während Jensch für den gleichen Sprung nur 14,40 Punkte bekam. In der Ausführung war die junge und schlanke Amerikanerin aber, keineswegs besser. Dennoch wollen wir mit dem Abschneiden zufrieden sein. Unsere Daumerlang ist stark verbesserungsfähig. Olga Jensch, die in Los Angeles mit 77,60 Punkten Vierte wurde, hat aber ebenso die ausgezeichnet springenden Japanerinnen abschlagen können Hinter Osawa aus Nippon kam Suse Heinze noch zum siebenten Platz. Drei Pflicht= und drei Kürsprünge mußten die 16 Teilnehmerinnen erledigen, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. In der ersten Abteilung sah man neben Poynton=Hill und Rawls die Deutschen Daumerlang und Heinze sowie Osawa Japan. Die Deutsche Daumerlang hatte das Pech, im ersten Pflichtsprung, einem Salto vorwärts gehechtet, etwas zu verdrehen, so daß sie nur auf 3,72 Punkte kam. Von Sprung zu Sprung wurde das deutsche Mädel dann aber sicherer, wenn auch die gelockerte Sprungweise der Amerikanerinnen, mit bis in die Fußspitzen gestreckter Beinhaltung, nicht zu erreichen war. Dann glänzten Rawls und Poynton mit einem Auerbach=Kopfsprung, der beiden 15,20 Punkte einbrachte, während Daumerlang 14,63 Punkte bekam. Nach der Pflicht die Reihenfolge: Rawls vor Poynton-Hill, Daumerlang und Osawa. In der Kür wurden die Amerikanerinnen, die auch wirklich wundervoll sprangen, sehr gut bewertet. Die beste Punktzahl sicherte sich Rawls mit 15,40 für ihren eineinhalb Salto gegen das Brett. 15 Punkte war die Wertung für Poynton in diesem Sprung. Zu gleicher Zeit wurde am zweiten Brett aber noch besser gesprungen. Die kleine Gestring sprang eine Pflicht, daß die Zuschauer aus dem Beifallklatschen kaum mehr herauskamen. Fünf Punkte lag sie nach den ersten drei Sprüngen schon vor unserer Jordan. Noch klarer wurde der Unterschied in der Kür. Die deutsche Meisterin war im Körperbau stärker, und so tauchte sie auch nicht so spritzerlos ins Wasser wie die schlanke Gestring. Als der Amerikanerin der letzte Sprung, ein eineinhalb Salto vorwärts aus dem Stand rücklings, mit geradezu phantastischer Sicherheit gelang, stand ihr Sieg fest, denn die Richter gaben ihr die überhaupt beste Wertung des ganzen Springens mit 16,20 Punkten. Damit hatte Margie Gestring die Goldmedaille sicher, denn 89,27 Punkte im Gesamtergebnis hatten Rawls und Poynton=Hill in der ersten Gruppe doch nicht ereicht. Nicht endenwollender Jubel umtoste die 13jährige Springerin, aber auch Rawls und Poynton=Hill sowie unsere glänzenden Springerinnen Gerda Daumerlang und Olga Jensch=Jordan konnten sich über Beifall nicht beklagen. * Das Ergebnis: 1. und olympische Siegerin: Margie Gestring(USA) 89,27 Punkte, 2. Catherine Rawls(USA) 88,35, 3. Dorothy Poynton-Hill(USA) 82,36, 4. Gerda, Daumerlang(Deutschland) 78,27, 5. Olga Jensch=Jordan(Deutschland) 77,98, 6. Masayo Osawa(Japan) 73,94, 7. Suse Heinze(Deutschland) 71,49, 8. Kono(Japan) 70,27, 9. Schlade(England) 69,95, 10. Adams(Kanada) 67,44, 11. Nordbö=Kragh (Norwegen) 65,94, 12. Staudinger(Oesterreich) 65,76, 13. Larsen(England) 64, 14. Viliger(Schweiz) 62,38, 15. Boughner(Kanada) 60,04, 16. Lesprit=Poirier (Frankreich) 58,86 Punkte. Jack Medica vor Uto und Makino Der Amerikaner gewinnt das 400--Kraulschwimmen Amerika hat eine neue Bresche in die japanische Vorherrschaft im Schwimmen geschlagen. Nachdem der Ungar Ferenc Csik die japanischen Sprinter so klar schlug, war es am Mittwochnachmittag der Amerikaner Jack Medica, der die Söhne Nippons auch auf der 400 Meter Kraulstrecke hinter sich ließ. Die Japaner haben die Amal-200=Meter=Kraulstaffel zwar überlegen in neuer Weltrekordzeit gewinnen können, sie haben auch das Brustschwimmen für Frauen über 200 Meter an sich gebracht, aber daß sie über 400 Meter wiederum nicht die Goldmedaille gewanneu, zeigt doch, daß der Ausdruck„Wunderschwimmer“ ein wenig übertrieben ist. 1932 war es in Los Angeles der Amerikaner Crabbe, der die Japaner besiegte, diesmal brachte sein Landsmann Medica die Leistung fertig, die für Japan ein schwerer Schlag bedeutet. Medica schwamm taktisch ein hervorragendes Rennen. Auf der ersten Bahn führte er, dann ließ er Wenige Sekunden nach der Siegerverkündung 13jährige Olympiasiegerin Margie Gestring Schwimm-Mannschaft freudestrahlend Uto an die Spitze, schaute nur zu dem besten Japaner herüber, der ja olympischen Retord im Vorlauf schwamm. Und auf der letzten Bahn, als dieses wertvolle Rennen entschieden wurde, da hatte der Amerikaner die größeren Reserven, da zog er einen Spurt an, den die japanischen Gegner nicht mithalten konnten. Ueberlegen schlug er als Erster an, bejubelt von 20 000 Menschen, die auch am Nachmittag wieder das Stadion füllten. Medica erzielte mit:44,5 Minuten neuen olympischen Rekord, er verbesserte Utos Rekord um fast eine Sekunde, während seine Weltbestzeit ja bekanntlich:38,7 Minuten beträgt. Zweiter wurde Uto. der auf den letzten 30 Meter nicht mehr die Kraft besaß, Medicas scharfes Tempo zum Turmspringen der Frauen. Die knapp wird von dem Trainer der amerikanischen in Empfang genommen und umarmt Pressephoto Weltbild mitzuhalten, während Makino nie über den dritten Rang hinauskam. Und dem zweiten Amerikaner, Flanagan, gelang es sogar noch, Negami hinter sich zu lassen. Jean Taris und der Engländer Leivers, Europas Hoffnungen, hatten in diesem Rennen nichts zu bestellen. Mit den letzten Plätzen mußten sie zufrieden sein. Ergebnis 400= Meter=Kraulschwimmen: 1. und olympischer Sieger 1936: Jack Medica(USA) :44,5 Minuten, neuer olympischer Rekord, 2. Uto (Japan):45,6, 3. Makino(Japau):48,1, 4. Flauagan(USA):52,7, 5. Negami(Japau):53,6, 6. Jeau Taris(Frankreich):53,8, 7. Leivers(Englands :00,9 Minuten. Donnerstag, den 13. August 1936 Nr. 223 Neue Tag Olympischer Sieg unserer Turnerinnen Grofßartiger Abschluss auf der Dietrich-Eckart-Bühne Nachdem Deutschlands Turner am Dienstag im olympischen Wettkampf zur höchsten Auszeichnung kamen, haben nunmehr auch unsere Frauen den verdienten Lohn für die monatelange Vorbereitungsarbeit erhalten. Im Mannschaftskampf der besten Turnerinnen der Welt wurde Deutschland mit einer Punktzahl von 506,15 die Coldene Medaille zuteil. Die tschechoslowakischen Turnerinnen konnten im Verlauf der letzten Uebungen die bis dahin aussichtsreichen Ungarinnen vom zweiten Platz verdrängen und erhielten die Silbermedaille, während Ungarn mit der Bronzenen Medaille ausgezeichnet wurde. * Gewissermaßen im Schatten der unübertrefflichen Vorführungen der Männer turnten am Mittwoch die Frauen auf der Dietrich=Eckart=Freilichtbühne um olympische Ehren. Obwohl eine Steigerung der turnerischen Leistung gegen die rassigen Kämpfe am Vortag nicht zu erwarten ist, hatten sich wiederum schon am frühen Morgen 10000 Menschen eingefunden. Wie bei den Turnern. so wird auch bei den Frauen die wettkampfmäßige Leistung den Ausschlag geben, wenn auch hier die Uebungen an Härte verlieren und die Anmut ihnen einen ausgesprochenen fraulichen Charakter verleiht. Noch viel schwieriger als bei den Männern, bei denen immerhin eine ziemlich klare internationale Wertungslinie festliegt, ist die Beurteilung der Turnerinnen. Die Auffassungen sind hier oft grundsätzlich verschieden und man trägt sich mit der Hoffnung, daß die Olympischen Spiele in Berlin eine gewisse Klärung herbeiführen werden. Ueberaus herzlich begrüßt, marschierten im strahlenden Sonnenschein unter den Klängen eines Pfälzer Spielmannszuges am frühen Morgen die Turnerinnen der acht teilnehmenden Nationen in die Freilichtbühne. Während die Männer in der Einzelübung die Möglichkeit eines olympischen Sieges hatten, wird sich das Urteil der Kampfrichter bei den Turnerinnen lediglich auf den Mannschaftskampf beschränken. Auch die Abwicklung unterscheidet sich insofern, als die internationalen Bestimmungen die reihenmäßige Ausführung vorschreibt, d. h. jede Nation muß mit der ganzen Mannschaft eine Geräteübung nach der anderen geschlossen durchturnen. Dieser Umstand zieht naturgemäß die ganze Veranstaltung unerträglich in die Länge. Die Aussichten unserer Turnerinnen sind, was den hochgestellten Barren und die Uebungen am Schwebebalken angeht, zunächst nicht zu beurteilen, da diese beiden Geräte wegen der wenig fraulichen Note bisher in Deutschland wie auch in den nordischen Ländern für eine Breitenarbeit nicht in Betracht gezogen wurden. So beschränkten sich unsere Vorbereitungen hier lediglich auf die olympischen Spezialkurse, in denen es unsere Frauen dann allerdings zu beachtlichen Leistungen brachten. Von den acht Nationen England, Tschechoslowakei, Polen, Italien, Jugoslawien, USA, Ungarn und Deutschland, die zu je zwei Uebungen an Schwebebalken, Barren, Querpferd antraten, haben unsere deutschen Frauen die besten Aussichten. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Präsidentin des Internationalen Frauen=Turnverbandes, Gräfin Zamoyska(Polen), stellten sich die Engländerinnen als erste Mannschaft zur Uebung am Barren auf, um nach einer guten Durchschnittsleistung zum Schwebebalken überzugehen. Erst als die ganze Mann. schaft die Prüfung am Barren abgeschlossen hatte, traten Polens Frauen an dieses Gerät. Die deutschen Turnerinnen führen Gegen Mittag hatten sämtliche Nationen beide Uebungen am Barren erledigt. Die Tschechoslowakei, deren Vierer=Riege mit den besten Aussichten an dieses Gerät ging, erreichte in der Gesamtwertung 170,14 Punkte und schien unangesochten an der Spitze zu liegen. Aber noch hatten die deutschen Frauen nicht in die Kürübung am Barren eingegriffen. Und dann kam die große Ueberraschung. Die Amerikanerinnen, die gewissermaßen als Schrittmacher vor den Deutschen turnen, verblüfften mit überaus waghalsigen Kombinationen und fanden mit dem immer wieder vorgeführten Handstand mit gegrätschten und gespreizten Beinen, den Luftrollen und Ueberschlägen ungeteilten stürmischen Beifall, aber ihr Nachteil aus der ersten Uebung ließ jedoch ein Aufschließen zu den führenden Mannschaften nicht zu. Ruhig und beherrscht gingen nunmehr unsere Turnerinnen ans Werk. Immer wieder einsetzender Beifall spornte unsere Frauen an, und ihre klare, abgerundete Leistung ließ erkennen, daß sie die einzigen sind, die die favorisierte Tschechoslowakei zu schlagen vermag. Von den übrigen Nationen ist neben den schon erwähnten Amerikanerinnen, die übrigens durch den Sturz Marie Kiblers eine schwere Einbuße erlitten, vor allem die Leistung der ungarischen Turnerinnen anzuerkennen, die als letzte Mannschaft die Kürübung am Barren abschloß und lebhaft gefeiert wurde. Auch Jugoslawien, das auf dem vierten Platz liegt, ist technisch gut gerüstet und gefiel in der Ausführung noch besser als Polen. Doch werden beide Nationen wie auch Amerika,, England und Italien kaum Aussichten haben. Lebhafte Zustimmung fand im inzwischen wieder gefüllten großen Raum der Freilichtbühne die Bekanntgabe des Zwischenergebnisses, das eine klare Führung der deutschen Turnerinnen ergab: Barren(Pflicht= und Kürübung): 1. Deutschland 179,05., 2. Tschechoslowakei 170,14., 3. Ungarn 167,95., 4. Jugoslawien 162,70., 5. Polen 161,80., 6. USA 152,45., 7. Großbritannien 141,90 ., 8. Italien 141,75 P. Am Schwebebaum Nach der Pflicht noch um zwei Punkte voraus, blieben die deutschen Turnerinnen in der Kür zurück und lagen nunmehr in der Gesamtbewertung für den Schwebebaum mit vier Punkten hinter Ungarn. Auch in der Gesamtwertung der Nationen profitierten die Ungarinnen natürlich von diesem Vorsprung. Sie bedrohten zwar die deutsche Stellung nicht, schoben sich aber vor die Tschechen auf den zweiten Platz. Eine Zwischenbilanz nach vier Uebungen am Barren und am Schwebebalken ergab folgendes Bild: Deutsoland 353 45., Ungarn 345.15., Tschechoslowakei als die dritte Mannschaft der Spitzengruppe mit 337,50 Punkten. Unsere Mädels vor dem Sieg Als am Nachmittag die schwierigsten Uebungen abgeschlossen waren und auch die deutsche Mannschaft am Pferd bereitstand, gaben die sachverständigen Zuschauer ihren optimistischen Erwartungen in lebhaften Anfeuerungsrufen Ausdruck. Die deutschen Mädel mußten es den Männern gleichtun. Auch sie mußten aller Welt zeigen, daß ihre Turnkunst unübertrefflich ist. Und unbekümmert steuerten die deutschen Turnerinnen dem olympischen Sieg zu, der ihnen nunmehr als gerechter Lohn für ihre jahrelange Arbeit winkt. Die Voraussetzungen für die Uebungen am Pferd waren nicht allzu schwer. Der Freisprung im ersten Durchgang machte keine besonderen Schwierigkeiten. Die Tschechen erhielten für die Pflichtübung nur eine Kleinigkeit weniger als Deutschland, das aber dafür in der Kür weitaus besser zurecht kam. Und wieder waren es hier die ungarischen Turnerinnen, die für die Ueberraschung Sorge trugen. Allerdings ging es diesmal anders herum. Im Gegensatz zum Schwebebalken bestanUnser Bild zeigt die erfolgreiche deutsche Olympia-Turnmannschaft. Von links: Winter; der Mannschaftsführer; Stadel; Steffens; Frey, der zwei Goldmedaillen errang; Volz; Stangl; Schwarzmann, erste Turner Goldmedaille; und Beckert. Pressephoto den sie die Prüfung ausgesprochen schlecht und fielen insgesamt mit 158,40 Punkten auf den vierten Platz zurück. Bei den Angelsachsen ging die größere Schwierigkeit auf Kosten der Sicherheit. Deutschland, die Tschechoslowakei, die im olympischen Wettkampf nunmehr wieder sehr gut lag, und auch Jugoslawien arbeiteten mehr auf Korrektheit. Die Ausbeute der Pferdübung war folgende: 1. Deutschland 170.65: 2. Tschechoslowakei 160,80 Es folgten Jugoslawien und die mittlerweite auf den vierten Platz zurückgefallenen Ungarn vor Polen, Italien England und USA. Gymnastischer Ausklang Während die Uebungen an den Geräten in erster Linie rein technische Voraussetzungen haben, ist den abschließenden gymnastischen Vorführungen mehr ein körperbildender Wert beizumessen. Die Freiübung der Männer findet hier ein harmonisch abgerundetes Gegenstück, das durch die gemeinschaftliche Vorführung an Wirkung stark gewinnt. Die Uebungen fanden bei den Zuschauern lebhafte Anerkennung und bildeten einen eindrucksvollen Abschluß der olympischen Turnwettkämpfe Obwohl die Vorführungen der ungarischen Gruppe einen stark ballettmäßigen Einschlag nicht verkennen ließen, entschied sich das Kampfgericht für die beste Bewertung. Starken Eindruck machten Deutschlands Turnerinnen. Sie führten die Bewegungsübungen der hannoverschen Loges=Schule vor und kamen den Ungarinnen mit 56,51 P. nahe. Zwischen die beiden führen. britannien. den Nationen schoben sich die Tschechen, die mit 57,34 Punkten für ihre wenig lebendigen und bewegungsarmen Vorführungen unerwartet hoch bewertet wurden. In der Art der Ausführung lehnten sich die Amerikanerinnen, Jugoslawien und Italien an die deutsche Gymnastik an, doch fehlte ihnen die besondere Note des harmonischen Zusammenspiels. Deutschlands Führung ist nach wie vor unangetastet. * Als die gymnastische Uebung als Abschluß des olympischen Turn=Programms, die im Gegensatz zu den Wettkämpfen am Gerät eine ganz andere Einstellung voraussetzt, von allen Nationen durchgegangen war, ging das Kampfgericht an die Festsetzung der abschließenden Wertungstabelle. Unter unbeschreiblichem Jubel stieg am Siegesmast das Hakenkreuz empor, während der pfälzische Spielmannszug die nationalen Lieder Deutschlands intonierte. Aber auch die tschechischen Turnerinnen, die in ihrem Ehrgeiz die vor ihnen liegenden Ungarinnen im letzten Augenblick noch überflügelten, erhielten für ihre prächtigen Leistungen starken Beifall. Ungarn unterschied sich mit seiner Punktzahl recht klar von der von Jugoslawien angeführten zweiten Gruppe. Das Resultat des olympischen Turnerinnen=Wettkampfes: Gesamtstand: 1. Deutschland 506,15 Punkte, 2. Tschechoslowakei 503,16 Punkte, 3. Ungarn 499.00 4. Jugoslowien, 5. Polen, 6. USA. 7. Italien. 8. Groß80000 Zuschauer im Olympiastadion Deutschland und Oesterreich bestreiten das Endspiel im Handball Max Schmeling in Newyork Trainingsbeginn erst nächste Woche Nach seiner Ankunft in Newyork, wo Max Schmelings Sieg über Joe Louis immer noch der Hauplschlager zahlreicher Kinos ist, äußerle sich der deutsche Neisterboxer sehr zuversichtlich über den bevorstehenden Titelkampf um die Schwergewichts-Weltmeisterschaft gegen den Amerikaner James Braddock. Schmeling wies, wie schon vor seiner Ueberfahrt nach Amerika, darauf hin, daß dieser Kampf ebensowenig auf die leichte Schulter zu nehmen sei wie die Begegnung mit Joe Louis. Der neue Gegner sei womöglich noch schwerer zu schlagen, da seine Verteidigung bedeutend besser ist als die von Louis. der immer nur als harter Schläger genannt worden sei. Am Mittwochabend will Schmeling sich den Kampf Gustav Eders ansehen, der aus dem Ebbetsfield gegen Locatelll in den Ring geht. Sein Trainingslager will Schmeling erst in der nächsten Woche beziehen. Nun haben auch die Handballer ihren Einzug in das herrliche olympische Stadion gehalten. Wieder bot sich ein Bild, wie wir es bei den Leichtathletikkämpfen täglich sahen. Ueber 80000 Zuschauer füllten die Ränge, um die Vorentscheidungen im Handball zu erleben. Der Führer und Reichskanzler, der in diesen Tagen so ungeheuer starkes Interesse für den Sport zeigte, erschien zur großen Freude schon beim ersten Spiel mit den Reichsministern Rudolf Heß, Dr. Frick, Rust, Graf Schwerin=Krosigk sowie Generaloberst Freiherr von Fritsch. Wie nicht anders zu erwarten stand, werden Deutschland und Oesterreich die wertvollsten Medaillen im Handballkampf aussvielen. Oesterreich hatte allerdings Mühe, Ungarn 11:7 zu besiegen, wahrend Deutschland sich nicht einmal auszuspielen brauchte, um die Schweiz auszuschalten. Dem Spiel vorauf gingen die Siegerehrungen im 200==Brustschwimmen für Frauen und im Degen=Einzelfechten. Am höchsten Mast stiegen die japanische und später die italienische Flagge hoch. Oesterreich—Ungarn 11:7(:2) Besondere Leistungen zeigten die österreichischen Handballer in diesem Spiel nicht. Ungarn ging sogar in Führung, bis endlich Oesterreich besser ins Spiel kam und fünf Treffer erzielte. Der ungarische Sturm verpaßte im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zahllose Gelegenheiten, und nur einmal waren sie noch erfolgreich.:2 bei der Pause, schen Angriffen konnte er sich immer wieder auszeichnen Deutschland erhöhte schnell auf 12:3, dann hieß es 12:4. Noch viermal mußte der Schweizer Hüter bis zum Spielende den Ball aus seinem Tor holen, während Mischon und Seiterle für die Eidgenossen noch zwei Tore schossen. Beim Schlußpfiff erhielt die deutsche Mannschaft starken Beifall, aber auch die Schweizer brauchten sich über Applaus nicht zu beklagen. Deutschland und Oesterreich spielen nun um den ersten und zweiten Platz, die Schweiz und Ungarn um die Bronze=Medaille. Die Ehrung der deutschen Turner Während der Pause des Handballkampfes wurden die om Dienstag erfolgreichen Turner geehrt. Fünfmal ging am höchsten Mast das Hakenkreuzbanner hoch, fünfmal wurden die deutschen Nationallieder angestimmt, immer von den Zuschauern begeistert mitgesungen. Es war eine würdige Siegesfeier für die deutschen Turner, die ihren größten Triumph gefeiert hatten. Karl Schwarz= mann und Konrad Frey wurden mit zwei Medaillen ausgezeichnet, ebenfalls die deutsche Nationalmannschaft, in der Schwarzmann und Frey ja auch turnten. Die Schweiz, Finnland und die Tschechei holten sich die übrigen Medaillen. Deutschlands überragender Kunstturner, Karl Alfred Schwarzmann, der bei den Olympischen Turnwettbewerben zusammen drei Goldmedaillen gewann, ist auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres vom Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht zum Leutnani befördert worden. Schwarzmann bekleidete bisher den Rang eines Feldwebels im deutschen Heer. Die Beförderung ist wegen seiner hervorragenden Leistungen im olympischen Wettkampf erfolgt. „Volle Anerkennung der IAAF“ Lob des deutschen Leichtathletik-Kampfgerichts Bekanntlich hatte die IAAF. der Internationale Leichtathletik=Verband, zum ersten Male in der Geschichte der Olympischen Spiele, ein Land— Deutsch= Nach der Pause zunächst:3, doch dann wieder lann— beauftragt, das gesamte Olympische KampfOesterreich in Schußlaune.:3,:4,:5, 10:5, 11:5, 11:6, 11:7 war die weitere Torfolge. Fodor, Ungarns bester Stürmer, konnte auch im zweiten Spielabschnitt die Torchancen nicht zahlenmäßig zum Ausdruck bringen. Deutschland und Schweiz im Vierer„ohne“ Die deutsche Mannschaft mußte sich gegen die Eidgenossen sehr anstrengen, um einen klaren Sieg herauszuholen. In der ersten Viertelstunde war der Kampf noch ziemlich ausgeglichen.:2 führte Deutschland bis dahin. Dann bekam unser Angriff famose Vorlagen, die Stürmer warfen aus allen Lagen auf das Schweizer Tor und Treffer konnten einfach nicht ausbleiben. Fünf Tore für Deutschland und ein Schweizer Erfolg fielen noch bis zur Pause. Der Schweizer Torwart hatte dann das Pech. bei der Abwehr eines Balles gegen den Pfosten zu fliegen, wobei er sich erheblich verletzte. Dennoch spielte er weiter und bei den zahllosen deutgerichk zu stellen. Bei einem Kameradschaftsabend zum Abschluß der Olympischen Leichtathletik=Woche, an dem die Mitglieder des JOK, der JAAF und die deutschen Kampfrichter vertreten waren, sprach das schwedische JOK=Mitglied. Ekelund. im Auftrag des Präsidenten der JAAF folgende Dankesworte an das deutsche Kampfgericht. „Nach Beendigung der Leichtathletik=Woche der großartigen Olympischen Spiele, bei denen Sie alle mitgearbeitet haben, ist es mir ein aufrichtiges Bedürfnis, den herzlichen Dank und die rückhaltlose Anerkennung der JAAF zum Ausdruck zu bringen. Der Erfolg der Spiele wäre nicht so groß gewesen, wenn nicht jeder von Ihnen in treuer Pflichterfüllung auf seinem Posten gestanden hätte. Die JAAF hatte von vorneherein erwartet, daß das Kampfgericht in jeder Beziehung junktionieren würde. und sie soh ihre Hoffnung in keiner Weise enttäuscht. Der Präsident der JAAF, Sigfrid Edström, hat mich beauftragt, Ihnen zu sagen, daß ihm die Zusammenarbeit zwischen dem Schiedsgericht der JAAF und dem deutschen Kampfgericht eine wahre Freude gewesen ist. Es gab nicht die geringsten Störungen und das Schiedsgericht brauchte in keinem einzigen Falle einzugreifen. Die unparteiische und objektive Haltung des Kampfgerichtes verdient ein besonders Lob. Sie war über jeden Zweisel erhaben. Persönlich möchte ich Ihnen danken für die gute Kameradschaft, die Sie mir entgegengebracht haben. Wir waren während der ganzen Spiele gute Freunde und ich nehme gerade in dieser Hinsicht den größten Eindruck in mein Vaterland zurück. Sie haben durch ihre Arbeit dem deutschen Sport einen ungeheuren Auftrieb gegeben. Die deutsche Jugend wird mit erneuter Kraft und mit einer durch den Verlauf der Spiele entzündeten Begeisterung für den Sport tätig sein. Ich wünsche dem deutschen Sport und seiner Aufbauarbeit weiterhin den glänzenden Erfolg, den er so ehrlich verdient.“ ***.****„ SUOUT Donnerstag, den 13. August 1936 Die Endrunde im Wasserball Deutschland, Ungarn, Frankreich und Belgien Neue Lag Die Nationen für die Wasserball=Endrunde des Olympischen Turniers sind ermittelt. Deutschland und Ungarn haben auch die Zwischenrunde ohne Niederlagen überstanden, und als beste Zweitplacierte greifen noch Frankreich und Belgien in den Endkampf ein. * Gruppe A: Belgien—England:1 Die belgische Mannschaft zeigte gegen England ein unerwartet gutes Spiel. Obwohl die Briten wieder sehr hart spielten, konnten sie die glatte Niederlage nicht verhindern. Der deutsche Schiedsrichter Benecke mußte oft durchgreifen, um das Spiel nicht ausarten zu lassen. Verschiedentlich ließen sich die englischen Spieler sogar zu Taten hinkeißen, die mit Wasserball wirklich nichts mehr gemein haben.:1 führten die Belgier schon zur Pause, und nach der Halbzeit schossen sie drei weitere Treffer, während England die belgische Abwehr nicht mehr schlagen konnte. Bemerkenswert ist allerdings, daß die Engländer vor der Pause den Führungstreffer erzielten. Ungarn—Holland:0 Hollands Wasserballer wehrten sich gegen die Magyaren, so gut es ging, aber gegen die technisch und taktisch besseren Ungarn standen sie trotz allen Eifers auf verlorenem Posten. Ungarns schußgewaltiger Sturm sorgte schon bis zur Pause für drei Tore. Nemeth war auch in der zweiten Hälfte der wurfgewaltigste Stürmer. Mit :0 verließen die Ungarn nach einem überlegen durchgeführten Kampf das Wasser. In diesem Treffen hat der letzte olympische Sieger bewiesen, daß er von seinem großen Können noch nichts eingebüßt hat. Die Schlußtabelle der Gruppe A: Ungarn 3 3 0 0 21:1:0 Punkte Belgien 3; 1 1 1:5•3„ Holland 3 0 2 1:13:4„ England 3 0 1 2:20:5„ Gruppe B: Frankreich—Oesterreich:2 Im Verlauf des Turniers sind die Franzosen immer besser geworden, wenn sie auch an die Klasse von Deutschland und Ungarn nicht mehr heranreichen. In der ersten Halbzeit gelingt Oesterreich allerdings eine :=Führung, wobei Schönfels beide Treffer erzielte. Busch sorgte aber gleich nach Wiederanpfiff für den Ausgleich, und von diesem Augenblick an spielten die Franzosen überlegen. Vandecasteele ist der Schütze der beiden nächsten Treffer, während die Oesterreicher unheimliches Schußpech haben. Drei Minuten vor Schluß muß Lefebre aus dem Wasser, doch die Oesterreicher verstehen auch diesen Vorteil nicht auszunutzen. Deutschland—Schweden:1 Auch die schwedische Mannschaft konnte den Siegeszug der Deutschen nicht aufhalten. In den ersten Minuten fanden sich unsere Spieler allerdings nicht gut zusammen. Als aber Schwenn mit einem Bombenschuß den ersten Treffer erzielte, hatte Schweden nur wenig zu bestellen. Schulze war der Schütze des zweiten Treffers. In der zweiten Halbzeit drückten die Schweden, und bei einem Durchspiel des Angriffes fiel der einzige Gegentreffer. In den nächsten Minuten hatte der deutsche Sturm ungeheures Schußpech. Dreimal wurde der Ball an die Latte geknallt, und bei einem weiteren Wurf erkannte der Linienrichter den Erfolg nicht an, da der Ball angeblich die Linie nicht ganz überschritten hatte. Die letzten Minuten der zweiten Halbzeit standen wieder vollkommen im Zeichen der Deutschen. Schneider verwandelte eine Vorlage von Schwenn zum:1, und nach einem weiteren glänzenden Zusammenspiel schoß Schwenn den vierten Treffer. Die deutsche Mannschaft wurde, als sie aus dem Wasser kletterte, von den Zuschauern begeistert gefeiert. Die Tabelle der Gruppe B: Deutschland 3 3 0 0 15:3:0 Punkte Frankreich 3 2 0 1:11:2„ Oesterreich 3 1 0 2•8:4„ Schweden 3 0 0 3:8:6„ In der Endrunde werden die Ergebnisse Ungarn gegen Belgien:0 und Frankreich—Deutschland:8 gewertet, so daß die Tabelle bei Beginn der Schlußspiele folgendes Aussehen hat: Deutschland 1 Ungarn Belgien Holländischer Sieg zu erwarten 100 m Rücken-Endlauf der Frauen ohne Deutsche Im Olympia=Schwimm=Stadion jagt am Mittwochnachmittag ein Ereignis das andere. Eben erst fiel die Entscheidung im 400=Meter=Kraulschwimmen der Männer und schon stehen die ersten Teilnehmerinnen an den 100=Meter=Rücken=Zwischenläufen der Frauen auf dem Startblöcken. Und kaum hat der Startschuß die fieberhafte Spannung der Besucher„gesprengt", da setzt auch schon das Anfeuerungsgebrüll auf den Rängen ein. Holland verteidigte seine Vormachtstellung. Da kommen die Engländerinnen und Mädels aus USA nicht mit. Sie legten sich mächtig ins Zeug, doch vergebens. Dina Senff und Ria Mastenbroek sind die großen Favoritinnen. Sie befolgen die Anweisung, die ihnen ihre Trainerin Mutter Braun gab, strengstens. „Nur auf Sieg schwimmen“, hatte sie vor den Starts ihren Schutzbefohlenen eingeflüstert. Sie taten es in überzeugender Art. Nach ihren bisher gezeigten Leistungen zu urteilen, liegt die Entscheidung nur zwischen diesen Schwimmerinnen aus dem Lande der Tulpen. Deutschland hat keine Vertreterin im Endkampf. Anni Stolte aus Düsseldorf kam zwar in den Zwischenlauf, doch der Wille allein reichte nicht aus. Die anderen waren eben besser. Denn daß unsere westdeutsche Landsmännin mit äußerstem Kräfteeinsatz den Kampf gegen ihre Gegnerinnen bestritt, beweist ihre Zeit::21,7, die sie bisher im freien Wasser noch nie erreichte. 1. Rennen: 1. Seuff=Holland:17.1 Min.; 2. Motridge=USA:19,1; 3. Brunström=Dänemark:19,7; 4. Harding=England:19,8; 5. Stolte=Deutschland:21.7; 6. Norton=Australien:21,9.— Ohne sich auszuschwimmen, siegte die Holländerin sicher. Ebenso war der zweite Platz der Amerikanerin nie gefährdet, dagegen mußte die Dänin hart um ihren dritten Platz kämpfen, der ihr durch glücklichen Handschlag zufiel. 2. Rennen: 1. Mastenbroek=Holland:19,1 Min.; 2. Frampton=England:19,6; 3. Bridges=USA:20,4; 4. Kerkmeester=Holland:21,3.— Im Spurt fiel die Entscheidung zugunsten der Holländerin, die glatt an ihren Gegnerinnen vorbeikam. Anni Stolte kam in diesem schnellen Rennen nicht mit. Sieben Endkampfgegnerinnen werden am Donnerstagmittag um die Gold=Medaille kämpfen, an der Spitze Hollands Streitmacht Dina Senft und Ria Mastenbroek, dann Amerikas Hoffnung Bridges und Motridge, die Engländerinnen Harding und Frampton(von denen erstere die schnellste Vierte der Zwischenkämpfe war) weiter Tove Brunström=Dänemark. Wir glauben, daß die Holländerinnen nicht zu schlaDrei Deutsche im Zwischenlauf Kiefers Olympiarekord im Rückenschwimmen der Männer Noch standen die 20000 im Schwimmstadion unter dem Eindruck der gewaltigen Sprungleistungen der Frauen, als der Sprecher auf die bevorstehenden Kämpfe der Männer im 100=Meter=Rückenschwimmen aufmerksam machte. Eine nur kurze Pause leitete über zu diesen Vorrennen, die in fünf Abteilungen die Teilnehmer an den Zwischenläufen ergeben sollten. Die Deutschen Meister Schwarz, Schlauch(beide Wünsdorf) und Simon=Gladbeck standen vor keiner leichten Aufgabe. Japan und Amerika waren mit stärtstem Aufgebot zur Stelle. Und wenn man unter den drei Ersten sein wollte, hieß es, sich mächtig anstrengen. Schwarz und Schlauch hielten sich sehr gut. Schlauch vermochte so tüchtige Schwimmer wie SchefferHolland und Lengyel hinter sich zu lassen. Simon kam ein schneller Vorlauf zustatten. Er kam zwar nur als Vierter ein, doch wurde seine Zeit nicht mehr unterboten, so daß auch er im weiteren Wettbewerb bleibt. Zweikampf Japan—USA Das weitere Geschehen in dieser Prüfung, die am Donnerstag mit den Zwischenkämpfen fortgesetzt wird, dürfte sich zu einem Zweirampf Japan— USA zuspitzen. Die Söhne Nippons scheinen diesmal stark bedroht und es gibt nicht wenige, die an einer Wiederholung ihres Triumphs von Los Angeles zweifeln. 1932 erkämpften die Japaner drei Medaillen. Von den damaligen Kämpfern ist nur der Olympiasieger Kiyokawa übriggeblieben, dem Kojima und Yoshida in Berlin zur Seite stehen. Die Hoffnungen der Amerikaner auf einen Sieg sind berechtigt. Sie haben in Adolph Kiefer eine starke Stütze, der bereits im ersten Vorrennen die olympische Bestzeit des Japaners Kiyokawa unterbot von:08,6 auf:06,9. Kiyokawa blieb mit :07,2 ebenfalls noch unter seinem Rekord. Von den Amerikanern„retteten“ sich auch Drysdale und van de Weghe... also ebenfalls insgesamt drei Vertreter, in die Zwischenkämpfe. Hier die Ergebnisse der fünf Vorkämpfe: 10( Meter Rücken Männer: 1. Vorkampf: 1. USA:06,9 Min., neuer olympischer Rekord; 2. Kinokawa=Japan:07,2; 3. Schwarz=Deutschland:11 .,Gombos=Ungarn:12..— 2. Vorkampf: 1. DrysdaleUSA:09 Min.; 2. Schlauch=Deutschland:10.1 3. Wilfan=Jugoslawien:11,7; 4. Scheffer=Holland:13,6 — 3. Vorkampf: 1. Kojima=Japan:09,7; 2. van de Weghe=USA:10,6; 3. Christiansen=Philippinen:11.5 4. Simon=Deutschland:11,7.— 5. Vorkampf: 1. Besfond-England:12; 2. Kerr=Kanada:12,9; 3. BorgSchweden:15,2; 4. Roolaid=Estland:21,1. Es stehen also im Zwischenkampf: Kiefer, Kiyokawa, Schwarz, Drysdale, Schlauch, Wilfan, Kojima, van de Weghe, Christiansen, Simon, Besford, Kerr und Borg. Deutsche Frauenstaffel hinter Holland Einen der Höhepunkte des Vormittags bildeten auch die Staffelkämpfe der Frauen über 4mal 100 Meter Kraul. Deutschland traf im zweiten Vorlauf mit der holländischen Rekordmannschaft Selbach, Wagner, den Ouden und Mastenbroek zusammen. Wundert es da, daß hier die besten Zeiten erzielt wurden? Die„Meisses“ schlugen als erste in:38,1 Minuten an, während Deutschland mit:40.5 auf den zweiten Platz kam. Gisela Arendt wurde für die Entscheidung geschont. An ihrer Stelle kämpfte die Uerlinerin Pollack. die kein Versager war. Der Verlauf der beiden Staffeln war äußerst spanE ORE * Das Auge des Films schaut aus luftiger Höhe auf die Geschehnisse im Schwimmbecken. Der Film vom Olympia 1936 wird aller Welt beredtes Zeugnis ablegen von der Größe der Ereignisse und der einzigartigen Schönheit der Olympischen Spiele in Berlin Weltbild B Ein spannender Kampfmoment aus dem Wasserballspiel Deutschland-—Oesterreich, das unsere Wasserballer mit:1 Toren gewannen Pressephoto nend. Die Entscheidung bestreiten am Freitagnachmittag: Holland. Deutschland, Dänemark, USA, England und Kanada. Die deutschen Aussichten sind nicht schlecht, wenn wir auch nicht verhelfen wollen, daß die Holländerinnen schwer zu schlagen sein werden. Aber mit Gisela Arendt dürfen wir uns eine Chance ausrechnen. Ergebnisse der Vorrennen: 4mal 100=MeterKraulstaffel, Frauen: 1. Vorkampf: 1, USA (Ryan, Lapp, Freeman, McKean):47,1 Min.; 2. England:47,2; 3. Kanada:49,7; 4. Ungarn:50,6, 5. Oesterreich:16,4.— 2. Vorkampf: 1. Holland(Selbach, Wagner, den Ouden, Mastenbroek):38,1 Min.; 2. Deutschland(Halbsguth, Lohmar, Schmitz, Pollack) :40,5; 3. Dänemark:46,2; 4. Japon:58,1. Das Turnier der Fechter Die Säbelfechter haben begonnen Am Mittwochmorgen wurde auf den Tennisplätzen mit der ersten Runde der Säbelmannschaft:= kämpfe, dem letzten Programmteil des olympischen Fechtturniers, begonnen. Zahlreiche Besucher bewiesen durch ihr Erscheinen, daß sich gerade diese Waffe größter Beliebtheit erfreut, da sie viel mehr Kraft und kämpferischen Einsatz erfordert als Florett und Degen. Die 22 teilnehmenden Nationalmannschaften wurden in sieben Gruppen eingeteilt. Deutschland, das in der ersten Abteilung von Casmir, Eisenecker, Hein und Wahl vertreten ist, hatte gleich im ersten Gefecht die starken Rumänen zu überwinden. Während der erste Teil des Kampfes ausgeglichen blieb, kam Deutschland, als Altmeister Casmir alle vier Treffen gewann, zu einer klaren Führung und gewann schließlich mit 10:7 Punkten. In der zweiten Gruppe überstanden Oesterreich und auch Schweden wegen der Absage Brasiliens kampflos die Vorrunde. Während die aussichtsreichsten Fechter dieser Kampfart, die Ungarn, mit Dänemark(16.0) nicht viel Federlesens machten, mußten die Tschechoslowakei, Holland. und Frankreich, das gegen die wenig erfahrenen Kanadier antrat, je drei Gefechte abgeben. Die Schweiz unterlag den Amerikanern mit:12 und in der Gruppe Vll gewannen die türkischen Säbelfechter überraschend gegen Jugoslawien mit:7 Punkten. Die Gruppeneinteilung der Zwischenrunde Nachdem Rumänien, Dänemark, Griechenland, Chile, Kanada, Brasilien und die Schweiz ausgeschieden sind, ist die Gruppeneinteilung für die Zwischenrunde: Gruppe I: Oesterreich, Ungarn, Uruguay; Gruppe II: Deutschland, Frankreich, Belgien und England; Gruppe III: Tschechei, Holland, Italien; Gruppe IV: Polen, USA, Schweden, Türkei. Favoritensiege im ersten Durchgang Hochbetrieb herrschte am Mittwochnachmittag im Kuppelsaal und in der Turnhalle des Reichssportfeldes, wo die ersten Zwischenrundenkämpfe im MannschaftsSäbelfechten begannen. Vor einer großen Zuschauermenge wurden die Begegnungen des ersten Durchganges erledigt. In Gruove 1 besiegte Oesterreich die kanadischen Fechter mit 11:5., in Gruppe 2 war Frankreich gegen England dank der besseren Trefferzahl von 56:65 erfolgreich. Das Schlußergebnis lautete nämlich:8. Deutschland scheiterte an Belgien. Letztere siegten mit:7 Punkten knapp. In Gruove 3 siegte Holland leicht gegen die Tschechoslowakei mit 12:4 P. In Gruvve 4 schließlich war Polen über Schweden mit 15:1 erfolgreich. Die 2. Runde im Säbel-Mannschaftsfechten endete in Gruppe 2 mit einer großen Ueberraschung. Deutschland besiegte hier die Franzosen, die sich nach den Niederlagen im Florett= und Degenfechten ganz auf diese Prüfung konzentriert hatten. Mit 11:5 wurden aber die französischen Hoffnungen zerstört. In Gruppe 1 ist Ungarn überlegen. Uruguay wurde 14:2 geschlagen und scheidet aus, ebenso Oesterreich. In der gleichen Gruppe trennten sich England und Belgien 11:5, wodurch ein dritter Durchgang notwendig geworden ist. In Gruppe 3 haben Italien und Holland bereits die Vorschlußrunde erreicht, nachdem die Italiener über die Tschechoslowaken mit:5 er: ben. In Gruppe 4 waren die Amerikaner ub.: die Schweden mit:1 und die Polen über die Türkei mit:2 erfolgreich. Da die Türken auf einen weiteren Kampf mit den Amerikanern verzichteten, scheiden sie mit Schweden aus. Japans Fußballmannschaft, die beim Olympischen Turnier mit dem:=Sieg über Schweden eine Riesensensation schuf, dann aber sang= und klanglos:8 einging, stellte sich Mittwochabend in Essen vor 12000 Zuschauern gegen eine niederrheinische Auswahlelf vor. Die Japaner hinterließen einen recht guten Eindruck, wenn sie auch in der gesamten Spielführung den ausgezeichneten Fußballern vom Niederrhein niemals ebenbürtig waren. Die:=Führung des Niederrheins machte der japanische rechte Läufer Kin durch einen Strafstoß wett. Albrecht schoß das zweite Tor für Niederrhein, und nach der Pause waren Günther(), Graf und Albrecht noch weitere viermal erfolgreich. ** Donnerstag, den 13. August 1936 Nr. 223 Neue Tag Bombenstimmung in der Deutschlandhalle Kaisers(Gladbeck) entscheidender Sieg über Lopez(Chile) Das olympische Boxturnier hat bereits sein StammPublikum. Am Mittwochnachmittag waren es wieder über 7000 Besucher, die den umfangreichen Kampffilm an ihren Augen vorüberziehen ließen. Nur ein deutscher Boxer, und zwar der Fliegengewichtler Willi Kaiser aus Gladbeck, war von der deutschen Staffel beschäftigt. Und gerade diese kleine Kampfmaschine aus Westfalen sorgte für große Stimmung. Dabei traf er auf einen der gefürchteten Chilenen, Lopez. Doch Kaiser schien der große Name nicht aus der Fassung zu bringen. Beherzt griff er den Südamerikaner an, schlug ihm rechte und linke Haken an Körper und Kopf und hatte Lopez in der Schlußrunde am Rande des K..'s, als der Ringrichter ein Einsehen hatte und den Kampf abbrach. Kaiser blieb Sieger durch technischen k. o. Eindrucksvoller konnte er seine Einführung nicht gestalten. Die Besucher schätzten seine Leistung entsprechend ein und spendeten dem Gladbecker starken Beifall. Bis auf Runge. der bisher im Schwergewicht pausierte, haben nun alle deutscher Boxer die olympische Feuerprobe bestanden. Wenn auch Schmedes und Stasch ausschieden, so haben wir doch keinen Grund, schwarz zu sehen. Gespannt war man auf den zweiten Kampf des Philippinen Padilla, der ja am Vortage unseren Meister Schmedes ausschalten konnte. Padilla räumte auch das polnische„Hindernis“ Kainar“ aus dem Wege. Er mußte allerdings ganz aus sich herausgehen, um schließlich äußerst knapp nach Punkten zu gewinnen. Es macht Freude, dem Philippinen zuzusehen. Instinktmäßig nimmt er die Schläge des Gegners, um dann aber selbst dessen Blöße geschickt auszunutzen. Dabei kommen seine Treffer genau placiert. Er scheint der Favorit dieser Gewichtsklasse zu sein. Im Mittelgwicht darf der Argentinier Villarreal nicht unterschätzt werden. Die Art, wie er den zu Beginn zögernd boxenden früheren Europameister Zehetmaier aus Oesterreich schlug, war überzeugend. Ein Schlagwechsel löste den anderen ab, und dann war es die Schnelligkeit, die Villerreal um Bruchwieder zum Kampf zu stellen, doch die Schlagwirkung war zu groß. Runges entscheidender Erfolg wurde natürlich stark gefeiert. Auch die beiden übrigen Vertreter, der Federgewichtler Miner und Mittelgewichtsmeister Baumgarten beendeten die zweite Runde des Turniers mit Siegen. Josef Miner hatte den ihn an Größe überragenden Belgier Lescrauwaet zum Gegner, dem er derart zusetzte, daß dieser nur mit Mühe den Schlußgong erreichte. Der Breslauer begeisterte durch seine Serien, die er wiederholt an Kopf und Körper landete. Sein Punktsieg war nie gefährdet. Der Hamburger Adolf Baumgarten hatte gegen den Italiener Totti eine gute erste und zweite Runde. Wiederholt mußte Totti in den Ringecken Kopfhaken und linke Gerade einstecken. In der Schlußrunde hatte er sich aber glänzend erholt. Er ließ sich mit dem Deutschen in Schlagwechsel ein, in denen er keine schlechte Figur machte. Den Punktvorsprung des Deutschen vermochte er aber nicht aufzuholen. Siegfried=Schweiz, der am ersten Abend des olympischen Boxturniers den französischen Favoriten Fayaud im Fliegengewicht ausgeschaltet hatte, unterlag dem starken Polen Sobkowiak nach Punkten. Ueberhaupt waren die Polen am Mittwochabend sehr stark und erfolgreich. Der Mittelgewichtler Chmielewski fertigte den Belgier Dechryver überlegen nach Punkten ab. Der in der gleichen Gewichtsklasse kämpfende Engländer Chrimpton war diesmal wieder dabei. Sein Verband hatte gegen die am Vorabend Miez eroberte für die Schweiz eine Goldmedaille im Freiturnen. Wir sehen ihn bei einer schwierigen Handstandübung. Pressephoto ausgesprochene Disqualifikation mit Erfolg Einspruch erhoben. Gegen den Norweger Tiller konnte sich Chrimpton aber nicht behaupten; eine Punktniederlage warf ihn aus dem Wettbewerb. Der belgische Leichtgewichtler Dewinter hatte Pech. Im Kampf gegen den Amerikaner Serivani behinderte ihn eine Kopfverletzung stark. Scrivani erhielt die knappe Punktentscheidung. Der Schwede Agren besiegte den Italiener Facchin nach Punkten. Ricardo(Italien) errang mit fünf Siegen im Degenfechten die Goldmedaille. Nach Verkündung seines Sieges wird er von Autogrammjägern bestürmt Pressephoto Noch einige Ergebnisse: Fliegengewicht: Laurie=USA bes. Berg=Hansen=Norwegen n..; Degryse=Belgien bes. Nunag=Philippinen n..; MattaItalien bes. Frederiksen=Dänemark n..; Federgewicht Treadaway=England bes. Arrieta=Italien u..; Leichtgewicht: Catterall=Südafrika bes. Nicolaas=Holland n..; Kara=USA bes. Seeberg=Estland n..; Schwergewicht: Stuart=England bes. de Marchi=Italien n. P. GrofBartige Vorkämpfe in Grünau Niederlage im Achter— sonst klare deutsche Siege am zweiten Tage teile von Sekunden in bedrohlichen Kampfmomenten zunutze kam. Blitzschnell sammelte er dann mit seiner Linken die zum Sieg notwendigen Punkte. In der gleichen Gewichtsklasse ist DekkersHolland die große Ueberraschung. Sein Formanstieg, der im letzten Jahr unverkennbar war, scheint hier die ersten sportlichen Früchte zu tragen. Den Dänen Andreasen besiegte Dekkers klar nach Punkten. Der schwedische Schwergewichtler Tandberg schwang sich im Kampfe gegen Olivee-USA zu einer großen boxerischen Leistung auf. Er verstand es geschickt, die stärkste Waffe des Negers, den Nahkampf, durch gute Distanzarbeit auszuschalten. Die übrigen Kämpfe in Ergebnissen: Fliegengewicht: Carlomagno=Argentinien besiegt Nakano=Japan nach Punkten; Tricanico=Uruguay gewinnt kampflos, da Rodriquez=Peru nicht antrat; Passore=Südafrika besiegt Mahmoud=Aegypten nach Punkten. Federgewicht: Frigyes=Ungarn besiegt MadsenDänemark nach Punkten; Casanovas=Argentinien besiegt Carlsson=Finnland nach Punkten; Polus=Polen gewinnt kampflos, da Valdez=Peru nicht antrat. Leichtgewicht: Harangi=Ungarn besiegt Seidel=Schweiz nach Punkten; Oliver=Argentinien besiegt Fisher=Neuseeland nach Punkten; Kops=Dänemark besiegt Haugen=Norwegen nach Punkten. Millelgewicht: Hrubes=Tschechoslowakei besiegt Szigeti=Ungarn nach Punkten: Despeaux=Frankreich besiegt Bregliano=Uruguay nach Punkten. Schwergewicht: Nagy=Ungarn besiegt RobbeBelgien nach Punkten. Runges Blitzsieg über Kuss Nun hat auch unser Schwergewichtsmeister Herbert Runge seinen ersten Kampf hinter sich. Am Mittwochabend wußte er die über 10000 Besucher in der Deutschlandhalle durch einen Blitzsieg zu überzeugen Der Tschechoslowake Kuß hatte sich noch nicht recht auf seinen Gegner eingestellt, als Runge nach kurzem Schlagabtausch eine genaue Rechte landete. Kuß mußte zu Boden. Vergebens versuchte er sich Gute Haltung der Deutschen Die ersten Prüfungen der Reiter Mit zu den letzten olympischen Wettkämpfen zählen die Prüfungen der Reiter, die am Mittwochvormittog auf dem Maifeld in Angriff genommen wurden. Vorerst ist es die Große Dressurprüfung, die die Aufmerksamkeit des gewiß nicht kleinen Interessentenkreises auf sich lenkt. 20 000 waren es, die das Einzelreiten seit den frühen Morgenstunden des Mittwochs auf dem 60X20 Meter großen Viereck verfolgten. Selbst der Laie wurde mitgerissen von der vollendeten Harmonie zwischen Reiter und Pierd. Der deutsche Major Gerhard imponierte auf Absinth durch große Sicherheit, ebenso Rittmeister von Oppeln=Bronikowsei auf Gimpel, der schöne Trab. und Galopparbeit zeigte. Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ auch der dänische Rittmeister Peter Jensen auf His Ex, während der französische Kapitän Jousseaume auf Favorite bei leichter Führung saubere schöne Pirouetten mit weiten eleganten Uebungen Zeigte. Es ist nicht möglich, nach dem ersten Tage einen abschließenden Bericht zusammenzustellen, da erst am Donnerstag nach Beendigung der Gesamtprüfung das Resultat bekanntgegeben werden kann. Für die Mannschaftswertung werden die Punkte der drei Reiter jedes Landes zusammengezählt, woraus sich die Reihenfolge der einzelnen Mannschaften ergibt. Am Mittwoch, dem zweiten Tag der Ruder=Vorkämpfe in Grünau, den Rennen im Zweier mit Steuermann, Vierer„ohne", Doppelzweier und Achter, gab es wieder überlegene deutsche Siege. Wieder herrschte leichter Schiebewind und schon Stunden vor Beginn der Rennen waren die Regattastrecke und die Tribünen auf dem Land und dem Wasser dicht besetzt. an Vleich im esten Luf der Joder mt. Sianermmn konnten die Zuschauer einen sicheren deutschen Sieg bejubeln, der in seiner überlegenen Art nicht erwartet werden konnte. Die Berliner Friesen GustmannAdamski. St. Arendt, schlugen im schwersten Vorrennen ihrer Klasse Italien, den Europameister 1935, Ungarn, den Europameister 1934, Polen, den Gewinner der Silber=Medaille in dieser Bootsgattung in Los Angeles, also die Hauptfavoriten für die Olympischen Medaillen. Aber nicht so sehr der Sieg freut uns, wie die Art, in der er errungen wurde. Die Deutschen ließen vom Start weg Ungarn und Italien um die Spitze kämpfen und, als sie bei 1200 Meter ernst machten, und in einem kurzen Zwischenspurt Längen herausholten, war das Rennen entschieden. Ruhig und lang schlagend liefen sie im Endspurt den heftig kämpfenden Italienern und Ungarn davon. Ganz überragend ist auch die Zeit von 7,27,3 Minuten— Italien 7,33,6 Minuten, Ungarn, 7,36,6—, die im zweiten Lauf von Frankreich, das seinen Lauf vor Dänemark, Schweiz und Jugoslawien gewann, nicht annähernd erreicht wurde. Fourcade=Tapie lagen vom Start weg in Front, mußten sich aber doch ausgeben, um die beiden kraftvoll rudernden Dänen in Schach zu halten. Auch hier kam Japan, für die diese Bootsgattung auch zu schwer ist, nicht zur Geltung. Zeit der Sieger: 7,38,4 Minuten. Gustmann=Adamiki stehen nun gleich im Endlauf (mit den Franzosen), in denen aber nicht ihre schärfsten Gegner zu suchen sind. Die Geschlagenen im ersten Lauf: Italien, Ungarn, Polen, USA und Brasilien, im zweiten Lauf Dänemark, Schweiz, Jugoslawien, Japan und Holland können sich heute durch einen Sieg im Hoffnungslauf die weitere Teilnahme erkämpfen. Deutschland—Schweiz 16:6 Im ersten Vorlauf zum Vierer ohne Steuermann, in dem Deutschland durch den Meister, Würzburger RV, vertreten ist, gab es wieder einen spielend errungenen deutschen Sieg. Die Würzburger erwischten mit einem guten Start eine knappe Führung, dehnten sie, ohne zu spurten, bis 1000 Meter auf zwei Längen aus und beschränkten sich darauf, den Vorsprung zu halten. In einem schönen Schlußspurt kam noch eine halbe Länge dazu, so daß Oesterreich, als Zweiter, genau zehn Sekunden mehr benötigte. Dritter wurde Dänemark vor Ungarn und USA.— Die deutsche Zeit von 6,22,5 Minuten erreichte der Schweizer Europameister= Vierer des FC Zürich nicht ganz. Allerdings mußten die Schweizer hart kämpfen. So konnten sie nicht in ihrem gewohnt ruhigen Schlag rudern, sondern mußten über die ganze Strecke hart mit England kämpfen; das seinen Sieg von Los Angeles verteidigen will. Mit fast 38 Schlägen ging es über die Strecke und nach heftigem Endkampf passierten die Schweizer mit einer halben Länge vor Großbritannien, Italien und Holland, das unterwegs wegen Versteuerns ausgegeben hatte, in 6,27,2 Minuten das Ziel. Ueberraschung im Doppelzweier Der erste Vorlauf der Doppelzweier brachte nach überlegener Streckenführung, einen unerwarteten Sieg der französischen Meister Jaquet=Giriat über die Europameister des Vorjahres, die Polen Verey=Ustupfki. Die beiden Franzosen, von denen man eine gute Leistung erwarten konnte, zeigten sich sehr sicher und wiesen auch einen Schlußangriff der Polen klar ab. In 6,46.5 Minuten kamen sie durchs Ziel vor Polen in 6,50 Minuten, Ungarn, Australien, USA und Tschechoslowakei.— Etwas schneller waren im zweiten Lauf die beiden Deutschen Kaidel und Pirsch, die, trotzdem sie über keine internationale Erfahrung verfügen, ein äußerst kluges Rennen fuhren. Nach einem schnellen Start gingen sie schon nach 100 Meter auf einen Streckenschlag von 26 herunter, der genügte, um vor England die Spitze zu behaupten. Die übrigen Boote, die größtenteils schlecht steuerten, fielen immer weiter zurück. 300 Meter vor dem Ziel versuchten die Engländer einen Vorstoß, hielten aber nicht ihre Bahn, fast erreichte ihre Bootsspitze das Steuerbordskull Kaidels, als die beiden Deutschen etwas schneller wurden und sofort eine Wasserlänge vorlagen. Nach einer Zeit von 6,41 Minuten überfuhren sie die Ziellinie vor Großbritannien in 6,44,9 Minuten, Schweiz, Jugoslawien, Oesterreich und Brasilien. Niederlage im Achter nach großem Kampf Den Höhepunkt erreichte die Stimmung der Zuschauer, als der erste Achter=Lauf gestartet wurde. Die Amerikaner, die in allen Rennen bisher unglaubliche Versager waren, gewannen in einer Zeit von 6,00,8 Minuten, die, wenn man die Zeiten der anderen Läufe vergleicht, überragend ist. Dabei ruderten sich die Yankees nicht einmal voll aus. Gut dazu hielten sich die Engländer, die sich in 6,02,1 knapp geschlagen gaben. Ohne Aussichten waren Frankreich, Japan und die Tschechoslowakei.— Der ungarische Europameister=Achter von Pannonia Budapest lieferte sich im zweiten Vorlauf einen schönen Kampf mit den schnell schlagenden Italienern, die mit einer halben Länge besiegt wurden, da sie ihren Endspurt einige Schläge zu spät ansetzten. Ungarn fuhr eine Zeit von 6,07,6 Minuten, Italien 6,09,5. Kanada wurde Dritter vor Australien und Brasilien. Den bisher großartigsten Kampf der Ruderrennen in Grünau lieferten sich im letzten Vorlauf die Schweiz und Deutschland. Die Schweizer, deren zweiter Vierer schon den Vierer „ohne“ gefahren und gewonnen hatte, legten sich nach dem Start mit einer Viertellänge in Front. Bei 800 Meter kamen die Wikingleute auf. In einem ungeheuer zähen Kampf eroberten sie sich eine knappe Führung vor der Schweiz, die sie bis kurz vor dem Ziel halten konnten. In einem unglaublichen Endspurt rissen die Schweizer auf der Ziellinie den Sieg in 6,08,4 Minuten, mit einer Zehntelsekunde vor Deutschland an sich. Jugoslawien und Dänemark fielen schon nach dem Start hoffnungslos ab. Hoffnungsläufe der Ruderer Die Einer=Ruderer trugen im Anschluß an die Achter=Vorläufe in Grünau ihre Hoffnungsläufe, insgesamt vier, aus, deren Sieger heute mit den Gewinnern der Vorläufe die Vorentscheidungen bestreiten. Den ersten Lauf gewann der österreichische Meister Hasenöhrl in der guten Zeit von:27,7 Minuten vor dem Norweger Christiansen, dem Estländer Korko und dem Unaarn Koama. Im zweiten Lauf konnte der Amerikaner Barrow als Sieger in:31,3 Minuten einkommen. Zweiter wurde der Italiener Steinleitner vor ten Houten=Holland und dem Südafrikaner Youell.— Sieger des dritten Laufes wurde der Argentiner Giorgio in:38,6 Min. vor dem Tschechen Zavrel, Banos=Frankreich, während der Jugoslawe Jelaska kenterte.— Den vierten Lauf entschied der Kanadier Camvbell in:31 Min. für sich. Knapp zurück wurde der Australier Pearce Zweiter vor de Palma=Brasilien und Juanico=Uruguay.