und Land Jezugspreis: Monatlich RM. 2,—(einschließl. 32 Pfg. Beitrag zu den Zustellungskosten).— Erscheint wöchentlich siebenmal morgens.— Postbezug nonatlich RM. 2,—(einschließl. 45 Pfg. Postzeitungsgebühr und zuzügl. 42 Pfg Zustellgeld der Post).— Durch höhere Gewalt hervorgerufene Betriebsstörungen segrunden keinen Anspruch auf Rückerstattung des Bezugspreises. Sprechstunden der Schriftleitung 12—13 Uhr.— Postscheckkonto Köln Nr. 59.000 Verlag und Schriftleitung: Stolkgasse 25—31 Fernsprecher: a) von 8 bis 22 Uhr: Sammelruf 22 0301; b) nach 22 Uhr: Direktion 220304; Hauptschriftleitung 2203 01; Sportschriftleitung 22 03 02. Sonntagsbeilage die illust. Wochenendausgabe„Die Neue Woche“. 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Wie Preß Association meldet, ist das Telegramm, in dem die französische der britischen Regierung nahelegt, ihre Zustimmung zur Nichtintervention in Spanien zu geben, gestern im Foreign Office durch Lord Halifax, dem Stellvertreter Edens, in Empfang genommen worden. Soweit bekannt, befindet sich die britische Regierung in vollständiger Uebereinstimmung mit Paris, daß es notwendig sei, im Zusammenhang mit den spanischen Ereignissen internationale Verwicelungen zu vermeiden. Eine formale Antwort sei noch nicht von London ausgegeben worden. Jedoch würden, wie verlautet, Unterhaltungen auf Grund der französischen Mitteilung zwischen den in Betracht kommenden Mächten auf diplomatischem Wege geführt werden. Vor einem Großangriff General Francos? DNB Paris, 3. Aug. Die französische Nachrichtenagentur Fournier veröffentlicht eine Meldung aus Tanger, wonach im Hauptquartier des Generais Franco mit Hochdruck gearbeitet werde. Den ganzen Tag über verkehrten Lastkraftwagen mit Truppen, die nach Ceuta und Tetuan befördert würden. General Franco habe die Absicht, seine Truppen bei der ersten Gelegenheit unauffällig nach Spanien zu befördern. Man versichere außerdem, daß starke Luftstreitkräfte in Tetuan zusammengezogen seien. Verlautbarungen der Madrider Regierung DNB Madrid, 3. Aug. Durch ein im Staatsanzeiger veröffentlichtes Dekret wird die Einstellung der Pensionen der im Ruhestand befindlichen Angehörigen des Heeres und der Flotte verfügt, soweit diese nicht sofort den Nachweis erbringen, daß sie Anhänger der Linksregierung sind. Am Sonntag wurde durch den Madrider Rundfunk neuerlich ein Aufruf verbreitet, in dem sämtliche Angehörige der Infanterieregimenter Ni 1, 2 und 4 dringend ersucht wurden, sich sofort in eyren Kasernen einzufinden. Weiter wurde an erwa 100 namentlich genannte Offiziere die Aufforderung gerichtet, sich in das Kriegsministerium zu begeben. Ausländische Freiwillige für die Regierungsmiliz. DNB London, 3. Aug. Wie aus Barcelona berichtet wird, sind dort. 400„linksgerichtete“ Freiwillige verschiedener Nationalität aus Frankreich als Verstärkung für die Regierungsmiliz eingetroffen. Neue Hilfe Die deutschen Kriegsschiffe an der spanischen Küste DR B Berlin, 3. Aug. Der Schutz der Deutschen an der spanischen Nordküste wird weiterhin von dem Kreuzer Köln und den Torpedobooten Albatros und Seeadler ausgeübt. Köln liegt vor Portugalete(Bilbao). Albatros hatte am 1. 8. sechs Deutsche, darunter die Familie des Konsuls Erhardt von Bilbao und 18 Ausländer nach Bayonne gebracht und ist nach Portugalete zurückgekehrt. Auch Seeadler hat inzwischen in der Bucht von Bilbao geankert, nachdem das Boot die deutschen Rückwanderer aus Gijon abgeholt hatte. Außerdem sind weitere Flüchtlinge aus Bilbao durch Dampfer Bessel nach St. Jean de Luz gebracht worden. Panzerschiff Admiral Scheer liegt vor Almeria. Der zunächst unbeantwortet gebliebene Protest des deutschen Konsuls von Almeria wegen der Drohungen der spanischen Behörden gegen Angehörige der deutschen Kolonie wurden nach Einlaufen des Admiral Scheer sofort beantwortet. Auch das Torpedoboot Leopard ist von Huelva kommend, vor Almeria eingetroffen. Der deutsche Konsul in Huelva dankte im Namen der deutschen Kolonie für die Entsendung des Kriegsschiffes, an dem die Deutschen in Huelva Rückhalt fänden. Panzerschiff Deutschland und Torpedoboot Luchs liegen vor Ceuta. Der deutsche Dampfer Fulda ist mit 141 Rückwanderern aus Valencia ausgelaufen und traf am 3. August früh in Genua ein. Der deutsche Dampfer Tarragona erhielt Anweisung, Palma und Mahon anzulaufen zum Transport von Rückwanderern nach Genua. In Genua sind zwei weitere Transporte mit deutschen Flüchtlingen aus Barcelona eingetroffen. Für weitere Rückwanderer steht der Dampfer Palermo zur Verfügung, der am 2. 8. Almeria, 1 S. Valencia, 5. 8. Gandia und 7. und 8. 8. Palermo anläuft. Reichssportfeld, 3. Aug. Der zweile Tag der Wetikämpfe brachte für Deutschland wieder eine Goldmedaille. Sie wurde von dem deutichen Hammerwerfer Hein errungen. Es ist die dritte Goldmedaille für Deutschland. Trotz des meist trüben, zeitweilig regnerischen Wetters hielten die hunderttausend Besucher bis zum Abschluß aus. Sie rlebten wieder hinreißend schönen Kampf. in allen Wettbewerben, so daß rasch eine wahrhaft olympische Stimmung in der gewaltigen Arena aufkam. Die Nationen, die Bewerber in den Wettkämpfen hatten, feuerten sie durch temperamentvolle Sprechchöre an und schwenkten begeistert ihre Landesfähnchen. In der ersten Entscheidung des Tages, im Hammerwersen, hatten die Deutschen reichlich Gelegenheit, von ihrem Schlachtruf„Na, ra, ra— Germania!“ Gebrauch zu machen; denn die deutschen Vertreter Karl Hein=Hamburg und E. Blask=Königsberg, wetteiferten erbittert mit dem Schweden Warngaro um den Sieg, der mil einer olympischen und deutschen Bestleistung von 56.49 Meter von dem Hamburger Hein für Deutschland errungen wurde. Blask holte die Silberne Medaille, während der Schwede mit der Bronzenen Medaille vorliebnehmen mußte. Unter. ungeheurer Spannung fiel die Entscheibung im 100=Meter=Lauf. die nach den Leistungen der Ausscheidungen zu erwarten war, zugunsten des amerikanischen Negers Jesse Owens. der mit sicherem Vorsprung vor seinem Landsmann Metcalse gewann. Nächster Turopäer war der Holländer Osendarv: der deutsche Vertreter Borchmeyer=Stuttgart wurde hinter Wykoff=Amerika Fünfter. Bei den übrigen Kämpfen schnitten vor allem unsere Frauen gut ab. In die 100-Meter=Entscheidung kommen alle drei deutschen Vertreterinnen Krauß. Dollinger und Albus. Dagegen konnte sich in den 800-Meter=Zwischenläusen die sämtlich von den Amerikanern gewonnen wurden, keiner unserer Vertreter durchsetzen. Für die 400=Meter=Hürdenzwischenläufe und die Entscheidung des 3000=Meter=Hindoenislausens qualifizierten sich jeweils zwei deutsche Vertreier. Auch am zweiten Tage wohnte der Führer und Reichskanzler einem großen Teil der Wettkämpfe bei und beglückwünschte selbst die Sieger der Entscheidungen. Den Abschluß der Kämpfe des Montags bildeten prachtvolle turnerische Vorführungen der berühmten dänischen Musterturnschule Nils Bukh, die in ihrer vollendeten Ausführung und erstaunlichen Mannigfaltigkeit begeistert ausgenommen wurden. Auf dem Maifeld begannen die Pola=Ausscheidungsspiele. Nach rassigem Kampf schlug England Mexiko mit 13:11 Toren. Beim Wettbewerb der Leichtgewichtler im Gewichtheben gab es einen unerhört spannenden Endkampf. Der Oesterreicher Fein war in Führung gegangen, nachdem er im Drücken 105 Kilogramm und im Reißen 100 Kilogramm bewältigle, während der Aegypter Mohammed Ahmed Mesbay nur 32½ Kilogramm und 105 Kilogramm schaffte. Das Stoßen mußte die Entscheidung bringen. Fein sam bis auf 137½ Kilogramm, der Aegypter bereits beim zweiten Versuch auf 142 ½ Kilogramm. Unter ungeheurer Spannung sämtlicher Zuschauer bewältigte er dann auch noch 145 Kilogramm und hatte damit die gleiche Kilozahl insgesamt wie der Oesterreicher. Das Körvergemicht mußte, also entscheiden. Der Aegupter hatte 100 Gramm weniger und wurde dadurch Olympiasieger mit einer Gesamtkilozahl von 342.5 Kilogramm, die zugleich olympischen und Weltrekord darstellen. Die 145 Kilogramm im Stoßen bedeuten gleichfalls eine neue Weltbestleistung. Hinter dem Oesterreicher Fein belegte der Deutsche Karl Jansen mit 327,5 Kilogramm einwandfrei den dritten Platz. In der fahnengeschmückten Deutschlandhalle fiel bei den Gewichthebern bald nach Milternacht die erste Entscheidung im Olympischen Dreikampf der Federgewichtler. Sieger und Gewinner der Goldmedaille wurde der Amerikaner Terlazzo der insgesamt 312,5 Kilogramm zur Hochstrecke brachte, vor den beiden Aegyptern Saleh Soliman und Ibrahim Shams. Der Düsseldorfer Liebsch, der besser abschnitt als der deutsche Meister Walter=Saarbii en, belegle den fünften Platz nach Richter(Oester„Ruhe vor dem Sturm“. General Queipo de Llano zur Lage DRB Lissabon, 3. Aug. General Queipo de Llano, der in der Nacht zum Montag wieder über den Rundfunksender Sevilla sprach, erklärte, die Ruhe, die augenblicklich herrsche, sei die Ruhe vor dem Sturm. Die Lage der Madrider Regierung sei äußerst kritisch und werde noch verschärft durch den in den letzten Tagen erfolgten Uebertritt verschiedener Einheiten der Guardia Civil zur Militärgruppe. Der General nahm erneut energisch gegen die Einmischung des Moskauer Senders in die innerpolitischen Verhältnisse Spaniens Stellung und wandte sich mit scharfen Worten gegen die Drohung des roten Generals Miajas, der angeblich die Absicht haben soll, die durch ihre geschichtlichen Bauten und herrlichen Kunstschätze weltberühmten Städte Cordoba und Granada mit Flugzeugen bombardieren zu lassen. Der Geist der nationalistischen Truppen und der Phalanx=Milizen sei ausgezeichnet. Weiter beschuldigte General Queipo de Llano als den alleinigen Verantwortlichen für die Ereignisse den früheren Ministerpräsidenten Portela Valladares. der die Macht an die Marxisten ausgeliefert habe. Zwei spanische Bombenflugzeuge in Frankreich gelandet DRB Paris, 3. August. Auf dem Flugplatz von Biarritz landeten am Montag zwei Bombenflugzeuge der spanischen Regierung, die von Madrid nach San Sebastian unterwegs waren. Sie halten Maschinengewehre und Munition an Bord, sowie Flugblätter, die sie über San Sebastian abwerfen sollten. Die Flieger behaupteten, sich verflogen zu haben. Sie werden festgehalten. Ihre Flugzeuge wurden vorläufig beschlagnahmt. Madrider Goldsendung in Paris eingetroffen DRB Paris, 3 August. In Paris traf am Montag aus Madrid ein Flugzeug mit sechs Fluggästen und 1200 Kilogramm Gold ein. Zweistündiges Gefecht vor Ceuta DNB London, 3. Aug. Das Schiff der Regierung „Jaune.“ und der Kreuzer„Libertad" beschossen am Montag die Batterien von Ceuta. Als die Küsterbatterten das Feuer erwiderten, zogen sie sich hinter ein englisches Kabelschiff zurück. Das Gefecht dauerte etwa zwe. Stunden. Vor Gibraltar traf am Montag z englische Schlachtschiff„Queen Elizabeth“ ein. Der Oberkommandierende der Mittelmeerflotte setzte auf dem Schiff zein Flagge.— Die 100-Meter-Entscheidung Unser Bild zeigt die Entscheidung im 100 -Lauf am Montag(Zielbild): 1. 0 10.3 Sek., 2. Metcalfe 10.4 Sek., 3. Osendarp(Holland) wens Deutsche Forschung In Olympia wird weiter gegraben Am Tage der Eröffnung der Olympischen Spie hat der Führer und Reichskanzler bekanntgegebe daß das Deutsche Reich die Ausgrabungen Olympia wieder aufnehmen und vollenden zir In vielen ausländischen Zeitungen wird mit beso derer Unterstreichung hervorgehoben, daß die Durchfü ruig der Olympischen Spiele in Berlin wirklich d klassischen Geist der hellenischen Idee atme, die mit de .# m p i a v e r b u n d e n s e i. E s i s t k e i n Z u f a l l, d e r deutsche Wissenschaft ist es gewesen, die die Stätte di klassischen olympischen Heiligtums zuerst mit dem Sp ten freilegte und der Welt zeigte. Die deutsche Sehnsucht nach Olympia ist über 1. Jahre alt. Schon der deutsche Begründer der Altertum wissenschaft. Winkelmann, hat die Ausgravung in Olympia ersehnt. Wirklich in Angriff genommen wu den sie erst 100 Jahre später durch den ehemaligen E zieher des späteren Kaisers Friedrich, den Berliner## sischen Philologen Ernst Curtius, dessen Initiatil es zu verdanken war, daß das Archäologische Reich institut in den Jahren 1875 bis 1881 aus Schutt, Stal ung Erde den heiligen Bezirk an das Licht des Tag te. Curtius hatte selbst die Oberleitung inne. Ih zur Seite stand der Architekt Adler und ein gan Stab von Archäologen und weiteren Baukünstlern, or den der Name Dörpfelds besonders hervorg hoben sei. Die Ausgrabungen waren nicht nur technis hervorragend, sie bedeuten auch ein Ruhmesblatt f die Uneigennützigkeit der deutschen Wissenschaft insofer als alle Funde in Griechenland verblieben. Die b rühmtesten ware.. die Nike des Päonius, der Herm des Praxiteles und die Skulpturen des Zeustempel Einige Doppelstücke kamen nach Berlin. Bronzefun then aufbewahrt. Alles was der Bodonst wieder herausgab, wurde in dem Olympischen M seum an Ort und Stelle aufgestellt. 890 2g Ausgrabungen erforderten den Betrag or 800000 RM., gemessen am damaligen Geldwert ei ganz außerordentliche Summe. Da neue Mittel nic aufgebracht werden konnten, hörten nach Freilegur der hauptsächlichsten Gebäulichkeiten die Arbeiten wi der auf. Als dann Dörpfeld, der oben erwähnte Mita beiter von Curtius, die Leitung des Archäologische Reichsinstituts in Athen übernommen hatte, nahm einige ergänzende Tiefgrabungen vor. Im übrigen### schränkte sich seine Tätigkeit auf die Erhaltung der Augrabungen. Auch nach seinem Rücktritt vom Amt he K 5AT K 2 ** Dienstag, den 4. August 1936 Neue sag Nr. 214 — Der Gouverneur der Bank von Frankreich in Berlin DRB Berlin. 3. Aug. Der Gouverneur der Bank von Frankreich, Herr Labeyrie, war am Montagmittag Gast des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, der zu seinen Ehren in der Reichsbank ein Frühstück gab. Hieran nahmen der Reichsaußenminister von Neurath. der französische Botschafter Francois=Poncet, die leitenden Herren des Reichsbankdirektoriums, Staatssekretär Dr. Posse, die Ministerialdirektoren Dr. Ritter und Dr. Olscher. ferner aus der Bankwelt die Herren Dr. Fischer. Götz und Schlieper teil. Am Vormittag hatte Präsident Dr. Schacht Gouverneur Labeyrie zu einer eingehenden Unterredung empfangen, die von dem traditionellen freundschaftlichen Geist getragen war, der seit langem zwischen den führenden Notenbanken der Welt besteht. Abends wohnte Herr Labeyrie der Festaufführung der„Orestie“ im Staatlichen Schauspielhaus bei, wo Ministerpräsident Göring ihn in der Pause empfing. Reichsbankpräsident Dr. Schacht wird den Besuch des Herrn Labeyrie voraussichtlich noch im Laufe des Monats August in Paris erwidern. Kiels großer Tag Die Eröffnung der Segelwettkämpfe der 11. Olympischen Spiele er gewissermaßen als Privatmann und freiwilliger Konservator von Olympia die Arbeiten bis zum Jahre 1932 fortgesetzt. 1935 erschien sein grandioses Werk „Alt Olympia“. Wenn nunmehr durch den hochherzigen Entschluß des Führers das Deutsche Reich die Ausgrabungen fortsetzen, und, wie ausdrücklich hervorgehoben wurde, auch vollenden will, dann können die deutschen Gelehrten dort fortfahren, wo ihre deutschen Vorgänger aufgehört haben. Curtius und die Seinen mußten vor 60 Jahren zunächst eine fünf bis sechs Meter hohe Schicht von angeschwemmten Kies und Sand beseitigen, bis sie das Gelände des heiligen Tempelbezirks mit seinen großartigen Anlagen erst einmal in seinen Umrissen freilegen konnten. Aber so viel auch ausgegraben wurde, die weltberühmte Altis mit ihren Toren, dem Tempel des olympischen Zeus, dem Hera=Tempel, dem Philippeion und dem Prytaneion, unter der Erde schlummern immer noch das Stadion, der Hippodrom, das Gymnasium und die Ringschule. Vereinzelte Saulenstümpfe, Schwellen und Bodenspuren hat man allerdings gefunden, aber über das ganze riesige Areal des Gymnasiums breitet sich heute eine Schafweide aus, und über dem Stadion ruht eine meterdicke Erdoberfläche. An diesen Stellen werden die neuen Ausgrabungen in erster Linie angesetzt werden müssen, damit das heute noch Fehlende weihevolle Auferstehung feiert. Weiter wird dann in die Wirrnis von Ueberresten und Trümmern Ordnung gebracht werden müssen, und schließlich wird man das Ziel, das schon Curtius vor schwebte, erfüllen, den Hera=Tempel wieder aufbauen, dessen Säulen einst durch ein Erdbeben umgeworfen wurden, so daß die Steinscheiben im Grase h ngeschüttet liegen wie die Münzen einer Geldrolle. Das ist Arbeit für Jahrzehnte, aber ein Unterfangen, das dem deutschen Geist entspricht. Man kann es begreifen., daß die griechische Regierung freudig ihre Zustimmung zu dem gewaltigen Werk gegeben hat. Deutschland und Olympia bilden hinfort einen unzerstörbaren Begriff. Mit innerer Bewegung erkennt man nun die tiefe Bedeutung des Fackellaufes. An geweihter Stätte, in den Ruinen des alten Olympia, wurde das heilige Feuer vom Himmel auf die Erde geholt. Ueber 3000 Läufer haben es nach Deutschland getragen, und in Berl.n, der Hauptstadt des Deutschen Reiches, das olympische Feuer des neu entstandenen Stadions entzündet. Damit wurde Berlin 1936, wie eine nordische Zeitung sagt, zum Olympia aller Olympiaden gemacht. Dieses neue Olympia dankt nun dem alten, indem es die deutsche Wissenschaft einsetzt, um die dei Erde zu entreißen und der Welt einen Wallfahrtsort zu geben. DRB Kiel, 4. Aug. Die olympischen Segelwettkämpfe in Kiel haben mit einer großartigen Eröffnungsfeier am Hindenburg=Ufer am Montagabend ihren glanzvollen Auftakt genommen. Niemand der Zehntausende, die kilometerweit die schöne Hindenburg=Promenade säumten, oder in lampiongeschmückten Booten und Dampfern vom Wasser aus dem Schauspiel zusahen, wird jemals diesen Eindruck vergessen. Währeno noch Tausende von der Stadt zum Hindenburg=Ufer strömten, sammelten sich die Segler im Garten des Olympia=Heims unter ihren Nationalflaggen. Inzwischen waren auf dem Festplatz am Hindenburg=Ufer vor der Bellevue=Brücke Ehrenformationen aufmarschiert. Vor drei gewaltigen Säulen mit den goldenen Oelzweigen und den fünf olympischen Ringen, die weithin über die Förde leuchteten, sammelten sich viele hervorragende Festteilnehmer. Man ah den Oberpräsidenten von Schleswig=Holstein Gauleiter Lohse, den Kommandierenden Admiral der Marinestation der Ostsee Admiral Albrecht, den Flottenchef Admiral Förster, den Befehlshaber im Luftkreis 6 Generalleutnant Zander, SS=Abschnittsfüher Sporrenberg, den Gauarbeitsführer Triebel und andere führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Unter den zahlreichen ausländischen Gästen bemerkte man den englischen Marineattaché, Troubridge, den Kommandanten des im Kieler Hafen liegenden britischen Kreuzers„Neptune", Kapitän Bedford, und eine Abordnung der Besatzung. Plötzlich kommt Bewegung in die Massen. Aus der Ferne klingt der Badenweiler Marsch auf. Unter Führung eines Musikkorps der blauen Jungen marschieren die Olympia=Segelmannschaften zum platz. An der Spitze gehen zwei Fahnenschwenker. Dann folgen die einzelnen Mannschaften mit ihren Fahnen, flankiert von deutschen Sportlern als Fakkelträgern. Im Licht der grellen Bogenlampen und der hell strahlenden Scheinwerfer leuchten die Farben von 26 Nationen. Im Halbkreis unter hohen Fahnenmasten nehmen die Vertreter der Länder Aufstellung. Aufbrausender ackelträgers, der unter dem Jubel der Menge das Jubel in der Ferne kündigt das Nahen des vorletzten heilige, Feuer zum Festplatz bringt. Dort tritt der letzte Fackelläufer der Stafette Berlin—Kiel seinen Lauf an. Dieser Lauf ist kurz. Nach etwa 100 Metern besteigt der Fackelläufer von der Bellevue=Brücke aus einen Kutter der Marine=HI, die ihn mit kräftigen Schlägen zur Hanse=Kogge pullt. Ein Schwarm lamviongeschmückter Segel= und Ruderboote folgt dem Kutter.„— Inzwischen ergreift der Führer des deutschen Segelsportverbandes. Oberstleutnant a. D. Kewisch. das Wort zu der Eröffnungsansprache: „Die besten Segler der Welt sind hier versammelt. um für ihre Nationen um die ööchsten sportlichen Ehren zu kämpfen. Immer hat unser Sport als einer der edelsten und lautersten gegolten, denn jegeln bedeutet nicht nur sportlichen Kampf Mann gegen Mann, sondern darüber hinaus Kampf mit den Gewalten der Natur, der See und dem Wind. Diese aber geben unserem Sport seine Eigenart und erziehen uns zu den höchsten Mannestugenden, Mut und Einsatz aller Kräfte, als letztes auch Einsatz des Lebens! Sie schweißen Führer und Mannschaft zu einem Willen und zu fester Kameradschaft zusammen. Aber die Gewalten der Natur, Wind und See. sind zugleich unbestechliche Kampfrichter, die nur dem den Sieg zuerkennen, der ihnen in Wahrheit gewachsen ist. Deshalb erziehen sie uns zu der Ritterlichkeit im Kampf gegeneinander, die wahrhafter Sport fordert. Diese Ritterlichkeit zu wahren, den reinen Kampf über den Sieg zu setzen, wird, wie wir sicher wissen, Ihr aller Bemühen sein. Wir eröffnen die 7. SegelOlympiade! Heißt Flagge!“ Es ist ein ergreifender Anblick, als das olympische Feuer vom Mast der Kogge weit über dem Kieler Hafen leuchtete. Die Arme recken sich zum Gruße während die Klänge der Olympischen Hymne zum nächtlichen Himmel emporsteigen. Glücklicher Sieger Karl Hein: Der schönste Tag meines Lebens DRB Reichssportfeld, 3. August. Nun hat Deutschland bereits die dritte Goldmedaille in der Leichtathletik errungen, ein Erfolg, wie er nicht vorauszusehen war. Selten hat man einen glücklicheren Olympiasieger gesehen als Karl Hein, der sich mit einem Wurf von 56,49 Metern— olympischer und deutscher Rekord— übertraf. Der Hamburger, ein frischer Bursche, hat neben Blask und Greulich die deutschen Farben überaus ehrenvoll vertreten. Als wir Gelegenheit fanden, ihn sofort nach seinem herrlichen Siege, zu sprechen, war er zunächst noch etwas fassungslos über den großen Erfolg. Er erzählte uns: Ich habe in den letzten Wochen fast ständig 55½ Meter geworfen und glaubte felsenest daran, daß ich diese Leistung auch am Montagnachmittag erreichen würde. Er fährt dann fort: Die Anwesenheit des Führers gab mir die Kraft, meine Leistung noch zu verbessern. Eine ungeheure Nervenprobe war für mich die Pause zwischen dem Vorkampf und der Entscheidung. Das Warten zerrte an den Nerven und ich überstand dies vielleicht nur deshalb, weil ich immer streng sportlich gelebt habe. Bevor ich zum Hammerwerfen kam, das sind nun 2½ Jahre her. war ich Kugelstoßer und Diskuswerfer. Vorher war ich zehn Jahre lang Mittelstreckenläufer. Der 28jährige Norddeutsche verabschiedet sich mit den Worten: Schreiben Sie, der 3. August 1936 sei der schönste Tag meines Lebens! Woellke zum Leutnank befördert Der Revieroberwachtmeister Hans Woellke, der als erster deutscher Leichtathlei durch seine prachtvolle Leistung im Kugelstoßen für Deutschland eine Goldmedaille erhalten hat, ist vom preußischen Ministerpräsidenten auf Vorschlag des Chefs der Ordnungspolizei, General Daluege, zum Leutnant der Schutzpolizei befördert worden. Er wird in das Polizeisportreferat beim Haupkamt Ordnungspolizei im Reichs, und preußischen Ministerium des Innern abkommandiert werden. Nach Einrichtung der geplanten neuen Polizeisportschule wird Leutnant Woellke dort als Sportlehrer verwendet werden. Im Dienst der Olympia Schriftwechsel zwischen dem Führer und Baron de Coubertin DNB Berlin, 3. August. Der Ehrenpräsident der Olympischen Spiele, Baron Pierre de Coubertin, hat anläßlich des Beginns der Berliner Olympischen Spiele aus Lausanne an den Führer und Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, das in der Uebersetzung wie folgt lautet: „Exzellenz! Während die heilige Flamme von Olympia sich dem Stadion in Berlin nähert, wo durch Sie selbst die festliche Eröffnung der Spiele der 11. Olympiade neuer Zeitrechnung verkündet werden soll, liegt es mir am Herzen, Eurer Exzellenz meine Bewunderung für die Vollendung, den Willen und das tiefe Verständnis auszudrücken, mit denen diese Feier vorbereitet worden ist. Am Abend meines Lebens ist es mir von hohem Wert, die Größe der Förderung feststellen zu können, die Deutschland, das von je her den Grundsätzen meines Werkes günstig gesinnt war, ihm heute leistet. Ich bitte Euer Exzellenz, mit meiner Hochachtung und meinen besten Wünschen für Ihre Person den Ausdruck meiner tiefen und aufrichtigen Dankbarkeit entgegen zu nehmen, Pierre de Coubertin. „Für Ihr freundliches Schreiben danke ich Ihnen herzlich. Das deutsche Volk schätzt sich glücklich, mit der Durchführung der diesjährigen Olympischen Spiele in Berlin einen Beitrag zu Ihrem unvergänglichen Werk, dem olympischen Gedanken, leisten zu können. Mit den besten Wünschen für Ihr Wohlergehen und herzlichen Grüßen Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler.“ Der Führer empfängt Amerika-Deutsche DRB Berlin, 3. Aug. Die anläßlich der Olympischen Spiele in der Reichshauptstadt weilende Reisegesellschaft des Amerika=Deutschen Volksbundes versammelte sich Sonntagvormittag am Potsdamer Bahnhof und marschierte unter Vorantritt einer SA=Kapelle zum Ehrenmal unter den Linden. Während das Lied vom Guten Kameraden erklang, legte der Bundesvorstand einen großen Eichenkranz mit einer Widmung für die Gefallenen des Weltkrieges nieder. Anschließend marschierte der Zug nach der Reichskanzlei und nahm ihr gegenüber Aufstellung. Eine Abordnung des Bundes unter Führung des Bundesführers Friedrich Kuhn wurde dort vom Führer empfangen, und übergab ihm als Ehrenüberreichten sie ihm eine Spende von 2300 Dollar für das kommende Winterhilfswerk. Der Führer dankte den Amerika=Deutschen auf das herzlichste für ihre Gaben. 362000 Fahrgäste in drei Tagen nach Berlin DRB Berlin, 3. August. Wie die Reichsbahndirektion mitteilt, trafen zum Besuch der Olympischen Spiele am 31. Juli 53 Sonderzüge mit rund 25000 Fahrgästen ein, außerdem kamen mit den fahrplanmäßigen Zügen schätzungsweise 72000 Personen an. Am 1. August trafen 86 Sonderzüge ein mit 52.000 Reisenden, die fahrplanmäßigen Züge brachten etwa 95000 Fahrgäste. Am 2. August trafen 53 Sonderzüge mit 27.000 Fahrgästen ein. Mit den fahrplanmäßigen Zügen kamen etwa 91000 Besucher an. Diese Nummer umfaßt 14 Der Führer und Reichskanzler hat dem, geschenk das goldene Buch, das rund 6000 Unterschriften de Coubertin mit einem Telegramm wie folgt mit Druck und Verlag: Kölner Verlagsanstalt und Druckerei=.G. in Köln. Hauptschriftleiter Dr. Hans Koch: verantwortlich für Politik und Wirtschaftsteil: Dr Aug. Wegener; fur Kommunalpolitik und stadtkölnischen Lokalteil: Dr. Hans Koch: für Unterhaltung und Feuilleton: Werner Höfer; für den Umgebungs= sowie den Provinzteil: Paul Saupe; für den Sportteil: Theo Kirschbaum; für das rechtsrheinische Gebiet: Otto Lowig: alle Bonner Lokalteil: Roberi Colmant Dürener Lokalteil: 1. B in Köln: in für den geantwortet: Denkwürdige Begegnung im Bild Goethe, Görres und Freiherr vom Stein Die Wellen des Rheins spiegelten sich endlich wieder in der Sonne der Freiheit, als über die Taunushöhen Altmeister und Staatsminister von Goethe dem Lahntal zustrebte. Die Sehnsucht hatte den Sechsundse yzigjährigen gepackt.„die Pfade, auf welchen seine lustige, genialische Jugend sich ergangen und getumnelt hatte, die Pjade, werche bei Wetzlar an der Lahn und durch ihre schönen Täler nach Nassau. Koblenz, Ehrenbreitstein und Vallendar zulaufen, noch einmal wieder zu durchwandeln." Diesmal brauchte der Weimarer Staatsmann nicht zu befürchten, daß wie noch vor kurzem an allen Straßen die französischen Schildwachen ihr„Qu oive!" riefen und mit hundert Plackereien die Reise verzögerten. Goethes Gepäck war umfangreich, und hatte mißtrauischen Douaniers viel zu denken gegeben; er wollte dieses Mal nicht nur in Erinnerung schwelgen, sondern geologische Schätze des Rheinlandes mit nach Weimar in seine Steinsammlung zurückbringen. In Nassau im„Löwen“ blieb man zur ersten Rast. Dus hörte der Reichsfreiherr in seinem benachbarten Stadtschloß„Zum Stein" und flugs holte er den Sträusenden in seine bessere Unterkunft. Freiherr vom Stern stand in diesen Monaten des Jahres 1815 vor einem neuen Abschnitt seines Lebens. Er hauste im Schatten eines verschlossenen Schmerzes. Der Mann dem die Vernichtung Napoleons gelungen war. der Deutschland noch unendlich viel hätte geben können, war auf unselige Weise aus den führenden Stellungen hinausgedrängt und betrat zur Stunde die Laufbahn eines Gelehrten, um sich in den„Monumenta Germaniae historica“ sein geistiges Denkmal zu setzen. Als er nun vernahm, daß Goethe hinunter wollte zum Rhein und weiter abwärts nach Köln, ließ er den Wagen vorspannen und sie rollten beide„geattenwegs, sodann bergauf, bergab, ins Tal Ehrenbreitstein. Zunächst wurde Koblenz nicht berührt; man mietete vielmehr ein Schiff, um auf dem befreiten Strom gleich nach Köln weiterzufahren. In Köln. Wunderbar gingen die beiden deutschen Großen nebeneinander her wie mit einer gegenseitigen Ehrfurcht", so berichtet Arndt über den Kölner Aufenthalt Goethes und Steins. Er begegnete ihnen durch Zufall im hohen Dom Goethe fand er versunken in das Martenbild Stefan Lochners Der Dichter füllte sich an mit dem krisch pulsierenden Leben der Stadt, während von dem Freiherrn vom Stein die Last des politischen Schicksals nicht hinwegwich. So gingen die Herzenswünsche weit auseinander.„Ich kann mir denken — schreibt Arndt dazu,— wie die beiden Reisegefährten jeden Zusammenstoß vermieden; es war gewiß die äsopische Reise des steinernen und irdenen Topfes. — Man vereinbarte nun den gemeinsamen Besuch von Koblenz, wo eine Einladung von Görres auf sie wartete. In Koblenz. Spät am Abend des 28. Juli polterte die Reisekutsche über die Balduinbrücke in die nachtdunkle Stadt. Vierzig Jahre lag der erste Goethe=Besuch zurück. Auch damals hatte sich hier ein Trio wohlbekannter Männer eingefunden: neben Goethe Lavater und Basedow, die Tischrunde aus den„Drei Reichskronen — Zur zweiten großen Begegnung fand man wieder orei Männer um eine Tafel vereint. Görres hatte namlich in seinem„Schrebergärtchen“ vor der Stadt am Morgen nach der Ankunft der Gäste ein Frühstück angesagt, zu dem die drei und sonstige Freunde auf die Karthause hinaufstiegen, wo das Görressche Anwesen lag. Gegenseitig war man sich nicht unbekannt. Der Ruf des Olympiers war wie eherner Klang in Deutschland Kaum minder bekannt war in jener Zeit der Herausgeber des„Rheinischen Merkur“. der gewaltigste geistige Widerpart des Korsen und nun nach dessen Untergang der kühne Sprecher seiner Zeit. Von dieser Zeitschrift her rührte die Beziehung auch zu Stein, mit dem Görres wie auch Goethe die Auffassung vertrat. daß durch die Wiener Entscheidungen eine der„heilig großen Opfer“ würdige Neugestaltung der Dinge nicht erreicht worden war. Wir wissen nicht, was die drei Männer auf der Bergeshöhe besprachen. Es ist aber zu vermuten, daß sich Goethe von Görres über die Gründung von zentralen Bildungsstätten in der neuen rheinischen Provinz orientieren ließ. Denn Görres war seit dem Uebergang des Rheinlandes an Preußen als Direktor des öffentlichen Unterrichts oberster staatlicher Schulbeamter der Provinz und galt als der sicherste Kenner rheinischer Geistigkeit. Goethe aber war beauftragt. auf Grund dieser Reise dem befreundeten preußischen Minister Schuckmann„Vorschläge zur besten Einrichtung der Anstalten für Kunst und Wissenschaft zu unterbreiten. Vermutlich auf Grund der Auskünfte, die Görres ihm gab. schrieb Goethe später über Koblenz: „Hier würde sich ein Mittel zur Aufbewahrung der Altertümer und zur Förderung der Kunst von selbst bilden. Die herrliche Lage des Orts. die schönen Straßen und Gebäude, die günstigen Wohnräume sind für den Einheimischen erfreulich, für den Fremden einladend.“ Er spricht dann weiter von den Bildungsanstalten der Stadt und schließt:„Gewiß würden die Glieder solcher Anstalten sich einem Bunde, der Kunst und Altertum zu fördern gedächte, willig und kräftig anschließen.“ Politische Gespräche wird man bei der bekannten Abneigung Goethes an diesem Sommermorgen tunlichst vermieden haben, wenn auch den beiden Männern neben ihm die Probleme des Tages auf den Nägeln brannten. Aber Stein hatte schon in Köln gewarnt: „Liebe Kinder, still, still! Nur nichts Politisches Das mag er nicht: wir können ihn da freilich nicht loben, aber er ist doch zu groß.“ Die herrliche Landschaft aber warf ihren Zauber in den Kreis: die„köstliche Lage der Stadt und deren reiche Umgebung, die unwiederherstellbaren Ruinen der Festung Ehrenbreitstein. welche nun im Sinne der neuen Kriegskunst wieder ausgebessert werden"(Goethe). Diese Wiederbegegnung mit den vertrauten Orten der früheren Rheinreise. das Auftauchen von Erinnerungen, an denen auch Koblenz Anteil hatte, berührten den Dichter aufs tiesste; denn sie weckten in ihm die lyrische Schafsensfreudigkeit des Jünglings wieder, wovon die spätere Dichtung uns Zeugnis Nur einige Stunden dauerte diese Berührung der drei größten Geister ihrer Zeit. Schon bald winkte man sich vom Ufer aus zum Abschied, als der Freiherr und der Dichter auf der„Fliegenden Brücke" nach Ehrenbreitstein hinüberfuhren, um dann lahnwärts einzubiegen und aus dem Gesichtskreis zu schwinden. Diese denkwürdige Begegnung wird der Kunstmaler Robert Gerstenkorn im Auftrage der Stadtverwaltung von Koblenz in einem großen Gemälde darstellen, das als Wandschmuck für die Aula des Realgymnasiums in Koblenz bestimmt ist. g. d. Heinrich der Finkler Eine Uraufführung im Harzer Bergtheater Das Harzer Bergtheater auf dem Hexentanzplatze bei Thale brachte anläßlich der König=Heinrich=Feier in Quedlinburg ein einaktiges Schauspiel von Wilhelm von Schramm zur Uraufführung:„Heinrich der Finkler.“ Schramm ist bisher als Schriftsteller mit zwei größeren Werken hervorgetreten, der„Donautragödie und dem Roman„Die roten Tage". Das neue Werk ist ein für die Freilichtbühne berechnetes Stück, das sich ohne Pause abspielt. Dem Dichter lag nicht daran. die Taten Heinrichs in einem großen historischen Spiel vorüberziehen zu lassen, sondern er wollte sie vielmehr nur andeutungsweise im Rahmen eines Thingspieles veranschaulichen. Wir erleben einen altdeutschen Gaugerichtstag. Die alten, durch das Eindringen des römischen Rechts später verschütteten Rechtsformeln werden wieder lebendig. In die Handlung ist der unselige Streit zwischen Hanno, dem Sachsen, und Rupert. dem Franken eingeflochten. Der Dichter glaubt auf — Bonnz für den Franz Averhoft in Köln: Bildverantwortliche: Ressortleiter; für Anzeigen: Theo Müller in Köln.—.=A VI. 36: Der Neue Tag 34 338; hiervon Bezirksausgabe Bonn 2312: Bezirksausgabe Düren 2018.— (Zurzeit ist Preisliste Nr. 8 gültig.) Parallelen zwischen der damaligen und der heutigen Zeit nicht verzichten zu dürfen, wenn sie auch das historische Bild beeinträchtigen. Der Kerngedanke des Stückes liegt in dem Gericht über die Erbübel der germanischen Rasse. Die Verssprache ist zwar schwierig. aber vollendet. Intendant Heinrich Kreutz hatte das Spiel in Szene gesetzt. K. A. Festaufführung im Staatlichen Schauspielhaus Im Rahmen der großen kulturellen Veranstaltungen. die Deutschland seinen olympischen Gästen barbietet, fand am Montagabend im Staatlichen Schauspielhaus eine Festvorstellung statt, in der zum ersten Male die„Orestie“ von Aeschylos, znget Meher: setzung von Ulrich von Wilamowitz=Moellendorff zur Aufführung gelangte. Mit der Wahl des Schauspielhauses zeigte man den ausländischen Gästen zugleich einen ragendsten, in der ganzen Welt bekannten Schinkel: bauten. Auch die Wahl dieses Bühnenwerks, das große Gestalten alter griechischer Geschichte aufleben läßt, erscheint dem Charakter der Olympischen Spiele gut angepakt. Der Festaufführung wohnten außer dem Hausherrn Ministerpräsident Generaloberst Göring und seiner Gattin die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels, Generalfeldmarschall von Blomberg, Freiherr von Neurath, Darré, Schacht und Schwerin=Krosigk, zumeist mit ihren Damen, bei. Außerdem waren anwesend die Mitglieder des JOK und weiter sah man unter den vielen geladenen Gästen zahlreiche bekannte Männer aus Politik, Geistesleben. Wirtschaft und Sport, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem gesamten Auslande. In der Begleitung von Reichsbankpräsident Dr. Schacht befand sich auch der Gouverneur der Bank von Frankreich, Labeyrie. Als Hauptdarsteller wirkten mit Friedrich Kayßler, Hermine Körner. Walther Frank und Maria Koppenhöfer u. a. Die Spielleitung hatte Lothar Müthel. Der Festaufführung wohnten weiter bei: die Reichsminister Rust. Eltz von Rübenach und Seidte, Reichsführer SS Himmler. der Reichsjugendführer Baldur von Schirach. die Reichsstatthalter Ritter von Epp und Meyer. der bayerische Ministerpräsident Siebert, die Staatssekretäre Lammers. Meißner. Funk, Pfundtner und Krone. Die Diplomatie war vertreten durch die Botschafter von Frankreich. England, Polen, Türkei. Japan. Chile. Brasilien, die Gesandten von Dänemark. Schweden Finnland. Argentinien Rumänien, Oesterreich, der Tschechoslowakei, Uruguays, Haitis, Perus. Lettland. Ungarn. der Schweiz und Jugoslawien sowie die Geschäftsträger aller übrigen bei den Olympischen Spielen vertretenen Länder. 5 1 Dienskag, den 4. August 1936 68 „Frankenburger Würfelspiel Uraufführung auf der Dietrich-Eckart-Bühne DRB Berlin, 3. Aug. In der mit Tausenden gefüllten Dietrich=Eckart=Bühne, dem Theater unter freiem Himmel auf Berlins Reichssportfeld, fand die Uraufführung von Eberhard Wolfgang Möllers„Frankenburger Würfelspiel" statt. Reichsminister Dr. Goebbels wohnte der Aufführung bei. Als er erschien und zu seinem Platz ging, erhoben sich die Zuschauer zum Heil=Gruß. Ein Gericht soll kommen. Richter nehmen Platz auf hochlehnigen Stühlen. Bauern sind die Kläger. Sie klagen Kaiser Ferdinand II. an, daß er ihresgleichen Aufrührer nannte und hinschlachten ließ. Der Kaiser seine Räte verantwortlich. Die Räte schieben dem Statthalter die Schuld zu, der wieder einem anderen: dem Grafen Herbersdorf. Wer will entscheiden, nach Jahren entscheiden? Die Richter haben höhere Macht als sonst irdische Richter haben. Sie drehen das Rad der Zeit zurück. Die Toten kommen wieder. Dreißigjähriger Krieg. Reich in Not, Volk in Not, Bauern wie Hunde geachtet. Da brechen die Bauern los, wollen frei geachtet sein, wollen sich Recht schaffen. Im Namen des Kaisers läd Graf Herbersdorf sie vor. Er verspricht, ihnen solle nichts geschehen, falls sie unbewaffnet kämen. Sie kommen unbewaffnet. Trotzdem läßt Graf Herbersdorf sie von seinen Soldaten umstellen und um ihr Leben würfeln. Oder wollen sie auf ihr Recht und auf ihren Glauben verzichten? Nein. Gut: Dann wird gewürfelt. Immer zwei treten vor und würfeln. Wer gewinnt, lebt. Wer verliert, muß sterben. Die Bauern wollen diese Willkür nicht. Wut steht in ihnen auf. Sie dringen gegen die bösen Machthaver vor. Da erlischt der offenbarende Traum. Wieder ist der Gerichtshof da. Ein großes magisches Standbild, die ewige Gerechtigkeit, thront in der Mitte. Nun wird der Spieß umgedreht: Nun müssen Kaiser, Räte und Statthalter selbst den Würfelbecher nehmen. Und sie sind es nun, die vor dem obersten Richter verlieren. Graf Herbersdorf wirft zwar triumphierend den höchstmöglichen Wurf. Aber die Gestalt wirft auch: Sie wirft „Unendlichkeit!". Die sieben Richter brechen den Stab über den Verurteilten. Eberhard Wolfgang Möllers Spiel ist in markig lyrischer Sprache geschrieben. Es wird gehoben durch Chöre, durch Sprechgesang. Auf der herrlichsten Bühne, die es wohl geben mag, wird es vermittelt von jungen Meistern des Sprechens, Mathias Wiemann und Dr. Werner Peilter. Stiftung des Führers Erinnerungsmedaille über die Olympischen Spiele 1936 DRB Berlin, 3. Aug. Das Reichsgesetzblatt vom 3. August veröffentlicht folgende Verordnung des Führers und Reichskanzlers über die Stiftung einer Erinnerungsmedaille für die Olympischen Spiele 1936: I. In Ergänzung meiner Vevordnung über die Stiftung eines Ehrenzeichens für Verdienste um die Olympischen Spiele 1936 vom 4. Februar 1936(RGBl. I, S. 51) stifte ich für verdienstvolle Mitarbeit bei den Olympischen #ielen 1936, die„Deutsche Olympia=Erinne= rungsmedaille“. II. Die aus weißem Metall bestehende runde Deutsche Olympia=Erinnerungsmedaille zeigt auf der Vorderseite das Hoheitszeichen des Reiches, hinter dem einer die fünf olympischen Ringe tragender Eckturm steht, und die Jahreszahl 1936. Auf der Rückseite befinden sich die Worte„Für verdienstvolle Mitarbeit bei den Olympischen Spielen 1936“ und darunter ein Eichenzweig. III. Die Deutsche Olympia=Erinnerungsmedaille wird an einem drei Zentimeter breiten Band von gleicher Ausführung wie das der zweiten Klasse des Deutschen Olympia=Ehrenzeichens im Knopfloch oder auf der binken Brustseite getragen. IV. Die Ziffern 5 bis 9 der Verordnung über die Stiftung eines Ehrenzeichens für Verdienste um die Olympischen Spiele 1936 vom 4. Februar 1936(RGBl. I, S. 51) finden Anwendung. Berlin, den 31. Juli 1936. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler Der Reichsminister des Innern Frick. Jugendliche Olympiagäste und Schlafsäcke und Decken mitbringen! DNB Berlin, 3. August. Gegenüber den im In= uni Auslande verbreiteten falschen Nachrichten, daß jugend .päste der Olympischen Spiele in Berlin kein Jugendein ne sen te die Hauptstelle des OlympiaJugend=Unterkunftsamtes mit, daß sowohl große Grupnorbereitett###n in auen Stadtteilen Berlins gut vorbereitete Unterkünfte finden. Auch kurzfristige Uebernachtungen sind möglich, doch mussen Schlafsäcke d Deaen mitgebracht werden. Auskunft er Ligmpig=Zugend=Unterkunftsämter der Ver #n„bezirke und die Hauptstelle Berlin C 2, Post Dienst der Heimat Erholungsaufenthalt für Spanien-Flüchtlinge DRB München, 3. August. Am Sonntagabend ramen wieder 300 deutsche Spanienflüchtlinge in München an. Zumeist handelt es sich um Frauen und Kinder aus Barcelona und Umgebung. Viele hatten ohne Handgepäck fliehen müssen. Kinder hatten oft als einziges ihre Schultasche oder ihre Lieblingspuppe bei sich. Bei einem reichhaltigen Essen wurden die Flüchtlinge im Namen des Innenministers und Gauleiters Adolf Wagner von Stabsleiter Hausboeck begrüßt. Ein Vertreter der Auslandsorganisation der RSDAP teilte mit, daß der Leiter der DAF, Dr. Ley, allen Flüchtgen aus Spanien Erholungsaufenthalt in der bayeoder im Schwarzwald bewilligt hat. #., Frhslursszeit sollen die Flüchtlinge, die zunächst ## Mini ener Krankenhäusern untergebracht worden sind, bereits am Dienstag antreten. Gleue sag Unerhörte Provokation der Volksfront Marxistische Demonstrationen an der Grenze bei Saarbrücken DRB Saarbrücken, 3. August. Während in Deutschland anläßlich der Olympiade die deutsche Jugend für den Frieden der Welt eintritt, eine Kundgebung, an der sich über 50 Nationen beteiligen, laufen undisziplinierte rote Banden an der deutschen Grenze bei Saarbrücken(Goldene Brenn) entlang und provozieren auf eine unerhörte Art un. Weise. Am 2. August um 16 Uhr fand auf der Spicherer Höhe bei Saarbrücken eine große Kundgebung der französischen Volksfront statt, an der sich etwa 3000 Personen beteiligten. Nach endigung dieser Kundgebung zogen die einzelnen Teilnehmer in aufgelöster Ordnung mit fliegenden Sowjetfahnen, Trikoloren und Volksfrontfahnen an die deutsche Grenze und veranstalteten mit erhobenen Fäusten gegen das deutsche Gebiet und unter Absingung der Marseillaise und der Internationale dort eine Kundgebung. Außerdem wurden von der Masse Ballons aufgelassen, die Flugzettel hetzerischen Inhalts trugen und auf deutsches Gebiet flogen. Garde mobile und Gendarmerie schützten diese Kundgebung. Hohe Offiziere der Garde mobile nahmen an ihr teil. Angesichts des klar betonten Friedenswillens Deutschlands bedeutet dieses Verhalten, das von hunderten Deutscher in völlig disziplinierter Haltung beobachtet wurde, eine Herausforderung sondergleichen. Marxistischer Überfall auf einen französischen Bürgermeister DRB Paris, 3. August. In dem kleinen Ort St. Zacharie zwischen Aix und Toulon überfielen am Sonntagabend Marxisten den Bürgermeister, als er nachts in Begleitung von Freunden heimkehrte. Der Bürgermeister ist Mitglied der Doriotschen französischen Volkspartei. Auf einen Wortwechsel entwickelte sich eine Schlägerei und dann eine Schießerei. Die Gegner des Bürgermeisters holten schließlich Verstärkungen und Waffen und versuchten, das Haus des Bürgermeisters zu stürmen. Dieser hielt jedoch seine Angreifer ebenfalls mit der Schußwaffe in Schach, bis Gendarmerie eintraf. Diese übernahm dann die Bewachung des Hauses. Die Marxisten konnten bisher jedoch noch nicht vertrieben werden. Rasche Arbeit Vom neuen deutschen Strafrecht Der krasse Unterschied in der Gesetzgebung während der Zeit der parlamentarischen Demokratie und im nationalsozialistischen Staat läßt sich an einem Beispiel beweisen, wie es besser gar nicht ersonnen werden kann Kürzlich hat nämlich der Reichsminister der Justiz Dr. Gürtner den Bericht über die Arbeit der amtlichen Strafrechtskommission nach den Ergebnissen der zweiten Lesung der Oeffentlichkeit übergeben. Selbst Vorksgenossen, die sich mit Rechtsfragen niemals eingehend besaßt haben, werden sich erinnern, daß seit der Jahrhundertwende in regelmäßigen Abständen eine Meldung durch die Tagespresse lief, die besagte, der Strafrechtsausschuß des Reichstags habe sich mit dem oder jenem Paragraphen eines neu zu schaffenden Strafgesetzbuches beschäftigt. Vergeblich waren diese Bemühungen und mußten vergeblich sein, weil das angestrebte Ziel von ganz verschiedenen Standpunkten aus gesehen wurde, so daß höchstens ein faules Kompromiß möglich gewesen wäre, das bei der rasch wechselnden Zahlenakrobatik der Demokratie nie zu einem fertigen Werk aus einem Guß hätte werden können. Die Erkenntnis der dringlichen Notwendigkeit einer Strafrechtsform war unzweifelhaft vorhanden, aber die in jedem parlamentarischen System einander widerstreitenden Kräfte verhinderten auch im Reichstag jahrzehntelang das Gelingen eines großen Wurfes. Wie anders liegen die Dinge dagegen heute, da die Männer, die zur schaffenden Tat berufen wurden, vom gleichen Standpunkt aus demselben Ziele zustreben. Im Herbst 1933 gab der Führer und Reichskanzler einen amtlichen Ausschuß unter dem Vorsitz des Reichsjustizministers den Auftrag, den Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches auszuarbeiten. Nur wenig war im Laufe der vergangenen Zeit von der Tätigkeit dieses Ausschusses zu hören, der sich mit bewundernswertem Eifer daran machte, an die Stelle eines aus liberalistischem Geiste entstandenen Gesetzes etwas Neues zu setzen, das, wie Staatssekretär Dr. Freisler betont, unmittelbar aus dem neuen, nationalsozialistischen Weltbild und den aus ihm sich ergevenden Forderungen an Denken und Handeln des einzelnen Volksgliedes seinen Inhalt und seine Haltung entnimmt. Selbstverständlich wurden nicht alle Bestimmungen des geltenden Strafrechtes außer Kurs gesetzt. Das hätte weder die Einstellung des Reichsjustizministers noch der seiner verantwortlichen Mitarbeiter und Berater entsprochen. Da man aber nach einem Worte des Reichsministers Dr. Frank im Strafrecht den Willen eines Volkes zur Selbstbehauptung. den Willen eines Staates, dem Volk die Sicherheit für die Zukunft aufzubauen, erkennt, kann das kommende deutsche Strafrecht, das jetzt im Entwurf vorliegt, nichts anderes sein, als ein Spiegelbild deg nationalsozialistischen deutschen Weltbildes. In allen Teilen des Strafgesetzentwurfes tritt daher die Wandlung deutlich zu Tage, die sich gegenüber dem geltenden Strafrecht vollzogen hat. Während das bisherige Rechtsdenken alle Lebenserscheinungen vom Einzelnen her beurteilte, werden auch alle die Volksgemeinschaft angehenden Güter wie Volkskraft, Ehe, Familie, Moral, Gesundheit, Rasse, Erbgut, Arbeitskraft usw. im kommenden Strafgesetzbuch als Grundwerte der Volksgemeinschaft den vollen Strafschutz genießen. So werden ebenfalls künftig Gemeinschaften wie das Deutsche Volk, das Reich, die Partei und die Wehrmacht in ihrer Ehre geschützt sein, während bis zur Machtübernahme durch den Nationalsozialismus nicht einmal der einzelne Volksgenosse einen genügenden Ehrenschutz hatte. In der Verfolgung selbst ernsthafter Ehrverletzungen war in der Nachkriegszeit eine solche Lauheit eingetreten daß die meisten Volksschichten gegen die Anrufng der Gerichte zum Schutze der Ehre eine kaum überwindliche Abneigung bekundeten. Wie in vielen Punkten, so wird auch hier im neuen Strafrecht ein gründlicher Wandel eintreten. Voraussichtlich wird keine allzu lange Zeit mehr vergehen, bis der Entwurf des Strafgesetzbuches in Kraft treten kann. Reichsjustizminister Dr. Gürtner hat selbst erklärt, es bestehe die begründete Hoffnung, daß die Erneuerung des Strafrechts, die das parlamentarische System in dreißig Jahren nicht durchführen konnte. bald zum Abschluß gelangen wird. Siegerehrung der Gewichtheber im Leichtgewicht S 4 4 * 44 Helft den Spanien-Deutschen! Die Zahl der Reichsdeutschen, die aus Spanien heimkehren und dort Hab und Gut. ihre ganze, häufig unter großen Opfern aufgebaute Existenz im Stich lassen mußten, wird von Tag zu Tag größer. In vielen Fällen ist Hilfe dringend notig. Wir fordern deshalb unsere Leser auf, sich an der großen Hilfeaktion zu beteiligen. Sie erfüllen damit eine nationale Pflicht des Dankes, denn die Spanien-Deutschen haben für das Deutschtum oft unter den schwierigsten Verhältnissen mit Tatkraft gewirkt; ihre Arbeit ist häufig genug direkt oder indirekt vielen von uns zugute gekommen. Spenden werden auf unserer Hauptgeschäftsstelle, Stolkgasse 25—31, entgegengenommen; dort ist eine Sammelliste zum Einzeichnen aufgelegt. Spenden können auch auf unser Postscheckkonto Köln 59 000 überwiesen werden. Ausruf der NSDAP DRB München, 3. August. Die Reichspressestelle der RSDAP veröffentlicht folgenden Aufruf: Helft den Flüchtlingen aus Spanien! Durch den blutigen Bürgerkrieg in Spanien sind Tausende von deutschen Volksgenossen gezwungen, fluchtartig ihr Gastland zu verlassen. Mehr als 3000 Deutsche sind schon unter dem Schutz unserer Kriegsschiffe auf reichsdeutsche und italienische Dampfer gebracht worden und befinden sich auf dem Wege in die Heimat. Fast täglich laufen in der Hauptstadt der Bewegung Sonderzüge mit Flüchtlingen ein. Das nationalsozialistische Deutschland bereitet diesen unglücklichen Volksgenossen einen herzlichen Empfang. Es gilt, viel unverschuldete Not zu lindern. Der Hilfsausschuß für Spaniendeutsche unter der Leitung von Gauleiter Bohle der Auslandsorganisation der NSDAP hat die ehrenvolle Aufgabe übernommen, die Flüchtlinge zu betreuen. Es ist noch nicht abzusehen, wieviele Deutsche gezwungen sein werden, das Land zu verlassen, in dem so viele von ihnen schon seit Jahrzehnten im Interesse beider Länder gewirkt haben. Deutsche Volksgenossen! Helft unseren Brüdern in ihrer Not. Spendet für unsere Flüchtlinge aus Spanien! Spenden sind zu richten an den Hilfsausschuß für Spaniendeutsche in der Leitung der Auslandsorganisation der NSDAP Berlin W 35, Tiergartenstraße 4a, Konto Berliner Stadtbank Girokonto 2400 Hilfsausschuß für Spaniendeutsche. Außerdem nehmen sämtliche Spar= und Girokassen Zahlungen entgegen. Durch Flügelbruch Der österreichische Segelflieger Stiefsohn tödlich abgestürzt DRB Berlin, 3. August. Bei den Uebungen für die am Dienstag im Rahmen der Olympischen Spiele in Staaken stattfindenden Segelflugvorführungen ereignete sich am Montag gegen 17 Uhr ein bedauerlicher Unfall. Der Führer der österreichischen Segelfliegergruppe Ignaz Stiefsohn stürzte beim Kunstflug infolge Flügelbruches mit einer Austro=Sperber in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes Staaken ab und kam dabei ums Leben. Parforcejagden verboten DRB Berlin, 3. August. Der Reichsjägermeister Generaloberst Göring hat eine Verordnung erlassen, wonach es verboten ist, jagdbare Tiere vom Pferde aus hinter der Meute zu hetzen oder zu jagen(sogenannte Parforcejagd). Zuwiderhandlungen werden auf Grund des Reichsjagdgesetzes bestraft. Die Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Re mnssportfeld fand die Siegerehrung der Gewichtheber im Leichtgewicht statt. Unser Bild zeigt: Mesbah, Aegypten, der Sieger(mit dem Eichbäumchen), links Fein, Oesterreich, der Zweite Pressephoto Beförderungen in der Wehrmacht DNB Berlin, 3. August. Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. August 1936 befördert: zum General der Kavallerie: den Generalleutnant von Kleist, Kommandierender General des 8. Armeekorps; zu Generalen der Infanterie: die Generalleutnante Blaskowitz, Kommandierender General des 2. Armeekorps; Geyer, Kommandierender General des 5. Armeekorps; zu Generalen der Artillerie: die Generalleutnante Grün, Inspekteur der Artillerie; von Kluge, Kommandierender General des 6. Armeekorps; zu Generalleutnanten: den charakterisierten Generalleutnant Mufs, Militärattaché bei den deutschen Gesandtschaften in Wien und Bern mit dem Sitz in Wien; die Generalmajore: Raschick, Kommandeur der 4. Division; Kuntze, Kommandeur der 6. Division; Halder, Kommandeur der 7. Division; Hahn, Kommandeur der 5. Division; zu Generalmajoren: die Obersten Stumme, höherer Kavallerieoffizier 1; Renz, Kommandeur der Heeresdienststelle 6; von Krenzki, Inspekteur der Wehrersatzinspektion Dortmund; von Schauroth Kommandeur des Infanterie=Regiments 16; Guderian, Kommandeur der 2. Panzerdivision; von Förster, Inspekteur der Wehrersatzinspektion Erfurt; zum Generalarzt: den Oberstarzt Dr. Passauer, Korpsarzt An der Nordwand des Langkofel tödlich abgestürzt DRB Bozen, 3. Aug. Bei der Durchkletterung der Nordwand des Langkofel in Südtirol ist der 25jährige Karl Gemrad aus Wien vor den Augen seiner Freunde tödlich abgestürzt. ** —.—— Dienstag, den 4. August 1936 NNeue sag Nr. 214 Stefan Georgi erzählt: Die Dichterlocke Vor der„Rollwenzelei“, einem Gasthause, das etwa eine halbe Fußstunde von Bayreuth entfernt am Wege nach der Eremitage lag, hielt ein leichter Zweispänner. Das junge Fräulein zwängte den allzu breiten Reifrock ihres flaschengrünen Kleides durch die Wagentür, blickte forschend auf das einsame Gehöft und trat endlich mutig ein. Dort wurde die Ankommende von Madame Rollwenzel, einer rundlichen gutmütigen Frau, empfangen, die freundlich nach dem Begehr der Demoiselle fragte. „Ich möchte... ich wollte...“ Fräulein Dorette wurde den lächelnd klugen Augen der Wirtin gegenüber nun doch ein wenig verlegen.„Ich bin aus Berlin und möchte gern zu Jean Paul oder, wie ich vielleicht sagen muß, zu Herrn Legationsrat Jean Paul Friedrich Richter. Man sagte mir in Boyreuth, daß er sich tagsüber hier aufhält.“ „Himmel, nein!“ schlug Madame Rollwenzel die Hände zusammen.„Aus Berlin! Um unsern Jean Paul zu sehen! Aber die Rollwenzeln kennt das. Wenn es sich um ihn handelt, ist noch ganz anderes möglich. Da hat die Demoiselle gewiß ein Buch von ihm zur Unterschrift mitgebracht, oder sie will— ach, wer will das nicht!— gar ein Souvenir von ihm?“ Fräulein Dorette spielte mit einem kleinen roten Samtkästchen, das sie mitgebracht hatte.„Ich schrieb Jean Paul vor einiger Zeit einen Brief: aber er ist nicht beantwortet worden. Ich bat ihn darin um... um...“ „Gar auch um eine Locke?“ fiel die Wirtin ein. „Oh, ist das nicht möglich?“ Das Mädchen zeigte ein so betrübtes, enttäuschtes Gesicht, daß die Aeltere mit einem begütigenden Lächeln zur Hilfe kommen mußte. Aber sie seufzte dabei.„Ach du lieber Himmel, wenn Sie wüß..n, wie viele Locken er schon hat hergeben müssen, und wie viele noch immer von ihm verlangt werden. Nun, mein Kind, die Rollwenzeln kann das alles verstehen. Ich werde einmal versuchen, bei ihm anzuklopfen.“ Nach kurzer Zeit herzklopfenden Wartens trat die Besucherin in ein schlichtes Zimmer des Oberstocks. Es roch nach Blumen und Wein. Von den Fenstern aus konnte man das ferne Fichtelgebirge sehen. In der Ofenecke, auf einem Kissen, lag ein weißer, seidenhaariger Pudel. Und dort stand Jean Paul... Das also war der Große, der Herrliche, das unvergleichliche Ideal einer schwärmerisch begeisterten Jugend, der Dichter des„Hesperus“, des„Titan“, des „Siebenläs“, der„Flegeljahre“. Hätte nicht der Ausdruck der Augen und ein feiner Zug der Lippen den Genius verraten, so wäre Dorette sehr enttäuscht gewesen, denn vor ihr stand ein wohlbeleibter Mann in hausväterlicher Haltung, den man auch für einen Gastwirt oder Bierbrauer hätte halten können. Zuoem trug er ein altes Jacket mit Rotweinflecken, ein Hemd, das am Halse offen war. Der Dichter reichte dem zögernd eintretenden Mädchen wie in alter Freundschaft die Hand, zog ihm einen Stuhl zurecht und bat um Entschuldigung, wenn er den Hut aufbehalte; aber es sei recht windig heute, und er vertrüge die Zugluft nicht. So, sie wäre also das Fräulein Dorette aus Berlin, das ihm vor einiger Zeit einen Brief geschrieben. Er erinnere sich sehr wohl. Sie möge jedoch wegen der Verzögerung der Antwort nicht allzu streng mit ihm ins Gericht gehen. Im übrigen sei sie ja nun zu seiner Freude selbst hier. Wie das gekommen war? Ein wenig befangen, gab Dorette Bescheid, daß sie sich mit den Eltern auf der Reise nach München befand, und da man in Bayreuth einen Tag halt machte, habe sie ihren schon vorher gehegten Plan ausgeführt und sei heimlich auf und davon zur Rollwenzelei. „So, so“, nickte der Dichter, halb bedenklich, halb belustigt. Fliegerpionier Bleriot gestorben Und weiter berichtete Dorette, daß sie alle seine bisher erschienenen Bücher besitze und mit glühender Anteilnahme lese, daß sie überall, wo sie auch hinkomme, begeisterte Jean=Paul=Verehrerinnen und =Verehrer antreffe, daß des Dichters Bild jetzt sogar schon auf Tabakpaketen zu finden sei und wie sie anläßlich eines Besuches bei Ludmilla Assing, der Nichte Varnhagens von Ense, dort eine unter Glas und Blumen behütete Locke Jean Pauls gesehen habe. Seitdem sei es ihr sehnlichster Wunsch... Sie schob bittend das Kästchen vor. Bevor der Dichter jedoch antworten konnte, geschah es zu seiner eigenen Bestürzung, daß wirklich Zugluft ins Zimmer kam. Die nicht recht eingeklinkte Tür sprang auf. und vom Schreibtisch flatterten einige Blätter schadenfroh zum Fenster hinaus.„Meine Blätter! Meine Notizen!“ rief er und sprang auf. Doch da war Dorette schon diensteifrig dabei.„Ich hole sie Ihnen!“ Und sprang geschwind die Treppe hinab, den entfliehenden Zetteln nachzujagen. „Die Kleinen zuerst!“ hörte sie vom Fenster her rufen. „Das ist nämlich so zu verstehen", erklärte der Dichter, als ihm das Mädchen die Eingefangenen zurückbrachte,„die kleinen Blättle hier, das sind lauter Blitze, und die großen, das ist lauter Donner. Nun merken Sie auf: den Donner, den mach“ ich schon selber, und den kann ich immer machen, aber die Blitze, die kommen vom Himmel, und die kommen nie wieder, wenn sie einmal fort sind Ja, und nun zum andern: Jean Paul kann nicht ungalant sein, er versteht sich auch schlecht aufs Abschlagen von Bitten, insonderheit wenn sie von schönen jungen Damen stammen.“ Er reichte ihr mit einer kleinen gelanten Verbeugung das Kästchen.„Während Sie sich mit dem Aufsammeln meiner Blätter für mich bemühten, war ich für Sie tätig.“ „Oh...!“ Dorette strahlte und wurde rot vor Glück. Jean Paul gab ihr schmunzelnd die Hand, klopfte ihr ein paarmal leise auf die Wange und gab ihr Glückwünsche und für die Eltern ob der Ausreißerei um Verzeihung bittende Grüße auf den Weg. Unten, im Hausftur, öffnete Dorette behutsam oie kleine Schatulle. Eine Strähne seidenweichen, hellen Geringels Während unten der Wagen davonrollte, hängte Jean Paul oben seinen Hut an den Nagel. Bis auf eine einzige, sorgfältig gepflegte Locke war das Portenhaupt von der Stirn bis zum Nacken kahl. „Ponto“, rief der Dichter, und der hellhaarige Pudel kam schweifwedelnd herbei.„Ponto, es ist gewiß betrüblich und sogar unmoralisch, daß du für die Beliebtheit deines Herrn büßen sollst. Aber wir sind Soch gute Freunde, nicht wahr? Und Freundschaft verlangt zuweilen Opfer. Wenn ich dich nun heute schon wieder um ein geringes Teilchen deines Fellschmuckes bitten mußte, so sage selbst: Wäre das rechte Freundschaft, wenn der eine mit seinem Ueberfluß geizen wollte, während der andere kummervoll bestrebt ist, einen letzten Rest ehemaligen Besitztums zu erhalten...?“ Ponto erteilte seinem Herrn knurrend Absolution. Der bekannte französische Flieger Blériot, der als erster vor 27 Jahren den Kanal überflog, starb im Alter von 64 Jahren an einem Herzleiden. Blériot ist durch seine Pionierarbeit im Flugzeugsport bekanntgeworden; bis in die letzten Tage hinein arbeitete er an weiteren Verbesserungen und Erfindungen. Unser Bild zeigt Blériot in seinem Flugzeug, mit dem er 1909 den Kanal überquerte Pressephoto Die Katastrophe vorausgeahnt Auf sensationelle Weise wurde dieser Tage in Ungarn eine Eisenbahn=Katastrophe verhindert. Ein Lokalzug der Strecke Györ—Sopron hatte gerade die kleine Station Enese passiert, als sich im Zuge plötzlich eine aufregende Szene abspielte. Ein Fahrgast, ein 50jähriger Beamter, sprang plötzlich von seinem Sitz auf und rief in höchster Aufregung:„Der Zug soll halten! Zieht die Notbremse! Ich habe das bestimmte Gefühl, daß gleich eine Katastrophe passiert!" Der Mann war so außer sich, daß sich der übrigen Fahrgäste eine Panik bemächtigte. Jemand zog die Notoremse— man rief nach dem Zugführer. Dieser war zunächst außer sich, daß ein Fahrgast den Zug gewaltsam zum Stehen gebracht hatte. Auf das allgemeine Verlangen der Fahrgäste wurde jedoch die zu passierende Strecke kontrolliert. Gleichzeitig untersuchte der Lokomotivführer genauestens seine Maschine, und dabei zeigte sich eine grauenvolle Tatsache: die Bremse war gebrochen! Schon bei der nächsten Gelegenheit hätte die Bremse den Dienst versagt, und eine Zugentgleisung wäre die unmittelbare Folge gewesen. Zugführer und Fahrgäste standen erschüttert vor dem Tatbestand. Der hellsichtige Fahrgast, der auf unerklärliche Weise das sichere Vorgefühl einer nahenden Katastrophe gehabt hatte, lehnte bleich und erschöpft auf seinem Platz... Filmbericht vom Meeresgrund Ein paar kleine Bergungsdampfer schießen unruhig draußen an der Kinsale=Küste umher und geben Obacht, daß niemand in die Nähe jenes großen Bergungsriesen kommt, der dort im Bereich von 17 Bojen dabei ist, teils zu loten, teils ein paar Taucher in die Tiefe hinunterzuschicken. Jetzt ich es nämlich so weit. Schon vor einem Jahr träumte man davon, daß nunmehr die Schätze, die in dem Wrack der Lusitania schlummern sollen, in abseybarer Zeit an das Tageslicht empor kämen. Aber— Neptun ist ein tückischer Gott. Er schickte die Oktober= stürme und die Novemberhagel früher als sonst. Er machte die Taucharbeit unmöglich und gestattete höchstens, daß man mit modernen Echoloten die Position genau bestimmte, in der das Wrack der Lusitania nunmehr seit rund 20 Jahren ruht. Solch ein Jahr Sucharbeit kostet viel Geld. Die Bergungsgesellschaft hatte sich einigermaßen ausgepulvert. Man brauchte Beihilfen, wenn man weiterarbeiten wollte. Diese Mittel waren von keiner amtlichen Stelle zu erlangen. Doch die Retter kamen in anderer Gestalt. Eine amerikanische Firma interessierte sich für eine Filmund Radioreportage vom Meeresgrund und war bereit, für die Erst= und Alleinrechte eine recht ansehnliche Summe zu bezahlen. Die Verhandlungen und die Vorversuche zogen sich lange hin, denn die amerikanischen Filmleute wollten wirklich etwas Erstklassiges haben für ihr gutes Geld. Man erfand eine besondere Kamera für Unterwasseraufnahmen beim hohem Druck. Es mußte ein Scheinwerfer gefunden werden, der stark genug war, auf mehrere Meter Sicht zu gestatten, selbst wenn man bei 60 oder 90 Meter Tiefe arbeitet. Die technischen Probleme wurden gelöst, die Gelder wurden einbezahlt. Und nun beginnt der Kampf mit der Tiefe. Man bedient sich gewisser Lampen, die mit 1000000 Kerzen arbeiten. Es gilt vorerst, richtig an das Wrack heranzukommen. Dann legt man Dynamit und sprengt die Seitenwände hoch, um nunmehr von dort aus in das Innere des Schiffes einzudringen, von dem man noch nicht weiß, ob es alles das an Werten wirklich birgt, was man ihm nachsagt. Man spricht von 1000 000 Pfund Sterling in Gold und Papieren. Die Papiere sind vernichtet. Ob die Diamanten und das Gold noch unbeschädigt sind oder wirklich auch in den Safes liegen, wird man in einigen Wochen sagen können,— wenn die Filmreportage vom Meeresgrund gedreht ist, sofern Neptun den mutigen Menschen gut will. Brigitte fährt ins Blaue * R AMAN VON MAGDA MOHR 8. Fortsetzung. „Ach, danach habe ich nicht einmal gefragt. Sie war ausgelassen vor Freude über die schöne Fahrt— können Sie sich ja denken, wenn man das Abitur hinter sich hat und dann zum ersten Male den Wind der Freiheit um die Nase spürt.— Aber ich wundere mich, daß Sie von all dem nichts wissen. Hat Ihnen Brigitte denn nicht hinterlassen, wo Sie mit ihr zusammentreffen sollen. Ich hatte den Eindruck, als wenn sie sich freue, mit Ihnen zur Mutter zu fahren.“(Liß biß sich die Lippen blutig, um nicht auszuplatzen.) Bachem erhob sich langsam, wobei er seine Mundwinkel zusammenkniff. Es konnte ihm nicht länger verborgen bleiben, daß er mächtig hinters Licht geführt wurde. „Sie sind ein netter Kerl. Fräulein Gerlach. Mit Ihnen könnte man Pferde stehlen. Aber das mit der Tante glaubt Ihnen der„Geschniegelte Affe“ doch nicht. Vielleicht erfahre ich durch das überjahrene Huhn etwas mehr. Auf Wiedersehen!" Und fort war er. Liß fühlte ein peinliches Erröten, sprang zum Fenster und sah noch eben, wie Bachem wütend und mit eckigen Bewegungen in seinen Wagen stieg und davonstob. Schade, daß ich ihm die Tante in Hannover nicht glaubhaft machen konnte. Dann hätte Brigitte wohl noch länger als ein Jahr Ruhe vor ihm gehabt, ging es Liß durch den Sinn. Verstehen kann ich Gitta eigentlich nicht: Hübsch ist er, und Kavalier ist er auch, sonst würde er nicht so fein zugehört haben, als ich ihm den Bären aufband Direktor Bachem hielt fünf Minuten später vor dem Polizeipräsidium.„Verzeihen Sie, ich möchte jetzt schon eine dumme Geschichte regeln, die heute der Tochter meines Chefs. des Herrn Westerland von den Westerlandwerken, passiert ist, wie ich eben höre“, sagte er mit einer Miene des Unwillens zu dem Beamten.„Sie ist gestern abend auf Tour gefahren und teilt mir eben mit, daß sie in einem Bauernnest ein bißchen zu schnell gefahren sei— na, Sie wissen ja: Junge Mädels hinter dem Steuer!— und dabei ein Huhn totgefahren habe.“ Der Beamte hob die Stirn in Fatten und sagte seufzend:„Ja. immer die alte Geschichte Eine Gans kann kein Huhn laufen sehen. Ja, und was nun, wollen Sie das Strafmandat zugeschickt haben?" „Ja, bitte, seien Sie so freundlich. Ihr Vater soll nichts davon erfahren. Darun hat sie sich an mich gewandt. Man hat so seine Kavalierspflichten.“ Der Beamte schmunzelte. „Wie heißt die Dame?“. Er notierte auf seinem Schreibblock, was Direktor Bachemn ihm sagte, tat, als sehe er nicht, dan nrr Bachem eine Zigarre mit goldener Bauchbinde seinem saffianledernen Etui entnahm und neben den Karteikasten legte, und versicherte, daß die Sache in Ordnung gehen werde. Als Herr Bachem nach einer langsamen Rundfahrt durch die Stadt wieder in den Erikapfad einbog, stand es fest, daß er wohl oder übel einige Tage werde warten müssen, wenn er Brigittes Verfolgung— nicht anders war der ihm gewordene Auftrag zu nennen— auf der richtigen Spur aufnehmen wollte. Kam ihm keine andere Erleuchtung, dann blieb das überfahrene Huhn und das darauf folgende Strafmandat der einzige Anhaltspunkt. 3. Kapitel „Liß, du daheimgebliebenes Küken, nun setz bloß nicht gleich Deine strenge Vorgesetztenmiene auf, wenn Du diesen Brief erhälst. Erstens weil Ort und Datum fehlen. zweitens, weil meine Klaue noch einige Grade weniger leserlich geworden ist, drittens und viertens bis zehntens für all das, was jetzt noch kommt und weswegen Du große Augen machen wirst. Ob ich den mit löblichem Wollen angefangenen Brief überhaupt hier und heute zu Ende schreibe, weiß Gitta selbst noch nicht, da sie doch den Briefbogen mit ihrer ein wenig vermummten linken Ellvogen festhalten muß. Vermummt, weil verstaucht, verstaucht, weil durch die Windschutzscheibe geflogen, geflogen, nun ja, weil so'n Kamel von der Seite kam, das mir die Freiheit mißgönnte, zu fahren wie ich will. Sag, könnte Herr Professor Pömps etwas gegen diese Logik einwenden? Ah, der gute Pömps und ihr alle, wie schön ist es, an euch zurückzudenken, wo ich jetzt hier auf einer kleinen Bauernstube sitze, mitten in der tiefen Eifel, in einem Nest, das ich keinem verrate, in einem Zimmer, das vierzig Jahre alte Tapeten— dunkelblauen Grund mit goldgelbeen Muster— hat und Eichenbohlen, die der Urgroßvater von Jan noch gelegt hat, und vier große Pappeln, die wie Gardisten vor meinem Fenster stehen und sich im Winde schaukeln, wenn ich gleich im Bette liege. Das Bett kannst Du Dir nicht vorstellen, Liß. So hoch wie ein beladener Heuwagen, mit einer Hühnerleiter zu erklettern, mit Deckbetten aus Federn, darin man versinkt wie in Mutters Schoß, mit einem Leinen, davon man morgens die Webmuster im Fleisch hat. Im Ofen knistert das Feuer, das Jan mir partout machen wollte, weil seine Mutter— und was für eine Mutter!— meinte, es sei zu kalt für dat Mädgen aus der Stadt. So spricht sie nämlich, wenn sie mich meint. Gerade, als wenn sie mit ihrer rauhen Zunge nicht an mein verwöhntes, verzärteltes Wesen rühren wollte. Bin ihnen auch zugeweht wie eine Kirschblüte, die ein rauher Wind von der Landstraße in diesen Winkel hinübergetragen hat. Mußt wissen, daß mir so'n Landdoktor in die Quere kam, eine halbe Stunde Wegs hinter Diesem gottverlassenen Dorf, abends, bei schwärzester Dunkelheit; Kerl blendet nicht ab, ich will wieder einbiegen und hab“ ihn. auf dem Kühler sitzen. Er steigt aus, führt mich vor die Glühaugen seiner Benzinkiste, sieht, daß mir die Sinne vergehen vor Schmerz, flößt mir ein Zeug ein, das er sonst wohl den Kühen gibt, wenn sie einem Kälbchen zum Leben verholfen haben, und dann erwache ich in dieser blauen Stube. Jan hat meinen Wagen mit den Ochsen heimgeholt. Da steht der Horch nun unten im Schuppen neben Pflügen und Heuwendern. Meinen braven tanferen Wagen! Als ob der hätte abgeschleppt werden müssen! Aber Jan hatte noch nie hinter einem Steuer gesessen, und der gute Viehdoktor— obgleich ein Kamel— sagte mir gestern, als er meinen Arm wieder einrenkte, mit einem Horch wisse er nicht umzugehen. Die Hühner und Katzen wissen's. Krabbeln schon seit einigen Tagen über das offene Verdeck in die geheimsten Winkel, bekleckern mir die schönen Sitze, obwoh! Jan sie mit Säcken zugedeckt hat. Jan, der Sohn des Hauses, 24 Jahre alt, etwas langsam im Denken und Handeln, aber rank und stark wie ein junger Eichbaum, hat überhaupt noch nicht viel gesagt. Seine Mutter hat schon ein paarmal mit ihm geschimpft, weil er gar keine Eile hat, mit den Pferden aufs Feld zu kommen, wenn er mich sieht. Du solltest diese verklärte Freude auf dem rotund braungebrannten Gesicht sehen, wenn er mir irgendwo zuschauen kann. Die Pferde können ja warten, aber Jan steht zwischen ihnen, hält mitten in einer Bewegung seiner starken Arme inne und schaut mir nach, wenn ich vorbeigehe. Liß, soviel ehrliche Bewunderung für uns Mädchen habe ich in der Stadt noch nicht gefunden. Weißt Du, wie das ist? Wie wenn man über ein Feld geht oder an einer Wiese vorbei, und der Wind streicht über die grünen Köpfe der Halme; dann neigen sie sich, als wenn sis guten Tag sagen wollten. Es ist hier undenkbar, daß man an einem Menschen vorbeigeht, ohne daß man sich grüßt. Jan vergißt das Grüßen einfach. Er bleibt stehen und lacht, daß seine kräftigen weißen Zähne blitzen. Sie stehen gut zu seinem hageren Gesicht und seiner schmalen, bei aller Bedächtigkeit sehr klug wirkenden Stirn. Aber wovon plaudere ich da! Wenn Jans Mutter diesen Brief läse, würde sie gewiß verbieten, ihn abzuschicken. Du weißt nicht, wieviel Respekt ich vor dieser Frau habe. Täte Dir übrigens auch gut, Liß, so ein bißchen Eifelluft, mit dem Geruch von richtigem Dünger und altem Heu. Nun seh; ich schon Dein verschmitztes, menschenverachtendes Lächeln. Deine Hände, auf die Du ja stolz bist, nehmen das Puderdöschen aus der ganz neuen Eidechstasche, und Dein Näschen schnuppert den Duft des französischen Puders. Willst Du glauben, daß ich seit einigen Tagen ohne all diese Dinge auskomme?! Ich habe kein Badezimmer, nicht einmal fließendes Wasser. Ich wasche mich in Regenwasser, das mir Billa, die rundliche Magd, mit einem Zinkeimer aus dem Faß schöpft, das hinter der Scheune im Garten steht. Der Garten stößt an einen Bach, der ganz hinten im Tal eine breite Biegung macht. Wenn wir einige Monate weiter sind, wird Gitta hier in aller Frühe ihr Morgenbad nehmen. Du denkst natürlich, ich werde es hier nicht lange aushalten. Das wird sich erst zeigen, wenn ich meine linke Flosse wieder in Ordnung habe und mit anfassen kann. Du kannst Dir vorstellen, daß ich nicht länger als verlaufene Prinzessin untätig zwischen diesen Menschen umhergehen will. Aber jetzt Schluß! Mein Arm beginnt zu schmerzen, und die Augen fallen mir zu. Ich erinnere Dich an das Schweigegebot, das ich Dir auferlegt habe. Grüß mir Füchschen und Ursel und gehab Dich wohl! Deine Gitta.“ (Fortsetzung folgt.) Dienstag, den 4. August 1936/ Nr. 214 Von C bis 24 Uhr Am 24. 6. gegen 18 Uhr, wurde auf der Hindenburgbrücke ein Mann von einem Motorradfahrer angefahren und verletzt. Der Fahrer eines Personenkraftwagens hat den Verletzten mit nach Köln genommen. Der Verletzte und der Fahrer des Personenkraftwagens werden gebeten, ihre Anschrift dem 19. Kriminalkommissariat im Polizeipräsidium in der Krebsgasse—3, Zimmer 339 bekannt zu geben. Fernsprecher 210171. In der Woche vom 27. 7. bis 1. 8. wurden im Stadtgebiet Köln insgesamt 48 Fahrräder gestohlen, die unbeaufsichtigt und ungesichert auf Straßen und Höfen hingestellt worden waren. Aus verschlossenen Kellern in der Bismarck=, Düsseldorfer=, Merheimer Straße, Sülzgürtel und Alte Wallgasse wurden Fahrräder im Werte von 400 RM. gestohlen. Der Beginn der 8. Schwurgerichtsperiode ist vom 13. August auf den 1. September 1936 verlegt worden. Grüße aus der Reichshauptstadt Morgens liegt die Karte auf dem Frühstückstisch. Es ist der erste Gruß aus der Reichshauptstadt. Zuerst aber auch— in ganz wenigen Worten nur— ein Bericht über das große Erleben beim Beginn der Olympischen Spiele. Diese Karte zeigt Berlin, wie es in diesen Tagen aussieht. Die neuen„Linden“ im Schmuck der Hunderte von Fahnen, den neuen Lustgarten, den Sockel mit dem olympischen Feuer vor dem Schloß. Oder das geschmückte Rathaus oder den Blick durch das Brandenburger Tor auf die via triumphalis der Reichshauptstadt. Einer von unseren Lieben ist nach Berlin gefahren. Einer nimmt an all dem teil. Wir wissen, daß er abends langsam die erleuchteten Linden hinauf gegangen ist—er schreibt es hier mit wenigen Worten. Und daß er Stunden und Stunden an der Charlottenburger Chaussee gestanden hat, um den langen Zug der olympischen Kämpfer unter dem wehenden Fahnenmeer zu sehen, als sie hinauszogen zum Reichssportfeld. Diese Karte aus Berlin trägt nur wenige Zeilen. Nur wenige Worte, die doch so viel sagen.„Ein unvergeßliches Erlebnis“, steht da oder„Es war einfach überwältigend!" Die daheim blieben, schauen nachdenklich auf die Karte. O ja, wir können es uns wohl denken. Haben wir nicht alle bei der Uebertragung der großen Eröffnungsfeier am Lautsprecher gesessen und ergriffen und mitgerissen die Weihestunde miterlebt? Haben wir nicht alle im Geiste den langen Zug gesehen, der ein überwältigendes Schauspiel geboten haben muß? Und wir wissen, daß wir in Tagen schon noch einmal alles im Film erleben werden... Grüße aus der Reichshauptstadt! Mancher, der zu den Olympischen Spielen nach Berlin kam, hat wohl die Gelegenheit benutzt, um überhaupt zum ersten Male sich die Reichshauptstadt anzusehen. Wie er sie sieht bei diesem Anlaß, der die ganze Welt in Bann zieht—— das freilich wird ihm als Eindruck unauslöschlich in der Erinnerung haften. Es gibt keinen deutschen Menschen, der in diesen Tagen Berlin erlebt und nicht von Dank und Stolz auf sein Volk erfüllt wäre. Wir spüren es: Dieses neue Deutschland zeigt ein Gesicht, das aller Welt frei und selbstbewußt ins Auge blicken kann und das sich vor seinen Gästen aus der ganzen Welt sehen lassen kann! Wir wollen sie aufheben, diese Karten mit den Grüßen aus dem„olympischen“ Berlin. Sie werden uns noch in Jahren die Erinnerung an stolze, festliche Tage wachrufen. L. Das war ein Irrtum Durch die Hauptfürsorgestelle wurde ein Schwerbeschädigter einem Kölner Großunternehmen zugewiesen. Er war dort ungefähr zwei Jahre tätig und dann war man mit ihm unzufrieden. Ihm wurde vorsorglich gekündigt und dann stellte die Firma einen Antrag auf Austausch des Schwerbeschädigten. Bei dieser Gelegenheit stellte es sich heraus, daß der Mann Ausländer war und daß seine 75prozentige Schwerbeschädigung keine Folge einer Kriegs=, sondern einer Unfallverletzung war. Er wurde nun nach Ablauf der Kündigungsfrist entlassen und klagte am Arbeitsgericht auf Weiterbeschäftigung. Das Gericht erklärte, daß der Kläger auf Grund des Befundes keinen Anspruch auf den Schutz des Schwerbeschädigten=Gesetzes habe und daß die Klage daher abgewiesen werden müsse, da auch die Kündigung ordnungsmäßig erfolgte. Der Vorsitzende wandte sich an den Vertreter des Beklagten, ob er nicht, ohne eine Verpflichtung anzuerkennen. aus sozialen Gründen dem Kläger etwas geben wolle, vielleicht 10 Mark. Der Vertreter antwordete:„Nun ja, die 10 Mark will ich ihm geben.“ Hierauf rief der Kläger:„Nein, damit bin ich nicht grrieben. Beklagter:„Ich ziehe mein Anerbieten zurück.“ Nun murßte der Kläger leer ausgehen. Die Arbeit des Preisträgers Zwei große Partien aus dem städtebaulichen Entwurf Theo Rußbaums Photo: Rheinisches Museum P VIersI# tue en TTeMAT Und S40MNELAEn Satn#### r as TpN, VIIRNRNLI PRIONARTIN * Wardechort 8hn Are.n ATIer FCATN NAs Skizze: Nußbaum Wir bringen aus dem mit der Bronzenen Olympiamedaille ausgezeichneten städtebaulichen Entwurf von Stadtbaurat Theo Nußbaum(Köln) zwei interessante Ausschnitte, die den gestalterischen Schwung und die hervorragende, in jahrelangem Studium erworbene Vertrautheit mit dem Gelände erweisen, durch die die Arbeiten des Preisträgers sich von jeher auszeichneten. Das erste Bild zeigt(im Photo) die Studie zu einer Freilichtbühne im äußeren Grüngürtel. Ihr Schöpfer bemerkt selbst dazu: Die Anlage hat eine kreisrunde Form. Ihr Durchmesser beträgt in den oberen Rängen etwa 100 Meter. Der obere Umgangsweg liegt 7 Meter über dem tiefsten Innenfeld. Von hier aus fallen die Zuschauerplätze terrassenförmig zur Vorbühne ab, die sich kreisförmig in den Zuschauerkreis hineinlegt. Die obere Bühne steigt verrassiert aus dem runden Raum hervor. Die Möglichkeiten des Spiels werden gesteigert durch einen halbrunden Kolonnadengang, der mit dem Bühnenhaus in Verbindung steht und dem Freilichtspiel mannigfache künstlerische Möglichkeiten erschließt. Die große Skizze gibt den Plan des großen rechtsrheinischen Sport= und Volksparks Merheimer Heide zwischen Olpener Straße, Friedhof Kalk, Merheim, Buchheim und Friedhof Mülheim wieder, eine außerordentlich weiträumige Anlage, die bis in die letzten Details durchgearbeitet ist. Herr Nußbaum bemenkt dazu im einzelnen: Die Anlage zeigt einen nach sozialen Gesichtspunkten geschaffenen neuzeitlichen Volkspark, der sich in seiner praktischen Ausnützung für die mannigfachen Bedürfnisse einer Großstadtbevölkerung von den vorwiegend dekorativ gelösten Parkanlagen früherer Zeit unterscheidet. Mit Ausnahme des großen Waldbestandes ist alles auf einen praktischen Zweck zugeschnitten. In dieser 150 ha großen Anlage sind vorgesehen: 5 Plätze für Leichtathletik mit Laufbahnen, 1 Radbahn, 12 Fußballplätze, 4 Hockeyplätze, 20 Tennisplätze, 2 Tennisturnierplätze, 1 Schwimmbahn, 1 öffentliches rechtsrh. Bad, 1 Naturtheater, 25 ha Lagerwiesen, 10 ha Teichanlagen, 500 Kleingärten, 1 Waldschule, 1 Gartenarbeitsschule, 2 Kilom. Radwege. An die Kölner Bevölkerung Empfangt die auslandsdeutschen Ehrengäste! Aus Anlaß des Weltkongresses für Freizeit und Erholung, der in Hamburg in der Zeit vom 22.—30. Juli d. I. stattfand, wird für die„Ehrenavordnung reichsdeutscher Arbeitskameraden aus dem Ausland“ eine Reise durch das ganze Reich veranstaltet. Die auslandsdeutschen Ehrengäste haben die Reise in mehreren Gruppen angetreten. Eine dieser Gruppen mit etwa 200 Teilnehmern wird in 7 Omnibussen am Mittwochabend gegen 20.15 Uhr, von Frankenforst über die Hängebrücke kommend, in Köln am Gürzenich eintreffen, wo ihnen ein herzlicher Empfang bereitet werden soll. Es handelt sich bei dieser Ehrenabordnung um reichsdeutsche Arbeiiskameraden aus Argentinien, Bolivien, Australien, Abessinien, Amerika, Brasilien, Chilé, China, Kuba, Danzig, England, Frankreich, Finnland, Holland, Italien, Oesterreich, Spanien, Poten, Südwestafrika, Norwegen, Japan und aus der Tschechoslowakei. Nach einer feierlichen Begrüßung findet ein gemeinschaftliches Abendessen im Großen Saale des Gürzenich statt, anschließend um 21.30 Uhr werden die Teilnehmer auf dem Dampfer„Bismarck“ der Köln=Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft eine Abendfahrt auf dem Rhein mit künstlerischen Darbietungen und Tanz genießen. Die Kölner Bevölkerung wird gebeten, sich an diesem Empfang recht rege zu beteiligen, um den auslandsdeutschen Kameraden, die aus alter Welt in der Domstadt eintreffen, einen ihnen gebührenden herzlichen Empfang zu bereiten. Erscheint in Massen und zeigt Euren deutschen Brüdern im Auslande Eure Verbundenheit, beweist ihnen, daß der Gedanke wahrer Volksgemeinschaft im nationalsozialistischen Deutschland zur Tat geworden ist. „Rraft durch Freude Soeben ist das Programm-Mitteilungsheft Aug 1936 der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude". den Gau Köln=Aachen erschienen. Nehen den bet derten Hinweisen auf die Fahrten des Amtes für R sen, Wandern und Urlaub in die verschiedenen de schen Gaue, sowie den Tages= und Halbtageswan rungen und Besichtigungen der einzelnen Kreises aufschlußreiche Aufsätze abgedruckt, die sich mit Schönheit der Arbeit, den Werkscharen, der Dorfv schönerungsaktion, der RdF=Festhalle„Rheinland“ Berlin befassen. Beachtlich ist der Abdruck eines tikels in einer Osloer Zeitung, der sich mit der Kl Organisation befaßt. Das Ergebnis der Urlau fahrten=Verlosung ist mit dem Kauf des Augusthef verbunden. Dem kürzlich verstorbenen Dichter He rich Lersch wurde eine besondere Seite gewidmet, Ausländische Gäste in Köln Ende vergangener Woche trafen in Köln wieder zwei ausländische Reisegruppen ein, die von der Akademischen Auslandsstelle von der Universität Köln betreut wurden. Bei der ersten Gruppe handelt es sich um neun Amerikanerinnen. Angehörige der International Study and Hospitality Association Guests in Europe. Von Holland kommend war Köln ihr erstes Ziel auf deutschem Boden. Nach Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der alten Hansestadt fuhren sie mit dem Schiff weiter nach Koblenz. Die nächsten Reiseziele sind Frankfurt, Basel, Luzern, München und Salzburg. Bei der zweiten Gruppe handelt es sich um 65 türkische Lehrer und Lehrerinnen, die sich auf einer vierwöchigen Studienreise durch Deutschland befinden. Die Gäste, unter ihnen zwei Direktoren der türkischen Unterichtsverwaltung, zwei Universitätsdozenten und 11 Direktoren höherer Schulen wollen auf ihrer Reise vor allem das deutsche Schulwesen und die modernen deutschen Erziehungsmethoden studieren. In Köln stand im Mittelpunkt ihrer Besichtigungen der Besuch der neuen Amiversität. Dienstag, den 4. August 1936 Nr. 214 „'r Doktor Bevvah“. Premidre in den Puppenspielen Stand da am Sonntagabend ein Mann in Baskenmütze und hellem Gummimantel, den Photoapparat umgehängt, vor dem Haus der Städtischen Puppenspiele m der Sternengasse. Daß dieser Mann ein Ausländer war, sah man ihm schon auf dreißig Schritte an. Aufmerksam betrachtete der Fremde die Ankündigungen in den Schaukästen und die bunten Bilder im Toreingang der Puppenspiele. Mit seiner Begleiterin wechselte er einige Worte. Dann trat er ein. Er wußte: hier ist etwas von Köln zu sehen, was vielleicht nicht im Baedeker steht. Genau zur rechten Zeit haben die Puppenspiele wieder ihre Pforten geöffnet. Einer nachmittäglichen Premiere für die Kölner Kinder folgte die Premiere für die Erwachsenen„aus aller Herren Länder“. Zur Premiere hatte man ursprünglich den„Buhei öm'r Zacheies" von Hans Schumacher vorgesehen. Wegen Erkrankungen im Ensemble der Puppenspiele wurde indessen nicht diese Kölner Puppenspielposse, sondern der„Doktor Bevoah“ von Wilhelm Schneider=Clauß gegeben. Auch der„Doktor Bevvah" gehört längst zum eisernen Bestand im Repertoire der Puppenspielbühne. Man sieht ihn immer wieder gern. Schließlich ist es ganz gleich, welches Stück man den Fremden im Augenblick vorsetzt, um sie mit Kölner Eigenart vertraut zu machen. Die Hauptsache ist: das Stück muß fast noch mehr aus guten Milieustudien als aus einer absolut folgerichtigen Handlung zusammengesetzt sein. Der„Doktor Bevvah“ von Wilhelm Schneider=Clauß besitzt sogar beides: eine Fülle von guten Situationen und eine hübsche Handlung. Was soll man noch mehr von einem Puppenspiel verlangen. Das heißt: verlangen muß man noch eine besondere Qualität der Wiedergabe. Und die ist auch jetzt wieder bis zum letzten Mann vorhanden. Die Kölner Dialekte zu hören— nach Ansicht von Kennern soll es allein innerhalb der Stadtmauern, von den ländlichen Bezirken um Köln ganz abgesehen, nicht weniger als vier verschiedene Kölner Dialekte geben— ist selbst dann noch ein Vergnügen, wenn man— wie viele Fremde— die„Kraftausdrücke“ nicht mehr so ganz versteht. Hans Berschels Spielleitung ist wiederum der Garant für tadellose Aufführungen Auch bei den Bühnenbildern scheint sich verschiedenes erneuert zu haben.„Knollendorf“ hat jetzt ein wunderschönes neues Kirchlein bekommen, das früher, wenn wir nicht irren, noch nicht da war. Mit Leib und Seele sind in der Sternengasse alle bei der Sache. Sogar das Fräulein an der Kasse hat nicht nur ein sehr„einnehmendes“ Wesen, sondern hat auch, wie es uns vertraulich mitteilte, wieder ein Kölner Märchenspiel für Kinder geschrieben, das im Oktober uraufgeführt werden soll. Bei dieser„Uraufführung“ werden wir nicht fehlen. —* Wieder daheim! Aus der Kinder-Erholung in Württemberg Gestern abend Punkt 20.03 Uhr lief ein richtiggehendes schwäbisches Zügle, von Stuttgart kommend, auf dem Deutzer Bahnhof ein. Aus diesem Zügle heraus jedoch hörte man ein vielhundertfältiges Geplapper, dem kölsche Mundart mitnichten abzuleugnen war. 500 Kinder aus Köln=Nord, Köln=Süd und dem rechtsrheinischen Kreis der NSV. die vor gut sieben Wochen zur Kinderlandverschickung nach Württemberg gekommen waren, hatten ihre Erholungswochen beendet. Alle Kinder hatten durchweg ein frisches, blühendes Aussehen. Sie waren alle in Privatfamilien in der Gegend von Stuttgart, Heidenheim, SchwäbischGemünd, Geistingen usw. untergebracht. Die Kinder sowohl als auch das Pflege= und Begleitpersonal waren über die Aufnahme und die Behandlung im schönen Schwabenlande des Lobes voll. War das eine Begeisterung, als der Zug in Deutz einlief. Die„Ausladung“ der 500 kribbeligen und wibbeligen jungen Menschen war schon keine Kleinigkeit, und doch klappte sie vorzüglich und ohne jeden Unfall. Anders waren die Dinge unten in der Bahnhofshalle. Gottlob ist hier auch kein Unglücksfall vorgekommen. Jedoch benahmen sich hier die die Kinder erwartenden Erwachsenen ziemlich unvernünftig. Als sie ihrer Kinder ansichtig wurden, gab es ein heilloses Gedränge und es bedurfte der ganzen Energie der Begleitpersonen, die Großen zur Vernunft zu bringen und erst die ordnungsgemäße Abwicklung der#ansportformalitäten abzuwarten. Als wenn es bei der siebenwöchigen Trennung etwas ausgemacht hätte, wenn nun die Kleinen fünf oder zehn Minuten später ihren Angehörigen zugeführt wurden! Na. schließlich hat doch noch alles gut geklappt und bald übersprudelten sich die Kinder in der Berichterstattung über ihre Ferien= und Fahrterlebnisse. Manche der Kinder „schwäbelten“, tüchtig. aber das wird schon vergehen. Noch zwei Tage und die Zunge spricht wieder klassisches Kölsch Gestern abend ging von Kalk ein Kindertransport ebenfalls nach Württemberg. Das Ringerturnier in der Rheinlandhalle Das Ringerturnier um den Rheingoldpokal brachte am gestrigen Abend wieder eine Reihe spannender Kämpfe. Auf der ganzen Linie wurden klare Entscheidungen erzielt; lediglich unser Kölner Meister Willi Müller rang mit dem technisch vonzüglichen Berliner Oskar Luppa, der genau wie unser Landsmann noch keine Niederlage zu verzeichnen hat, in fesselndem Kanrpf unentschieden Der Koblenzer Simon besiegte den Brandenburger Möbus nach 9 Minuten durch Ueberwurf. Krüger, Berlin, konnte den starken Thüringer Langguth nach 8½ Minuten durch Krawatte außer Gesecht setzen, während der Westfale Jansing den Amerikaner Langer nach 9½ Minuten durch Doppelnelson auf die Schultern brachte. Der Litauer Budrus, ein starker Kraftringer, brachte es fertig. den Spandauer Pohlfuß nach 6½ Minuten mit einem unverhofften Hüftschwung zu besiegen. Der Entscheidungskampf zwischen dem Bulgaren Iwanoff und dem Ungarn Bela Barothy endete nach ungemein bewegtem Kampfverlauf mit einem Sieg des bärenstarken Bulgaren, der den gewandten Ungarn mit einem kraftvollen Rückreißer erwischte. Heute abend ringen: Pohlfuß. Spandau— Jansing, Westsaten Krüger, Berlin— Möbus. Brandenburg Homann, Berlin— Audasch. Polen Peterion, Estland— Langguth, Thüringen Bis zur Entscheidung kämpfen: Müller, Köln— Iwanoff. Bulgarien Einlagekampf im amerikanischen freien Stil: Langer, Amerika— Barothy, Ungarn. Neue Tag Linz, Leubsdorf, Rolandseck Mit der Reichsbahn dreimal blaugefahren Der Marktplatz von Linz am Rhein Photo: Verkehrsamt Linz Am verflossenen Sonntag fuhr die Reichsbahn Kölne: und Kölnerinnen wiederum ins Blaue. Das heißt, nicht einmal, sondern dreimal, und zwar recht ordentlich. Acht Tage vorher waren die Karten für diesen Blaufahrerzug schon ausverkauft. Der gegenwärtig außerordentlich starke Fremdenverkehr und die damit zusammenhängende enorme Beanspruchung des Wagenparks und des Fahrplans verboten die Zusammenstellung eines zweiten Blaufahrerzuges. Gleich der Start, wenn auch mit etlicher Verspätung, war in Ordnung. Die Reichsbahndirektion hatte die Kapelle der Bahnschutzpolizei unter Musikzugführer Donner, den Männergesangverein„Concordia“ Köln=Braunsfeld(Dirigent Fink, Köln=Müngersdorf) und einige Kräfte der Kölschen Sippschaff zur Unterhaltung der Blaufahrer eingeladen. Doch war bei der Hinfahrt(ins Blaue!) die Stimmung schon so gehoben, daß Sänger und Humoristen nicht in Aktion zu treten brauchten. Dafür sorgte das Bläserchor für die entsprechenden schmetternden Klänge. Der erste Teil der Blaufahrt ging rheinaufwärts. Dem Rätselraten über das Ziel war also weitester Spielraum gelassen. Verhältnismäßig spät, hinter Königswinter, bekam man durch den diesmal wieder sehr nobel ausgeführten „Blauen Brief“ Aufklärung über das Ziel: Linz. die „Bunte Stadt am Rhein“. Leider mußte man bei der Ankunft in dem schönen Rheinstädtchen wieder die Feststellung machen, daß es immer noch Kölner gibt, die lauben, einem Ausflug und einer Rheintour unedingt karnevalistisches Gepräge geben zu müssen. Der Leiter des Linzer Verkehrsamtes, Herr Houben entbot vor dem Rathaus auf dem malerischen Marktplatz den Kölner Gästen ein herzliches Willkomm, wobei er auf die engen Bande zwischen Linz und Köln hinwies, die die beiden Rheinstädte vom 15. Jahrhundert an verbinden. In artiger Weise brachte der Ver. treter der Linzer Stadtverwaltung zum Schlusse seiner Rede auf die Kölner Gäste ein dreifaches„KöllenAlaaf“ aus. Dann kredenzte Berta, die hübsche Linzer Maienkönigin dieses Jahres, den Ehrentrunk der Stadt Linz. Reichsbahnoberinspektor Beck. der Organisator der Blaufahrt, erwiderte die Grußworte aufs herzlichste. Musiker und Sänger aus Köln dankten mit einem Ständchen. Es folgte eine wohlvorbereitete Führung durch die Stadt. Schon der reizend gelegene Marktplatz mit seinen buntgestrichenen spitzgiebeligen Fachwerkhäusern bietet Anlaß zu stundenlangem Verweilen. So manches Haus sieht man mit sinnvollen Inschriften voller Lebensweisheit und rheinischem Humor, wie z. B. am Schiefen Haus:„Alt ist mein Giebel, so alt wird kein Stiebel, Gott hats gewollt, wir bleiben ihm hold.“ Linz kennt nicht das Problem„Altstadtsanierung“ in der Art und dem Umfange wie Köln. Und trotzdem ist man auch hier seit einigen Jahren dabei, Sünden an alten Baudenkmälern, die das vergangene Jahrhundert gemacht, soweit wie möglich, wieder gut zu machen. Vom Erfolg dieser Sanierung konnten wir uns an verschiedenen Stellen der Stadt überzeugen. Von Linz' mittelalterlicher Stadtbefestigung ist aicht viel übrig geblieben. Beim Mittagessen erzählte der Vertreter der Stadtverwaltung von der Entwicklung der Stadt Linz, aber auch von ihren wirtschaftlichen Sorgen. Durch die ausländische Konkurrenz ist die Linzer Basaltindustrie sehr zurückgegangen. Wurden vor ungefähr zehn Jahren noch rund 4000 Arbeiter in den Linzer Basaltbrüchen beschäftigt, so sind es heute kaum mehr 500. Nach dem Mittagessen riefen Trompetensignale die Blaufahrer aufs Schiff bzw. auf vier große Boote. Das gab eine richtige Blaufahrt. Es wird wohl keiner auf den Booten gewesen sein, der nicht gewettet, man würde ihn in Hönningen an Land setzen. Von wegen! Die Boote machten wieder Kehrt und rheinabwärts ging's bis— Leubsdorf, zwanzig Minuten von Linz entfernt. Der einstündige Aufenthalt in dem sauberen und malerischen Orte dürften diesem viele neue Kölner Freunde gewonnen haben. Zum guten Schluß wurde man im dritten Teil der Blaufahrt zum romantischen Rolandseck gefahren, wieder per Schiff. Auf der großen Bahnhofsterrasse war zum Empfang der 750 Kölner alles bestens bereitet.„Der Mond mit roter Nase“ verbarg sich allerdings hinter grauen Wolkendecken, aus denen es nicht lange nach der Ankunft in Rolandseck ausgiebig niedergoß. Aber man„betat“ sich unter dem schützenden Dach der Bahnhofsterrasse. Die Eisenbahnerkapelle, der Braunsfelder Männergesangverein und die Leute von der Köl'schen Sippschaff traten hier wiederholt in Aktion. Rechtschaffen müde, freute man sich, als gegen 23 Uhr der BlaufahrerSonderzug einlief und man eine knappe Stunde später in Köln landete. 0a 1281: Nach dem Tode des Pfarrers Simen von St. Brigida hatte der Abt von St. Martin, Hermann der II., den Koblenzer Stiftsherrn Dietrich vom Pfau, anscheinend den Angehörigen des Kölner Geschlechtes aus der Pfarre, zum Nachfolger dem Dompropst vorgeschlagen, wie es seit alters Recht des Klosters war. Die Kirchmeister und Eingesessenen der Pfarre aber beanspruchten ebenfalls das Vorschlagsrecht und hatten gleichfalls einen eingesessenen Geistlichen, Johann vom Hirz, vorgeschlagen. Der Streit ging bis nach Rom. wo am obigen Tage die Entscheidung zugunsten des Abtes und seines Schützlings Dietrich fiel. Mittlerweile war allerdings Hermann II. gestorben und an seine Stelle Abt Hermann vom Horn getreten. 1391: Die Stadt Freiburg im Breisgau hatte von den Kaisern das Privileg erhalten, daß die Kölner Gerechtsame und Gewohnheiten auch bei ihr gelten sollten. So fragt sie jetzt in Köln an, ob eine Aenderung in der Zusammensetzung des Rates, die sie vorgenommen hat, zulässig sei. Und Köln antwortet bejahend, weil in Köln dasselbe Recht gelte. schmeckt nicht nur hervorragend, es ist auch außerordentlich gesund und kann in Winter und Frühjahr viele gefundheitliche Gefahren durch verstärkte Vitaminzufuhr beseitigen. Eine neue Aktion der Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung wird den Hausfrauen Wege zum Kampf gegen den Verderb weisen. tru. Testamente Durch Verfügung des Reichsjustizministerium haben die mit der Aufbewahrung von Testamenten betrauten Stellen, in Preußen die Amtsgerichte, alle Personen, die vor dem 1. 1. 1924 ein Testament errichtet haben, aufzufordern, sich wegen etwaiger Rücknahme des Testaments bei der verwahrenden Stelle zu melden. Diese Anordnung ist ergangen, weil sich herausgestellt hat, daß die meisten vor der Stabilisierung errichteten Testamente gegenstandslos geworden sind oder dem Willen des Erblassers nicht mehr entsprechen. Durch die Rücknahme dieser Testamente können häufig Erbstreitigkeiten und Prozesse vermieden werden. Erfolgt die Rücknahme bis zum 30. 9. 1936, so wird hierfür eine Gebühr nicht berechnet. Viele derjenigen Personen, die vor dem 1. 1. 1924 ein Testament errichtet und in die Verwahrung des Amtsgerichts gegeben hatten, haben seither ihre Wohnung oder ihren Wohnort gewechselt. Diese Personen werden gebeten, ihre jetzige Anschrift dem Amtsgericht mitzuteilen, bei dem das Testament hinterlegt ist, sofern ihnen vom Gericht noch keine entsprechende Benachrichtigung zugegangen ist. Urlaubsgäste Die Beamten. Angestellten und Arbeiter der Reichsbahndirektion Köln haben durch ihre Zeichnungen zur Adolf=Hitler=Freiplatzspende nunmehr einer dritten Gruppe von 83 alten Kämpfern einen Erholungsurlaub ermöglicht. Diese Freiplatzspenden=Urlauber, die ihre Ferien im Bergischen Lande verleben werden, wurden am Montagmorgen vor dem Kölner Direktionsgebäude von Mitgliedern der Fachschaft Reichsbahn empfangen und dann im Festsaal der Direktion von Reichebahndirektionspräsident Dr. Remy begrüßt. SA=Brigadeführer Vogt von der Brigade 82 Bamberg dankte im Namen der Urlauber für den herzlichen Empfang. Nach einer Stadtbesichtigung traten die Feriengäste ihre Reise in die einzelnen Ferienorte an. Es ist doch schade drum...! Milliardenwerte verderben im Haushalt Wie oft kommt es vor, daß abends etwas nicht aufgegessen wird, und am nächsten Morgen ist es schlecht. Schade drum! Oder die Milch ist angesäuert und verdirbt den ganzen Kuchen. Oder das Fleisch ist nicht mehr gut— die ganze Familie nruß mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus geschafft werden! Kleinigkeiten? Unbedeutend? Sie summieren sich! Sie wachsen an zu ungeheuerlichen Verlustzahlen! Jährlich geht der deutschen Volkswirtschaft ein runde Milliarde verloren, weil es an einer gesunden Vorrats- und Frischhaltewirtschaft im Haushalt fehlt. Für diese eine Milliarde verloren gegangener Lebenemittel müssen wir auslärdische Erzeugnisse einführen, unsere gesamte Handelsbilanz wird stark verschlechtert. Und das ist keine Sache, die nur den Finanzminister angeht— wir alle bekommen die Folgen zu spüren, wenn wir nicht mehr das Notwendige aus dem Ausland einführen können. Wir alle sind die Dummen! Eine gesunde Volkswirtschaft ist kein Hamstern, sondern das genaue Gegenteil. Denn man kauft die Vorräte ein, wenn sie am reichlichsten vorhanden, das heißt billig find. Es ist einfach, zur Zeit der Eierschwemme über den billigen Preis erfreut zu sein und während der knappen Zeit zu schimpfen, daß es nicht genug Eier gibt. Vorbeugen! Uniere Frischhaltetechnik ist auf der Höhe. Man hat 6000 Büchsen Obst= und Gemüsekonserven aus dem Handel gezogen und zehn Jahre lang ausbewahrt, obwohl sie gar nicht für eine so lange Zeit berechnet waren. Bei der Oeffnung stellten sich 58 Stück als verdorden heraus, also weniger als der hundertste Teil. Ein Patent ermöglicht die völlige Frischhaltung von Milch und Sahne auf Wochen hinaus. Fast alle Lebensmittel können gefahrlos aufbewahrt wenden. Da sollte die Hausfrau nicht zurückstehen! Früher standen fast in jedem Keller die Sauerkraut= und Bohnenfässer, die Mustöpfe und Fettnäpfe, hingen die Würste und Speckseiten. Heute hat man es sich, vor allem in den größeren Städten, angewöhnt, von der Hand in den Mund zu leben oder vom Kaufmann in den Topf. Deshalb trifft uns jede Lebensmittelverknappung doppelt stark, wir stehen wehrlos. Gewiß, es gibt viele Ausreden: Daß es an Platz fehle, an Geld zu größerer Vorratsanschaffung, an Kühlmöglichkeiten usw. Aber mit dem nötigen guten Willen ließe sich all das schon überwinden und würde sich allemal bezahlt machen! Man muß natürlich anfangen, das wieder zu lernen, was unsere Großmütter längst gewußt haben: Wie man die einzelnen Lebensmittel am besten aufbewahrt. Aber es lohnt sich, zumal die seitdem weit fortgeschrittene Technik viele Hilfsmittel geschaffen hat. Eine geräumi ge Speisekammer in günstiger Nordlage ist ein wichtiger Bestandteil der guten Wohnung. Aber ein Kühlschrank kann das Fehlen mehr als ausgleichen. Er wird im Haushalt der Zukunft nicht mehr sehlen dürfen. Besonderer Wert aber sollte auf die Herstellung von Fruchtsäften gelegt werden. Sie steigt in jedem Jahre gewaltig an und hat den sechsfachen Wert von 1929 weit überschritten. Denn hier hat man ein ebenso einfaches wie vollendetes Mittel zur Aufbewahrung lebenswichtigster Nahrung gefunden. Das„flüssige Obst“ Dieustag: Sportärztliche Untersuchung und Beratung, kostenlos für alle Volksgenossen, von 18—19.30 Uhr im Marienhospital, Kunibertskloster 13; Auskunft beim Pförtner.— Allgemeine Körverschule, nur für Männer: Lyzeum, Spichernstraße, von 17—18 30 Uhr. Für Männer und Frauen gemeinsam: Mittelschule, Niederichstraße, von 20 bis 21.30 Uhr.— Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen: Vormittags: Polizeisportplatz, Riehl, an der Mulheimer Brücke, von—.30 Uhr. Nachmittags: Volksschule, Mülheim, Regentenstraße, von 17—18.30 Uhr; Volksschule, Sülz, Palanterstraße, von 17.30—19 Uhr; Volksschule, Mülheim, Windmühlenstraße, von 18—19.30 Uhr. Abends: Volksschule, Mülheim, Windmühlenstraße, von 20—21.30 Uhr; Volksschule, Sülz, Zülpicher Straße, von 20—21.30 Uhr; Realgymnasium, Spiesergasse, von 20—21.30 Uhr; Mittelschule, Trierer Straße(Eingang Pantaleonsberg), von 20 bis 21.30 Uhr: Oberrealschule, Hansaring(Eingang Vogteistraße, Ecke Gereonswall), von 20—21.30 Uhr.— Deut che Gymn stik für Frauen: Königin=Luise=Schule, St. Apernstraße, von 20 bis 21 Uhr.— mreintinver=Gymnastik für Kinder bis zu 10 Jahren: Volksschule, Gereonswall, von 17—18 Uhr; Volksschule, Niehl, Merkenicher Straße, von 17—18 Uhr.— Leichtathletik, für Männer und Frauen gemeinsam: Stadion, Müngersdorf, Hauptkampfbahn, von 19.30—21 Uhr. Mittwoch: Allgemeine Körverschule: Nur für Männer: Volksschule, Sülz, Zülpicher Straße, von 20—21.30 Uhr. Für Männer und Frauen gemeinsam: Volksschule, RichardWagner=Straße, von 20—21.30 Uhr. Volksschule, Kalk, Hachenburgerstraße, von 19.30—21 Uhr. Volksschule, Machabäerstraße, von 19.15—20.45 Uhr.— Fröhliche Gymnastik und Spiele(Nur für Frauen): Nachmittags: Volksschule, Kalk, Hachenburgerstraße, von 17.30—19 Uhr. Volksschule, Zollstock, Vorgebirgstraße, von 18—1930 Uhr. Abends: Volksschule, Zollstock, Vorgebirgstraße, von 20—21.30 Uhr. Volksschule, Longerich, Hauptstraße, von 20—21.30 Uhr. Volksschule, Loreleystraße, von 20—21.30 Uhr. Kaiserin=Augusta=Schule, Karthauserwall, von 20—21.30 Uhr. Schillergymnasium, Ehrenfeld, Barthelstraße, von 20—21.30 Uhr. Mittelschule, Ehrenfeld, Gravenreuthstraße, von 20—21.30 Uhr.— Deutsche Gymnastik(Nur für Frauen): Gymnastikschule, Hochhaus, Zimmer 108, Hansaring, von 19.30—20.30 Uhr. Gymnastikschule, Unter Fettenhennen 9, 2. Stock, von 18.30—19.30 und 20—21 Uhr.— Kleinkindergymnastik(Für Kinder bis zu 10 Jahren): Volksschule, Kalk, Albermannstraße, von 14.30 bis 15.30 Uhr.— Leichtathletik(Nur für Männer): Stadion, Müngersdorf, Hauptkampfbahn, von 20—21.30 Uhr.— Segeln(Für Männer und Frauen gemeinsam): Anmeldung im Sportamt. An den Dominikanern 2, 2. Stock, Zimmer 215, abends 8 Uhr. Dienstag, den 4. August 1936 Kein weiterer Rückgang Interessante Entwicklung der Schülerzahl an höheren Schulen Neue Tag Nr. 214 Der Schrumpfungsprozeß im höheren Schulwesen scheint nach den neuesten amtlichen Feststellungen eine Grenze gefunden zu haben. Im Amtsblatt des Reichsund Preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung werden von Oberstudienrat Dr. Simon mit umfassenden Statistiken Ausführungen über die Anzahl der Schüler und Schülerinnen an den höheren Schulen Preußens gemacht. Seit zehn Jahren hat bekanntlich eine Abnahme der Schülerzahl eingesetzt, die zeitweilig außergewöhnlich starke Formen annahm. Die Gesamtschülerzahl Preußens, die 1926 mit 450 848 ihren Höhepunkt erreicht hatte, sank bis 1934 auf 366 027, also um 84 821 oder jährlich durchschnittlich 10 603. Am stärksten war der Rückgang von 1931 auf 1932; in diesem einen Jahre verminderte sich der Schülerbestand um nicht weniger als 29 150. Nur einmal, 1930, ist die Schrumpfung verdeckt worden durch einen ungewöhnlich starken Sextanerjahrgang als Auswirkung des außerordentlich starken Geburtenjahrganges 1919/1920. Dieser Schrumpfung entsprach ein Verlust an Schulen und Klassen. Dr. Simon berichtet, daß sich die Klassenzahl von 1930 bis 1934 von 15 989 auf 13 846 vermindert hat. Waren 1930 noch 2029 Sexten vorhanden, so bestanden 1934 nur noch 1463. Es war daher nicht zu umgehen, daß in jährlich steigendem Maße die Sexten der neunstufigen höheren Schulen zusammengelegt wurden; von 31 im Jahre 1931 stieg die Zahl der kombinierten Primen bis 1935 auf 352. Eine Schule nach der anderen verlor ihren Charakter als„große Doppelanstalt"(mit mindestens 15 Klassen). Hier ist aber schon im Vorjahre ein Normalzustand bereits erreicht. Besonders wesentlich ist die Feststellung, daß sich die Gesamtzahl der Schüler von 1934 auf 1935 nur noch um 4413 oder um 1,2 Prozent verringert hat. Die Zahl der Sextaner(Sextanerinnen) hatte 1935 zum ersten Male seit 1930 wieder zugenommen(von 48 861 auf 50019), wenn auch noch ein erheblicher Klassenverlust(317) festzustellen war. Die Gesamtzahl der Schüler und Schülerinnen an den öffentlichen höheren Lehranstalten Preußens belief sich im Vorjahre auf 351 665. Im laufenden Jahr hat sich die Gesamtzahl nur noch um 101 auf 351 564 verringert, wobei zu beachten ist, daß einem Verlust von 1328 bei den Mädchenanstalten ein Gewinn von 1227 an den Knabenanstalten gegenübersteht. Bei einer Aufgliederung dieser Zahlen ergaben sich einige interessante Einzelheiten. Z. B. haben die Berliner Knabenanstalten am 1. Mai 1936 gegenüber dem Vorjahre 797 Schüler verloren, während Westfalen 631 und Schleswig=Holstein 565(5,5 Prozent) Ankündigungen Kölner Tänzer und Tänzerinnen bei den OlympiaFestspielen Von der Makarowa=Schule in Köln wirken bei den Olympischen Festveranstaltungen mit: Emilie Stork und Alfred Mingerzahn im Festspiel„Hevakles“(Einstudierung Dr. Niedecken=Gebhard), Alfred Mingerzahn in dem Festspiel„Olympische Jugend“ und im Festspiel„Waffenkampf",(Einstudierung Stammes=Kreuzberg), Hilde Berbe und Emilie Stork bei Tänzen im Rahmen der Blumenschau der Ausstellung Deutschland(Einstudierung Jens Keith). Die Kameraden des Res.=Feld-Artillerie-Regt. Nr. 16 treffen sich gelegentlich der Einweihung des Denkmals der Deutschen Feld=Artillerie zu Köln am Samstag, 29. August, 20 Uhr, und Sonntags zum Frühschoppen im Neumarktbräu. Kameradschaft 1. Feld-Inf.=Rgt. 363 Samstag, den 8. August, 20.30 Uhr, Zusammenkunft im Görressaal der Bürgergesellschaft. Sanitäts-Komp. 210 der 206. Inf.-Div. Es ist beabsichtigt, eine Wiedersehensfeier der ehemaligen Angehörigen obiger Kompanie zu veranstalten. Adressenangabe erbittet: Peter Weber, Köln, Weißenburgstraße 57. Kameradschaft ehem. 172er, Ortsgruppe Köln Monatsappell am Samstag, 8. August, 20.30 Uhr, im Vereinslokal„Gildenhaus“, Unter Goldschmied 21. Nichtmitglieder herzlich willkommen. Kameradschaft ehem. Feldartillerie=Regt. 44, Trier Monatsversammlung Mittwoch, 5. August, 20.30 Uhr, bei P. Langen, Komödienstraße 12. Kameradschaft Deutz-Nord Monatsappell am Samstag, 8. August, 20 Uhr. Kumeradschaft ehem. 14. Jäger Am Donnerstag, 6 August, 20.30 Uhr, Monatsversammlung im Kameradschaftslokal, Kleiner Griechenmarkt 54. Nächtliche Anbetung Die nächste nächtliche Anbetung der Männer in der Dominikanerkirche. Lindenstraße 45, findet statt in der Nacht zum Freitag, 7. August. Die Betstunden sind von 21 bis 23, von 23 bis 1, von 1 bis 3 und von 3 bis.45 Uhr. In der ersten, dritten und fünften Stunde nach Mittemnacht ist Gemeinschaftsmesse mit Kommuniongelegenheit, Beichtgelegenheit ist abends von 21 bis 22 und morgens ab 4 Uhr. Konalbauarbeiten 562 laufende Meter Rohrkanal in Köln=Braunsfeld, Köln=Ehrenfeld und Köln=Dellbrück lollen in drei Losen offentlich verdungen werden. Verdingungsunterlagen sind, soweit der Vorrat reicht, bei der Kanalbauabteilung im Stadthaus, Zimmer 211, zu 1,50 Mark erhältlich. Zeichnungen und Auskunft Stadthaus, Gürzenichstraße, Zimmer 252, von 11—12.30 Uhr. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis 10. August 1936, 10 Uhr, im Zimmer 211 des Stadthause einzureichen. Leffnung am selben Tage, um 10.15 Uhr, Zimmer 210. Persönliches gewonnen haben. Die Berliner Mädchenschulen haben einen Gesamtverlust von 1200(5,0 Prozent) festzustellen, während einen erheblichen Gewinn nur die Rheinprovinz und Schleswig=Holstein ausweisen. Die Gesamtschülerzahl in Berlin ist seit 1926 von 84039 auf 62008, also um 26,2 Prozent, gefunken. Seit 1930 ist auch der Klassenverlust in diesem Jahr amgeringsten. Im Vorjahre stellte er sich noch auf 317, während er in diesem Jahre nur 19 Klassen beträgt (einem Mehr von 86 steht ein Weniger von 105 Klassen gegenüber, wovon 64 Klassen allein auf Berlin entfallen). Interessant ist dabei das Abschneiden der staatlichen Anstalten, deren Klassenzahl erheblich zugenommen hat. Auch die Aufbauschulen, die ja vorwiegend staatlich sind, haben einen weiteren wesentlichen Auftrieb erhalten. Bereits im Vorjahr hatte sich ihre Schülerzahl um 890 oder 9 Prozent vermehrt. Von 74 Aufbauschulen haben 70 ihren Schülerbestand auch weiterhin vermehren können. Unregelmäßig scheint noch die Entwicklung des Zuganges zu den Sexten zu sein. Gegenüber einem Zuwachs im Vorjahre von 2,4 Prozent ist in diesem Jahr die Gesamtzahl der Sextaner(Sextanerinnen) von 50019 auf 47102 gefallen. Das sind rund 3000 Schulanfänger weniger, als der Jahrgang 1927 zählte, der aus dem schwächsten Kriegsgeburtenjahrgang(1917) hervorgegangen war. Wie im Vorjahre sind nur noch 7,1 Prozent der Grundschüler in die Sexten der öffentlichen höheren Lehranstalten übergetreten. Der Verlust an Sextanern ist in diesem Jahre allgemein, besonders stark ist er in Hessen=Nassau und Berlin. Die Zahl der Sexten mußte sich dementsprechend verringern, so daß eine ganze Anzahl, besonders in der Rheinprovinz, 50 und mehr Schüler umfassen. 67,9 Prozent aller Schulen haben sich, soweit sie Sexten eröffnet haben, mit einer begnügt, während noch vor wenigen Jahren die Schulen mit nur einer Sexta in der Minderzahl waren. Zurzeit ist Oberschlesien die einzige Provinz, in der die Knabenschulen mit zwei Sexten vorherrschen. Im Saargebiet hat sich die Gesamtschülerzahl um ein Geringes vermehrt. Es sind bestellt: als Bezirkswart für den Bezirk la Wilhelm Kierdorf, Zwirnerstraße 2a und für den Bezirk 110 Aeinrich Irschfeld. Am Weidenbach 9. Frau Maria Reinders, Allerheiligenstraße 12, begeht am 15. August ihren 70. Geburtstag Der RSKK-Mann im Dienst Besichtigung der Kölner Staffel durch Standartenführer Pöppl Standartenführer Pöppl spricht zu den NSKK-Männern Photo: Maier Gestern abend fand im Colonialsaal eine Besichtigung der Motorstaffel IIM 71, Köln=Stadt, durch den Führer der Motorbrigade Niederrhein, Standartenführer Pöppl, statt, zu dem auch die Staffeln II und III Abordnungen entsandt hatten. Kurz vor 9 Uhr erschien der Brigadeführer in Begleitung des Führers der Staffel I, Sturmhauptführer Gorczynski, von den RSKK=Männern und der Motor=HI herzlich begrüßt. Standartenführer Pöppl sprach seine Freude darüber aus, endlich einmal unter den RSKK=Männern von Köln zu weilen und sprach ihnen seinen Dank für die bisher geleisteten treuen Dienste aus. Eiserne Kamerad. schaft herrsche in ihren Reihen, Treue und guter Wille. Schottische Gäste in Köln Flaggen heraus während der Olympischen Spiele Um die Ankeilnahme Kölns, das in diesen Tagen von besonders vielen Fremden besucht wird, an den olympischen Festtagen zu bekunden, wird die Bevölkerung gebeten, während der Kampftage vom 1. bis 16. August die Straßen und Häuser mit der Reichsund Nationalflagge zu schmücken. Darüber hinaus können auch die Olympische Flagge sowie die Flaggen der an den Olympischen Spielen teilnehmenden Nationen gezeigt werden. So solle es auch weiterhin bleiben. Sie dürften stolz darauf sein, politische Kämpfer des Führers zu sein, sie trügen die braune Uniform. die verpflichte. Uniform heiße Gleichheit und Gemeinschaft, Führung und Unterordnung, Sieg und Erfolg. In kurzen Zügen zeichnete Standartenführer Pöppl die Pflichten und Aufgaben des RSKK=Mannes auf. Sie müßten auf der Straße den Kraftfahrern ein Vorbild sein, beispielgebend und jederzeit hilfsbereit. Der Jugend in ihren Reihen müßten sie ebenfalls leuchtendes Vorbild sein, sie zu treuer Kameradschaft anhalten und ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Kürze, teilte der Redner dann mit, würden Werkstartzüge die Staffeln aufsuchen und die technische Ausbildung durch Praxis und interessante Filmvorträge unterstützen. Zusammenfassend richtete er den Appell an die RSKK=Männer, in geschworener Kameradschaft, in einmütigem Willen und in Treue zum Führer zu kämpfen. Steuer- und Wirtschaftstermine im August 1936 15. August: Zahlung der Börsenumsatzsteuer für den Monat Juli 1936 sowie Anmeldung der abgeführten Börsenumsatzsteuer an das Kapitalsteuerverkehrsamt. 15. August: Zahlung der Kirchen steuer für das 2. Vierteljahr des Rechnungsjahres 1936 gemäß Kirchensteuerbescheid. 15. August: GewerbeertragssteuerVorauszahlung für das 2. Viertel des Rechnungsjahres 1936 gemäß Gewerbeertragssteuerbescheid. 15. August: GewerbekapitalsteuerVorauszahlung für das 2. Viertel des Rechnungsjahres 1936 gemäß Gewerbekapitalsteuerbescheid. 15. August: Gewerbelohnsummensteuer=Zahlung für den Monat Juli 1936 in den Gemeinden, in welchen diese Steuer erhoben wird. 15. August: Zahlung der Hauszinssteuer für den Monat August 1936. 15. August: Zahlung der staatlichen Grundvermögenssteuer nevst 100prozentigem Staatszuschlag sowie der Gemeindezuschläge zur Grundvermögenssteuer. 20. August: Zahlung der Lohnsteuerbeträge für die Zeit vom 1. bis 15. August 1936. Diese Verpflichtung besteht nur, wenn die einzubehaltenden Beträge 200 RM. übersteigen. Sonst sind sie erst am 5. September 1936 abzuführen. •0. August: Zahlung der Bürgersteuer 1936 bei Lohnempfängern für Lohnzahlungen vom 1. bis 15. August 1936. Beträgt die abzuführende Summe jedoch weniger als 200 RM., so braucht sie erst am 5. September abgeführt zu werden. 20. August: Anmeldung der eingegangenen Exportvaluten durch Exporteure an die zuständigen Reichsbankstellen. 23. August: Zahlung der Fettsteuer für alle Fette außer Maraarine. wenn die Steuerschuld im Juni 1936 entstanden ist, 24. August: Stichtag für die Einbehaltung der Bürgersteuer. 25. August: Zahlung der Fettsteuer für Margarine, wenn die Steuerschuld im Juli 1936 entstanden ist. 27. August: Zahlung der Salzsteuer für Juli 1936. 31. August Juli 1936. 31. August: Zahlung der Beträge eingegangener Exportvaluten durch Exporteure an die zuständigen Reichsbankstellen. An den Folgen gestorben Die schwere Bluttat, die in der Nacht zum Sonntag, wie bereits berichtet, von einem 35jährigen Zuschneider in seiner Wohnung verübt wurde, hat jetzt ein Todesopfer gefordert. Der von dem Zuschneider durch einen Pistolenschuß schwerverletzte 24jährige Stiefsohn ist im Krankenhaus gestorben. Bei dem durch drei Schüsse verletzten 31jährigen Freund des Stiefsohnes besteht keine Lebensgefahr. Der Täter gibt die Tat zu, behauptet aber, daß er nur den Freund, den Liebhaber der 16jährigen Stieftochter habe treffen wollen. Ein Bild aus rheinischen Olympiatagen Photo: Maier Slandkonzert der Wehrmacht ###ug, v. August, findet in der Zeit von 18 bis 19 Uhr im Stadtgarten Mülheim ein Standkonzert eines Musikkorps der Wehrmacht des Standorts Köln statt. Dienstag, den 4. August 1936 Gleue Tag Nr. 214 Als Zaungast beim Olympia Kleine Ausschnitte aus den grossen Tagen von Berlin „Engelchen“ im grauen Bus Wie Schuljugend doch erleben kann; man möchte sie darum beneiden. Als der Führer und die Ehrengäste in feierlichem Zug sich zur Eröffnung der Spiele begaben, war es ein eigenes Erlebnis, sich einmal umzuschauen und aus großen glänzenden Kinderaugen die restlose Hingabe zu lefen.„Ach bitte, lassen Sie mich doch einmal durch, ich will ja bloß mal den Führer seh'", piepste hier und da ein Stimmchen, und ein blonder oder brauner Haarschopf spähte nach einer Lücke in der Menschenmauer. Bei den Größeren galt Faustrecht. Die Stärksten turnten auf den höchsten Geländern.„Du, Fritz, läßt du mich jetzt mal da trauf: du kannst doch heute abend noch alles sehen!" Und der Abend kam, von vielen pochenden Herzchen erwartet, und manchem Schwesterchen, das nicht mitmachen konnte, mußten erst noch die Tränen getrocknet werden. Dann standen die 11= und 12jährigen weißgekleideten Mädchen, wie kleine Olympigengelchen, in Gruppen vor ihren Schulen. Die Wangen glühen und die Körper fieberten vor Erregung. Ist es nicht bald soweit! Sie sollten ruhig sein, aber das ging ja nicht. „Hast du auch den Fackelläufer gesehen, er kani vormittags ganz dicht bei uns vorbei?“—„Nein, aber den Zeppelin!" „Ich habe aber den Wagen mit dem Führer gesehen. er hat sogar gewinkt!" Alles großartig, aber dann interessierten sie nur noch die großen grauen Wehrmachtsautobusse, die sie abholten. Es waren dieselben, denen sie sonst, wenn sie mit ausländischen Sportlern beietzt waren, nachgewinkt haben. Wie stolz und beinahe würdig sie dasaßen, die kleinen Berliner Schulmädels— man sah es ja nicht, daß die Beinchen noch nicht ganz bis auf den Boden reichten. Behutsam rollten die großen Wagen ihre zarte junge Fracht zum Stadion, zum Treffpunkt der Jugend. Auch einmal mitmarschieren... Dann, als sich schon die Nacht über das Reichsspoctfeld senkte, waren auch die Spiele der Berliner Schuljugend, Tanz und Gesang, die Darstellung der weißen Fahne mit den Olympia=Ringen und das Lagerfeuer, vorüber. Es war wie ein Symbol, daß sie, die nachkommende Jugend, den Abschluß des ersten Tages bildete und gleichsam hinüberleitete zu den kommenden Tagen. Man hätte vergessen können, daß es noch Schuckinder waren, so schienen sie von dem Erleben mitgerissen, von der Idee getragen. Und nicht nur, solange sie auf dem leuchtenden Rasenteppich innerhalb des steinernen Ovals den Mittelpunkt bildeten; noch auf dem Heimweg hatten sie etwas Verklärtes in Ausdruck und Bewegung. Die meisten fanden noch keine Worte für dies Erleben. Die Mädchen waren immer noch im Bann der weißen Fahne, von der sie seit Wochen träumten. Die größeren Jungen tauten langsam auf.„Ich werde jetzt immer ordentlich trainieren, damit ich da auch mal mit den Großen einmarschieren kann“, meinte ein Langaufgeschossener. Zwei andere überlegen, was das Schönste gewesen sei.„Die vielen Menschen, 100 000 Menschen und die ganze Stimmung so...„ach nein“ unterbrach ihn der andere mit einem versonnenen Blick ins Weite,„daß wir überhaupt mit dabei gewesen sind...“ Mit Nippons Töchtern durch Berlin „Wir freuen uns sehr, daß Sie uns ein vißchen durch Berlin führen wollen“, begrüßt mich Miß Schirayama, die Führerin der japanischen Sportlerinnen, und iyre Mädels machen ihre tiefe Verbeugung.„Im Schwimmbassin kann ich meine Schar zwar gut zusammenhalten, aber hier in der Stadt ist es nicht einfach.“ Es kommt mir sehr zustatten, daß ich als norddeutscher Herkömm= ling die kleinen Wassernixen alle um einiges überrage. Das ist es auch, was auf die Japanerinnen vielleicht den stärksten Eindruck macht, daß es in Deutschland so viele lange Menschen gibt und daß es gar nicht so schrecklich aussieht, wie ne es sich zu Hause vorgestellt hatten. Es dauert nicht lange, da haben unsere kleinen Damen aus dem Berliner Pflaster Gemeinsalnes mut Tokio entdeckt, und damit wird ihnen alles vertr ruter Den Tauentzien ernennen sie zur Ginza=Straße und fühlen sich nun ganz wie zu Hause. Lachend und schwatzend schwirren sie von einem Schaufenster zum andern. Aber je mehr sie sehen, desto beklommener werden die Gesichter, denn nun wissen sie schließlich gar nicht meh sie kaufen sollen. Die Führerin, das„Tantchen", nicht leicht. Sie muß die Mädels und auch deren zusammenhalten. Am liebsten möchten sie ihrer ganzen Klasse Andenken aus Deutschland mitbringen. Mit dem Zeppelin über das Reichssportfeld hinweg Im Presschauptquartier: Die Telephon-Damen, die immer fröhlichen Mittler zwischen den Journalisten und deren Blättern Die Brüder bestellten Schon allein dieser Auftrag macht Schwierigkeiten, da die japanischen Jungens anscheinend sehr gut orientiert sind und ganz genau vorgeschrieben haben, was ihnen die berühmten Schwestern mitbringen sollen. Dann werden rasch noch ein paar persönliche Wünsche befriedigt: Pullover, Sandaletten, Anstecknadeln und was sonst ein Mädchenherz erfreut, und dann ist auch schon die Zeit für Einkäufe verstrichen. Das viele Sehen macht hungrig, hat Aantchen richtig vermutet, und als sie ihre Mädels nun in eine stille Seitenstraße führt, ahnen diese noch nicht die Ueberraschung: richtiges japanisches Menü in einem japanischen Restaurant. Strahlende Gesichter, als uns schon beim Eintreten die vertrauten Düfte entgegenströmen. Tanichen hatte vorsorglich schon alles bestellt. Skiaki wird gegessen. Man könnte es auch japanisches Eintopfgericht nennen, nur mit dem Unterschied, daß jeder sich sein Gericht auf dem Tisch selbst kocht. Zuerst wird auf einem silbernen Tablett ein Spirituskocher aufgetragen. Dann kommen die Zutaten; kleingewürfeltes Fleisch und geschnittenes Gemüse, die japanische Universaltunke aus Sojabohnen und anderen Gewürzen, je nach Geschmack. Nach dem Essen steht ein Kinobesuch auf Tantchens Programm. Da waren sie hocherfreut, als das weiche rote Licht sie umflutete und jede auf einem breiten roten Sessel sitzen konnte. Es ist schon dunkel geworden, aber immer noch schwärmen die Mädchen von der Pracht, bis auf einmal eine von ihnen einen Freudenschrei ausstößt: Die Wochenschau hat sie selbst gefilmt. Do will nun das Lachen in unserer Reihe kein Ende nehmen. Sie zeigen mit den Fingern und schütten sich herzhaft aus. Viel zu schnell sind die Bilder vorbeigeflogen. Aber es beschäftigt sie noch lange, und in der Pause wird Ta itchen befragt, ob dieser Film auch nach Japan käme. Olympia=Kämpfer staunen Schauplatz der Handlung ist ein kleines Café in der Berliner Innenstadt. Als Gäste erscheinen drei hochgewachsene, prächtig gebaute Burschen, die ganz das Format eines Olympia=Kämpfers haben. Als sie die Mäntel ablegen, erweist sich, daß sie es auch sind denn sie tragen leuchtend blaue Trainingsanzüge mit den großen Lettern USA. Sam, John und Archie sprechen kein Wort Deutsch, und ganz selbstverständlich bestellen sie ein Glas Milch und ein paar Butterbrote in ihrer Heimatsprache. Da geschieht etwas, was sie sicher nicht erwartet haben. Der Ober, der sie bedient, spricht kein Englisch und muß erst einen „Kollegen“ holen, der die Wünsche der Gäste erfüllt. Die drei wollen sich ausschütten vor Lachen, sie trauen ihren Ohren nicht und glauben, Opfer eines schlechten Scherzes zu sein. Sie fragen nicht nur den Ersatzober, sondern auch die umhersitzenden Gäste, ob es wahr sei, daß dieser Ober wirklich kein Englisch spreche, und als es ihnen bestätigt werden muß, kommen sie aus ihrer freudigen Verwunderung immer noch nicht heraus und versichern, daß ja alle kleinen Kinder, alle Schutzleute, alle Straßenbahnschaffner, alle Postbeamten, kurz jedermann in Berlin Englisch spreche. Am Abend im Olympischen Dorf hatten sie sicher eine Riesensensation zu berichten, daß sie nämlich in Deutschland einen Menschen, noch dazu einen Ober, getroffen haben, der kein Englisch konnte. L. Nurmi steht als einer der hunderttausend Zuschauer irgendwo im weiten Kund, immer noch der begeisterte Sportler und Berater seiner finnischen Kameraden Ganz international: Italien. Mexiko. Deutschland, Schweiz, Holland— aber natürlich steht der mexikanische Basketballspieler Borja im Mittelpunkt der Unterhaltung enn jeder Deutsche so die beiden Daumen drückt, wie dieser kleine Junge am ersten Kampftage, dann muß es doch zu ein paar Goldmedaillen langen! Mutter muß doch auch was sehen können! Bei der Ankunft des Staffellaufes im Lustgarten, im Rücken der Zuschauer Photos; Weltbild Dienstag, den 4. August 1936 Nr. 214 Neue Tag Turnier der Freistilringer Deutschlands Hoffnung: Siebert und Herbert Positionskampf im 10000--Lauf Am Montag früh hat sich die Lage im olympischen Freistil=Turnier in der Deutschlandhalle weiter verschäft. Allgemein sind die Leistungen der Teilnehmer auf einem unerwartet hohen Niveau ausgeglichen, so daß eine ganze Reihe von Entscheidungen nur ganz knapp unter Berücksichtigung oft geringer Vorteile gefällt werden muß. Die Anteilnahme des Publikums ist, nachdem die Kämpfe der ersten Runde am Sonntag bis in die frühen Morgenstunden des Montag hinein gezogen wurden, auch heute wieder überraschend groß. Im Hinblick auf die gute Kondition unserer Schwerathleten, die über gute Vorbereitungen aus den Trainingslagern bestens gerüstet in den Kampf gingen, ist ihr Abschneiden eigentlich nicht besonders eindrucksvoll. So mußte neben dem Mittelgewichtler Scheoler, der gegen Rirecci=Türkei nach Punkten verlor, auch der Ludwigshafener Gehrina im Schwergewicht seine Hoffnungen begraben. Lediglich Herbert, der in der leichtesten Gewichtsklasse sich gegen den Englander Cacaux nach:50 Minuten gut einführte und weiterhin Siebert. der mit seinem Punktsieg gegen den Tschechen Prokop allerdings einen Punkt schwach blieb, sehen mit berechtigten Aussichten der weiteren Entscheidung entgegen. Ziemlich überraschend kommt das gute technische Rüstzeug der erstmals an den Olympischen Spielen teilnehmenden türkischen Ringer zur Geltung. So wußte z. B. im Mittelgewicht der Hallenser Schedler mit dem Türken Rirecci wenig anzufangen und stolperte im Verlauf seiner Angriffe mehrfach über die geschickte Beinarbeit seines Gegners, der über die Zeit zu einem klaren Punktsieg kam. Gehrings Niederlage im Schwergewicht gegen den Schweizer Bürki ist weniger verwunderlich, wenn man die Stärke der Eidgenossen auf diesem Gebiet kennt. Am Boden zwar leicht überlegen, konnte er sich im Standkampf gegen Bürki, der die 211= Punktentscheidung erhielt, nie durchsetzen. Ohne Fehlerpunkte haben nach dem Stand der ersten Runde im Mittelgewicht vier Ausländer die besten Aussichten: Voliva=USA, Luukko=Finnland, Poilve=Frankreich und Sysel=Tschechoflowakei. Ergebnisse: Bantamgewicht: HerbertDeutschland bes. Cacaux=Großbritannien in:50 Min., Laporte=Belgien bes. Nic=Tschechoslowakei in:16 Minuten. Mittelgewicht: Rihetzky=Ungarn bes. RasulIndien nach Punkten, Voliva=USA bes. van der Merve=Südafrika in 10:41 Min., Gallegati=Italien bes. Lindblom=Schweden nach Punkten, Rirecci=Türkei bes. Schedler=Deutschland nach Punkten, Lunkko=Finnland bes. van Hoorebeke=Belgien in:12 Min., PoilveFrankreich bes. Evans=Kanada in:25 Min., SyselTschechoslowakei bes. Jeffers=England entsch. Halbschwergewicht: Fridel=Schweden bes. Neo=Estland nach Punkten, Virag=Ungarn bes. LahtiFinnland nach Punkten, Avcioglu=Türkei bes. WardEngland nach Punkten, Scarf=Australien bes. BekeBelgien nach 11:36 Min., Siebert=Deutschland, bes. Prokop=Tschechoslowakei nach Punkten, Clemons=USA bes. Daetwyler=Schweiz nach 14:33 Min. Schwergewicht: Palusala=Estland bes. Klapuch=Tschechoslowakei in 10:50 Min., Coban=Türkei bes. Charlier=Belgien nach Punkten, Bürki=Schweiz bes. Gehring=Deutschland nach Punkten, Akerlindn= Schweden bes. Dunn=USA in 12:20 Min., NyströmFinnland besiegt Chiga=Kanada in 10:11 Min. Wird Ehrl es schaffen? Freistilringer nach der zweiten Runde Nun geht auch das am Sonntag begonnene olympische Turnier der Freistilringer der Entscheidung entgegen. Das Publikum kommt nach wie vor zur Deutschlandhalle, um die harten und oft temperamentvollen Kämpfe mitzuerleben. Und so herrschte auch am Montag eine echte olympische Stimmung, als die Verse der Sprechchöre von den Rängen herunterschallten. Der riesige Raum war gut besetzt. Boeck, unser für den Kölner Pullheim eingesetzter Federgewichtsvertreter muhte gegen den bekannten schwedischen Freistilspezialisten Jönssen antreten, eine Aufgabe, der der Deutsche nicht gewachsen war. Zwar konnte Boeck den Kampf im ersten Teil offen gestalten, doch später mußte er nachgeben, als der systematisch vorgehende Schwede seinen Punktsieg vorzubereiten begann. Die Haltung des aussichtsreichen Pihlajamäki(Finnland) ist neben der vorzüglichen Die Kampffolge am Dienstag Leichtathletik: 10.30 Uhr: Weitsprung, Qualifikation(.00 Meter), Diskuswersen, Frauen, Qualifikation(36,00 Meter), 200 Meter, zehn Vorläufe. — 15.00 Uhr: 400 Meter Hürden, zwei Zwischenläufe. — 15.15 Uhr: Diskuswersen, Frauen, Vorkampf und Entscheidung.— 15.30 Uhr: 200 Meter, sechs Zwischenläuse.— 16.00 Uhr: 100 Meter, Frauen, Entscheiounn.— 16.30 Uhr: Weitsprung, Vorkampf und Entscheioung— 17.30 Uhr: 400 Meter Hürden, Entscheidung— 17.45 Uhr: 800 Meter, Entscheidunn— 18.00 Uhr: 5000 Meter, vier Vorläufe.— Siegerzeremonien. Fußball(Vorrunde): 17.30 Uhr: Deutschlano— Luxemburg(Post=Stadion).— 17.30 Uhr: Schweden— Japan(Hertha-Platz). Hockey: 16.30 Uhr: Frankreich— Schweiz (Gruppe).— 18.00 Uhr: Holland— Belgien(Gruppe ).— 18.00 Uhr: Afghanistan— Dänemark(Gruppe). Roderner Fünf kampf:.00 Uhr: Schießen. Fechten:.00 Uhr, 10.30 Uhr, 13.00 Uhr: Mannschafts=Florettfechten, Vorschlußrunde, Frauen, FlorettEinzelfechten.— 15.00 Uhr, 17.00 Uhr, 20.00 Uhr: Mannschafts=Florettfechten, Endrunde. Ringen: 10.00 Uhr: Freistil, Vorkämpfe.— 19.00 Uhr: Freistil, Entscheidungen. Bolo: 14.00 Uhr: Deutschlann— Ungarn. „ Gegeln: 10.30 Uhr: Beginn der Wettfahrten. Leistung des Ungarn Toth hervorzuheben, die beide zu klaren Entscheidungen kamen. Im Leichtgewicht bewies der Süddeutsche Ehrl, daß man nicht umsonst sehr viel Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit gesetzt hat. Sein entscheidender Sieg gegen den Tschechen Brdek war schon nach 2,04 Minuten gefallen, als dem Deutschen bei dem am Boden liegenden Gegner ein erfolgreicher Seitenaufreißer gelang. Die Art, wie Ehrl bisher mit seinen Gegnern fertig wurde, berechtigt zweifellos zu deutschen Hoffnungen. Wenn der Däne Meier in dieser Gruppe auch nicht zu den klaren Favoriten zählte, so war man doch ziemlich sprachlos, als er gegen den Franzosen Delporte schon nach 2,48 Minuten fiel. Auch der wieselflinke Schwede Nelli gaußte gegen den angenehm aufgefallenen Türken Sodannli eine entscheidende Niederlage einstecken. Ergebnisse: Freistilringen(zweite Runde): Federgewicht: Pettigrew(Kanada besiegt Kvacek(Tschechoslowakei) nach Punkten; Gavelli(Italien) besiegt Hall(Südafrika) nach Punkten; Jönssen (Schweden) besiegt Boeck(Deutschland) nach Punkten; Millard(USA) besiegt Morrell(Großbritannien) nach .36 Minuten; Toth(Ungarn) besiegt Chasson(Frankreich in 6,52; Erkan(Türkei) besiegt Riske(Belgien) nach Punkten; K. Pihlajamäki(Finnland) besiegt Spycher(Schweiz) nach 1,57 Minuten; Mizutani (Japan) frei; ausgeschieden: Kvacek(Tschechoslowakei), Boeck(Deutschland), Chasson(Frankreich), Riske(Belgien), Spycher(Schweiz). Leichtgewicht: Kazama(Japan) besiegt Toots (Estland) nach Punkten; Ehrl(Deutschland) besiegt Brdek (Tschechoslowakei) nach 2,04; Strong(USA) besiegt Arn (Schweiz) nach Punkten; Soganli(Türkei) besiegt Melin(Schweden) nach Punkten; H. Pihlajamäki (Finnland) besiegt Thompson(England) nach Punkten; Romagnoli(Italien) besiegt Lalemand(Belgien) nach 3 Minuten; Karpati(Ungarn) besiegt Garrard(Australien) nach 3,45 Minuten; Delporte(Frankreich) besiegt Meier(Dänemark) nach 2,48 Minuten. Ausgeschieden: Brdek(Tschechoslowakei). Arn(Schweiz), Thompson (England), Lalemand(Belgien), Garrard(Austvalien). Der Stand des Turniers im Federgewicht ist folgender: Ohne Fehlerpunkte: Millard(USA), Toth(Ungarn), Pihlajamäki(Finnland). 1 Fehlerpunkt: Pettigrew(Kanada), Hönsson(Schweden). 4 Fehlerpunkte: Hall(Südafrika), Gavelli(Italien), Morell(England), Erkan(Türkei). Die Paarungen der dritten Runde im Leichtgewichtsturnier der Freistilringer sind folgende: Thomas (Kanada)— Toth(Estland), Kazama(Japan gegen Ehr!(Deutschland), Strong(USA)— Melin (Schweden), Soganli(Türkei)— Pihlajamäki(Finnland), Ramagnoli(Italien) Delporte(Frankreich), Karpati(Ungarn)— Meier(Dänemark). Hostin(Frankreich) wieder Olympiasieger Zum zweiten Male erkämpfte sich im Gewichtheben der Halbschwergewichtsklasse der Franzose Lauis Hostin am Montagabend in der Deutschland=Halle im Olympischen Dreikampf die Goldmedaille. Er brachte in den Uebungen des Olympischen Dreikampfes Drücken, Reißen und Stoßen insgesamt 372,5 kg zur Hochstrecke. Für Deutschland erkämpfte Eugen Deutsch=Friesenheim mit 365 kg die Silberne Medaille. Dritter wurde der Aegypter Wasif Iorahim vor unserem zweiten Vertreter Helmut Opschruf=Trier, Mit herzlicher Freude wurde die prächtige Leistung unserer beiden Gewichtheber ausgenommen, die von Reichsminister Dr. Frank und dem Reichssportführer, die sich unter den Zuschauern befanden, beglückwünscht wurden. Oblt. Handrick führt im modernen Fünfkampf Das Degensechten, die zweite Uebung zum Mo dernen Fünfkampf, wurde am Montag erledigt. Vom frühen Morgen bis in die späten Abendstunden klirrten die Waffen. Da jeder gegen jeden anzutreten hatte, gab es natürlich eine Unmenge von Kämpfen, die aber dank der elektrischen Wertung alle einwandfreie Ergebnisse brachten. Der erfolgreichste Degensechter war der Deutsche Lt. Lemp, der insgesamt 25 Gesechte gewann, während der amerikanische Hauptmann Weber und Hauptmann Ecuyer de le Court sich den zweiten Platz teilten. Auf den vierten Platz kam Oblt. Handrick. der sich durch diese hervorragende Leistungen an die Spitze des Feldes im Gesamtergebnis setzt. 6,5 Punkte hat der Deutsche, der im vorigen Jahr in Budapest die Europa=Meisterschaft gewann, .5 Punkte der Belgier Ecuyer de le Court, und 14 Punkte der schwedische Oblt. Thofelt. Da Oblt. Handrick in den noch ausstehenden Prüfungen Schießen(wird am heutigen Dienstag erledigt), Schwimmen und Geländelaufen sehr stark ist, dürfen wir große Hoffnungen auf einen Erfolg haben, der bisher eine alleinige Angelegenheit der Schweden war, die seit 1912 immer den Sieger stellten. Unser Bild zeigt einen Augenblick aus dem großen Kampf im 10 000--Lauf. Der tapfere Japaner Murakosa greift die finnischen Laufwunder an, kann ihnen aber den Sieg nicht abringen Pressep tere Olympiain der Mitte Grenlich, und links Blask, der eine silberne Medaille für Deutschland errang ’ressephoto Eine vollendet ausgeglichene Leistung hat dem amerikanischen Federgewichtler Terlazzo mit 312,5 Kilogramm Gesamtleistung den verdienten olympischen Sieg gebracht. Er lag mit dieser Leistung(in den einzelnen Uebungen: Drücken 92.5, Reißen 97.5 und Sloßen 122,5 Kilogramm) über sieben Kilo vor dem Aegypter Soliman, der die silberne Medaille erhielt, und mit mehr als 12 Kilogramm gegen Ibrahim H. M. Shams(Aegypten), den Träger der bronzenen Auszeichnung. Das Ergebnis: Federgewicht(Olympischer Dreikampf): 1. Terlazzo(USA), 312,5 Kilogramm(92,5, 97,5, 122,5); 2. Soliman(Aegypten), 305 Kilogramm(85, 95, 125); 3. Jbrahim H. M. Shams (Aegypten), 300(80, 95, 125); 4. Richter(Oesterreich), 297.5 Kilogramm(80, 97.5, 120); 5. Liebsch(Deutschland), 290(92,5, 90, 107.); 6. Terry(US2), 287.5 (75, 92,5, 120). Strahlende Siegerin Zweite Goldmedaille für USA Terlazzos Sieg im Gewichtheben Als am Montag das Abendprogramm der fahnengeschmückten Deutschlandhalle mit dem Gewichtheben begann, waren die Ränge des riesigen Raumes nur schwach besetzt. Die zeitraubende Abwicklung der Kämpfe im Federgewicht nahm den ganzen Abend und dazu auch noch die frühen Morgenstunden in Anspruch. während das Leichtgewicht noch nicht annähernd abgewickell war, als der olympische Sieger der leichlesten Gewichtsklasse bereits feststand. Die Leistungsgrenze, des olympischen Dreikampfes(beidarmig Drücken, Reißen und Stoßen) lag beim Federgewicht außerordentlich hoch. Meister Liebsch, der doch für unsere Begriffe große Klasse war, kam nur mehr auf den fünften Platz. Das Fussballturnier begann Mit den Spielen Italien— Amerika und Norwegen gegen Türkei begann Montag das Olympische Fußballturnier. Norwegen erstritt einen glatten:-Sieg. während die Italiener froh waren, als sie mit einem einzigen Treffer zum Schluß den Sieg sicher halten. Norwegen—Türkei•0 Im Mommsen=Stadion sah man nicht viele Zuschauer, woran auch das regnerische Wetter schuld ist. Norwegen stellt die technisch besseren Fußballer, wenn auch die Türken recht gut gefallen. Martinsen schießt das erste Tor, nach der Pause sind der Linksaußen Brustad, wieder Martinsen und Kvammen durch einen Fehler des türkischen Torwartes erfolgreich. Italien—USA:0 Ein Kampf, der von beiden Seiten mit ungeheurem Schwung ausgetragen wurde. Italien stürmte meist, doch die amerikanische Abwehr war nicht zu schlagen. Das einzige Tor des Tages fiel in der neunten Minute der zweiten Halbzeil durch Frossi. Nichts vom olympischen Sportsgeist hatte der linke italienische Verteidiger mitgebracht, denn er fiel aus der Rolle und nach einem Zusammenstoß mit dem Mittelstürmer Amerikas wurde er vom Platz gewiesen. Tilli Fleischer bei der Siegerehrung Ringkampf Heute. Dienstag..30 Uhr, ringen Im Herausforde. rungs-Fatscheidungskampf im freien amerikanlschen StIl— catsch as catsch can— alle Grilfe erlaubt vom Scheitel bis zur Schle: anger. Amerika, geg. Barothy. Ungarn im Entscheidungskambr: Müller. Köln, geg. Iwanolf. Bulgarien ferner rinzen: Pohlluß. Spandau, geg. Jansing. Westf. Krüger. Berlin, ger. Möbus. Brandenbg. Homann. Berl., geg. Audersch. Koblenz Peterson, Estland, geg. Langguth. Thür. Rheinlandhalle (15105) 7 Dienstag, den 4. August 1936 Neue Lag Flammen über Ein Roman non DaL„„„„„„„ Ein Koman von Deutschen im Orient 1 Von Else Marquardsen-Kamphövener in einem Haren., Herrin? Wie war das möglich? Wessen Harem war es?“ „Ich weiß es nicht, wessen Harem es war“, gab Marion zur Antwort,„ich war dort und fand einen Haufen Frauen, eingesperrt in halbdunkle Räume Sie saßen herum und unterhielten sich. Sie wußten n. In der Welt, gar nichts. Sie stürzten auf mich Verschmachtende, denen man einen frischen Trunk und.llten alles wissen vom Leben der Frauen. alles! Als ich fortging, flehten sie mich an, wiederzukommen. „Ich verstehe nicht, wie du in einen Harem kamst, wenn du nicht weißt, wem er gehört,“ fragte er. neh, Herr, dieser Brief vurde mir heute gebracht. Ich ging, weil ich wissen wollte, wie es dort gescgat wer diesen Brief schrieb, wurde mir nicht den Brief lange an und prüfte die rschrift. Das fremdartige„3“ gab ihm sehr zu denken. War es möglich, konnte es diese nebelhafte ### sein, die Zobeida, von der er manchmal gehört Warum hatte diese Frau, deren Vorhandensein . f e r n e n D r o h u n g g l i c h, d i e s e d e u t s c h e G e l e h r t e g e „Versprich., nicht wieder in diesen Harem zu gehen. Es war recht leichtsinnig von dir, dorthin zu gehen, ohne zu wissen, wem er gehörte" „Es geht jetzt um andere Dinge. Bedenke, Herr wie die Frauen in Europa leben, von denen di gestern auch sprachst. Du weißt, was Frauen leisten können Herr, und dann sage mm., wie du es mit deinem Wissen und Können vereinigen kannst, die Hälfte deizu einem Leben dusterer und schädlicher Untätigkeit zu verdammen?“ „Ist es düstere Untätigkeit, Kinder zu gebären? Sie zu erziehen und für das Leben vorzubereiten?“ „Man kann niemanden für das Leben vorbereiten wenn man es nicht selbst kennt. stelle die Frauen offen an die Seite der Männer; lasse sie an deren Le„ih#en. Herr, und du wirst deinem Lande zu einfüihr“ als durch alle englischen Gesetze, die Marion hatte ernst und eindeinglich gesprochen und ihre Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Der König wurde immer nachdenklicher, schließlich stand er auf., ging mit langen Schritten im Säulenhof auf und ab. Nuch einer Weile machte der König vor MaAgermarteten ####best du mir die Ehre erweisen, Herrin, mein ###:## so lange du in meinem Lande bist. Ich ##in kle. Landhaus wenige Ruderschläge flußTarts vo, hier. Wenn du dort wohntest, könnte ich besuchen, und mit dir diese Frage näher beIch kann hier nicht frei mit dir zusammen sein. Aber dort kann ich ganz ich selbst sein, ganz amte Minger. gwent der Rechte, Köng im Marion dachte an die Wohnungsfrage und deren Schwierigkeiten, die Rohden vorhin erwähnt hatte aubte in ihrer Einfalt, daß diese vorgeschlai Ge### sehr guntig wul.., Auch stieg es ihr wie ein Rausch zu Kopf, wenn sie daran dachte. ihn vielleicht zur Befreiung der Frauen bestimmen zu können. Der König hielt ihr Schweigen für Zögern: „Ich würde auch meinen Freund zur Verhandlung dieser Fragen mitbringen. Er kennt das Land fost besser als ich und würde uns von großem Nutzen sein" Der Freund sollte mit dabei sein?! Natürlich würde er gegen sie sein! Aber das machte nichts! Im Gegenteil! Hier ging es um so Großes, daß es besser war, der Freund des Königs wußte gleich davon und arbeitete nicht später gegen sie, wenn der Sieg schon in greifbarer Nähe war. „Ich danke dir, Herr, und nehme dein Anerbieten an. Ich werde alles tun, um dir zu helfen, dein Land zu dem zu machen, was du von ihm ersehnst. Es kann sehr, sehr schön werden!“ „Ja, das kann es sein“, sagte der junge König begeistert und fühlte plötzlich, wie eine neue Lebenskraft in ihm aufstieg.„Du wirst mir auch Babyion zeigen und wirst immer für mich da sein, wenn ich deinen Rat brauche. Willst du morgen einziehen. Es wird gegen Mittag alles für deinen Empfang be reit sein.“ danke dir, Herr, und freue mich sehr darauf“. sagte sie.„Doch jetzt möchte ich ins Hotel zurück. Auch möchte ich nicht, daß dein Freund heute wieder kommt um mich zu vertreiben. Gibst du nir Urlaub, Herr?“ #er König sah sie betresen an und sagte er„Er hat dich nicht vertreiben wollen. Er hatte mir Wichtiges zu melden.“ „Möglich, Herr, aber.. bist viel meyr eine Frau, als man es zunächst denkt, Herrin! Es ist Frauenart, gegen aile cherin üwer zu haben. Ist es auch Art der For„Du hast recht, Herr, Wissenschaft urteilt anders" sagt sie und dachte daran, daß Rohden ihr heute bereits denselben Vorwurf gemacht hatte. „Schlimm wäre es, wenn Männerfreundschaft sich danach richten würde, was eine Frau als wahr empfindet! Lebe wohl, Herr., Gesegnet sei deine Nacht ruhe, froh dein Erwachen!“ S# köni, hatte Marion jede Antwortsmöglichkeit abgeschnitten. Er sprach die formalen Abschiedsworte, verbeugte sich, dann schloß sich die Tür hinter ihr und ein Diener geleitete sie hinaus. Sie hatte das Gefühl zugleich eine Nieverlage und einen Sieg errungen zu „Schlimm wäre es, wenn Männerfreundschaft sich #### wult., was eine Frau als wahr emppfindet", hatte er gesagt. Das bedeutete daß der Freund gesiegt hatte, nicht aber sie. Und wieder stieg Marions Zorn gegen des Königs Freund auf der Quecksilbersäule der Gefühle um einiges höher 9. Kapilel Tor des Palastes, dort, wo die letzten Wachen standen, hockten in Staub und Schmutz die Bettler Sie zeigten den Vorübergehenden gräßliche Gebrechen oder sie hielten blinden Blickes die Bettlerschale hoch egein önitg und langsan Sprüche aus den Ganz dicht beim Tor, schon im Schatten der großen Eixsabrt, seh em Bettire, der eme Sondersellung einrah—“ trug, den grünen Turon, des Haoji, war also an den heiligen Stätten des Islam gewesen. Ueber seinen Augen lag ein Schirm, worüber ein Zipfel des Turbans hing. Täglich kam er, doch nie früher, als zwei Stunden vor Sonnenuntergang. HANDEL UND WIRTSCHAFT Berliner Börsenbericht Niemand wußte, wieviel der Hadji sehen konnte und niemand fragte danach. Es genügte den Vorübergehenden vollkommen, daß ein Hadji bettelte, um ihn des Almosens für würdig zu halten. Je näher die Stunde des Abendgebetes kam, desto tiefer rückte der Hadji in den Schatten des Torweges hinein, und die Posten, die diese Gewohnheit schon kannten hinderten ihn nicht daran. #######veno, in dem Marion zum zweiten Male den Palast verließ, drückte sich der Hadji noch tiefer in die Nische hinein. So gelangte er an eine Tür, die nicht mehr benutzt wurde, und das war das Ziel, das der Hadji an jedem Abend durch vorsichtiges Weiterrutschen erreichte. Wie üblich hatte ruch diese Tür in ihrem obersten Felde ein kleines Holzgitterwerk. Sie hatte früher einmal zu einem Raum geführt, in dem die bewaffnet Begleiter des Königs zu warten pflegten, bis sie gebraucht wurden Die Sonne stand schon sehr tief, da begann der Hadii wie allabendlich einen Gesang anzustimmen, der halblaut un eintonig die fünfte Sure des Koran wienaselte schnell vor ach hin und verdeckte dieses monotone Beten völlig das schnelle Flüer##s hinter dem Holzgitter der kleinen Tür her"##on Mabruk ibn Sadib, bringe Kunde dem ut ein„Fremde heute zum zweiten Male ####.##i zugelassen wulbr. Bringe ihm Kunde, 99b uie gug unsere Sprace spricht, so wie du und ich ie sprechen; bringe Kunde dem Herrn, daß der König unrd nols zis für sie herrichten läßt, und daß sie jung und voll Reiz ist, eine Abgesandte der Fremden Friede sei mit dir, Hadji Mabruk ihn Sadib.“ / I. Das, Flüsterg, hinter dem Holzitter verstummte; der Hadji beendete seine Sure und erhob sich gerade als vom Minarett der Moschee, die über den Grävern, pe.### Mu. a und seines Geschlechtes errichsing der Hadil ganan..— Lugsamen Schrittes ernes.,22. Durch die neuen Viertel, wo die Europaer wohnten, gelangte er in die älteren Teile der uralten Stadt Bagdad, wo die Straßen schmal wa und die pauser roniche Wände hatten, in denen sich nur eine einzige Tür und kein Fenster befand, Ken. S csesler. ieg r. De, Peodger meien ir Waxg, Sesgangen lgg unterhielten sich laut und befhier weithin zu hören und so brauchte der Hadii ihm wieder gusckser emm geoffnet und schnell hinter ibn Sadib richtete sich aus der Psnr# zur. Dann hob er den Blick seiner blinden Augen in die Höhe, wo sich ein Fenster mit Schnitzwerk verdeckt befand und rief laut und freudig: du dort, meine Blume, mein Licht?“ „Herr, ich bin hier und warte deiner!" rief die Stimme einer unsichtbaren Frau. Garl Duncker Verlag Berlin W 62 Als fähe er deutlich, wohin er ginge, eilte der Hadji, in Gestalt und Haltung ein junger Mann, an der schwarzen Dienerin vorbei und verschwand im Innern des Hauses. Kurze Zeit darauf öffnete sich an der Hinterseite des gleichen Hauses das hölzerne Tor einer Garage. Auf einer Seitenstraße fuhr ein starkes Auto heraus und verließ Bagdad in der Richtung der nördlichen Wüste. Am Steuer saß ein europäisch gekleideter Jüngling und neben ihm ein jugendlicher Mann in gleichfalls europäischer Kleidung, dessen Augen unter dem Tropenhelm durch eine dunkle Brille verdeckt waren. Aus einem kaum sichtbaren Fenster folgte der Blick einer jungen Frau dem davonrasenden Auto. Neben ihr stand eine Negerin und sah die schöne Herrin mitleidig an. „Ich verstehe dich nicht, Herrin“, sagte sie,„wie du es erträgst, eines Blinden Weib zu sein? Wer sieht jemals deine weiße Schönheit? Ungekannt verblüht sie wie eine Blume in der Nacht.“ Die junge Frau lächelte. „Das verstehst du nicht, Dschenalla! Du weißt nichts davon, daß ein Blinder viel mehr sieht als ein Sehender, du weißt nichts von der Freude, die es bedeutet, eines anderen Augenlicht zu sein. Rede nicht jeden Tag davon, Dschenalla, du tust mir weh.“ Mabruk ibn Sadib, ihr Gatte, sann in diesem Augenblick über das nach, was er seinem Bruder und Herrn zu melden hatte. In drei Stunden würde er im Lager des Kurdenhäuptlings Djasar sein. Dann ergab sich für sie alle vielleicht endlich die große Gelegenheit, auf die sie schon lange warteten An seiner eigenen Neigung sollte der Jüngling Jabur zugrundegehen, an diesem sinnlosen Streben den Staat zu einem Vasallenstaat Europas zu machen und hier im heiligen Lande der Ueberlieferungen europäische Sitten und Gebräuche einzuführen. Mabruk ibn Sadib fuhr durch die Wüste, um seinem Bruder die Nachricht zu bringen, daß die Zeit adeln gerommen sei. Der König hatte sich selbst die Schlinge um den Hals gelegt, ein Glück. auf das sie fast nicht mehr zu hoffen gewagt hatten. Nun würde bald die Stunde kommen, da Djafar alles ringsum beherrschte. Der Kurdenhäuptling Djafar sah sich als den Erben Timurleng, an. Wenn es simmte, daß Timurleng se Namen trug, weil er lahm war, so war die Aehnlichkeit zwischen ihm und Djafar jedenfalls unbestreitbar. Ob es auch stimmte, daß Djafar gleich i1#####. Limur die Welt zu erovern bestimmt wa., - s u 1 h a t r e s i c h i n e i n e m H o c h l a n d e d e r W ü s t e niedergelogen, dort. wo man nicht wuhte, ob das Gestein von Natur oder Menschenhand vor Urzeiten berbeigeschafft worden war. Er erklärte von hier aus wo er in der Ferne an jedem Morgen das Glänzen goldenen Kuppeln von Bagdad sehen konnte, einst die Stadt zu überwinden, in der ein Fremder KöBisher hatte er diese seine Drohungen noch nicht ausführen können. Denn so sehr sich auch der Kur###ptling.asar mit dem dösteren Rimbus des Schreckens gewesener Macht umzab, so sehr scheute er es, mit dem starken England in Konflikt zu geraten aber hielt seine Hand schützend über König Rheinisch-Westfälische Börse Abgeschwächt #######el.orf, 3. nux. Au der Rheinisch-Westfälischen #et amarkt behie. besonders am Montan wickten Prosseausfut-bichen Kursverluisten. Verstimmend ndsch den Prrast.. nach die Dividende bei übrsgen Narkie sengigen ue nechen dürkte. Di jedoch aus“ meistens zur glieht gant einbeitlich, neisten Vortilaufend notierten Werte wurden Farben 1 Proz. SEienmar u a(4cct.. am Montan aktien.. Mannesmann und Vereinigte Stahl, die 2½ lerdinge Eit##gen. Den größten Kursverlust hatten terginge Klöckner mit minus 4¼ Proz. Dahlbusch hin Feß9B en sich ziemlich behaupten, Buderus und Rheinstahl waren über 1 Proz. niedriger gefragt. Masch neigten gleichtalls zur Schwäche. Bei kleinen und g. n, v.#t,zurück. Elektroaktien stil Seer ot. gedice r Bas im Randel. Am Maurt der märckte erofneter gul beha age, bers gogen 3. Prgt. 25 aud dleb, zo graicht, Auch Banning, Braunkohle Zukunft und Kabel Rheudt Pare, Prez, böde., Schies Deisies denterten sich Commerzbank“ ½4 Prg. Pchallen. Von Banken wurden boden je 2.: Pfezz, und Deutsche sowie Rheinwest. verändert, Der.-zurzrger bezahlt. Vereicherungen un Leislich#######vriverkehrsmarkt gestaltete sich. unein„##a, Alexanderwerk und Cortum zogen je 1 Proz. an Baszl: G. 10%, Bonner Berg 159, Braunkohle Zukunft 140, Deutsche Erdöl 131 X, IG. Farbenindustrie 170 ¼ Felten u. Guilleaume 138, Hösch-Köln-Neuessen Kabel„heyo I9., Klöcknerwerke 117¾,. Nannesmann 112¾. Rheinische Braunkohle 225, Rheinische Stahlwerke 147¾, Siemens und Halske 203, Stollwerck 116¾, Ver Kaufhof 60, Commerzbank 102%, Reichsbank 196 7/8, Allianz-Vers. 256, Colonia-Rückversicherung 265. Ueberwiegend schwächer 3. Aug. Nachdem bereite die Frankfurter Same ## zum Teil gärkere Abschrächung der Kurse die Ialtung gug auch an der heutigen Berliner Börse scsce scscschs rand Tich Bir Tarparner mit 137½ unverändert, wähvon 4½4 bzwe S32P Fpund gezgiaggte Stahlverse Abschläge Pron, gefallen lassen mußten. Für Akn 53 3a, veuernig, gingges intoresse, so daß sich der Kurs Leopoldgrube 914 und llag a unsohlenverte, von denen Foidgrune- und Ilse Genusscheine 2¾ Proz Sen., ealeuxreizen die heloch dun Auer v. 2e Ba pens und Lahneper um je 1 und Gesisel un ap Pro. lich, a cer dens.4r Verzorgungnwerte var uneinbeltsich Elektro Schlesien 144.z“ kr:uuer vis stelten und RüF um 38 bzw. 144 Pre n oder. dtxegen Ur tem verloren die in dar.: medrigen. Von Autover. Proz, und Daimier Dp Praggus vtelis gesteigerten Bul, metel 11 80 etwas piedriger, währeng Ai. ui 11221 Fegen auf.48½, und der Dollr nahern unverändert ul.489. Kölner Großhandelspreise Großhandelsnreis. en. Piri"— Kölner Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren „ vom 3. August fleisch: volleisch, ausgemdst. Fürsen 80, 80, 80; KalbAst. un 1 an„ Kan b) mittleren Mast- und Saugkälbern 100. 110. 105. c) gen Saugkälbern 90. 95. 9914: 1161.10 Kerin Mastlämmern 190. 100. 100: Sch..e besten vollfleisch. Schweinen(über rund 1r Le. f. 9) ketten. 74, 74. 74. b) volleisch. Schweinen(von etr 80 bi. 150 kg Lebendgewicht) 74. 74. 74.:00 Sv.. 96 8 d. Verealie Ga. a. e. 12 180 kg Innereien. Tende, Rinaflege. Nleisch flott. Hammelleisch schr Hlott. Sch aer 4 Hott und Fettwaren Hlott. Fingchrsab. u ch behr nem Enemland: K ve F5, Kingsetzsch. 79. Viertel, Külber 10. Praider Tlecder 130) Ad dur 9d de. Vsoren 99.is lnereien. Hlerzen 55 Ru für 50. k5 Wlieren. 80 RA für 50 kg, Dinemark: 8455 Lm Innzre:——Eingeführtes Pleisch aus 50 Lie. Vieren 80 Ru für 80 lg, Pasea- eder 120 Ru für Geschättegang flott.“ derzen 55 Ru für 50 kg. Viehmarkt in Köln 24 Kalber 1173, Schake 109, Schweir= 2860 2 4 2, 4, e. B. 4) 2a. Kost=2“9, 9 P.)7 bis 40 Schue““).52. 58. Lämmer und Hammel: be 48 ## wunemne: a)., bl) 50, be) 55, c) 58, 4) 51. Sauen: Obst und Gemüse Versteigerungsbericht der Kreis-, Obst- und GemüseVersteigerung„Vorgebirge“ G. m. b. H. Roisdorf bis 160. Seang eee.) Strauchbohnen 13.70 #i J66rsich easbohnen 18—19.50, Speckbohnen 17.90 N. 13), gstestehrscheshohnen v. Lungendohtuen 53 213 diete Bohnen 1330-16. Prtgen 1630.21, Zrie gurken-—710 81.50-25, 8 Qual. 10—-14—.“; gs ornen, 1. Cuzl. 15.50-24.-Pallcbst g 111# Alel. 1. Ou21 S- 33.70. , r a n o b s t 9— 1 7. P f l a u m e n 2 9. 2 0— 3 7. O n t a r i o (Fortsetzung folgt.) Pflaumen 33, Stachelbeeren, reif 16—20. Johannich rot 18.-21,50, Kirschen, saure 34—35 1. Größe 3,.50, Kopfsalat.50—.50, Kohlraht u Peuette 5, Rettich.50-—6 je 100 Stück Dia p. Plau.30 bie sich für 1. Qualität ohne Varaazl. Die Preiss verstchen Anfuhr: reichlich. Nachfrage: gut. Näch. Varzapuaus:— heute, Dienstag. Sulr Nächste Versteigerung. pe e eeDe ue nsbruchung zum Ultimno Jul zum Monatsend S juli 7, Die Psjpcht Chun, der Reichebank schen. In Anbetracht der Lohn- und Gan vormdt autt sowie im Hinblick aur die Oia uu. Oehaltgzahlungstage höhung der gesamten Kapitalanlage aa. PPieit.“ die Pr5442 auf 5310.0 Nill. Ry nistus des Roteninstituts um des Vorsahres betrug die Ulim: Pros. zur Sleichen Zeit RII. Ein Vergleich mit dem v. obeansbruchung 4736 Mll. Halbjahresschlus war, ist aus Aiezsu a—elech Halbjahresschluß war, ist aus diase(-sn4r ständich nicht gegeben(Zunahm der n unde Selibetrer. 8053 AII. RA), Im einzelnan..: der Beanspruchung um iun Nandes“, Im emzelten haven die Bestäinde der Bank an Handelsucnsein und S. uu die Bestinde der Rank II. Lu. un Lonshagzäloerdigrangen un 23 auf die Al Ll. Ale“ Reschansel.etiaze eren un 03 uu. 8us Ru ung an sonsligen Werinan 897 Mll. RU zugenommer„Die sor(ige Autin.04 aut 8161 All. minderung um.5 auf 5739° u. prs. Se.„eine Vor -Pechommen. Die sonstigen Aktira— minderung um.5 auf 573.2 Mill. Ru—“. eine Ver ringtügige Inanspruchnahme des Betriebskredita. 9. Reich zurückzuführen ist. Anderseit:##edis durch dut Gelder um.9 auf 787.2 Nill.:..; haben die fremden sllaugen 38.50.-36.80, Plirziche, 1. Qual. 37—45. 2. Oual. Stachelbeer n. reif rot 18—24. Johannisbeeren. F Mansbruchunn Gelder um.9 auf 781 umlauf erfahr zum Monatsschluß eine Auswain Der Poten Im. im Siche,- Talgs Prsrig,-Phlungemitcheu sleichen Zeit Jahrespanne eine Auswe ung—8ag Uize neist in der einer Abnahme um.9 Mil. Ru is::# a costregen bei einzelnen erfüuhren die Galshaztr- Pritt 113 Nul. RA. In auf 71.9 Mill. Rul. dia an gaat. 20 Zunahme um 01 auf.4 Mi““ Ro/ SSsähigen Berien eine un e#„Eatvicklung der Spareinlagen schen Sparkassen haben sich Sp“ ginlagen bei den dent mätig günstig entrickelt: sie s1.: 19 2.- Verhaltut. -15 f. Su achel“ Llsder ent. Pealact Ble Marktbericht der Versteigerung Fischenich bei Köln F vom 3. August gurken.50—6,50, Birnen 21, Aepfel 20—20, 14.05 All, Rll. getiegen. Von den . 1et. Jun ul eusgrecbniege urch 2s Ml. fn ui dech baehleh. du mitomiche u.i Gül Zü entchendsen, Die- Piunsteg. imn Berage,von 95335 malig wieder über Vorjahreshöt ur 11 3 g dumit erst. Auszahlungen bleiben hingegen um.8 Mill. Ru A Berücksichligt man, das im Jahre 10ah.. von Sparkassen die Gehaltszahlungska, nden eine Reihe kehr führten, so sind im laufendan v.— PPar ver. nur die Einzachlangen, sondern audb.. uicht über Vorjahreshöhe gestiegen. Auszahlungen Jesse Owens muls kämpfen! Altmeister Borchmeyer— der unbeugsame Kämpfer Kaum ist das wirbelnde Spiel der Hürdenläufer an den Augen der begeisterten 100000 vorbeigezogen, kommen auch schon die 12 Teilnehmer an den beiden Vorentscheidungen des 100=Meter=Laufs in ihren Trainings= anzügen auf die Bahn. Mit kurzen schnellen Sprints, ein eigenartiges Bild, prüfen sie zum letzten Mal ihre Kraft. Miller bereitet alles vor, und im Augenblick stehl schon die erste Gruppe am Ablauf:„Owens, Wykoff, Strandberg, van Beveren, Hänni, Penningion. Eine letzte Sammlung— Schuß und wie ein Mann gehi die Sechserreihe über die Bahn. Nach zehn Metern schon iöst sich Jesse Owens klar von seinen Verfolgern, er scheint, wie schon so oft, wiederum allen davonzulaufen. Aber da kommt wie ein Geschoß sein weißer Landsmann zu ihm heran. Einen Augenblick scheint er den Neger zu erreichen, der sich mächtig strecken muß und alles hergibt, um mit 10,4 knapp zu gewinnen. Aber auch Strandberg, der schnelle Schwede, hat Schritt gehalten und nur ein„Schatten" trennt ihn mit der gleichen Zeit von dem Amerikaner Wykoff. Van Beveren=Holland und auch die Schweizer Hoffnung Hänni scheiden zusammen mit dem Engländer Penningion aus. Und dann klingt ein zweites Mal ungeheurer Jubel auf, als der unverwüstliche Kämpfer Erich Borchmeyer aus dem zweiten der Vorläufe des Montag in die Entscheidung hineinkommt. Die Massen hielten den Atem an, als der Altmeister am Start des zweiten Laufs gegen Metcalfe, Osendarp, Mc Phee, und dem Angarn Sir eine fast unlösbar scheinende Aufgabe übernahm. Metcalse, der farbige Amerikaner, gräbt sich sein Startloch auf der Außenbahn, Borchmeyer liegt mitten in dieser überaus starken Gruppe auf der dritten Bahn. Der Ablauf gelingt, Osendarp schnellt am weitesten vor; liegt klar in Front. Geschlossen liegt das Feld bei 50 Meter. Die amerikanischen Schlachtenbummler schreien nach Metcalfe; und als ob dies dem Neger den entscheidenden letzten Auftrieb gegeben habe, schießt er hervor, reißt Borchmeyers letzte Kraft mit hinein in diesen mörderischen Endkampf, geht vorbei an Osendarp und gewinnt in 10.5 Sek. Borchmeyer, der Mann mit dem großen Kämpferherz, erreicht Osendarp nicht mehr ganz. Mit einer Zehntel Sekunde liegt er hinter dem Holländer, für den 10.6 Sek. festgehalten wurden. Me Phee, Kanadas starke Waffe, Sir=Ungarn und auch Sweeney=England, sie alle haben die zweite Niederlage gegen unseren lapferen Erich Borchmeyer erlebt. Drei Amerikaner— drei Europäer Und nun geht es in den gigantischen Kampf der 100=Meier=Entscheidung. Neben den beiden farbigen Amerikanern Owens und Meicalfe vertritt noch Wykoff das Sternenbanner. Für den europäischen Kontinent gehen unser Borchmeyer, Osendarp=Holland und der blonde Schwede Strandberg in den größten Kampf ihres Lebens. Bravo Borchmeyer! Man möchte sie bald die edelste Prüfung der Leichtathletik nennen, die Entscheidung im 100=Meter=Lauf. Und so fieberten auch jetzt über 100 000 Menschen dieser gewaltigsten aller olympischen Kraftproben entgegen. Borchmeyer, Deutschlands stärkste Wafse, der etwas unerwartet gegen die mit den besten Läufern der Welt besetzten Zwischenläufe in die Entscheidung kam, begleiketen die besten Wünsche der deutschen Zuschauer in diesen gewaltigen Kampf, der für ihn nach den Anforderungen des vorhergehenden Starts fast aussichtslos schien. Sorgfältig wird die Bahn für die letzte Entscheidung des 100=Meter=Laufs hergerichtet. Leichtfüßig bereiten sich die drei Amerikaner in ihren blauen Trainingsanzugen für den bevorstehenden Start vor. Das Interesse der Zuschauer liegt nur noch bei dieser Entscheidung. Die Spannung ist bis aufs höchste gestiegen, als nach der Auslosung Miller die sechs Teilnehmer an den Start Oweus, Strandberg, Borchmeyer, Der schönste Augenblick ihres Lebens Osendarp, Wukoff und Metcalfe. Die über 10 000 schwedischen Schlachtenbummler feuern ihren Landsmann Strandberg noch einmal an. Nach einem kurzen Händeschütteln steht die Sechsergruppe nunmehr zum Ablauf bereit. Atemlose Stille liegt über dem Riesenoval, als Miller die Pistole hebi. Das kurze, schon oft ghörte Kommando löst der Schuß aus, und wie aus einem Guß fliegen die sechs schnellsten Läufer der Welt vom Start. Owens ist am besten abgekommen, doch auch Metcalfe liegt mit ihm kurz vor den übrigen Teilnehmern. Strandberg hat sich beim allzu kraftvollen Start verletzt und fällt hierdurch unmerklich, aber bei diesem Kampf um Sekundenbruchteile vielleicht schon entscheidend zurück. Die beiden Schwarzen lausen voran. Owens liegt klar an der Spitze, Metcalfe auf der anderen Seite liegt fast auf gleicher Höhe. Als dann der Holländer Osendarp auf den letzten Metern einen aussichtsreichen Angriff auf den Neger unternehmen will, läuft dieser in einem unwirklich schnellen Spurt auf und davon und setzt dabei Owens stärker zu, als man erwartet hatte. Ernstlich gefährden konnte er allerdings seinen Landsmann nie. So wurde diese 100=Meter=Entscheidung zu einer klaren Bestätigung der unerhörten Leistungen, die aus den amerikanischen Trainingslagern Wochen vor den Spielen kamen und den europäischen kontinent in Atem hielten. Jesse Owens. das schwarze Laufwunder, hat mit glänzenden Leistungen im olympischen Kampf bewiesen, daß er tatsächlich der schnellste Mann der Welt ist. Und was sagen wir zu unserem Borchmeyer? Wir wollen nicht in eine vielleicht unangebrachte Uebertreibung verfallen, aber eines ist gewiß: die deutsche Sportjugend mag sich sein Kämpferherz zu eigen machen. Ergebnisse: 100=Meter=Lauf, Entscheidung: 1. OwensUSA 10.3 Sek., 2. Metcalfe=USA 10.4 Sek., 3. Osendarp=Holland 10,5 Sek., 4. Wykoff=USA, 5. BorchmeyerDeutschland, 6. Strandberg=Schweden. Der Glückwunsch des Führers zum ersten deutschen Olympiasieg(871 Tilli Fleischer, 872 Luise Krüger). Neben dem Führer Reichsminister Göring und Reichssportführer von Tschammer und Osten Weltbild Gold- und Silbermedaille für Deutschland! Hein und Blask belegen die ersten Plätze im Hammerwerfen Dritter Warngard(Schweden) Deutschland hat die zweite Goldmedaille im Olympischen Wettkampf der Leichtathleten bei den Männern gewonnen. Die Hammerwerfer, seit gar nicht langer Zeit erst der Stolz des deutschen Sports, haben uns einen Triumph beschert, wie wir ihn uns großartiger nie ausdenken konnten. Karl Hein aus Hamburg, Deutschlands Meister, schleuderte den Hammer 56,49 Meter weit. Das ist olympischer Rekord, das ist deutscher Rekord, das ist eine Leistung, die nicht mehr weil von jenem großen Weltrekord des Amerikaners Ryan entfernt ist, den dieser 1913 mit 57,77 Meter aufstellte. Bis zum Jahre 1924 war Amerika bei den Olympischen Spielen im Hammerwurf nicht zu schlagen. Dann kam-Callaghau, der Mann von der„grünen Insel“, der in Amsterdam und Los Angeles die goldenen Medaillen gewann. Stark gerüstet kam USA nach Berlin, die Dreyer, Favor und Nowe sollten die Siegeskette wieder zusammenschweißen. Doch in der deutschen Hauptstadt stand eine andere Streitmacht den Amerikanern gegenube: Deutschland! Nicht die Amerikaner, nicht die Finnen oder die Schweden gewannen die olymvischen Medaillen, sondern die deutschen Vertreter. Denn neben unserm Hein hat Erwin Blask auch noch die Silberne Medaille für die deutschen Farben gewonnen. Mit einem Wurf von 55,64 Meter, der besser als der bestehende olympische Rekord ist, führte er bis zum fünften Wurf in der Entscheidung. Doch dann schaffte Hein, was man kaum für möglich gehalten hatte: den Rekordwurf von 56,49 Meter. Deutschland ist voller Stolz aus diese großartigen Athleten, und nicht endenwollender Beisall der Hunderttausende dankte ihnen nach dem Wettkampf aus dem Stadion. Den dritten Platz belegte der Schwede Warngard mit 54,83 Meter. Der Kampf der Hammerwerfer Gleich der erste Durchgang zeigte, daß von den 17 Bewerbern kaum mehr als ein halbes Dutzend in die engere Entscheidung kommen würden. Der erste Wurf des Schweden Warngard landete bei 52,05 Meter, Dreyer kam auf 52,55 Meter, doch Blask setzte sich sofort mit 52,55 Meter an die Spitze, und auch Hein kam auf 52,13 Meter. Der große Rivale der Deutschen, Warngard(Schweden) verbesserte sich mit dem zweiten Wurf auf 52,98 Meter, womit er den ersten Platz holte. Nicht lange sollte aber die Freude des Nordländers währen. Die Zuschauer jubelten noch dem Führer zu, als Blask, noch in der Trainingshose, das Gewicht in die Hand nahm. Ruhig, vollkommen beherrscht, stand der Soldat aus Wünsdorf im Kreis. Mit unheimlicher Wucht schleuderte er das Gewicht heraus, nachdem er sich wie ein Wirbel im Kreis gedreht hatte. Hinter der 55=Meter=Marke lag die Einschlagstelle. Jubel über Jubel, denn Blask erzielte 55,04 Meter. Das war neuer olympischer und deutscher Rekord! Mit 54,74 Meter wor diese olympische Bestleistung seit 1912 im Besitz des Amerikanners Mac Grath. Hein erzielte anschließend 52,42 Meter und weiter erreichten die Amerikaner Rowe und Favor sowie der Finne Koutonen die Entscheidung, während Greulich bei 50,61 aufhören mußte. Ruhig und gelassen sind die Deutschen im Endkampf. Jeder der sechs Athleten hat noch drei Würfe. Blask führt vor Warngard und Hein, aber noch kann sich vieles ändern. Die Würfe im Endkampf Jetzt erst zeigte Hein seine große Klasse. 54,70 Meter schaffte er im ersten Durchgang, doch der Schwede Warngard übertraf ihn mit 54,83 Meter. Die Amerikaner kamen hier nicht mit, auch Koutonen erreichte die Leistung nicht. Noch führte Blask, noch war Warngard Zweiter vor Hein. Zweiter Entscheidungswurf von Hein. Bei 54,85 Meter landet sein Wurf. Der Schwede war übertroffen, die deutschen Vertreter lagen auf den ersten Plätzen. Blask und Warngard verbessern dabei ihre Weiten nicht. Wird Hein, der nun ständig weitergekommen ist, der mit stoischer Ruhe das Gerät schleudert, mit dem letzten Wurf noch weiterkommen? Und mit dem sechsten Wurf gab Hein die Antwort: Mit bewundernswürdiger Beherrschung schleuderte er die Kugel heraus, fest blieb er vor der Abwurfstelle stehen. Da, ein Beifallsturm, das man glauben konnte, das ganze Stadion erbebe in seinen Grundfesten. Hein hatte den Hammer im letzten Wurf 56,49 Meter geworfen. Die Goldmedaille für Deutschland hatte der Hamburger gewonnen, die Silbermedaille bekommt Galt. der solange wie der Hammerwerfer Hein holt die dritte Goldmedaille für Deutschland! Dienslag, den 4. August 1936 Neue Tag Nr. 7214 Drei deutsche Frauen im 100-Meter-Endlauf Maria Dollinger, Käthe Kraus und Emmi Albus kämpfen um den Endsieg Die Vorläufe Der Montagnachmittag war reich an Höhepunkten. Einmal waren es die Hammerwerfer, die mit ihren fabelhaften Leistungen die Zuschauer begeisterten, dann die Sprinter und Hürdenläufer, die sich spannende Kämpfe lieferten— und nicht zuletzt die Frauen, die ebenfalls am frühen Nachmittag zu ihren 100=MeterVorkämpfen antraten. Deutschlands Vertreterinnen gingen zus ihren Vorläufen als Siegerinnen hervor. Frl. Albus machte den Anfang. Sie hatte gegen die Oesterreicherin Vancura keinen leichten Stand; in packendem Endkampf behielt sie aber die Oberhand. Käthe Krauß schlug im fünften Rennen die Kanadierin Meagher klar ab in 12,1 Sekunden. Und im sechsten und letzten Vorlauf erstritt Frl. Dollinger einen ebenfalls imponierenden Sieg über Burke(England). Damit sind unsere Läuferinnen alle in den Zwischenkampf gekommen. Besonderes Interesse löste natürlich der Start der amerikanischen Weltrekordlerin Helen Stephens im zweiten Vorlauf aus. Viel hatte man vor den Spielen von dem Farmermädel gehört— und nun konnten die Hunderttausende selbst erleben, welche Fahigkeiten diese junge Sportlerin besitzt. Aehnlich wie Desse Owens bei den Männern, schnellte sie urplötzlich aus dem Startloch. Bald lag sie einige Meter vor ihren Gegnerinnen— und dann war das Rennen auch schon entschieden. Helen Stephens gewann mit nahezu acht Metern Vorsprung vor der Kanadierin Dolson. Ihre Zeit: 11,4 Sekunden, entspricht einem neuen Weltrekord! Die bisherige Weltbestzeit hielt sie selbst mit 11,6 Sekunden. Die Amerikaneria wurde stark gefeiert. Hier die Ergebnisse der Vorkämpfe. Die beiden Ersten kommen in die Zwischenläufe: 100•=Meter=Vorkämpfe, Frauen: Erster Lauf: 1. Albus(Deutschland) 12,4 Sek., 2. Bancura (Oesterreich) 12,5 Sek. Ausgeschieden sind: Cameron (Kanada), Halttu(Finnland) und Bland(USA).— Zweiter Lauf: 1. Helen Stephens(USA) 11,4 Sek., Weltrekord, 2. Dolson(Kanada) 12,3 Sek. Ausgeschieden sind: Neumann(Oesterreich), Komiya(Japan) und Hofmann(Jugoslawien).— Dritter Lauf: 1. Walasiewicz(Polen5 12,55 Sek., 2. Eßmann(Finnland). Ausgeschieden sind: Koning(Holland), Lee (China), Perrou(Frankreich).— Vierter Lauf: 1. Hiscock(Großbritannien) 12,6 Sek., 2. Rogers(USA) 12,8 Sek. Ausgeschieden sind: de Vries(Holland), Machmer(Oesterreich) und From(Finnland).— Fünfter Lauf: 1. Krauß(Deutschland) 12,1 Sek., 2. Meagher(Kanada) 12,4 Sek. Ausgeschieden sind: Brown (Großbritannien) und Nomanic(Jugoslawien). Am Start fehlte: Testoni(Italien).— Sechster Lauf: 1. Dollinger(Deutschland) 12,0 Sek., 2. Burke(Groß= britannien) 12,4 Sek. Ausgeschieden sind: Lanitis (Griechenland), Mabille(Frankreich) und Martinez (Chile). Am Start fehlte: Cabrijan(Jugoslawien). Die Zwischenläufe Drei deutsche Läuferinnen sind im Endkampf über 100 Meter: Käte Krauß, Maria Dollinger und Emmi Albus kämpfen am Dienstag mit Helen Stephens, Rogers und der Olympiasiegerin von 1932, Stelle Walasiewicz, um den olympischen Preis. Daß unsere sämtlichen Teilnehmerinnen den Endlauf erreicht haben, das ist fürwahr ein stolzer Erfolg. Wer kann Helen Stephens schlagen? Das Farmergirl aus Texas schaffte im Vorlauf einen neuen Weltrekord von 11,4 Sekunden und im Zwischenlauf erreichte sie wieder mühelos 11,5 Sekunden. Fast einen männlichen Antritt hat dieses amerikanische Sprinterwunder. Wie Owens bei den Männern, so wird auch„Helen“ bei den Frauen kaum zu schlagen sein. Aber um die Plätze entbrennt ein heißer Kampf. Käte Krauß und Maria Dollinger können die Polin hinter sich lassen, während Albus kaum für eine Medaille in Frage und Rogers doch kommen. 1. Lauf: 1. Stephens 11,5 Sek., 2. Krauß 11,3 Sek., 3. Albus 12,2 Sekunden. Ausgeschieden: Meagher, Hiscöck, Bancura. Albus, Meagher, Stephens, Krauß, Vancura und Hiscock stehen am Start in dieser Reihenfolge von innen nach außen. Gut kommen alle ab. Helen Stephens ist sofort mit Riesenschritten in Front, sie läuft bestechend und leicht die Zeit von 11,5 Sekunden heraus. Krauß ist sichere Zweite, während Emmi Albus sich mit letzter Energie ins Ziel wirft und so die Kanadierin Meagher noch hinter sich lassen kann. Zweiter Lauf: 1. Maria Dollinger 12,2 Sekunden, 2. Walasiewicz 12,3 Sek., 3. Rogers 12,1 Sek. Aus geschieden: Dolson, Eßmann, Burks. Ein prachtvolles Rennen. Auf gleicher Höhe kämpfen Dollinger und Walasiewicz über dieganze Strecke, doch im Ziel ist die Deutsche sichtbar vorn. Für beide wurden 12 Sekunden gestoppt. Ganz knapp rettete die Amerikanerin Rogers den dritten Platz. Kanadas Vertreterin. Dolson, hatte, wie vorhe: Meagher, das Pech, nur Vierte zu werden, womit sie ausschied. Eßmann und Burks kamen nicht in Frage. Natürlich gab es auch für unsere Läuferinnen stürmischen Beifall, Jesse Owens startet in Köln Dompert übertrifft die Finnen! Ein deutscher Erfolg beim Hindernislauf Wassergräben und Hürden geben dieser olympischen Prüfung des 3000=Meter=Hindernislaufes ein ganz besonderes Gepräge. Zum ersten der drei Vorläufe, in dem der Deutiche Dompert gegen den vielleicht schwächsten der großen Finnen, Matilainen, gegen Dawson=USA und den Letten Wihtols, als die aussichtsreichsten Teilnehmer stand, öffnete der Himmer seine Schleusen. Lippi=Italien läuft bei strömendem Regen dem übrigen Feld davon, wird aber bald von Matilainen, an den sich Wihtols und Dompert anhängen, erreicht. Unter ohrenbetäubendem Jubel geht der Deutsche in der vorletzten Runde zum entscheidenden Angriff über, passiert Wihtols und kämpft auf den letzten Metern den Finnen nieder. Der Italiener ist vollkommen erschöpft aussichtslos zurückgefallen. Domperts Zeit von:27,2 Min. ist erheblich besser als die Leistungen der jinnischen Sieger Iso=Hollo und Tuominen in den beiden anderen Vorläufen. Und wieder„100000“ In den Mittagsstunden gibt es vereinzelte Regenschauern. Doch kurz vor 15 Uhr klärt sich das Wetter auf und der Himmel macht endlich ein freundlicheres Gesicht. Wieder füllten sich die Ränge in kürzester Zeit und großartige Stimmung herrschte in dem weiten Rund. Bevor die Wettkämpfe anfingen, wurden die Olympischen Sieger im Gewichtheben der Federund Leichtgewichtsklasse geehrt. Die amerikanische Hymne wurde für Tony Terlazzo gespielt, an dessen Seite die Aegypter Solimans und Shams standen. Dann stieg am Mast das grüne Banner mit dem weißen Halbmond, die Flagge Aegyptens, am höchsten Mast hoch. Mesbah war der Sieger in der Leichtgewichtsklasse vor Fein(Oesterreich) und dem Deutschen Karl Jansen. der Sonderbeifall einheimsen konnte. Graf Baillet=Latour und Exzellenz Lewald verteilten die Medaillen. Der Regen hatte der Bahn nichts anhaben können. Schnell trocknete die Lauffläche ab und man kann schon sagen, daß die Aschenbahn die erste Regonprobe während des olympischen Kampfes bestanden hat. Mit den Vorkämpsen im Hammerwersen und den Vorläusen über 400 Meter Hürden wird der Nachmittag eingeleitet. Nottbrock und Kürten im Zwischenlauf Auf der Aschenbahn waren die Hürden für die 400 Meter aufgestellt. 33 Läufer verteilten sich auf die sechs Vorläuse, doch nur die beiden Ersten kommen weiter. Deutschland hat den Kölner Fritz Nottbrock und Kürten in den Zwischenkampf gebracht. Scheele, der deutsche Meister, auf den wir gerade die größten Hoffnungen setzton, mußte leider ausscheiden. Dafür waren aber die Erfolge von Nottbrock und Kürten um so erfreulicher. Besonders Nottbrock, der schon 1932 in Los Angeles dabei war, kämpfte in seinem * Lauf wie ein Löwe, er lief wie um sein Leben. Erster wurde er vor dem amerikanischen Favoriten Shoofield, während der italienische Altmeister Facelli nur den dritten Platz belegen konnte. Aber ebenso groß kämpfte Kürten. Gegen Gleu Hardin, den Weltrekordmann, konnte er zwar nichts machen, doch Leitner(Oesterreich),-Connor(Kemada) und Persson (Schweden) vermochten gegen ihn nichts auszurichten. Unser Meister Scheele lieferte taktisch kein kluges Rennen. Er ging zu scharf an und zum Schluß verfügte er nicht mehr über genügend Reserven. Lavenas (Argentinien) und der Amerikaner Pattersson fingen ihn sozusagen auf den letzten Metern ab. Der Verlauf der Kämpfe: 1. Lauf: 1. Kovacs (Ungarn) 53,7, 2. Bosmans(Belgien), ausgeschieden Joye(Framkreich), Fukuda(Japan), es fehlten Becker (Südafrika) und Thomson(Dänemark) am Start. Kovacs war nie gefährdet. Er lief einen mühelosen Sieg heraus. Ueberraschend ist der zweite Platz von Bosmans, der Joye knapp hinter sich ließ. 2. Vorlaus: 1. Nottbrock(Deutschland), 54,7, 2. Schoofield(U1SA) 54,8, ausgeschieden Facelli(Italien), Worall(Kanada), Gaillard(Frankreich), Banscak (Jugoslawien). Ein großartiges Rennen von Nottbrock. Sehr scharf ging der Kölner an, der nicht nur das Tempo des Amerikaners mithalten konnte, sondern zum Schluß auch noch soviel Reserven hatte, um Schoofield niederzuringen. Nottbrock war schon schneller als 54.7, doch er hat in diesem Rennen einen seiner schwersten Kämpfe siegreich gestaltet. Dritter wurde Facelli, Italiens Hoffnung. 3. Vorlaus: 1. White(Philippinen) 53,4, 2. Loaring(Kanada), 54,3, ausgeschieden Watson(Australien), Ichihara(Japan), Skiadas(Griechenland), Mori(Italien). Ueberraschungssieg des Philippinen, der auf den letzten 100 Meter glänzend aufkam und Loaring klar auf den zweiten Rang verwies. 4. Vorlauf: 1. Pattersson(USA) 54,2, 2. Lavenas(Argentinien) 54,5, ausgeschieden: Scheele (Deutschland), Ridi(Italien), Malasig(Philippinen), nicht am Start Halawani(Aegypten). Scheele erSieger ausgesehen hatte. Hein und Blaik können sich wischte einen glänzenden Start. Mühelos lief er das der Glückwünsche kaum erwehren, die Hunderttausend Rennen. Bis 20 Meter vor dem Ziel lag er dicht mit dem Amerikaner Pattersson zusammen. Er wiegte sich Der finnische Olympiasieger 1932, Iso=Hollo, in seinem Lauf nur den in letzter Zeit gut entwickelten Amerikaner Manning zu fürchten. Aber schon nach drei Runden hat er sich eindrucksvoll an die Spitze gesetzt. Manning folgt als Zweiter bereits mit 25 Meter Abstand. Zur Hälfte der Strecke ist die Situation klar. Und so gewinnt der Finne auch unangefochten in:34 Min. vor dem Amerikaner, während Heyn, unser Meister, mit dem dritten Platz noch in die Entscheidung kommt. Im letzten der Vorläufe gibt es Hann erneut einen überragenden finnischen Siea Tuominens. Die deutsche Hoffnung. Raff. bleibt am Start stehen und verliert so viel Raum, der ihn schließlich in der zweiten Runde entmutigt. Er givi auf. Inzwischen hat sich Tuominen, ähnlich wie Iso=Hollo, von seinen Verfolgern freigemacht und siegt klar in:40,4 Min. mit fünf Sekunden Vorsprung gegen den Zweiten, den Amerikaner Mac Cluskey. Rerolle=Frankreich endet auf dem dritten, der Schwede Larsson auf dem vierten Platz. Ergebnisse: 3000=Meter=Hindernis=Vorläufe: 1. Vorlauf: 1. Dompert=Deutschland:27,2 Min., 2. Matilainen=Finnland:28,4, 3. Wihtols=Lettland:28,8, 4. Dawson=USA:29,2. Ausgeschieden: Cuzol=Frankreich, Ekmann=Schweden, Evenson=England, Lippi=Italien, HosekTchechoslowakei.— 2. Vorlauf: 1. Ischollo=Finnland :34,0, 2. Manning=USA:34,8, 3. Heyn=Deutschland :41,2, 4. Holmquist=Schweden:44,4. Ausgeschieden: Szilagy=Ungarn, van Rumst=Belgien, Desroches=Frankreich, Imai=Japan, Vaclav Hosek=Tschechoslowakei.— 3. Vorlauf: 1. Tuominen=Finnland:40,4, 2. Mac CluskeyAmerika:45,2, 3. Rerolle=Frankreich:506, 4. Larsson=Schweden:52,4. Ausgeschieden: Tanak=Japan, Ginty=England, Betti=Italien, J. Husek=Tschechoslowakei. Raff=Deutschland ausgegeben. Desse Owens starket in Köln! Der schnellste Mann der Welt, der Olympia=Sieger von Berlin, stürmisch gefeiert von hunderttausend am Montag, hat gleich nach seinem herrlichen Sieg den Start in der Domstadt zugesagt. Nichts ist davon übertrieben gewesen, was die amerikanischen Zeitungen über Owens geschrieben haben. Der Neger ist ein wahres Läuferwunder, ein Mann, wie wir ihn nur alle 20 Jahre vielleicht einmal bekommen. Es war eine einzigartige Leistung, als er im Endkampf bei 50 Meter seinen Landsmann Metcalse und den Holländer Osendarp angriff und spielend leicht vorbeizog, um in der Weltrekordzeit von 10,3 Sekunden zu gewinnen. Und mit Owens werden voraussichtlich auch die weiteren hervoragenden Sprinter Amerikas in Köln starten, also Metcalfe und Wykoff. wie es auch wahrscheinlich ist, daß der Olympia=Sieger Johnson und dessen Landsmann Albritton dabei sind. Williamson. Woodroff. Hornbostel Ein Trio, das kaum zu schlagen sein wird jubeln ununterbrochen. Deutschland hat einen Triumph gefeiert, den auch die größten Optimisten vorher kaum erwarteten. Nicht zuletzt ist dieser Erfolg auch ein Verdienst des Reichssportlehrers Christmann, der unsere Werfer so glänzend vorbereitete. Ergebnis im Hammerwersen: 1. und Olympischer Sieger Hein(Deutschland) 56.49 Meter, neuer olympischer Retord, neuer deutscher Retord, 2. Blask(Deutschland) 55.04 Meter, 3: Warngard (Schweden) 51,83 Meter. 4. Koutonen(Finnland) 51.90 Meter. 5. Rowe(USA) 51,53 Meter, 6. Fovor (USA) 51,01 Meter. Die Siegerehrungen Der Jubel wollte kein Ende nehmen, als Hein und Blask. dazu der Schwede Warngard. cas Podest betraten. Die deutschen Hymnen erklangen und am Siegesmast stieg langsam die deutiche Flagze hoch. Graf Baillet=Latour und Exzellenz Lewald überreichten den Siegern die Goldmedaillen. Zu einer eindrucksvollen Feier gestaltete sich nich die Siegerzeremonie für die 100=Meter=Läufer. Zwei schwarze Athleten aus Amerika wurden geehrt, Desse Owens und Ralvh Metcalse. Daneben stand der blonde Holländer Osendarp. der wohl jetzt den Namen bekommt schnellster Mann der weißen Rasse", wie seinerzeit Jonath in Los Angeles, denn damals wurde Tolan Erster und Metcalfe auch Zweiter. Auch der weitere Verlauf der 800=Meter=Zwischen= läufe deutet ganz klar auf den kaum noch fraglichen Ausgang der Entscheidung hin. Die amerikanischen Läuser haben sich in jedem der drei Vorläufe für den 800Meter=Endkampf am Dienstag in einer Verfassung vorgestellt, die den ungeteilten Beifall findet. Das Toliste überhaupt leistete sich dabei schon im ersten Zwischenlauf der amerikanische Neger Woodruff, der vom Start weg mit Riesenschritten allen davonläuft. Nach 300 Meter liegt das übrige Feld hoffnungslos abgeschlagen mehr als 15 Meter zurück. Mitten in dem von dem Polen in Sicherheit und stoppte etwas ab. Da schoß auch schon der Argentinier Lavenas vorbei und ehe Scheele wieder scharf antreten konnte war es um ihn geschehen: er hatte durch einen leichtfertigen Schnitzer seine Chance vergeben. 5. Vorlaus: 1. Mantikas(Griechenland) 53,8. 2. Padilha(Brasilien) 54.2, ausgeschieden Ivanovic (Jugoslawien), Rushton,(Südafrika), Areskoug (Schweden), Fritsch(Chile). Mantikas lief ein heerliches Rennen und überlegen belegte er den ersten Platz vor Padilha(Brasilien), während der Südafrikaner Rushton und der Schwede Areskoug nie in Frage kamen. 6. Vorlaus: 1. Hardin(USA) 53,9, 2. Kürten (Deutschland), ausgeschieden Leitner(Oesterreich), Berndt(Tschechei), Sheffield(England). Ein fabelhaft kluges Rennen lief Kürten auf der Innenbahn. Noch bis in die Zielgerade hielt er Schritt mit Elen Hardin, dessen Hürdentechnik bestechend ist. Elen Hardin siegt zwar unangesochten auf den letzten Metern, doch Kürten hält den anstürmenden Leitner sicher. Der Führer ist da! Schon kurz nach 15 Uhr erschien der Führer in seiner Ehrenloge. Stürmisch brauste der Jubel auf. als der Schirmherr der 11. Olympischen Spiele auch am zweiten Wettkampftag seinen Platz einnahm. 5 6 0 Unser Bild zeigt die Sieger im 10 000-mLauf, die Finnen Salminen. Askola und IsoHollo, die in dieser Reihenfolge die Plätze belegten(z..n..) Pressephoto Kucharski angeführten Rudel liegt Wolfgang Dessecker. Für ihn gibt es kaum eine Möglichkeit zum erfolgreichen Einsatz. Das Tempo ist überaus schnell. Die 400=Meter=Marke passiert mit 40 Meter Vorsprung der Neger in der unwahrscheinlichen Zeit von 52,8 Sek. Der Sieger kann nicht mehr fraglich sein. Aber hinter ihm spielt sich ein verzweifelter Kampf um die Plätze ab. Der Argentinier Andersen, der gegen den Polen Kucharski zunächst Erfolg hat, muß sich schließlich, als es aus der letzten Kurve in die Jieigerade geht, doch noch überholen lassen und auch ein letzter Einsatz seiner ganzen Kraft hilft ihm nicht mehr. Szabo=Ungarn, Dessecker und Boot=Neuseeland sind zusammen mit Eichberger=Oesterreich und dem Briten Hanley ausgeschieden. Geschlossen geht das Feld der zweiten Gruppe über die ganze erste Runde. Noch führt Edwards mit leichtem Vorsprung, als eingangs der letzten Kurve Williamson die Entscheidung einleitet. Mit zäher Verbissenheit geht der Australier Backhouse nun daran, eine Bresche in die amerikanische Ueberlegenheit zu schlagen; es gelingt nicht. Williamson hat eine Kleinigkeit mehr zuzusetzen und kann den Australier im Ziel mit Brustbreite ubfangen. Edwards, dessen Einsatz zu früh kam, hat sich aber mit dem dritten Platz gesichert. Powell=England und auch der Deutsche Mertens können im Endkampf nicht mehr Schritt halten. Sie scheiden wie auch der Franzose Soulier und Badas=Ungarn und Hübscher=Oesterreich aus. Auch der dritte Zwischenlauf war für einen europäischen Sieg nicht geeignet. Hornbostel, der beständigste der Amerikaner, läßt den Norweger Johmnnesson bis 400 Meter(56.3) ziehen, um dann in der Gegengeraden kraftvoll anzugreifen. Der Norweger scheint stehen zu bleiben, als Hornbostel mit dem übrigen Feld vorbeizieht. Mit klarem Vorsprung fällt auch diese Vorentscheidung zugunsten der Amerikaner aus. Lanzi, der einzige Europäer, der an die Leistung des Amerikaners herankam, liegt ungefährdet auf dem zweiten Platz vor McCabe, der sich gegen Petik=Frankreich behaupten kann. Deutschlands erste Olympia=Siegerin, die Frankfurterin Tilli Fleischer, kehrte am Montag mit dem Flugzeug in ihre Heimatstadt zurück. Auf dem Flughafen hatten sich eine große Menge Frankfurter Sportfreunde eingefunden, die ihre Olympia=Siegerin begeistert begrüßten. Ein Vertreter des Reichssportführers und der Führer ihres Vereins, der Frankfurter Eintracht, sprachen herzliche Glückwünsche aus und überreichten der strahlenden Olympia=Siegerin Bluen. Sets: * SA-Reiterstandarte Köln auf großer Jahrt Geführt von Standartenführer Klein erreichte die SA=Reiterstandarte Köln am Samstagmittag unsere Stadt. Die Fahrzeuge parkten auf dem alten Markt und yier trat der Küchenchef in Funktion, um den dampsenden und duftenden Inhalt der Gulaschkanone an die SA=Männer und Schlachtenbummler auszuteilen. Die Reiterstandarte war tadellgs für diese 14tägige Fahrt durch die Eifel ausgerüstet und selbst ein moderner Transportwagen, der gegebenenfalls zur Beförderung v. er ankten Pferden dienen soll, fehlte nicht. Das nächtte Ziel war Münstereisel, wo am Samstag von ger,a# elle der„Stagparte ein Platzkonzert und zum Abschluß des ersten Reisetages ein Manöverball veranstaltet wurde. Westdeutsche Kurzmeldungen Der Stand des Getreides in der Eifel kann man in diesem Jahre allgemein als hervorragend bezeichnen. Besonders der Roggen hat ein üppiges Wachstum genommen und zwar gilt dies sowohl von der Stärka der Halme wie besonders auch von der Entwicklung der Aehren. Weizen und Hafer weisen ebenfalls einen vorzüglichen Stand auf und versprechen eine gute Ernte. Reichlich fällt auch die Grummeternte aus, deren Mengenergebnis den Heuertrag in trockenen Jahren erheblich übersteigt. Die Kartoffeln stehen ebenfalls gut. * In den letzten Tagen sind in der Eifel gewaltige Regenmengen niedergegangen, wie man sie um diese Jahreszeit selten erlebt. Als Folge dieser Niederschläge kann man jetzt die Beobachtung machen, daß die Bäche und Flüsse, die im allgemeinen in den Sommermonaten nahezu austrocknen, reißende Wasser führen. Stellenweise sind die Bäche sogar aus den Ufern getreten und haben die angrenzenden Grundstücke überflutet. Von Grenzzollbeamten bei Echternacherbrück wurde ein junger Mann beobachtet, der in verdächtiger Weise öfters über den Grenzfluß Sauer fuhr. Sie folgten ihm heimlich und überraschten ihn, als er in einem Gestrüpp 120 Paketchen Tabakfeinschnitt zusammenpackte. Er hatte den Tabak in einem Gummisack durch die Sauer von Luxemburg zur deutschen Seite herübergeschmuggelt. Bei seiner Vernehmung gab er noch einen Komplicen an, der ebenfalls bald festgenommen werden konnte. Die Zollbehörde vermutet, daß die beiden einer seit längerer Zeit gesuchten größeren Schmugglerbande angehören. * Der Schiffsverkehr auf dem DortmundEms=Kanal zeigte im Monat Juli eine weitere Steigerung. Nachdem schon im Vormonat Juni fast 2700 Schiffe die Schleusen passierten, mußten im verflossenen Monat oft täglich 90 Schiffe und sehr häufig noch mehr durch die Meppener Schleusen gebracht werden. Seit Bestehen des Dortmund=Ems=Kanals ist noch nie ein solch starker Verkehr zu verzeichnen gewesen. Befördert wurden vom Industriegebiet hauptsächlich Kohlen, Koks und Baumaterialien für Wegebauzwecke. Als Rückfracht kamen neben Erz, Eisenschrot und Grubenholz auch Getreide und Stückgut in Frage. * Aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm für das Saarland 1936 entfallen auf den Landkreis Saarbrücken von den zur Verfügung stehenden Reichszuschüssen von 5 Millionen Mark insgesamt 1,36 Millionen Mark, wozu noch 1,9 Millionen Mark Darlehen sowie eine entsprechende Eigenleistung kommt. Dabei sind die von den Gemeinden noch zusätzlich durchgeführten Arbeiten nicht berücksichtigt. Einschließlich des noch aus dem Vorjahre vorhandenen Ueberhangs stehen demnach 250000 Tagewerke zur Verfügung. Durch diese Maßnahmen können 1000 Mann ein ganzes Jahr hindurch Beschäftigung finden. * Aus dem Amtsbezirk Konz=Karthaus konnten in der letzten Zeit nach dem Industriegebiet Mitteldeutschland rund 300 Facharbeiter und Handwerker durch das Arbeitsamt vermittelt und in Stellungen gevracht werden. Für den Amtsbezirk, der in den Nachkriegsjahren ganz besonders unter den Folgen des Versailler Vertrages wirtschaftlich gelitten hatte, bedeutet dies eine ganz wesentliche Entlastung. Man rechnet damit, daß auch in den kommenden Wochen noch Schlosser, Schreiner und andere Handwerker in den Industriegebieten Deutschlands Arbeit und Brot finden werden. * In Laurensberg bei Aachen herrscht seit einiger Zeit eine derartige Spatzenplage, daß die Gemeindeverwaltung eine umfangreiche Bekämpfung dieser Schädlinge angeordnet hat. Unübersehbare Schwärme von Spatzen überfliegen die Felder und richten hier großen Schaden an. Für jeden abgelieferten Sperlingskopf zahlt die Gemeinde zwei Pfennig. Auch in anderen Teilen des Landbezirks haben die Bauern unter der Spatzenplage zu leiden. Auch hier sind besondere Maßnahmen getroffen worden. * Beim Auseinandernehmen eines Bangerüstes in der Kirchfeldstraße in Düsseldorf stürzte ein Arbeiter aus beträchtlicher Höhe ab. Der Unglückliche trug so schwere Verletzungen davon, daß der Tod auf der Stelle eintrat.— Etwas später verunglückte an derselben Baustelle ein weiterer Arbeiter durch Abrutschen einer Leiter. Er mußte mit schweren Verletzungen dem Krankenhause zugeführt werden. * Im Alsdorfer Ortsteil Kellersberg kam es zwischen zwei Bergarbeiterfamilien zu einer heftigen Auseinandersetzung. Einer der Männer wurde von seinen Gegner mit einem Messer niedergestochen und mußte mit lebensgefährlichen Verletungen dem Krankenhaus zugeführt werden; der Täter wurde festgenommen. * Mittwochmittag gegen 13.35 Uhr wurde in Solingen=Feld eine Scheune durch Blitzschlag in Brand gesetzt. Das Feuer fand an den Heu= und Fruchtvorräten reiche Nahrung. Die Scheune brannte bis auf die Grundmauern nieder. Der Landeshauptmann der Rheinprovinz hat den Privatdozenten Dr. K. I. Amselmino von der Universitäts=Frauenklinik der Charité Berlin mit der Leitung der„Provinzial=Hebammenlehranstalt und Frauenklinik in Wuppertal=Elber, feld beauftragt, nachdem der bisherige langjährige Direktor Professor Dr. Martin in den endgültigen Ruhestand getreten ist. Auf wertdeutschen Gauen Wieviel Fahrradschlösser zu wenig? Hundert Fahrraddiebstähle 17 Fahrradmarder und Hehler ermittelt Krefeld, 3. Aug. In der Zeit von Januar bis Juni d. J. nahmen in Krefeld die Fahrraddiebstähle in erheblichem Maße zu. Durchschnittlich wurden jede Woche 15—20 Fahrräder als gestohlen der Polizei gemeldet. Vereinzelt gelang es, Fahrraddiebe zu fassen, denen jedoch höchstens ein Fall nachgewiesen werden konnte. Die Kriminalpolizei stellte nun umfassende Ermittlungen an und konnte bis heute insgesamt 17 Fahrradmarder und Hehler feststellen, von denen neun bereits in Haft gebracht wurden. Etwa 80 Fahrräder sind ermittelt und teilweise den Eigentümern wieder zugestellt worden. Die Täter, die, wie ermittelt, nicht nur in Krefeld, sondern auch in Neuß, Düsseldorf, Köln und anderen Orten Fahrraddiebstähle ausführten, haben ihr Absatzgebiet bis in entfernteste Orte in der Eifel und Westfalens ausgedehnt. Soweit man bis jetzt übersehen kann, sind den Burschen mindestens 100 Fahrraddiebstähle zuzuschreiben. Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen und die Angelegenheit wird noch weitere Kreise ziehen. Es wäre nicht uninteressant, zu wissen, wieviele von den Rädern den Spitzbuben deshalb so leicht in die Hände gefallen sind, weil sie nicht abgeschlossen waren. Bei Einzelmeldungen über Fahrraddiebstähle heißt es ja zumeist:„Das Rad war nicht abgeschlossen". Fast könnte man sagen, derjenige, der sein Rad ohne Sicherung irgendwo stehen läßt, wo immer es sei, hat wenig Anspruch darauf, daß sich die Polizei für ihn anstrengt, ihm sein Eigentum zurückzubringen. Jedenfalls weiß heute jeder Radfahrer und jede Radfahrerin, daß leider ständig diebische Burschen unterwegs sind, die Gelegenheiten auskundschaften, um Unvorsichtige ihres Rades zu berauben. Daß gleichwohl diese Unvorsichtigkeit unausrottbar scheint, kann man sich nur so erklären: manch einer ist noch immer zu bequem, das Sicherungsschloß anzulegen. Er betrügt sich in seiner Lässigkeit selber mit dem Troste:„ich bin ja gleich wieder da“, oder„ich halte mich ja höchstens drei Minuten im Hause auf“. Und sollte doch wissen, daß ein ganz leerer Trost ist. Denn einem Radfahrer muß bekannt sein, daß er selber sich im Bruchteil von Minuten auf sein Rad schwingt und in ein bis zwei Minuten schon denen aus den Augen sein kann, die in seiner Nähe waren. Da Fahrraddiebe natürlich fahren können, sind sie ebenso schnell verschwunden. Besonders sind es diejenigen, die„berufsmäßig“ auf Raub ausgehen; denn für sie gibt es kein langes Besinnen, sie greisen rasch entschlossen zu. Ihnen ihr„Geschäft“ mindestens wesentlich zu erschweren, sollten von Polizei wegen alle Radler verpflichtet werden, ihre Räder zu sichern. Es gibt ja nun einmal Menschen, die zu ihrem eigenen Besten, von anderen wahrgenommen, von diesen anderen bevormundet werden müssen. Opfer des Verkehrs Tod und Verletzungen Dortmund, 3. August. Drei Schwerverletzte forderte ein Verkehrsunglück, das sich am Samstagabend gegen 21 Uhr auf dem Ruhrschnellweg zutrug. Ein Personenkraftwagen geriet ins Schleudern, fuhr gegen ein Verkehrszeichen und landete dann im Straßengraben. Die drei aus Bochum stammenden Insassen des Kraftwagens trugen sehr schwere Verletzungen davon und mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. * Trier, 3. August. Ein fünfjähriger Junge hatte sich am Samstagabend auf der Ruwerstraße von der Hand der Mutter losgerissen und war auf die andere Straßenseite gelaufen. Der Junge kehrte dann, obwohl die Mutter ihn warnte, zurück und lief dabei auf der Fahrbahn gegen einen in schneller Fahrt herankommenden Kraftwagen. An den erlittenen schweren Verletzungen ist das Kind wenige Minuten darauf in den Armen der Mutter gestorben.— Ein weiteres schweres Verkehrsunglück trug sich auf der Weverbachstraße zu. Ein Radfahrer wurde hier von einem Auto angefahren und etwa 20 Meter weir mitgeschleift. Der Radfahrer trug sehr schwere Verletzungen davon und mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. * Andernach, 3. August. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände kam es am Samstagnachmittag auf der Fernverkehrsstraße 9 in der Nähe des alten Krans, zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein aus Richtung Koblenz kommender Personenkraftwagen hatte gerade einen anderen Wagen überholt, als ihm im gleichen Augenblick ein Lastwagen, dem zwei Autos in knappen Abständen folgten, entgegenkam. Durch eine scharfe Rechtswendung beim Vorbeifahren an dem Lastwagen geriet der Personenwagen ins Schleudern, streifte das dem Lastwagen folgende Auto, drehte sich dann um die eigene Achse und stand schließlich quer über der Straße. Das dem Lastwagen folgende zweite Personenauto, ein belgischer Kraftwagen, rannte nun in voller Fahrt gegen das querstehende Auto. Der Fahrer des Wagens, ein bei einer belgischen Reederei angestellter Holländer, sowie die mitfahrende Ehefrau, ein sechs Monate altes Kind und eine weitere Frau trugen so erhebliche Verletzungen davon, daß sie dem Krankenhaus in Andernach zugeführt wenden mußten. * Viersen, 3. Aug. Als auf der Landstraße zwischen .=Gladbach und Viersen ein Lieferwagen einen anderen Kraftwagen überholen wollte, kam aus der entgegengesetzten Richtung ein Motorradfahrer. Der überholende Wagen stieß mit dem Motorrad zusammen, dessen Führer in hohem Bogen von seiner Maschine geschleudert wurde. Er erlitt so schwere Verletzungen, daß er im Krankenhaus kurz nach seiner Einlieferung starb. Bei dem Verunglückten handelt es sich um den 25jährigen Franz Hohnen, der erst vor einer Woche geheiratet hatte. Ein Jubiläum 300 Jahre Stadt Meckenheim Bonn, 3. Aug. Die Stadt Meckenheim bei Bonn gedachte am Sonntagvormittag in einer schlichten Feier des Tages, an dem ihr vor 300 Jahren die Stadtrechte verliehen wurden. Nach einem Umzug durch die festlich geschmückten Straßen fand ein Festakt statt, an dem auch Vertreter der Partei und des Landkreises Bonn teilnahmen. Amtsbürgermeister Dr. Müller, der vor sieben Jahren die alten Urkunden wieder entdeckte, gab einen Ueberblick über die Geschicke der Stadt seit dem Jahre 1636, wo inmitten der Schrecken des 30jährigen Krieges das alte Meckenheim zur Stadt erhoben wurde. Landrat Dr. von Stedtmann wies in seiner Glückwunschrede auf die furchtvare Ohnmacht des damaligen Deutschland hin und auf den so ganz anderen Zustand unserer Heimat unter der Führung Adolf Hitlers. Auch Kreisschulungsleiter Berchem als Vertreter des Kreisleiters keiknzeichnete in einer Ansprache den Gegensatz von damals und heute. Wertvolle Bereicherung des Dauner Heimatmuseums Dann, 3. Aug. Das Dauner Heimatmuseum, das unschätzbare Werte und Funde aus dem Boden der Eifel aufweist, ist in der letzten Zeit durch eine Reihe interessanter Neuerwerbungen bereichert worden. Neben zahlreichen von der Eigenart der Eiseler Heimaterde zeugenden Gesteinsfunden, Versteinerungen usw. ist besonders der Erwerb mehrerer interessanter Bilder der Dauner Grafen zu erwähnen, die dem Heimatvon Wien aus zugingen. Bekanntlich hat alte Dauner Grafengeschlecht um die Mitte des 1. Ja hunderts in Wie, ansässig gemacht, wo mehrer: seiner Nachkommen zu höchsten Würden und Ehrenamtern gelangten.etenJunge Rechtswahrer Rassenpolitischer Lehrgang in Herchen Herchen, 3. Aug. Vor einigen Tagen fand in dem schön gelegenen Jugendheim in Herchen=Sieg ein rassenpolitischer Kurzlehrgang der Bezirksgruppe Köln der „Junge Rechtswahrer“, des NS=Rechtswahrerbundes statt, zu dem 60 Teilnehmer einberufen waren. Der Leiter der Bezirksgruppe, Pg. Nesemann, konnte bei der Eröffnung Vertreter der Justizbehörden und der Gauleitung begrüßen. Mit der Durchführung dieser Lager, die unter der verantwortlichen Leitung von Gaugruppenwalter Pg. Dr. Luyken stehen, marschiert der Gau KölnAachen wiederum an erster Stelle in Deutsch= land.— Als Vertreter des Rassenpolitischen Amtes, das die Gestaltung des Lehrganges übernommen hatte, war Gaustellenleiter Pg. Baumgarten im Lager anwesend, der zu den Teilnehmern über das Thema„Rasse und Geschichte" sprach. Vom Mitarbeiterstab des Rassenpolitischen Amtes sprachen außerdem: Prof. Pesch über„Erblichkeitslehre, Erbkrankheiten und das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", Pg. Dr. Obertreis über„Bevölkerungs= und Siedlungspolitik", Pg. Dr. Dahr über„Blutgruppenuntersuchungen“, Pg. Bernhoeft=Körner über„Judentum und Freimauverei". Zum Abschluß sprach Gauschulungsleiter Kölker. Das Lager hat gezeigt, wie richtig es ist, den jungen Rechtswahrer aus seiner Alltagsarbeit heraus in das gemeinschaftliche und weltanschauliche Erlebnis eines Lagers zu stellen. (NSC) 7134000 Postpakete Reichspostdirektionsbezirk Köln Köln, 3. Aug. Aus der geographischen Uebereinstimmung zwischen der Dichte der Paketauflieferung(je 1000 Einwohner) und den Standorten der Verbrauchsgüterindustrie sowie der Versandgeschäfte läßt sich der enge Zusammenhang zwischen dem Paketverkehr auf der einen, der Verbrauchsgüterproduktion auf der anderen Seite deutlich ersehen. An der Spitze der 40 Reichsbahndirektionsbezirke steht nach der Zahl der Paketauflieferungen je 1000 Einwohner der Bezirk Bremen mit 9789 gewöhnlichen und Wertpaketen, die je 1000 Einwohner im letzten Jahre aufgeliefert wurden. Entscheidend für diese außerordentlich hohe Ziffer ist die starke sich unmittelbar an den Konsumenten wendende Versandtätigkeit der Bremer Wirtschaft. An zweiter Stelle folgt dann Chemnitz als Textilbezirk; Köln steht an 12. Stelle. Insgesamt wurden im Jahre 1935 im Reichspostdirektionsbezirk Köln 7134000 Pakete ausgeliefert gegenüber 6 100000 im Jahre 1932. Setzt man die Zahl des Jahres 1932 gleich 100, so ergibt sich von 1932 auf 1933 im Bezirk Köln eine Steigerung auf 104,2, im Jahre 1934 auf 111,8 und im Jahre 1935 auf 117. Aufgeliefert wurden im Jahre 1930 im Bezirk Köln je 1000 Einwohner 4380, 1933 4096 und im Jahre 1935 4596 Pakete. Im Gegensatz zum Inlandsverkehr zeigt der Versand von Paketen nach dem Ausland eine rückläufige Tendenz. Er fiel im Bereich des Reichspostdirektionsbezirks Köln von 164 000 Paketen im Jahre 1934 auf 135000 im Jahre 1935. Denken Sie Dienstaz. 4. Auzust 1936 Nr. 214 Der grausige Leichenfund Teilgeständnis des Ehemanns Bochum, 3. Aug. Die mit größtem Nachdruck betriebenen polizeilichen Ermittlungen zur Aufklärung des grausigen Leichenfundes in Wetter haben sehr rasch zum Erfolg geführt. Am Samstagbend wurde der Kriminalpolizei bekannt, daß seit einigen Tagen die 25 Jahre alte Ehefrau des angestellten Konditormeisters Gerhard Kulicke aus Wanne=Eickel vermißt wurde, auf die die Beschreibung der Leiche zutraf. Auffallenderweise paßten auch die Personalbeschreibungen über. den mutmaßlichen Täter auf den Ehemann. Wegen des Zusammentreffens aller dieser Umstände wurde Kulicke sofort zur Verantwortung gezogen. Er behauptete anfangs, oaß seine Frau vermißt sei und jeden Tag zurückkeyren müsse, bequemte sich aber schließlich doch zu einem teilweisen Geständnis. Nach seinen Angaben beim ersten Verhör hatte seine Frau, mit der er seit gut einem Jahre verheiraten ist, aber schon seit längerer Zeit in Unfrieden lebte, in der Nacht zum Donnerstag im Streit erschlagen. Wegen seiner späten Heimkehr vom Wirtschaftsbesuch sei es zwischen ihnen zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen, wobei die Frau so unglücklich gefallen sei, daß der Tod nach etwa 10 Minuten eintrat.(Die unglaubhaften Behauptungen bedürfen selbstverständlich noch eingehender Nachprüfung.) Aus Angst vor der Entdeckung habe er dann am nächsten Morgen die Leiche seiner Frau mit einem Rasiermesser und einem Beil zerstückelt, in Säcke und Papier verpackt und am Donnerstagabend mit dem Zuge nach Wetter gebracht und dort im Harkortsee zu versenken versucht. Abzeichen Werbegemeinschaft Berg. Fabrikanten Wuppertal, 3. Aug. Um die Bergische Industrie für Abzeichen stärker zu beleben und die nach Abzeichen bestehenden Bedürfnisse nachhaltiger aufspüren= zu können, ist die Werba, die Werbegemeinschaft Bergischer Fabrikanten von Abzeichen gegründet worden. Diese Gemeinschaft der Fabrikanten von Abzeichen nimmt auch Aufträge gemeinschaftlich herein, und verteilt sie auf die in Frage kommenden Firmen. Sie ergänzt damit die Tätigkeit des Werbeamtes der Bergischen Industrie= und Handelskammer, die bekanntlich im Februar einen Ideenwettbewerb für WHW=Abzeichen veranstaltet hatte. Auf die Aufforderung des Werbeamtes der Kammer sind insgesamt 100 Vorschläge aus allen Teilen des Kammerbezirks eingegangen, von denen jedoch die meisten hinsichtlich der geforderten Originalität und des Preises nicht den angegebenen Voraussetzungen entsprachen. Unter der Menge der Vorschläge sind zwei Ideen von der Kammer als würdig befunden worden, weiter verfolgt zu werden, damit sie bei entsprechender Ausgestaltung auch unter dem Gesichtspunkt eines WHWAbzeichens für eine Reichssammlung Beachtung finden können. 1934er fast ausverkauft Viele Bestellungen der Moselpaten Bernkastel, 3. Aug. Die Patenschaftsaktion brachte im Moseltal weiterhin einen recht regen Handel mit sich, so daß die Weinbestände der Winzer in den einzelnen Orten eine starke Abnahme zu verzeichnen haben. Besonders günstig entwickelte sich der Verkauf der noch vorhandenen 1934er Weine, die demgemäß bis auf kleinere Restpartien ganz ausverkauft sind. Wenn auch das Weingeschäft nicht gerade den Umfang der letzten Wochen aufweist, so kommen doch auch jetzt noch täglich eine Anzahl Käufe zustande, die der Moselwinzer angenehm empfindet.— Die einzelnen Patenweine werden jetzt bezogen, so daß die Küfer vollauf beschäftigt sind und die Lastwagen täglich mit wertvollem Inhalt zu den Bestimmungsorten des Moseltales fahren. Tron der sehr günstigen Herbstaussichten hat sich in der Preislage der Weine nur wenig geändert. Noch immer Schauerneigung für Dienstag: Stark wechselnde Bewölkung. Frische Winde aus West. Temperatur unverändert. Noch immer Schauerneigung. niederschagsfrei.. dten: undenandia.n Amtliche Wasserslände vom 3. August 1936, 6 Uhr Trüh Rheinfelden 4,09(plus); Maxau.28(plus); Mannheim.48(plus); Lohr 1,87(unverändert); Mainz 2,43(sehlt); Bingen 3,31(unverändert); Kaub „u: 4; Trier.01(minus): Koblenz.66 (minus); Köln 3,81(unverändert); Düsseldorf 3,22 .27(plus); Mülheim.27(unverändert): Ruhrort 2,51(plus); Wesel 2,39(plus); Emmerich.53(plus).2 rechtzeifl g an 1937 Wir heben in Taschenkalender mit Firmeneindzuck, besonden für Massenauflegen ein günstiges Angebot Fordern Sie Angebot bezw. Vertreterbesuch Kölner Verlags-Anstalt und Druckerei Akt.-Ges. Ste kgasse 25-31* Fernruf Se.-Nr. 220301 We Die Hormone lebenswichtiger Drüsen in Gemeinschaf mit, dem nerver. anrenden Lecithin und auferischengen pflanzlichen Stoffen verleihen Okose den hohe. edizinschen Wert und die günstige „.„„# eut den ganzen Organismus. Okase Silber J00rohl S sc f. 4 Frar, in allen Apotheken. ..1bl..50 Zusendung der illustr. 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Juli 1936 Elsaßstraße 3 Die feierlichen Exequien werden gehalten am Dienstag, dem 4. August 1935. morgens.15 Uhr. in der Pfarrkirche St. Maria Hilf. Rolandstraße. Die Beerdigung ist am gleichen Tage. 14.30 Uhr. von der Leichenhalle des Nordfriedhofes aus. Sollte jemand aus Versehen eine besondere Benachrichtigung nicht erhalten haben, so bitten wir, die Anzeige als solche zu betrachten Das Sechswochenamt für unseren guten Vater, Herrn Caspar Lannois wird gehalten am Donnerstag, dem 6. August 1936, 8½ Uhr, in der Pfarrkirche St. Nikolaus, Köln-Sülz, Berrenrather Str., wozu freundl. eingeladen wird. Geschwister Lannois. Für Stellungsuchende ist es zweckmäßig den Bewerbungen auf Chiffre-Anzeigen keine Orisinalzengnisse beizufügen. Außerdem sind Zeugnisabschriften u. Lichtbilder auf der Rückseite mit dem Namen und der genauen Anschrift des Bewerbers zu versehen. Der Neue Tag Junges Mädchen, 14—15 Jahre, ehrlich, in Geschäftshaushalt, 3 Personen, tagsüber gesucht. 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