Tageszeitung für Köln=Stadt und Verlag und Redaktion: Stolkgasse 25—31 Bezugsvreis: RM..—(einschließlich 38 Pfennig Beitrag zu den Zustellungskosten).— Erscheint wöchentlich siebenmal morgens.— Postbezug RM..— seinschließlich 45 Pfg. Postzeitungsgebühr und zuzüglich 42 Pig Zustellgeld der Post).— Durch höhere Gewalt hervorgerufene Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Rückerstattung des Bezugspreises Sprechstunden der Redaktion: 12—13 Uhr.— Postscheckkonto: Köln Nr. 59000. Nr. 345 Fernsprecher: a) von 8 Uhr bis 20 Uhr: Sammelnummer 220301: b) nach 20 Uhr: Direktion 22 0302; Chefredaktion 2208 01; Sportredaktion 22 03.05. Sonntags die illustrierie Wochenendausgabe„Die Bastion“ kostenlos. Freitag, den 23. November 1934 Anzeigenne: Einspaltige Millimeterzeile 12 Pfg.— Familienanzeigen 7 ura— Wortanzeigen privatet Ari je Wort 5 Pfg, das serte Ueberschrft: wort 10 Pfg., geschäftliche Wortanzeigen je Wort 8 Pfg., das fette Wort 20 Pfa.— Vereinsanzeigen, die nicht der Wirtschaftswerbung dienen, im Sc# Sportanzeigen im Texteil 40 Pfennia Pfennig(Preisliste Terrieil 10 Pfg, je Millimeterz, Svortanzeigen im Leptrein. Agestafte# Millimeter.— Textanzeigen 80 Einzel=Preis 15 Südslawiens Beschwerde beim Völkerbund 1n0 Gormürfe gonon Ungarn— Meiteres Material angeku Heftige Vorwürfe gegen Ungarn— Weiteres Material angekündigt Auch die Kleine Entente schließt sich an DNB. Genf, 22. Nov. Der südslawische Außenminister Jeftitsch hat Donnerstagnachmittag im Völkerbundssekretariat die angekündigte Note überreichen lassen, in der die Untersuchung Untersuchung beleuchten in besonders ernster und paktes den Völkerbundsrat mit dieser Lage zu beeindrucksvoller Art die Verantwortlichkeit der unga fassen, die in ernster Weise die Bezierischen Regierung für die Hilfe und Unterstützung, die der terroristischen Aktion gewisser emigrierter sudslawischer Untertanen gewährt worden der politischen Verantwortlichkeiten des Marseiller eines vereinzelten Individuums, es handelt . H. AL„ F:" enss.s h. resern 111r Ni#“ Die Note kündigt die Einreichung weiteren Materials an und fährt dann fort: Es handelt sich nicht um den politischen Mord als Wert sich hungen, zwi schen Südslawien und Ungarn bedroht und den Frieden und das gute Einvernehmen zwischen den Nationen zu stören droht. Attentates verlangt wird. Die Note beginnt mit folgender Einleitung: „Das fluchwürdige Verbrechen von Marseille, das das Bewußtsein aller Kulturvölker in Erregung versetzt hat, zwingt die südslawische Regierung auf Grund der polizeilichen Untersuchuna in verschiede nen Ländern, den Völkerbundsrat mit gewissen be sonders ernsten Seiten dieser Angelegenheit zu be fassen, weil sie dazu angetau sind, das gute Ein vernehmen und den Frieden zwischen Sudsla wien und dem benachbarten Ungarn zu stören. Die Note erinnert dann an die Verhandlungen vor dem Völkerbundsrat im Juni. Damals be reits habe die südslawische Regierung ans die per brecherischen Umtriebe gewisser terroristischer Ele mente in Ungarn und deren Unterstützung durch gewisse ungarische Behörden hingewiesen. Sie habe damals erwartet, daß die ungarische Regierung die notwendigen Maßnahmen treffen würde, um der Unterstützung, der sich die terroristischen Elemente in Ungarn erfreuten, ein Ende zu machen. Nur in diesem Geiste seien Verhandlungen mit der ungarischen Regierung ausgenommen worden, die am 21. Juli zu einem Abkommen in Belgrad geführt hätten. „Die Ergebnisse der Untersuchung des Mordes an König Alerander und an Barthon in Marseille", so behauptet die Denkschrift,„haben bewiesen, daß die ses Verbrechen unter der Teilnahme derjenigen nach Ungarn geflüchteten terroristischen Elemente organi siert und ausgeführt worden ist, die in diesem Lande nach wie vor die gleiche Hilfe genossen haben wie vorher und daß diese Verbrechen nur dank dieser Hilfe ausgeführt werden konnten. Tatsächlich fin det man unter den Komplizen des Mörders die Ter roristen, die bereits den Gegenstand der Beschwerde der südslawischen Regierung bei der ungarischen Regierung gebildet haben, und durch ihre Erklarung ist festgestellt, daß sie in Ungarn nicht nur ein Asyl gefunden haben, sondern daß sie auch als Gruppe bie zum Vorabend des Attentates auf ungarischem Gebiete sich aufgehalten haben. Die Ergebnisse der Für eilige leser Der Luftfahrtausschuß der französischen Kammer bewilligte für die Modernisierung der französischen Militärluftfahrt 355 Milliarden Franken auf drei Jahre verteilt. Dazu kommen die jährlichen Haushaltsausgaben für das Luftfahrtministerium in Hohc von°. Milliarden Franken. Luftfahrtminister General Denain warnte vor Uebertreibungen hinsichtlich der deutschen Luftfahrt. Der Bundespolizei der Vereinigten Staaten gelang es, eine Falschmünzerbande anszuheben, die Ein hundertoollarscheine sälschte und seit Jahren in den Vereinigten Staaten„arbeitete". Die Bande soll in diesen Jahren Falschnoten in Hohe von 2 Mill Tollar in Umlauf gebracht haben. Bisher wurden eine Frau und elf Manner verhaftet. Der Reichsjugendfuhrer Baldur von Schirach stellte am Donnerstag Reichsminister Dr. Goebbels die## Gebietsfuhrer der.J. vor. Anschließend waren die Gebietsfuhrer Gaste des Führers in der Reichs kanzlei. Ueber die Genfer Unterredung Lavals mit Litwinom stellen die franzosischen Blatter die verschiedensten Vermutungen auf. Einige behaupten, der franzosische Außenminister teile die Ansicht Litwinows über die Notwendigkeit des Oütpaktes, andete dagegen sind der Ansicht. Laval denke gar nicht daran, die anderen Verbundeten Frankreichs der franzosisch russischen Zusammenarbeit zu opfern. Die Regierungskommission des Saargebietes hat auf (ersuchen der Abstimmungskommission eine neue Verordnung erlassen, nach der allen unmittelbaren und mittelbaren Staatsbeamten die volitische Betätigungim Abstimmungslampf verboten wird. Sofort nach Bekanntwerden dieser Verordnung hat der stellvertretende Landesiciter der Deutschen Front Mietmann, einen Aufruf erlassen, durch den die Nachfolge für die durch das erzwungene Ausscheiden der Beamten freiwerdenden Amtswalter. stellen geregelt wird. Die Anzeigefrist für Tevisen und im Auslande be findliche Vermogensstucke, die Ende Otiober 1 abgelausen war, ist bis zum Ablauf des 31. De zember 1934 verlängert worden. Innerhalb dieser Frist muß jeder, der am 1. Juni 103. Devisen oder im Auslande befindliche Vermogensstücke gehabt hat, diese vierte dem Finanzamt anzeigen. Benesch schließt sich Südslawien an Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch hat an das Völkerbundssekretariat eine Note gerichtet, in der er auf den am Donnerstag erfolgten südslawi schen Schritt bezug nimmt und sodann erklärt: Angesichts dessen, daß die in dem Antrag der süd slawischen Regierung erwähnten Tatsachen wegen ihres außergemöhnlich schwerwiegenden Charatters die Tschechoslowakei und ihre gutnachbarlichen Be ziehungen zu Ungarn unmittelbar berühren, und da durch in Gefahr bringen sowie die allgemeinen Be dingungen, von denen der Friede in Mittelenropa abhängt, schließt sich die tschechoslowakische Regierung als Mitglied des Völkerbundes vollinhaltlich der Eingabe der südslawischen Regierung an. Den gleichen Schritt wie die Tschechoslowakei hat Rumanien unternommen. Die übrigen Mitglieder der Kleinen Entente haben angekündigt, daß sie den südslawischen Vorstoß durch gleiche Schritte unterstützen werden. Eine letzte Be sprechung zwischen dem französischen Außenminister Laval und den Vertretern der Kleinen Entente hatte „„ Grritunen auf kurz vor seiner Abreise Donnerstag vormittag statt die Autorität des Völkerbundes gezwungen, unter gefunden, wobei die noch vorhandenen Schwierigkeiten Berufung aus Artikel 11 Abs. 2 des Völkerbund=bbeseitigt wurden. nicht mehr um die Afulgewährung für die Emigranten, sondern darum, daß auf dem Gebiet eines fremden Staates Berussverbrecher ausgebildet und geschult werden, die den Auftrag haben, eine Reihe von Attentaten und Morden zu einem bestimmten politischen Zweck auszuführen. Die Erleichterungen und der Schutz, dessen sich die Verbrecher auf ungarischem Gebiet wayrend ihrer eingehenden und langen Vorbereitung erfreut haben, sind kaum glaublich. Wenn die besten Diener einer Nation und die festen Stützen des internationalen friedens in Erfüllung ihrer Pflichten von Verbre chern getötet werden können, die in Massen organi siert und ausgebildet werden, und sich des Wohlwol lens und der Unterstützung der Behörden eines frem den Landes erfreuen, so ist keine organisierte Regie rung mehr möglich. Dann würde ein Zeitalter der internationalen Anarchie und Barbarei für die Kul turwelt anbrechen, in dem die selbstverständlichsten Grundlagen des internationalen Friedens unver meidlich zusammenbrechen würden. Angesichts der Schwere dieser Tatsache sieht sich die südslawische Regierung aus Sorge für die Aufrechterhaltung des Friedens und im Vertrauen auf Ein Problem von europäischer Tragweite Eine italienische Stimme DNB Rom, 22. Nov. Eine neue überraschende Wendung findet Gayda im Giornale d' Italia. Er bedauert es geradezu, daß die Genfer Aussprache über das Attentat von Marseille, wie sie durch die südslawische Note angeregt werden sollte, aufgeschoben worden sei. Er teile die von der englischen und französischen Presse geäußerten Besorgnisse über die südslawische Initiative. Ihre Folgen könnten wohl unangenehm sein, aber würden wenigstens zu einer völligen Klarlegung jener Fragen. Bewegungen und Gefahren führen, die allzulange von den verantwortlichen Regierungen Europas übersehen worden seien, obwohl von ihm, Gayda, seit Jahren auf sie hingewiesen wurde. Die Genfer Unterhaltung, fährt Ganda fort, müsse sich natürlich mit dem ganzen Problem des Emigrantentums und des Verrorismus beschäftigen. Mord und Terrorismus als politische internationale Aktion hätten in den letzten Jahrzehnten vornehmlich balkanischen Ursprung gehabt. Gayda erinnert an die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand, an den Mordversuch an König Zogu in Wien durch albanische Emigranten. die in Südslawien aufgenammen worden waren, an die wiederholten Attenlate auf Mussolini, die größtenteils in Frankreich von italienischen Emigrantengruppen vorbereitet worden seien, unter Unterstützung einflußreicher französischer Kraie. Gayda glaubt ferner, in diesem Zusammenhange von dem Mord an Dollsuß und von der Aufnahme nationalsozialistischer Flüchtlinge in Südslawien sprechen zu sollen. Die Aufzählung der terroristischen Akte, bei denen Italien nur allzu oft das Opfer gewesen sei, könne fortgesetzt werden. Das tragische Ereignis von Marseille sei kein isolierter Fall, und deshalb stellt Gayda fest, daß das Problem von enropäischer Tragweite sei und in seiner ganzen Bedeutung untersucht werden müsse. Oeffnung des Engelberlusschreins im Dom zu Köln Am Nachmittag des Buß= und Bettags wurde im Kapitelsaal des Hohen Domes zu Köln unter dem Vorsitz Sr. Eminenz des Herrn Kardinale seierlich der Schrein des heiligen Erzbischose und Märtyrers Engelbertns zur Eutnahme einer Reliquie für die im Bau besindliche Engelbertnekirche in Wien geöffnet. Kardinal Innitzer hatte sich mit der Bitte um Ueberlassung an den Kölner Oberhirten gewandt. Kardinal Schulte bestimmte für Wien das Glied eines Fingers der rechten Hand, der Segenohand deo Bischofo. Der Schrein war zuletzt 1871 unter Erzbischof Paulue Meschers und 1911 unter Kardinal Fischer geöffnet worden.— Unser Bild zeigt den feierlichen Akt der Oessnung; ce waren zugegen(von rechte nach links): Domprobst Prälat Dr. Paschen, Se. Eminenz, der Herr Kardinal, Takristanpriester Domoikar Wüsten, Bruder„osaphat, Dompikar Dr. Giclen als Protokollführer, Domlapitular, Prälat Engels, Domlapitular Prälat Scholl, Chesarzt Dr. Dietlein. Die Konfessionen in Deutschland Eine interessante Statistik In einer Sonderveröffentlichung des Statistischen Reichsamtes wird nunmehr ein umfassender und eingehender Ueberblick über die religiöse Zusammensetzung des deutschen Volkes in Stadt und Land gegeben. Von der rund 65,2 Millionen umfassenden Gesamtbevölkerung des Deutschen Reiches(ohne Saargebiet) sind rund 40,9 Millionen oder 62,66 v. H. evangelische Christen und rund 21,2 Millionen oder 32.46 v. H. römisch=katholische Christen. Der weitaus größte Teil der Evangelischen besteht aus Angehörigen evangelischer(unierter, lutherischer, reformierter) Landes= oder Freikirchen(rund 40,3 Millionen). Nur rund 577000 Personen gehören sonstigen evangelischen Religionsgesellschaften(Apostolische, Baptisten, Methodisten, Adventisten usw.) an. Die französischen Radikalsozialisten gegen die zweijährige Dienstzeit Ungarns Protest Auf die beiden Hauptkonsessionen innerhalb des Deutschen Reiches, die evangelische und die katholische, entfallen also zusammen 95,12 v. H. der Gesamtbevölkerung. Die verbleidenden rund 3,2 Millionen Personen oder 4,88 v. H. setzen sich aus„Anderen Christen", Israeliten und„Sonstigen“ zusammen. Von den weder den evangelischen noch den römisch=katholischen Christen zuzählenden„Anderen Christen“ sind rund 13000 Orthodoxe und rund 22000 Altkatho liken. Die Israeliten umfassen rund 500000 Per sonen oder 0,77 v. H. der Gesamtbevölkerung. Die größte Gruppe außerhalb der beiden Haupt konfessionen bilden die„Sonstigen“ mit rund 2,6 Millionen oder 4,06 v. H. der Gesamtbevölkerung Den Hauptteil der„Sonstigen“ stellen die Gemein schaftslosen, d. s. die Personen, die in der Haushaltungsliste angegeben haben, daß sie rechtlich keiner Religions= und Weltanschauungsgemein schaft angehören; ihre Zahl beläuft sich auf rund 2,4 Millionen oder 3,74 v. H. der Gesamtbevölke rung. Die Angehörigen der„Anderen nichtchristlichen Religionsgesellschaften“.(Mohammedaner, Buddhinen, Brahmanen, Konfuzianer usw.) sind bei der Volkszählung 1933 wegen ihrer erfahrungsgemäß geringen Zahl(1925 rund 3000) mit den Angehöri gen(lediglich) von Weltanschauungsgemeinschaften in einer Summe ausgezählt worden; es handelt sich dabei überwiegend um Ausländer. Der Anteil der evangelischen Christen an der Gesamtbevölferung ist von 64,17 v. H. im Jahre 1925 auf 62,66 v. H. im Jahre 1933 zurückgegangen. Während sich die Gesamtbevölkerung um 4,5 v. H. gegenüber 1925 vermehrt hat, be trägt die Zunahme bei den Evangelischen nur 2,0 v. H. des Bestandes von 1925. Für die Erhaltung des Anteils von 64,17 v. H. an der Gesamtbevölkerung ware eine Vermehrung der Evangelischen um rund 1,8 Millionen notwendig gewesen, die tat sachliche Zunahme umsaßt jedoch nur rund 815 000 Perionen. Der anteilsmäßige Rückgang der Evangelischen dürfte in erster Linie auf Austritte aus der Kirche zurückzuführen sein, wie aus dem An wachsen der Gemeinschaftslosen zu schließen ist. Innerhalb der Gruppe der evangelischen Christen haben die„Sonstigen evangelischen Religions gesellschaften“ eine starke Zunahme erfahren. Naheen ein Viertel der gesamten Zunahme der Evan gelischen entfällt auf diese verhältnismäßig kleine Gruppe, deren Angehörigenzahl dadurch um 53,9 v. H. gegenüber 1925 gestiegen ist. Der Anteil der römisch katholischen Christen ist gegenüber 1925 gestiegen. Die Vermehrung der Römisch Katholischen liegt mit 4,8 v. H. etwas üder der durchschnittlichen Bevölkerungszunahme .5 v..). Die Zahl der„Anderen Christen“ ist seit 1925 im nahezu ein Drittel zurückgegangen; sie stellen heute nur noch den außerordentlich geringen Bruch teil von 0,05 v. H. der Gesamtbevölkerung dar. Der Rückgang erstreckt sich fast gleichmäßig auf die Orthooren und auf die Altkatholiken. Bei den Orthodoren dürfte er hauptsächlich auf Abwanderung und Fernbleiben von Angehörigen on- und südosteuropäischer Völker zurückzuführen sein. Die Israeliten(hier der Religions=, nicht der Rassezugehörigkeit nach) haben im letzten Zähl abschnitt um rund 65 100 Personen oder 11,5 v. H. abgenommen. Ihr Anteil an der Reichsbevölke rung in infolgedessen von 0,90 v. H. auf 0,77 v. H zurückgegangen. Die Abnahme wird vor allem auf lbwanderung zurückzuführen sein; sie erklart im ferner aus dem Sterbefallüberschuß der Isreali ten, zum Teil wohl auch durch Austritte aus den raelitischen Religionsgemeinschaften. Die„Sonstigen“, die nach den beiden Haupt konsessionen(Evangelische und Katholische) die tärkste Gruppe bilden, haben seit 1925 einen Zu nachs um rund 1,1 Millionen oder 70,7 v. H. er fahren. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist dadurch von 2,49 auf 4,06 v. H. gestiegen. Die unahme ist auf das Anwachsen der Gemeinschafts osen zurückzuführen. Mit rund 1,3 Millionen ooer 113,6 v. H. haben die Gemeinschaftslosen einen starken Zugang erfahren. Von 100 Personen der Wohnbevölkerung des Teutschen Reichs sohne Saargebiet) sind 48,6 männlichen und 51.4 weiblichen Geschlechts. Diesem Verhältnis entspricht auch die Verteilung der Geschlechter bei den römisch katho ischen Christen. Bei den Angehörigen evangeli wer sunierter, lutberischer, reformierter) Landes oder Freikirchen überwiegt das weibliche Geschlecht mit 52,2 v. H. etwas mehr als im Reichsdurch schnitt, ebenso auch bei den Israeliten. Stärker vertreten ist das weibliche Geschlecht bei den sontigen evangelischen Religionsgesellschaften; 55,1 v. H. ihrer Angehörigen sind Frauen. Das weibliche Geschlecht scheint danach der religiösen Wer bung dieser Gruppen zugänglicher zu sein als das männliche. Zei allen anderen Gruppen ist das männliche beschlecht in der Mehrheit, besonders bei den Sonstigen". Das starke Zurücktreten des weiblichen Geschlechts bei den Angehörigen von anderen nichtchristlichen Religionsgesellschaften und Angehörigen(lediglich) von Weltanschauungsgemein schaften(42,7 v..) sowie vor allem bei den Ge meinschaftslosen(39,5 v..) zeigt, daß das weibeine Spaltung? Paris, 22. Nov. Die radikalsozialistische Kammerfraktion hat beschlossen, fünf Mitglieder zum Kriegsminister und nötigenfalls zum Ministerpräsidenten zu entsenden, um bei ihnen für die Wiedereinsetzung der ursprünglich für die neuen Festungsbauten und das Kriegsmaterial bestimmten Kredite in den Haushaltsplan vorstellig zu werden.(Diese Kredite sind um 380 Millionen gekürzt worden.) Einer der mit dieser Mission beauftragten radikalsozialistischen Abgeord neten hat außerdem einen Zusatzantrag zum Haushalt des Kriegsministeriums eingebracht, durch den eine Streichung der für die Erhöhung der Effektivstärken des Heeres vorgesehenen Kredite gefordert wird. Dieser Antrag hat vor allem den Zweck, eine Aussprache vor der Kammer über diese Frage hervorzurufen. Bei dieser Gelegenheit soll der Antragsteller im Namen der Radikalsozialisten erklären, daß seine Fraktion der Regierung die Mög lichkeit geben solle, die Verteidigungsmittel durch Erhöhung der Kredite für Kriegsmaterial verbessern, ehe sie sich auf eine Erhöhung der Effektivstärken einlassen wolle. Die Stellungnahme der radikalsozialistischen Kammergruppe wird von La Presse dahin gedeutet, daß die Radikalsozialisten auf diese Weise ihre Gegnerschaft zur Verabschiedung des Gesetzes über die Einführung der zweijährigen Dienstzeit zum Ausdruck bringen wollen. Sollte die Regierung eine Heraufsetzung der Dienstzeit verlangen, dann wird sich die radikalsozialistische Gruppe nach Ansicht des Blattes höchstwahrscheinlich spalten. Das Journal des Debats rechnet damit, daß in diesem Falle die Mehrheit trotz aller Schwierigkeiten doch für die Regierung stimmen werde. Die Regierung hat der Kammer eine Vorlage über Ergänzungskredite zum Heereshaushaltsplan in Höhe von 800 Millionen Franken unterbreitet. Es handelt ich um die von Marschall Pétain angekündigte Vorlage für die Modernisierungdes Heeresmaterials. Neue Verhandlungen zwischen Paris und Warschau Die französische Oslpakinote DNB. Paris, 22. Nov. Der Genfer Havasvertreter rechnet mit einer kurzen Dauer der auf die kommende Woche vertagten Völkerbundsratssitzung, da die Vorbesprechungen in Rom sehr günstig verlaufen seien. Zu der französischen Note an die polnische Regierung über die Ostpaktfrage berichtet der Genfer Havasvertreter u.., man wisse von der bisher geheimgehaltenen polnischen Antwort vom September lediglich, daß sie gewisse Einwändzu den französischen Ostpaktvorschlägen enthielte Dementsprechend werde auch die französische Note zumindest vorläusig nicht veröffentlict werden. Man könne aber annehmen, daß die französische Regierung die polnischen Einwände mit größter Sorgfalt geprüft und berücksichtigt habe, so daß sie hoffe, daß die jetzt von neuem beginneniden Verhandlungen mit Polen zu einer Lösung führen würden. Außenminister Laval habe die französische Note so abgefaßt, daß Polen keinen Zweifel mehr über die Gefühle Frankreichs seinen Verbündeten im Osten gegenüber hegen könne. Es verlautet, daß die französische Antwort auf die polnische Stellungnahme vom September am Mittwochabend abgesandt worden ist. Auf Drangen der Sowjetregierung; die den Ostpakt als eine unerläßliche Sicherheitsbürgschaft für ihre europäische Grenze betrachtet, habe Frankreich seine Aufsassung über die Beteiligung Polens an diesem Pakt in aller Klarheit zum Ausdruck gebracht. Doch wird von französischer Seite betont, daß die Note an Polen keineswegs eine Aufforderung zur Entscheidung zugunsten des einen oder anderen Systems enthalte, sondern sehr verbindlich gehalten sei. Die französisch=russischen Besprechungen sollen bei der Rückkehr Lavals nach Genf fortgesetzt werden. Gördeler gegen Preisschleuderei Der Weg zum Erfolg soll für Selbstdisziplin, Fleiß, Arbeikskraft und Arbeitsleislung freigemacht werden Berlin, 22. November. Zur Frage der Preis bindungen in der Wirtschaft gibt der Reichs kommissar für Preisüberwachung Dr. Gördeler folgende Erklärung ab: „Eine meiner wichtigsten Aufgaben erblicke ich darin, die Wirtschaft von solchen Bindungen zu befreien, die der Entwicklung und Ver wertung der Gaben und Fähigkeiten des Menschen entgegenstehen. Es der steht sich von selbst, daß ich hierbei nicht einem zügellosen Wettbewerb, dem jedes Mittel recht ist, den Weg freimachen will. Ebenso selbstverständlich ist es, daß viele Bindungen der landwirtschaftlichen und industriellen Urproduktion und auch manche andere als nationalwirtschaftlich not wendig anzuerkennen sind. Wenn ich auf Gebieten der Erzeugung und des Handels Bindungen, die ich auf Grund meiner Erfahrung und Prüfung als volkswirtschaftlich überflüssig und schädlich ansehe, aushebe nder lockere, so werden die notwendigen wirtschaftlichen Sicherheiten geschaffen werden. In der Notzeit der Nachkriegsjahre haben sich unleug bar vielfach Formen und Methoden des Wett bewerbs entwickelt, die mit Berufsehre und ge schäftlichem Anstand unvereinbar sind. Preis unterbietungen, die nicht zu Lasten des eigenen, sondern fremden Risikos erfolgen, sind das, was man liberalistisch nennen könnte. Die Möglich keit, auf Kosten Dritter(Staat, Gefolgschaft und Geldgeber) mit Preisen zu schleudern, gilt es, scharf zu beschneiden. Hierin sowie in der Uebermachung einer dew Kaufkraftlage richtig ange paßten Qualitätshaltung sehe ich heute die wich tigste Aufgabe der fachlichen Selbstverwaltung, nicht aver in der Festlegung und Ver teidigung eines starren Preissysteme. Die hierzu nötigen Voraussetzungen sind in solgendem gegeben: Es muß die Sicherheit gegeben sein, daß jeder Wettbewerber unter allen Umständen seine Verpflichtuingen gegen den Staat und seine Gefolgschaft ersüllt, um überhaupt aus die Dauer im Geschäft bleiben zu dürfen. Hierzu wird den Verbänden, deren Preisbindungen aufgehoben oder die die Aufhebung freiwillig beantragt haben, das Recht gegeben, bei den zustän digen Stellen der Finanzverwaltung und der Arbeitsfront jederzeit Erkundigungen einzuziehen und die Kalkulation solcher Berussgenossen, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, durch eine neutrale Stelle genau nachprüfen zu lassen Es wird mit allen Mitteln darauf hingewirkt werden, daß künftig von den Möglichkeiten, die die Vorschriften des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und der Konkursordnung bieten, in wirksamster Weise zur Bekämpfung gemeinschädlicher Preisschleuderei Gebrauch gemacht wird. Wer in seiner Preisgestaltung unredlich war, wird in Zukunft keine Möglichkeit haben, sich die Vorteile eines Vergleichsverfahrens zunutze zu machen. Notigenfalls wird auch eine Verschartung der, geltenden Strafbestimmungen in dem Sinne erfolgen, daß die einer Zahlungseinstellung vorhergegangene rücksichtslose Preisunterbietung, die zur Verschleuderung anvertrauter Werte geführt hat, als besondere strafbare Handlung ge wertet wird. Bei solchen Sicherheiten liegt die Wahrung der Standesehre dann nicht mehr in der Innehaltung eines irgendwie vorgeschriebenen Preises, sondern in der Innehaltung der klar umrissenen Bedingungen für den Wettbewerb. Für Selbstdisziplin und Fleiß, Arbeitskraft und Arbeitsleistung ist dann der Weg zum Erfolg freigemacht.“ DRB. Genf, 22. Nov. Der ungarische Hauptdelegierte Tibor von Eckhardt, der Donnerstagabend in Genf eingetroffen ist, hat vor Vertretern der internationalen Presse folgende Erklärung zur südslawischen Note abgegeben: Ich erfahre mit Genugtuung, daß die Angelegenheit des fluchwurdigen Attentats von Marseille vor die unparteiische Gerichtsbarkeit des Völkerbundes gebracht worden ist. Wir wunschen, daß die Frage dringlich behandelt wird und von unserer Seite wird nichts unterlassen werden, damit der Fall und seine Hintergründe in aller Objektivität vor dem Völkerbund völlig geklärt werden. Selbst nach dem Verleumdungsfeldzug, der in den letzten Wochen mit Hartnäckigkeit geführt worden ist, überraschen und empören uns die Behauptungen der südslawischen Note, die den guten Namen Ungarns vor der Welt schädigen wollen. Ich protestiere in aller Form und mit allem Nachdruck gegen diese Verleumdungen. Die südslawische Note ist nach Inhalt und Ton nur eine neue Etappe einer planmäßigen Aktion gegen Ungarn. Ihr Ziel ist klar: Sie will die Aufmerksamkeit von den wirklichen Ursachen des Attentats ablenken und Ungarn moralisch vernichten, daß man in seinem abgerüsteten Zustand für eine leichte Beute hält. Ich protestiere energisch gegen diese Tendenzen, die ich als internationalen Terrorismus bezeichne. Sieben Südslawen an Bord eines Tampfers verhaftet Sie sollen mit dem Marseiller Königsmord in Zusammenhang stehen DNB Vancouver, 22. Nov. Sieben südslawische blinde Passagiere wurden an Bord des britischen 4900 Tonnen=Dampfers„Langleetarn“ entdeckt. Sie sollen in Algier an Bord gekommen sein. Funf von ihnen wurden von der Polizei unter dem Verdacht, mit der Ermordung des Königs Alexander von Südslawien in Verbindung gestanden zu haben, in Haft genommen. Die beiden anderen entkamen. Die mexikanische Kirchenverfolgung Der Staat Chihnahna verbietet jeglichen Gottesdienst. DNB. Mexiko, 22. Nov. Die Regierung des mexikanischen Bundesstaates Chihnahna hat für sämt liche katholische und protestantische, Geistliche die Erlaubnis zu amtieren zurückgezogen. In Chihuahua können deshalb keinerlei Gottesdienste stattfinden. liche Geschlecht gegenüber einer Trennung von den alten Religionsgesellschaften mehr immun ist als das männliche. Eine große Tatsache aber darf bei Betrachtung der vorliegenden statistischen Zahlen besonders unterstrichen werden, nämlich die, daß über 95 Prozent aller Deutschen den beiden großen christlichen Konfessionen angehören und daß auch von den verbleibenden 4,88 Prozent nur 3,74 Prozent sich überhaupt keiner Religions oder Weltanschauungsgemeinschaft angeschlossen haben. Das deutsche Volk ist also insgesamt ein positiv christliches Volk. Das wirst auf so manche neue weltanschauliche Versuche ein eigenes Licht. Deren nach außen hin mitunter allzu aufdring liche Art steht in vollkommenem Gegensatz zu den wahren Ueberzeugungen des Volkes. sprechungen hätten sich hauptsächlich auf die Reichsverteidigung bezogen. Die wichtigsten Gegenstände der Verhandlungen in Wellington würden Zusammenarbeit Neuseelands, und Australiens und Angleichung ihrer Verteidigungsmaßnahmen sein.„Daily Herald" macht unter Hin weis auf diese Nachrichten ironisch darauf aufmerk sam, daß Premierminister Macdonald letzte Woche im Unterhaus in Beantwortung einer Frage erklärt habe. Sir Manrice Hankey reise in persönlichen Angelegenheiten und verfolge kein politisches Ziel. Englische Reichsverleidigungsmaßnahmen Australisch=neuseeländische Zusammenarbeit London, 22. Nov. Der Sekretär des britischen Reichsverteidigungsausschusses, Sir Maurice Hankev. ist am Mittwoch von Sydney kommend in Wellington(Neeseeland) eingetrossen. In seiner Begleitung befanden sich der australische Außenminister, der australische Generalkontrolleur für Munition und der Sekretär des australischen Verteidigungsausschusses. Die Gäste wurden begrüßt von dem neuseeländischen Wehrminister und den Bern der Land=. See= und Luftstreitkräfte. Der Vertreter des Reuterbüros in Neuseeland berichtet: Sir Maurice Hankey ist hierher gekommen, um mit der neuseeländischen Regierung Reichsverteidigungsfragen zu erörtern. Der australische Außenminister Sir George Pearce erklärte bei seiner Ankunft, die mit Hankey in Australien geführten BeWichlig für Saarabstimmungsberechtigte! deren Eintragung in die Abstimmungslisten noch nicht feststeht DNB Berlin, 16. Nov. Der Bund der Saarvereine teilt uns mit: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen. daß die Rekurse gegen die Entscheidung eines Kreisbüros auf den amtlichen, von der Abstimmungskommission herausgegebenen weißen Formularen einzulegen sind. Diese müssen auf das sorgfältigste ausgefüllt werden. Der Abstimmungsberechtigte läuft sonst Gefahr, daß der Rekurs wegen sormeller Mängel verworsen wird. Wem ein solches Formular nicht zugegangen ist, wende sich an den Vertrauensmann, die Ortsgruppe oder die Geschäftsstelle des Bundes der Saarvereine, Berlin SW 11, Stresemannstraße 42. Die genannten Stellen sind auch bei der Ausfüllung der Formulare behilflich. Ungarische Studentenführer in Berlin Berlin, 22. Nov. Zehn ungarische Studentenschafts führer trasen am Donnerstag abend auf ihrer Deutsch landreise zu einem fünstägigen Besuch in Berlin ein. 400 Bergleute vor dem Tod Ertrinkens gerettet Paris, 22. Nov. Wie durch ein Wunder wurden heute 400 Vergarbeiter in einer Kohlengrube in Epinac(Les Mines) in Mittelfrankreich vom Tode des Ertrinkens gerettet. Die Bergleute arbeiteten in einem Stollen in mehreren hundert Meter Tiefe, als plötzlich Wasser in großen Strömen eindrang und den Stollen in wenigen Minuten vollkommen unter Wasser setzte. Nur unter den größten Anstrengungen konnten die Arbeiter sich in einen Nebenstollen retten und von dort aus ins Freie gelangen. Das Wasser hat großen Sachschaden an gerichtet. Zwei Vergleute verschültet und gelötet Zwickan(Sachsen), 22. November. Ein schwerer Unfall ereignete sich auf einem Zwickauer Steinkohlenschacht, wo an einem Abbauort das Dachgebirge niederbrach. Zwei Häuer wurden verschüttet. Sie konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Zwei weitere Vergarbeiter wurden ver letzt, einer davon so erheblich, daß er in eine Klinik übergeführt werden mußte. Motorrad fährl im Nebel auf ein Fuhrwerk Ein Toter, zwei Schwerverletzte Thlau(Schlesien), 22. Nov. Auf der Rückfahrt von einem Besuch in Ohlau verunglückte bei Grebel witz am Bußtagabend ein Motorradfahrer und sein Mitfahrer aus Breslau. Infolge des dichten Nebels fuhren sie in ein Milchfuhrwerk hinein, das wenige Minuten vorher von einem überbolenden Kraftwagen angefahren worden und umgestürzt war. Der Motor radjahrer erlitt schwere Verletzungen, sein Mitfahrer wurde auf der Stelle getötet. Auch der Kutscher des Milchfuhrwerks wurde bei dem Zusammenstoß schwer verletzt. Nachweis der arischen Abstammung für gemeindliche Ehrenämter Berlin, 22. Nov. Der preußische Innen= unFinanzminister haben sich damit einverstanden er klärt, daß der Nachweis der arischen Abstimmung bei solchen Personen, die ihre arische Abstimmung bereite als Amtswalter der NSdAP. nachgewiesen haben. für Zwecke der Berufung in ein gemeindliches Ebrenamt als erbracht angesehen wird, wenn sie eine Bescheinigung der für sie zuständigen Dienststelle der Politischen Organisation hierüber vorlegen. Hinsichtlich des Nachweises der arischen Abstimmung der Ehefrau bleibt es laut NTZ. bei den bisberigen Bestimmungen: jedoch kann für die Ebefrau. falls sie Amtswalter ist. der Nachweis in der vorstehenden Form erbracht werden. Druck und Verlag: Kölner Verlagsanstalt und Druckerei .=G. in Köln. Hauptschriftleiter: Dr. Hans Koch; verantwortlich für Politik: W. Schön in Düsseldorf: für Kommunalpolitik, Kunst und Wissenschaft: Dr. Hans Koch; für den Umgebungs= und Provinzteil: H. H. Teipel; für Sport: Jakob Zündorf, alle in Köln. Für Wirtschaftspolitik und Handel: Bernd Manger in Tüsseldors. Für den Dürener lokalen Ten: Paul Saupe. Für den Bonner lokalen Teil: Robert Colmant Für Anzeigen: Theo Müller in Köln.— T A X 34: 33986. Hiervon Bezirksausgabe Bonn 2239; Bezirksausgabe Düren 2037. Politische Beläligung für die Saarbeamten verboten Durch Verordnung der Regierungskommission DNB Saarbrücken. 22. Nov. In Form einer Auflagenachricht für die Saarpresse hat die Regierungskommission auf Ersuchen der Abstimmungs= kommission eine neue Verordnung erlassen, nach der den unmittelbaren oder mittelbaren Staatsbeamten untersagt ist: Einwirzwecken, irgendirgendeine Agita amten untersagt ist: 1. in oder für Vereinigungen, die eine Einm na auf die Volksabstimmung bezwecken, irger elche Parteifunktionen oder irgendeine Agi kung welche Parteifunktionen tionsarbeit auszuüben; 2. politische Versammlungen zu veranstalten, zu leiten oder in diesen als Redner auszutreten; 3. in periodischen oder nichtperivdischen Druck schriften Angelegenheiten der Volksabstimmung zum Gegenstande der Erörterung zu machen. Vertretern von Behörden oder deren Vertretern, die Beamteneigenschaft besitzen, ist die Teilnahme an öffentlichen, aus Anlaß der Volksabstimmung stattfinden Veranstaltungen verboten, sofern die Teilnahme in der Eigenschaft als Vertreter einer Behörde erfolgt. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis nicht unter drei Monaten und mit Geldstrafen nicht unter 1000 Franken bestraft. Bei mildernden Umständen tritt Gefängnis nicht unter einer Woche und Geldstrafe nicht unter 500 Fran ken ein. Regierung und Abstimmungskommission glauben in ihrer Verordnung ferner darauf hinweisen zu müssen, daß Beamten bei ihrer Betätigung im öffentlich=politischen Leben bereits durch ihr Amt Rücksichten auferlegt sind, die für andere, nicht unter dem Zwang der im öffentlichen Interesse unerläßlichen Disziplin stehenden Staatsbürger nicht in Betracht kommen. Außerdem müsse der Beamte in der gegenwärtigen Abstimmungszeit auch bei politisch Andersdenkenden das Vertrauen auf seine Unparteilichkeit erwecken. Dieses Vertrauen sei nicht denkbar, wenn er in den politischen Kampf eingreife oder seine politische Werbearbeit nicht zum Gegenstand von Erörterungen und Angriffen auch in der Presse werde. Es sei Pflicht der Abstimmungskommission, nach Möglich keit dafür zu sorgen, daß keiner Partei im Saargebiet die Möglichkeit gegeben werde, unter Be rufung auf die öffentliche Staatsgewalt politische Ziele zu verfolgen und die öffentliche Meinung zu gewinnen. Dieser Mißbrauch könne nur durch eine Einschränkung des Rechtes der außerdienst lichen politischen Betätigung der Beamten wirk sam verhindert werden. ** Das Deutsche Nachrichtenbüro bemerkt hierzu: Die neue Verordnung der Saarregierung, die an den Gefühlen und an den bürgerlichen Rechten einer großen Gruppe von Abstimmungsberechtig ten auch hier ohne weiteres vorbeigeht, wird im Sinne des Aufrufes der Landesleitung der Deutschen Front mit selbstverständlicher Disziplin auf genommen und befolgt werden. Allerdings wird der Saarbevölkerung nicht verübelt werden können, wenn sie diese Maßnahme ebensowenig begreift wie die vorangegangenen welt= und volksfremden Methoden der Regierungskommission. Die Be amtenschaft des Saargebietes bildet einen Teil der saardeutschen Bevölkerung und ist nicht zu verwechseln mit der dortigen unmittelbaren Beamten schaft des Völkerbundes. Auch von der deutschen Beamtenschaft ist selbstverständlich Pflichterfüllung in ihrem Amt zu verlangen. Eine Neutralität aber, die zu einer entsprechenden Energielosigkeit und Indifferenz gegenüber dem Kampf um das Saardeutschtum ausarten und sich entsprechend äußern würde, kann doch dieser Beamtenschaft nicht zugemutet werden. Wenn jedoch Abstimmungskommission und Regierungskommission glauben, diese natürliche Zusammengehörigkeit zwischen den saardeutschen Beamten und der übrigen, ebenso wie sie auf den 13. Januar mit froher Zuversicht eingestellten saardeutschen Bevölkerung mit papierenen Gesetzen brechen zu können, so befinden sie sich in einem schweren Irrtum. Es bleibt nun interessant, abzuwarten, ob sich die vorliegende Verordnung auch auf jene Beamten erstrecken wird, die gerade in den ihnen zugewiesenen politischen Stellen stärkstes Aer gernis im Saargebiet hervorrufen: die von dem Präsidenten Knor eingestellten Emigrantenbeam ten in der Regierungskommission, die in den Augen der saardeutschen Bevölkerung Dinge mit ihren Amtspflichten zu vereinbaren wußten, die allem anderen als die ihnen auferlegte Neutralität entsprachen. Es sei hierbei nur an die letzte Denk schrift der Deutschen Front erinnert, die über die Spitzeltätigkeit gewisser Beamten auf der Polizei direktion interessante Mitteilungen machte, und über deren Stichhaltigkeit demnächst das neutrale Abstimmungsgericht in dem kommenden Prozeß der Regierungskommission gegen die Führer des Saardeutschtums in aller Gewissenhaftigkeit zu be finden haben wird. der deutschen Front! leiter der Deutschen Front, Nietmann, folgenden Aufruf erlassen: „Die Regierungskommission hat 52 Tage vor der Abstimmung eine neue Verordnung erlassen. Nach dieser Verordnung dürfen mittelbare oder unmittelbare Beamte keine Funktionen mehr innerhalb der Deutschen Front ausüben. Das besagt, daß auf einen Schlag eine Reihe von Ortsgruppen, Zellen usw. führerlos werden. Daraus ergibt sich nun das eine, nämlich dieser Verordnung mit der richtigen Antwort zu begegnen. Diese Antwort lautet: 1. Alle in Frage kommenden Persönlichkeiten ernennen sofort ihren Nachfolger. Diese Ernennung wird bindend für die gesamte Mitgliedschaft. Der von dem Ausscheidenden Ernannte wird so fort, und zwar heute noch der zuständigen Kreisleitung bzw. der Landesleitung mitgeteilt. 2. Die gesamte Mitgliedschaft der von dieser Verfügung betroffenen Ortsgruppen und Zellen hat sich darüber im klaren zu sein, was diese Sofort=Maßnahmen im gegenwärtigen Augenblick bedeuten. Es gibt nur eine Schlußfolgerung, die heißt: Uns ist es völlig gleich, wer Ortsgruppen und Zellenleiter ist. Die Person spielt in dieser neugeschaffenen Situation aber auch gar keine Rolle. Unsere Parole heißt nun erst recht Disziplin und brüderliches Zusammenhalten. Es lebe der 13. Januar und damit das deutsche Vaterland! * An alle durch die neue Verordnung betroffenen Amtswalter erließ der stellvertretende Landes leiter folgenden kurzen Aufruf: Kameraden! Ihr müßt ausscheiden. Für Eure Arbeit gibt es keinen Dank, sondern nur Pflichten. Die Landesleitung drückt Euch die Hand. Schweigt und denkt an unsere gemeinsame Sache. Ein neues Verbol im Saargebiet DNB Saarbrücken, 22. Nov. Der Abstimmungsausschuß hat eine Bekanntmachung er lassen, in der verboten wird. Anschriften, die ein politisches Bekenntnis zur Abstim mung darstellen, an Häusern im Saargebiet an DNB Saarbrücken, 22. Nov. Sofort nach Be= zubringen. Der Abstimmungsausschuß erinnert kanntwerden der neuen Verordnung der Regie=an einen Artikel seiner rungskommission hat der stellvertretende Landes= derjenige, welcher durch unerlaubte Mittel eine PerEin dritler Rundsunkprozeß Der Fall Knöpfke DNB. Berlin, 22. Nov. Seit drei Wochen schon läuft im großen Schwurgerichtssaal des alten Kriminalgerichts der große Rundfunkprozeß. Um diesen Hauptprozeß nun nicht unnötig in die Länge zu ziehen, hat man zwei Teilabschnitte aus dem Gesamtbilde herausgelöst, nämlich den bereits abgeurteilten „Baufall“ und die Angelegenheit der Hergabe von Schmiergeldern an den im September des vorigen Jahres durch Selbstmord geendeten Direktors der Funkdienst GmbH., Georg Knöpfke. Die Schmier gelder wurden von den Inhabern der Druckereisirma J. S. Preuß gezahlt, in deren Betrieb die„Funk stunde“ gedruckt wurde. Gegen die Inhaber der Druckereifirma und ihre Helfer begann heute vor der zu diesem Zweck gebildeten 6. Hilfsstrafkammer des Berliner Landgerichts der Prozeß. Die beiden Hauptangeklagten, die Inhaber der Druckerei, der 37jährige in Untersuchungshaft befind liche Dr. Mar Radziejewski, und der 64jährige Hans Wedekind, sollen nach der Anklage mit Hilfe ihres Vertreters, des ebenfalls angeklagten 49jährigen#ervert Jennewein, an Knöpfke Schmiergelder in Hohe von 200000 Mark gezahlt haben, um dadurch den Druckauftrag für die„Funk stunde“ zu erhalten. Die Schmiergelder sollen aber die angeklagten Druckerei=Inhaber durch überhöhte Preise wieder eingebracht haben. Die Anklage richtet sich ferner noch gegen die 47jährige Ehefrau Helene des Angeklagten Radziejewski, den 52jährigen Albert Dennemann, den 63jährigen Richard Strempel, den 42jährigen Karl Rudolf Heetfeld und den 48jährigen Otto Lapaczewski. Die Anklage lautet gegen Radziejewski und Wedekind auf aktive Bestechung im Sinne des Gesetzes, wegen unlauteren Wettbewerb, Betrugs, Anstiftung zum Betrug und zur Untreue. Gegen die übrigen Angeklagten lautet die Anschuldigung auf passive Be stechung bzw. Betrug und Untreue. Zu der Verbandlung ist als Nebenkläger auch der Vertreter des Vereins zur Bekämpfung des Bestechungsunwesens zugelassen. son zu bestimmen versucht, zu offenbaren, in welchem Sinne sie abzustimmen gedenkt, mit Gefängnis von drei Monaten bis zu drei Jahren bestraft wird. Die Toimen den Fulle Der Winner. ständigen Gerichtes anzuzeigen. Die Vorschüsse Fleschs Der große Rundsunkprozeß. Berlin, 22. Nov. In der Vormittagssitzung des großen Rundsunkprozesses wurde zunächst der Angeklagte Dr. Magnus über die Berufung Fleschs nach Berlin vernommen. Anschließend beschloß das Gericht, dem Antrag der Verteidigung auf Ladung von Sachverständigen über die Frage der Zulässigkeit von Sonderzahlungen zum Teil stattzugeben. Im weiteren Verlaufe der Verhandlung im großen Rundfunkprozeß wurden der Anstellungsvertrag und die Gehaltsbezüge des Angeklagten Dr. Flesch im einzelnen durchgesprochen. Flesch bekam insgesamt 4000 Mark Bruttoeinkommen monatlich. Als der Vorsitzende nun den Gehaltsvertrag zur Erörterung stellte, kam dabei heraus, daß über die einzelne Zusammensetzung dieser 4000=Mark=Bezüge des Angeklagten Dr. Flesch unter dem damals an der Zubilligung dieses Vertrages beteiligten Rundfunkleiter völlige Unklarheit herrschte. Der Angeklagte Dr. Bredow erklärte, er habe den Vertrag selbst diktiert, dabei aber versehentlich unterlassen, 1000 Mark von diesen 4000 Mark Gesamtbezügen als Tantiemen zu bezeichnen. Er habe dann später in einem Schreiben an den Wirtschaftsdirektor Knöpfke angeordnet, daß die Spesen, die Flesch auf seinem Intendantenposten machen dürfte, 1000 Mark monatlich nicht übersteigen dürsten. Flesch behauptete, er habe immer angenommen, in diesem Vertrage seien die 1000 Mark Tantiemen bereits enthalten gewesen. Der Angeklagte Magnus erklärte auf Befragen dazu, er habe seinerzeit leider auch diesen Fehler im Vertrage Fleschs übersehen. Nach der Unterbrechung durch die Mittagspause ging der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Rosemann dann auf die verschiedenen Vorschüsse ein, die Flesch auch bald nach der Uebernahme des Berliner Postens von der Funkstunde Berlin entnommen hatte. Flesch berichtete, daß seine Bezüge unter Berücksichtigung der verschiedenen Notverordnungen schließlich von Januar 1932 2800 Mark betragen hätten. Auf Befragen des Vorsitzenden fügte Flesch hinzu, daß zu diesem Betrage bis April 1932 noch 500 Mark monatliche Einnahmen aus der Funkdienst GmbH. als Mitarbeiter der Zeitschrift„Die Funkstunde“ hinzugekommen seien. Flesch schilderte dann weiter daß er 1931„plötzlich“ 12000 Mark Steuerschulden bezahlen munte und dabei sein Konto bei der Funkstunde AG. überzogen habe. Als Knöpfke ihn hierauf aufmerksam gemacht habe, habe er um einen Vorschuß gebeten und 7000 Mark erhalten. In diesem Zusammenhang stellte sich dann heraus, daß Flesch bereits vorher Vorschüsse in Höhe von etwa 17000 Mark erhalten hatte, die ihm lausend in Beträgen von 1000 Mark monatlich abgezogen wurden. Flesch wollte dann später unter Inanspruchnahme eines Bankkredites seine Vorschüsse abdecken, erfuhr aber, daß Knöpfke eine Tantieme bekommen hatte und forderte unter Hinweis auf die ihm zugebilligte gehaltliche Gleichstellung mit Knöpfke eben falls die Auszahlung dieser Tantieme. Er erhielt darauf 12000 Mark, mit denen er seine Verpflichtungen abdeckte. Die Verhandlung wurde sodann auf Dienstagvormittag vertagt. HEERR Breite Straße 22 28 Hohenzollernring 22.24 Marzellenstraße 61 Lieferant der Krankenkassen Selee LUTLTEE Köln-Bickendorf gutes Zinsobjekt, Anwesen 2500 qm. alles in bestem Zustande, erbteilungshalber 80 fort zu verkau fen. Bescheid Annahmestelle Rochusstraße 102. 168.(14 446) SETTEE TENE LederJacken, Hosen. Westen. Mäntel. Hauben u. Hand huhe, Stiefel. llöchste Auswahl! 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Eine Kommission ist schon in das Binnenland von BritischGuayana unterwegs, um hier die Gebiete abzustecken. Es nimmt alles seinen Gang. Und wenn dann der Völkerbund und zu einem weiteren großen Teil England und der Irak die Reisekosten und die ersten Unterhaltsbeiträge aufgebracht haben, kann die große Wanderung der Assyrer beginnen. Bei Georgestown wird man provisorische Lager aufbauen, von wo aus dann die Fremdlinge in das Binnenland gebracht werden. Nach und nach, damit keine Zwischenfälle, keine Nahrungsmittelnöte im Innern entstehen können. Man kennt diese Fremdlinge in Europa besser als in Britisch=Guayana: es sind die Assyrer, die nachmm... dem Kriege zwischen zwei oder noch mehr politischen aus Filokovo in der Tschechoslowakei mochte sich jede: den Widerstreit der wünschen. Dieser Mann opferte sich auf für seinen wie sollte er den künftigen Schwiegersohn zum Nutzniezer der Mitgift machen, wenn dieser in Budapest lebte? Schließlich gibt es doch heute so etwas wie Devisengesetze. Da entsann sich Herr Braun, daß die Zollbeamten ja meistens weniger streng sind als die Gesetze. Vielleicht wußte er aus Erfahrung, daß solch Zollbeamter oft nur kommt und fragt:„Haben Sie etwas zu verzollen?— Haben Sie Devisen bei sich?— Wieviel 20 000 Assyrer ziehen Kupuntnt. Leute, die als Waldläufer das innere Guayana Bargeld nehmen Sie mit hinüber: durchstreiften, neigen zu der Ansicht, daß man nicht zu=] Herr Braun hatte Pech, denn die letzt von den Assyrern gehört hat, wenn sie in George, fragten ihn nicht nach all den Dingen, sondern town empfangen und ins Binnenland gebracht wor= es ausgerechnet bei ihm vor, sich selbst zu überzeugen den sind Assyrertragödie. Oder eine solche der Rupunini? Zollbeamten zogen Vielleicht gibt es eines Tages= neue ob und wieviel Devisen er mit sich führte. Sie durchBrautvater als Devisenschmuggler So einen Schwiegervater wie den Herrn Braun Feuern saßen und schließlich in asiatischen Völkergruppen so hineingerieten, daß sie Gefahr liefen, vollkommen vernichtet und aufgerieben zu werden. Man kennt die Verhandlungen, die erst in London. dann in Paris und schließlich in Genf geführt wurden, wo niemand etwas von einer Siedlung der Assyrer, die praktisch heimatlos geworden waren und in künftigen Schwiegersohn. Und dafür sitzt er heute in einer kleinen Zelle, mit häßlichen Gittern davor und verwünscht sicher den Tag, an dem er seine Zustimmung zur Hochzeit gab. Denn eigentlich müßte ja die Freundschaft, selbst für den besten Schwiegersohn, am Eingang des Gefängnistores aufhören. Dei Kaufmann Eugen Braun verheiratete nämjammervollen Lagern in Kleinasien leben, wissen lich seine Tochter nach Budapest, das bekanntlich zn wollte, bis England ein klein wenig das eigene nicht Angarn liegt. Da er nun in der Tschechoslowalet ganz unschuldige Gewissen pochen fühlte und nach der wohnte, war die Sache mit der Mitgift faul, denn endgültigen brasilianischen Absage sich ernstlich selbst um einen Siedlungsplatz bemühte. Als wenn es keinen Raum gäbe für 20000 Menschen auf dieser Erde, für Ackerbauern oder doch jedenfalls Menschen, die sich dazu am ehesten eignen? Da gab es doch in Britisch=Guayana, auch Demerea genannt, einst holländisches Land mit dem Namen Essequibo und Berbice, in gemäßigtem Klima, wenn auch ein wenig abseits von der Küste mächtige Landstrecken, die praktisch unbewohnt waren. Wenn man nun die Assyrer unter englischer Aufsicht hierhin setzte, dann fing man die berühmten zwei Fliegen mit einer Klappe. Man hatte die Assyrer ihrer Vernichtungsgefahr entrissen, erntete den Ruhm der menschlichen Gesinnung und man kolonisierte gleichzeitig ein Gebiet, in das sich freiwillig niemand zurückziehen würde. solange das Binnenland von Guayana derart unerschlossen ist wie heute. Diese Ueberlegungen gaben auch bei den Regierungsverhandlungen in Georgetown und New Amsterdam den Ausschlag. Das Land war ja da. Billiger konnte man eventuell vorhandene Schätze nicht erschließen lassen. Die Kommission, die man in die Berge schickte und die ihren Bericht soeben nach Europa kabelte, stellte einwandfrei fest, daß das Klima im Hochland kühler ist als an der Küste. Ferner gebe es hier viel weniger Moskitos und sonstige Insekten. Endlich gebe es hier weite Wiesengründe und auch Wald. Der Boden sei relativ leicht zu roden. Also für Viehzucht und Landwirtschaft seien alle Wege geebnet. Es bleibt nur noch eine kleine Frage zu erörtern, die aber vielleicht nicht ganz unwichtig ist: das Land. wohin die Assyrer ziehen sollen, heißt Rupunini. So wird es genannt nach den Indianern, die hier wohsuchten seine Brieftasche und fanden nichts. Auch in seinen Koffern war nichts zu entdecken. Da kam ein Beamter auf die Idee, den Hosenbund des Herrn Braun abzutasten. Und siehe da, er fand sehr viele große Geldscheine. Nun wurde der arme künftige Schwiegervater in Haft genommen und den Polizeibehörden übergeben, vor denen er aussagte, daß es die Mitgift seiner Tochter wäre, die er da bei sich führte. Er hätte gar nicht erst versucht, eine Ausfuhrbewilligung für das viele Geld zu erhalten, da diese Bewilligung ja doch abgelehnt worden wäre. Die Behörde fand aber, daß er sich in diesem Falle nicht richtig verhalten hatte und steckte ihn in das Untersuchungsgefängnis. Als dann der Hochzeitstag seiner Tochter herankam, durfte er in Begleitung zweier Kriminalbeamten zurückfahren, die gleich das Gute mit dem Nützlichen verbanden und eine Haussuchung anstellten. Ob sie noch anderes belastendes Material fanden, ist bisher nicht bekannt geworden. die polnischen Sender Warschau, Wilna, Lodz und Lemberg übertragen bedeutete zugleich den Auftakt für die von dem Intendanten des Reichssenders Breslau, Hans Kriegler, geschaffene Sendereihe„Polen und Deutschland“. Der Intendant sprach während des Konzertes zu dieser Vortragsreihe einleitende Worte, die auch ins Polnische übersetzt wurden. Er führte in seiner Ansprache u. a. folgendes aus: Vor nicht allzu langer Zeit funkte die gesamte deutsche und auch ausländische Presse die Nachricht von einem deutsch=polnischen Rundfunkabkommen. Damit soll und wird die freundschaftliche Annäherung zwischen diesen beiden Staaten auf kulturellem Gebiet fortgesetzt werden, die bereits auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet durch die Initiative unseres Reichskanzlers Adolf Hitler angebahnt wurde. Aber damit nicht genug. Bereits vor Monaten gab ich meinen zuständigen Mitarbeitern den Auftrag, nen. Denn während an der Küste Weiße und die Reste eine Vortragsreihe unter dem zusammenfassenden Tisich die Indianer imme wieder weiter ins Binnen= wöchentlich soll nun beim Reichsender Breslau ein sich die Indianer immer wieder weiter ins Binnen= Vortrag aus dieser Reihe zur Sendung gelangen. land zurück. Man betrachtete ihre Binnengebiete stillschweigend als ihre Reservate und hielt sich auch von.—„ ihnen tunlichst fern. Einmal um das Land hier nicht Die Prager deutsche Universitat ganz von Menschen zu entblößen und ferner, um nicht soll die Gründungsinsignien ausliefern im bösen Sinne mit den Giftpfeilen Bekanntschaft zu 1# Su.. 55— machen, deren sich die Indianer meisterhaft zu be„ winb. 22. Aov. Das niperigätegesotzes rium hat in Durchführung des Universitätsgesetzes denen wissen. vom Jahre 1920 an den Senat der Prager deutSie sind Jager von Beruf. noch ein wenig wild schen Universität die Forderung gerichtet, die aus dem und wenn man sie angreift von einem teuflichen Mut. 14. Jahrhundert stammenden GründungsinsigZusammenarbeit des deutschen und polnischen Rundfunks Breslauer Sendereihe: Polen und Deutschland DNB Breslau, 22. Nov. Der Reichssender Breslau veranstaltete am Donnerstag ein Konzert unter dem Titel„Deutsche Volksmusik“, das auf nehmbar bezeichnet und den Rektor beauftragt, über französischen Außenminister und den Vertretern der Kleinen Entente nicht erwartet. Man weist darauf hin, daß nun Südslawien sehr schlüssige Beweise für seine Anklage zu erbringen habe. Von südslawischer Seite erklärt man, daß die angekündigte Sammlung von Dokumenten, die durch die Note hervorgerufene Sensation durchaus rechtfertigen werde. Obwohl in der Note nur Ungarn genannt worden ist, empfindet man hier ferner allgemein, daß sie zu einer neuen erheblichen Spannung zwischen Südslawien und Italien beitragen werde. Jedenfalls wird sie nicht ohne Rückwirkung bleiben auf die in letzter Zeit versuchten Annäherungsbestrebungen zwischen Italien auf der einen und der Kleinen Entente und Frankreich auf der anderen Seite. Diese unmittelbare politische Wirtung der südlawischen Note ist vielleicht wichtiger als die Frage der Behandlung des südslawischen Schriftstücks in Genf selbst. Gömbös erläutert den Standpunkt Ungarns zur südslawischen Note DNB Budapest, 23. Nov. Ministerpräsident Gömb ös hat einem Mitarbeiter des ungarischen Telegraphenkorrespondenzbüros auf dessen Anfrage hin den Standpunkt der ungarischen Regierung zu der südslawischen Note an den Völkerbund folgendermaßen dargelegt: Die ungarische Regierung wurde durch die im Zusammenhang mit der Marseiller Angelegenheit in Genf unterbreiteten südstlawischen Note nicht überrascht. Sie sieht in dieser Note nichts anderes als die Fortsetzung des seit einem Monat im Gange befindlichen und auf die Untergrabung der Stellung Ungarns gerichteten Pressefeldzuges. Sie sieht mit Befremden, daß der Ton der Note der gleiche ist wie der der gegen Ungarn hetzenden Presse. Die ungarische Regierung hat vom ersten Augenblick des Einsetzung des Verleumdungsfeldzuges die Tendenz klar erkannt. Es steht nämlich außer Zweifel, daß das Ziel der Leiter des Feldzuges neben der Diskreditierung der ungarischen Sache auch die Einschüchterung Ungarns war, um unsere friedliche Arbeit für unsere nationale Existenz zu lähmen. Die ungarische Regierung lenkt die Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung der Welt auf die politische Tendenz der jüdslawischen Note, besonders unter Hinweis darauf, daß sie ihre Benien der Universität dem Rektorat der tschechischen Universität auszuliefern. Dieses Verlangen hat unter der deutschen Studentenschaft Prags, im Senat der deutschen Universität sowie im ganzen Sudetendeutschtum begreifliche Aufregung hervorgerufen. Der Senat der deutschen Universität hat in einer Entschließung das Ver= schuldigungen gegen Ungarn ohne ins einzelne gehende langen der teschechoslowakischen Behörden als unan= Kenntnis der Soche und unter Berufung auf die angebVer= lich zur Verfügung stehenden hisher nicht nachprüsbaren —. Die deutsche Studentenschaft eine Entschließung, in der sie ihr unbedingtes Vertrauen zu den deutschen akademischen Behörden Prags zum Ausdruck bringt. Krakau, Posen wurde. Es handlungen zu führen überreichte dem Senat Prager Polizei fürs Saargebiet Beweise stützen will Die ungarische Regierung als Vertreterin einer tausendjährigen Nation, deren Geschichte den politischen Mord niemal als Mittel zur Geltendmachung der Wahrheit der Nation anerkannt hat, protestiert feierlich gegen das Vorgehen der südslawischen Regierung und weist die Beschuldigung der TeilDNB Prag, 22. Nov. Sieben Polizeibeamte aus nahme am Mord zurück. Da die ungarische Regierung Prag und neun tschechoslowakische Gendarmen sind am durch das Vorgehen der südslawischen Regierung den 19. November in das Saaraebiet abgereist. europäischen Frieden als gefährdet ansieht, hält sie Die für die internationale Saarpolizei Angeworbenen ses auch ihrerseits für wünschenswert, daß der Völkerreisen als Privatpersonen; sie fahren über Oesterreich bund behufs dringender und objektiver Klärung der und die Schweiz nach Straßburg; wo sie Waffen und Sache jeden Schritt unverzüglich unterUniform erhalten. Die Beamten wurden in der nehme. Tschechoslowakei für zwei Monate pensioniert; nach] Sie wünscht dies um so menr— und lenkt die ihrer Rückkehr werden sie den Dienst in der Tschecho=Aufmerksamkeit der europäischen öffentlichen Meinung slowakei wieder antreten. Unter den Beamten, es besonders hierauf— weil es den Anschein hat, daß sind die ersten aus der Tschechoslowakei, die ins Saar= Südslawien und seine Freunde im Bewußtsein ihrer gebiet fahren, befinden sich die beiden größten Pra= im Sinne der Friedensverträge ihnen einseitig zuaer Schutzleute. gestandenen überlegenen militärischen Kraft den heiligen Gedanken des europaischen FrieEindruck der südslawischen Note in Genf DNB Genf, 22. Nov. Die südslawische Note an den Völkerbund hat hier einen ungeheuer starken Eindruck hinterlassen. Besonders in französischen Kreisen und in Kreisen der Kleinen Entente ist eine starke Verlegenheit unverkennbar. denn eine Note mit solchen schweren, gegen Ungarn direkt gerichteten Anschuldigungen hatte man nach den in den letzten Tagen geführten Verhandlungen zwischen dem Schlun des redaktionellen Teiles FÜNF TÜRME-VERLAG HALLE(SAALE) GR STEINSTRASSE 16 Ichbinunschuldig ROMAN VON LIANE SANDEN men Sonne am See spazieren. Das ganze Bild war das eines sorglosen Lebens. Alessandro ließ seinen Wagen vor dem Hotel„Rez“ parken. Dann schlenderte er in die Stadt hinein, um seine Besorgungen zu erledigen. Er sah seinen Besorgungszettel nach: neue Filme für den Photoapparat. Seine Rasierseife war ausgegangen, ferner brauchte Wie immer entzückte ihn das Bild dieser er für das Boot ein paar neue Schuhe mit weichen Sohlen. Tante Theresa, die eine unersättliche Leseratte war, sollte ein neues Buch bekommen. Onkel Enricos Notenpapier war wieder einmal zu Ende gegangen, obwohl er es stapelweise bezog. Und Signorina Maria? Er hatte neulich einmal eine Kette in einem Laden gesehen. Keine Kostbar= keit, die, ihr zu schenken, wurde er nicht wagen. Er wußte, wie stolz sie war. Es war eine Kette gewesen „„„" holan(18. Fortsetzung.) Fünfzehntes Kapitel. Nach einstündiger Fahrt, entlang an den Ufern des Ortasees, vorbei an Bergen und Tälern, dann entlang an dem verschlungenen Band der blauen Wasser des Lago Maggiore, war Alessandro in Stresa ange kommen. heiteren Stadt. Die Kirchtürme blitzten hell in der herbstlichen Sonne. Die bunten Häuser leuchteten auf. Romantische Gassen, ineinander geschoben, nur winklig sich hier zu einem Platz erweiternd, dort abgeschlossen durch monumentale Steintreppen, boten sich den Blicken. Die Läden hatten ihre Waren bis auf die Straße ausgelegt. Auf breiten Tischen und Ständern lagen bunte Stickereien, rote Lederschuhe mit wußre...„„ bunten Verzierungen, gehämmerte Messinevasen, bunte aus flach geschlifsenen, grünlichen Steinen in besonVasen, Teller und allerlei italienischer Hausrat. Ne= ders schöner Form. Sie mußte zu ihrem blonden Haar benan waren die Früchtehändler— jetzt im Herbst und ihren dunklen Augen wunderbar aussehen, präch leuchteten ihre Stände vom Gelb der Melonen und tig zu dem weißen Kleid mit der grünen Samtschleife. Kürbisse, dem Feuerrot der Tomaten, dem lichten undOb sie die Kette wohl von ihm annehmen würde? dunklen Grün verschiedener Salate und Gemüse, dem Er hätte ihr sein ganzes Leben zu Füßen legen moBraun der Walnüsse und dem sanften Violett der rei= gen. Wenn er erst in seinem Beruf weiter war, dann fen, tessinischen Traizen. Vor den kleinen italieni= lwürde der Tag kommen, an dem er ihr seine Liebe schen Schenken saßen Einheimische und Reisende. Die gestehen und sie um ihre Hand bitten konnte. Nach einer halben Stunde etwa hatte er sämtliche bauchigen Chiantiflaschen standen auf sauber gescheu erten und weiß gedeckten Tischen. Rot und weiß floß der Tessiner Wein in die kleinen Majolikabecher, aus denen er hierzulande getrunken wurde. Jetzt zur Mittagszeit waren die italienischen Osterien. die kleinen Wirtshäuser, voll von schwatzenden, fröhlichen Menschen, die bei ihren Spaghetti ihrem Risotto saßen. Besorgungen erledigt. Auch die Kette ruhte wohlge borgen in einem kleinen Kästchen in der Tasche seines Mantels. Beinahe hätte er sie nicht bekommen. Eine schrecklich dicke, geschminkte Französin hätte sie ihm um ein Haar vor der Nase fortgeschnappt. Aber der Besitzer des Geschäfts hatte Alessandro zugezwinkert und Madame versichert, daß jene andere honigfarbene Kette zu ihrem wunderbaren Teint und ihrem schönen Die Fremden, die um diese Jahreszeit den warmen Halse entschieden besser paßte, südlichen Herbst aufsuchten, bevölkerten mehr die ele Alessandro schüttelte sich bei dem Gedanken an dieganten Restaurants des großen Hotels. Englische Fazsen„wunderbaren Hals“ mit seinen Fettpolstern; an milien saßen schweigsam auf offenen Hotelterrassen bei diesen„herrlichen Teint", der nur aus einer dicken ihrem Lunch. Franzosen genossen zu ihrem Frühstuck Schminkschicht bestand, die aber die Runzeln und Faleinen Aperitif. Ihre hellen Nasalstimmen klangen bis# ten nicht verbergen konnte. Das hätte ihm gerade noch herüber zum Kai. Dort war ein Durcheinander von gefehlt, daß diese Person Marias Kette bekommen hätspazierengehender Menschen, von Autos. die beängsti=#e. Zufrieden schlenderte er zurück. Er wollte im Cafe gend schnell, aber doch geschickt durch die Menge steuer=„Vittorio“ einen schwarzen Kaffee trinken, einmal in ten, von Rufen und Lachen. Weiß gekleidete Kinder die Zeitung schauen und dann zurückfahren. gingen an den Händen ihrer Pflegerinnen in der war I„Hallo, Nivelli!“— eine angenehme Männerstimme rief lebhaft und erfreut. Alessandro drehte sich erfreut um. Das war ja Murphy. Leutnant Murphy, mit dem er zusammen zwei Semester an der Universität Cambridge studiert hatte. Sie hatten sich dann ganz aus de Augen verloren. Der Briefwechsel, den sie zuerst begonnen. war schließlich eingeschlafen. Aber Murphy war ihm immer einer der liebsten unter den englischen Kameraden gewesen. Seine Freude. ihn jetzt wiederzusehen, war groß. Herzlich schüttelten sich die beiden jungen Männer die Hände. „Was machen Sie bloß hier, old Boy?" fragte Alessandro. „Kleinen Trip durch Schweiz und Italien, Nivell! Daß ich Sie hier aber treffen würde, habe ich nicht gedacht. Was ist denn aus Ihnen geworden? Diplomat, wie Sie es immer gewollt haben?“ Lebhaft plaudernd gingen die beiden jungen Leute den Kai entlang und traten zusammen ins Cafe„Vittorio“ ein. Sie wählten einen Platz auf der Terrasse, ein wenig abseits von dem Schwatzen und Durcheinander der hin und her strömenden Fremden. Behaglich bei einem schwarzen Kaffee und einem Kognak sitzend, erzählten sie sich dann, wie ihr Leben seit dem Fortgang von Oxford geworden war. Murphy war. einer alten Tridition der Familie folgend. Soldat geworden. Er stand dicht vor der Entsendung zu einem Kommando nach Indien. Die beiden waren so in ihre Unterhaltung vertieft, daß Alessandro beinahe die Zeit vergessen hätte. Der Schlag einer Uhr von dem Campanile der Hauptkirche ließ ihn erschreckt aufsehen. „Du lieber Himmel. bereits ein Uhr! Um zwei Uhr erwartet man mich zum Mittagessen bei meinem Onkel.“— „Schade!“ meinte Murphy.„Ich hätte gern noch ein paar Stunden mit Ihnen verbracht!“ „Haben Sie etwas Besonderes vor. Murphy?“ „Nein! Ich bin drüben in Pallanca für acht Tage mit einem Verwandten. Der ist aber heute eingeladen So kann ich mir meine Zeit ganz einteilen.“ „Sehr schön! Wie wäre es denn, wenn Sie mit mir kämen, Murphy? Meine Verwandten werden sich sicher sehr freuen.“ „Gern!“ sagte Murphy. Er war von England her gewöhnt, daß man jederzeit einen Gast mitbringen konnte. „Dann einen Augenblick Verzeihung!“ Alessandro stand auf.„Ich will nur herübertelephonieren, daß ein Gedeck mehr aufgelegt wird.“ Ein paar Minuten später fuhren die beiden junge Männer in Alessandros Wagen wieder dem Ortasee zu. „Eine wunderbare Landschaft!" Murphy ließ seine Blicke entzückt über die blauen Fluten des Lago Maggiore und die hohen Berge, die seine Ufer säumter schweifen. „Nur gut. daß ihr Engländer auch einmal etwas anderes anerkennt!“ neckte Alessandro.„Denn eigentlich laßt ihr doch nur gelten, was„quite english“ ist.“ „Ich aber nicht. Nivelli! Ich habe zuviel von der Welt gesehen und habe zu nüchterne Augen. „Ja— nüchterne Augen haben Sie immer gehadt!“ Es kam wie ein kleiner Seufzer von Alessandro.„Wissen Sie noch, wie ich mich immer Hals über Kopf verlieben konnte? Und wie kühl und überlegen Sis immer waren? Ist es immer noch so mit Ihnen, daß keine Frau Ihr Herz besitzt, Murphy?“ Murphys Brauen zuckten. Die Frage Alessandros hatte alles wieder in ihm aufgerührt, was sei gestern gewesen war. Die Bootsfahrt Die Schwimmerin, in der er— er hätte es auf seinen Eid nehmen können— Rene Duchamps erkannt hatte. Rene Duchamps, jene einzige Frau, in die er sich mit einer Leidenschaft verliebt hatte, wie er sich selbst niemals zugetraut— Rene Duchanps, die eine Spionin gewesen sein sollte. Die sich einer Untersuchung und Verhaftung durch die Flucht entzogen hatte. Das war die Frau seiner großen Liebe gewesen! Dafür hatte er sich aufgespart und alle anderen unbeachtet gelassen. Es war immer noch wie dan# ein demütigender Schmerz. „Sie sind ja so schweigsam geworden. Murphy?“ „Es gibt Dinge, über die man nicht gut sprechen kann. Nivelli!“ „Oh. verzeihen Sie!“ Alessandro tat seine Anspielung leid. In Murphys Gesicht war irgend etwas, was ihm sagte: Besser. dies Thema nicht mehr berühren. So plauderte er denn über alles mögliche Ueber seine Arbeit in Rom. Ueber seine Aussichten. Ueber das Haus seines Onkels. Ueber Tante Theresa. Ueber Maria Cerotti sagte er nichts. Er wußte ja, hätte er erst Murphy von Maria Cerotti gesprochen. er hätte sch verraten. Und es sollte noch niemand von seiner tiefen Liebe wissen. In der Küche des Hauses Nivolli stand inzwische do: Barometer auf Sturm. Sophia, die alte Köchin, war durch die plötzliche Anmeldung eines Gastes vollkommen aus dem Häuschen. Obwohl das Haus Professor Nivellis als eines der gastfreiesten bekannt war, schätzte Sophia solch unerwarteten Zuwuchs bei Tisch durchaus nicht. Daheim in Mailand war es etwas anderes. Da hatte man eine riesenhafte Küche und zwei, drei Leute Hilfsversonal. Man hatte Geschäfte, die einem sofort auf Anruf die schon bratfertigen Hühnchen, zurechtgemachte Fische, fertige Salate und Eisspeisen lieferten. Hier aber mußte sie mit dieser Idiotin von Küchenmädchen wie sie sie nannte, allein fertig werden. Und dazu kam nun noch ein Engländer als Besuch. Sophia hatte einmal ein Vierteljahr eine Stellung bei einem englischen Aristokraten gehabt, der den Winter über in Rom lebte. Es mußte ein absonderlicher Herr gewesen sein, denn ihre Schilderungen über das. was er an Essen und Trinken verlangt hatte, waren geradezu märchenhaft. Jedenfalls saß Sophia seitdem der Respekt vor allem, was englisch war. in den Knochen— der einzige Respekt. den sie hatte, so behauptete jedenfalls Professor Nivelli.(—4 (Fortsetzung folgt.) Köln, den 23. November 1934 Was gibts Neuess Schon jetzt beginnt man in der Eisel mit dem Aufkauf von Weihnachtsbäumen, der in der Kölner Umgebung jedes Jahr recht bedeutend ist. Sowohl die Gemeindeforstverwaltungen als auch die privaten Waldbesitzer sind an dem Verkauf der Weihnachtsbäume beteiligt. Der Preis für die Bäume stellt sich je nach der Größe auf 30 bis 80 Pfg. je Baum ab Wald. Ecke Zeughausstraße und Mohrenstraße stieß ein Personenkraftwagen mit einem Straßenbahnzug der Linie 12 zusammen. Der Führer des Kraftwagens und ein Insasse erlitten durch Zersplitterung einer Scheibe Schnittwunden im Gesicht und an den Häuden. Der Kraftwagen wurde so stark beschädigt, daß er abgeschleppt werden mußte. An dem Triebwagen wurde der Führerstand eingedrückt. In der Mannsfelder Straße kletterten Einbrecher an einer Hauswand hoch und stiegen auf einen am ersten Stockwerck angebrachten Balkon. Sie zertrümmerten eine Fensterscheibe der Balkontür und stiegen durch diese in die Wohnräume. Alle Behältnisse in der Wohnung wurden von den Dieben durchwühlt. Sie nahmen einen Radioapparat Marke„Brand“. und eine Anzahl Silberbestecke mit. Ein Schaufenstereinbruch wurde in der Nacht in einem Goldwarengeschäft an der Venloer Straße ausgeführt. Die Täter fuhren mit einem Kraftwagen an dem Geschäft vor. Mittels Schraubenschlüssels zertrümmerten sie die Schaufensterscheibe und stahlen eine Anzahl goldene Ringe, deren Wert noch nicht feststeht. Bewußtlos wurde ein 25jähriger Bote einer Firma aus der Passage in der Ludwigstraße ausgefunden, der später erklärte, daß ihm 500 Mark einkassierte Gelder abhanden gekommen seien. Die Kriminal= polizei glaubte diesen Angaben aber nicht und nahm den Boten und dessen Freund vorläufig fest. Die Ermittlungen ergaben, daß der Bote Medikamente zu sich genommen hatte, um Uebelkeit zu erzeugen. Das Geld war vorher von ihm bei einer Frau An St. Magdalenen in Sicherheit gebracht, wo es im Keller gefunden wurde. Größte Kinderklinik Deutschlands in Köln Eine vorbildliche Pflegestätte des kranken Kindes— Allen Eltern zur Lektüre empfohlen Wer im Garten der Lindenburg das mit Balkonen und Dachgarten geschmückte Gebäude sieht, das sich durch das Schild als Kinderklinit zu erkennen gibt, hat in Wirklichkeit nur einen kleinen Teil der Kinderklinik vor sich. Denn zu ihr gehören noch 8 Nebengebäude, die, am Rande des großen Geländes der Lindenburg gelegen, für die Unterbringung von Kindern mit ansteckenden Krankheiten bestimmt sind. Als die Kinderklinik im Jahre 1908 eröffnet wurde, verfügte sie über 130 Betten. Dem zunehmenden Bedürfnis entsprechend, wurde sie immer mehr erweitert und verfügt heute fast über die dreifache Bettenzahl. Damit ist sie die größte Universitäts.n derklinik Deutschlands geworden. Man könnte glauben, daß eine Klinik solch grozen Umfanges keine genügend individuelle Pflege und Behandlung der Kinder gewährleiste. Und doch ist hierfür durch eine entsprechend große Zahl von Aerzten. Schwestern und Pflegerinnen Sorge getragen; auch verhindert die erwähnte Verteilung der kran ken Kinder auf 9 Gebäude jeden schematisierenden Massenbetrieb. Ueberdies werden langdauernd kranke Kinder noch durch eine Kindergärtnerin betrent. Das Hauplhaus Betrachten wir das Haupthaus etwas näher, so treffen wir im Erdgeschoß die Poliklinik mit mehreren Untersuchungsräumen. Hier wird vormittags zwischen.30 und 11 Uhr Sprechstunde für aus der Stadt kommende Kinder, nachmittags Mütterberatung im Rahmen der städtischen Säuglingsfürsorge abgehalten. Es folgen die soeben neu hergerichteten Räume für Röntgenuntersuchung, eine kleine Bibliothek und die geräumigen Laboratorien, in denen alle für die kranken Kinder wichtigen chemischen, physikalischen und bakteriologischen Untersuchungen vorgenommen werden können. Auch das Kellergeschoß ist gut ausgenutzt. Der größte Teil wird von einer Küche ausgefüllt, die neben der allgemeinen Anstalts. küche für die Versorgung der Säuglinge mit den verschiedenen Heilnahrungen erforderlich ist Doch stehen für frühgeborene und schwerkranke Säuglinge auch stets Ammen zur Verfügung. Außerdem gibt es im Kellergeschoß einen schön ausgestatteten Raum mit allen modernen Bestrahlungseinrichtungen, ein Krantengeschichtenarchiv, so daß die Aufzeichnungen aus früherer Zeit sofort zur Hand sind, und anderes mehr. Die oberen Geschosse erst enthalten Krankenräume, wobei auf eine sorgfältige Abtrennung bei gleichwohl guter Uebersicht für die Tag= und Nachtschwestern besonderer Wert gelegt ist. Die Säuglinge, und hier wieder die frühgeborenen, haben ihre eigene Abteilung in kleinen Zimmern, die beiden Abteilungen für ältere Kinder verfügen über eine sonnendurchflutete Glasveranda. Aus allen Zimmern fällt der Blick auf alten Baumbestand. Im Haupthaus der Kindertlinik findet sich auch die sogenannte Pensionärabteilung. Das Dachgeschoß enthält AerztewohnunJurisprudenz und Billard=Spiel Billard=Akademie muß erhalten werden— Aus„Räuberhöhlen“. eine bürgerliche Kneipe Mein Freund vom„Hänneschen“ Man muß sich schon so einen rechten Jungen vorstellen, der außerhalb der Schulstunden, vielleicht gar schon zurzeit des Mittagsessens nur da zu finden ist, wo das„große Leben“ seinen Lauf nimmt: auf den Strazen der Stadt. Das Gesicht ist nicht gerade sauber, Augen, die ebenso wehmütig tun können, wie sie vor Ehrgeiz funkeln, in denen aber doch schon bisweilen eine Müdigkeit steht. Den großen Leuten, die da so geschäftigt hin und her eilen, abgeschaut, solche Augen— und darüber eine wilde, ungekämmte Haarmähne! Das ist das Jungengesicht. Und ich würde es keineswegs allzu aufmerksam betrachtet haben, wenn da nicht noch etwas anderes gewesen wäre. Der Junge stand auf der Sternengasse, wo auf der einen Seite das Rubenshaus und auf der anderen das Postamt ist. Er stand da und beobachtete mit einer geradezu fachmännischen Miene die Passanten Nun— der Junge bettelte. Eben noch konnte ich Zeuge sein, wie er in dem gegenüberliegenden Postamt einen älteren Herrn an sprach, der allem Anschein nach nicht gut hören konnte. denn der Junge mußte seine Bitte(und flehendliche Gebärde) verschiedene Male wiederholen. Als der gute alte“ Herr— als solchen hatte ihn der Junge wohl eingeschätzt, da er in seinen„Opfern“ sehr wällerisch war— nun endlich zu verstehen schien, zog er statt der Börse seine Miene in eine Richtung, die schon mehr als sauer ist. Er wurde ungehalten und drohend. Der Junge hielt unentwegt noch einmal um seinen Beitrag an.(wobei er mit der Rechten leicht auf den Eingang zu den Puppenspielen wies) da aber platzte dem Alten die Geduld:„Willst Du wohl machen, daß Du hier rauskommst, Du unverschämter Bengel, Du!“ Schüchtern zog sich der Kleine zurück, wenigstens tat er so und wahrte immer noch die demütige Haltung dessen, der zur Erreichung seines Zieles mit aller flehentlichen„Herzlichkeit“ arbeitet. Der Junge hatte mich entdeckt und blickte zu mir herüber. Anscheinend glaubte er sich bei mir verstanden, denn nun zog er über den alten Herrn ein Gesicht. wohl weil ich gegrinst hatte, als er da abgeblitzt war und weil er mein Grinsen auf das Verhalten des alten Herrn bezog. Mochte er das tun. Aber dann kam er auch und klagte mir sein Leid: ihm fehlten noch zehn Pfennige— nein, er sagte ein Vor dem Stadtausschuß Seit längerer Zeit beschäftigte sich ein etwa 45jähriger Mann aus Ehrenfeld mit der Herstellung von Obstsaft. Die Ergebnisse sind se befriedigend, daß er versucht, sich vermittels dieses Traubensaftes eine Erwerbsquelle zu verschaffen. Zu diesem Ausschank altoholfreier Getränke muß er eine Konzession besitzen. In einer früheren Sitzung des Stadtverwaltungs= gerichtes erklärte der Obstsafthersteller in längeren Ausführungen die Herstellungsart, machte glaubhaft, daß er dank der Vorzüglichkeit dieses Getränkes voll auf seine Kosten kommen, ja noch erheblichen Verdienst einstreichen werde. Damals hatte der Stadlausschuß dahingehend entschieden, den Antrag dem Regierungspräsidenten, der nach Inkrafttreten der Sperrverordnung hinsichtlich eines Ausnahmegrundes allein zu entscheiden hat, befürwortend vorzulegen. Dieser hat jedoch die Konzessionierung abgelehnt. Die neue Verordnung lasse in diesem Falle keine Handhabe zur Konzessionierung frei. Nun besitzt aber der Antragsteller ein Schreiben des Oberpräsidenten, der die Güte des Saftes lobt. Die dritte Instanz, also der Oberpräsident, hat nun, da der Mann den Antrag durchsetzen will, die Entscheidung zu treffen. * Immer wieder muß der Stadtausschuß sich auch mit Fällen abgeben, die nicht scharf genug verurteilt werden können. Hier handelt es sich um ein Weinlokal auf dem Augustinerplatz. Der langjährige Inhaber hat das Geschäft vor längerer Zeit verpachtet. Der Pächter bezahlte aber nicht seine volle Pacht, geriet immer mehr in Schulden. Schließlich ging das Haus in Zwangsverwaltung. Die Pachtschulden betra gen 7470 Mark. Der Mann verzichtete vor einigen Wochen auf die Konzession zugunsten des Inhabers, hat aber später widerrufen, als er erfuhr, daß die Familie des Eigentümers die Weinstube selbst wieder übernehmen wolle. Er beantragte aus Gehässigkeit Streichung der Konzession. Die Neukonzession an den früheren Wirt wurde erteilt und das Verhalten des Pächters streng ver urteilt. Maßgebend für den Stadtausschuß, so betonte der Vorsitzende, könne nur das öffentliche Interesse und nicht das eines einzelnen sein. Der frühere Päch ter verdiene in keiner Hinsicht Schutz. Er habe sich, als er nicht mehr habe zahlen können, nicht um Pachtsenkung bemüht, habe auch nicht den guten Willen gezeigt, eine Teilzahlung zu leisten. Kurzerhand sei die Pachtzahlung in den letzten Mo naten ganz eingestellt worden. * Der Reichssportführer hatte bei seinem Kölner Besuch sich dem Pächter einer„Billardakademie“ auf dem Ring dahingehend geäußert, daß sein Lokal erhalten bleiben müsse, was die sportliche Seite angehe. Dies führte der Pächter jetzt vor dem Stadtaueschuß an, der über die Zulassung als unbeschränkte Schankwirtschaft zu entscheiden hatte. Der Pächter zeichnete ein Bild der Akademie, die als die größte in Köln anzusprechen sei. An Pacht zahle er für die Räume, in denen 13 Billardtische untergebracht sind. 700 Mark Sein Umsatz setze sich zu zwei Drittel aus der Villardmiete und zu einem Drittel aus Getränken zusammen. Nun aber, so machte der Rechtsbeistand geltend, spielen die Gäste—1 Stunden ernsthaft Billard. Daß der Ausschank von Kaffee oder Selterswasser nicht voll genügt, wußte der Anwalt überzeugend zu erklären.„Einen klapprigen Kaffee lann Herr F. den Gästen doch nicht immer vorsetzen!" Von einem Fachverband wurde die Einwendung erhoben, daß seit der Konzessionierung alkoholfreier Getränke noch keine zwei Jahre verflossen seien. Der Ansschuß entschied, den Antrag dem Regierungspräsidenten be fürwortend vorzulegen. In der Begründung heißt es. daß das Lokal, in dem kunstgemäß und sport lich Billard gespielt würde, erhalten bleiben müsse. Der Umsatz an Getränken sei so gering, daß die umliegenden Betriebe keinesfalls geschädigt werden könnten. Man könne eben dieses Lokal nicht mit irgendeinem anderen Restaurant vergleichen. Ein Vorstandsmitglied der Rheinlandloge e.., der für sich die Konzestion erhalten hatte, in den Logenräumen eine unbeschränkte Schankwirtschaft zu führen, war vor einiger Zeit gestorben. Der Betrieb. der ein rituelles Speisehaus darstellt, und als Samgen und Wohnungen für Pflegepersonal. Die Aerzte können so Tag und Nacht sogleich zur Hand sein. Achtung, Ansteckungsgefahr! Wenden wir uns der Infektionsabteilung zu, so gibt es hier— scharf voneinander getrennt— je ein Gartenhaus für Kinder mit Diphtherie, Scharlach. Masern, Keuchhusten, Tuberkulose, ein Haus mit 6 Eingängen und entsprechenden Abgrenzungen zur Unterbringung weiterer Kinder mit übertragbaren Krankheiten und Doppelerkrankungen sowie schließlich eine sog. Quarantänestation für Kinder. bei denen man mit dem Ausbruch erner ansteckenden Krankheit rechnen muß. Auf diese Weise int die größtmögliche Sicherheit gegeben, daß die Uebertragung von Krankheiten in der Anstalt verhindert wird. Alle diese Häuser liegen, wie gesagt, im Garten, so daß auch hier wieder Licht und Sonne ihr Bestes tun können, um die Kinder in der Genesung schnell weiter zu bringen. Nervöse und schwer erziehbare Kinder Zum Schluß sei noch einer Sonderabteilung gedacht, die erst seit 2 Jahren besteht und mehr den Charakter eines Kinderheims trägt, der Abteilung für nervöse und schwererziehbare Kinder Diese erfreut sich eines ständig zunehmenden Zuspruchs aus allen Kreisen. Tatsächlich entspricht sie einem dringenden Bedürfnis. Denn wenn hier auch vielfach eine ungünstige angeborene Veranlagung von Bedeutung ist, so stellt sich doch heraus, daß Umweltschäden und Erziehungsfehler eine sehr maßgebliche Rolle spielen. Diese aber lassen sich weitgehend beeinflussen, und so sehen wir schöne Erfolge bei Kindern, die ohne entsprechende pädagogische Beeinflussung und Aenderung der Umweltbedingungen auf die Dauer der Gemeinschaft verloren gehen würden. Selbstverständlich bemüht die Klinik sich, diese Kinder möglichst frühzeitig zu erfassen. Diesem Zweck dient eine Sondersprechstunde, in der die Mütter entsprechend beraten werden können. Keine Anas vorm Krankenhaus! Der Vorzug einer großen Krankenanstalt, in der sämtliche Sondersächer der Medizin vertreten sind, ist auch darin zu sehen, daß jederzeit mit dem Chiurgen. Ohren=, Augen= oder Hausarzt beraten werden kann. Junge Kinder. die operiert werden müssen, können auf kürzestem Wege in den Operationssaal der chirurgischen Klinik gebracht werden und kommen zugleich wieder zurück in die Kinderklinik, um hier sorgfältig nachbehandelt zu werden. So kann man ohne Uebertreibung sagen, daß kranke Kinder aller Art und jeden Alters auf bestmögliche Weise in der Kinderklinik sich ihre Gesundheit wiederholen können. Man muß nur traurig darüber sein, daß manches Kind erst in verzweifel tem Zustand gebracht wird. weil die Eltern sich nicht entschließen können, ihr Liebstes dem Krankenhaus anzuvertrauen. Das ist der Grund weshalb im vorstehenden eine Schilderung der Einrichtungen der Kinderllinik gegeben wurde. Man möchte ja allen Eltern so gerne helfen, die in diese Not kommen, und es##t sicher, daß manches Kind nur noch unter den Bedingungen des Krankenhauses Aussichten hat. gesund zu werden. Darum sollten die Eltern dem Rat ihres Arztes folgen, wenn er die Aufnahme ins Krankenhaus für nötig hält. Darüber hinaus aber müssen wir an unsere große Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft denken. Wie manches wertvolle Menschenleben geht heute noch verloren! Und dabei, wie bitter nötig brauchen wir einen lebensträftigen gesunden Nachwuchs! Denn unsere Kinder sind die Zukunft des deutschen Volkes. Groschen—. um zur Erstaufführung ins„Hänneschen= Theater“ zu können. Aber ich verlor ihn aus den Augen und traf ihn erst später wieder, als er sich im Theater neben mich setzte. Dies nur, um mir stolz seine ordnungsmäßig gelöste und abgerissene Eintrittskarte zu zeigen. Also hatte er auch den zweiten Groschen noch„erstanden". Da ich ihm dabei nun nicht hatte helfen können, entschädigte ich ihn mit Pfefferminzbonbons. Bei der nächsten Erstaufführung kam ich gerade noch rechtzeitig zum Beginn. Wieder stand der Kleine am Toreingang und— strahlte, als er mich kommen sah. Heute hatte er noch keinen Groschen zusammen. Da mir nun an der Kasse zwei Eintrittskarten zustanden, nahm ich den Bengel mit. Kaum waren wir im Raum, als er mir seine kleine, schmutzigen Lausbubenhand hinhielt, um mir zu danken. Das hatte ich ihm nun doch nicht zugetraut. „Aber warte, Kleiner, wenn ich nächstens mal wie der zur Erstaufführung in die Sternengasse muß und Du stehst wieder da und hast weder Deinen ersten noch Deinen zweiten Groschen— nun, ich nehme Dich wieder auf Freikarte mit ins„Hänneschen“. fah. melpunkt der jüdischen Bevölkerung gilt, wurde fortgeführt, da angenommen wurde, die Konzession sei der Rheinlandloge und nicht dem Vorstandsmitglied erteilt worden. Der Stadtausschuß befürwortet die Neukonzession beim Regierungspräsidenten, 1 Ein Münchener Wirtssohn, jetzt etwa 46 Jahre, hatte den Krieg mitgemacht und war nach seiner Be endigung in Polizeidiensten geblieben. Im Jahre 1927 nahm er den Abschied. Seit dieser Zeit ist er im gastronomischen Gewerbe, u. a. auch in der Kantine der Polizei, mit Erfolg tätig. Vor zweieinhalb Jahren hat er einen Bierausschank übernommen und verzapft dort monatlich 30 Hektoliter Bier. Nun ist(wir be richteten vor einigen Wochen darüber) mit Genehmigung des Bezirksausschusses dem Pächter eines übelbeleumdeten Lotals auf dem Thurnmarkt wegen Schlä gerei und dergl. die Konzession entzogen worden. Der Polizeibeamte a.., der sein augenblickliches Betätigungsfeld, das nach seinen Aussagen eine Räuberhöhle gewesen ist, vollkommen von jedem Gesinoel ge Mit Glücksklee Milch schmeckt jeder Kaffee besser. Denn dieser reinen ungezuckerten Milch ist ein großer Teil des natürlichen Wassergehaltes entzogen. Sie verwässert den Kaffee also nicht, hebt sein natürliches Aroma und gibt ihm die verlockende goldbraune Farbe. Steis frisch und bis zum letzten Tropfen gleichmäßig gehaltvoll. In der geschlossenen Dose unbegrenzt haltbar. „Immer wird über den Kaffee gemälelt; dabei besorge ich schon eine gute Sorte.“— „Na, mein Kaffee wird immer gelobt!“ .... und dann noch 2 Dosen Glücksklee bitte.“—„Wozu nehmt Ihr denn Glücksllee?“—„Vor allem zum Kaffee natürlich und alles andere schmeckt ja auch besser damit!“ „Endlich mal richtiger Kaffee!"—„Ja, Minna brachte heute Glückskiee Milch mit und behauptete, damit schmecke der Kaffee bestimmt besser. Minna hat recht.“ Beredelte einer Vollmilch in praktischer Form zeukt an die „Ihr Mann heißt Peter!“ Der„Wahrsager“ vor den Schöffen— Es war kein Betrug des Winterhilfswerks 1934/35 Wahrsager kennen, so behaupten sie, die Geheimnisse der Welt. Peinlich ist es allerdings, wenn ein solcher Weltweiser plötzlich vor den Richter muß... Dann hat er meistens„krumme Dinger“ gemacht, die dem Chronisten dieser Zeit Stoff und Anlaß bieten, die Ballade der Astrologie anzustimmen. Dieser Mann, der sich hier vor dem Einfachen Schöffengericht wegen Betrugs verantworten soll, hat auf einer belebten Straße der Altstadt seinen Stand. Er befaßt sich mit„transzendentalen“ Dingen, dieweil seine Frau sich mit irdischeren Sachen abgibt; sie backt namlich Reibekuchen! Ein ehrsames, schmackhaftes Gewerbe, das einen Menschen kaum vor den Kadi bringen kann. Aber wenn man Handleser ist und Horoskope verkaufen will, muß man aufpassen! Zu diesem Manne also kamen zwei Brüder. Einer wollte etwas über die Braut des Bruders wissen. Unser Held meinte, hier könne er wohl schlecht aus der Hand lesen. Man möge ein Horoskop nehmen. Die Brüder taten das auch und erhielten einen— georuckten Zettel, der das Mädchen über den grünen Klee lobte. Klugerwesie verlangte der„Sterndeuter in der Westentasche“ kein Geld, sondern ließ sich still eine Mark in die Hände drücken. Nun wollte einer der Brüder noch etwas über die Aussichten eines Geschäftes wissen. Der Mann sagte ihm die glänzendsten Erfolge voraus. In Wirklichkeit war es säubert habe, interessiert sich für das Lokal und bittet um Konzession. Die Polizei widerspricht, sie ist dagegen, daß ein derartiger Betrieb noch weiter bestehen bleibt. Dem hält der Rechtsbeistand entgegen, daß der Antragsteller ja auch den Bierausschank gesäubert habe. Die Fachverbände widersprechen ebenfalls mit dem Hinweis, daß kein Bedürfnis vorliege. Der Ausschug genehmigte den Antrag. Die Begründung besagt, daß der ehemalige Polizeibeamte den Nachweis der Fähigkeit erbracht habe, aus einem schlechten Lokal ein gutes zu machen. In den letzten Jahren sei ihm in dieser schwierigen Gegend kein Protokoll gemacht worden. Die Bedürfnisfrage müsse bejaht werden, da der Antragsteller in dem Bierausschank 30 Hektoliter verzapft habe. Es liege eben in diesem Falle an dem Pächter, die Wirtschaft zu heben. mit der Geschichte aber arg mies. Auch jetzt verlangte er kein Geld. sondern ließ sich etwas schenken. Der Bruder aber fühlte sich durch den schreienden Gegensatz zwischen Wirklichkeit und Prophezeiung betrogen und erstattete Anzeige. Der zweite Kunde, der sich betrogen glaubte, war eine Frau, die gewissermaßen regelmäßig zu einem Chiromanten ging, allerdings nicht zu diesem Angeklagten, sondern zu dessen Konkurrenz, die nebenan stand. Als sie sich danach erkundigte, meinte der Angeklagte, der Mann sei verreist. Folglich ließ die Frau sich von ihm beraten. Mann heißt Peter“, meinte der Astrologe nach längerer tiessinniger Betrachtung der Hand der Kundin, worauf diese etwas verblüfft erwiderte: „Ich habe doch gar keinen Mann!“ Pech! Aber die Frau muß schließlich doch zufriedengestellt worden sein, denn sie gab auch eine Mark. Als sie sich aus dem geheimnisvollen Zelt des Magiers entfernt hatte, entdeckte sie, daß die Konkurrenz doch anwesend und nicht verreist war. Darin erblickte sie einen Betrug und sie zeigte den Angeklagten an. Es gab eine recht erheiternde Verhandlung, die versöhnend damit schloß, daß selbst der Staatsanwalt erklärte, von einem Betrug im juristischen Sinne könne hier nicht gesprochen werden. Deshalb müsse der Freispruch des Angeklagten auch erfolgen, was auch geschah. Für'n Groschen in die Museen Auch im kulturellen Leben hat sich Kölner Bürgersinn zu bewähren Seit dem Frühjahr hat ein 35jähriger Mann das ehemalige„Nachtlokal International“ für 559 Mart gepachtet. Die Wirte=Innung ist gegen eine Neukonzession, da sie der Ansicht ist, daß aus dem betreffenden Lokal nichts mehr Gescheites zu machen sei. Nun hat aber der jetzige Pächter rein äußerlich sich schon von dem alten Betrieb losgesagt; er hat den Namen geändert und erzielt mit diesem Hotelbetrieb(zwölf Betten) einen Umsatz von zweieinhalbtaufend Mark monatlich. Fünf Angestellte sind in seinem Betrieb tätig. Der Stadtausschuß genehmigte den Antrag. Der Pächter habe den Beweis erbracht, daß er den Betrieb rentabel zu führen verstehe. Außerdem gebe seine Person auch Gewähr für eine einwandfreie Führung. * Ein jetzt 27jähriger verheirateter Mann ist in dem Café=, Konditorei= und Bäckereibetrieb seines Vaters groß geworden und will jetzt die Konzession seines Vaters für Ausschank von Branntwein und alkoholfreien Getränken übertragen haben. Die Fachverbände wioersprechen, da der Antragsteller nicht einmal die Meisterprüfung, selbst nicht die Gehilfenprüfung abgelegt habe. Er sei kein Fachmann, und es ginge nicht an. oaß er als„Reister“ des Betriebes vier Gesellen vorstehe. Der Stadtausschuß vertagte die Angelegenheit und legte dem Antragsteller nahe, die Prüfungen nachzuholen. Wieder bittet ein ehemaliger Polizeibeamter um die Erlaubnis für unbeschränkte Gastwirtschaft. Der Ausschuß erteilte die Konzession. Der Antragsteller sei im Dienste der Allgemeinheit verletzt worden und habe vorzeitig den Abschied nehmen müssen. Die Bedenken der Arbeitsfront, er sei Nichtfachmann, seien widerlegt. Er habe durch seinen Umsatz bewiesen, daß er als Fachmann geeignet sei. * Ein 85jähriger Mann will eine Trinkbude übernehmen und sucht um Erlaubnis nach. Er sei gezwungen, noch zu arbeiten, da seine Verwandten nicht für inn aufkommen tönnten. Der Stadtausschuß lehnte den. Antrag ab. Er glaube, daß die Familie den alten Mann. der sich kaum bewegen und hören kann, vorgeschoben hat, um eine Erwerbsquelle zu erhalten. Der Antrag falle unter die Sperrverordnung, und ein Ausnahmefall sei nicht gegeben. Schule und Tierschußz Der Kölner Tierschutzverein v. 1868 c. V. teilt uns mit, daß laut Mitteilung des Reichs=Tierschutzbundes in allen deutschen Schulen die volle erziehliche Wirtung des Tierschutzgesetzes lehrplanmäßig sichergestellt wiro. Ein Erlaß des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung ist an alle Länderregierungen ergangen Damit ist dem Tierschutz ein Erfolg zuteil geworden. um den jahrzehntelang gerungen worden ist. Schon im Jahre 1886 hat der Kölner Tierschutzverein sich in dieser Hinsicht an die zuständigen Behörden gewandt, zuletzt noch am 1. Juli 1933 mit einer Eingabe an den Reichsminister des Innern(dem der deutsche Tierschutz unterstellt ist), die eine„gründ lichere Behandlung des Naturschutzes im Unterricht forderte. Wieder 60 Prozent Fahrpreisermäßigung für Ausländer. Die Deutsche Reichsbahn hat sich entschlossen, für die Winterreisezeit 1931 35 sowie für Ostern und Sommer 1935 die im allgemeinen 25 Prozent betragende Fahrpreisermäßigung für Ausländer und Auslandsdeutsche auf 60 Prozent zu erhöhen. Die Ermä ßigung wird gewährt: Im Winter vom 21. Dezember 1931 bis 17. März 1935, zu Ostern vom 13. bis 29. April und im Sommer 1935 vom 1. Juni bis 31. Oktober. Die Aufenthaltsdauer in Deutschland muß mindestens 7 Tage betragen. Die Gültigleit der Fahrscheinhefte beträgt— ausgenommen die Österreisen— zwei Monate, für Amerikaner drei Monate. In dem Bestreben, die bedeutenden Kölner Museumsschätze möglichst weiten Kreisen der Bevölkerung zugängig zu machen, hat die Stadtverwaltung Koln entgegenkommenderweise die Eintrittspreise für die Museen vorläufig bis zum 31. Januar 1935 einheitlich an allen Tagen auf 10 Rpfg. festgesetzt. Hierdurch wird es jedem Volksgenossen ermöglicht, die in den Kölner Museen vereinigten wertvollen Kunst= und Kutlurgüter der Nation zu besichtigen. Es wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Bevölkerung das Entgegenkommen der Stadt Köln durch fleißigen Besuch der Museen dankt. Es genügt nicht, wenn man einmal an Sonntagen durch die Museen wandelt; die Schönheiten und der Reiz der ausgestellten Gegenstände werden erst durch häufiges und verständnisvolles Besichtigen effenbar. Die großen Aufwendungen der Stadt Köln in der Vergangenheit und in der Gegenwart für den Aufund Ausbau der Museen sind nur dann gut angelegt, wenn die Volksgenossen die Museen zahlreich und regelmäßig besuchen. Bei dieser Gelegenheit wirk nochmals auf die seit langem eingeführten regeimäßigen Führungen an den Mittwochnachmittagen und den Sonntagvormittagen hingewiesen. Diese Führungen, bei denen durch berufene Fachleute Einführungen in die Kunstwerke gegeben werden, müssen ebenfalls noch bedeutend mehr als bisher besucht werden. Die Führungsthemen werden regelmäßig in den gen bekanntgegeben. Das musikalische Köln Im Zeichen der Hausmusik Im Geiste des Tages der deutschen Hausmusik brachte die Hochschule für Musik eine geschmackvolle Vortragsfolge zur Aufführung. die von Studierenden der Anstalt mit frischer Musizierfreude dargeboten wurde und Hausmusik aus geselliger Zeit herausstellte. Besonderes Interesse erhielt diese Veran staltung durch die zu Gehör gebrachten zeitgenössischen Tonsätze und Bearbeitungen von Hermann Unger, E. G. Klausmann, W. Maler, Otto Siegl, B. Scharrenbroich und W. Haas. Auch in der Rheinischen Musikhochschule herrschte reges hausmusikalisches Leben. Schüler und Lehrer der Anstalt taten in einer vorbeldlichen Programmzusammenstellung ihren Willen zur häuslichen Musikpflege kund und gaben einer zahlreichen Besucherschaft wertvolle Anregung und anfeuerndes Beispiel. In zahlreichen Unternehmungen der Stadt sowie in den Kölner Schulen musizierte die Privatmusiklehrerschaft und setzte sich so mit strebendem Eifer für die Erneuerung des Volks= und Hausmusikgedankens ein. S. Mandolinen=Konzert in Ehrenfeld Im Leobau veranstaltete die Musizierungsgemeinschaft Ehrenfelder Mandolinen= und Gitarrenfreunde, unter der Leitung von Franz Höffler ein Mandolinenkonzert, das von dem ernsthaft musikantischen Willen dieser Gesellschaft zeugte. Mit geschmackvoller Vortragsmanier spielte das Orchester ansprechende volksnahe Stücke, die von den Vorträgen eines ebenso ausgeglichenen Mandolinen=Quartetts abgelöst wurden. Die zahlreiche Besucherschaft folgte den Darbietungen mit verständnisvollem Interesse und spendete den Spielern herzlichen und verdienten Beifail. Konzert im Realgymnasium Nippes Der MGV.V. 1877, der Gemeinschaftschor Zollstock unter der Leitung von Paul Kaltwasser und der Damenchor Nippes unter der Direktion Käte Schmitz, gaben in der Aula des städtischen Realgymnasiums Nippes eine gemeinsame Konzertveranstaltung, die oas durchweg vortreffliche Stimmenmaterial dieser Vereine in die rechte Beleuchtung setzte. Von den bunten Programmgaben, die die genannten Chöre einzeln und in den verschiedensten ZusamJunge Männer auf dem Weg zur Ehe Eine neue Kundgebung im Dom zu Köln am 9. Dezember Wiederum marschiert katholische Jugend, mit entgegen: Kinderlosigkeit, Wohnungslosigkeit. Arbeitswehenden Kolpingsbannern, mit leuchtenden Augen losigkeit, Rücksichtslosigkeit, Familienlosigkeit Gleich und brennenden Herzen. Dem Kardinal voran, der dem Verfolger mit tödlichem Speer, gleich einem die 9. Dezember im Dom den katholischen Gesellenverein, Volkskraft aufzehrenden Bazillus hatte die kleine die Meistergruppen und Alttolping mit ihren Fa- Silbe„Losigkeit“ sich dem deutschen Volke an die milien aus der ganzen Erzdiözese versammelt findet Verse geheftet und hemmte den wahren „ eines gottgewollten Lebens. Gottes=Gesetze sind Leben Der Dom ruft uns. Da haben die Meister und Hochschule als Kampfabschnitt Pflichtappell der Studentenschaft Köln Zu dem ersten Pflichtappell der Studentenschaft der Universität Köln am Donnerstagmittag hatten sich rund 2000 Studenten eingefunden, die die Aula bis auf den letzten Platz füllten. Nach kurzen Einleitungsworten des Hauptamtsleiters 5 der Studentenschaft der Universität G. Hoffmann, der zahlreiche Vertreter der Universität, der Partei und der Behörden begrüßte, sprach der Studentenschaftsführer. Obertruppführer Walther Faust zu der Studentenschaft, die mit ihren bunten Mützen ein eindrucksvolles, farbenfrohes Bild bot. Mit dem großen Kriege begann, so führte er u. a. aus, die Weltenwende des deutschen Volkes. Die Hurra=Patrioten der Vorkriegszeit verschwanden, aus ihnen wurden deutsche Kämpfer, die erst als Glieder der Gemeinschaft zu Helden wurden. Und wie unsere Kameraden in den vergangenen Jahren zusammenstanden, so wollen auch wir es tun, wollen kämpferische Männerbünde sein. Die Hochschule ist für uns der Kampfabschnitt. Wir bekämpfen den alten Geist der Hochschule, die heute zum Teil noch passiv ist und damit noch liberale Bestandteile aufweist, die wir ersetzen müssen durch die nationalsozialistischen. Die liberalen Dozenten sollen durch junge nationalsozialistische abgelöst werden. Und von dieser Grundeinstellung aus soll dann der Student an sein eigentliches Fachwissen herangehen. Wir sind eine Arbeitsgemeinschaft. eine Gemeinschaft in der Arbeit. Auch die Hochschule hat der Gemeinschaft zu dienen, hat mitzuhelfen, die Fragen des alltäglichen Lebens zu beantworten und das ist nicht möglich durch ein Sichvergraben hinter Büchern. Wir müssen hinausgehen in das Leben, in die Landschaft. Der Leiter der Wiso=Fachschaft, Masloh, sprach über die Stellung der Wiso=Fachschaft innerhalb der studentischen Arbeit. Diese Fachschaft sei notwendig zur Revolutionierung der Hochschule, mit ihr stehe und falle die neue Universität. Die früheren Feinde der Hochschule seien noch nicht geschlagen, sondern hätten lediglich Stellung und Taktik geändert. Die Wiesenschaft der vergangenen Zeit müsse endlich vor dem heutigen Hochschulgeist kapitulieren. Ein Strich müsse gezogen werden zwischen der vergangenen Zeit und der heutigen Wissenschaft. Nichts dürfe von jener mit übernommen werden. Besondere Aufgaben, die die Landschaft stelle, seien die Industrieverlegung und die Umsiedlung. Punkte, die vom gesamtdeutschen Standpunkt, nicht nur vom ost= oder west= oder süddeutschen Raum betrachtet werden dürften. Natürlich wird uns der westdeutsche Raum durch seine Besonderheit auch beschäftigen. Sechs Arbeitsgemeinschaften sind vorgesehen, die alle für das gemeinsame Ziel und Ende und Ergebnis arbeiten. Die Arbeit dieses Semesters solle, so schloß Fachschaftsleiter Masloh, keine endgültige Lösung der Probleme bringen. Bannführer bei der Befehlsstelle West der HJ, Weinges, wies in kurzen Worten auf das starke Anwachsen der Hitler=Jugend hin, das wiederum einen inneren Ausbau nötig machte. Die Sozialschulung würde in der Hitler=Jugend insbesondere gepflegt. In aller Erinnerung sei noch die Zusammenkunft von 1200 Sozialreferenten am vergangenen Sonntag. Die Hitler=Jugend betreue Hand in Hand mit der Deutschen Arbeitsfront und der zusätzlichen Berufsschulung die jungen Leute und zeige ihnen den rechten Weg. Der letzte Rest marxistischen Geistes müsse verschwinden und überall der Sozialismus der Tat Einzug halten. Sprechchöre und Musikstücke paßten sich dem Rahmen der Veranstaltung, der ersten dieser Art im neuen Universitätsgebäude, an. mensetzungen spendeten, gelangen die Darbietungen schlicht gesetzter Volksgesänge am überzeugendsten. In Kompositionen und Chorbearbeitung von Franz Schubert und Paul Klug zeigten Hedwig Gocke und Litel Schröter in solistischen Führungen zum Chor ihre hübsche Stimmbegabung. Die junge Kölner Geigerin Hedwig Emmel. von Paul Kaltwasser am Flügel begleitet, steuerte zur Vortragsfolge Stücke von Corelli=Léonard und Dittersdorf bei und gefiel durch die frische ungezwungene musikantische Art ihres Spiels. Bei der Begleitung der Damenchöre bewährte sich Paul Klug als gewandter Pianist und in der Tonschöpfung„Gott in der Natur“ von Franz Schubert als Organist, dem sich C. Bützler und K H. Feindler am Klavier zugesellten. S. Im Riehler Wohnstift Handwerker der vergangenen Jahrhunder##e ihrem le bendigen Glauben unerhört kühnen Ausdruck verliehen. Da wuchtet der kunstgetürmte Stein das Tedeum der Berufsweihe in den Himmel hinein, da wird von beseelten Quadern aller Krämergeist eines rein prositgierigen Erwerbslebens erdrückt: Kunst und Handwerk haben ihren letzten Sinn im Gottesdienst. Da stieg vor 85 Jahren der Domvikar A Kolping die Domtreppe hinunter, zum jungen Volk. Sein Wille war unbeugsam, sein Geist gottbezogen wie die Türme, sein Herz ein lebendiger Tabernakel, seine Sprache die eines geistigen Revolutionärs Nun kommt seine Jugend. um ein lautes Bekenntnis für das herrliche Programm dieses echten Volkspriesters an der Stätte seiner ersten Wirksamkeit in Köln abzulegen, neben seinem Grabe in der zum Dom gehörenden Minoritenkirche, die ein wahres Volksheiligtum geworden ist. Der 5. Dezember ist sein Geburtstag. der 4. Dezember sein Todestag, für die gesamte Kolpingsfamilie feierliche Gedenktage. Der diesjährige 9. Dezember erhält sein beson= bruch auenthalden zu der guren„ deres Gepräge durch die große Familienweihe um so mehr die Gründung eines Adolf Kolping per im Dom. Dieses seine Wort hat heute wieder Klang stehen, der als Herold eines geweinten Familien= bekommen. Der Individualismus des 19. Jahrhun= lebens im deutschen Volke zu einer Zeit aufstand. als derts. das den Geburtsfehler der Familienlosigkeit an seine Stimme noch wie die des einsanen Rufers in der Stirne trug, hat in seiner gemeinschaftlichen Ideo= der Wüste ungehört verhallte. Wir laden zur Falogie die Lebenszelle von Volk und Kirche zu einem milienweihe im Dom nicht bloß alle ein. die die persönlichen Geschlechtsverhältnis herabgewurdigt. Treue zu ihrem Gesellenvater im Herzen tragen, sonund Fruchtbarkeit:„Wachset und mehret euch und erfüllet die Erde!" Die Uebertretung dieser Wachstumsgesetze verursacht naturnotwendig Rückschritt auf allen Gebieten. Wie groß steht Kolping heute vor uns, der vor nahezu 100 Jahren seine jungen Männer, die zukünftigen Familienväter, nicht einfach auf ein so oder so for muliertes sozialistisches Programm schwören ließ, son dern sein Volk auf den Weg der Erziehung zu einem gottgebundenen Leben wies,„Wollt ihr eine bessere Zukunft, müßt ihr sie euch erziehen!"(Kolping). Er hat Recht bekommen: der Sozialismus der vergangenen Zeit ist platt gewalzt worden, das Kolpings= werk steht. Die Deutsche Kolpingsfamilie der Erzdiözefe Köln will mit ihrer Kundgebung am 9. Dezember der breiten Oeffentlichkeit von ihrem Wollen Jeug nis geben. Kolpingsfamilie heißt einfach Erziehung zum Familienvater. Uns ist Famitie heiliger Lebensraum, Sakrament. Wenn heute aus dem Innern der Kirche ein gewaltiger sakramentaler Aufbruch allenthalben zu verspüren ist, so wird man jetzt Im Riehler Wohnstift erfreute der 16P Eintracht" Deutz, unter der Leitung von Walter Beines, in Gemeinschaft mit der von H. Schwerfel angeführten Deutzer Orchester=Gesellschaft die Stiftsinsassen mit zündenden Musikvorträgen. Zwischen den Darbietungen sang die Sopranistin Hildegard Brinkmann mit hübscher Stimmgebung romantische Liedweisen. Auch der Kölner Bandonion=Verein 1920 stattete den Bewohnern des Hauses einen Besuch ab und unterhielt sie mit volkstümlichen Musikdarbie= tungen. Das„Rote Kreuz“ im Oktober Die Anzahl der Hilfeleistungen durch die Mannschaften der Sanitätstolonne vom Roten Kreuz der Stadt Köln E. V. war in dem letzten Berichtsmonat etwas geringer, da die Kundgebungen und Aufmärsche nicht so zahlreich waren, wie in den Vormonaten. Insgesamt waren im letzten Monat nur 874 Fällzu verzeichnen. Hiervon waren glücklicherweise 827 harmloserer Natur, wie Ohnmachten, Hautabschürfungen. Quetschungen usw. Bei 47 betreuten Personen waren die Verletzungen schwerer, wobei Knochenbrüche und innere Verletzungen in der Hauptsache vertreten waren. Die Krantenwagen und Tragbahren mußten 63 mal in Tätigkeit treten. Während der Wintermonate sind die Mitglieder des Roten Kreuzes eifrig damit beschäftigt, ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse zu erweitern und zu vervollkommnen. Ueberall finden unter ärztlicher Leitung Fortbildungskurse und neue Kurse in der Leistung der ersten Hilfe bei Unglücksfällen und Krankheiten statt. Allen Volksgenossen ist noch Gelegenheit gegeben, dem Roten Kreuz beizutreten und sich ausbilden zu lassen. verionlichen Geschlechtsverhaltnis Verangewurdigt., Dreue In intem Gesenlenbaler in Geeseneo letzte Bindungen an Gott und seine egernen Weltge=dern alle ohne Ausnahme, Männer und Frauen, alt beizutreten und sich ausbilden zu lassen setze schienen für den Bereich des Ehelebens keine und jung. denen es Ernst ist um die Erneuerung des] Meldungen nimmt noch die Zentrale, die Unfal. che(heltung meyr zu haben. Nun starren uns Volkes aus heiligem Lebensquell.„Wer dem Volke wache des Rot=Kreuzhauses, Köln. Venloer Straße 40 setze schienen für den Vereich des Eheierens keinerr„g##no praktische Geltung mehr zu haben. Nun starren uns Volkes aus heiligem Lebensquell.„Wer dem Volke wie aus tausend leeren Fensterhöhlen die verheeren= helfen will, muß der Familie helfen".(Kolping) den Wirkungen eines gottgelösten vergangenen Lebens] Jos. Cardaun, Dloze anprases. (Stadtgarten) zur Weiterleitung an die einzelnen Sanitätsbezirke entgegen. Der Kölner Oberhirfe ruft die katholischen Frauen der Erzdiözese Zum 29. November 1934 in den Hohen Dom Se. Eminenz hält dort um 9 Uhr eine Pontitikalmesse mit Ansprache für die katholischen Frauen und Mütter seiner Erzdiözese. Dem Ruf zu folgen ist Ehrensache für jede katholische Frau Der Holzschrein ist geöffnet; nach den früheren Urkunden wird zunächst sehr sorgsam der kostbare Inhalt jestgesellt Se. Eminenz bestimmt die hl. Reliquien, die entnommen werden— Im Vordergrund Silber= und Holzschrein Bilder von einem einzigartigen Vorgang: 700 Jahre Kirchengeschichte lebendig 7 Weihestunde im Kapitelsaal des Domes St. Engelberts Gestalt als Krönung von Meister Duisbergs Schrein Die Schatzkammer des Kölner Domes birgt Jahre waren angefüllt mit unermüdlicher Schaf neben vielen Kostbarkeiten, die ein Beweis hoher fenskraft und Arbeitsleistung. Kultur am Rhein sind, den prunkvollen Barock schrein Meister Conrad Duisbergs aus dem Jahre 1622. Er enthält die Gebeine des hl. Erzbischofs Engelbert. In wahrhaft verschwenderischer Fülle sind die silbernen Orna mente im barocken Stilempfinden über den Schrein ausgebreitet: lebendige Bewegung im Metall. Die Langseiten umstehen die heiligen Erzbischöfe der Kölner Kirche, an der Stirnseite ist Christus mit Petrus und Maternus; an der Rückseite die Madonna mit dem Kind und den hl. Dreikönigen. An den vier Ecken des Schreindeckels sitzen die vier Evangelisten, auf dem Deckel ruht in prachtvoller Haltung das Silber bild des hl. Engelbert, dem zwei Engel schwung voll Palmen und Lorbeerkranz zuwerfen. Es ist rheinische Kunst von hoher Vollendung, die St. Engelberts Schrein uns zeigt. Als man 1622 den Schrein anfertigte, war die Verehrung des Heiligen schon Jahrhunderte alt. Engelbert war 1185 als Sohn des Grafen von Berg auf Schloß Burg an der Wupper ge voren worden. Am 7. November 1225 starb er im Hohlweg am Gevelsberg bei Schwelm eines gewaltsamen Todes. Nur vierzig Jahre umspannte sein Leben, doch war es äußerlich und Nicht nur die geistlichen Pflichten seines Reichsfürst war er der Erste nach dem deutschen Reichsfürst war er der erste nach dem deutschen Kaiser. Darum war sein Einfluß gerade auf die frühen Tod. Als er ahnte, daß seine Gegner ihn ermorden wollten, floh er die Gefahr nicht. Ehe er von Soest, wo er an den Allerheiligentagen 1225 geweilt hatte, seine Rückreise nach Köln antrat, legte er in Todesahnung dem Bischof von Minden unter den Tränen einer reuevollen Erschütterung und tiefen Gottesliebe eine Lebensbeichte ab; dann übergab er sich der Vorsehung und dem Willen Gottes; unterwegs überfielen ihn seine Gegner und ermordeten ihn. Von der Fußsohle bis zum Scheitel war er mit Wunden bedeckt. So starb ein katholischer Bischof und deutscher Mann. An der südlichen Wand neben der 13. Kreuz wegstation des Kölner Domes steht ein stei nerner Sarkophag mit der lateinischen Aufschrift:„„Anno 1368 S. Engelbertusde Marcka Archiepiscopus Goloniensis hicsepuluser Anno 1633 Noynmbr.al Summam altare translatumest d. h.„Im Jahre 1368 wurde St. Engelbert von der Mark, Erzbischof von Köln, hier begraben und im Jahre 1633 am 7. November auf den Hochaltar übergeführt". Dort unten steht also still und vergessen der erste Schrein, der die Gebeine des großen Heiligen enthalten hat. Der Silberschrein ist also der zweite; er hat bis 1769 auf dem Hochaltar des Domes gestan den. Heute ist er in der Schatzkammer. Der Holzschrein ist dem Silberschrein entnommen: Se. Eminenz prüft die früheren Siegel sem Gebiet so überragend groß. Er liebte als innerich groß gewesen. Mit dreizehn Jah. Bischof sein Volk und sein Vaterland bis zuletzt. ren wurde er Propst an St. Georg, mit vier Daher schenkte Kaiser Friedrich II., der gewaltige zehn Jahren bereits Dompropst von Köln. Acht= Staufer, ihm sein ganzes Vertrauen, wachte ihn zehn Jahre lang bekleidete er dieses Amt, um zum Vormund über seinen Sohn Heinrich und mit 32 Jahren Erzbischof zu werden zum Reichsverweser. Die Unerschrockenheit und Am Buß= und Bettag 1934, Mittwoch, dem 21. November, wurde dieser nun in den Kapi telsaal des Domes übergeführt, um dort geöffnet zu werden. Der äußere Anlaß war die Bitte des Wiener Kardinals Innitzer um eine Reli quie des Heiligen für die neue St. Engelbert kirche in Wien. Gleichzeitig sollten für besondere Blick in den Kapitelsaal des Domes während der Schreinesöffnung nommen werden. Es war gewiß bei aller Schlichtheit eine Stunde voll hoher Weihe; Erinnerun gen an die großen Tage christlich=deutscher Geschichte schwebten durch den Raum. Der Herr Kardinal nahm unter Assistenz des Herrn Dompropstes, Prälat Dr. Paschen, der Domkapitulare Nrälat Engels und Prälat Dr. Scholl sowie des Sakristan=Priesters Dom vikar Wüsten die Oeffnung des Schreines vor. Als medizinischer Sachverständiger war Dr. Dietlein, Chefarzt des Hospitals an der Severinstraße, zugezogen. Als Notar fungierte Domvikar Dr. Gielen. Die Eichenholzlade mit Schubdeckel, welche die Gebeine enthielt, war mit zwei Bändern vierfach versiegelt. Nachdem man sich von der Unversehrheit der Versiegelung überzeugt hatte, wurden die Bänder durchschnitten und die Lade geöffnet. In dem mit altem roten Seidenstoff ausgelegten Schrein fand sich eine Pergamenturkunde sowie vier versiegelte und verschnürte rotseidene Bündel, die die Gebeine des Heiligen enthalten. Das Pergament beurkundete die Oeffnung des Schreines im Jahre 1871 unter Erzbischof Ranlus Melschers und im Jahre 1911 unter Kardinal Fischer. Man öffnete wie damals das vierte Seidenbündel und der Herr Kardinal entnahm mehrere Reliquien, die ihrerseits wieder in Seide eingehilllt und unmittelbar versiegelt wurden. Eine Reliquie, ein Glied vom Mittelfinger der rechten Hand, bestimmte der Herr Kardinal für die Wiener Engelbertkirche. Mit der rechten Hand segnet der Bischof: Segen soll die Reliquie bedeuten. Bis zur Fertigstellung einer neuen Urkunde wurde die Truhe, nachdem die Reliquien wieder hineingelegt waren, vorläufig versiegelt. Gemein sames Gebet, mit dem die Stunde begonnen ST ah Er war es nur acht Jahre, aber diese wenigen Tatkraft seiner Amtsführung brachten ihm den Zwecke noch einige Reliquien dem Schrein ent=shatte, beendete auch die Handlung (Das rechtsrheinische Köln Bußtag=Konzert hörigen einen Vortragsabend, den zweiten dieses Winters. Dr. med. Öster spricht über„Volkskrankheiten“ Es scheint nicht zuviel behauptet, daß die Hoch= mit Lichtbildern. burg künstlerisch hochstehenden Männerchorsingens jenseits des Rheines im sangesfreudigen Mülheim zu suchen sei; denn was in diesem Stadtkreis an begeisterter Chorkultivierung, an edlem Wettstreit in der Pflege des deutschen Liedes geleistet wird, stellt die Erfolge der Kölner Altstadt und ihrer Vororte fast zi den Schatten. 50 ###10 In der nerchöre der Fill e steht ührung der strebenden Mülheimer Mänger von Heinrich Ferrenberg mit verantwortungsvollem künstlerischem Bewußtsein geleitete Cäcilienverein an der Spitze, der in seinem Konzert am Buß= und Bettag wieder mit einer Vortragsfolge aufwartete, die in ihrer geschmackvollen Zusammenstellung und der feinen Auswahl der Novitaten höchsten Anforderungen gerecht wurde. Mit der gleichen vertieften Einfühlung in den Geist der verschiedenartigsten Werke sang dieser fundamentale, scheinbar allen chorischen Schwierigkeiten gewachsene Klangkörper her diatonische Tonsätze von Hermann Schröder,„Kyrie und Gloria“ aus dessen Männerchormesse in=Moll, wuchtige, spätromantisch empfundene Kompositionen von Joseph Meßner „Omnes gentes“, und Theo Kurscheid„Deutschland“, oder in ihrer Melodik sein ausgeleuchtete Volksliedbearbeitungen eines Hans Heinrichs, Friedrich Hegar und August von Othegraven. Für jeden Klang fand Heinrich Ferrenberg die rechte Abstufung und eine von wirklich strömender Musikalität eiggegebene Auslegung, die in ihrem künstlerischen Ernst geradezu vorbildlich wird. Auch die solistischen Mitwirkenden des Abends, Gerda Schüler=Rehm, mit ihrer schmiegsamen, warm strömenden Sopranstimme, Hans Haaß, der junge Komponist und treffliche Klavierbegleiter, der jähige Violinist August Kreuter standen mit ihren Darbietungen auf einer hohen tünstlerischen Stufe. In der Folge„Neuzeitliche Kirchenmusik“ erklangen zwei Soprangesänge von Joseph Venantius von Wöß und als Uraufführung ein fein gearbeiteter Psalm, III. und IV. Vers, Jeremias für Sopransolo, Klavier und Sologeige von Hans Haaß. Als ein begabter Meister des schlichten Satzes zeigte sich Hans Haaß gleichfalls mit der Uraufführung seiner drei geistlichen Volkslieder für Sopran und Klavierbegleitung„Es gingen drei heilige Frauen".„Im Himmel beim Christkind" und„Marienkind“, die in hauchzartem Duft geradlinier Melodieführungen und dem reizvoll pastelligen Klaviersatz in eigenwilliger Weise an impressionistische Klänge anknüpfen und neue Wege finden. Der Beifall der zahlreich anwesenden Konzertbesucher war stark und herzlich. Albert Schneider. ahre Kath. Volksschule Holweide An alle ehemaligen Schüler der kath. Volksschule Johann=Bensberg=Straße(alte Wichheimer Schule), hat ein Ausschuß von früheren Schülern und Lehrern folgenden Aufruf erlassen: Am 6. November sind 50 Jahre seit der Gründung der kath. Volksschule in Köln=Holweide, Johann=Bensberg=Straße verflossen. Viele Kinder haben in diesen Jahren zu Füßen ihrer Lehrer gesessen und ihre Ausbildung für das Leben erhalten. Manch tüchtiger Mensch ist aus ihren Reihen hervorgegangen, und 38 haben im Weltkriege aus Liebe und zum Schutze der Heimat ihr Leben dem Vaterlande geopfert. Am Samstag, dem 1. Dezember, findet eine Schulgründungsfeier statt, die von früheren und jetzigen Schülern veranstaltet wird. Am Sonntage vorher, am 25. November, vormittags 9¼ Uhr, wird ein Hochamt in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt Köln=Holweide für die lebenden und verstorbenen Lehrpersonen und Schüler der kath. Volksschule Köln=Holweide gehalten. Anschließend an das Hochamt ist dann auf dem Schulhofe die Ehrung der gefallenen Schüler, verbunden mit der Enthüllung einer Ehrentafel. In der weltlichen Feier am Samstag, dem 1. Dezember, abends 8 Uhr im Saale Wilhelm Nußbaum soll die Liebe zur Heimat, zur alten Schule, zu den Lehrperionen die lebenden Schüler für einige Stunden in das Kinderland der Jugend zurückführen. Alle ehemaligen Schüler und Schülerinnen, deren Adressen nicht bekannt sind, werden auf diesem Wege herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen. Wieder Bürgerverein Skammheim Am Sonntagvormittag hatte man die Mitglieder wieder zu einer Generalversammlung einberufen, um sie darüber entscheiden zu lassen, ob der Verein weiterbestehen solle oder nicht. Der beauftragte Einberufer, Joh. Schmitz, begrüßte die zahlreich Erschienenen, insbesondere den Ortsgruppenleiter der NSDAP Brücker, den Ehrenvorsitzenden Theodor Tiepel und die Ehrenmitglieder und erteilte dann das Wort dem Ortsgruppenleiter. Dieser erläuterte in längeren Ausführungen das Verhältnis von Gemeinde und Partei und die Stellung der Bürgervereine überhaupt. Laut einem Schreiben der Partei sei ihm das Recht zugestanden gewesen, den Bürgerverein aufzulösen oder bestehen zu lassen. Er erkenne die Mitarbeit gut geleiteter Bürgervereine an und befürwortete sie. Und er überließ der Versammlung einen diesbezüglichen Beschluß, der einstimmig für Weiterbestehen des Vereins ausfiel. In der nun folgenden Vorstandswahl wurde der frühere Vorsitzende Joh. Schmitz einstimmig wiedergewählt. Dieser ernannte zum zweiten Vorsitzenden Joh. Fischer, und zum Kassierer Heinrich Krämer. Ferner wurden noch in den Vorstand berufen Jak. Niesen, Ed. Rasch. Peter Bank. Otto Förster. Jo'. Strenger, Peter Schmitz, Jos. Tiepel und Karl Schmitz, Drei Mitglieder wurden im Hinblick auf ihre Verdienste um den Ort, bzw. aus Anlaß ihres 80. Geburtstages zu Ehrenmitgliedern ernannt, und zwar Peter Förster, Franz Orth und Jos. Tiepel. In diesem Jahre werden keine Vereinsbeiträge erhoben. Die Hauptversammlung im Januar 1935 setzt diese fest. Der Verein zählt 247 Mitglieder. Bis zum 1. Januar 1935 werden neueintretende Mitglieder ohne Einschreibegebühr ausgenommen. Als nächste Aufgabe übernimmt der Verein den Ausbau des Luftschutzes am Orte. Ferner soll ein alter Antrag auf Schaffung eines Fußweges von Oberhof zur Schule und Kirche wieder aufgegriffen werden. Desgleichen will man an die Stadt herantreten, daß sie Warnungstafeln in der oberen Hofstraße für Fuhrwerke anbringe, weil bei der stellenweise Enge der Straße die Straßengänger in Lebensgefahr kommen können. Ein Mitglied des Vereins stiftete 40 Mark zu Händen des Vorsitzenden. Der Betrag wird je zur Hälfte für das Winterhilfswerk und die Kirchenheizung verwendet. Hausmusikabend der katholischen Waisenhausschule in Mülheim Es ist etwas Schönes um unser deutsches Volkslied und die Pflege echter Hausmusik. Dies auch der Elternschaft und damit den weitesten Kreisen unseres Volkes zu zeigen, war der Sinn der in den letzten Tagen in unsern Schulen gemäß behördlicher Anordnung gehaltenen Hausmusikabende, die aber außerdem auch der engen Verbundenheit von Schule und Elternhaus Ausdruck verleihen sollten. So war auch der Abend, den die katholische Waisenhausschule in Mülheim in ihrer Turnhalle veranstaltete, in dieser Richtung eine Stunde, die für alle Teilnehmer ein Erlebnis wurde. Die Kinder des Hauses, zahlreiche Eltern und die Schwesternschaft nahmen daran teil und es war erstaunlich, wie man hier mit den einfachsten Mitteln ein klanglich schönes Orchester zusammengestellt hatte. Geigen, Gitarren, Flöten, Mandolinen, Mundharmonikas, Landsknechtstrommeln, ein Xylophon und ein Glockenspiel waren die Instrumente, auf denen unter Leitung von Rektor Becker ernste und heitere Musik zum Vortrag gebracht wurde, die den Beifall aller fand. Vaterland, Heimat und allerlei Lustiges waren der Inhalt des Programms, in dessen Mittelpunkt eine Ansprache des Religionslehrers der Schule, Kaplan Thelen stand. Er gab seiner Freude über die Einrichtung der Hausmusikabende Ausdruck, die wie keine andere dazu angetan sei, das feine alte deutsche Volkslied wieder in unsere Familien zu bringen. Die deutsche Jugendbewegung, schon vor dem Kriege erwachsen, habe auf ihren Fahrten unser deutsches Land neu entdeckt und mit diesem die alten Schätze der Volkebräuche und vor allem des Volksliedes. In den Liederbüchern der Jugendbewegung, die in den ersten Nachkriegsjahren ihren Höhepunkt erreichte, seien sie gesammelt und niedergelegt. Bei den Wanderungen im weiten Volksraum seien sie auf dem Dorsplatz, in der Bauernstube, auf hohem Berge oder auch in der Scheune erklungen und mehr und mehr müßten und sollten sie Allgemeingut des Volkes auch in der Stadt sein. Darum: Weg mit allen internationalen Schlagern! Hin zum alten deutschen Liedgut und: Pflege der Hausmusik! Darum: Jedem Kind irgendein Musikinstrument, damit es selbsttätig Hausmusik treiben kann. Bezirksfest der Deutz=Kalker Sänger Ehrung zahlreicher Jubilare— Wichtige Rede Direktor Krischers Mehr und mehr bürgert sich in den einzelnen Bezirken des Deutschen Sängerbundes der schöne Brauch ein, daß sämtliche Vereine eines Bezirks einmal im Jahr zu einem gemeinsamen Bezirksfest zusammenkommen. Und wenn früher die Jubilare des jeweiligen Vereinsjahres nur im internen Rahmen der einzelnen Vereinsstiftungsfeste geehrt wurden, so soll in Zukunft die Ehrung verdienter Sänger zu einer öffentlichen Ehrenangelegenheit des ganzen Bezirkes werden, an der alle Sänger des Bezirks freudigen Anteil nehmen. Auch mit dieser begrüßenswerten Neuerung marschiert die ungemein rührige Bezirksgruppe Deutz=Kalk im Rheinischen Sängergau nahezu wieder an der Spitze. Und so stark war der Besuch dieses Ehrenabends der Sängerjubilare, daß sogar Bezirksgruppenführer Peter Limbach in seiner launigen Begrüßungsansprache von der„Fülle der Gäste und Ehrengäste" sprach. Schon gleich zu Anfang des Abends ergriff Dr. Stryck das Wort, um seiner Freude über diesen Abend Ausdruck zu verleihen. Die Kölner seien im allgemeinen etwas brückenscheu, sagte er. Er aber wende die Brücke nicht scheuen und die Feste und Konzerte der Deutz=Kalker Vereine stets wahrnehmen, wenn es seine Zeit irgendwie erlaube. Reich an schönen Gedanken war die Festrede von Regierungsrat Tiemann. Auch er gab zunächst seiner Freude Ausdruck, vor den Deutz=Kalker Sängern sprechen zu dürfen. Sehr geschickt brachte er darauf den Tag der deutschen Hausmusik mit den Bestrebungen der deutschen Männergesangvereine in Verbindung. Hausmusik sei ursprünglich Vokalmusik gewesen und erst Später Instrumentalmusik geworden. Hausmusik müsse daher wieder zu ihrer ursprünglichen Art und Aufgabe: zur Pflege des Liedes zurückkehren. Nur im Gesang, der fast jedem Menichen gegeben sei, könne das heute noch viel zu passive Musikerlebnis aktiviert werden. Und an dieser Stelle haben Hausmusik und Männergesang gemeinsame Aufgaben und Ziele. Solle aber die neue Zeit diese erwünschte weitere Aufwärtsbewegung der Liedpflege bringen, dann müsse die gesellschaftliche Art des Singens teilweise grundlegend geändert werden. Nur das einstimmig gesungene Gemeinschaftslied könne diese erwünschte Liedfreudigkeit ins Volk tragen, nicht das komplizierte Kunstlied einer vergangenen Epoche, von dem der einzelne Sänger fast nichts mit nach Hause und in seine Familie nehme bzw. 50jährige Mitgliedschaft die goldene Ehrennadel und der Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes überreicht: Franz Kittler, Peter Kisselbach, Fritz Kertz, Math. Bertram, Josef Backhausen, Fritz Eschbach, Wilhelm Büttner, Josef Klöckner, Fritz Obladen, Anton Gohr und Karl Urbach. Einige Jubilare die zugleich Vorstandsmitglieder sind, erh'elten außer den Ehrennadeln die Ehrenurkunde des Rheinischen Sängergaues. Es sind dies die Herren Fritz Eschbach, Anton Stüber, Wilheim Büttner, Fritz Kertz und Fritz Röthgen. Aber noch toeitere Ehrungen erfolgten an diesem Festabend des Bezirks. Eine Reihe verdienter Männer aus dem Kölner Sängerkreis wurde zu Ehrenmitgliedern des Bezirks ernannt. Den Herren Mirvach, Dr. Maaßen, Neuburg und Scholl überreichte Peter Limbach die goldene Nadel und das kunstvoll gemalte Diplom. Auch der blinde Kalker Komponist Hofp und einige Herren der Kölner Presse wurden durch die Verleihung der silbernen Nade des Bezirks ausgezeichnet. Dann trat Willi Mirbach vor, um im Namen aller Jubilare dem Bezirksführer tief empfundene Worte des Dankes und der An erkennung auszusprechen. Spät am Abend erschien Direktor Krischer, der Führer des Rheinischen Sängergaus, und mit dieser wichtigsten Persönlichkeit des rheinischen Sängerlebens war der stattliche Kreis der auf dem Bezirksfest anwesenden„Prominenten“ geschlossen. Mit Freude nahm Direkior Krischer zunächst die Nachricht entgegen, daß auch er zum Ehrenmitglied des Bezirks ernannt worden sei, doch meinte er bescheiden, er sei sich im Augenblick noch keines besonderen Verdienstes um den DeutzKalker Bezirk bewußt, das ihn zur Annahme dieser Ehrung berechtige. Hierauf machte er grundsätzliche Angführungen zu einer Reihe schwebender Fragen im Rheinischen Sängergau. Die Bemühungen um Zusammenlegung von Männergesangvereinen auf dem Lande sind restlos gescheitert. Und zwar einmal wegen der nicht zu lösenden Frage der Probelokale, zweitens wegen der ebenfalls unlösbaren Frage der Dirigenten, drittens und nicht zuletzt wegen der „Stunks im Ort“, wie Direktor Krischer wörtlich sagte. Da es jedoch der Wille der Regierung ist, jedwedes Kulturgut zu erhalten und zu pflegen— auch der kleinste ländliche Gesangverein gehört dazu—. ist das Scheitern dieser Zusammenlegungsbestrebungen von untergeordneter Bedeutung. Ein weiterer wichtiger Groß war die Zahl der Silber= und Goldjubilare, Punkt der Rede Direktor Krischers betraf die Cho die Peter Limbach auf das Podium bat. Für jeden der Jubilare und neu ernannten Ehrenmitglieder des Bezinks hatte der ungemein aktive Bezirksführer eine warmherzige Ansprache bereit. Die silberne Ehrennadel für treue 25 meisterfrage auf dem Lande. Schließlich äußerte sich Direktor Krischer über über das Führerprinzip in den Vereinen. Daß das Bezirksfest auch reiche musikalische Ausjährige Mitgliedschaft erhielten Andreas Egle, Kaspar] schmückung erfuhr, versteht sich. Auf dem mit den BanKauß. Peter Wild, Heinrich Dunkel. Josef Derenbach nern der Bezirksvereine geschmückten Podium trat eine und Lorenz Wirtz. Folgenden Sängern wurde für 40=Reihe führender Vereine zum Singen an. Wir können Schillerfeier in der Lese Die Kölner Lesegesellschaft veranstaltete im großen Saale ihres Hauses an der Langgasse eine SchillerFeier aus Anlaß des 175. Geburtstages des Dichters. Die„Jubelouvertüre" von Carl Maria von Weber, vom„Kölner Musikzirkel“, unter der Stabführung von Dr. Willi Czwoydzinski dargeboten, leitete die festliche Folge des Abends ein. Die Kölner Vortragsmeisterin Liane Benner ließ mit der durchdachten Rezitation von Schillers„Kussandra“ und Goethes Nachruf„Denn er war unser“, den Geist klassischer Dichtung auferstehen. Die Uraufführung einer Kantate„An die Freude“ für Tenorsolo. gemischten Chor und großes Orchester von Willi Czwoydzinski nach Worten aus Ehillers bekannter Ode gab der Veranstaltung eine besondere musikalische Note. Die Komposition, beginnend mit einem absteigenden Signalthema, das als Vertonung der Textstelle„Untergang der Lügenbrut!“ das ganze Tonstück leitmotivisch durchzieht und formal zusam menhält, erfaßt die Schillersche Dichtung nach ihren äußeren Stimmungen und gibt ihr ein nicht restlos überzeugendes melodisches Gewand, das bald von volkstümlichen Elementen durchwirkt ist, bald die pathetischen Mittel pastoraler Blechwirkungen ausnutzt. Einer vertiefenden kontrapunktlichen oder formalen Ausarbeitung des Materiales weicht der Autor aus und steigert seine Musik, auf den breiten Bahnen homophonen Satzes wandelnd, zu einer effektvollen, für die geistvolle Schillersche Sprache manchmal etwas äußerlichen Schöpfung, die nicht allzu hohe künstlerische Ansprüche stellt. Der Chor der Lesegesellschaft, Heinz Kanser als Gesangsolist und der„Kölner Musikzirke!“ gaben der Kantate unter der anfeuernden Leitung des Komponisten eine klangerfüllte Aufführung, die den Beifall der versammelten Hörgemeinde fand. Den geistigen Kernpunkt der Veranstaltung bildete die Festrede des bekannten rheinischen Schriftstellers Rudolf verzog„Schiller, der deutsche Dichter", die am poetischen Geist des Sprechers und Verfassers entzündet, zu einer würdigen Hymne auf Deutschlands großen Dichtersohn ward. Einen machtvollen musikalischen Abschluß fand die Gedenkfeier mit der Darbietung von Schillers„Lied von der Glocke“ in der bekannten Vertonung von A. Romberg für vier Solostimmen, gemischten Chor und Orchester. Der Chor der Lesegesellschaft setzte sich für dieses bewährte Musikstück mit frischester Musizierfreude ein; Aenny Czwoydzinski=Otten, Sopran, Else Spannhake, Alt, Peter Krudewig, Tenor, und Dr. Julius Stryck waren einfühlende Gesangsolisten, so daß sich in Gemeinschaft mit dem Orchesterkörper des„Kölner Musikzirkel“ unter der Hand von Dr. Czwoydzinski eine ansprechende Lebendigmachung der klassischen Gedankenwelt dieses Werkes ergab A. S. es uns wohl diesmal schenken, die Leistungen der Vereine im einzelnen zu würdigen, haben wir doch in letzter Zeit oft genug den Konzerten der Deutzer und Kalker Vereine beigewohnt und die bedeutende Chorpflege dieser Vereine an dieser Stelle gebührend betont. Ehrung für die älteste Kölnerin Der preußische Ministerpräsident hat der Witwe Gertrud Dueren geb. Fischer in Köln, die heute 101 Jahre alt wird, zu ihrem Geburtstag ein Glückwunschschreiben, eine in der Staatlichen Porzellanmanufaktur hergestellte Ehrentasse, sowie ein Geld geschenk überreichen lassen. Feuer in Raderthal Gestern abend hatte die Feuerwehr einen Brand in einer Lackfabrik an der Hitzelerstraße in Raderthal zu löschen. Die Wachen Vondelstraße und Apostelkloster hatten nahezu eine halbe Stunde zu tun, um die Gefahr zu bannen. Dabei bewährten sich die Schaumgeneratoren wiederum vortrefflich. Partien des Daches und einige Lackvorräte sind verbrannt. Troubadour statt Figaro Infolge Erkrankung des Herrn Witte wird Freitag, den 23. November statt„Figaros Hochzeit“„Der Troubadour“ gegeben. Beginn der Aufführung 20 Uhr. Persönliches Heute, am 23. Nov., feiert die Witwe Anna Henrich, geb. Neber, Sternengasse 39, in seltener geistiger und körperlicher Frische ihren 85. Geburtstag. Sie verrichtet noch sämtliche kleineren Hausarbeiten und besucht regelmäßig jeden Sonntag und auch öfters in der Woche die hl. Messe. Sie ist über 30 Jahre lang Bezieherin unserer Tageszeitung und nimmt an den Geschehnissen des Alltags regen Anteil. Wir wünschen ihr einen langen, glücklichen und gesegneten Lebensabend. Ankündigungen Hausmusik. Zum„Tag der Hausmusik" veranstaltet das Musikhaus Lüdemann, Kreuzgasse, in seinem Geschäftshause am Freitag, 23. November, 19 bis 20 Uhr, ein Handharmonika konzert, unter Mitwirkung von Otto Paulus(Bonn), Greie Lennartz(Bonn) und Willy Meyer(Köln). Totengedenkfeier der RSKOD auf dem Südfriedhof Am Totensonntag, 25. Nov., vormittags 10 Uhr, findet auf dem Ehrenfriedhof des Südfriedhofes im Gedenken an die gefallenen Kameraden eine Kranzniederlegung statt. Die Gedenkrede hält Pfarrer Göring. Es ist Pflicht eines jeden Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Frontsoldaten, an dieser Feier teilzunehmen. Die Aufstellung erfolgt vor dem Portal des Südfriedhofes. Literarische Gesellschaft Die ostpreußische Dichterin Agnes Miegel hat wegen schwerer Erkrankung ihre sämtlichen Vortragsverpflichtungen absagen müssen, also auch den Vortrag in der Literarischen Gesellschaft am 23. November. An ihrer Stelle wird der Intendant i. R. Dr. Albert Fischer, Universitätslektor für Vortragskunst in Bonn— im Hinblick auf das Gedenken an den 175. Geburistag Schillers— in freiem Vortrag eine erlesene Auswahl der philosophischen Gedichte Schillers rezitieren. Klosterkirche der Karmelitinnen, Lindenthal, Dürener Straße 89 Sonntag, 25. Nov.: Fest des hl. Johannes vom Kreuz. 7 Uhr und.30 Uhr hl. Messe,.30 Uhr Hochamt mit Ans setzung und Segen, 10 Uhr hl. Messe, 5 Uhr Prediat. An dacht und Segen. Nach dem Gottesdienst Verehrung Reliquie des Heiligen. Die Reliquie bleibt tagsüber aus gestellt.— Vollkommener Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen all denen, die an diesem Tage die Klosterkirche der Karmelitinnen besuchen. Interessante Ausstellung In zwei Schaufenstern der Firma Tonger wird auf zwei großen Tafeln mit allen, auch den kleinsten Einzelteilen die Entstehung der Violine vom rohen Holzklotz bis zum fertigen Instrument gezeigt. Firmung in Mülheim In dieser und der vergangenen Woche wurden in Mülheim durch Weihbischof Dr. Hammels, die Firmlinge des Dekanates Mülheim gefirmt. Die Firmung fand an drei Stellen statt und zwar am letzten Donnerstag in Liebfrauen, am Montag in Herz=Jesu und gestern in St. Mauritius in Buchheim. Der Hochwürdigste Herr wurde jedesmal aegen 8¾ Uhr durch Dechant Kreuer und die Pfarraeistlichkeit feierlich empfangen, worauf um ½9 die Bischofsmesse begann. Nachher wurde dann das Sakrament der Firmung gesvendet und zwar an die Firmlinge von Liebfrauen, St. Antonius Stammheim und Flittard, sowie von den höheren Schulen in Liebfrauen, von Herz=Jesu. St. Canisius Höhenhaus und Dünnwald in der Herz=Jesu=Kirche und von St. Mauritius, Holweide und Dellbrück in der St. Mauritiuskirche. Zum Schluß hielt Weihbismof Dr. Hammels jedesmal eine Ansprache in der er sich hiit herzlichen Worten sowohl an die Kinder als auch an die Erwachsenen wandte. Pafrozinium in St. Elisabeth in Mülheim Am kommenden Sonntag begeht das St. ElisabethRektorat in Mülheim in festlicher Weise die Feier des Patroziniums. Um 10 Uhr ist feierliches Levitenamr und abends ½7 Uhr Komplet mit Festpredigt des Pfarrektare Magner von St. Petrus Conisius. Zum Abschluß ist sakramentaler Umzug durch die Kirche. Die Kollekte dieses Festes der„Fürstin der Karitas“ ist für die Armen bestimmt. * Am Dienstag, dem 27. November, veranstaltet der Pfarrverein St. Elisabeth für alle RektoratsangeDiese Nummer umfaßl 14 Seiten Neue Filme in Köln Die englische Heirat Fahrt ins Blaue Freitag, den 23. November 1934 Kraftrad fuhr auf ein Personenauto Ein Toter Wuppertal, 22. Nov. An der Ecke Hauptstraße und Garterleie in Sonnborn fuhr ein Kraftradfahrer gegen ein Personenauto, das seine Fahrtgeschwindigkeit vermindert hatte, weil ein vor ihm fahrender„Omnibus die Fahrtrichtung plötzlich änderte. Der Führer des Kraftrades stürzte bei dem Anprall zu Boden und erlitt einen Schädelbruch, der sein Tod zur Folge hatte. 24 Kommunisten verurteilt Wuppertal, 22. November. Der Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm, der bereits in der vergangenen Woche nach Wuppertal gekommen war, um gegen 62 Remscheider Kommunisten zu verhandeln, mußte sich am Montag und Dienstag dieser Woche mit weiteren 30 ehemaligen Anbängern der KPD. aus Solingen=Ohligs befassen, die unter der Anklage standen, sich der Vorbereitung des Verbrechens zum Hochverrat schuldig gemacht bzw. sich in den verschiedensten Fällen gegen das Schußwaffengesetz vergangen zu haben. den Angeklagten befand sich auch eine Frau. 24 Angeklagte wurden zu Freiheitsstrafen von insgesamt 36 Jahren und vier Monaten verurteilt, drei wurden freigesprochen; gegen drei weitere wurde das Verfahren eingestellt. Brand in einer Maschinenfabrik Fast 5000 Mark Schaden Solingen=Wald, 22. Nov. Am Dienstagmorgen brach in der Formerei einer Maschinenfabrik ein Brand aus. Eine größere Ausdehnung des Brandes konnte verhütet werden. Wie festgestellt wurde, war trockenes Holz, das auf dem Ofen lagerte, in Flammen aufgegangen. Durch den Brand wurde der Dachstuhl stark beschädigt. Der Sachschaden be trägt 5000 Mark. Sie empfing einen Einbrecher mit dem Beil Eine tapfer Frau Gummersbach, 22. Nov. In Niederhagen drang nachts ein Einbrecher in das alleinstehende Haus einer Witwe ein. Die Frau wurde durch Geräusche auf den Burschen aufmerksam und trat dem Ein brecher in der Küche mit einem Beil entgegen. Der Bursche dachte gar nicht an Widerstand, sondern flüchtete schleunigst durch das Fenster. Kraftwagen und Motorrad zusammengestoßen Zwei Tote Elsdorf(Kreis Bergheim), 22. November. Der starke Nebel verursachte in der Nacht zum Donnerstag ein schweres Unglück. Etwa 800 Meter von Elsdorf entfernt stieß ein von Aachen kommender Personenkraftwagen mit einem Motorrad, auf dem sich zwei Personen befanden, zusammen. Der auf dem Sozius sitzende Begleiter des Motor radfahrers wurde auf die Landstraße geschleudert und war auf der Stelle tot. Der Fahrer selbst erlitt einen Schädelbruch und wurde in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus nach Elsdorf gebracht. Eine Insassin des Personenkraftwagens erlitt einen Nervenschock. Auch sie fand Auf nahme im Elsdorfer Krankenhaus. Tödlicher Jagdunfall I Gerolstein, 22. Nov. In der Nähe von Salm im Kreise Daun ereignete sich auf der Jagd ein töd licher Unfall. Ein Jagdpächter übergab, als er vom Hochsitz zurückkehrte, seinem Kraftwagenführer das noch geladene Gewehr. Der Wagenführer berührte den Abzugshahn, so daß ein Schuß losging. Die Kugel drang dem Unglücklichen in die Brust und verletzte ihn so schwer, daß er im Gerolsteiner Kran kenhaus, wohin man den Schwerverletzten gebracht hatte, starb. Schadenfeuer, während die Dorfbewohner in der Kirche waren Trier, 22. Nov. In Glüsserath an der Mosel brach in dem Anwesen eines Winzers ein Brand aus. Ein altes Wohnhaus und eine mit Futter und Getreidevorräten gefüllte Scheune fielen dem ener zum Opser. Der sich anschließende Neubau des Winzers wurde ebenfalls stark beschädigt. Da die Dorfbewohner, die fast alle einem Totenamt in der Kirche beiwohnten, nicht rechtzeitig zur Stelle waren, gelang es nur mit Mühe, das Mobiliar und die landwirtschaftlichen Geräte vor den Flammen zu bewahren. Die Ursache der Entstehung des Brandes ist noch nicht geklärt. In der Eifel werden schon Weihnachtsbäume aufgekauft Aus der Eisel, 22. Nov. Schon jetzt beginnt man in der Eisel mit dem Aufkauf von Weihnachtsdaumen, der in der Eifel jedes Jahr recht bedeutend tst. Sowohl die Gemeindeforstverwaltungen als auch die privaten Waldbesitzer sind an dem Ver kauf der Weihnachtsbäume beteiligt. Der Preis für die Bäume stellt sich je nach Größe auf 30 bis 8) Pig. je Baum ab Wald. Beim Spielen in eine spitze Eisenstange gefallen Simmern, 22. Nov. Zu Seibersbach spielte ein Knabe mit seinen Kameraden im Schulhof und wollte einen Eisenzaun überklettern. Hierbei Istürzte er so unglücklich in die Eisenstangen, daß #er an einem Bein aufgespießt wurde. Eine Eisen#stange war ihm durch den Oberschenkel durchgedrun#gen bis zum Beckenknochen. Der Junge wurde rschwerverletzt dem Krankenhaus zugeführt. Auf ein Personenauto gefahren Siegen, 22. Nov. Der in Eiserfeld beschäftigte 22jährige Emil Becker fuhr mit seinem Motorrad auf einen Personenwagen auf. Bei dem Zusam menstoß wurde der Fahrer und ein Sozius erheblich verletzt. Becker ist seinen Verletzungen bald darauf erlegen. * Drittes Blai: K Lastschiff auf dem Rhein von einem Frachtdampfer gerammt Folgen des Nebels Koblenz, 22. November. Der starke Nebel hat auf dem Rhein einen Schiffsunfall verursacht. Da die Sicht sehr schlecht war, entschloß sich am Mittwochnachmittag der Führer eines zu Tal fahrenden Frachtdampfers, in Höhe des Rittersturzes vor Anker zu gehen. Bei dem Manövrieren rammte der Dampfer einen nahe der Löhnberger Mühle vor Anker liegenden Lastkahn, der infolge des starken Anpralls ein großes Leck davontrug. Das Wasser fand Zugang in den Geistige Brückensperre? Aachen, 22. November Die Aachener Bühne als Grenzlandtheater hat seit vielen Jahren immer Wert darauf gelegt, kulturelle Brücken zum holländischen Grenzland zu schlagen, Gastspiele in holländischen Städten zu geben und geschlossene Vorstellun gen für Holländer zu veranstalten. Die Besucher wurden dazu in Sonderzügen aus ihrer holländischen Heimat nach Aachen gebracht. Nunmehr ist lt. Köln. Ztg. bei der Stadtverwaltung die Nachricht eingelau sen, daß die Niederländischen Eisenbahnen die Theaterzüge nach Aachen vorläufig einstellen wollen. Die Stadtverwaltung hat gebeten, ihr die Gründe, die zu diesem Beschluß geführt haben, nicht vorzuent halten. Welcher Art die Gründe sind, erklären Limburger Zeitungen mit dem Hinweis auf den Be schluß der Maastrichter Industrie= und Handelskam mer bei der niederländischen Regierung Einspruch gegen den Einsatz der Theaterzüge zu erheben. Mit diesem Beschluß dürfte die Handels kammer den Bewohnern Südlimburgs alles andere als Freude gemacht haben. Ist es doch diesen näch Leichenfund auf den Schienen Brachelen, 21. Nov. Auf der Bahnstrecke Aachen Düsseldorf wurde zwischen Brachelen und Baal am Dienstagmorgen eine männliche Leiche gesunden. Der Kopf war vom Rumpf getrennt. Es gelang nicht, die Personalien des Toten festzustellen, da er keine Papiere bei sich trug. Von der Kurbel einer Seilwinde tödlich getroffen Mainz, 22. Nov. Auf der Kostheimer Schleuse schlug einem Arbeiter plötzlich die Kurbel einer Seilwinde gegen den Kopf. Der Arbeiter trug so schwere Verletzungen davon, daß er bald nach Ein lieferung ins Krankenhaus starb. Schiffskörper, so daß der Kahn schnell absackte. Hilfsbereite Schiffer waren bald zur Stelle und drückten den Kahn in die Nähe des Ufers, wo er jetzt auf Grund sitzt.— Großes Glück hatte bei diesem Unfall der Steuermann des havarierten Kahns, der bei dem Zusammenprall der beiden Schiffe in die Fluten stürzte, aber unter Aufbietung größter Kraftanstrengung doch noch das Ufer erreichen konnte. — Der Frachtdampfer wies keinerlei Beschädigung auf. sten Nachbarn der deutschen Grenz= und Theaterstadt auf andere Weise fast unmöglich, gute deutsche Kunst zu sehen, wobei auch nicht vergessen werden darf, daß Aachens Bürgerschaft weit über die Abonnements gebühren und die Kartenpreise hinaus alljährlich große geldliche Aufwendungen für eine Kunststätte macht, die den ausländischen Besuchern alsdann für ein geringes Entgelt zur Verfügung steht. Tatsächlich laufen auch beim Nachener Stadttheater täglich Anfragen ein, ob nicht für limburgische Thea terfreunde, die in Autobussen hergebracht werden sollen, Sondervorstellungen gegeben werden können. Das Stadttheater hat auf dieser Grundlage auch bereits zwei Vorstellungen für die nächste Zeit abgeschlossen. Trotzdem würde Aachen, wie das Presseund Propagandaamt der Stadt mitteilt, es bedauern, wenn durch den Beschluß der Niederländischen Eisen bahnen Beziehungen unterbrochen würden, die von beiden Seiten bisher eifrig gepflegt worden sind. Wir glauben nicht, daß der Beschluß der Nieder ländischen Eisenbahnen von einem besondern Ver ständnis für die tapfern Kulturinstitute und die Not wendigkeit geistigen Austauschs zwischen zwei stam mesverwandten und einander benachbarten Völtern zeugt. Lieferwagen fährt in eine SA=Kolonne Vier SA Männer schwer verletzt Schwekte, 22. Nov. Bei Schwerte begegnete eine SA Kolonne, die sich auf einem Gepäckmarsch befand, in dichtem Nebel einem Lieserwagen mit Anhänger. Als der Wagenführer versuchte, sein Fahrzeug zum Halten zu bringen, kam der Anhänger auf der Straße ins Schlendern, streifte einen Baum und brach einen weiteren Baum glatt ab. Die in dieser Höhe marschierenden SA-Männer wurden von dem Anhänger eine steile Böschung hinuntergeschleudert. Der Lieserwagen blieb an einem Baum hängen. Vier SA Männer mußten mit schweren Verletzungen dem Krankenhaus zugeführt werden. Die Gedächtnisfeier des kaiholischen Werkvolkes Ansprache des Bischofs von Münster Münster, 22. Nov. Bei der Gedächtnisfeier des westdeutschen Werkvolkes, der, wie berichtet, am Bußund Bettag in Münster stattfand, hielt Bischof Clemens August Graf von Galen eine Ansprache. An den Beginn seiner Ausführungen stellte er das Wort: Der König, für den alles lebt, kommt, laßt uns ihn anbeten! Von dem Altare der Gedächtniskapelle kehren wir zurück zum Altare Gottes. Sein Segen soll diese Feierstunde abschließen. Möge er sich ergießen über alle Angehörigen der katholischen Arbeitervereine, über ihre Familien und Angehörigen, über Volk und Vaterland! Die Toten des Weltkrieges und der Arbeit haben ihrem Gott die Treue gehalten. Er hat sie zur Arbeit gerufen, sie sind ihm gefolgt, und abberufen hat er sie dann zum ewigen Leben. Das irdische Leben ist Mühe und Arbeit, seitdem die Menschen aus dem Paradiese vertrieben wurden. Dies Gesetz des dauernden Kampfes kennt ihr. Es ist euer Lebensgesetz, die ihr angewiesen seid auf die mühevolle Arbeit eurer Hände zum Erwerb des täglichen Unterhaltes. Das irdische Leben ist aber auch Beruf und Aufaabe, von Gott gegeben und gewollt. Der Schöpfer hat die Erde reich ausgestaltet und mit Gütern bedacht, damit alle ihre Früchte in Besitz nehmen könnten. Es ist furchtbar, wenn man bedenkt, daß die Menschen nicht alle das Genügende haben, um würdig leben zu können. weil teuflischer Mammonsgeist viele beherrscht. O Gott und Herr, der du alles geschaffen hast, damit es lebe, gib uns deinen Segen. daß der teuflische Mammonsgeist weiche, der die Völker verwirrt und zugrunde richtet. Segne jene, die sich bemühen, den Fluch der Arbeitslosigkeit von uns zu nehmen, daß wieder alle ihr täglich Brot erwerben können. Gott rief uns aus dem Nichts ins Dasein, zur Arbeit. Nur wer getreu ist bis in den Tod, wird die Krone des ewigen Lebens erlangen. Die Verstorbenen, deren wir gedenken, haben ihr Leben erfüllt und es mit dem Opfertode besiegelt. Christus aber hat verheißen: Wer an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Weil die Toten ihren Glauben bewahrten, darum leben sie nun ewig. Woher aber nehmen wir die Zuversicht zu dieser Hoffnung? Woher nehmen wir die Gewißheit, daß ihnen das ewige Leben zu Teil wurde? Wir wissen, daß die Toten, deren wir heute gedenken, als Angehörige des katholischen Arbeitervereins lebten und starben. Es ist gewiß nicht leicht, sich zum Christentum zu bekennen, denn darin eingeschlossen ist auch das Betenntnis zur Pflicht katholischen Lebens. Aber auch die Toten hatten es nicht leicht. Wie wurden sie angegriffen und angefeindet und mehr als einer hat seinen Arbeitsplatz verloren, weil er sich freimütig zum Christentum und zur Kirche bekannte. Trotz allem aber sind sie in Bekennermut treu geblieben. Ihr, katholische Arbeiter, seid ihre Nachfolger und Erben, Erben ihrer Berufe, ihrer Treue und ihres Glaubensmutes. Fürchtet euch nicht, wenn das Bekenntnis zu Christus Opfer fordert. Wenn Gott mit uns ist, wer wird gegen uns bestehen? Wir wollen die Gottesmutter anflehen, damit ihre Fürbitte uns Gottes Segen erwirkt, auf daß der Tod einst uns führe zu dem ewigen Leben. Keine holländischen Theaterzüge mehr nach Nachen Vom Zuge zerstückelt Sterkrade, 22. Nov. Auf den Gleisen kurz vor dem Dorstener Bahnhof fand man die völlig zer stückelte Leiche eines jungen Mannes, dem Arm und Bein sowie die eine Kopfhälfte glatt vom Körper abgetrennt waren. Allem Anschein nach ist der Mann kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof aus dem noch fahrenden Zuge gesprungen und dann überfahren worden. Es handelt sich um den erst 21 Jahre alten Martin Stübing aus Dorsten. Doppelte Lohntüten ausgestellt 2000 Mark unterschlagen Sprockhövel, 22. Nov. Ein Angestellter= einer hiesigen Firma hatte seine Vertrauensstellung miß braucht und durch Ausstellung von doppelten Lohn tüten 2000 Mark unterschlagen. Er wurde verhaf tet und dem Amtsgericht in Hattingen zugeführt. Der Verhaftete ist geständig. Empfang der Prinzessin Gefährliche Einbrecherbande unschädlich gemacht Herford, 22. Nov. Die Polizei konnte einer ge fährlichen Verbrecherbande das Handwerk legen, die seit vielen Jahren verschiedene Orte im Kreise Herford unscher machte. Dem Vernehmen nach wurden bisher 15 Personen verhaftet, die 60 bis 70 Straftaten(Diebstähle, Einbrüche, Brandstlitung, Raubüberfälle) eingestehen mußten. Bei einem der Festgenommenen wurde ein unterirdisch angelegtes Diebeslager gesunden. „Senkung der Kartoffelpreise“. Zu der von uns veröffentlichten Anordnung be treifs Kartoffelpreise vom 20. 11. 34 wird berich tigend mitgeteilt, daß der Ladenpreis bei Bezug von 10 Pfund nicht 0,30 Mark, sondern 0,38 Mark beträgt. Flüchtiger Kraftwagenführer gefaßt Berg. Gladbach, 22. Nov. Vor wenigen Tagen wurden auf der Richard Zanders=Straße ein Mann und eine Frau von einem Kraftwagen angefahren. Während der Mann leichtere Verletzungen davon trug, wurde die Frau in bedenklichem Zustande ins Evang. Wohlfahrtshaus in Berg.=Gladbach gebracht. Der Fahrer zog es vor, durch Flucht sich der Verant wortung zu entziehen. Die Ermittlungen nach dem Kraftwagenführer führten jetzt zu seiner Festnahme. Nach anfänglichem Leugnen gestand er die Tat. Der Führerschein wurde eingezogen. Erschwerend fällt bei ihm ins Gewicht, daß er auf der Fahrt Alkohol zu sich genommen hatte.— Die von dem Krastwagen angefahrene Frau schwebt noch immer in Lebensgejahr. 6500 Mark im=Zug versteckt aufgefunden Osnabrück, 22. Nov. Im Nacht=Zug 174 wurde auf der Strecke Osnabrück-Bentheim eine Devisenschiebung größeren Umfanges festgestellt. In einer Aluminiumdose wurden auf der Toilette 4500 Reichsmark in Hundertmarkscheinen versteckt aufgesunden, an einer anderen Stelle sand man noch weitere 2000 Reichsmark. Es war beabsichtigt, diese Gelder über die Grenze nach Holland zu schmuggeln. Marina durch den Herzog Aus der katholischen Welt P. Max Pribilla 60 Jahre alt von Kent Am 29. November findet die Hochzeit zwischen Prinz George, Herzog von Kent, und der Prin zessin Marina von Griechenland stand. Bei ihrem Eintreffen in Dover am 21. November wurde die Prinzessin von ihrem künftigen Gemahl herzlich empfangen. Unser Bild telegramm zeigt die Begrüßung zwischen dem Prinzenpaar. k Am 22. November vollendete P. Max Pribilla, der bekannte Schriftsteller und Mitarbeiter der„Stimmen der Zeit“, sein 60. Lebensjahr. P. Pribilla, der bis zum großen Kriege als Ethikprofessor in dem großen Ordenskolleg der deutschen Ordensprovinz der Gesellschaft Jesu in Valkenburg wirkte und während des Krieges als Feldgeistlicher an der Front im Westen war, hat nach dem Ausgang des Weltkrieges eine vielseitige schriftstellerische Tätigkeit entfaltet, und ist durch seine seinsinnige weltoffene Geisteshaltung vielen ein Führer zur Wahrheit geworden. P. Pribilla ist am 22. November 1874 in Köln geboren. Nach mehreren Semestern juristischen Studiums trat er im Herbste 1897 in die Gesellschaft Jesu ein. Seit dem Weltkriege lebt er in München im Heim des Redaktionsstabes der„Stimmen der Zeit", bei dem ihm, wie wir hoffen, noch eine reiche gesegnete Wirksamkeit beschieden ist. witterungsbestimmende mitteleuroväische Hochdruckgebiet rückt langsam nach Westen; Meeresluftmassen strömen wieder zum Kontinent hin.— In den südlichen Bezirken Fortdauer des bestehenden Wetters; in den nördlichen zunehund Temperaturausgleich unter Wegfall des Nachtfrostes. HANDEI RHEINISCHE WIRTSCHAFTS-ZEITUNG WIRTSCHAFTCBÖRSE FREITAG, 23. November 1934 Wirtschaftliche Umschau Zu der Frage, welcher Zinssatz gilt, wenn bei der Aufnahme eines Bankkredits eine Zinsabrede nicht getrosten worden ist, hat das Obergericht in einem Urteil vom 11. Juli 1934 folgendermaßen Stellung genammen. Wenn eine ausdrückliche Zinsabrede nicht getroffen ist, so muß doch bei der Aufnahme von Bank fredit der bankenübliche Zinssatz als stillschweigend vereinbart, angesehen werden. Es kann also der Zinssatz in Ansatz gebracht werden, der im allgemeinen für Kredite von Banken angerechnet wird. Dabei kann ein Zins satz von wenigen Prozenten über Reichsbankdiskont, der in Anlehnung an diesen jeweilig berechnet wird, als durchaus üblich angesehen werden. Am 19. und 20. November hielten der Verbändeausschuß und der Verwaltungsausschuß der Internationalen Rohstahlexportgemeinschaft in Aachen Sitzungen ab, in denen, wie üblich, lau sende Angelegenheiten sowie verschiedene marktorganisa torische Spezialfragen zur Erörterung standen. Dabei ist insbesondere nach hiesigen Verlautbarungen die Frage der Verkaufsregelung am indischen und holländischen Markt behandelt worden. Wie wir erfahren, sind Ent scheidungen von größerer Tragweite nicht gefallen. Die seit längerer Zeit dauernden Vorbereitungen des Arbeitsausschusses für die Gründung einer deutschen Handelskammer in Schweden sind soweit gediehen, daß bereits in allernächster Zeit ein günstiges Ergebnis zu erwarten ist. Dem hollandischen Parlament liegt zur keit ein Projekt vor, das den Abschluß eines Ab kommens zwischen dem niederländischen S taate und einer noch zu gründenden Gesellschaft zwecks Entdeckung und Erschließung von Erdölauellen in Holländisch=Neu=Guinea vorsieht. Die erwähnte neue Gesellschaft soll von der Bataassche Betroleum=Man, der Nederlandsche Kolo niale Petroleum May und der Nederlandsche Pacific Betroleum May. von denen bekanntlich die erstere zur holländisch=englischen Koninklnke Thell=Gruppe gehört, während die beiden anderen Gesellschaften amerikanische Betroleum=Interessen vertreten, gemeinsam errichtet werden.— Zur Begründung dieser Regierungsvorlage er klärte der Kolonialminister in der 2. Kammer, daß der vorgebrachte Einwurf, daß wegen Ueberproduktion an obigem Projekt kein Bedarf bestehe, nicht zur Tebatte stehe, da man den betroffenen Unternehmungen ruhig die Entscheidung darüber überlassen könne, ob die Markt lussichten das Risiko zuließen, das ausschließlich von ihnen zu tragen sei. Die Regierungsvorlage bezwecke nur die Förderung einer schuellen Erforschung der in Frage kommenden Gebiete, um dem holländischen Staate die direkten, und indirekten Vorteile zu sichern, die von einer Verwirklichung des Projektes in stets steigendem Ausmaße zu erwarten ständen. Es sei übrigens keine llede von der Gewährung eines Monovols. Einen weitsichtigen Vorschlag für die Bewältigung des Weihnachtsgeschäftes ohne Ueberstunden macht ein Praktiker im Organ des Reichsverbandes der Mittel= und Großbetriebe des Deutschen Einzelhandels. Dieser be reits erprobte Plan wurde auch dem Treuhänder der Arbeit und der Deutschen Arbeitsfront unterbreitet und von diesen Stellen gutgeheißen. Er lautet: Für die nach Ladenschluß notwendigen Arbeiten wird eine besondere Schicht eingestellt; diese Verkäuferinnen treten ern am Nachmittag ihre Arbeit an, und zwar acht Ar beitsstunden vor dem voraussichtlichen Schluß der sogenannten Aufräumungsarbeiten. Da diese Nachmittagsschicht nur etwa ein Viertel der gesamten Belegschaft aus macht, dauert das Wiederauffüllen der Läger abends frei lich etwas länger als früher. In den ersten Nachmit tagsstunden entsteht außerdem ein gewisser Leerlauf, wie er sonst im Dezember selten vorkam, jedoch erweist sich dies als tragbar dadurch, daß für die nach Ladenschluß geleistete Arbeit keine Ueberstundenzuschläge, wie in an deren Jahren, erforderlich werden. Es ergibt sich bei relativ gleicher Lohnsumme eine Verteilung auf mehr Angestellte als früher. Ein großer Vorzug dieser Ein teilung ist es, daß das ganze Weihnachtsgeschäft nicht, wie in früheren Jahren, eine so erhebliche Anstrengung für jeden einzelnen ist: die Gefolgschaft kann pünktlich nach Hause gehen und ist am nächsten Morgen frisch und ausgeruht. Es fehlten den Börsen die Anregungen Berlin lustlos Mangels Anregungen eröffnete die Börse lustlos und überwiegend etwas schwächer. Selbst die Dividendenerhöhung der Elektr. Licht& Kraftanlagen AG., die vorbörslich eine kleine Höherbewertung der Licht=& KraftAktien zur Folge hatte, blieb einflußlos. Die Anteile eröffneten ¾ Prozent niedriger. Das Geschäft bewegte sich in außerordentlich ruhigen Bahnen, Lediglich in Montanwerten waren die Umsätze etwas lebhafter als an den Vortagen. Die Kurse waren überwiegend ½ Prozent niedriger. Klöckner verloren 1, Hoesch waren bei 30 Mille Angebot ½ schwächer. Von Braunkohlenaktien gaben Rhein=Braunkohlen um 2½ und die übrigen um ½ nach. Auch Kaliaktien bröckelten ab, nur Salzdetfurth setzten bei 6000 Mark Umsatz 1¾ Prozent höher ein. Der weitere Rückgang der Farbenaktie um 1 Prozent übte auf die Grundstimmung wieder einen lähmenden Einfluß aus. Etwas freundlicher lagen Linoleumwerte, ferner Schwartzkopff Maschinen, Deutscher Eisenhandel, Dortmunder Union und Gebrüder Junghans, letztere auf die Mitteilungen im Geschäftsbericht. Elektroaktien gingen um ½ bis 1 Prozent zurück, Siemens ermäßigten sich um 1¼. Gas= und Kabelwerte sowie Tertilaktien waren ½ Prozent niedriger. Von Maschinenwerten notierten Berlin=Karlsruher Industriewerke und Orenstein je 1¼ Prozent schwächer. Auch Papier=, Zellstoff= und Spritaktien waren meist um 1 Prozent gedrückt. Südd. Zucker gaben erneut um 2 Prozent nach. Verkehrs= und Schiffahrtsaktien bröckelten ab. Bemerkenswert war die weitere Steigerung der Reichsbankaktie um ¼ Prozent, wobei eine gleichzetige Höherbewertung des Anteils in Holland nicht unbeachtet bleibt. Am Rentenmarkt brökkelten die Kurse ebenfalls ab, nur Reichsschuldbuchforderungen waren gehalten. Altbesitz verloren 10 Pfennig und im Verlauf nochmals 10 Pfennig. Ver. Stahl=Obligationen waren ½ Prozent niedriger, da die Mitteilung der Gesellschaft an einen Obligationär über die Nichteinlösung der Kupons zum Goldwert störte. Bekanntlich ist der Termin, an dem über die Dollarklausel entschieden wird, auf den 14, Dezember vorverlegt worden. Am Auslandsrentenmarkt waren Russen=Anleihen 10 Pfennig und Warschau=Wiener(Stücke) 1 Prozent niedriger. Ungarn bröckelten um 10 Pfennig ab. 5prozentige Tehuantepec verloren 35 Pfennig— Tagesgeld erforderte unverändert 3¾ bis 4½.— Am Valutenmarkt war das Pfund kräftig befestigt. Anscheinend spielen hierbei die schwachen französischen Börsen und in Zusammenhang damit Kapitalabwanderungen aus Frankreich eine Rolle. Das Pfund stellte sich in Paris auf 75,80 und gegen Kabel auf 4,99½. Keine Rückgärge in Köln Nach dem Feiertag zeigte die Börse am Donnerstag ein sehr ruhiges Bild. Das Fehlen von Aufträgen seitens der Kundschaft machte sich in stärkerem Maße bemerkbar, so das Umsätze nur ganz vereinzelt zustande kamen. Infolge dieser Geschäftsstille ergaben sich auf fast allen Marktgebieten leichte Kursrückgänge, zumal Anregungen aus der Wirtschaft kaum vorlagen. Eine Ausnahme von der Allgemeintendenz machten Reichsbankanteile, die um ¾ Prozent, und Salzdetfurth, die um 1¾ Prozent anzogen. Auch Mannesmann, Westd. Kaufhof, Zellstoff Waldhof und Harpener konnten sich behaupten. Schwächer tendierten Rheinische Braunkohle minus 2½. Siemens minus 1¼, Farben Klöckner minus je 1, Gelsenkirchen minns 5, Buderus, Rheinstahl, Schuckert minus je ½, Stahlverein und Hoesch mit minus je ¾ Prozent. Der Rentenmarkt lag gleichfalls ruhig, die Altbesitzanleihe büßte 10 Pfennig und 7prozentige Stahl=Bonds ½ Prozent ein. Im Freiverkehr lagen Renten ¼ bis ½ Prozent leichter. Aktien geschäftslos und wenig verändert. Aleranderwerk 24¼ bis 25½, Aku 57—58, Humboldt 65 bis 67. Mansfeld 76 bis 77 und Wintershall 94 bis 95. Eine Belebung des Geschäftes konnte sich im Verlaufe nicht durchsetzen und die Kurse gingen erneut um Bruchteile eines Prozentes zurück. Der Einheitsmarkt hatte gleichfalls nachgebende Tendenz. Versicherungen teilweise etwas höher. Von Pfandbriefen Westböden um ½ und Rheinboden bis ¼ Prozent rückgängig. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen bei 97 bis 98. Die Börse schloß lustlos. Versicherungen: Aachen=M. F. 11456, Aach. Rückv. 2286, Agr. See Fl. L. 3206, All. u. Stuttg. V. 1986, Colonia Feu. 1316, Colonia Rück. 2506, Gladb. Feuer 6750, Köln. Hagelv. 986, Köln. Lloyd 220G, Köln, Rck. gr. 1120G, kleine 756, Victor. Berlin 10106. Devisen-Kurse (in Reichsmarkt Wirtschaftsnotizen Da die Frist für die gegenwärtige Marktregelung im Zementgewerbe abläuft, sind Verhandlungen im Gange, die sich auf Außenseiter, die Beibehaltung der gegenwärtigen Bindungen, die Aufrechterhaltung des Neubanverbotes usw. beziehen. Im übrigen ist eine wertere Preisherabsetzung für Portlandzement für Anfang nächsten Jahres geplant. Der Londoner Goldpreis beträgt am 22. November 1934 für eine Unze Feingold 139 sh 2 d gleich 86,5617 RM., für ein Gramm Feingold demnach 53,6917 d gleich 2,78302 RM. Wie„Cesko Slovo“ erfährt, sollen die Eisenwerke in Witkowitz(Mähren) eine große sowjetrussische Bestellung auf verschiedene Bleche und Schienen erhalten. Es handelt sich um Aufträge in Höhe von einigen zehn Millionen Tschechokronen. Das Blatt schreibt, daß dies wahrscheinlich eine Folge der Zurückziehung sowjetrus sischer Aufträge bei der polnisch=oberschlesischen Schwerindustrie sei. Durch diese Bestellungen würden einige Abteilungen der Witkowitzer Eisenwerke für ein ganzee Jahr Beschäftigung finden. Liverpooler Makler bieten, wie gemeldet wird, der braf lianischen Regierung die Lieferung von Kriegsschiffen an, wobei die Zahlung des Gegenwertes zur Hälfte in Geld und zur Hälfte in Baumwolle erfolgen soll. Wagengestellung der Reichsbahn am 20. November 1934: Ruhrkohlengebiet 22 900, Nachener Steinkohlenbezirk 2492, rheinisches Braunkohlenrevier 4052; gefehlt haben keine. Colonia Aölnische Feuer= und Kölnische UnfallVersicherungs=AG., Köln In einer AR=Sitzung wurde berichtet, daß sich die Prämieneinnahmen bei der Gesellschaft bisher im lau senden Jahr befriedigend entwickelt hätten, wenn sie auch noch nicht ganz die Höhe des Vorjahres erreichten. Die sinnahmen in der Feuer- und in der Unfallversicherung gestalteten sich etwa gleichlausend. Der Schadensverlauf wird im allgemeinen als normal, bei der Feuerversicherung als etwas günstiger bezeichnet. Besondere große Schadeusfälle waren nicht zu vermerken. Gothaer Feuernersicherungsbauk übernimmt Bremer Spiegelglasversicherung Die Mitgliedervertretungen der Gothaer Feuerversicherungsbank AG., Gotha, und der Bremer Spiegelglaeversicherung AG.. Bremen, haben den zwischen den eiden Firmen abgeschlossenen Fusionsvertrag einstimmig genehmigt. Danach löst sich die Bremer Gesellschaft auf, und ihr gesamter Versicherungsbestand wird mit dem sonstigen Vermögen sowie den Verpflichtungen auf das Gothaer Unternehmen übertragen. Der Fusionsvertrag bedarf noch der Zustimmung des Reichsaussichtsamtes eur Privatversicherung. Warenberichte Berliner Großmarkt für Getreide und Futtermittel Amtliche Notierung in RM. für 1000 Kilo: Märk. Weizen 76 bis 77 Kilo frei Berlin 204. Preisgebiete.5 Reichsbank-Diskont: 4% 193, W 6 194, W 7 195, W S 196, W 9 198, W 11 200, geletzl. Mühleneinkausspreis plus 4 RM.; märk. Roggen 71 bis 73 Kilo frei Berlin 164, Preisgebiete R 5 153, R 6 154, R 7 155, R S 156, R 9 158, R 11 160, gesetzlicher Mühleneinkaufspreis plus 4 RM.; Braugerste, neu, seine frei Berlin 213—220, ab märk. Station 204—211, Braugerste, gute, frei Berlin 203—212, ab märk. Station 191—20., Industrie=Sommergerste frei Berlin 195—200, ub märk. Station 186—191, Futtergerste, 59 bis 60 Kilo, Preisgebiete G 5 153, G 6 154, G 7 156, G 8 159, G 9 161; märk. Hafer, Durchschnittsqualität, 18 bis 49 Kilo—. Preisgebiete H 4 147. 5 7 151, H 10 154, H 11 156, H 13 159, H 14 161; Weizenmehl, Type 790, 100 Kilo brutto einschl. Sack, Preisgebiete 5: 26,65, 6: 26,80, 7: 26,95, 8: 27,10, 9: 27,10, 11 27,70, mit 10 Prozent Ausland 1,50 RM., mit 20 Prozent Ausland.00 RM. Aufgeld; Roggenmehl, Type 997, Preisgebiet 5: 21,65, 6: 21,75, 7: 21,90, 8: 22,05, 9: 22,35, 11: 22,65; Weizenkleie, Preisgebiet 5: 11,10, 6: 11,15, 7: 11,20, 8 11,25, 9: 11,40, 11: 11,50; Roggenkleie, Preisgebiet 5: 9,55, 6: 9,60, 7: 9,70, 8: 9,75, 9: 9,90, 11: 10.00; für 50 Kilo ab Station: Viktoriaerbsen 35—37, Ackerbohnen 12,00—12,50, Wicken 11,50—12, Lupinen, blaue 7,75—-8,25, dito, gelbe 9,75—10,50, Leinkuchen, Bas. 37 Pro zent, ab Hbg. 7,65 inkl. 1,30 RM..=., Erdnußkuchen, Bas. 50 Proz., ab Hbg. 7,25 inkl. 1,45 RM..=., Erd nußkuchenmehl, dt. Mahlung 7,60 inkl..=., Trockenschnitzel ab Fabrik 4,35, extrah, Sojabohnenschrot, 45 Pro zent, ab Hamburg.50 inkl..55 RM..=., ab Stettin 6,70 inkl. 1,55.=., Kartoffelslocken Parität waggonfrei Stolp als Verladestation 8,60, Parität Berlin 9,15. Oele und Fette Hamburg. 22. Nov. Schmalz: Tendenz fest. American Stcamlard transito ab Kai 24½, American pure lard verschiedene Standardmarken raffin, per vier Kisten a 25 Kilo netto transito ab Kai 25½—26 Dollar, Hamburger Schmalz nicht notiert, Dänisches Schmalz Blasen 130 nom., dito Blocke 130 nom., dito Tierces 130 nom. Kronen für 100 Kilo cif Hamburg. Oele und Fette: Abgesehen von einigen Umsätzen in Rüböl zu 42,00 RM. für Speisezwecke blieb das Geschäft äußerst gering. Kokosöl Cenlon leichter.. Es notieren: Rüböl reines ohne Faß(für Speisezwecke) per November=Dezember 42,00 RM. für 100 Kilo, Kokosöl Cenlon sag inkl. Drums per November=Dezember 13/18/5 Pfund Sterling für 1016 Kilo. Sonst sind Preisveränderungen nicht eingetreten. Rizinusöl erste Pressung verzollt mit Barrels 47—50, dito zweite Pressung 44—45, Kokospalmkernöl Fettsäure inkl. Barrels 24,00, Schweinefette, je nach Farbe, inkl. Tierces prompt 30—36, Hammeltalg je nach Farbe inkl. Fastage prompt 32—50, Rindertalg prima inkl. Fastage prompt 32—36, dito secunda 26—27 RM. für 100 Kilo, Baumwollsaatöl techn. raffn. ägyptisch November=Abladung nom. 18/—/— Pfund Sterling für 1016 Kilo. R 13 23,85, R 12 23,70, R 11 23,55, R 9 23,45; Kommeß mehl(Roggenbackschrot), Type 1317, Abschlag auf die vorgenannten Basispreise 1 RM.; Roggenschrot, Type 1800, Abschlag auf die vorgenannten Basispreise 3,50 RM.; Weizenkleie, W 15 11,75, W 14 11,65, W 13 11,60, W 12 11,55, W 9 11,40; Roggenkleie, R 14 10,25, R 1. 10,10, R 12 10,05, R 11 10,00, R 9 9,85 zuzüglich 0,50 RM. Frachtausgleich für Empfangsstation gem. Anordnung der WV. Weizenmehl mit einer Beimischung von 20 Pro zent Auslandsweizen Aufschlag 3,00 RM. per 100 Kilo, mit einer Beimischung von 10 Prozent Aufschlag 1,50 RM. per 100 Kilo. Mühlenabfälle ab Mühle. Weizen vollkleie.50 RM. Aufschlag. Berliner Eiernotierungen Berlin, 22. Nov. Marktlage ruhig; Witterung trübe. Preise in Pfg. je Stück für waggonweisen Bezug fracht frei Berlin, verzollt und versteuert, einschl. Kennzeich nung, Verpackung und Banderolierung: Inlandeier G 1 vollfrisch S 12, A 11½, B 11, C 10¼, D 9½; G 2(frisch S 11½. A 11, B 10¼, C 9¾, D 9; aussortierte Inlandeier 9; Auslandeier Holländer, Dänen, Schweden, Bel gier S 11¾, A 11¼, B 10¼, C 9¾; Estländer S 11½, A 11, B 10¼, C 9¾; Bulgaren B 10¼, C 9¾; Ungarn A 11, B 10¼, C 9¾; Südslawen A 10¾, B 10¼, C 9¾; in= und ausländische Kühlhauseier: S 10½, A 410. B 9½. C 8¾. D 8. Viehmärkte Baumwollmärkte Hamburg, 22. Nov. Tendenz ruhig. Middling Uni versal loko 14,60(14,60 Dollarcents. Bremen, 22. Nov. Middling Universal 28 mm) loto 11,59(14,60) Dollarcents. Fruchthof des Kreises Mörs Mörs, 22. Nov. Es notierten in RM, für 100 Pfund: Feldsalat—8, grüner Wirsing 2,40—3,50, Rotkohl 4,80 bis 5,30, Weißkohl 1,50—1,80, Rosenkohl 14—18, Grünkohl 2,50, Zwiebeln 6,20—6,50, rote Möhren 2,00—2,50, Schwarzwurzeln—10, Aepfel 1 10—16, dito II—8, für 100 Stück: Treibhausgurken 35, Endiviensalat—9, Porree 1,90—3, Sellerie—15; für 100 Bund: Suppengrün 3. Tendenz: Mittlere Anfuhr, gute Nachfrage.— Nächste Versteigerung am Montag, dem 26. November 1934. Straelener Marktbericht Straelen, 22. Nov. Es notierten in RM. für 100 Pfd.: Sommerspinat—3,50, gelber Wirsing 1,80—3, Rotkohl 5 bis 6, Weißkohr 2,10—2,50, Rosenkohl 14—14, Grünkohl —2,50, Zwiebeln—7. rote Möhren—3, rote Beete 3, Schwarzwurzeln—9, Tomaten 10—18, Birnen 10—13, Aepfel 10—17; für 100 Stück: Sellerie—13, Porree 1,50—3, Blumenkohl I 25—40, dito II 10—20, Kohlrabi blau—3,60, Kopfsalat 1 2,40—11, dito II—4. Tendenz: Anfuhr gut, Nachfrage gut.— Nächste Versteigerung am 26. Nonember 1934, Dortmund, 22. Nov.(Zucht= und Faselviehmarkt.) Auftrieb: 508 Stück Großvieh, 158 Schweine, 55 Kälber. Handel war in guten Tieren rege, sonst langsam. Es notierten: Hochtragende und frischmelkende Kühe 1. Sorte 370—400, 2. Sorte 320—360, 3. Sorte 250—310, Rinder 190—320 RM. Beste Tiere über Notiz bezahlt.(SämtStandard liches zum Markt ausgetriebene Vieh ist gegen Maulund Klauenseuche geimpft.)— Auf dem Schweinemarkt war der Handel langsam. Es wurden bezahlt für—8 Wochen alte Ferkel 11—15,—10 Wochen alte 16—19, 10 bis 12 Wochen alte 20—30 RM. Hamburg, 22. Nov.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: 727 Ochsen, 247 Bullen, 1004 Kühe, 642 Quienen, 519 Schafe. Marktverlauf: Rinder mittel, Schafe mäßig rege. — Preise: Ochsen al) 36—39,, a2) 33—35, b) 27—32, c 22—26, d) 18—21; Kühe a) 31—36, b) 26—30, c) 22—26, d) 18—21; Quienen a) 31—36,b) 26—30, cl 20—25, d) 10—19; Färsen a) 34—40, b) 28—33, c) 23—26, d) 18—22; Schafe a2) 40—43, b2) 37—40, c) 30—36, d) 32—35, e) 25 bis 30, f) 12—17. Metallnotierungen Berlin, 22. Nov. Es notierten in RM. für 100 Kilo: Elektrolytkupfer wirebars(Feststellung der Vereinigung für die deutsche Elektrolytkupfernotiz) 39,50, Original= Hüttenaluminium(98—99 Prozent, in gekerbten Blöckchen) 144, dito in Walz= oder Drahtwaren 148, Reinnickel (98—99 Prozent) 270, Silber in Barren(900 für 1 kg sein) 45,00—48,00. Londoner Metalle London, 22. Nov. Kupfer gegen Kasse 26,68—26,75, Großmarkt für den Nährstand zu Dortmund##für 3 Monate 27,06—27,12, Elektrolytkupfer 29,87—30,12, Kupfer strong 58,00, Elektrowirebars 30,12, Zinn gegen Kasse 228,228,25, für 3 Monate 228,50—228,62, Settl.=Preis 228,25, Blei ausl. prompt 10,50, entf. Sicht. 10,50, Zink gew. prompt 11,81, entf. Sicht, 12,00, Aluminium 100, Platin 7,75, Nickel 200—205, Gold 139/2. Dortmund, 22. Nov. Es notierten in RM.: Westfäl Weizen, 76 bis 77 Kilo, gesetzlicher Erzeugerpreis Preis gebiet W 15 204, W 14 203, W 13 202, W 12 201, W 9 198; wests. Roggen, 72 bis 73 Kilo, gesetzlicher Erzeugerpreis Preisgebiet R 14 164, R 13 162, R 12 161, R 11 1h0, R 9 158; Hafer, 48 bis 49 Kilo, gesetzlicher Erzeugerpreis Preisgebiet H 19 166, H 18 165, H 16 163, H 15 162, H 14 161, H 13 159, Weißhafer Aufschlag 7 RM.; Futtergerste, 59 bis 60 Kilo, gesetzlicher Erzeugerpreis Preisgebiet G14 169, G 13 167, G 12 166, G 11 164, G 10 163.[Die Preise verstehen sich bei Getreide und Futtermitteln per 100 Kilo waggonfrei Dortmund, in Ladungen von 5000 Kilo. Die Preise für Häcksel verstehen sich per Zentner waggonfrei oder frei Fuhre Industriegebiet.) Weizenmehl, inl:, Grundtype 790, W 15 27,15, W 14 27,15, W 13 27,15, W 12 27,15, W 9 27,15, Weizenbrotmehl, Type 2000, Abschlag 7 RM.; Roggenmehl, inl., Grundtype 997= R 14 23,90, Berliner Wertpapierbörse vom 22. November Ruhrorter Frachten Frachtsätze von den Rhein=Ruhr=Häfen nach MainzMannheim 1,80, Frankfurt 1,95, Karlsruhe=Hanau 2,00, Aschaffenburg=Lauterburg 2,05, Straßburg 2,30, Rotter dam.25—1,30, Antwerpen=Gent 1,80, Brüssel 2,10, Lüttich 2,30 RM,; von den Häsen des Rhein=Herne=Kanals nach Mainz=Mannheim 2,00, Frankfurt 2,15, Hanau=Karlsruhe 2,20, Aschaffenburg=Lauterburg 2,25, Straßburg 2,50, Rot terdam 1,50, Antwerpen=Gent 2,00, Brüssel 2,30, Lüttich 2,50 RM. Schlepplöhne von den Rhein=Ruhr=Häfen nach St. Goar 0,54, Mainz 0,80—0,90, Mannheim 0,90—1 RM Lombard-Zinstuß: 0 22 20 22 70 Anleihen Dt Reichssch 23 6% dto 27 Anl des P: Reichs(Younganl.) Oi Aul Ausl Sch Ink! Ablös Sch (Altbes.) 6% Pr Staalsanl 29 7% dto. B1 11 F 6% dto 33 1. F 6% Dt Reichsbahn Sch R 1 % Ot Reichsp-Sch 8% Pr Landpfbr Gold R 19 8% dto 17/19 1% Pr Landpfbr Gold R 10 7% dto R 7 8% dio Goldkomm R 20.. 7% dto R 6 Rheinprovin: Aul Ausl sch West! Prov Anl. Ausl Sch 3% Rhernpr Ldbk. Goldpfbr S 3 5% Rheinpr Ldbk. Goldpfbr. 1/2 3% dto Komm 4 7% dto" 1a 1b 1% dto 7% dio„ 2 4% Westt Ldbk Pr. Doll. G. 89 96.25 96.37 104.5 103.20 — 103 100 80 100.30 94.75 91.75 96.25 96.25 68 75 68 90 48.31 89.75 96 37 96.25 104 60 100.30 101.29 102.90 100.80 100.29 94.75 96.25 96.75 91.75 88.90 86.81 90 .5 2% Westf Ldbk Pr Feing 25 7% dto. Feing 26 6% dto Feing 27 8% Westf C Pfbr R 2/8 8% Dutsburger Stadtanleihe 28 7% dio 26 7% Düsseldorfer Stadtanleihe Köln Stadtanl 6% Oberhausen 27 3% Rh-W Bodenkr. 0 Hyp Pfbr S 4 6 12. 10. 7% dio S 7, 9. 17 8% Rh-Westf Bod Komm 29 S 1 0% Westd Bodenkr 0 Pfbr Em 6 8% dto Em S 9 12 14 9% dto. Em 20/22 Banken 4llg Dt Credit-A Bk ei Werte Ber! Handelsges Commerz-u Priv.Bank Dt Bka Dise-Ges Di Hyp.-Bank Dresdner Bank Reichsbank Westd Bod. 91.5 91.5 90.5 90.25 84 e4 87.37 66.37 93 31 93 29 92 54 17 93 68.25 70 72.25 72.5 149.25 76.75 90.75 91.5 90.25 89.12 83.87 83.75 87 85.5 93.5 93.20 92 99.25 92.29 92.25 13.5 7 .75 68.25 70 11.5 73.25 4• 37 76 6 22. 20 Verkehr AG. f. Verkehr Reichsb. V. A. Hapag Ibg Süd Nordd Lloyd Industrie Accumulatoren Aku AEG Aschaff. Pap. Augsb. Nbg. Basalt AG. Bayr. Mot. Bemberg Berger Jul. Berl. Karlsruh Berl. Kraft u. Licht Braunk Brik. Brown Bov. Buderus Byk Gulden Charl. Wasser 16 Chemie IG Chemie 50%. Chem Gelsenk Conti Gummi Contl Linol Dalmler Di All. Telegr. DI Babcock Di Con Gas Ot. Erdol 75 62 113 62 27. 25 73.29 30 160 56.75 26.25 62.5 .5 21.7. 13 11 11.2 139.12 182.5 81.75 60 93.5 :4 124.25 131.25 :.62 44.62 117 2 83 117 99 76.5 113.37 28.25 39.25 58.12 26.5 63.5 64 13.75 129.5 137.5 113.5 116.5 139.75 182.5 82 2. 66. 94.5 ..5 146 133 30 45 118.25 .25 118.75 29.25 Div 20 Ot. Linoleum Dt. Spiegelgl. Dortm. Akt. Dortm. Ritter Dortm. Union-B. Dürener Met. Düsseldorf Dietr.-B " Hoefel-Br. „ Kammg. " Masch. Losenh Dyum. Nobel Elntr. Braunk. Eisenb. Verk. El. Licht-Kraft Eschw. Berg Farben 16. Feldmühle Felten-Guilleaume Ford-Motor Gelsenk. Br. Gerresh. Glas Ges. f el. 0. Gladb Wolle Goedhardt Gebr. Harp. Bg. Hein. Lehmann Hilgers Verzink Hind. Auft. Hochtlef Hoesch K. N. IIse Berg Jülich Zucker Kall Chem Kali Aschersl 60.5 90.5 146.25 117 70.12 107.25 115.5 .2 134.87 115.23 71.5 56 58 105.37 160 102.25 79.25 107.5 .12 101.5 127 10 60 25 91 149 180.5 38 71 168 107.87 116.25 5 136 117.25 11.87 43.5 57.12 58 106.12 102.25 60 79.37 101.5 74.87 150 109 Dir 0 2 10 12 0 6 0 0 0 .5 10 6 6 11 0 0 0 0 0 6 0 0 0 0 6 0 6 0 5 Klöckner Kölner Gas El. Kronprinz Küppersb. Lahmeyer Laurath Lindes Eis Lingner W. Mannesmann Mansfeld Marhütte Mittelstahl Mülheim Bg. Niederl. Kohle Osnb. Kupfer. Phoenix-Berg „ Brk. Pongs u. Zahn Preußengr. Rasquin Fb. Rh. Braunk. Rh Elektr. Rh Metall Rh. Spiegelgl. Rhein Stahlw Rhein.-Westf El. Rh. Kalkw. Roddergrube Rürgers W. Salzderr Schieß Defries Schleg Scharpens. 22 70 62 118 118.37 18.12 98 112.5 72 76 114 166.75 13.7. 88.5 50.5 211 99 2. 119.5 80 85.5 102.2. 92.5 20. 11 5 68 119 18 25 99 5 111 72.75 70 117.5 166 102 44 37 52 8 214 91.25 147 86 8 103 91 93.12 1 0. 66. 67.75 88 89.5 Schött. A. Schub Salzer. Schuckert& Co. Schwabenbräu Siemens-Halske Stolberger Zink Stollwerk Thüringer El Gas Tuch Aachen. Ver Böhlerst. Ver. Dt. Nickel Ver Glanzstoff Ver Stahlwerke Zypen u. W Zypen Ultramar Wasserw. Gelsenk. Westd. Kaufhof Westeregeln Wick Küpper Zellstoff Waldhof Versicherungen Aachen Münch. Rück Colon Feuer Gladb Feuer Kölner Hagel. Magd. Feuer „ Leben Nordst. Allg. 156.5 91.12 135.62 69 113 101.5 150 37.75 30 5 106 70 Dyr. 45 1150 428 —1 159 79 15 92 137.5 64 75 69 112 103 25 124 50 7: 106 45.5 0 10 6 7 0 .5 0 0 0 0 0 0 0 7 7 0 5 6 Antonia de Die große Exerzitienförderin in Südamerika Argentinien und Buenos Aires sind durch den Eucharistischen Kongreß allen Katholiken bekannt geworden. Vor 170 Jahren hatte dieses Land wie ganz Südamerika durch die Vertreibung der Jesuiten in religiös=sittlicher Hinsicht unglaublich gelitten. Aber Gott hielt in seiner Vorsehung bereits ein Mittel bereit, das die Schäden wenigstens einigermaßen aufhalten und wieder gutmachen sollte; es waren,— so widerspruchsvoll dieses klingen mag,— die ignatianischen Exerzitien. In klosterähnlicher Einsamkeit hatte er die Förderin der Exerzitien ausgerüstet mit aller Demut, allem Mut und Vertrauen, die notwendig waren zu dem großen Unternehmen. Denn es war kein geringes Wagnis. gerade die vorzüglichste und ureigenste Tätigkeit der verhaßten Jeiuiten fortsetzen zu wollen. Die auserwählte„starte Frau“ war die ehrwürdige Antonia de Paz,— vom Volk„Beate“ d. i. die Selige genannt; selbst hat sie sich den Namen Maria v. hl. Josef beigelegt. Etwa 20 Jahre führte Antonia ein ganz zurückgezogenes Leben. Bei der Vertreibung der Patres 1767 hörte sie Gottes Ruf: Leg Hand ans Werk der acist lichen Eneuerung und Rettung deines Volkes! Drei Jahre ringt sie im Gebete und prüft. ob der Ruf echt sei. Auf die Dauer darf sie so wenig wie einst die Propheten widerstehen. So legt sie dem Bischof ihrer Heimat den Plan vor; mit seinem Segen beginnt sie zu werben für den ersten Ererzitienkurs. Bald ist das erste Exerzitienhaus zu klein. Das offengelassene Jesuitenkolleg wird dafür eingerichtet. Es füllt sich immer wieder. Die Kurse zählen 100, 200 ja 400 Teilnehmer. Ein Kurs reiht sich an den andern— immer nur mit einem, zwei Tagen Zwischenpause. Die Exerzitanten werden umsonst ausgenommen. Woher nimmt Antonia nur die Mittel? Der Bischof hat ihr erlaubt. Almosen zu sammeln.„Alles läßt sich mit Almosen ordnen... Ich kann alle gut bewirten und auch für unvorhergesehene Auslagen aufkommen. Dabei bleibt immer noch soviel übrig, daß ich große Spenden unter die Armen zu verteilen vermag“. Ihre Schatzmeisterin ist U. Lb. Frau von den sieben Schmerzen.„Gehen Sie und bestellen Sie bei unserer Oberin(der Muttergottes), was Sie brauchen". Mit dieser Weisung schickt sie die Köchin zum Einkaufen. Ihr Vertrauen wurde nie zu schanden. M. Ankonia machte sich die Arbeit wahrlich nicht leicht. War eine Stadt durchexerziert, dann zog sie weiter nur mit einem Pilgerstab ausgerüstet, aller übrigen Mittel har. Ueberall begann sie aus dem Nichts aufzubauen. Waren die Leute für den Exerzitienkurs geworben. dann suchte M. Antonia die besten Prediger und Beichtväter der Stadt zur Abhaltung des Kursus zu gewinnen. In dessen geistlicher Leitung mischt sie sich in keiner Weise ein. Nur durch ihre Arbeit, ihr Gebet, ihre Bußwerke, höchstens gelegentlich ein aufmunterndes Wort sichert den geistlichen Erfolg. Die Tagesordnung ist die heute noch übliche. Bloß am Abend wird Gelegenheit gegeben zu gemeinsamer geistlicher Unterredung. Denn das Stillschweigen ist vielen lebhaften Südländern doch zu ungewohnt und die Kurse dauern ja volle acht Tage. Die Schlußandacht wird besonders feierlich gestaltet. Neun Jahre lang reiste M. Antonia durch Städte und Dörfer ihrer Heimatdiözese Tucuman. In der Heimat Santjago hatte sie begonnen, in Cordoba mußten 19 Kurse hintereinander gehalten werden. War eine Stadt zufriedengestellt oder versprach das Werk guten Fortgang ohne ihre Anwesenheit, dann zog die„Selige“ weiter. barfuß, nur von zwei Indianerinnen begleitet. 1779 begab sie sich nach Buenos Aires. der Hafenstadt. Damals, wie heute pflegte sich an solchen Orten neben dem Luxus alles Elend und alle sittliche Verkommenheit zu sammeln. Mein Pfad starrt von Dornen. Die Behörden sind mir nicht gewogen“. Auch der Bischof prüfte lange und behandelte, wie er selbst dem Papst berichtet, M. Antonia schroff und scheinbar ablehnend. Endlich gibt der Bischof seine Zustimmung und bald kann er melden:„M. Antonia eröffnete im August 1780 in unserer Stadt Buenos Aires ein Exerzitienhaus. Sie hat unter dem Volk sehr große Veränderungen zum Guten schon bewirkt und bewirkt sie noch. Er rühmt besonders den segensreichen Einfluß auf Veredelung des Ehelebens. Das Exerzitienhaus war bald zu klein, aber zumal die Frauen ließen sich nicht abweisen. „Es gab ein rechtes Gedränge. Mehrere trugen ein solch großes Verlangen nach den Segnungen der Exerzitien, daß sie lieber auf dem Boden schlafen, als den nächsten Kurs abwarten wollten.“ Alle Stände von Buenos Aires— Jungmänner, Männer, Frauen. Mädchen— wurden innerhalb acht Jahren durch die Exerzitienbewegung erfaßt. Man schätzt die Zahl der Teilnehmer dieser Zeit auf 70 000. Im ganzen hat M. Antonia über 100000 Menschen Missionsausstellung im Kölnischen Kunstverein vom 2. bis 16. Dezember Die von der Aachener Zentrale des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung veranstaltete Missionsausstellung zeigt unter vielen, allgemein völkerkundlichen Gegenständen besonders interessante religiöse Eingeborenenarbeiten aus allen Weltgegenden Wir sehen den verschiedenartigen und künstlerischen Ausdruck des Heidentums von den primitiven Negerarbeiten bis zu den vollendeten Kunstwerken des Fernen Ostens. Einen ganz besonderen Reiz hat aber die Betrachtung der ersten Zeugen einer einheimisch=christlichen Kultur in den Missionsländern. Man staunt als Europäer über die Möglichkeit, mit der beispielsweise der Negerkünstler direkt meisterhaft das Ziborium mit afrikanischen Ornamenten gestaltet und der Chinese ganz in der Art seiner Kunst das Bild der„Reinsten Mutter" festhält. WANE LUS OoF. Man erkennt, wie der Missionar bewußt das Volkstum benutzt, um aus dem Geistesleben der verschiedensten Völker einen neuen künstlerischen Ausdruck für das Christentum zu schaffen. Die einzigartige völkerkundliche Schau der Missionsausstellungen wurde von führenden Völkerkunde=Murcen anerkannt und durch wesentliche Förderung zum Aus druck gebracht. Der erstaunlich starke Besuch, den die Ausstellung bereits in mehreren Großstädten fand und das begeisterte Urteil aller Fach= und Laienkreise ließen die Ausstellung immer wieder als eine hochinteressante und gleichzeitig einzigartig lehrreiche Schau erkennen Aufgebaut und geleitet wird die Ausstellung von dem Bühnenarchitekten Sepp Schuller, der u. a Miterbauer des bekannten Aachener Missionsmuseums ist und auch in den Ausstellungen durch geschickte Aufstellung die verschiedenartigen Gegenstände den Besuchern näherzubringen versucht. M. Petrarca=Haus läßt sprechen über:„Die Kolonisation Roms und Italiens in Afrika Das Petrarca=Haus(Deutsch=Italjenisches Kulturinstitut) hat am Anfang dieser Woche sein Semester durch das erfolgreiche Symphonie=Konzert im Gurzenich eröffnet. Am kommenden Montag, 2. November, folgt im Hörsaal 3 der neuen Universität(20.15 Uhr) der erste große, öffentliche Vortrag des Wintersemesters. Für diese Veranstaltung hat das trarca=Haus eine der interessantesten Persönlichkeiten des publizistischen Lebens Italiens gewonnen: On. Franco Ciarlantini. Mitglied der italienischen Kammer. Schriftsteller, Verleger und Publizist. On. Ciarlantini spricht über die Spuren der Kolonisationstätigkeit Roms in Afrika und die traditionsbewußte Kolonialpolitik des neuen Italien, die den großartigen historischen Spuren des alten romischen Reiches folgt. Der Vortrag findet in italienischer Sprache statt; ein deutscher Auszug wird verteilt, so daß es den Besuchern der Veranstaltung, die der italienischen Sprache nicht ganz mächtig sind, ermöglicht wird, dem reichen Lichtbilder= und Filmmaterial zu folgen. Der Eintritt ist frei. für die Exerzitien gewonen. In den Kursen selbst machte man keine sozialen Unterschiede.„Die vornehmsten und verwöhntesten Damen der Stadt kommen im edlen Wetteifer zu den Exerzitie. ichmähen es nicht, sich unter die Armen und Niedrig ten zu mischen. Sie verlangen keine eigenen Vorträge. ondern wohnen den Unterweisungen und Betrachtungen bei inmitten armer Frauen, Indianerinnen und Negerinnen. Sie tun es, ohne dazu gedrängt zu sein. Wieder greift die„Selige“ zum Wanderstab. Montevideo und die Kolonie del Sacramento verlangen nach der Gnade der Exerzitien. M. Antonia soll dort Häufer einrichten. Die Unruhe eines hl. paulus überkommt sie.„Ich bin aller Schuldner“. Fünf Jahre bleibt sie in der Provinz. Dann ruft der Bau eines großen Ererzitienhauses sie nach Buenos Aires zurück. Die Mitarbeiterinnen sammeln sich zu einer klosterähnlichen Genossenschaft. M. Antonia ist die Mutter". Als sie ihr Werk begann, wurde sie viel verlacht, später von allen Guten viel verehrt, bei ihrem Tode 1799 tief betrauert. Seit 1917 ist sie von der Kirche der„Ehrwürdigen Dienerinnen Gottes eingereiht. Nochmals fragen wir erstaunt: Woher der große Erfolg? Gewiß Gottes Gnade hat einer heiligmaßigen Frau übermenschliche Kraft mitgeteilt. Aber di Gnade ist heute die gleiche und statt der einen Frau werben Papst und Bischöje unermüdlich für die Exerzitien. Der Erfolg war damals greifbarer. es war noch eine gläubigere Zeit. Heute ist an die Gleichgültigkeit weiter Kreise kaum heranzukommen. Dennoch gäbe es eins zu überlegen. Beste Provaganda für das Exerzitienwerk waren nach Ansicht M. Antonia die glückstrahlenden Altexerzitanten. Sine sie es auch in unseren Tagen, indem sie von ihrem Glück daheim erzählen? Sind sie es, indem sie im Glück der Exerzitienwahrheiten leben? Sind sie indem sie im Kreise ihrer Familien und Volkegenossen das Verlangen, den heiligen Neid nach gleichem Glück wecken? Gg. Weh S.., Aschaffenburg Im Monat November finden folgende geschlossene Laienexerzitienkurse statt: Männer: 24.—27. Viersen, 24.—27. Werl, 24—28. Vallendar, 26. 11.—.12. Im Geiste der kath. Aktion. Leutesdorf. Jungmänner: Steyl, St. Michael,—2 Gesellen. Essen=Borbeck: 26.11.—1. 12. Im Geiste der katholischen Aktion, Leutesdorf. Gymnasiasten: 30. 11.—4, 12. Abiturienten, Bergheim. Frauen: 20.—24 Essen=Borbeck, 26.—30. Bergheim, 27. 11.—1. 12. Rhede. 20 Jungfrauen: 26.—30. Wattenscheid=Höntrop. 26—30. Niederkassel, 27. 11.—1, 12. Essen=Bordeck, 27. 11. bis I. 12. Ehevorbereitungsexerzitien, Olpe. Haushälterinnen und Verwandte des Klerus: 26.—30. Vaals. Elisabetherinnen: 19.—23. Niederkassel. Statt jeder besonderen Anzeige. Se e (tott, dem Allmächtigen hat es gefallen, heute mittag 1 Uhr, meinen lieben her zensguten Gatten, unseren innigstgelieb ten Vater. Bruder, Schwager und Onke Herrn Fritz Cramer nach kurzem, schwerem Leiden, öfter ge stärkt mit den Heilsmitteln der kath. Kirche, im Alter von 58 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um. stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbiiebenen: Helene Cramer geb: Hüttermann Köln-Flittard. Köln Mulheim. Köln-Richl. Sand. Oberhausen-Sterkrade den 20. November 1934. Die Beerdigung findet statt am Samstag, dem 24. November, vorm..15 Uhr, vom Trauerhause Köln-Flittard. Leverkusener Str. 72, aus. Anschließend sind die Excquien in der Pfarrkirche daselbs:. Verbindung mit Omnibus-Linie 1 ab Brücken Vorplatz Mülheim.01 Uhr und.41 Uhr. IE A KI U IAN Lest den Neuen Tag Mi gng Zurück Dr. Alice Schiff (14831) Kinderärztin Köln-Lindenthal(15 213) EF R ICD Rhein Bro Iatsnsax Sättigt und Bil Noch einige Vorschläge für Geschenke! Verkauf im 3. Stock # 35 „* schmeckt auf! Rheinische Brotfabrik.m b. 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(15205 Heute: Opernhaus (Tel. 21 0S 21) 20 Uhr: Der Troubadour Preise N(.60-.-) 3. Aufführung der Mietreihe 5c Schauspielhaus (Tel. 22 60 48) 19.30 Uhr: „Don Carlos“ Preise E(0,60-.3. Aufführung der Mietreihe 58 Samstag, 24. November 1934 Der Wildschütz Musikal. Leitung: M. von Zallinger Inszenierung: Hans Schmid A. 19.30, E. 22.30 Preise N(.60-.-) 3. Aufführung der Mietreihe 6 c Sonntag, den 25. 18 Uhr: Lohengrin Preise E(.75-.0. 3. Aufführung der Mietreihe 7 c Der Stich in die Ferse Inszenierung; Alfons Godard A. 20. E. 22 Uhr Preise N(0,50-4,-) 3. Aufführung der Mietreihe 6 a November 1934 19 Uhr: Don Carlos Preise E(.60-5,0. 3. Aufführung der Mietreihe 7 a Reichshallen Tel. 21 55 05 Tel. 21 55 05 Heute Freitag 8¼ Uhr Gastspiel Agnes Straub Zum letzten Male Candids(13167) Samstag, 24. Nov. 8¼ Uhr Zum ersten Male: Spielereien einer Kalserin von Max Dauthendey Der stärkste Theatererfolg der diesjährigen Berliner Spielzeit Agnes Straub als Katharina I. von Rußland. 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Geöffnet von 10—1 —6 Uhr. Sonntags von 10—1 Uhr. Eintritt frei. Erzbischöfliches Diözesanmuseum, Domhof 8. gegenüber dem Stid portal des Domes(—18 Uhr.. Meisterwerke der hodenständigen christlichen Kunst, von ihren Anfängen bis zum 19. Jahrhundert Oeffnungszeiten: Sommerhalbjahr. 1. April bis 30. September; an Werktagen 10—17: an Sonn- und Feiertagen 10—13 Uhr. Winter halbjahr. 1. Oktober bis 31. März an Werktagen 10—16. an Sonn und Feiertagen 10—13 Uhr. Kammerlichtsptere Berrenrather Str. 182 Das Rätsel einer Nacht Cikos-Baroness(15 185) Roland-Lichtsniele Perrenrather Ner 381 Gold Der Doppelbräutigan Samstag, 24. Nor., mittags 12 Uhr, Köln, Pfandlokal Klapperhof 33: Herren und Speisezimmer, Oefen. Bilder. Fahrrad, Klaviere, Standuhr. 2 Grabsteine, verschied. Haus u. Büromöbel u. a. m. Gatzweiler. Obergerichtsvollz. in Köln.(15 165 2 Frauen um Chopin Regie: Geza von Bolvary. Die Darsteller der Handlung: Wolfgang Liebeneiner Hanna Waag, Sybille Schmilz Guslav Waldau, Erna Morena, Paul Henckels, Richard Romanowsky. Eine Filmhandlung voll Humor und Dramatik, voll Anmut und Tragik. Im Vorprogramm ein fideles Lustspiel: Zwei Fabein von Latonlaine Kulturfilm—. Eine Welt im Schrank und die Ula-Tonwoche. Kammerspiele ab 11 Uhr geöffnet Kinos für Jedermann Severi straße 126 Maskerade(15 180) Lottchens Geburtstag 21 Weidengasse 34 — Frenndin eines großen Mannes 27 Kle 3 Nippes 2 Glück Straße 164 Madel Neußer Die große Zarin Man uchme Skala-Theater Herzogstraße Freundin eines großen Mannes Revolution der Jugend Vergnügungen Besuchen Sie: KAISERHOF Kabarett und Tanzpalast CHARLOTT und CHERIE intime Bar BURGHOF Biervariete für Alle CAFE WIEN am Ring GROSS-KöLN Revue u. Variete-Theater 14182 Am Freitag, dem 23. November 1034. sollen versteigert werden: 1. 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Obergerichtsvollz. in Köln.(15 169[Gürzenichstraße 19, Echtes Inlaid-Linoleum Coupons und Partie p. am .75 .95 Schmitz& Zündt sgenüber dem Stad haus Freitag, 23. November 1934 Bunke Reihe im Sport Daß an einem Rennen auf einer ausländischen Bahn allein acht deutsche Fahrer teilnehmen(wobei es sich keineswegs um einen Länderkampf oder dergl. handelt), dürfte wohl einzig dastehen. Die Kopenhagener Bahn sieht für das heutige Dreistundenrennen, das als letzter Renntag vor dem 2. Sechstagerennen, das am 30. November beginnt, steigt, nicht weniger als acht deutsche Rennfahrer im Wettbewerb. Es fahren: Funda Pützfeld, Ehmer Rieger, Tietz Lehmann, Falck Hansen Rausch, Buschenhagen Buysse und dazu noch eine Reihe von Ausländern. * Innerhalb eines Klubkampfes der Krefelder Schwimmvereine gegen die Marine=Stationsmannschaft der Ostsee, Kiel, will die Europameisterin im Brustschwimmen, Martha Gennenger, den deutschen Rekord über 500 Meter angreifen, nachdem bereits die Bestleistung über 200 und 400 Meter in ihrem Besitz sind. * Der deutsche Tennislehrermeister Hans Nüßlein bestätigte in London beim internationalen Turnier der Berufsspieler nochmals, daß er zurzeit der beste Tennisprofessional der Welt ist Nüßlein schlug zunächst den französischen Exweitmeister Martin Plaa glatt:4,:0,:1 und traf dann auf Tilden, der Barnes:0,:3, 611 ausgeschaltet latte. Der Deutsche kämpfte mit dem Amerikaner über fünf Sätze und siegte:6,:1,.7,:2,:4. Die letzte Entscheidung dürfte zwischen Nüßlein und Vines liegen. * Am Mittwochabend wurde in Antwerpen eine Boxveranstaltung aufgezogen. Der spanische Schwergewichtler Gastanaga, der für den 30. November nach Berlin verpflichtet ist, traf auf den früheren Europameister Vierre Charles=Belgien, der über zehn Runden den Spanier nach Punkten schlagen konnte. * Der frühere deutsche Doppelmeister im Fliegenund Bantamgewicht, der Kölner Willy Metzner, wurde von Kid David in der sechsten Runde ent scheidend besiegt. Metzner litt noch unter den Nach wirkungen seines Münchener Kampfes und war so stark gehandicapt. Nationalmannschaft schlägt Berlin:2 Zur Nachahmung empfohlen! Schalke 04 stiftet 1000 Mark für das WHW Eine vorbildliche Tat darf vom Deutschen Fußballmeister aE Schalke 01 gerühmt werden. Die Knappen spielten am Bußtag auf eigenem Boden gegen die heimische Union. Leider war aber das Wetier durch den Nebel so schlecht, daß die erwarteten Zuschauermassen nicht kamen. Immerhin brachte dieses Spiel 475 Mark ein. Den Schalkern war dieser Betrag aber zu gering. Der Deutsche Mei ster griff in die eigene Tasche und legte noch 1000 Mark dazu, so daß der örtlichen Organisation der Winterhilfe runde 1500 Mark zugsführt werden konnten. Boxsport Boxabteilung Eintracht Trier 06 Die Boxabteilung des Svortvereins Eintracht Trier liegt an Leistungen besser im Rennen als die Gauligamannschaft des Vereins. In den letzten Kämpfen zeigte die Staffel beachtliches Können. So wurde der Start in Diekirch(Luxemburg) ganz groß erledigt. 11:3 konnten die Trierer siegen. Darauffolgend trat die Staffel gegen Kaiserslautern an. Auch hier kam es zu einem Siege für Trier. Nachdem die Staffel dann zwei Kämpfe in Barmen— :6 Verlust— und in Leverkusen(Leverkusen verstärkt durch Mülheimer Boxer), 11:3 Sieg erledigte, trat sie am vergangenen Sonntag in Trier gegen Boxclub Kreuznach an. Die Leute aus der Bäderstadt mußten ebenfalls gegen die Trierer mit 13•3 die Segel streichen. Der ausgezeichnete Berliner Torwart Valinski fauster die von Kolierski hereingen Flanke, trotzdem er hart bedrängt wird, ins Feld zurück Rheinland ringt gegen Westfalen Großkampf der Auswahlmannschaften im Mülheimer„Rheinberg“. Sonntagnachmittag 17 Uhr kommt im„Rheinberg“ in Mülheim der mit größter Spannung erwartete, schon traditionell gewordene Totensonntagskampf Gau Mittelrhein— Gau Westfalen zum Austrag. Gerade dieser Kampf der beiden repräsentativen Mannschaften hat seine Geschichte und sand besonders im westdeutschen Kraftsportlager auch stets größte Beachtung. Von den bisher ausgetragenen 10 Begegnungen konnte Westfalen sieben gewinnen, während Rheinland erst dreimal als Sieger die Matte verlassen konnte. Im vergangenen Jahre konnten die Gäste in Mülheim einen knappen:=Erfolg erringen und beim Rückkampf im März dieses Jahres gab es in Hörde sogar einen hohen 12:=Sieg der Westfalen. Die Rheinländer, die auf eigener Matte meist erfolgreich waren, werden nun am kommenden Sonntag versuchen, die„Bilanz“ dieser Kämpfe etwas günstiger zu gestalten. Lassen wir zunächst die beiden Mannschaften einmal aufmarschieren: Rheinland: Westjalen: W. Möchel(Mülheim)— Rösler(Hohenlimburg) Nettesheim(Köln)— Bischoff(Dortmund) Schwartzkopf(Kobl.)— Weitart(Hörde) O. Möchel(Mülheim) Marquart(Dortmund) Drewing(Köln)— Scharfe(Hörde) Audersch(Köln)— Liebern(Dortmund) Roggenbuck(Köln)— Muß(Hörde) Und die Siegchancen...? Die Westfalen, die noch stets in den letzten Jahren durch Hörde 04 oder Heros Dortmund den Deutschen Mannschaftsmeister stellen konnten, rücken auch diesmal wieder mit einer recht starken Mannschaft heran. Wenn auch„Kanonen“ wie Europameister Sperling. Kampfspielsieger Neuhaus und Deutschmeister Heit mann in der Mannschaft unberücksichtigt blieben und mit Bischoff, Marquardt und Liebern sogenannter Merkens—van Vliet! Weltmeisterschaftsrevanche! Das große internationale Radrennen in der Rheinlandhalle am 1. Dezember hat eine sensationelle Programmbereicherung erjahren. Wie uns aus Amsterdam gemeldet wird, hat der bekannte hollöndische Amateur van Bliet einen Vertrag unterzeichnet, am 1. Dezember gegen Merkens einen Revanchekampf auszutragen. In diesem menhang seien nochmals die im August in Leipzig ausgetragenen Weltmeisterschaften erwähnt, wo es benung, Merkens, in einem überraschend veriaufenen Vorentscheidungslauf aus der Hauptentscheirung um die Weltmeisterschaft auszuschalten. die beiden Gegner bisher noch nie in einem Revanchekampf in Deutschland zusammengetrossen ind, dürfte die Begegnung in allen Radsportkreisen lebhafteste Beachtung finden. Casadei hat Angst vor Eder Nun soll Huizenaar in Köln Eder boxen Beim Großkampftag am 8. Dezember in der Kölner Rheinlandhalle, der zugunsten der Winterhilfe veranstaltet wird, sollte unser Europameister Eder den Italiener Casadei boxen. Die Verhandlungen mit dem Italiener waren angebahnt worden, aber nach der schweren..=Niederlage seines Landsmannes Menabeni(der übrigens von Casadei vor zwei Monaten besiegt worden ist), hat Casadei Eder als Gegner abgelehnt. Da Eder aber mit einem vorzüglichen Könner boxen soll, will der Veranstalter den samosen Holländer Hulb Huizenaar, der Landesmeister ist, gegen Eder in den Ring bringen. Huizenaar ist einer der besten Weltergewichtler Europas und Eder würde gegen den Holländer bestimmt keinen leichten Stand haben. Neben der Endausscheidung zur deutschen Schwergewichtsmeisterschaft zwischen Werner Selle und dem Solinger Klein steht auch die dritte Paarung fest. Franz Düb bers wird mit seinem Landsmann Willi Tabat II durch die Seile klettern und im Ring beweisen, daß seine Ansprüche auf einen Titelkampf mit Stegemann durchaus berechtigt sind. Nachwuchs eingesetzt wurde, so muß man doch von vornherein nach der Papierform den Westfalen die besseren Chancen einräumen, da sie durchweg auf den einzelnen Posten etwas besser vertreten sind. Im Bantam haben die Gäste den vorzüglichen Rösler eingesetzt, der noch im Vorjahre sicher über Merscheidt erfolgreich blieb. Auch Kampfspielsieger Möchel wird gegen ihn einen schweren Stand haben. Der aus den Ausscheidungen als Sieger hervorgegangene Ehrenfelder Nettesheim müßte eigentlich gegen den Dortmunder Bischoff zu einem tnappen Erfolg kommen. Das Leichtgewicht muß man als den Hauptkampf des Tages bezeichnen. Der Koblenzer Schwartztop;, der noch am vergangenen Sonntag in Ludwigshafen mit bestem Erfolg in der deutschen Mannschaft rang (:1 gegen Ungarn), trifft hier auf seinen stärksten deutschen Gegner. Wir tipen auf Schwartzkopf. Nach der Papierform rechnen wir uns eine klare Chance des Mülheimer Exmeisters Möchel gegen Marquardt aus. Im Mittelgewicht wird der Kölner Drewing gegen Meister Scharfe kaum ankommen, wogegen man Audersch und Liebern als gleichwertige Ringer bezeichnen muß. Wie im Vorjahre, so wird auch diesmal wahrscheinlich die Entscheidung erst wieder im Schwergewicht fallen und da ist eben alles„drin“. Im Gewichtheben gibt es Ausscheidungskämpfe im Feder= und Mittelgewicht zwecks Aufstellung der KölA AE IER Monale an der Grenze des Wahnsinns Ein Vaier warlet auf sein Kind— Noiruf an die Entführer seiner Tochter In der überfüllten Halle eines Newyorker Hotels ging ein gramgebeugter Vater ungeduldig auf und ab. Immer noch hoffte er, daß jeden Augenblick sich ein Unterhändler der Entführer seines sechsjährigen Töchterchens ihm nähern würde. Der Mann, dessen ganzes Wesen hochgradige Nervosität verriet, war Alfred Distelhurst, der Chefbuchhalter einer Verlagsanstalt in Nashville im Staate Tennesee, dessen einziges Kind, die kleine Dorothy, am 19. September auf dem Nachhauseweg vom Kindergarten von Unbekannten geraubt und verschleppt wurde. Herr Distelhurst kam verflossenen Mittwoch aus Nashville in Newyork an. In seiner großen Sorge um das Schicksal des kleinen Mädchens gab er in einer vielgelesenen Zeitung eine Anzeige auf. Seither wartete er vergeblich auf Nachrichten von den Entführern seines Töchterchens. Nachts saß Distelhurst in seinem einsamen Hotelzimmer und betete zu Gott, daß ihn ein telephonischer Anruf der Kindesräuber erreichen möge. Tagsüber jegte er durch sämtliche dem Publikum zugänglichen Räume des Hotels. In der Halle, im Speisesaal, im Restaurant und in den Lese= und Spielsälen, überall harrte er sehnsuchtsvoll auf den Augenblick, der ihm ein Lebenszeichen seines geliebten Kindes bringen sollte. Distelhurst sah alle Menschen, die in seine Nähe kamen, erwartungsvoll an. Aber vergeblich hoffte er auf ein diskretes Kopfnicken oder einen vertraulichen Wink von seiten des Abgesandten der„Kidnappers". Nachdem die kleine Dorothy nun bald zwei Monate verschwunden ist, fürchtet man allgemein, daß sie von ihren entmenschten Verführern ermordet wurde. Aber der Vater hat die Hoffnung, sein Töchterchen lebend wiederzusehen, nicht aufgegeben. Er hat alles daran gesetzt, um einen Betrag von 5000 Dollar zusammenzubringen, die er bereitwillig den Unterhändlern der Entführer aushändigen will, wenn er nur als Gegenleistung sein Kind wohlbehalten in Empfang nehmen kann. Die seelischen Qualen, die die Kindesräuber den Angehörigen ihrer Opfer bereiten, können nicht herzzerreißender dargestellt werden, als durch das Bild, das dieser von banger Ungewißheit gefolterte Vater bietet. Distelhurst zermürbt sich mit Selbstvorwürfen. Ueber sich selbst erbittert, bereut er unendlich, die ersten Instruktionen der Kinderräuber nicht befolgt zu haben. Kurz nach dem Verschwinden des kleinen Mädchens erhielt der Vater die Weisung, unmittelbar nach Newyork zu kommen, wo er Dorothy auslösen sollte. Er ließ aber die Warnung der Banditen außer acht und verständigte die Behörden. Die Polizei nahm nun die Angelegenheit in die Hand. Distelhurst bestätigte den Vorschlag der Entführer und kündigte seine Ankunft in Newyork an, wo eine Verabredung an einer bestimmten Stelle und zu einer genauen Stunde getroffen war. Statt Distelhurst reiste aber ein Privatdetektiv, der die Rolle des Vaters der kleinen Dorothy übernahm. Die Banditen aber durchschauten den Trick und vermieden sorglich, in die ihnen gelegte Falle zu gehen. Später empfing der gepeinigte Vater ein Schreiben der Entführer, das auf die polizeiliche Aktion Bezug nahm. Es lautete:„Nichts zu machen. Wir wollen mit Distelhurst verhandeln. Wir kennen ihn persönlich und wissen, daß der Newyorker Herr ein Geheimagent war.“ Dorothy Distelhurst ist eine der acht Enkelinnen des Grundstücksmatlers H. E. Distelhurst aus Newark, der bei seinem Tode eine halbe Million Dollar zugunsten seiner Enkelkinder hinterließ. Der Reiter auf dem Meeresgrund Peter der Große im Baltischen Meernach Vor einigen Tagen ist in Riga ein estnischer Bergungsdampfer eingetroffen, der einige mächtige Metallbrocken an Bord hatte. Wenn man sie näher anschaute, dann ergab sich, daß sie Teile eines Denkmals waren, das zusammengebaut Peter den Großen auf einem Pferde darstellte. Das Bronze=Dentmal hatte stark Tang und Muscheln angesetzt Aber das wird sich beseitigen lassen. Man wird Peter den Großen zwar nicht auf seinem früheren Platz, doch immerhin in einem Museum aufstellen. Kein leichtes Stück— dieses Denkmal, weder dem Gewicht nach noch überhaupt. Schließlich hatte man es vom Meeresgrund herausholen müssen, wo es gut 19 Jahre geschlummert hatte. Und hier beginnt das unheimliche Erlebnis des Tauchers von Tallinn. Der Bergungsdampfer war von einer englischen Versicherungsgesellschaft veranlaßt worden, doch ein mal nach dem 2205 Tonnen großen Schiff zu suchen. das auf dem Wege von Riga nach Pelersburg im Jahre 1915 von einem deutschen=Boot versenkt wor den war. An Bord befanden sich mancherlei Wertsachen, die damals die Zarenregierung vor einer drohenden Besetzung Rigas durch die Deutschen in Sicherheit bringen wollte. Darunter waren auch die Glocken der Kirchen von Riga und eben das Denl mal Peters des Großen. Duflende Flugblätter Ein neuer Einfall amerikanischer Reklamemänner Es muß schon nicht leicht sein, sich als Reklamechef in Amerika zu betätigen! Gibt es eigentlich noch eine Idee, von der die Propagandamänner Amerikas nicht Gebrauch machten?— Ja, es gibt noch eine— eine wunderbare, die durchschlagenden Erfolg haben muß. wenn man das nötige Kleingeld in der Tasche hat. Da hat sich jetzt eine Firma aufgetan, die den Geschäftsleuten Flugblätter mit herrlichem Geruch anbietet. So duftet beispielsweise der Reklamezettel einer Schokoladenfabrik, auf dem eine Tafel Schotolade zu sehen ist, stark nach diesem leckeren Naschwerk. Reklamezettel für Kaffeefirmen riechen nach startem Motka. Fruchtsaftreklamen atmen den Duft der herrlichsten Früchte aus. Am leichtesten haben es selbstverständlich kosmetische Firmen; denn ein Stück Papier zu parfümieren, ist noch am leichtesten. Diese Unter- Ein Taucher kommt schreckensbleich oben Als nun in der Nähe der vermutlichen Fundstelle ein Taucher herabgelassen wurde, dem man nichts von dem Denkmal an Bord des Schiffes erzählt hatte, zog er plötzlich an der Signalleine höchsten Alarm. Man holte ihn hoch. Ein schreckensblei ches Gesicht schaute aus dem Helm hervor. „Da unten— auf dem Boden des Meeres geht ein Reiter um..“ stöhnte er. Er hatte auf dem Wraa einen Reiter zu Pferde gesehen, der sich auf ihn zu bewegte. Diese Bewegung war natürlich eine Täuschung gewesen, die durch das Wasser und seine Bewegung hervorgerufen wurde, ferner wohl auch dadurch, daß sich die am Kopf des Reiters und des Pferdes festsitzenden Tangjäden sich mit der Strömung bewegten. Erst nach einigen Tagen hatte sich der Taucher von seinem Schock erholt. Als man sich jetzt daran machte, das Denkmal emporzuholen, ergab sich, daß der Kran an Bord des Schiffes zu schwach war. Man mußte also den geheimnisvollen Reiter auf dem Meeresgrund zerlegen und in Stücken zur Oberfläche emporholen. Jetzt wird man ihn also zieder zusammensetzen, den großen bronzenen Peter den Großen vom Grund des Baltischen Meeres. Der Taucher aber wird ihn sein Lebtag nicht vergessen Dafür war der Eindruck zu unheimlich— und doch so erklärlich nehmen werden wohl auch auf die Mithilfe der Reklamegesellschaft verzichten, wenn diese ihre Idee nicht unter Schutz stellen ließ. Aber nicht nur Lebensmittel= und Hautpflegeunternehmen bekommen derartige Angebote von der Reklamegesellschaft, sondern auch andere, die eigentlich nichts Duftendes zu bieten haben. So erhielt beispielsweise eine Versicherungsgesellschaft ein Angebor von Brandgeruch ausströmenden Reklamezetteln. Eine Automobilgesellschaft soll nach Benzin duftende Flugblätter ausgeben. Ob Düngungsmittelunternehmen von der Reklamegesellschaft mit einem Angebot bedacht wurden, ist nicht bekannt geworden. Jedenfalls dürften ihre Reklamezettel kaum werbend wirken. Ebenso schwer denkbar ist es, daß der Bandgeruch für die Versicherungsfirma, und der Benzingeruch für die Autofirma werbend wirken. Vor allem haben die amerikanischen Reklamemänner damit bewiesen, daß sie noch nicht am Ende ihrer Einfälle sind. Rübezahl besucht Berlin Eine schlesische Trachtengruppe hat Berlin unter Anführung von„Rübezahl“ einen Besuch abgestattet. Unser Bild zeigt den Herrn des Riesengebirges in seinem langen wallenden Bart, während er einem Berliner Schupo vor dem Brandenburger Tor die Hand drückt. O selig. o selig, ein„Filmkind" zu sein Hollywood baut eine Kinderstube— Was im Vertrag des jüngsten Filmstars steht... Shirley Temple, der fünfjährige amerikanische Filmstar, ist im Augenblick die populärste und wichtigste Persönlichkeit von Hollywood. Und weil sich die Formulierung eines Filmvertrages mit der Größe des jeweiligen Startums aufzubauen pflegt, so kann sich die jüngste Filmprominenz unbedingt rühmen den umfangreichsten wie eigenartigsten Vertrag zu besitzen, der überhaupt bisher abgeschlossen wurde. Die Eigenart liegt hier weniger im Materiellen wie im Ideellen: die Produktionsgesellschaft hat sich nämlich vertraglich verpflichtet, dem„Filmkind“ seine hochwertige, wie hochgewertete Kindlichkeit im glänzenden Rahmen einer wahrhaft paradiesisch auszustattenden Kinderstube zu erhalten. An der allerschönsten Stelle des Geländes wird für Klein=Shirley mitten im Grünen sein eigener Bungalow erbaut, dem an allen Ecken und Enden die Charakteristik seiner kindlichen Bewohnerin anhaften soll. Also wird auch das bauliche Hauptaugenmerk der Schaffung eines wahrhaft idealen Schulraumes gewidmet, in dem der Miniaturstar auch während der Atelierarbeit Unterricht erhalten wird. Ein besonders eingerichtetes Ankleidezimmer wird ebenfalls der kindlichen Eigenart Rechnung tragen Dann hat die Fox Gesellschaft nach einem besonders festgelegten Vertragsparagraphen für die Unterhaltung des Kindes gesorgt, indem sie Spielsachen, Puppen, Bilderbücher und was sonst noch dazu angetan ist, eines Kindes Herz zu erfreuen, in jeder gewünschten Art und Menge zur Verfügung stellen. Eine Schwester oder Pflegerin ist des Kindes ständige Begleiterin bis ins Aufnahmeatelier, falls die Kleine nicht die mütterliche Begleitung vorzicht. Die Mutter ist ebenfalls vertraglich als Kindespflegerin verpflichtet. Filmvertraglich neu ist auch das Servieren der Mahlzeiten im eigenen Hause. Man will dadurch verhindern, daß das Kind durch den Umgang mit Erwachsenen, allzu verwöhnt und altklug wird. In psychischer wie in physischer Beziehung ist man in gleicher Weise auf des Filmkindes Wohl bedacht. Aus diesem Grunde sollen jährlich nur zwei Filme gedreht werden. Zwischen diesen beiden Filmen wird eine größere Pause eingelegt und auch während der Filmtätigkeit gibt es Tage, an denen Shirley„filmfrei“ hat. So wird in einem prächtigen Gacten ein zartes Menschenpflänzchen betreut und hochgezüchtet. Wohl behütet von der rauhen Außenwelt— auf daß kein böser Reif auf die holde Knospe fällt— soll sie blühen und gedeihen. Und wenn dann die grellen Jupiterlampen aufflammen und der Regisseur„Aufnahme“ ruft, dann wird all diese liebliche Kindheit auf die Leinwand projiziert, auf daß eine Welt sich daran erfreue. Klein=Shirley, wenn dein Beruf bloß nicht verfehlt ist!! Bratschellfische, Pld.5 Rotbarsch, o.., Pd.-25 Kabellau, o.., Pd. 25 Schellfisch, o.., I0.-.40 Kabeljau=Filef, Pld.38 Deutsche Heringe, 10 Stuck25 Vollheringe nur Milchner 10 Stück-.78 Kieler Bückinge und Sprotten zum niedr. Tagespreis. Haushalt-Gemüse mit getr. Erbsen. ½/1 Oose“.50 Gem.-Erbsen.Möhr. ¼ Os..50 Leipziger Allerlei Ig. Schnittbohnen Ig. Brechbohnen Ig. Wachsbohnen Ig. Dicke Bohnen Grune Bohnen 1 Dose78 1 Dose48 ¼1 Dose.50 1/ Dose—.60 Oose5 Oese.75 Auszugmehl 5 Pfund-Beutel 1. 10 Graupen Pfund Haterflocken Linsen- Pfund.38, Gelbe Erbsen, Pid. Weite Bohnen, Pid.Reis, Pld.30.-.25. Meisqries Weizengries, mitte Westfälische Plockwurst Pfund 113 24.—22.-.1 7 Pfund.25 30.-.25.-.20 45.—40—.35 25.—.20.-.1 7 20.-.17.15 Pfund.25 Pfund5 Salatöl — Liier Westtal. Zervelatwurst Pfund.30 Westtal. Salam: Pfund.30 Westfal. Schlackwurs! Pfund.35 Westf. Bauern-Mettwurst Pid..30 Blerwurst Pfund 185 Fetter ger. Speck. Pfundl78 Hann. Iopfsülze Pfund-.40 Allgäu Emmenthaler vollf., 45% Felt i. I. Sch.%.L Allgau Schmelzkase, halbfett, 20% Felt.I Schachtel-.1 5 Allgau Krauterkäse, halblett, 20% Feit J. I. Schachtel.1 5 Allgau Schweizerkase, vollfelt. 45% Feit i. I. Plond=.95 TiIsiter, 40% Felt i. I. Pfund=.85 Allgäuer Butterköse, 50% Feit i. I. Pfunc.00 Rindergoulasch Schokoladen-Printen ½/ Pfund-.30 Krauter-Printen.. ½ Pid.-30 Gewürz-Spekulatius UI8 Pid.-.30 Mandel-Spekulatius Ve Pid.-.60 Spitzkuchen m. Schok. ½2 Pfd.-50 Marzipan-Kartotteln ¼1 Pid.-.30 Persipan-Kartotteln 1/1 Pd.25 Eidotter-Vollm.-cnok. 1000—.25 Speise-Block-Schok, 220 g. fl.-45 Knoterich-Bonbons Pid.-.19 Walnüsse Pid.-6S.-4S.-.40 Haselnusse Pid.-.SO,-ab35 Krachmandeln. Pfund-.50 Tafel-Rosinen Pfund.--.80 Austral. Kaninchen gefroren, abgezogen, ausgen. St. Austr. Hasen i. Fell. gefr. Stück.95 Frisch gesch. Hasen.Fell Pid.-62 Hasen-Rücken... Pfund.25 Hasen-Keute— Pfund.15 Hasen-Pfeffer Pfund-.65 Mirsch-Ragout... Pfund-.65 Hirsch-Schulter o. Kn. Pfund=.95 Hirsch-Keule o. Kn.. Pfund.25 Hirsch-Rücken o. Kn. Pfund.40 Reh-Ragout Pfund-.65 Reh-Schulter—. Pfund.85 Reh-Keule Pfund.40 Hatermast-Gänse,-Enten,-Hühner mit Wieren. 429g Dose