für Köln- Stadt und Land Bezugsvreis: RM..—(einschließlich 38 Pfennig Beitrag zu den Zustellungskosten).— Erscheint wöchentlich siebenmal morgens.— Postbezug RM..—(einschließlich 45 Pfg. Postzeitungsgebühr und zuzüglich 42 Pig Zustellgeld der Post).— Durch höhere Gewalt hervorgerufene Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Rückerstattung des Bezugspreises. Sprechstunden der Redaktion: 12—13 Uhr.— Postscheckkonto: Köln Nr. 59000. Nr. 310 Verlag und Redaktion: Stolkgasse 25—31 Frs= De Voranzigen privater An se Wort 5 Pla, das ferte Ueberschrits„##ni. 21 u wort 10 Pfa., geschäftliche Wortanzeigen je Wort 8 Pfg., das fette Wort Fernsprecher: a) von 8 Uhr bis 20 Uhr: Sammelnummer 220301; b) nach 20 Uhr: Direktion 220302; Chefredaktion 2203 01; Sportredaktion 22 03 03. Sonntags die illustrierte Wochenendausgabe„Die Bastion“ kostenlos. Freitag, den 19. Oktober 1934 wort 10 Pfg., geschäftliche Wortanzeigen je Wort 8 Pfg., das fette Wort 20 Pfg.— Vereinsanzeigen, die nicht der Wirtschaftswerbung dienen, im Textteil 10 Pfg. je Millimeter: Sportanzeigen im Textteil 40 Pfennig je Millimeter.— Textanzeigen 80 Pfennig(Preisliste 5, Nachlaßstaffel). Einzel=Preis 15 Pfg. ür eilige leser Der Ertrag der Richard=Wagner=Wohlfahrtsbriefmarken der Reichspost für die Deutsche Nothilfe beläuft sich auf 825000 RM. Insgesamt wurden rund 21 Millionen Wohlfahrtsbriefmarken und Wohlfahrtspostkarten dieser Ausgabe verkauft, 8 Millionen mehr als im Vorjahre. Am Mittwochabend wurde an der Bahnstrecke Treuenbrietzen—Jüterbog der mit Arbeitern besetzte Anhänger eines Lastkraftwagens von einem Personenzug erfaßt und umgeworfen. Von den Insassen wurden vier getötet, sieben schwer und fünf leicht verletzt. Der Außenpolitiker des„Echo de Paris“, Pertinax, will an zuständiger Stelle die Versicherung erhalten haben, daß sich an der Außenpolitik Frankreichs unter der Leitung Lavals nichts ändern werde und daß insbesondere eine direkte Verständigung mit Deutschland hoffnungslos sei. Er befürwortet ein baldiges Abkommen mit Sowjetrußland und Verständigung mit Italien. Nach dem„Echo de Paris“ wird der französische Ministerpräsident nach dem Zusammentritt des Parlaments in beiden Häusern sogleich ein Sofort programm einbringen. Die Annahme dieses Programms werde die Bedingung für sein weiteres Verbleiben an der Spitze der Regierung sein. Reichsinnenminister Dr. Frick veröffentlicht einen Aufruf an die Beamten, Angestellten und Arbeiter im gesamten Reichsgebiet, in dem sie aufgefordert werden, sich am Winterhilfswerk zu beteiligen. Deutsche Kriegsschiffe besuchen ausländische Häfen Linienschiff„Schleswig=Holstein“ in Amsterdam, Panzerschiff „Deutschland“ in Scholtland 1* DRB Amsterdam, 18. Okt. Das Linienschiff„Schleswig=Holstein“ traf hier am Donnerstagmittag zu einem fünftägigen inoffiziellen Besuch ein. Der Einfahrt in den Hafen wohnte eine große Zuschauermenge bei, unter der sich auch marxistische Elemente befanden. Die Polizei war jedoch zahlreich zur Stelle und sorgte dafür, daß sich keine Zwischenfälle ereigneten. Das Hasengebiet ist unter verschärfte polizeiliche Bewachung gestellt worden. Bald nach der Ankunft der „Schleswig=Holstein“ begab sich deren Kommandant, Kapitän zur See Schuster, an Land, um dem Bürgermeister von Amsterdam, Dr. de Vlugt einen Besuch abzustatten. Das Panzerschiff„Deutschland“ ist Donnerstag zu einem nichtoffiziellen Besuch im schottischen Hafen Leith eingetroffen. Panzerschiff„Deutschland“(Kommandant von Fischel) ist das erste deutsche Kriegsschiff, das Schott land nach dem Kriege besucht. Die„Deutschland“ schoß beim Vorbeifahren an der Insel Inchleith Salut. Die Geschütze beim Edinburgh=Schloß erwiderten den Salut. Zwischen den deutschen und britischen Offizieren werden Höflichkeitsbesuche ausgetauscht. Konteradmiral Carls ging von der„Deutschland“, die sein Flaggschiff ist, an Land, um Konteradmiral Herdman Junes, dem befehlshabenden Offizier der schottländischen Küste, in Rosyth seine Aufwartung zu machen. Am Freitag wird der britische Konteradmiral auf der„Deutschland“ seinen Gegenbesuch abstatten. Der Marineattaché der deutschen Botschaft in London, Kapitän Wassner, befindet sich in Schottland. Er nimmt an den Begrüßungsfeierlichkeiten zu Ehren des deutschen Schiffes teil, dessen Besuch allgemein größtes Interesse findet. Reform Neues Staatsgrundgesetz Zwei Erblindungen durch Schwefelsäure Rache eines Trunkenboldes an Frau und Schwager DNB Kattowitz, 18. Okt. In der Wohnung der Familie Kroll in Groß=Pickar spielte sich eine entsetzliche Bluttat ab. Die Ehefrau des Arbeiters Aulich aus Scharley hatte ihren Mann verlassen, weil dieser sie in der Trunkenheit fortgesetzt mißhandelte und war zu ihren Eltern nach Groß=Pickar gegangen. Aulich begab sich nun in die Wohnung seiner Schwiegereltern, um seine Frau zurückzuholen. Als er sich wiederum zu Tätlichkeiten hinreißen ließ, stellte sich ihm sein Schwager entgegen. In diesem Augenblick zog Aulich eine mit Schwefelsäure gefüllte Flasche aus der Tasche und goß den Inhalt seinem Schwager und seiner Frau ins Gesicht. Mit schweren Verbrennungen wurden beide ins Krankenhaus geschafft, wo der Arzt feststellen mußte, daß beide Opfer des Anschlages das Augenlicht verloren haben. 10 Todesopfer der Nordsee Norderney, 18. Okt. In Norddeich wurden vier schon in Verwesung übergegangene Leichen von Ertrunkenen geborgen, die alle eine Schwim weste trugen. Eine Leiche wurde ferner auf Juist und drei weitere am Deich in Netzmersiel angetrieben. Bei einer der letzteren fand man Papiere, aus denen hervorgeht, daß sie der Mannschaft eines finnischen Fischloggers angehörte. Das Schiff ist, wie aus den Papieren hervorgeht, zwischen Antwerpen und London untergegangen. Man nimmt an, daß sämtliche Leichen zur Besatzung des Schiffs gehörten. Ferner wurden auf Norderney, östlich vom Leuchtturm, zwei männliche Leichen angetrieben. Eine war nur mit einem Kittel und Strümpfen bekleidet, während die andere über der Kleidung eine Schwimmweste trug. Polizisten mit der Rizinusflasche Drastischer Jugendschutz Edwardsville(Pensylvania), 18. Okt. Die hiesigen Ponzeibehörden haben drastische Maßnahmen eingeführt, um die Jugendlichen Edwardsvilles vor den Gefahren der Nacht zu bewahren. Sie haben angeordnet, daß Kinder unter 14 Jahren nach 9 Uhr abends nicht mehr die Straße betreten dürfen. Um dieser Anordnung Wirksamkeit zu verleihen, wurde weiterhin verfügt, daß die in den Straßen patrouillierenden Polizisten in den Abend= und Nachtstunden eine Flasche Rizinusöl mit sich führen. Treffen sie nach 9 Uhr abends ein Kind auf der Straße an, so haben sie ihm ordnungsgemäß einen guten Schluck dieses bei Kindern besonders unbeliebten Hausmittels zu verabreichen. Die Stadtdäter Edwardsvilles sind überzeugt, daß sie mit dieser Maßnahme in jeder Hinsicht einen durchschla genden Erfolg erzielen werden. Amerikanischer Baumwolldampfer bei Helgoland gestrandet Auf der Ostklippe der DRB Bremerhaven, 18. Okt. Bruttoregistertonnen große amerikanische Tul## novarova“. der sich mit einer Ladung von 180 Ballen Baumwolle von Panama auf der Fahrt na Bremerhaven befand, strandete am mittag auf der Ostklippe von Helgoland. Mehrere Schlepper sind von Bremerhaven zur Hilfeleistung ausgelaufen. Der Reichs= und preußische Juslizminister Reichsjustizministerium und preußisches Justizministerium vereinigt DNB. Berlin, 18. Oktober. Reichsjustizminister Dr. Gürtner, der gleichzeitig mit der Führung des preußischen Justizministeriums beauftragt ist, hat mit Zustimmung des preußischen Ministerpräsidenten Göring durch Erlaß vom 16. Oktober 1934 die Justizministerien des Reichs und Preußens mit Wirkung vom 22. Oktober 1934 zu gemeinschaftlicher Arbeit vereinigt. Die neue Behörde führt die Bezeichnung:„Der Reichs= und preußische Justi,minister". Der Staatssekretär im bisherigen Reichsjustizministerium Dr. Schlegel berger wird in Zukunft auch mit preußischen Dienstgeschäften, der Staatssekretär im bisherigen preußischen Justizministerium Dr. Freisler auch mit Dienstgeschäften des Reiches befaßt sein. Das gleiche gilt von den Beamten, Angestellten und Arbeitern der beiden bisherigen Ministerien. Die gesonderten. Haushaltspläne der beiden Mini sterien bleiben bis auf weiteres bestehen. Das beamtenrechtliche Verbältnis der Beamten der Ministerien bleibt zunächst unberührt; jedoch sind gemäß der Verordnung vom 19. Juli 1931 die Be amten des Reichsjustizministeriums verpflichtet, auch in Angelegenheiten des preußischen Dienstes, die Beamten des preußischen Justizministeriums auch in Angelegenheiten des Reichsdienstes tätig zu werden. Das gleiche gilt für die Angestellten und Arbeiter. Drahtseilkünstlerin 13 Meter hoch abgestürzt Todessturz vor den Augen ihres Mannes Neuyork, 18. Okt. In dem weltbekannten RoxyTheater stürzte die 26jährige Artistin Mary Lar kin=Dephil vom 13 Meter hohen Drahtseil tödlich ab. Die Artistin hatte am Schluß ihrer Nummer auf einem Einrad das 25 Meter lange Drahtseil zu überqueren. Kurz bevor sie die rettende Plattform erreichte, auf der ihr Mann sie erwartete, verlor sie die Herrschaft über ihr Rad und stürzte kopfüber in die Tiefe. Zahlreiche Zuschauerinnen wurden ohnmächtig, andere bekamen hysterische Anfälle, viele Besucher verließen das Theater. obwohl die Vorstellung fortgesetzt wurde. Das Artistenehepaar war vorher an verschiedenen großen Varieteebühnen Europas aufgetreten. König Alexander im Belgrader Schloß aufgebahrt Im Großen Saal des Alten Schlosses in Belgrad, der in eine Kapelle umgewandelt wurde, war König Alexander von Jugoslawien aufgebahrt worden. Neben dem mit der Landesflagge und den Orden des Ermordeten geschmückten Sarg hielten Offiziere die Totenwache. Die Neufassung des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse des Reichskanzlers und der Reichsminister, des sogenannten Reichsministergesetzes, die vom Reichskabinett in der Sitzung vom 16. Oktober verabschiedet worden ist, ist nicht, wie man vielleicht auf den ersten Blick hin meinen könnte, eine durch die veränderten Zeitverhältnisse bedingte Novelle zu einem bereits bestehenden Gesetz, sondern stellt vielmehr eine neue staatsrechtliche Rechtsnorm dar, die im Zusammenhang mit anderen Rechtsnormen und unter der Zusammenfassung einer Idee das neue Staatsgrundgesetz des neuen Volkes verkörpert. Insofern ist das neue Reichsministergesetz, auf Grund dessen die sofortige Vereidigung auf den„Führer des Deutschen Reiches und Volkes“ erfolgte, ein bedeutsamer Abschnitt der staatsrechtlichen Entwicklung des neuen Reiches. Die neue Vereidigungsformel ist insofern bedeutsam, als damit angedeutet wird, daß das Amt des Reichspräsidenten von dem des Reichskanzlers nicht zu trennen ist. Gleich den Reichsministern ist auch die Verantwortung des Führers gegenüber dem Reichstag entfallen. Adolf Hitler hat also, wie Staatssekretär Lammers in einem erläuternden Vortrag in einer Festsitzung der Berliner Verwaltungsakademie ausdrücklich unterstrich, beide Aemter auf Lehenszeit erhalten. Aus dieser Feststellung auf staatsrechtlichem Gebiet ergibt sich der Rückschluß, den auch Dr. Lammers in seiner Rede zog, daß die Weimarer Verfassung heute nicht mehr eine Verfassung im Sinne eines Staatsgrundgesetzes sei. Wenn so eine Verfassung formell auch nicht vorhanden ist, besteht doch der Zustand verfassungsrechtlich gültiger Rechtsnormen, zu denen z. B. das Gesetz vom 1. August 1934 über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches und das neue Ministergesetz vom 16. Oktober 1934 gehören. Es entspricht nationalsozialistischer Staatsauffassung, daß die Staatsführung durch die Aufstellung von Rechtsnormen genügend garantiert ist, es also einer ausdrücklich festgelegten Verfassung nicht bedürfe. Hier liegt das englische Beispiel nahe. Auch England kennt keine eigentliche Verfassung, und doch vollzieht sich sein staatsrechtliches Leben schon seit Jahrhunderten im Rahmen bestimmter Rechtsnormen, die genau so geachtet und befolgt werden wie die Bestimmungen einer geschriebenen Verfassung. Reichsminister Dr. Goebbels hat in seinen jüngsten Reden in Berlin und Köln bereits darauf verwiesen, daß nach der Durchführung der Einheit in den Spitzen der Ausbau nach unten nunmehr durchgeführt werden soll. Staatssekretär Lammers erklärte, daß diese Fragen noch der Beantwortung bedürften. Wir befinden uns also im Stadium einer werdenden Verfassung, deren Rahmen bereits durch die neuen Rechtsnormen gebildet wird. Organische Steuerpolitik In den Krisenzeiten der vergangenen Jahre hatten fast alle Steuergesetze so viel Ergänzungen erfahren, daß sie schon dadurch unübersichtlich geworden waren. Dazu kamen nun noch die Durchführungsverordnungen und die Sondererlasse des Reichsfinanzministeriums. Die Steuergesetze waren ein Buch mit sieben Siegeln geworden, das nur dem verständlich war, der sich als Spezialist in diese Materie eingearbeitet hatte. Hier ist jetzt der Anfang zu einer Besserung gemacht worden. Die neuen. Steuergesetze stellen, wie Staatssekretär Rheinhardt soeben ausführte, eine Vereinfachung von Sprache und Darstellungsweise dar, aber sie bringen auch eine Vereinfachung des Rechts und eine Entlastung der Verwaltung. Sie sind aber auch deshalb eine Reform von grundsätzlicher Bedeutung, weil in ihnen zum ersten Mal im größeren Maßstab bevölkerungspolitische Gesichtspunkte zum Durchbruch gekommen sind, die für unsere Volksentwicklung Entscheidendes bedeuten. Die Personalsteuergesetze bringen vor allem Erleichterungen für die kinderreichen Familien, und zwar sind diese Erleichterungen umso größer, je größer die Kinderzahl ist. Der dritte Gesichtspunkt, der für die Steuerreform entscheidende Bedeutung hatte, war der Gedanke, daß man mit Hilfe von steuerlichen Erleichterungen in die Lage gesetzt werden mußte, den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit erfolgreich auch in der kommenden Zeit weiterzuführen. Das gilt vor allem für die einheitliche Festsetzung der Umsatzsteuer im Binnengroßhandel auf 0,5 v. H. Bisher war es so, daß diejenigen Großhändler, die Läger unterhielten, 2 v. H. Umsatzsteuer zahlen mußten, während die Großhändler, die keine Läger unterhielten, steuerfrei blieben. Das führte zu stoßweisen Bestellungen in der Industrie, führte zu neuen Einstellungen und Ueberstunden. Nach Erledigung der Aufträge wurden alsdann die Arbeiter wieder entlassen, und von dieser ruckweisen Bestellung und Beschäftigung hatte niemand Nutzen. Auch bei den sonstigen Bestimmungen, die im Hinblick auf Ersatzbeschaffung gelten, ist Wert darauf gelegt worden, das Zweckmäßige mit dem Einfachen zu verbinden, um zu einem organischen Steuerwesen zu kommen. Ueberaus bedeutungsvoll ist die Feststellung, daß das, was bisher geschah und was in Zukunft geschehen wird, keinerlei Gefährdung der Finanzen bedeutet, sondern im Gegenteil ist infolge der Steuerermäßigungen mit einem Mehr an Steueraufkommen zu rechnen. Für das Jahr 1934 geht der Voranschlag auf 8850 Millionen Mark. Da etwa 200 Millionen an Schlachtsteuer noch abgerechnet werden müssen, so kann das Reich mit rund einer Milliarde Mehreinnahme rechnen. Die maßgebenden Stellen im Reichsfinanzministerium rechnen damit, daß das Steueraufkommen im Jahre 1935 noch wesentlich größer sein wird, als im Jahre 1934. Die neue Steuerpolitik hat die Bahnen rein fiskalischer Auffassungen verlassen. So einfach und selbstverständlich die ihr zugrundeliegenden neuen Ideen aber auch erscheinen, so kühn und zukunftsfroh sind sie, ein Ausdruck des Vertrauens in die schöpferische Kraft des deutschen Volkes, die durch die Steuerreform zugleich neu entbunden werden soll. Schmalzzoll ermäßigt DNB Berlin, 18. Okt. Der grundsätzlichen Linie der Agrarwirtschaftspolitik entsprechend ist jetzt auch der Schutz für die deutsche Schmalzerzeugung elastisch gestaltet worden. Der Zoll für Schmalz wirde von 100 Mark auf 40 Mark je Doppelzentner herabgesetzt. Außer diesem Zoll von 40 Mark wird ein beweglicher, den jeweiligen Verhältnissen laufend angepaßter Unterschiedsbetrag durch die Reichsstelle für Milcherzeugnisse, Oele und Fette erhoben, dessen Höhe so bemessen werden wird, daß der Verbraucher für Auslandsschmalz in kurzer Zeit nicht mehr als 90 Pfennig bezahlen wird. Bei Verwendung der für die minderbemittelte Bevölkerung ausgegebenen Fettverbilligungsscheine stellt sich dann der Preis für Auslandsschmalz auf 65 Reichspfennig je Pfund. Ein„Asiatischer Jugendverband“ in Japan Englandfeindliche Maueranschläge DNB. London, 18. Okt.„Daily Mail“ meldet aus Kobe(Japan): Am Mittwoch wurden in der ganzen Stadt an Mauern und Telegraphenstangen Flugblätter angeklebt, die die Aufschrift trugen:„Jagt die Engländer hinaus, die Störenfriede Asiens! Erhebt Euch und bestraft diese bösartigen Weißen!" Die Flugblätter stammen von einer Organisation, die sich„Asiatischer Jugendverband“ nennt. Die Inschrift bezieht sich auf einen Streit zwischen den japanischen Behörden und Ausländern, die Eigentum„auf ewige Zeiten“ erworben haben und den Standpunkt vertreten, daß sie keine Steuern zu zahlen brauchten. Der Streit ist schon seit vielen Jahren im Gange und hat im letzten Monat eine neue Wendung genommen, nachdem das Eigen tum von ungefähr 200 Briten, Amerikanern und Franzosen in Yokohama, Kobe und Nagasaki mit Beschlag belegt worden war. Insgesamt betragen die Forderungen der japanischen Behörden 50000 Pfd. Sterling. Die Ausländer berufen sich auf britische und französische Verträge mit Japan. Die Evangelischen in Oesterreich DNB. Wien, 18. Okt. In einer Rede in Eisen stadt kam der Landeshauptmann des Burgen landes, Sylvester, auf die jetzt immer häufiger erörterte Frage der Stellung des Staates gegenüber der evangelischen Bevölkerung zu sprechen. „Wenn wir uns alle“, so sagte der Landeshauptmann,„als aufrechte Katholiken zu unserer Religion bekennen, so sind wir dessen ungeachtet nicht undulosam. Es soll niemand wegen seiner Religionszugehörigkeit verfolgt werden. Das ist für uns ein Grundsatz. Aber an diesen Grundsatz knüpfen wir die Bedingung, daß sich Andersgläu bige genau so wie wir Katholiken, ehrlich und aufrichtig zum österreichischen Vaterland bekennen und ihm dienen. Niemand wird unterdrückt, niemand verfolgt wegen seiner Religionszugehörigkeit, aber wir werden alle jene, die ihre Hand gegen den Staat erheben, ohne Rücksicht auf ihre Religionszugehörigkeit verfolgen und unterdrücken“. Am Freitag Konferenz der Kleinen Entente Budapest und Prag NB Budapest, 18. Okt. Die erregte Stimmung der letzten Tage in der hiesigen Oeffentlichkeit ist einer abwartenden Haltung gewichen. Man will hier jetzt das Ergebnis der Freitagkonferenz der Kleinen Entente und die weitere Entwicklung des internationalen Kräftespiels abwarten, wobei die Hoffnung auf einen mäßigenden Einfluß der englischen Regierung zum Ausdruck kommt. Die durch den Marseiller Anschlag entstandene internationale Spannung wird von der hiesigen Oeffentlichkeit noch nicht als überwunden angesehen. Die Besorgnis, daß der tschechoslowakische Außenminister auch weiterhin die Demütigung und Isolierung Ungarns— Neubindungen der Kleinen Entente an Frankreich— betreibe, und in der allernächsten Zeit eine Verschärfung der italenisch=südslawischen Beziehungen eintreten könne, kommt in der Presse wiederholt zum Ausdruck. Die Prager Regierung, besonders die Person des Außenministers Benesch, ist dabei nach wie vor Gegenstand schärfster, oft persönlich gehaltener Angriffe. Gerüchtemacher käuschen eine französische Nachrichtenagentur Warnung des Innenministeriums DNB. Paris, 18. Okt. Die französische Nachrichtenagentur Radio ist in den letzten Tagen das Opfer gewisser Gerüchtemacher geworden und hat nunmehr Klage eingereicht, um die Verbreiter lügnerischer Nachrichten zur Verantwortung zu ziehen.— Am Dienstagnachmittag wurde einem Kunden der RadioAgentur in der Provinz in böswilliger Absicht der angebliche Tod des Senatspräsidenten Jeanneney mitgeteilt. Am Mittwoch verbreitete der gleiche oder ein anderer Gerüchtemacher, dessen fremdländische Sprechweise auffiel, bei einem Pariser Kunden der Radio=Agentur das Gerücht, von einem angeblichen Anschlag gegen den österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg. In beiden Fällen handelte es sich um Beisetzung des Königs Alexander Trauerfeier in der Belgrader Kathedrale— Ueberführung in die Kirche von Oplenatz DRB Belgrad, 18. Okt. Die Beisetzungsfeierlichkeiten für König Alexander begannen am Donnerstag um 8 Uhr in der griechisch=katholischen Kathedrale unter dem Geläut aller Glocken und unter Trauersalut der Land= und Schiffahrtsbatterien. Die kirchliche Einsegnung vollzog der Patriarch unter Assistenz der gesamten hohen Geistlichkeit der Hauptstadt. Da Zehntausende, die aus dem ganzen Lande gekommen waren, keine Unterkunft gefunden hatten, waren die Straßen schon die Nacht hindurch von einer gedrängten Menschenmenge gefüllt. Seit dem Morgengrauen kreisten unaufhörlich Bombengeschwader über der Stadt. Von der Kirche bewegte sich der Trauerzug um.30 Uhr am alten Schloß vorbei zum Bahnhof durch ein vielgliedriges lückenloses Spalier, das auf der einen Seite von der Armee, auf der anderen Seite von der Bevölkerung gebildet wurde. Der Trauerzug wurde durch ein mächtiges Kreuz und durch den Totenkuchen eröffnet, die von Gardeoffizieren getragen wurden. Dann folgte eine Abteilung Gardekavallerie in ihren blauen, rot verzierten Uniformen. Es folgten die Fahnen sämtlicher südslawischer Regimenter, eine Abteilung Gardeinfanterie in dunkelblauen Mänteln und schwarz=roten Feldmützen, eine französische Infanterieabteilung in hellblauen Uniformen und eine Marineabordnung. Großes Aufsehen erregte eine englische Matrosenkompagnie der Mittelmeerflotte, die mit gesenktem Gewehr im Zuge schritt. Rumänische Abteilungen folgten in blauen Blusen mit weißen Riemen und reicher Goldverschnürung. Tschechoslowakische Infanterie marschierte in steingrünen Mänteln vorbei. Die türkischen Soldaten waren von Kopf bis Fun in grau gekleidet. Das farbenreichste Bild bot das griechische Militär mit seinen schwarzen Opanken, weißen Trikothosen, bauschigen faltenreichen Röcken und roten Mützen mit schwarzen Quasten. Ihnen folgten Abteilungen der südslawischen Armee in Felduniform. Nach dem Vorbeimarsch der Soldaten und des Toten=Zeremonialmeisters mit den Rittern des Karageorge=Sterns erschien im Zuge die Geistlichkeit, unter ihnen auch die römisch=katholischen Erzbischöfe von Belgrad und Agram, der Bischof der Deutsch=evangelischen Landeskirche, Dr. Popp. Den Schluß bildeten die griechisch=katholischen Patriarchen und Bischöfe in goldstrotzenden Gewändern mit der Tiara. Tiefe Bewegung ging durch das Volk, als das Lieblingspferd des Königs, geführt von zwei Gardeoffizieren, vorbeischritt. Hinter dem Pferde trugen auf violetten Sammetkissen die höchsten Würdenträger des Heeres und der Marine die Kroninsignien: Die Krone, das Zepter, den Apfel, das Banner sowie den Degen des Königs. Lautes Weinen und Wehklagen kündigte das Herannahen der Lafette an, auf der der Sarg ruhte. Soweit es das Gedränge zuließ, warfen sich die Menschen auf die Knie. Die Lafette wurde nicht von Pferden, sondern von Gardesoldaten aller Truppengattungen gezogen. Der Sarg war schlicht. Die prächtigen Kränze wurden auf 30 schwarz verhängten Lastautomobilen der Lafette vorangeführt. Die größten unter ihnen wurden von Offizieren getragen, darunter auch die beiden Kränze, die Ministerpräsident Göring an der Bahre niedergelegt hatte. Hinter dem Sarge schritten in tiefstem Schwarz die Mitglieder der königlichen Familie, die Königin Maria von Südslawien, die rumänische Königinmutter und Prinz Paul in Zivil; der junge König Veter II. ging in Sokol=Uniform an der Seite seiner Mutter. Der königlichen Familie folgten die fremden Staatsoberhäupter, unter ihnen die Könige von Rumänien und Bulgarien sowie der Präsident der französischen Republik, Lebrun. Dann kamen die Führer der 22 ausländischen Abordnungen. Der preußische Ministerpräsident Göring schritt in der ersten Reihe der Abordnungen. Alle Blicke richteten sich auf ihn, denn er steht wie kein anderer ausländischer Vertreter im Mittelpunkt des sympathischen Interesses der südslawischen Oeffentlichkeit. Den auswärtigen Abordnungen folgten die Mitglieder der Regierung, die ehemaligen Ministerpräsidenten, unter denen der Slowene Dr. Koroschetz auffiel, die Mitglieder des Senats und der Skuptschina und die unabsehbare Reihe der Vertretungen aller großen Organisationen und Vereine im Staat. Auch eine Zigeunerkapelle schritt im Zuge mit und spielte Trauerweisen. Der Vorbeimarsch des Zuges währte bis zu Augenblicke, als die Lafette mit den sterblichen Ueberresten des Königs in Sicht kam, fast eine Stunde. Der Zug bewegte sich langsam zum Bahnhof, wo die Lafette vor dem Eingangstor hielt. Dort defilierten zum letzten Male die Generäle und alle am Zuge beteiligten südslavischen und auswärtigen Militärabteilungen vor dem toten König. In der Bahnhofshalle wartete indessen ein Sonderzug, der den Sarg nach Topola, 50 Kilometer südlich von Belgrad, brachte. Auf allen Stationen der Strecke war die Bevölkerung versammelt, um dem König die letzte Ehre zu erweisen. Der Zug traf um 13 Uhr in Topola ein. Ministerpräsident Göring und die anderen Vertreter auswärtiger Regierungen begleiteten den König auf der letzten Fahrt. In Topola wurde der Sarg von der Bevölkerung aus dem Wagen gehoben, um in die Bistumskirche König Peters I nach Oplenatz gebracht zu werden. Die Kirche liegt auf einem Hügel und blickt weit ins Land hinaus. In Oplenatz wurde die Beisetzung Alexanders unter militärischen Ehren beendet. Zu dieser Zeit läuteten alle Glocken im Lande und in den Banatshauptstädten schossen die Batterien Trauersalut. Der Verkehr ruhte im ganzen Lande um 15 Uhr auf zwei Minuten völlig. Ministerpräsident Göring vor der südslawischen Presse deutsche Mitgefühl beim Tode des Königs Alexander DNB. Belgrad, 18. Oktober. Der preußische Ministerpräsident Göring empfing am Mittwochabend in der deutschen Gesandtschaft mehrere Belgrader Pressevertreter, denen er folgende Erklärung über die im deutschen Volke herrschende Meinung über den verewigten König Alexander I. abgab: „Der Führer und Reichskanzler des deutschen Volkes, Adolf Hitler, wurde von dem tragischen Tode Alexanders., der Südslawien seines Königs beraubte, tief berührt. Aus Ehrfurcht und Achtung sowie tiefen Mitgefühls für den Schmerz des südslawischen Volkes hat sich der Führer und Reichskanzler entschlossen, zur Beerdigung Alexanders I. auch mich, seinen nächsten Mitarbeiter, zu entsenden. Das ganze deutsche Volk hegte große Wertschätzung und tiefe Achtung vor dem verewigten König sowohl als Staatsmann als auch als Soldat, der es im Kriege und im Frieden verstanden hatte, sein Land zu schützen und zu hüten. Mit meiner Entsendung wollte Reichskanzler Hitler dokumentieren, wie sehr er in der Person Ihres großen Königs seinen früheren tapferen Gegner und späteren Freund sowie auch den allerstärksten Garanten für den Frieden und das Gleichgewicht Europas schätze. König Alexander I. war einer der wenigen Herrscher, die es verstanden hatten, mit einem Schlage allem Parteihader ein Ende zu bereiten und das faule demokratische System zu entfernen und mit seiner großen Autorität den Grundpfeiler für ein einiges Südslawien zu schaffen. Nur ihm ist es zu verdanken, daß Südslawien ein Land des Friedens und der Ordnung wurde. Unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ist durchdrungen von dem Wunsche, mit Südslawien in den allerbesten Verhältnissen zu bleiben, und aufrichtige Beziehungen zu unterhalten. Die Reisen von angesehenen Deutschen hatten u. a. auch den Zweck, mit Ihrem Volke und Ihrem Lande bekannt zu werden, damit mit Südslawien immer engere Beziehungen hergestellt werden können. Es ist unser aller Wunsch, daß auch nach Deutschland möglichst viele führende Persönlichkeiten kommen, damit sie hören und sehen, wie in unserem Lande Südslawien und das südslawische Volk geschätzt und geachtet werden. Das deutsche Volk empfing die Nachtricht von dem Attentat mit aufrichtigem Mitgefühl und tiefer Niedergeschlagenheit. Als Chef der deutschen Polizei kann ich Ihnen versichern, daß die deutschen Behörden für den Fall, daß auch nur ein Attentäter auf deutsches Gebiet fliehen sollte, alle Maßnahmen ergreifen werden, um dieses gemeine nichtswürdige Verbrechen, welches Ihnen den König und weisen Staatsmann raubte, zu enträtseln. Außerdem seien Sie versichert, daß das heutige Deutschland in seinen Grenzen niemals eine südslawische Organisation dulden wird, die an der Zerstörung Ihres autoritären Systems arbeitet. Unser Führer Adolf Hitler wünscht im Intersse des europäischen Friedens ein starkes und einiges Südslawien, wie es von Ihrem verewigten König geschaffen wurde. Noch einmal wiederhole ich, daß der furchtbare Tod des ritterlichen Königs Alexander I. sowohl den Führer als auch das gesamte deutsche Volk tief erschüttert und aufrichtiges Mitgefühl erweckt hat.“ Personen, die sich fälschlich als Beauftragte der RadioAgentur ausgegeben haben, um ihre falschen Meldungen unterzubringen. Das französische Innenministerium warnt das Publikum davor, falsche Gerüchte, die in den letzten Tagen in Umlauf gesetzt worden sind, allzu bereitwillig zu glauben. Nachspiel zur Volksabstimmung Ein Prozeß vor der Großen Strafkammer Lüneburg Lüneburg, 17. Okt. Die Volksabstimmung des 19. August hatte, wie die Frankfurter Zeitung berichtet, vor der Großen Strafkammer Lüneburg, die zu diesem Zwecke in Bardowiek zusammentrat, ein Nachspiel. Angeklagt war der Gemeindeschulze und Ortsgruppenleiter der NSDAP Schiemann. Der Gegenstand der Anklage waren Unregelmäßigkeiten bei der Volksabstimmung. Die Entscheidung über die Gültigkeit der damals in Bardowiek abgegebenen Stimmen war sofort nach der Volksabstimmung ausgesetzt worden, da zunächst festgestellt werden sollte, ob das vorläufige Ergebnis der Ja=Stimmen gültig war. Nach einer Mitteilung der Gauleitung endete die Gerichtsverhandlung nach neunstündiger Dauer mit der Verurteilung des Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe. Im Anschluß an die Gerichtsverhandlung fand eine überfüllte öffentliche Kundgebung der NRSDAP statt. Gauleiter Staatsrat Telsmow nahm in einer oft von stürmischem Beifall unterbrochenen Rede ausführlich zu den Ereignissen des 19. August Stellung und wandte sich scharf gegen die„Nein=Sager“ von Bardowiek. Er sprach von dem makellosen Lebenslauf des Gemeindeschulzen, der bei verblendeten Leuten ohne großes Denkvermögen, aber auch bei verspießerten Leuten, die sich kühn, aber zu Unrecht auf die deutschhannoversche Weltanschauung beriefen, wegen seiner Zugehörigkeit und seines Eintretens zu und für die RSDAP schärfste Widerstände zu überwinden gehabt habe. Dieser Mann habe schon in Vorkriegszeiten als Begleiter eines großen deutschen Musikers(Johann Strauß) dem deutschen Namen in aller Welt Ehre gemacht. Er habe den Weltkrieg von Anfang bis Ende in der Front mitgemacht und schon im September 1914 das Eiserne Kreuz erhalten und dann als Frontsoldat den Weg zum Frontsoldaten Adolf Hitler gefunden. Als der Führer von jedem Volksgenossen ein klares„Ja“ oder„Nein“ gefordert habe, habe sich dieser alte Kämpfer hinreißen lassen, das Wahlergebnis zu korrigieren. Dafür sei er nun bestraft worden und er werde dafür büßen müssen. Gauleiter Telschow bestätigte schließlich den Verurteilten erneut als Ortsgruppenleiter der NSDAP in Bardowiek, bis eine endgültige Entscheidung Adolf Hitlers über ihn getroffen sei. Güterzugenkgleisung Bier Bahnbeamte verletzt Harburg=Wilhelmsburg, 18. Okt. Der Güterzug 7119 fuhr am Donnerstagvormittag bei der Einfahrt in den Verschiebebahnhof Wilhelmsburg in ein besetztes Gleis. Durch den Anprall auf einen dort haltenden Zug stürzte die Lokomotive des Güterzuges um, und mehrere Wagen entgleisten. Von dem Zugpersonal wurden ein Heizer und ein Zugruhrer schwer verletzt, während ein weiterer Zugführer und ein Lokomotioführer leicht verletzt wurden. Das Programm der Bayreuther Festspiele im Olympiajahr Bayreuth, 18. Okt. Die Festspielverwaltung gibt jetzt das Programm der Festspiele im Olympiajahr 1936 bekannt. Die Spielzeit wurde wieder vom 20. Juli bis 22. August festgelegt. Im Spielplan sind neben einer zweimaligen Aufführung des Ringes des Nibelungen acht Lohengrin= und sechs Parsival=Aufführungen vorgesehen. Zwei führende südslawische Emigranten in Turin verhaftet DNB. Rom, 18. Oktober. Wie amtlich mitgeteilt wird, sind auf Ersuchen der französischen Justizbehörde in Turin zwei Südslawen verhaftet worden, und zwar der im Zusammenhang mit dem Marseiller Mordanschlag schon mehrfach genannte Eugen Kwaternik sowie ein Doktor Anton Pawelitsch. Bei dem letzteren soll es sich um den bekannten Führer der kroatischen Emigranten handeln. Die beiden Verhafteten wurden eingehend verhört, leugneten aber jede Beteiligung an der Marseiller Bluttat. Sie wurden einstweilen dem Gerichtsgefängnis von Turin zugeführt. Die von der französischen und südslawischen Polizei geführte Untersuchung über den Ursprung des Marseiller Anschlages soll zur Feststellung eines weiteren engen Mitarbeiters des Dr. Pavelitsch geführt haben. Es handelt sich angeblich um einen 28jährigen Glasbläser namens Mio Bzik. Er soll den Verschwörern in Ungarn die falschen Pässe übergeben haben. Gedächtnismesse für Kaiserin Maria Theresia In der Wiener Kapuzinerkirche DNB. Wien, 18. Okt. Donnerstagmittag fand in der Kapuzinerkirche anläßlich des Namenstages der Kaiserin Maria Theresia eine Gedächtnismesse statt, an der auch Erzherzog Eugen und die meisten in Wien wohnenden Maria=Theresien=Ritter teilnahmen. Nach dem Gottesdienst begab sich Erzherzog Eugen zum erstenmal seit seiner Rückkehr nach Oesterreich in die Kapuzinergruft und legte dort Kränze an den Sarkophagen der Kaiserin Maria Theresia, des Kaisers Franz Joseph und am Denkmal Kaiser Karls nieder. Im übrigen ist es bemerkenswert, daß Erzherzogin Eugen in der letzten Zeit an öffentlichen monarchistischen Kundgebungen nicht mehr teilgenommen hat. So fand dieser Tage die Feier einer Ehrenbürgerrechtsverleihung für Otto von Habsburg in der burgenländischen Stadt Mattersburg statt, bei der als Vertreter der Monarchisten Gesandter a. D. Wiesner die Festrede hielt. Man führt diese Zurückhaltung auf die starke Gegenwirkung in der Presse der Kleinen Entente anläßlich der mo narchistischen Kundgebung in Eisenstadt zurück. Frontkämpferkreuz nur für Gefechtskeilnehmer Es wird erneut darauf hingewiesen, daß das Frontkämpferkreuz nur Gefechtsteilnehmer erhalten können, denen die Teilnahme an einer Kampf handlung durch die Eintragung in der Kriegs rangliste oder Kriegsstammrolle bestätigt worden ist(Abs. 2 zur Ziff. 3 der Durchführungsverord nung vom 13. 7. 1934). An diesem Grundsatz muß unbedingt festgehalten werden. Bei fehlenden Ge fechtseintragungen ist zu prüfen, ob die Forma tion, bei der der Antragsteller Frontdienste gelei stet haben will, tatsächlich an der von ihm zum Beweise für seine Frontkämpfertätigkeit angeführten Kampfhandlung teilgenommen hat und weiterhin, ob die Anwesenheit des Antragstellers bei dieser Formation während dieser Kampfhandlung tatsächlich erwiesen ist.— Armierungsarbeitern kann das Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer nicht zuerkannt werden; sie waren nicht zur Wehrmacht eingezogen. Personenzug mit einem Lastwagen zusammengestoßen An einem ungeschützten Bahnübergang zwei Arbeiterinnen und zwei Arbeiter tot Treuenbrietzen, 18. Okt. Am Mittwoch um 23.30 Uhr ereignete sich an dem ungeschützten Bahnübergang an der Strecke Treuenbrietzen—Jüterbog ein schweres Unglück. Als ein mit Arbeitern und Arbeiterinnen besetzter Lastkraftwagen mit Anhänger den Bahnübergang passieren wollte, erfolgte ein Zusammenstoß mit dem Personenzug, der im gleichen Augenblick aus der Richtung Treuenbrietzen herankam. Der Anhänger des Lastkraftwagens wurde vom Zuge erfaßt und stürzte um. Sämtliche Insassen wurden herausgeschleudert. Wie endgültig festgestellt werden konnte, beträgt die Zahl der Toten vier. Es handelt sich um die Arbeiterinnen Elisebeth Koschinsky und Elli Rohde, sowie die Arbeiter Grünefeld und Küchler, alle aus Nowawes. Elefant kötet einen Oberwärter DNB. Hannover, 19. Oktober. Ein großer Elefantenbulle im Zoologischen Garten in Hannover war von der Leitung des Zoologischen Gartens in Frankfurt a. M. erworben worden und sollte jetzt dahin überführt werden. Um die Leitung des Transports zu übernehmen und sich zu diesem Zweck mit den Eigenschaften des Elefanten vertraut zu machen, war der Oberwärter des Frankfurter Zoos. der 38jährige Anton Kiewitz, vor einer Woche nach Hannover gekommen. Es hatte sich zwischen ihm und dem Tier auch bereits eine gewisse Freundschaft herausgebildet. Gestern abend hatte sich der Oberwärter nochmals in den Elefantenzwinger begeben und machte sich an der Kette des Elefanten zu schaffen. Dabei muß das Tier irgendwie gereizt worden sein. Es packte den Oberwärter, schleuderte ihn gegen die Wand des Zwingers und versetzte ihm mit dem Rüssel einen Hieb gegen den Kopf, so daß er einen Schädelbruch erlitt. Er konnte sich noch mühsam aus dem Elefantenhaus herausbegeben, mußte dann aber sofort ins Krankenhaus geschafft werden, wo er nach kurzer Zeit seinen Verletzungen erlegen ist. Kraftwagen von Personenzug überfahren— Ein Toter DNB. Plauen, 18. Okt. Am Eisenbahnübergang bei Elsterberg an der Bahnlinie Plauen=Gera ist der 30jährige Kaufmann Alexander Reinhold Held aus Greiz mit seinem Kraftwagen von einem Personenzug überfahren worden. Der Führer des Kraftwagens erlitt einen Schädelbruch, er war auf der Stelle tot. Druck und Verlag: Kölner Verlagsanstalt und Druckerei .=G. in Köln. Hauptschriftleiter: Dr. Hans Koch; verantwortlich für Politir: W. Schön in Düsseldorf; für Kommunalpolitik, Kunst und Wissenschaft: Dr. Hans Koch; für den Umgebungs= und Provinzteil: H. H. Teipel; für Sport: Jakob Zündorf, alle in Köln. Für Wirtschaftspolitik und Handel: Bernd Manger in Düsseldorf. Für den Dürener lokalen Teil: Paul Saupe. Für den Bonner lokalen Teil: Robert Colmant. Für Anzeigen: Theo Müller in Köln.— D. A. IV. 34: 33617. Hiervon Bezirksausgabe Bonn 2035; Bezirksausgabe Düren 1885. „Die Saar ist deutsch“ Der Saarbevollmächtigte Bürkel zur bevorstehenden Saarabstimmung DNB Kaiserslautern, 18. Okt. Auf der großen Saarkundgebung in der hiesigen Fruchthalle hielt der Saarbevollmächtigte der Reichsregierung, Bürkel, eine eindrucksvolle Rede, die von den Anwesenden mit stürmischem Beifall ausgenommen wurde. Bürkel wies zu Beginn seiner Ausführungen auf die Völkerbundsratstagung im November hin, die sich in der Hauptsache mit der Saardenkschrift Barthous befassen werde und betonte, daß diese Tagung es notwendig mache, zu den in der Denkschrift aufgeworfenen Fragen Stellung zu nehmen. Aber auch die täglichen über die Grenze gelangenden Presseerzeugnisse, in denen ein haßerfülltes Emigrantentum die Saarfrage zu seinem eigenen Zweck mißbraucht, lasse es erforderlich erscheinen, daß er als Gauleiter zu den Volksgenossen spreche, die diesem Verleumdungsfeldzug ausgesetzt sind. Aeußerungen Doumerques, fuhr Bürkel fort, geben uns die Hoffnung, daß ein ehrlicher Friedenswille zweier großer Nationen und Völker endlich zur Grundlage einer anständigen und ehrenvollen Ver ständigung wird. Leider gibt es im Hinblick auf die Saarfrage noch sehr erhebliche Meinungsverschieden heiten zwischen Deutschland und Frankreich. Mit einem Schlage wird aber auch das Saarproblem aufgehört haben, ein Hindernis der Verständigung zu sein, wenn die Grundsätze des französischen Minister präsidenten, die in einem eindeutig feststellbaren Gegensatz zu der französischen Saardenkschrift stehen, zur Grundlage der französischen Saarpolitik gemacht werden. Der Redner wandte sich mit Nachdruck gegen die Versuche der französischen Denkschrift, durch Einmischung in innerdeutsche Angelegenheiten die Saarabstimmung so zu beeinflussen, wie es allein im Interesse der Status=Quo=Anhänger liege. Seit dem ersten Tag jener Verhandlungen in Versailles, bei denen das Saarproblem von der französischen Friedensdelegation in die Debatte cworfen wurde, habe es nur zwei Standpunkte in dieser Frage gegeben: Den deutschen und den französischen. Der deutsche Standpunkt, fuhr Gauleiter Bürkel fort. ist der einjachste, denn er geht von den Grundsätzen des internationalen Völkerrechts. von den Grundsätzen des Selbstbestimmungsrechts der Völker und nicht zuletzt von dem Sinn und dem Inhalt des Saarstatuts aus. Da es als eindeutig erwiesen gilt, daß an der Saar nur deutsche Menschen wohnen, ist für Deutschland die bedin gungslose Rückgliederung des deutschen Saarlandes eine nackte Selbstverständlichkeit. Wesentlich komplizierter ist der französische Stand punkt gegenüber der Saar. Die Erfindung der nicht vorhandenen 150000 Saarfranzosen, hinter der sich gewisse wirtschaftsimperialistische Interessen verbar gen, hat in den Kreisen französischer Politiker den Wunsch laut werden lassen, mit allen Mitteln die Wiedervereinigung der Saar mit Deutschland zu verhindern. In den ersten Jahren nach der Errichtung des Saargebietes unternahm Frankreich den Versuch, Stimmung für den Anschluß des Saargebietes an Frankreich zu machen. Naturnotwendig mußten alle diese Versuche der französischen Propaganda an der nationalen Zuverlässigkeit der rein deutschen Bevölke rung scheitern. Frankreich zog sich deshalb mehr und mehr aus der Kampflinie zurück und baute langsam alle von außen her wirkende Propagandamaßnahmen, die eine Französierung der deutschen Saarbevölkerung zum Ziele hatten, ab. Inzwischen hat es die französische Politik für richtig gehalten, die innerpolitische Entwicklung Deutschlands dazu zu benutzen, ihrer Saarpolitik eine andere Richtung zu geben, d. h. die fran zösische Propaganda auf die Errichtung eines end gültigen Status quo zu konzentrieren. Mit an deren Worten: Die französische Propaganda und Diplomatie unternimmt den Versuch, mit Hilfe einer deutschen Regierungsopposition an der Saar eine Scheinminderheit auftreten zu lassen, die die selbstverständliche Rückgliederung verhindern soll. Diese Methode unterstrich Gauleiter Bürkel, steht im unleugbaren Gegensatz zu den letzten Aus führungen des französischen Ministerpräsidenten, denn sie bedeutet nicht nur eine Beeinflussung der Abstimmung, sondern eine unbezweifelbare Ein mischung in rein innerpolitische, innerdeutsche An gelegenheiten. Gauleiter Bürkel setzte sich dann eingehend mit den Anhängern des Status quo auseinander, die nicht gegen Deutschland, sondern gegen die deutsche Regierung kämpfen, also den Sinn der Ab stimmung verfälschen, indem sie die Saarabstimmung zu einer Abstimmung über das gegenwärtige Regierungssystem machen. Belgiens Justizminister, die Ostgrenze und die Maginoi=Mauer Für Militärabmachungen mit Frankreich— Eine merkwürdige Unterredung DNB Paris, 18. Okt. Ein Berichterstatter des Paris Midi hat sich nach Brüssel begeben, um dort die Pläne zur Schaffung eines Blocks der Goldwährungslander zu prüfen. Er hatte zuerst eine Unterredung mit dem belgischen Justizminister Bovesse, der auch seine Ansicht zur belgischen Landesverteidigung äußerte. Justizminister Bovesse setzte sich für die Verteidigung der belgischen Ostgrenze und für die Verlängerung der Maginot=Mauer ein und erklärte, Belgien brauche Militärabmachungen mit Frankreich, damit dieses, falls Belgien aufs neue angegriffen würde(?), zur gegebenen Zeit seine motorisierten und mit modernem Material reichlich ausgerüsteten Truppen in Belgien einmarschieren lassen könne, um zugleich das belgische und das französische Gebiet zu verleidigen. Eine japanische Resorm und ihre Folgen Erhebliche Zuspitzung der Gegensätze—. Japanisches Militär gegen Beamtenopposition DNB Tokio, 18. Okt. Der Kaiser hat sich heute nach einem Vortrag des Ministerpräsidenten entschlossen, die Vorlage über die Reform der japanischen Verwaltung in Kwantung zu unterzeichnen, und zwar in der Form, die gestern bereits vom Kabinett gutgeheißen wurde. Es handelt sich um Maßnahmen, um die seit geraumer Zeit zwischen verschiedenen Ministerien ein heftiger Kampf geführt wurde. Ueberraschend war, daß auch die von der Reform betroffene Beamtenschaft geschlossen und leidenschaftlich dagegen Stellung genommen hat. Es bleibt abzuwarten, ob die entschlossene Opposition, die sie bis jetzt an den Tag gelegt haben, angesichts der kaiserlichen Entscheidung zum Schweigen komme. Die gestrige Entscheidung des Ministeriums hat die Kwantungbeamten zu schwerwiegenden Entschlüssen veranlaßt. Wie„Kokumini“ aus Hsinking und Dairen meldet, hat dort die gesamte Beamtenschaft und die 5000 Angehörigen der Polizei erklärt, daß sie den Dienst niederlegen werden. Der parlamentarische Vizeminister Tanaka im Ministerium für überseeische Angelegenheiten und mehrere führende Beamte desselben Ministeriums sind demonstrativ um ihren Abschied eingekommen. Wie die Agentur Dentsu aus Kwantung meldet, soll das Militär bereit sein, in Port Arthur und in Dairen, wo sich die Zentrale der Opposition befinden soll, energisch durchzugreisen, um die Gegenbewegung im Keim zu ersticken. Diese Meldung weist in den Zeitungen weiße Lücken auf, die anscheinend von der Zensur herrühren. Eine weitere Meldung derselben Agentur weiß mitzuteilen, daß die Beamten durch das Militär aufgefordert worden seien, den Dienst sofort wieder aufzunehmen. In der bereits erwähnten kaiserlichen Entscheidung sind die Abschiedsgesuche sämtlicher Beamten, soweit es sich nicht um parlamentarische Beamte handelt, abgelehnt worden. Wie die Regierung erklärt, hofft sie, die Angelegenheit in durchaus friedlicher Form regeln zu können. Verschärfter Berufsschußz für das Handwerk Einheitliches Gütezeichen? ND3. Berlin, 18. Okt. Der Reichskommissar für den Mittelstand, Ministerialdirektor Dr. Wienbeck, außert sich in einer Sondernummer des Deutschen pandwerksblattes zum Tag des Handwerks. Die zu erwartende zweite Verordnung zum Handwerksgesetz werde, so führt er.a. aus, die Organisation nach oben abschließen. Sie werde Art und Umfang der Reichsverbände des Handwerks, Zahl und Bezirke der dandwerkskammern festsetzen und endlich die Verbindung des Gesamtberufes mit den übrigen großen Gruppen der Wirtschaft sicherstellen. Zur Frage des Berufsschutzes weist, wie das ND3. meldet, der Reichskommissar darauf hin, daß mit Ausnahme der Müllerei= und Bäckerbetriebe, die neuerdings zenehmigungspflichtig gemacht worden sind, für das sandwerk noch völlige Gewerbefreiheit herrsche. Es verständlich, wenn das Handwerk einen verstärkten serufsschutz in der Form wünsche, daß nur dem ge süften Meister die Eröffnung eines Betriebes gelattet sein soll. Dieser Gedanke werde erbogen, da zahlreiche Voraussetzungen dafür noch hinreichend geprüft werden müßten. In einem Beitrag von Dr.=Ing. Hetz=Berlin wird mitgeteilt, daß von den Reichsfachverbänden des Handwerks die nötigen Vorarbeiten getroffen sind, um ein Gütezeichen zu schaffen, durch das Handwerksware von bestimmter Mindestqualität sichtbar gekennzeichnet wird. Wer dieses Zeichen führen wolle, müsse sich verpflichten, nur Waren zu liefern, die den Güte= und Liefer=Bedingungen des Reichsausschusses für Lieferbedingungen entsprechen. Mißbräuche seien wegen des scharfen Wettbewerbes und der einschneidenden Folgen für den Betrüger so gut wie ausgeschlossen. der einheitlichen Wirtschaftspolitik Eine Rede des Grafen v. d. Goltz DNB Berlin, 18. Okt Auf dem We##enfrühstück der Berliner, Gesellschaft der Deutschen Akademie im Hotel Kaiserhof sprach Donnerstag mittag der kommissarische Führer des Gesamtverbandes der deutschen Wirtschaft, Staatsrat Dr. Graf von der Goltz, über grundsätzliche Probleme des nationalsozialistischen Wirtschaftsaufbaues. Er warf die Frage auf, ob und wann der Staat in die Wirtschaft eingreifen dürfe. Es sei allgemein anerkannt, so betonte er, daß der Staat das Recht und die Pflicht habe, in gewissen Zeiten der Gefahr einzugreifen. Der Krieg habe weitgehend zu der Auffassung beigetragen, daß es nicht möglich sei, daß ein Volk für die Gemeinschaft sterbe, aber nachher nicht zur Gemeinschaft lebe. Es sei sinnlos, für einander zu sterben, um später gegen einander zu leben. Der Nationalsozialismus sei beseelt von dem Willen, eine Gemeinschaft aufzubauen, in der jeder Einzelne zu größtem Schaffen beseelt werde und trotzdem im Ziel gebunden sei für diese Gemeinschaft. Diese Lösung sei gefunden im Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. Der Redner kam dann auf die Uebersetzung dieser Grundgedanken in die Praxis der einheitlichen Wirtschaftspolitir zu sprechen. Für die Lenkung aller Wirtschaftszweige werde es für jede Regierung letzten Endes nützlich und vielleicht notwendig sein, einen Apparat zu besitzen, in dem die gesamten Berufszweige ausschließlich und vollständig vertreten sind. Entscheidend sei, daß man ein solches Werk aufbaue, damit es für den Fall der Verwendung jederzeit startkräftig und verwendungsfähig sei. Verwendungsfähig werde eine solche Organisation schon dadurch sein müssen, daß ihr unzählige Aufgaben der eigenen Selbstverwaltung der Wirtschaft zufallen. Je mehr die Wirtschaft unter Benutzung ihrer eigenen Organisation die Fragen und Schwierigkeiten aus sich heraus allein löse, je mehr sie aus sich heraus den Notwendigkeiten der Zeit Rechnung trage, um so weniger brauche sie darauf zu warten, daß andere Stellen sie zu solchen Maßnahmen veranlassen. Karloffelernte 800000 Tonnen größer als im Vorjahr Berlin, 18. Okt. Vom Reichsnährstand wird darauf hingewiesen, daß das jetzt vorliegende Zahlenmaterial einen Ernteertrag an Spätkartoffeln von 41,8 Mill. t meldet, während man in den langen Wochen der Dürre nur mit etwa 38 Mill. t rechnete. Die späteren Niederschläge haben uns also eine Kartoffelernte beschert, die über die des Vorjahres um rund 800 000 t und über das Durchschnittsergebnis der Jahre 1927/33 um etwa 7 Mill. t hinausgeht. Die Deckung des deutschen Bedarfs an Speisekartoffeln fordert bei einer Ernte von etwa 40 Mill. t nur 30 Prozent. Der Rest wird verwendet werden für Pflanzengut, für den Viehstall und für technische Zwecke. Vor einer Massenaussperrung in der dänischen Eisenindustrie DNB. Kopenhagen, 18. Okt. Die dänische Arbeitgebervereinigung hat für Donnerstag nächster Woche die Aussperrung von etwa 30000 Arbeitern der Eisen= und Metallindustrie angekündigt. Diese Ankündigung steht mit einem Lohnkonflikt innerhalb der Gold=, Silber= und Elektroplatierungs= industrie in Verbindung. Der Jagdaufenthalt v. Papens in Schweden DRB. Malmö, 18. Oktober. Der deutsche Gesandte in Wien, Vizekanzler a. D. von Papen, Donnerstag morgen mit dem Schnellzug aus Berlin in Malmö eingetroffen. Er setzte seine Reise nach Linköping fort. Einer Meldung zufolge wird Herr von Papen mit Baron Adelswürd auf dessen Gut Adelsnäs in der Nähe von Atvidaberg jagen. Strafverfahren gegen einen Arzt Berlin, 18. Okt. DNB. meldet: Der Untersuchungsrichter beim Landgericht Heidelberg hat gegen den Facharzt Dr. med. Josef Wetterer, Neckargemünd, wegen Verdachtes des Betruges und Wuchers, begangen in fortgesetzter Tat, Haftbefehl erlassen. Dr. Wetterer wurde in das zuständige Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Er entfaltete in den letzten Jahren eine ausgedehnte Tätigkeit als Vortragsredner auf dem Gebiete der Krebsbekämpfung. Viele Krebskranke behandelte er in seinem„Radiumheim“ in Neckargemünd. Auf Grund zahlreicher Strafanzeigen aus allen Teilen Deutschlands ist ein umfangreiches Sammelverfahren beim Untersuchungsrichter in Heidelberg anhängig. Einheitliche Jusliz in einheitlichem Reich Eine Rede des Reichsjustizministers— Hunderl Jahre Oberlandesgericht Kiel, 18. Okt Das Oberlandesgericht Kiel beging am Donnerstag seine Hundertjahrfeier mit einem Festakt in der Aula der Kieler Universität. Reichsjustizminister Dr. Gürtner ergriff das Wort zu grundlegenden Ausführungen über das Thema„Einheitliche Justiz in einheitlichem Reich“. Er führte u. a. aus: Der Führer und Kanzler hat in seiner allerersten Kanzlerrede vor dem Reichstag sich in einfacher und schlichter Weise dazu bekannt, daß der neue Staat nur auf dem Boden einer Rechtsordnung stehen könne, daß das Recht nur von unabhängigen Richtern gesprochen werden könne. Bei einem anderen, späteren Anlaß hat der Führer den Satz gesprochen: Wir stellen den Grundsatz auf, daß jeder vor dem Gesetz und dem Richter gleich ist. Daß eine Umwälzung, wie wir sie erlebt haben, auch an den Grundlagen des Rechts rütteln muß, ist unabwendbar. Auch dazu hat der Führer bereits sein Bekenntnis abgelegt. Nicht das Individuum kann Gegenstand gesetzlicher Sorge sein, sondern das Volk. Die Rechtsordnung kann nicht den Lebensbezirk eines Einzelnen abgrenzen und zu schützen versuchen, sondern das Recht kann nur geschaffen und verstanden werden als die Ausdrucksform des Lebens des Volkes. Und wenn der Einzelne nur seine Bedeutung als Genosse des Volkes hat und haben kann, so kann auch das Recht seine Grundlage nur haben in den Lebensrechten der Gemeinschaft. Die praktischen Folgerungen daraus sind ganz einfach zu ziehen: Die Rechtslehre ist kein Unterricht in den Kampfregeln, mit denen man die Interessen des Lebens ausficht, sondern ein Bekenntnis, eine Anschauung. Die Erziehung des juristischen Nachwuchses bezweckt nicht die Vermittlung rein formeller Technik oder Kunstfertigkeit, sondern auch hier gilt es, eine Heranbildung des Richters nicht in dem luftleeren, anschauungslosen Raum der Abstraktion und der mechanischen Handhabung von Gesetzregeln zu erheischen, sondern die Heranziehung von Menschen, deren rechtsausübende Tätigkeit in keiner Stunde etwas anderes ist wie das Bekenntnis zu dem großen Glaubenssatz. den ich als die Grundlage der Gesamthaltung des Volkes bezeichnet habe. In gleicher Weise hat der Geist der neuen Zeit in die Rechtsprechung Eingang gefunden. Er wird sie immer mehr erfüllen, ohne daß auch nur ein Buchstabe des Gesetzes geändert würde. Der gleiche Geist offenbart sich auch in der gesetzgeberischen Arbeit des neuen Staates, im Gesetz zur Bekämpfung der Gewohnheitsverbrecher, des Hoch= und Landesverrats und der Korruptionsverbrechen. Die Aufgabe, die Formen des Reiches und den Apparat, den der Staat gebraucht, um Recht und Gesetz zu schaffen, zu vereinheitlichen, stellt nur einen Teilauszug aus dem ganzen Gebiet der Neugestaltung des Reichs überhaupt dar. Die Herbeiführung dieses Zieles ist heute keine politische Frage mehr und keine Frage der Zweckmäßigkeit, sondern sie ist die nächste Folgerung aus dem großen Gedanken des Führertums. Wo die Grundlagen des gesamten öffentlichen Lebens innerlich eins geworden sind, müssen die äußeren Formen dieser Entwicklung folgen. In einstündigem Vortrag gab Rechtsanwalt Dr. Kähler=Kiel einen Ueberblick über die wechselvolle Geschichte des Oberlandesgerichts Kiel. Anschließend sprach Staatssekretär Staatsrat Dr. Freisler über„Richter, Recht und Gesetz“. Wieder eine Entführung in Neuyork 20000 Dollar Lösegeld gefordert Neuyork, 18. Oktober. Während die Oeffentlich keit noch von den Nachrichten über die Entführung und Wiederauffindung der Gattin des Großindu striellen Stoll in Atem gehalten wird, erfährt man von einer neuen Entführung, die sich in dem Neu yorker Stadtteil Broux zugetragen hat. Verbrecher haben den 23jährigen Sohn des reichen Bronxer Kaufmanns Louis Esposito entführt und halten ihn in Gefangenschaft. Die Entführer fordern von dem Vater des jungen Mannes ein Lösegeld von 20000 Dollar. Zehn Jahre Gefängnis für den Erpressungsversuch an Ford Detroit, 18. Okt. Der Erpresser Eduard Lickwala, der, wie gemeldet, gedroht hatte, den einzigen Sohn Henry Fords zu töten, falls ihm nicht 5000 Dollar ausgehändigt würden, hat bald nach seiner Verhaftung ein Geständnis abgelegt. Er wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Eine unrentable Klelterei Der Brillantendieb von Montreux ein Schüler des Fassadenkletierers Kaßner— 3½ Jahre Zuchthaus für 4000 Mark Berlin, 17. Okt. Ein ganz Prominenter, der der Schüler eines noch Prominenteren ist, stand jetzt vor der 12. Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin. Die Anklage gegen ihn lautet auf Rückfalldiebstahl, Schußwaffenvergehen, Zechprellerei und auf Besitz von Diebeswerkzeug. Eine ganz nette Serie, wegen der sich Ernst Fleischer, von Beruf Fassadenkletterer, zu verantworten hatte. Fleischer lernte bei dem berüchtigten Fassadenkletterer Kaßner. Er war ein so guter Schüler, daß er bald weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt wurde. Er versuchte auch, ein„Werk“ seines Lehrers zu vollenden, indem er nämlich über das Dach des Reichswirtschaftsministeriums kletterte, sich mit einer Strickleiter auf die Terrasse des Hotels„Esplanade“ hinunterließ und von dort aus in das Zimmer des Direktors drang. Genau wie sein Lehrer einige Zeit vorher, wurde er gesehen. Er ergriff nun die Flucht, stürmte über das Hoteldach, verfolgt von dem Nachtportier, und kletterte schließlich über das Dach eines Wirtschaftsgebäudes des Hotels auf den Hof. Als er wenig später das Hotel durch einen Nebeneingang verlassen wollte, entdeckte ihn der Nachtportier und erkannte ihn wieder. Er veranlaßte seine Festnahme. Auf diesen Einbruchsversuch hin wurde er zu einer empfindlichen Gefängnisstrafe verurteilt. Kaum hatte er die Freiheit wieder erhalten, so ging er auf neue Beutezüge, fuhr zu diesem Zweck nach Montreux und drang über die Außenwand einer Villa, die neben einem der besten Hotels Montreux' lag, in dieses Hotel ein. Es gelang ihm, eine Beute an Gold, Silber und Brillanten im Werte von 4000 Mark zu machen. Das geschah im vorigen Jahr. Er sollte sich aber nicht lange seines Erfolges erfreuen, denn die Polizei hatte bald erkannt, wer hier an der Arbeit gewesen war, und hatte ihn in einer Laube in Berlin verhaftet. Jetzt stellte sich während der Verhandlung wegen des Brillantendiebstahls in Montreux heraus, daß dieselbe Laube, in der Fleischer festgenommen wurde, auch seinen Lehrherrn ein halbes Jahr beherbergte, als dieser sich nämlich bei einem„Autounfall“ eine Fußverletzung zugezogen hatte. An diesen Autounfall konnten vorher die Polizei und jetzt das Gericht nicht recht glauben. Man nahm und nimmt eher an, daß Kaßner sich den Fuß bei seinem mißglückten Einbruchsversuch in das Hotel Esplanade zuzog. Wie schon oben erwähnt, wurde auch er dabei gesehen. Als er sich umblickte, erkannte er, daß ihm jeder Ausweg versperrt war. Da sprang er durch ein Fenster auf die Straße und entkam auf diese Weise. Da Leute vom Schlage der beiden Fassadenkletterer reichlich unbeliebt bei allen ehrlichen Menschen sind, und da diese Menschen sich endgültig von solchen Elementen befreien wollen, überlegte der Staatsanwalt, ob er gegen Fleischer nicht die Sicherungsverwahrung beantragen sollte. Er kam aber aus dem Grunde davon ab, weil der Fassadenkletterer bisher nur mit Gefängnis, nie aber mit Zuchthaus vorbestraft war. Das nächste Mal dürfte er nicht so gut davon kommen, da das Gericht wegen der oben angeführten Verbrechen und Vergehen auf eine Zuchthausstrafe von drei Jahren und sechs Monaten erkannte. Man muß schon sagen, daß man in dieser Zeit 4000 Mark auf ehrliche Weise leichter verdienen kann, als es Ernst Fleischer tat. Hoffenlich wird ihm im Zuchthaus einfallen, daß Fassadenklettern und Stehlen doch ein zu risikovolles Geschäft ist. Die Mordtat an Bürgermeister Kaiblinger. DNB. Wien, 18. Okt. In Wien waren am Donnerstag vormittag Gerüchte verbreitet, daß die drei Personen, die in der Angelegenheit der Ermordung des Bürgermeisters Kaiblinger von den Behörden festgenommen wurden, Angehörige des Niederösterreichischen Heimatschutzes seien. Dazu erfahren wir, daß nach den bisherigen Erhebungen die Polizei auf dem Standpunkt steht, daß es sich um kein politisches Verbrechen, sondern um einen persönlichen Racheakt handelt. Richtig ist allerdings, daß sich unter den Festgenommenen zwei Heimatschützler befinden, die aber in keinem politischen Gegensatz, sondern nur in persönlichen Gegensätzen zu dem Ermordeten standen. Die österreichische Presse legt sich in der Berichterstattung über diesen Fall größte Zurückhaltung auf. Der eigentliche Täter soll nach den zuletzt eingelaufenen Nachrichten Waldschiff heißen und Heimatschützler sein. Berliner Uraufführung im Thealer am Schiffbauerdamm Der junge Autor Heinrich Schmidt=Schmiedebach dei nur im Nebenberuf Poei ist hai sich mit dieim seinem Werk schon einmal im Rundiunk vorgestellt Und man muß sagen. mit desserem Erfolg Er lehnt es mit Recht ab. mir einem„lustigen Stück von Burschen. Behorden und Bauern“ die unendliche Reihe der lebensiremden„Maniardendramen“ um eines vermehrt zu haben Sein Stück hat einen äußerst praktischen Zweck. Schmidt=Schmiedebach war früher Wandervogel und hat auf der Landsttase genügend Gelegenheit gefunden sich das Volk der heutigen fahrenden Gesellen und Wanderburschen genauer anzusehen. Er ist dabei zu der Ueberzeugung gekommen, daß die früher geübten Methoden der Wanderfürsorge das Wanderunweien nur unterstützen und befestigten. Da er selbst als Gerichtsassesser in die Brandenburgische Provinzialverwaltung kam und die Abteilung für Wanderfürsorge zu betreuen hatte so kann er uns nun in dem„gronen Topf“ genau das versetzen, was er in seiner praktischen Tätigkeit jelbst in Erjahrung gebracht hat. Er serviert uns nicht nur sämtliche Typen aus der Bruderschaft der Tippelei in allen ihren Ränken und Listen, mit denen diese Burschen sich das bestimmt nicht einfache Leben in Regen und Wind. in Krankenhäusern und Füriorgeinstituren wenigstens wintersüber jo bequem wie möglich machen: sondern wir dürfen auch seine sämtlichen Reformvorschläge auf der Bühne schon praktiziert sehen Er ist selbst der Regierungsrat Specht— ihn spielt mit Schneid Karl Meizner—, der aus seiner verstaubten Amtsstube in das Krankenhaus einbricht mitten unter die simulierenden lim übrigen aber äußerst fidelen) Ritter von der Landstraße, wie weiland Friedrich der Große in die Abendgesellschaft der österreichischen Offiziere. Seine Lösung ist höchst einfach: er macht dem faulen Schmarotzerdasein der Walzbrüoer ein Ende. indem er sie an die Arbeit trieg:. Statt daß ne aus dem„großen Topf“ des Staates unnützerweise auch noch leben, sollen sie ais tätige Glieder des Volies jetzt positive Werte schaffen, die der Gemeinschaft zugute kommen. So überzeugt und überzeugend der Autor seine Gesundungsmethode vorträgt so sicher auch die Typen von der Landstraße von iym entworfen sind und von den Schauspielern dargestellt werden; so stark seh!: es dem Stück an dem. was nun einmal das Theater zum Theater macht. Die Tendenz herrscht eindeung und einseitig vor und wird nur durch die auf Schwan! gestellte Inszenierung Fritz Wendels lustig gemildert, so daß sie den starten Beifall der Zuschauet findet. Als Darsteller der Gesellschaft von der Landstraße tun sich hervor: Ernst Waldow. der Friseurge hilfe Zack— der„Hauptangeber“; dann der rheinländische Zimmermann Mucr, den Albert Venohr spielt; der Fürsorgezögling Juhl— ihn legt Robert Hanke mit Bravour aus die Bühne: enslich der ergraute Tippelbruder Strunzke Willy Erundwalds. Die Frauenrollen sind vor allem mit Lissi Arna, der Schnitterin Orlitzka, und im Abstand davon auch mit Uriula Herking. der Fürsorgerin Lasimander, brauchbar besetzt. Ba. Neue Sommernachtstraum=Musik Da der Geschmack des großen Publikums nur durch die Kenntnis und das Erlebnis wirklich wertvoller Bühnenwerke maßgeblich beeinflußt und erzogen werden kann, wandelte die NSG„Kraft durch Freude" das frühere große Schauspielhaus in Berlin in ein „Theater des Volkes" um. Das Entscheidende dabei ist, daß für den Preis eines Kinoplatzes jetzt jeder die großen Werke in schöner Darstellung kennen lernen kann. Wie sehr man damit einem tatsächlich vorhandenen Volksbedürfnis entgegenkam, zeigen die allabendlich das Riesentheater füllenden Scharen. die bei Shakespeares ebenso heiter=graziösen wie derbkomischen„Sommernachtstraum“ Ausspannung und Erholung suchen und auch wirklich finden Denn Inten dant Walther Brügmann hat in seiner trefflichen Inszenierung den nicht einfachen Handlungsverlauf klar und deutlich herausgearbeitet und die Rüpelszenen sich breit und lustig ausspielen lassen in einem farbenprächtigen Bühnenbild von B von Arendt, das in einem imit Drehbühne arbeitenden" Zauberwalde gipfelte der unsere ganzen Märchenwüniche der Kindheit erfüllte Ueberraschend wirkte die munkalische Untermalung des zeitgenössischen Komponisten Edmuno Nick dessen Name durch ausgezeichnete Gebrauchsmusik im Rundfunk bekannt ist. Es ist keine leichte Aufgabe nach Mendelslohns genialem Jugendwerk eine neue Bealeitmusik zu dieser unsterblichen Komödie zu schrerben. In weiser Einsicht gibt sich Edmund Nicks Musik wohltuend zurückhaltend vermeidet jede allzu persönliche Note und ordnei sich der Handlung geschmackvell ein und unter Dabei gingen ihm bei der Charakte= ristik der Hauptpersonen und=Gruppen hübsche Motive wie das der Helena oder das volksrümliche der Küpel Wirkungssicher zaubert er sowohl deutsche Märchenstimmung in der Art Humperdincks wie rauschende Festklänge und schillernde Farbwirkungen in R Straußscher Manier aus dem zur Verfügung stehenden großen Sinfonie=Orchester(mit Celesta und Iylophon) das unter Dobrindts Leitung prächtig musizierte. Neben großen Wirkungen versteht Nick es, durch ganz kleine Tonfolgen. durch ein paar Triller, mancher Szene ganz besonderen Stimmungsreiz zu verleihen. So daß diese neue Gebrauchsmusi: mur der eindrucksvollen Brügmannichen Inszenierung zu einer ersteulich einheitlichen Aufführung verschmilzt. die noch vielen Menschen herzliche Freude bereiten toll und wird. Dr. F. lörg. Bibel in 900 Sprachen unlängst in und dort auch gegeben DaMillionen Bibein in die Welt hinausgegangen, das sind 300 000 mehr als 1932. Nur zweimar ist der Versand im Laufe der 130jährigen Tätigkeit der Gesellschaft so groß gewesen Allein in Indien wurden etwa 12 Millionen Bibeln und Teil: der Bibel vertrieben in Birma 44000 und in Japan 56000 In Südamerika die Verbreitung der Bibel wesentlich gestiegen Im Neuen Die Britische Bibelgesellschaft hat London ihre Jahrestagung abgehalten einen Bericht über ihren.belversand nach sind im Jahre 1933 insgesamt 11 ist vergangenen Jahre wurden Teile des Neuen Testamentes in zwei Sprachen und die ganze Bibel in einer Sprache neu gedruckt. Es handelt sich bei den Neudrucken hauptsächlich um Uebersetzungen in afrika nische Sprachen. in denen nun 244 verschiedene Uebersetzungen vorliegen. Als die Bibelgesellschaft im Jahre 1804 gegründet wurde, lag die Bibe' in 65 Uebersetzungen vor. Heute kann man die Heilige Schrift in 900 verschiedenen Sprachen lesen. 1000 spanische Rebellen gefallen? Ein entsetzlicher Bericht von den Kämpfen um Asturiens Hauptstadt Madrid, 18. Okt. Ueber die Lage in Spanien nach der Niederkämpfung des Aufstandes, ist bisher durch das scharfe Zensurverbot, nach dem alle Telephonate mit dem Ausland untersagt sind, so gut wie nichts bekannt geworden. Jetzt meldet die United Preß, daß bei den Kämpfen um die asturische Hauptstadt Oviedo nicht weniger als tausend Aufrührer gefallen seien. Die Stadt, in der sich die erbittertsten und blutigsten Kämpfe des Aufstandes abgespielt haben, bildet ein endloses Chaos. Bilder furchtbarster Verwüstung breiten sich überall aus. Eine ganze Reihe von Stadtvierteln, in denen sich die Rebellen eingenistet hatten und bis zum letzten Mann verteidigten, wurden unter einem Granatregen der Belagerungsarmee in Trümmer geschossen. Eine Menge öffentlicher Gebäude, in denen Munition gelagert war, sind durch platzende Granaten explodiert und in die Luft geflogen so das Universitätsgebäude, der Bischofspalast und das Jesuitenkollegium. Eine amtliche Liste aller Gefallenen ist bisher noch nicht zusammengestellt worden. Auch ist noch unbekannt, wie groß die Zahl der Toten und Verwundeten auf Seiten der Regierungstruppen ist. In Oviedo sind inzwischen die Truppen der Regierung eingezogen, die einst blühende Hauptstadt Asturiens aber ist zu einem Ort des Grauens geworden. nalkongregation de propaganda fidei, chen, nämlich in Deutsch, Französisch nisch, Spanisch und Italienisch. Sprache erfolgt die Sendung auf 20.30 Uhr. in sechs SpraEnglisch, PolIn deutscher Welle 50,26 um Zum Weltmissionssonntag Eine Vatikansendang in deutscher Sprache. Rom, 18. Okt. Am Samstag, dem 20. Ottober, dem Vorabend des„Missionssonntags“, sendet— wie die K. V. meldet— der vatikanische Sender eine Rede des Erzbischofs Salotti. des Sekretärs der KardiPius XI. hat am Sonntagnachmittag in seiner Privatbibliothek an einem eigens dazu angebrachten Lautsprecher die liturgischen Gnsänge gehört, die zum Abschluß des Eucharistischen Weltkongresses bei dem von dem Kardinallegaten auf der Piazza Palermo in Buenos Aires abgehaltenen feierlichen Pontifikalamt erschallten. Um 16.45 Uhr(MEZ.), nach Beendigung des Pontifikalamtes, kündigte D. Soccorsi, der sich ebenso wie der Sekretär der Lateinischen Breven, Prälat Bacci, beim Statthalter Christi befand, am Mikrophon an, daß nunmehr der Hl. Vater in lateinischer Sprache eine Botschaft an die Kongreßteilnehmer richten werde. Unmittelbar danach sprach der Hl. Vater. Edens Abschied von Stockholm. Stockholm, 18. Okt. Lordsiegelbewahrer Eden hat am Donnerstag Stockholm verlassen und sich zunächst nach Oslo begeben, wo er als Gast der norwegischen Regierung zwei Tage lang Aufenthalt nehmen wird. Als Abschluß seines viertägigen Aufenthaltes im gastfreundlichen Schweden hat Eden am Abend eine kleine Ansprache im schwedischen Rundfunk gehalten, in der er seine Freude darüber aussprach, daß er auf diesem Wege seinen Dank für die ihm in Schweden durch Volk und Regierung bekundete Gastfreundschaft zum Ausdruck bringen könne. Europa sei aus den Fugen geraten und die politischen Schwierigkeiten seien groß. Durch die englisch schwedische Rassenfreunoschaft würden jedoch viele Schwierigkeiten überbrückt. Die Täfowierung der Verschwörerbande von Marseille. Die Terroristen, die den Tod des Königs von Jugoslawien und des Außenministers Bacthou verschuldeten, trugen eine symbolische Tätowierung auf dem Unterarm. Unser Bild zeigte den Unterarm des Mitverschwörers Benes mit der Tätowierung. Das unlesbare Testament Herr T. in Clarkton(Schottland) war ein etwas boshafter Sonderling, der gern andere Leute ärgerte. Besonders hatte er es auf seine Verwandten abgesehen, denen er sogar durch sein Testament noch viel Kummer bereitete. Bei der offiziellen, mit viel Spannung erwarteten Eröffnung des mit drei Umschlägen umhüllten Schriftstücks durch einen Notar fanden die „unglücklichen Erben“— ein leeres Stück Papier. Ein beiliegender Begleitbrief aber sprach von dem beträchtlichen Wert des ominösen Zetiels für denjenigen, der sein Geheimnis enthüllte. Dieser sollte der Alleinerbe sein. Nach vielen vergeblichen Lösungsversuchen hat nun ein Verwandter dritten Grades des Verstorbenen die Geheimtinte, mit der das Testament geschrieben war, analysieren und sichtbar machen können. Da es sechsundachtzig verschiedene Arten unsichtbarer Tinte gibt, war dies nicht einfach, und fast wäre einmal das ganze Schriftstück bei den chemischen Untersuchungen verbrannt. Der Erbe ist ein junger Student der Chemie und kann das Vermögen, zu dem u. a. 60000 Mark Bargeld gehören, gut gebrauchen. Vorerst ist aber die ganze Hinterlassenschaft von der Polizei beschlagnahmt worden, weil die übrige empörte Verwandtschaft durch einen Prozeß das Testament für ungültig erklären lassen will. Schluß des redaktionellen Teiles Backwunder das Sicherheits-Backpulver mit Gutscheinen Nach Einsendung von 50/1 oder 100/2 überweisen wir Ihnen 50 Pfennig in bar portofrei G. m..H. ; Hamein Herausgegeben von der Prisma=Romankorrespondenz. Berlin=Schöneberg. (23. Fortsetzung) „Ich stehe Ihnen zur Verfügung solange Sie wünschen.“ „Wo werden Sie bleiben, James?“ „In Wien, Frau Marquise!“ „In Wien? Sie gehen nicht nach England?“ Der Diener wurde verlegen.„Nein, ich bin ... Wiener, Frau Marquise. Das war meine einzige Lüge, daß ich mich als Engländer ausgegeben habe. Die englischen Diener gelten als die vornehmsten.“ „Schau an, James! Also... ein Wiener sind Sie, sind aus meiner Vaterstadt.“ „Man merkt der gnädigen Frau nicht mehr an, daß sie aus Wien ist.“ „Genau so wie Ihnen, James! Ich war ja meist fort von Wien, habe immer nur vorübergehend dort gewohnt. Mein Vater ließ mich in einem belgischen Kloster erziehen. Er war mit der Abtissin befreundet und die vortreffliche Frau hat mich mit aller Liebe erzogen. Wien... ach ja... Wien! Mein Mann hat die Stadt auch so geliebt.“ „Gnädige Frau werden nicht in Wien bleiben?“ „Nein! Wien... liegt zu weit vom Meere ab!“ Der treue Diener begriff die Worte. Es klopfte. James ging öffnen und kam mit Ohnesorge zurück. Frau Maria stannte nicht schlecht, als er die Schmuckstücke wieder in ihre Hände legte. „Die Diamanten sind leider noch verschwunden, gnädige Frau. Aber wir hoffen sie auch noch zu finden bei der Durchsuchung, die bald stattfinden vird.“ „Wo hat man diese Stücke gesunden?" „Herr Storm fand sie, eingeschmuggelt unter eine Sachen.“ Maria wurde bei Ohnesorges Worten blaß. „Herr Storm... das.. das ist doch... eine Schurkerei!" „Sie sprechen es aus, gnädige Frau! Für Herrn Storm legt der Kommedore und die ganze Besatzung beide Hände ins Feuer. Nein, der Mann hat sich an dem Eigentum Ihres verstorbenen Gat ten gewiß nicht vergriffen! Wir hofsen den Mann zu fassen der diese Stücke Herrn Storm unterschob.“ Frau Maria überlegte, schließlich sagte sie:„Ich bitte Sie, von einer Untersuchung abzusehen! Sagen Sie dem Herrn Kommodore, daß ich mich damit zufrieden gebe. Ich gehe doch wohl nicht fehl, wenn ich annehme, daß es für ihn ebenso fatal sein wird wie für die Passagiere.“ „Das ist nicht zu leugnen, gnädige Frau, aber ich weiß nicht, ob es der Herr Kommodore lassen wird.“ „Bitte sprechen Sie mit dem Kommodore! Es ist die beste Lösung für beide Teile Wenn der Herr Kommodore glaubt, es mit seinem Gewissen vereinbaren zu können, dann bitte ich, so zu handeln wie ich vorschlug.“ * Der Kommodore suchte Maria'Avergon eine Stunde später persönlich auf. Man sprach die Angelegenheit durch und der gewissenhafte Führer der Köln überlegte lange, ehe er sich entschloß. Marias Wunsch zu erfüllen. „Mir ist der Fall klar!“ sagte Maria.„Mein Gatte ist selbst von dieser Welt gegangen. Er gab sich den Tod! Und der Dieb fand meinen Gatten tot. Er nutzte die Gelegenheit und stahl, was er stehlen konnte. Vielleicht hinterließ mir auch mein Gatte ein paar Zeilen, die der Dieb an sich nahm. Warum? Das weiß ich nicht! Ich nehme aber an, daß es so gewesen ist.“ „Gnädige Frau, Sie können recht haben. Und die angenehmste Lösung ist es, aber es widerstrebt mir in innerster Seele, daß dieser Halunke, der den Diebstahl auf dem Gewissen hat, frei ausgehen soll.“ „Er wird frei ausgehen, wenigstens vorläufig. Es gibt tausend Versteckmöglichkeiten für die ge stohlenen Diamanten. Sie zu finden wäre eine Glückssache. Ist es da nicht besser, die Passagiere nicht dieser Durchsicht zu unterziehen? Daß dieser Verbrecher seine Strafe finden wird, daran glaube ich selsenfest. Alle Schuld rächt sich.“ Der Kommodore überlegte nicht mehr lange. Im Grunde genommen war er froh, daß sich die Angelegenheit so lösen ließ. „Frau Marquise, wenn Sie es so wünschen und wenn Sie den Verlust der Steine so ohne weiteres verschmerzen wollen, dann will ich nach ihren Wünschen handeln.“ „Ich danke Ihnen, Herr Kommodore. Es soll mir eine Freude sein, die Köln wieder einmal zur Ueberfahrt benutzen zu dürfen. Ich hoffe. Sie dann wiederzusehen.“ „Sie machen mich glücklich, Frau Marquise!" „Herr Storm wird doch keine Ungelegenheiten haben?“ „Sie meinen wegen der gemeinen Anschuldigung des Herrn Barons? Nein, das hoffe ich nicht! Ich werde die Gesellschaft wahrheitsgetreu unterrichten.“ „Wann fährt die Köln wieder aus?“ „Am 28. Juni. Frau Marquise!“ „Das wäre in zehn Tagen?“ „Ja! Wir sind dann voraussichlich am 18. Juli wieder in Hamburg.“ „Am 18. Juli... gut, die Zeit langt! Ich hoffe, Sie dann wieder in Hamburg zu begrüßen, Herr Kommodore.“ „Wollen Sie zurück nach den Staaten, Frau Marquise?" „Nein, ich... ich will Herrn Storm wiedersehen Wir sind gute Freunde und das ist so selten im Leben, Herr Kommodore, daß man einen guten Freund nicht so ohne weiteres vergessen will. Sie wissen vielleicht nicht, daß er mir einmal das Leben gerettet oat.“ „Ich weiß es, Frau Marquise.“ Die starken blauen Leigen des alten Kapitäns liegen auf dem schönen Frauenantlitz. „Viel Glück im neuen Leben, gnädige Frau! Ich weiß, daß Sie stark genug sind, es zu halten!" Wie wunderbar ist das Antlitz einer liebenden Frau, wenn der Glanz des großen Glückes aus den Augen bricht. Das mußte der alte Mann jetzt denken, als er die schöne Frau ansah. „Ich will's gewinnen und will's halten, Herr Kommodore!“ sagt Frau Maria leise. * Bei der Tafel verkündet der Kommodore den Passagieren:„Meine verehrten Herrschaften, Frau'Avergon ist wieder im Besitze der gestohlenen Sachen. Damit ist dieser unangenehme Fall erledigt. Ich verzichte auf eine Untersuchung.“ Ein hörbares Aufatmen geht über die Passagiere. Wie erleichtert sind alle und mit einem Schlage ist die Stimmung angenehm geworden. Der Schiffsdetektiv Ohnesorge hat bei den Worten des Kommodore Baron von Wiesemar unauffällig beobachtet. Das Gesicht des Barons drückt erst Staunen, dann unverhüllten Aerger, ja Wut aus, aber nur einen Augenblick lang, dann hat er sich wieder in der Gewalt. „Und der Dieb? Wird man den nicht der gerechten Strafe zuführen?" ruft der Baron laut, daß sich aller Blicke ihm zuwenden. „Der Dieb...!“ spricht der alte Herr mit feinem Lächeln,„ist uns bekannt.. Sie dürfen überzeugt sein, daß er, wenn er vom Schiffe geht, dauernd unter Beobachtung steht. Machen Sie sich also keine Sorgen, Herr Baron von Wiesemar, den wird das Schicksal packen.“ * Eine Stunde später hat Chnesorge endlich die funkentelegraphisch erbetene Auskunft über den Baron von Wiesemar. Sie lautet dahin, daß Wiesemar tatsächlich der Mann ist, als der er sich ausgibt. Er entstammt einem deutschen Adelsgeschlecht aus dem Banat, das im Banat und auch in der Tatra große Besitzungen hatte. Das Geschlecht ist verarmt und Baron Wiesemar gehört nur noch das wertlose Stammschloß in der Tatra mit etwa zwanzig Hektar Land, deren Ertrag gleich Null ist. Ohnesorge sucht den Kommodore und unterrichtet ihn. Der Kommodore liest die Auskunft und sagt dann: „Sie werden die Polizeibehörde bitten, daß man Baron Wiesemar im Auge behält. Teilen Sie ihr den Verdacht mit, den wir gegen ihn und seinen Diener haben. Die Polizei soll das Weitere erledigen.“ „Jawohl, Herr Kommodore!" * Toni hat in den letzten Tagen wenig Gelegenheit gehabt, mit dem geliebten Mädchen zu schwatzen. Herr Huber erwies sich mit einem Male als ein Frühaufsteher und blieb beharrlich in der Nähe seiner Tochter. Toni ertrugs und sagte sich, daß er ja bald in seiner Eigenschaft als Musiker in Graz Liesl jeden Tag sehen und sprechen könnte. Die Reise ging ihrem Ende zu. Das Feuerschiff an der Elbmündung kam in Sicht. Schlepper holten den Ozeanriesen ein und nach acht Tage langer Fahrt legte die„Köln" im Hamburger Hafen an. Toni löste sein Engagement und nahm von den Kollegen herzlichen Abschied. Alle hatten den flotten Burschen liebgewonnen. Der Kommodore selbst bedauerte sehr, daß er von ihnen schied. Storm drückte ihm warm die Hand und flüsterte ihm zu:„Viel Glück in Graz! Sie werden sich dort die Braut heimholen.“ „Des is'wiß, Herr Storm! Einig san wir uns schon!“ „Alle Wetter. Sie gehen ordentlich ran, Herr Rudelspacher: Alles Glück, lieber Junge!" * Die Passagiere verlassen das Schiff. Auch Maria mit dem getreuen James. Sie hat gehofft, daß Storm noch einmal zu ihr in die Kajüte kommen würde, um von ihr Abschied zu nehmen, fern aller fremden Augen. (Fortsetzung folgt.) Dasrheinische Freitag, 19. Oktober 1934 Landkreis An alle Landwirte Mit der Rübenernte kommt auch die Zeit, daß die Rübenblätter in Erdgruben für den Winter eingelegt werden. Zusammen mit Zuckerschnitzeln bildet sich dann durch den Säuerungsprozeß ein wertvolles Futtermittel. Nur den einen Nachteil haben diese an sich sicher sehr wertvollen Gruben: sie stinken viele Meter gegen den Wind! Um diesem Uebelstand abzuhelfen, wurde eine allgemein gültige Polizeiverordnung erlassen, daß diese Sauergruben nur in bestimmter Entfer nung von den öffentlichen Wegen angelegt werden dürfen. Die Bauern werden ersucht, diese Bestimmung zu beachten. Vortragsabend Pfarrer Dr. Grosche im Katholischen Deutschen Frauenbund Brühl Im Zweigverein Brühl des Katholischen Deutschen Frauenbundes sprach am Dienstagabend Pfarrer Dr. Grosche=Brühl=Vochem, über:„Die hl. Theresia". Um es vorneweg zu sagen, es war kein Vortrag im gewöhnlichen Sinne des Wortes, sondern eine frische, lebendige Darstellung der Zeit, der Umstände, in der sich das Wirken und Leben der hl. Theresia vollzog und der großen Bedeutung dieser Heiligen für das Christentum. Die Darstellung Dr. Grosches streifte bis in die kleinsten Einzelheiten und wurde durch ihre besondere Art und die hervorragende Beherrschung des Vortragsstoffes für die Teilnehmerinnen zu einem geistig=religiösen Erlebnis. Zum Beginn und zum Schluß seiner Ausführungen prägte der Vortragende das Wort: Die Geschichte der Heiligen ist im allertiefsten Sinne die Geschichte der katholischen Kirche, und die Geschichte der Kirche ist nichts anderes als die Geschichte der Heiligen. Die Geschichte der Kirche dürfe nicht so sehr beurteilt werden von den äußeren Geschehnissen aus, sondern es müsse vielmehr das innerste Leben der Kirche beachtet werden. Die Heiligen seien eben die stärksten Aeußerungen in der Welt des lebendigen Christentums. In fesselnder Darstellungsweise schilderte Redner das Leben der hl. Theresia in Bruchstücken und sodann in einem Ueberblick über die verschiedenen Lebensabschnitte. Das Winterhilfswerk in Brühl Mittwoch, wurde das Winterhilfswerk im Brühler Bezirk durch eine Versammlung im Belvedere einge leitet. Leider wies diese Versammlung in keiner Weise den Besuch auf, den das große deutsche Winterhilfswerk verdiente. Ortsgruppenleiter Pick geißelte das in scharfen Worten. Erfreulich ist nur die eine Tatsache, daß der Wille zum Helfen und Mitarbeiten im Brühler Bezirk nicht ebenfalls so gering ist wie der Besuch dieser ersten Versammlung des WHW. Das ging aus den Zahlen hervor, die Ortsgruppenamtswalter der NSV Dr. Hellenbroich über das Brühler Hilfswerk darlegte. Die Zahl von 680 Mitgliedern bei der NSV in Brühl ist im Verhältnis zu der Brühler Einwohnerschaft nicht sehr überwältigend. Aber was geleistet wurde, das darf sich neben anderen Ortsgruppen sehen lassen. Allein in den Sommermonaten wurden z. B. von der hiesigen Ortsgruppe(von Mai bis September) für Schuhzeug an bedürftige Volksgenossen über 2000 Mark ausgegeben, für Bettzeug, Möbel usw. ebenfalls über 2000 Mark, für Milch und andere Lebensmittel rund 1200 Mark, zum Muttertag sind ebenfalls rund 1200 Mark ausgegeben worden, die Kinderlandverschickung und die Mütterfürsorge weist beachtliche Zahlen auf, in Brühl sind allein 125 Saarkinder ausgenommen worden, dazu 30 Kinder aus der Pfalz, es sind 20 Brühler Kinder verschickt worden, weiteren 70 steht diese Freude noch bevor. Als Hauptredner des Abends sprach der Gauredner Pg. Arens aus Köln. Er wußte die Anwesenden wirklich überzeugend auf die Notwendigkeit des großen deutschen Winterhilfswerks hinzuweisen. Die Versammlung wurde so zu einem dringenden Appell an die ganze Brühler Bevölkerung; denn jeder der Anwesenden wird Gelegenheit nehmen, das Gehörte weiter bekannt zu machen. Man darf annehmen, daß der Ruf an die Hilfsbereitschaft der Brühler nicht ungehört verhallen wird. Hürth: Ein junger Dieb. Ein junger Bengel stahl am Ausgang des Ortes auf Berrenrath zu, einem reisenden Obsthändler von der Karre einen Sack Obst als der Händler kurze Zeit abwesend war. Der Mann, der das rechtzeitig bemerkt hatte, rannte dem Burschen nach. Dieser warf den Sack ins Feld und entkam leider unerkannt. Knapsack: Unfall bei der Arbeit Am Dienstag geriet ein im Fabritbetriebe der Grube„Vereinigte Ville" beschäftigter älterer Arbeiter aus Liblar im Brechwalzwerk mit der Hand zwischen Maschinenteile. Die Hand wurde erheblich verletzt. Man brachte den Verletzten in das Brühler Krankenhaus. Gleuel: Das Ende der Kirmes. Ob es am Mittwochmorgen oder am Dienstagabend war, ist unklar, es war jedenfalls, als die Gleueler Kirmes gut zu Ende war, also doch wohl am Mittwochmorgen. Da fuhr ein Frechener Personenwagen, voll beladen mit hochfrohen Leuten, auf Frechen zu. Da gibt es aber in Gleuel eine scharfe Kurve, die Steine waren glatt, der Wagen rutschte, drehte sich um sich selbst und legte sich dann, kirmesmüde, auf die Seite. Es gab gehörig Bruch, die Insassen aber kamen mit kleinen Schönheitsfehlern und einem Riesenschrecken davon! Frechen: Der Griff in die Ladenkasse. Mittwochnachmittag hörte ein Geschäftsinhaber von der Hauptstraße in seinem Laden ein verdächtiges Geräusch. Er ging sofort in den Laden und sah noch, wie ein Mann schleunigst um die Ecke verschwand. Er erkannte ihn leider nicht. Er stellte im ersten Augenblick fest, daß von den Waren nichts fehlte, jedoch mußte er sehen, daß man ihm die Kasse ausgeräumt hatte. Zum großen Glück war in der Kasse nur noch wenig Wechselgeld. Wenige Augenblicke zuvor hatte der Geschäftsmann einen großen Geldbetrag, der in der Kasse lag und aus dem Verkauf von Wochenkarten der KölnFrechener Eisenbahn herstammte, weggebracht. Darauf hatte es der unbekannte Dieb wahrscheinlich auch abgesehen gehabt. Weiden: Unverantwortliches Tun. In der Nacht auf Donnerstag wurde von unerkannten Tätern an einer Aufbruchstelle an der Bahnstraße die Sicherungsabsperrung umgerissen. Auch die angebrachte rote Signallampe wurde umgeworfen und zerstört. Durch dieses Tun wurde der Verkehr auf der Straße gefährdet, zumal die Absperrung soweit zurückgeworfen wurde, daß unbedingt in der Dunkelheit jemand in die Grube fallen mußte, wenn er sich ihr näherte. Solch unverantwortliches Handeln kann nicht scharf genug getadelt werden. Die Absperrungen an den Straßenaufbrüchen sind nicht dazu da, daß man damit Scherze veranstaltet, wodurch das Leben anderer Menschen gefährdet wird. Die neue Regelung im Kreise Bergheim Am 1. November tritt eine neue gesetzliche Rege lung in Kraft, nach der die Gemeindeschulzen der Ge meinden, die auch Amtssitz eines Bürgermeisters sind, ihre Aemter an den Bürgermeister übertragen. Am Paffendorf: Zweimal Wirtshauseinbruch. Hier wurde in der Nacht auf Donnerstag in zwei Wirtschaften eingebrochen. Die Diebe fanden Einlaß durch Hoffenster, die sie eindrückten. In einem Falle wurden vorwiegend Spirituosen und Wechselgeld gestohlen, während im anderen Falle der Inhalt eines Erste für Blatzyeem mit dem Gemeindeschulzen Baron von Loe, und Huchelhoven mit dem Gemeindeschulzen Simon. In Bergheim übernimmt Bürgermeister mon das Amt des Gemeindeschulzen, in Esch Bürgermeister Paulisch, in Königshoven Bürgermeister Dr. Rinkens, in Kerpen Bürgermeister Greiffenberg, und in Horrem Bürgermeister Graf Beissel von Gymnich. Aus den Gesamtgemeinden, die von einem Bürgermeister allein verwaltet werden(Bedburg und Türnich) wird eine Veränderung nur insofern zu verzeichnen sein, als die Bürgermeister„Landbürgermeister“ werden, während die Bürgermeister mehrerer Gemeinden die Bezeichnung„Amtsbürgermeister“ führen. Kurz und bündig wird es natürlich im Volksmund weiterhin„Bürgermeister“ heißen. Vom 1. November ab sind: Ehrenbürgermeister Graf Beissel von Gymnich in Horrem Amtsbürgermeiter des Amtes Sindorf und Gemeindeschulze von Horrem, Bürgermeister von Lassaul in Türnich Landbürgermeister und Gemeindeschulze der Gesamtgemeinde Türnich, Bürgermeister Greiffenberg in Kerpen Amtsbürgermeister des Amtes Kerpen, Gemeindeschulze von Kerpen, Landbürgermeister und Gemeindeschulze der Gesamtgemeinde Blatzheim, und Amtsbürgermeister des Amtes Buir, Bürgermeister Paulisch in Esch Amtsbürgermeister des Amtes Esch, Gemeindeschulze von Esch und Landbürgermeister und Gemeindeschulze der Gesamtgemeinde Heppendorf, Bürgermeister Simon in Vergheim Amtsbürgermeister des Amtes Bergheim. Gemeindeschulze von Bergheim, Amtsbürgermeister des Amtes Paffendorf und Landbürgermeister und Gemeindeschulze der Gesamtgemeinde Hüchelhoven, Burgermeister Freund in Bedburg Landbürgermeister und Gemeindeschulze der Gesamtgemeinde Bedburg, und Bürgermeister Rinkens in Königshoven Amtsbürgermeister des Amtes Königshoven, Gemeindeschulze von Königshoven. Amtsbürgermeister des Amtes Caster und Landbürgermeister und Gemeindeschulze der Gesamtgemeinde Pütz. Bergheim: Preisschießen der Erzbruderschaft. Die Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus des Kreises Bergheim führt hier am Sonntag, 21. Oktober, ein Preisschießen durch, das morgens um 10 Uhr beginnt und nachmittags gegen 5 Uhr beendet sein wird. Es ist dies das erste Gruppenschießen um drei wertvolle Preise, das der Bezirksverband Bergheim abhätt. Jeke angeschlossene Bruderschaft stellt fünf Schützen, die je 5 Schuß abgeben. Geschossen wird auf 50 Meter Entfernung, stehend aufgelegt. Die Bruderschaft Bergheim stellt Büchsen und Munition für die Grefrath: Kraftwagen streifte Ochsenkarre. Bruderschaften, die noch keine Kleinkaliberbüchsen ha= An der Ecke Gruben= und Kölner Straße streifte ben. Im Anschluß an das Schießen ist nachmittags ein Kraftwagen eine Ochsenkarre. Der Anprall war um.30 Aci hier im Gasthof Lippert die Delegierten= gesinde, doch wurde dem Ochsen ein Horn ausgerissen. tagung mit Preisverteilung. St. Wendelinusfest in Sechlem Vorbereitungen für die kirchliche Feier am 20. und 21. Oktober— Gleichzeitig ist Herbstkirmes menMRte 8 8 720 Kenten: Dekanatsfest der Kirchenchöre. Am Sonntag wird hier das Dekanatsfest der Kirchenchöre des Dekanats Bergheim begangen. Die weltliche Feier ist nachmittags im Anschluß an die kirchliche im Saale Manstein. Quadrath. Reichssportabzeichen in Silber. Das Reichssportabzeichen in Silber wurde Herrn Josef Jungbluth für besondere sportliche Leistungen verliehen. Er ist der fünfte Inhaber dieser Auszeichnung im Kreise Bergheim. Horrem: Um die Kartoffelversorgung. Es ist festgestellt worden, daß die Hilfsbedürftigen, die in der Landwirtschaft aushelfen, vielfach als Entgelt Kartoffeln erhalten. Um diesen die Kartoffelversorgung sicherzustellen, wird bei Anrechnung des Nebenverdienstes der Wert für zwei Zentner Kartoffeln je Kopf der Familie freigelassen. Im übrigen erfolgt die Kartoffelversorgung durch die RSV. Auf Anordnung des Landrats in Bergheim dürfen Vorschüsse auf die Wohlfahrtsunterstützung zur Beschaffung von Kartoffeln nicht mehr gegeben werden. Horrem: Vereinsführer aller Sportvereine. Die Vereinsführer und Werbewarte der Sport=, Turn=, Kraftsport=, Schützen=, Radfahr= und Schwimmvereine des Kreises Bergheim, und alle übrigen Vereine, die dem Reichsbund für Leibesübungen unterstehen, sind zu einer Pflichtversammlung heute abend, 20 Uhr, in den Saal Geraths eingeladen. Der Beauftragte des Reichssportführers für den Gau 11, Bezirk 1, wird einen Vortrag über Sport und Staat halten und wichtige Aufklärungen geben. Habbelrath Zum zweiten Male Kirschen. Hier trägt jetzt ein Kirschbaum zum zweiten Male in diesem Jahre eßbare, reife Früchte. Grefrath: Betriebsunfall und Blutvergiftung. Auf der Hauptwerkstätte kam in der Abteilung Dreherei ein Lehrling dadurch zu Schaden, daß ihm ein Stahlsplitter in den Arm drang. Der Wunde maß er wenig Bedeutung bei, doch zog er sich dadurch eine Blutvergiftung zu und mußte in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus geschafft werden. St.=Wendelinus=Kapelle in Sechtem Sechtem rüstet sich, ihres Patrons, des „. Wendelinus, am 20. und 21. Oktober, zu feiern. Gleichzeitig mit der kirchlichen Feier ist die große Herbstkirmes in Sechtem traditionell verbunden. Die Herbstkirmes dauert drei Tage(21.—23. und wird am Vorgebirge gewissermaßen als Ern abschlun gefeiert. Das Wendelinusfest zieht stets eine große Anzahl auswärtiger Landleute nach Sechten Die Verehrung des hl. Wendelinus in uralt. Der Heilige kam etwa 580 nach Deutschland und starb ur Jahre 617. Die Verehrung des hl. Wendelinus1 Deutschland und in Sechtem datiert vom 12. Jahrhundert. Die gut erhaltene Wendelinuskapelle in Sech kem ist um 1680 von dem bischöflichen Kammerherr Jakob Beller erbaut. Wie die Stiftungsurkunde nachDie katholische Pfarrgemeinde in würdiger Weise das Fest h. weist, stand an der Stelle der jetzigen Kapelle früher eine andere Kapelle, noch bedeutend älteren Datums. Die Kapelle steht im Schatten eines mehrere hundert Jahre alten breitästigen Ulmenbaumes. Eine holzgeschnitzte Statue des hl. Wendelinus(das ursprüngliche sogenannte Gnadenbild) befindet sich noch in der Kapelle. Der Altar der Kapelle ist Barock und stammt aus einer Kölner Kirche. Innerlich und äußerlich ist die Kapelle einfach und ist vielleicht gerade deswegen bei der Landbevölkerung beliebt. Der hl. Wendelinus wird von der Landbevölkerung als Schutzpatron für das Vieh verehrt und im besonderen als Fürbitter bei Viehseuchen angerufen. Das eigentliche Wendelinusfest in Sechtem beginnt am Samstag, 20. Oktober. Morgens um 7 Uhr ist hl. Messe und um 9 Uhr feierliches Hochamt in der Pfarrkirche. An diesem Hochamt nimmt seit langen Jahren die benachbarte Pfarrgemeinde Waldorf geschlossen teil. Eine Prozession zieht Samstagmorgen von Waldorf nach Sechtem. Die Hauptfeier ist am Sonntag, nach dem 20. Oktober, in diesem Jahre am 21. Oktober. Es sind für Sonntag, 21 Oktober, Prozessionen aus Siegburg, Geistingen, Hersel, Bornheim, Alfter, Roisdorf und Heimerzheim angemeldet. Wenn auch die Beteiligung am Wendelinusfest, in den letzten Jahren zugenommen hat, so war die Beteiligung in der Vorkriegszeit doch bedeutend größer. Manchmal war die Zahl der auswärtigen Pilger so zahlreich, daß diese im Orte nicht übernachten konnten. Die Pfarrkirche in Sechtem besitzt eine Reliquie des hl. Wendelinus, die den Pilgern zur Verehrung vorgezeigt wird. In dem am Sonntagmorgen um.30 Uhr stattfindenden feierlichen Choral=Hochamt singt der Kirchenchor Sechtem die„Missa brevis" von Lehmacher für vierstimmigen Männerchor. Nachmittags um 3 Uhr ist Komplet und zwischendurch Reliquienverehrung. Ein besonderes Schmuckstück des Ortes Sechtem bildet die in unmittelbarer Nähe der Kirche stehende dem hl. Nikolaus geweihte Kapelle, die aus dem Jahre 1770 stammt. Die gefälligen Barockformen dieser Kapelle entzücken auch das Auge eines nicht kunstsachverständigen Beschauers. Zum Bauherrn hatte diese Kapelle jedenialls einen der etwa um 1770 am Brühler Schloß beschäftigten süddeutichen Baukünstler. In den letzten Jahren wurde die Kapelle durch verständnisvolle Zusammenarbeit, von Gemeindevorsteher, Bürgermeister und Ortspfarrer als Kriegergedächtniskapelle vollständig von innen und außen renoviert. Auch die Umgebung der Kapelle wurde zweckmäßig hergerichtet. Der äußere Anstrich ist in sehr lebhaften Farbtönen gehalten, hebt jedoch die schönen Linien des Bauwerks kraftvoll hervor. Bergheim: Saarabstimmung! Die Einspruchsfrist gegen die Nichteintragung in die vorläufigen Abstimmungslisten für die Saarabstimmune läuft am 25. Oktober äb. Wer noch keinen Bescheid, von seiner Heimatbehörde erhalten hat, wende sich sofort an den Saarobmann des Kreises Bergheim: Ernst Hauch, Bergheim, Finanzamt. Bergheim: Samariterkurse. Samariterkurse zur Ausbildung in der ersten Hilfe bei Unglücksfällen werden im Kreise Bergheim in Kürze für Nieder= und Oberembt durch Dr. HeuschenNiederembt, für Blatzheim, Bergerhausen und Niederbolyeim durch Dr. Merten=Buir, für Berrendorf durch Dr. Effertz=Elsdorf, für Buir und Manheim durch Dr. Merten=Buir abgehalten. Kerpen: Goldene Hochzeit. Am Donnerstag konnten hier die Eheleute Ferdinand Tesch und Therese geb. Klosterhalsen das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar steht seinem landwirtschaftlichen Betriebe auch heute noch in alter Frische vor. Er zählt 83, seine Gattin 71 Jahre. Es dürfte auch nicht alltäglich sein, daß bei der Goldhochzeit 10 Gäste zugegen gewesen sind, die auch vor 50 Jahren mit von der Partie waren. Herzlichen Glückwunsch dem Jubelpaare! Sindorf: Theaterabend. Gelegentlich der Kirmes veranstaltet der Theaterverein Thalia am Dienstag im Knepchen einen Theaterabend, bei dem zwei Theaterstücke aufgeführt werden. Feierliche Einführung der neuen Ratsherren in Euskirchen Euskirchen, 17. Okt. Am Mittwochabend, 18 Uhr, wurden die neuen Ratsherren der Stadt Euskirchen feierlich in ihr Amt eingeführt und verpflichtet. Kreisleiter Dr. Faßl sowie die Beigeordneten Heekeren und Göhrick wohnten diesem ersten Zusammentritt des Stadtrates, den Bürgermeister Diise verpflichtete, bei. Dr. Faßl sagte in seiner Ansprache, daß nun endlich der Parlamentarismus in den Gemeindevertretungen beseitigt sei, und daß aus der Asche einer vergangenen Zeit wie ein leuchtender Phönix das Bild einer neuen Zeitevoche, das Bild einer deutschen Arbeitsgemeinschaft, von pflichtbewußten Menschen heraufsteige. Bürgermeister Disse hob die hohe Verantwortung hervor, die heute auf den Schultern eines jeden Ratsmitgliedes laste. Die Ratsherren leisteten hierauf den Eid. Ortsgruppenleiter Ruckes ermahnte die Ratsherren, bei allen Beratungen und Entscheidungen für das Allgemeinwohl so zu handeln, daß sie es dem Führer und der Nation gegenuber verantworten könnten. Die Sitzung befaßte sich weiter mit der Geschäftsordnung der bevorstehenden Arbeit. Mit einem dreifachen Sieg=Heil wurde diese erste und bedeutsame Tagung des neuen Stadtrates geschlossen. Die Beigeordneten, Ratsherren und Beiräte wurden wie folgt ernannt: Beigeordnete: Jakob Heekeren und Alfred Göhrick; Ratsherren: Heinrich Klinkenberg. Franz Klinkenberg, Hans Schlepphorst, Huvert Honnecker, Josef Gymnich, Wilhelm Mahlberg, Anton Wein, Josef Schmitz, Dr. Karl Bauer, Fritz Rövenich, Josef Lückerath, Heinrich Hack, Paul Rothe, Hubert Baum, Werner Pfeiffer. Beiräte: Finanzbeirat: Dr. Erwin Faßl, Peter Ruckes, Alfred Göhrick, Heinrich Klinkenberg. Franz Heinrich Klinkenberg, Franz Klinkenberg, Werner Pfeiffer, Hans Schlepphorst; Schlachthofveirat: Peter Ruckes, Josef Lückerath, Heinrich Hack, Josef Gymnich, Josef Weiler: Berufsschulbeirat: Heinrich Klinkenberg, Wilhelm Mahlberg, Anton Wein, Jean Lückerath, Gewerbeoberlehrer Kremer; Liegenschaftsbeirat: Peter Ruckes, Werner Pfeiffer, Josef Schmitz, Franz Klinkenberg, Theo Flink; Gymnasialbeirat: Josef Gymnich, Alfred Göhrick, Werner Pfeiffer, Ernst Kind, Studienrat Krauß; Wohlfahrtsbeirat: Josef Lückerath, Wilhelm Mahlberg, Hubert Hövel, Rovert Schulze, Hans Schlepphorst; Jugendbeirat: Dr. Erwin Faßl, Peter Ruckes, Heinrich Klinkenberg. Jungbannführer Borner, Frau Wunderlich, Fräulein Keibel, Dr. Groß, Sanitätsrat Dr. Lückerath, Pfarrer Körfer, Pfarrer Strakkerjahn; Schuldeputation: Jakob Heekeren, Werner Pfeiffer, Franz Klinkenberg, Lehrer Johann Wißkirchen, Dechant Schelaufke, Pfarrer Strackerjahn; Stadtwertveirat: Hubert Baum, Heinrich Hack, Hermann Lünzmann, Hans Rosseau und Philipp Die Banern in vorderster Front Das Winterhilfswerk des Kreises Euskirchen Kreisbauernführer Thelen(Esch) hat folgende Mindestmengen als Spendesoll für die Winterhilfe festgesetzt: 10 Pfund Kartoffeln oder, nur wenn keine Kartoffeln mehr vorhanden sind, 3 Pfund Brotgetreide pro Morgen bewirtschafteter Fläche. In einer Besprechung der Ortsbauernführer aus dem Kreise Euskirchen legte der Kreisbauernführer die Notwendigkeit dar, im Sinne echter nationalsozialistischer Opferbereitschaft die notleidenden Volksgenossen mit Lebensmittel, besonders Kartoffeln, zu versorgen. Es sei für die Bauern, die in den Dürregebieten wohnen, ein besonderes Opfer, dennoch wollten sich die Bauern und Landwirte in ihrem Pflichtbewußtsein gegenüber der VolksAutes. Unres Gahttir, Jenrul Rrinlenwderg.iellere Ar sheene Wfrlherlomllrern Gedenaeer Klinkenbera: Baubeirat: Peter Ruckes, gemeinschaft von niemanden übertreffen lassen. Stabs stiger und körperlicher Frische feiern. Rheinbach leiter Dr. Valoer referierte über die technische Durch Tuchenheim: 80, Geburkstag. fühung der Sammlung. Amtswalter der RSV, Rembs] Frau Ame Perer Josef Bünder kann am Sonn(Euskirchen), versicherte, daß die Verteilung nur unter tag, 21. Oktober, ihren 80. Geburtstag in voller geiMitwirkung der Ortsbauernführer, wobei diesen das Vetorecht eingeräumt würde, vorgenommen würde. Euskirchen: Reisterprüfung bestanden. Vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer in Köln bestand der Damenfriseur Ernst Heyne, Kapallenstraße, seine Meisterprüfung mit der Gesamtnote gut Euskirchen: Sprechstunde der Industrie- und Handelskammer. Die Einzelhandelsvertretung der Industrie= und Handelskammer Köln hält heute von 16 bis 18 Uhr auf oer Geschäftsstelle der Kreiskaufmannschaft, Kölner Straße 10, eine Sprechstunde ab. Lommersum: Unglück oder Verbrechen? Vor einem Hause der Niederbergerstraße wurde in der Nacht auf Donnerstag ein Mann mit schweren Verletzungen aufgefunden. Neben ihm lag ein Fahrrad, mit dem er vermutlich gestürzt war. Der Arzt stellte einen Schädelbruch und schwere innere Verletzungen fest. Der Mann wurde sofort in das Marienhospital nach Euskirchen übergeführt, wo er bis zur Stunde das Bewußtsein nicht wiedererlangt hat. Der Verletzte schwebt in Lebensgefahr. Ein Verbrechen ist nicht ausgeschlossen. Friesheim: Auf der Jagd angeschossen Bei der Treibjagd, die am Kirmesmontag in der hiesigen Gemarkung abgehalten wurde, kam ein Jäger durch einen Fehlschuß zu Schaden. Anfangs schenkte er der Wunde nur wenig Beachtung, mußte sich aber jetzt einer Operation unterziehen. Der verhängnisvolle Schuß war aus der Flinte eines anderen Jägers losgegangen. Lechenich: Arbeiten auf Gul Römerhof. Das Gestüt Römerhof, das vor einiger Zeit seinen Besitzer wechselte, wird zurzeit einer gründlichen Restauration unterzogen. Alle Stallungen werden baulich wieder so instandgesetzt, daß sie dem Ruf dieses weithin bekannten Gestüts entsprechen. Zahlreiche Handwerker finden hierbei für längere Zeit Arbeit und Brot. Die Gebäude des Gutes werden nach ihrer Erneuerung das Landschaftsbild vorteilhaft verändern. Zahlreiche Ausflügler nehmen schon jetzt Gelegenheit, den Gutshof zu besichtigen. Die Bauausführung hat der Unternehmer Martin Bergerhausen aus Friesheim übernommen. Palmersheim: Frauen turnen. Der hiesige Turnverein veranstaltete am Mittwochabend im Saale Rech einen öffentlichen Uebungsabend für alle Frauen und Mädchen. Die Leitung hatte Fräulein Erna Klein aus Rheinbach, die mit den Vorführungen einen Einblick in die Bedeutung des Frauenturnens gab. Die Palmersheimer Turnerinnen zeigten in exakten Uebungen, wie sich Turnen und Sport für die Frauen und Mädchen eignet. Dieser Werbeabend wird zweifellos das Interesse für diese Belange wachgerufen haben. Das Werk der NSV in Rheinbach Im Bereich der NSV Ortsgruppe Rheinbach wohnen 8670 Personen. Die Ortsgruppe unterstützte hiervon 2600 Personen in 665 Familien. Die Gesamtsumme der Unterstützungen betrug 15000 Mark. Daneben wurden 60 Freiplätze für erholungsbedürftige Kinder gewährt. 12 Kinder und 4 Mütter von hier wurden nach auswärts zur Erholung geschickt. Das Aufkommen von Spenden, Beiträgen, Verkauf von Ansteckblumen u. ä. betrug rund 4750 Mark. — Auch hier hat das Winterhilfswerk 1934/35 schlagartig mit dem Verkauf der Bernsteinabzeichen eingesetzt. Vereinzelt sieht man bereits die schönsten Zusammenstellungen in Form von Halsketten, Uhrketten, Armbändern, was für manchen ein Anreiz zum Nacheifern sein dürfte. Kreisverbandstagung des RDK in Rheinbach Am Sonntag findet hier eine große öffentliche Kundgebung der Kinderreichen des Kreises BonnLand statt. Um 15.30 Uhr treten die Ortsgruppen nach der Stärke der anwesenden Mitglieder geordnet zum Umzug an. Die Nichtmitglieder schließen sich der Ortsgruppe Rheinbach an. Anschließend ist im Langenschen Saale ein bevölkerungspolitischer Vortrag. Der Landesverbandsleiter wird ebenfalls anwesend sein. Rheinbach: Personelle Veränderungen im Arbeitsdienstlager. Im Laufe der Woche sind einige personelle Aenderungen im Arbeitsdienstlager vor sich gegangen. Es wurden die OTF Allmacher und Lipgens nach Neuß bzw. nach Westhoven versetzt. Nach Rheinbach wurden die OTF Hilger von Bergheim, Becker von Westhoven, Schlüter und Baesch versetzt. Rheinbach: Veranstaltungen anmelden. Der Ortsgruppenleiter gibt bekannt, daß alle Nebenorganisationen der RSDAP und die in seinem Ortsgruppenbereich befindlichen Vereine und Verbände ihre Veranstaltungen 14 Tage vor Stattfinden der Ortsgruppe anmelden müssen, andernfalls wird die Veranstaltung verboten. Rheinbach: Aus der Borromäusbücherei. Zum Herbst und Winter wird die Borromäusbücherei unserer Pfarre wieder mehr in Anspruch genommen. Sie führt eine Literatur für alle Kreise Vor dem Bensberger Strafrichter Ein Jahr Zuchthaus für einen Autoreisen— Drei„Herren“ mit umfangreichen Vorstrafenregistern Zwei junge Burschen aus Burscheid und ein ebenfalls dort anfässiger Händler, die alle drei verblüffend umfangreiche Vorstrafenregister aufweisen können, hatten sich zu verantworten, weil sie gemeinsam in Odenthal von einem parkenden Auto den Ersatzreifen abmontiert und gestohlen hatten. Während der Händler und der eine Bursche Stein und Bein schworen, sie hätten nichts mit der Sache zu schaffen, gab der dritte Angeklagte den Tatbestand zu und erklärte, daß der Händler, übrigens ein Hausund Autobesitzer, so im vorbeifahren gesagt habe, daß er sich erkenntlich zeigen werde, wenn man ihm den Ersatzreifen beschaffe. Da die beiden Burschen zurzeit arbeitslos und auf die Hilfe des Händlers, öfters angewiesen waren, stiegen sie denn auch prompt aus und montierten den Reifen ab. Durch dieses glaubwürdige Geständnis des einen Angeklagten hielt der Amtsanwalt die drei für überführt und beantragte Zuchthausstrafen von einem bis eineinhalb Jahr. Das Gericht entschied sich etwas milder, immerhin verurteilte es den Händler als Kopf der Bande(er war auch bei mehreren anderen Straftaten, die gemeinsam ausgeführt wurden, der Anstifter und Führer) zu einem Jahr Zuchthaus wegen schweren Diebstahls. Den beiden anderen Angeklagten wurden mildernde Umstände zugesprochen, sie kamen mit je acht Monaten Gefängnis davon. Der Unschuldsengel Ein Kaufmann aus Herkenrath, ein alter Bekannter des Gerichts, gefiel sich diesmal in der Rolle des Unschuldsengels. Obwohl er eine Reihe erheblicher Vorstrafen auf dem Konto hat, erklärte er unter Krokodilstränen, es sei leider sein Schicksal, immer wieder unschuldig verurteilt zu werden, und diesmal habe er bestimmt nichts Unrechtes getan. Von einem Holzdiebstahl, den ihm die Staatsanwaltschaft zur Last legte, könne gar nicht die Rede sein, da er doch von dem Besitzer die Erlaubnis gehabt habe, von jener Parzelle Holz zu holen. Der Besitzer bekundete dagegen, daß er statt einer Erlaubnis dem Angeklagten nur verschiedene nungen habe zukommen lassen, in Zukunft die Finger bei sich zu halten. Das Gericht ging bei diesem glatten Tatbestand, der durch mehrere andere Zeugen noch erhärtet wurde, weit über den Strafantrag des Amtsanwalts hinaus und verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von 4 Wochen. Außerdem fallen ihm natürlich die Kosten der Verhandlung zur Last. Zwei harmlose Meuschen wollten ein Althändler und ein Schmied aus KölnKalk darstellen, die sich gegen das Jagdgesetz vergangen hatten. Der Althändler besaß in Paffrath ein Wochenendgrundstück und lud den Schmied ein, ihn mit seinem Frettchen doch einmal zu besuchen und ihm zu zeigen, wie man mit dem Frettchen Kaninchen aus dem Bau hole. Natürlich wolle man keine Kaninchen fangen, beileibe nicht, nur mal so zum Spaß und aus Interesse versuchen. Der Schmied, dessen umfangreiches Strafregister bei weitem nicht so harmlos ausschaut wie er selbst sich zu geben bemüht, fuhr denn mit seinem Frettchen(zum Spaß natürlich!) eigens nach Paffrath, verspannte fachgemäß alle Ausgänge eines Kaninchenbaues mit Fangnetzen, und in diesem Augenblick kam dann ein Forstgehilfe dazwischen und machte dem harmlosen Vergnügen ein rauhes Ende. Natürlich glaubte das Gericht kein Wort dieser „harmlosen“, Geschichte und verurteilte die Angeklagten nach Strich und Faden. Das Urteil lautete für den einschlägig vorbestraften Schmied auf 2 Wochen Gefängnis, für den Althändler, der wesentlich billiger wegkam. auf zwanzig Mark Geldstrafe. Immerhin, auch das ist reichlich teuer für einen entgangenen Braten! Bergisch Gladbach: Ehrenkrone des Alters Herr Konrad Neuheuser von der Paffrather Straße feierte in noch geistiger und körperlicher Frische sein 72. Lebensjahr.— Frau Wwe. Josef Meid, Bahnhofstraße, konnte in ebensolcher Frische ihren 80. Geburtstag begehen.— In Rotbroich wurde Frau Wwe. Foerster 84 Jahre. Auch sie zählt sich noch mit Stolz zu den Rüstigen Odenthals. Desgleichen feierte ebenfalls in Rotbroich Frau Wwe. Adolf Dörper ihren 85. Geburtstag. Bergisch Gladbach: Drei Fahrräder gestohlen. Im Stadtteil Paffrath wurden aus einem VorKommen. Sie Rihrt eine Lileraltut für nlle Kreise!„ s allen Gebieten. Es ist der Wunsch der Pfarr= garten ein Herren= und zwei neue Damenfahrräder Pfarrangehörigen Mitglied Jedes Mitglied erhält ein geistlichkeit, daß alle des Vereins werden. wertvolles Buch nach eigener Wahl und kann sich auf diese Art eine eigene Bibliothek gründen oder die vorhandene ergänzen. Mechernich und die Eifel Melkerkursus in Kall Am Montag beginnt auf dem Hofe des Bauern Hubert Pauly in Kall=Heistert der von der Landwirtschaftsschule schon längst vorbereitete Melkerkursus. Der theoretische Teil des Kursus findet in den Räumen der Kaller Landwirtschaftsschule statt. Nach Abschluß des Kursus, der am 27. Oktober endet, ist den Teilnehmern in einer großen Versammlung Gelegenheit zum Austausch der gemachten Erfahrungen auf dem Gebiete der Viehhaltung geboten. Anmeldungen nimmt die Landwirtschaftsschule bis Sonntag entgegen. Mechernich: 15 Monate Zuchthaus. In Urfey bei Mechernich wohnt ein Mann namens ., der sich vor dem Aachener Schwurgericht wegen Meineids zu verantworten hatte. Er war in eine Alimentationsgeschichte verwickelt, und hatte falsch geschworen. Die Verhandlung brachte ihn zum Geständ nis; er gab den Meineid zu, den er in dem von der Amtsvormundschaft angestrengten Prozeß geleistet hatte. Der Staatsanwalt führte in seinem Plädoyer an, daß in der Mechernich=Gemünd=Schleidener Gegend ähnliches Verhalten, wie das des Angeklagten keine Seitenheit sei, und zur Abschreckung müsse die Strafe besonders hart ausfallen. Er beantragte eine Zuchthausstrafe von drei Jahren. Das Gericht verurteilte ihn zu 15 Monaten Zuchthaus, unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft. Z. nahm das Urteil an. Bleibuir: Gemeindestraße wird Provinzialstraße. Nach der neuesten Bekanntmachung des Gemeindeschulzen Krischer wird die von der Provinzialstraße über Lückerath Bleibuir—Bergbuir nach Hergarten suhrende Straße demnächst in Provinzialpflege übernommen. Neben der großen Entlastung, die die Uebernahme dem Gemeinde=Etat Bleibuir bringen wird, bedeutet dies auch ein gewaltiger Fortschritt in der Erschließung des sog.„Westländchens“. Gemünd; Motorradfahrer gegen Grenzstein. Die an der Wendeplatte Gemünd=Kall=Euskirchen stehenden Grenzsteine sind schon manchem Fahrer zum Verhängnis geworden. Diesmal war es ein Motorradfahrer, der infolge zu spärlicher Beleuchtung seines Fahrzeuges mit dem Fußraster gegen den Stein stieß. Er kam hierbei unglücklich zu Fall und erlitt u. a. eine Gehirnerschütterung. Der Führer eines auswärtigen Lastzuges fand den bewußtlos gewordenen Motorradfahrer und sorgte für die erste Hilfe. Blankenheim: Eiselmaler Schulten stellt aus. Eifelmaler Curtius Schulten hat, wie auch im Vorjahre, in seinem Atelier wieder eine Reihe Werke ausgestellt, die einen Einblick in sein Wirken vermitteln. Mehr noch als früher verkörpern die neuesten Bilder die Liebe zur Heimat und ein Kunstverständnis, das eine Gleichheit der Bilder mit Natur und Boden erkennen läßt. Die ausgestellten Werke lösten allseitiges Interesse aus. Floisdorf: Die Sieger auf der Braugerstenschau. Auf der Braugersten=Ausstellung wurde Drügh (Floißdorf) mit dem., Bongard(Floisdorf) mit dem 1a=, Anton Schilles(Floisdorf) mit dem lb=, Nachbar (Zülpich) mit dem., Inden(Floisdorf) mit dem 2a=, Julius Bauer(Floisdorf) mit dem 2b=, Josef Wirtz(Haus Virnich bei Schwerfen) mit dem., und Willi Steinhausen(Enzen) mit dem 3a=Preis ausgezeichnet. Hergarten: Der Eiselverein auf Reisen. Der erst vor kurzem ins Leben gerufene Eifelverein besuchte in einem großen Verkehrswagen das Ahrtal. In Münstereifel war die erste Rast, da vielen das Städtchen noch unbekannt war. Von hier aus brachte der Wagen die Teilnehmer dann ins Ahrtal. eine Gegend, die den meisten noch unbekannt war. gestohlen. Die Besitzer hatten sich nur für zwei Minuten in die Wohnung begeben. Bergisch Gladbach: Die Geflügelzüchter Unter dem Vorsitz von Anton Steffens hielten die Geflügelzüchter im Gasthaus Am Bock eine Versammlung ab, die recht gut besucht war. Man beschäftigte sich hauptsächlich mit den Futter= und Eierpreisen und gleichzeitig auch mit der am 2. bis 4. November in der Kaiserhalle zu Wipperfürth stattfindenden Geflügelzuchtausstellung, die man beschicken will. Zahlreiche Tiere der verschiedensten Rassen gelangten bereits zur Anweldung. Paffrath: Die Polizei arbeitet In den verschiedensten Stadtteilen Bergisch Gladbach hält jetzt bereits seit Wochen die Bergisch Gladbacher Polizei besondere Kontrollen wegen der Durchführung der Verkehrsordnung ab. Vor allem gilt der Kampf den unbeleuchteten Fahrrädern, die immer noch angetroffen werden. Auch hier wurden eine Reihe Räder beschlagnahmt und die Radjahrer zur Anzeige gebracht. Refrath: Gründungsfest des Jungmänner=Vereins Der katholische Jungmännerverein feierte sein 9. Gründungsfest unter großer Anteilnahme der ganzen, Bevölkerung. Der Festtag wurde am Morgen mit einerrung eintreten zu lassen. Im vergangenen gemeinschaftlichen Kommunion begonnen. Schon lange# di. Stras= anerankt Durch di vor Beginn der Nachmittagsveranstaltung war der Saal Strasser bis auf den letzten Platz gefüllt. Nachdem das Tambourkorps des Bensberger Jungmännervereins die Veranstaltung mit einem schneidigen Fanfarenmarsch und die Jungschar des festgebenden Vereins mit einem eindrucksvollen Sprechchor eröffne: hatte, begrüßte Präfekt Toni Richertzhagen die Versammelten und betonte, daß im hiesigen katholischen Jungmännerverein in allen Abteilungen immer ein recht reges Leben geherrscht habe. Im weiteren Verlaufe der reichhaltigen Vortragsfolge hielt der Präses des Vereins, Vikar Dohms, eine Festansprache. Musikvorträge und Theatervorführungen wechselten in bunter Folge. Unter anderem sah man eine Bildreihe von Trier und der Führerschule in Altenberg. Vikar Backhaus aus Bergisch Gladbach war auch anwesend und gab die Erläuterungen hierzu. Verkehrsunfälle bei Wahn Der Donnerstag brachte in Wahn eine ganze Reihe von Verkehrsunfällen, die immer wieder die gleichen Ursachen hatten, über die wir bereits des öfteren berichteten. Der erste und schwerste Gefahrenpunkt ist die Frankfurter Straße zwischen dem Linderkreuz und der Reparaturwerkstatt Dormann, an dem mysteriösen Kilometerstein 16,4. Hier ereigneten sich im Verlauf einer Stunde drei Unfälle. Es hatte geregnet und dann ist die Straße spiegelglatt. Sobald ein Wagen bremst, ist er rettungslos dem Unglück verfallen. So erging es allen drei Fahrern. Ein Wagen landete im Straßengraben, ein zweiter stieß gegen einen Baum und der Dritte wollte scheinbar den Stein des Anstoßes beseitigen, indem er den verhängnisvollen Kilometerstein 16,40 umfuhr. Personen kamen glücklicherweise nicht zu ernstem Schaden, allerdings ist der Sachschaden groß. Am schwersten beschädigt wurde der Wagen, der gegen einen Baum fuhr. Der Fahrer dieses Wagens war der beliebte und bekannte frühere Tenor des Westdeutschen Rundfunks, Fritz Neumann. Er hatte in Troisdorf seine kranke Mutter besucht und war auf dem Heimwege nach Köln. Er kannte die gefährliche Strecke und war deshalb sehr langsam gefahren. Kurz vor der gefährlichen Stelle wurde ihm durch den schweren Sturm der Scheibenwischer beschädigt. Er mußte deshalb bremsen, was er sehr vorsichtig nachte. Trotzdem geriet der Wagen derart ins Schleudern, daß Fritz Neumann die Gewalt darüber verlor und gegen einen Baum prallte. Der Wagen mußte abgeschleppt werden. Er selbst erlitt leichtere Verletzungen. Wir führen diesen Vorfall genauer an, um zu zeigen, daß man trotz aller Vorsicht nicht dem Unfall entgehen kann, wenn man gezwungen ist zu bremien. Wir haben bereits des öfteren auf die Gefährlichkeit dieser Stelle hingewiesen. Es lausen, soweit wir gehört haben, bereits Schadenersatzklagen gegen die Provinzialverwaltung. Aber scheinbar kann nichts die Provinzialverwaltung veranlassen, hier eine Aende„ vergangonen Jahre wurde die Strecke aufgerauht. Durch die Sonneneinstrahlung und durch das dauernde Befahren ist sie aber wieder so glatt geworden, wie sie vorher war. Wie wir hören, wird sich jetzt auch der Automobilklub der Sache annehmen. Es ist ja nicht so, als ob dieser Straßenteil das erste Todesopfer zu fordern hätte oder der erste Sachschaden zu verzeichnen wäre. Ein weiteres Unglück ereignete sich zur gleichen Stunde, es war kurz nach Mittag, an der zweiten Gefahrenecke in Wahn, an der Kreuzung der AdolfHitler=Straße bzw. der Kirchstraße mit der Frankfurterstraße. Hier stießen zwei Lastwagen zusammen, die scheinbar die notwendige Vorsicht außer acht ließen. Glücklicherweise war hier nur Sachschaden zu beklagen. Einbruch auf Burg Elßz In der Nacht zum Mittwoch wurde auf der Burg Eltz=Rübenach in Wahn ein schwerer Einbruchdiebstahl Bensberg: Eintopssammlung. Bei der am Sonntag durchgeführten Sammlung für das Winterhilswerk 1931/35 erbrachte die Sam 9# meltätigkeit im Gebiete der Ortsgruppe Bensberg veruo:. Diebe stiegen mit einer Leiter von der die Summe von 1065,82 Mark. Diese zumme ver=Gartenseite in das Hauptgebäude ein. Sie drückten teilt sich auf die einzelnen Ortschaften wie folgt: die Fensterscheibe und eine Fensterblende ein und geBensberg 506.30 Mark. Moitzfeld 40 Mark, langten so ins Innere. Dort durchsuchten sie in aller Herkenrath 101.03 Mark. Dürscheid 39.34 Ruhe sieben Zimmer und nahmen das Wertvollste mit Mark. Immeteppel 79.40 Mark, Eichbachlr..,#mmtrk.## a a Jungviehschau im Rheinisch=Bergischen Kreis Man schreibt uns: Nach dreijähriger Pause veranstaltete der RXV des Rheinisch=Bergischen Kreises Jungviehschauen. Die Bedeutung der Jungviehschauen iegt vorwiegend darin, daß die Landwirte zu einer sachgemäßen Aufzucht durch richtige Pflege und Fütterung angeregt werden. Weiterhin, oaß die Landwirte. welche nicht Züchter sind, angeregt werden, hre Tierhaltung entsprechend den Fortschritten der Zucht umzustellen. lar und dem Kreiszuchtwart vorher besichtigt und aus gewählt worden. Als Preisrichter waren Tierzuchtinspektor Havertz aus Köln, Wilhelm Knott aus Stockem im Siegkreis und Josef Lohrmann aus dem Oberbergischen Kreis tätig. 50,90 Mark. Refrath 225.75 Mark; in den Gast wirtschaften kam der Betrag von 23,10 Mark ein; gegenüber den Ergebnissen der vorgährigen Summen ist die eingegangene Summe außer in Refrath nahezu gleich geblieben. Bergisch Gladbach: Ueber 500 Frauen und Mütter Mitglieder des Katholischen Frauen Bensberg: Gäste von der Saar. Am Mittwoch trafen wieder 6 Kinder aus dem deutschen Saargebiet in Bensberg ein, um hier—6 und Mut= Wochen bei ihren Pflegeeltern zu verbringen. In der Hauptsache hatten sie es au: Wertgegenstände abgesehen, von denen sie für 1300 Mark mitgehen hießen. Die Nachforschungen werden dadurch erschwert, daß die Einbrecher Handschuhe trugen und deshalb keinerlei Fingerabdrücke hinterließen. Frielingsdorf: Altersjubilar. Am richtige Ernährung und Pflege jungen Tieres ist die Grundlage für die spätere Leistung und Entwicklung. Was hier versäumt wird, läßt sich später nicht mehr nachholen. Sogar die beste Abstammung wiro einen Mißerfolg haben, wenn nicht bei der Auf ucht sachgemäß vorgegangen wird. Die Jungviehschauen in Ahlenbacher Mühle, Wipperfürth, Lindlar und Overath zeigten, daß gegenüber den früheren Jahren die Zahl der ausgetriebenen Tiere geringer war, daß aber die Qualität im allgemeinen sich gebessert hat. Die langjährige Einfuhr von guten Vater teren in das Gebiet des Rheinisch=Bergischen Kreises zeigt allmählich eine Verbesserung der Qualität der jungen Tiere Besonders eindrucksvoll und lehrreich ur den Züchter und den Landwirt waren die Nachuchtsammlungen der Bullen. Hier fiel vor allem die Nachzuchtsammlung des rotbunden Bullen„Cäsar" in die Augen; denn dieser Bulle zeigte eine besonders durchschlagende Vererbungskraft. Nach den Ausführungen von Tierzuchtinspektor Havertz hätte diese Sammlung auf einer größeren Schau bestehen können. Die Tiere waren von den Direktoren der Bäuerlichen Werkschulen Bensberg, Wipperfürty und LindDie Mnrg. tervereins sowie des St. Elisabethenvereins an der Pfarre St. Laurentius hielten Mittwochnachmittag im großen Saale des Hotels Am Bock, der bis auf den letzten Platz gesüüllt war, ihre Jahresversammlung. Weit Schmitz in der benachbarten Ortschaft Roderwiese über 500 Frauen und Mütter waren erschienen. Dechant, 86 Jahre alt. Müller sprach über die Bedeutung und die Aufgabe des Katholischen Frauen= und Müttervereins und erwähnte hierbei auch die Tätigkeit des St. Elisabethenvereins. Mit den Tätigkeits= und Jahresberichten der einzelnen Referentinnen sowie dem gemeinsam gesungenen Lied„O Maria, Gnadenvolle“, nahm der gechäftliche Teil sein Ende. Es folgte dann noch ein interessanter und aufklärender Vortrag von Studienrat, größerer Schaden entstehen können. Dr. Richarz über die seit 150 Jahren in Europa bestehenden antichristlichen Bestrebungen. Der anschließende gemütliche Teil war bestens vorvereitet. Mit Blitzesschnelle vergingen die schönen Stunden, die von Darbietungen des Kindergartens, der Jungfrauenkon Leverkusen: Recht befriedigtes Ergebnis. Die Einnahmen der Eintopfsammlung betrugen zusammen 3700.; dazu kommt die Sammlung aus „„ Bernsteinplaketten mit 740 M. In den einzelnen heutigen Freitag wird der Landwirt H. Orten des Stadtgebietes wurden folgende Summen aufgebracht: Leverkusen 1590 M. und 280., Küppersteg 730 M. und 170., Manfort 770 M. und 120., Schlebusch 595 M. und 120 M. Die erstgenannte Zahl bei jedem Ort bedeutet die Sammlung für das Eintonfgericht, die zweite für den Plakettenverkauf. Herkenrath: Kaminbrand In der Ortschaft Braunsberg entstand bei dem hertigen Sturm in einem Wohnhause plötzlich ein Kaminbrand, der aber noch frühzeitig von der Nachbarschaft entdeckt wurde. Dennoch sah man sich gezwungen, die Feuerwehr zu benachrichtigen, da sonst leicht hätte Leverkufen: Arbeitsjubiläum. Der Arbeiter Ant. Schäfers. Leverkusen=Rheindorf=Feldkampstraße 7, feiert am Sonntag sein 25jähriges Arbeitsjubiläum im Dienste der.=G. Werk Leverkusen. gregation und den Mitgliedern selbst trefflich ausgefüllt Kaufmannsommer feierte Donnerstag in wurden. Eine Verlosung fehlte auch nicht. sundheit seinen 8. Geburtstug. Lindlar: Altersjubilar Landwirt und Spediteur Johann Lob vollendete##m„ in körperlicher und geistiger Frische sein 82. Lebensjahr. Levekkufen: Arbeitsmöglichkeit. Der Landwirt Rudolf Hembach in der Ortschaft bester GeBergisch Gladbach: Jubilar der Arbeit Der Schuhmachermeister Adolf Klein von der Odenthaler Straße konnte dieser Tage auf eine 25jah rige Tätigkeit im Schuhmachergewerbe zurückblicken. Wipperseld: Silberne Hochzeit. Am heutigen Freitag feiern die Eheleute August Büchler und Frau Gertrud geb. Höller im benachbarten Fahlenbock das Fest ihre: Silbernen Hochzeit. Die gärtnerischen Arbeiten und die Lieferungen fur die Anpflanzungen auf den Friedhöfen der Stadt Leverkusen=Schlebusch I. Manforter Straße und Leverkusen=Schlebusch II. Mülheimer Straße, sollen im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Entsprechende Angebotsformulare sind, im Rathaus, Zimmer 31. erhältlich. Die Angebote mit Anschrift sind bis Mittwochmittag 11 Uhr, im Rathaus, Zimmer 81 einzureichen. Ischias. Hexenschuß und Erkältungskrankheiten. Stark harnsäurelösendbakterientötend! Absolut unschädlich! Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie lhren Arzt. Photo: Schmölz Ein Rundgang Nachdem noch ein Vertreter der Studentenschaft über das Studentenwerk Köln e. V. gesprochen hatte, konnten sich die Vertreter der Presse auf einem Rundang, der in Anbetracht der immensen Ausdehnung des Neubaus trotz aller naturgemaß gegebenen Flüchtigkeit mehrere Stunden in Anspruch nahm, in überzeugendem Ausmaße vor allem von der bewußten Sachlichkeit der Baugestaltung im allgemeinen und der Innenausstattung im besonderen vergewissern. Zum ersten Male präsentierte sich auch die Aula in der ihr eigenen kühnen Form architektonischer Gestaltung. Die in dieser Häufung und Ausdehnung gerade beklemmend wirkende Ansammlung von Büchern in den Bibliotheksstockwerken fanden ebenfalls starke Beachtung. Schluß des redaktionellen Teiles Ein Bild von Eigenart: Stadtbaurat Mehrtens während seines Lichtbildervortrags über den Verlaus der Baugeschichte Kölner Universitäts-Neubau glücklich fertiggestellt Nach einer Bauzeit von 5 Jahren 7 Am 2. November beginnt der Lehrbetrieb 7 Erste Besichtigung durch die rhein.-westf. Presse Ein großes Ereignis für Köln, für das Rheinland, für die deutsche Wissenschaft: Am 2. November beginnt mit dem Wintersemester 1934 35 der Lehrbetrieb im neuen Kölner Universitätsgebäude. Damit findet ein großes Werk, dessen erste Anfänge auf das Jahr 1926 zurückgehen, nach mancherlei Unterbrechungen und Gefährdungen seinen Abschluß. Die Grundsteinlegung erfolgte bekanntlich vor nahezu genau 5 Jahren, am 26. Oktober 1929. In den kritischen Tagen des Juni 1931 mußte dann, als der Rohbau nahezu vollendet war, Stillegung eintreten. Einzelne Arbeiten konnten nach und nach durch Bereitstellung von Stiftungsgeldern und durch eine Anleihe der Studentenschaft ausgeführt werden. Aber erst 1933 gelang es, die Weiterführung und Fertigstellung durch die Gewinnung eines Reichsdarlehens zu sichern. Ueber dem riesenhaften Neubau am Langemarckplatz, rechts der Zülpicher Straße, schwebt Eröffnungsstimmung. Die einzelnen Seminare und Institute, die Professoren und Beamten sind schon eingezogen. Auch die Stadt= und Universitätsbibliothek hat ihre umfangreichen Bestände nahezu untergebracht. Was man vor einigen Wochen noch nicht für möglich hielt, daß nämlich die Hochflut der großen und kleinen Abschlußarbeiten bis zum Semesterbeginn bewältigt sein würde, ist Tatsache geworden. In all den Blocks, Geschossen, großen und kleinen Räumen, straßen= und gartenwärts, findet ein gewaltiges Auspacken und Einräumen statt. Der Wissenschaft aller Fakultäten und„Erscheinungsformen“ ist hier eine würdige Stätte bereitet. Rektor, Senat und Kuratorium hatten gestern nachmittag dankenswerterweise der rheinisch=westfälischen Presse als erstem Gast Gelegenheit gegeben, das neue Gebäude in fertigem Zustand zu besichtigen. In einem der großen Hörsäle, und zwar jenem, der als erster bereits vor drei Jahren fertiggestellt wurde, dessen mit Lärchenholz verkleideten Wände infolgedessen auch schon die Patina anheimelnder Wohnlichkeit tragen, sprach der Rektor, Professor Dr. Geldmacher, nach Worten der Begrüßung über Wesen und Eigenart der Kölner Universität, über ihr Sein und Werden im neuen Heim: Der Rektor spricht Köln wurde vor rund 550 Jahren, im Jahre 1388 Universitätsstadt. An der Wiege der alten Universität standen die bedeutendsten Denker des deutschen Mittelalters. Albertus Magnus und sein großer Schüler Thomas von Aquin lehrten ebenso wie Johannes Duns Scotus an den Hochschulen ihrer Orden in Köln um die Wende zum 13. Jahrhundert. Die Scholastiker haben das Denken von Jahrhunderten beeinflußt und mit ihrer Weltanschauung auch die Haltung der alten Universität Köln bestimmt. Der gewaltigste von diesen Männern aber sei Meister Eckehart gewesen, der, bevor er nach Köln kam, in Paris und Straßburg gelehrt hatte. Jahrhunderte hindurch habe die alte Universität Köln ihre Anziehungskraft ausgeübt, weit über die Grenzen Rheinlands und Westfalens hinaus. Als Bonaparte das Rheinland zu Frankreich schlug, wurden die Tore der alten Universität geschlossen, weil die Professoren sich weigerten, den Eid auf die Verfassung der französischen Republik zu leisten. Nach den Freiheitskriegen bemühte sich insbesondere der letzte Rektor der alten Universität, Ferdinand Franz Wallraf, um die Wiedererrichtung. Der preußische Staat aber entschied 1818 zugunsten von Bonn. wo seit den 1780er Jahren eine erzbischöfliche Akademie bestanden hatte. Der Gedanke der Wiedererrichtung der Universität Köln aber sei niemals zur Ruhe gekommen; schon Jahrzehnte vor dem Kriege führte er zur Errichtung von neuartigen Hochschulen: der Handelshochschule, der Akademie für praktische Medizin, der Vereinigung für Rechts= und Staatswissenschaftliche Fortbildung, der Verwaltungshochschule. Diese Vorkriegshochschulen wurden unmittelbar nach dem Kriege zur neuen Universitat zusammengefügt und weiter aus gebaut. Durch diesen Entwicklungsgang ist der Charatter der wiedererstandenen Universität bestimmt. Die Universität Köln hat zum Unterschiede von Bonn keine Theologischen Fakultäten, wohl aber eine Wirtschafts= und Sozialwissenschaftliche Fakultät, eine Einrichtung, die es ja sonst nur noch in Frankfurt am Main und in München gibt. Die Universität Köln habe hinsichtlich ihrer Besucherzahl in der Nachkriegszeit ständig an vierter oder fünfter Stelle gestanden. In der alten Metropole des Westens, der zweitgrößten preußischen Stadt stehe ein wissenschaftliches Untersuchungsmaterial geschichtlicher und gegenwärtiger Lebenszusammenhänge ohnegleichen zur Verfügung. Nach dem Erlöschen der deutschen Universität Straßburg seien Köln und Bonn die einzigen deutschen Universitäten auf dem linken Rheinufer. In gleicher Entfernung von der Westgrenze aber lägen auf französischem und belgischem Boden je fünf Universitäten. Man habe gelegentlich Anstoß daran genommen, daß zwei große Universitäten, Köln und Bonn, so dicht nebeneinander liegen. Tatsächlich aber entfielen auf die beiden rheinischen Universitäten in ihrem Raum doppelt soviel Einwohner als durchschnittlich auf die Universitäten des übrigen Reichsgebietes kämen. Bayern z. B. habe bei der gleichen Einwohnerzahl wie das Rheinland drei Universitäten,— das Land Baden bei einer Einwohnerzahl von einem Drittel des Rheinlandes zwei. Köln selbst habe eine Verkehrslage ohnegleichen Daher komme es, daß in Köln die Hälfte der Studenten im Elternhause wohnen könne. Davon stamme wiederum die Hälfte aus Köln; die andern führen täglich aus ihrer Heimatstadt zur Universität und zurück. Damit erfasse die Universität Köln in breitem Rahmen minderbemittelte Schichten, die aus finanziellen Gründen sonst ihre Söhne und Töchter nicht zur Universität schicken könnten. Wenn einmal nachgeprüft werden sollte, wie sich die Vertreter der Wissenschaft in der Besatzungszeit und unter dem Vernichtungsdiktat von Versailles verhalten haben, so wird man erkennen, daß von der Kölner Universität aus eine Reihe ihrer Lehrer in besonderem Grade geistige Waffen geschmiedet und gebraucht habe. Aus der Studentenschaft der Kölner Hochschulen, aus denen die neue Universität entwicelt wurde, seien im Welttriege rund 250 Angehörige gefallen, eine Zahl, genau so groß, wie die Anzahl der im Kriege 187071 gefallenen Studenten aller deutschen Universitäten. An dem Nachkriegskampfe gegen Separatisten und französischen Terror waren Kölner Studenten in großer Zahl beteiligt. Unter den führenden Männern der nationalsozialistischen Bewegung gebe es eine größere Reihe ehemaliger Kölner Studenten. Der Rektor schloß: Der Neubau sei in schwerer Zeit begonnen worden. Er. der Redner, wolle aus seinem Herzen keine Mördergrube machen: als Wirtschaftswissenschaftler habe er damals nicht verstehen können, daß man unter solchen Umständen einen solchen Neubau beginne. Die Stadt sei ohnehin schon stark genug belastet gewesen. Aus diesem Grunde bereite der Einzug bei aller Würdigung der großen Vorteile der neuen Unterbringung keine ganz ungetrübte Freude. Selbstverständlich werde der Geist der Forschung und Lehre im neuen Bau den Geist bewußten kämpferischen Deutschtums sein. Deutsche Geisteskräfte fruchtbar zu machen zum Wohle des Ganzen in der klaren Zielsetzung und gestaltenden Kraft des Nationalsozialismus werde Ausgabe und Ehre der Universität Köln sein und bleiben. Was der Bauleiter sagt Stadtbaurat Mehrtens gab dann in einem fesselnden Lichtbildervortrag einen Ueberblick über den Verlauf der Baugeschichte und den Reichtum an Besonderheiten, die einen Neubau von solcher Einmaligkeit naturgemäß auszeichnen. Viele Dinge, die hier vor der Presse ausgebreitet wurden, waren den Kölner Journalisten von häufigen Besuchen bereits bekannt. Aber sie wirkten in der zusammenfassenden Schau des ersten Bauleiters doch wieder ungemein anziehend und irgendwie neuartig. In dem Gebiet zwischen der neuen Universität und der Lindenburg soll bekanntlich mit den Jahren ein regelrechtes Universitätsviertel entstehen. Nach wie vor ist die Verbindung von Lindenburg und Universitätsgebäude durch eine direkte Straße, die sogenannte Universitätsstraße, geplant. Das neue Viertel wird durch allmähliche Verlegung der naturwissenschaftlichen Institute in unmittelbare Nähe des Neubaues weiter ausgestaltet., Stadtbaurat Mehrtens streifte in diesem Zusammenhang die Frage, warum man nicht nach englischamerikanischem Vorbild das sogenannte„College=System“ der Aufteilung in Einzelgebäude gewählt habe, und beantwortete sie dahin, daß eine solche Lösung aus Gründen der Raum= und Kostenersparnis, vor allem aber wegen des andersartigen Aufbaues des deutschen Universitätswesens nicht in Betracht gekommen sei. Um aber den verschiedenartigen Bedürfnissen möglichst sinngemäße Rechnung zu tragen, sei dieser stark aufgelockerte, gewissermaßen aus Einzelbaukörpern zusammengesetzte Bau entstanden, in dem die einzelnen Räume und Raumgruppen organisch entwickelt und durch geräumige Hallen und Flure miteinander verbunden seien. Die dauernde Weiterentwicklung des Universitätskörpers mache die Möglichkeit jederzeitiger Umgruppierung einzelner Lehrzweige, die Veränderung oder Aufteilung von Räumen erforderlich. Dem trage die Gesamtkonstruktion Rechnung. weil der ganze Bau, mit Ausnahme der ganz großen Räume, nach Art der neuzeitlichen Bürohäuser mit Stützen ohne tragende Wände Der Rektor, Magnifizenz Geldmacher, während seiner Rede vor der Presse errichtet sei. Die engere Raumaufteilung sei dann, den Bedürfnissen des jeweiligen Lehrzweiges entsprechend, mit Leichtwänden in diese Stützengerippe eingebaut. Der Neubau hat insgesamt 175000 Kubilmeter umbauten Raum. Die Summe der Flächen der einzelnen Geschosse beträgt 30000 Quadratmeter, hiervon sind 20000 Quadratmeter reine Nutzfläche, das übrige Wandelhallen. Treppenhäuser, Toiletten usw. Dieses Verhältnis stellt das des alten Universitätsgebäudes weit in den Schatten. Stadtbaurat Mehrtens ging im weiteren Verlauf seiner Darlegungen(eine genaue Baubeschreibung werden wir in einer abschließenden Veröffentlichung in den nächsten Tagen bringen), auf den hier und da schon einmal erhobenen Vorwurf ein, der große Bau habe nur einigen wenigen Firmen(und diesen in übertriebenem Maße) Verdienst gegeben. Er stellte fest, daß am Bau rund 330 verschiedene Firmen beschäftigt waren, darunter 42 für Eisenkonstruktion und Schlosserarbeiten, 21 für elektrische und 18 sanitäre Installationen, 66 für Schreiner=, 13 für Dekorations= und 28 für Anstreicherarbeiten. Der Umzug habe genaue Planungen erfordert und sei in 5 Wöchen bewältigt worden. *— — Nas giht s in Köln Neues?„Tagesordnung: Kölner Karneval 1935“ on einem Hause auf der Marienburger Straße fiel)PPhei“ In einem Hause auf der Marienburger Straße fiel ein Kind in einen Kübel heißer Lauge. Mit schwe ren Verbrennungen wurde es in das Antonius= Hospital gebracht. Am Niederländer Ufer schnitt sich eine etwa 35jährige Frau die Pulsader an der linken Hand durch. Auch sie wurde ins Antonius=Hospital gebracht. Auf dem Eigelstein wurde ein 4jähriger Junge beim Ueberschreiten der Straße von einem Personenkraftwagen angefahren. Mit schweren Kopfverletzungen wurde das Kind in das Marienhospital gebracht. Die Schuld an dem Unfall soll den Führer des Kraftwagens treffen, der gegen die Verkehrsordnung verstoßen hat. Mit einer Gehirnerschütterung sowie einer schweren Kopswunde wurde ein Mann in das israelitische Asyl eingeliefert. Er wurde auf der Subbelrather Straße, die er mit einem Handwagen befuhr, von einem Personenkraftwagen angefahren. Die Schuld an dem Unfall soll den Führer des Kraftwagens treffen, der angetrunken gewesen sein soll. Bürgerausschuß und Karnevalspräsidenten beraten über das kommende vaterstädtische Fest Prunkvoller Rosenmontagszug Personalchronik der Erzdiözese Köln Lürken, Heinrich, Rektor am St.=Josephs=Krankenhause in Düsseldorf, zum 2. Kaplan an St. Suitbertus in Remscheid, Dekanat Remscheid.— Brabeck, Karl, Pfarrer an St. Jaseph in Wuppertal=Ronsdorf, zum Pfarrer an St. Apollinaris in Düsseldors. Dekanat Düsseldorf=Süd.— Rütz, Matthias, Anstaltspfarrer an den städtischen Krankenanstalten in Düsseldorf, zum Pfarrer in Brauweiler. Dekanat Loevenich. — Tesch, Leonhard, Dr. phil., Pfarrer in Neukirchen i. d. Sürst, zum Pfarrer in Berkum, Dekanat Godesberg.— Zilligen, Peter, Kaplan an Liebfrauen in Düsseldorf, zum Pfarrer in Keldenich, Dekanat Hersel.— Kilinski, Julian, Neopresbyter aus Mülheim=Ruhr=Styrum, zum Kaplan in Kreuz=Weingarten, Dekanat Münstereifel(unter Zurücknahme der Ernennung zum Kaplan an St. Peter in Essen). Monzel, Nikolaus, Kaplan an St. Barbara in EssenKray, zum Kaplan an St. Alban in Köln, Dekanat Köln=Altstadt.— Schilling, Jakob, Dr. phil., bisher zur Vertretung in Selhof, zum 5. Kaplan an St. Antonius und zum Seelsorger an den Krankenanstalten in Wuppertal=Barmen, Dekanat WuppertalBarmen.— Greving, Joseph, Kaplan in Wissen, zum 2. Kaplan an St. Barbara in Essen=Kray, Dekanat Essen=Werden.— Hendricks, Gerhard, Neopresbyter aus Essen=Altendorf, zum 2. Kaplan in Wissen, Dekanat Wissen.— Laumen, Leonhard, Kaplan an St. Servatius in Siegburg, zum Religionslehrer am St.=Angela=Oberlyzeum der Urfulinen in Düsseldorf und zum Hausgeistlichen an deren Klosterkapelle.— Jülich, Peter, Kaplan in Oberdollendorf, zum 3. Kaplan an St. Marien in KölnNivpes, Dekanat Köln=Nord— Ludwig. Wilhelm. Kaplan an St. Michael in Essen=Dellwig, zum 2. Kaplan an St. Aposteln in Köln, Dekanat Köln=Altstadt.— Mömkes, Hermann, Kaplan an St. Sebastianus in Bonn=Poppelsdorf, zum 2. Kaplan an St. Servatius in Siegburg. Dekanat Siegburg.— hmucker, Karl, Neopresbyter aus Hannover(Diözese Hildesheim), zum 3. Kaplan in Wissen, Dekanat Wissen.— Tannenbaum. Anton, Kaplan an St. Marien in Velbert, zum 2. Kaplan an St. Sebastianus in Bonn=Poppelsdorf, Dekanat Bonn.— Wagner, Joseph. Neopresbyter aus Bergerhof, zum Kaplan in Oberdollendorf, Dekanat Beuel.— Wasiak, Hermann, Neopresbyter aus Siegen(Erzdiözese Paderborn), zum 3. Kaplan an St. Michael in Essen=Dellwig, Dekanat Essen=Borbeck(unter Zurücknahme der Ernennung zum Kaplan an HerzJesu in Essen=Frintrop).— Ferbers, Joseph. Pfarrer in Kreuzkapelle, zum Pfarrer in Bachem, Dekanat Frechen.— Marx, Wilhelm, Rektor an St. Marien in Köln=Marienburg, zum Rektor an der Anstalt Christi Hilf. Pfarre Liebfrauen, in Düsseldorf, Dekanat Düsseldorf=Ost. Se. Eminenz hat dem Kaplan Joseph Hartmann an St. Peter in Köln die Erlaubnis zur Uebernahme der Stelle eines Generalsekretärs der Vinzenzvereine Deutschlands zum 1. Dezember d. J. erteilt, ferner die Verzichtleistung des Pfarrers Rudolf Scheurer auf die Pfarrstelle Gymnich angenommen und denselben mit Wirkung von 15. November in den Ruhestand versetzt. Diese Nummer umfaßt 14 Seiten Im Sitzungssaal des Stadthauses war gestern nachmittag eine stark besuchte Sitzung des Kölner Bürgerausschusses, die von Bürgermeister Ebel geleitet wurde und an der neben den Herren des Bürgereusschusses die Präsidenten fast sämtlicher „ölner Karnevalsgesellschaften teilnahmen. Auch Polizeipräsident Lingens und ein Vertreter der Regierung waren erschienen. Zur Debatte stand die wirkungsvolle Ausgestaltung des kommenden Karnevals. Rein organisatorisch wird der kommende Karneval verschiedene Aenderungen erfahren. Die oberste„Verwaltungsinstanz“ des Kölner Karnevals war in früheren Jahren ein Festkomitee und der Große Rat der Kölner Karnevalsgesellschaften. Dessen Befugnisse gingen ir vergangenen Jahre auf den von Bürgermeister Ebel gegründeten und geleiteten Bürgerausschuß über. Heute steht man auf eine grundsätzlich neue: Standpunkt. Im Karneval sieht man— ähnlich wie in München— eine der wichtigsten Attraktionen der Verkehrswerbung. Aus diesem Grunde soll der Kölner Karneval in den großen Apparat der Verkehrswerbung eingegliedert werden. Das wird für Köln zur Folge haben, daß dem Kölner Verkehrsverein ein ständiger Ausschuß .: den Kölner Karneval an= und eingegliedert wird, auf den sämtliche Funktionen des früheren Bürgerausschusses und des Großen Rats übergehen. Dieser„Ausschuß für den Kölner Karneval“ setzt sich zusammen aus einem Führerrat und ei im weiteren Ausschuß. Im Führerrat wer in vertreten sein vier Vertreter von Kölner Karnevalsgesellschaften und vier Mitglieder des Kölner Verkehrsvereins. Für die erste Gruppe wurden bereits in Vorschlag gebracht die Präsidenten Ließem, Maaß, Hollmann und Bodde, für die zweite Gruppe Baron Schröder, Dr. Brügelmann sowie die Herren Carstensen und Schumacher. Zu Beiräten wurden vorgeschlagen Direktor Böckem und Herr Eversberg. Die Tätigkeit dieses Führerrats besteht in der engeren Beratung aller den Karneval betreffenden Angelegenheiten. In den weiteren Ausschuß sollen berufen werden je ein Vertreter der Kölner Karnevalsgesellschaften, je ein Vertreter der Regierung, der Ctadt und der Polizei, außerdem Dr. Klersch als Vertreter des Vereins Alt=Köln, Dr. Klefisch, der Führer des Kölner Männergesangvereins, als Vertreter des Rheinischen Sängerbundes, und Herr Newes als Vertreter der Dienstagsballgesellschaften. Aus dem Führerrat und dem weiteren Ausschuß sol-, dann noch Sonderkommissionen gebildet werden sur die finanzielle Seite, für die künstlerische Ausgestaltung des Rosenmontagszuges und für die Sonderveranstaltungen am Karnevalsdienstag. Ganz besci. ers dürfte noch interessieren, daß man einer durch Geburt und Tradition mit Köln verwachsenen Persönlichkeit die Schirmherrschaft über den Kölner Karneval anzutragen gedenkt und für dieses Ehrenpatronat bereits Landeshauptmann Heinz Haare in Vorschlag gebracht hat. Soviel über die organisatorische Seite des kommenden Kölner Karnevals. Nun der Rosenmontagszug und die Züge der„Veedels" Zunächst das Verhältnis zu Düsseldorf. Da beide dte das„Kriegsbeil“ begraben haben, soll angeregt werden, daß die Düsseldorfer bereits am Sonntag ihren Rosenmontagszug marschieren lassen, damit * Fremden aus dem Reich und dem benachbarten Ausland Gelegenheit haben, beide Rosenmontagszüge zu sehen. Was den Kölner Zug anbetrifft, so soll ihm wieder eine einheitliche Idee zugrunde liegen (über die sich die Präsidenten zurzeit noch die Köpfe zerbrechen). Unter Leitung von Architekten bauen die Gesellschaften ihre Wagen wieder selbst. Für die Ausstattung, die bedeutend prunkvoller als im vergangenen Jahr werden soll. erhalten die Gesellschaften finanzielle Zuwendungen vom Ausschuß. Alle Wagenentwürfe sind vor ihrer Ausführung der künstlerischen Kommission zur Genehmigung vorzulegen. Die Abnahme durch einen Baumeister bürgt für ihre bauliche Sicherheit. Während des Zuges findet eine Prämiierung der schönsten Waa statt. Auch die einzelnen Gruppen sollen diesmal nach Haltung und Kostümierung gewertet werden. Alle Wagen müssen bis Samstag nor Karnenal fertia sein, andernfalls hat die Gesellschaft eine KonvenVoralstrafe zu zahlen. Der Weg, den der Zug nehmen soll, wird sehr früh festgelegt, damit alle Straßen, die sich an den Spenden zur Ausgestaltung des Rasenmontagszuges nicht beteiligen, aus dem Zugweg wieder herauscenommen werden. Zur Belebung der Textilindustrie sollen alle Häuser. durch die der Zug geht, mit Bändern und bunten Wimpeln geschmückt werden. Außerdem findet zugunsten des Rosenmontagszuges eine Prunksitzung statt. Für den Vorabend : Kölner Karnevals ist wieder der schon im vergangenen Jahr eingeführte Geisterzug geplant. Aber auch die„Veedelszög“ sollen wieder zu einer besonderen Attraktion werden. Sie werden beChristus ruft seine Jugend Des Königs Banner weht voran! Ihm folgt katholische Jugend in unverbrüchlicher Treue! Christus, der eucharistische König siegt! Christus, der eucharistische König regiert! Christus der eucharistische König herrscht! So sprach am vorigen Sonntag der Hl. Vater zu den Teilnehmern des Eucharistischen Weltkongresses, darüber hinaus zum katholischen Volk der ganzen Welt. So sprach er zu Dir, katholische Jugend Kölns. Der Ruf des Hl. Vaters war Dir nicht neu, es war der ewige Ruf Deines Königs, dessen Kämpfer Du bist. Daß Christus siege, daß Christus regiere, daß Christus herrsche, dafür zu leben, zu kämpfen und zu opfern, ist, katholische Jugend. Deine heilige Aufgabe und Du bist bereit sie zu erfüllen. Komm am Sonntag um 5 Uhr zum Hohen Dom! Generalpräses Wolker wird zu Dir sprechen, mit seinem von Liebe zur Jugend glühenden Priesterherz Dich neu zu Christus führen und von Christus zu Deiner großen und heiligen Aufgabe. Komm! Dein Bischof kommt zu Dir, zu Dir seiner treuen Jugend, er will seine große Hirtensorge und Liebe Dir zeigen, seinen väterlichen Segen Dir geben. Komm! Christus, Dein König, ruft Dich. Er will seine ewige Kraft Dir schenken, mit seiner heiligen Gnade Deinen Arm stärken, daß Du sein Banner tragest, daß Du im Kampfe nie erlahmest, daß Du seiner Fahne nie untreu werdest. Katholische Jugend, komm zu frohem, machtvollem Bekenntnis, zu heiligem Treugelöbnis. Treue willst Du neu schwören Christus Deinem König und seiner heiligen Kirche, Treue Deinem Bischof und Oberhirten, Treue der Fahne katholischer Jugend. Aus den weiten Hallen unseres Kölner Domes wird es schallen aus tausenden frohen, starken Jugendherzen hinein in die Herzen: Christus wird siegen, Christus wird regieren, Christus wird herrschen; das ist unser Wille, unser Schwur, dafür leben und kämpfen wir! Katholische Jugend Köln. reits am Sonntag durch die Stadt marschieren, aber einen anderen Weg einschlagen als der Rosenmonta zzug. Dann die Gestaltung der Sitzungen und Bälle Alle Veranstaltungen werden nur dann von der Lolizei genehmigt werden, wenn der neugegründete Ausschuß damit einverstanden ist. Für Sitzung ist eine Gebühr von 30, für einen Maskenball eine solche von 50 Mark zu zahlen. Das Geld dient der Finanzierung des Rosenmontagszugs. In allen Gesellschaften soll besonders der Gefahr der Verfälschung und Verflachung des echten Kölner Karnevals entgegengetreten werden. Keine ausländischen und auswärtigen Schlagermelodien, sondern die L eisen des Kölner Karnevals sollen gesungen und gespielt werden. In den Sitzungen wird Mützenzwang eingeführt, um das Bild der Sitzung bunter zu gestalten. Freikarten soll es nicht mehr geben, die einzige Ermäßigung ist die Steuerkarte. Der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt und dem Amt „Kraft durch Freude“ wird man eine gewisse Anzahl Karten zu einem ermäßigten Preis zur Verfügung stellen. Auch die Zahl der Sessions=Ehrenkarten soll möglichst beschränkt werden. Für besondere Verdienste im Kölner Karneval verleiht der Ausschuß einen besond; hohen Orden. Besonders wichtig ist wieder die Frage der Werbung im Inland und im benachbarten Ausland. über die sich Direktor Böckem eingehend äußerte. Als besondere Neuheit ist eine Werbung durch Schallplatten geplant. Eine Prominenz des Kölner Karnevals wird mit etwas Kölner Karnevalsmusik im akustischen Hintergrunde— eine Platte besprechen, die dann im Rahmen der Funkwerbung von den deutschen Sendern gebracht wird. Die herzliche karnevalistische Verbundenheit zwischen Köln und München soll in diesem Jahr noch enger werden. Nicht nur wird ein Münchener Wagen im Kölner Zuge mitfahren und ein Kölner Wagen den Münchener Rosenmontagszug verschönern, die Münchener werden sogar eine vollständige bayerische Karnevalssitzung hier in Köln abhalten und eine Kölner Gesellschaft wird zum gleichen Zweck nach München fahren. Unter der geschickten Leitung von Bürgermeister Ebel wurde sich die Versammlung über alle Punkte nell schlüssig. So verspricht der Kölner Karneval des nächsten Jahres wieder ein Fest zu werden, das sich würdig der stattlichen Reihe seiner Vorgänger anschließt. Das Kindersräulein auf dem Glasdach Bei einem heftigen Sturm flog ein Handtuch an ein Glasdach. Das Kinderfräulein des Dienstherrn stieg auf das Glasdach, um das Tuch wiederzuholen. brach durch und verletzte sich sehr schwer. Sie klagie gegen den Arbeitgeber am Arbeitsgericht auf Feststellung, daß er verpflichtet sei, für allen entstandenen und noch entstehenden Schaden aufzukommen da sie aufgefordert worden sei, das Glasdach zu besteigen. Außerdem verlangte die Klägerin 800 M. Schmerzensgeld. Dei Beklagte bestritt den Auftrag gegeben zu haben, auf das Dach zu klettern. Nach langer Verhandlung erhielt die Klägerin 200 M. Entschädigung. Die Klägerin klagte außerdem auf Schadensersatz. weil für sie als Kindergärtnerin Invalidenmarken geklebt wurden, während sie angestelltenversicherungspflichtig war. Hierüber vertrat das Gericht den Standpunkt, daß diese Frage nicht das Arbeitsgericht, sondern die Versicherungsinstanzen zu entscheiden haben. Schluß des redaktionellen Teiles Wer sein Kind liebt. gibt ihm Kathreiner mit Milch! 1 * eschmack für starke Herren ... in jeder Beziehung das schwerste Kapitel für den Kleidermacher, aber gerade deshalb von Anbeginn die Lieblingsaufgabe für DAS GUTE HAUS. Wir machen uns selbst vor dem stärksten Mann nicht bange! Prüfen Sie bitte unsere behaglichen Schnitte und unsere schlankmachenden Streifen! bei uns keine Geldfrage, sondern eine Selbstverständlichkeit! SCHERENWAPPEN, das gesetzlich geschützte Warenzeichen für unsere neuen geschmackvollen Anzüge und Mäntel Geschmack für starke Herren Olster-Paletots, erprobte dunkle Cheviots, reine Wolle, auf Roßshaar und ganz auf Kunstseide Olster-Paletots, wertvolle Winterstoffe, reine Wolle, unauffällig gemustert, vortrefflich verarbeitet Winter-Ulster, weiter behaglicher Gebrauchsmantel, mit eleganter Halbfütterung und schöner Abseite Winter-Ulster, noch bessere reine Wollstoffe, auserlesen schöne Muster, vortrefflich verarbeitet Sakko-Anzüge, unsere erprobten Spezialschnitte für starke Herren, praktische Gebrauchsqualität Sakko-Anzüge, starke Strapozierstoffe, reine Wolle! Auf HänselRoßhaar! Kammgarn und Cheviot 78: DAS GUTE HAUS für Herren„ Knabenkleidung Köln am Rhein: Hohe Straße Ecke Blindgasse Freitag, den 19. Oktober 1934 Neueslag Drittes Blar: Von Wegelagerern erschlagen? Bacharach, 18. Okt. Am Münzturm fanden Einwohner am Mittwochmorgen einen 27jährigen Mann aus Düsseldorf tot auf. Als Todesursache wurde innere Verblutung festgestellt. An der linken Kopfseite der Leiche wurde eine klaffende Wunde bemerkt, die einen Schlag mit einem festen Gegenstand vermuten läßt. Allem Anschein nach handelt es sich um Totschlag. In der letzten Nacht hatten mehrere Winzer Schreie gehört, die aber bald verstummten. Man nimmt an, daß der junge Mann von Wegelagerern verfolgt und überfallen worden ist. Holländer überfährt mit dem Auto zwei Zollbeamte Ein Toter.— Der Täter geflüchtet. DNB. Aachen, 18. Oktober. In Laurensberg bei Aachen raste am Mittwochabend am Sittarder Berg ein holländischer Kraftwagen in einer scharfen, langgestreckten=Kurve in derart wahnsinnigem Tempo bergab, daß er hinter der Kurve auf die linke Straßenseite kam. Dort rannte er ein Motorrad mit Beiwagen, das von zwei Zollbeamten besetzt war, mit solcher Wucht über den Haufen, daß der Führer des Motorrades 15 Meter weit weggeschleudert wurde und tot im Straßengraben liegen blieb. Der Mitfahrer flog ebenfalls auf das Pflaster und erlitt schwere Verletzungen. Jetzt erst bremste der holländische Kraftfahrer. Er wurde von Augenzeugen vor die Opfer seiner Raserei gefuhrt, flüchtete aver in einem unbewachten Augenblick und fuhr weiter. Später ließ er seinen Wagen herrenlos stehen. Er selbst ist noch nicht ermittelt. Es ist anzunehmen, daß er sich über die schützende Grenze davongemacht hat. Beim Spielen ködlich verunglückt Gummersbach, 17. Okt. In Gerlingen(Sauerland) spielten mehrere Kinder beim Walzwerk, wobei sie sich auf einen Wagen setzten und über die Gleise fuhren. Als man einen Wagen in Schwung gebracht hatten, sprangen sie bis auf einen 5jährigen Knaben wieder ab. Der Wagen fuhr weiter, fiel um und erdrückte das Kind, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Mindermann hat Revision eingelegt Düsseldorf, 18. Okt. Der am 18. Oktober wegen Totschlags vom Düsseldorfer Schwurgericht zu 15 Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilte Peter Mindermann hat gegen das Urteil Revision beim Reichsgericht eingelegt. Reichsgericht verwirft Revision im Mordprozeß Höffgen Leipzig, 18. Okt. Am 26. Mai hatte das Schwurgericht Wuppertal den 31 Jahre alten Paul Höffgen zum Tode verurteilt. In der Nacht zum 15. Februar hatte Höffgen den 73jährigen Gastwirt Krickhaus in Haan ermordet und beraubt. Der Verurteilte legte Revision beim Reichsgericht ein, die heute als unvegründet verworfen wurde. Ungetreuer Amtswalter verurteilt DRB Duisburg=Hamborn, 18. Okt. Am Mittwoch hatte sich vor dem Duisburger Schöffengericht der ehemalige Geschäftsführer der Ortsgruppe StadtmitteSüd, Adams, wegen Untreue im Amt zu verantworten. Der Angeklagte hatte, obwohl er über ein auskömmliches Monatseinkommen verfügte, Parteigelder in beträchtlicher Hohe für sich verbraucht. Die Unterschlagungen kamen heraus, als verschiedene Parteianwärter bei der Kreisleitung wegen ihrer Aufnahme reklamierten; außerdem hatte der Angeklagte bei einer Duisburger Bank unter dem Vorwand, Uniformen für ärmere Kameraden zu besorgen, einen Kredit erschwindelt. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monaten. Autodieb zu Zuchthaus verurteilt Duisburg=Hamborn, 18. Okt. In den letzten Monaten mehrten sich in Duisburg=Hamborn die Autodiebstähle in erschreckender Weise. So wurden in wenigen Tagen sieben Wagen gestohlen, die sich einige Tage später, völlig ausgeraubt, an irgend einer Ecke wiederfanden. Die Kriminalpolizei konnte eines Tages die beiden Diebe, Herbert Wilde und Hermann Lankes, festnehmen. Wilde wurde jetzt vom hiesigen Gericht zu zwei Jahren Zuchthaus, sein Helfer zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Ein Autostraßenkunnel Duisburg=Hamborn, 18. Okt. Jetzt ist die genaue Linienführung der Reichsautobahn im Bezirk Duisburg und Oberhausen festgelegt worden. Die von Düsseldorf kommende Autostraße„läuft, vom Bahnhof Wedau kommend, östlich am Reichsbahnausbesserungswerk Wedau vorbei und kreuzt am Steinbruch die Eisenbahnstrecke RheinhausenSpeldorf. Dann verläuft die Autobahn in gerader Linie bis zur Mülheimer Straße, die in einem Tunnel unterquert wird. Hinter dem Kaiserberg am sogenannten Dörnerhof iberquert die Bahn die Ruhr, geht unter der Bahnlinie Meiderich=Süd=Mülheim hindurch über en Bahnhof Alstaden nach dem Rangierbahnhof herhausen=West. Die Kohle und ihre Nebenerzeugnisse die größten Devisenbeschaffer Die 6. Technische Tagung des rheinisch=westfälischen Steinkohlenbergbaues Thea Rasche in England Essen, 18. Okt. Am Donnerstag begann in Essen die 6. Technische Tagung des Vereins für die bergbaulichen Interessen. Die Tagung wurde eröffnet mit einer Ansprache des Vorsitzenden, Dr.=Ing. e. h. Brandi(Dortmund). Die Kohle und ihre Nebenerzeugnisse, so führte er aus, seien zurzeit mit jährlich rund 300 Millionen Mark der größte Devisenbeschaffer, zumal der Bergbau selbst Devisen nicht verbrauche. Was ausgeführt werde, sei tatsächlich 100prozentig vom Ausland bezahlte deutsche Arbeit und bedeute auch heute noch die Beschäftigung von fast 90000 Volksgenossen. Als eine selbstverständliche Pflicht und Aufgabe betrachte man es weiter, für die Gefolgschaft zu sorgen und ihr neben gesunden Wohnstätten bei der eigenartigen und schweren Arbeit unter Tage eine ausreichende Entlohnung zu verschaffen. Gerade in der heutigen Zeit, der beginnenden Rohstoffnot und der immer schwieriger werdenden Außenhandelsverhältnisse und Devisenlage, betrachte man es als vornehmste Pflicht, die Treibstoff=Frage aus der Kohle zu lösen, um Deutschland auf diesem wichtigen Gebiet möglichst unabhängig vom Ausland zu machen. In der Sitzung des Ausschusses für Betriebswirtschaft stellte F. W. Wedding(Essen) als eins der großen Grundprobleme der Technik im allgemeinen und des Ruhrbergbaues im besonderen das Problem „Mensch und Maschine“ heraus. Für den Ruhrkohlenbergbau sei das Problem von selbst zugunsten der Maschine entschieden, denn nur so könne der Ruhrbergbau sowohl unmittelbar seinen Bergleuten als auch mittelbar den Arbeitern anderer Wirtschaftszweige Arbeit und Brot geebn. Den schwersten Absatzrückgang habe der Ruhrbergbau bei der Erzgewinnung, Eisen= und Metallerzeugung sowie=verarbeitung erlitten. Während hier 1912 bei hohem Gesamtinlandsabsatz der Anteil noch 46 Prozent betrug, war er 1933 auf 24 Prozent gesunken. Sehr stark sei auch der Rückgang des Absatzes bei der Reichsbahn. Er ist von 8,2 Mill. Tonnen im Jahre 1912 auf 6,5 Mill. Tonnen in 1933 gefallen. Das hänge auch mit der fortschrei tenden Elektrifizierung und der Zunahme der Triebwagen mit Dieselmotoren zusammen. Der Vortragende wies darauf hin, wie wichtig es für die natio nale Rohstoffwirtschaft sei, wenn in einem an Steinkohlenschätzen so reichen Lande die Reichsbahn sich von ausländischen Treibstoffen unabhängig mache und möglichst weitgehend bei dampfbetriebenen Fahrzeugen bleibe. Soweit dies nicht möglich sei, solle sie wenigstens flüssige und gasförmige Treibstoffe aus deutscher Steinkohle verwenden. Nach kurzer Aufführung der verschiedenen Verfahren, wie der Verschwelung, Hydrierung und Synthese ging Bergassessor Wedding auf die wichtigen Aufgaben des Ruhrkohlenbergbaues als Verbraucher auf dem Gebiete der nationalen Rohstoffwirtschaft ein. Der Ruhrbergbau werde alles aufbieten, um uns auch hier möglichst unabhängig von ausländischen Rohstoffen zu machen.— Anschließend sprach Bergassessor Eisenmenger(Bochum) über Entwicklung und Stand des Ausbaues von Hauptstrecken im Ruhrbezirk. In der Sitzung des Ausschusses für Bergtechnik, Wärme= und Kraftwirtschaft verbreitete sich Direktor Dr.=Ing. h. c. Schulte(Essen) über die Zukunftsaussichten des Kohlenstaubmotors. Das Ziel, aus der Kohle unmittelbar in einem Motor Energie zu erzeugen, habe heute besondere Bedeutung gewonnen, da auf diese Weise der Bezug ausländischen Dieselöles zurückgedrängt werden könne. Durch die bisherigen Arbeiten sei es gelungen, die Fragen der Staubzuführung und der raschen Verbrennung der Kohle zu lösen. Die durchaus erfolgversprechende Weiterentwicklung des Kohlenstaubmotors müsse durch Gemeinschaftsarbeit aller betreffenden Kreise gefördert werden. Sonderzüge nach dem deutschen Oslen Essen, 18. Okt. Der Rheinisch=Westfälische Hauptverband heimattreuer Ost= und Westpreußen e. V. läßt am 5. November 1934 einen Sonderzug von Duisburg über Schneidemühl, Marienburg, Allenstein nach Insterburg fahren. Es werden auch Fahrkarten nach Landsberg, Kreuz, Firchau und Schneidemühl ausgegeben. Von Ostpreußen verkehren noch folgende Züge: Am 8. 11. von Insterburg nach Duisburg, am 20. 11. von Lyck nach Düsseldorf und am 30. 11. von Insterburg nach Duisburg. Die Züge fahren mit 50 Prozent Ermäßigung ohne Umsteigen und haben DZug=Geschwindigkeit. Durch diese Züge ist den Landsleuten Gelegenheit geboten, noch in vorgerückter Jahreszeit unsere schöne Ostmark zu besuchen. Anmeldungen zu den Zügen können bei den in allen Ortschaften bestehenden Ost= und Westpreußenvereinen erfolgen. Beitragssenkung bei der Ruhrknappschaft Bochum, 17. Okt. Nach Mitteilung der Venwaltung der Ruhrknappschaft hat der Kommissar für die Ruhrknappschaft auf Grund der Vorschrift des§ 119 Abs. 2 des Reichsknappschaftsgesetzes in Fassung der Notver ordnung vom 5. Juni 1931 mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 ab den Beitrag gur Arbeiterkrankenkasse der Ruhrknappschaft, um 0,8 Prozent, also von 5,3 Prozent auf 4,5 Prozent des Lohnes gesenkt. Von dem Beitrag entfallen auf die Arbeitnehmer 2,7 Pro zent und auf die Arbeiter 1,8 Prozent des Lohnes. Geprellte Schmuggler Münster, 18. Okt. Die Brüder Anton und Leo Jütlinger hatten mit dem Träger Pöne ihr Schmuggelgut glücklicherweise bis zum Prinzenbusch bei Vardingholt gebracht. Plötzlich sprangen aus einem Gebüsch mehrere Leute mit dem Ruf:„Halt! Stehen bleiben“ auf sie zu. Es blieb den Schmugglern, in der Annahme, daß es sich um Zollbeamte handele, noch eben Zeit, die Packen wegzuwerfen und die Flucht zu ergreifen. Bald mußten die Schmuggler aber feststellen, daß sie von Wegelagerern genasführt worden waren, die sich mit ihren Packen auf und davon gemacht hatten. Von einem Polizeibeamten wurden die Genasführten festgenommen und dem Gericht in Münster zugeführt. Die Große Strafkammer bestrafte Anton und Leo Jütlinger wegen Bandenschmuggels von etwa zwei Zentnern Tabak im wiederholten Rückfalle zu je einem Jahr Gefängnis und 120000 RM Geldstrafe. Hinrichtung in Münster DNB Münster, 18. Okt. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist am 18. Oktober in Münster der durch rechtskräftiges Urteil des Schwurgerichts in Münster vom 20./21. Februar 1934 wegen Raubmordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Josef Schmiedeler hingerichtet worden.— Der Verurteilte hatte am 4. November 1933 den Viehhändler Joseph Heimann in Ochtrup ermordet. Mit ruhiger Ueberlegung hat er die Mordtat sorgfältig vorbereitet und mit grauenvoller Roheit planmäßig durchgeführt. Der Mädchenmord in Minden Eine Verhaftung Minden, 18. Okt. Wie bereits berichtet, wurde die seit Ende September vermißte Maria Zirpa in einem Wäldchen ermordet aufgefunden. Die behördlichen Nachforschungen haben inzwischen ergeben, daß die Zirpa mit einem Knecht in Beziehungen gestanden hatte, die nicht ohne Folgen geblieben waren. Der Knecht wurde verhaftet, leugnet aber einstweilen die Tat. Eine Warnung Detmold, 18. Okt. Staatsminister Riecke wendet sich mit folgender Warnung an die Gerüchtemacher: „Die Tatsache, daß ich mich infolge einer alten Kriegsverletzung einer Operation habe unterziehen müssen, hat anscheinend gewohnheitsmäßige Gerüchtemacher veranlaßt, über mich und andere Personen „Neueste Nachrichten" zu verbreiten. Der Inhalt dieser Gerüchte ist so dumm und unwahrscheinlich, daß normal veranlagte Menschen ihnen keinen Glauben schenken können. Ich habe deshalb zunächst davon abgesehen, gegen die Gerüchtemacher und=verbreiter einzuschreiten. Nunmehr werde ich jedoch jede Person, die derartige Gerüchte verbreitet, unnachsichtlich zur Verantwortung ziehen.“ 36 pfündige Rübe geerntei Friedberg, 18. Okt. Am Rockenberg konnte der Landwirt Georg Sauer eine Runkelrübe ernten, die das gewiß nicht alltägliche Gewicht von 36 Pfund aufweist. Die Rübe ist 44 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von 33 Zentimetern. Birnbaum trägt zum zweitenmal Früchte Hagen, 17. Okt. In einem Garten in Haspe ereignete sich das seltene Naturwunder, daß ein Birnbaum, der in diesem Jahre zweimal geblüht hat, auch zum zweiten Male Früchte trägt, die allerdings um vieles kleiner sind als die Birnen der ersten Ernte. Der kochende König Eine kleine Leidenschaft Georg V. Da sieht man: Jeder hat seine Leidenschaften, ob er Tellerwäscher oder König ist! Wenn man den König von England auf Abbildungen in den illustrierten Zeitungen sieht, ist man geneigt, zu glauben, daß er ein ganz leidenschaftsloser Mensch ist. Kühl, dabei ein wenig lächeln, blickt er einem auf diesen Bildern entgegen. Jetzt hat aber der Direktor des Charing Croß Hospitals verraten, daß auch Georg V. seine kleinen Leidenschaften hat. Man sollte es nicht glauben, aber der Krankenhausdirektor verbürgte sich dafür: Der König von England wäre viel lieber Koch als König!— Bei einem Besuch des Hospitals kam er auch an einer Küche vorbei. Interessiert fragte er, was denn hinter diese Tür wäre. Man öffnete und ließ ihn einen Blick in den blitzsauberen Raum tun, in dem gerade eine Krankenschwester über einen Gasherd gebeugt stand. Der König trat ein und blickte sich um, als fühlte er sich hier besonders wohl. Lächelnd sagte er dann zu dem Direktor:„Ich interessiere mich sehr für Küchen. Manchmal koche ich ein bißchen für mich selbst, das heißt— wenn man es mir erlaubt.“ Also auch ein König muß Erlaubnis einholen! Wettervorhersage Von Norden kommende trockene Kaltluft rief in Westdeutschland vorübergehend Wetterbesserung hervor; Ausläufer einer atlantischen Störung werden jedoch wieder feuchte Meeresluftmassen mit sich bringen.— Im ganzen milderes Wetter, nach Eintrübung mit Regenneigung wechselnd bewölkt, um West drehende Unser Bild zeigt Thea Rasche bei ihrer Ankunft in „Mildenhall. Sie nimmt an dem Luftrennen London— Melbourne teil. Die neuen Vorschriften über die Zwangsvollstreckung Das Reichskabinett hat, wie schon gemeldet, am 16. ds. Mts. ein Gesetz zur Aenderung von Vorschriften über die Zwangsvollstreckung verabschiedet. Das Gesetz bringt, wie wir in Ergänzung unserer Inhaltsangabe mitteilen, u. a. eine Verlängerung der bisher bis zum 31. Oktober ds. Is. befristeten notrechtlichen Schutzvorschriften der 18 ff. der Zwangsvollstreckungsverordnung vom 26. Mai 1933. Dabei hat der Schutz gegen Vollstreckungen in beweglichen Sachen, entsprechend der fortschreitenden Wiederbelebung, besonders der mittelständischen Wirtschaft, einen gewissen Abbau erfahren: Künftig soll nur noch die Hinausschiebung der Zwangsverwertung zulässig sein, nicht dagegen mehr die Aufhebung von Pfändungen. Die Vorschriften, wonach Mietszinspfändungen besonderen Beschränkungen unterworfen sind und ferner Hypothekengläubigern der Zugriff auf das bewegliche Vermögen des unter dem Immobiliarvollstreckungsschutz stehenden Grundbesitzer weitgehend versagt ist, sind unverändert in Kraft gelassen, ebenso die Vorschriften über die Abwendung des Offenbarungs= eides durch Abgabe einer entsprechenden Versicherung. Weiter bringt das Gesetz eine zusammmenfassende Neuordnung der bislang in der Prozeßordnung, der Lohnpfändungsverordnung und dem alten Lohnbeschlagnahmegesetz verstreuten Vorschriften über Gehalts= und Lohnpfändung. Im grundsätzlichen Aufbau hat die Regelung keine wesentlichen Veränderungen erfahren. Bedeutsame Neuerungen sind aber folgende: Während der Lohnpfändungsschutz sich bisher auf den wirklichen Arbeits= und Dienstlohn beschränkte, ist der Schutz jetzt auf jederart lausende Vergütung für geleistete Arbeiten und in gewissem Umfange auch auf einmalige Arbeitsvergütungen ausgedehnt. Weiter wird die Möglichkeit der sogenannten Kahlpfändung seitens gesetzlicher Unterhaltsberechtigter beseitigt. Andererseits tritt das Gesetz Lohnschiebungen energisch entgegen. Die alte Frage der 1500 Mark=Verträge ist in der Weise geregelt, daß, wenn z. B. der Ehemann sein Gehalt statt sich selbst seiner Frau versprechen läßt, der Anspruch der Frau ohne weiteres von der gegen den Mann ausgebrachten Pfändung nicht erfaßt wird. Weiter kann sich der Schuldner künftig nicht mehr dadurch ein unpfändbares Einkommen sichern, daß er seine Arbeitskraft dem Geschäft seiner Frau oder eines Dritten scheinbar unentgeltlich zuwendet, während ihm tatsächlich eine Vergütung in Form von Unterhalt, unregelmäßig gewährten Taschengeld oder dergleichen zufließt. In solchen Fällen soll eine angemessene Vergütung als vereinbart gelten, die von der Pfändung ohne weiteres ersaßt wird. Die neuen Vorschriften über die Gehalts= und Lohnpfändung treten mit dem 1. Januar 1935 in Kraft; im übrigen ist der Tag des Inkrafttretens der 1. November 1934. Gesetz über das Versteigerergewerbe Das vom Reichskabinett angenommene Gesetz über das Versteigerergewerbe sieht vor, daß in Zukunft jeder, der gewerbsmäßig fremde Sachen versteigern will, dazu einer Erlaubnis der zuständigen Behörden bedarf. Die Erlaubnis wird nur erteilt, wenn ein Bedürfnis nachgewiesen wird und der Antragsteller die für ein solches Amt erforderliche Zuverlässigkeit besitzt. Bei Uebertretung dieser Bestimmung sieht das Gesetz Geldstrafe bis zu 150 RM oder Gefängnis bis zu drei Monaten vor. Wie weiter mitgeteilt wird, enthalte das Gesetz nur die grundlegenden Bestimmungen für ein endgültiges Versteigerungsgesetz. Es ermächtige die Regierung, erforderliche Vorschriften zur Schaffung und Unterhaltung eines lauteren und unparteiischen Verstei gerergewerbes zu erlassen. WE HE CWieder aen x· PREIS echiekt IDEAL MILER voR NESTLE der 1. Reichsnährstands-Jusstellung, Erfuurt 1934 HANDEL FREITAG, 19. Oktober 1934 RHEINISCHE WIRTSCHAFTS-ZEITUNG WIRTSCHAFTCBÖRSE Das Kursniveau unverändert Berlin gehalten Zahlungs- und Verrechnungsabkommen Deutschland hat mit einer Reihe von Staaten Abrechnungsverträge geschlossen. Diese Abrechnungsverträge zerfallen in zwei Gruppen: Zahlungsabkommen und Verrechnungsabkommen. Von Verrechnungsabkommen spricht man, wenn alle Zahlungen im Warenverkehr zwischen den vertragschließenden Ländern, also sowohl die Zahlungen der odeutschen wie auch die der ausländischen Importeure auf eine bestimmte, in dem Abkommen näher festgelegte Art und Weise zu erfolgen haben. Regelmäßig ist durch die Verrechnungsabkommen Zahlung in einer anderen Währung als der der vertragschließenden Länder ausgeschlossen. Die Verrechnungsabkommen sind teils Staatsverträge, teils Ver einbarungen zwischen der Reichsbank und der Zentralnotenbank des fremden Staates,(Bankenabkommen). Verrechnungsab kommen bestehen zurzeit mit folgenden Staaten(Verrechnungsländer): Belgien=Luxemburg, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Jugoslawien, Niederlande, Norwegen, Lettland, Oesterreich, Rumänien, Schweden, Schweiz, Türkei, Tschechoslowakei, Ungarn.— Zahlungsabkommen nennt man die Staasverträge, durch welche seinerzeit die Möglichkeit geschaffen worden war, über den Rahmen der nunmehr ausgehobenen allgemeinen Devisengenehmigungen hinaus Importeure aus dem betreffenden Lande mit Reichsmark auf ein zum Ankauf deutscher Waren bestimmtes Konto der fremden Zentralnotenbank bei der Reichsbank in Reichsmark zu bezahlen. Zahlungsabkommen bestehen zurzeit noch mit England und Spanien. Soweit die Zahlungen vor dem September 1934 fällig geworden sind, sind die Anträge auf Erteilung der Genehmigungen zur Bezahlung der Wareneinfuhr an die Stelle für Devisenbewirtschaftung zu richten, bei später werdender Fälligkeit an die zuständigen Ueberwachungsstellen.— Nebenkosten des Warenverkehrs, insbesondere der Warenausfuhr, können bei folgenden Ländern auf Grund der Verrechnungsabkommen bezahlt werden: Italien, Schweden, Finnland, Niederlande, Schweiz, Norwegen, Oesterreich. Brandschadenstatistik der privaten Feuerversicherungen Die bei den Mitgliedsgesellschaften der„Arbeits gemeinschaft privater Feuerversicherungsgesellschaften in Teutschland“ im Deutschen Reich angefallenen Schäden betrugen für den Monat September 1934 insgesamt #s4 829 Mark. Hiernach ist die Schadenkurve gegenüber dem Vormonat um ein Geringes angestiegen. Die Schäden für die Monate Januar bis September dieses Jahres betragen 47 509 125 Mark. Nach den Ausführungen, die Staatssekretär Reinhardt über die Neuregelung der Besteuerung von Spekulationsgewinnen bei unverzinslichen Wertpapieren, also hauptsächlich Aktien, sowie den Fortfall der Spekulationssteuer bei festverzinslichen Papieren gemacht hatte, war die Tendenzgestaltung an der heutigen Börse vorauszusehen, nachdem bereits die Frankfurter Abendbörse die praktische Auswirkung der erwähnten Maßnahmen wiedergespiegelt hatte. Sämtliche variablen gehandelten Renten zeigten beachtliche Kurssteigerungen, aber auch für die per Kasse gehandelten Papiere liegen zahlreiche Kauforders vor. Von ersteren konnten Altbesitzanleihe ihre Aufwärtsbewegung im Vergleich zum gestrigen Berliner Schluß um 1½ Prozent fortsetzen. Kommunale Umschuldungsanleihe wurden um 1,10 RM. höher bewertet. Späte Reichsschuldbuchforderungen hörte man mit 95⅞, Zinsvergütungsscheine mit 85 3/4 ca. Auch die variabel ehandelten Industrieobligationen zeigten durchweg höhere kotierungen, wobei Stahlvereinsbonds mit plus 218 Prozent die Führung hatten. Der Aktienmarkt wies fast ausnahmslos niedrigere Notierungen auf, indessen kann von einer stärkeren Abschwächung kaum die Rede sein. So gehörten am Montanmarkte Harpener und Buderus mit Einbußen von je 1¼ Prozent zu den am stärksten gedrückten Papieren. Am Braunkohlenmarkt betrugen die Einbußen kaum mehr als ½ Prozent, nur Ilse Bergbau waren auf ein Zufallsangebot 6 Prozent schwächer. Von chemischen Papieren waren Farben ¾ Prozent, Kokswerke 1 3/8 Prozent und von Heyden 1¼ Prozent schwächer. Am Elektromarkt hatten lediglich Siemens eine stärkere Einbuße mit minus 2 Prozent, während Lieferungen und RWE. sogar bis ¼ Prozent höher ankamen; hier soll aber die erneut festgestellte Erhöhung der Stromabsatzziffern einen Rückhalt geboten haben. Verhältnismäßig widerstandsfähig und nur unbedeutend abgeschwächt waren Maschinenfabriken sowie Papier= und Zellstoffaktien. Von den variabel gehandelten Bankaktien eröffneten Reichsbankanteile auf Vortagsbasis, während Braubank auf Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Steigerung 1 3/8 Prozent verloren. Das gleiche gilt auch für AG. für Verkehr mit minus 3½ Prozent, da auch dieses Papier bekanntlich in letzter Zeit beachtliche Steigerungen zu verzeichnen hatte. Nach den ersten Kursen waren am Aktienmarkt teilweise Erholungen zu bemerken, das Gros der Papiere gab jedoch weiter leicht nach. Renten in Köln bevorzugt Die schon gestern eingetretene Aufwärtsbewegung für Renten machte zu Beginn des heutigen Börsenverkehrs weitere Fortschritte, während Aktien allgemein schwächer eröffneten. Bestimmend hierfür waren die gestern verkündeten neuen Steuermaßnahmen. Zudem kam an den Aktienmärkten einiges Material heraus, welches nur auf ermäßigter Basis Aufnahme fand. Das Geschäft bewegte sich in verhältnismäßig ruhigen Bahnen. Die Verluste gingen bis zu ¾ Prozent. Darüber hinaus verloren Felten, Schuckert, Harpener, Buderus je 1¼ Prozent. Phönix, Mannesmann und Westeregeln je ein Prozent, Siemens 2 Prozent. Am Rentenmarkt zog die Altbesitzanleihe um 1½ Prozent auf 103¾ an. Von Industrieobligationen waren Stahlverein 2½ und Hoesch 1½ Prozent fester im Handel. Im Freiverkehr konnten Renten ebenfalls bei gebesserten Umsätzen anziehen. Aktien dagegen ruhig und unverändert. Aleranderwerk 24½—26½, Dolerit 37½—99, Humboldt 67½—68½ und Wintershall 98¾—99¼. Im Verlaufe traten nennenswerte Veränderungen gegen Anfang nicht ein und die Umsätze blieben gering. Am Einheitsmarkt ergaben sich fast durchweg Kursrückgänge. Versicherungen hielten sich auf letzter Basis. Bei Banken gaben Dedi um 1, und Dresdner um ¾ Prozent nach. Von Pfandbriefen blieben Westboden unverändert, Rheinboden bis ¼ Prozent höher. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen bei 95¼—96¼. Die Börse schloß ruhig. Devisen-Kurse (in Reichsmark) Uebergang der Hanomag Aktienmehrheit auf die Ver. Stahlwerke In einer außerordentlichen HV. der Hannoverschen Maschinenfabrik AG.(Hanomag) wurde beschlossen, das Rapital von 900 000 auf 10 Mill. RM. zu erhöhen. Ent sprechend dem Uebergang der Aktienmehrheit auf die Ver. Stahlwerke wurde der AR. neu gebildet. Es wurde mitgeteilt, daß mit der Hanomag Autmobil= und Schlep verbau=GmbH. ein Vertrag zustande gekommen sei, nach dem mit dem 31. Dezember 1934 der ursprünglich bis Dezember 1935 lausende Pachtvertrag erledigt sei. Die Hanomag wird alsdann den Automobilbau selbst wieder übernehmen. Die Uebernahme der Gebäude, ihre Instandsetzung und die Hinzunahme neuer Fabrikations zweige verlangen natürlich einen Kapitalbedarf, dem mit der Erhöhung des AK. Genüge getan sei. Arbeiterentlassung bei Citroen Der marxistische Populaire erklart am Donnerstag, daß eine der bedeutendsten französischen Automobilsirmen— Citroen— seit einigen Wochen Arbeiter entlassungen in Massen vornehme. In den letzten beiden Wochen seien im Durchschnitt täglich 20 bis 210 Arbeiter entlassen worden. Als Begründung habe man Geldknappheit angegeben. Gewisse Gerüchte wollten außerdem wissen, daß die Automobilfirma von einer be kannten französischen Autoreisenfabrik[Michelin) oder von der größten französischen Wassenfabrik(Schneider Creuzot) übernommen werde. Erfreulicher Verlauf der Verhandlungen zwischen der deutschen und niederländischen Partikularschiffahrt Die Pressestelle des Oberprasidiums Rheinland teilt mit: Die lausenden Verhandlungen zwischen Sachverstandigen der deutschen und niederländischen Partikularschiffahrt sind in Boppard am 15. und 1o. Oktober 1034 fortgesetzt worden und haben einen erfreulichen Verlauf genommen. Der Stand der Erörterungen laßt erwarten, daß nach Erledigung gewisser Einzelfragen demnachst die Grundlage für eine Regelung geschaffen wird, die die Wunsche der deutschen und hollandischen Partikular schiffer zufriedenstellt. Voraussetzung für eine solche Regelung ware allerdings, daß der organisatorische Zu sammenschluß der niederlandischen Partikularschiffer alsbald zustande kommt. Vor Wiederaufnahme der Dividendenzahlung bei Bauer& Schauerte Bei der Bauer& Schauerte, Rheinische Schrauben und Mutternfabrik AG., Neuß Nh., konnte der Umsatz in dem am 30. Funi abgelaufenen Geschaftsjahr 1833/34 gegenüber dem Vorjahr nicht unwesentlich erhöht werden. Nie wir erfahren, ist auf Grund des daraus sich ergebenden besieren Jahrevergebnisses mit der Wiederaufnahme der Dividendenzahlung zu rechnen(i. B. 2164 Nark Gewminnvortrag). Die Verpflichtungen aus Quoten lausen, die im Vorjahre noch mit 1,91 Mill. Mk. ausge wiesen wurden, konnten verringert werden. Warenberichte Berliner Großzmarkt für Futtermittel und Getreide Amtliche Notierung in Mark für 1000 kg: Märk Weizen 76—77 kg frei Berlin 202. Preisgebiete W 5 191. W 6 192. W 7 193. W S 194. W 9 196. W 11 198, gesetzl. Mühleneinkaufspreis plus 4 Mark.; märk. Roggen 72—73 kg frei Berlin 162. Preisgebiete R ö 151. R 6 152. R 7 153, R 8 154, R 9 156, R 11 158, gesetzt. Mühleneinkaufspreis plus 4 Mk.; Gerste(a frei Berlin, b ab märk. Station): Braugerste. neu seine a) 203—209. b) 194—200. dito, gute a) 191—201, b) 182—192, Wintergerste, zweizeilig a) 179—190, b) 170—181, dito vierzeilig a) 174 bis 179, b) 165—170, Industriegerste a) 193—197, b) 176—181, Futtergerste, 59—60 kg. Preisgebiete G 5 151. G 6 152, G 7 154, G 8 157, G 9 159; märk. Haser 48—49 kg frei Berlin—. Preisgebiete H 4 145, H 7 149. H 10 152, H 11 154, H 13 157, H 14 159; Weizenmehl, Type 790, 5: 26,65, 6: 26,80. 7: 20,95 8: 27,10. 9: 27,40, 11: 27,70, mit 10 Prozent Ausland 1,50 Mk., mit 20 Prozent 3 Mk. Aufgeld; Roggenmehl. Type 997. 5: 21,65. 6: 21,75, 7: 21,90, 8: 22,05, 9: 22,35, 11: 22,65; Weizenkleie, gesetzl. Mühlenverkaufspreis für die Preisgebiete 5: 11, 6: 11,05, 7: 11,10, S: 11.15, 9: 11,25, 11: 11.40. Roggenkleie, gesetzl. Mühlenverk. Pr. s. d. Preisgebiete 5: 9,45, 6: 9,50, 7: 9,55, 8: 9,65, 9: 9,75, 11: 9,90; Raps 310; Vittoriaerbsen 31,50—34, Ackerbohnen 12—12,50, Wicken 10,50—11,50, Lupinen, blaue .50—7, Leinkuchen Basis 37 Prozent ab Hbg. 7,65 inkl. 1,30 MZ., Erdnußkuchen, Bas. 50 Prozent ab Hbg..25 inkl..45 MZ., Erdnußkuchenmehl Dt. Mahlung.60 inkl. MZ., Trockenschnitzel ab Fabrik—. Ertrah. Sojabahnen schrot 45 Prozent ab Hamburg neu 6,50, alt 7,50 inkl. 1,55 ., Trockenschnitzel ab Fabrik—. Ertrah. Sojabohnen= 1,55 M3. Kartoffelflocken Parität waggonfrei Stolp als Verladestation 8,30 neuer Kontrakt, dito Parität Berlin 8,85 neuer Kontrakt. Hamburger Warenmarkt Hamburg, 18. Okt. Brasilkaffee: Marktlage weiter ruhig. Osserten von drüben unverändert. Das Inlandsgeschäft bewegt sich in gewohnten ruhigen Bahnen. Nach Meldungen aus Rio de Janeiro wurden bis zum 15. Oktober insgesamt 32 289 000 Sack Kassee zerstört. Preise unverandert. Reis: Marktlage unverändert. Die Mühlen berich ten über ruhiges Abzugsgeschäft nach dem Inlande. Die zweite Hand hat in Bluerose etwas lebhaftere Umsätze. Preise unverändert. Gewurze: Im Zusammenbang mit der festen Weltmarktlage für Gewurze zogen die Preise heute erneut an. Inlandenachfrage weiter lebhaft. Doch halten sich die Umsätze infolge Zuruckhaltung der Abgeber in engen Grenzen. Hülsensrüchte: Abgesehen von einigen Umsätzen In Chilelinsen ertra large, neue Ernte zu 34 Mk. per 100 kg cif Hamburg blieb die Umsatztatigkeit am Hülsen rüchtemarkt gering. Preisveränderungen für greisbare Ware sind nicht eingetreten. Oele und Fette Hamburg, 18 Okt. Aus dem Inlande liegen verstarkte Nachfragen für Leinöl vor, doch kamen infolge wenterer Zurückhaltung der Mühlen nur kleine Abschlüsse zustande. Die Umsatztätigkeit blieb gering. Preisveränderungen sind nicht zu verzeichnen. Leinöl ohne Faß, Mühlenpreis per Okt.=Dez. 30.50, Rüböl reines ohne Faß per Okt.= Dez. 41, Kokosöl roh in eis. Leihs. per Okt=Dez. 19,50 Mark für 100 kg, Kokosöl Ceylon sag inkl. Drums per Okt. Nov. 13..0 Pfund Sterling für 1015, Palmkernöl roh in eis. Leihs. per Okt.=Nov. 19,50, Rizinusöl 1. Pressung verzollt mit Barrels 44—45, dito 2. Pressung 41—12, Kokos Palmkernölfettsäure inkl. Barrels 21—22, Schweinesette je nach Farbe inkl. Tierces prompt 32—38, Hammeltalg je n. Farbe inkl. Fast. prompt 35—50, Rindertalg prima inkl. Fastage prompt 28—34, dito secunda 26—27, Erdnußöl roh in eis. Leihs. per Okt.=Nev. 27,75 Mk. für 100 kg. Baumwollsaatöl techn. raffin, ägyptisch Okt.=November=Abladung 17.15.0 Pfund Sterling für 1016 kg.— Bei Leinöl, Kokosöl, Sojabohnenöl, Palmkernöl und transito ab Hai 23¼. American Pure lard verschiedene bei Eisenbarrels ein solcher von 3,25 Mk. für 100 kg. er hoben. Schmalz: Tendenz ruhig, American Steamlard transito ab Kai 13¼, American Pure lard verschiedene Standardmarken rassin, per vier Kisten a 25 ka netto transito ab Kai 24½—25 Dollar, Hamburger Schmalz nicht notiert. Baumwollmärkte Hamburg, 18. Okt. Tendenz ruhig. Middling Universal loko 14,40(14,14) Dollarcents. Bremen, 18. Okt. Middling Universal Standard 28 mm) loko 14,39(14,40) Dollarcents. Großmarkt für den Nährstand zu Dortmund Dortmund, 18. Oktober. Westfälischer Weizen, 76—77 Kg., gesetzlicher Erzeugerpreis Preisgebiet W 15 202, W14 201, W., 200, W 12 199, W 9 196. Westfäl. Roggen, 72—73 Kg., gesetzlicher Erzeugerpreis Preisgebiet R 14 162, R 13 160, R 12 159, R 11 158, R 9 156. Hafer. 48—49 Kg., gesetzlicher Erzeugerpreis Preisgebiet H 19 164, H 18 163, H 16 161, H 15 160, H 14 159, H 13 157, Weißhafer Aufschlag 7 RM Futtergerste, 59—60 Kg, gesetzlicher Erzeugerpreis Preis geviet G 14 167, G 13 165, G 12 164, G 11 162, G 10 161. Platamais 220, Cinquantino 225.(Die Preise verstehen sich bei Getreide und Futtermitteln per 100 Kg. waggonfrei Dortmund, in Ladungen von 5000 Kg. Die Preise für Häcksel verstehen sich per Zentner waggonfrei oder frei Fuhre Industriegebiet.) Weizenmehl, in, Grundtype 790, W 15 27,15, WI 27,15, W 13 27,15, W 12 27,15, W9 27,15, Weizenbrotmehl, Type 2000, Abschlag 7 RM. Roggenmehl, inl, Grundtype 997, R 14 23,90, R 13 23,85, R 12 23.70. R 11 23,55, R 9 23,45, Kommismehl Roggenbackschrot), Type 1317, Abschlag auf die vorgenannten Basispreise 1 RM, Roggen schrot. Type 18ss., Abschlag auf die vorgenannten Basispreise.50 RM. Weizenkleie, W 15 11,60, W 14 11,55, W 13 .50, W 12 11,45, W9 11,50. Roggenkleie, R14 10,15, R 13 10,00, R 12 9,965, RI1 9,90, R9 9,75. Deutscher Kartofselmarkt Infolge der besseren Nachfrage nach Speisekartoffeln sind die deutschen Absatzmärkte gleichfalls freundlicher geworden. Die Preise haben von dieser besseren Absatzlage Wirtschaftsnotizen Nach den Erhebungen des Vereins Deutscher Eisen= und Stahl=Industrieller betrug die Rohstahlgewinnung im deutschen Zollgebiet im September 1934(25 Arbeitstage) 975891 Tonnen gegen 1 067 854 Tonnen im August 1934(27 Arbeitstage). Arbeitstäglich wurden im September durchschnittlich 39 036 Tonnen hergestellt gegen 39 550 Tonnen im August. Wagengestellung der Reichsbahn am 17. Oktober 1934: Ruhrkohlengebiet 20 318, Aachener Steinkohlenbezirk 2263, Rheinisches Brannkohlenrevier 3342; gefehlt haben keine. Am freien Markt wurden in London 587 000 Pfund Sterling Gold zu einem Preise von 142,1 sh pro Unze Fein verkauft. Der Londoner Goldpreis beträgt am 18. Oktober 1934 für eine Unze Feingold 142 sh 1 d gleich 86,5998 RM., für ein Gramm Feingold demnach 54,8170 Pence gleich 2,784245 RM. Nutzen noch nicht ziehen können, obwohl als gut bekannte Herkünfte eine immerhin gute Preislage haben. Man darf damit rechnen, daß die Absatzverhältnisse sich weiter bessern und auch zu einem guten Einkellergeschäft kommen werden. Als Preise für gelbe Speisekartoffeln werden zur Zeit im Großhandel frachtfrei Stationen an Rhein und Ruhr folgende Notierungen genannt: Industrie vom Rheinischen Oberland 3,35—3,60 Mk., von Westfalen, Oldenburg 3,05—3,20 Mk., und Herkunft Grenzmark und andere östliche Erzeugergebiete 3,15—3,25 Mk. Antwerpener Kammzugnotierungen Zahlen in Klammern sind die Preise vom 17. Oktober, Es notierten in pence je lb. netto: Oktober 23,75(23,75), November 23,62(23,62), Dezember 23,02(23,62), Januar 23,62(23,62), Februar 23,62(23,62), März 23,62(23,62 April 23,50(23,62), Mai 23,62(23,50). Tendenz gut bh. (ruhig); Umsatz 60000(50 000). In belg. Franken erforderten je kg: Oktober 23.25 (23,25), November 23,00(23,00), Dezember 23,25(23.25 Januar 23,25(23,25), Februar 23,25(23,25), März 23,62 (23,50), April 23,62(23,50), Mai 23,87(23,75). Tenden; gut bh.(ruhig). Umsatz 78 700(38 200). Viehmärkte Dortmund, 18. Okt.(Pferdemarkt.) Auftrieb: 337 Pferde und 16 Wagen aller Art. Der Handel war lang sam. Es kosteten: Kaltblüter: beste Arbeitspferde un Stuten 700—875, zweite Arbeitspferde 550—700, dritte 40 bis 550, 2jährige Pferde 500—625, 1jährige Pferde 400—500 Warmblüter: beste Arbeitspferde und Stuten 700—850, zweite Arbeitspferde 550—650, dritte 300—500; Kreu zungen: beste Arbeitspferde 600—750, zweite Arbeitspferde 450—600, dritte 300—400 Mk. Beste Tiere über Notiz. Nächster Mark am 2. November 1934. Hamburg. 1d. Okt.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: 337 Stück Großvieh, darunter 1065 Öchsen, 226 Bullen, 11 Kühe, 711 Quienen, 192 Fresser; ferner 1144 Schafe. Tei denz: Rinder ruhig, beste schwere Bullen und Kühe ge fragt, Schafe ziemlich rege. Es wurden bezahlt für Ochsen al 35—37, a2) 31—34, b) 27—31, c) 23—26, d) bis 22; Bullen a) 32—35, b) 26—30, c) 22—25, d) 20—21 Kühe a) 29—33, b) 26—28, c) 21—25, d) 10—20; Färsen a) 31—35, b) 27—31, c) 23—26, d) 21—22; Lämmer ur Hammel al)—, a2) 42—45, b1)—, b2) 38—42, c) 33—5; Schafe e) 33—39, f) 24—32. Zecfischmarkt Besermünde=Bremerhaven In der Seesischversteigerung wurden in Psennigen je Psund folgende Großhandelseinkaufspreise für Fische mit Kopf erzielt: Nordsee: Hering—9½. Bäreninsel: Kabeljau Gr. 1 10½—14½. Gr. 10½—13, Gr. 3—10¼. Schellfisch Gr. 1—13¾, Gr. 10¼—16½, Gr. 3 6½—10, Seelachs 11½—12½, Goldbarsch 10½—14½, Austernfisch 15—17. Barentsee: Kabeljau Gr. 1 10½—12, Gr. 2 11¼ bis 12½, Gr. 3—; Schellfisch Gr. 1 10¼—14¾, Gr. 2 12—18, Gr. 3 7¾—12. Metallnotierungen Berlin, 1d. Okt. Es notierten in Mark für 100 Kilo: Elektrolytkupfer wirebar(Feststellung der Vereinigung für die deutsche Elektrolytkupfernotiz) 39,50, Origina Hüttenaluminium(98—99 Prozent, in gekerbten Block chen) 1o0, dito in Walz= oder Drabhtwaren 164, Reinnick (98—99 Prozent) 270, Antimon(Regulus)—, Silber in Barren(900 für 1 kg sein) 43,25—46,25, Londoner Metalle London. 10. Okt. Kupfer gegen Kasse 26.066—26, für 3 Monate 26,37—26,43, Elektrolytkupfer 28 50—29,5 Kupfer strong 56,00, Zinn gegen Kasse 230.62—230,75, fü: 3 Monate 229,12—229,37, Settl.=Preis 230,75, Blei auprompt 10,12, ents. Sicht. 10.37, Zink gew. prompt 12. entf. Sicht. 12,18, Aluminium 100, Platin 7,75, Nickel 2 bis 205, Gold 142,1. Ruhrorter Frachten Frachtsätze von den Rhein=Ruhr=Häsen nach Marn Mannheim 1,40, Frankfurt.55, Hanau=Karlsruhe.6 Aschaffenburg=Lauterburg 1,65, Straßburg 1,90, Rotte dam 0,95—1, Antwerpen Gent 1,50, Brüssel 1,80, Lütt 2,20 Mk.; von den Häsen des Rhein=Herne=Kanals naMainz=Mannheim.60, Frankfurt 1,75, Hanau=Karlsrut 1,80, Aschaffenburg=Lauterburg 1,85, Straßburg 2,10, Re terdam 1,20 Mk, Antwerpen=Gent 1,70 Mk., Brüssel.0 Lüttich 2,40 Mk. Schlepplöhne von den Rhein=Rub Häsen nach St. Goar 0,54, Mainz 0,80,90, Mannhe .90—1 Mk. Reichsbank-Diskont: 4% Anleihen 4% Di Relchssch 23 6% dto 27 5½% Anl des D: Reiche(Younganl.) Di Anl Ausl Sch inkI Ablos. Sch (Altbes 6% Pr Staalsan 7% dto B1 11 F 6% dto 33 1 F Di Reichsbahn Sch R 1 Dt Reichsp-Sch 8% Pr Landplbr Gold R 19 d1o 17/18 7% Pr Landpfbr Gold R 10 7% dto R 7 8% dte Goldkomm R 20 1% dio R 6 Rheinprovins Anl Ausl Sch Westf Prov Anl. Ausl Sch 8% Rhe nor Ldbk Goldpfbr S 8 8% Rhe nor Ldbk Goldpfbr 112 8% 410 Komm 7% dto" la. 1b 7% dto„ 8 7% 41o„ 2 6% Westf Ldbk Pr. Doll. G. 8% Westt Ldbk Pr Feing 7% dto. Felng 26 6% dto. Feing 27 5% Westt 0. Pfbr R 9% Dulsburger Stadtanlelhe 2 7% dto 26 7% Düsseldorfer alan Köln Stadten 6% Oberhausen 27 Rb W Rodenkr 0 Hyp Pibr S 4. 6 12. 10 7% dto S 7. 9. 17 %, Rh-Wrstf Rod Komm 29 S 7 10% Westd Bodenkr. 0 Pfbr Em 6 4% dto Em S 9 12 14 9% dto. Em 20/22 Banken Allg Dt. Credit-A. Bk ei Werte Berl Handelsges Commerz- u Priv.Bank Di Bka Dise.-Ges Dt Hyp-Bank Dresdner Rank Reichsbank Westd. Bod. Berliner Wertpapierbörse vom 18. Oktober Lombard-Zinstuß: 5% I 91 90.5 90 88.5 83 3 86 4 75 54 92.87 92.87 90.5 91.75 91 87 46.75 84 0 73 75 5 75 75 78 145 87 90 90 89.5 68 81.5 85 25 84 92.37 92.79 32.15 93 5 91.79 91.81 55 75 84 96.12 73 76.5 76.25 78 75 146 12 83.75 Verkehr 1G. f. Verkehr Reichsb V. A. Hapag *** Nordd. Lloyd Industrie Arcumulatoren Aku AEG Aschaff Pap. *** Basalt A0. Bayr Mot. Bemberg Berger Jul. Berl. Karlsruh Berl. Kraft u Licht Braunk Brik. Brown Bov. Buderns Byk Gulden Charl. Wasser 10 Chemie 16 Cheme„„ Chem Gelsenk Contl Gummi Contl Linol Dalmler D: A1l Telegr. Dr Babock Gas Dt. Erdöl 79 112 62 19 31 165 62 26 5 65 12 6 11.37 130 131.5 123.25 144.12 113.31 173 13.75 ec 75 15.3 98.31 166 131 131.5 10.25 121 04 ..62 109.3 80.75 112.5 29.5 31 165 63 25 8 66.25 69.5 13.75 131 134.29 120 12 144 173 14 87 37 66.5 98 75 170 5 134 132 59.5 90.25 104 2 121.62 106.5 Dt. Linolenm Dt. Spiegelgl. Akt. Dortm. Ritter Dortm. Union-B Dürener Met Düsseldorf Dietr.-B " Hoefel-Br. „ Kammg. " Masch Losenh. Dyom. Nobel Eintr. Braunk. Fisenb. Verk. Fl. Licht-Kraft Esch- Berg Farben 16. Feldmühle Felten-Gullleaume Ford Motor Gelsenk Br. Gerresh Glas Ges f. el U Gladb Wolle Goedhardt Gebr. Harp. Br. Hein. Lehmann Hilgers Veraink Hlind Auft. Hochtlef Hoesch K. N. IIse Berg Jülich Zucker Kall Chem Kall Aschersl. Schött. H. Schub Salzer Schuckert& Co. 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Im Kupferstichkabinett:„Aus dem Skizzenbuch eines rheinischen Malers Gerhard Janssen Oel studien und Zeichnungen.— zuriten Stock: In der Raihutsche Bildhauerzeichnungen unserer3. Gerhard Marck In der Reihe:„Kolner Kuns##ler Protessor C. Mense: Aquarellund Zeichnungen. Wallraf-Richartz-Museum. An der Rechtschuls 7. Gemahl.-Galern Deutsche Mal###r von zur Gegenwart); Romische Abter lung; römische und germanische Ausgrabungen bis zur karohn gischen Zeit, beelentendste Samm lung römischer Glaser, Kupfer stichkabinett. Schnütgen Museum(Religiose Kundes Rheinlandes), in der Abti Köln-Deutz. Urbanstraße 22. Bornheime Kupferstich-Kabinett, Antonsgasse 5— Große Ausstellung alter Stiche. Geenähle, Anti quttaten. Gecffnet von—19 Uhr. Museum für Naturkunde. Köln, pelhaus. Museum für Vor- und Frühgeschichte, Rayenturm Rautenstrauch Joest Mureum für Volkerkunde.'nerring 15 Kolnischer Kunstverein. 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Kinos in den vororten Sülz. ammerlichtsptele Herredrather str. 181 Revolutton der Jugend ### ond Lichteniete Verrearather trr 381 Weiß Verdl Der Meisterborer“ ein sroder Trriu Llemannin Berreurather Ttrage 162 Der Doppelganger u G8 Eine musikalische Filmromanze Ein Herz für ein Lied Ein Film mit Musik und schönen Menschen Darsteller: Karl Hasler, Jormila Morton, Oskar Marion, Maria Pfok, Anton Novotny Die Schlager des Films „Ich häume ner von Dr, denn Du gehörst zu mir“ „Ach wüht ich des Gebeimniz“ „Hörst Du den lockenden Tenoo!“ Dazu: Das gute Beiprogramm 00 620 89 derer Genuß für jeden Café-Besucher: Kepelle FRITZ SCHLENKERMANN. Sonn- und Feiertags 11—1 Uhr Frühkonzert UFA-PALAST Des großen Erfolges wegen zum a. Male 3 HACHTUORSTELLUNGER FREITAG SAMSTAG SONNTAG 10° Uhrabends KRISS Wundersame Sitten und Gebräuche aus dem Südseeporadies. Ein Film voller phantastischer, nie gesehener Bilder. Für Jogendliche nicht zugelanen SONNTAG, DEN 21. OKTOBER 1130 Uhr vormittag: 1. M ATINEE Wesideutsche Uraufführung des herrlichen Kulturfilms von ROBERT OELBERMANN DEUTSCHE JUNGENS TIPPELN NACH INDIEN Dieser landschaftlich unsagbor schöne Film wurde von deutschen Jungent auf einer Wanderfahrt noch Indien gedreht. Er ist ein Zeugnie dafür, welche ungeheure Leistung deutsche Jugend durch vorbildlichen Komeradschaftsdienst vollbracht hat. Jogendliche naben Zutritt ind zahlen halbe Preise. Eintrittspreise: Rm..80 bis.00. Vorverkauf läglich 1I.1 und-8 an den Ufckassen IFepr. 2120 57), bei Tonger und Verkehrsamt.(7710 Heute und folgende Tage! Hans Albers „Heut kommt's drauf an“ Ein Film, wie Sie ihn sich wunschen und HANS ALBERS, wie Sie ihn haben wollen. Im Beiprogramm: Paul Kemp in „Das Lied vom Glück“ Hansuikur Hochhaus Woch..30" 6".15 So..30" 4" 6.15 Spogth des Neuen Jag Ein spannender Spieltag der Kreisklassen Spitzenreiter in Gefahr— Bleiben Flittard und Nippes 12 in Front? Es geht wieder um Punkte Nachdem die Kreisklassen eine kurze Ruhepause von 14 Tagen hinter sich gebracht haben, flammt am kommenden Sonntag der Punktekampf wieder auf. Besonders interessant wird es in der ersten Kreisklasse werden, wo allenthalben die derzeitigen Tabellenführer auf Gegner stoßen, die den festen Willen haben, auch noch ein ernstes Wort mitzusprechen. Flittard und Brühl die beide auswärts spielen, stehen vor schweren Auf gaben. Auch in der Gruppe 2 gibt es einen heißen Tanz, denn Nippes 12 empfängt die spieltüchtigen Quadrather und Bedburg muß zur Rheinland Zollsto“, die heute wieder gut im Schwung ist. Es kann daher leicht vorkommen, daß die Führung am kommenden Sonntag schon wechselt. Gruppe 1 Rodenkirchen— Zollstock. Letzterer hat ohne Zweifel in den beiden ersten Spielen viel Pech gehabt. Aber auch Rodenkirchen konnte sich nicht so zur Geltung bringen, wie man es auf Grund der gezeigten Spielstärke erwarten durfte. Da aber die Platzherren unbedingt im Vordergrund bleiben wollen, dürfte Zollstock schwer zu kämpfen haben und schließlich trotz allen Eifers knapp verlieren. Nippes 10— Sürth. Die Nippeser haben allen Grund sich wieder besser in Empfehlung zu bringen, zumal sie sonst bestimmt absteigen werden. Nun ist Sürth eine Elf, deren Können ja auch nicht besonders gefestigt er scheint, so daß man damit rechnen kann, daß der Sieg diesmal in Nippes bleibt. KBD 07— Brühl. Hier treffen zwei Gegner aufeinander, die sicher berufen sind, in den Endkampf mitein zugreifen. Brühl steht zwar besser als sein Widersacher, doch hat dieser den Vorteil des eigenen Platzes, der für einen knappen Platzsieg ausschlaggevend sein wird. Gruhlwerk— Gremberg. Die erfolgversprechende Formverbesserung der Gremberger stempelt dieses Spiel zu einem besonderen Ereignis für Gruhlwerk, deren Mannschaft evenfalls sehr spielstart ist. Man wird also einen spannenden Kampf zu sehen bekommen, dessen Ausgang ungewiß ist. Efferen— Flittard. Dieses Spiel trägt ebenfalls einen entscheidenden Charakter, da Flittard zurzeit die Tabelle führt und Efferen nach oben strebt. Da die Gastgeber auf eigenem Boden selten verloren haben, ist man versucht, auch diesmal an einen knappen Sieg zu glauben. Hermülheim— DfL. Berg. Gladbach. Die Gladbacher haben bisher ihren Anhängern eine einzige Enttäuschung bereitet und wenn sie sich nicht besser zusammenreißen, ist nicht viel zu erhoffen. Jedenfalls stehen ihre Chancen in dem sonntäglichen Spiel ebenfalls nicht sehr hoch Wir rechnen mit einer knappen Niederlage. Gruppe 2 Köln 93— Jortunggrube. Die Kolner haben vie gutzumachen, zumal sie im letzten Spiel unerwartet per loren Da Fortunagrube aber bis heute nur wenig zeigte, steht u. E. einem glatten Sieg der Gastgeber nichts im Wege. Rheinland— Bedburg. Nachdem die Rheinlander wieder mit voller Mannschaft spielen konnen, sind sie ein sehr zu beachtender Gegner. Bedburg wird sich zwar dappelt anstrengen, zumal es beim letztenmal in Zollstock verloren hat und im Falle einer Niederlage, die Zollstocker vor ihren Gast kommen. Unentschieden dürfte die richtige Lösung sein. Nippes 12— Quadrath. Auch hier geht's um die Führung. Beide Vereine stehen mit•0 Punkten im Vordergrund und der Verlierer scheidet vorläufig aus. Da wir aber Nippes spieltechnisch weit höher schätzen als die Gäste, rechnen wir mit einem sicheren Siege von Nippes. Weiden— BfB 06. Der Ausgang dieses Spiels dürfte zugunsten der Weidener liegen, die auf eigenem Horrem— Niehl. Wenngleich auch die Niehler in den letzten Wochen bessere Leistungen zeigten, muß man ihnen in diesem Treffen doch eine knappe Niederlage voraussagen. Immerhin haben wir die Hoffnung, daß Freitag, 19. Oktober 1934 An alle Turner und Sportler! Die Aufstellungsordnung für den Fackelzug im Rahmen der Olympiakundgebungen in Köln Obwohl in den Kölner Tageszeitungen bereits vor einigen Tagen die Sportfachschaftsführer aufgefordert wurden, umgehend die Antrittsstärke der von Ihnen geleiteten Fachschaften zu dem am kommenden Samstag veranstalteten Fackelzug im Rahmen der Boden selten ein Spiel verlieren. Zudem hat sich der gewonnen, ist aber zu wankelmütig in seinen Leistun BfB noch nicht recht gesammelt und dürfte den Platz= gen. Nach den letzten Ergebnissen zu urteilen, dürfte eine herren spielerisch nicht gewachsen sein.1 Punkteteilung gerecht sein. Olympia-Werbekundgebungen zu melden, sind verache sind. schiedene Fachschaftsleiter dieser Aufforderung bis Worringen— Köln 65. Beide Vereine konnten bisher heute noch nicht nachgekommen. Es wird erwartet, nicht viel zeigen. Worringen hat zwar schon ein Spiel daß das Versäumnis schnellstens nacngenon wnsDie Meldungen sind zu richten an Oberinspektor Pieiffer. Amt für Jugendpflege und Leibesübungen. Harte Prüfungen in der 2. Kreisklasse Werden sich die Spitzenreiter behaupten können? In der zweiten Kreisklasse, die am kommenden Sonn tag auf der ganzen Front die Punktekämpfe aufnimmt sind die Spiele nicht minder spannend. Ereignisreiche Treffen stehen auf der Tagesordnung. Vor allen Dingen wird es den Spitzenreitern ans Leder gehen, die zwar noch nicht viel zu befürchten haben aber dennoch recht wachsam sein müssen. Bekanntlich treten dann Ueberraschungen auf, wenn man sie am allerwenigsten erwartet. * G r u p p e 1 Post— Knapsack, Beide Vereine haben bisher nicht viel gezeigt und wollen sie bei der Stange bleiben, schon weit mehr leisten. Post hat wenigstens schon einige Punkte und könnte am Sonntag leicht gewinnen, wenn Knapsack nicht endlich besser wird. Badorf— Reichsbahn. Die Reichsbahn ist imme Ueberraschungen bringt und nach ergebnissen zu urteilen, wird sie diesmal zu einem glatten Siege kommen. Verrenraty— Colonia Rot-Weiß. Colonia hat seine führende Position zu verteidigen und dürfte vor einer schweren Aufgabe stehen, da in Berren rath schon mancher Gegner Punkte lassen mußte. Gieuel — Meschenich. Wenn man den großen Eiser der Gäste berücksichtigt, kann hier vielleicht die erste große Ueberraschung eintreten. Gleuel wird sich aber sicher gut vorbereitet haben und dem Ansturm des Gegners erfolg reich begegnen. Allianz—. Hürth. Für die Hürther be stehen nicht allzu viele Aussichten, den Kampf zu gewinnen. Die erprobten Mannen der Allianz werden einen klaren Sieg davontragen. kendenich— Gerling. Kendenich hat sich als Neuling bisher wacker geschlagen und wird bestimmt versuchen, zu seinem ersten Siege zu kommen. Dieser dürfte allerdings nicht leicht fallen, vielmehr rechnen wir mit einem Unentschieden. Gruppc 2 Sinnersdorf—. Marienburg. Sinnersdorf scheint für diese Klasse nicht stark genug und wird auch den Marien burgern nicht viel anhaben konnen. Diese mußten u. E einen sicheren Sieg erlangen. Höhenberg— Ehrenfeld 10. Die Ehrenfelder haben allen Grund sich amf sich sellist Köln, Schildergasse. Ferner wird darauf hingewiesen, daß die Eintrittskarten für die Veransaltungen des Sonntags umgehend bei der Olympia-Trainingsgemeinschaft Köln, Hochhaus, anzufordern sind. Die Beteiligung an dem Fackelzug ist für alle Turner und Sportler Pflicht. Fachschaften, die über eigene Musikkapellen oder Spielmannszüge verfügen, werden gebeten, diese zur Verfügung zu stellen. Meldungen vorher an Herrn Pieiffer. Desgleichen sind sämtliche Vereinsjahnen und Wimpel mitzubringen. Die Fahnenträger marschieren jewells an der Spitze der Fachschaften. Die Aufstellung zum Fackelzug erfolgt auf dem „„„„Ln. Kaiser-Friedrich-Ufer, von Ecke Trankgasse, und auf Congerich— Jortung Köln. Longerich als schwächter dem Niederländer Uier bis Ecke Frohngasse, und zwar auf der rechten Fahrbahn, Front zur Hohenzollernbrücke. Marschiert wird In Sechserreihen. Um 20.30 Uhr muß die Aufstellung beendet sein. Die Ausgabe von Fackeln erfolgt ab 20.30 Uhr an die Leiter der einzelnen Säulen. Die Verteilung ist nur an Flügelleute vorzunehmen. Die einzelnen Säulen stellen sich wie folgt auf: I. SA. SS und Hitleringend. Spitze Trankgasse: Porz. Diese beiden Vereine stehen noch 2. Deutsche Turnerschaft, Spitze Machabäerstraße: sogar, daß sie viel Arbeit haben werden, wenn sie über haupt gewinnen wollen. Merkenich— Roggendorf. Die Platzherren haben dieses Jahr zwar noch wenig ge zeigt, sollten aber doch start genug sein, gegen Roggen dorf zu einem sicheren Erfolge zu kommen. Verein wird alle Anstrengungen machen, diesmal besser ab zuschneiden, sollten aber dennoch die Punkte an die Kölner verlieren. Pulheim— Borussia Lövenich. Dieses Spiel dürfte bei dem ausgeglichenen Können der beiden Mannschaften einen recht wechselvollen Verlauf nehmen und dementsprechend unentschieden enden. Gruppe 3 S B Deutz er eine Elf, die leicht recht günstig und werden alles versuchen, weiter vorne 3. Deutscher Fußhallbund, Spitze Dagobertstraße: ach den letzten Spiel= zu bleiben. Porz wird sich zwar mächtig strecken müssen, 4. Deutscher Schu . S e n w i m m v e r b a n d, S p i t z e K a l s e r- F r i e d sollte aber doch einen Punkt erhalten. Overath— BfB| rich-Denkmal: 05. Die Overather waren schon im Vorjahr recht schwach]= Schwerathieten und Boxer, Spitze Kaiser-Friedund dürften auch in diesem Jahre kaum eine Rolle spielen. Die Kalker haben also die besten Aussichten, ihre rich-Vfer. Haus Nr. 85; Schützen, Spitze Wörthstraße: Lage zu verbessern. Köln-Nord— Rath=Heumar. Eigent“]- Deutscher Radfahrerverband, Spitze Worringer Straße: Wassersportler und restliche Fachsäulen. Spitre Kaiser-Friedrich-Vfer, Haus Nr. 105. Die Beauftragten des Reichssportführers: zu XI. Bezirk 1:(gez) Hans Birkhäuser. Cau XI. Berirk 1:(gez.) Kurtr, Standartenführer. Bunte Reihe im Sport In Tokio wurden dieser Tage die Schwimmvort Reisterschaften der japanischen Studenten aus getragen. Die erzielten Zeiten deuten an, daß der nur beim guten Willen bleiben. Bensberg wird sicher japanische Schwimmsport nach wie vor die Führung lich sollte der Ausgang des Spieles kaum diskutabel sein, aber auch für die Nordenleute werden noch Klippen kommen. Aber nur mit Selbstvertrauen kann man Nord erfolgreich begegnen. Vielleicht versuchen die Rather den Anhieb Eil— Wahn. Die Eiler hatten einen überraschend guten Start und da dies eine gute Rückenstärkung ist, erwarten wir sie auch am Sonntag gegen Wahn knapp in Front. Urbach— Dünnwald. Endlich darf auch Urbach wieder mittun. Sie haben einen Geg ner. den sie bei einiger Aufmerksamkeit besiegen müßten Wir erwarten alto den ersten Punktegewinn. Bensberg Westhoven. Die Gaste geben sich zwar alle Mühe in dieser Klasse gleichen Schritt zu halten, aber es wird gewinnen. Gruppe 4 Oberaußzem—. Balkhausen. Die Gaste scheinen in diesem Jahre wieder gut in Form zu sein und dürtten bei einiger Achtsamkeit gut abschneiden. So erwarten m gesinnen, und wenn die Vereinigung bruchtbringen.“ wir zran ven fremden Platzes einen knappen Sien wirken soll, müssen sie diesmal unbedingt gewinnen Kl. Troisdorf— Bruggen. Was eigentlich mit Bruggen Immerhin ist Höhenberg erst zu schlagen. Xv Merhem, los ist, weiß kein Mensch. Wenn gegen diesen Gegner - Tura 10. Wenngleich auch die Turisten bisher besset nuct gewonnen werden kann, scheint aues aus zu sein abschnitten als die Merheimer Turner, dari man sie doch nicht so einfach als Sieger nennen. Wir glauben kaum an einer Niederlage vorbeikommen Aus dem Lager der Schwerathleten Rückkämpfe der Oberliga!— Willi Möchel ringt in Schweden! Ahand. Mülheim 92: Merscheidt, W. Möchel(?), Dohm, Heute abend O. Möchel, Müller, Westphal und Kreimers. Anläß ich der Anwesenheit des Reichssportführers] Wir erwarten einen weiteren Sieg der Mülheimer vera. Die Gastgeber, die über die größere in Köln sinden am Samstag und Sonntag keine Binget, Weitege Sherligglämpfe, Neisterschaftskämpfe statt. Aus diesem Grunde wurde„######en— Eice Vonn: Siegfried Vonn— Esseren der Ruckkampf]. In den unteren Klassen fallen die Kämpfe aus dem ##K 1000— Mülbeim 92. oden erwähnten Grunde aus Ehrenfeld 1900— Mulhes..—. Willi Mochel ringt in Schweden! Kampsspielsieger aus den Feitagabend gelegt(8 Uhr dei Latten), anzn: Mochel(Mülheim 92) hat eine Einladung zu Bekanntlich gelang den 9ern im Vorkampf ein über: Turnieren in Malmo und Stockholm erhalten, die in raschend hoher 25:=Sieg über den vorjährigen Gau; dex Zeit vom 20. bis 23. Oktober zum Austrag kom.„„„„ Aan Ars in der Welt hat. So schwamm M. Dusa als Sieger der 100 Meter Kraul 58,2 Sekunden, S. Takahalhi 59.8 Sekunden. Mit:11 Minuten gewann Busa auch die 200 Meter Kraul. Der bekannte Weltrekord schwimmer S. Makinc holte sich ebenfalls zwei Siege. Die 100 Meter gewann er in:16,6 vor H. Negami (:17) und im 800 Meter=Kraulschwimmen wurde er mit 10:01,2 Minuten vor Negami(10:08.1) und Jihiharada(10:17) Sieger. In diesem Rennen gab es beachtliche Zwischenzeiten: 100 Meter in:09.2: 200 Meter in:24; 500 Meter in:13,4. Die Wajeda Glesch ist Favorit dieser Gruppe, was die drei ersten Unsverntät schwamm mit Sinma, Kataoko. Makine Siege tlar beweisen. Auch Manheim will vorne bleiben, und Shimura in der imal 200 Meter=Kraul=Staffel und so wird es zu einem harten Kampf kommen, der eine Zeit von 9·08.8 Minuten heraus unentschieden ausgehen sollte. Berrendorf— Grefrath Wenn die Grefrather nur einigermaßen im Schuß sind dari der Ausgang des Spieles nicht zweifelhaft sein. In! Der Italienische Fußball=Verband hat jetzt die Falle sicherer Sieg zur die Gaste. Gr.=Königs-#n urgeben, am 11. November gegen England in dorf— kenten. Auf dem Platze in Königsdorf ist schwer London anzutreten, nachdem die Engländer eine Lei zu gewinnen und so sollte auch Kenten trotz allen Eisers minverschiebung abgelehnt haben. Obwohl die Jta Oder klappt es am Sonntag? Manheim Glesch. gich— als, liener eine Entschädigung von 30000 Mark erhalten vielersab=— die gleiche Summe haben die Engländer auch in rung verfügen, sollten sich auch gegen den Neuling er= Nom beim ernen Kampf(:)) erhalten— wird solgreich durchsetzen, Kierberg will aber erst gschlagen#er mit Spannung erwartete Länderkampf wieder ein Riergurmis, großes Geschäft werden. Im Vorverkauf kostet der billigste Plan 2 Schilling, so daß ein netter Batzen Geld zusammenkemmen wird. ligameister, doch muß man schon zugeben, daß die Ehrenfelder mit reichlichem Pech kämpften und beim Rückkamn“ auf eigener Matte ganz besimmt mehr zeigen und auch ein besseres Ergebnis herausholen werden. Mit diesem Kampf gegen die Mülheimer Meister annschaft eröffnen die Ehrenfelder„zu Hause“ die men. Mit dem Mülheimer fahren die weiteren deutchen Kampfspielmeister Hornfischer(Nürnberg). Schafer(Schifferstadt) und Neuhaus(Essen) zum Norden Wir wünschen unterer Vertretung viel Erfolg! Die Schneidereit=Plakette im Gewichtheben kommt 0 90 Mittelrheins Handballelf stehl gegen Gau Nordmark am 28. Oklober Für das Vorrundenspiel um den deutschen Hand ballpokal 1934 Mittelrhein gegen Gau Nordmark, das am 28. Oktobex auf dem Playz dee Kolner CiR ausgetragen wird, wurde solgende mittelrheinische Vertretung ausgestellt: Offeroth(Niederplete); Moll (2SB Köln), Flach(Siegburg Mülldorf): Krieger, neue Saison, in welcher sie ernmalia in der Oberlige goln 82, Ehrenfeld 1900. Borussia und Postsport Köln starten. Bei der großen Beliebtheit der Mulheimet Favorit ist die Meisterstaffel der 52er Ringer und der von den Rechtsrheinischen im Vor Schwickrath vom AC Borussia Köln, der sich zurkampf gezeigten ganz überragenden Leistungen stenl#en in beuer Form befindet, erzielte im beidarmigen man gerade im ringsportbegeisterten Ehrenfeld die zeien mit 228 Pfund eine neue Kölner Bestleistung sem Großkampf mit größter Spannung entgegen, 1° und verbesserte auch im beidarmigen Stoßen den bisdaß der Veranstalter wohl erstmals vor besetztem herigen Kölner Rekord auf 278 Pfund. Hause ringen wird. Földeak unterrichtet in Köln. Auf den Kursus, Sonntugnachmittag im Kölner Stadion zur Ver: Voges(Mülh. SP). P. Schmidt(Niederpleie): dung. An den Mannschaftskampfen beteiligen sio, vach. Kneipo(Mülh. SB), Radeschatt(Mülldorf), Will, Böhmer(Mülheimer SB). Ersatzleute: Viel (Mülldorf), Kleinwächter(ASB), Ciermont, Schmickler(Mülheimer SB) Diese Mannschaft jetzt sich aus den besten Spielern des Gaues zusammen. Wie erwartet sind die Vertreter Mittelrhein und Westfalen tragen mit ihren Amateurbormannschaften am 3. Noremder in Bochum einen Repräsentativkampf aus Die Begegnung war ursprünglich für den 27. Oktober angesetzt Für den Gau Mittelrhein doren in Bochum:(vom Fliegen= bis Schwergewicht) Grommes(Bonn). Cremer. Nießen. Fluß. Prodel oder Ulderich(alle Köln). Stein(Bonn). Kesting(Koblenz) und Siegmund Bonn). Gegen die starke westsälische Staffel Kaiser (Gladbeck), Brinkmann. Schwager(Dorlmund). Schmedes(Dortmund), Murach(Schalle), Blum(Altena). Anfuß(Münster) und Schnarre(Recklinghausen) hat die mittelrheinische Vertretung aber keine Gewinnchance. Die Schweiz ipielt nunmehr am 4. Novenwer in des Mülheimer SB, der ohne Punktverlust auch die Bern gegen Holland und am 14. November in Wien Tabelle anführt, in der Mehrzahl vertreten. Was die gegen Oesterreich. Man wird diesen beden LänderDie Mannschaften: den Reichstrainer für Freistilringen, Földeak, in Köln Mülheimer können, zeigt am besten das Torverhält= kampien der Schweiz in Deutschland großtes Interesse Ehrenfeld: Nettesheim I, Esser. Nettesheim II. abhält, sei nochmals hingewiesen. Abends—8 Uhr nie, das allein 48 erzielte Tore in vier Spielen aus=schenken, sind doch die Schweizer am 27. Jani Cremer, Schirk, Reinert und Bürster. für Jugend und—10 Uhr für Aktive weist. Deutschlands nachster Ländenpiel=Gegner M. ABEKINC Das Hungerphänomen von Roncalceci Kindesraub oder Verwechslung? Ein Kriegsinvalide, der seit zwei Jahren von Kaffee und Zucker lebt] Ein folgenschwerer Schreibfehler— Von Kindesräubern entführt? Etwa 12 Kilometer von Ravenna, in Roncalceci, lebt ein Mann, der seit 2 Jahren nur von Kaffee und Zucker lebt. Genau gesagt, lebi der Unglückliche necht, er vegetiert. Sein Hirn arbeitet mit erstaunlicher Klarheit. und seine fünf Sinne sine unverwerrt. Das Gedächtnis des„lebenden Toten“ erregt die Bewunderung aller, die mit ihm in Kontakt treten. Er kann sich aber kaum bewegen, und die Vorgänge in der Außenwelt, die er genau verfolgt, gestalten sein Dasein zu einer langsamen Agonie. Dieser Mann heißt Luigi Pasi, im Umkreis als „Phänomen von Roncalceci“ bezeichnet Er ist ein Kriegsinvalide und steht heute im 39. Lebensjahre. Seit Eintritt Italiens in den Weltkrieg bis zum Waffenstillstand gehörte er der kämpfenden Truppe an. Mehrfache schwere Verwundungen setzten ihn vorübergehend außer Gefecht. Immer wieder aber rückte er ins Feld. An den Isonzoschlachten nahm er teil. kämpfte bei dem Ringen um den Monte Grappa und erlitt wenige Tage vor Einstellung der Feindseligkeiten eine Gasvergiftung und geriet in österreichische Gefangenschaft. Es gelang ihm, aus dem Lazarett zu entweichen und die feindlichen Linien zu durchbrechen und schließlich wieder das italienische Heer zu erreichen. Als er in die Heimat zurückkehrte, kannten ihn seine Angehörigen kaum wieder. Der junge Mann der mit einem Körpergewicht von 80 Kilogramm in den Krieg gezogen war, war zu einem Skelett abgemagert. Eine Kugel, die in den Leisten stecken geblieben war, hinderte ihn, seine frühere Tätigkeit als Landarbeiter wieder aufzunehmen. Mit Energie widmete er sich der faschistischen Bewegung, als diese noch in ihren Anfängen war. Er nahm an zahlreichen Versammlungen teil, trat als Redner auf. Sogar vor schwierigen Expeditionen in kommunistische Gegenden schreckte er nicht zurück. Mehrmals mußten ihn seine Kameraden aus gefährlichem Handgemenge in Sicherheit bringen. Dieser zweifellos um seine Heimat sehr verdiente Kämpfer ist seit zwei Jahren nicht mehr in der Lage, Edwin Price, ein Friseur in Liverpool, klagt geanderen Frau ausgehändigt worden, die das Baby als ihr eigenes erkannt haben wollte. Den bestürzten Eltern wurden daraufhin eine ganze Reihe etwa gleichaltriger Kinder vorgeführt, aber keines unter ihnen war mit Dorothy identisch. Der Fall hat in ganz Likaum feste Nahrung zu sich zu nehmen, oder sich zu rühren. Nur selten kann er sich noch aufraifen und gen ein städtisches Krankenhaus auf Wiederauffindung dann auf Krücken sich kurze Strecken weit fortbewe= seines 21 Monate alten Kindes namens Dorothy. Der gen. Nur ab und zu bringt man ihm eine Tasse star=[Fall liegt so: Herr und Frau Price verweigern die ken Kaffee und Würfelzucker, der halb ausgeweicht Annahme eines Kindes, das sie als ihr eigenes nicht war mu sein muß. Dies ist die einzige Nahrungsaufnahme. lanerkennen, während die Verwaltung des Kranken=[verpool lebhaftes Aufsehen erregt, da man vermuter, Der Verband der italienischen Kriegsopfer, er= hauses darauf schwört, den Eltern ihr richtiges Kind daß möglicherweise Kindesräuber ihre Hand im Spiele wirkte seine Ueberführung in ein Sanatorium, wo ausgeliefert zu haben. Da das Baby ern 1¾ Jahre haben. man hoffte, ihn langsam wieder genesen zu lassen. zahlt, kann es in den Streit nicht eingreifen und seine] Zwar erklärte Frau Price, daß sie gleich am ersten Aber schon nach 14 Tagen wurde er entlassen und Familienzugehörigkeit selbst nicht entscheiden. Ami wieder nach Hause geschickt. Die Kunst der Aerzte] Die Angelegenheit spitzt sich immer weiter zu. Doschien vor diesem außergewöhnlichen Fall zu versagen. Der Patient hatte in der Heilanstalt aufgehört zu sprechen und deutete durch Zeichensprache an. daß er im Freien schlafen wolle, da ihm die stickige und wieder in Empfang genommen werden könne. Die Luft der Krankenzimmer den Atem abschnitt.„Er Eltern nahmen hocherfreut von der Botschaft Kennt rothy litt an Diphtherie und wurde vor 15 Wochen in das Hospital eingeliefert. Nach 6 Wochen erhielten die Eltern die Nachricht, daß ihr Kind genesen hat noch eine Woche zu leben“ erklärten lakonisch die befragten Kapazitäten der Medizia. Vor 8 Monaten wurde diese Diagnose getroffen, und heute noch lebt der unglückliche Pasi, der sich mit unerklärlicher Zähigkeit am Leben klammert. Gegenwärtig wird er von seinem Bruder betreut. Er hält sich den ganzen Tag im Freien auf Nachts schläft er in einem das unter einer großen Laube aufgestellt ist. nis und holten das Kind. das sie für ihre kleine Dorothy hielten aus dem Krankenhause ab. Drei Wochen später, als das Baby sich wieder an sein Heim gewöhnt hatte, fuhr eines Nachmittags ein Auto vor der Wohnung des Friseurs vor. Ihm entstiegen ein verheiratetes Paar und zwei Frauen in Schwesterntracht. Sie erklärten, daß sie im Auftrag der Direktion des Belmont Hospitals kämen, um das Kind, Tage gewisse Zweifel an der Identität des ihr ausgelieferten Kindes gehegt habe. Sie habe aber ihre Bedenken schließlich fallen lassen, da das Kind sich außerordentlich zutraulich gezeigt hatte und keinerlei ** Befremden über seine neue Umgebung äußerte. Nun will die Direktion vom Belmont Hospital der Mutter ein bestimmtes Kind aufdrängen, das aber überhaupt keine Aehnlichkeit mit der vermißten kleinen Dorothy besitzt. Die Verwaltung behauptet, daß das Dilemma dadurch entstanden sei, daß am kritischen Tage zwei Kinder namens Price entlassen wurden die aber verschiedenen Eltern übergeben worden sind. schmerzlichsten empfindet er, zur Regungslosigkeit verdammt zu sein. Von Zeit zu Zeit bringen die Kameraden des Invaliden Zucker und Kaffee. Ein feurer Zahnstocher Herr Paul Goglinot, ein französischer Rechtsanwalt. ist ein seriöser Herr Seine Sachen haben Wert sogar sein Zahnstocher Letztens hatte er diesen auf einem Pariser Bahnhof als Handgepäck aufgegeben und ihn mit tausend Franken versichern lassen Da der Zahnstocher tatsächlich abhanden kam, klagte der Rechtsanwalt auf Auszahlung der Versicherungssumme und hat den darum geführten Prozeß in allen drei Instanzen gewonnen. Wayrlich, ein kostbares Stückchen Holz! das in Wirklichkeit nicht das Töchterchen von Herrn und Frau Price sei, abzuholen. Erstaunt wurde die vermeintliche Dorothy ihren wahren Eitern übergeben. nachdem Herrn Price bedeutet wurde, daß die Verwechslung infolge eines Schreibfehlers im Büro des Hospitals erfolgt sei. Der Friseur lief mit seiner Frau ins Krankenhaus, um nach der richtigen Dorothy Ausschau zu halten. Das Kind, das er suchte, war aber mittlerweile einer Inzwischen hat Frau Price sich damit abgefunden, ihr Baby, das doch nicht ihr Kind ist, unter Vorbehalt anzunehmen. Sie will das Kind solange behalten, bis die richtige Dorothy. die vielleicht ebenfalls einer fremden Mutter unterschoben wurde, auftaucht. Die Liverpooler Kinderverwechilung ist inzwischen der Polizei zu Ohren gekommen, die eine fieberhafte Untersuchung eingeleitet hat, um die rätselhaften Besucher und die Frauen in Schwesterntracht festzustellen, die die erste falsche Dorothy mit dem Automobil aus dem Hause ihrer„Eltern“ abholten. Ein Schlag für alle Abenteurer Kokos=Inseln als Strafkolonie— reineit dem Finder des Goldschatzes Ein Buchstabe stiftet Aufruhr Caernarvon oder Caernarfon?— Städtchen mit beneidenswerken Sorgen Bis vor ungefähr 10 Jahren hieß ein altes, früher mit„f“ weder auf amtlichen Dokumenten früherer befestigtes Städtchen in Wales„Carnavon“. Dies Jahrhunderte noch auf Schriftstücken der Neuzeit geentsprach der englischen Schreibweise. Nun sind Wa= sehen habe. liser und Engländer wie Feuer und Wasser. Walisi=] Soweit also der Kleinkrieg zweichen Engländern sche„Chauvinisten“ ruhten nicht eher, bis der Ortsname in„Caernarvon“, gemäß altkeltischem Sprachund Walisern. Man darf auf die endgültige Lösung des Sprachenkonfliktes sehr gespannt sein. Noch imAus ist's mit der Schatzsuche auf den Kokos=Inseln! Der Außenminister von Costa Rica verbietet allen Ausländern das Betreten der Inseln, wenn sie beabsichtigen. nach dem dort verborgenen Schatz des Kapitäns Kidd zu suchen. Dieses Verbot trifft besonders hart eine Expedition, die bisher an der Arbeit war. Durch die schwere Erkrankung eines Teilnehmers sah sich diese aus Engländern bestehende Expedition gezwungen, ihr Schiff, die„Queen of Scots“, zu besteigen und Kurs auf Balboa zu nehmen, das etwa 500 Meilen von den Kokos=Inseln entfernt ist. Es zeigte sich aber kurz nach der Abfahrt, daß das vorübergehende Aufgeben der Arbeiten auf den Inseln vergeblich war, denn der Schwerkranke, Chefingenieur G. A. Joncs, starb und mußte sofort auf seemännische Art beigesetzt werden. Nun beschloß der Expeditionsleiter, einen Abstecher nach England zu machen, um sich neu auszurüten. Er hatte ja 20 Mann auf den Inseln zurückgelassen, die inzwischen weiter nach dem Schatz suchten. Mitten auf See wurde ihm von der britischen Behörde in Costa Rica die Entscheidung des Außenministers mitgeteilt. der außerdem noch darüber Beschwerde erhoben hatte, daß die Expedition bei Beginn ihrer Arbeiten nicht um seine, des Außenministers. Erlaubnis nachgesucht hätte. Es handelt sich demnach also um ein durch nichts geschütztes Unternehmen der Schatzsucher, so daß sie in keinem Falle Schadenersatzansprüche stellen können. Als der Expeditionsleiter zurückfunkte, er werde trotz des Beschwerdes nach den Kokos=Juseln zurückScots“ dürfe nur zurückkehren, um die 20 auf der Insel verbliebenen Teilnehmer zu holen Was man dem Expeditionsleiter nicht mitteilte, ist, daß Costa=Riga beabsichtigt, aus den Kokos=Inseln eine gebrauch umgetauft wurde. Damit hätte der Zwischen= mer besteht ja die Möglichkeit, einen der größten Bürfall zwischen Engländern und Walisern für immeri ger Wales als Schiedsrichter heranzuziehen, nämlich Mr. Lloyd George. Bisher hat es dieser Sohn seines Landes sorglichst vermieden, in die Arena des Sprachenkampfes hinabzusteigen. Weitere Probleme soll beigelegt sein können. Dem scheint aber nicht so zu kein, wie soeben aus Carnarvon=Caernarvon eingelaufene Meldungen besagen. Wieder einmal befinden sich Engländer, und Waliser auf dem Kriegspfad, und ein zweites Mal Strafkolonie zu machen, die ähnlich der fran=dreht sich der Streit der Meinungen um die Orthodas historische Städtchen augenblicklich nicht zu lösen haben. Glückliches Carnarvon=Caernarion! Von Ameisen gelötel Aus Bukarest kommt die Nachricht von dem furchtgraphie der alten Feste. Diesmal ist es der Buchstabe „o“ im Worte Caernarvon, der die Gemüter erhitzt. Das Nationalkomitee für Sprachforschung hat auf....„ Veranlassung der Waliser Nationalistenpartei die baren Ende eines jungen Mannes, der von Ameisen überraschende Forderung eingebracht, daß der Konson= getötet worden ist. Eines Tages machten Buschwächnant„o“ im modernen Alphabet der walisischen Spra= ter ihren üblichen Rundgang durchs Revier in den che nicht existiere und daher durch den gleichklingen= Wäldern nahe bei Dej. Dabei lfanden sie einen jungen den Laut„f“ ersetzt werde. Der Buchstabe„v“ sei eine Burschen, der lang ausgestreckt lag und von Gräsern zösischen Strafkolonie Cayenne eingerichtet werden soll. Allerdings ist das Klima etwas gesünder. Den Strafgefangenen soll dann die Aufgabe gestellt werden, für die Regierung nach dem Schatz zu suchen Schon heute ist es bekannt, daß derjenige, der den Schatz des Kapitäns Kidd findet, von seiner Strafe befreit wird ohne Rücksicht auf ihre Schwere. So hat selbst ein Mörder diese Chance. Was doch Gold alles macht! Zum Schutze gegen fremde Eindringlinge und zur Verletzung des keltischen Nationalstolzes, seine sofor= und trockenen Zweigen bedeckt war. Als sie den junBewachung der Strafgefangenen soll auf den Kokos=stige Ausmerzung sei das Gebot der Stunde. Dieser gen Mann hochheben wollten, um ihn mit sich fortInseln eine Garnison eingerichtet werden. Schwere Antrag wurde dem Gemeindeparlament überwiesen zunehmen, sahen sie, daß aus seinen Kleicern LauGeschütze sollen die Insel umgeben, so daß man in der mit der Bitte um weitere Veranlassung. sende von Ameisen einer ungewöhnlich großen Art herLage ist, jeden unerwünschten Besucher auf den Grund] Der Sprachenkampf im walisischen Kleinstädtchen ist vorkamen. Nur mit Mühe konnten sich die Manner des Meeres zu schicken. Nur eine der Inseln gibt man nunmehr in ein akutes Stadium getreten. Zur gro=selber der Tiere erwehren, die sofort auch an ihnen frei und richtet sie so her, daß sie als Luxuskurort an=ßen Verwunderung der beteiligten Kreise hat sich heraufkrochen. Schließlich machten sie sich frei von den gesprochen werden kann. Man macht das wohl we= Bürgermeister W. G. Williams auf die Seite der„Re= Ameisen und konnten sich nun des unglucklichen Manniger der Ausländer wegen, die aus irgendwelchen bellen“ geschlagen.„Ich werde mein Bestes tun, den nes annehmen. Er wurde von ihnen schleunigst ins Gründen nach den Inseln kommen, als wegen der Offi= Gemeinderat von der Notwendigkeit der Aenderung Krankenhaus gebracht, ist aber dort bald darauf geziere der dort stationierten Regzimenter Sie sollen von„v“ in„f“ zu überzeugen“ lautete seine optimi= storben, ohne noch einmal das Bewußtsein erlangt zu stische Versicherung, die er den jonatischen Heisspornen abgab. Tatsächlich soll der gegenwärtige Zustand unhaltbar geworden sein, wie Kapazitäten der sich nicht vorkommen, als wären sie strafversetzt. Die Gefangenen=Inseln erhalten sogenannte„Feste Häuser“ für die unleidigen Gefangenen. Die anderen werden in Baracken wohnen und sind in ihrer Frei= keltischen Sprache zugaben. Das walisische„f“ klingt heit, solange sie sich innerhalb der Stacheldrahtum= nämlich genau wie das englische„“, und die Bewohzäumungen befinden, nicht beschränkt. ner von Wales sind geschworene Feinde aller MiDie Abenteurer in alen Ländera der Welt werden schungen und Halbheiten. über diesen Entschluß der Regierung von Costra Rica] Um auch die Gegenseite zu Worte kommen zu laskehren, ließ ihm der Außenminister von Costa Ricas nicht sehr begeistert sein, wird ihnen doch damit eine# sen, sei erwähnt, daß John Williamz. der Stadtmitteilen, daß er ihn daran mit Wafsengewalt hin=Chance. schnell reich zu werden, aus der Hand ge= schreiber, ein Namensvetter des Bürgermeisters sich dern würde, wenn es sein müßte. Die„Queen of nommen. geäußert hat, daß er den Ortsnamen„Caernarvon“ haben. Schluß des redaktionellen Teiles * AAAt Lr. MRLTLNN UATE EEE-ECE . IEETEEETEEETE K- TTN: E ANEER GG IIIT MHEEEEA- e IHNK-LLLELL ILEC