Tageszeitung für Köln Zastenlgeld der Pos.“. Durch böher, Vewalt dervoraektuseag: Reinuss. störungen begründen keinen Anspruch auf Rückerstattung de H. Sprechstunden der Redaktion: 12—13 Uhr.— Postscheckkonto: Köln Nr. 229 Italiens Presseinsinnloser Wut Wüste Vorwürfe die weitere Entwicklung einen hestimmten Verlag und Redaktion: Stolkgasse 25—31 24 Bihe: Ptzigg Schshaes sehische äisi. Sesiehlale 22 6302, Technischer Betrieb 22 03.03 Sonntags die illustrierie Wochenendausgabe„Die Bastion“ kostenlos Montag, den 30. Juli 1934 Anzeigenpreis: Einspaltige Millimeterzeile 12 Pfg.— Familienanzeige I. Pfs,„Vortanze gen, privater Ari je Wort 5 Pfg, das fette Ueberschrift wort 10 Pfg., geschäftliche Wortanzeigen je Wort 8 Pfg., das fette Wor 9. erh seltzen, die nicht der Wirtschaftswerbung dienen 1 10 Pfg. je Millimeter; Sportanzeigen im Tertteil 40 Rfonnwort 10 -=299-10-Pn echmne Fticht ürr Witschaftswerbung dienen ###eil 10 Pfg. je Millimeter; Sportanzeigen im Textteil 40 Pfennia Millimeter.— Reklamen 80 Pfennig(Preisliste 5, NachlaßstaffelF DNB. Rom, 29. Juli. Leider muß verzeichnet die römische Presse vom Sonntagmorgen uc zoch immer in einer Lonart ergeht, die die übel rischer Breiie in Fan dar paztsistischen und freimaure Fischers Preue., den Schatten zu siellen versucht. Der Messagero kennt in seiner Zügellosigkeit keine GrenOffenbar kommt es ihm im Konzert mit den übrigen ähnlich gestimmten Zeitungen darauf an. in der nauenischen Oeffentlichkeit eine Psychose zu en esseln, die in krassem Widerspruch steht zu einer Pricheite Vse, Sanitger gabe in der Bahrung bes sene Eroberung vollenden, bie man mit Feuer und Schwert nicht erreicht hat“, kennzeichnen die Geistesnischen Presse befiah leider e großer Teil der stalie. sich kaum im Ton., Der, dezischen Presse mier Marietgase sei gmit Hesiglelt.“, bloder Aroant gegen Italien losgegangen“. Nach einem wenig das humanitäre Ehrgefühl entblödet sich der offensichtlich von aller Würde und rnunst verlassene Schreiber nicht, das deutsche Volk in beispielloser Weise zu beschimpfen. Die Deutschen werden als Nachkommen von Nomaden dargestellt. in eren,„ruden Selen zene wilden Insinkte und jener in zmei Sahrret tauchten, den die romische Kultur in zwei Jahrtausenden abgedämmt habe“. Gesichtspunkte von politischem Wert sin die weitere Entwicklung bruck auszuüben. einen bestimmten Südslawische Kritik an Italien stalienischan Gu##:: Juii In Besprechung der c i 148 Polemik gegen Deutschland erklärt die daß die römischen Blätter zwar auch dem Ssnzsg Nationalsozialismus als en einzig Schuldigen fur die Lage in Oesterreich hinstellten, oaß sie dabei aber ganz vergäßen, in welchem Ausmaß gerade Italien sich in den letzten eineinhalb Jahren bemüht habe, durch seine Vertreter der Wiener Politik die verschiedensten und drängen nicht immer klügsten Ratschläge auf zu „„churd Euringers„Deutsche Passion“ bei den Reichsfestspielen #ng. Heidelberg, 29. Juli. Am Samstag fanden die Reichsfestspiele ihre Krönung mit dem Thingspiel „Deutsche Passion 1933“ von Richard Euringer, das vor einigen Monaten mit dem Stephan=George=Preis ausgezeichne w. en in. Das Werk schildert den Leidensweg der Deutschen durch Krieg, Verrat und Schmach, durch Hungerblockade und Schiebertum. In flationsverarmung und undeutsches Wesen. Der Geist der Verneinung führt das deutsche Volk in Verwirrung, bis aus dem Stacheldraht im Niemands land der namenlose Soldat hervorkommt, der das Gute im deutschen Menschen erkennt und ihm den Glauben an bessere Zeiten beibringt, denen das Licht des Führers voranstrahlt. Die unnnn außerordentlich eindrucksvoll. die Aufführung war DNB Scharfe englische Töne Gehässige Angriffe .#### London, 29. Juli. In dem größten Teil worat isch Mit u wiro wenigstens die moralische Mitschuld Deutschlands an den Wiener Er## ohne gel. kes angenommen, und mit Genug49## den die scharfen Aeußerungen der italienischen Presse gegenüber Deutschland angeführt . inday Times wendet sich— als einzige Ausnahme— gegen je. Einmischung von außen in österreichische Angelegenheiten und bemerkt. mangels Beseit au.., gon Mtelsig#t zure mitschuld an dem österreichischen Aufstand nachteilig " Beleidigungen Auf jeden Fall habe die deutsche Regierung seither ben, vielleicht in dem deutliche Schritte unternommen, um sich von den Folgen loszusagen und habe einen starken Wunsch an den Feevzau auf rag gelegl, eine Versöhnung mit Oesterreich zu erzielen. Hitler habe Herrn von Papen. einen Mann 500 Aufständische überschreifon gutem Ruf und einer ausgeglichenen Urteilstraft n Teschreiten sowie einen sympathischen Katholiken in einer Son die südslawische Grenze dermision nach Wien geschickt. Suc. Bedered u Sen i. d.. Ddie Aeberschrist des Leitartiels des Oberver Walte i. 5 s gre. 22, Juli. Lus„Deutsche Volis.„Europas nationalsozialistischer Alpdruck“ kennzeichbos 530 Muländicester gug Marbirg an der Drau, neit bereits die Gehalsigteitz in den dieies Biat Paß 330 nufsandische aus Karnten die südslawische im Gegensatz zur„Sunday Times“ die Lage beurteist hätten. Sie hätten den sid, Pbserve., der offen Deutschland die Mitschuld an den slawischen Behörden 200 Iusanteriegemahrs ein am Vorgängen in Oesterreich zuschiebt, schreibt u.., die Maßnahmen Hitlers. um die Emnärung dar Mast zeit ausschließlich von Willen, auf di je g u..:ben, vielleicht in dem gu. iese Weise nicht nur auf die Weltöffent lichkeit, sondern auch auf Oesterreich im Hinblick auf Grenze überschritten hätten. Sie hätten den südlawischen Behörden 200 Infanteriegewehre, ein Ma Kasceihsec. aliseshteisle e se eiche. seien. Unter ihnen befind, sich Prot oren. Lehrer Aerzte und Rechtsanwälte. Mehr als die Hälfte seien plötzlich verlasen hät. Sie zählen, daß schwere Pasdhesianden Phaestiupe im Lebansak inr Kärnen Spezialpolizeiregiment zur Bekämpfung der Unruhen in Amerika nehmenden unnpube.: 2. u: Angelichts der zuOrnan die Austellung ments befohlen, oak in drai Metaislaualp eliciregl Kompagnien 1200 Polizistenuue iu die dre! Regiment wird eine besangara giantent voll. Das kompagnie, eine Ersatzpen. schinengewehreine Sanitätsabts: bestritt zwar, daß das maatten., General Orvan nahme für den Fall eines gestellt sei, gab jedoch die Mägrickratstreits, auf bei ewaigen Unruhen eingesetzt werden würde. Der amer.„nische Strakosphärenballon muß Rekordversuch aufgeben Risse in der Hülle zwangen zur Landung.— Die Insassen unverletzt DRB Neuyork, 29. Juli Stratosphärenballon, der am Samstr“ amerikanische Citv(Süddakota) zu einem Stratgzakz““ is Rapid gentegen war, ist am Samstagabend um 23.45 Uhr ME. bei einer Farm in der Nähe## (Nebraska) gelandet. Der Ballon######s Hohe von etwa 235 Meter in sich zusamm... die Insassen genötigt waren, mit ihren Fall schirmen über Bord zu springen. Aue drei Ballonflieger kamen unverletzt auf dem Erdbade. Der Ballon landete kurz darauf ebenfalls. Die Gondel blieb unbeschädigt, und alle Instrumente waren unversehrt. Der Leiter der Expedition. Major Kepner, erklärte nach der Landung, daß die Ballonhülle in einer Höhe von etwa 2700 gntern Risse bekommen hätte. Einer der In sassen sei dann auf die Hülle geklettert und habe versucht, die Hülle so herzurichten, daß sie als ein riesi der Fallschirm wirken und die Insassen unver hinabtragen sollte. 37 Pulverkisten explodierten DNB. Berea(Kentucky), 29. Juli. Im Lagerhaus des hiesigen Kohlenbergwerks erplodierten aus unbe kannter Ursache 37 Pulverkisten. Zwei Arbeiter wurden getotet, 18 andere schwer verletzt. Maßuchmen Sp;... zuschievi, schreibt u.., die Maßnahmen Hitlers, um die Empörung der Welt ab„5 iaPzogtte, die entgegengesetzte Wirkung gehabt, nämlich diese Empörung zu verstärken.(!) Sunday Chronicle führt am Kopf die Schlagzeile „Furst Starhembergs heftige Angriffe gegen Hitler“, und veröffentlicht dabei einen Artikel Starhembergs, der maßlose Angriffe gegen das nationalsozialistische Deutschland enthält. In seinem Leitartikel führt das Blatt aus, Deutschland könne sich nicht dem Tadel entziehen, moralisch an der Tat in Oesterreich mitschuldig zu sein. Deutsche hätten vielleicht nicht den verhängnisvollen Schuß abgefeuert aber sie seien nichtsdestoweniger verantwortlich.(?) Sunday Referes schreibt ebenfalls in einem für Deutschland durchaus unfreundlichen Sinne. Sunday Expreß führt u. a. aus, man werde niemals die Wahrheit über die österreichischen Vorgänge erfahren — deutsch=französische Wirtschaftsabkommen Befriedigung in Paris Juli.„Die Nachricht von dem Abschluß des deutsch=französischen Abkommens ist in der französischen Oeffentlichkeit und in Wirtschafts##en mit„Henugtuung aufgenommen worden. Die „ r veroffentlichen im wesentlichen nur die ersten Reldungen über den Inhalt des Vertrages, weil sie noch keine Zeit zu einer eingehenden Stellungnahme Einzel=Preis 15 Pf, für eilige leser Auf, Grund eines österreichischen Ministerrati beschlusses ist Dr. Rintelen von seinem G sandtenposten in Rom enthoben worden. Der amerikanische Stratosphärenballon ist al Samstagabend kurz vor Mitternacht gelande Er hat eine Höhe von 15 600 Metern erreicht un mußte den Abstieg beginnen, da die Ballonhüll an mehreren Stellen gerissen war. Die Insasse waren gezwungen, mit Fallschirmen aus eine ver unt riatt tern abanspringen. Sie blie Die Pariser Sonntagmorgenpresse äußert Geung tzung uver die Eutfremdung zwischen Berlin un bekunder aber gleichzeitig starkes Miß iranen gegenüber den noch nicht erkennbaren Ab sichten Italiens. hatten. Nur einige Zeitungen unterstreichen schon Sonntag die Bedeutung der Einigung. Das„Pe Journal“ erklärt: Wir stehen vor einem Abkomm der wirtschaftlichen, handelspolitischen und finanzizen Sicherheit und Verrechnung, das entsprechend d Wirklichkeit und den Notwendigkeiten des Augenbli freilich in einem sehr engen Rahmen abgeschloss worden ist. Zweifelsohne wird das Abkommen d Warenaustausch zwischen beiden Ländern nicht hebe aber es wird ihn wenigstens erhalten und seine Reg lung sicherstellen. Die radikalsozialistische„Ere Ro velle“ schreibt u..: Man muß die Dinge nicht schlir (ehen als sie sind. Man darf immerhin nicht ve daß ein Handelsvertrag zwischen Deutschlai und Frankreich unterzeichnet worden ist, und daß w gleichzeitig die Frage der Young= und Daweszahlui ### geregelt haben. Das zählt trotz allem un der Diplomatie und Festigkeit des Handel: ministers zur Ehre, der durch seine ruhige Sicherhe Rarn#reicht hat, was England und Amerika durHcht haben. Rekriminationen zu erreichen ver Vier Todesurteile in Leningrad. eilt; Dos Gerscht in 3; Juli.g einnuch wird mit Gericht in#ningrad verurteilte vier Lei zum Taiksrgeversoran, 1 de. Leningrader Gebiet zum Tode durch Erschießen wegen Diebstahls vi# betreide. Die Todesurteile wurden bereits vollstrec K Unser Bild zeigt den Sarg von Dr. Dolljuß auf dem Platz vor dem Wiener Rathans gint Wilbelm Millas(linls, erhöht stehend) hält die Gedenkrode — Bundespräsident „Ein Schluchzen ging durch den Stefansdon“ Der dumpfe Klang seiner Glocken hallte über Wien— Das Staatsbegräbnis für Dollfuß Ueber das Staatsbegräbnis für den ermordeten Bundeskanzler Dollfuß wird ausführlicher unter dem 28. Juli aus Wien gemeldet: In ganz Oesterreich läuten dumpf die Glocken, und in den Kirchen steigen Gebete für die Seelenruhe des Verewigten empor. Botschaften, in denen das innigste Mitgefühl ausgedrückt wird, laufen aus der ganzen Welt in ungeheurer Zahl ein. Als am Freitag die Leiche des Kanzlers zum Rathaus gebracht wurde, um dort aufgebahrt zu werden, war Wien auf den Straßen, es wollte zum letzten Male den Mann grüßen, der ein artechter Oesterreicher war. Seit dem Begräbnis des Kaisers Franz Joseph ist eine solche Anteilnahme der Wiener Bevölkerung nicht mehr zu sehen gewesen. Wohl hat auch der Tod des Bundeskanzlers Seipel das Herz des Wieners gerührt, aber heute kommt das Volk in Massen, um diesen Toten zu ehren. Der Samstag, der Tag der vorläusigen Beisetzung, ist gekommen. In den frühen Morgenstunden schon zeigte die Stadt, in die auch große Scharen der Landbevölkerung gekommen waren, das Bild, das mit solchen großen Tagen der Trauer und des Schmerzes verbunden ist. Der Beginn der Trauerfeierlichkeiten war für 14.30 Uhr angekündigt, aber schon Stunden vorher sammelte sich eine ungeheure Menschenmenge auf den Ringen, namentlich vor dem Rathausplatz fand ein Zusammenstrom von Zehntausenden statt. Ueberall wehten die Flaggen auf halbmast über den Firsten, und von den Fenstern wehten die Tücher der Klage. Zu beiden Seiten des von prächtigen Kränzen überdeckten Sarges im Rathaus hatte eine Ehrenwache Aufstellung genommen, und Klosterschwestern verrichteten stille Gebete für den Toten. Sämtliche Lampen rund um den Rathausplatz waren mit schwarzem Flor verhängt und in den Fenstern des Rathauses Kerzen aufgestellt. Um die schwarz bekleidete Ehrentribüne waren Palmen aufgestellt. Die innere Stadt bot mit ihrem Fahnenwald der Trauer ein ergreifendes Bild. Eine große Zahl von Kraftwagen barg die Blumen und Kränze, die dem toten Bundeskanzler gewidmet waren. Man hatte den Eindruck, ganz Wien sei auf den Straßen. Ziemlich pünktlich um 14.30 Uhr begannen die Trauerfeierlichkeiten im Wiener Rathause Die Witwe des Kanzlers war vom Fürsten Starhemberg geführt. Tiefste Bewegung ward auf allen Gesichtern erkennbar, als diese vom Schmerz gebengte Frau erschien. Alsbald begann die Einsegung der Leiche durch den Kardinal Dr. Innitzer. Bundespräsident Miklas, der nur schwer seine Erschütterung meistern konnte, sprach schlichte Worte des Abschieds. Er sagte u. a. „Ein fluchwürdiges Verbrechen ist begangen worden nicht nur an dem Bundeskanzler, sondern an ganz Oesterreich. Dr. Dollfuß ist für Oesterreich als Märtyrer gestorben. Ich will es für ihn bezeugen,“ so fuhr der Bundespräsident fort,„in keinem Augen blick seines öffentlichen Wirkens hat Dollfuß selbst den Kampf mit seinen politischen Gegnern gewollt Er hat aber verhindert, daß Oesterreich zum Schlacht feld Europas werde und schließlich in einem mittel europäischen Chaos untergehe. Nicht nur Oesterreich hat er damit gerettet, sondern auch Europas Frieden, und diese Tat hat er schließlich mit seinem Herzblut als Märtyrer des Oesterreichertums besiegelt.“ sagte u..: Fürst Starhemberg Nur das, was sterblich an dir ist, vergeht, das, was du uns warst, stirbt nicht. Du gehst ein in die stolze Geschichte unseres Volkes durch die heldenhafte Art deines Sterbens, du wirst immer leben. Freund, Kamerad und Führer, wir werden im Sinne deines Willens dein Werk fortsetzen. Wir gedenken heute auch aller derer, die in diesen Tagen für Oesterreich gefallen sind. Gebe Gott uns die Kraft und die Klugheit, um uns in allen Schwierigkeiten zurecht zu finden. Dein Opfertod gibt uns Leben. Dein Tod hat die Schlacht gewonnen, die Freiheit und Unab hängigkeit Oesterreichs gesichert. Du hast Oesterreichs Freiheit mit deinem Blut erkämpft. Ich schwöre dir nie versiegbare, unverbrüchliche Treue. Oesterreich über alles, wenn es nur will, und Oesterreich über alles, weil du für uns gestorben bist. Dann sprach das Oberhaupt der Stadt Wien, Bürgermeister Dr. Schmitz. Der Landeshauptmann von Niederösterreich Dr. Reiter sprach im Namen des Landes und der Bauernschaft. Dann setzte ein Bläserkorps ein und es begann die letzte Fahrt Dr. Dollfuß' durch die Straßen der Stadt Wien, zum Dom des heiligen Stephan. Wie Frau Dollfuß unterrichtet wurde Brüssel, 29. Juli. Wie die Libre Belgique berichtet. wurde die Nachricht vom Tode des Bundeskanzlers Dollfuß seiner Gemahlin, die sich bereits in Riccione befand, am Mittwoch kurz vor Mitternacht mitgeteilt. Die Nachricht war von Wien durch Baron Karwinsky an seine Gattin telephoniert, die die Familie des Bundeskanzlers begleitete und in derselben Villa wie Im Dom Die gewaltigen Glocken des Stephansdomes beherrschen das feierliche Geläute, das über Wien hinzieht. Der dumpfe Klang dieser ehernen Stimmen schüttert über die Stadt. Es ist, als ob eine einzige große und tiese Bekundung des Schmerzes durch ganz Wien gehe. Die Straßenkandelaber sind schwarz verhängt. Gegen 17 Uhr naht der Leichenzug; der Sarg mit der Leiche Dollfuß ruht auf einer Lafette, mit den österreichischen Farben überdeckt. Aus der Menge dringt es wie ein Stöhnen; man hört Schluchzen und sieht Tränen fließen. Jetzt hält Dollfuß zum letzten Male Einzug in den Dom, das herrliche Ruhmesmal Wiens. Ein Wald von Fahnen bewegt sich durch das Portal. Die Fahne, die den Sarg verhüllt, wird abgenommen. Der Sarg wird in das Gotteshaus getragen. Die Studentenverbindungen, Abordnungen des Bundesheeres, der Verbände, der Bauern, der katholischen Vereine usw. nahen. Eine weihevolle Stimmung lagert über dem herrlichen Raum. Durch das Spalier der Bundespolizei und der Ehrengäste wird der Sarg zum Chor am Hochaltar getragen. Der Kardinal Dr. Innitzer, der Bundespräsident, der Nuntius, das Diplomatische Korps verneigen sich stumm, als der Sarg vor dem Hochaltare niedergesetzt wird. In der ersten Reihe der Bänke knien die Witwe und die Mutter des Kanzlers. Flehentlich schallen durch den gotischen Raum die Gesänge des Domchores: Requiem aeternam dona ei Domine. In feierlichem Zuge schreitet die Geistlichkeit zum Sarge, und im Wechselgesang zwischen dem Kardinal und dem hohen Klerus beginnt die Absolutio. Der Kardinal erhebt die segnende Hand, die erhabenen Gebete steigen zum Gewölbe wie eine düstere Totenklage empor. Der Domchor singt das Libera, den erschütternden Flehruf an den allbarmherzigen Gott, in dessen Hand der tote Kanzler seine Seele zurückgab. Der Kardinal intoniert das Paternoster. Mit tiefer Ergriffenheit in seiner Stimme betet er dann die Oratio. Requiescat in pace! So klingt in der hohen Stimmlage der Liturgie, wic ein Ruf aus der Ewigkeit, die Absolutio aus. Dann wendet sich Kardinal Innitzer an die Trauergemeinde. Er spricht von der schweren Heimsuchung, die Gottes Vorsehung über ganz Oesterreich geschickt hat. Jetzt, wo wir von dem Teuersten, dem Liebsten und dem Kostbarsten, was das Vaterland besaß, Abschied nehmen müssen, fühlen wir die ganze Größe des Ver lustes. Was unser teurer Kanzler uns, seiner Hei mat Oesterreich und der Welt gewesen ist, wurde bereits in vorzüglicher Weise geschildert. Mit Oesterreich trauert um ihn die katholische Kirche, die einen ihrer Besten verloren hat. Der Kardinal dankt im Namen des katholischen Volkes Oesterreichs dem Toten für sein mannhaftes Beispiel, für seine christliche Erneuerung Oesterreichs. Er zitiert die Worte, mit denen Dr. Dollfuß auf dem Katholikentag im vergangenen Jahre sein diesbezügliches Programm verkündet hat. Dann erinnert er an das bedeutungsvolle Werk, das der Tote durch seine Mitarbeit am Konkordat geschafsen hat, das der Papst selbst als einen Beweis seiner staatsmännischen Weisheit und seines Gerechtigkeitssinnes bezeichnet hat. Sein letztes Wort war: Ich wollte ja nur den Frieden, den anderen möge der Herrgott vergeben, Er war echter Jün ger des Heilandes. Der Glaube war der Quellgrund seiner Liebe zur Heimat, er trug sein Lebensschifflein an die Gestade der ewigen Heimat. Wie oft haben ihn die Gläubigen in diesem ehrwürdigen Dome am Tische des Herrn knien sehen. Wie ein Soldat, wie ein Märtyrer, wie ein wahrer Christ bist du gestorben. In dem Umstand, daß du, nur von Feinden umringt, einsam deinen Geist aushauchen mußtest, wurdest du ein echter Jünger, ein wahrer Nachfolger unseres Heilandes, der am Kreuze auch einsam starb. Habe Dank für deine Liebe, für deinen Opfermut! Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, ihrer ist das Himmelreich. Getreu warst du bis in den Tod und so wird dir der Herr die Krone des Lebens geben. Dein Blut soll nicht umsonst geflossen sein, dein Heldentod wird uns Beispiel, er wird uns Unterpfand einer besseren Zukunft sein. Wir wollen für deine Seelenruhe beten. Dann spricht der Kardinal mit dem Klerus das Vaterunser und das Ave=Maria und das Apostolische Glaubensbekenntnis. Der Kardinal schließt tief bewegr.„Herr, gibt ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm. Ein Schluchzen geht durch die Kirche. Der tote Kanzler verläßt den Dom. Orgelton zieht durch die weiten Hallen. Es geht jetzt zu Grabe. winsky die traurige Aufgabe, Frau Dollfuß den Tod ihres Gatten mitzuteilen. Am Donnerstagmorgen kehrte Frau Dollfuß im Flugzeug nach Wien zurück. Mussolini und seine Gemahlin nahmen auf dem Flughafen von ihr Abschied. Dr. Rinkelen seines Gesandtenpostens enthoben DRB. Wien, 29. Juli. Die Regierung hat auf Grund des gestrigen Ministerratbeschlusses Dr. Rintelen von seinem Gesandtenposten in Rom enthoben. Die amtliche Mitteilung von der Abberufung Dr. Rintelens vom römischen Gesandtenposten wird hier allgemein dahin aufgefaßt, daß die Regierung offenbar triftige Beweise dafür in Händen hat, daß Dr. Rintelen in den Aufstand der letzten Tage verwickelt war. Die Absetzung Dr. Rintelens wird hier allgemein als ein bedeutendes Ereignis angesehen. DNB. Warschau, 29. Juli. In der Warschauer Kreuzkirche fand am Samstag ein Trauergottesdienst für Bundeskanzler Dr. Dollfuß statt, an dem die Mitglieder der Regierung und des Diplomatischen Korps teilnahmen. Die Trauermesse zelebrierte Feldbischof Gall. Die amtliche österreichische Verlustliste Verluste der Regierungstruppen: 78 Tote, 165 Verwundete DNB Wien, 29. Juli. In der Nacht zum Sonntag wurde eine amtliche Verlustliste für alle Formationen der Regierungstruppen veröffentlicht. Danach betrugen die Verluste auf Seiten der Regierungstruppen insgesamt 78 Tote und 165 Verwundete. Die stärksten Verluste weist das Freiwillige Schutzkorps auf, das 48 Tote und 103 Verwundete zu beklagen hat. Das Bundesheer meldet 18 Tote und 20 Verwundete und die Wiener Polizei 2 Tote und 5 Verwundete. Die Gendarmerie hatte 10 Tote und 37 Verwundete zu beNach privaten Meldungen sollen die der Aufständischen sich auf annähernd 200 Tote beziffern. Eine Ueberprüfung dieser Meldung ist natürlich nicht möglich. Neue Zusammenstöße in Oesterreich DNB. Wien, 29. Juli. Aus der Provinz treffen Nachrichten über allerdings lokal begrenzte Zwischenfälle ein. In Lustenau(Vorarlberg) wurde auf einen Transformator ein Bombenanschlag ausgeführt, der großen Sachschaden anrichtete. In Innsbruck soll es nach privaten Quellen zu größeren Zusammenstößen zwischen Aufständischen und der Exekutive gekommen sein. Gleiche Meldungen kommen aus Mürzzuschlag am steierischen Semmering. Hier sollen die Kämpfe teilweise größeren Umfang angenommen haben. Ebenso soll in Südkärnten der Aufstand da und dort noch aufflackern. Bischof Bornewasser an die Saarjugend „„„„„ D. Eff... Gichaf Eine Rede in Saarbrücken DNB Saarbrücken, 29. Juli. Die katholische Jugend an der Saar war am Sonntag zu einer großen Tagung in Saarbrücken versammelt, zu der die beiden Bischöfe von Trier und von Speyer erschienen waren. Nach Gottesdiensten und sportlichen Veranstaltungen fand am Nachmittag eine große Kundgebung im Stadion am Kieselhumes statt, an der etwa 50000 katholische Jungmädchen und Jungmannen teilnahmen. Bischof Bornewasser von Trier ermahnte die Jugend, gläubig, wahrhaftig, mythisch und treu zu bleiben. Dabei führte er mit deutlicher Anspielung auf die neugegründete katholische Zeitung„Neue Saarpost“ aus: Es geht ein Zug der Unwahrhaftigkeit durch die Welt. Die Lüge ist bei vielen Menschen Lebenspflicht geworden in Wort und Schrift, im gesellschaftlichen und im politischen Leben. Selbst an den wagt sich die Lüge heran, auch im Saargebiet. Katholische Jugend, wenn Dir einer sagt: Dein Bischof stände zu einer jüngst gegründeten neuen saarländischen Zeitung, dann sage ihm im Namen Deines Bischofs: Du bist ein Lügner. Und wenn Freunde dieser neuen Zeitung Dir sagen: Unser Bischof denkt wie wir, er sagt es nur nicht, oder gar: Er darf es nicht sagen, dann sage ihm: Du bist schlimmer als ein Lügner. Du bist ein Verleumder. Hat das mit Politik oder gar mit Abstimmung zu tun, wenn ich so spreche: Wenn Deutschlands und Frankreichs Regierungen sich in Genf verpflichtet haben, keinerlei Druck und Einfluß auf die Abstimmung ausüben zu wollen, so gilt das auch für mich als Bischo). Der Bischof von Speyer und ich, wir sind Bischöfe für alle katholischen Saarländer, wie es auch unsere Priester sind und sein müssen. Aber ich wehre mich gegen die Lüge, die das Vertrauen zerstört, das mich mit meinen Saarländern verbindet.— Der An= und Abmarsch sowie die ganze Veranstaltung vollzogen sich ohne Zwischenfälle. Französisches Mißtrauen gegen Italien Der Völkerbund soll die österreichische Frage lösen Ag n ) Hesfiag: 5r“ Witpe deg Bandeslanzse 3; Handelsminister Stoaciunger. DRB Paris, 29. Juli. Die Sonntagsfrühpresse bringt wenig neue Gesichtspunkte zu der österreichischen Entwicklung. Weiten Widerhall findet die Haltung der italienischen Presse gegenüber Deutschland. Obwohl die französische Presse in dieser Hinsicht mit Kommentaren spart, ist zwischen den Zeilen die Geungtnung Frankreichs über die Entfremdung zwischen Berlin und Rom zu merken. Gleichzeitig kommt aber auch ein starkes Mißtrauen gegenüber Italien zum Ausdruck. Die französischen Blätter wenden sich allmählich von der Beurteilung der unmittelbaren Lage in Oesterreich zu der Frage hin, was nun sowohl in Oesterreich als auch auf internationalem Plan weiterhin geschehen wird. Hierbei wird besonders von der Linkspresse die Einschaltung des Völkerbundes verlangt. Eine gewisse Bennruhigung über die weitere Entwicklung der österreichischen Politik ist gleichzeitig festzustellen, wobei Zweifel an der Festigkeit des von Dollfuß hinterlassenen Erbes auftreten. Im Oeuvre tritt Paul=Boncour für die Einschaltung des Völkerbundes ein. Er erklärt, daß das Zusammengehen der drei Großmächte notwendig sei, aber nicht ausreiche. Die österreichische Frage müsse im Rahmen des Völkerbundes behandelt werden, vor allen Mächten und vor allem der Kleinen Entente, die mindestens ebenso interessiert an der Unabhängigkeit Oesterreichs sei wie die Großmächte. Im übrigen genüge es nicht, „Nein“ zu sagen. Man müsse Oesterreich Lebensmöglichkeiten geben, und zwar auf anderem Wege als durch Anleihen. Oesterreich werde nicht lebensfähig werden, ohne eine Wiederherstellung der Donauwirtschaft durch ein Bündnis aller Donau länder. Die radikalsozialistische République schreibt im selben Sinne. Man müsse, unterstreichen, daß nichts wirksames geschehen könne, solange Oester reich sich nicht der Kleinen Entente nähern werde oder wenigstens der Tschechoslowakei, um eine Donauföderation zu bilden(!), die zunächst rein politisch, allmählich wirtschaftlich werden würde. Italien habe sich bisher der Bildung einer Föderation dieser Art widersetzt, weil es Angst gehabt habe, ein neues Oesterreich=Ungarn wieder aufleben zu lassen. Werde Italien wirklich ein Großdeutschland, ein Mitteleuropa unter der Führung Deutschlands vorziehen? Der sozialistische Populaire erklärt, die Unabhängigkeit Oesterreichs habe viele Schützer, aber diese Schützer seien eine fast ebenso große Gefahr wie die Gefahr, gegen die sie Oesterreich schützen wollen. Die kommunistische Humanité veröffentlicht einen Aufruf der österreichischen Kommunistischen Partei gegen die braunen und schwarz=grünen Jaschisten, die sich untereinander herumschlügen. Die royalistische Action Francaise glaubt nicht en eine internationale Aktion. Die Verweisung er ganzen Aggelegenheit an den Völkerbund erde mehr als einem Staate in den Kram issen, weil dort die bequeme Möglichkeit gegeben i, sich der Stimme zu enthalten. Ordre zeigt sich beunruhigt über die Stimung in Oesterreich. Obwohl die Rede des stellvertretenden Kanzlers durchaus beruhigend gewesen sei, sei die Temperatur der öffentlichen Meinung in mancher Hinsicht beunruhigend. Das Blatt spielt dabei auf die günstige Aufnahme der Ernennung von Papens zum Gesandten in Wien an. Der nationalistische Jour weist u. a. darauf hin, daß die Nachfolgeschaft Dollfuß' so schwierig sei, daß man zunächst den Mann nicht sehe, der ihn im wahren Sinne des Wortes ersetzen könne. Die Wachsamkeit Italiens habe viel dazu beigetragen, um die unmittelbare Gefahr zu beseitigen. Aber die Gefahr einer einseitigen Intervention sei jedermann klar. Der Petit Parisien wiederholt seinen bereits in den Vortagen geäußerten Standpunkt, daß zurzeit weder ein diplomatischer Zwist noch eine gemeinsame Intervention in Berlin oder in Genf vorgesehen sei. Im Echo de Paris erinnert Pertinax daran, daß Dollfuß selbst im Januar dieses Jahres ein Abkommen vorbereitet habe, nach dem drei oder vier nationalsozialistische Minister in sein Kabinett ausgenommen werden sollten. Besonders hervorgehoben zu werden verdient der Kommentar des Quotidien, der gewisse Zweifel darüber hegt, daß die von Dollfuß errichtete sogenannte autoritäre Herrschaft fest sei und das Vertrauen des Volkes habe. Es sei zweifelsohne der Fall, daß ein wichtiger Teil des österreichischen Volkes sehr viel mehr zum Dritten Reich hinneige, als nach Italien, dem der Fürst Starhemberg und seine Heimwehren gehorchten. Zwischen zwei Diktaturen zögen viele Oesterreicher jedenfalls die braune Diktatur vor. Außerdem wäre es ein Irrtum zu glauben, daß die Arbeitermassen sich dem autoritären Regime nach dem Zusammenbruch des Februaraufstandes angeschlossen hätten. Unter diesen Umständen nürde, wenn die italienische Armee nach Oesterreich einmarschiert, voraussichtlich eine patriotische Front entstehen, die viel wirksamer sein würde, als die von Dollfuß. Weiter abwartend Die Haltung Frankreichs in der österreichischen Frage ist nach wie vor abwartend, wie der gewöhnlich gut unterrichtete Excelsior versichert. Er betont, man warte in drei Hauptstädten mit einer Festlegung, bis man ein„Gebiet für gemeinsame Möglichkeiten“ gefunden habe. Duisburg=Hamborn, 28. Juli. Ein in den 50er Jahren stehender Invalide aus der Parkstraße wurde von Hausbewohnern des morgens in seinem Bett tot aufgefunden. Wie die ärztliche Untersuchung ergab, hatte der Invalide am Abend vorher dem Alkohol zu sehr zugesprochen. Die Todesursache war in einer Alkoholvergiftung zu suchen. Wettervorhersage die Störungstätigkeit hält unvermindert an. Es ist daher mit Fortdauer der unbeständigen Westwindwetterlage zu rechnen. Weiterhin kühl. Druck und Verlag: Kölner Verlags=Anstalt und Druckcret AG. in Köln. Hauptschriftleiter: Dr. Hans noch: Vertreter des Hauptschriftleiters: T. Weinand: verantwortlich für Politik: W Schön in Düsseldorf; für Kommunalpolitik. Kunst und Wissenschaft: Dr. H. Koch; für den Umgebungsteil: T Weenand; für den Provinzteil: H H Tervel: für Unterhaltung: Karl Gies; für Sport: I. Zündors, alle en Köln; für Wirtschaftspolitik und Handel: Bernd Manger in Düsseldorf; für den Dürener lokalen Teil: Hanns Heinz Teipel; für den Bonner losalen Teil: Rober: Colmant: für Anzeigen: Theo Müller in Köln. D. A. VI. 34: 31 926. Hiervon Bezirksausgabe Bonn 2136; Bezirksausgabe Düren 1925. Riesenbrand bei Humboldt Eine ergreifende Szene spielte sich ab. als die On de“ Brandstätte schtrn in Feuerwehrmannes an der Brandstätte erschien, in dem Glauben, daß ihr Mann tödlich verunglückt sei. In voller Verzweiflung durchbrach sie mit einem Kinderwagen die Absperrung und fuhr mit ihrem Kinde in das Werk hinein, wo man ihr eine beruhigende Mitteilung machen konnte Die Polizei hatte im Verein mit der SA(den Sturmbannen 4 und 1) für eine mustergültige Absperrung des großen Fabrikvorgeländes gesorgt. Der Brand hatte durch die weithin sichtbare Rauchentwicklung eine riesige Menschenmenge angelockt, die gebannt in den brodelnden und hochschießenden Oelqualm starrte. Das zerstörte Materiallager befindet sich in der Nähe jener Halle, in der vor Wochenfrist das Gerüst einer Anstreicherfirma zusammenstürzte und mehrere Handwerker erschlug. Bei diesem Brand sind, abgesehen von der Raucherkrankung des Feuerwehrmannes. Menschen nicht betroffen worden. Der Material= schaden beträgt jedoch wohl mehrere 100000 Mark. Vertagungen werden seltener Starke Beschleunigung des Rechtsganges in Zivilsachen im Kölner Bezirk Die Beschleunigune#a..1l. Ein Brandherd großer Ausdehnung und Gefahr onntagnachmittag erlebte Kalk ein gefährliches Großfeuer, das eine gewaltige Säule schwarser. weithin sichtbarer Rauchwolten zum Himmel sandte. Verbrannt ist ein Magazin der Firma Hum.: wovei Benzin=, Oel= und Teerbehälter zum derten. Besonders gefährdet wurden die Löschmannschaften durch ein Lager von etwa hundert„Wassers... Sauexstoff= und Azethylenflaschen, von denen einige in der Sitze zersprangen und n P##twirtungen zeigten. Ein großes Rohöllager, das sich im Keller unter der Brandstätte befindet, und von den Flammen eingeschlossen war, ist zum Glück unversehrt geblieben. Auch die umstehenAuch Polizeipräsident Lingens und später Bürgermeister Ebel erschienen an der Brandstätte. Mit 11 Schlauchleitungen ging die Feuerwehr gegen die Flammen vor. Ihre erste Aufgabe war, die Teerdächer der umliegenden Gebäude zu schützen, sowie Schreine ei lagexnden Holzmengen zu löschen, die das Feuer in die Schreinerei weitertrugen. Begünstigt wurde diese Ausbreitung durch brennendes Säge mehl in einem kleinen Exhauster. Nachdem hier das Feuer gehemmt war, mußte auch ein Brandherd in der Lehrlingswerkstatt gelöscht werden Danach ging man mit allen Schlauchleitungen konzentrisch gegen den Hauptherd vor. die meienttrne ggung des Rechtsganges in Zivilsachen, die wesentliches Erfordernis einer von nationalsozialistichem Geist und Willen durchdrungenen Zivilrechtspflege ...„, wie die Justizpressestelle Köln mitteilt. bei den 9 Viertelsohe 1934=beriand sgerichtihtöirts auch im z. Vierteljahr 1934 erfreuliche Fortschritte gemacht Bei fast allen Gerichten des Bezirks betragen die Sren i gehgchien ge... weniger als 20 v. H. der stattgehabten Termine. Die Terminverlegungen aus besonderem Anlaß sind ebenfalls urückgegangen. Die Einzelzahlen daß die Richte., Beamten und Angestellten Hand in Hand mit der Rechtsanwaltschaft und allen wrigen,## Zspilrechtspriege beteiligten Stellen mit freudiger Entschlossenheit das Ihrige dazu beigetragen us begeangen frucheren Vertagungsunwesen entschlosen Wenn trotzdem gelegentlich in einzelnen Fäl#n Vertagungen nicht zu umgehen waren, o beruhte dies regelmäßig auf besonderen Um„en des Falles, bie zu beheben nicht in der Macht des Gerichtes stand. Die Beschleunigung des Rechtsganges in Zivilsachen wird auch in Zukunft nachdrücklich gefördert werden. Von besonderem Wert wird es dabei sein, wenn die Parteien und ihre Prozeßbevollmächtigten ihre Ausführungen dem Gericht und dem Gegner möglichst frühzeitig und vollständig mitteilen. zuletzt hat die ebenfalls aus echt nationalsozialistischem Geist geforderte Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme vor dem Prozeßgericht zur Beschleunigung des Rechtsganges in Zivilsachen beigetragen. Während früher die Beweisaufnahme bei den mit mehreren Richtern besetzten Gerichten regelmäßig vor einem beauftragten Mitglied des Gerichtes stattfand, werden heute Zeugen und Parteien, sofern sie nicht wegen weiter Entfernung ihres Wohnsitzes vom Prozeßgericht durch einen ersuchten Richter vernommen werden müssen bereits zu etwa 90 v.., bei einigen Gerichten sogar schon ausschließlich durch das Prozeßgericht elost vernommen. Dadurch wird dem gesamten Richter=Kollegium ein persönlicher Eindruck von den Parteien und Zeugen vermittelt, und damit die sicherste Grundlage für die Entscheidung geschaffen. In vielen Fällen ist es dem Gericht auf diese Weise möglich geworden, auch in Zivilsachen ähnlich wie es in Strafsachen geschieht, die Entscheidung unmittelbar im Anschluß an die mündliche Verhandlung zu verkünden, wie es dem Willen des Gesetzes entspricht Kameradschaftsabend der Fachschaft Regierung in der NSBO Die Beamten, Angestellten und Arbeiter der allgemeinen und inneren Verwaltungen der Staatsbehörden " Staotkreis Köln, die im Reichsbund der Deutschen Beamten(Fachschaft Allgemeine Länderverwaltungen) „ der(Fachschaft Regierung) und in der Deutchen Arbeitsfront zusammengesaßt sind, veranstalte ten a. Sam, tagabend im großen Saal des Stadt vald=Hauptrestaurants einen außerordentlich gut besuchten Kameradschaftsabend, zu dem auch eine ganze Reihe führender Persönlichkeiten der Kölner Venwaltung erschienen war. So bemerkte man u. a. den Kölner Regierungsprä und SS=Standartenführer Diels, der das Protektorat der Veranstaltung übernommen hatte, sodann Polizeipräsident Lingens, Direktor Schnei . vom„Landessinanzamt. Landgerichtspräsiden Müller, RPD=Präsident Ziegler, ReichsbahnPrch Paner Sea), Jeaierungspizepräsident Dietz von Bayer, Oberstleutnant Lichtenberger. den Kommandeur der Schutzpolizei und Major Gran den Kommandeur der Landespolizei. Mittelpunkt des Abends stand wohl die weitausholende und geschichtlich wohlfundierte Rede von Kraus, die um die Gedanken: innere ## außere Freihel, des deutschen Volkes als ## siel###, Nation. Verbundenheit von Beamten100 Arbeiterschaft, soziale Aufgaben des neuen Staats und echte Volksverbundenheit und=gemeinschaft a ätzerem Zeifall i grobem Interesse und noch größerem Beifall entgegengenommen und gipfelte in Sort- Saigsr(gungg Glang des Deutschlan= und des Bessel=Liedes. Den musikalischen Teil der Veranstaltung bestritt zunächst einmal die Musikvereinigung der Kölner Schutzpolizei. die unzer„Musikleiter Seeger den Abend mit einem Festmarsch und einer Fest=Ouvertüre einleitete und im stisch unterstüßzt, zeigte den Vortrag einiger Lieder Im zweiten Teil kam auch der Kölner ge in den Kölger Larnepalisten Fritz Knott, Willy entsandt hate, zu seinem vollen a. Schluß des redaktionellen Teiles Die Feuerwehr mußte wegen ständiger Explosionsgefahr solcher Art Deckung halten die„#u vom Feuer ersaßt waren, konnten durch rechtzeitige Maßnahmen der Feuerwehr vor größerem Schaden bewahrt werden. Brandes ist vielleicht in einer Selbstenzündung eines Hausens öliger Putzwolle zu suchen. Bei den Löscharbeiten erlitt ein Feuerwehr= eine Rauchvergiftung. Er mußte ins Krankenhaus geschafft werden. * Abermals war gestern die Kalker MaschinenbauThaunsg umbolgt.(Deutz=Humboldt=Motoren) der einer Ka antrophe, die diesmal glimpflicher ablief, als nach den Umständen zu erwarten war. Gegen..30 Uhr bemerkten die wenigen Angestellten, die sich im Werk aufhielten, wie eine Rauchause au. m Hauptmateriallager stieg Sofort wurde die Feuerwehr alarmiert, da sich der Pral## seige. Entbeaung schon bedrohlich entwickelt hatte. Rasend schnell breiteten sich die Flammen über das hölzerne, einstöckige Gebäude aus. in Feuer gute Nahrung bände schon in Rauch and Flammen gehüll und nicht mehr zu retten. Es ist vollkommen abgebranni. Die Maßnahmen der Löschmannshaften Iin der Hauptsache auf den Schutz der benachbarten Hallen und die Unterwassersetzung eines Gasflaschen=Lagers, in dem bereits einige Flaschen explodiert waren. 0 4410 Der Brandherd liegt zwischen Dillenburger= und Grashoffstraße und ist umgeben von der Lehrlingswerkstatt, der Schreinerei und der Aufbereitungshalle. Das Lager selbst beherbergte die sogenannten Ersatz= oder Unkostenteile des Werkes, nämlich die im Arbeitsprozeß notwendigen flüssigen Stoffe, wie Oel Benzin, Teer, weiter Filzstoffe. Putzlappen, Schutzplatten und Eisenteile; diese in der Hauptsache leicht brennbaren Dinge schufen in Verbindung mit dem Holzmaterial des Baues die Voraussetzungen für ein gefährliches Großfeuer. Hinzu kam noch der Umstand daß im Keller dieses Baues ein Oellager vorhanden ist, das durch den Brand höchst gefährdet schien Da die vorhandenen 14 Kessel mit verschiedenen Schwerölen, jedoch durch Stickstoff unter Druck gehalten und geschützt werden, ist dieses Oel vom Feuer nicht erfaßt worden. Im anderen Falle hätte der Brand ein noch größeres Ausmaß genommen. Verbrannt und zum Teil explodiert sind jedoch einige Fässer mit Benzin und Oel, die zu ebener Erde untergebracht waren Die vier Wachen von Deutz, Mülheim. Altermarkt und Melchiorstraße arbeiteten zunächst unter Leitung von Brandingenieur Heising bis nachher Oberingenieur Hildebrandt die Leitung übernahm brennende Oel entstand eine ungeheure vige, die den Beamten ein Näherkommen verwehrte brauchen um ur gr, gupien, Asbestschutzschirme gea. das Feuer heranzukommen; sie hatten außerdem unter dichtem Qualm zu leiden, so daß le der eine Rauchvergistung davontrug und dem Krankenhaus zugeführt werden mußte . 2 degah##nnegven Holzmassen— auch das Dach s etwa 800 Quadratmeter betragenden Lagers war aus Holz und Pappe— pufften von Zeit zu Zeit Henzur und Telbehäl r hoa und ließen eine broAnde Rauchfahne in die Höhe steigen. Die FeuerStenl us c ihr Hauptaugenmerk auf einzelne # Brandherdes, die auch eine Gefährdung die Umgebung darstellten: den Schacht des Oele# ein Haufen von Wasserstoff. und Sauerstofflaschen, die bereits glühten und unter Krachen zersprangen. Der Schacht zum Keller wurde ständig unter Wasser gehalten und war bereits mit Trümterirdische Belsa. Fever ernaeschlossene unterirdische Oellager hätte bei einer Explosion unabir jedoch durch sehbaren Schaden anrichten können, wa Stickstoff besonders gesichert. Ein längeres Wüten des Feuers über dieser Stelle hätte den Schutz jedoch unwirksam gemacht. Akuter war die Gefahr allerdings bei den Gasflaschen, die mitten im Feuer lagerten. Da diese Flaschen eine Sicherung haben und be. großer Hitze und Ueberdruck ihren Inhalt abblasen, konnte man an ihren Mündungen die Flammen herauszischen sehen, obwohl die Flaschenköpfe de. er. d. mit Wasser belegt waren. Zwei besonders gefährliche Azethylenflaschen wurden von den Feuermit lautem Krach Nach einer Stunde war das Feuer niedergekämpft einzelnen Brandherden hatte die Feuerwehr jedoch noch lange zu tun. Eine Wache mußte auch über Nacht an der Feuerstelle bleiben. Der Sicherheits hestes des Humboldt=.,ker— eine Werkseuerwehr besteht— hatte ebenfalls alle Hände voll zu tun. „ Sitze und Rauch sowie die ständige Gefahr vor Eplosionen machten unseren braven Feuerwehrleuten die Arbeit nicht leicht, und wer gesehen hat, wie sie mit Mut und Ausdauer bis zum Erschöpfen ihre Pflicht erfüllten, wird vor ihnen eine besondere Hochachtung empfinden. Sie standen mitten im dichtesten Qualm, auf Dächern und selbst hinter schweren eisernen Rädern, die einen schwachen Schutz gegen die Granatwirkungen der nahe davor liegen###ustlasche, boten. Feuerwehrleute weichen nicht ger.#srahr und gehen ihr mit bewundernswert Aktivität zu Leibe. Daß die sehr oft vorkommendern Rauchvergiftungen nicht leicht zu nehmen sind. bewies der bedauernswerte Todesfall des bekannten Brandingenieurs Dr. Niehau= anuten Die neue Bundesregierung Schuschnigg Bundeskanzler, Fürst Starhemberg Vizekanzler DNB Wien, 30. Juli. In einer mehrstündigen nisterbesprechung, die bis 1 Uhr nachts dauerte, ist nunmehr die neue Regierung gebildet worden. Zum Bundeskanzler wurde der bisherige Unterrichtsminister Dr. Schuschnigg ernannt. Fürst Starhemberg bleibt Vizekanzler. * Amtlich wird gemeldet: Bundespräsident Mililas hat heute morgen 2 Uhr den bisherigen Bundesminister für Unterricht Dr. Kurt Schuschnigg zum Bundeskanzler ernannt und ihm von dem desingnierten Bundeskanzler vorgelegte Liste der Mitglieder der neuen Regierung genehmigt. Die Liste der neuen Regierungsmitglieder lautet: Bundeskanzler: Dr. Kurt Schuschnigg. der gleichzeitig das Bundesministernum für Landesverteidigung, für Unterricht und für Justiz führt. Vizekanzler Ernst Rüdiger Starhemberg, der gleichzeitig mit der Führung der Angelegenheiten des gesamten Sicherheitswesens betraut wird; Bundesminister Egon Berger=Waldenegg, der mit der Führung der Auswärtigen Angelegenheiten betraut wird. Bundesminister Major a. D. Emil Fey übernimmt zu seiner bisherigen Funktion als Generalstaatskommis sar die Angelegenheiten der inneren Verwaltung, Bundesminister für Finanzen ist Dr. Karl BureschBundesminister für Handel und Verkehr Fritz Stokkinger, Bundesminister für soziale Verwaltung Odo Neustädter==Stürmer, dem überdies die Angelegenheiten der berufsständischen Neuordnung zugewiesen werden Die Besetzung des Bundesministeriums für Land und Forstwirtschaft bleibt vorbehalten. Dem Bundeskanzler werden zur Vertretung in den Angelegenheiten des Bundesministeriums fur Landesverteidigung der bisherige Saatssekretär Generalmajor Wilhelm Zehnerv, zur Vertretung in den Angelegenheiten des Bundesministeriums für Unterricht Sektionschef Dr Hans Pernter, zur Vertretung in den Angelegenheiten der Justizverwaltung der bisherige Staatssekretär Karl Karwinsky als Staatssekretär beigegeben. Dem Vizekanzler wird zur Vertretung in den Angelegenheiten des Sicherheitswesens ein Staatssekretär beigegeben, dessen Berusung unmittelbar bevorsteht.„ Dem noch zu ernennenden Bundesminister fur Landund Forstwirtschaft wird der bisherige Staatssekretär Ulrich Ilg als Staatssekretär beigegeben. Dem Bundesminister für soziale Verwaltung wird für die Frage des Arbeitsschutzes ein Staatssekretär beigegeben. der aus den Kreisen der Arbeiterschaft entnommen wird. Das bereits bestehende Sonderkomitee für außerordentliche Sicherheitsmaßnahmen wird beibehalten. Den Vorsitz in diesem Komitee führt Vizekanzler Starhemberg, in seiner Stellvertretung Bundesminister Fey.„ Der bisherige Staatssekretär Tauschitz wird noch für eine kurze Uebergangszeit die Geschäfte eines Staatssekretärs für Auswärtige Angelegenheiten weiterzuführen Auf den ersten Blick zeigt es sich, datz das Kabinett eine außerordentliche Stärkung des Heimwehr= Einflusses bringt. Da Tauschitz als Staatssekretär des Aeußern nach kurzer Zeit aus der Regierung ausscheiden soll ist überhaupt keine andere Gesinnungsgruppe mehr als die christlich=soziale und die Heimwehrgruppe im Kabinett vertreten. Selbstmord DNB Wien, 30 Juli. Ein geheimnisvoller Vorfall im Wiener Polizeigebäude beginnt sich aufzuklären. Der Sicherheitswacheinspektor Doppler, der sich am Sonntagabend aus einem Fenster des Polizeigebäudes in die Tiefe gestürzt hatte und schwer verletzt ist, war der Kommandant der Sicherheitswacheabteilung, die im Bundeskanzleramt am Mittwoch voriger Woche Dienst machte, als die Putschisten eindrangen und sie überwältigten. Doppler wurde am Sonntag, um seine Rolle bei diesen Vorgängen aufzuklären, zur Staatspolizei gebracht und verhört. Während dieses Verhörs riß er sich los und stürzte sich in die Tiefe. Tag der Garde in Döberitz DNB Döberitz, 29. Juli. Am Sonntag stand Döberitz im Zeichen der alten Garderegimenter. In einer schlichten Feier wurden hier 30 Gedenktafeln der Garderegimenter enthüllt. Die einfachen, eindrucksvollen Tafeln sind in der alten Dorfkirche in den Wänden angebracht und tragen den Namen des Regiments mit seinem Wahlspruch und seinem Gardezeichen. Zu der Feier hatten sich schon am frühen Morgen die Abordnungen der Gardensrerzigun gugig, erhs. kriegerbund Kyffhäuser eingefunden. Auch die Tra ditionstruppenteile der Reichswehr=Garderegimenter hatten ihre Abordnungen aus dem ganzen Reich geschickt. Unter den Ehrengästen sah man zahlreiche hohe Militärs der alten Armee in deren Uniformen. Nachdem die Ehrenkompagnie mit den alten Gardefahnen vor der Kirche Aufstellung genommen hatte, hielt der Befehlshaber im Wehrkreis 3, Generalmajor von Witzleben. eine Ansprache, in der er unter anderem ausführte, die Kirche, die auch im Frieden der Donner der Geschütze und der Klang der Trompeten umhalle, erscheine als das schönste Ehrenmal unserer Gefallenen, das schlichte Kreuz in ihrer Mitte als das edelste Symbol ihres Opfertodes. Die Tafeln aber, die die Wände zierten, sollen ein Lied singen vom Ruhm preußischer Garderegimenter. Das Ehrenmal soll die kommenden Geschlechter daran erinnern, daß Heldentum nie vergebens gewesen sei, und daß aus dem Heldentum des großen Krieges, dem Opfer unserer Toten. dem Untergang unseres stolzen Heeres doch die Gedanken geboren seien, die nach Jahren der Schmach der Führer geformt habe, die heute das deutsche Volk ergriffen hätten und es im Dritten Reich aufwärts führen würden zu Freiheit und neuer Größe. Generalmajor von Witzleben schloß mit einem Hurra auf den Reichspräsidenten, den Führer und das deutsche Vaterland. Sodann sprach der Führer des Kyffhäuserbundes, Oberst Reinhardt. Richard=Strauß=Konzert in Salzburg. Unter Leitung von Prof. Clemens Krauß gibt der Chor der Wiener Staatsoper am 6. August in Salzburg ein Richard=Straus=Konzert, bei dem die großen Chorwerke von Strauß zur Aufführung gelangen. Heute entschliel sanft, nach linseren. mit großer Geduld ertragenem Leiden. meine innigstgeliebte Gattin, unsere gute treusorgende Mutter. Schwiegermutter. Großmutter. Schwester. Schwägerin und Tante. Kath Frau arina geb. Müller # 0 der gestärkt mit den Heilsmitteln der romischkatholischen Kirche. im Alter von 67 Jahren. Um stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Franz Sauer. Köln-Kalk, den 28. Juli 1934. lohann-Classen-Straße 57. Die feierlichen Exequien werden am Mittwoch. dem 1. August 1934, vormittags 8 Uhr. in der Pfarrkirche St. Marien zu Köln-Kalk gehalten. Die Beerdigung findet statt am gleichen Tage. nachmittags 3 Uhr. von der Leichenhalle des Friedhofes Köln-Merheim rrh. aus. Sollte jemand aus Verschen eine besondere Einladung nicht erhalten haben, so bitten wir. diese als solche zu betrachten. Im SaisonschlußVerkauf bieten wir Ihhnen Große Vorteile Reicls -LDCEEIE Was bietel ausstellungen C Tine Thiele Schildergasse 70 neben C& A Brenninkmeyer Saison-Schluss-Verkauf Seidenstoffe, Wollstoffe, zu außergewöhnlich billigen Preisen Bekannt für unbedingte Fachkenntnisse und beste Beratung Weinhaus Mosella gemütliche Vinzerstube KÖLN, Stephan strasse a. d. Hohestr. von Geisten Leinen- und Wäsche-Ausstattungsgeschäft Köln, Zeppelinstraße 5 amNeumarkt Saisonschluß=Verkauf Kleider, Blusen, Blusenröcke, Morgenröcke, Bademäntel, Schlafanzüge. Damen- und Herrenwäsche Beachten Sie unsere Auslagen) Sonderausstellungen im WallrafRichartz-Museum. 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Die Kampfspielmeisterschaften waren so recht nach dem Geschmack jedes Sportsmannes und man wünschte sich, daß in Zukunft alle deutschen Athletikmeisterschaften sich in einem solchen Rahmen abspielen werden. * Dr. Otto Peltzer ist heute 34 Jahre alt. In den athletischen Sports ist das ein Alter, wo die Leistungskurve schon stark nach unten geht. Aber Dr. Peltzer ist auch hier— wie sonst im Leben—„seltsam". Man hat ihn schon oft zum alten Eisen gerechnet, er mußte Serien von Niederlagen einstecken und war dann plötzlich wieder in Front zu finden. So schlug er vor wenigen Tagen noch in einem prachtvollen 1500=Meter=Lauf im gewaltigen- Spurt den Amerikaner Venzke— so siegte er heute im 800=Meter=Meisterschaftslauf der 4. Deutschen Kampfspiele. Ein großer Athlet, der neben H. H. Sievert, den deutschen Zehnkampf=Weltrekordmann zu stellen ist, ein willensstarker Mensch, ein Vorbild für die Jugend, der größte deutsche Läufer! Fünfmal hat sich bisher Dr. Peltzer den Titel eines 800=Meter=Meisters geholt— nun, als 34jähriger, siegt er zum sechsten Mal in einer Zeit, die er bisher in den vorausgegangenen Meisterschaftsläusen noch nicht erreicht hat.:54 Minuten zeigten die Uhren— das ist auf dieser noch immer schweren Nürnberger Bahn eine Klassezeit. Peltzer verschuldet— abergläubig wie er nun einmal ist— zunächst einen Fehlstart. Dann führt der Heilbronner Lang das Feld an und hat bald sechs Meter Abstand gegen die geschlossene Gruppe seiner Gegner, an deren Spitze Abraham liegt. Auf der Ziel=Gegengeraden stößt der Studentenweltmeister Dessecker vor und holt sich den zweiten Platz, doch in der Kurve taucht plötzlich mit langen Schritten Peltzer auf, der unter dem tosenden Jubel der Zuschauer Dessecker passiert und den noch führenden Lang in einem mitreißenden Spurt überläuft. Peltzer geht mit klarem Vorsprung durchs Ziel. Dr. Dessecker kommt unterdessen leicht an dem nun völlig ermatteten Lang, der noch weiter zurückfällt, vorbei und sichert sich in:55,1 Minuten vor dem Titelverteidiger König=Hamburg und Leseber-Berlin den zweiten Platz. Fünfter wird Danz=Kassel. Ergebnis: 800 Meter: 1. und Deutscher Meister Dr. Otto Peltzer=Stettin:54 Minuten; 2. Dr. Dessecker=Stuttgart:55,1 Min.; 3. König-Hamburg:56 Minuten; 4. Lefeber-Berlin:56,1 Min.; 5. Danz=Kassel:57,1 Min.; 6. Lang=Heilbronn :57,1; 7. Fink=Stuttgart:58,1 Min.; 8. LinkeFrankfurt:58,7 Min. Sievert— König der Athleten! Steinstoßen: Blask, Königsberg— Dreisprungmeister: Gottlieb, Landau Im Steinstoßen konnte der samose Ostpreuße Blask, der den Titel auch im letzten Jahr in Köln gewonnen hatte, mit einem Stoß von 10,87 erneut siegreich bleiben. Der bekannte Gewichtheber Jägle (Lahr) konnte Debus(Köln) noch auf den dritten Platz verweisen. Ergebnis: 1. und deutscher Meister: Blask (Königsberg) 10,87 Meter, 2. Jägle(Lahr) 10,59 Meter, 3. Debus(Köln) 10,52 Meter, 4. Straubinger (Rosenheim 10,51 Meter. 5. Würfelsdobler(München) 10,38 Meter, 6. Großfengels 10,36 Meter. * Der Dreisprung ist auch noch ein Schmerzenskind in der deutschen Leichtathletik, denn an die internationale Grenze kommen unsere Springer nicht heran. Ueberraschungssieger wurde Gottlieb(Landau), der 14,12 Meter sprang, vor Sälzer(Hamm) und dem Titelverteidiger Drechsel(Thalheim). Ergebnisse: 1. und deutscher Meister: Gottlieb(Landau), 14,12 Meter, 2. Sälzer(Hamm) 14.04 Meter, 3. Drechsel(Thalheim) 14,01 Meter, 4. Joch (Reichsheer) 13,69 Meter, 5. Diers(Korschenbroich) 13,50 Meter, 6. Meergardt(Kassel) 13,34 Meter. * Mit einer fabelhaften Leistung wartete die Berlinerin Frl. Engelhard im Endlauf über.80 Meter Hürden auf. Nachdem sie vor einigen Wochen die Rekordmarke auf 11,9 gedrückt hatte, schaffte sie diesmal sogar 11,8 Sekunden. Ohne eine Hürde zu reißen, lief sie ihren Konkurrentinnen einfach davon, um vollkommen unangefochten zu siegen Frl. Pirch belegte den zweiten Platz vor Frl. Klusenwerth. Ergebnisse: 1. und deutsche Meisterin: Frl. Engelhard(Berlin) 11,8 Sekunden(neuer deutscher Rekord), 2. Frl. Pirch(Berlin) 12,1, 3. Frl. Klusenwerth(Berlin) 12.1, 4. Frl. Hagemann(Hamburg) 12.3, 5. Frl. Birkholz(Breslau) 12,5, 6. Frl. Steuer (Duisburg) 12,6 Sekunden. Im Zehnkampf hat unser Weltrekordmann Hans Heinz Sievert einen neuen großartigen Erfolg davongetragen. Mit der prächtigen Punktzahl von 8498.68 Punkten hat er die Leistung des Olympiasiegers von 1932, James Bausch, sogar noch übertroffen. Der Sieg Sieverts mit einem derart glänzenden Punktzahl erhält noch größere Bedeutung, wenn man bedenkt, daß Sievert in der Nacht zum Freitag unter Magenschmerzen zu leiden hatte und kein Auge zutat. Erfreulich ist aber auch, daß nicht weniger als 14 Athleten über 6000 Punkte kamen. Man darf wohl sagen, daß kein anderes Land der Welt ein derart prächtiges Zehnkämpfermaterial besitzt wie Deutschland. Der Berliner Wolrad Eberle wurde Zweiter, vor dem Reichswehrsoldaten Huber und dem sehr hoftnungsvollen Hilbricht aus Österode. Ergebnisse: 1. und deutscher Meister: Hans Heinz Sievert(Eimsbüttel) 8498.68 Punkte. Einzelleistungen: 100 Meter 11,2, Weitsprung 7,10, Kugel 14,92, Hoch: 1,80, 400 Meter: 52,1, Hürden 110 Meter: 15,9, Diskus: 47,25, Speer: 58,12, Stabhoch: 3,50 Meier. 1500 Meter: 5,26. 2. Eberle(Berlin) Einzelleistungen: 11,5,.42 Meter, 13,35 Meter, 1,58 Meter, 52,2, 17,0, 39.36 Meter, 60.04,.50 Meter.:46,3. 3. Huber(Wünsdorf) 7460.45(Einzelleistungen: 11,8, 6,74 Meter, 12.22 Meter, 1,80, 54,2, 15,9, 35,87 Meter, 52,22, 3,50 Meter,:03,2. 4. Hilbricht(Osterode) 6898,66 (Einzelleistungen: 11,8, 6,47 Meter, 12,29 Meter. 1,88 Meter, 56,9, 17,8, 45,12 Meter, 45.54, 3,00 Meter, :55 Meter. 5. Tönnis(Iltern) 6674,67 Punkte. 6. Striedel(München) 6671,525 Punkte, 7. Eckardt (Zeulenroda) 6455,225 Punkte, Moderner Fünfkampf Sieger: Obli. Handrick! Mit dem=Kilometerlauf in dem SchmausenbuckGelände wurde am Samstagvormittag in Nürnberg der Moderne Fünfkampf, der erstmalig im Rahmen der Deutschen Kampfspiele ausgetragen wurde, beendet. Unter den Zuschauern sah man den Reichssportführer, den Generalleutnant v. Blaskewitz als Vertreter des Chefs des Heeres und Generalleutnant Grün als Kommandeur der Artillerie=Schule Jüterbog. Die Polizisten erwiesen sich hier als die besten Läufer in dem sehr schwierigen Gelände. Es siegte Unterwachtmeister Rödelein=Stettin vor Unterwachtmeister GravsHamburg, Oblt. Mältzer=Nürnberg und Wachtmeister Bramfeld=Hamburg. Oblt. Handrick belegte hier den 19. Platz siegte aber im Gesamtergebnis mit seinen zweiten Plätzen im Fechten und Schießen mit 45 Punkten sicher vor Oblt. Radke(53) und Li. Miersch (54). Das Reichsheer kam also zu einem schönen Sieg über die Polizei. Ausklang in Erlenstegen... Die Entscheidungskämpfe im Schießen Die Wettkämpfe der Schützen gingen am Samstag zu Ende. Von 650 Schützen war eine Auslese der besten Kämpfer von ganz Deutschland getroffen. Die Waffenarten waren spezialisiert. Die Schlußergebnisse lauten Deutsche Meisterschaft im Kleinkaliberschießen: im Einzelkampf mit offenen Visieren 17 bis 21 Jahre: 1. Lessig=Freiberg 304 Ringe, 22 bis 25 Jahre: 1. Lorenz=Wolfenbüttel 327 Ringe. Ueber 35 Jahren: 1. Martin=Bonn 322 Ringe. Kleinkaliberschießen Einzelkampf mit beliebigen Visieren 17—21 Jahre: 1. Dank der Leichtathleten! Der Führer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Dr. Ritter von Halt, hatte am Sonntagvormittag seine aktiven Getreuen im Saal des Kulturvereins zu einem zwanglosen Beisammensein geladen. Er gab zunächst seiner Freude über den starken Besuch Ausdruck, ein erfreuliches Zeichen für die in Nürnberg gepflegte Freundschaft und Kameradschaft. Dem Reichssportführer sprachen die Leichtathleten in nachfolgender Erklärung ihren Dank aus: „Wir danken dem Reichssportführer, daß er unsere Aufgabe so klar umrissen und das Ziel für uns so weit gesteckt hat. Wir versprechen ihm, alle Kraft einzusetzen, um sein Vertrauen zu rechtfertigen. Wir geloben treue Gefolgschaft dem Manne, der vom Führer eingesetzt ist.“ Auf einer anschließenden Führerratssitzung wurde Gauführer Fürstner-Berlin die Verantwortung für alle Jugendfragen innerhalb des DLV übertragen. Steigelmann=Nürnberg 330, 22 bis 35 Jahre: 1. Zimmermann=Berlin 340 Ringe. Ueber 35 Jahre: 1. Olszek Leob=Berlin 354 Ringe. Kleinkaliberschießen im Einzelkampf mit Dropter(Olympia=Bedingung): 1. Spoerer=Zella=Mehlis 392 Ringe; 2. Reimer=Hamburg 390, 3. Schu.=Berlin 389 Ringe. Scheibenpistolenschießen Einzelkampf: 1. Krempel=Hannover 502 Ringe. Deutsche Schützenmeisterschaft im Freikampf: 1. Spoerer 529, 2. Forstmeister=München 505, 3. PreußnerBerlin 503 Ringe. * Scheibengewehrschießen:(Mannschafts= und Einzelkampf) 1. Hauptschützengesellschaft Nürnberg 707 Ringe. 2. Private Hauptschützengesellschaft Erlangen 705, 3. Hauptschützengesellschaft Nürnberg. Wehrmanngewehrschießen, A) Mannschaftskampf: 1. Private Schützengesellschaft St. Blasien 711 Ringe, 2. Hauptschützengesellschaft Nürnberg 706, 3. Kgl.=Priv. Schützengesellschaft Ingolstadt 703 Ringe. Wehrschießen: 1. Erich Spoerer(Zella=Mehlis) 253 Ringe, 2. Ludwig Andresen(Berlin) 250 Ringe, 3. Rod(Ingolstadt) 249 Ringe. Kleinkaliberschießen, Mannschaftskampf:(Altersklasse 17—21 Jahre mit offenem Visier) 1. Hauptschützengesellschaft Nürnberg 560 Ringe, 2. Schützenverein Berlin=Spandau 538 Ringe, 3. Schützengesellschaft Steglitz 534 Ringe. 22 bis 35 Jahre: 1. Pol. SV München 608 Ringe. 2. Schützengilde Berlin 586 Ringe, 3. SA=Standarte Nürnberg 585 Ringe. Ueber 35 Jahre: 1. Schützengesellschaft Fürth 605 Ringe, 2. Pol. SV Hamburg 601 Ringe, 3. Dgz. Berlin 596 Ringe. Schnellfeuerschießen mit Selbstladepistolen. Einzelkampf: 1. Temple(Degendorf) 18 Punkte, 2 Jedeck (Dresden) 18 Punkte, 3. Müller(Siegen) 18 Punkte. 4fache Meisterin: Gisela Mauermeyer Schein überlegener 200=Meter=Sieger— Scheele gewinnt die„lange Hürde“ Eine prachtvolle Athletin ist die Münchnerin Giesela Mauermeyer, die sich nach den Siegen im Schleuderball, Diskuswerfen, Fünfkampf auch den Titel im Kugelstoßen holte. Sie kam zwar nicht an die vor 14 Tagen aufgestellte Welthöchstleistung heran, aber 13,40 Meter genügten für einen ächeren Sieg. Mit genau einem Meter Rückstand wurde Frl HermannsKöln nur Vierte. Ergebnis: 1. und deutsche Meisterin: Gisela Mauermeyer=München 13,40 Meter, 2. SchröderMundenheim 12,63 Meter, 3. Kirchhoff=Jöllenbeck 12,43 Meter, 4. Herrmanns=Köln 12.46 Meter, 5. Fleischer=Frankfurt 1 2,18 Meter, 6. Bochnik=Frankfurt 11,52 Meter. Im 200=Meter-Lauf kam der Hamburger Schein in Abwesenheit des Titelverteidigers Borchmeyer zu einem ganz überlegenen Siege. Ausgangs der Kurve hatte er bereits einen klaren Vorsprung, den er bis ins Ziel noch ausdehnen konnte. Sehr gut hielt sich der talentierte Turner Pontow aus Fulda, der hinter dem in 21,9 Sekunden siegenden Hanseaten in 22,1 den zweiten Platz vor Hornberger-Pirmasens belegte. Ergebnis: 1. und deutscher Meister: ScheinHamburg 21,9 Sekunden, 2. Pontow=Fulda 22,1, 3. Hornberger=Pirmasens 22,3, 4. Dr. Geerling=Frankfurt 22.4, 5. Stein=Halle 22,6, 8. Brink-Magdeburg 22,6 Sekunden. Der neue Rekordmann über die lange Hürdenstrecke(400 Meter), Scheele=Altona ließ sich den Titel in Nürnberg nicht entgehen. Ohne jemals ernstlich Das Trostspiel der Fußballer Niederrhein schlägt Nordmark:0 Auf Veranlassung des Reichssportführers bestritten die in der Vorschlußrunde des Kampfspielpokals ausgeschiedenen Gaumannschaften von Niederrhein und Nordmark noch ein Trostspiel. Am Sonntagmorgen hatten sich auf dem ASV=Platz in Nürnberg 15 000 Zuschauer eingefunden, darunter viele Erwerbslose denen freier Eintritt gewährt war. Während die Nordmark=Elf mit sechs neuen Gesichtern erschien, hatte der Niederrhein zwei neue Spieler eingestellt. Das Treffen stand im Zeichen der überlegenen Westdeutschen. Die Treffer, je zwei vor und nach der Pause, schossen Kobierski(), Zwolanowski und Hohmann. gefährdet zu sein, lief der Polizist in flüssigem und elegantem Stil 54,1 Sekunden. Ueberraschend konnte der Wiesbadener Kopp den Kölner Titelverteidiger Nottbrock noch auf den dritten Platz verweisen. Der Höhepunkt am Sonntag 60000 Menschen bei der Schlußfeier im Nürnberger Stadion Die letzten Entscheidungen... Der Schlußtag der Deutschen Kampsspiele war der Höhepunkt des Sportfestes aller Deutschen. Schon früh setzte eine wahre Völkerwanderung nach dem Stadion ein und lange vor Beginn der Wettkämpfe war die herrliche Anlage bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Wetter war auch am Sonntag den Spielen treu geblieben; die Sonne strahlte über ein kaum zu beschreibendes, überwältigendes Bild. Es mögen etwa 60 000 Menschen gewesen sein, die der imposanten Abschlußfeier beiwohnten. Unter den Ehrengästen bemerkte man u. a. den Reichssportführer, ferner Frankenführer Julius Streicher, Oberbürgermeister Liebel. Die letzten Entscheidungen fielen in den Staffelmeisterschaften der Leichtathletik, die alle fesselnde Kampfbilder brachten und die Zuschauer bestens unterhielten. Den Endkampf in der 4mal 100=Meterstaffel nahmen sechs fast gleichwertige Mannschaften auf. Die beste Stabübergabe gab also den Ausschlag. Preußen Krefeld wechselte gleichmäßig gut und holte sich erneut den Titel in 41,9 Sekunden vor Eintracht Frankfurt, bei der Geerling als Schlußläufer den Krefelder Hendrix nicht mehr gefährden konnte. Die Zeit für die Frankfurter war 42,2, während die SCCer als Dritte 42,3 benötigten. 4mal 400 Meter: HSV! Hier hatten die Startleute auf abgesteckten Bahnen zu laufen. Der Hamburger SV verteidigte seinen Titel mit der gleichen Mannschaft wie im Vorjahre erfolgreich in:22,2 Min. vor dem Deutschen SC Berlin:22,9 und ASV Köln :23,5. Vom Start weg führten die HSVer, Plötz übergab den Stab als Erster vor dem Kölner Nottbrock, dicht dahinter folgte der BSC=Mann Rink. In einem spannenden Rennen kämpften die zweiten Läufer hartnäckig um die Führung. Es wechselte Steigerthal für Hamburg vor Nöller und dem DSC, während der BSC hier etwas zurückgefallen war. Für Hamburg ging Schein als Schlußmann ins Rennen, gegen den Voigt(BSC) keinen Boden wettmachen konnte. Schein lief das Rennen sicher für die Rothosen nach Hause. * Ein noch nie beobachtetes Riesenfeld von 19 Mannschaften ging in der 4mal 1500=Meterstaffel an den Ablauf. Trotz des harten Kampfes, den sich vor allem die Stuttgarter Kickers, die mit zwei Mannschaften in den Kampf eingriffen, mit dem Hamburger Athletikklub lieferten, gab es keinen neuen Rekord. Gottschalk(Allianz Berlin) wechselte zuerst vor Post(München), Hannover 96 und Stahlwerke Dortmund. Aber schon Dompert brachte Stuttgart in Führung, gefolgt von der zweiten Kickers=Mannschaft. Die Stuttgarter schickten Dessecker auf die Reise, wanrend der Hamburger AK auf den zweiten Platz kam, und zwar durch Gebhardt. Paul(Stuttgart) erhielt den Stab mit 40 Meter Vorsprung vor dem deutschen Exmeister König, der nur im Endspurt einige Meter aufholen konnte. Meister wurde in der guten Zeit von 16:44,4 die erste Staffel der Stuttgarter Kikkers vor Hamburger AK. Eine Ueberraschung brachte der Endlauf der 4mal 100=Meterstaffel der Frauen, der von der Vertretung des SV Siemens=Berlin in 50,6 Sek. um Handbreite vor Sportfreunde Bremen und der ebenfalls mit sehr geringem Abstand folgenden Eintracht Frankfurt gewonnen wurde. Der Dresdner SC hatte Pech, da die erste Läuferin am Start sitzen blieb und dieser Verlust auch durch das gute Laufen von Käthe Krauß nicht mehr eingeholt werden konnte. Frl. Dörffeld brachte nach dem ersten Wechsel Siemens in einem hervorragenden Lauf in Front. Auf den letzten 100 Meter lagen vier Mannschaften fast auf gleicher Höhe und mit knappem, kaum wahrzunehmendem Unterschied konnte Frl. Engelhard der Bremerin Grieme den Sieg entreißen. 50 000 Pfund für„Windsor Lad“ Rekordpreis für Englands Derbysieger Von seinem bisherigen Besitzer, dem Maharadscha von Rajpipla, ist Englands Derbysieger Windsor Lad um einen Rekordpreis an den bekannten Zuchter M. H. Benson verkauft worden. 50000 Pfund, also 630 000 Mark, legte Mr. Benson an und zahlte damit einen Preis, wie er in England noch nie für einen Vollbluter in Training erzielt worden ist. Der Hengst, der als Favorit für das St. Leger gilt, wird auch im kommenden Jahre noch trainiert werden und dann ins Gestüt gehen.— Den bisherigen Retordpreis für Pferde in Training hielt Prince Palatine, der einen Tag vor seiner sensationellen Niederlage im Goodwood=Cup von dem bekannten Rennstallbesitzer I. B. Joel für 40000 Pfund angekauft wurde. Südwest schlägt Bayern:3 50000 Zuschauer beim Endspiel um den Kampfspiel=Pokal der Fußballer Ein schöner Kampf Nürnberg hat in der Kampfspielwoche viele sportliche Höhepunkte erlebt. Die größte Zugkraft hatte am Schlußtage das Endspiel um den Kampfspielpotal der Fußballer, dem auch zahlreiche Ehrengäste ihre Aufmerksamkeit schenkten. Die beiden süddeutschen Endspielgegner traten mit einem neuen Spieler gegenüber der Vorschlußrunde an. Die Bayern hatten Wendl für Munkert, die Südwestdeutschen Lutz=Pirmasens für Grebe eingestellt. Ein kleiner Zwischenfall ergab sich vor dem Spiel, ais beide Mannschaften in blauweißen Jacken erschienen. Die Zuschauer verlangten in Sprechchören eine Aerderung der Kleidung, die jedoch erst nach 7 Minuten Spielzeit vorgenommen wurde. Südwest mußte in rote Jacken schlüpfen. * In den ersten Minuten schien es, als ob die Bayern ihren Gegner überspielen würden. Aber dann soh es anders aus. Die Bayern wurden in die(übrigens schwache) Verteidigung gedrängt. Angriff auf Angriff rollt gegen Köhls Tor. Nach 11 Minuten gelang dem immer mehr hervortretenden Wormser Linksaugen Fath im Alleingang der Führungstreffer. Nach einer Viertelstunde schoß dann Deutschlands Mittelstürmer Conen für Südwest schnell hintereinander zwei Tore. Die bayerische Hintermannschaft, vor allem Torwart Köhl, hatte einen rabenschwarzen Tag. Die Läuferreihe deckte sehr schlecht, und der Sturm hatte Schußpech. Nach 25 Minuten erhöhte Conen auf :0. Dann verschuldete Gramlich einen Elfmeterstrafstaß. Müller=Saarbrücken wehrte den Schuß von Lehm aber glänzend ab. Als dann Lehner durchraste und den Ball kurz vors Tor zog, konnte Friedel leicht einschießen. Nach dem Wechsel kamen die Bayern besser zurecht, aber der Kampf blieb ausgeglichen. Nach 8 Minuten buchte Eiberger mit Kopfball den zweiten Gegentreffer. Die Südwestdeutschen gerieten etwas in Verlegenheit, als nach einer Viertelstunde der Kaiserslauterer Verteidiger Konrad nach Zusammenprall wit Lehner verletzt ausschied. Der Kampf wurde hart. Als aber nach 25 Minuten Conen im Nachschuß auf :2 stellte und damit sein viertes Tor schoß, war Bayern geschlagen, obwohl Schmitt noch einen Schnitzer des Torwarts Müller zum dritten Gegentor ausnutzte, obwohl nach Ausscheiden des verletzten lnken geutschen war in der ersten Halvzen urh.. Lausers Tiefel Südwest schließlich mit neun Mann gampfglück begünstigt, aber das schmälert die hervordurchstehen mußte. Der alte Popp erhielt im Kampf= ragende Gemeinschaftsleistung der Elf nicht, die keismabi#usch den guton Leiter Birlem=Berlin noch#. ihmahs Runkt aufmies. Im Gegenteil überragLast. Die Verteidiger Popp und Wendl verstanden sich schlecht. Die Läuferreihe hielt einen Vergleich mit der gegnerischen nicht aus. Billmann wirkte zu offenjiv, Oehm zu phlegmatisch, nur Streb genügte. Im Sturm war Lehner als treibende Kraft allein auf weiter Flur, wenngleich es ihm gelang, seinen Nebenmann gelentlich mitzureißen. Friedel, Schmitt, Kund demonstrierten aber wieder einen geradezu langweiligen Fußball ohne Stoßkraft. * Das weitaus zweckmäßigere Spiel der Südwestdeutschen war in der ersten Halbzeit wohl vom gewühl durch den guten Leiter Birlem=Berlin noch eine Verwarnung. Damit war der Kampf zu Ende, der bei aller Härte ein erfreuliches spielerisches Niveau zeigte. Die Entscheidung ist einwandfrei gefallen. * Die nach der Vorschlußrunde gegen Nordmark(:1) nicht mehr wie vorher savorisierte Mannschaft des Gaues Bayern spielte wohl den gewohnt genen schwachen Punkt aufwies. Im Gegenteil überragten einige Spieler als beste des Feldes, an der Conen. der sich erneut als Deutschlands bester Mittelstürmer mit umsichtiger Führung und Schußvermögen erwies. Neben ihm kam Möbs gut zur Geltung, und der Linksaußen Fath dürfte heute Kobiersti übertreffen. Die Läuferreihe Gramlich—Hergert—Tiefel war in ihrer Gesamtheit eine Klasse besser als die bayerische. Die Abwehr mit Konrad, Leis und Torm unzweiselhast allein und die 50000 fer. ut mit ehelichen Beisall. Weißensee 96 ist Wasserballmeister! Zweiter: Hellas Magdeburg— Duisburg 98 und SSF Barmen auf den Plätzen Ritterlicher Endkampf! Fahnenträger, die auch diesmal wieder die Sportler der badischen Landespolizei stellten, einmarschierten. —. Ihnen folgten, mit ungeheurem Jubel begrüßt, Das Fest des deutschen Sports ist vorüber. Daß„AIhmückt mit frischem Eichenlaub, dem schlichten Sie2nc ein Tost des deutschen Volkes war, bewir= gegpreis für ihre Kämpfe, die Preisträger der 4. Deutschen Kamp'spiele. Noch einmal sah man die Kämpfer des modernen Fünfkampfes, die den Zug das ganze Deung, anführten, die siegreiche Hockeyelf des Gaues Nordland die Entscheidungskämpfe in der Leichtathletik, im—.2, die deutschen Meister der Leichtathletik, die ) Turner, die Ruderer, die Schwerathleten, die Fechter, die Schützen. Den Beschluß machten die Reiter. Noch einmal bot sich den 70 000 ein ähnlich prächtiger AnDie Ehrung der Sieger Das Fest des deutschen Sports ist vorüber. es auch ein Fest des deutschen Volkes war, bewies der Schlußtag, an dem die herrliche Unlage von 70 000 Volksgenossen bis auf das Plätzchen besetzt war, an dem das ganze Deutsch land die Entscheidungskämpfe in der Leichtathletik, im mark, die deutschen Meister Fußball um den Kampfspielpokal und im Reiten und.—.— Li. Euderer, die Sd Der deutsche Reister, Weißensee 96, der in den Vorkämpfen eine überraschende Niederlage erhalten halte, sich aber dann doch noch für die Endkämpfe durchsetzle, verteidigte die Meisterwürde durch einen knappen, wenn Kampf nach Beendigung der regulären Spielzeit:2 und mußte verlängert werden. Bei Wiederaufnahme des Kampfes waren beide Mannschaften überraschend frisch. Vor allen Dingen die Berliner drückten dem Spiel durch ihre hervorragenden Stürmerleistungen den Stempel auf. Glänzend vorgetragene Angriffe führten Kußfbau um ven Numrsir 4 die stimmungsvolle, erhebende Schlußieier durch die Sender miterlebten. Aber auch die gewandteste Schll= ezumal vor um ven zu vun derung war nicht durch nüchterne Worte im Stanor, blick wie am Tage der Eröffnung. das unvergeßlich großartige Bild wiederzugeben, das Danach ergriff der Reichssportführer von Tschamsich den Zehntausenden bot— ein Bild, das alle Si. mer und Osten das Wort zu einer kurzen SchlußanDie Deutschen Kampfspiele in Nürnberg 1934 seien auf dem Höhepunkt und gleichzeitig auch zum Abschluß gekommen. Er feierte noch einmal alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die durch ihr Kämpfen verteidigte die Meisterwurde ourch einen mnapden. wenn„„ M 7 auch nicht unverdienten:=Sieg über die alte Meistersieben in kurzen Abständen zu vier weiteren Toren, während zur Pause:0 und mit einem Tor Unterschied zu ihren konnten, so daß Weißensee mit:4 gewann. Gunsten konnten sie das Ergebnis bis zum Schlußpfist] Die Spiele der Trostrunde halten. Es war ein fairer und ritterlicher Kampf, in dem die Hellenen schwimmerisch zwar besser waren, aber] Im ersten Spiel der Trostrunde um den fünften in den entscheidenden Augenblicken die Wurfkraft ver- bis achten Platz zwischen SSfr. Barmen und dem SB missen ließen. Augsburg gab es einen eindeutigen westdeutschen Sieg. „„## unterlononen mar Boseidon Die Barmer lagen bereits bei der Pause mit:0 in Barmer Ende, süe sich, vor dem Wechel waren Döpper und Pach zofrieden geben, denten im Gesante sen he) aie Leltngaun und Däiger de ventichen besden klassement enspricht. Tore erzielten. Als Barmen mit:0 führte, kamen die Das Endergebnis: 1. und deutscher Meisier: Bayern durch einen Strafwurf zum Ehrentor. Der Weißensee 96, 2. Hellas Magdeburg, SB 96 Mager Hamburger Trache leitete einwandfrei. burg, Duisburg 98. Poseidon Magdeburg, Wasserfreunee Einen torreichen Kampf lieferten sich Poseidon Hannover, SSF Barmen, SB Augsburg. Magdeburg und Wasserfreunde Hannover, den die PoseiHellas Magdeburg und Duisburg 98:2,(donen mit:5(:2) für sich entschieden. Die junge Mannschaft von Poseidon errang hier einen knappen, Im Schwimmstadion wurden am Samslagvormilld9 aper durchaus verdienten Sieg und ist auf dem besten vor ausgezeichnetem Besuch die Schlußrundenspiele um Wege, da sie noch ungeschlagen in der=Gruppe ist, die Wasserball=Meisterschaft fortgesetzt. In der=Gruppe den fünften Plah zu belegen. —#—=ufl.. bix siorten Mlah anb oa im ersten Tref„Nixen“ und die„96er Die Schwimm-Vereinsmeisterschaft klar entschieden Im Rahmen der Deutschen Kampfspiel=Schwimmum den ersten bis vierten Platz gab es im ersten Treffen einen äußerst harten Kampf, der beinahe eine kleine Sensation ergeben hätte. Hellas Magdeburg konnte erst unter Aufbietung aller Kräfte in den letzten Minuten mit:2 über Duisburg 98 siegreich bleiben, nachdem die Westdeutschen bei der Pause noch mit:0 in Führung gelegen hatten. Die beiden Tore für Duisburg erzielle Hilker. Nach dem Wechsel konnte Schumburg meisterschaften wurde auch die Vereinsmeisterschaft einen Treffer aufholen und wenig später durch einen entschieden. Bei den Damen war die Kampflage ohne Freiwurf ausgleichen. Ein Aufatmen ging durch die weiteres klar. Die Charlottenburger Niren gewanReihen der Hellas-Anhänger, als Aki Rademacher den nen den Titel abermals ganz überlegen mit 207 wichtigen Führungstreffer anbrachte. Duisburg 98 setzte Punkten. An zweiter Stelle folgt mit nicht weniger sich zwar heftig zur Wehr, ohne aber verhindern zu als 180 Punkten Abstand Düsseldorf 98, das es auf können, daß wiederum„Aki“ kurz vor Schluß mit einem 27 Punkte brachte, während Germania Dortmund den vierten Tor den Sieg sicherstellte. dritten Platz mit 24 Punkten belegt. Bei den Herren hat Magdeburg seine Vorherrschaft nun endgültig bestätigt. Im Zweikampf„96“ gegen Im zweilen Spiel zwischen Weißensee 96 und Hellas blieben die verstärkten„96er“ mit 91 Punkten Maadebura 96 wurde ebenfalls äußerst hart um ver Hellas(70) und dem Bremischen SBB(54) siegden Sieg gestritten. Schirrmeister brachte die Berliner reich. Die Kölner Vereine Sparta und Poseidon sind in Führung und bei diesem Stand wurden auch die heute leider nicht mehr in der Liste zu finden. Seiten gewechselt. In der zweilen Halbzeit war Heiko] Damen: 1. SV Nixe Charlottenburg 207 Punkte; Schwartz der Schühze des Ausgleichskors. Durch den 2. SV Düsseldorf 98 27 Punkte; 3. SV Germania hervorragend spielenden Schirrmeister zog Weißensee ger, Teilnehmer und das Heer der begeisterten Zuschauer in seinen Bann zog. Zunächst wurden im Anschluß an das Fußballspiel die restlichen Reiter=Wettbewerbe ausgetragen. Die Dressurprüfung der Klasse S war dem Tratehne“ neymer und Tenneymeeinnen,— Fels unter Rittmeister Gerhard nicht zu nehmen. Die der nationalsozialistischen Sache und dem Vaterlande silberne Schleife holte sich Hidalgo unter Hauptmann gedient hätten und sprach besonders den Viebig, während Germane, ebenfalls unter Rittmei=#inen und den Dank des Staates aus. Der Reichsster Gerhard, den dritten Platz vor Gimpel belegte, sportführer sagte zum Schluß, daß das Fest des deutFür das abschließende Jagdspringen der schwersten schen Sportes keinen besseren Abschluß finden könne Klasse(Sa) hatten sich bei den Vorprüfungen des ais in einem Treuegelöbnis zum Führer, dem er folSamstag elf Bewerber herausgeschilt. Den etwa 700 gendes Telegramm gesandt habe; Meter langen Kurs, der über 18 Sprünge bis zu!„Zum ersten Male feiert die geeinte deutsche 50 Meter Höhe führte, erledigte Baccarat unter Turn= und Sportbewegung ihre Kampfspiele. Ueber Rittmeister Momm und Posidonius unter Oblt. Kurt 800g aktive Teilnehmer und 70 000 Zuschauer aus Hasse fehlerfrei. Beim Stechen um den Sieg wurden allen Zweigen des Sport und allen Teilen des Reinur fünf Hindernisse gesprungen, dabei wurden die ches entbieten Ihnen, mein Führer, mit dem GelöbMauer. der Hoch=Weitsprung und der gegenüberlie= nis unwandelbarer Treue ein dreisaches Siegheil.“ gende dreifache Sprung erhöht. Baccarat kam aber Mit einem dreifachen Heil auf das geliebte deutmals fehlerfrei über den Kurs, während Posidonlus sche Vaterland, den Schirmherrn der Kampfspiele. nier Fehler machte. Der Sieg von Rittmeister Momm den Reichspräsidenten von Hindenburg, und unseren Baccarat wurde mit begeistertem Tubel ausge: Führer Adolf Hitler, in das die Zehntausende mit nommen, aber auch die übrigen Teilnehmer dursten begeistertem Ruf einstimmten, ichloß der Reichssportviel Beifall quittieren. Den dritten Platz belegte führer seine Rede und damit auch die 4. Deutschen Baron 4 unter Oblt. Brandt mit nier Fehlern und Kampfspiele 1934. 99 Sekunden vor Alraune nter Tachtmeister] Mit Ergrifsenheit sangen die Massen das Deutschmit vier Fehlern 99,2 Sekunden und Tora land=Lied und anschließend das Kampflied der naunter Oblt. Brandt vier Fehler 101 Sekunden. tionalsozialistischen Bewegung, das Horst=Wessel=Lied. — di= spartlichen Wettbewerbe be= Dann erfüllte noch einmal großer Jubel das Stadet. Schmisige Marschmusik klang auf und durch die dion, wurden zum letzten Male die Sieger und Teilendet. Schmilsige Morschnyy: Tehüing zogen nach nehmer der Nürnberger Wettlämpse gefeiert als sie besübungen auf den grünen Raseg, mährenk gleich Kampstätte. Die Deutschen Kampspiele 1934 waren zeitig durch das Marathontor die Prachtgestalten der beendet. Keiner wird sie vergessen. Wissen Sie das ßensee Dortmund 24 Punkte; 4. SC 04 Spandau 15 Punlte; erneul in Front, vermochte jedoch den nun zum End- 5 SV Kreseld 13 Punkte. Die Spielstärke der im südamerikanischen Fußball sport führenden Mannschaften von Uruguay und Ar gentinien scheint immer noch eine völlig gleichwertige zu sein. Die letzte Begegnung der Professional= Mannschaften der beiden Länder in Montevideo schloß mit einem:=Unentschieden. * Während die Amerikareise der Bremer Fußballmann= schaft Werder eine Verschiebung erfahren mußte, tritt der tschechische SK Kladno am 22. August eine Wettspielreise nach den USA an. An der Fahrt wird auch der Bürgermeister der Stadt Kladno teilnehmen. spurt ansetzenden Magdeburgern nicht ganz standzuhal= Herren: 1. 96 Magdebura 91 Punkte; 2. Hellas Die gesundheitliche Indisposition von Dr. Buhtz in sweiles Gegenlor gesallen lassen. Jomit sland der 4. S3 79 Hambura 3a u..“ 895 919— Siuler Zuasiz unterlag und im deuschen Meisterschaifts. Einer aufgeben mußte, wird darauf zurückgeführt, daß Dr. Buhtz nach seinem Sieg in Henley in einem anscheinend noch zu stark erhitzten Zustand unter die kalte Brause gegangen ist. Nach Ansicht erfahrener Ruderer ist ein durchtrainierter, fettarmer Körper in solchen Fällen leicht einer Nervenentzündung ausgesetzt, unter der auch Dr. Buhtz zu leiden hatte. Man hielt die Behinderung anfangs zu Unrecht für einen Hexenschuß * Dieses Vorkommnis zeigt wieder, daß für die Ueberwachung der Sportmannschaften mehr als bisher erfahrene Sportärzte herangezogen werden müssen. * Als das beste Alter für einen Zehnkämpfer und die Stufe höchster Leistungsfähigkeit wird ein Alter von 26 Jahren angesehen. Hans Heinrich Sievert, Deutschlands hoffnungsvoller Weltrekordmann im Zehnkampf, ist am 1. Dezember 1909 geboren, so daß er im Sommer 1936 auf der Höhe seines Könnens stehen sollte. 13 AMRHEIN A eUlichKöln, den 30. Juli 1934 Was gibts Nleuess Prinz und Prinzessin Kaya aus Japan trafen am Sonntag gegen 19 Uhr von Frankfurt kommend auf dem Kölner Hauptbahnhof ein. Im Gefolge befanden sich zehn Personen, darunter der Adjutant Oberstleutnant Kuchibuchi und der Sekretär Takatsuka, ferner Offiziere der japanischen Botschaft. Das Prinzenpaar wird Montagmittag die Reise nach dem Haag fortsetzen. An der Bayenstraße Sonntagmittag überholte ein Personenkraftwagen einen Motorradfahrer. Hierbei kam es zu einem Zusammenstoß, bei dem der Motorfahrer schwere Bein= und Kniequetschungen davontrug. Er mußte in das Augustinerkloster gebracht werden. Der„Sonntagsfreund“ Freudestrahlend erschien gestern abend ein alter Abonnent namens Grünen, wohnhaft in der Dagobotstraße, auf der Redaktion. Das Ungewöhnliche des Vorganges wurde durch die Tatsache unterstrichen, daß die Uhr bereits den Beginn der 22. Stunde angezeigt hatte. Herr Grünen wies zwei stark nach Gimmi duftende, überaus bunte Gebilde auf und betorte, er habe etwas sehr Nettes für die Zeitung. Der diensttuende Redakteur nahm die Dinger mit pitzem Finger auf und machte sich daran, die Aufschriften zu studieren. Er las„Zondags Vriend“ und den Namen der guten Stadt Antwerpen. Worauf sich sein Antlitz merklich erhellte, und wonach sich ihm Veranlassung bot, der Meinung Herrn Grünens von dem Netten für die Zeitung beizupflichten. Zumal dieser danr noch eine mit französisch=belgischen Lettern bedeckte Karte hervorzog, die... Aber fassen wir uns kürzer. Ein Herr Jaspers, irgendwie mit jener Zeitung mit dem gefühloollen Titel Zondags Vriend identisch, hatte in Antwerpen zwei Luftballönchen aufgelassen. Und auf der anhängenden Karte bat er den Finder um Nachricht über die Landung. Es käme ihm auf ein nettes Geschenk al. Zeichen der Dankbarkeit nicht an. Herr Grünen hatte die belgischen Boten in„entstelltem“ Zustand auf einem Stoppelacker in der Nähe des Kölner Flughafens gefunden. Woraus man einmal ersehen möge, daß Herr Grünen in der Wahl seiner sonntäglichen Spaziergänge den Verpflichtungen, die ihm sein Name auferlegt, völlig gerecht wurde, zum anderen aber, daß die Luftballons irgendwie auf gutes Benehmen geimpft sein mußten. Denn konst hätten sie sich nicht ausgerechnet den Butzweiler Hof für die Landung ausgesucht. Ballon Köln landete in Thüringen Der Freiballon Köln der Ortsgruppe des Deutschen Lustsport=Verbandes, ist gestern morgen um.30 Uhr unter Führung von Christian Geusgen auf dem Platz am Lindentor aufgestiegen. Er landete um 13.50 Uhr glatt in Neckeroda bei Weimar. Reliquienprozession im Dom Der Abschluß der sommerlichen Dreikönigenoktav im Dom hat immer eine besondere Note. Während der ganzen Woche waren morgens um 8 Uhr die Kinder der katholischen Volksschulen Kölns in der gemeinsamen Schulmesse gewesen; Mittwochmorgen um 11 Uhr hatten sämtliche Klassen des Lyzeums Unserer lieben Frau vom Georgplatz mit ihren Lehrern und Lehrerinnen als Semesterabschluß einer deutschen Singmesse beigewohnt; jeden Werktagabend um 7 Uhr kamen die Katholiken Kölns zum Besuch der Abendpredigt, die P. Schüller S. J. hielt. Am Sonntagabend um 7 Uhr war Schlußfeier im Dom. Nach einer ergreifenden Predigt fand die große Reliquienprozession durch den Dom statt. Die Brüder sämtlicher Orden: Dominikaner, Franziskaner, Jesuiten, Lazaristen, Väter vom hl. Geist, Alexianerbrüder, Marianhiller Brüder trugen die kleinen und großen Reliquien. Eine große Schar von Meßdiener mit brennenden Kerzen, Wimpeln und Fahnen, begleiteten den Zug. Es war ein köstliches Bild. als die großen silbernen Schreinen, von den Brüdern auf den Schultern getragen, über den Köpfen der Menge durch den gefüllten Dom schwankten. Wie ein Traum mittelalterlicher Zeiten. Der Herr Kardinal, das gesamte Metropolitankapitel mit Propst und Weihbischof, die Alumnen des Priesterseminars beschlossen die Prozession. Am festlich geschmückten Dreikönigenaltar wurde der goldene Schrein der hl. Dreikönige inzensiert, der Domchor sang, der Herr Kardinal gab den bischöflichen Segen. Dann endete die Prozession am Hochaltar des Domes, woselbst der Herr Kardinal zum Abschluß der Feier den sakramentalen Segen erteilte. Die Orgel intonierte, die Menge sang:„Es ragt ein hehrer Königsthron“, durch das lange Spalier der Brüder und Meßdiener verließ der Kardinal segnend den Dom. Auf der Domtreppe standen die Menschen dichtgedrängt in stummer Ehrfurcht: die katholische Kirche ist für viele unserer Zeit wieder ein spürbarer Begriff. — 1l. Der Bruder des Mikados in Köln Prinz und Prinzessin Kaya von Japan für 24 Stunden zu Besuch Richtig: Ueber dem Eingang des Excelsior=Hotels flattert eine seltsame Fahne, die gewiß nur wenigen der Sonntagnachmittags=Spaziergänger bekannt ist, den ganz Beschlagenen und den Zigarettenbildchensammlern. Dabei ist es eine der einprägsamsten Flaggen der Welt: die japanische! Roter Kreis auf weißem Tuch. Die asiatischen Gäste geben sich in Köln ein Stellin Deutschland. Auch diese Reise ist inoffiziell. Eine schlichte Studienreise im Salonwagen und unter Regie der Firma Cook. Die gestrige Etappe dieser Reise war Wiesbaden=Rüdesheim— Schiffahrt bis Koblenz— Uebergang in den schon zitierten FD. Für den Empfang der Gäste war das Fürstenzimmer des Kölner Hauptbahnhofes noch einmal geöffnet worden. Seit dem Besuch des Staatssekretärs Suvich ist es nicht mehr benuzt worden. Und auch sonst war wieder das bekannte Gepränge zu verzeich0 Ree Prinz und Prinzessin Kaya nach der Ankunft in Köln dichein. Erst kam ein Maharadscha: der Nawab of Rampour. Ein König folgte: der König von Siam. Und nun ist gar ein Fürst aus kaiserlichem Geblüt gekommen: Prinz Kaya. des Kaisers von Japan Bruder. Der Nawab kam zu Schiff. Der König per Rolls Noyce. Und Prinz Kaya im Salonwagen. Unpunktlichteit war in sämtlichen Fällen zu vernen: Amtmann Köhl, der Hauptbahnhofsvorsteher, streifte die weißen Handschuhe über, Photographen rechnen Belichtungszeiten aus und die Journalisten sinnen nach, was sich mit dem Begriff Japan alles verbinden lasse. Des Mikados Bruder, Prinz Kaya, ist jetzt unterwegs zu uns. Er muß sogar bald kommen. Denn es ist schon 6 Uhr durch. Und selbst die beiden Japaner, die im schwarzen Anzug, wenig redend, kaum sich bewegend, schon lange auf dem Bahnsteig stehen, Sonntägliche Vorbesichtigung Heute morgen Start des Saisonschluß=Verkaufs Behagliches Schlendern von Schaufenster zu Schaufenster in sonntäglicher Ungebundenheit! Erwartung in den Augen, erstaunte Ausrufe, Mienen, die erkennen lassen, daß man über dies und jenes eifrig nachdenkt. Wird man sich doch noch ein Sommerkleid leisten können? So eins mit schönen, duftigen Blumen? Oder wäre es besser— falls man Blumen im nächsten Sommer vielleicht gar nicht mehr trägt— eins dieser kleinen, schicken Leinenkostüme zu wählen, vor denen man bereits im Mai mit leiser Sehnsucht stehen blieo? Wichtige Frage für manches junge Mädchen. manche Frau! Köln stand am gestrigen Sonntag schon ganz im Zeichen des Saisonschlußverkaufes. Am zeitigen Vormittag freilich lagen die Straßen noch still, es eilte noch nicht die Sachen anzusehen, auch das herrlichste Kleid konnte ja vorläufig von niemand weggeschnappt werden. Gegen Mittag aber drängten sich vor den Auslagen schon ganze Reihen von neugierigen, schauund kauflustigen Menschen. Nur die Hausfrauen und Mütter fehlten zu dieser Stunde im Stadtbild. Sie mußten das sonntägliche Mittagsmahl vorbereiten. Der richtige Betrieb setzte darum erst am Nachmittag ein. Der bewölkte, regenverheißende Himmel ließ zudem manche Familie, die sonst Sonntags ins Grüne wandert, ihren Spaziergang durch die Hauptgeschäftsstraßen nehmen, über den Ring, den Neumarkt, durch die Schildergasse ziehen, durch die Hohestraße, die Glockengasse und Breitestraße gehen, in Seitenstraßen kleine Abstecher machen. Es ist ja so viel zu sehen! Und die Stadt bietet, gegen frühere Jahre, ein anderes Bild! Diesmal gibt es keine aufdringliche, anreißerische, die Käuferinnen betörende oder sogar irreführende Reklame. Es ist kein Geschrei in den Straßen, der klare Blick wird einem durch keine Sensationsanpreisung vernebelt. Ueberdies fehlen in den Auslagen die sogenannten Ladenhüter, die schon jetzt unmodernen Sachen. Man findet, abgesehen von den einfachen, zeitlosen Kittelschürzen und Hauskleidern, die oft nur ein bis zwei Mark kosten, alles wieder, was in Modenschriften, auf Modentees und in den Schaufenstern der großen Geschäfte zu Anfang des Sommers zu sehen war, was eben erst— begann der Sommer nicht gerade erst?— als letzte Neuheit angepriesen wurde. Da sind die Rockkomplets des Frühjahrs mit den kragenlosen dreiviertellangen Mänteln und den gleichfarbigen oder farblich passenden Röcken— eines in dunklem Taubengrau ist mir besonders in Erinnerung geblieben und ein kleines braunes mit schicken Lederschließen— dann vor allem die Sommersachen, die hellbraunen, lindengrünen, bindfadenfarbenen Leinenkostümchen(kaum eines über zwölf Mark!), die Leinenröcke, dann die kragenlosen Sommer==Garnpullover mit den dicken Knöpfen und den bunten, lose geschlungenen Schals, die duftigen Organdyblusen— zum halben Preis! Da trifft man aber auch auf die gemusterten Kleider mit den kunstseidenen Kompletmänteln.„Ob das im nächsten Jahre noch modern ist?“ meint überlegend ein junges Mädchen,„— aber man sieht so angezogen darin aus! Ob ich mir jetzt für den Urlaub nicht doch noch—“ Den kleinen Wollkostümen in Tintenblau und Taubengrau oder in den erst dieses Frübjahr aufgekommenen matten, seltsam verwischten Tönen begegnet man ebenfalls wieder Die Fülle verwirrt ein bißchen. Manche Frau bleibt längere Zeit vor einer Auslage stehen, blickt aufmerksam durch die Scheibe und ruft dann auf einmal:„Das dort ganz hinten, das Kleinkarierte!" oder„das Blaue mit den weißen Tupfen! Wie schlank das fällt!" Es sind vor allem die Einzelstüce die besonders interessieren, die einmaligen Sachen, weil sie so gar nichts mehr von dem an sich haben, was man früher in Gedanken mit dem Wort„Ausverkauf" verband Dann die Stoffe! Ganze Berge von Geweben, Ballen um Ballen sorgfältig aufeinandergeschichtet! Do sind die einfarbigen, der Mode kaum unterworfenen Stoffe, daneben die bunten Blüten der Voll=Voiles. die kleinen Streumuster der billigen Selencistoffe, die für Haus= und Wandenkleider so nett sind, die großen und kleinen Karos der Wollmusselines und=georgettes, der leichten Krepp= und Kreppellastoffe, die Schottenmuster der Tafte. Vor den Hut=, den Schuh= und Taschengeschäften (Fortsetzung nächste Seite, 1. Spalte unten) Das Gepäck des hohen Paares zeichnen. Aber diese„Unpünktlichkeiten“ waren jeweils die Schuld besonderer Umstände, für die— unser Wetter, unser Verkehr, unser Fahrplan— verantwortlich waren. Der FD, der den Salonwagen für den Prinzen und seine Begleitung angehängt hatte, war im Fahrplan für 17.12 Uhr angekündigt. Er kam eine Stunde später. Eine Verspätung, die dem Ferienverkehr zuzuschreiben ist. Die japanischen Gäste sind schon mehrere Wochen rücken an der Brille, an der Krawatte: sind kurzum, wie es scheint, nervös. Er kommt! Fl) 263 Budapest—Hoek von Holland läuft ein. Hinter dem Speisewagen der Salonwagen. Japaner steigen aus. Ein Dutzend etwa. Einer dem anderen ähnelnd. Auch Frauen sind dabei. Kleine Frauen mit gelb=braunem Teint. Wer ist der Prinz? Wo ist die Prinzessin? Man kennt sie noch nicht. Man sah wenig Bilder. Jetzt entdecke ich, wie die beiden Japaner, die mit mir hier warteten, sich verneigen, auf eine ganz eigenartige Weise, nicht mit jener Lässigkeit, mit der auch der best erzogene Europäer sich verbeugt, sondern man in Europa nicht mit einer Feierlichkeit, die kennt. Das Prinzenpaar dankt und grüßt nach allen Seiten. Und dann schreitet der Besuch mit seiner Eskorte zum Fürstenzimmer. Die Prinzessin, im weißen Leinenkleid, hat eine raumgreisende Art zu schreiten, die nicht recht in unsere Vorstellung vom zierlichen Trippelgang der Japanerin paßt. Vor dem Bahnhof tut sich's wieder. Menschen Schupos, lange Hälse, Autohupen. Betrieb! Köln hat sein Sonntagnachmittags=Ereignis ist nicht weit vom Bahnhof zum Ercelsior. Und ist nicht weit von der Drehtür zum Lift. Und den Rest erfährt man später! Nämlich dieses: daß das Prinzenpaar mit einem Adjutanten und zwei Attachés von der Berliner Botschaft reist. Daß der Prinz am Abend einen Seidenkimono und Sandalen trug. Daß man Rheinwein trank, den der Prinz sehr schätzt. Daß er interessierter Betrachter der sonntäglichen Vorgänge auf dem Domplatz war. Daß er für den Abend eine Pfirsich=Bowle bestellt hatte, deren Zubereitung er persönlich beizu wohnen wünschte. Daß er am heutigen Mittag 12.06 Uhr, in Richtung den Haag Köln und Deutschland verläßt. Und dies alles weiß ich von einem Herrn. der freundlicher ist als selbst ein Hoteldirektor zu sein braucht, noch besser aussieht als— unberufen— ein Hoteldirektor auszusehen hat, und mit Journalisten zuvorkommender umgeht, als gar ein Hoteldirektor nötig hat. Wer Schützenfest hinter dem Messeturm Deutzer Volksfest auf neuem Platz— St. Sebastianusschützen werben um die Jugend Links: Schützenparade am Sonnta gnachmittag— Rechts: Blick auf den neuen Rummel platz unmittelbar hinter der Messe Wieder ruft das Deutzer Schützenfest die Leute von der rechten Rheinseite und nicht minder die vom andern Ufer zum Parkgelände in Deutz. Daß schon am gestrigen Sonntag viele diesem Ruf gefolgt sind, bewies die Völkerwanderung über beide Brücken. Die Deutzer Schützen hatten diesmal für ihren Volkstrubel einen anderen Platz gewählt als in den Vorjahren; der Weg zum Ende des Rheinparks war wohl zu weit. Der heutige Platz liegt gleich hinter den Messegebäuden und ist eine Annehmlichkeit für alle. Die gute Wahl dieses Platzes bewies der außerordentlich große Besuch, der schon am frühen Sonntagnachmittag einsetzte. Man kann das uralte Deutzer Schützenfest beinahe nicht mehr traditionell nennen, es ist schon mehr als das. Es ist, geradezu bauend auf ein ehrwurdiges ellter von 471 Jahren, heute so verwurzelt im Gefühlsleben der Deutzer und auch der ganzen Kölner Bevölkerung, daß es schon mehr eine offizielle Einrichtung darstellt, als eine rein vereinsmäßige Ueberleferung. Dazu verstehen es die Deutzer Schützen auch, ihr Hochfest alljährlich in bester Weise zu organisieren. Das Fest begann am Samstag mit einem hübschen Fackelzug und einem Zapfenstreich vor dem Deutzer Krankenhaus. Anschießend war ein Bierkommers in der unteren Nordhalle des Messegebäudes. Zu den gesellschaftlichen Veranstaltungen wird übrigens— zum erstenmal diesjährig — der obere große Festsaal benutzt, wozu man ihn auf das prächtigste ausgeschmückt hat. Der Sonntag begann mit dem üblichen Weckruf. Um 10 Uhr war dann das Hochamt in St. Heribert, woran sich nachher ein Frühschoppen im Vereinslokal anschloß. Am Nachmittag ging ein schöner Festzug durch die Straßen von Deutz, nachdem der Vorsitzende Bungart und der Schützenkönig eine solze Parade abgenommen hatten. Zwanzig Schützenvereine sowie alle Ortsvereine nahmen am Festzug icil. Besonderes Aufsehen erregten die„Kolonialtruvven“. Auch herrliche Reitergruppen boten eine Augenweide dar. Das Schönste war jedoch der Wagen des Königsvaares. über dessen Blumenschmuck eine funkelnde Krone schwebte. Schützenkönig bis zum Ausschuß des neuen Würdenträgers ist der Bahnhofsrestaurateur Thiele als Josef I. Die Gesellchaft legt in diesem Jahre besonderen Wert auf die Deutzer Jungmänner. an die der Aufruf zum Eintritt in die Jungschützenabteilung ergeht. Es ist hierbei bemerkenswert, daß die Jungschützen kein Aufnahmegeld und keine Beiträge zu zahlen brauchen. Die St.=Sebastianus=Schützenbruderschaft will Kameradschaftsgeist und Wehrtüchtigkeit; fördern und dadurch mithelfen, dem Vaterland ein Fundament von Stetigkeit für alle Zeit zu schaffen. Der Deuter Schützenplatz bietet diesmal wieder etwas ganz Besonderes. Die Schützen wußten, daß sie sich anstrengen mußten, nachdem die Kölner durch das große„Volksfest am in dieser Beziehung schon etwas gewöhnt waren. Sie haben es aber geschafft; das Volksfest ist nicht nur erreicht, sondern, was die besonderen Feinheiten beteifft, fast übertrumpft worden! Das sind die Deutzer Schützen ihrem guten Rufe schuldig. Wer kennt nicht schon die Arten und Abarten sommerlicher Festplatzfreuden. Mancherlei Hübsches rom Nachener Weiher ist nach Deutz gekommen. Manches noch Schöneres trat hinzu. Der Festplatz bietet eine gediegene und reichhaltige Kurzweil, und er ist wohl der größte und beste, den eine einzelne Gesellschaft erstellen kann. Möge man die Mühe anerkennen durch eine große und herzliche Anteilnahme, wie sie das Deutzer Schützenfest bisher immer erlebt hat. Die Deutzer St.=Sebastianus=Schützenbruderschaft ist nach den Angaben alter Ueberlieferungen mit eine der ältesten Deutschlands. Genaue Daten über die Sonnlägliche Vorbesichtigung (Fortsetzung von der vorigen Seite.) stehen auch immer wieder Leute, vornehmlich Frauen. Alle ausgestellten Artikel sind im Preise gesenkt, besonders spürbar aber ist der Preisunterschied bei den der jahreszeitlichen Mode am stärksten unterworfenen Stücken. Ganze Regimenter von weißen Leinen= und Lederschuhen sind da hinter dem Glase aufmarschiert, ganze Heere von weißen Hüten und Kappen, von weißen und helbeige= oder zartgraufarbigen Taschen. Für jeden Geschmack, für jeden Geldbeutel findet sich etwas. Die Kölnerinnen wanderten gestern von Laden zu Laden, suchten, prüften, gingen zuerst zu„ihrem“ Geschäft, verglichen dann bei den anderen. Und viele— man konnte es aus aufgefangenen Worten, aus dem sich verändernden Blick entnehmen— viele saßten den unumstößlichen Entschluß: Morgen, Montag, hole ich mir dieses Kleid, jenen Hut unter allen Umständen! 8 heit ihrer eigentlichen Gründung liegen nicht vor. Bis zum Jahre 1883 ging man von der Voraussetzung aus, daß die auf dem alten silbernen Königspotal verzeichnete Jahreszahl 1558 das eigentliche Gründungsjahr darstelle, und feierte aus diesem Grunde in jenem Jahre das 325. Schützenfest. In späterer Jcit trat ein Umstand ein, der die Bruderschaft als viel älter dokumentierte. Man fand nämlich unter anderen alten Deutzer Akten eine Urkunde mit dem Datum rom April 1463, in der in einem Schriftsatz schon von dem Bestehen der Bruderschaft die Rede ist. Seit ihrem Auffinden wurde diese Urkunde von der Bruderschaft als das einzige vorhandene„verbriefte Recht“. über ihre Gründung angesehen und die Jahreszahl 1163 als das eigentliche Gründungsjahr gewertet. Man vermutet jedoch, daß die Bruderschaft ein noch höheres Alter aufzuweisen hat; es fehlen aber positive Beweise. So feiert denn die Deutzer Schützenbruderschaft in diesem Jahre ihr 471. Gründungsfest. Um der Verbundenheit zwischen Bruderschaft und Kirche in besonders sichtbarer Form Ausdruck zu geben, fungierten gestern übrigens beim feierlichen Hochamt 5 Schützen als Meßdiener. In der Festhalle Jankte am Nachmittag der Vorsitzende der Bruderschaft allen Teilnehmern auf das herzlichste, begrüßte insbesondere die Gruppe ehemaliger Südwestafrikaner. Denn, so führte er aus, sie und die anderen Kolonial= lämpfer sind es, deren Anregung die deutsche Kolonal=Ausstellung zu verdanken ist, und die sich bei dem heutigen Schützenfest ganz besonders auswirkt. : K o l o n i a l a u s s t e l l u n g u n d S c h ü t z e n f e s t Billige Volkstage in der Ausstellung— Bis 21 Uhr geöffnet. Das Deutzer Schützenfest mit seinem Vergnügungsplatz hat sich diesmal in der Nähe des Staatenhauses im Rheinpark angesiedelt. Es steht also räumlich in engster Verbindung mit der Deutschen Kolonial= ausstellung. Diese Verbundenheit hat auch dadurch ihren Ausdruck gefunden, daß an dem Schützenfestzug am Sonntagnachmittag ein Trupp ehemaliger Kolonialsoldaten in Uniform mit marschierte. Da der Schützenplatz auch in den nächsten Tagen mit einem starken Besuch rechnen kann, wird die Kolonialausstellung etwas Besonderes tun, indem sie Montag, Dienstag und Mittwoch den Eintrittspreis für Erwachsene auf 30 Pfg. herabsetzt. Nutze jeder Besucher des Schützenfestes diese günstige belegenheit. die sehenswerte Ausstellung zu besichtigen, aus! Die Kolonial=Ausstellung bleibt an allen Tagen der Schützenfestwoche bis abends 9 Uhr geöffnet. Festakt beim Luftschutz Verpflichtung der Fachtrupps des Sicherheits= und Hilfsdienstes Links: Die Mitglieder unterschreiben die Verpflichtung— Rechts: Polizeipräsident Lingens bei seiner Rede Am gestrigen Sonntagmorgen fand auf dem Hofe des Gas= und Elektrizitätswerkes in der Rosenstraße die Verpflichtung der Fachtrupps des Sicherheits= und Hilsdienstes des zivilen Luftschutzes statt. Man sah. daß der vaterländische Gedanke des Luftschutzes in Köln zielsicher vorwärts marschiert. Der Hof, in dem die Feier stattfand, war schlicht geziert. Lorbeerbäume das Bild Hitlers und die Fahnen der Nation gaben die rechte Stimmung. Polizei=Präsident Lingens sprach von der ungeheuren Bedeutung des zivilen Luftschutzes:„Wir wollen keinen Krieg und Gott möge einen solchen über unserem Volke vermeiden, aber wir wollen gerüstet dastehen, wenn man uns bedroht. Alte und junge Soldaten stellen sich in den Dienst, die Heimat zu schützen.“ Der Luftschutz sei keine Angelegenheit, die im Ernstfalle verächtlich und verkannt mit„Etappenar= beit“ abgetan werden könne. Auch im zivilen Luftschutz gelte es, den ganzen Mann bis zum letzten Augenblick zu stellen. Das war der Sinn der begeisterten Worte des Polizei=Präsidenten, der alsdann die feierliche Verpflichtung der Fachtrupps vornahm. Seine Rede endigte in einem Treuebekenntnis zu den Führern des deutschen Volkes, dem Reichspräsidenten, der vielen der Verpflichteten im Kriege der Generalfeldmarschall war, und dem Reichskanzler Adolf Hitler. Nach dem Sieg=Heil wurde die Nationalhymne und das HorstWessel=Lied gesungen. In Anschluß daran nahmen die Beamten der Polizei die schriftliche Verpflichtung eines jeden Einzelnen entgegen. Hierzu spielte die Kapelle der Gas= und Elektrizitätswerke, die sich der Feier zur Verfügung gestellt hatte, den Badenweilermarsch. Mit der schriftlichen Verpflichtung war die Feier beendet. Pfarrprozession in den Riehler Heimstätten Wenn in den Kölner Pfarren die Kirmessen und Pfarrprozessionen vorbei sind, dann rüstet sich die St.=Anna=Pfarrgemeinde in den Riehler Heimstätten zu ihrer Gottestracht. Um es gleich vorwegzunehmen: die Prozession war in diesem Jahre„ganz großartig.“ Das ist das einmütige Urteil all der vielen Hundert, die ihr beiwohnten, die sie in den herrlichen Parks und Gärten der Riehler Heimstätten sich entwickeln sahen. Die Organisation— denn auch für eine geschlossene Anstalt ist eine solche notwendig—, klappte in diesem Jahre vielleicht noch besser als im vergangenen. Und dann, wie bei den Pfarren in der Stadt, war auch in Riehl diesmal eine bisher nicht gekannte Beteiligung. Die Segensspendungen an den einzelnen Altären,— jede einzelne Abteilung des großen Heims wetteiferte miteinander, ihren Altar besonders geschmackvoll herzurichten—, die würdige und auch ergreifende Anteilnahme der vielen hundert alten Leutchen aus den Heimstätten, der Männer mir ordengezierter Brust, des Marienvereins, alles das waren Momente und Motive, die diese Prozession zu einer der schönsten und eindrucksvollsten im Kranze der vielen Pfarrprozessionen machten. Eine fröhliche Rheinfahrt Am Ufer an der Trankgasse lag am Samstagnachmittag der stattliche Rheindampfer„Goethe“ der KölnDüsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft in reichem Flaggenschmuck. Etwas Besonderes war für den Nachmittag seine Aufgabe. Und führwahr, es ist nichts Alltägliches, wenn sich ein Rheindampfer mit etwa 1000 frischen jungen Menschenkindern füllt, lauter fröhlichen Mädchen und jungen Frauen, alle schmuck einheitlich gekleidet in weiße Blusen und dunkelblauen Rock. War das ein Wibbeln und Kribbeln an Bord, ein Lachen und Singen, ein Winken und Rufen, als das Schiff um 2 Uhr angesichts zahlreicher Zuschauerschar sich in Bewegung setzte. Zwei Musikkapellen setzten auf beiden Decks mit ihren fröhlichen Weisen ein und es ist einfach selbstverständlich, daß schon die ersten Mädchenpaare sich im Tanze drehten. An langen Tischen wurde zu einem edlen Bohnentrunke, mit Milch und Zucker nach Belieben, je ein Teller mit großen dicken Stücken prächtigen Streuselkuchens gereicht. Diese schmackhafte Unterbrechung der jugendlichen Fröhlichkeit bekam einen ernsten, fast feierlichen Anstrich, als dem„reservierten“. Tische(nur der Tisch war reserviert, die Menschen daran waren es gar nicht, sondern fröhlich mit den Fröhlichen!) sich eine Abordnung, zwei Damen und ein Herr näherten. Sie brachten den Gastgebern einen großen Strauß Rosen und eine vorzüglich gelungene Bronzebüste Adolf Hitlers. Auf dem Marmorsockel spricht in Gravur auf Metallplatte„Die Gefolgschaft“ unter dem Datum des Ausflugstages„Der Geschäftsführung“ ihren Dank aus. Er kam von Herzen, das empfand man aus den schlichten Begleitworten, mit denen die Gabe überreicht wurde. Man fühlte es im Laufe der Rheinfahrt noch mehr heraus aus der Gesamtstimmung, die das heitere, zu hundert Scherzen aufgelegte Völkchen an Bord ergriffen hatte. Die Gefolgschaft der Firma Bierbaum=Proenen dankte ihren Chefs, die ihr den schönen Erholungsnachmittag bereiteten. Der Seniorchef der Firma, Herr Friedrich Proenen, wandte sich in Worten, die wohltuend soziale Gesinnung atmeten, an die auf Oberdeck zusammengeströmte Gefolgschaft. Er verglich sich in seiner Aufgabe am Unternehmen mit einem Kapitän. Das zu sein wäre„ein Vergnügen mit solcher Mannschaft", das beste Zeugnis, was er seinen Helferinnen und Helfern im Betriebe wie in den Büros ausstellen konnte. Er gab seiner Freude Ausdruck, einmal nach Ernst und Arbeitspflicht des Alltags in lachende Gesichter schauen zu dürfen und ließ seine Ansprache ausklingen in ein begeistert aufgenommenes dreifaches Sieg=Heil auf den Führer. Die Kapelle intonierte das aus tausend Kehlen über die Wogen des Rheines schallende Horst=Wessel=Lied. Der vaterländische Feierklang der ernsten Viertelstunde machte dann wieder dem breit und schäumend über die beglückten Rheinreisenden sich ergießenden Frohsinn Raum. Eine Karte mit Gutscheinen gestattete ja auch jedem Teilnehmer seine gute Laune mit einem frischen Trunke guten Bieres oder Weines zu erhöhen. Mitglieder der in Köln unter dem Namen „Familie Knallram“ als Humorspender bestens bekannten Freudenbringer erhöhten die Lustigkeit nicht wenig und schließlich war die Stimmung völlig getragen vom Gefühl engster Verbundenheit. Ein Abendbrot ließ noch einmal etwas„Ruhe" eintreken, aber im übrigen ließ die Verwirklichung der guten Losung„Kraft durch Freude“ die auf dem Schiff Versammelten nicht los bis zur glücklichen Heimkehr um 10 Uhr abends. Die wohlgelungene BP=Fahrt nach Linz und zurück wird im großen Betriebe an der Domstraße unvergessen bleiben als eindrucksvolles Zeugnis einer vorbildlichen Gemeinsamkeit zwischen Führung und Gefolgschaft.— e Zwei Opfer des Verkehrs Neun Unfälle am Wochenende Die allenthalben durchgeführte Verkehrserziehungswoche, in deren Verlauf die Straßenbenutzer auf die lauernden Gefahren hingewiesen wurden, ist noch in bester Erinnerung— dennoch wollen die zahlreichen täglichen Verkehrsunfälle nicht abreißen. Am Wochenende ereigneten sich in Köln neun Unfälle, won denen zwei Menschenleben forderten! An der Ecke Luxemburgerwall=Luxemburger Straße wurde in der Nacht zum Sonntag ein Mann, der die Straße hier überqueren wollte, von einem in schneller Fahrt dahersausenden Motorradfahrer überfahren. Der Verunglückte mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo er bald verschied. Verwerflich ist die Tatsache, daß der Motorradfahrer ohne Führerschein war und dazu auf dem Sozins eine Frauensperson mitführte, die sich in angetrunkenem Zustande befunden haben soll. Die Polizei nahm den Lenker des Fahrzeuges fest; die Frauensperson entkam unerkannt. Der Motorradfahrer gibt an, seine Mitfahrerin nicht gekannt zu heben. Der zweite tödliche Verkehrsunfall trug sich auf der rechten Rheinseite auf der Ostheimer Straße zu. Ein Kind, daß hinter einem Lieserwagen herlief, wurde von einem in entgegengesetzter Richtung herannahenden Personenauto erfaßt und unter die Räder des Autos geschleudert. Das Kind starb im Krankenhaus in Köln=Kalk noch am Samstagabend an den sich zugezogenen Verletzungen. * Ein Radfahrer geriet auf der Bergisch Gladbacher Straße in Köln=Mülheim mit einem Lieferwagen zusammen. Er trug Rippenbrüche davon und einen Bruch am linken Arm. Er wurde in das Hospital in Mülheim übergeführt. Der Zusammenstoß war dadurch erfolgt, daß der Lieferwagen auf der nassen Straße ins Schleudern geraten war und der Fahrer die Gewalt über das Steuer verloren hatte. Eine Frau, die auf der Hohe Straße mit ihrem Rad in der Hand im Gespräch begriffen war, wurde durch einen Personenkraftwagen angefahren. Sie wurde nicht unerheblich verletzt. Am Sonntag gegen 4 Uhr versuchte ein Mann in Ehrenfeld in einen Keller einzubrechen. Er konnte aber in dem Augenblick gefaßt werden, als er ein Fahrrad an sich nehmen wollte. Der Dieb wurde dem Klingelpütz zugeführt. Feldartl. 84 Rheinbezirk Die Ortsgruppe Köln des Straßburger FeldartillerieRegt. 84 bittet alle ehem. Regimentsangehörigen, am Waffentag der ehem. deutschen Feldartillerie vom 31. August bis 3. September in Köln, sowie am Regimentsappell am 2. September, morgens 8 Uhr, in der Stadtschenke Sitt, Köln, Antonsgasse 6/8, teilzunehmen. Alle ehm. 84er, auch Nichtmitglieder des Vereins, werden zu einer letzten Besprechung am 11. August, abends 8 Uhr, im Richmodishof eingeladen. Diese Nummer umfaßt 12 Seiten Die Entscheidungen im Tennis Deutscher Meister: von Cramm— deutsche Meisterin: Cilly Außem Im Doppel: Henkel ll=Denker Nach dem regnerischen Freitag war am Samstag in München schönstes Wetter und bei ausgezeichnetem Besuch fiel die erste Entscheidung. Das Herrendoppel wurde von den jungen Nachwuchsspielern Henkel 2 Denker über die Gebrüder von Cramm nach einem erbitterten Fünssatzkampf gewonnen. 1½ Stunde dauerte das Ringen, ehe sich das überraschend gut spielende Brüderpaar von Cramm geschlagen gab. Henkel Denker gewann den ersten Satz:4, mußten aber den nächsten:2 abgeben, um sich im dritten Satz abermals mit:3 die Führung zu erkämpfen. Nach der Pause riskierte besonders Gottfried von Cramm sehr viel, so daß mit:5 erneut ein Satzausgleich zustande kam. Im entscheidenden fünften Satz siegten aber Henkel Denker:4, womit sie zur ersten deutschen Meisterschaft kamen. Cilly schlug Irmgard Das mit großer Spannung erwartete Endspiel im Dameneinzel zwischen den beiden Kölnerinnen Cilly Außem und Irmgard Rost endete mit einem sicheren Siege„Cillys“. Mit:3,:4 brachte Frl. Außem das Spiel überlegen an sich. Im ersten Satz führte Frl. Rost sogar:2, als Cilly vier Spiele hintereinander machte. Im zweiten Satz sah es noch eher nach einem Erfolg von Frl. Rost aus, denn Cilly Außem war schon:2 im Rückstand, als sie abermals vier Spiele machen konnte, womit sie den Titel erneut in ihren Besitz brachte. Dreimal v. Cramm— einmal Henkel Im Münchener Tennisstadion wurde am Sonntagnachmittag vor etwa 2000 Zuschauern die Kampfspiel=Tennismeisterschaft im Herreneinzel zwischen den beiden Berlinern Gottfried von Cramm und Henkel 2 ausgetragen. Cramm zeigte sich in ausgezeichneter Verfassung. Den ersten Satz holte sich der Meister ohne jeden Spielverlust ganz überlegen:0. Den zweiten Satz holte sich Cramm:4, nachdem vorher Henkel mit :0 geführt hatte. Sehr erbitterten Kampf brachte der dritte Satz. Henkel blieb diesmal obenauf und gewann:5. Der vierte Satz brachte aber Cramm mit :3 den Gesamtsieg und die Kampfspielmeisterschaft 1934. Außem=Henkel II siegen im„Mixed“. Anschließend konnte das Paar Frl. Außem Henkel 2 die Meisterschaft im Gemischten Doppel erwartungsgemäß gegen das Ehepaar Schomburgk gewinnen. Ein Zweisatzkampf entschied. Henkel war vom Vorkampf noch etwas mitgenommen und konnte Cilly Außem im ersten Satz nicht besonders unterstützen. Dank der guten Placierungskunst der Kölner siegte aber die junge Kombination:5. Im zweiten Say lief dann die Partie leicht und sicher für Außem Henkel mit :0 zum guten Meisterschafts=Ende. Auf der gegnerischen Seite, war Dr. Schomburgk nicht sehr stark, während Frau Schomburgk die Hauptarbeit leistete. Der Abschluß... Nachdem im Damendoppel Frau Kobe=Morczek durch Nichtantreten von Cilly Außem=Horn(wegen Verletzung der Wiesbadenerin) kampflos ins Schlußspiel gelangten, wurde ihnen doch ein Ziel gesetzt. Frau Ledig=Frau Schomburgk, die Sander=Zehden nur knapp mit:6,:5 ausgeschaltet hatten, siegten klar mit:0,:2.— Major Nehn=München nahm als bayrischer Tennisgauführer im Namen des Deutschen Tennisbundes die Preisverteilung vor. Er überreichte Gottfried von Cramm, der die Trophäe zum zweiten Male gewann, den im Jahre 1897 gestifteten Meisterschaftspokal. Alle Sieger erhielten die goldene Kampfspielplakette und die Plakette der Stadt München; die zweiten Sieger wurden mit der silbernen, die dritten Sieger mit der bronzenen Kampfspielplakette ausgezeichnet. Scherens vor Richter Großer Fliegerpreis von Kopenhagen Zum soundsovielten Male in dieser Nennzeit trafen die beiden Rivalen in der internationalen Fliegergarde, Weltmeister Scherens und Nichter, beim traditionellen Großen Preis von Kopenhagen auf der Oedrupbahn zusammen. Die Siegesserie des Kölners war erst jüngst in Brüssel unterbrochen worden. Auch diesmal setzte sich der Weltmeister durch. In den 6 Vorläufen siegten: Scherens, Richter vor Huybrechts, Falck=Hansen vor Steffes, Meyer=Andersen vor Hürtgen. Linari und van Egmond. In den Hoffnungsläusen schied Hürtgen aus, Steffes erst in den Zwischenläufen. Es kam zu drei Dreierläufen zwischen Scherens, Richter und Falck=Hansen, von denen der belgische Weltmeister die ersten beiden sicher gewann, womit ihm der erste Preis gewiß war. Im dritten Lau gewann Richter vor Scherens und Falck=Hansen. Das Gesamtergebnis: 1. Scherens 4 Punkte, 2. Richter 6 Punkte, 3. Falck=Hansen 8 Punkte. Das Ende der„Tour de France Antonin Magne zum zweiten Male Sieger des Riesenrennens Geyer auf dem 7. Platz ∆ Mit der 23. Etappe von Caen nach Paris wurde am Sonntag die 28. Tour de France beendel. Sieger dieser gewaltigen und größten radsportlichen Prüfung wurde der Franzose Antonin Magne, der damit seinen Sieg aus dem Jahre 1931 wiederholte und auch damit die seit 1930 ununterbrochene Siegesserie französischer Jahrer fortsetzte. Magne, der seit der dritten Etappe das„gelbe Trikot" als Zeichen seiner Spitzenführung trug, konnte es sich auf der letzten Etappe leisten, zwei Minuten später als der Sieger dieser Route, der belgische Tourist S. Maes, anzukommen. Sein Erfolg war nicht mehr zu gefährden. Von den Deutschen schnitt der Schweinfurter Ludwig Geyer, der in der Gesamtwertung den siebenlen Platz belegte, am besten ab. Geyer überflügelte durch seine Zähigkeit und Ausdauer sowie seine Stärke in den Bergen diesmal weit den sonst besten deutschen Tour=Fahrer Kurt Stöpel, der heuer nicht über den 21. Platz hinauskam, während Kutschbach und Risch, die beiden restlichen Ueberlebenden unserer auf die Hälfte zusammengeschmolzenen Mannschaft, am Schluß des Feldes liegen und nur noch den Italiener Folco hinter sich haben. * Es gab auf der letzten Elappe noch einmal ungemein harten Kampf. Besonders auf dem letzten Teil der Strecke, wo sich der belgische Einzelfahrer S. Maes davonmachte und gegen seine Verfolger einen Vorsprung von 20 Sekunden herausfahren konnte. Von den Deutschen befanden sich Stöpel und Geyer stets mit vorne, zusammen mit Maes, Lapébie, Speicher und dem Sieger der Einzelfahrer, dem Belgier Verwaecke. So ging die wilde Jagd durch die von den Zuschauern dicht umsäumten Straßen der Pariser Vororte. Schon mittags hatten sich auf der Prinzenparkbahn 40000 Zuschauer eingefunden, die das Eintreffen der Fahrer nicht verpassen wollten. Nachdem Maes, den keiner mehr erreichen konnte, durchs Ziel gegangen war, gab es noch einen schönen Endkampf, in dem Lapébie Stöpel, Verwaecke, Speicher und Geyer schlug. Nach kurzer Pause traf dann Antonin Magne mit dem gelben Tricot ein. Unter nicht endenwollendem Jubel der Zuschauer fuhr er seine Schlußrunde ab. Später erst erschien das Gros der Fahrer. Kutschbach wurde in einer größeren Gruppe mit drei Minuten Zeitverlust auf den 23. Rang gesetzt und Risch wurde in 7,16,40 Minuten als 36. gestoppt. Antonin Magne war wohl der größte Fahrer des Feldes. Er gewann zwar nur zwei Elappen und belegte viermal den zweiten Platz, fuhr aber mit„Kopf" und Routine sein Rennen. Der erfolgreichste Mann war in den einzelnen Etappen zweifellos der Franzose Roger Lapébie, dem seine fünf Etappensiege und sechs zweiten Plätze eine Zeitvergütung von 12 Minuten einbrachten. Der jüngste Teilnehmer der Tour, der Franzose Vietta, erwies sich in den Bergen als stärkster Fahrer und kam auf eine Zeilvergütung von 18,39 Minuten. 23. Etappe der Tour de France, Caen— Paris 221 km): 1. S. Maes 7,11,41 Stunden, 2. Lapébie 7,12,01 Std., 3. Stöpel, 4. Verwaecke, 5. Speicher, 6. Geyer, 7. Magne 7,13,29 Std., 8. Le Greves 7,14,28, 9. Renaud, 10. Salazard, 23. Kutschbach 7,14,45, 36. Risch 7,16,40 Std. Gesamtwertung der 28. Tour de France 1934: 1. Antonin Magne-Frankreich 147,13,58 Stunden, 2. Markano=Italien 147,41,29, 3. Roger Lapébie=Frank= reich 148,05,43 Std., 4. Verwaecke=Belgien(1. Einzelfahrer) 148,11,38, 5. Viekto=Frankreich 148,13 Std., 6. Morelli-Italien 148,25 St., 7. Ludwig GeyerDeutschland 148,26,49, 21. Kurl Stöpel-Deutschland 150,15,11, 37. Kutschbach=Deutschland 153.00,36, 38. Risch=Deutschland 153,51,53 Std. 39 Fahrer beendeten das Rennen. Länderklassement: 1. Frankreich 443,32,41 Stunden, 2. Italien 446,52,32, 3. Schweiz=Spanien 447,36,22, 4. Deutschland 451,42,36 Std. Belgien nicht gewertet. Die Endkämpfe der Ringer Drei Kölner Meister: Möchel, Audasch und Müller Westdeutsche Erfolge Großes Interesse fanden die Endkämpfe der Ringer, die am Samstagabend beendet wurden. Westdeutschlands Teilnehmer schnitten in beiden Abteilungen— griechisch=römischer Stil und Freistil— recht erfolgreich ab, was darin zum Ausdruck kommt, daß fünf Meistertitel von 14 der beiden Klassen an Westdeutschland fielen! Im griechisch=römischen Ringkampf zeichneten sich von den Westdeutschen der Kölner Möchel(im Bantamgewicht) und der Essener Neuhaus(im Mittelgewicht) mit Meisterehren aus, hinzu kommen die vier zweiten Plätze durch Nettesheim(Köln, Schwarz= kopf(Koblenz) und Scharfe und Muß(beide Hörde). Hier war die Schlußplacierung: Bantamgewicht: 1. und Meister: Möchel(Köln), 2. Ostermann(Saarbrücken), 3. Moncken(Bamberg). Feder: 1. und Meister: Hering(München), 2. Nettesheim(Köln), 3. Bauer(Berlin). Leicht: 1. und Meister: Ehrl(München), 2 Schwarzkopf(Koblenz), 3. Sperling(Dortmund). Welter: 1. und Meister: Schäfer(Schifferstadt), 2. Wellhöfer(Nürnberg), 3. Heßler(Tuttlingen). Mittel: 1. und Meister: Neuhaus(Essen), 2 Scharfe(Hörde), 3. Linden(Thalheim). Halbschwer: 1. und Meister: Siebert(Darmstadt), 2. Hauenstein(Fürth), 3. Böhmer(Bad Reichenhall). Schwer: 1. und Meister: Hornfischer(Nürnberg), 2. Muß(Hörde), 3. Vogedes(Dortmund). Nicht minder groß war der Erfolg der Westdeutschen bei den Freistilringern. Hier sind zwei Kölner und ein Dortmunder unter den neuen Meistern zu finden, und zwar im Halbschwergewicht: Audersch und im Schwergewicht: Müller, der bekannte Altmeister dazu Sperling im Leichtgewicht. Hier lautet die Meisterliste: Bantam: 1. und Meister: Fischer(Zweibrücken), 2. Brendel(Nürnberg), 3. Borowski(Darmstadt). Feder: 1 und Meister: Wittwer(Dresden), 2 Nagel(Witten), 3. Kuhlheim(Köln). Leicht: 1. und Meister: Sperling(Dortmund), 2. Ehrl(München), 3. Weikert(Hörde). Welter: 1. und Meister: Lehner(Nürnberg), 2. Heßler(Tuttlingen), 3. Racher(Dettlingen). Mitt el: 1. und Meister: Földeak(Hamburg), 2. Keil(Breslau), 3. Schröder(Berlin). Halbschwer: 1. und Meister: Audersch(Köln), 2. Treu(Oberstein), 3. Meyer(Wiesbaden). Schwer: 1. und Meister: Müller(Köln), 2. Welp (Kirchlinden), 3. William(Dresden). Wie erwartet: Toni Merkens! Deutsche Fliegermeisterschaft der Amateure Glatter Sieg des Hölners[3. Riemann=Hannover 12,3 Sek.— 1. Vorentscheidung: Kbiners 1. Merkens, 2. Kleintjes 13.1 Sek.— 2. VorentscheiDie bereits zweimal abgebrochenen Deutschen Ama= dung: 1. Karsch=Leipzig, 2. Hasselberg=Bochum 13 Sek. leur=Bahnmeisterschaften konnten in Halle am Sonntag— Endläufe: um den ersten Platz: 1. Lauf: 1. Merkens, endlich unter Dach und Fach gebracht werden. Troßz des„ aurk.: a#.:., 2. 2. Karsch Um den um sehr unsicheren Weters halten sich noch 700 Zweiten: I. Lorenz, 2. Horn, 3. Klsckner. Endlauf der Zuschauer eingefunden, die einen neuen imponierenden Dritten: 1. Kneer, 2. Riemann, 3. Ihbe, 4. Bartels. Sieg des Titelverteidigers Toni Merkens-Köln vor dem Leipziger Karsch miterlebten. Die beiden Weltmeister schaftskandidaten Lorenz und Ihbe konnten sich nicht durchsetzen und blieben schon in den Zwischenläufen hängen. Im Kampf um den dritten Platz behielt Kleintjes=Bremen über Hasselberg-Bochum die Oberhand.— Die vier Sieger der Zwischenläufe traten zu den Vorentscheidungen an, wo Merkens keine Mühe hatte, Kleintjes zu schlagen, während sich Karsch mit seinem Siege über Hasselberg für den Endlauf qualifizierte. Merkens, der wohl keinen europäischen Amaleurflieger, ganz gleich auf welcher Bahn, zu fürchten##: k. Ihbl=Linvemann(Leipzig=Vortmu halt, ließ Karsch im ersten Lau, überlegen mit fünf Grundke=Kiebs(Breslau), 3. Kneer=Riemann Längen hinter sich und begnügte sich dann im zweiten Endlauf mit einem Vorsprung von zwei Längen. Die in die Zwischenläufe gelangten Fahrer bilden nunmehr die Deutsche Nationalmannschaft mit Bartels=Berlin und Hoffmann-Klein-Steinheim als Ersatz. Ergebnisse: Zwischenläufe: 1. Lauf: 1. Merkens-Köln, 2. Hoffmann=Klein=Steinheim, 3. BartelsBerlin 12,2 Sek., 2. Lauf: 1. Karsch=Leipzig, 2. LorenzChemnitz, 3. Kneer-Singen 12,3 Sek., 3. Lauf: 1. Kleintjes=Bremen, 2. Klöckner=Köln, 3. Ihbe=Leipzig 12.3 Sek., 4. Lauf: 1. Hasselberg=Bochum, 2. Horn-Köln, Die große Ueberlegenheit des Fliegermeisters kam auch in der zweiten Meisterschaft— über 25 Kilometer— klar zum Ausdruck. Merkens holte sich die Mehrzahl der Wertungen und verwies nach einer Fahrzeit von 34:55,2 Minuten und 25 Punkten seinen Landsmann Klöckner, der es auf 18 Punkte brachte, sicher auf den zweiten Platz. Die Zweisitzermeisterschaft holten sich Ihbe=Lindemann(Leipzig=Dortmund). Ergebnisse: Deutsche Meisterschaft über 25 Kilometer. 1. Toni Merkens(Köln) 34:55.2, 25 Punkte, 2. Klöckner(Köln) 18 Punkte, 3. Markuse(Herten) 9 Punkte, 4. Schulze(Halle) 8 Punkte. Zweisitzermeisterschaft: 1. Ihbe=Lindemann(Leipzig=Dortmund), 2. Einen großen Radsportsieg feierten die deutschen Straßenmatadore Siegel und Thierbach, die am Sonntag auf der Bahn in Lyon an den Start gingen. In einem Omnium konnten sie Frankreichs „Sechstagekönige“ Broccardo und Guimbretiere schlagen und im Mannschaftsrennen über zwei Stunden vermochten die beiden Deutschen ebenfalls ihre großen Rivalen hinter sich zu lassen. Auf dem 3. Platz folgten hier mit einer Rundee Abstand Pipoz=Chardonnet. Siegel=Thierbach legten in zwei Stunden 81.333 Kilometer zurück. Freuds am Fortschritt Bel Ihrer stets gleichbleibenden Güte erfreut die neue Rarität den Raucher durch drei große Vorzüge: feste elegante Packung starkes volles Format rein orientallsche Tabake Die neue Breuer (Köln) gewinnt den„Industriepreis“ Spannendes und wechselvolles Rennen durch das Vergische Land Zwei Momentaufnahmen vom„Großen Rheinischen Straßenpreis“.— Links: die Spitzenfahrer auf der Strecke. Rechts: der Sieger Breuer(Köln) und sein Klubkamerad Meurer, der sich den 3. Platz holte es, dann stießen plötzlich Fels, Böttcher und Jäger er=] Rückweg durch den starken Gegenwind sehr schwer war. Staubwolke erfolgreichster Verein Wohl selten hat ein Straßenrennen in Köln einen derart guten sportlichen Verlauf genommen, wie die am gestrigen Tage ausgetragene große Fernfahrt um den Großen Rheinischen Industriepreis. Nicht allein, daß die Organisation in jeder Beziehung klappte, sondern auch deshalb, weil es ein derart kampfreiches Rennen war, wie man bisher nur selten zu beobachten Gelegenheit hatte. Doch erzählen wir die Ereignisse hübsch der Reihe nach. Als man am Startplatz in Höhenberg die letzten Vorbereitungen traf und regendrohende Wolken auszogen, glaubte man nicht, daß alles so glatt gehen würde. Zudem machte sich ein recht empfindlicher Westwind be merkbar, eine Witterungserscheinung, die von den Fahrern nicht sehr begrüßt wird. Aber trotz dieses scharsen Windes traten um punkt 8 Uhr 48=Fahrer kräftig in die Pedale und waren bald den Blicken der Zurückgebliebenen entschwunden. Drei Minuten später folgte dann scharfes Tempo vor, daß eine zwischenzeitlich gemachte Zeitmessung bereits erkennen ließ, daß es nicht lange dauern würde, bis das Gros sich vereinigen sollte. Und so war es auch. Schon auf dem Heiligenhausberg wurden die ersten Nachzügler eingefangen und als man dann wenig später ins Aggertal einbog, sichtete man bereits in der Ferne die vorliegende=Klasse, die denn auch wenig später bei Lohmar erreicht wurde. Entlang der Sieg ereignete sich nichts wesentliches und erst die Steigung nach Waldbröl sollte die erste Sprengung beingen. In vier Gruppen, die erste Gruppe wurde von dem klei nen Moritz angeführt, erzwang man den Aufstieg, doch bei der Talfahrt war es nicht zu vermeiden, daß langsam alles wieder zusammenkam. Aber nicht lange dauerte folgreich vor. Uneinigkeit in der Führung brachte diesen drei einen Vorsprung von etwa 800 Meter. Eine zweite Gruppe jagte zwar mit Kraft hinterher, konnte jedoch die Führenden vorerst nicht holen. Dann aber machte zunächst Jäger schlapp, wenig später auch Böttcher und schließlich blieb Fels allein in Front. Aber um allein zu fahren war der Weg noch zu lang und so konnte es nicht ausbleiben, daß schließlich die Fahrer Breuer, Meurer, Höhmann und Lück zu ihm aufschlossen. Aber auch im Hinterfeld ging es levhaft zu. Moritz, Paffrath, Nau pert, Hochkeppler, Schorn und Ruland hatten inzwischen das Feld abgehängt und verfolgten, jedoch vergebens Als man dann den Heiligenhausberg von Overath aus zum zweiten Male passierte, sollte endlich Klarheit über den Ausgang des Rennens kommen. Breuer ind Meurer ließen ihre Freunde stehen und gingen allein in Front. In verwegener Talfahrt dehnten sie ihren Vorsprung immer weiter aus und man rechnete schon allgemein mit einem Zweikampf am Ziel, als plötzlich kurz hinter Brück der kleine Moritz in großer Fahrt herange braust kam und zu den Führenden aufschloß. Damit war ein Bewerber mehr erschienen. Bald kam auch das Ziel in Sicht, wo sich eine stattliche Zuschauermenge aufgebaut hatte. Meurer kam für den Endkampf nicht in Frage. Moritz und Breuer machten das Ende unter sich aus. Aber der kleine Moritz hatte sich vorher doch etwas zuviel verausgabt und blieb im Ziel knapp mit ½ Länge geschlagen. Mit Breuer der erst vor wenigen Wochen auch die Bezirksmeisterschaft errang, hat unstreitig der beste Fahrer gewonnen. In der Eichenkran ,klasse, die eine Strecke von 100 Kilometer zurückzulegen hatte, ging es lebhaft zu, doch dürfte die äußerst„mäßige Zeit überraschen. Das wird aber verständlich, wenn man berücksichtigt, daß der Der Sieg im Endkampf fiel hier an den Bonner Maaks, der seine mehrfachen Bemühungen, erfolgreich in die Erscheinung zu treten, endlich mit einem Sieg belohnt sah. Auch bei den Jugendlichen gab es hartnäckige Positionskämpfe. Einmal mehr bewies hier die Kölner Staubwolke ihre vorbildliche Jugendarbeit, denn die ersten drei Sieger dieser Klasse gehören diesem Verein an. Da auch der erste und dritte Preisträger des Hauptfeldes ebenfalls zur Staubwolke gehören, waren die Kölner auch gestern der erfolgreichste Verein. Die sieben Bewerber um den„Ersten Schritt“ machten sich das Leben gegenseitig sehr schwer. Als Chirons Rennglück Dreyfus siegt im Großen Preis von Belgien Nach Zuruckziehung der deutschen Meldungen Autorennen um den Großen Preis der bekannten Rundstrecke von Francorchamps schien der Weg zum Sieg für den Alfa=Romeo=Vertreter Louis Chiron frei. Der Franzose schied aber wie sein Stallgenosse von der Seuderia Ferrari, Achille Barzi, vorzeitig aus... durch Sturz. Allerdings ist das Rennglück Chirons bereits sprichwörtlich. Seine ver wegene Fahrweise hat ihn schon oft in größte Lebens gefahr gebracht, und jedesmal kam er bei seinen Stür zen mit dem Schrecken oder leichten Verletzungen da von. So auch diesmal. In der 20. Runde tat er einen geradezu phantastischen Sturz. Sein Wagen überschlug sich und wurde vollständig zertrümmert. Und Louis Chiron kroch aus den Trümmern hervor, ließ sich einige kleine Notverbände anlegen und... verfolgte das Rennen weiter. Sieger wurde nach vielen Mißerfolgen der Bugattiwerke der Franzose Nené Dreysus, der das 600 Kilometer lange Rennen in :15:03,8 Stunden zurücklegte mit einem Stundenmittel von 139,8 Kilometer. Zweiter wurde der Bugattifahrer Brivio in:16:57,8, Dritter der Maseratifahrer Sommer in:18:25,6. Die übrigen Fahrer endeten weit abgeschlagen. bester Fahrer schälte sich schließlich zum Schluß der Kölner Hoch vom VEs heraus, der nun den Gau Mittelrhein beim Endlauf in Berlin vertritt. Ergebnisse: Ehrenpreisfahrer:(165 Kilometer) 1. A. Breuer, Staubwolke Köln:16:45 Stunden, 2. Joseph Moritz, VCS Köln 1 Länge, 3. W. Meurer, Staubwolke Köln 3 Längen, 4. R. Paffrath, Ohligs :17:52 Std., 5. P. Hochkeppler VCS Köln, 6. L. Schorn (Liga Kalk), 7. Höhmann, Düsseldorf, 8. F. Ruland, Kölner Fernfahrer, 9. H. Lück, Oberhausen(1.=Fahrer), 10. F. Naupert, Liga Kalk. Eichenkranzklasse(100 Kilometer) 1. R. Maaks, Sturmvogel Bonn:57:18 St., 2. P. Kopp, Liga Kalk, 3. Joh. Schorn, Liga Kalk, 4. P. Thiebes, Sturmvogel Bonn, 5. H. Wallenvorn(Diamant Kalk). Jugendklasse(50 Kilometer) 1. L. Blum, 2. Hermann Esser, 3. Franz Ruland(alle Staubwolke Köln):49:39 Stunden, 4. J. Pulm Durch Merheim, 5. J. Meys, Zugvogel Bonn. Erster Schritt: 1. Paul Hoch VCS Köln:50:48 St. für 50 Kilometer, 2. I. Marx Durch Merheim:51:24 Stunden, 3. F. Petnecky Bonn:58:20 St.-acc „Großer Straßenpreis von Hannover Die Sieger: G. Huschke(Berufsfahrer) und Wierz(Amateure) Klubkampf in Klettenberg SC Münster 08 als Gast— Die Schwarzroten siegen Gute Leistungen In Köln gibt es bekanntlich mehrere Vereine, die sich neben der Ausübung anderer Sportarten die Ertüchtigung unserer Jugend auf leichtathletischem Gebiete angelegen sein lassen. Daß in dieser Reihe der KBC mit an führender Stelle steht, ist nichts Neues, aber unstreitig den ersten Rang nehmen die Klettenberger in der Fürsorge unserer Jüngsten ein. Man muß in dieser Hinsicht den Mut der Schwarz= roten sogar bewundern; immer wieder wagen sich die Verantwortlichen mit Klubkämpfen gegen auswärtige Gegner an die Oeffentlichkeit und immer wieder zeichnen sie als Ausrichter von Kreis=, Jugend= und größeren Wettkämpfen. Die finanzielle Belastung für Veranstalter und Teilnehmer ist dabei natürlich ziemlich stark. So auch gestern. Gäste aus Westfalen stellten den Gegner. Obendrein beteiligten sich Spo Horrem, TSV Stollwerk, TV Kalk. TV und VfL Sürth sowie Eintracht Köln und Gäste aus Longerich an den Kreisjugendwettkämpfen. 150 Teilnehmer marschierten schließlich auf, wovon naturgemäß der KBC das Hauptkontingent stellte. Zum guten Schluß war es mal wieder so. daß die Klettenberger auch die meisten Sieger stellten. Hauptsächlich wurden diese in dem großen Zweikampf Münster kontra Köln eingesetzt. Recht spannend verlief denn auch diese Auseinandersetzung, bei der man sich lange Zeit nicht darüber klar war, wer letzten Endes das bessere Ende für sich haben würde. Wohl lag der KBC hier jeweils ständig in Front, aber der Abstand zwischen dem Zweiten war nicht absonderlich. Bedenklich geriet sogar einmal die Favoritenstellung der Schwarzroten ins Wanken, als im 400=Meter=Lauf ein Teilnehmer erschöpft aufgeben mußte, womit zugleich gesagt sei, daß erbittert um die Siegespalme gestritten wurde und— daß Münster ein ebenbürtiger Kontrahent war. Nur eins muß man einmal mehr bei derartigen Treffen bemängeln: Die Kämpfe zogen sich zu stark in die Länge. 3½ Stunden mußte das Publikum ausharren. Dadurch kommt es auch, daß die Besucher bei leichtathletischen Veranstaltungen immer spärlicher werden, zumal die Bekanntgabe der gelaufenen Zeiten und der erzielten Weiten und Höhen— mittels Sprechhorn— immer eine Weile dauert und zum anderen nicht gerade modern und klar verständlich ist Schnellere Abwicklung der Kämpfe tut vor allem dringend not. Die ehrenamtlich tätigen Helfer haben nichtsdestoweniger ihre Arbeit gut gemacht, nach Lage Geeinder Dinge konnten sie kaum zur Belebung der schehnisse beitragen, denn grundlegend muß erst mal Wandlung bei leichtathletischen Veranstaltungen kleineren Ausmaßes geschaffen werden. Wie gesagt: Zug und Schwung muß in die Kolonne. Leistungen gab es dagegen ausgezeichnete zu sehen. wie es die nachfolgenden Siegerlisten beweisen. Sp. Siegerliste: Jahrgang 1916/17: Weitsprung: 1. Hoß(KBC) 5,90 Meter, 2. Felix(KBC).88 Meter, 3. Mengersen(Münster 08). 5,19 Meter, 4. Michel (Münster 08) 4,80 Meter. Kugelstoßen: 1. Mliczek (KBC) 12,20 Meter, 2. Fisch(KBC) 12.15 Meter, 3. Mengersen(Münster 08) 11,09. 4. Drees(Münster 08) 9,56 Meter. 100=Meter=Lauf: 1. Kerp(KBC) 11.8 Sek. 2. Bartsch(KBC) 11,8 Sek., 3 Michel Münster 08) 12 Sek. 4. Mengersen(Münster 08) 12,1 Sek. Diskuswersen: 1. Franzen(KBC) 36,70 Meter, 2. Kleinertz(KBE) 34,51 Meter. 3. Michel (Münster 08) 28.50 Meter, 4. Ontrup(Münster 08) 26,75 Meter. 400=Meter=Lauf: 1. Michel(Münster 08) 54,4 Sek. 2. Schäfer(KBC) 54,8 Sek. 3. Felix(KBE) 55,9 Sek. 4. Drees(Münster 08) 65 Sek, 4mal 100Meter=Staffel: 1. KBC 45.6 Sek. 2. Münster 49.6 Sek. Jahrgang 1918/19: Weitsprung: 1. Lambert(KBC) .65 Meter. 2. Strenzke(Münster 08).51 Meter, 3. Nolte(Münster 08) 5,20 Meter, 4. Schiefer(KBC) 4,89 Meter. 100=Meter=Lauf: 1. Repenning(KBE) 12,8 Sek. 2. Notte(Münster 08) 12.8 Sek. 3. Strenzke (Münster 08) 12.9 Sek. 4 Wald(KBC) 13,2 Sek. 4mal 100=Meter=Staffel: 1. Münster 08 49 Sek. 2. K BC 49,3 Sek. 400=Meter=Lauf: 1. Nolte(Münster 08) 56,2 Sek. 2. Stenzke(Münster 08) 56.3 Sek. 3. Lambert(KBC) 56.3 Sek. Kugelstoßen: 1. Bockmann (Münster 08) 11,16 Meter, 2. Lambert(KBE) 10.14 Meter, 3. Schieser(KBC) 10.28 Meter, 4. Felske (Münster 08).80 Meter. Jahrgang 1920 21: Ballweitwerfen: 1. Kamps (Münster 08) 68 Meter, 2 Kranefuß(Münster 08) 67 Meter, 3. Ohloff(KBC) 65 Meter, 4. Klein(KBC) 61 Meter. 100=Meter=Lauf: 1. Kranefuß(Münster 08) 14,4 Sek. 2. Kalcher(Münster 08) 14,4 Sek. 3. Klein (KBC) 14.5 Sek. 4. Broich(KBC) 14,8 Sek. Weitsprung: 1. Kranefuß(Münster 08) 5 Meter, 2. Klein (KBC) 4,94 Meter, 3. Siebert(Münster 08) 4,65 Meter, 4. Broich(KBC) 4,42 Meter. 4mal 100=Meter=Staffel: 1. Münster 08 54,8 Sek, 2. KBC 00,9 Sek. Ergebnisse des Klubkampfes: 1. K BE. 20604.75 Punkte; 2. Münster 20296.65 Punkte. Kreisjugendwettkämpfe: Jahrgang 1916/17: 100 Meter=Lauf:1. Hornung Horrem 12,1 Kampf bis ins Ziel... Zu einer großen Werbung für den deutschen Straßenrennsport wirkte sich der„Große Straßenpreis von Hannover“ aus, der am Sonntag auf einer 265 km langen Strecke ausgefahren wurde. Ein sehr schnelles Rennen fuhren die Amateure, bei denen der Düsseldorfer Wierz aus einer größeren Gruppe heraus nach einer Fahrzeit von 7,58,40 Std. einen vielbejubelten Spurtsieg errang. Die Berufsfahrer bummelten auf der Strecke sehr— hier gewann mit Gerhard Huschke der schnellste Spurter in 8,08,10 Std. * Die Strecke von Hannover über Elze, Einbeck, Braunschweig, Hildesheim nach Hannover zurück erwies sich als nicht schwer genug, um die Fahrer restlos zu sprengen. Die gestarteten 52 Berufsfahrer blieben auf ihrer teilweise langsamen Fahrt fast ständig zusammen. 60 km vor Hannover war der Aachener Ebeling allein entwicht, aber nach längerer Jagd wurde der Ausreißer wieder eingeholt. Die schönste und härteste Jagd entspann sich in der Vorstadt Hannover. Der Berliner Natzke hatte sich einen Vorsprung von etwa 100 m gesichert, den er auch bis 200 m vor dem Ziel behauptete, dann aber brauste die über 30 Mann starke Meute an ihm vorbei und Huschke feierte vor den 8000 Zuschauern, die sich am Tönnisberg eingefunden hatten, einen vielbejubelten Sieg vor Altenburger, Remold und Ebeling. Kampfreicher und schwerer gestaltete sich das Rennen der Amateure(=Fahrer), die vom Start weg ein unerhört scharfes Tempo anschlugen und schon 20 km vor Braunschweig an den Berufsfahrern vorbeijagten. Sie erreichten Braunschweig fünf Minuten vor den Profis, wurden aber hier durch eine Zwangspause von 20 Minuten aufgehalten. Trotzdem holten sie davon bis zum Ziel wiederum zehn Minuten auf. Das scharfe Tempo zermürbte die Fahrer und einer nach dem anderen mußte die Spitze ziehen lassen, die schließlich bis auf neun Mann zusammenschmolz. Krückl(München) und Loeber(Frankfurt) fielen durch Defekte weit zurück. Im Endspurt schlug zur allgemeinen Ueberraschung Wierz=Düsseldorf den schnellen Bielefelder Scheller. Die 12 Erstplacierten bilden nunmehr die Nationalmannschaft der Straße. Ergebnisse: Berufsfahrer, 265 km: 1. Gerh. Huschke=Berlin 8,08,10, 2. Altenburger=Jestetten, 3. Remold=Schweinfurt, 4. Ebeling=Aachen, 5. Nitzschke=Magdeburg, 6. R. Wolke=Berlin, 7. Esser=Aachen, 8. BuseBerlin, 9. Hoffmann=Berlin, 10. Evers=Dortmund, 11. Kroll=Berlin, 12. Essing=Dortmund, 13. Händel=Berlin, 14. Meier=Hannover, 15. Heide=Hannover alle dichtauf. —=Fahrer, 265 km: 1. Wierz=Düsseldorf 7,58,40, 2. Scheller=Bielefeld, 3. Wendel=Schweinfurt, 4. Weiß=Berlin, 5. Balzer=Berlin, 6. Böhm=Berlin, 7. HauswaldChemnitz, 8. Oberbeck=Hagen, 9. Riemann=Magdeburg alle dichtauf, 10. Huth=Berlin 8,02,55, 11. MittendorfHannover 8,12,20, 12. Algermissen=Hannover alle dichtauf. B= und=Fahrer, 140 km: 1. Heitmann=Hannover 4,20,10, 2. Gamster, 3. Heim, 4. Tripps, 5. Schumacher (alle Hannover). Die Endspielgegner um den Mitropa=Pokal stehen in Admira Wien und FC Bologna fest. Die Wiener konnten zwar am Sonntag das Rückspiel der Verschlußrunde gegen Juventus Turin in Turin nicht gewinnen(:1 für Juventus), aber das bessere Torverhältnis(:3) entschied für Admira. Die genauen Termine der Endrunde stehen noch nicht fest. * Zum zweiten Male standen sich Belgiens Europameister im Bantamgewicht, Petit=Biquet. und Frankreichs Landesmeister, Decico, gegenüber. Kürzlich hatte Decico knapp gewonnen. Diesmal ging es in Lyon über 15 Runden um den Titel, den Biquet mit einem mageren Unentschieden erfolgreich verteidigte. Der Belgier wird nun am 18. und am 25. August in Algier abermals seine Europameisterschaft gegen den Spanier Sangchili aufs Spiel setzen. Sek. 2. Scherer(Eintracht Köln) 12,3 Sek. 3. Lingens (KBC) 12,4 Sek. 200=Meter=Lauf: 1. Scherer(Eintracht) 24.8 Sek. 2. Hornung(Horrem) 24.9 Sek. 3. Mäurer(TSV Stollwerck) 25.1 Sek 800=Meter=Lauf: 1. Mäurer(TSV Stollwerck) 2,15 Min. 2. Schiestel (K BC).16,4 Min. 3. Irlenbusch(KBC).16.7 Min. Weitsprung: 1. Hornung(Horrem).94 Meter, 2 Felix(KBC) 5,88 Meter, 3. Fisch(KBC) 5,78 Meter. Kugelstoßen: 1. Mäurer(Stollwerck) 12.80 Meter, 2. Winckels(KBE) 11,31 Meter, 3. Zündorf(Longerich) 11,11 Meter. Schwedenstaffel: 1. KBC 2,29 Min. 2. Horrem.31.8 Min Jahrgang 1918 19: 100=Meter=Lauf: 1. Johnen (Sülz 07) 12.4 Sek. 2. Erdmann(TV Kalk) 12,8 Sek. 3. Happ(TV Sürth) und Bause(Horrem), beide 12.9 Sek. 800=Meter=Lauf: 1. Viander(KBE).25 Min. 2. Erdmann(DV Kalk) 2,30,2 Min. 3. Falderbaum (KSC 99).30.9 Min. Kugelstoßen: 1. Jasculki(KSC 99) 12,27 Meter, 2. Happ(TV Sürth) 11,12 Meter, 3. Falderbaum 10,02 Meter. Hochsprung: 1. Jasculki 2 Erdmann(TV Kalk), 3. Grothe(Stollwerck), sämtlich (KSC 99) 1,50 Meter, Johnen(Sülz 07), 4. .45 Meter. Jahrgang 1920 21: 100=Meter=Lauf: 1. Friedrich (TV Bensberg) 13.6 Sek. 2. Gabel(SpB Horrem) 13.6 Sek. 3. Fücking(SpV Horrem) 13,7 Sek. Weitsprung: 1. Gering(Rhenania) 5,07 Meter, 2. Fücking (SpV Horrem) 4,75 Meter, 3. Maas(Horrem).60 Meter. 4mal 100=Meter=Staffel: 1. TV Bensberg 52 Sek. 2. SpV Horrem 54,6 Sek. Jahrgang 1922/23: 75=Meter=Lauf: 1. Scholl(SpV Horrem) 12,4 Sek, 2. Friedrichs(Horrem) 12,4 Sek. 3. Vierkotten(Bensberg) und Röder(VfL Sürth) beide 12.5 Sek. Ballweitwerfen: 1. Vierkotten(TV Bensberg) 72 Meter. 2. Beginn(SpV Horrem) 65 Meter. 3. Ripp(SpV Horrem) 61 Meter. Weitsprung: 1. Vierkotten(TV Bensberg) 4 Meter. 2. Marx(PfL Sürth) 4 Meter. 3. Friedrichs(Horrem) 3,97 Meter. 4mal 75=Meter=Staffel: 1. SpV Horrem 45,6 Sek., 2 Union Köln 48 Sek. Lest den Neuen Tag! möbel-Gelegenheitskäufe An St. Agatha Möbel Angersbach Neue döbel auch auf Ehestandsdarlehen Rekordlisten sehen dich an... Die Kämpfe von Schmeling und Neusel in den letzten vier Jahren Eine eindrucksvolle Szene aus dem Treffen Schmeling—Mickey Walker, in dem der deutsche Exweltmeister einen entscheidenden Sieg landen konnte.— Soeben geht der Amerikaner auf einen rechten Haken Schmelings zu Boden Neue Ausscheidungen in Sicht Wer wird Baers Gegner im Titelkampf? Die Weigerung des neuen Boxweltmeisters Max Baer, seinen Titel noch in diesem Jahre zu verteidigen, hat eine ganz neue Lage im Schwergewicht geschaffen. Mit seiner Mitteilung an die Newyorker Madison Square Garden Gesellschaft hat Baer den Vorschlag verbunden, den Herausforderer und Gegner im nächsten Titelkampf durch ein Ausscheidungsturnier festzustellen. Der Garden hat diesen Vorschlag aufgenommen und kündigt bereits eine Reihe von Ausscheidungen an, die in zwei Gruppen vor sich gehen sollen. Für die engere Ausscheidung sind Steve Hamas, Primo Carnera, Art Lasky und der Sieger des Schmeling=Neusel=Kampfes vorgesehen, zu denen noch der Sieger einer zweiten Ausscheidung treten soll, für die Tommy Loughran, King Levinsky, Ray Impelletiere, Johnny Risco und andere Boxer in Aussicht genommen sind. Aus diesen Ausscheidungen soll dann bis zum Juni oder bis zum September(!) des nächsten Jahres der Gegner für Max Baer ermittelt werden. Der jetzige Boxweltmeister bezieht aus Theater=, Film= und sonstigen Kontrakten so beträchtliche Einnahmen, daß es keine Ueberraschung bedeutet, wenn er vorläufig einen neuen Titelkampf ablehnt. Ob die von der Newyorker Garden=Gesellschaft vorgesehenen Ausscheidungen zustande kommen, darf bezweijelt werden. Wenn der Hamburger Kampftag mit der Ausscheidung Schmeling— Neusel finanziell den Erwartungen entspricht, dann ist damit der Beweis erbracht, daß große Kämpfe auch in Europa und hier wieder in Deutschland stattfinden können. Es wäre Ein interessanter Vergleich Die Rekordlisten über die von Max Schmeling und Walter Neusel als Berufsboxer durchgeführten Kämpfe geben einen interessanten Einblick in die Laufbahn der beiden Gegner des Ausscheidungskamp= ses am 26. August. Schmeling kämpft seit dem Jahre 1924 als Professional, während Neusel erst im Jahre 1930 zum Berufssport übertrat. In diesen Jahren seit 1930 hat Walter Neusel nicht weniger als 46 Kämpfe geliefert, während Max Schmeling in seiner gesamten zehnjährigen Professionalzeit 56 Kämpfe hinter sich hat. Der in die Augen springende Unterschied erklärt sich aus Schmelings Reserve in den letzten Jahren. In den Jahren von 1930 bis 1934, in denen Neusel seine 46 Kämpfe durchführte, stand Max Schmeling insgesamt nur siebenmal im Ring. 1930 hat Schmeling nur einen Kampf gegen Jack Sharkey ausgetragen, der ihm durch die Disqualifikation seines Gegners den Weltmeistertitel brachte. 1931 hat er den Titel in Cleveland gegen Young Stribbling erfolgreich verteidigt. 1932 folgte dann in Newyork die Punktniederlage gegen Jack Sharkey, die den Verlust des Weltmeistertitels brachte. Im gleichen Jahre kämpfte und gewann Max Schmeling dann noch gegen Mickecky Walker. 1933 absolvierte er wieder nur einen Kampf, der mit der Niederlage gegen Max Baer endete. 1934 kämpfte Schmeling dann gegen Hamas und Paolino. Max Schmeling hatte auch in den Jahren 1928 und 1929 nur je fünf Kämpfe ausgetragen, so daß er in den sechs Jahren seit 1928 insgesamt nur 17 Kämpfe erledigte. Man wird an dieser Tatsache nicht vorübergehen dürfen, wenn man die Chancen der beiden Boxer abwägt. In den ersten Jahren seiner Berufsboxertätigkeit war Schmeling bei weitem mehr beschäftigt. In den Anfangsjahren 1924 und 1925 hatte er in jedem Jahre zehn Kämpfe. 1926 stand er dann allerdings nur fünfmal im Ring, doch brachte ihm dieses Jahr mit dem Sieg in der deutschen Halbschwergewichtsmeisterschaft den ersten großen Erfolg. Im Jahre 1927 hat Max Schmeling dann 15 Kämpfe ausgetragen und mit den Erfolgen in dieser Zeitperiode den Grund für den Aufstieg in den Jahren 1928—1930 gelegt. Von den 56 Kämpfen Schmelings endeten sieben mit Niederlagen und vier Kämpfe brachten unentschiedene Ergebnisse. 45 Siege zieren Max Schmelings Rekordbuch. Die Gegenüberstellung der Karriere von Walter Neusel ergibt einen interessanten Vergleich. Die Rekordliste ist viel einfacher zu übersehen. Nach seinem Sieg in der deutschen Amateur=Meisterschaft des Jahres 1929 hatte Neusel im Jahre 1930 acht Professionalkämpfe, die sämtlich gewonnen wurden. 19331 gab es 9 Kämpfe mit einem Unentschieden und acht Siegen, unter denen sich Punkterfolge gegen Rudi Wagner, Gipsy Daniels(England) und Griselle (Frankreich) befanden. Das Jahr 1932 begann Walter Neusel mit elf Ko.=Siegen, an die sich vier Punkterfolge anschlossen. Dann kam das Jahr 1933, in dem Neusel zur internationalen Klasse aufrückte. In den els Kämpfen dieses Jahres ist Walter Neusel der große Boxer geworden, der in Amerika die Hand nach großen Kämpsen ausstrecken konnte. Er siegte 1933 erst gegen Reggie Meen durch k. o. und gewann dann nach Punkten gegen George Cook, um im dritten Kampf des Jahres gegen den Belgier Pierre Charies nach Punkten zu unterliegen. Einem Unentschieden gegen den Südafrikaner Me Corkindale folgten ein Das Hockenheimer Rennen Steinbach(Mannheim) fährt Glatter Verlauf Auf der vor zwei Jahren zwischen Mannheim und Heidelberg im Rheintal geschaffenen„Hockenheimer Dreiecks=Strecke wurde am Sonntag der vierte Lauf zur Deutschen Straßenmeisterschaft für Krafträder ausgetragen. Nicht weniger als 225 Fahrer hatten gemeldet. Die Zuschauer mögen sich alles in allem auf 100 000 belaufen haben. Während morgens der Himmel meist bedeckt war, hellte sich das Wetter nachmittags auf und die Sonne brannte denn auch unerbittlich. Bei der ausgezeichneten Organisation der Veranstaltung nahm das Rennen einen glatten Verlauf. Es gab zwar eine Reihe von Unfällen, doch blieben alle ohne irgendwelche besonders erwähnenswerte Folgen. Eröffnet wurde das Rennen durch die Ausweisfahrer, die überraschend gute Zeiten herausholten und nur selten über 10 Stundenkilometer weniger als die Lizenzfahrer erreichten. Das Hauptrennen bei den Lizenzfahrern bestritt die Halbliter=Klasse. 24 Fahrer gingen an den Start, darunter Rosemeyer als Favorit, der im Training 137 Stundenkilometer erreicht hatte. In der dritten Runde ereilte ihn bereits das Geschick: Gabelbruch. Auch bei den anderen klappte manches nicht, so schied schließlich auch Rüttgen aus, der Inhaber des absoluten Streckenrekords Zuguterletzt blieben nur noch vier Fahrer übrig. Von ihnen setzte sich der bisher wenig hervorgetretene Steinbach=Mannheim auf NSll an die Spitze. Er schuf mit:22:17,1 Stunden—. 131,7 Stundenkilometer einen neuen absoluten Streckenrekord. Sieger in den übrigen Klassen waren: Geiß=Tschopau, DKW, mit 118.7 Stundenkilometer in der kleinsten Klasse. Bis 350 ccm: Loof=Godesberg auf Imperia mit 121.6 Stundenkilometer, und in der 1000er Klasse blieb Mansfeld=Breslau auf BMW mit 121,7 Stundenkilometer Sieger. Am Nachmittag gingen die Seitenwagen über die Bahn. Von 28 gestarteten Fahrern kamen nur 11 an. Die Ausweisfahrer kamen nicht über 100 Stundenkilometer. Bei den Lizenzfahrern erzielte Schneider=Düsseldorf als Sieger der kleinen Klasse mit 111,9 Stundenkilometer den besten Durchschnitt, während Ehrlenbruch=Elberfeld auf ImperiaJap als Sieger der schweren Klasse nur auf 106.8 Stundenkilometer kam. * Lizenzfahrer, Motorräder bis 250 ccm(15 Runden = 180,675 km): 1. Arthur Geiß=Zschoppau auf DKW in 1,31,21,2 Std.— 118,7 Stdkm., 2. Alfred WinklerChemnitz(DKW).31,52,4— 118 Stdkm., 3. Hans Winkler=München(DKW) 1,38,53,3 Std.— 107,7 Stdkm., 21 Fahrer am Start, 8 Fahrer am Ziel. einen neuen Streckenrekord Bis 350 ccm(15 Runden— 180,675 km): 1. Ernst Loof=Bad Godesberg(Imperia) 1,29,12,3 Std.= 121,6 Stökm., 2. Otto Schanz=Heidersleben(Imperia) 1,29,36,4 Std.— 120,9 Stdkm., 3. Bernhard Petruschka=Berlin (Rudge) 1,29,56,3 Std.— 120,5 Stdkm. Ausweisfahrer, Motorräder bis 250 ccm: 1. Hans Hänsel=Wiesbaden(DKW) 39,50,1 Min.— 108,6 Stdkm., 2. Willi Scheel=Frankfurt a. M.(Herkules) 44,09 98.1 Stdkm., 3. Fritz Kern=Darmstadt(Horex=Columbus) 46,44,1= 92,6 Stdkm. Sechs Fahrer am Start, vier am Ziel. Das Rennen ging über 6 Runden= 72,27 km. Bis 350 ccm: 1. Arthur Müller=Frankfurt a. M. (Bücker=Jap) 38,54 Min.— 112,2 Stdkm., 2. August Weber=Wiesbaden(Northon) 39,23 Min.= 111,5 Stdkm., 3. Erwin Inger=Stuttgart(Imperia=Python) 52,40,1 Min.— 82,3 Stdkm. 13 am Start, 3 am Ziel. 6 Runden= 72,27 km. Bis 500 ccm: 1. Julius Metzmeier=Ottersweiler (NSU) 36,52,2 Min.— 117,6 Stdkm., 2. Hugo Backofen=Mannheim(Northon) 36,52,3 Min.— 117,4 Stdkm., 3. Friedrich Schäfer=Saarbrücken(Northon) 37,02,3 Min. 117,1 Stdkm. 18 am Start, 11 am Ziel. 6 Runden = 72,27 km. Bis 1000 ccm: 1. Walter Schaal=Ludwigsburg (BMW) 40,14,2 Min.— 107,8 Stdkm., 2. N. BachSchaffhausen Saar(Harley=Davidson) 40,50,2 Min. 106,2 Stdkm., 3. Wilhelm Diesbach=Weinheim(BMW) 45,32,3 Min.— 95,2 Stdkm. 3 am Start, 3 am Ziel. 6 Runden= 72,27 km. 500 ccm, Lauf zur Deutschen Straßenmeisterschaft über 15 Runden—. 180,675 km: 24 gestartet, 7 am Ziel: 1. Steinbach=Mannheim(RSl) 1,22,17,1 Std. 131,7 Stdkm.(neuer Rekord), 2. Mellmann=Neckarsulm (RSU) 1,23,32,4= 129,8 Stdkm., 3. Rührschneck=Nürnberg(Norton) 1,24,32,1. Bis 1000 cem. Lauf zur Deutschen Straßenmeisterschaft über 15 Runden— 180,675 km. 9 gestartet, 3 am Ziel: 1. Mansfeld=Breslau(BMW) 1,29,04,3= 121,5 Stdkm., 2. Ronse=Düsseldorf(BMW) 1,30,03,3= 120,2 Stdkm., 3. Bouvain=Königsberg(BMW) 1,30,50,3. Krafträder mil Seitenwagen: Ausweisfahrer(6 Runden= 72,27 km): Bis 600 ccm: 3 gestartet, 1 am Ziel: 1. Krehmer=Stuttgart(AJS) 46,45 Min.— 92,8 Stdkm. Bis 1000 cem: 4 gestartet, 2 am Ziel: 1. Stachmeier=München(Haberl=Spz.) 43,54= 98,7 Stdkm., 2. Schmitt=Mannheim(Bücker=Jap) 44,25,7= 97,6 Stdkm. Lizenzfahrer, 10 Runden— 120,54 km: Bis 600 ccm: 14 gestartet, 4 am Ziel: 1. Schneider=Düsseldorf (NSll) 1,06,32— 111,9 Stdkm., 2. Schneider=Wesseling (Sarolea) 1,07,15, 3. Loof=Godesberg(Imperia) 1,08,30. Bis 1000 cem: 7 gestartet, 4 am Ziel: 1. Ehrelenzruch=Elberfeld(Imperia=Jap) 1,07,41— 106/8 Stdtm., —. Weyres=Aachen(Harley=Davidson) 1,11,5, 3. HäußlerKolkwitz(BMW) 1,13,3 .=.=Erfolg gegen Griselle(Frankreich) und eine Niederlage gegen Me Corkindale durch Disqualisikation. Nach zwei siegreichen Kämpfen gegen Jack Petiffer und Croßley wurde die Amerikareise angerreten. In den USA konnte Walter Neusel die beiden ersten Kämpfe gegen Les Kennedy und Poreda durch k. o. gewinnen und im dritten Kampf gegen den amerikanischen Uebergewichtler Ray Impelletiere einen Punktsieg erzielen. Nach einem Unentschieden gegen Brown holte sich Walter Neusel dann in diesem Jahre die großen Erfolge gegen King Levinsky und Tommy Loughran, die ihm den Aufstieg zur ersten Weltklasse und die Anwartschaft auf die Ausscheidungen für den Titelkampf brachten. 41 Siege, durchaus denkbar, daß der Sieger der Begegnung Schmeling— Neusel in Deutschland gegen Carnera oder einen anderen Gegner, der sich in Amerika herausschält, eine weitere Endausscheidung für den Titelkampf auf deutschem Boden austragen wird. 3 Unentschieden und 2 Niederlagen, eine nach Punkten gegen Pierre Charles und eine durch foul gegen Me Corkindale, das ist Walter Neusels Professional= Rekord. Diese Zusammenstellung zeigt, vor welcher schweren Aufgabe Max Schmeling am 26. August in Hamburg steht. Rennsport-Ergebnisse Karlshorst 1. Rennen: 1. Stall Mirows Gaufeier(Michaelis), 2. Pucelle, ferner Verführerin, Tot. Sieg 13, Längen ½. — 2. Rennen: 1. H. Winkelmanns Eilhard(K. Florian), 2. Jambus, 3. Rivale, ferner Karfunkel, Dominikaner, Freiin, Tot. Sieg 27, Platz 17, 14, Längen 4, —½, 3.— 3. Rennen: 1. Oberleutnant von Livonius, 1. Reisetasche(W. Hauser), 2. Orphée, 3. Rio, ferner Bitternis, Violine, Cortina, Jawort, Gebersberg, Conté, undländer, Tot. Sieg 56, Platz 24, 81, 18, Längen —½,—½. 7— 4. Rennen: 1. P. de Nully Browns Osram(Wolff), 2. Ypsilanti, 3. Wisa Fonspertius, ferner Courtisane, Fu, Al Raschid, Tot. Sieg 59, Platz 30, 23, Längen 4, 2, 6.— 5. Rennen: 1. Stall Neuhausens Wendelgard(H. Müschen), 2. Hans von Kienbaum, 3. Ramsau, ferner Wolgalied, Walmery, Vinsepeter, Tot. Sieg 27, Platz 16, 17, Längen 3, Weile, Weile.— 6. Rennen: 1. Gestüt Mydlinghovens Jahrhundert (Streit), 2. Meisterschütz, 3. Transit, ferner Rosegger, Perlstab, Parsenn, Grischa, Tot. Sieg 17, Platz 13, 16, 20, Längen 2, 3, 1.— 7. Rennen: 1. H. von Herwers Els(B. Ahr), ferner Visier, Lordmajor, Frechdachs, (alle nicht durchs Ziel), Tot. 17, 18.—, 8. Rennen: 1. R. v. Skroenskys Vogelweid(W. Zimmermann), 2. Portepée, 3. Patroklus, ferner Scolaro, Sonneburg, Ninon, Tot. Sieg 24 Mlatz 15, 34, Längen K. 2. 3. .. D. Doppelwette: Reisetasche— Jahrhundert Hamburg-Horn 1. Rennen: 1. L. Mügges Lapsus(W. Tarras), 2. Schloßherr(O. Schmidt), 3. Sarastro, drei liefen, Tot. Sieg 20, Längen Kopf, 4.— 2. Rennen: 1. Stall Halmas Cornelia(K. Narr), 2. Nofretete, 3. Winkelried, ferner Beryil, Tot. Sieg 31, Platz 13, 15, Längen 2,—½, 5.— 3. Rennen: 1. Frau J. Ramms Crasi(Am. K. Achlitzkus), 2. Achmed, 3. Meisterpolier, ferner Paß auf, Perlenreihe, Marc Antonius, Fidelia, Luxus, Mascotte, Greifer, Tot. Sieg 49, Platz 17, 19, 15 Längen ½, 1.—½.— 4. Rennen: 1. Graf H. Arnims Mon Plaisir(P. Ludwig), 2. Feuerzauber, 3. Irländer, ferner Peiracava, Tot. Sieg 44, Platz 18, 14, Längen 2, 4,—½.— 5. Rennen: 1. G. Kucklicks Marsillas(O. Schmidt), 2. Fehler, 3. Famasino, ferner Blitz, Adebar, Immerfor, Kavallerist, Herodias, Lysias, Tot. Sieg 46, Platz 18, 21, 25 Längen, Kopf, Kopf, 1. — 6. Rennen: 1. Graf C. A. Wuthenaus Eloys(E. Kujawa), 2. Mickey, 3. Immermein, ferner Extra, Chinafreude, Arbogast, Ming, Tot. Sieg 123, Platz 27, 21, 34, Längen 2, 1. ¼.— 7. Rennen: 1. Gest. Mydlinghovens Carnap(E. Grabsch) und Frau L. Opels Doppelsprung(K. Narr) in totem Rennen, 3. Patent, ferner Grassittisch, Pfennigkommschnell, Onega, Cythera, Bambus, Tot. Sieg 17, Platz 17 für Carnap, 55, 29 für Doppelsprung, 22 für Patent, Längen totes Rennen ½, Kopf. Die Doppelwette: Crasi— Elyos 268:10, Krefeld 1. Rennen: 1. F. Dillmanns Hecht(M. Schmidt), 2. Falcade, 3. Heimwiege, ferner Treuer Husar, Edina, Tot. Sieg 19, Platz 14, 26, Längen 3, 2, Hals.— 2. Rennen: 1. Gestüt Mydlinghovens Feuerwarte(L. Haut), 2. Horus, 3. Orion, ferner Schloßfrau, Butterfly, Hagestolz, Standlaut, Mario, Sonnenzeit, Tot. Sieg 141, Platz 27, 16. 22, Längen ½, 2, 1.— 3. Rennen: 1. Stall Wedes Renvers(H. Kreuz) und Gest. Mydlinghovens Morgengabe(M. Schmidt) in totem Rennen), 3. Rudolf, ferner Polarstern, Spinnenfalter, Arilon, Georgette, Kolbenhirsch, Tot. 26, 14 für Renvers, 15. 12 für Morgengabe, 13 für Rudolf, Längen totes Rennen, 2, 1.— 4. Rennen: 1. Gebr. Röslers Hohlweg(I. Pinter), 2. Jupiter, 3. Gratianus, ferner Grimbart, Caga, Glacis, Tot. Sieg 46, Platz 20, 17 Längen 1, 2, 3.— 5. Rennen: 1. J. D. Delius Wolkenflug(W. Printen), 2. Agathon, 3. Schwodroneur, ferner Volumnius, Curator, Agnat, Charmante, Tot. Sieg 26, Platz 14, 17, 13, Längen ¾,—½, 2.— 6. Rennen: 1. Hopes Frauenfreund(Hiller), 2. Gnom, 3. Eilwerk, ferner Missouri, Jahrtausend, Napoleon, Tot. Sieg 69, Platz 23, 16, Längen Hals,—½, ½.— 7. Rennen: 1. F. Wivscheks Pieta(R. Präger), 2. Sintflut, 3. Demut, ferner Ibykuß, Golden Beß, Vivat, Berggruß Kastanienblüte, Egon, Tot. Sieg 64, Platz 30. 77, 45 Längen 1.—½. ¼. Doppelwette: Hohlweg— Wolkenflug 234:10. Bunte Reihe im Sport Aus Anlaß der Ankunft der Tour=de=France=Fahrer führte die Pariser Prinzenparkbahn am Sonntag einen Renntag durch, bei dem auch die deutschen Fahrer Lothar Ehmer und Erich Möller starteten. Sie konnten aber beide keine Siege erringen. Im Omnium um den„Prix Reré=Pottier“, siegte der Franzose Lemoine mit 5 Punkten, es folgten Ehmer (Deutschland) 11., Richard(Frankreich) 16., Fcurnier 16., Piet van Kempen 20 P. und der Kanadier Ottevaire 22 P. Bei den Dauerfahrern konnte Auguste Wambst den Gesamtsieg erkämpfen vor Brossy und dem alten Bréau. Erich Möller placierte sich als Vierter, während Constant, Wanzenried und Manera keine Rolle spielten. * Der bekannte schwedische Läufer Eric Ny ist in ein peinliches Verfahren verwickelt worden, das ihn u. U. die Amateureigenschaft kosten kann. In verschiedenen schwedischen Zeitungen wurde mit seinem Namen für irgendwelche Artikel Reklame gemacht. Bei der ersten Vernehmung erklärte Ny allerdings, daß dies ohne sein Wissen geschehen sei; doch ist es immerhin merkwürdig, daß Ny, obwohl diese Reklame schon längere Zeit läuft, von sich aus nichts unternommen hat, um dieser den Amateurgesetzen zuwider laufenden Propaganda zu unterbinden. * Die Steherschule Elberfeld veranstaltete in Oberkassel ein Rennen der Nachwuchsfahrer, das trotz des unsicheren Wetters 2000 Zuschauer angelockt hatte. Bis auf das Trostfahren konnten alle Rennen durchgeführt werden, obgleich zwischendurch wolkenbruchartiger Regen niedergegangen war. Hierdurch wurde allerdings eine insgesamt zweistündige Verzögerung in der Abwicklung hervorgerufen. Als Fahrer bester Klasse erwiesen sich der Kölner Leuer und der Düsseldorfer Ifland Schluß des redaktionellen Teiles Telephon-Anlagen Lichtsignal-Anlagen H. Fuld& Co. Telephon- und Telegraphenwerke Aktiengesellschaft Köln, Hochhaus, Teleion: 58301 Zusammenschluß im rheinischen Motorbootsport Die Gruppe Mittelrhein hißt in Köln den Stander vom Oberrhein bis Eine Neugründung Mehr und mehr ist der Motorbootsport in den Nachkriegsjahren gewachsen, und mit seinem Erstarken machte sich auch das Bedürfnis nach einem Zusammengeltend, aus dem heraus zunächst örtliche Vereinigungen entstanden. Eine Erfassung in Verbände wurde angestrebt und durchgeführt, ohne indes den Charakter einer einheitlichen Organisation anzunehmen. An Versuchen hat es nicht gefehlt, die rheinischen Motorbootfahrer in einer einzigen Organisation zusammenzuschweißen, aber leider blieb es bei Anregungen und Versuchen, bis denn die Neuordnung des deutschen Sports auch im rheinischen Motorbootsport eine günstige Wandlung herbeiführte. Der Rheinische Motorjacht=Club sieht nunmehr seine langjährigen Bemühungen von Erfolg gekrönt. Unter der Führung von Marinebaurat Oskar von Bohuszewicz ist der Rheinischer Motorjachtklub e. V. Köln entstanden, dessen Träger der Kölner Motor=Jacht=Club e.., der Rheinische Motorjacht=Club Düsseldorf und der Motorjachtklub Mittelrhein sind. Als Gruppen Niederrhein Sitz Düsseldorf, Mittelrhein Sitz Köln, Oberrhein Sitz Koblenz. bleiben diese Klubs unter ihren bisherigen Führern bestehen. Aus diesem Anlaß fanden sich die Kölner Motorjacht=Besitzer am Samstag auf dem Bootshause in Rodenkirchen ein, um in einem feierlichen Akt die Flagge des alten Kölner Motorjacht=Klubs einzuholen und den neuen Stander des Rheinischen Motor=JachtKlubs zu hissen. Ein buntes Bild bot sich den Teilnehmern und Zuschauern. Reich beflaggt ankerten die Jachten aus Köln, denen sich die schmucken Fahrzeuge der Kameraden aus Düsseldorf und Koblenz beigesellt hatten. Grauer Himmel lag über dem Rhein, zur Stunde rieselte ein Regen nieder, bis dann zur festgesetzten Zeit die Abendsonne mit ihren versinkenden Strahlen durch das dunkle, sturmgepeitschte Gewölk brach, der alten Flagge, die nach kurzen inhaltvollen Worten des Führers der neuen Gruppe Mittelrhein, Notar Dr. Cremer, am Bootshause niederging, einen letzten Gruß entbot. Während droben in den Lüften ein Flieger stolz seine Kreise zog, der Führer die weitere Entwicklung schilderte, stieg der Stander des R. M. C. am Mast empor, begrüßt mit einem stürmischen Ahoi. Bei einer nachfolgenden Feierstunde im schlichten. aber gemütlichen Heim, konnte Herr Notar Cremer eine Reihe von Ehrengästen begrüßen, Oberstleutnant Walz, Präsident des Luftamtes Köln, Hauptmann Kanstein, Kommandeur der Kölner Luftaussicht, Flieger=Untergruppenführer König und den Geschäftsführer des D. L.., Kramp. Außerdem die Führer im Rheinischen Motorbootsport, Oskar von Bohuszewicz, Düsseldorf, und Dr. Schmidt, Koblenz, Marinebaurat von Bohuszewicz überbrachte die Glückwünsche des Führers des Deutschen Wassersport=Verbandes, Kapitänleutnant Jasper, der im letzten Augenblick sein persönliches Erscheinen familienhalber zurückstellen mußte. Generalkonsul Scheibler, der Ehrenvorsitzende des Kölner M. J.., mußte aus dringenden Gründen ebenfalls der Feierstunde entsagen, nachdem er am Nachmittage noch im Kreise der Kameraden geweilt hatte. Herr von Bohuszewicz gedachte in anerkennenden Worten der langjährigen Mitarbeit von Bankdirektor Hans Weber, als Pionier einer Zusammenschlußwärts und aufwärts wird die Parole der weiteren Tätigkeit lauten. Unter Einsatz persönlicher Opfer werden die rheinischen Motorbootsportler ihrem Ziel zustreben, sportlich und wirtschaftlich ihren Sport zu heben und zu fördern. Mit Vertrauen wird man die Arbeit des Rheinischen Motor=Jacht=Klubs unter dem sind letzten Endes bestimmend. Mit dem Klubführer darf der ganze Klub stolz auf seine Mannen sein, die immer wieder im zähen Eifer angepackt und zugegrifsen haben, und wenn es schier noch so aussichtslos war. Diesen Geist zu erhalten und zu vertiefen, gilt es in der nun folgenden Zeit. Zur Erinnerung an ihre Erfolge erhielten die Sieger, sowie der Steuermann Kneiff für seine neun Siege, geschmackvolle Erinnerungsgaben. Eine besondere Ehrung erfuhr Kamerad Grötz für seine Trainingsarbeit, zu der er sich immer und zu jeder Stunde bereitfand. Ihrem Führer und ihrem Trainer verehrte die Rennmannschaft einen prächtig ausgeführten Bronzeguß des Bootshauses. In Anwesenheit zahlreicher Gäste nahm der Abend einen guten Verlauf, wobei der Geist echter und treuer Kameradschaft, in dem sich alle zusammengefunden einigenden einheitlichen Stander zum Niederrhein unterstützen. Siegerehrung beim Kölner Ruderklub 1931 Gelegentlich eines Kameradschaftsabends nahm der Führer des jüngsten der Kölner Rudervereine, Paul Andrés, die Ehrung der diesjährigen Sieger vor. Nach einem Jahr des Aufbaues vermochte man in diesem Jahr hoffnungsfreudig mit Jungmannen in die Rennen der diesjährigen Regatten einzugreifen. Widrige Umstände gestatteten nicht immer einen störungsfreien Verlauf des Trainings, so daß Klubkamerad Willi Grötz seine ganze Kraft einsetzen mußte, mit seinen Jungmannen des Schicksals Meister zu werden. Und es gelang. Sind auch die Erfolge zahlenmäßig nicht überwältigend — ein Sieg im Jungmann=Achter in Köln und im haben, immer wieder zum Durchbruch kam. Wo solche Jungmann=Vierer in Koblenz— der Umstand wie und Bande geknüpft sind, muß die Mitarbeit Freude be in welchem Geist sie erkämpft und erstritten wurden, reiten, die Tätigkeit von Erfolg begleitet sein. Aus der Turnerschaft Vereinsmeisterschaften beim Kölner Turnverein 1843 Die Sonntagsveranstaltung auf der Ostkampfbahn war ein schöner Erfolg. Zwar war die Beteiligung bei den Mehrkämpfen des Vormittags mäßig, doch brachte der Nachmittag den nötigen zahlenmäßigen Ausgleich. Im Fünfkampf der Männer war Tintelot vor Becker der Beste, und den Vierkampf der Frauen gewann L. Kubach vor F. Rodhe. Das Faustballturnier sah die kombinierte 33= und 40jährigen als Sieger nach schönem Kampf gegen die 2. Herren. Die erste Herrenmannschaft kam zu spät und wurde nicht mehr gewertet. Die Einzelkämpfe der Männer brachten folgende Sieger: 100 Meter, Kugelstoßen und Weitsprung, Tintelot, Hochsprung Krug mit 1,65 Meter, 1000 Meter Rabehl. Die Frauenkämpfe gewannen: 100 Meter und Weitsprung Kubach, Hochsprung Schlösser, Kugelstoßen und Diskus Wachter. Die Abwesenheit der Turnerinnen Hermanns, Heuvelmann, Pfeifer, Haupts, Kürschner, die mit zu den Besten des Kreises gehören, brachte es mit sich, daß diese Kämpfe nicht so scharf umstritten waren. Den Rahmen gaben volkstümliche Mehrkämpfe der Geräteturner, Gymnastikvorführungen der Turnerinnen, Freiübungen der Turner und Staffelläufe. Der Tag hat bewiesen, daß im alten KTV neues Leben zu bemerken ist. Ueberraschungen bei der Schlagball-Diplomrunde. Auf dem Platz des VfR Bachem sollte die Entscheidung fallen, doch gaben die Favoriten die Führung ab, so daß es zum Schluß drei Mannschaften mit gleicher Punktzahl gab. Die zahlreichen Zuschauer sahen äußerst harte Kämpfe, die sich wie folgt abspielten: TB Dünnwald: SC Wacker 2. Dünwald nicht angetret. SC Wacker.: VfR Bachem 27:45(22:18!!) TFG Nippes: HBV Nippes 37:61(23:71!) Es ist ein unturnerisches Verhalten, wenn eine Mannschaft, die doch nun einmal gemeldet hat, einfach in letzter Sekunde absagt. Wacker 2 kam dadurch zu zwei Punkten. Schon beim ersten Spiel gab es eine Riesenüberraschung. Der Kreismeister Wacker ließ sich vom Platzverein in der zweiten Spielhälfte nach Strich und Faden hineinlegen. Die Wackermannschaft hat sehr nachgelassen! Bachem war ihr an Kampfgeist bei weitem über. Der Sieger spielte mit vorbildlichem Eifer und verbissen. Hervorzuheben sind seine schönen Schläge. Auch das zweite Spiel war nicht weniger interessant. TFG Nippes benötigte noch einen Punkt, um Diplomsieger zu werden. Die erste Hälfte sah auch nach einem sicheren Sieg der TFG aus. Nach der Pause wollte aber nichts mehr gelingen, während der Gegner Massenläufe nach Hause brachte. TFG Nippes hatte bestimmt einen schwarzen Tag. Nach Beendigung der Spiele war man glücklich so weit, daß BfR Bachem gegen HBV Nippes und TFG Nippes je acht Punkte hatten. Der Sieger sollte in einer Pokalrunde zu je 40 Minuten ermittelt werden. TFG zog das Freilos. Das Spiel VfR Bachem gegen HBV Nippes zeigte, daß Bachem stark nach vorn gekommen ist. Die Mannschaft hat gutes Schlägermaterial, und nur durch größere Routine konnte Nippes den Sieg mit 30:17 an sich reißen. Das Endspiel wird nunmehr am kommenden Mittwoch, um 19 Uhr, auf dem Platz der TFG Nippes Terlilte zweifacher Sieger! Erfolg der Amateurrennen in Hürth Daß die Radrennbahn in Hürth bei Köln eine gute Pflegestätte für den Amaceurrennsport ist, beweisen die großen Zuschauerzahlen, die bei jedem Renntag notiert werden können. Am Sonntag sah man wieder über 2000 Radsportfteunde, die sich den guten Sport, den die westdeutschen Amateure im friedlichen Wettkampf boten, nicht entgehen ließen. Die teilnehmenden Fahrer aus dem Münsterland buchten die größten Erfolge. So konnte Tertilte, Münster, sich nicht nur im Fliegerhauptfahren, wo er die Kölner Kerp und Kolvenbach hinter sich ließ, auszeichnen, auch im Mannschaftsrennen über 75 Kilom. belegte er mit seinem Partner, Schmidt aus Dortmund, den ersten Platz vor den auf den westdeutschen Bahnen nicht unbekannten Kleinsorg=Kolvenbach (Köln). Alle Rennen brachten leider zahlreiche Stürze, die aber glücklicherweise glimpflich verliefen. Ergebnisse: Fliegerhauptjahren(900 Meter): 1. Tertilte=Münster 15,3; 2. Kerp=Köln, 3. Kolvenbach=Köln; 4. Donicke=Hürth.— Großer Jugendpreis für Mannschaften mit Jugendfahrern im Alter von 16 bis 18 Jahren. 1. Junge=Uhrmann=Köln 15 P.— Mannschaftsrennen über 75 Kilom. 1. TertilteSchmidt(Münster=Dortmund) 61.,•08 Stunden, 2. Kolvenbach=Kleinsorg(Köln) 54., 3. Bex=Kerp (Köln) 50., 4. Springborn=Jansen(Kempen=Krefeld) 40., 5. Paduschek=Stamm(Köln) 26 P.— eine Runde zurück: 6. Schultes=Kcämer(Hürth) 6 Punkte. die beiden Ortsrivalen HBV Nippes und TFG Nippes gegen sich sehen. Ohne Zweifel wird das Spiel ein Zugstück werden und zahlreiche Zuschauer anlocken. * Der Erfolg der Schlagball=Diplomrunde hat die Kreisleitung veranlaßt, am kommenden Sonntagvormittag einen Wettkampf Kreis Köln— Kreis Bonn zu veranstalten, auf den wir heute schon hinweisen. Wir kommen auf die Veranstaltung noch zurück. Weber. Länderkampf in Colombes Englands Leichtathleten schlagen Frankreich 66,5:53,5 ter Beschlag legte. Sein Landsmann Reegt besetzte hier den zweiten Platz. Die Franzosen kamen nur in den Laufwettbewerben 5000 Meter, 3000 Meter Hindernis zu Siegen, dann weiter, wie eingangs schon erwähnt, in den technischen Prüfungen. Matti Järvinen„nur“ 72,47 Meter Der Sonntag brachte den Schlußteil der finnischen Leichtathletikmeisterschaften in Tammerfors. Nur zwei Ergebnisse von internationaler Bedeutung waren zu verzeichnen: 10 000 Meter durch Salaminen in 31:05,3 und der Speerwurf von Matti Järvinen mit„nur“ 72.47 Meter. Im übrigen waren die Ergebnisse des Sonntags: 200 Meter: Strandvall 22,2; 400 Meter: Fabrizius 50,1; 1500 Meter: Mattilainen:02,2; 10 000 In dem Sprinter Sweeney brachten die Engländer Meter: Salaminen 31:05,3; 110 Meter Hürden: Sjöein neues Talent nach Paris. Er konnte die 100 und stedt 15,1; Diskus: Kotkas 46,72 Meter; Speer: Matti 200 Meter sicher gewinnen. Die Mittelstrecken wur= Jarvinen 72,47 Meter; Stabhochsprung: Saviaho den eine Beute der Briten Rampling und Cooper, 3,70 Meter. während deren Landsmann Cornes auf die 1500 Me25000 Zuschauer Der Leichtathletik=Länderkampf Frankreich gegen England hatte in den französischen Sportkreisen großes Interesse erweckt; denn obschon am Sonntag anläßlich der Ankunft der„Tour=de=France=Fahrer" auf der Prinzenparkbahn ein Renntag aufgezogen wurde, waren 25 000 Zuschauer ins Stadion zu Colombes gekommen, um dem Leichtathletik=Treffen beizuwohnen. In diesem erneuten Zusammentreffen konnten die Ergländer wieder erfolgreich bleiben, diesmal mit 66.:53½ Punkten. Von den 14 Wettbewerben konnten die Briten acht an sich bringen; vornehmlich waren die Engländer in den Laufübungen erfolgreich, während die Einheimischen in den technischen Konkurrenzen Vorteile hatten. DIE BAUERIN AUFDER Eintiroler Roman von Hans Schrott-Fiecht! OGELTENN „Badenia“,.=G. für Verlag und Druckerei, Karlsrube in Baden. (1. Fortsetzung.) Den andern Morgen ist sie grad beim Butterkneten, Herrschaft, ist das Butterfaß jetzt mager... da stehl die jungfrische Bäuerin vor ihr. „Mutter, schön ist's da bei uns,“ lacht sie so echt von innen heraus. Mein Gott, wenn sie nichts Gescheiteres weiß, mag sie still sein. Die Mutter zuckt nur die Achseln.„Los auf.“ tritt die Marie näher,„im Stall war ih. Weißt, ih kann ja die Bauernarbeit nit und da hab ih der Dirn melken zugeschaut. Nach einer Weil wollt ih's selber probieren. Aber sie hat mich fortgestoßen.“ „Hat sie so unrecht? Wie das aufhalten tät,“ lacht die Altbäuerin spitzig. Nicht die Junge freudig:„Dadrum gehts doch gat nit, Mutter. Wenn ih Bäuerin sein soll, muß ih die Arbeit wenigstens alle können.“ „Ja, Marie, mit solchen Sachen wirst wenig Glück haben.“ „Und wenn“ redet die junge Bäuerin vergnügt dawider.„Begreif mich doch, wenn ich wirklich alles kann ist's für den ganzen Hof von Nutzen“ Was soll eins da sagen Sonnscheinig steht die junge Frau vor der Alten, man kann einfach nit.... Orum hift sich die Mutter anders. Ihre Red' hört sie gar nit und meint nur nebenher: „Jetzt die ersten Tag ist's mir lieber, du tust, als wärst auf Besuch. Bäuerin kannst dir noch genug spielen.“ Vielleicht hat sie damit recht. Und freundlich meint die Marie: „Gern. Kann ih dir was abnehmen, Mutter? Du arbeitest viel zu viel.“ „Das braucht's nit,“ mault die Mutter, denn die Frag' scheint ihr eine dumme, dumme Heuchelei, das laßt sie sich nit nehmen.„Kennst ja noch nit einmal Hausbrauch.“ wehrt sie von neuem. „Ebendrum, mit nichts kann man den geschwinder lernen als mit arbeiten.“ Nachmittags ist die junge Bäuerin zum Bürgermeister. „Herr Siegwart,“ meint sie in der Wirtsstub' zu dem großen, langen Menschen,„kennen tun wir uns ja von München. Gelt? Jetzt bitt ih halt um Hilf. Schauens, wie's mir geht. der Mann an der Front und ih von Bauerndingen umundum nichts verstehen. Gut Nacht, das wird lieb als Bäuerin.“ So frisch und frank war das gesagt, so viel Warmes, Ernstwilliges klingt mit, daß der Bürgermeister grad aufschaut. „Sagens, wer zählt denn im Dorf zu den wirklich gescheiten Bauern?“ „Hm,“ lacht der Siegwart mit eins:„Wenn Sie so stolz tun, werdens Ihnen was malen.“ Sein Gegenüber weiß einfach nit. was meinen und denken. Schaut grad mit den größten Augen und kann nur Kopfschütteln. „Wenn Sie wirklich Bauerspielen wollen, müssen's schon das„Sie“ aufstecken. Sonst ist der Teufel los.“ Sie begreift nit: „Ja, sollt ih am End mit jeden Gescherten Bruderschaft trinken?" lacht sie kerzengrad gegen den Ofen „Ah das nit. Einfach du sagen müssen's, weils selbstverständlich ist. Wenn Sie aber zu den Leuten Sie sagen, können doch die nit.. „Dann sagen wir halt du, Bürgermeister“, glänzt die junge Bäuerin den Siegwart an. Der lächelt ein bißl und dann weist er ihr den Emberger, den Alber, das wären Bauern, die sie brauchen könnt. Die junge Bäuerin ist bald wieder dahin und drüben beim Sommeregger, dem größten Kaufmann im Dorf, kehrt sie zu. Kauft Stoff zu Diendlkleidern. „Was hast denn da, Marie?“, ist daheim das erste. „Ih muß doch was zum anlegen haben, Mutter. In den städtischen Fetzen kann ih doch am Dorf nit... Was das kosten möcht...“ ist die fröhliche Antwort. „Ah so wohl. Eine Putzgrede ist die Marie“, schießt der Mutter durch den Kopf. Na, sie will gern sehen, was da wird. Herrgott, unsein wird's wohl sein, so eine herrische Bäuerin. Stunden später ist sie beim Emberger. Ist auch nur einer mehr dabeim und der arad auf Urlaub zwei, drei Wochen. Die Bäuerin ist geschwind um die Weg und die Leut in der Stub schauen alle voll Neugier. „Also wohl, du mußt jetzt den Hof übernehmen? Wirst dich hart tun?" „Am Anfang, ist nit zu streiten. Aber das gibt sich schon.“ „Teixl, Schneid hast einen ganzen Sack voll, Bäuerin, frische", freut sich der Emberger. Und dann erzählt er. Nichts gefällt ihm bei den hiesigen Bauern. So dumm wie sie sind, und viel tausend Ding weiß er, die besser sein könnten. Die Deutsche landwirtschaftliche Presse und die Wiener landwirtschaftliche Zeitung haltet der Emberger als einziger im Ort und weit, weit drüber hinaus. Er weiß also, wie's sein sollt... Der Bäuerin wird schwindelig vor so viel Bauerndummheit wie er vor ihr unversehens ausbreitet. Endlich gapst sie förmlich: „Die Ding versteh ih alle nit. Weißt, sie gehen mich auch nichts an. Ih, laß dir sagen, muß erstmals die Bauernarbeit lernen. Sonst bleib ih eine gescheite Henn. Wär mir drum.“ Der Bauer lacht vor sich hin. Unrecht hat sie a nit. „Und schau, wie's mir geht. Heut hab ih wollen anserer Dirn Melken zuschauen, hat's mich nit veggestoßen?“ „Melken willst lernen? Ist eh gleich Melkzeit. komm einfach zu uns“, ist der Bauer hoch. Und im Stall hat er sich wie mit einem kleinen Kindl gemüht, gezeigt, erklärt und hau.... Endlich laßt er's für heut gut sein. „Kommen magst so oft du willst, Bäuerin", lacht er laut auf, wie sie dankt.„Die Welt ist einmal zu verrückt. Die eigenen Leut, verstehst was von der Sach, ist's ihnen nit recht und verstehst nichts, bist erst recht der Dumme.“ „Ebendrum“, nickt sie mit ihren lustigen Augen. So ist's gekommen, daß die Marie die ersten drei Wochen Stalldirn beim Emberger war. Mutter hat ihr oft nachgeschaut, wenn sie um die Melkzeit ins Dorf ist. Am Feld hat die Bäuerin den Rechen gern in die Hand genommen. Wie schwer, wie unendlich schwer aber die Bauernarbeit für Herrenleut ist, glaubt so leicht keiner. Einmal, der richtige Bauer muß geboren werden. Eine Wissenschaft, ein Handwerk kann man lernen, Bauer kann man nicht lernen, wenigstens nit so, wie's soll... „Können tut sie nichts, unsere neue Bäuerin.“ Dadrüber sind die Dirnen einig. Die Burgl nickt wohl die Malli oft an. Aber dann und wann kommt ihr doch das Ueberlegen.„Sie versteht's halt noch nit. Wart's ab, wenn sie's erst kann.“ „Bist närrisch, ein herrischer Mensch lernt's nie, laß dir sagen“, weiß es die Mallin ernstlich. Und die Jüngere muß es gut sein lassen, deswegen ist sie ja die Jüngere. Die Felder sind leer, dafür ist im Hans allersand und die Altbauerin hat sich rechtschaffen gemüht und geplagt. „Mutter, jetzt zeig mir einmal, wie's gemacht wird. Ist ja ganz aus, wie du dich schindest.“ „Mein, ih.... Laß mich. Wenn ih nimmer arbeiten kann. verstirb ih. Ih bin's zu viel gewöhnt.“ Da nimmt sie ihr alles aus der Hand und tut die Arbeit einfach selber. Ungeschickt fürs erste, mag sein, aber flink und vergnügt. Die Altbäuerin lacht nur ein bißl und dann greint sie wieder, wenn wo ein dummer Giff kam. Wenigstens das Kochen möcht sie der Mutter abnehmen. Sie kann's besser, wo sie jahrelang Köchin bei der Baronin Neubeck war. Ja, alles recht und schön, sie kann's aber doch, scheint's, nit recht. Ist nit die Bauernkost, das war das wenigste, aber der Bauer hat so gar nichts von allem, was dazu gehört, ein bißl Geschmack hineinzubringen. Solche Ding braucht's nit. Zu was auch. Und da koch einer. Probiers grad, wirst schon sehen, wie's dir tut. Ist kein Gemüse keine Zutaten. Ah, ein Elend ist's eigentlich. Das erste, was sie aus dem Dorf mir heimbringt, st eine Büchse Liebig, ein bißl Maggi und Suppenvürfel. „Solche Dinge gehören nit in ein ordentliches Bauernhaus“, meint die Altbäuerin und alle im Haus geben ihr recht. „Laß mich, Mutter. Tuts nit, werd ih schon elber gescheiter,“ will die Marie. Bei Tisch des andern Tags hat keiner was gesagt, aber geschmeckt hat's allen. Erst wie die Dirnen mit der Mutter allein sind, meint die Burgl: „Was hast heut gekocht, Mutter, daß es so viel besser...“ „Mir hat's auch besser...will die Malli. Da fahrt aber die Altbäuerin auf und heißt sie närrische Diendln, dumme... Oha, da habe sie in ihrer Unschuld am End gar ins frische Heu getappt... Ist gescheiter, wenn sie still sind davon. Wenigstens das war erreicht. kochen darf jetzt dann sie. War ärgerlich genug. So ein Bauerngartl, ist ja nichts drinn. Nit einmal die Suppenkräuter alle. Der Garten muß mindestens viermal größer werden, könnt doch auch etwas zum Einwecken bleiben... Und wär gut... Zweites Kapitel Monate später brennt die Sonne den letzter Schnee weg. Schad, daß sie die wehe Kriegsnot nit auch verbrennen kann. Gegen die Gier und die Wut der Welt ist eben selbst die Sonne zu schwach. Gottlob, die einfachen Bauern im Dorf stehen immer noch aufrecht und wenn der blutige Tag auch ihre Herzen zerschellt, ihr Sein vergällt, sie gehen standfest durch den bitterwehen Tag.— (Fortsetzung folgt.]