Tageszeitung für Köln-Stadt und Land Bezugspreis: RM..—(einschließlich 38 Pfennig Beitrag zu den Zustellungskosten).— Erscheint wöchentlich siebenmal morgens.— Postbezug RM..—(einschließlich 45 Pfg. Postzeitungsgebühr und zuzüglich 42 Pfg. Zustellgeld der Post).— Durch höhere Gewalt hervorgerufene Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Rückerstattung des Bezugspreises. Nr. 160 Verlag und Redaktion: Stolkgasse 25—31 Fernsprecher: a) von 8 Uhr bis 20 Uhr Sammelnummer 220301; b) nach 20 Uhr: Direktion 220302, Chefredaktion 22 03 01. Sportredaktion 22 03 02, Technischer Betrieb 22 03 03 Sonntags die illustrierie Wochenendausgabe„Die Bastion“ kostenlos Dienstag, den 22. Mai 1934 Pfingsttagung des BDA an Rhein und Mosel Der Schlußtag in Mainz Eine Rede des Vizekanzlers von Papen Mainz, 21. Mai. Nachdem in der Mainzer Stadthalle am Samstag gegen mittag die Hauptversammlung des BDA zusammengetreten war, fand um.30 Uhr im großen Stadthallensaal der feierliche Festakt statt. Nach einem Vortrage Händelscher Musik nahm der Reichsführer des BDA., Dr. Steinacher, das Wort zur Eröffnungsansprache, in der er alle ausländischen Volksgenossen begrüßte und besonders die Deutschen Rußlands erwähnte, deren „Schicksal bei Gott und unserer Opferkraft" stehe. Zu diesem Festakt war auch Reichsinnenminister Dr. Frick erschienen, der jetzt das Wort nahm und u. a. folgendes ausführte: In wenigen Monaten wird das deutsche Volk an der Saar vor der ganzen Welt sein Bekenntnis zum deutschen Vaterland ablegen. Klar und offen soll dieses Saardeutschtum zeigen, daß es aus seinem tausendjährigen Deutschtum kein Handelsgeschäft machen läßt, und daß es nicht bereit ist, sich aus strategischen oder geschäftlichen Gründen hin= und herschieben zu lassen! Es lebe das deutsche Volk an der Saar und sein Kampf um Freiheit und Recht! Nachdem man das Lied„Deutschland, Dir mein Vaterland“ und das Saarlied, vorgetragen von volksdeutschen Chören, verklungen waren, sprachen die einzelnen auslandsdeutschen Volksgruppen ihr feierliches Bekenntnis zur Heimat und zu ihrem Volke aus. Der Schlußsatz der 5. Symphonie von Beethoven leitete zur Hauptansprache über, die der Reichsführer Dr. Steinacher hielt. Als Abschluß des Mainzer Tagungsabschnittes fand auf dem Adolf=Hitler=Platz eine Volksdeutsche Kundgebung statt. Nach dem Fahnenaufmarsch eröffnet der stellvertretende Führer des Bezirkes Rhein=Main des BDA.. Geora Wittig. die Kundgebung. Anschließend sprach der Vorsitzende des Deutsch=Sächsischen Volksrates für Siebenbürgen. Dr. Jickeli sei, so führte er aus, der Deutsche, in dessen Adern das Blut unserer deutschen Vorfahren rolle. Deutsch sei jeder Mensch, den irgendwo in der Welt eine deutsche Mutter einem deutschen Vater geboren habe. Deutsch seien 65 Millionen Volksgenossen, die begnadet seien, in der stolzen Burg des Dritten Reiches zu wohnen. Deutsch seien auch 40 Millionen Auslandsdeutscher, die heute ihr Bekenntnis zum deutschen Volkstum als Dornenkrone trügen. Nach der Rede des Mitgliedes des Saarbrücker Landesrates, Peter Kiefer, sprach Dr. Hennings (Kanada) für das Ueberseedeutschtum. Schule, Sprache und Kirche bildeten das kulturelle Fundament auch in Uebersee. Während in Südamerika deutsche Schulen in hohem Ansehen und großer Blüte ständen, gebe es in den angelsächsischen Ländern immer noch unüberwindliche Schwierigkeiten. Ganz neuerdings lebe aber auch der deutsche Sprachunterricht in den Vereinigten Staaten wieder auf und auch in anderen Ländern englischer Zunge zeigten sich erfreuliche Ansätze. Die Feiern in Trier DNB. Trier, 21. Mai. Kaum waren die letzten Klänge des Horst=Wessel=Liedes nach der Volksdeut schen Kundgebung auf dem Adolf=Hitler=Platz am Samstagabend in Mainz verhallt, als der ungeheure Apparat der Pressestelle des BDA., in Lastwagen verpackt, abrollte, als zahlreiche Journalisten in Autos durch die Nacht dem neuen Tagungsort Trier entgegenrasten. Die Stunde der Jugend, die traditionsgemäß am Pfingstsonntagvormittag stattfand, wurde diesmal im Freien abgehalten, und zwar auf dem Sportplatz Weißhaus. Dr. Schöneich begrüßte die Teilnehmer, die aus allen Gauen gekommen waren. Vertreter Oesterreichs und der einzelnen auslandsdeutschen Volksgruppen überbrachten die Grüße ihres Heimatlandes. Den Abschluß der Feier bildete ein Bewegungsspiel, das ergreifend Saarlandnot und Saarlandhoffnung schilderte. Unter den Klängen des Deutschland= und des Horst=Wessel=Liedes schloß die erhebende Feier. Am Mittag waren die BDA=Jugend, die Vertreter der Trierer Verbände, der SA und SS und des Kyffhäuserbundes an dem schlichten Kriegerdenkmal am Ufer der Mosel angetreten, um die toten Krieger zu ehren. Ein Trauermarsch erklang, während Dr. Steinacher einen mit der Hakenkreuz= und der BDASchleife geschmückten Kranz am Denkmal niederlegte, das die einfachen Worte„Tapfer und treu“ trägt. Am Nachmittag besuchte der Leiter des BDA, Dr. Steinacher und der Reichssportführer von Tschammer und Osten das Zeltlager der BDA=Jugend auf der Moselinsel. Gartenkonzerte am Nachmittag leiteten über zu den Abendfeiern, auf denen Oberbür= germeister Zoerner, Dresden und Graf Brockdorff=Dallwitz sprachen. Die Studenten versammelten sich auf dem Kockelsberg, die Jungen im Zeltlager auf dem Regattaplatz, die Mädel auf dem Tetrisberg. Flammenstöße und Höhenfeuer und ein Feuergruß an die Saar wurden begeistert von den Tausenden von chauern ausgenommen. Ein riesiger Fackelzug durch die Stadt zum Palastplatz mit folgendem Zapfenstreich bildeten den wirkungsvollen Abschluß des Pfingstsonntags. Während der Morgenfeier am Pfingstmontag im Stadion am Ufer der Mosel hielt Vizekanzler von Papen eine eindrucksvolle Rede, in der er u. a. ausführte: Gewiß ist die Tradition des früheren Vereins für das Deutschtum im Auslande auch vor dem Kriege eine stolze. Aber jener lebendige Zusammenhang, wie er nach dem Kriege einsetzte, der fehlte in den Tagen des deutschen Kaiserreiches, da alles binnenstaatlich und nicht volksdeutsch dachte. Es mutet heute fast wie ein Wunder an, daß während der kosmopolitisch fühlenden Weimarer Zeit das volksdeutsche Erlebnis anhub und zu einer der großen Nachkriegserrungenschaften erwuchs. Als dann im Innern Deutschlands der Ruf erscholl„Deutschland erwache", da konnten die Auslandsdeutschen von sich aus mit Stolz sagen, daß dieser Ruf schon längst in ihren Reihen erklungen war. Was wir im Reich erstreben, endlich begonnen haben zu finden, nämlich die wahre Volksgemeinschaft, das war in vielen deutschen Volksgruppen aus alter Ueberlieferung schon gegeben. Gegner, die bei uns niedergekämpft werden mußten, wie Parteien, Marxismus, egoistischer Kapitalismus, Klassenkampf, Weimarer Liberalismus, fehlten bei den meisten auslandsdeutschen Gruppen. Infolgedessen kann es sich draußen nicht um einen Kampf handeln, wie er bei uns geführt werden mußte, sondern nur um eine organische Erneuerung auslandsdeutschen Volkstums, die um so sorgsamer zu erfolgen hat. Die Hauptlast der nationalen Erneuerung, der Kampf um einen neuen Geist und um neue Formen, ruht auf den Schultern des reichsdeutschen Volkes. Es war weitgehend mechanisiert, entwurzelt, zerrissen, den Gesetzen der Natur und der göttlichen Weltordnung untreu geworden. Die Revolution, in die es getreten ist, ringt um die Wiederherstellung nationaler Werte, ewiger Bindungen und der naturgegebenen Reichsordnung. Sie will ewige Ordnungen wieder neu schaffen und zertrümmert deshalb eitle und morsch gewordene Formen. In Europa, fuhr der Vizekanzler u. a. fort, nimmt unser Volk insofern eine besondere Stellung ein, daß es an allen Grenzen des Reiches und Oesterreich siedlungsmäßig mit anderem fremdem Volkstum verzahnt ist. Es siedelt in nicht weniger als 20 der 30 enropäischen Staaten und fordert für seine Kultur und rein ungeschmälertes Dasein Lebensrechte und=Geltung. Deswegen muß sich unser Blick von dem staatsgebundenen Volkstum— dem Deutschtum im Reich— in der Richtung des Gesamtvolkes über die Reichsgrenzen hinweg weiten. Die Frage der überstaatlichen Volksgemeinschaft gehört für uns Deutsche, aber nicht nur für uns allein, sondern für beinahe alle Völker Ost=Mitteleuropas, mitten in eine europäische Friedenspolitik hinein, weil sich Staatsgrenzen und Volksgrenzen nicht decken und sich durch Grenzveränderungen wohl Besserungen, aber niemals befriedigende Lösungen exzielen lassen würden. In einem Punkte allerdings möchte ich hier in der Westmark des Reiches nicht mißverstanden werden, wenn ich sage, daß Staats= und Volksgrenzen in Mitteleuropa sich niemals ganz decken können. Was der Versailler Vertrag über das Saarland verhängt hat. hatte mit der Sicherung etwa anderer fremdländischer Volkstümer oder Minderheiten niemals das geringste zu tun. Es gibt an der Saar keine fremdländischen Minderheiten. Dieser Vertrag gilt nur einem höchstmateriellen und prosaischen Kohlengeschäft, zu dessen Sicherung man 800000 Deutsche für 15 Jahre unter fremde Herrschaft und Willkür setzte. In der Saar handelt es sich nur darum, ein großes Unrecht wieder gut zu machen und beschleunigt die Grenzen wieder herzustellen, die seit über einem Jahrtausend deutsches Volkstum umsaßten. Hier ist für den Völkerbund eine einzigartige Gelegenheit, europäische Politik im besten Sinne zu dokumentieren. Aufgabe des neuen Deutschland aber ist es, für die Beziehungen unter den Völkern und Volksgruppen neue und bessere Voraussetzungen zu schaffen, als sie das Versailler System und sein in vielem trügerischer Minderheitenschutz Europa be schert haben. Anzeigenpreis; für die Millimeterzeile(22 mm breit): Grundpreis 12 Pfg. Familienanzeigen 7 Pfg.— Kleine Anzeigen je Wort 8 Pfg., das sette Ueberschriftswort 15 Pfg.— Reklamen(77 mm breit): 80 Pfg.— einsanzeigen im Textteil 10 Pfg.— Vereinsanzeigen im Sportteil 40 Pfg. Sprechstunden der Redaktion: 17—18 Uhr.— Postscheckkonto: Köln Nr. 59000. Einzel=Preis 15 Pfg. Konrad von Parzham heilig gesprochen DNB. Rom, 21. Mai. Unter großem Zustrom des Publikums fand am Pfingstsonntag in der Peterskirche zu Rom die Heiligsprechung des deutschen Klosterbruders Konrad von Parzham statt. reiche Pilger aus Deutschland, besonders aus Bayern, viele Kapuzinerpatres, deren Orden der neue Heilige angehörte, sowie die Teilnahme des Kardinalerz= bischofs Faulhaber von München, und vierzehn weiterer deutscher Bischöfe waren bei der Heiligsprechung zugegen. Man sah ferner den Prinzen Konrad von Bayern, die Prinzessin Alphons von Bayern mit ihrem Sohn Prinz Clemens, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, das gesamte diplomatische Korps beim hl. Stuhl, die Bürgermeister von Altötting und Salzburg und fünf Großneffen des neuen Heiligen. Die Zahl der teilnehmenden Kardinäle betrug neunzehn. Die Heiligsprechung selbst vollzog sich, beginnend mit dem feierlichen Einzug des Papstes, unter dem gewohnten großen Zeremoniell. Der berühmte Kirchenkomponist Perosi leitete selbst den musikalischen Vortrag der von ihm geschriebenen Messe. Bereits am Samstag hatte Papst Pius XI. die deutschen Pilger, mit Kardinalerzbischof Faulhaber und dem Bischof von Salzburg an der Spitze, besonders empfangen. Dabei hielt der Papst, umgeben von den Fahnen der Altöttinger und anderer bayerischer katholischer Vereine, eine Ansprache. Riesige Brandkalastrophe in Chikago Elf große Viehgebäude und über 200 Wohnhäuser vom Feuer vernichtet Auch Verluste an Menschenleben—. Große Viehmengen verbrannt Ur er Zur Förderung der nationalen Arbeit haben die An gehörigen des Reichspostdirektionsbezirks, Düsseldorf in den Monaten Januar bis März 54 455,22 Mark gespendet. Die Gesamtspende für die Zeit vom Juli 1933 bis März 1934 beträgt 150 380,55 Mk. Der bekannte österreichische Bergführer Samuel Schiffbänker ist am Samstag an der Fallkogelwand am vorderen Gosausee tödlich abgestürzt. Am Vormittag des Pfingstmontags besuchte Mussolini in Begleitung des Staatssekretärs Suvich und in Anwesenheit des deutschen Botschafters von Hassels die Villa Massimo zu Rom, den Sitz der deutschen Akademie. Er wurde von Professor Gericke empfangen, der ihm die deutschen Künstler vor stellte und ihm eine Mappe mit ihren Arbeiten als Andenken überreichte. Der neue bulgarische Ministerpräsident Georgieff erklärte u..: Im allgemeinen bestehe keine Notwendigkeit, die Außenpolitik der bisherigen Regierung zu ändern. Die Aufnahme der Beziehungen mit Sowjetrußland, die die neue Regierung plane, werde durch die Beruhigung der innerpolitischen Verhältnisse ermöglicht werden. DNB Chikago, 21. Mai. Das Chikagoer Viehhofviertel ist von einer schweren Brandkatastrophe heimgesucht worden. Elf große Gebäude sind völlig eingeäschert worden, ungezählte Viehmengen verbrannt. Das Feuer brach in einer Scheune im Viehhofviertel. vermutlich durch eine fortgeworfene Ziaarette. aus. Obwohl fast die gesamte Chikagoer Feuerwehr eingriff, wurden in kurzer Zeit drei riesige Viehställe, zwei große Verladehallen, ein Hotel mit wertvollen Kunstschätzen, zwei Banken, eine Brauerei und ein Eisenbahnbürogebäude ein Raub der Flammen. Ferner wurden kleinere Gebäude und Läden zerstört. Ammoniaktanks und große Oelbehälter explodierten mit lautem Getöse. Das verbrennende Vieh schrie entsetzlich. Zwei Feuerspritzen wurden von den Flammen umzingelt und verbrannten. Drei Feuerwehrleute haben vermutlich dabei den Tod gefunden. Als das Feuer am Brandherd selbst fast erloschen war, fraßen sich die Flammen weiter nach Nordosten dem Wohnviertel zu, dessen Bewohner angesichts des Wassermangels Feuerketten bildeten und die Löscheimer von Hand zu Hand weiterreichten. Flieger melden, daß die Rauchsäule über 75 Meilen weit zu sehen ist. Die Löscharbeiten werden besonders dadurch erschwert, daß infolge der großen Trockenheit der letzten Tage der Wasserdruck erheblich nachgelassen hat. Unzählige Stück Vieh sind in den Flammen umgekommen.— Der Brandkatastrophe sind nach den bisherigen Feststellungen außer den elf großen Viehhofgebäuden über 200 Wohnhäuser zum Opfer gefallen. Es handelt sich in erster Linie um Häuserblocks, die von Angestellten des Viehhofs bewohnt waren. Ueber eine Quadratmeile des Stadtbodens ist durch die Brandkatastrophe dem Erdboden gleichgemacht worden. Die Zahl der Todesopfer steht noch nicht endgültig fest. Es werden 25 schwerverletzte Personen gemeldet, darunter elf Feuerwehrmänner. Ein Feuerwehrmann hat vier Personen aus den Flammen gerettet und sich dabei so schwere Brandverletzungen zugezogen, daß er unmittelbar darauf starb. Eine noch größere Ausdehnung des Feuers wurde nur durch ein plötzliches Umschlagen des Windes verhindert. Lastauto mit ArbeitsdienstFreiwilligen verunglückt Drei Tote, 30 Verletzte DNB Hirschberg. 21. Mai. Am Pfingstsonntag vormittags gegen 11 Uhr, verunglückte in Alt=Schönau bei Hirschberg ein Lastauto mit Anhänger mit 54 Arbeitsdienst= Freiwilligen vom Arbeitsdienstlager Sprottau. die sich auf einer Fahrt nach Bad Flinsberg befanden. Auf der stark abschüssigen Strecke verlor der Führer die Gewalt über den Wagen, dieser schlug um, während der Anhänger abgerissen wurde. Sämtliche Insassen beider Wagen stürzten heraus und wurden verletzt. Einer war sofort tot, zwei starben nach der Einlieferung ins Krankenhaus in Hirschberg, 30 erlitten erhebliche Verletzungen; zwei der Schwerverletzten schweben noch in Lebensgefahr. Die Verletzten wurden sämtlich in das Krankenhaus nach Hirschberg geschafft. Aufhebung von Maßnahmen gegen katholische Jugendverbände München, 21. Mai. Die Politische Polizei Bayerns gibt bekannt, daß die Maßnahmen der Kreisleitung der NSDAP. Schweinfurth gegen katholische Jugendverbände durch ein Mißverständnis erfolgt und bereits aufgehoben seien. Die Verlautbarung weist besonders darauf hin, daß zu den Anordnungen derartiger Maßnahmen ausschließlich die zuständigen staatlichen Behörden befugt sind. Neues Verfahren gegen Dr. Hirtsiefer DNB. Berlin, 21. Mai. DNB. berichtet unter anderem: Vor der siebten Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin wird Mitte Juni die Hauptverhandlung in dem Prozeß gegen den früheren preußischen Wohlfahrtsminister Dr. Hirtsiefer und eine Reihe ehemaliger hoher Beamter beginnen, denen Untreue, Anstiftung zur Untreue, Betrug und passive Bestechung im Amt vorgeworfen werden. Außer Hirtsiefer sind angeklagt der 58jährige Verbandsleiter Dr. h. c. Heinrich Gerlich. der Staatssekretär a. D. Prof. Dr. Adolf Scheidt, der 46jährige Ministerialdirektor a. D. Hermann Peters. der 52jährige Ministerialdirektor i. e. R. Dr. Alexander Schneider und der 66jährige Ministerialverwaltungsdirektor a. D. Geh. Reg.=Rat Hermann Tillich. Hirtsieser war Protektor der vom Reich und von Preußen unterstützten Reichszentrale für den Landaufenthalt von Stadtkindern. In dieser Eigenschaft ließ er sich jährlich Zehntausende allein für Reisekosten zahlen. 35000 Mark, die er der Reichszentrale überließ, verbuchte er als Verwaltungskosten. Bei der Reichszentrale brachte Hirtsiefer auch die sozialdemokratische Abgeordnete Paula Oesterreicher unter, die aus der Kasse der Reichszentrale insgesamt 12—15000 Mark ohne jede Gegenleistung bezog. Ferner wurden aus den Mitteln der Reichszentrale auf Hirtsiefers Veranlassung Fahrgelder und Unkosten an andere Parteibuchbeamte, Angehörige und Bekannte bezahlt. An Gerlich wurden kostbare Gemälde geliefert, die als Weihnachtsgeschenke Verwendung fanden. Scheidt ließ sich den Betriebsstoff für seinen Privatkraftwagen aus öffentlichen Mitteln bezahlen. Neuerdings wurde gegen Hirtsiefer noch eine Nachtragsanklage wegen passiver Bestechung im Amt erhoben. Danach ließ sich der ehemalige preußische Wohlfahrtsminister im Auftrage des damaligen Oberbürgermeisters von Düsseldorf, Dr. Lehr. von dem Düsseldorfer Bürgermeister Reuter im Januar 1929 100 Flaschen Wein im Werte von 450 Mark und im Herbst 1929 100 Lotterieloose im Werte vom 330 Mark schenken. Hirtsiefer bestreitete nicht, diese Geschenke angenommen zu haben, sieht sie aber nicht als Bestechungsmittel, sondern als eine Freundlichkeit des Oberbürgermeisters Dr. Lehr an. Uebrigens kaufte sich Hirtsiefer zu seinen zwei Ehrendoktoraten noch einen dritten Doktortitel von der Universität Graz und zahlte dafür aus Preußens Staatskasse 22000 Mark. Das Ehrenfrühstück, das für den neuen Ehrendoktor gegeben wurde und aus den gleichen öffentlichen Mitteln bestritten wurde, kostete 18000 Mark. * Kirchliche Prozessionen und kalholische Jugendorganisationen Kirchlichen Anzeiger wird folgendes veröffentlicht Arote Köln, den 11. Mai 1934. Im Hinblick auf die zurzeit in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf bestehenden Verbote bezüglich des geschlossenen öffentlichen Auftretens, des Tragens einheitlicher Vereinstracht und Abzeichen sowie des Mitführens von Wimpeln oder Fahnen der katholischen Jugendorganisationen haben wir am 19. April an die Herren Regierungspräsidenten von Köln und Düsseldorf die Anfrage gerichtet, ob und wieweit diese Verbote auch für die üblichen kirchlichen Prozessionen und kirchlichen Beerdigungen gelten sollen. In den am 5. Mai bei uns eingegangenen Antworten der zuständigen Staatspolizeistellen erscheinen die Verbote insofern gemildert, als ein geschlossenes Auftreten der katholischen Jugendorganisationen bei Prozessionen, wenn auch ohne Vereinstracht, Vereinsabzeichen, Vereinswimpel und Vereinsfahnen, erlaubt wurde. Da die Antworten gewisse Verschiedenheiten aufweisen, bringen wir nachfolgend den Wortlaut zur Kenntnis der hochwürdigen Geistlichkeit und der katholischen Jugendorganisationen: Staatspolizeistelle für den Regierungsbezirk Köln I* Insp. No. 54/34. Köln, den 4. Mai 1934. Dem Erzbischöflichen Generalvikariat beehre ich mich auf das an den Herrn Regierungspräsidenten gerichtete Schreiben vom 19. 4. 1934 folgendes mitzuteilen: Die althergebrachten äffentlichen Prozessionen können auch in diesem Jahre stattfinden. Soweit die Teilnahme von Angehörigen der katholischen Jugendverbände und=vereine an diesen Prozessionen in Frage kommt, bestehen keine Bedenken gegen ein geschlossenes Auftreten der Angehörigen dieser Verbände und gegen das Mitführen und Zeigen kirchlich geweihter Fahnen und Banner mit religiösen Symbolen. Den an den Prozessionen teilnehmenden Angehörigen der katholischen Jugendverbände kann jedoch das Tragen von Bundestracht oder von Kleidungsstücken und Abzeichen, die sie als Angehörige der katholischen Jugendorganisationen kenntlich machen, nicht gestattet werden, da diese äußerliche Kennzeichnung nicht zum religiös=kirchlichen Wesen gehört. Auch das Mitführen und Zeigen von Wimpeln der Verbände wird nicht zu gelassen. Die gleiche Regelung gilt für Leichenzüge und kirchliche Beerdigungen. Ich habe die nachgeordneten Behörden entsprechend unterrichtet. Sollte das Erzbischöfliche Generalvikariat die nachgeordneten kirchlichen Stellen mit Weisungen versehen, so bitte ich, mir fünf Abdrucke übersenden zu wollen. gez. Dr. Möller. * Der Regierungspräsident— Staatspolizeistelle— für den Regierungsbezirk Düsseldorf Aktenzeichen Abt. II/67. Düsseldorf, den 4. Mai 1934. Betrifft: Verbot der öffentlichen Betätigung konsessioneller Jugendorganisationen. Der Pfingstflug des„Graf Jeppelin“ Landung in Danzig und Königsberg— Am Sonntag glücklich wieder in Friedrichshafen Berlin, den 21. Mai. Gegen 6 Uhr abends am Samstag traf das Luftschiff in Berlin ein, um hier eine Zwischenlandung vorzunehmen. Kurz nach 19 Uhr startete„Graf Zeppelin" zu seinem Flug nach der Ostsee und nach Ostpreußen. „Graf Zeppelin“ ist am Sonntagabend von seiner Deutschlandfahrt nach Friedrichshafen zurückgekehrt und bei Beginn der Dunkelheit gelandet. Die Fahrt des„Graf Zeppelin“ ging von Berlin über Belgard nach Stolp und Stolpmünde, wo das Luftschiff über der Ostsee eineinhalb Stunden kreuzte, um die Uebertragung der Musik aus dem „Graf Zeppelin“ auf die deutschen und ausländischen Sender zu ermöglichen. Dann ging die Fahrt über die Danziger Bucht zur Samlandküste. Morgens um.30 Uhr traf„Graf Zeppelin“ zum ersten Mal über Königsberg ein, das noch tief im Schlafe lag. Die Landung vollzog sich sehr schnell und glatt. Die Fahrt ging dann Elbing nach Danzig. Der Empfang des Luftschiffes in Danzig war geradezu enthusiastisch. Ueberall standen große Menschenmengen, die begeistert dem Luftschiff zuwinkten, so daß der„Graf Zeppelin“, mehrere Ehrenschleifen über Danzig zog. Dann ging es hinüber nach Zoppot, wo sich auf der Seebrücke ebenfalls viele Hunderte eingefunden hatten, um das Luftschiff zu begrüßen. Ueber den Korridor ging es dann nach Bütow in Pommern, von dort über Neustettin nach Kreuz an der Ostbahn, entlang an der im Bau befindlichen Bahnstrecke Kreuz—Schwerin. Dann ging die Fahrt nach Meseritz. Von fern sah man den Grenzbahnhof Neubentschen und die Stadt Schwiebus, darauf Züllichau und dann Grünberg, das ganz niedrig überflogen wurde. Ueber Sagan fuhr„Graf Zeppelin“ dann nach Görlitz, über das Zittauer Waldgebirge und die Stadt Bautzen nach Dresden, wo das Luftschiff am frühen Nachmittag eintraf und mehrere Schleifen flog. Dann ging es nach Zwickau und dann hinüber zur schwäbischen Jura und Nördlingen, Ulm, hinunter zum Bodensee in den Heimathafen Friedrichshafen. über Braunsberg und Insull vor Gericht Der amerikanische Betrüger Samuel Insull, der nach abenteuerlicher Flucht in Istanbul verhaftet und nach Amerika ausgeliefert worden war, ist mehrmals vor Gericht verhört und darauf nach Zahlung einer Kaution von 50 000 Dollar auf freien Fuß gesetzt worden.— Samuel Jusull während der Gerichtsverhandlung. Rechts(mit dem Rücken zur Kamera) sein Verteidiger, Rechtsanwalt Floyd Thompson. In Ausführung meines am 7. und am 20. 2. 1934 ausgesprochenen Verbots der öffentlichen Betätigung konsessioneller Jugendorganisationen habe ich die mir nachgeordneten Dienststellen angewiesen, bei Prozessionen und Wallfahrten die geschlossene Teilnahme der konsessionellen Jugendorganisatio nen zu erlauben. Dabei bleibt nach wie vor die geschlossene Teilnahme der Jugendorganisationen an Begräbnissen und Primiz=Feierlichkeiten in vollem Umfange untersagt. Bei der Teilnahme an den Prozessionen und Wallfahrten ist aber selbstverständlich das Tragen einer Kluft oder von Abzeichen, die den Träger als Angehörigen der konfessionellen Jugendorganisation kenntlich machen, so wie das Mitführen von Fahnen und Wimpeln nach wie vor verboten. Wegen der Fronleichnamsprozession ist eine Sonderregelung in Aussicht genommen, über die ich zu gegebener Zeit Mitteilung machen werde. Die dort ausgeworfenen Fragen dürften damit ihre Er ledigung gesunden haben. In Vertretung: gez. Bachmann. * Wir ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß allent halben den diesbezüglichen Anordnungen der Staatsregierung entsprochen wird. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß darüber hin aus unser Erlaß über die„Ordnung des kirchlichen Prozessionswesens“ vom 8. Juni 1933(vgl. Kirchl. Anzeiger Stück 16, Nr. 147) zu beachten ist. Das Erzbischöfliche Generalvikariat. Erste Aufführung in Oberammergau Zahlreiche Ausländer eingetroffen D NB. Obcrammergau, 21. Mai. Am Pfingstmon tag wurde die erste offizielle Aufführung des sionsspieles durchgeführt. Das Theater mit 5200 Sitzplätzen war bis auf den letzten Platz gefüllt. Sehr zahlreich waren die Gäste aus dem Ausland. So wohnten etwa 500 Engländer dem Spiel bei. Außerdem waren etwa 200 Amerikaner eingetroffen. Auch größere Gruppen aus Spanien, aus Belgien und aus der Schie waren anwesend. Die Fuldaer Bischofskonferenz Berlin, 21. Mai. Die Bischofskonferenz wird vom 5. bis 12. Juni in Fulda stattfinden. Beralung der Saarabstimmung bis Ende Mai verschoben Genf, 21. Mai. Der Völkerbundsrat hat Samstag nachmittag die Saarfrage auf seine nächste Tagung, d. h. auf die für den 30. Mai anberaumte außer ordentliche Tagung verschoben. Der Beschluß wurde ohne jede Aussprache gefaßt, nachdem der italienische Delegierte Aloisi lediglich mitgeteilt hatte, daß der Bericht des Dreier=Ausschusses noch nicht fertig sei. Nicht gegen, sondern mit der Natur! Reichsautobahnen und Landschaft DNB. Berlin, 21. Mai. Ein Hauptschriftleiter des Deutschen Nachrichtenbüros hatte anläßlich der Deutschlandfahrt des Luftschiffes„Graf Zeppelin“, auf der auch zahlreiche Baustrecken der Reichsauto bahnen besucht wurden, Gelegenheit, den General= inspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Toot an Bord des Luftschiffes über seine Eindrücke von der Besichtigung der Baustrecken und sich daraus er gebende Probleme zu befragen. Dr. Todt erklärte u..: Die Technik hat es in den letzten Jahrzehnten nicht verstanden, sich in die Natur einzuordnen, sondern sie hat es versucht, sich die Natur zu unterwerfen. Wohin das in vielen Fällen geführt hat, hat man zur Genüge feststellen können. Das neue Deutschland geht prinzipiell den umgekehrten Weg: Nicht gegen die Natur, sondern mit der Natur! Die Folgerung daraus für unsere Reichsautobahnen? Sie sollen sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügen und ein Bestandteil der Landschaft werden. Wir wollen an Ort und Stelle sehen, wie die Strecken in der Landschaft wirken und uns danach richten. Die Reichsautobahnen bestimmen, wenn sie einmal gebaut sind, nicht nur für Jahrhunderte das Bild der Landschaft, sondern auch die Entwick lung des Verkehrs. Gegen phankastische Gerüchte 21. Mai. Der Oberbürgermeister und von Potsdam veröffentlicht in der geAusgabe der„Potsdamer Tageszeitung“ Mitteilung an die Potsdamer Bevölke „Ich habe Kenntnis erhalten, daß d rei hunds gemeine Lügengerüchte in Potsdam umgehen. Um den Polizeipräsidenten und den Oberbürgermeister herabzusetzen, hat man zu den armseligsten Mittel der freiesten Erfindung von Tätlichkeiten gegrissen, die damit geendet hätten, daß der Polizeipräsident Graf Helldorf Selbstmord verübt hat und daß der Prinz Eitel Friedrich im Flugzeug nach Holland entflohen ist. Ich brauche nicht zu erklären, daß an diesen drei Gerüchten auch nicht ein Körnchen Wahrheit ist, alles ist von lügenhaften Lumpen frei aus der Luft gegriffen. Der Prinz Eitel Friedrich und ich haben uns seit Jahren weder gesehen noch gesprochen Die Mauer um die Villa des Prinzen, die eine Rolle spielen soll. hat mich noch niemals in der Tat, Wort oder Gedanken beschäftigt. Es laufen außerdem in Potsdam noch andere Ausgeburten derselben schmutzigen Phantasie herum, die mit den drei Gerüchten den Charakter gemeinster politischer Erlogenheit teilen. Das also sind die Kampfmittel der politischen Gegner des Nationalsozialismus. Summarisch ist dies alles ein Beweis, wie sehr der Propagandafeldzug gegen Miesmacher und Kritikaster berechtigt ist, und weiter, daß es keinen Blöd sinn gibt, der von den Menschen nicht geglaubt und weitergetragen wird. Ich glaube, am allerersten die Potsdamer Menschen beim Stolz auf Potsdam packen zu sollen. Die Menschen, die die Ehre haben, in einer Stadt wie Potsdam zu wohnen, sollen sich insgesamt zu dem Stolz entwickeln, zu schade für diesen Schmutz und diese Lügereien zu sein. Für die Urheber dieser Gerüchte aber, nach denen selbstredend gefahndet wird, sind die Konzentrationslager da.“ Kaplan in Schutzhaft Wie die„NS=Schlesische Tageszeitung“ berichtet, wurde der Kaplan Georg Fader wegen eines Artikels im„Glatzer Gebirgsboten“, der die NSDAP. angriff, wegen staatsgefährlicher Umtriebe in Schutzhaft genommen. Vergiftungserscheinungen nach Kuchengenuß Oberhausen, 21. Mai. In Obermeiderich, teils auf Quisburger und teils auf Oberhausener Gebiet erkrankten am Freitag und Samstag insgesamt 31=re sonen an Vergiftungserscheinungen. Sie hatten nach einer Beerdigung Streßelkuchen gegessen, worauf sich heftige Magenbeschwerden und Erbrechen einstellten. Sämtliche 31 Erkrankte wurden ins Evangelische Krankenhaus Oberhausen eingeliefert, wo sie über Pfingsten bleiben mußten und sich zum Teil wieder erholten. Die polizeiliche Untersuchung ist im Gange, man untersucht auch, ob vielleicht der Kaffee verdorben war. Kind überfahren bei der Ausschau nach dem Zeppelin=Luftschiff Oberhausen, 19. Mai. In Alt=Oberhausen wurde heute vormittag ein dreijähriges Mädchen, das aus einem Park herauslief, um das Zeppelinluftschiff zu sehen, und auf der Straße stehen blieb, von einem Lieserauto überfahren und so schwer verletzt, daß es auf dem Transport zum Krankenhaus starb. Totenehrung für die deutschen Ballonfahrer. DNB Berlin, 21. Mai. Während sich in der 8. Morgenstunde des ersten Pfingstfeiertages die Bahnsteige des Schlesischen Bahnhofs mit reiselustigen Berlinern füllten, trafen auf dem Bahnsteig A die Berliner Ballonstürme ein, um den deutschen Ballonfahrern Dr. Schrenk und Masuch die letzte Ehrung zu erweisen. Die Leichen wurden in die Kirche des Invaliden= hauses übergeführt, wo sie aufgebahrt wurden. Um 12 Uhr fand in Anwesenheit der Angehörigen der Verunglückten, namhafter Persönl'chkeiten der Wissenschaft und Vertretern der Ministerien eine schlichte Trauerfeier statt. Die Leiche Dr. Schrenks wird nach Stuttgart übergeführt und dort beigesetzt, während Masuch in Reinickendorf=Ost beerdigt wird. Berlin, eis seinen strigen folgende rung: Pfarrer i. R. Johannes Frank Düsseldorf, 19. Mai. Aus dem Theresienhospital kommt die schmerzliche Kunde, daß Pfarrer i. R. Johannes Frank, der sieben Jahre der St.=LambertusPfarre ein treuer Seelenhirte gewesen war, am Samstag=Abend, kurz nach 11 Uhr, verstorben ist. Im Theresienhospital hatte Pfarrer Frank Ruhe und Genesung von einem heimtückischen Leiden gesucht. Aber in Gottes Ratschluß war es anders beschlossen; der Herr über Leben und Tod hat seinen Diener, erst 60 Jahre alt, in die Ewigkeit abberufen. Geboren wurde Pfarrer Frank 1874 in Köln, zum Priester geweiht im Jahre 1899. Nachdem er Kaplan zuerst in Hilden und hierauf in Steele gewesen war, wurde er zum Pfarrer von Wesseling bei Bonn ernannt. Von hier aus kam er im Jahre 1926 als Pfarrer nach St. Lambertus in Düsseldorf. Hier hat er nur für seine Pfarrgemeinde gelebt und seine ganzen Kräfte, soweit die zunehmende Krankheit es eben zuließ, im Dienste Christi und seiner Kirche für die Pfarrgemeinde von St. Lambertus eingesetzt, bis er schweren Herzens Anfang des Jahres 1933 zu der Bitte gezwungen war, sein Amt als Pfarrer niederlegen zu dürfen. R. i. p. Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Glaubensbewegung DNB. Scharzfeld, 21. Mai. Das Deutsche Nachrichtenbüro teilt mit: Während ihrer Arbeitswoche in Scharzfeld im Südharz haben die in der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Glaubensbewegung zusammengeschlossenen Gemeinschaften beschlossen, sich aufzulösen, um der Schaffung einer geschlossenen und einheitlich geführten deutschen Glaubensbewegung den Weg freizumachen. Zum Führer wurde unter den begeisterten Heilrufen aller Teilnehmer wie auch der Amtsträger einmütig Professor Wilhelm Hauer (Tübingen) auf den Schild erhoben. Die Mitglieder der neuen Gemeinschaft haben die eidesstattliche Versicherung abzugeben: a) Daß sie frei sind von jüdischem und farbigem Bluteinschlag; b) daß sie keinem Geheimbund, keiner Freimaurer= loge noch dem Jesuitenorden angehören; c) daß sie keiner anderen Glaubensgemeinschaft angehören. Das Zeichen der Deutschen Glaubensbewegung ist das goldene Sonnenrad auf blauem Grunde. Als Grundlage für die Rechtssätze gilt folgendes: I. Die Deutsche Glaubensgemeinschaft will die religiöse Erneuerung des Volkes aus dem Erbgrunde der deutschen Art; 2. die deutsche Art ist in ihrem göttlichen Urgrund Auftrag aus dem Ewigen, dem wir gehorsam sind; 3. In diesem Auftrag allein sind Orts= und Brauchtum gebunden. Ihm gehorchen heißt, sein Leben deutsch führen. Anschlag auf den Linzer Dom geplant? Dom und Bischofshof vom Bundesheer und Polizei besetzt DRB. Linz a. d. Donau, 21. Mai. In der Nacht zum Samstag wurden gegen 23 Uhr der Linzer Dom, der Bischofshof und die umliegenden zumeist kirchlichen Gebäude wie das Priesterseminar durch die Alarmkompagnie der Bundespolizei und eine Abteilung des Bundesheeres in feldmarschmäßiger Ausrüstung besetzt. Die Sicherheitsbehörden sollen angeblich von einem auf den Dom und den Bischofshof beabsichtigten Anschlag Kenntnis erhalten haben. Die Bewachungsmannschaften erhielten den Auftrag, jede Annäherung an die genannten Gebäude unter allen Umständen zu verhindern und auf Verdächtige unverzüglich das Feuer zu eröffnen. Die Umwälzung in Bulgarien Kammer aufgelöst. DNB. Sofia, 21. Mai. Finanzminister Peter Todore Todoroff gab einem Vertreter der Sofioter Zeitung„Sora“ Erklärungen über die Vorbereitung und Durchführung der Regierungsbildung, die in der Oeffentlichkeit größtes Aufsehen erregt haben. Die Vorbereitungen zum Umsturz hätten fast sechs Monate gedauert, und was besonders hervorzuheben sei, vollkommen geheimgehalten werden können. Alles sei bestens organisiert gewesen und die in der Nacht zum 19. Mai erteilten Befehle seien auf die Minute und ohne geringsten Zwischenfall befolgt worden. Die bereits vorgenommenen und noch zu erwartenden Reformen seien bereits von langer Hand vorbereitet worden und würden vor allem auf wirtschaftlichem Gebiete revolutionierend wirken. Die Zusammensetzung des gegenwärtigen Kabinetts sei noch nicht al endgültig zu betrachten. Die bulgarische Kammer ist durch einen Erlaß des Königs aufgelöst worden. Ueber den Regierungswechsel werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Die Ernennung des neuen Kabinetts der starken Hand vollzog sich unter außerordentlichen Sicherungsmaßnahmen, die von Militär und Polizei durchgeführt wurden. In der Nacht zum Samstag um 1 Uhr wurden sämtliche Offiziere der Garnison Sofia in ihre Kasernen beordert. Um.00 Uhr besetzten die alarmierten Truppen, unterstützt von Polizei, die gesamte Stadt und stellten an den wichtigen Kreuzungspunkten Maschinengewehre auf. Gleichzeitig überkreuzten Flugzeuggeschwader in niedriger Höhe die Stadt. Die nähere Umgebung des Schlosses war mit einer dichten Kette von Soldaten abgesperrt.. In den elf Stunden des Ausnahmezustandes, der um punkt 12 Uhr mittags wieder aufgehoben wurde, durfte niemand die Wohnung verlassen. Der Verkehr in den Straßen sowie der Telephon= und Telegraphenverkehr war vollkommen unterbrochen. Die Machtübernahme durch die neue Regierung ist ohne jeden Zwischenfall in vollster Ruhe verlaufen. Druck und Verlag: Kölner Verlags=Anstalt und Druckeret AG. in Köln, Hauptschriftleiter: Dr. Hans Koch: Vertreter des Hauptschriftleiters: T. Weinand; veraniwortlich für Politik: W. Schön in Düsseldorf; für Kommunalpolitik, Kunst und Wissenschaft: Dr. H. Koch; für den Umgebungsteil: T. Weinand: für den Provinzteil: H. H. Teipel; für Unterhaltung: Karl Gies; für Sport: J. Zündors. alle in Köln; für Wirtschaftspolitik und Handel: Bernd Manger in Düsseldorf; für den Dürener lokalen Teil: Hanns Heinz Teipel: für den Bonner lokalen Teil: Robert Colmant; für Anzeigen: Theo Müller in Köln Durchschnittsauflage der unter dem Titel„Der Neue Tag“ zusammengesaßten Zeitungen April 1934: 33297, Ausgabe Bonn 1744. Ausgabe Düren 2637. Einzigartige Beteiligung7 Höhepunkt vor dem Erzbischöflichen Palais 7 Alte kölsche Kirmes hat begonnen Die Prozession zog nach langer Zeit wieder durch das Altengrabengäßchen Segen vor dem Erzbischöflichen Palais— Links der Hochwürdigste Herr Kardinal und Erzbischof Pfingsten brachte die erste sakramentale Pfarrprozession. Die Basilika St. Gereon hat das uralte Vorrecht, die Kölner Pfarrprozessionen, mit denen die ebenso alte kölsche Kirmes verbunden ist, eröffnen zu dürfen. Was man am gestrigen Pfingstmontagvormittag in den Straßen der Gereonspfarre erlebte, hat die Weihe und Feierlichkeit vergangener Jahre vielleicht noch übertroffen. In diesem Jahre wies die Prozession eine so starke Beteiligung seitens der Gläubigen auf, wie sie— angesichts der Seelenzahl der Pfarre— kaum für moglich gehalten worden wäre. Wegen dieser überwältigenden Beteiligung, vor allem auch seitens der Jungmänner und Männer der Pfarre, war es ein Glück, daß der Prozessionsweg in diesem Jahre besonders lang war. In Gereon hat man die Gepflogenheit, den Prozessionsweg jährlich zu wechseln, um allen Pfarrgebieten einmal die Ehre des sakramentalen Umzuges zu geben. In diesem Jahre war es der westliche und nordwestliche Teil der Pfarre, die Straßen am Ring, am Stadtgarten und am Bahnhof Gereon, den die Prozession berührte. Weil der Prozessionsweg besonders lang war, konnte sich die kirchliche Feier in ihrer ganzen Pracht entfalten. Die Plätze der Segensaltäre ermöglichten es den Teilnehmern der Prozession fast restlos, persönlich den erhebenden Akt des Prozessionssegens mitzuerleben. Altaraufbau und Schmuck, teilweise von künstlerischer Hand geschaffen, wurden wirkungsvoll betont und umrahmt von dem herrlichen Hintergrund der Natur, so am Stadtgarten und auf dem Platz an der alten Festungsmauer am Kümpchenshof und Gereonswall. Tausende Zuschauer erlebten mit den an der Prozession sich beteiligenden Pfarrangehörigen von Gereon ein erhebendes Bild katholischer Frömmigkeit. In der Prozession wurden von den vielen weißgekleideten Mädchen neben jahrhundertealten Emblemen aus den Schätzen der Basilika auch solche neuzeitlicher kirchlicher Kunst mitgeführt. Unter den Prozessionsfahnen fielen neben den alten, golddurchwirkten Meisterwerken unserer Vorfahren vor allem die in modernem Stil gehaltenen Fahnen auf, die u. a. die Anrufungen der lauretanischen Litanei versinnbildlichten. Vor dem Sanktissimum schritten viele Vertreter der Kölner Pfarrgeistlichkeit. In den einzelnen Etappen der Prozession wurde das Allerheiligste abwechselnd von den Dechanten und Definitoren des Dekanates Köln=Altstadt getragen. Gereon ist„die Pfarre“ des Kölner Erzbischofs. Vor dessen Palais wird altem Brauch entsprechend der vierte Altar errichtet. Hier trat auch gestern Se. Eminenz, Kardinal Schulte im Chormantel mit Mitra und Stab, in die Prozession ein. Hier, vor dem erzbischöflichen Palais, war der Höhepunkt der Prozession. In teilweise beängstigend dichten Reihen folgten Tausende dieser ergreifenden kirchlichen Handlung. Der Oberhirt erteilte den sakramentalen Segen und begleitete dann das Allerheiligste in die Gereonsbasilika zurück. Zum feierlichen Schlußsegen war die Basilika sowohl in der Kuppelkirche, wie im Ostschiff bis auf den letzten Platz gefüllt. Hier wurde man noch einmal Zeuge der erhabenen Feierlichkeit katholischer Sakramentsverehrung. Viele hundert Fremde waren in der Kirche. Für sie wird es ein unvergeßliches Ereignis geworden sein, dieser Feier beizuwohnen, wie da beispielsweise, als die Gläubigen das Gotteshaus bereits betreten hatte, die Sakramentsgruppe folgte und dem Sanktissimum vorauf, der Kölner Erzbischof, die hohen Stufen des Basilikaaltares hinaufstieg. Wie von weit her scholl nach dem feierlichen Schlußsegen aus dem Chor des Ostschiffes das festliche„Jubilate Deo“, das sich durch das große Gotteshaus fortpflanzte bis auf den Platz vor der Kirche, auf dem Tausende ehrsurchtsvoll vor dem sie segnenden Erzbischof niedertnieten. Nach diesem herrlichen inner= und außerkirchlichen Gottesdienst von Gereon konnte sich später auch die „kölsche Kirmes“ in den Straßen entfalten. Bald schon sah man das Charakteristikum Kölscher Kirmes: die Schwenkjungen. In den Straßen roch es nach brennendem frischem Laub. Ein anheimelnder Duft für den Kölner, den er nun den ganzen Sommer hindurch in allen Stadtteilen vernehmen wird. In Gereon zum ersten Male. Schluß des redaktionellen Teiles Nanu! Schon braun? 9c-, 2eb ir mit ehrlicher Bewunderung fragen, wenn Sie schon jetzt im Mai nach einem einzigen Sonnenbad braungebrannt nach Hause kommen. Sie wollen wissen, wie sich das erreichen läßt? Ganz einfach: reiben Sie beim Sonnenbaden Ihre Haut gründlich mit Leokrem ein. Leokrem hilft schneller bräunen, weil er Sonnen=Vitamin enthält! Dank seinem Fettgehalt verringert Leokrem zugleich die Gefahr schmerzhaften Sonnenbrandes. Dosen schon von 22 Pfg. ab in allen Chlorodont=Verkaufsstellen erhältlich. KURT REINHARD DIETZ Das große Geheimnis DAS RAETSE 13. Fortsetzung. Boron Wolf blickte den Sprechenden an, als erfasse er den Sinn dieser Worte nicht. Dr. Windhopp merkte wohl, daß in dem jungen Menschen ein schwerer Kampf vor sich ging. Er versuchte, ihn mit einem neuen Vorstoß zu überrumpeln. Sagte langsam und hart betont:„Danach muß das Gericht zur Annahme gelangen, daß nicht ein Unglücksfall vorliegt, sondern daß Sie, Herr von Wasow, Ihren Stiefvater vorsätzlich erschossen haben!" Wolf von Wasows Hände krallten sich plötzlich ineinander. Um seine Mundwinkel zuckte es, als wollte er etwas sagen, losschreien wie ein zu Tode getroffenes Tier oder hoffnungslos weinen. Die Adern an seinen Schläfen schwollen an und färbten sich dunkel. Einen Augenblick lang dauerte das. Dann sagte er mit fast unheimlicher Ruhe und Beherrschung:„Lassen Sie mich, bitte, in meine Zelle zurückbringen, Herr Dr. Windhopp.“ „Warum verteidigen Sie sich nicht gegen diese An schuldigungen?“ fragte der Richter.„Oder geben Sie Baron Wolf fiel ihm ins Wort und beherrscht wie vorher:„Ich möchte jetzt allein sein.“ Aber die Beamten fühlten alle, welches Maß von Willen er aufwenden mußte, um so unbewegt zu erscheinen. Dr. Windhopp fragte— und seine Stimme hatte jetzt einen warmen, wohlwollenden Klang:„Wäre es nicht besser, Herr von Wasow. Sie ersparten sich weitere Qualen und sprächen ein offenes Wort? Warum wollen Sie noch länger diese Rolle spielen? Fassen Vertrauen, und geben Sie der Wahrheit die Ehre. Wolf von Wasow schüttelte den Kopf.„Selbst auf die Gefahr hin, mehr als unhöflich zu erscheinen, Herr Dr. Windhopp— ich werde heute keine Silbe mehr sprechen. Dies war mein letztes Wort.“ Der Richter gab dem Gefängnisbeamten ein Zeichen. Wie Sie wünschen, Herr von Wasow. Ich will jetzt nicht weiter in Sie dringen. Aber denken Sie an meinen Rat und die Gefahr, die Ihnen droht, wenn Sie bei Ihren bisherigen Aussagen beharren.“ Baron Wolf verneigte sich stumm und verließ an der Seite des Wachtmeisters das Zimmer. Als sich die Tür hinter den Gehenden geschlossen LEINER NACHT Copyright 1934 by Literar. Bürc Geppert-Pieau. Wien. 18 hatte, blickte Dr. Windhopp den Kommissar Heil fragend an.„Was halten Sie von der ganzen Geschichte? Ich kann nicht glauben, daß dieser junge, feine Mensch ein Mörder sei.“ Der Kommissar zuckte mit den Achseln.„Man hat da schon Ueberraschungen erlebt. Wer weiß...“ Ein köstlicher, strahlender Frühlingsmorgen stieg über Oberrieden und die weite Landschaft ringsumher herauf aus den versinkenden Schatten der Nacht. Kraftvolle Maisonne, zarte Mailüfte, lau und durchgeschwängert, blitzender Tau auf Blüten und Gräsern waren seine ersten Vorboten. Die Glöckchen der Schloßkapelle hatten kaum die sechste Morgenstunde angekündigt, da trat Erika von vorr über die Schloßtreppe ins Freie. Auf dem Hofe, dicht vor den letzten Stufen, stand der Kriminalbeamte Müller und pumpte sich die Lungen voll der reinen, würzigen, duftenden Frühlingsluft. Als er die leichten, schnellen Schritte hinter sich vernahm, drehte er sich gemächlich um, schon im Zuge, ein gemütliches, ganz undienstliches Scherzwort aus dem Gehege seiner blanken Zähne loszulassen. Allmorgendlich nämlich, um diese Stunde, nahm die hübsche, blonde Alma diesen Weg zum Gutshof hinüber, um eine Kanne ganz frisch gemolkener Milch für den Frühlingstisch zu holen. Und der Herr Kriminaloberwachtmeister Gustav Adolf Müller hatte es sich sehr wirkungsvoll gedacht, ihr nun mit einem verliebten Blick und einem Augenzwinkern zuzuträllern: „... es fragt sogar der Frühlingswind: Wohin so früh, mein schönes Kind?" Beim Militär hatten sie oftmals morgens, wenn es in aller Herrgottsfrühe hinausging zum Geländeritt oder zur Schwadronsübung, dieses Liedchen gesungen, natürlich immer dann, wenn ein nettes Mädel mit dem Korb am Arm auf dem Wege zum Markt oder zum Kaufmann an ihnen vorüberkam. Ach ja, schön war's doch gewesen! Und später, als er längst Wachtmeister geworden war und an der Spitze ritt, da sangen es die andern. Er hatte sich das so schön und wirkungsvoll gedacht, der Herr Kriminaloberwachtmeister. Man konnte so der niedlichen, kleinen Krabbe, der Alma, mal zeigen, daß man gar nicht so schlimm und bärbeißig war und daß in der gestrengen amtlichen Brust ein fröhliches Menschenherz schlug! Natrlich: Dienst blieb Dienst, aber der Alma wegen war er ja nicht hier, und schließlich verlangten seine Vorschriften gar nicht von ihm, daß er eines Tages unbeweibt und verlassen das Zeitliche segnete. Ein rechter Mann, und besonders ein alter Kavallerist, nimmt die Gelegenheit beim Schopfe — hier bot sie sich. Und nun war's Essig. Denn da stand nicht, wie er erwartet, die blonde Alma, sondern das Fräulein von Sporr vor ihm. Diese junge Dame fiel schon etwas mehr unter die Pflichten seines Amtes. obwohl sie ja für die Ermittlungen, deretwegen er hier war, kaum in Betracht kam.„Nein“, dachte er,„so'n nettes, seines Mädel hat mit der Geschichte nix zu tun!“ Der blaue, lachende Maihimmel und die zwitschernden Vöglein taten das übrige. Und so sagte er mit freundlicher Würde und Höflichkeit:„Nanu, so zeitig unterwegs, meine Dame?“ Und setzte schmunzelnd hinzu, um gleichzeitig seinen eigenen Empfindungen Ausdruck zu verleihen:„Ja, so ein Maientag hat seine Schönheiten.“ Erika von Sporr nickte ihm freundlich zu.„Guten Morgen, Herr Kommissar! Ja, es ist herrlich heute früh...“ In Anbetracht der außergewöhnlichen Situation— ein Kriminalbeamter, der an einem Maienmorgen mit einer reizenden jungen Dame Meinungsaustausch über die Schönheit des anbrechenden Tages hält— steckte Gustav Adolf Müller seine vorübergehende, nicht amtliche Ernennung zum Kommissar widerspruchslos ein. —„Ich will nur schnell dort hinterm Schloß am alten Graben einen frischen Fliederstrauß schneiden. Die Baronesse Christa hat nämlich heute Geburtstag. Ein paar Blumen soll sie doch wenigstens haben, nicht wahr?" Müller nickte heftig.„Aber gewiß doch, Fräulein von Sporr, das gehört dazu. Blumen dürfen nicht fehlen.„Blumen, die der Lenz geboren“, sagt Schiller, nicht wahr? Im„Jüngling am Bache" kommt das vor. Sehr schön! Schubert hat das komponiert, wir haben es einmal im Gesangverein geübt. Das hat er sein gemacht, das Lied, der junge Schubert, jawohl, muß man schon zugeben, nicht wahr?" „Sie haben doch nichts dagegen einzuwenden, daß ich dort den Flieder hole, Herr Kommissar? Es ist ja nicht außerhalb des Schloßhofes.. „I bewahre, mein wertes Fräulein! Und selbst wenn — nein, solche Barbaren sind wir nicht, das arme Fräu lein Geburtstagskind soll schon seinen Strauß bekommen.„Nein, so sind wir nicht, allemal nicht!“ Er hörte drinnen im Schloß eine Tür gehen. Das mußte die Alma sein, der Racker. Gehen Sie nur ruhig, und holen Sie Flieder so viel Sie wollen, Fräulein von Sporr!“ Erika von Sporr nickte lächelnd.„Auf Wiedersehen, Herr Kommissar!" „Auf Wiedersehen, mein Fräulein, viel Vergnügen ... Mit dem einen Auge blickte der Kriminaloberwachtmeister nach, mit dem andern lachte er bereits der blonden Alma entgegen.— Erika von Sporr querte den freien Platz vor der Schloßtreppe, bog in den Park ein und schritt langsam den hiesbestreuten Weg hinab, der zwischen Rasen und Hecke längs des Schloßflügels auf die Rückseite des mächtigen alten Hauses führte. Dort standen riesige, voll blühende Fliederbüsche. Von dort wollte sie einen duftenden Geburtstagsgruß für Christa holen. Plötzlich stutzte sie. Vor ihr ging die Frau des Chauffeurs. Nein, sie ging nicht, sie lief förmlich. Was wollte sie hier? Und zu so früher Stunde? Der Weg führte im Bogen durch den Park und wieder zurück auf den Schloßhof, weder zu einer Pforte noch zu einem der Gebäude— was wollte die Frau also hier? Erika von Sporr dachte daran, daß man den Chauffeur verhaftet hatte. Sollte das eigentümliche Benehmen der Frau damit in Zusammenhang stehen? Die Frau blieb stehen. Erika von Sporr trat in einer unwillkürlichen Eingebung hinter eine der Silbertannen am Wegrande und sah, wie die Frau sich ängstlich und vorsichtige nach allen Richtun gen schaute, zur Schloßfront emporblickte und dann blitzschnell irgendeinen Gegenstand, den Erika nicht zu erkennen vermochte, von sich schleuderte. Dann machte sie kehrt und ging zurück, dicht an der Späherin vorbei. Erika von Sporr huschte an der Hecke entlang, bis zur Stelle, wo die Frau des Chauffeurs gestanden hatte. Gerade dort endete die Weißdornhecke, ein Pfad führte vom Wege hinüber zum Schloß, ein paar Schritte weiter standen duftend und leuchtend die weißen und blauen Fliederbüsche. Was mochte sie dort weggeworfen haben? Hatte sie etwas dorthin geworfen, damit es eine bestimmte Person finden sollte, oder nur, um etwas zu beseitigen, was ihr oder ihrem Manne schaden konnte, wenn es bei ihr gefunden wurde? Erika von Sporr beschloß, eine Weile zu warten, ob nicht vielleicht irgend jemand kommen würde, um das Weggeworfene in Empfang zu nehmen. Sie kauerte sich tief in den ersten Fliederstrauch hinein, spähte und lauschte. Dabei betrachtete sie die graue Front des Schlosses, die sich ihr von ihrem Platze aus darbot. Das Auffallende daran war der seltsame, achteckige Turm, der hier weit vorsprang und das Schloßdach um ein gutes Stück überragte. Wolf hatte ihr einmal, als sie hier gegangen waren, erzählt, daß dieser Teil des Schlosses der älteste und der Turm viele Jahrhunderte alt sei; in diesem rückwärtigen Flügel, der seit mehreren Geschlechtern wohl schon nicht mehr bewohnt werde, befänden sich große Säle, Hallen und alte Sammlungen, die ein Vorfahre dort zusammengetragen habe. Erika von Sporr lauschte und spähte vergebens. Niemand kam, nichts rührte sich mehr. Sie verließ ihr Versteck und begann die Gegend nach dem Gegenstand abzusuchen, den die Frau des Chauffeurs weggeschleudert hatte. Es stand fest für sie, daß es irgendeine besondere Bewandtnis damit haben mußte. Sollte sich ihr glühender Wunsch erfüllen— würde sie jetzt einen Weg finden, um Wolf zu helfen, ihn zu retten? Hatte sie ihn vielleicht schon gefunden in dem Augenblick, als sie durch einen wunderlichen Zufall die Frau belauschte? Zufall? (Fortsetzung folgt.) Die große BDA=Tagung in Trier Von links nach rechts: Der Vertreter des Bischofs Bornewasser. Domkapitular Dr. Hirsch spricht.— Der Reichsführer des BDA Dr. Hans Steinacher legt einen Kranz am Kriegerdenkmal am Langemarckufer nieder.— Vizekanzler von Papen spricht. Festzug am Pfingstmontag Nach der Kundgebung am Morgen, über die wir an anderer Stelle berichteten, bewegte sich am Nachmittag vier Stunden lang ein gewaltiger Festzug in seiner ganzen Mannigfaltigkeit und Buntheit durch die fahnengeschmückten Straßen, die von ungeheuren Menschenmassen besetzt waren. Heilrufe und Händeklatschen begrüßten die einzelnen Gruppen Besonders bewillkommnet wurden die Saarländer mit ihrer schwarzen Fahne, die in stattlicher Zahl erschienen waren. Nicht minder herzlich begrüßt wurden die deutschen Landsleute aus Memel, Danzig, EupenMalmedy, Oberschlesien und aus Kärnten. Durch herrliches Wetter begünstigt, fanden abends gut besuchte Gartenkonzerte statt. Rund 30000 BDA=Schüler und Schülerinnen, 10000 Kinder der Mitglieder der Hitlerjugend und 15000 Saarländer, davon 5000 Jugendliche, also insgesamt 55000 Personen, waren anwesend. Aus dem ganzen Rheinland waren zahlreiche Zuschauer erschienen, die mit der Trierer Einwohnerschaft zusammen dem Festzuge lebhafte Ovationen darbrachten. Schachweltmeisterschaft Die 19. Partie remis DNB. Bad Kissingen, 21. Mai. Der Wettkampf in Bad Kissingen ging wider Erwarten rasch zu Ende. Nachdem am Pfingstsonntag der Weltmeister einen weiteren Sieg an seine Fahnen heften konnte, wurde bereits am Montag die 18. Partie ausgetragen. Der Deutsche Meister als Nachziehender konnte einen geringen Stellungsvorteil gegen die feine Abwehr Aljechins nicht in entscheidenden Vorteil umsetzen, und nach frühzeitigem Generalabtausch wurde die Partie auf Vorschlag von Dr. Aljechin remis gegeben. Der Wettkampf steht nunmehr 11½ zu 6½ bei 11 Remisen zugunsten des Weltmeisters. Der Wettkampf wird noch im Laufe der Woche in Nürnberg fortgesetzt. Rigorose Sparpolitik der neuen bulgarischen Regierung DNB. Sofia, 21. Mai. Der neue Finanzminster Todoroff hat die Revision des kürzlich vom Parlament verabschiedeten Staatshaushalts in Angriff genommen und meyrere rigorose Sparmaßnahmen verfügt. Sonderwagen der Staatsbahn sowie sämtliche Kraftwagen, die bisher den Ministern für den dienstlichen wie persönlichen Gebrauch zur Verfügung standen, sind abgeschaft worden. Lediglich dem Ministerpräsidenten und Außenminister steht noch ein Auto zur Verfügung. Die Gehälter der Minister und der meisten höheren Beamten werden herabgesetzt und die Sonderkredite an Behörden auf ein Mindestmaß beschränkt. An dem Haushalt für 1934/35, der bisher rund 5½ Milliarden Lewa an Ausgaben vorsah, sollen rund 500 Millionen Lewa eingespart werden. Geschäftsjubiläum Am 22. Mai kann die Firma Marschall& Traxdorf vorm. Franz Meyer& Leiffmann, Köln, auf ein fünfzigjähriges Bestehen zurückblicken. W Heute: OpernhausI Schauspielhaus Tel. 22 60 48 20 Uhr: Jan Wellm Preise N(.50-4, 10. Aufführung der Mietreihe 2 b Tel 210821 Keine Aufführung Mittwoch, den Figaros Hochzeit Musikal. Leitung Fritz Zaun Inszenierung: W. Felsenstein A. 19.30, E. geg.23 Preise N(0,60-.-) 10. Aufführung der Mietreihe 3 a Donnerstag, den 20 Uhr: Pestkonzert aus Anlaß der Tagung des Vereins Deutscher Chemiker Preise K. Karten verkauf nur für 2. und 3. Rang (.50—.50) 23. Mai 1934 Weh dem. der liebt Inszenierung: Alfons Godard A. 20, E. 22.30 U. Preise N(0,50-.-) 10. Aufführung der Mietreihe 3 C 24. Mai 1934 20 Uhr: Ein Kerl, der spekuliert Preise N(0,50-.10. Aufführung der Mietreihe 4 C Für 10 Pfennig äglich sind Sie vollwertiges Privatkrankenkassenmitglied. Auskunft: Gene ralvertretung Paulstraße 20, Telefon 9 53 15. Vertreter gesucht! LieferwagenZentrale Telephon 561 01. 44 Uhr und 88 Uhr Gastspiel des weltbekannten Orchesters Bernhard ETTE mit seinen 16 Künstlern RHEINTERRASSE RODENKIRCHEN Bei ung. Witterung in den beh. 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Rautenstrauch-Joest-Museum für Völ kerkunde, Ubierring 45. Museum für Vor- und Frühgeschichte, Bayenturm Historisches Museum, Eigelsteintorburg(Garnisonmuseum) Museum für Naturkunde, Stapelhaus. Eingang Mauthgasse 44 Museum für Volkshygiene. Im Dau 5 Bornheims Kupferstich-Kabinett, Antonsgasse 5— Große Ausstel lung alter Stiche. Gemälde. Antiquitäten Geöffnet von—19 Uhr Rautenstrauch-Joest-Museum. Son derschau:„Die Völker der deut schen Kolonien in Afrika“. Füh rung: Täglich 11 Uhr. Kölnischer Kunstverein. Ausstellung Otto E. F. Grashof(1812—1876): 1. Teil der Folge:„Vergessene Kölner Maler“. Oeffnungszeiten: Sommerhalbjahr, 1. April bis 30 September: an Werktagen 10—17. an Sonn. und Feiertagen 10—13 Uhr. Winterhalbjahr, 1 Oktober bis 31. März: an Werktagen 10—16. an Sonn- und Feiertagen 10—13 Uhr. Erzbischöfliches Diözesanmuseum, Domhof 8, gegenüber dem Südportal des Domes(—18 Uhr). Meisterwerke der bodenständigen christlichen Kunst, von ihren An fängen bis zum 19. Jahrhundert. 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Torwächter Anerkennenswerte Leistungen auf beiden Seiten Aber sollten darüber hinaus auch sonst treue Fußballfreunde der vermeintlich minderen Güte des Spieles wegen zu Hause geblieben sein, so haben sie sich also wieder einmal getäuscht. Trotzdem darf aber in diesem Zusammenhang für spätere Gelegenheiten einmal nicht verschwiegen werden, daß Spiele von kombinierten Vereinsmannschaften, na sagen wir: ihres unpersönlichen Charakters wegen beim Publikum nicht sonderlich beliebt sind. Der spielerische Erfolg gibt hier zwar der„Kombination" recht; denn der in Westdeutschland neuerdings sehr prominente Fußballgast aus Hamborn, der bekanntlich in der Gesellschaft von Fortung Düsseldorf und Benrath lange Zeit wie der Gaumeister aussah, wurde zur Hergabe seines ganzen Könnens gezwungen, aber der Sieg gilt, als Erfolg an sich betrachtet, ebensowenig der Rhenania wie dem zur Unter stützung gebetenen KCfR. Keine Partei kann nach außen hin etwas damit anfangen. Die Reputation beider bleibt unberührt. Zum Spiel selbst ist, wie schon angedeulet, eigentlich nur ein bejahender Kommentar zu machen. Man fand es nicht erschütternd, daß Schorsch Euler der für ihn zu etwas simplen Einladung nicht Folge geleistet hatte. Vogel versah für ihn bis zur Halbzeit einigermaßen befriedigend den Mittelläuferposten, um dann, als eine Order für Saarbrücken einging, den Platz für den Clubspieler Frank freizumachen. Der Verteidiger Frank schlug zur Ueberraschung aller als Mittelläufer groß ein, ja man möchte fast behaupten, daß er besser als Vogel gespielt und er mit seiner raumgreifenden Flügelbedienung die erste Bedingung für den nach der reinen Mannschaftsleislung etwas„freundlichen". Sieg der „Kombination“ erfüllt habe. Es ist schon gesagt, daß die Begegnung ihre stärkste Prägung durch das hochklassige Spiel der beiden Torwächter erhielt. Sorgten die beiderseitigen Feldleistungen dafür, daß beide Tore gleichermaßen häufig bedroht wurden, so überboten sich Köster im Hamborner Tor und Voitel zwischen den Pfosten der Kombinierten in prächtigen Abwehrleistungen. Beide Parteien hatten ihre besondere Zeit stark betonter Aggressivität und in dieser wurde von beiden Stürmerreihen auf listige Weise wie auch in offenem Bombardement versucht, dem Gegner irgendwie nur mögliche Treffer aufzubrummen, aber was auch noch so gut gemeint, hüben wie drüben, den Weg durch die ausgezeichneten Verteidiger hindurch aufs Tor fand, wurde bis auf die etwas„hinkenden" Tore der Kombinierten sichere Beute der mitunter mit kühnem aber ebenso begeistertem Schwung spielenden Torwächter. Es mag widerspruchsvoll klingen, es ist aber so: der Hamborner Kösler machte, trotzdem er zwei Treffer passieren lassen mußte, den etwas nachhaltigeren Eindruck. Köster erinnerte sehr stark an die Schule Lohrmanns, man möchte sagen, er sei ein gut angegangener R Ra c e. Westelf gegen Ostholland Niederrhein-Kombination mit Gebr. Elbern Am kommenden Sonntag spielt in Nymegen die Repräsentativ=Mannschaft des Gauverbandes West gegen Ostholland. Zu diesem traditionellen Kampf hat der Westen folgende Elf aufgestellt: Buchloh (PfB Speldorf) Hundt Graffmann (SW Essen)(Hamborn 07) Stephan Münzenberg Breuer (SW Essen)(Alem. Aachen)(Fort.='dorf) Elbern 1 Mehl Hochgesang Zwolanowski Elbern 11 (Beuel)(alle Fortung Düsseldorf(Beuel) Fortuna=Düsseldorf geschlagen Libertas Wien Turniersieger in Luxemburg Das internationale Fußballturnier in Luxemburg brachte dem veranstaltenden Klub Spora auch am zweiten Tag einen schönen sportlichen Erfolg, fast 1000 Zuschauer wohnten den Endkämpfen bei. Im Schlußspiel um den ersten und zweiten Platz gab es eine kleine Ueberraschung, denn der deutsche Exmeister Fortuna Düsseldorf, der allerdings mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft angetreten war, wurde von Libertas Wien mit:0 besiegt. Die Wiener gewannen durch ein Tor des Halbrechten in der 20. Minute allerdings glücklich, denn Fortuna war in der zweiten Hälfte überlegen, konnte aber keine zählbaren Erfolge erringen. Mit einer Ueberraschung endete auch das Endspiel um den dritten und vierten Platz. Spora Luxemburg hatte sich von der eindeutigen Niederlage des Vortages gegen Fortuna wieder gut erholt und schlug Jeunesse Esch hoch:1(:). Jeunesse spielte in der Hintermannschaft sehr schwach. Alemannia Aachen siegt und verliert In Esch(Luxemburg) spielte Alemannia Aachen am ersten Feiertag gegen die bekannte Elf von Fola Esch. Obwohl die Aachener ohne Münzenberg spielen mußten, siegten sie nach einem schönen Kampf verdient:2. Am zweiten Tage trugen die Westdeutschen dann ein Werbespiel gegen Mainz 05 in Esch aus. Alemannia machte diesmal einen ziemlich abgekämpften Eindruck und wurde vernichtend mit:3 geschlagen Ohne Szepan und Kuzorra Schalke 04 fiegt:1 in Gladbach Obwohl der Westfalenmeister und Sieger der Nordwest=Gruppe, Schalke 04, sich in Gladbach ohne Czepan und Kuzorra vorstellte, wurden 10000 Zuschauer von den Leistungen der Knappen restlos überzeugt. Besonders in der zweiten Halbzeit wußten die Gäste ausgezeichnet zu gefallen und erhielten am Schluß reichen Beifall. Die Einheimischen, die es mit einer Kombination Gladbach=Rheydt versucht hatten, enttäuschten dagegen ordentlich. Die Mannschaft verriet nur wenig Zusammenhang und konnte nur im Schlußdreieck befriedigen. Nachdem die Gastgeber durch ihren Rechtsaußen Conradas überraschend in Führung gegangen waren, erzielte Urban noch vor dem Wechsel den Ausgleich. Nach Wiederbeginn war Schalke stark überlegen und stellte durch zwei weitere schöne Tore von Urban und Kallwitzki den Sieg sicher. Hamborns Torhüter bei der Abwehr kunst der Kölner Hintermannschaft, in der der vor einigen Jahren im Stadion gegen Alemannia Aachen schwerverletzte Rhenane Dick ein großes come back feierte, seinen Grund in der zu selbstherrlichen Spielweise des westdeutschen Repräsentativen Besnoska. Er zeigte sich der ausgiebigen Bedienung durch seine Nebenleute nicht recht würdig und verdarb mit zunehmender Spieldauer immer mehr durch sein übertrieben langes Ballführen. Besnoska ist sicherlich ein Könner, aber in der spielerischen Wirksamkeit, was Aufbau, Ballführung und eleAbleger des großen„Teddy“. Aber bekanntlich haben ganten Körpereinsatz angeht, gefiel uns der Halbrechte Schwarz ebenso gut. Glänzend war auch der rechte Läufer. Von einem absolut schwachen Punkt konnte man trotz auch schon angehende Große ihre Mucken, sie verlangen, daß andere immer nur sie verstehen(nicht umgekehrt), und da passiert es denn, daß aus dem zweimaligen Mißverstehen zwischen Verteidiger und Torwart zwei Treffer für den Gegner wurden. Das eine Mal nahm Rehkessel die Gelegenheit wahr, das andere Mal der sonst Läufer spielende, aber diesmal rechtsaußen stür= Preußen Dellbrück— Blau-Weiß Siegel:3 des Fehlens der beiden weiteren Repräsentativen Billen und Rodzinski nicht sprechen. Da schon eher in der Kölner Mannschaft. Schwächer als die anderen spielten vor allem die linke Flanke mit Ermes=Tollmann und als Halbrechts Heitmann. Groß dagegen in der Läuferreihe neben den schon erwähnten Irank und Vogel Grösgen und der heute einfacher gewordene Bleser. Viel Verdienst erwarb sich Rehkessel als Sturmführer. Nicht ohne Talent stellte sich der als Ersatz einspringende Schiedsrichter Schaffke von Deutz 05 vor, wenn er auch in der Konsequenz manchen Wunsch offenließ. Philalethes Wieder Boxen in Köln? Ein Großkampftag im Juli geplant Der technische Leiter des Boxkampfes Schmeling— Paolino, André Picard, hat auf dem Heimweg von Barcelona in Köln Station gemacht. Picard hat die Absicht, Anfang Juli im Kölner Stadion einen Großkampftag aufzuziehen, der besonders durch die Stadt Köln Unterstützung finden soll. Nähere Einzelheiten sind allerdings noch nicht bekannt. Blauweiß noch und noch! mende Clubmann: Klein. Hamborn 07, eine sympathische und glänzend eingespielte Mannschaft mit Furor und auch technischem Können, ging an Treffern leer aus. Zwei Tore wurden wegen„abseits" nicht gegeben; daß es zu einem vollgültigen nicht reichte, hatte neben der VerteidigungsSelbst die im eigenen Heim ziemlich gefürchteten Preußen haben den Lindenthalern kein Leid antun können, obwohl die Dellbrücker, trotz des Vortagsspieles. äußerst frisch in den Kampf gingen, während die BlauWeißen doch im harten Aufstiegringen stehen. Verständlich wäre also eine abwartende Haltung der Lindenthaler und ein tonangebendes Kämpfen der Platzyerren gewesen. In Wirklichkeit kam es aber genau umgekehrt. Das heißt: der Aufstiegfavorit drückte dem Spiele seinen Stempel auf, diktierte den Kampfverlauf und hat den Sieg nie aus der Hand gegeben. Wohlgemerkt: die Preußen gaben dabei einen ausgezeichneten Gegner ab, und man darf mit Recht behaupten, daß der Verlierer durch seine große und anständige Spielweise die Auseinandersetzung zu einem Werbespiel reinsten Wassers werden ließ. Und das trotzdem die Preußen auf Revanche für die im Hinspiel erlittene:=Niederlage brannten! Wenn die Vergeltung auch nicht gelang und nicht gelingen konnte, so haben die Loggen, Brings, Heydorn und Genossen dadurch, daß sie mit fliegenden Fahnen untergingen, ihrem Rufe nicht weniger Ehre erwiesen. Das Treffen selbst sah wohl im ersten Teil ausgeglichenen Kampf, aber die ausgezeichnete Form und die gefeiltere Technik des Favoriten war niemals zu verkennen. Zu einer Art defensiven Haltung sahen sich daher die Preußen einfach gezwungen. Der Erfolg gab dem Tun der Schwarz=Weißen recht, denn Lindenthal führte bis zum Wechsel nur:1. Loggen erzwang dann sogar den Ausgleich, was die Gäste wieder reizte, so daß diese schließlich durch Witt und Wirtz unaufhaltbar davonzogen. Beide Einheiten haben ein Gesamtlob verdient und den einen herausstellen hieße den anderen zurücksetzen. Zusammenfassend dari lian nochmals sagen, daß der Sieger am kommenden Sonntag gegen Idar bestens gewappnet in den Kampf zieht.—.— 11 I 07 Auch ein Spielbericht: Privatissimum alter und neuer Spielmethoden Bayern München und Sülz 07 langweilen mit veraltertem System Fußball=Köln nicht aufzurappeln! Konnte man am letzten Sonntag im Kampf der DFB=Elf gegen Derby County Zweckmäßigkeitsfußball bis zur letzten Konsequenz bestaunen und bewundern, so zeigte das Spiel der Münchener Bayern gegen Sülz 07 am ersten Pfingsttag in der Radrennbahn die Art zu kämpfen und zu spielen, wie sie längst überholt ist. Es kommt nicht von ungefähr, daß die Fußball=Hegeomonie des deutschen Südens gebrochen ist, und seine ehemaligen Spitzenvereine nur noch vereinEine solcherart„kreiselnde“ Mannschaft wird gegen einen Partner, der das System anwendet, wie wir es von Bender und Genossen vor acht Tagen sahen, auch nicht ein einziges Tor erzielen können. Es kommt nicht darauf an, daß der Spieler mit dem Ball läuft, sondern daß Mann und Leder sich möglichst schnell voneinander trennen, in dauernder Bewegung den Gegner verwirren. Schnellstes Abspiel wird immer das noch so schöne Dribling übertrumpfen. Denn in den meisten Fällen ist es doch so, daß ein, zwei Gegner überwunden werden, aber schon beim dritten. vierten Mann alle Herrlichkeit endet. Zudem ist ja zelt sich im Kampf um die deutsche Meisterschaft zur auch der Kraftverbrauch viel größer. Der Beweis daGeltung bringen können. Wie wir ja alle wissen, hat m#mu sich das Schwergewicht merklich nach dem Westen ver lagert. Aber das nicht allein. Von achtzehn Spielern, die der Bund zur Weltmeisterschaft nach Italien entsendet, sind neun in Westdeutschland beheimatet. Das soll zu denken geben. Jedoch sind die Gründe schnell gefunden. Wie wir oben schon andeuteten, gab Bayern München ein Schulbeispiel eines veralterten Systems, einer Methode, die— gebrauchen wir einmal die Wendung— nicht mehr modern ist. für, der meist schwache Torschuß nach einem längern Dribbling. Und so konnte man am Sonntag die Bayern sehen, wie sie sich immer wieder in der Deckung Leers=Nebinger(letzteren hatte man sich vom Ballspielklub ausgeliehen) festrannten, wie sie die Unrichtigkeit ihres Systems nicht einsehen konnten. Dieses schahlonenmäßige Vorgehen der Angriffslinie erleichterte naturgemäß der Kölner Abwehr die Aufgabe nicht unwesentlich, trug aber auch dazu bei, daß es in der Radrenn Typisch süddeutsch— und lange Zeit die letzte bahn mäuschenstill war, daß keine Stimmung aufkomWeisheit im Fußballdeutschland— war doch das kurze#men konnte, daß man sich zu Tode langweilte. Nein, exakte Zuspiel von Mann zu Mann, das Hin und Her Mannschaften, die diese Art weiterhin zur Anwendung von Außenstürmer zu Verbinder, und nicht zuletzt das bringen, werden in Deutschland im nächsten Jahr glatt Laufen mit dem Ball, das Dribbling. Kam dann an die Wand gespielt werden. noch hinzu, daß die Läuferreihe sich mit in den Kom Erfreulich war einzig und allein das forsche Spiel binationskreis der Flügel einschalten konnte, trat das beider Verteidigungen, insbesondere die sichere Art sogenannte Dreieckspiel zutage, so vermeinte man ein des Münchener Bader. Sonst nichts als Mittelmäßignon plus ultra zu erleben. Diese Art und Weise keiten, die der Schiedsrichter nicht einmal erreichte. konnte, wenn sie vollendet war, begeistern. Aber es war nur etwas fürs Auge. Denn was wurde letzlich erreicht, daß der Ball möglichst lange auf einem bestimmten engen Raum gehalten, das Spiel gehemmt und gebremst wurde. Es galt weiterhin als meisterhaft, den Ball geraume Zeit in seinem Besitz halten zu können, möglich viele Gegenspieler zu umspielen. Daß diese Methode von Erfolg begleitet war, dürfte nicht als Beweis für ihre Richtigkeit anzusehen sein, denn die Siege wurden doch in der Hauptsache deshalb errungen, weil die unterliegende Partei den Gegner zu kopieren suchte, und da man in dessen Art unterlegen war, verlieren mußte. Vork. Bergische Kante Sportverein Bergisch Gladbach an der Agger Am ersten Pfingsttage weilte der Sportverein Bergisch Gladbach in Dümmlinghausen beim dortigen Fußballverein zu Gast. Trotzdem die Bergisch Gladbacher mit vier Ersatzleuten antraten, die sich alle gut bewährten, vor allem Ferdi Kovs im Tor für Hürkens, gewannen die Gäste:2 sicher. Leider hatten sich nicht viele Zuschauer eingefunden, die aber anwesend waren, sahen ein technisch hochstehendes Meisterspiel. Dieses wurde allerdings durch den Platz, oer viel zu klein war, stark beeinträchtigt, da ein flüssiges Kombinationsspiel unmöglich war. Bei den Platzherren vermißte man das durchdachte flüssige Spiel und die erforderliche Technik. Im übrigen zeigte die Mannschaft Eifer, gepaart mit Kampfesgeist. BfL Berg.Gladbach— Bensberg:2 Am Samstagabend trafen an der Kieppemühle die beiden ewigen Rivalen Bensberg und Gronau in einem Gesellschaftsspiel aufeinander. Es war ein typischer Lokalkampf mit seinen Merkmalen, die eben solchen Kämpfen eigen sind. Hart, manchmal die Grenze des Erlaubten streifend und vor allen Dingen schnell, spannend und stets interessant. Bensberg kam gleich gut ins Spiel. Auf beiden Seiten waren die Hintermannschaften sehr stark, wo sich die Stürmerreihen nicht durchsetzen konnten. Torlos wurden schließlich die Seiten gewechselt. Nach der Pause griff Gronau etwas forscher an und konnte für paar Minuten auch leicht dominieren. Nach etwa 10 Minuten fiel aus einer schönen Kombination durch Kraus H. das:0 für Gronau. Das munterte etwas auf, doch nur für kurze Augenblicke, bis durch ein Mißverständnis der Gronauer Hintermannschaft der Bensberger Mittelstürmer mühelos ausgleichen konnte. Jetzt ging es um den Sieg. Schließlich gelang es Kraus., aus starker Bedrängnis heraus die abermalige Führung zu erzielen. Kurz vor Schluß fiel dann durch den Bensberger Halbrechten das schönste Tor des Tages. Genau in den oberen rechten Winkel jagte er den Ball nach einem plötzliche Durchbruch der rechten Seite. SC Köln-Nord— BfR Köln:3(:1) Die„Nordleute“ konnten sich bei allem Eifer geBunte Reihe im Sport Eine süddeutsche Rugby=Auswahl spielte am ersten Pfingstfeiertag in Cichy gegen eine starke französische Mannschaft und mußte sich mit einer 9129= Niederlage zufrieden geben. Bereits bis zur Pause führten die Gastgeber mit 13:3; den einzigen deutschen Versuch in dieser Zeit legte der Flügeldreiviertel W. Pfisterer(Heidelberg). Nach dem Wechsel waren die Franzosen weiter überlegen, wenn auch betont werden muß, daß die deutschen Spieler vom Pech verfolgt blieben. Erst kurz vor dem Abpfiff konnten zwei weitere Versuche durch Gilbert(Heidelberg) und Pfisterer angebracht werden. Die Erhöhung zu Treffern mißlang aber jedesmal. * Einen Rugby=Länderkampf werden sich am 4. November in Barcelona Spanien und Deutschland liefern. Da der spanische Rugbysport noch am Anfang der Entwicklung steht, harrt unserer Nationalmannschaft insofern eine dankbare Aufgabe, als sie durch gutes Spiel viel zur weiteren Verbreitung dieses echt männlichen Sports im Lande der Kastanien beitragen kann. * Mit guter süd= und westdeutscher Beteiligung wurden am Pfingstsonntag die 4. Nationalen Nassauischen Kampfspiele durchgeführt. Bei schönem Wetter fiel der Besuch recht gut aus, auch die Leistungen konnten sich sehen lassen. Bei den Laufzeiten ist die ziemlich weiche Bahn zu berücksichtigen, die erst in den letzten Tagen fertiggestellt worden war. Die Werfer und Springer hatten mit Gegenwind zu kämpfen. Das meiste Interesse fanden die Staffelkämpfe, bei denen die Frankfurter Postsportler mit drei Siegen am weitaus erfolgreichsten abschnitten. Die 4mal 100=Meter=Staffel gewann dagegen der Kölner Ballsviel=Club, dessen Läufer Mölle, Westerhoff, Kremer und Langomer den Frankfurtern eine ausgezeichnete Wechseltechnik voraus hatten. Der italienische Weltrekordmann Luigi Beccali gen den spielerisch weit besseren VfR in keinem Au= wird an den amerikanischen Leichtathletik=Meisterschafgenblick durchsetzen. In fast allen Belangen hatten ten teilnehmen, die am 27. und 28. Juni in Chikago mae-Zeltonor trifft dart die Höhenberger ein Plus, das sie durch drei Tore klar zum Ausdruck brachten. Vor der Pause schoß Werner durch Nachschuß das erste Tor. Weitere Treffer blieben dann bis zum Wechsel versagt, wobei der starke Gegenwind für die Gäste allerdings berücksichtigt werden muß. Im zweiten Spielabschnitt verreitigte Nord mit viel Geschick, mußte aber noch zwei Tore einstecken. Süddeutschland—Westdeutschland:0 5000 Zuschauer beim Repräsentativspiel in Saarbrücken Trotz zahlreicher Nebenveranstaltungen hatte der Fußball=Repräsentativkampf zwischen Süd= und Westdeutschland am Pfingst=Sonntag in Saarbrücken noch 5000 Zuschauer anzulocken vermocht. Dem gut leitenden Schiedsrichter Zeimet(Saarbrücken) stellten sich folgende Mannschaften: Süd: Müller(FE Freiburg); Konrad(Kaiserslautern)— Schmoll(BfR Mannheim): Abt(Kickers Offen bach)— Kamenzien(BfR Mannheim)— Kiefer(SB Waldhof); Hessenauer— Wenzelburger(beide VfL Neckarau)— Grebe(Kickers Offenbach)— Förschler (SB Feuerbach)— Fath(Wormatia Worms). West: Buchloh(Speldorf); Casper(Krefeld)— Gipka(Oberhausen); Hoffmann(Benrath)— Stephan (Schwarz=Weiß Essen)— Ibold(Duisburg 99); Elbern 1 (Beuel)— Lenzki( Benrath)— Haußmann(Speldorf) — Euler(Köln)— Elbern 2(Beuel). * Obwohl man in Saarbrücken den Gästen die bes deutschen als die stärkere Mannschaft, die nach anfänglicher Ueberlegenheit des Gegners bald den Kampf offen und schließlich sogar für längere Zeit eindeutig überlegen gestaltete. Den Ausschlag gab die bessere Läuferreihe des Südens, in der vor allem Kiefer sehr gut zu gefallen wußte. Sehr zuverlässig arbeitete auch die Abwehr. Müller im Tor stand Buchloh nichts nach und in der Verteidigung gefiel besonders Konrad durch seinen klaren Abschlag. Der von Grebe gut geführte Sturm hatte sehr schnelle Flügel und in Wenzelburger einen schußkräftigen Spieler. Das gesamte Spiel der Süddeutschen wirkte gefälliger und war auch einfallsreicher. ohne Zusammenhang kämpfte, nur der Halblinke Euler befriedigen konnte. Bei den Wstdeutschen war zwar Buchloh im Tor ein wirklicher Klassehüter, aber schon in der Verteidigung setzten die Schwächen ein. Casper ging noch an, aber Gibka spielte oft recht unsicher. Die Läuferreihe In den ersten 10 Minuten des zwar schnellen, sonst an qualitativ durchschnittlichen, meist auf Einzel.(auf Alsa Romeo):58:07. leistungen gestellten Spiels, griffen die Westdeutschen zur Durchführung gelangen. Der Italiener trifft dort in der Meilenmeisterschaft auf die ausgezeichneten Amerikaner Glenn Cunningham, Bill Benthron und Gene Venzke. Anschließend daran kehrt Beccali wieder in seine Heimat zurück, um an den Europa=Meisterschaften in Turin teilnehmen zu können. * Eine große Zuschauermenge wohnte dem Boxkampf der Schwergewichtler Otto von Porath(Norwegen) gegen Me Corkindale(Südafrika) in Cardiff bei. Wider Erwarten konnte von Porath in diesem Zehnrundenkampf einen Punkrsieg davontragen. In fast allen Runden zeigte sich der norwegische Meister leicht überlegen— seine ausgefeiltere Technik und größere Vielseitigkeit im Schlag waren für ihn Vorteile, die Corkindale nicht auszugleichen vermochte. * Frankreichs Meisterfahrer Chiron bewies bei dem alljährlich zum Austrag gelangenden Großen Preis von Casablanca erneut sein großes Können. Er gewann die Schnelligkeitsprüfung und benötigte für die 60 Runden gleich 382,2 Kilom.:55:42,4(130,512 Stdkm.) vor Etancelin(auf Maserati):56:23 und beherzt an. Die süddeutsche Abwehr war aber groß auf dem Posten. Das Spiel wurde dann ausgeglichener, ließ aber vorerst nur wenig geschlossene Aktionen zu. Der Süden erreichte in der 34. Minute durch einen unverhofften Prachtschuß von Wenzelburger die Führung. Nach der Pause kam die süddeutsche Elf immer besser in Schwung. Mit zeitweilig schönen Kombinationen drängte sie den Gegner mehr und mehr zurück. Schon in der fünften Minute fiel durch den geistesgegenwär= Durch diese Niederlage gegen Roubaix büßte Mar tig einspringenden Grebe bei einem Fehler Gibkas da- seille zwei wichtige Punkte ein, die ihr die MeisterPes e######### schaft kosteten. Der lachende Dritte bleibt nun Sete, der mit 34 Punkten die Tabelle anführt vor a Sete Doppelmeister Frankreichs Fußballmeisterschaft entschieden Im Kampf um die französische Fußball=Meisterschaft der Berufsfußballer ist am Pfingstsonntag Entscheidung gefallen. Olympique Marseille unterlag gegen Excelsior Roubaix mit:4, während FC Fives Lille mit:1 über SC Montpellier siegreich blieb. zweite Tor. Bei anhaltender Ueberlegenheit schoß in der 29. Minute Wenzelburger aus dem Hinterhalt den seren Chancen eingeräumt hatte, erwiesen sich die Süd= spielte sehr ungenau zu und ab, während im Sturm, der letzten und dritten Treffer. Jubiläumssieger Achille Varzi Jum 25. Male um die Targa Florio Das zu Pfingsten zum 25. Male veranstaltete Automobilrennen um die Targa Florio war zwar hinsichtlich der Besetzung etwas schwach ausgefallen. Die Italiener blieben unter sich. Dennoch gab es auf der von tausenden Zuschauern umlagerten schwierigen Madonio=Rundstrecke(76 Kilometer), die sechsmal zu durchfahren war, interessante und spannende Kampfmomente. Der Favorit Achille Varzi, der am kommenden Sonntag auf der Avus startet, siegte aber schließlich doch unangesochten auf seinem 3 Liter Alfa Romco in:14:26 Std. vor seinem Landsmann Barbieri(Alsa Remeo):27:14 Std. Varzis Stundendurchschnitt lag bei 69 Kilometer. Italien=Rundfahrt gestartet... 1. Etappe: Sieger Camusso Italiens Radrundfahrt, die sich mit ihren 17 Etappen über rund drei Wochen hin zieht, nahm am Samstag mit der ersten Etappe von Mailand nach Turin über 169,2 Kilometer ihren Anfang. Das große Feld von beinahe 100 Fahrern blieb bis fast zum Ziel beisammen. Erst zum Schluß gelang es Camusso bei einem Vorstoß 200 Meter Vorsprung herauszuholen. Er siegte nach :57:55 Stunden vor seinen Landsleuten Olmo, Learco, Cuerra, Bertoni, Rimoldi, Sella usw.— Die beiden Deutschen Altenburger und Sieronski befanden sich auch in der Spitzengruppe.— 2. Etappe: Sieger Guerra Die Sonntag=Etappe führte von Turin nach Genua über 206.5 Kilometer. Auch diesmal war das Tempo ziemlich scharf, trotzdem blieb bis zum Ziel eine mehr als 50 Mann starke Kopfgruppe beisammen. Nach einer Fahrzeit von:53:05 siegte Guerra mit einer Radlänge vor Alfredo, Binda. Bertoni, Neimi, Gerini, Graglia, Bovet, Gotti und Cazzulani.— Italien vor Deutschland! Großer Motorradpreis vor Italien Olympique Marseille und Fives Lille mit je 33 Punkten, Olympique Lille mit 32 und Excelsior Roubair mit 30 Punkten. Der FE Sete konnte durch diesen Sieg in der französischen Fußballmeisterschaft einen Doppelerfolg in dieser Saison erzielen, denn bekanntlich ging er auch aus dem viel populären Pokalwettbewerb als Sieger hervor. Spannende Kämpfe An den Pfingsttagen wurde in der Nähe von Rom der große Motorradpreis von Italien ausgefahren. Wenig Glück hatten die teilnehmenden deutschen Fahrer, die nicht nur gegen die große Hitze anzukämpfen Betriebsstoff benutzen mußten, die Strecke ö0mal zu durchfahren. Ley, Nurnverg,(Italien) auf Rudge:26:43,2= 135,901 Skorm.; langen Straßen wiesen keine hatte einen guten Start und lag bis zur 8. Runde in Klasse bis 500 gam(60 Runden= 196,350 Kilom.): lediglich eine leicht überhöhte Führung. Hier mußte er den beiden italienischen 1. Tenni(Italien) auf Guzzi:18:17.4= 150.708 sen. So war es nicht verwun Guzzis die Führung abtreten und fiel dann selbst im Stdkm. 5. Ley(Deutschland) auf DKW:21,50; 6. den 6. und 7. Platz. Das Rennen gewann Tennis auf Motoguzzi mit einem Stundendurchschnitt von aus, die beide Ventilfederbruch erlitten. Der Ita= 150,708 Kilom. liener Pigorini gewann auf einer englischen Rudge Ergebnisse: bis 150 gem(50 Runden die über 60 Runden— 196,650 Kilom. führende Prü= 163,875 Kilom.): 1. Roselli(Italien) auf Benelli fung mit einem Stundendurchschnitt von 135,901 Kilo=:20:36,4= 121,98 Stdlm.— Klasse bis 250 ccm(50 meter. Runden— 163,875 Kilom.): 1. Brusi(Italien) auf Recht gut hielten sich die deutschen Fahrer im Guzzi:14:30,2= 131,968 Stdkm.).— Klasse bis hatten, sondern auch eine schlechte Bahn vorfanden Rennen der 500er=Maschinen. Die Teilnehmer hatten 351 cem(60 Runden)— 196,650 Kilom.): 1. Pigorini und dazu ungewohnten Betriebsstoff benutzen mußten. die Strecke 60mal zu durchfahren. Ley, Nürnberg,(Italien) auf Rudge:26:49,2= 135.991 Stdkm. Die etwa 3 Kilometer langen Geraden auf derlich, daß in allen Klassen die Italiener die Sieger weiteren Verlauf des Rennens auf den 5. Platz zu= Rosemeyer(Deutschland) auf DKW:25:92; stellten. Lediglich im Hauptrennen, in der Klasse bis rück. Rosemeyer und Fleischmann hielten hinter ihm Fleischmann(Deutschland) auf RSu:25:51,4. 500 ccm konnten die deutschen Fahrer Ley, Rosemeyer und Fleischmann den 5. bis 7. Platz einnehmen. Die Rennen der beiden kleinsten Klassen, 175 ccm und 250 ccm, führten über je 50 Runden— 163,875 Kilom. Schon bei diesem Wetbewerb, den der Italiener Roselli(Benelli) mit der großartigen Stundenleistung von 121,86 Kilom. gewann, bekamen die erst im nächsten Rennen startenden Deutschen einen Vorgeschmack von den ihnen harrenden harten Kämpfen. Im Rennen der 250er=Klasse behauptete sich der Chemnitzer W. Winkler(DKW) im Spitzenfeld. Als er jedoch tanken mußte, waren seine bis dahin guten Aussichten geschwunden, nachdem sein„Stallgenosse". A. Geiß schon vorher aufgegeben hatte. Mit drei ersten Preisen feierte hier die italienische Marke Leichtathletik Kreisstaffeltag am 31. Mai Am Donnerstag, dem 31. Mai(Fronleichnam) veranstaltet der Kreis Köln des Deutschen LeichtathletikVerbandes(DSB) auf dem Platze des Kölner Sport=Club 1899 in Köln=Merheim(Pferderennbahn) einen Kreisstaffeltag, der dem Gedächtnis für Schlageter und der gefallenen Sportkameraden gewidmet ist. Das Programm sieht folgende Staffeln vor: 4malMotoguzzi einen großen Triumph. Der Sieger Brusi 100=Meter=Staffel(je eine für Männer, Jugend 16/17, hatte die Gesamtstrecke mit einem Stundenmittel von Jugend 18/19, Frauen, Mädchen), 4mal=400=Meter=Staf131,968 Kilom. zurückgelegt, und zwar um nur ein fel(je eine für Männer und Jugend 16/17), 4mal=800= sind zu richten an die Kreisgeschäftsstelle der DSB, Köln, Hochhaus, Zimmer 86. Meldeschluß 29. Mai. Vor der Veranstaltung findet ein Aufmarsch sämtlicher Teilnehmer statt. Die beteiligten Vereine haben hierzu ihre Wimpel mitzubringen. Wir werden auf die Veranstaltung noch zurückkommen. Schluß des redaktionellen Teiles Tzeuge- Fahrräder Zehntel Sekunde schneller als sein Landsmann Nacchi. Nicht mehr am Ausgang beteiligt waren die deutschen Teilnehmer auch im Rennen der 350=ccmMeter=Staffel für Männer, 10mal==Rundenstaffel(200 Meter) für Männer und Frauen. Für jede Staffel sind an Startgebühren RM 0,30 Klasse. W. Mellmann=Lendrigsen lag mit seiner NSU zu entrichten, die bei Abgabe der Meldung auf das eine Zeitlang gut im Rennen, schied aber dann, even= Postscheckkonto Köln 111 695(H. Giseke) einzuzahlen so wie Rüttchen und der Berliner Hans Richnow, sind. Die Sieger erhalten DSB=Diplome. Die Meldungen Ersatz für Ford Carl Hoppe Hansaring 106. nserieren bringt Gewinn Köln, den 22. Mai 1934 as gibts Nleues) In Rath auf der Rösrather Straße stießen am Pfingstmontag ein Motorrad und ein Personenkraftwagen zusammen. Personen kamen erfreulicherweise nicht zu Schaden. Auf der Deutz=Kalker Straße fuhr ein Junge gegen die Straßenbahn der Linie 6. Er trug eine leichte Verletzung der linken Hand davon, konnte aber seinen Weg weiter fortsetzen. Auch das war ein hübsches Pfingstfest Ohne Sonnenslich und ohne nasse Füße Das richtige Wanderwetter— Sehr starker Ausflugsbetrieb— Reichsbahnverkehr 25 Proz. stärker als im Vorjahr pflichtet ist. Und er kann sich in keinem Falle bereitfinden, das griesgrämige Gesicht irgend eines MitPfingsttage— allein Der Sonntag! Nach den Gottesdiensten war die große Stadt leer und verlassen. Patrizier und Zünftler bevölkerten die Wälder rechts des Rheines. Gegen Mittag, den man mit Schinken und Spargel innig verbracht hatte, verschwand die Sonne, und graues Gewölk trieb verdrossen am Himmel dahin. Unter solchen unbehaglichen Umständen hatte man zur Spaziererei keine Lust. Zuerst griff man am Nachmittag etwas wahllos zu Romanen. Ruhige Stunden in Literatur! Der Wirtin hatte man gesagt, daß man polizeilich abgemeldet sei. Folglich konnte Besuch nicht kommen. Es kam auch keiner! Man las, rauchte, und bisweilen hörte man einen Kinderruf auf der Straße. Ganz aus der Ferne klang das. Kaum, raß seine Schwingungen noch bis zur Ohrmuschel drangen! So saß man unberührt, kühl und einsam, wie hinter dikken Glaswänden, die das Licht der Außenwelt nicht mehr durchließen. Und als der Abend erschien, griff es wie Sehnsucht nach einem und diesem Orkan seelischer Provinz gehorchend, wandelte man über die Ringe. Hier spazierte man als Pennäler, unbelastet, voller Spannungen, gewissermaßen unter Kastanien und Linden, und schritt später als Mann des Berufes, als Reporter, das Ohr am Herzschlag der Welt, über den glatten Asphalt. Alle diese Erinnerungen gestalten das abendliche Vild sreundlich und versöhnend. In einer alvertümlichen Gastst###te fand man Rast. Schöner Raum! Spitzbogen wölben sich, eichene Stühle knarren——. In einem zinnernen Becher müßte goldener Rheinwein perlen. Man würde ihn leeren wie weiland der Ratsherr und große Zunftmeister von Köllen, Andreas Vermeulen. Als es zwölf von den Türmen der Stadt schlug, ging man nordwärts, zur Heimatstatt. Schlaf tut gut in solchen Nächten! Und dann kam der zweite Tag.— Irgendwo im Königsforst weiß man Wege, auf denen keine Völkerschaften wandern, wo man allein ist und wo man den Tieren des Waldes begegnet. Herrlich grün ist in diesen Tagen der Wald, und auf seinem Boden geht man wie auf Teppichen, Teppiche, die der große Herr der Welt ausgebreitet hat, auf daß seine Geschöpfe darüber wandeln und ihm dankbar seien ob soviel Schonheit. Aus einem Dickicht— etwa zwanzig, dreißig Meter entfernt— lugt der Kopf eines Rehbocks. Vorsichtig äugt das Tier nach rechts und links, und da es keine Gefahr wittert, tritt es aus seinem Schutz auf den grünen Weg. Herrlich braun und rot ist seine Decke und wie Federn gleiten seine Läufe dahin. Fast hüpfend trabt es dahin, verhält oft, äst ein wenig und geht weiter. An einer Schneise biegt es ein und ist rasch dem Auge entschwunden. Was klopft da plötzlich hoch über einem? Als man den Kopf hebt, gewahrt man den sleißigsten aller gefiederten Bewohner des Waldes: den Specht. Da hängt er an einer Buche und hackt unermüdlich auf die Rinde los. Tack, tack!! Meister Specht ist ein vielbeschäftigter Herr, denn seines Magens Raum bedarf unermeßlicher Nahrung, und noch mehr Nahrung muß er schaffen, wenn irgendwo in einem verborgenen Nest der Nachwuchs schreit... Natur im Gewand des Frühlings, in pfingstlicher Zierde ist immer neu und schön, und immer wieder legt sie sich wie eine große Zierlichkeit über die Herzen der Menschen... J0c Die Jubiläen der Pfarre St. Mechtern Pfingsten, das„liebliche Fest“, wird im Pfarrsprengel von St. Mechtern diesmal noch vom Glanz einer besonderen Festzeit verklärt. Glocken= und Orgeljubel leitete Pfingstsonntagmorgen das feierliche Hochamt ein anläßlich des Silberjubiläums de. Engelskirchen als Küster von St. Mechtern. Das Amt, im Volkschoral unter Mitwirkung des Pfarrkirchenchores gesungen, brachte die zehnte Messe der Editio Vaticana“ sauber zu Gehör; die Aufführung leitete in Vertretung des erkrankten Dirigenten und Organisten Dr. Eschmann, dessen Schüler Herr Overath sehr anerkennenswert. Das hl. Opfer zelebriertet ein weiterer Jubilar, Professor Kehlenbach, der 1909 beim Weiheamt ministriert hatte. Die Festpredigt von Pfarrer Haferkamp stellte die Verdienste des bescheidenen und pflichteifrigen Jubilarküsters in ehrenvollster Anerkennung wirksam heraus. der Inhaber der niederen Weihen. Auch für das Schiller=Gymnasium ist das Pfarrjubiläum von St. Mechtern bedeutungsvoll: seit 1909 ist der früher mit St. Joseph verbundene Gottesdienst für seine Schüler nach St. Mechtern übertragen. Zeugte die ungemein starke Beteiligung am Dankamt für die allgemeine Beliebtheit, deren Herr Engelskirchen sich in allen Kreisen der Pfarre erfreut, so zeigte die nicht minder große Teilnahme an der Jubiläumsandacht und die glänzend gelungene Illumination der Kirche und Umgebung und ihr Festschmuck die innige bundenheit der Pfarreingesessenen von St. Mechtern mit ihrer schönen Kirche und untereinander Auf den weiteren Verlauf der Jubiläumsfestlichkeiten werden wir noch zurückkommen. Köln, 21. Mai Da dies geschrieben wird, mag für viele Pfingsten noch nicht vorbei sein. Manch einer wird noch irgendwo weit hinter der Bannweile Kölns sein und sich vielleicht jetzt erst anschicken, den Weg Richtung Heimat anzutreten. Und so werden bis zur Mitternachtsstunde die Zuge und Vorortbahnen immer noch mal eine Schwadron leicht gebräunter Menschen entlassen, so wird auf den Einfallstraßen der Stadt die Kette der Fahrzeuge mit und ohne Motor nicht abreißen. Und Dienstag erst werden die Leute ihre Pfingstbilanz machen, wozu der Zeitungsmann schon jetzt verbürgers aufzusetzen, der vielleicht mit dem Wetter nicht ganz einverstanden war. Denn es gibt fürwahr keinen Grund zu grollen. Der Sonnenschein war nicht allzu heftig und auch nicht allzu beständig und der Morgen versprach an jedem Tag mehr als der Nachmittag hielt. Aber es gab weder Regen noch Donnerschlag. Und zum Wandern und Radeln war es geradezu ideal. Denn schließlich haben wir ja doch erst Mai. Und wir sollen uns freuen, das jeder von seinem Pfingstausflug ohne Sonnenstich und auch ohne nasse Füße wiedergekommen ist. Eine große Regimentsfeier Die 15er Dragoner trafen sich zum dritten Treffen in Köln Die deutschen Männer, die beim ehemaligen 3. Schle-] Eine eindrucksvolle Festrede des Vorsitzenden des sischen Dragoner-Regiment Nr. 15(ursprünglich in Regimentsvereins Saargebiet, Goergen, ehemaligen Groß=Strehlitz, späterer langjähriger Standort Hagenau im Elsaß) im Laufe der Jahrzehnte gedient haben, trafen sich im dritten Regimentstreffen nach dem Kriege (1. Berlin, 2. Baden-Oos) an den Pfingsttagen in Köln. Ueber 600 Kameraden aus ganz Deutschland waren zusammengekommen(darunter 60 aus dem Saargebiet) und feierten in echt kameradschaftlicher Weise ihr Wiedersehen. Der Kameradschaftsführer des 80 Mann starken Kölner Vereins, Werner Jentzen, hatte mit Helfern in wochenlanger vortrefflicher Vorbereitung ein Tagungsprogramm aufgestellt, dessen Abwicklung sich bis zum ersten Feiertag abends glatt und in besten Formen vollzog, dankbar anerkannt von den vielen Teilnehmern. Mancher Graukopf, dessen Dienstjahre 40 und mehr Jahre zurückliegen, war darunter, mancher auch, der zum ersten Male in langem Leben den Kölner Dom und den Rhein sah. Für das letzte sorgte noch in beson derer Weise eine gemeinsame Dampferfahrt rheinaufwärts am zweiten Feiertage. Gelegentlich eines Kommerses am Samstagabend in Groß=Köln gewannen die Kameraden die erste Tuchfühlung. Am Sonntagmorgen gingen der Besichtigung von Sehenswürdigkeiten Kölns, die nicht ganz so ausgedehnt werden konnte, wie es der eine oder andere gewünscht hatte, Gottesdienste, für die Katholiken in St. Aposteln und in der protestantischen Trinitatiskirche (Filzengraben) vorauf. Hier hielt den Gottesdienst der Divisionspfarrer des Regiments im Weltkriege, Pfarrer Kettenhofen(jetzt Direktor des Raphaelshauses in Dormagen). Sonntagabend, gegen 7 Uhr beginnend, vereinte ein feierlich wie unterhaltsam aufgezogener Festakt im großen Saale von„Groß=Köln“ die ehemaligen Dragoner mit vielen Angehörigen und Freunden. Etwa 1200 Menschen waren in bester Stimmung dort versammelt. Musikmeister Aloys Bahr bot mit der gutgeschulten SA=Standartenkapelle einen würdigen und in Wahl der Kompositionen angemessenen musikalischen Rahmen. Fräulein Neffgen sprach einen eindrucksvollen Prolog. Rittmeister a. D. Dunkel überbrachte in einer Begrüßungsansprache die Grüße von Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern, von Generalleutnant von Glasenapp, von Bürgermeister von Groß=Strehlitz, Dr. Hallasch, vom Landrat dort, Dr. Klausa, vom Kölner Oberbürgermeister Dr. Riesen und von vielen ehemaligen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften, die sich telegraphisch und schriftlich gemeldet hatten. Er feierte dann in kurzem Rückblick auf die Nachkriegszeit bis heute den Geist der alten Armee, den Geist des „Sich=Nichtunterkriegenlassens“, der im deutschen Volke wieder aufgelebt ist und heute im Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg mit Reichskanzler Adolf Hitler seinen weithin sichtbaren, stärksten Ausdruck findet. Wachtmeisters der 8. Eskadron, entrollte ein Bild der Großleistungen. die das Dragonerregiment im Weltkriege zu vollbringen hatte, ein Bild auch der schweren Blutopfer, die das Regiment in Treue zum Vaterlande, dem Schutze dieses Vaterlandes, gebracht hat. Der Geist von 1870, 1914 und 1933 solle der heranwachsenden Jugend Vorbild sein, mitreißendes Beispiel für alle Zeiten. Dem Gedächtnisse der gefallenen Kameriden widmete angesichts eines auf der Bühne symbolisch errichteten Ehrenmals Kaplan Stockmann(selbst ehemals Kürassier) ergreifende Worte, die von der Versammlung stehend angehört wurden. Er stellte seine Gedächtnisrede unter die Losung„Sei getreu bis in den Tod! eine Forderung, die sich leicht ausspricht, aber ganze So herrschte denn an den beiden Festtagen ein außerordentlich starker Ausflugsverkehr. Im Bergischen, im Siegerland, im Westerwald, am Rhein und in der Eifel, überall traf man frohe Wandergruppen, die mit frischen Wanderliedern auf den Lippen einherzogen. Immer wieder sah man auch Ausflügler, die mit ihren„Stahlrössern" losgezogen waren. Die glücklichen Besitzer eines Motorrades oder gar eines Autos hatte es natürlich nicht weniger zu Hause gehalten. Besonders war diesmal, wie uns noch gemeldet wird. die Eifel von den Fremden besucht. Man schätzt den Ausflugverkehr hier noch bedeutend stärker als im Vorjahre. Die Reichsbahndirektion Köln berichtet, daß der Pfingstverkehr am Freitag vergangener Woche kurz nach Mittag nach Beginn der Schulferien mit voller Stärke einsetzte. Auch am Samstag war er vormittags schon recht stark und nahm um die Mittagszeit, bis 20 Uhr abends dauernd, einen Umfang an, der dem Verkehr der stärksten Verkehrsjahre 1927/28 nahe kam. Das gleiche war am ersten Pfingstfesttag der Fall. Am Sonntagnachmittag und Montagvormittag herrschte wie stets in den Vorjahren ein guter Sonntagsverkehr. Der diesjährige Pfingstreiseverkehr war bei der Reichsbahn schätzungsweise 25 Prozent stärker als im Vorjahre. Rund 200 Sonderzüge waren zur Bewältigung des starken Verkehrs eingesetzt. Von den städtischen Bahnen erhielten wir Auskünfte, die gleichfalls recht zufriedene Gesichter vermuten ließen. Was dort als besonders angenehm empfunden wurde, war die Tatsache, daß sich der Pfingstverkehr diesmal nicht an dem einen oder anderen Punkte zusammengedrängt hatte, während da und dort etwa irgendeine Flaute festzustellen gewesen wäre: nein, alle Richtungen sind gleichmäßig stark beteiligt gewesen. Wie das möglich war? Nun, für Pfingsten pflegt man sich schon etwas Größeres vorzunehmen und konzentriert die Festtagspläne Manneskraft und volle Mannestugend als Einsatz ver= nicht allzusehr auf die Ausflugspunkte am Rande der langt, wenn sie mit der Tat unter Beweis gestellt wer= Großstadt. Das haben die städtischen Bahnen sehr den soll. Die Gefallenen des Weltkrieges erbrachten den deutlich gemerkt, bereits ab Freitag herrschte großer „ l## i i m e n D a n i, J u s t r o r a u f d e n L i n i e n z u d e n K ö l n e r R e i c h s b a h n höfen und dieser Zustrom hielt genau bis Sonntagmorgen 9 Uhr an. Daß diese Feststellungen richtig sind, ergibt sich ja aus den Mitteilungen über den Reichsbahnverkehr. Es war nun aber nicht so, daß die Vorortbahnen irgendwie ausgefallen wären: auch dort war sehr gut zu tun, nur herrschte nirgndwoein unangenehmer Druck, der eine Stockung verursacht hätte. Östern war das noch anders; da gab es plötzlich ein so außergewöhnlich gutes Wetter, daß sich die Kölner recht schnell zu einem Ausflug entschlossen und deshalb waren damals auf den Vorortbahnen größere Anstürme zu bewältigen als jetzt, wo man schon von vornherein mit einem ordentlichen Betrieb gerechnet hatte. Resümee also: bei den städtischen Bahnen gleichmäßig verteilter, starker Verkehr, nirgendwo zu starker Druck, großer Zug nach auswärts, glatte Abwicklung, keine Unfälle. Die Köln=Düsseldorfer=Dampfschiffahrt=Gesellschaft hatte indes während der Pfingsttage, an den Zahlen vergangener Jahre gemessen, keinen sonderlich lebhaften Verkehr zu verzeichnen. Dies gilt vor allem für die Fahrten am Mittelrhein, also zwischen Köln und Koblenz. Am Oberrhein, bei Mainz. ist der Verkehr, wohl in der Hauptsache infolge der BDA=Tagung, lebhafter und umfangreicher gewesen. Die Reichspost dagegen meldet Hochbetrieb auf sämtlichen Kraftpostlinien. Vor allem waren die Sonderwagen so stark gefragt, daß sie schon am Samstag vollständig besetzt waren. Beweis und verdienen dafür unauslöschlichen Dank weil sie mit ihrem Heldenmute die Heimat schützten. Dieser Dank fordert von den Lebenden die Uebung der Treue zum Herrgott, der Treue zum Vaterlande und zur Familie, der Treue gegen sich selber. Vor allem soll deutsche Jugend sich begeistern an den Taten derer, die im Kriege die Treue wahrten, damit diese Jugend weiß, was echte Treue ist, damit sie des Wertes der Treue fürs Leben sich bewußt wird. In den Rahmen des ernsten Teiles des Abends gehörte noch die von Oberst a. D. Schoen mit feierlichen Einleitungsworten vollzogene Weihe schöner Standarten der Regimentsvereine„Industriegebiet" und„Hessen=Nassau“, und eine von Dr. Claus Steven mit starker Wirkung auf die Zuhörerschaft vorgetragene Ballade„Der Organist von Schmalkalden“, eine Verherrlichung der Treue zum Glauben an Gottes Hilfe auch in tiefster Not. Dann leitete die schmissige und erheiternde Aufführung eines einaktigen Militärschwanks„In Zivil“ (Spielleitung Kamerad von Bongardt) zum fröhlich unterhaltsamen Teil des Abends über, der von Dr. Claus Steven, dem rheinischen Vortragsmeister, geleitet wurde und sich zu einem echt„Rheinischen Abend“ entwickelte. Die Gäste aus dem ganzen Reiche taten gerne mit. Das hübsche Thomaselly=Ballett, Fritz Knott, Schmitze=Grön.e Schnitzler und Everhard vermittelten Proben rheinischen Humors und rheinischer Fröhlichkeit, die neben allen anderen schönen Erinnerungen vom Rhein bestimmt lange in der Erinnerung der Kameraden vom Dragoner=Regiment Nr. 15 haften werden.— Oberstleutnant a. D. Anders brachte den verdienten Dank für die Veranstalter des wohlgelungenen Abends zum Ausdruck. Diese Nummer umfaßt 12 Seiten Danksagung In unserem großen Schmerz hat es uns wohlgetan, daß 80 viele unserer guten Schwester Paula bei ihrem Heimgange in Liebe gedachten Auf diesem Wege möchten wir daher allen, die auch uns dadurch einen kleinen Trost berciteten, für die innige Anteilnahme sowie für die wunderschönen Kranzspenden unseren herzlichsten Dank aussprechen. Köln, Ursulagartenstraße 4, den 20. Mai 1934 Geschwister Herkrath und Familie Wilh. Sieger Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschluß gefallen, heute morgen um 4 Uhr unsere liebe Schwester, Tante, Nichte und Schwägerin Margareta Dick Trauerdruckfachen in kürzester deit! Kölner verlags-Anstalt u. druckerei Köln, Stolkgasse 28-31— Fernsprecher 220301 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen J. Dick, Pfarrer a. D. Geven bei Stommeln-Land. 18. Mai 1934 Die Beerdigung findet statt in der Heimatpfarre Roitzheim bei Euskirchen am Dienstag, dem 22. d.., morgens.30 Cnr. Die feierlichen Exequien werden gehalten: in Rottzheim nach der Beerdigung, in Geyen am Mittwoch, dem 23. Mai. um 9 Uhr. Alle FamilienDrucksachen liefert preiswert und schnell Kölner Verlags-Anstalt U. Druckerei.-G. Stolkgasse 27-31 Der Film vom Kölner Pfingsffest 1934 Unsere Pfingstbilder, von oben links an: 1. Gedränge auf der Domtreppe nach der letzten hl. Messe— 2.„Fahrende“ Jugend bei kurzer Rast— 3. Die ausländischen Achema germeister Ebel im Rathaus begrüßt— 4. Start zur Rheintour— 5. Der Straßenbahninspektor telephoniert nach Zusatzwagen— 6. Blaue Jungs aus Wilhelmshafer 7. Gut beschickter„Parkplatz des kleinen Mannes“— 8. Einige von den wenigen Kölnern, die daheim blieben— 9. Wieviele solcher holländischer Omnibusse mögen wohl durch Höhepunkt der Kölner Opernspielzeit 1934 Wagners„Meistersinger“ in Neueinstudierung Stärkste Gesamkeindrücke— Begeisterte Beifallskundgebungen des vollbesetzten Hauses Als Pfingstgabe bot die Kölner Oper ihren Theaterfreunden eine Neueinstudierung von Richard Wagners repräsentativem, deutschestem und volksnahem Bühnenwerk„Die Meistersinger von Nürnberg“ und erreichte mit dieser Aufführung den künstlerischen Höhepunkt ihrer bisherigen, diesjährigen Opernspiel zeit. Mit der großten Sorgfalt und Liede für das Werk. ner ween verschwenderiecher Aurwal Greitet und durch erwien sich der Kölner Generalintendant Alexander Spring als ein Opernspielletter ganz großen Stiles. der mit seiner. Neuinszenierung Ban reuther Format erreichte. Aus geistiger Durchdringung r Dichtung in dae Spiel aufenant, hat Konzentra tion und Verankerung in den charaktervoll angelegten Figurenng und in cem fortlausenden Fluß Profilie rung und Milienschilderung sind alle Episoden, Chor Oe rch ich A noige Be der Handlung zu zerstören oder irch allzu große Bedeutung in den ingen. Bühne und tehen in schönstem eln starke Erndrücke. der Spring im Verein mit seinem ausgezeichneten Bühnenbildner Alf Börn dem Werk einen prachtvollen Rahmen, der ganz aus dem Geiste des Stoffes herauswuchs und mittelalterlich deutsch Lebensauffassung widerswiegel: Die auf strebende Gotik der Kirchenszene, im Schmuck ihrer sonnendurchtränkten, bunten Glassenster bereitet der Singschule eine wunige Statte. Alteutsche Stadbau kunst wurde in dem Straßenbild des zweiten Aktes, mit seinen spitzgiebeligen, kleinbürgerlich echigen Konturen. mit seinen verträumten Winkeln und der mondlichtver silberten Romantik nächtlichen Kleinstadtlebens verherr licht. Mit größter Einfühlung waren die einzelnen Stimmungen dieses Bildes erfaßt und ausgemalt und 1 der weonen#nen Rauf= und P die des Guten etwas zu viel tat und mit allzuviel nächtlichem Volk überladen war. Von geruhsamer Be schaulichkeit und bürgerlich philosophischer Weltweisheit geutschen Handwerkertumes war die Schusterstube Hans Sachsens. Tas regietechnische Glanzstuck der Einstudierung waren die Anlage und der großartige Aufbau der Fest wiese vor den Toren Nürnbergs des letzten Bildes Hienzu wurde die ganze Opernbühne in die Spielfläche einbezogen und in einen großartigen Festplatz umge wandelt, auf dem annähernd vierbundert Menschen, Choristen und Sänger Platz fanden und in lebendig wirrdig. Mit der gleichen Liebe betreute Generalmusikdirek tor Frißz Zaun die musikalische Ausgestaltung der Partitur. Seine Vorliebe für gefühlswarme und satte Orchesterfarben ließ ihn akustische Bilder und Stim endlereien von Mastischer Strayluna nichnen, die erganzende Bestandteile der Vorgänge auf der Buhne wurden und als klingende Dekoration die Seele der Zuhörer einsponnen. Auch die satyrischen BechmesserSzenen, der erdhaft feste Rhyrhmus, der die Went der Meistersinger schildert, gelangen in engster Verbindung mit der Bühnengestaltung gut und eindruchsstar# sonderes Lob verdienen die Instrumentalisten der Orchesters aller Gattungen für ihre mitretßende Art des Musizierens, für ihren persönlichen Einsatz an das Werk. ohne den ein großer Erfolg nicht zu erreichen ist Auch das Kölner Overnensemble hatte einen großen Tag. Eine der vollkommensten und abge rundetsten Leistungen der Aufführung bot Emil Treskow mit der Darstellung seines Hans Sachs, der diese kostlich, menschlich warme Figur zum wirklich riehenden Pol des Spiels, zu einer prachtvollen Studie ausgereister Gesangs= und Schauspielkunst machte und immer Beherrscher der Situation, immer mitbestimmender Gestalter seiner Umgebung war. Man muß diesen Sachs und mit ihm seinen Meister als einen der sympathischsten Typen deutschen Menschtums bewun dern, lieben und verehren. Ein gleich starker Gegenspieler, ein stimmlicher und darstellerischer Könner war August Grievel vom Stadttheater Frankfurt, der für die kommende Spiel zeit' nach Köln verpflichtet ist, als Sixtus Beckmesser. Dieser Künstler gibt seiner Figur die einzig mögliche Gestaltung. in dem er sie zu einer konsequent durchgeführten Charakterrolle macht und ihr die bil ligen Späße publikumgefälliger Buffotechnik nimmt, die Härten mildert. die Wagner seinem Bechmeister nicht ohne persislierende Absichten mit ins Leben gab. So dargestellt ordnet sich der„Merker“ in den logischen Aufbau der Dichtung ein und bewahrt die Zunft der Meistersinger vor karikierter Lächerlichkeit und gehichtlicher Verzeichnung Den Walter von Stolzing sang Josef Witt mit Wärme und bewußter Männlichkeit, ohne die letzte sienhafte Mühelosigkeit zu erreichen, die diesen Ritter als Vertreter edler, eigenschöpferischer und ge nialer Geistigkeit über seine Zeitgenossen erhebt und hu zum sonveränen Revolutionär in der Kunst macht, wie sich Meister Wagner erträumte. Eine bewegliche und erheiternde Swielleistung, die nd fundamentale Kraft der###cen A Volle remos auszukosten. Einen wohlprovortionierten Bäckermeister Frin Kothner, behäbig und gutmütig. sniehbürgerlich gab Paul Wiesendanger als Gast von den Stadtischen Bühnen Hannover. Die Reihe der edlen Zunft der Meistersinger wurde vervollständigt durch rnd Aldenhoff als Fürschner Kunzz Vogelsang. Josef Horn als Spengler Konrad Ein großer Teil des Erfolges der Aufführung fällt diesmal dem Chordirektor der Kölner Oper. Peter Hammerz. der mit viel Umsicht und Gesbick die Einstudierung der Chöre leitete und neben dem Opernchor den Kirchenchor der Pjarre Herz Jesu(Leiter Dirkgent Kreisinger) und den Männergesangverein „Sängerchor Rheinland“(Ehrenchormeister Pütz) zu einem klangprächtigen, machtvollen Vokalkörper verei nigteundihnirahn=Pvssssistßgeniat.äöützlleniat einigte ud ihn in harter Probenarbeit für seine große Aufgabe reif machte. Eine Freude für das Auge waren die farbenfrohen, geschmackvollen Kostüme, die das Bild belebten und deren Entwürfe von Georg Strauß stammten. So ergänzten sich zu dieser Neueinstudierung alle Einzeldisziplinen der Kölner Oper zu einer ganz großen, einheitlichen Gesamtleistung. die ein erhebendes Theatererlebnis vermittelte, das in dieser Geschlossenheit selten ist und das vollbesetzte Haus zum Schluß der Vorstellung zu begeisterten Beifallskundgebungen für alle künstlerisch Beteiligten und Mitarbeiter der Aufführung hinriß, wie man sie lange nicht mehr so herzlich und verdient erlebte. Albert Sehneider Empfang im Rathaus Ausländische Gäste zum Besuch der„Achema“ in Köln. Am Samstagnachmittag stand auf dem Platz vor dem Rathaus eine Reihe großer ausländischer ReiseOmnibusse. Aus dem Ausland: aus Frankreich, Belgien, Dänemark. Schweden und der Schweiz waren Reisegruppen zum Besuch der„Wiederaufbau=Achema“, der imposanten Ausstellung der Deutschen Gesellschaft fur chemisches Apparatewesen, in koln eingetroffen, die von der Stadtverwaltung empfangen und begrüßt werden sollten. om Muschelsaa' des Rathauses hieß Bürgermeister Ebel, ammen von einem französischen und einem englischen Dolmeticher, die Gäste im Namen der Stadt auf das herzlichste willkommen. Im Auslande, so führte Bürgermeister Ebel weiter aus, seien immer noch falsche Vorstellungen über die deutschen Verhältnisse vorhanden. Der Besuch von Ausländern in Deutschland freue ihn ganz besonders; denn auf diese Art und Weise könnten sich die ausländischen Gäste mit eigenen Augen und Ohren davon überzeugen, daß in Deutschland alles in Ordnung sei. Bürgermeister Ebel gab zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß die ausländischen Gäste, in ihre Heimar zurückgekehrt, zu begeisterten Propagandisten für Deutschland werden würden. Der Führer der französiichen Reisegesellschaft dankke im Namen der übrigen Gäste mit einer Ansprache, in der er ausführte, daß es für die geordneten Verhältnisse in Deutschland keinen stärkeren Beweis gebe, als die soeben eröffnete chemische Ausstellung. Nicht nur für Köln und das Rheinland, sondern auch für die angrenzenden Länder sei diese Ausstellung von größter wirtschaftspolitischer Bedeutung. Walter Neusel wieder in Deutschland Ein schwerer, aber erfolgreicher Aufstieg in USA— Die Anwartschaft auf Weltmeistertitel Nach einem Aufenthalt von sieben Monaten in Amerika ist Walter Neusel, Deulschlands erfolgreichster Schwergewichtsboxer, zu einem Ferien= und Erholungsaufenthalt in der deutschen Heimat eingetroffen. Unser Vertreter hatte Gelegenheit, nach der Ankunft des Dempfers„George Washingion“ mit Walter Neusel in Hamburg über seine Pläne und Absichten zu sprechen. Ein schwerer Aufstieg Walter Neusel erzählt von seinen Kämpfen in Amerika. Wie schwer es war, Fuß zu fassen und die ersten Kontrakte zu erhalten. Wie er am Ende des vergangenen Jahres den Kontrakt gegen den amerikanischen Ueberboxer Ray Impelletiere annahm, um sich den Aufstieg zu erkämpfen. Es war ein doppeltes Risiko, in sportlicher und in finanzieller Hinsicht. Das sportliche Ziel wurde erreicht. Der eindrucksvolle Sieg sicherte Neusel den Kontrakt gegen Kina Lewinsky. Da der Abschluß des Kampfes aber nur unter der Bedingung erreichbar war, daß Walter Neusel seinem Gegner Ray Impelletiere die Rückgarantie einer 5000=Dollar=Börse zusagen mußte, blieb ein finanzieller Erfolg aus, da der Kampftag unglücklicherweise in die Periode der amerikanischen Rekordkälte fiel und Besuch und Einnahmen dadurch ungünstig beeinflußt wurden. So blieb für Walter Neusel nach Abzug des Anteils für die Rückgarantie damals nur jener Scheck von.19 Dollar, der damals in Amerika so viel Aufsehen erregt hat. Aber dieser Erfolg über Impelletiere, so sagt Walter Neusel, war doch das Sprungbrett für Amerika. „In den beiden nächsten Kämpfen gegen King Lewinsky und Tommy Loughran habe ich viel gelerat. Lewinsky war der schwerste Schläger, mit dem ich je zu tun hatte. Und Tommy Loughran der cleverste von allen Boxern, gegen die ich bisher kämpfte“, sagt Walter Neusel. Aber das Risiko, jeden Gegner und jeden Kampf zu nehmen, hat sich gelohnt. Lächelnd zieht Walter Neusel einen Vertrag aus seiner Tasche, der ihm für den 14. September dieses Jahres einen Kampf gegen Steve Hamas oder gegen Max Baer unter der Regie des Newyorker Madison Square Garden sichert. Am 8. Mai erfolgte die Unterzeichnung. Als dieser Abschluß erreicht war, konnte endlich an eine Heimkehr nach Deutschland gedacht werden. Nur Ruhe und Ausspannung Es waren harte Monate in den USA, die Kraft und Nerven kosten. Daher gibt es für Walter Neusel jetzt nur den einen Wunsch: Ferien vom Boxring zu haben und Ausspannung und Erholung zu finden. Von Hamburg aus erfolgt die Weiterreise nach Wanne=Eickel, wo Walter Neusels Mutter lebt. Das Gespräch kommt auf die vor einiger Zeit in Deutschland verbreiteten Meldungen, daß Walter Neusel amerikanischer Staatsbürger werden wolle. Walter Neusel, der diese falschen Nachrichten inzwischen ja bereits dementiert hat, weist darauf hin, daß die Falschmeldungen nur in Deutschland verbreitet wurden und amerikanische Blätter diese Nachricht nicht brachten. Das durchsichtige Manöver wäre da ja leicht zu erkennen. Unterstützung durch Deutsch-Amerikaner Eine starke Unterstützung hat Walter Neusel in Newyork durch die deutschamerikanische Sportgemeinde gefunden, die an seinen Kämpfen den regsten Anteil nahm. Während seiner Vorbereitung im Pompton Lakes für den letzten Kampf gegen Tommy Loughran kamen an den Sonntagen 1000 bis 1500 deutsche Besucher in sein Trainingsquartier, das 26 Meilen von Newyork entfernt lag. Aber auch sonst ist Walter Neusel mit seiner Aufnahme in Amerika sehr zufrieden. Er ist froh, in Jimmie Bronson drüben einen Interessenvertreter gefunden zu haben, der sich seiner in bester Weise angenommen hat. Dabei ist Jimmie Bronson nicht nur Manager, wie andere, die in erster Linie an geschäftliche Vorteile denken, sondern ein korrekter Geschäftsmann und ein Kenner des Boxsports. Bronson war früher Borinstrukteur in der amerikanischen Marine. Carnera oder Baer? Alle weiteren Kampfaussichten Neusels hängen von dem Ausgang des am 14. Juni stattfindenden Titeltrefsens Primo Carnera—Max Baer ab. Der von der Newnorker Madison Square Garden Corporation ausgesertigte Vertrag bezieht sich auf einen Kampf Neuse— Steve Hamas am 14. September dieses Jahres. Als Börse sind Neusel 25 Prozent der Einnahmen zugesichert. In einer besonderen Vertragsklausel ist festgelegt, daß in dem Falle, wenn Max Baer gegen Carnera gewinnt, am 14. September nicht Steve Hamas der Gegner Neusels sein wird, sondern daß es an diesem Tage einen Titelkampf Baer—Neusel gibt. Der Einnahmeanteil stellt sich dann für Neusel auf 12,5 Prozent. Walter Neusek wünscht natürlich nichts lieber als einen Erfolg von Max Baer. Dann ist für ihn der Weg zum Weltmeisterschaftskampf frei. Ist Carnera zu schlagen? Die Frage, ob Max Baer gegen Carnera gewinnen kann, beantwortet Walter Neusel dahin, daß er Baer niemals gesehen habe und daher aus eigener Anschauung kein Urteil abgeben kann. In Amerika sind die Meinungen über Baer geteilt. Die einen sehen in ihm einen großen Könner, die anderen einen Schauspieler und Bluffer. Neusel meint, daß am 14. Juni alles davon abhängen wird, in welcher Kondition Baer in den Ring geht. Seiner Ansicht nach ist Carnera zu schlagen, da der Italiener selbst kein harter Puncher ist. Das Interesse an dem Titelkampf am 14. Juni ist in Newyork nicht so groß, wie bei früheren Weltmeisterschaftstreffen. Die Börsen und Verdienstmöglichkeiten können daher auch keinen Vergleich mit früher aufnehmen.„Ich bin fünf Jahre zu spät gekommen. Max Schmeling hat es besser gehabt!“, sagt Neusel. Keine Kämpfe in Europa Walter Neusel erkundigt sich nach Max Schmelings Kampf gegen Paolino in Barcelona. Man spricht über die Möglichkeit von Kämpfen in Europa. Neusel verneint die Frage, ob er am 4. Juli in London gegen den Sieger der Begegnung Len Harvey— Jack Petersen kämpfen wird. Auch andere Meldungen, wie die von einem Kampf Neusel— Paolino, beruhen auf Kondinationen. Walter Neusel ist durch seinen Vrtrag mit dm Newyorker Garden gebunden. Wenn er die Abmachungen bricht, muß er 5000 Dollar Konventional= strafe zahlen. Kampfprojekt Neusel— Schmeling Man hat Walter Neusel in Hamburg sofort einen Kampf gegen Mar Schmelina oder gegen einen anderen Gegner angeboten. Aber Neusel ist an seinen Newyorker Vertrag gebunden. Ja, wenn man ihm die 5000 Dollar Buße ersetzen und eine entsprechende Börse bieten würde, daß er sich nicht schlechter steht, als bei dem amerikanischen Abschluß, gewiß, er wurde Max Schmeling nicht aus dem Wege gehen, meinte Walter Neusel.„Aber bisher habe ich noch nicht verdient. Das soll erst kommen und das kann erst kommen, wenn der Titel gewonnen ist, denn auch der Her ausforderungskampf gegen den Titelhalter bringt mit einem Anteil von 12.5 Prozent nicht sehr viel ein“, fügt Walter Neusel hinzu. Die Zukunftspläne Walter Neusel läßt es durchblicken, auch ein erfolgreicher Boxer hat es heute nicht leicht. Aber er hat mit seinen amerikanischen Kämpfen doch viel geschafft. Selbst dann, wenn Carnera am 14. Juni gegen Baer gewinnt Jack Torrance: 16,52 Meter! Wieder einmal über Weltrekord Der ausgezeichnete amerikanische Kugelstoßer, Jack Torrance. konnte bei einem südöstlichen Leichtathletikkampf in Birmingham(Alabama) wieder einmal den mit 16,05 Metern gehaltenen Weltrekord des Pragers Douda überbieten. Torrance erreichte 16,32 Meter, blieb aber damit noch unter seiner krüzlich aufgestellten Bestleistung, die 16.80 Meter betrug. In Evanston(Illionis) erwies sich der Weltrekordmann über eine halbe Meile, Hornbostel, USA, wieder in hervroragender Form. Er lief die gute Zeit von:52,9 Minuten, blieb damit aber noch um 2 Sek. hinter seiner eigenen Weltbestleistung zurück. und es daher drei Monate später nicht zu dem Treffen Baer— Neusel kommen sollte, bleibt ihm der Vertrag für den Kampf gegen Steve Hamas. Und der Sieger dieser Begegnung ist dann der„logische“ Anwärter auf einen Kampf gegen Carnera. „Wir müssen abwarten, was der 14 Juni bringt", sagt Walter Neusel am Schluß. Er freut sich auf den Besuch in der Heimat und auf die Entspannung. Noch ist der schwere Kampf gegen Tommy Loughran nicht ganz überwunden. Der Amerikaner hat Neusel, wie bekannt, eine Augenverletzung beigebracht.„Ich kenne jetzt die amerikanischen Ringmethoden, aber man lernt nie aus“, meint Walter Neusel. Aber Walter Neusel hat es auch verstanden, wirklich zu lernen. Mit seinen 24 Jahren steht er jetzt da, wo Max Schmeling vor fünf Jahren nach seinem Erfolg über Paolino stand: er hat die Chance, daß er Boxweltmeister werden kann. Wenn kein Mißgeschick irgendwelcher Art dazwischen kommt, dann wird Walter Neusel seinen Weg auch weiter machen und sein Ziel erreichen! Belgien ist schlecht gerüstet John Langenus über das Spiel Deutschland—Belgien In einer Vorbesprechung der Fußball=Weltmeisterschaft in Italien schreibt John Langenus, der bekannte internationale belgische Schiedsrichter, über die Aussichten Belgiens in dem Vorrundenspiel gegen Deutschland: „An Vorbereitungen für Italien glaubt man hier nicht denken zu müssen. Vier Spieler der Nationalmannschaft sind mit ihrem Klub(Union St. Gilloise) in Nordafrika auf einer Amusementstournee, während der fünfte Unionspieler der Nationalmannschaft aus Urlaubsgründen in Belgien geblieben ist. Wenn die Union St. Gilloise ein paar Tage vor dem Start in Italien nach Hause kommen wird, werden die Spieler sicher müde und abgekämpft sein, so daß man schon die Frage stellen kann, ob es nicht besser wäre, auf diese vier Unionspieler zu verzichten. Aber, auf sie zu verzichten oder nicht kommt wohl auf dasselbe hinaus, denn der Ersatz ist garnicht gut. Viel haben die Belgier zu fürchten für ihren Kampf in Florenz gegen Deutschland, bei welchem die Kronprinzessin Maria zugegen sein wird. Ohne weitere Vorbereitungen, ohne weiteres Training... Nur schnell elf Leute zusammengenommen— so wird man zu den Weltmeisterschaften fahren und antreten gegen — Deutschland! Es wartet Belgien ein Debakel wie 1924 in Paris! So scheint es dem„Papier" nach.“ Immerhin besteht aber für die deutsche Mannschaft keine Veranlassung, die Belgier irgendwie zu unterschätzen, da belgische Mannschaften schon zu wiederholten Malen überraschende Proben von Kampfkraft und Energieeinsatz gegeben haben. Der Aufmarsch beginnt... Argentinien, Rumänien und Aegypten eingetroffen In Italien treffen nach und nach die an den Endspielen um die zweile Weltmeisterschaft beteiligten Mannschaften ein. Nach den Merikanern und den Nordamerikanern, die noch am 24. Mai in Rom einen Ausscheidungskampf auszutragen haben, sind nun auch die mit großem Interesse erwarteten Argentinier angekommen. Der Betreuer der südamerikanischen Mannschaft wurde in Bologna sofort von den in heller Aufregung befindlichen italienischen Presseleuten mit Fragen bestürmt. Er hielt selbstverständlich mit einem Lob über seine Schützlinge nicht zurück und führte u. a. aus, daß die ihm anvertrauten Amateure an Können kaum den in seiner Heimat so berühmten Berufsspielern zurückstehen Allerdings hat man diese Ausführungen sehr vorsichtig aufgenommen und räumt im allgemeinen den Argentiniern nicht allzugroße Aussichten ein. Die Aegypter landeten am Pfingstsonntag in Neapel und am gleichen Tage meldete Triest das Erscheinen der Rumänen. Die Brasilianer werden zusammen mit den Spaniern am 24. Mai in Genua eintreffen. Der durch Servette, Genf angezettelte kleine Fußballfrieg in der Schweiz ist wieder beigelegt. Der Meisterklub hat sich dem Spruch des Verbandes gebeugt und wird seine Spieler für die Nationalmannschaft freigeben. Die Schweiz hat daraufhin folgende 19 Spieler gemeldet: Trello Abegglen(Graßhoppers), Bizzozero(Lugano), Bossi(Bern), Büche(Nordstern), Bühler(Luzern), Frick (Luzern), Guinchard(Servette), Hufschmid(Basel), Jaccard(La Tour), Jaeck(Basel), Jäggi(Lausanne), van Känel(Biel). Kielholz(Servelte), Minelli(Graßhoppers), Ortelli(Lugano), Pasella(Servette), Sechehaye (Servelle), Max Weiler und Walter Weiler(beide Graßhoppers). Die Wasserballer probten... Schlußspiele in Darmstadt und Frankfurt Der Olympiavorbereitungskursus der 18 Nationalspieler wurde am zweiten Pfingsttag vormittags in Darmstadt und nachmittags in Frankfurt a. Main fortgesetzt bzw. beendet. In Darmstadt gab es vor 1000 Zuschauern zwei Spiele. Die=Nationalmannschaft schlug eine Darmstädter=Auswahlmannschaft 12•4(:), während die=Nationalmannschaft die BAuswahlmannschaft Darmstadts 10:1(:0) abfertigte. Die Nachmittagsspiele in Frankfurt brachten im Stadion vor 800 Besuchern knappere Ergebnisse. Einmal zeigten sich bei den Spielern der Nationalmannschaften Ermüdungserscheinungen und dann kannten sich auch schon die Gegner besser aus. Die Nationalmannschaft A schlug eine Turnermannschaft des Bezirks 3 des Gaues Südwest:2(:), während die=Nationalmannschaft über eine DSV=Mannschaft des Bezirks 3 Gau Südwest:2(:0) siegte. Zum Schluß trat in einer verkürzten Spielzeit die Nationalmannschaft gegen die=Auswahlmannschaft an und siegte mit:3(:0) Toren. Ein 100=MeterKraul=Einlageschwimmen, an dem auch alle Wasserballspieler teilnahmen, wurde im Endlauf von Schwartz=Köln in:03,2 Min. vor Maus=Offenbach in :03,3 und Lorey=Wiesbaden:04 gewonnen. Vom Wassersport Olympia-Vorkämpfe der Ruderer Der Deutsche Ruderverband hatte ursprünglich beabsichtigt, die von ihm auserwählten 10 Olympia Versuchtsachter auf der großen Grünauer Regatta am 16./17. Juni zusammenzuziehen. Nunmehr sollen die Achter zuerst einmal in ihren Bezirken erprobt wer den, was ohnehin fürs erste ratsamer sein dürfte. Es ist vorgesehen, die west= und süddeutschen Achler Köln, Mainz. Würzburg und Gießen auf der am./3. Juni vom Kölner Regatta=Verein und Mosel=Saarverband in Trier stattfindenden Regatta auf einwandfreier Kampfbahn starten zu lassen. Man hat zwar auch die am gleichen Tag stattfindende Regatta in Heidelberg in Erwägung gezogen. Doch dürfte man Trier den Vor zug geben, denn Trier besitzt eine Rennstrecke, die bereits 1922 die Austragung der deutschen Meisterschaft sah, und die mit ihrem schnurgeraden Verlauf und den gleichmäßigen Wasserverhältnissen unbedingt einen einwandfreien Verlauf gewährleistet. Außerdem sind in Trier an beiden Tagen erste Achter=Rennen ausgeschrieben, die auch stets von ersten Mannschaften besucht wurden. Die Kosten des Bootstransportes sind fernerhin ertragbar, weil die meisten Boote bereits MSV auf Reisen Drei glatte Siege Der Gaumeister des Gaues 11, MSV, weilte mit seiner ersten Garnitur an den Pfingsttagen draußen, und zwar konnten die Mülheimer in den drei ausgetragenen Spielen glatte Siege verzeichnen. Bereits am Pfingstsamstag wurde Viktoria Neuwied mit:0 geschlagen, wayrend Ferndorf am ersten Feiertag ebenfalls glatt mit:1 und der FV Engers am Pfingstmontag sogar mit:2 verlor.— Die Mülheimer hinterließen in allen Spielen den besten Eindruck. Im übrigen besagen die Ergebnisse genug. acht Tage zuvor in Saarbrücken lagern und unter Aufwendung geringer Mittel zum nahegelegenen Trier übergeführt werden können. Ein weiterer Vorteil, der für Trier sprechen muß, ist, daß den westdeutschen Vereinen, die über guten und aussichtsreichen Nachwuchs verfügen, Gelegenheit gegeben ist. ihre Kräfte mit den Versuchsachtern zu messen. Im Interesse der Leistungssteigerung und der weiteren Entwicklung der Spitzenmannschaften und der Heranziehung weiterer Mannschaften zu Olympiaversuchen, kann ein Start in Trier nur förderlich sein. F. L. Befreien Sie sich von dem Irrtun., daß ein umständliches Vorwaschen der Wäsche nötig ist! Henko Bleich=Soda entzieht der Wäsche allein durch Einweichen den gröbsten Schmutz und löst alle Flecke. nlKe PAUIe HGAKUNe L elerlen eele ANTECE E LECE EE E CIETE HLE SG C K. EE Zum Geschirrwaschen, Spülen und Reinigen Henkel's(ini) Die Bilanz der Dreitagefahrt Was haben Fahrer und Konstrukteure aus dem Wettbewerb zu lernen? Die Anforderungen der Strecke Die Prüfungsstrecke selbst war diesmal eine schwer gepfefferte Sache, der es an dem notwendigen Paprika sicher nicht gefehlt hat. Es gab Fahrer, die sind über die Aufgaben buchstäblich erschrocken. Sie hatten sich die Harzfahrt als eine Art besseres touristisches Unternehmen vorgestellt. Und doch muß man die Auswahl als richtig und absolut gelungen bezeichnen. Bei Geländefahrten im Ernstfall wird man sich auch nicht die Strecke aussuchen können, sondern sie dort bejahren, wo man sie findet. Hierzu muß die Grenze der Leistungsfähigkeit von Mann und Maschine klar erkannt und diese Erkenntnis auch zum Allgemeingut gemacht werden. Zugegeben sei, daß einzelne Strecken offensichtlich nur in der Absicht ausgesucht waren, um Material zu zerbrechen oder wenigstens bis zur Grenze der Bruchsicherheit anzustrengen. Aber auch diese Grenze muß in der Praxis erforscht werden, die uns ja viel mehr Aufschlüsse gibt, als Zerreißproben im Versuchsraum oder chemische Untersuchungen im Laboratorium. Der Veranstalter wird die nächstjährige Strecke gewiß nicht zahmer anlegen als die diesjährige. Vielleicht läßt sich noch die eine oder die andere Schwierigkeit mit besonders gesteigerten Anforderungen einschalten, die nicht obligatorisch, sondern freiwillig sind, um zu erkennen, wie weit man hier mit den Anforderungen überhaupt gehen kann. Triebstoffe und Bereifung für Geländesport Daß die Treibstoff= und Oelfrage bei derartigen Riesenaufgaben, bei denen alles auf Hoch= und Spitzenleistung eingestellt ist, keine nevensächliche Rolle spielen kann, ist selbstverständlich. Aeußerlich wurde das unterstrichen durch die Anwesenheit aller Treibstoffindu striellen, die mit einer Riesentankorganisation und einem großen Mitarbeiterstab erschienen waren und ganz Harzburg mit ihrer Riesenpropaganda zudeckten. Besonders war es der Benzol=Verband, der für seinen deutschen Treibstoff BB=Aral eine bis ins kleinste hinein sorgfältig aufgebaute Treibstoffversorgung organisiert hatte, und der allein die runde Hälfte aller Fahrer versorgte. Erfreulicherweise konnte man die Tatsache feststellen, daß auch die Mannschaften der Industrie, der Reichswehr, der Marine, der Motor=SA, Polizei, Reichsbahn und der Reichspost dem deutschen Hochleistungskraftstoff den Vorzug gaben. Der Benzol=Verband hatte die Harzfahrt anerkennenswerter Weise dadurch besonders gefördert, daß er einen fahrbaren Wagenprüfstand nach Harsburg beordert hatte, auf welchem Spezialingenieure die Konkurrenten bei der Vorbereitung der Fahrzeuge in der wirkungsvollsten und kameradschaftlichsten Weise unterstützen konnten. Ebenso wichtig sind die Leistungen der Reifenindu strie, denn noch vor wenigen Jahren hätten es auch die Fachleute nicht für möglich gehalten, daß man luftbereifte Kraftwagen tagelang über Steingeröll, Felsbrocken und durch Bachbetten jagen kann, ohne daß die Reifen einfach in Stücke fliegen. Heute sind auch das schon Selbstverständlichkeiten geworden, und wir konnten am Schluß der Harzfahrt feststellen, daß viele Fahrer überhaupt keinen Reisenwechsel vorgenommen hatten. Als besonderer Fortichritt erwies sich der haupt sächlich von der Continental=Gummi Co. entwickelte Gelandereifen mit besonders starken und griffigen Profilen. Ohne diesen Reisen wird man sich bei kommenden Harzfahrten ein Fahrzeug überhaupt nicht mehr vorstellen können. Nicht weniger als 84 Prozent aller Fahrer benußten das Fabrikat der genannten Firma, die auf dem Gebiet der Reisenkonstruktion Vorbildliches geleistet hat. Die hohe Schule des Geländefahrene Auch ein großer Teil der Fahrer wird aus dem Harz praktiiche Erjahrungen mit nach Haute nehmen, die sich ausgezeichnet im Dienst der großen Sache verwerten lassen, wenn man sofort Maßnahmen ergreift, um diese Erfahrungen einem größeren Fahrerkreis zu vermitteln. Deutlich war vor aller Augen, daß man Sachkenntnis, Erfahrung, Talent, Fingerspitzengefühl und langjähriges Training keinesfalls durch jugendlichen Wagemut und forsches Draufgängertum ersetzen kann. Sowohl bei den Motorradfahrern, wie auch bei den Wagenfahrern zeigten sich die alten Sportkämpen bei weitem überlegen, und es wird noch ein weiter Weg zäher und härtester Arbeit an dem jungen Nachwuchs vonnöten sein, bevor man bei den Motorradfahrern einen Winkler, Thumshirn, Rosemeyer, Fleischmann, Gmelch, Geis und Mauermeyer oder bei den Wagenfahrern einen Kappler, Bernet, Hirte, Graf Sandizell, Trübsbach, Hedderich, Bau und Porsche entthronen kann. Ruhige Nerven, kühler Kopf, klares Auge, Berechnung und Erfahrung sind notwendig und müssen vielfach noch erlernt werden. Zweckmäßig wäre die Heranziehung der erprobten Sportfahrer als Lehrer für die Nachwuchsschulen. Viele haben hier ihre Leistungsfähigkeit überschätzt und sind dieser Ueberschätzung zum Opfer gefallen, was nicht ausschließt, daß sich auch unter den SA= und SS=Männern ausgezeichnete Fahrer befanden. Es wird nützlich sein, hier an dem bisher Geschaffenen, das zweiselsfrei auf einer sehr hohen Stufe steht, anzuknüpfen und Methoden zu suchen, nach welchen die wirklichen Spitzenleistungen, die klar zutage treten, dem Nachwuchs als Ueberlieferungsgut übermittelt werden können. In bezug auf sorgfältige Vorbereitung, fahrtechnisches Können, Berechnung und sicheres Gefühl für Fahrzeug und Maschine ist noch ungemein Vieles und Wichtiges zu lernen. Ausgezeichnet geschult erwiesen sich die Fahrer der Reichswehr, deren Können auf hoher Stufe steht und eine planmäßige Ausbildung klar erkennen läßt. Auf dem Gebiete des Mannschafts= und Kameradschaftsgeistes wurde von allen Vorbildliches geleistet. Für den Geländesport wäre es ein großer Gewinn, wenn die Erfahrungen der diesjährigen Harzfahrt, die sich praktisch ja nur auf etwa 300 Fahrer beschränken, einem recht großen Kreis Nachwuchsfahrer durch planmäßige Lehrtätigkeit vermittelt werden könnten, und wenn als Ergebnis eines Jahres weiterer scharfer Ausbildung die Fahrerauswahl im nächsten Jahre noch schärfer gehandhabt würde, um zu diesem wichtigen und schweren Wettbewerb tatsächlich nur die Elite der deutschen Geländefahrer zu vereinigen und die Harzfahrt zu einer wirklichen Hochschule dieses wichtigen Sportzweiges auszubauen. August Christ. Die„Großen“ müssen sich beugen... Beachtliche Erfolge der Kreisklassen=Vereine Die Kreisklassen dürfen mit berechtigtem Sto., auf die Pfingsttage zurückblicken, denn soweit die Mannschaften gegen höherklassige Vereine antraten, haben sie in den meisten Fällen erfolgreich abgeschnitten. Ein Beweis, daß sich die Spielstärke allenthalben stark hebt. Zündorf— Belbert:4. Die Gäste aus dem Bergischen Land entpuppten sich als eine Mannschaft von ausgezeichnetem Können. Obwohl die Platzherren nicht schlecht waren, konnten sie gegen die ausgezeichnet harmonierende Gästeelf nicht ganz ankommen. Die stets bessere Arbeit der Velberter Stürmer führte zu einem glatten. Siege der Gäste, der dem Spielverlauf nach auch verdient war. Porz—Wahn:3. Wie erwartet, lieferten sich beide Mannschaften einen sehr interessanten Kampf, der dem Spielverlauf nach, mit einem gerechten, Unentschieden endete. Die Wahner haben sich wieder gut herausgemacht und haben ihre Gruppenmeisterschaftswürde recht deutlich unter Beweis gestellt. Germania Mülheim— Jugend Kalk:3. Die in der letzten Zeit stark in den Vordergrund getretenen Kalker erlebten dieses Mal einen bösen Reinfall. Wenn sie auch mit einigen Ersatzleuten antraten, so darf die hohe Niederlage keineswegs als Entschuldigung gelten. Zudem hatten die Mülheimer einen glänzenden Tag. Schon in der ersten Halbzeit klar überlegen(:2) konnte sie auch die zweite Spielhältte„a ihren Gunsten gestalten. Gleuel— Grefrath:3. Das in der ersten Halbzeit ausgeglichen verlaufene Spiel(::1) soh im zweiten Spielabschnitt die Gäste leicht in Front, die sich durch zwei weitere Treffer den Sieg sicherten, da Gleuel es nur noch zu einem Tor brachte. Tura 10— BfB 06:2. Beim Wechsel sah es noch gar nicht nach einem Siege der Tura aus. Die Bewe gungsspieler lieferten vor der Pause das weitaus bessere Angriffsspiel und buchten ein sicheres Tor. Erst später konnten sich die Vereinigten besser zur Geltung bringen In ihr Spiel kam mehr Zusammenhang, und da auch die Stürmer merklich aktiv in die Erscheinung traten, langte es schließlich zu einem verdienten Siege. Pfingstsonntag. Bedburg— Bergheim:2. Die Bergheimer scheinen an die Gesellschaftsspiele weniger Werr„u legen, denn auch diesmal trat man mit einigen Ersatzleuten an, die sich jedoch z. T. gut bewährten. Immerhin genügten sie nicht, um den gut aufgelegten Gastgebern Stand zu halten, die nach einem:=Halbzeitstande zu einem verdienten Siege kamen. Zündorf— Remagen:1. Die Gastgeber machten die am Vortage erlittene Schlappe wieder wett. Trotzden konnten die Leistungen nicht restlos befriedigen, weil Remagen spieltechnisch weitaus schwächer war, als die Platzherren. Lediglich die Verteidigung konnte den Ansprüchen genügen. Nippes 10— Reichsbahn Finnentrop:4. Die Giste stellten eine schnelle und sichere Mannschaft in der vor allen Dingen der Sturm gut gefallen konnte. Aber auch Nippes zeigte seit langem nicht gesehene gute Leistun gen. So war das Spiel von Anfang bis Ende abwechslungsreich und interessant. Reichsbahn Köln— Reichsbahn Betzdorf:4. Auch dieses Spiel endete unentschieden. Die Kölner hatten in der ersten Halbzeit deutliche Spielvorteile, was ja auch aus dem Halbzeitstand(:1) zu erkennen ist. Wahrscheinlich wollte man aber kollegialer Weise ohne Entscheidung spielen, denn man überließ später den Gasten die Spie führung. Gruhlwerk— Blauweiß Res.:2. Die Kölner erwiesen sich als recht spielstark, hatten aber nicht mit dem guten Können der Gruhlleute gerechnet. Jedenfalls hat ten sie alle Mühe und Not, einen knappen Sieg der Gastgeber, der dem Spielverlauf eher entsprochen hätte, zu vermeiden. Groß-Königsdorf—. Borussia Lövenich:0. Die Gäste stellten eine sympathische Mannschaft, die jedoch nicht ganz das Können der Gastgever erreichte. Dieser konnte denn auch das Spiel leicht überlegen gestalten und in Prächtiger Sport auf dem Venusberg T Sürth und Mülheim 1850 in guter Form Begünstigt von dem herrlichen Pfingstsonntagswetter, gestaltete sich das 11. Venusbergfest in Bonn zu einem vollen Erfolg für Veranstalter und Wett kämpfer. Prächtig war der Venusberg geschmückt, als am Vormittag nach einer erhebenden Morgen###ter durch Gaugebietswart Schreiber, Beuel, die Mehrkämpfe sämtlicher Klassen begannen. Bei den Siegern war das Ende, wie vorauszusehen war. äußerst knapp. Erstaunliches leisteten in der Meister klasse Härter. Bedburg und Waldhuis, 1# Sürth. Die Spitze hielt am Schluß Harter mit 100 Punkten(durchschnittlich also in„eder Uebung volle Punktzahl) vor Waldhuis. der 9# Punkte er reichte. Erster Sieger der Leistungsklasse 2 und 3 wurden Reit, Mayen, mit 73 Punkten bzw. Zim mer. Adenau, mit 61 Punkten. Im Jugenddrei kampf siegte Felir, KBC, mit 58 Punkten vor Meurer, Stollwerck Koln, und im Vierkampf der Bezirk Koln der DSB, der zu dierer Veranstaltung ebenjalls teilnahmeberechtigt war, nur wenige Mei dungen abgegeben, da seine Besten bei anderwertigen Leichtathletikveranstaltungen tatig waren. Nach tehend die Siegerliste Siegerliste: 100 Meter. 1. Dott IB Mulheim 11 Se— enange lessen 112. J. Sciepaniak a 11.1. u- 1. Anemener Sek., 2. Weder ASB Koln 537 3 Noller 92# Koln 55 Sek. 1500 Meter. 1. Kroger Dortmund.20 Wen? Hochgeschurz Siegburg 1,27 Min. J. Brever Gelbblau Essen. 3000 Meter. 1. Schüller Allianz Köln .12.1 Min. 2. Sacher K BC 9,28 Min. 3. Bertram BFP.37.1 Min. Hochsprung. 1. Oetzel Sterkrade 69. 2. Nett Mayen, 3. Theom Kessenicher TV alle.65 Meter. Durch Los entschieden. Amal 100=Meterstaffel 1. TP M Gladbach 15.8 Sek. 2. 1V Mulheim 46 Sek., 3. Turn= und Sportverein Stollwerck 46.2. Imal 1000 Meter=Staffel. 1. Allianz Köln.52 Min., 2. KBC .32.3 Min. Jugendliche Jahrgang 1916·17: Dreikampf (100 Meter. Kugelstoßen, Weitsprung) 1. Felir K BE 58 Punkte, 2. Mäurer Stollwerck 55., 3. Lüngen K BC 51 P. Ermert BV Opladen 51., 4. Lamertz 1# Korschenbroich 52.. 5. Mener„#. Godesberg i., 6. Wolle KBC. Bartsch K BC. Rinker 19 Deutz und Kramer Dieringhausen alle 1• P. Reulenwett wersen. 1. Richartz IV Siegburg Mulldorf 60 Meter. 2 Felix K BC 57.80 Meter. 3. Ernert 8T Opladen .50 Meter. Imal 100 Meter-Staifel 1. K BC 48.2 Sek., 2. IV Siegburg Mulldorf. Sentoren Klase 2 200 Meter. 1. Schafhaufen XV M Gladbach 208 Set. 2 Stemberg Pft' Dortmund 21.2. 3. Rüchel Niederpleis 21.8, 900 Meter. 1. Holstein Allianz Koin.05.1 Min., 2 Meier KBC.06.2 Min., 3. Rolsgoven Stollwerck 2 Min. Weitsprung. 1. Dott XV Mulheim o. Meter. 2. Rett Mayen.32 Meter. 3. Herten 11 Beddurg 6,21 Meter. Speerwersen 1 Hersel Stoll werck 19.31, 2. Waldbröhl Godesderg 19.15 Meter. 3 Deugg KPC 47.10 Meter. Klasse u. 100 Meter. 1 deck 1B Burdeck 11.2 Sek. Medile ViL Dortmund 11.3, 3. Hinzen, Ronigswinter und Ka##er Rheidt 11.4 Kugelstoßen. 1. Dengg#0 12.90 Meter 2. Husse Kupferdreh 11.81 Meter. 3. Muller Sohle 11.76 Me ter. Amal 100 Meter Staffel. 1. Kva(Bartsch. Lun gen. Felir. Wolle) 48 Sek., 2. IV Troisdorf 18.2. 3 Alltanz Koln 10 Sek. Frauen. 100 Meter. Teiles 11 Vonn 14 Sek. Weitsprung. 1. Scheider ATL Koln 110 Meter, 2. Pastros IV Bonn.30(durch Stechen entschieden). Kugelstoßen. 1. Nelles 1B Bonn 1960 .11 Meter. Hochsprung. 1. Pastors BTU in1 Meter. Fünfkampf(Manner) Klasse 1: Härter 1V Bedburg 100., 2. Waldhuis XV Sürth 9#., 3 Melles XV Essen Bordeck 95 P. Klasse 2: 1. Nett 1B Mayen 73., 2. Frohmer XV Godesberg 73., Hombera TW Langenberg 70 Punkte. Die unteren Klassen Pfingstsonntag SP Westhoven— Herne=Merk:5. Die Gäste spielten einen guten Fußball, gegen den der Platzverein nicht ankam. Das Tieffen nahm einen abwechslungsreichen Verlauf. Herne=Mark gewann in dieser Höhe verdient. Oberaußem— Elbern:5(:). Die erste Halbzeit verlief klar für die Gäste, während nach der Pause man ein Aufkommen des Platzvereins feststellen konnte. Auf Grund besserer Leistungen gewannen die Besucher verdient. TV Dellbrück— Utford:2. Die Platzleute erfochten in dem offen durchgeführten Kampfe einen knappen, jedoch nicht unverdienten Sieg. TusP Höhenhaus— Einigkeit Remscheid:2(:). Die Besucher aus Remscheid zeigten in diesem Trefsen ansprechende Leistungen. Sie kämpften mit großem Eiser. konnten aber den Sieg der spielerisch besseren Platzleute nicht verhindern. Pfingstmontag Pulheim— Köln 1925:2(:). Die Kölner waren in der Gesamtheit etwas besser und gewannen verdient. Die erste Halbzeit verlief verteilt. SB Rösrath— SP Wahn:2(:). Die Platzleute konnten gegen ihren Rivalen diesmal einen Sieg fertig bringen. Beiderseits sah man ansprechende Leistungen. Einen Unterschied im Können beider Mannschaften gab kaum TusP Höhenhaus— SC Saarbrücken Scheidt:2(:). Die Platzleute bauten dieses Trefsen gegen die Brüder von der Saar zu einer eindruck:vollen Saarkundgebung unter Beteiligung der Ortgruppe der NSDAP aus. Nach einem Festzug durch den Mulheimer Stadtteil ging dem Treffen ein stim mungsvoller Begrütungsalt voraus Das Treisen selbst bot guten Sport. Die Saarleute, die Tags vorber ge gen Deutz 15 nur•3 verloren hatten, konnten auch gegen die Höbenhauter nicht zu einem Erfolge kom men. Sie spielten ein flaches Spiel, dem jedoch der Erfolg ver agt blied Auf Grund ihrer besseren Leitungen gewannen die Platzleute verdient. Das Spiel erfreute sich eines guten Besuches. SP Walberderg— K SC 90 Rei 1·5(:), 2. Mannschaft•9(:). Die Verbeveranstaltung in Brück Der SV Bruck führte an den Pfingsttagen Pokai piele durch Am ersten Tage traf de: XV Refrath gegen den SU Koln=Longerich 1. Durch einen Elimeterdoll wurde dieses Treffen zugunsten der Lon gerscher, mit:2 entschieden(Halbzeit:). Im zweiten Spiel standen sich Teutonick und Grembera gegen uder Erst in der Verlängerung konnten die Gremder ger zu einem knappen:2(:1) gelangen Pfinast montag stieg das Pokalspiel wwischen Gremberg und Longerich Nach dartem Kompf dlieden die Gremderger dier knapp mit:1(:1) in Fron: Jugendspiele: Rhenania Koln la— Jahu Verdodl ia::1. Die Zoiner Jugend erwieen sich als die Belenen und geDeutsche Rudersiege in Ostende Wassersportverein Godesberg Sieger im Doppelzweier und Achter Der vom Kölner Regattaverein mit der Vertretung beauftragte Wassersportverein Godesberg konnte im Doppelzweier mit den vorjährigen deutschen Meistern, Gebrüder Arenz, einen einwandfreien Sieg über die Mannschaften RE Lüttich und Königlicher Ruderklub Brügge. in der Zeit von 9,5 Minuten erringen. Im Achter gelang es ebenfalls dem Wassersportverein Godesberg seinen härtesten Gegner, den Thymes Rowing=Klub, London mit einer halben Länge zu schlagen. Der deutsche Einerfahrer Gerhard von Opel, vom Ruderverein Rüsselsheim, fertigte seine Gegner Andersen, Belgien und den Engländer Goys in 9,24,1 Minuten überlegen ab. Sämtliche deutschen Meldungen konnten mit einem Sieg beendet werden. Der Achter=Preis ist durch den Sieg endgültig an Deutschland gefallen. jedem Spielabschnitt ein Tor erzielen, während die Gäste leer ausgingen. Poll— Preußen Dellbrück:3. Der Meister der ersten Kreisklasse wurde diesmal gestoppt. Nach einer beispiellosen Siegserie mußte er am Sonntag die erste Niederlage nach langer Zeit in Kauf nehmen. Und dennoch wäre diese ab zuwenden gewesen, wenn nicht die Verteidigung in einem Falle kläglich versagt hätte. Das Spiel nahm einen durchaus ausgeglichenen Verlauf und bewies, daß die Poller auch in der Bezirksklasse ihren Mann zu stellen vermögen. Dellbrück übernahm vor der Pause durch ein sicheres Tor die Führung und konnte später noch zweimal erfolgreich sein, während Poll in forschen Gegenstößen zwei Tore aufholen konnte. Deutz 05 Scheidt Saarbrücken:2: Die Gäste aus dem Saargebiet, denen ein herzlicher Empfang bereitet wurde, waren in jeder Beziehung gute Sportsleute. Die Mannschaft zeigte gutes Können und lieferte dem Gastgeber eine durchweg gleichwerte Partie, die von Deut lediglich durch die etwas schußfreudigere Angriffsreihe gewonnen wurde. Pfingstmontag. Nippes 10— Köln 65:3. Die vom Spiel des Vortages noch ermüdeten Nippeser blieben diesmal weit hinter den Erwartungen zurück. Dafür zeigten sich die 65er von ihrer besten Seite. Hätte man so in den Meisterschaftsspielen gespielt, dann wäre der Abstieg bestimmt vermieden worden. Jedenfalls war der Sieg nach jeder Richtung verdient. Gruhlwerk— Mödrath:2. Die Mödrather zeigten wohl einen vorbildlichen Eifer, waren aber technisch nicht so gut gebildet wie der Gastgeber, der trotz deSpiels vom Vortage gut aufgelegt war und einen sicht ren Sieg erringen konnte. Tura 10— Blauweiß Res.:1. Einen schönen und vielversprechenden Erfolg errangen die Turisten auch am zweiten Tage, wo sie die Reserve von Blauweiß glan und sicher aus dem Felde schlagen konnte. Der diesma sehr gut spielende Sturm sicherte sich schon bis zum Wee sel einen:=Vorsprung und schoß noch drei Treffer, Blauweiß konrte lediglich das Ehrentor erzielen. Ehrenfeld 10— Hannibal Melaten:2. Die Ehrenfelder maßen ihre Kräfte mit Hannival Melaten und konnten nach stets leicht überlegen geführtem Spiel glatt in Front bleiven. wannen verdient. PfL Poll 1.— Jahn Werdohl 1. :1(:). Den Gästen stach das Spiel am Vortage noch zu sehr in den Knochen, so daß die Platzleute zu einem hohen Sieg kamen. KBE A 1.— Germania 09 Herne A 1.:3. Beiderseits gab es gute Leistungen. Auf Grund besseren Könnens gewannen die KBCJugend verdient. Der KCiR spielte mit seiner vorzüglichen A 1. in Wanne=Eickel:1 und in Herne:4. * Eintracht Köln weilte an den beiden Feiertagen in Untereschbach, um dort an einem Werbeturnier teilzunehmen. Am ersten Tage trafen sich Spielverein Rösrath— Eintracht Köln:1(:). Das Spiel fand vor einer ansehnlichen Zuschauermenge statt, wobei die Rösrather durch ein Selbsttor der Kölner in Führung gingen. Den Ausgleichstreffer erzielten die Gäste 15 Minuten vor Schluß durch den Mittelstürmer. Bei den Kölnern gefielen vor allem Torwart, rechter Verteidiger und die gesamte Läuferreihe. Im Sturm haperte es manchmal. Rösrath hatte den besten Mann in Land(früher VfR). Am zweiten Tage spielte Eintracht— Untereschbach und gewann hier nach spannendem Spielverlauf glatt mit:2. Die zweiten Mannschaften trennten sich:1 für Untereschbach. Eine neue Lösung Der Beauftragte des Reichesportführerz im Bezerk Oldenbura, wo bekanntlich ein Verbot sportlicher Betatigung der katbolischen Jugendverbände besteht, teilte den DAA=Abteilungen mut daß nach einer Bekanntmachung des Herrn Ministers des Innern vom 2. Mai v. J. die Deutiche Jugendkraft, soweit sie dem FB oder der DSB einacgliedert ist, den Spielbetrieb in gewohnter Weise fortsetzen darf Telephon-Anlagen Lichtsignal-Anlagen H. Fuld& Co. Telephon- und Telegraphenwerke Aktiengesellschaft Koln, Hochhaus, Teleion: 5 83 01