Tageszeitung für Köln-Stadt und Land Bezugsvreis: RM..—(einschließlich 38 Pfennig Beitrag zu den Zustellungskosten).— Erscheint wöchentlich siebenmal morgens.— Postbezug RM..—(einschließlich 45 Pfg. Postzeitungsgebühr und zuzüglich 42 Pfg. Zustellgeld der Post).— Durch höhere Gewalt hervorgerufene Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Rückerstattung des Bezugspreises. Verlag und Redaktion: Stolkgasse 25—31 Fernsprecher: a) von 8 Uhr bis 20 Uhr Sammelnummer 220301; b) nach 20 Uhr: Direktion 22 03 02, Chefredaktion 22 03 01, Sportredaktion 22 03 02, Technischer Betrieb 22 03 03 Sonntags die illustrierte Wochenendausgabe„Die Bastion“ kostenlos. Anzeigenvreis: für die Millimeterzeile(22 mm breit): Grundpreis 12 Pfg. Familienanzeigen 7 Pfg.— Kleine Anzeigen je Wort 8 Pfg., das fette Ueberschriftswort 15 Pfg.— Reklamen(77 mm breit): 80 Pfg.— Vereinsanzeigen im Textteil 10 Pfg.— Vereinsanzeigen im Sportteil 40 Pfg. Sprechstunden der Redaktion: 17—18 Uhr.— Postscheckkonto: Köln Nr. 59000. Nr. 148 Mittwoch, den 9. Mai 1934 Einzel=Preis 15 Revolveraltentat auf den Gouverneur von Bengalen Der bekannte, in München lebende Rennfahrer Charlie Jellen ist am Montagnachmittag beim Training in einer Kurve verunglückt und auf dem Transport ins Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Mehrere Londoner Blätter berichten, daß die britische und italienische Regierung im Hinblick auf den arabischen Krieg enge Fühlung miteinander halten, daß sie aber an ein Eingreifen in den Streit nicht denken. Der Reichspräsident, der Reichskanzler und der Reichswirtschaftsminister haben Beileidstelegramme zum Grubenunglück in Buggingen gesandt. Die Stiftung für Opfer der Arbeit hat den Hinterbliebenen der verunglückten Bugginger Bergleute als erste Hilfe 50000 Mark zur Verfügung gestellt. Der Hindenburg=Preis zur Förderung des Segelfluges ist für das Jahr 1933 dem Diplomingenieur Peter Riedel, Darmstadt, zugesprochen worden. Die Schüsse verfehlten ihr Ziel DNB Kalkutta, 5. Mai. Bei einem Pferderennen in Darschiling gaben zwei Bengalis mehrere Revolverschüsse auf den Gonverneur von Bengalen, Sir John Anderson, ab, die aber ihr Ziel verfehlten. Die Täter wurden verhaftet. Ueber den Anschlag auf den englischen Gouverneur Sir John Anderson werden folgende Einzelheiten berichtet: Anderson und seine einzige Tochter besuchten am Dienstagnachmittag das Pferderennen auf dem Lebong=Rennplatz. Gegen Ende des Rennens näherten sich plötzlich drei oder vier Bengalen der Loge des Gouverneurs, zogen ihre Revolver und feuerten aus nächster Nähe sechs Schüsse auf den Gouverneur ab. Glücklicherweise wurde weder der Gouverneur noch einer seiner Begleiter verletzt. Eine auf der obersten Reihe der Galerie sitzende Frau wurde durch eine Kugel leicht verwundet. Zwei Attentäter konnten sofort von der Polizei überwältigt und festgenommen werden. Auch mehrere andere in der Nähe befindliche Personen wurden verhaftet. Nach ihrer Abführung konnte das Rennen in Anwesenheit des Gouverneurs zu Ende geführt werden. Auf Anderson war bereits im Juli des letzten Jahres ein Anschlag verübt worden. Als er damals im Zuge nach Kalkutta reiste, explodierte 130 Meilen von der Endstation in Kalukhali eine Rambe vor der Lokomotive, ohne Schaden anzurichten. Wildes Schnellfeuer in Neuyork Die NS.=Frauenschaft Gau Groß=Berlin gibt bekannt, daß die Sperre für den Eintritt in die NS.=Frauenschaft aufgehoben ist und zunächst bis zum 1. Juli 1934 Neuaufnahmen getätigt werden. Noch keine Aenderung der Biersteuer DRB. Berlin, 8. Mai. Es war beabsichtigt, die Gemeindebiersteuer mit der Reichsbiersteuer zu vereinigen und gleichzeitig eine Senkung der steuerlichen Belastung des Bieres und eine Senkung des Ausschankpreises durchzuführen. Die diesbezüglichen Verhandlungen des Reichsfinanzministeriums mit der Vertretung des Braugewerbes haben zu einem Erfolge nicht geführt. Es bleibt infolgedessen bei dem bisherigen Zustand. Entführung eines 6jährigen Mädchens Rückkehr des Kindes? Neuyork, 8. Mai. Vor einiger Zeit wurde die sechsjährige Tochter June des in Tuscon(Arizona) lebenden Farmers Robles von Unbekannten entführt. Obwohl sich sofort etwa 5000 Comboys auf die Suche nach den Entführern machten, konnten noch keine Lebenszeichen des Mädchens entdeckt werden. Jetzt hat der Leiter der Kriminalabteilung in Nogales(Arizona), Oliver White, den Vater wissen lassen, daß seine Tochter noch lebe, und daß sie innerhalb von 24 Stunden wieder den Eltern zurückgegeben werden dürfte. Die Behörden haben sich bereit erklärt, nichts zu unternehmen, was eine sichere Rückkehr des Kindes in das Elternhaus gefährden könnte. In Cananea im Staate Sonora wurde festgestellt, daß sich zwei Männer mit der entführten 6jährigen June Roble bis vor 2 Tagen dort aufgehalten hatten. Mexikanisches Bundesmilitär mit ausgepflanztem Bajonett, schwerbewaffnete Gendarmerie und Grenzpolizei umzingelten den ganzen Bezirk, sperrten alle Landstraßen ab und durchsuchten sämtliche Häuser. Man ist überzeugt, daß sich die Entführer des kleinen Mädchens noch in dem Bezirk aufhalten. Aus dem Flugzeug gestürzt und ertrunken Brüssel, 8. Mai. Ein sonderbarer Flugzeugunfall ereignete sich bei Luftmanövern bei Westende. Während des Fluges fiel aus bisher noch nicht bekannter Ursache der Beobachter eines Flugzeugs aus dem Sitz heraus und stürzte in die Tiefe ab. Der Fallschirm öffnete sich zwar, der Pilot wurde jedoch über das Meer abgetrieben und ging auf dem Wasser nieder. Er verschwand in den Fluten, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. Die Leiche konnte noch nicht gefunden werden. 21 Anwesen eingeäschert DNB Kattowitz, 8. Mai. In dem Dorfe Ozarosicz im Kreise Bendzin kam am Montag auf bisher naufgeklärte Weise ein Brand auf, der infolge des arken Windes in rasender Geschwindigkeit um sich riff. Dem Element fielen zehn Gehöfte mit 20 Geiuden mit totem und lebendigem Inventar zum Der Schaden beläuft sich nach den bisherigen chätzungen auf 60 000 Zloty. In dem Dorfe Buchawicz, gleichfalls im Kreise Bendzin, legte eine euersbrunst elf Anwesen in Schutt und Asche. Bei en Löscharbeiten erlitt eine Person schwere Verletzunen. Der angerichtete Sachschaden beläuft sich auf 0000 Zloty. Auf der Banditenjagd DNB Newyork, 8. Mai. Der vornehme Flatbush= Bezirk im Newyorker Stadtteil Brooklyn war am Montag der Schauplatz einer wilden Straßenschießerei. Ein Bandit war auf einen Milchwagen gesprungen, hatte den Fahrer ausgeraubt und dann die Flucht ergriffen, wobei er auf den verfolgenden Milchwagenfahrer ein wildes Schnellfener eröffnete. Da die Straße außerordentlich belebt war, gerieten Hunderte von Erwachsenen und Kindern in die größte Lebensgefahr. Ein Mann wurde auch durch einen Schuß getroffen und schwer verwundet. Schließlich erschien ein Polizist, der mit seinem Revolver auf den Räuber schoß, der inzwischen auf einen anderen Wagen heraufgesprungen war. Der Räuber sank sodann scheinbar getroffen zu Boden und rief dem Polizisten zu, daß er sich ergebe. Als jedoch der Beamte näher kam, erhob sich der Verbrecher blitzschnell und schoß auf den Polizeibeamten, ohne ihn allerdings zu treffen. Dann lief er davon und verschwand in einem Mietshaus. Nun wurde ein ganzes Heer von Polizeibeamten mit Tränengasbomben, Gewehren und Revolvern zusammengezogen, die das Haus stürmten und durchsuchten. Jedoch hatte der schieß wütige Räuber bereits das Weite gesucht. Es ist dies die vierte Straßenschießerei, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in Newyork ereignet hat. Beisetzung der Todesopfer in Winterbach DNB. Stuttgart, 8. Mai. Unter stärkster Beteiligung der Behörden und der Bevölkerung wurden am Dienstagnachmittag die Toten des Schulhauseinsturzes in Winterbach zu Grabe getragen. Die Feier in der Kirche nahm einen tiefergreifenden Verlauf. Der Trauerzug zum Friedhof war von größtem Ausmaß. In der Mitte der acht Totenschreine wurde der Sarg des toten Lehrers Kohnle getragen. Am Grabe nahm Ministerpräsident und Kultusminister Mergenthaler das Wort zu einem Nachruf für die Opfer des Unglücks. Er teilte mit, daß der württembergische Staat durch Errichtung eines neuen Schulhauses das Unglück zum Segen kommender Geschlechter wenden wolle. Mit der Trauermusik„Himmelan, nur himmelan“, fand die erschütternde Feier ihr Ende. Auto mit Gendarmerie überschlägt sich DNB. Altenkirchen, 8. Mai. Ein schweres Autounglück ereignete sich am Dienstagmorgen in der Nähe der Ortschaft Bruchertseifen. Ein mit fünf Gendarmeriebeamten aus dem Kreise Altenkirchen besetzter Kraftwagen raste infolge Versagens der Steuerung gegen eine Böschung und überschlug sich. Zwei Beamte trugen so schwere Verletzungen davon, daß sie dem Krankenhaus in Altenkirchen zugeführt werden mußten. Ein dritter Insasse kam mit leichteren Verletzungen davon und konnte seine Wohnung aufsuchen, nachdem ihm ein Notverband angelegt worden war. Die beiden übrigen Beamten hatten nur leichte Hautabschürfungen erlitten. Die japanischen Marineoffiziere bei Hindenburg Die am Montag zu offiziellem Besuch in Berlin eingetroffenen hohen japanischen Marineoffiziere, darunter Vizeadmiral Matsushita, wurden mittags vom Reichspräsidenten empfangen. Die japanischen Admiräle mit dem japanischen Botschafter in Berlin, Nagai(ganz rechts) und Kapitän Brückener von der Marineleitung des Reichswehrministeriums 3. v. r. vor dem Reichspräsidentenpalais. Groß=Arabien Was will Ibn Saud? Schon vor dem Weltkriege 1914/18 war es der Traum fast eines jeden der Araberkönige, einen großen arabischen Staat zu schaffen. Obgleich damals die Türken, die ja ebenfalls Mohammedaner sind, Arabien beherrschten, hat es niemals an Versuchen gefehlt, die arabische Halbinsel nationalpolitisch und staatlich zusammenzufassen. Es seien nur die Kleinkriege erwähnt, die die türkischen Bataillone in Yemen und im Wahabitenstaat Nedschd führen mußten, um die nationalen Aufstände der Araber jedesmal im Keime zu ersticken. Noch im Jahre 1913 waren die Gegensätze zwischen der Türkei und Arabien ganz besonders scharf, besonders im Wahabitenstaat des Ibn Saud. Die Folge davon war, daß selbst im Kriege, obgleich die Türken den heiligen Krieg der Gläubigen gegen die Alliierten proklamierten, sich Ihn Saud von Nedschd dem Kriege fernhielt. Im Jahre 1917 hat der Scherif Hussein von Mekka sogar die Wafsen gegen die Türkei geführt in der Hoffnung, daß er mit Hilfe der Engländer in der Halbinsel einen großen arabischen nationalen Staat gründen könne. Nach Beendigung des Krieges mußte der Scherif aber deutlich erkennen, daß die Alliierten die Versprechungen nicht im geringsten erfüllten. Am schlimmsten aber wurden die nationalpolitischen Hoffnungen in Arabien dadurch verletzt, daß Palästina als Mandat unter den„Schutz“ der Engländer gestellt wurde und Syrien als Mandat unter französische Oberhoheit kam. Nach dieser Enttäuschung war der Scherif nicht einmal mehr imstande, sich in Hedschaj zu behaupten. Die mohammedanische Welt, und insbesondere Ihn Saud, der Wahabitenkönig von Nedschd, wollten den Scherif, der doch während des Weltkrieges gegen die Türken gekämpft hatte, beiseite schieben und in Hedschaj, das die heiligen Städte des Islams, Mekka und Medina enthält, einen mohammedanischen Staat gründen. Nach mehreren Kämpfen gelang es Ihn Saud, das hundert Jahre alte Ziel der Wahabiten durch Einverleibung von Hedschaj in Nedschd zu verwirklichen. * Damit war die erste Basis zu einer späteren Föderation der arabischen Stammesstaaten geschaffen. Seitdem Ibn Saud im Jahre 1924 Hedschaj in Nedschd eingegliedert hatte, hat er den großen politischen Gedanken, auf der Halbinsel eine Föderation der verschiedenen arabischen Kleinstaaten zu gründen, niemals aufgegeben. Er, der Lord von Arabien, hat aber ungeheure Schwierigkeiten zu überwinden, um sein weitgestecktes Ziel zu erreichen. Man denke nur an die Grenzkämpfe zwischen Jrak und Nedschd vor drei Jahren. Hätte eine große europäische Macht König Faissal, dem Vater des jetzigen Königs Ghazi, nicht ihre Hilfe gewährt, so wäre zweifellos ein heftiger Krieg zwischen Ibn Saud und Emir Faissal entbrannt, der aller Wahrscheinlichkeit nach für den letzteren von schwerwiegenden Folgen begleitet gewesen wäre. Mit dem Rückhalt König Faissals an die europäische Großmacht scheiterte der Plan Ihn Sauds, auch Jrak mit Hedschaj und Nedschd zu vereinigen. Um die freundschaftlichen Beziehungen nach außen zu wahren, wurden Ibn Sand und Emir Faissal auf einem englischen Kriegsschiff im Persischen Golf untergebracht. Aber im Irak, in Syrien, in Transjordanien lebt die Idee eines einheitlichen großen Arabiens immer weiter fort. Man arbeitet programmäßig und zielbewußt an dem großen Plane, um die verschiedenen Kleinstaaten von ausländischem Einfluß zu befreien und im Laufe der Zeit diese Staaten doch noch zu einem einheitlichen Staat umzuformen. Die arabischen Führer, besonders in Syrien und Palästina, entfalten für lie Idee eines„Panarabiens“ unermüdlich eine sielbewußte Propaganda. Vor sechs Wochen wurde ine Zeitung in englischer Sprache,„Arak Föderation“ in Jerusalem gegründet. Arabische Zeitungen in Syrien und Palästina, wie z. B.„Jamia Islamia“ in Jaffa,„Alame Arabi“ in Bagdad und „Falastin“ von Jerusalem, betreiben die panarabische Idee aufs stärkste. Durch die BalfourDeklaration, die für die Juden in Palästina eine nationale Heimat geschaffen hatte, wurde das Bestreben zur Gründung eines einheitlichen Arabiens noch verstärkt. Es hat zahlreiche Demonstrationen gegen die Juden in Palästina gegeben. Sie wurden aber stets mit Hilfe des Mandatstaates England unterdrückt. Auch der GroßMufti von Jerusalem, Al Hadsch Amin Husaini, der große Führer der arabischen Nationalsozialisten in Palästina begünstigt die arabische Föderation. * Aber so klar und zielbewußt die arabischen Führer für dies Ziel kämpfen, so darf man die großen Schwierigkeiten, die ihnen noch im Wege stehen, nicht übersehen. Die westeuropäischen Staaten, England. Frankreich und Itaen, werden einer Vereinigung der arabischen Kleinstaaten nicht tatenlos zusehen. Ihre strategischen und wirtschaftlichen Interessen stehen einer Föderation Arabiens scharf entgegen. Sie werden immer wieder versuchen, die arabischen Staaten gegeneinander auszuspielen. England wird dem Aufbau einer einheitlichen arabischen Föderation unbedingt entgegentreten, weil es sich die Land=, Luft= und Wasserwege nach dem unruhigen Indien sichern will, die durch Arbien führen. Frankreich ist ebenfalls stark daran interessiert, daß Syrien nicht einem zukünftigen arabischen Nationalstaat eingegliedert wird. Die Interessen Italiens am Roten Meer werden auch die große Bewegung in Arabien nicht tatenlos an sich vorüberziehen lassen. Italien hat zum Imam von Yemen freundschaftliche Beziehungen ausgenommen. Die geheime Abordnung der Engländer, die nach erfolgreichen Besprechungen mit dem Imam vor ungefähr acht Wochen aus Sanaa, der Hauptstadt Yemen, nach Jerusalem zurückgekehrt ist, hat zu dem gegenwärtigen Konflikt zwischen Jun Saud und dem Imam Jahiha von Yemen einen erheblichen Anstoß gegeben. Die letzten Ereignisse zeigen ganz deutlich, daß nicht nur die Italiener, sondern auch die Engländer durch den Zusammenbruch des Heeres von Yemen und durch die Eroberung des Hafens von„Hodaida" durch König Ihn Saud eine diplomatische Niederlage erlitten haben. Wenn keine europäische Macht sich in den Krieg zwischen Ibn Saud und Yemen einmischt, dann wird ohne Zweifel das ganze Yemen mit seinen fruchtbaren Oasen dem Hedschaj= und Nedschdgebiet angegliedert werden. Das aber wäre ein wichtiger Schritt auf dem Wege zu der langersehnten Föderation der arabischen Staaten. Darüber ist man sich aber auch in London, Paris und Rom vollkommen klar. Im Interesse der Engländer, Franzosen und Italiener liegt das Vorgehen Ihn Sauds jedenfalls nicht. Dr. Abdur Rauf Malik. Weshalb schrieb Herr Knox einen Brief an den Völkerbund? Vermutlich wollte er mit seinem Alarm internationale Polizei an die Saar heranziehen DNB. Genf, 8. Mai. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat den Mitgliedern des Völkerbundsrates zum Zwecke der Information folgenden Brief des Präsidenten der Regierungskommission des Saargebietes, Knox, vom 30. April 1934 zugeleitet: Herr Generalsekretär! Als die Regierungskommission vor etwa einem Jahr den Rat auf die Besorgnisse aufmerksam machte, die ihr der Druck einflößte, der auf die Beamten des Saargebietes ausgeübt wurde, hatte sie noch die Hoffnung, daß die Zusicherungen, die ihr in den Debatten und Entschließungen des Rates vom 27. Mai 1933 gegeben wurden, genügen würden, um eine Beruhigung hervorzurufen. Trotzdem haben schon die zahlreichen Berichte, die von der Regierungskommission seitdem an den Rat gerichtet wurden, gezeigt, wie ungewiß diese Hoffnungen waren. Immerhin hat es sich bisher nur um individuelle Verfehlungen gehandelt. Jetzt indessen hat sich innerhalb des Körpers der Polizei ganz kürzlich ein Vorfall abgespielt, der der Regierungskommission die ernsteste Sorge bereitet. Es handelt sich um eine gemeinsame Kundgebung, die am 29. April 1934 im Laufe der Generalversammlung der Vereinigung der Polizeibeamten von Saarbrücken stattgefunden hat. Der Vorsitzende dieser Vereinigung, selbst Sicherheitsbeamter, konnte ohne Widerspruch der 60 Polizeibeamten, die anwesend waren, eine Entschließung von ausgesprochen politischem Charakter abfassen lassen, die er am nächsten Morgen der Regierungskommission übermittelt hat. In dieser Entschließung wendet sich die Vereinigung der staatlichen Polizeibeamten von Saarbrücken,— ohne übrigens besondere Gründe anzuführen— gegen die kürzlich erfolgte EinEinheitliche Anlage=und Anleihepolitik Eine Rede des Reichsfinanzministers DNB. Berlin, 8. Mai. Vor dem Hauptausschuß des Deutschen Industrie= und Handelstages sprach am Dienstagvormittag Reichsfinanzminister Graf Schwerin=Krosigk über Gegenwartsfragen der Finanzpolitik. Der Minister führte dabei u. a. aus: Wenn die öffentliche Hand dazu übergegangen ist, in stärkstem Maße Aufträge zusätzlicher Art in die Wirtschaft hineinzugeben, dann ist das keine künstliche Arbeitsbeschaffung, sondern die absolut natürliche und notwendige Maßnahme, die in einer solchen Zeit Platz greifen mußte, in der der normale Auftragsbestand der öffentlichen Hand durch die Schrumpfung des Haushaltes versagen mußte und auf der anderen Seite die Selbstheilung der Kräfte in der Wirtschaft von sich aus nicht alsbald den nötigen Impuls bekommen konnte. Die Vor belastung der nächsten Jahre auf alledem, was auf dem Gebiete der aktiven Kreon=und Konjunkturpolitik in den letzten anderthalb Jahren geschehen ist, beläuft sich auf ungefähr 4 Milliarden Mark. Dazu treten 2 Milliarden Mark Fehlbetrag im Reich. den wir seit 1928=29 mit uns schleppen. Die Gesamtbelastung beträgt also 6 Milliarden, die nach dem bisherigen Plan in fünf Jahren abgedeckt werden sollen. Eine solche Politik der Vorbelastung hält sich durchaus im Rahmen einer möglichen und gesunden Politik. Durch die aktive Konjunkturpolitik wird im Augenblick und mit fortschreitender Belebung das Umgekehrte als bisher eintreten: die Ausgaben für die Arbeitslosenfürsorge sinken und die Einnahmen steigen. Im Jahre 1932 wurden für die Arbeitslosenfürsorge .7 Milliarden ausgegeben, im Jahre 1933 rund 2 Milliarden, und wir rechnen 1934 mit rund.3 Milliarden Mark. Von 1929 bis 1932 trat ein Rückgang der Steuereinnahmen im ganzen Reich einschließlich Länder und Gemeinden von.5 Milliarden Mark ein. obwohl neue Steuern und Steuererhöhungen eine Mehreinnahme von 3 Milliarden bringen sollten, so daß wir tatsächlich einen Steuerrückgang von 6,5 Milliarden Mark gehabt haben. Das gibt einen Eindruck von der Konjunkturbewegtheit. unter der wir in der Zeit des Niederganges gelitten haben, aber auch von den Reserven, die nun bei ansteigender Wirtschaft der Einnahmeseite zufließen. Seit der Machtübernahme durch die Regierung Hitler ist eine ganze Reihe von Entlastungen auf steuerlichem Gebiete eingetreten. Wir sind aber noch nicht an eine Steuerreform heran gekommen. Bei der Steuerreform sind zwei Dinge zu unterscheiden: die technische Reform und der materielle Inhalt. In dem Ziel einer technischen Vereinfachung. um nach Möglichkeit zu einheitlichen Steuerzuständen zu kommen, sind sich alle einig und dieses Ziel ist nicht allzu schwer erreichbar. Es kommt aber natürlch dem einzelnen Steuerzahler im wesentlichen darauf an, was er effektiv zahlen muß. Infolgedessen ist die materielle und effektive Entlastung die Hauptsache. Ein Steuertarif, der dazu führt, daß rund 50 v. H. des Einkommens an den Staat abgeführt werden muß, muß sich stumpflaufen. Wir müssen zu einer Lösung kommen, die uns von den überhöhten Sätzen, an die wir uns in der Nachkriegszeit gewöhnt hatten, langsam wieder zu vernünftigen Sätzen bringt. Die zunehmende Steuerehrlichkeit wird uns ein stärkeres Steueraufkommen gewährleisten, so daß auch eine wesentliche Herabsetzung im Tarif der Einkommensteuer das Effektivaufkommen an Steuern nicht beeinträchtigen wird. Auch eine allmähliche Beseitigung der Hauszinssteuer muß kommen. Wir müssen uns hinsichtlich der Steuerreform im übrigen an die Möglichkeiten halten, die uns die Rücksicht auf die künftigen Haushaltsjahre vorschreibt. Der Minister stellte fest, daß die Selbstheilungskräfte in der Wirtschaft sich verstärkt haben, daß aber immer noch das Ertragsverhältnis der Wirtschaft unter Störungen leide. Mit einer wirklichen Selbstheilung könne nur gerechnet werden, wenn für neue Kapitalaufwendungen eine angemessene Verzinsung gewährleistet sei. Für die Belebung der Wirtschaft sei es entscheidend, neue Kredite zu einem billigen Ziussatz zu bekommen. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit einer Zinspolitik hinsichtlich der alten Zinssätze, wie sie der Reichskanzler am 21. März als notwendig bezeichnet habe. Die Vorbelastungen durch die Auftragspolitik und durch die Steuerpolitik ließen sich nur ertragen und nur rechtfertigen, wenn man in der Lage sei, in künftigen Jahren eine absolut drakonische Sparpolitik durchzuführen. Man müsse die Ausgaben weiter zurückhalten, um die steigenden Einnahmen für die Abdeckung der Vorbelastungen zu benutzen. Erst wenn das geschehen sei, könnten auf der Ausgabenseite allmählich Härten wieder ausgeglichen werden, die in der Krise entstanden seien. Das führe zu der absoluten Notwendigkeit, auch die Kreditpolitik im ganzen Reiche unter einen einheitlichen Gesichtspunkt zu bringen. Es sei eine einheitliche Pflege und einheitliche Kontrolle notwendig. Es könne nicht zugelassen werden, daß die öffentliche Hand einschließlich der Organe der Sozialversicherung und der Gesellschaften des öffentlichen Rechtes in der Frage der Anlage von Geldern und der Aufnahme von Geldern eine Sonderpolitik treibe. Es müsse vielmehr eine von oben geleitete einheitliche Anlage= und Anleihepolitik im Reiche getrieben werden. Eine Erklärung des Gauleiters der in Würzburg Berlin, 8. Mai. Die Gauleitung Mainfranken der NSDAP. veröffentlicht, wie die„Germania“ mitteilt, zu Vorgängen am bischöflichen Palais in Würzburg eine Erklärung folgenden Inhalts: „An die Würzburger Bevölkerung! Es ist von bestimmter Seite versucht worden, die wiederholten Demonstrationen vor dem Bischofspalais, insbesondere die letzte von ihnen, die eine rein kirchliche Angelegenheit betraf, als politisch darzustellen und entsprechend auszuwerten. Die Gauleitung erklärt hierzu, daß sie, um derartiges in Zukunft zu verhindern, jede ähnliche Demonstration mit aller Strenge unterdrücken wird. Der nationalsozialistische Staat kann es überdies nicht dulden, daß ihm in seinen Maßnahmen vorgegriffen wird oder daß interessierte Kreise versuchen, auf seine Entschlüsse und Maßnahmen einzuwirken, und wird in Fällen, wo es notwendig ist. selbst durch zielbewußte Arbeit in Richtung auf den totalen Staat seine unbeeinflußbaren Entschlüsse treffen. Gauleitung Mainfranken Dr. Hellmuth, Gauleiter.“ 23 Stück Rindvieh vom Blitz getötet DNB Rendsburg, 8. Mai. Bei einem Gewitter über dem Meggerkoog am Montag schlug ein Blitz in den Draht der Koppel einer größeren Weidefläche. Von rund 50 Stück Rindvieh hatten 23 unmittelbare Berührung mit dem Draht. Sie wurden durch den Blitz getötet. Der letzte Webstuhl soll wieder laufen Würzburg, 8. Mai. Im gesamten Gebiet des Gaues Bayrische Ostmark rückt man der Arbeitslosigkeit energisch zu Leibe. Nach langwierigen Verhandlungen ist es jetzt gelungen, die Vorbedingungen für die Wiederbeschäftigung zahlreicher Weber im Frankenwald zu schaffen. Im Rahmen der Aktion des Gaues sollen, wie das„Fränkische Volk“ meldet, lediglich Erwerbslose Beschäftigung finden. Man rechnet damit, daß über tausend Webstühle wieder in Betrieb kommen und daß erwa 1000 Familien dadurch wieder in Brot und Arbeit gebracht werden können. Ein Mord im Saargebiet WL. Saarbrücken. 8. Mai. In der Nähe der Straße Schönecken—Saarbrücken gab am Sonntagabend gegen 22.30 Uhr ein unbekannter Mann mehrere Revolverschüsse auf einige auf dem Wege befindliche Personen ab. Dabei wurde der 32 Jahre alte Schlosser Otto Stuber von Saarbrücken durch einen Bauchschuß so schwer verletzt, daß der Tod alsbald eintrat. Nach der Tat flüchtete der Täter mit einer in seiner Begleitung befindlichen Frauens person. Beide konnten unerkannt entkommen. stellung von Polizeibeamten deutscher Nationalität und wendet sich zugleich gegen die etwaige Herbeirufung ausländischer Hilfskräfte, um die Aufrechterhaltung der Ruhe und öffentlichen Sicherheit im Saargebiet zu garantieren. Es muß gleichzeitig festgestellt werden, daß der Berliner Sender in der Lage war, schon am 21. April 1934 die erste Nachricht dieser Entschließung zu verbreiten und daß der Annahme dieser Entschließung eine ununterbrochene Bearbeitung durch den Rundfunk und durch gewisse tungen vorangegangen ist, die sich gegen die neuen Polizeibeamten richtete. Diese außergewöhnlichen Tatsachen genügen allein, um die genannte Kundgebung zu beleuchten. Die Regierungskommission, die nicht dulden kann, daß Polizeibeamte sich zu solchen Verfehlungen gegen die Disziplin hinreißen lassen, hat die notwendigen Strafmaßnahmen, teils disziplinarer, teils verwaltungsmäßiger Art, ergriffen. Dieser bezeichnende Zwischenfall kann die Bedenken nur verstärken, welche die Regierungskommission schon mehrmals ausgedrückt hat. Seine möglichen Folgen scheinen ihr umso mehr einer aufmerksamen Beachtung durch den Völkerbund wert zu sein, als seit einiger Zeit im Saargebiet Gerüchte umlaufen, die von der Möglichkeit eines Hanöstreiches gegen das gegenwärtige Saarregime sprechen. Diese Gerüchte weisen auf extreme Elemente hin und stammen einmal von dieser politischen Richtung, einemal von jener. Die Regierungskommission, die, ohne bisher allzu viel Gewicht auf diese Gerüchte zu legen, sich darauf beschränkt hat, ihren Ursprung festzustellen— mit den ungenügenden Mitteln, über die sie verfügt,— steht sich veranlaßt, ihnen eine größere Beachtung zu schenken. Die Gerüchte treten in der Tat immer häufiger auf, werden der Regierungskommission durch die verschiedensten Kanäle zugetragen und werden insofern auch konkreter, als sie sich in Projekte umsetzen, die vielleicht extravagant erscheinen, deren Verwirklichung aber, wenn man die Umstände bedenkt, nicht mehr in das Reich der reinen Phantasie verwiesen werden können. Im übrigen muß die ununterbrochene Agitation, die sich die Zurücksendung gewisser Elemente der Polizei zum Ziel gesetzt, diese Besorgnis noch verstärken. Es wird dem Rat nicht entgehen, daß alle Putschpläne, wenn sie tatsächlich existieren, sich nur im größten Geheimnis ausarbeiten lassen, umgeben von unzähligen Vorsichtsmaßnahmen. Die Regierungskommission hat allerdings keinen sicheren Beweis, daß diese Pläne wirklich existieren. Wie dem aber auch sei und wenn derartige Pläne jemals gefaßt sein sollten, ist sie der Ueberzeugung, daß es eines der wirksamsten Mittel ist, um ihre Verwirklichung zu verhindern oder diese Gerüchte zum Schweigen zu bringen, die eine schon erregte Meinung noch weiter erregen, den Völkerbund öffentlich darüber zu unterrichten, der die Saarregierung im Saargebiet vertritt.(gez.) Knox. * Ausgangspunkt des Briefes war der zwar psychologisch durchaus verständliche, aber vielleicht nicht genügend überdachte und daher von der Deutschen Front in dieser Form nicht gebilligte Beschwerdeschritt einer Gruppe von beamten bei der Regierungskommission wegen EinDer Panamakanal wird zur Verteidigung gerüstet Gelder schon bewilligt Colon(Panama), 8. Mai. Die Anlagen zur Verteidigung des Panamakanals im Fall eines Krieges werden, einer Erklärung des Generals Fiske, des Kommandanten der Kanalzone, bei seiner Rückkehr aus Washington, zufolge, ausgebaut werden. Das für diesen Zweck erforderliche Geld sei bereits bewilligt worden. Der ungarische Ministerpräsident zur Königsfrage DNB Budapest, 8. Mai. In der Nachtsitzung des Parlaments wurde der Haushalt im allgemeinen angenommen. Im Anschluß an seine Rede zur Haushaltsdebatte sprach Ministerpräsident Gömbös kurz zur Königsfrage. Die Aeußerungen des Ministerpräsidenten über den Legitimismus waren sehr zurückhaltend, fanden jedoch viel Widerhall. Sie erweckten den Eindruck, daß der Ministerpräsident zum erstenmal die theoretische Möglichkeit einer legitimistischen Lösung zugab unter der Bedingung, daß sie den Interessen des Landes nützen würde. Er betonte, daß die Lösung der Königsfrage durchaus nicht eine Frage der nahen Zukunft sei. Ferner deutete er an, daß die Legitimisten, falls es das Interesse der Nation erfordere, mit ihren Ideen in den Hintergrund treten müßten. Auch kündigte Ministerpräsident Gömbös in dem Teil seiner Rede, in dem er von der Einführung des geheimen Stimmrechtes sprach, die Ausdehnung des Wirkungskreises des Reichverwesers an. Die legitimistischen Abgeordneten, die nach dem Ministerpräsidenten das Wort ergriffen, hielten sich an die freundlichen Aeußerungen seiner Worte. Eröffnung der Hochschule für Lehrerbildung in Hirschberg DNB. Hirschberg, 8. Mai. Am Dienstag wurde die von Halle nach Hirschberg verlegte Hochschule für Lehrerbildung eingeweiht. Oberpräsident und Gauleiter Brückner hielt die Eröffnungsrede. Der junge Nachwuchs der Lehrerschaft solle auf der Hochschule zu echten Nationalsozialisten erzogen werden. Die neue Volksschule, die kommen müsse, werde eine echte Volksschule sein im Sinne der wahren Volksgemeinschaft. Wir hätten noch konfessionelle Schulen, und Religionsunterricht müsse„da wir nun einmal zwei Konfessionen hätten, konfessionell erteilt werden. Es müsse aber aufhören, daß der Geschichtsunterricht auch konfessionell gegeben werde. In Zukunft werde es nur noch eine deutsche Volksschule geben. Wieder ein Raubüberfall in Neuyork DNB Nenyork, 8. Mai. Im Zentrum des dichtbevölkerten Stadtteils Brooklyn überfielen sünf Räuber mit Maschinenpistolen den Geschäftsraum der Prudential Savingsbank. Sie trieben Vizekanzler von Papen über die Rückgliederung des Saargebiets DNB. Mannheim, 8. Mai. Vizekanzler von Papen gewährte anläßlich seines heutigen Besuches in Mannheim einem Vertreter des„Hakenkreuzbanner“ eine Unterredung, in der er sich über den Zweck seines Besuches u. a. wie folgt äußerte: Besprechungen wirtschaftlicher Art haben mich heute nach Mannheim geführt. Wie Sie wissen, richtet sich das Reich darauf ein, die gesamte Produktion des Saargebietes nach der Rückgliederung zu übernehmen. Diesem Ziel dienen auch die heutigen Unterhaltungen. So selbstverständlich unsere Vorsorge in dieser Beziehung ist, so muß ich doch immer wieder betonen, wie sehr ich es bedauere, daß die wirtschaftliche Zukunft des Saargebiets nicht auf die breitere und viel vernünftigere Grundlage einer gegenseitigen und loyalen deutschfranzösischen Verständigung gestellt werden konnte. Wenn sich die französische Presse zum Teil sehr entrüstet über die Zweibrücker Rede des Ministers Goebbels zeigt, so darf ich feststellen, daß der Minister dort doch nur die Konsequenzen gezogen hat aus der vollkommenen Ablehnung der französischen Regierung, auf den Vorschlag des Kanzlers einzugehen: nämlich die Abstimmung über die Zukunft des Saargebiets auf die Basis einer vorherigen deutsch=französischen wirtschaftlichen Verständigung zu stellen. Wenn man in Frankreich die Feststellungen des Ministers Goebbels nur als eine Verschärfung der gegenseitigen Beziehungen darzustellen sucht, dann steht unzweifelhaft fest, daß die Reichsregierung seit Monaten alles getan hat, um dem unvermeidlichen Abstimmungskampf die Schärfe zu nehmen, die sich allzu leicht wie ein neuer Nebel auf unsere grenznachbarlichen Beziehungen und die europäische Atmosphäre legen könnte. Der Vizekanzler bat den Pressevertreter, der Dolmetsch der innigsten Anteilnahme der Reichsregierung an dem furchtbaren Bergwerksunglück zu sein, das so viele hoffnungsvolle Menschenleben, so viel Familienglück jäh zerstört habe. stellung von deutschen Emigranten in die Saarpolizei. Es ist nun bezeichnend, daß Herr Knox gerade diesen Tatbestand zu verschleiern für notwendig hält. Denn er spricht lediglich von der Entschließung der Polizeibeamten von Saarbrücken gegen die Einstellung von„Polizeibeamten deutscher Nationalität“, ohne das Peinliche der Tatsache zu enthüllen, welch Geistes diese Polizeibeamten sind. Wenn Her Knox sodann auf Gerüchte hinweist, die von der Möglichkeit eines Handstreichs gegen das gegenwärtige Saarregime sprechen, so übergeht er bewußt die bündigen Versicherungen maßgeblicher deutscher und saarländischer Politiker, daß derartiges untergar keinen Umständen in Frage kommt. Wie Herr Knox selbst zugibt, hat die Regierungskommission allerdings keinen sicheren Beweis dafür, daß diese Pläne wirklich existieren, obwohl er sicherlich nichts unversucht gelassen hat, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln diesen Dingen nachzugehen. Offen bleibt also nur die Frage, weshalb Herr Knor eigentlich diesen Brief geschrieben hat. Zur Aufhellung eines Tatbestandes kann er nicht dienen, da Herr Knox selbst die Putschgerüchte bezweifelt. Oder sollte Herr Knox mit diesem neuen Alarm tatsächlich seine eigenen Lieblingspläne— die Heranziehung internationaler Polizeitran— fördern zu können glauben, von denen allmählich die Welt weiß, daß sie bei der Saarbevölkerung nur die Unruhe und das Mißtrauen gegen das jetzige Regime zu steigern imstande wäre. die Angestellten und Kunden in die Enge und raubten eine große Summe, die auf 30 bis 50000 Dollar geschätzt wird. Die Verbrecher konnten im Kraftwagen entkommen. Dillinger erneut entkommen? DRB Chikago, 8. Mai. Zu einer Mitteilung des Polizeichefs über die angebliche Verfolgung Dillingers und mehrerer Mitglieder seiner Bande ist zu melden, daß mehrere Polizeikraftwagen zwei Kraftwagen verfolgten, deren Insassen einen Delikatessenladen überfallen und die Kasse ausgeraubt hatien, wobei der Besitzer verwundet wurde. Mehrere Polizisten behaupteten, Dillinger gesehen zu haben. Die Polizei gab die Jagd nach den Verbrechern schließlich auf. Die Räuber sind entkommen. Ehedrama in Berlin NDB Berlin, 8. Mai. Ein blutiges Ehedrama spielte sich Dienstagvormittag in einem Hause der Christinenstraße im Norden Berlins ab. Dort lauerte der 25 Jahre alte Otto Seher seiner sechsundzwanzigjährigen Ehefrau Martha, mit der er zuletzt in Scheidung lebte, im Treppenflur auf. Als die Frau erschien, kam es zu einem kurzen Wortwechsel, in dessen Verlauf Seher plötzlich eine Pistole zog und seine Frau in den Kopf schoß. Blutüberströmt sank sie zu Boden. Darauf richtete der Täter die Waffe gegen sich selbst. Der Schuß war tödlich. Die schwerverletzte Frau wurde in bedenklichem Zustande in das Horst=Wessel=Krankenhaus geschafft. Prämien für betriebsfördernde Vorschläge Kassel, 8. Mai. Die mechanische Kleiderfabrik Georg Dietrich Bücking in Alsfeld(Hessen) gewährt auf Beschluß der Geschäftsleitung künftig allen Arbeitern und Angestellten für brauchbare Vorschläge zur Förderung uno zum Wohle des Betriebes Prämien. Druck und Verlag: Kölner Verlags=Anstalt und Druckerei AG. in Köln. Hauptschriftleiter: Dr. Hans Koch; Vertreter des Hauptschriftleiters: T. Weinand; veraniwortlich für Politik: W. Schön in Düsseldorf; für Kommunalpolitik, Kunst und Wissenschaft: Dr. H. Koch; für den Umgebungsteil: T. Weinand; für den Provinzteil: H. H. Teipel; für Unterhaltung: Karl Gies; für Sport: J. Zündorf, alle in Köln; für Wirtschaftspolitik und Handel: Bernd Manger in Düsseldorf; für den Dürener lokalen Teil: Hanns Heinz Teipel; für den Bonner lokalen Teil: Robert Colmant; für Anzeigen: Theo Müller in Köln Durchschnittsauflage der unter dem Titel„Der Neue Tag" zusammengesaßten Zeitungen April 1934: 33297. Ausgabe Bonn 1744. Ausgabe Düren 2637, Das furchtbare Unglück in Baden Umdie Ura=Linda=Chronik Ein Streitgespräch über die Ura=Linda=Chronik, das am 4. Mai auf Einladung der„Gesellschaft für deutsche Bildung“ und des„Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht“ mehr als 1000 Zuhörer in Berlin in die„Neue Aula“ lockte, hat auf die Frage„Politik und Wissenschaft“ ein scharfes Licht geworfen. Nicht das freilich dünkt uns das Entscheidende, so berichtet die„Germania“ in einer kritischen Stellungnahme über diese Veranstaltung, daß die Gelehrtendisputation über den Quellenwert einer angeblich altfriesischen Chronik, die hier zwischen dem Herausgeber der Chronik, Herman Wirth, und einigen seiner Anhänger auf der einen, einer Reihe von führenden deutschen Germanisten und Altertumsforschern auf der andern Seite stattfand, sich in den erregten Formen einer politischen Versammlung mit stürmischem Zuruf und deutlicher Herausbildung zweier Parteien abspielten. Die Urgeschichtsforschung Wirths hat durch die Bedeutung, die sie der nordischen Rasse beimißt, wie vor allem durch ihre Richtungnahme auf den urgermanischen Mythos und die Symbolformen, in denen er Ausdruck fand, im letzten Jahre einen ungewöhnlich narten Widerhall gefunden. Durch seine These von der Echtheit jener bereits im 19. Jahrhundert als Fälschung zurückgewiesenen Chronik erhebt er dieses Buch zu dem ungeheuren Rang sozusagen einer germanischen Bibel, eines germanischen Glauben und germanische Sitte bis ins Jahr 2000 vor Chr. hinauf bezeugenden einzigartigen Denkmals. Es hat gegenüber der emsigen Vortragstätigkeit Herman Wirths und der lauten Reklame des Verlags, der die Neuherausgabe der Chronik übernahm, auch bisher schon nicht an Gegenerklärungen von Seiten der Wissenschaft wie auch an Verlautbarungen amtlicher nationalsozialistischer Stellen gefehlt, die die Inanspruchnahme dieser Theorie für die nationalsozialistische Weltanschauung ablehnten. Die Oeffentlichkeit war also bereits genügend in Bewegung gesetzt, und insofern löste die Veranstaltung in der„Neuen Aula“ nur eine Erregung aus, die seit Monaten wahrzu nehmen war. Man kann nun gewiß an sich ein erfreuliches Zeichen darin sehen, wenn eine wissenschaftliche Streitfrage aus dem geruhsamen akademischen Fluß in das stürmischere Gewässer einer öffentlichen Auseinandersetzung gerät. Aber man darf dabei von vornherein nicht im Zweifel darüber sein, daß die Streitfrage selber nur auf der Ebene erarter Forschung durchgeführt werden kann, die nun einmal stets Angelegenheit eines kleinen, eigens dafür vorgebildeten Kreises bleiben wird. Die sprachwissenschaftlichen und symbolgeschichtlichen Voraussetzungen, die in der Diskussion eine so große Rolle spielten, sind zum größten Teil dem Laien fremd. Darum mußte die Art, wie die Argumentationen für und wider vor diesem Forum der Oeffentlichkeit geführt wurden, in vielem einen geradezu peinlichen Eindruck machen. Daß die verschiedenen gelehrten Meinungen oft aneinander vorbeiredeten und ins Leere sprachen, verstärkte diesen Eindruck noch. Wirth selber gab dieser Tatsache, daß die einzelnen Disziplinen einander fremd gegenüberstehen, als Vertreter einer Wissenschaft, die er„Geistesurgeschichte“ nennt und für deren weiteren Ausbau er sich einsetzt, emphatischen Ausdruck. So ließ er sich denn auch in keiner Weise auf die eigentliche Streitfrage, die Quellenechtheit, ein und begnügte sich damit, einmal wieder den Kern seiner Lehre, die Kontinuität uralter Symbolwerte, die er unter andern auch in der Ura=Linda=Chronik zu finden glaubt, darzulegen. Er tat es in seiner bekannten Art, atemlos, wie im Rausch, unauf hörlich Einzelheit an Einzelheit reihend. Von den Argumentationen derer, die ihn unterstützten, betrafen die von dem Münchener Orientalisten Wüst angeführten Hinweise auf Parallelerscheinungen, wie etwa den Rigveda, der auch nur durch eine literarische Fassung des 19. Jahrhundert rekonstruiert werden konnte, nicht unmittelbar die Chronik selbst und können darum nicht als schlüssig erscheinen. Das vorläufig entscheidende Wort sprach der Berliner Germanist, Prof. Hübner, der die Chronik als Ganzes in sehr einleuchtender Beweisführung als Produkt einer liberalistisch=anklärrischen Haltung aufzeigte und es als einen tragischen Irrtum bezeichnete, daß ausgerechnet in einem solchen Werk nach urgermanischen Zeugnissen gesucht würden. Gerade indem die Streitfrage hier eindeutig von der Wissenschaft her behandelt und auf die wissenschaftliche Ebene zurückgeführt wurde, enthüllte sich aber zugleich der politische Kern der ganzen Ausein andersetzung. Diese Sensation, die sich da in der vier Stunden langen Diskussion in Berlin bot, konnte überhaupt nur entstehen auf Grund eines zum mindesten höchst leichtfertigen Vorgehens in Sachen der Wissenschaft, wie es Herman Wirth und seine Leute betrieben haben und wozu sie Stimmungen der Volksseele, wie das neuerwachte Verlangen, unser völkisches Dasein bis zu seinen germanischen Wurzeln zurückzuverfolgen, benutzt haben. Daß diese Stimmungen gerade in den von Herman Wirth beeinflußten Kreisen einen ausgesprochen christentumsfeindlichen Akzent tragen— wie auch mehrere Aeußerun gen der Versammlung zeigen—, läßt uns doppelt ernst vor der zuständigen Wissenschaft den Wunsch aussprechen, sie möge das echte Anliegen, das hier vorliegt, erkennen und zu ihrem Teil in wirklicher Verantwortung gegenüber dem Volksganzen zu einer weiteren Klärung beitragen. Washington, 8. Mai. Wie die United=Preß von zuständiger Seite erfährt, ist der vor kurzem gemeldete Unfall des amerikanischen Marineluftschiffes Macon ernsthafterer Natur gewesen, als die ersten Bericht erkennen ließen. Das Luftschiff, an dem auf einer großen Ueberlandfahrt im Westen Nordamerikas zwei Streben gebrochen waren, hatte große Schwierigkeiten, die Fahrt zu beenden. Weitere Schwierigkeiten sind dann bei der Ausbesserung der Schäden auf getreten. Das Luftschiff nimmt gegenwärtig an den großen amerikanischen Flottenmanövern im Karibischen Meer teil, wobei man feststellen will, ob der kürzliche Unfall zufälliger Natur oder durch die Bauart des Luftschiffes bedingt war. Da man weiterhin auf verschiedenen Flügen der letzten Zeit feststellen zu müssen glaubte, daß das Helium, mit dem das Luftschiff gesüllt ist, ungünstigen meteorologischen Einflüssen unterliege, will man bei den Flottenmanövern Trauer im Bergbau Berlin, 8. Mai. Die Stiftung für Opfer der Arbeit hat den Hinterbliebenen der verunglückten Bugginger Bergleute als erste Hilfe den Betrag von 50000 Mark zur Verfügung gestellt. Telegramme aus dem ganzen Reich bezeugen die große Anteilnahme, die ganz Deutschland an dem schweren Unglück nimmt, bei dem 86 deutsche Arbeiter an der Front der Arbeit gefallen sind. Hilfsmaßnahmen für die Angehörigen der Verunglückten wurden sofort durch den Landesleiter der NS=Volkswohlfahrt in Angriff genommen. Der Präsident des Deutschen Caritas=Verbandes, Prälat Dr. Kreutz, hat 3000 Mark als Beitrag zur ersten Hilfe zugesagt. Der Badische Sparkassen= und Giroverband hat 1000 Mark zur Verfügung gestellt. Die Zechen des Ruhrreviers flaggen aus Anlaß des Unglücks bis Mittwochabend Halbmast. * Der preußische Minister für Arbeit hat Richtlinien für die Zulassung elektrischer Anlagen in schlagwettergefährdeten Grubenraumen erlassen. Nach den neuen Bestimmungen bestehen, wie das BD3=Büro meldet, keine Bedenken dagegen, wenn die Elektrifizierung für sämtliche Schachtanlagen und im einzelnen für das gesamte Grubengebäude einschließlich der Abbaubetriebe, jedoch mit Ausnahme der sonderbewetterten Betriebe, freigegeben werden. Um eine Freizügigkeit der Maschinen, Transformatoren und Geräte innerhalb der Grube zu erreichen, sei möglichst für das ganze Grubengebäude die Verwendung schlagwettergeschützter elektrischer Maschinen, Transformatoren und Geräte anzustreben. Für unbedingt geboten hält es der Minister, daß diejenigen Zechen, die von der Elektrifizierung stärkeren Gebrauch machen, zur Einstellung von Elektroingenieuren schreiten. Die dauernde Erhaltung des schlagwettersicheren Zustandes der Anlage sei in erster Linie abhängig von dem richtigen Einbau, der sachgemäßen Bedienung und der sorgfältigen Ueberwachung. Diese Aufgaben könnten sachgemäß nur unter der verantwortlichen Leitung von hochschulmäßig vorgebildeten Ingenieuren durchgeführt werden. DNB. Karlsruhe, 8. Mai. Die furchtbare Grubenkatastrophe hat im In= und Ausland tiefe Erschütterung hervorgerufen. Am Dienstag vormittag traf Erzbischof Dr. Groeber in Buggingen ein, um den so schwer betroffenen Einwohnern Trost zuzusprechen. Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront Südwest, Fritz Plattner, sprach auf dem Werkgelände zur Belegschaft und teilte mit, daß trotz der Stillegung des Werkes die Lohnzahlungen weiter erfolgen würden. Es ist zu erwarten, daß für die Opfer ein Staatsbegräbnis angeordnet wird. An eine Bergung der Leichen wird man vor Ablauf von mindestens zehn Tagen nicht denken können, da erst dann die zugemauerte und dicht verschlossene Grube wieder geöffnet werden kann. Der durch Kurzschluß entstandene Brand wird nach Mitteilung der Sachverständi gen noch mehrere Tage dauern. Unter den Toten befindet sich auch der Steiger Schleusner, dessen betagte Eltern erst am Samstag aus Westfalen zum Besuch des Sohnes in Buggingen eingetroffen waren, um bei ihm einige Wochen der Erholung zu verbringen. Der Arbeiter Kamenisch Dr. Goebbels und die Presse Berlin, den 8. Mai Das Schriftleitergesetz vom 1. Januar 1934 ist von der Reichsregierung zu dem Zweck erlassen worden, um dem deutschen Schriftleiter in seiner schöpferischen Arbeit für den nationalsozialistischen Aufbau unter eigener Verantwortung möglichst frei und selbständig arbeiten zu lassen. Nachdem nunmehr eine gewisse Uebergangszeit zur Einspielung dieses Gesetzes vergangen ist, hat Reichsminister Dr. Goebbels, als der verantwortliche Minister für die Gestaltung der Presse, an die Reichs= und Länderregierungen sowie im Benehmen mit dem Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich an die Parteistellen eine Anweisung über die Handhabung der Pressepolitik unter folgenden Gesichtspunkten erlassen. 1. Wenn nicht gewichtige Gründe eine andere Regelung erfordern, ist die Berichterstattung über öffentliche Veranstaltungen den Zeitungen selbst zu überlassen. In der Regel soll davon abgesehen werden, die Veröffentlichung von Reden im amtlichen Text vorzuschreiben. Soll aus besonderen Gründen ein amtlicher Text herausgegeben werden, so soll dieser möglichst kurz abgefaßt sein. Vor allen Dingen soll davon abgesehen werden, die Berichterstattung über amtliche oder parteiamtliche Veranstaltungen durch behördliche Referenten und parteiamtliche Presse stellen vorweg zu nehmen. Der Ausschluß redak tioneller und freier journalistischer Mitarbeiter von der Berichterstattung, insbesondere auch von auch in dieser Hinsicht neue Untersuchungen anstellen. Von deren Ergebnissen dürfte es abhängen, ob sich die amerikanischen Behörden zum Bau neuer großer Luftschiffe des starren Typs entschließen. Seit dem Unglück des Luftschiffes Acron ist diese Frage stark umstritten, und erst in letzter Zeit hat sich die Unternehmungslust auf dem Gebiet des Luftschiffbaus wieder etwas verstärkt. Ein Antrag auf Finanzierung des Baues zweier großer Luftschiffe wurde kürzlich im Kongreß eingebracht. Staubexplosion in einem Getreidespeicher. D NB. St. Louis, 8. Mai. Im Elevator eines Getreidespeichers erfolgte eine heftige Staubexplosion. Ein Arbeiter wurde getötet, 10 verletzt, davon fünf schwer. Die Gewalt der Explosion war so stark, daß der obere Teil des Speichers auseinandergerissen wurde. Gleichzeitig brach ein Brand aus, der eine große Getreidemenge vernichtete. aus Friesheim war 5 Jahre lang für die Nachmittagsschicht eingestellt. Er tauschte am Unglückstage mit einem Kameraden, der auf den Viehmarkt nach Heitersheim wollte, fuhr zum ersten Mal mit der Frühschicht ein und fand dabei den Tod. Der Arbeiter Brucker aus Seefelden war drei Wochen krank und ging am Montag zum ersten Mal wieder zum Dienst, um nicht mehr zu seinen Familienangehörigen zurückzukehren. Fast die ganze erste Mannschaft des Sportvereins Buggingen, die am Sonntag noch in Kandern gespielt hatte, ist ein Opfer der Katastrophe geworden, darunter der Vorsitzende Steiger Schleusner. Halbmast auf allen Dienststellen der PO DNB München, 8. Mai. Der Stabsleiter der Obersten Leitung der PO, Dr. Robert Ley, erläßt an alle Dienststellen der Politischen Organisation der NSDAP folgende Anordnung: Anläßlich des furchtbaren Unglücks auf der Grube des Kalibergwerkes in Buggingen erzeigt die PO ihre innere Verbundenheit mit den uns durch den Tod entrissenen Volksgenossen durch Setzen der Fahnen aller Dienststellen der PO auf Halbmast vom 9. bis 16. Mai 1934 einschließlich. Alle politischen Leiter tragen für diese Zeit zur Uniform Trauerflor. Reichspräsident von Hindenburg hat an den Reichsstatthalter in Baden folgendes Telegramm gerichtet: „Tief erschüttert durch die Nachtricht von der Grubenkatastrophe im Kalibergwerk Buggingen bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der in treuer Pflichterfüllung in so bedauerlicher Weise ums Leben gekommenen Bergleute die Versicherung meiner tief empfundenen Anteilnahme zu übermitteln.“ Französisches Beileid Paris, 8. Mai. Anläßlich des Grubenunglücks in Buggingen hat der französische Minister für öffentliche Arbeiten ein Beileidstelegramm an den Reichsarbeitsminister gerichtet. Auch Präsident Roux, der Vorsitzende des Aussichtsrats der Société Commer= ciale des Portasses'Alsace, hat an das Deutsche Kalisyndikat ein Beileidstelegramm gerichtet. Die SA.=Gruppe Südwest spendet 20 000 Mark DNB. Stuttgart, 8. Mai. Gruppenführer Ludin gibt bekannt: „In tiefer Trauer über den Arbeitstod ihrer Bugginger Arbeitskameraden versucht die SA.=Gruppe Südwest, zugleich auch im Namen und im Geiste des Stabsführers Röhm, durch eine Spende von 20 000 Mark für die Hinterbliebenen der SA.=Männer ihre Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen. Ich beauftrage den Führer der SA.=Brigade 54, Oberführer Wagner, mit der Bildung eines Komitees, das die Verteilung des Geldes im Sinne sozialistischen SA. Geistes vornimmt.“ Schweizer Sammlung für die Hinterbliebenen Basel, 8. Mai. Die Basler Nachrichten ver öffentlichen einen Aufruf zu einer Sammlung zur Unterstützung der Hinterbliebenen der verunglückten Bergleute von Buggingen. In dem Aufruf wird auf die enge Volksverbundenheit der Schweiz mit dem benachbarten alemannischen Baden hingewiesen, die dazu zwinge, den schwergeprüften Mitmenschen bei zustehen. Provinz=, Kreis= und Ortsveranstaltungen soll unterbleiben. 2. Soweit es die Staatserfordernisse gestatten, soll von einer Nachrichten= und Berichterstattungssperre abgesehen werden, wobei zu prüfen ist, ob und inwieweit bereits verfügte Sperren aufgehoben werden können. Die Verhängung einer Berichtesperre über den Stand bestimmter öffentlicher Fragen, Vorgänge, Vorkommnisse, Anweisungen usw. soll als Ausnahme, nicht aber als Regel betrachtet werden. 3. Für die redaktionelle Arbeit der deutschen Zeitungen soll künftig als Richtlinie gelten, daß ihr innerhalb der Grenzen, die sich aus dem Schriftleitergesetz ergeben, ein möglichst weiter Spielraum zu lassen ist. Der freien Kommen tierung nach eigenen Gesichtspunkten ist der Vorzug zu geben. Es soll daher auch möglichst für alle Fragen die eigene Stellungnahme freigegeben werden, wobei erneut darauf hingewiesen wird, daß Auflagen nur von behördlicher Stelle erfolgen können. Durch die vorstehende Behandlung von Fragen, die die Presse angehen, soll erreicht werden, daß durch die Presse die nationalsozialistische Welt=, Staats= und Kulturauffassung im Volke vertieft wird. Auf der Reichspressetagung der NSDAP. er schien Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels, um vor der nationalsozialistischen Presse grundsätzliche Ausführungen über das Verhältnis von Staat und nationalsozialistischer Presse zu machen und gleichzeitig einen Erlaß bekanntzugeben, der eine gewisse Auflockerung der Presse, besonders in bezug auf die Berichterstattung bringen soll. Reichsminister Dr. Goebbels wies zunächst auf seine Rede hin, die er kürzlich im Preußenhause vor den deutschen Journalisten gehalten hat und die einiges Aufsehen erregt habe. Er habe mit dieser Rede eine gewisse Kritik herausfordern wollen und diese Kritik gefordert, indem er der Presse zugerufen habe:„Mehr Mut!“ Unmöglich sei aber eine Kritik um der Kritik willen. Ein Mensch, der es als seinen Beruf auffasse, andere zu kritisieren, ohne selbst Positives aufzuweisen, übe einen Beruf aus, vor dem man wenig Achtung haben könne. Kritik müsse sich immer mit positiver Leistung verbinden. Dr. Goebbels wies dann darauf hin, daß er der Kritik seiner Ausführungen freien Lauf gelassen habe, wenn sie von jemanden geschrieben sei, der es ehrlich meine und ehrlich um die Probleme ringe, die es heute zu lösen gelte. Er habe auch andere Meinungen als seine gehört und sei gegen die Männer nicht eingeschritten, die diese Meinung vertreten hätten. Wenn aber Menschen, die bisher grundsätzlich gegen den Nationalsozialismus eingestellt gewesen seien, jetzt in plumper Vertraulichkeit die ihnen gegebene Freiheit dazu mißbrauchten, Mißtrauen zwischen Volk und Führung zu säen, dann könne man dem natürlich nicht untätig zusehen. Dr. Goebbels verkündete dann seinen Entschluß, eine gewisse weitere Auflockerung der deutschen Presse zu ermöglichen. Er habe seinen neuen Erlaß mit Absicht vor der nationalsozialistischen Helium im Lustschiff durch das Wetter beeinflußt? Der Unfall des amerikanischen Marineluftschiffes Macon Die Berichterstattung über öffentliche Veranstaliungen Dr. Frick übernimmt die Leitung des preußischen Innenministeriums DNB. Berlin, 8. Mai. Nachdem am Montag der preußische Ministerpräsident Göring sich in seiner Eigenschaft als preußischer Minister des Innern von seinen Mitarbeitern im preußischen Innenministerium verabschiedet hatte, übernahm der neue preußische Innenminister, Reichsminister Dr. Frick, am Dienstagmittag sein neues Amt. Dr. Frick erklärte, daß durch die Personalunion die Selbständigkeit des preußischen Ministeriums des Innern zunächst erhalten bleibe. Aber durch die reibungslose Zusammenarbeit werde die einheitliche Gestaltung und der Zusammenhang in der Innenpolitik des Reiches aufs beste gesichert. Wer von seinen Mitarbeitern seine Pflicht voll erfülle, brauche auch bei der Weiterentwicklung der Reichsreform wegen seines persönlichen Fortkommens sich keine Sorgen zu machen. Der Kanzler auf der Reichspresselagung der ASDAP Berlin, 8. Mai. DNB. meldet: Den Höhepunkt erreichte die Reichspressetagung der NSDAP am Dienstagabend mit dem Erscheinen des Führers, der in eineinhalbstündigen Ausführungen zu den Männern der nationalsozialistischen Presse sprach. Der Führer gab im Verlaufe seiner Worte der nationalsozialistischen Presse praktische Anregungen auf fast allen Gebieten ihrer Arbeit. Seine für die nationalsozialistische Presse außerordentlich bedeutsamen und wertvollen Darlegungen waren für all, Anwesenden ein unvergeßliches Erlebnis. Die Männer der nationalsozialistischen Presse bereiteten dem Führer am Schluß seiner Ausführungen eine begeisterte Kundgebung. Der Reichspressechef der NSDAP brachte den Dank der Versammelten zum Ausdruck mit dem Gelöbnis, daß die nationalsozialistische Presse, im Geist und im Sinne des Führers wie in der Vergangenheit so auch in der Zukunft schaffen und arbeiten werde. Schneefall im Allgäu DNB. Kempten, 8. Mai. Die Gewitter, die am Montagabend im Allgäu niedergegangen sind, haben eine starke Abkühlung gebracht. In den Bergen fiel bis zur Waldgrenze Neuschnee. Am Dienstagvormittag setzte auch im Tal starkes Schneetreiben ein, das bis in den Nachmittag hinein anhielt. Einigung über Entschädigungsansprüche DNB. Washington, 8. Mai. Das Staatsdeparte= ment veröffentlicht einen Bericht über die am Montag erfolgte Einigung zwischen der Reichsregierung und der amerikanischen Regierung, betreffend alle(bis auf drei) Ansprüche amerikanischer Bürger vor der Mixedolains=Kommission. Das Staatsdepartement hat in einer formellen Notiz versichert, daß fortan keine keine weiteren Ansprüche vorgebracht oder alte Entscheidungen angefochten werden würden. Noch ungeregelt sind zwei angebliche Sabotagefälle und die Entschädigungsforderung einer Amerikanerin für ihre im Weltkrieg vom Reich übernommene Dreodner Villa. Erlaubnis zum Hundehalten für 12 Monate aberkannt London, 8. Mai. Der Kampf gegen die Tierquälerei, der im nationalsozialistischen Deutschland seinen Ausdruck in neuen scharfen Bestimmungen gefunden hat, wird auch in einigen anderen Kulturnationen mit Entschiedenheit geführt. So hatte sich vor dem Polizeigerichtshof in Kingston=on-Thames ein Mann zu verantworten, der es fertig bekommen hatte, seinen Hund mit einer Spitzhacke tot zu schlagen. Der Richter stellte fest, daß dies eine außerordentlich unanständige Art der Tötung darstelle und verurteilte den Rohling zu einem Monat Zwangsarbeit. Außerdem wurde ihm für 12 Monate die Berechtigung abgesprochen, einen Hund halten zu dürfen. Der Sohn des Verurteilten erhielt zwei englische Pfund Geldstrafe, weil er keinen Einspruch gegen die schändliche Tat erhoben hatte. Kleine Nachrichten Beschlagnahmt und verboten Berlin, 8. Mai. DNB. meldet:„Am 25. März war es zu Zwischenfällen zwischen einer katholischen Jugendorganisation und einer Abteilung der Hitlerjugend in Hennigsdorf bei Berlin gekommen. Die Angelegenheit ist von einem Teil der Presse, auch des Auslandes, stark entstellt wiedergegeben worden. Wie die polizeiliche Untersuchung ergeben hat, ist die durchaus einseitige Schilderung auf den Bericht eines Kaplans zurückzuführen, der sich auf einen Zeugen stützte, der sich als völlig unzuverlässig erwiesen hat. Besonders auch der Vorwurf, daß die Hitlerjugend gotteslästerliche Lieder gesungen habe, entspricht in keiner Weise den Tatsachen. Das „Katholische Kirchenblatt für Berlin", das in entstellender Form über die Zwischenfälle berichtet hat, ist von der Geheimen Staatspolizei beschlagnahmt und verboten worden. Die irreführenden Berichte haben das deutsche Ansehen im Ausland schwer geschädigt.“ Samuel Insull im Gefängnis DNB. Chikago, 8. Mai. Samuel Insull ist am Dienstag dem Bundesgericht vorgeführt worden. Er wird der betrügerischen Benutzung der Post und der Verletzung des Bankerottgesetzes beschuldigt. Da er die verlangte Bürgschaft in Höhe von 200 000 Dollar nicht stellen konnte, wurde er nicht wieder auf freien Fuß gesetzt, sondern in das Gefängnis übergeführt. Presse verkündet. Er begrüße es sehr, wenn die bürgerliche Presse mit der nationalsozialistischen Presse um die Lösung der Aufgaben der Zeit ringe und kämpfe. Die weltanschaulich überlegenere Zeitung dabei sei aber immer die nationalsozialistische Zeitung. minister, vin stolz d0 daß ich aus der Reihe der nationalsozialist Journalisten hervorgegangen bin. Ich fühle deshalb der nationalsozialistischen Presse ir verbunden.“ Reichsminister Goebbels verlas Erlaß. dann seinen Vagant und Dichter=Philosoph Zu Hilles 30. Todestage am 7. Mai „Ich bin am aller= aller= allermeisten Kind auf allen Erden...“ Hille in„Sappho“ In den 90iger Jahren des vorigen Jahrhunderts bis in das zwanzigste hinein wurde Peter Hille in Berliner jungen Naturalistenkreisen der Gebrüder Hardt geradezu schwärmerisch verehrt, für das modemachende Kaffeehausliteratentum in allen Hauptstädten Europas war er der Dichtertyp. Wenn wir heute seiner gedenken, so sei es nicht um den„Sozialisten“ Hille(der er in Wirklichkeit gar nicht war!), sondern um den Menschen und Dichter zu zeigen, der im Grunde gar kein„Kind seiner Zeit“ war. sondern ein verstandener unter diesen Menschen, ein Versunkener in sich selbst. Vor allem auch dem„Sucher“ Hille seien diese Zeilen gewidmet. Daß er sein Ziel und sein wesentliches Bekenntnis nicht fand, war sein Schicksal. Die Heimat des Dichters Peter Hille ist Westfalen, das Dörfchen Erwitzen im Kreise Höxter. In Berlin ist er gestorben im Jahre 1904 in der„Neuen Gemeinschaft" im Kreise der Hardt. Das ist ein Weg, wie ihn viele gegangen sind in jener Zeit, das ist der Weg vom Land in die Stadt, von der fruchtbaren Scholle auf das unfruchtbare Asphalt. Aber was dazwischen liegt, das war im eigentlichen Peter Hilles Weg. ein Weg beinah durch ganz Europa. Unruhige Wanderjahre, in denen es Zeiten gab, wo Hille spurlos verschollen war, bis er eines Tages wieder auftauchte in einer Berliner Kneipe, in einem Münchner Kaffee, in einer Pariser„Schmiere" oder in Amsterdam oder in Rom. Nirgends litt es ihn lange. Heinrich Hardt schreibt von ihm: Er hatte„alle Anlagen zu dem zigeunernden Vaganten, dem wandernden Philosophen, der es später geworden ist.“ Heimat war für den Dichter kein ungekannter Begriff. Heimat war nur für ihn eine seltsame Unruhe und Sehnsucht, Heimat war ihm„Heimweh und Sehnen nach allen Weiten“, wie er selbst seinen Wandertrieb beschreibt. Er hat gedarbt unterwegs und gehungert, er war oft zerlumpt wie ein Zigeuner, aber nie hat er seinem Schicksal gegrollt. Und gerade ihm verdanken wir ja manche seiner schönsten Verse, die Hille immer gleich aus seinen Stimmungen heraus niederschrieb, ja geradezu von seinem Schicksal und seinen Erlebnissen abschrieb. Ein paar Verse helfen ihm über alles hinweg. über die Not, wenn er im Freien hat nächtigen müssen. Die Lyrik ist Hilles stärkste Seite Er hat auch Dramen geschrieben, auch Romane, aber alles ist ihm Lyrik. So finden wir in seinem zweiten Drama „Myrrdhin und Vivyan“ jene bekannten, unvergleichlich schön klingenden Verse: „Wie deine grüngoldenen Augen funkeln. Wald du, moosiger Träumer! Wie deine Gedanken dunkeln, Einsiedel, schwer von Leben, Saftseufzender Tagesversäumer! Ueber der Wipfel Hin= und Wiederschweben, Wie's Atem holt und näher braust, Und weiter zieht— und stille wird— und saust. Ueber der Wipfel Hin= und Wiederschweben Hoch droben steht ein ernster Ton, Dem lauschen tausend Jahre schon, Und werden tausend Jahre lauschen.. Und immer dieses starke, donnerdunkle Rauschen." Aber es war für die Freunde Hilles wirklich eine Geduldprobe, seine Werke zu sammeln.„In braunen ungeheuerlichen Säcken, seiner einzigen Habe, mit der er sich immer schleppte. steckten wirre wilde Bündel aus Papierschnitzeln, Zigarrentüten, Briefumschlägen, Tageblättern, auf denen das Gedruckte überschrieben, das Geschriebene manchmal noch einmal überschrieben war“(Sörgel). Vier Bändchen seiner Schriften sind gesammelt, wer weiß aber, ob darin wirklich sein Bestes enthalten ist! Wer weiß, was alles auf der langen Wanderschaft verloren gegangen ist... Schreibend zog Hille durch alle Welt. Selbst beim Wandern schrieb er und auch beim Mahle konnte er davon nicht lassen. So hat alles, was er schrieb, etwas Tagebuchmäßiges, etwas Fragmentarisches on sich. Nichts ist einheitlich, alles ist wirre Fülle. So auch sein Erstlingsroman„Die Sozialisten“. Einfälle und Gedanken stehen zettelhaft wirr durcheinander. Kapitelüberschriften sprechen von Sozialisten, aver es commen dann plötzlich Betrachtungen über die Natur. Reflexionen über Gott und über Mystik, Gedonkensplitter über die Zeitung und über literarische Zeitfragen, auch Reflexionen über das Cello oder das Lächeln. Alles im kurzen knappen Stichwortstil. Zusammenhängender und ungleich wertvoller ist sein zweiter Roman„Die Hassenburg". Charakteristisch zugleich für den Unsteten. Die„Hassenburg“ ist die Abkehr von der Großstadt, die Abkehr auch vom„Internationalen“. Der landschaftliche Hintergrund dieses Romanes ist Deutschland, seine eigentliche Heimat Westfalen. Er kostet ihre landschaftlichen Schönheiten, er zeichnet ihre Menschen mit der liebevollen Hand des Erziehers und Freundes.„Die Hassenburg“ ist so Hilles Erziehungsroman geworden. Ein Glücks= und Heimattraum, den er mit den frohen und selbstsicheren Worten schließt: „Alles Leben und Tod, den Starken ist es Spiel. Welt ist Mut. Ich bin, also ist Schönheit.“ Einige Dramen sind diesen Romanen gesolgt Es ist müßig, sie aufzuzählen. Es sind Frazmente geblieben, und das meiste ist Lyrik geworden. Komponieren, große Szenen aufbauen, war Hilles Sache nicht— „Sie ist keine Kunst der Ordnungen ind Kompositionen, der Pläne und Regeln, aver voll heimlicher, unfaßbarer Suggestionen, unmittelbarer Sinnlichkeiten, reinen Sehens und Fühlens"(Julius Hardt). So war Hilles Kunst, und nun nimmt es nicht Wunder, daß er der Meister des Aphorismus geworden ist, ein Meister auch des knappen lyrischen Gedichtes und des Wortes. Die Aphorismen umfassen denn auch die Hälfte seiner gesammelten Werke. Wer ne liest. dem wird des Dichters Wesen am tiefsten offenbar. Riesenbrand in der Dobrudscha 50 Häuser niedergebrannt DNB Bukarest, 9. Mai. Das Tartarendorf Hatmandgea in der Dobrudscha wurde von einer furchtbaren Feuersbrunst heimgesucht. 50 Bauernhäuser brannten vollkommen nieder. Der Schaden ist sehr erheblich. Die Bevölkerung ist vollkommen verzweifelt, da ihre gesamten Habseligkeiten und Erntevorräte ein Raub der Flammen geworden sind. Abreise Jeftitschs nach Belgrad DRB Sofia, 9. Mai. Der südslawische Außenminister Jeftitsch ist mit seiner Begleitung am Dienstag um 20 Uhr nach Belgrad abgereist. Ueber den Besuch des südslawischen Außenministers Jeftitsch in Sofia wurde am Dienstagabend ein amtlicher Bericht herausgegeben, in dem es u. a. heißt: Ministerpräsident Muschanoff und der südslawische Außenminister Jeftitisch nahmen in Sofia in derselben Atmosphäre des Vertrauens und der Herzlichkeit die Besprechungen wieder auf, die im Dezember 1933 in Belgrad anläßlich des Besuches des Königs von Bulgarien beim König von Südslawien begonnen wurden. Die beiden Minister sind übereingekommen, alle Fragen, die noch schweben, oder die in Zukunft zwischen Bulgarien und Südslawien entstehen könnten, in einem Geiste Da gibt es neben den„Gestalten“ das„Bühlein der Allmacht", die„Ethika" und das Büchlein„Lece poeta“. In seiner mystischen Sprache, die soll ist von Undeutlichkeiten, Heimlichkeiten und Träumereien, sagt er im„weißen Rausch“, wie er selbst es neant, seine Philosophie. Eine eigenartige Philosophie. die häufig wunderbar nah den ewigen Wahrheiten commt, die aber nicht Mut und nicht Energie genug hat, Konsequenzen zu ziehen. Wie groß, wenn er von Gott sagt:„Gott leidet nicht den Satan, wohl ber der Satan, der Geist der Abschnürung von Anbezinn, Gott". Das ist eine wunderbare Symphonie, voll Gewalt und Musik. Das ist sein Reich, aber die Klarheit, die Deutlichkeit liebt er nicht, anerkennt nicht ihre Notwendigkeit. Denn über den„Katechismus“ sagt er: „Eine gelehrte Religion ist an sich verdächtig.“— Geradezu köstlich ist die Schalkhaftigkeit und die Satire des Schlagwortes, mit denen Hille Verhältnisse, Stimmungen, Gegenstände, vor allem aber iuch Menschen charakterisieren kann. Berühmt sind seine „Dichternoten“, nach denen z. B. Schiller die„Feuersbrunst der Kultur", Hölderlin„so ein hellenischer Mönch“, Gerhart Hauptmann der„Rübezahl im Armenhause“, Mörike„Vikar Katull“ und Max Halbe „ein dramatisch geheiztes Idyll“ ist. Solche Begabung weckt die Liebe zum Wort.„Echte Dichter“, sagt er,„kennen nur eine Leidenschaft. dee des Wortes.“ So ist seine Prosa wie seine eyrik voll von neuen, oft schönen, oft gewagten, iber immer treffsicheren Wortbildungen, spitz und melodiös aber niemals eintönig. Er ist ein Wanderer und Schweifender, der tausend Eindrücken begegnet und der alle gestaltet. Ein Wanderer in allen Welten; sein: Heimat war die Natur, aber nicht die Natur des Naturalismus(„Naturalismus ist Schminke“, sagt Hille in den Aphorismen!), sondern die Natur in hrer mannigfachen Verwobenheit mit dem Schöpfer und seinen Geschöpfen. Ein Suchender, der vom„Traumtrieb“ und von der„Ahnung“ sich nicht befreien konnte zur Klärung. Der so immer ein Aufschauender blieb, wie Kinder aufschauen.„Das Kind ist am allerwenigsten in mir gewachsen und Glut unbändigen Saftes und feinfarbene Begehrlichkeit nach aller Welt". Ddas ist sein stärkstes Bekenntnis und das einzige, dem lichts in seinem Wesen widerspricht. Joseph Link zu behandeln, der dazu angetan ist, die ehrliche Freundschaft zwischen den beiden Völkern zu befestigen und eine dauerhafte und nutzbringende Zusammenarbeit sicherzustellen. Konferenz über die Silberfrage in USA DNB Washingion, 8. Mai. Die Vertreter des„Silberblocks" im Senat hatten am Dienstag erneut eine Unterredung mit Roosevelt über die Frage einer weiteren Verwendung des Silbers als Metallreserve in den Vereinigten Staaten. In einer über die Konferenz yerausgegebenen Erklärung des Weißen Hauses heißt es, daß besonders die Möglichkeit der Nationalisierung des Silbers in gleicher Weise wie bei dem Gold durch den Ankauf freier Silberbestände zu begrenztem Preise geprüft worden sei. Ferner sei die Frage einer 25prozentigen Deckung der Währung durch Silber durchberaten worden. Rumänisches Militärflugzeug abgestürzt DNB Bukarest, 9. Mai. Ein rumänisches Militärflugzeug ist in der Nähe der Stadt Tecuci abgestürzt. Dabei wurde der Beobachter, ein Offizier, getötet, während der Flugzeugführer, ein Unteroffizier, schwer verletzt wurde. Gustav von Betzold Im Alter von 85 Jahren starb am 22. April der Geheime Rat Dr. Gustav v. Bezold in München. Er hatte als Student an dem Kriege 1870/71 teilgenommen und stand dann im Dienste der bayerischen Eisenbahnverwaltung. Seine langjährigen gründlichen Studien auf dem Gebiete der Archäologie und Kunstgeschichte, die er neben seinem Berufe betrieb, hatten ihn so bekannt werden lassen, daß man ihn 1894 zum Ersten Direktor des Germanischen Museums in Nürnberg berief. 25 Jahre lang hatte er die Leitung des Museums inne. Berühmt ist sein Werk über die kirchliche Baukunst des Abendlandes und das Inventar der bayerischen Kunstdenkmäler, das er unter Mitarbeit von B. Riehl anlegte. Mai=Versteigerung bei C. G. Boerner in Leipzig. C. G. Boerner verschickt diesmal zwei Versteigerungskataloge für den 14.—16. Mai. Zunächst einen Katalog von bester Graphik alter Meister in der gewohnten Qualität und Reichhaltigkeit an frühen Kostbar= keiten und Seltenheiten.— Der zweite Katalog bringt die schöne Sammlung deutscher Zeichnungen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts des Professors Paul Arndt, München. Seit langem ist nicht ein so reicher Bestand dieser heute so gesuchten Blätter angeboten worden. Alle großen deutschen Künstler der Zeit sind zum Teil mit großen Serien ihrer Werke vertreten, besonders Ludwig Richter, Spitzweg und Schwind. Dazu die Nazarener und die norddeutschen Meister Friedrich, Wasmann usw. Margarete Böhme 65 Jahre alt. Durch das„Tagebuch einer Verlorenen“(1905) wurde die Schriftstellerin(geb. 8. Mai 1869) weltbekannt, aber das ziemlich üble, auf sensationellen und erotischen Geschmack abgestimmte Tagebuch findet heute kaum mehr viele Leser und ist aus verantwortungsbewußt geleiteten Leihbüchereien verschwunden, da es mit Dichtung nichts zu tun hat. Es kann eher verderblich wirken wie die„Kriegsbriefe der Familie Wümel“ und wie die belanglosen Romane Böhmes. von denen„Frau Bedfords Tränen",„Sara v. Lindholm“,„Millionenrausch“ hohe Auflagen erreichen konnten. Das„Tagebuch einer Verlorenen“ hatte, 20 Jahre nach Erscheinen, bereits 600 Auflagen erlebt. Storms wichtigste Werke keine 10! Husum, die Geburtsstadt Storms und Margarete Böhmes(geb. Feddersen) wird einmal in Verlegenheit kommen— aber es ist noch Zeit bis zur Enthüllung einer Gedenktafel am Geburtshaus von Frau Böhme. Klassische Aufführungen in Italien. Das italienische Nationalinstitut für das antike Drama, das jetzt für die nächsten drei Jahre sein Programm aufgestellt hat, wird in diesem Jahre das griechische Feit der Panatenaiche in seiner alten Form darstellen und zwei Idylle von Theokrit bringen. Im nächsten Jahr werden zwei Komödien des Palutus aufgeführt und das Jahr 1936 sieht die klassischen Darstellungen von Sophokles„Oedipus“ und Euripides„Hypolitos“. Das Festprogramm der 700=Jahrfeier Stralsunds sieht, im Rahmen einer„Deutschen Woche" vom 26. Mai bis 3. Juni eine ganze Reihe großer Veranstaltungen vor, u. a. wird auch eine„Deutsche SchillAusstellung“ eröffnet. Im Juli und August findet eine große Bernstein=Ausstellung der Staatlichen Bernsteinmanufaktur statt. Die Uraufführung des Stralsunder Marktfestspiels ist für den 1. Juli vorgesehen Der 24. Juli ist als Wallenstein=Tag und der 29. Juli als Tag der Stralsunder Musik gedacht. Shackletons Sohn wird Polarforscher. Vor zwölf Jahren starb der berühmte Polarforscher Shackleton in der Antarktis den Eistod, als er als Leiter der Shackleton=Rowett==Expedition in Südgeorgia überwinterte. Trotzdem will jetzt auch der jüngere Sohn des Forschers, Eduard Shackleton, Polarforscher werden. Er wird an einer Expedition in die Kanadische Arktis teilnehmen, die unter Leitung Dr. Humphreys steht. Das große 8 DAS RAETSELEINERNACHT 1. Fortsetzung. „Wir beide“, stammelte der Förster hilflos und bewegt.„Wir beide— ich ja auch! Erst der gute, selige Herr Baron, und nun der Herr Rittmeister!" Frau von Ammer ging rasch aus dem Zimmer. Ein hartes Schluchzen schüttelte ihren Körper. Nach wengen Minuten kam der Güterverwalter, mit ihm der Diener Fuchs. Fast im gleichen Augen blick kam auch Baron Wolf zurück. Er ließ sich schwer auf einen Stuhl nahe der Tür sinken.„Ich kann nicht mehr. Lieber Herr Tappert, ordnen Sie an, was ge schehen muß. Machen Sie es, wie Sie es für richtig erachten. Mir ist alles recht.“ Tappert hatte als junger Verwalter den Baron Wolf auf den Knien reiten lassen; er hatte mit ihm gespielt und getollt, war in langen Jahren neben dem Vater des Knaben bester Freund gewesen, hatte fast sein ganzes Leben betreut und bewacht. Er kannte seinen jungen Herrn genau. Wußte, daß er weich und empfindsam war, aber noch immer seinen Mann gestanden hatte.„Sie müssen sich zusammenreißen, Wolf, hören Sie! Denken Sie an Ihre arme Mutter. Ich werde Ihnen alles abnehmen, was ich kann, das ist selbstverständlich. Aber Sie dürfen den Kopf nicht verlie ren. Sagen Sie mir also zunächst einmal, was Sie über den schrecklichen Vorfall wissen.“ Baron Wolf schüttelte den Kopf.„Ich weiß nichts. gar nichts.“ „Sie waren nicht anwesend, als es geschah?“ Der junge Mann schüttelte wieder den Kopf. „Glauben Sie an einen Mord, Wolf? Oder an einen Unfall? Oder meinen Sie, daß der Herr Ritt meister— nun, das ist wohl ausgeschlossen.“ Wolf wurde plötzlich lebendig. Es schien, als griffe er einen Gedanken begierig auf.„Mord? Es ist kein Fremder gesehen worden. Es sind keine Spuren da. Alles ist ja in Ordnung. Kurz vorher war ich noch hier im Zimmer. Es kann nur ein Unfall sein.“ Er blickte den alten Förster hilfesuchend an. Der nickte: „Es kann nur ein Unfall sein.“ Tappert blickte sich im Zimmer um.„Man muß es wohl annehmen. Trotzdem darf nichts angerührt werden. Auch der Tote nicht. Das Gesetz verlangt, daß wir die Behörden von dem Vorfall in Kenntnis setzen.“ Er gewahrte, wie der Baron zusammenzuckte, und figte beruhigend an:„Das ist nur eine Formsache. Es läßt Copyright 1934 by Literar Büro Geppert-Pieau, Wien, 18. sich leider nicht vermeiden. Ich will sehen, daß es ohne Aufsehen vor sich geht.“ Im Hof summte der Motor des Autos. Jörg kam mit dem Arzt. Man wartete im Gang das Ergebnis der Untersuchung ab. Nach einer Weile öffnete Dr. Ressel die Tür wieder.„Die Kugel ist von unten eingedrungen und hat den Schädel zerschmettert. Der Schuß muß aus unmittelbarer Nähe abgegeben worden sein. Sicher ist, daß der Tod sofort eingetreten ist.“ „Glauben Sie, daß ein Unfall vorliegt?“ fragte der Gutsverwalter. „Es kann Unfall sein oder— Mord. Durch die erste ärztliche Untersuchung läßt sich das nich feststellen. Ich bezweifle, daß ärztliches Wissen in diesem Falle überhaupt eine Entscheidung wird treffen können.“ „Selbstmord halten Sie für ausgeschlossen, Herr Doktor?“ „Für völlig ausgeschlossen. Ein Mann, der mit Waffen umzugehen weiß, erschießt sich nicht auf diese Weise. Haben Sie schon das Gericht benachrichtigt?“ „Nein.“ Dr. Ressel wandte sich an den Baron Wolf.„Sie müssen sofort entsprechende Mitteilung an das Land gericht nach Holln gelangen lassen, Herr Baron.“ Wolf blickte den Gutsverwalter flehend an.„Wollen Sie telefonieren, Herr Tappert? Jörg. du gehst. bitte, mit“. Er öffnete die Tür zum Wohneimmer des Toten.„Wir wollen hier warten, Doktor.“ Er wies auf einen bequemen Sessel.„Bitte. nehmen Sie Platz.“ Der Arzt setzte sich.„Ein sehr tragisches Ereignis". sagte er mitfühlend.„Wenn ich richtig unterrichtet bin ich wohnte damals noch nicht in hiesiger Gegend— verloren Sie Ihren Herrn Vater, den Freiherrn von Wasow, im Kriege?“ Wolf nickte zerstreut. „Und nun wieder ein ähnlicher Verlust. Es ist sehr traurig. Für Ihre Mutter muß es furchtbar sein.“ Schleppend, fast schwerfällig die Worte formend. fragte Baron Wolf:„Haben Sie nichts bemerkt— nichts Absonderliches— nichts Seltsames—. Außergewöhnliches— bei der Untersuchung, Doktor?“ Er blickte den Arzt fragend und fast lauernd an. Dr. Ressel schüttelte verwundert den Kopf.' Er war gerade dabei, die Gläser seiner Brille mit einem Wildlederläppchen zu putzen.„Nein. Nichts, was in diesem Zusammenhang als außergewöhnlich oder seltsam bezeichnet werden könnte jedenfalls.“ Er schaute mit kurzsichtigen, zusammengekniffenen Augen zu dem Spre cher hin.„Was meinen Sie damit, Herr Baron?“ Wolf sank wieder in sich zusammen. Seine Züge, die sich in den letzten Sekunden gestrafft hatten, erschlafften wieder. Er antwortete nicht auf die an ihn gerichtete Frage. „In welcher Hinsicht meinten Sie, daß etwas Besonderes zu sehen gewesen wäre?" wiederholte Dr. Ressel seine Frage. „Ich weiß nicht— ich— meinte nur...“ Wieder sprach Wolf müde und schleppend. Seine Gedanken schienen bei andern Dingen zu sein. Der Verwalter und Baron Jörg traten ein.„Eine Kommission wird schnellstens hier eintreffen“, sagte Tappert.„Wir werden sie erwarten müssen.. Gegen vier Uhr morgens, als der anbrechende Tag sein erstes fahles Licht über die Erde warf, traf die Mordkommission des Landgerichtes in Holln auf Schloß Oberrieden ein. Die Unruhe, die sich im Laufe der Stunden ein wenig gelegt, flackerte erneut auf, als die beiden Autos im Hofe vorfuhren und gleich darauf die Beamten mit hallenden Schritten über die bunten Steinfliesen der langen, hohen Gänge schritten. Der Diener Fuchs mußte erzählen, wie er die Schüsse gehört und wie er dann den Toten vorgefunden hatte. Dann stattete Dr. Ressel seinen ärztlichen Bericht ab. Der Gerichtsphotograph machte Aufnahmen von der Leiche und ihrer Umgebung. Der Untersuchungsrichter Dr. Windhopp drehte sich zu dem Baron Wolf um.„Sie waren also zuletzt mit dem Toten zusammen? Haben Sie gar nichts Auffälliges bemerkt?“ „Nein.“ „Weder im Wesen noch im Verhalten des Herrn Rittmeisters?" „Nein.“ „Auch im Zimmer fiel Ihnen nichts auf?"—„Nein, nicht das geringste.“ „Bitte, überdenken Sie die Lage noch einmal genau, Herr Baron. Vielleicht fällt Ihnen doch noch irgend etwas ein, was Ihnen vor dem Unglück noch nebensächlich oder harmlos erschien.“ Und zu allen# „Halten Sie sich, bitte, hier zur Verfügung. Wir wollen zunächst das Zimmer eingehender besichtigen.“ Die Beamten durchforschten vergebens den ganzen Raum. Außer dem Jagdgewehr am Boden fand sich nicht das geringste, das mit dem Vorfalle im Zusammenhang stehen konnte. Alle Fenster waren fest und ordnungsmäßig geschlossen, nirgends eine Spur von Unordnung zu sehen oder ein Anzeichen dafür, daß eine zweite Person das Zimmer gewaltsam betreten hätte. Die Bibliothek hatte nur eine einzige Tür— durch sie also mußte der Mörder gekommen und wieder gegangen sein, falls wirklich ein Mord vorlag. Die Untersuchung dauerte fast eine Stunde. Dann erschienen die Beamten wieder, vom Diener Fuchs geleitet, im Wohnzimmer, wo man auf sie gewartet hatte. „Wir müssen nun einige Fragen an die einzelnen Bewohner des Schlosses richten. Darf ich bitten, uns einen gesonderten Raum für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen?" „Das Seisezimmer unten“, befahl Baron Wolf und winkte Fuchs. Der Untersuchungsrichter wendete sich ihm zu.„Ich bedaure sehr, in diesen Stunden gleich meine Pflichten erfüllen zu müssen, aber es wird Ihnen allen verständlich sein, daß dieses traurige Geschehnis einer Ausklärung bedarf. Dabei kann jede Minute und jede Aussage von Wichtigkeit sein. Ich bitte Sie, alle Bewohner des Schlosses und ferner alle sonstigen Personen, die seit gestern abend im Schlosse waren, zusammenzurufen. So schmerzlich es sein wird, muß auch Frau von Ammer mir eine kurze Unterredung gewähren.“ „Ich werde meine Mutter benachrichtigen.“ Baron Jörg sagte es und verließ das Zimmer. Die Verhöre fanden im großen, hellen Speisezimmer des Schlosses statt. Einer der Beamten notierte die Personalien der Aussagenden und stenographierte deren Berichte nach. Frau von Ammer, völlig gefaßt und ruhig jetzt wieder, vermochte keine Angaben zu machen. Nach der gemeinsamen Abendmahlzeit hatten der Verschiedene und Baron Wolf sich ins Bibliothekzimmer begeben, während sie selbst sich auf ihr Zimmer zurückgezogen hatte, um im Bette noch eine Weile zu lesen. Dann wurde Wolf aufgerufen. Wolf, Freiherr von Wasow, Stiefsohn des Verstorbenen, 29 Jahre alt. „Bitte, erzählen Sie uns, was Sie über den Vorfall wissen.“ Baron Wolf blickte über die Köpfe des Untersuchungsrichters und des Staatsanwaltes hinweg durchs Fenster. Auf einem Lindenast draußen saß eine Amsel und putzte ihr Gefieder.„Ich weiß nichts zu berichten, was nicht schon gesagt wäre.“ Der Staatsanwalt Dr. Höffner neigte sich ein wenig vor.„Nach den Aussagen des Dieners waren Sie damit beschäftigt, das Gewehr zu reinigen, mit dem die verhängnisvollen Schüsse abgegeben worden sind, Herr von Wasow. Ich will keinesfalls sagen, daß es so ist — aber es könnte doch möglich sein, daß es sich um einen Unglücksfall handelt, daß Ihnen durch einen verhängnisvollen Zufall bei Ihrer Beschäftigung das Gewehr losging und.. Baron Wolf fiel ihm ins Wort.„Nein, das ist nicht der Fall. Ich war nicht im Zimmer, als das Unglück geschah.“ 8 „Wo waren Sie?“ (Fortsetzung folgt.) Köln, den 9. Mai 1934 as gibts Nleuess Wegen Unterschlagung von 352 Mark einkassierter Beträge kam eine 45jährige Frau zur Anzeige. Der Fehlbetrag war bei der Abrechnung entdeckt worden. Am Niederländer Ufer wurde die Leiche des 26jähjährigen Arbeiters aus der Zonser Straße gelandet, der am 1. 5. in selbstmörderischer Absicht in den Rhein gesprungen war. Der Grund zum Selbstmord war vermutlich Liebeskummer. In Stück 14 des Regierungsamtsblattes vom 7. April 1934 ist eine Polizeiverordnung über die Abänderung der Bauordnung für den Stadtkreis Köln vom 26. 1. 1929 veröffentlich worden, wonach einzelne Bestimmungen der Bauordnung aufgehoben bzw. abgeändert worden sind. Hiernach sind u. a. kleinere landwirtschaftliche und gärtnerische Bauten, die vorübergehenden Zwecken dienen, nicht mehr genehmigungspflichtig. Am Donnerstag und Sonntag Bonifatiustag in Köln=Stadt Prediger auf 70 Kanzeln— Bischof Legge in St. Ursula und im Dom Drei Gestrenge im Anmarsch Es hat zu Anfag dieses hochsommerlichen Mai wirklich Menschen gegeben, die das Eintreffen der drei Eisheiligen— die sich im allgemeinen nicht gerade übertriebener Wertschätzung erfreuen— geradezu herbeisehnten. Denn nicht jeder verträgt eine so anhaltende Hitzeperiode, noch dazu im schönen Lenz, und eine kleine Abkühlung war daher vielen nicht unerwünscht. Und jetzt? Jetzt haben jene leichtsinnigen Zeitgenossen beinahe schon das, was sie wünschten. Denn es ist ja tatsächlich wieder mal verflixt kühl geworden. Allerdings dürfen die drei gestrengen Herren mit den Namen Mamertus, Pankratius und Servatius, die laut Kalender Aufenthaltsberechtigung vom 11. bis zum 13. Mai haben, sich nicht gar so streng zeigen wie im vergangenen Jahre, wo sie es sich zu einem Daueraufenthalt bequem machten. Dann würden auch die Abkühlungsbedürftigen es schwer bereuen, daß sie Mamertus, Pankratius und Servatius so bereitwillig willkommen hießen. Mamertus, Pankratius und Servatius, deren Fest am 11., 12. und 13. Mai gefeiert wird, waren Märtyrer aus der Anfangszeit des Christentums, die später von der Kirche zu Heiligen erhoben wurden. Weshalb der Volksglaube sie mit den alljährlichen Kälterückfällen im Mai in Zusammenhang gebracht hat, wird wohl nie völlig geklärt werden können. Wahrscheinlich hat man, da die Kälterückfälle sich meist zwischen dem 10. und 20. Mai, also um die Zeit der Namenstage dieser drei Heiligen einzustellen pflegen, ihnen die„Schuld" zugeschrieben und sie ungerechterweise für die wenig erfreuliche und vom Landmann gefürchtete Naturerscheinung„verantwortlich“ gemacht. Der Glaube daran hat sich dann so eingebürgert, daß man sich auch nicht durch die Tatsache davon abbringen ließ, daß die Kälteperiode oft früher oder später eintritt. Aehnliche Kälterückfälle können auch im Juni oder Juli eintreten und haben ihre Ursache in der ungünstigen Luftdruckverteilung über Europa und dem nördlichen Ozean. Wenn sie aber im Mai kommen, so können sie erheblichen Schaden anrichten, denn die in der Entwicklung befindlichen Pflanzen sind gegen Frost sehr empfindlich. Wie genaue Beobachtungen ergeben haben, geht dem Kälterückfall in den meisten Fällen ein aufillender Temveraturanstieg voraus. Das Charakteristische an den kalten Tagen im Mai sind böige, nordwestliche Winde mit kalten Niederschlagsschauern und nachfolgender Aufheiterung, die ganz besonders gefährlich ist, denn in sternklaren Nächten kann die Temperatur leicht unter den Nullpunkt sinken und den Fluren schweren Forstschaden bringen. Die Ursach des Kälteeinfalls ist in dem hohen Luftdruck über dem nördlichen Ozean und dem Tiefdruck über dem mittleren und südlichen Europa zu suchen. Eigenartig und noch nicht völlig geklärt ist die Tatsache, daß der Kälterückfall in der Regel drei Tage dauert. Es gibt natürlich auch Fälle, in denen er sich auf acht bis zehn Tage ausdehnt, und andere, in denen er so unwesentlich ist, daß keine Gejahr für Felder und Obstgärten besteht. Auf jeden Fall aber ist mit den drei gestrengen Herren nicht zu spaßen, und dem Landmann sind sie durchaus nicht willkommen. Eine große Zahl von Bauernregeln bringt zum Ausdruck, daß er die Sorge um die Saat nicht eher aufgeben darf, als die Eisheiligen vorbei sind. Erst wenn die Kältebringer vorübergegangen sind, ohne ernsthaften Schaden anzurichten, kann er sich auf eine gute Korn= und Obsternte freuen. Em. Schon im vorigen Jahre hatten die Kölner Stadtdekanate und die Dekanate von Wuppertal und Oberhausen für die diesjährige Himmelfahrtswoche große Kundgebungen für die Diaspora durch Vermittlung des Generalvikatriats mit dem Hochwürdigsten Bischof von Meißen ausgemacht. Wegen der oft weiten Anfahrten der Redner muß der Bonifatiusverein den einzelnen Rednern für ein und dieselbe Reise möglichst mehrere Kanzeln bereit stellen. Deshalb wurde wegen des einfallenden Festtags die Himmelfahrtswoche gewählt. Nachträglich wurde nun die Straßensammlung des Karitasverbandes für das ganze Reich in derselben Woche angesetzt. Gleichwohl glaubten die Dekanate doch bei ihrem früher gefaßten Beschluß bleiben zu wollen, zumal es sich bei den Bonifatiustagen auch nur um Sammlungen in der Kirche handelt. So wird denn in dieser Himmelfahrtswoche der Hochwürdigste Herr Bischof von Meißen, Petrus Legge. an der Spitze von einer großen Zahl Diasporapriestern, die Erzdiögese Köln besuchen, um in etwa 90 Gemeinden Bonifatiustage zu halten. Der Bonifatiusverein hat die Redner soweit als möglich der sächsischen Diaspora entnommen. Das junge sächsische Bistum Meißen ist dem Bonifatiusverein der Kölner Erzdiözese in Obhut gegeben. Die alte größere Erzdiözese Köln hatte die Patenschaft über Meißen und Osnabrück. Die Diasporadiözese Osnabrück wird jetzt vom Bistum Aachen aus versorgt. Der Großteil der Kollekten ud Mitgliedsbeiträge des Bonisatiusvereins der Erzdiözese Köln fließt in das Bistum Meißen. So wird der Oberhirte des Meißener Patensprengels den Glaubensbrüdern der Erzdiözese danken für alle Hilfe, die sie in den letzten schweren Jahren durch den Bonifatiusverein seinem armen Bistum erwiesen haben. In Köln=Stadt verteilen sich die Predigten auf Christi Himmelfahrt und den folgenden Sonntag. In konkenswerter Weise haben fast alle Kölner Pfarrämter naheliegende Bedenken fallen gelassen und großmütig ihre Kanzeln den Sendboten der Diaspora zur Verfügung gestellt. So wird der Bonisatiusverein an den beiden Tagen zusammen etwa 70 Kanzeln in suns Kölner Stadtdekanaten besetzen können. Exzellenz Legge hält in St. Ursula, der Kirche des Herrn Stadtdechanten, am 13. Mai um 9½ Uhr eine Pontifikalmesse mit Predigt, außerdem wird der Bischof von Meißen an diesem Tage auch im Dom in der letzten Messe predigen. Den feierlichen Ab schluß des Bonisatiustages bildet eine Sakramentsandacht im Dom am gleichen Tage abends um ½7 Uhr, in der abermals der Diasporabischof predigen und Eminenz Schulte, der Hochwürdigste Oberhirte der Erzdiözese, den Schlußsegen erteilen werden. Zum 80. Geburtstag des Bonifatiusvereins schrieb der Kölner Kardinal, Eminenz Schulte. an den Generalvorstand die ehrenden Worte:„Die Geschichte des Bonifatiusvereins ist unstreitig die rühmlichste Offenbarung des in Deutschlands Katholiken lebendigen Glaubens= und Liebesgeistes.“ Kein zweiter deutscher Bischof des katholischen Stammlandes ist mit dem Bonifatiusverein so vertraut und verbunden wie der Kölner Kardinal, der als Paderborner Oberhirte zehn Jahre lang Protektor des Bonifatiusvereins war und eine der größten Diasporadiözesen zu leiten hatte. Die Diaspora hat es oft und wieder erfahren, daß gerade in der Erzdiözese Köln dieser katholische Glaubens= und Liebesgeist, der vor den Diözesangrenzen nicht halt macht, lebendig ist. Kein deutscher Dom ragt mächtiger in die Lande als der zu Köln am Rhein. Der Kölner Erzdiözese hat Kirchturmpolitik von jeher fern gelegen. Sie ist die Entsenderin großer Scharen von Diasporakatholiken. Sie hat allezeit den abwandernden Söhnen und Töchtern sich verpflichtet gefühlt und durch den Bonifatiusverein ihnen geholfen, daß sie in der Fremde die Segnungen der katholischen Heimat nicht ganz zu entbehren brauchten. Der angestammte Glaubens= und Liebesgeist der Kölner Erzdiözesanen wird in der gegenwärtigen Stunde am allerwenigsten versagen, er wird sich, das ist die Hoffnung des Bonifatiusvereins, an den bevorstehenden Bonisatiustagen wieder einmal großmütig und hilfreich erweisen. Katholische Jugend Kölns feiert Christi Himmelfahrt Große Luftschutzübung in Köln Am kommenden Freitag— Die lebenswichtige Bedeutung des Luftschutzes Todesurteil bestätigt Dem Westdeutschen Landesdienst wird vom Reichsgerichtsdienst des DRB in Leipzig mitgeteilt: Das Reichsgericht verwarj am Dienstag antragsgemäß die von dem 23jährigen Melker Walter Schurer gegen das Urteil des Kölner Schwurgerichts vom 16. Oktober 1933 eingelegte Revision als unbegründet. Damit ist der Angeklagte wegen Mordes in Tateinheit mit Raub rechtskräftig zum Tode verurteilt, unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Schurek hatte am 18. Mai vorigen Jahres in einer Feldscheune bei Brockendorf(Kreis Bergheim) seinen 20jährigen Wanderkollegen Willi Wessel, mit dem er gemeinsam in der Scheune übernachtete, erwürgt und beraubt. Am Freitag wird in Köln eine große Luftschutzübung abgehalten, die in Anwesenheit von Vertretern des Reichsluftfahrtministeriums über den Stand und die Schlagkraft des Kölner Luftschutzes unterrichten soll. Die Uebung erstreckt sich auf drei Gebiete, und zwar wird zunächst der Sicherheitsund Hilfsdienst überprüft. Es folgt eine großangelegte Planübung, die voraussetzt, daß drei feindliche Geschwader in Abständen Köln angreifen. Als dritte Uebung wird eine Werkluftschutzübung abgehalten. Außerdem sind Besichtigungen der Luftschutzmaßnahmen bei verschiedenen größeren industriellen Werken Kölns vorgesehen. Die Uebung ist nicht öffentlich, da größere Menschenansammlungen den Gang der Aktion stören würden. Mit Hinblick auf die gerade im Westen erhöhte Luftgefahr wird die Bürgerschaft erneut darauf hingewiesen, aktiv im Luftschutz mitzuarbeiten. Es handelt sich hierbei um eine vaterländische Pflicht erster Ordnung. Wir machen darauf aufmerksam, daß im Laufe der nächsten Woche eine Versammlung der Ortsgruppe Köln im Reichsluftschutzbund stattfinden wird, in der ausführlich über die Bedeutung des Luftschutzbundes im allgemeinen und im besonderen über den Stand der Kölner Organisation gesprochen wird. * F. W. von Oertzen, schreibt über das Luftschutzproblem, wie in diesem Zusammenhang interessieren wird, folgendes: Man darf nicht müde werden, es immer wieder zu sagen: kein Land Europas, ja kein Land dieser Erde ist so sehr der Gefahr von Angriffen aus der Luft ausgesetzt, wie Deutschland. Unsere zentrale Lage im Herzen Europas gibt die Möglichkeit, jede deutsche Landschaft, jede deutsche Stadt in wenigen Stunden mit dem Flugzeug zu erreichen. Ueberall in der Welt verfügen die Staaten über starke, sich täglich zahlenmäßig und materiell noch verstärkende Luftflotten. Hunderte und Tausende von Kriegsflugzeugen stehen jenseits der deutschen Grenzen bereit, um für den Fall feindlicher Luftangriffe den Gegner schon längst vor Erreichung der gesteckten Angriffsziele zu fassen, zu bekämpfen und zurückzuwerfen. Nur Deutschland ist schutzlos! Die Gefahr, die unserem Vaterlande daraus erwächst, ist ungeheuerlich groß. Wir alle, ob arm oder reich, ob Gelehrter oder Arbeiter, sind gleichmäßig von ihr bedroht. Das ganze deutsche Volk bildet gegenüber den Gefahren der Luft das, was man in anderen Bezirken des menschlichen Lebens eine Gefahreggemeinschaft zu nennen pflegt. Es ist merkwürdig, daß diese Tatsache noch immer nicht bei allen Volksgenossen das eigentlich doch nur selbstverständliche Interesse gefunden hat. An den deutschen Küsten, da, wo deutsche Menichen im ständigen Kampfe mit den Gewalten des Meeres leben, bedarf es keines Hinweises auf die Notwendigkeit, in Gemeinschaft diese Gefahren zu bekämpfen und Vorsorge für ihre Abwehr zu treffen. Der Deich als Ganzes ist der Schutz der Gemeinschaft. Wird er an einer Stelle vom Anprall der Wogen zerstört, dann ist die Gefahr für alle, die hinter dem Deiche leben, gleichmäßig groß. Nicht anders kann die Einstellung gegenüber den Gefahren aus der Luft sein. Gewiß, jeder Deutsche hat für seine Person die Pflichten zu erfüllen, die ihm durch die Aufgaben des Luftschutzes. der unsere einzige Waffe gegen die Gefahren aus der Luft bildet, gestellt werden. Jeder hat die Prlicht, die Arbeit der Luftschutzorganisationen an seinem Teile zu unterstützen. Es ist wichtig, auch für den Einzelnen, daß er über die Gefahren von Luftangriffen unterrichtet ist, daß er den Anweisungen, die ihm in dieser Richtung erteilt werden, Folge leistet daß er sein Heim und seine Arbeitsstätte nach diesen Anweisungen für den Fall eines Luftangriffes vorbereitet. Aber diese Arbeit ist nicht nur für ihn, sondern für die ganze Volksgemeinschaft von größter Bedeutung. Es kommt gar nicht einmal so sehr darauf an, daß der Einzelne sich und seine Familie nun ganz besonders gut zu schützen sicht; die VolksAm Tage der Himmelfahrt des Herrn gedenken wir unserer Berufung zu einem neuen, ewigen Leben. Wo Christus ist, da ist auch unser Herz, beim Vater im Himmel! Darum finden sich alle Jugendlichen des Katholischen Köln am Himmelfahrtstage 18.30 Uhr im Hohen Dome ein. Um Christus geschart, wollen wir froh sein in der Gemeinschaft der Heiligen. In unserem Lied, in der Predigt Wort, in dem Chor des Gebetes wollen wir Kunde geben von der Hoffnung und von dem Glück, die in unseren jungen Seelen lebendig und überlebendig sind. Und aus Christi Munde wollen wir, wie einst die Apostel an diesem Tage die Worte der Sendung vernehmen:„Ihr werdet mir Zeugen sein.“ Zeugen im Worte, Zeugen im Leben, Zeugen im Blute! Junge katholische Christen Kölns, ihr Jungmannen, ihr Jungfrauen, ihr alle, die ihr einstens Christus Treue geschworen habt: Kommt und bekundet, daß Christus die Sonne unseres jungen Lebens ist! Kommet und höret den heiligen Auftraa. den Christus bereit hält für euch! Am Morgen dieses Tages empfangen wir in unseren Pfarrkirchen die heilige Kommunion.— Reinen Herzens, frohen Schrittes, leuchtenden Auges, christuserfüllt, eilen wir abends zum Hause des Herrn, zum Hohen Dome, zur Stunde der Treue, zur Stunde der Freude, zur Stunde der Sendung! Wir wollen eins sein, wir alle. eins mit Christus, dem König, dem König der Jugend im Heiligen Köln! Also nochmals: Morgens hl. Kommunion in der Pfarrkirche, abends 18.30 Uhr Sendungsstunde im Hohen Dom. Im Namen Christi! Wir rufen euch gemeinschaft stellt größere Aufgaben. Jeder von uns auf; euch alle. die ihr Treue geschworen und Treue halten wollt! Die Kölner Pfarrgeistlichkeit sollte sich darüber klar sein, daß auch die beste Selbstschutzorganisation gegenüber den Gefahren aus der Luft nicht im Stande sein kann, einen überall und absolut wirksamen Schutz zu schaffen. Sollte eines Tages die Gefahr furchtbare Wirklichkeit werden, sollten einmal Bombenflugzeuge über deutschem Land ihre tödliche Last abwerfen, so wird es Tote und Verwundete, so wird es Vergiftete und Verstümmelte, so wird brennende Häuser und rauchende Trümmer geben. Wenn es heute noch immer Menschen gibt, die der Meinung sind, daß die Luftschutzorganisation ja doch nicht im Stande sein werde, die Gefahren von Luftangriffen völlig zu bannen, so ist ihnen zu erwidern, daß die Männer, die an vorderster Stelle in dieser Arbeit stehen, als alte Soldaten oder gar, wie der Reichsluftfahrtminister Hermann Giring selbst, als alte Kriegsflieger genauwissen, daß das niemals möglich sein wird. Aber wenn eines Tages die riesige Organisations= und Erziehungsarbeit. die cuf dem ganzen Gebiete des Luftschutzes schon geleistet worden ist und noch zu leisten bleibt, zu einem gewissen Abschluß gekommen sein sollte, dann vird die Gemeinschaft aller derer, die in dieser Arbeit stehen und sich in dieser Arbeit ihrer Pflicht als Glieder der deutschen Volksgemeinschaft bewußt sind, einen Deich bilden, an dem der Anprall feindlicher Angriffswogen sich brechen muß. Wir leben in einem neuen Deutschland. Wir leben in einem neuen Reich, dessen Fundament der Gedanke der Volksgemeinschaft, der sozialistischen Tat bildet. Die Mitarbeit am Luftschutz, der Gedanke, daß das, was jeder Einzelne von uns auf diesem Gebiete leistet, nicht nur ihm selbst, sondern vielleicht mehr noch der Allgemeinheit zugute kommt, ist aus diesem Geiste des Nationalsozialismus heraus nur eine Selbst verständlichkeit. In diesen Tagen, in denen der bieher erreichte Stand der Luftschutzarbeiten in praktischen Uebungen einer eingehenden Prüfung unterzogen wird, hat jeder deutsche Volksgenosse die Gelegenheit, nicht nur sich von dem Vorhandensein und von dem Funktionieren des Luftschutzes zu überzeugen, ei kann mehr tun. Er kann durch seine Teilnahme und sein Interesse beweisen, daß er in die Gemeinschaft der Volksgenossen hineingehört, und daß er gewillt ist, für seine Person in dieser Gemeinschaft mit zu arbeiten für den Gedanken, den der Nationalsozialismus zum Motto alles Handelns gemacht hat: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Vergebung Zu vergeben sind: 1. Instandhaltung von Klär= und Schlinggruben in verschiedenen städt. Gebäuden. Termin: 23. 5. 34, 9 Uhr. Unterlagen.60 Mark. 2. Aus„Oeffamitteln“ Anstreicherarbeiten für den Universitäts=Neubau. Termin: 22. 5. 34, 9 Uhr. Unterlagen.70 Mark. 3. Lieferung von Gummiläufern und Stufenbelägen für Universitäts=Neubau. Termin: 26. 5. 34, 9 Uhr. Unterlagen.20 Mark(nur gegen Barvoreinsendung keine Briefmarken, keine Nachnahme). Verkauf ##„ Bertauf der Unterlagen solange vorrätig Schildergasse 94/96a. 2. Stock, Zimmer 221 von—11 Uhr. Die verschlossenen Richt., n emmeim in 2 Angebote werden dort Zimmer 407 wieder abgegeben. vom./2. Juli bis 10./11. November. Die jugoslawischen Journalisten in Köln Die jugoslawischen Journalisten trafen in Köln auf dem Flugplatz ein, wo sie von Vertretern der Stadt, der Industrie und der Presse sowie von dem jugoslawischen Generalkonsul empfangen wurden. Nach kurzem Aufenthalt wurde die Fahrt mittels Autos nach Leverkusen zur Besichtigung der dortigen Farbenfabriken angetreten. Nach einem einleitenden Vortrag des Direktors Kühne fand die zwei Stunden dauernde Besichtigung des Werkes statt. Chefredakteur Dr. Pertz vom Deutschen Volksblatt, dem Organn der deutschen Minderheit in Jugoslawien, dankte in einer Ansprache herzlich für den Empfang, den die jugoslawischen Journalisten in allen Städten Deutschlands gefunden haben. Dann wurde die Fahrt nach Düsseldorf angetreten, wo abends im Malkasten ein festlicher Empfang seitens der Stadt stattfand, an dem auch der jugoslawische Konsul in Düsseldorf, Vertreter der NSDAP und der Wirtschaft teilnahmen. Sonderzug von Köln nach Linz am Rhein an Christi-Himmelfahrt. Am Donnerstag, 10. Mai, läßt die Reichsbahndirektion Köln wegen des zu erwartenden starken Ausflugsverkehrs die Sonntagszüge P 1034 und P 1037 zwischen Köln Hbf. und Linz am Rhein verkehren. Abfahrt Köln Hof..02 Uhr, Ankunft Linz am Rhein .20 Uhr. Rückfahrt Linz ab 20.50 Uhr. Honnef an 21.02, Rhöndorf 21,06, Königswinter 21.12, Beuel 21.22, Troisdorf 21.34, Köln=Deutz an 21.55, Köln Hbf. 22.01 Uhr. Die Züge können mit allen Fahrkarten benutzt werden. Es wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß in Honnef zur Erinnerung an die Separatistenabwehrschlacht am Aegidienberg eine Bezirkstagung der Wandervereine stattfindet. Eine Richtigstellung durch die Reichsbahndirektion „ voi wenigen Tagen vom Landesverkehroverband Rheinland in Bad Godesberg verbreitete Nachricht über den neuen Liegewagen dritter Klasse Dortmund—Basel ist, wie die Reichsbahndirektion Köln mitteilt, unzutreffend. Der Liegewagen verkehrt in D 308 Dortmund—Basel in den Nächten vom 15./16. Mai bis 29./30. Juni und in den Nächten ab 10./11. November; in umgekehrter Richtung Basel—Dortmund läuft der Liegewagen in D 307 in den Nächten vom 15./16. Mai bis 30../1. Juni und in den Nächten vom 11./12. November. In der übrigen Sommerzeit verkehrt der Liegewagen von Emmerich nach Basel in D 174 in den Nächten vom 30. Junis1. Juli bis./10. September. In umgekehrter Richtung Basel Emmerich in D 173 in den Nächten Die große deutsche Karitassammlung läuft noch bis zum 11. Mai. Bis zum 11. Mai hat ein jeder noch Gelegenheit, der großen Parole nachzukommen, die von der Zentrale des Karitasvernacdes und von all den Stellen ausgegeben wurde, die an dem großen Werk der christlichen Nächstenliebe inserhalb der weiten katholischen Kirche arbeiten. Was die Sammlung in Köln angeht, so hat sie bislang ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis gezeitigt. Die Helfer und Helferinnen waren und sind— wie jedermann sich überzeugen konnte— mit einem rührenden Eifer an der Arbeit: sie scheuten keine Mühe, den Inhalt ihrer Büchsen und die Reihen ihrer Listen zu vermehren. Am Sonntag haben— um ein Beispiel hervorzuheben, das sich leicht vervierfachen ließe— die Schülerinnen eines Lyzeums gesanmelt und keine hat unter 20 Mark abgeliefert. Wie überyaupt die Jugend mit besonderem Elan auf die Straße und in die Häuser zog. 3700 Büchsen waren am Sonntag unterwegs, 6000 Ausweise bekundeten und bekunden allein in Köln die Bereitwilligkeit, zu helfen. Möge jeder seinen Zweck erfüllen und möge jeder Kölner recht bedenken, worum es geht, wenn er einen solchen Ausweis zu Gesicht bekommt. Schwimmende Braune Messe Heute letzter Tag in Köln Morgen fahren die Messeschiffe nach Mülheim Montag und auch Dienstag konnten die„Braunen Messeschiffe“, einen weiteren beachtlichen Besuch für sich buchen. Am gestrigen Tage war der Zudrang zu der Ausstellung besonders stark, es herrschte der übliche Hochbetrieb. der erneut die Ordnungsmannschaften in Aktion treten ließ. Die Witterungsunbilden haben dem Zustrom zur „Schwimmenden Braunen Messe“ keinerlei Einhalt zu bieten vermocht, im Gegenteil. Immer setzte in den Nachmittagsstunden der Verkehr ein, um sich bis in die Abendstunden fortzusetzen. Wohl selten hat eine Ausstellung, wie die„Schwimmende Braune Messe am Rhein“ einen derartigen beachtlichen Besuchererfolg zu verzeichnen. Immer wieder konnten wir aus Besucherkreisen hören, daß die Ausstellung auf sie einen prächtigen Eindruck gemacht habe. Daß die Frauenwelt ständig das Hauptbesucher=Kontingent darstellte, ist nicht weiter verwunderlich, denn für sie ist ja die Ausstellung ein unschätzbarer Anschauungsunterricht geworden, der sie in lehrender und belehrender Weise wertvollen Aufschluß über alle gen gab, die in das Hoheitsgebiet unserer deutschen Frau einmal fallen. Heute verweilen die Braunen Messeschiffe letztmalig in Köln. Wer sie noch nicht besucht hat, sollte ihnen umgehend einen Besuch abstatten. Vielseitig und mannigfaltig ist diese Ausstellung, die dem großen Gedanken der Arbeitsbeschaffung dient und in ihrer Zielsetzung nicht allein für die deutschen Erzeugnisse werben, sondern Mittel und Zweck sein will, am Gelingen der Arbeitsschlacht mit allen Kräften beizutragen. Am morgigen Donnerstag beginnt die Propagandafahrt, und als nächste Station wird Köln=Mülheim angelaufen. Dort werden die Schiffe bis zum 12. Mai verweilen, um dann nach Leverkusen weiter zu fahren. Hoffentlich nimmt die Kölner Bevölkerung den letzten Ausstellungstag in Köln allseitig wahr, um damit auch äußerlich in treuer, nationalsozialistischer Verbundenheit am Gelingen des Unternehmens mittelund unmittelbar teilzuhaben. Fahrpreisermäßigung zum Besuch der Achema VII Außer den bekannten Festtagsrückfahrkarten, die vom 17. Mai 0 Uhr bis zum 24. Mai 24 Uhr gelten, hat die Hauptverwaltung der deutschen Reichsbahngesellschaft sich in entgegenkommender Weise damit einverstanden erklärt, zur Teilnahme an der Hauptversammlung des Vereins Deutscher Chemiker, von den nicht mehr als 300 Tarifkilometern von Köln entfernten Bahnhöfen der Reichsbahn besondere Sonntagsrückfahrkarten mit folgender Geltungsdauer ausHinfahrt vom 22. Mai 0 Uhr bis 24. Mai 24 Uhr.(Beendigung der Hinfahrt)— Rückfahrt vom 22. Mai bis zum 28. Mai 12 Uhr(spätester Antritt der Rückfahrt.) Damit die Vergünstigung nicht zu anderen Zwekken in Anspruch genommen wird, werden die Soantagsrückfahrkarten vom 25. bis 28. Mai 12 Uhr nur dann zur Rückfahrt als gültig anerkannt, wenn sie auf der Rückseite mit dem Stempel des Vereins Deutscher Chemiker oder der Achema 7 versehen sind. Den aus weiter entfernten Orten kommenden Teilnehmern, die erst nach dem 24. Mai zurückfahren wollen, wird daher empfohlen, sich bis zu einem geeignetem innerhalb der 300=Kilometer=Grenze liegenden Bahnhof gewöhnliche Fahrkarten und von dort aus die Sonntagsrückfahrten nach Köln zu lösen. Wer nicht vor dem 7. Tage nach dem Antritt der Hinreise zurückfährt, kann überdies auch die Sommerurlaubskarten benützen. Der ermäßigte Fahrpreis muß in diesem Fall mindestens für 200 Kilometer bezahlt werden. Maiglöckchen, Maifisch Auf dem Kölner Hauptmarkt Die Zufuhren zum gestrigen Hauptmarkt waren wieder sehr reichlich. Beim Räumen des letzten Hauptmarktes lag am Heumarkt haufenweise Winterspinat der für die Müllabfuhr bestimmt war, da dieses Gemüse absolut nicht verkäuflich war und die Landleute die Kosten für den Rücktransport sparen wollten. Gestern war denn auch kein Winterspinat mehr angefahren und in den letzten Tagen sind größere Flächen Ackerland, die mit Winterspinat bestellt waren, umgepflügt worden wobei das Gemüse als Düngmittel dient. Aber auch Sommerspinat war so reichlich am Markt, daß man bei dem großen Angebot nur—3 Pfg. für das Pfund er reichte. Rhabarber war in großen Mengen angeboten, und bei schleppendem Verkauf wurden nur 1,5—2 Pfg das Pfund erzielt. Reißenden Absatz fand hiesiger Freilandsalat, um so mehr, als auch wenig ausländischer Salat in der Halle vorhanden war. Um 7 Uhr war nirgends mehr Kopfsalat zu haben. Lebhafter war auch das Geschäft in Rübstiel und der Preis hob sich etwas. Mangold gab es auch schon in größeren Mengen und junger Rettich wurde auch feilgeboten. Soviel Blumen wie in diesem Jahre war wohl nie am Markt, namentlich Flieder, Pfingstrosen und Maialöckchen. Wer über das mühsame Pflücken der Maiglöckchen unterrichtet ist, kann ermessen, wie billig diese duftenden Blümchen verkauft werden. Für das Gebund vereinnahmten die Verkäufer 1,5—2 Pfg. Die ersten unreifen Stachelbeeren zum Einmachen waren auch eingetroffen. Hiesige Erdbeeren kosteten .20 Mk., holl..60 Mk. das Pfund. Brüsseler Pfirsiche 75 Pfg. das Stück. Für—7 Pfg konnte man haben: Bohnenkraut, Pimpinella, Dill, Thymian, Majoran, Maikräuter, Zitronen=Melisse, Pfefferminz und Salbei das Gebund. An den Fischständen war wenig Ware. Für Maifische forderte man 30—40 Pfg. das Pfund. Rheinfische waren keine am Markt. Die Beschickung des Obstmarktes läßt jetzt erheblich nach. Gut beschickt war der Spargelmarkt. Erste Sorte kostete 34—35, zweite 25—26, dritte 16 bis 18 Pfg. das Pfund. Braunschweiger Spargel war nicht eingetroffen. Auf dem Geflügelmarkt war das Geschäft ruhig. Es kosteten im Großhandel: Weißkohl 5,5—6, Rotkohl .—8, Butterkohl—5. Spinat—3, Karotten 10—12, Zwiebeln—9, Möhren 10—12, Rbabarber 1,5—2, Sauerampfer 10—15, Pflücksalat 10—13 Pfg. das Pfund, junger Rettich—3, Meerrettich 10—20, Sellerieknollen—15, Kohlrabi 8,5—15, Breitlauch 1,5—3,5, Kopfsalat—7, junger Wirsing 12—25, Salatgurken 30—40 Pfg. das Stück, Rübstiel 1,5—2,5, Möhrchen 15—22, Petersilie—9. Radieschen —3 Pfg. das Gebund, Molkereibutter 1,30—1,35, Landbutter 1,20 Mk. das Pfund, Eier—9,5 Pfg. das Stück, Kochäpfel—13, Eßäpsel 10—18 Pfe. das Pfund. An Auslandswaren: Grüne Erbsen 10—15, grüne Bohnen 40, Weißkohl 10, Rotkohl 10, Schwarzwurzeln 18, Zwiebeln 11,5, Tomaten von den kanarischen Inseln 30—40, holl 60 Pfg. das Pfund, Knoblauch 70—75 Pfg. der Kranz, Möhrchen 50—60 Pfg., Radieschen—4 Pfg. das Gebund, amerik Aepfel. Faß 18—24, ausstral., Kiste 12—13, kaliforn., Kiste —13. Birnen, Kiste 13—15, Jaffa=Apfelsinen, Kiste 11—15, Valencia 12—17, Zitronen, Kiste zu 150 Stück—9, zu 300 Stüa 12—18 Mk., belg. Kochäpfel 11—18. voll. 11—18, holl. Eßäpfel 22—27, Messina=Apfelsinen 22—26, Bananen 18—20, Ananas 70—75, Brüsseler Trauben 240 Pfg. das Pfund. Kreisführertagung im Rhein. Sängerbund Die Kreisführer des Gaues 9 Rheinland(Rhein. Sängerbund) im Deutschen Sängerbund traten in Köln zu einer Besprechung zusammen, die vom Gauführer Krischer geleitet wurde. In eingehender Aussprache wurden insbesondere Chormeister= und Solistenfragen behandelt, soweit diese von Bestimmungen der Reichsmusikkammer und der Gaukulturämter berührt werden. Zum wiederholten Male stand zur Erörterung die im Interesse einer geregelten Probenarbeit in den Vereinen dringend wünschenswerte Dienstbefreiung von Angehörigen der SA und SS, die gleichzeitig auch Mitglied eines Gesangvereins sind, an den jeweiligen Probeabenden. Zur Frage der Neuorganisation des deutschen Chorgesangwesens wurde vom Gauführer Krischer ausdrücklich festgestellt, daß seitens der Reichsmusikkammer bisher keine weiteren Anordnungen ergangen sind, als diejenigen, wonach ab 15. Mai d. I. der„Deutsche Sängerbund e..“, unter dem nichts anderes zu verstehen ist als der seit 1862 bestehende Bund gleichen Namens, als allein zuständiger Fachverband für das gesamte deutsche Männerchorwesen gilt. In den letzten Tagen in der Tagespresse veröffentlichte Mitteilungen, die eine andere Auffassung von der Sachlage hervorrufen könnten. stammen aus privater Quelle. Es wurde noch einmal darauf hingewiesen, daß nur solche Mitteilungen als maßgeblich zu gelten haben, die vom Präsidenten der Reichsmusikkammer bzw. seinem Beauftragten unterzeichnet sind. „Der deutschen Mutter“. Deutschland rüstet zu einem Fest besonderer Art: am 13. Mai hören, daß sich gewisse Kreise lebhaft regen, um auch Jeder Mensch hat entsprechend seiner geistigen Einstellung eine ganz bestimmte Stufenleiter von Wertschätzungen. Was gestern noch im Glanz der allgemeinen Beachtung stand, ist heute häufig bis zur Belanglosigkeit, wenn nicht zur Mißachtung gesunken: was jedem heute als leuchtendes Ideal vorschwebt, wurde gestern ebenso oft noch im Staub mit Füßen getreten. Und da wir noch weit entfernt von einer Beendigung dieser Entwicklung stehen, wird manches morgen bewundert und gefeiert werden, dem wir noch heute kaum einen Blick zuwenden. Auch früher gab man vor, der Mutter im Volksleben(soweit man von einem solchen sprechen konnte), Denkt an das Rücter itndäind eine hohe Bedeutung zuzuerkennen. Aus welchem Grunde sonst hätte man schon vor Jahren den zweiten Sonntag im Mai zum Fest der Mutter erhoben? Gewiß, man tat dies nicht weniger zaghaft und nicht weniger inoffiziell, als man halt alles tat(so weit man es überhaupt tat). Immerhin, der Wille erschien lobenswert. Da machte ich mir vor einigen Tagen den Spaß, im Bekanntenkreise, auf der Straße, im Büro, Arbeiter, Geschäftsleute, Beamte, zu fragen:„Wann ist der Muttertag?“ Ueberall stieß ich auf ein Achselzucken, das zu sagen schien: Muttertag? Wenn schon, was geht mich das an. Aber nein, eine bemerkenswerte Ausnahme fand ich: Jedes Blumengeschäft(ich besuchte vier) gab sehr eilfertig die Auskunft:„Am 13. Mai“. Dabei klang durch, daß man selbstverständlich zu jeder Lieferung bereit sei. Aba, daher der Eifer! Noch klarer wird dies, wenn wir dem Vater einen ähnlichen„Ehrentag“ zu sichern. Man ahnt, ehe ich es ausspreche: die Krawattenhändler. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß eine große Zahl von Volksgenossen durch jedes Fest Arbeit und Brot finden muß und soll. Aber von diesem Recht ist noch ein weiter Weg bis zu der Einstellung, die uns heute unsympathisch ist: Verehrungswürdiges um des Verdienstes willen zu feiern. Die natürliche Volksgemeinschaft kennt nichts Größeres als die Mutter. Selbst der Führer, der keinem Menschen nach oben hin mehr verantwortlich ist, beugt sich vor der unbekannten Frau, der die Nation ihr Leben und ihre Kraft verdankt. Wenn man ihr heute den Weg ebnet und gewillt ist, ihr die materiellen Mittel zur rechten Ausfüllung ihrer Aufgabe zu verschaffen, so ist man fern dem Glauben, durch eine Belohnung ihre Arbeit schmackhaft machen zu müssen. Man wünscht nichts anderes, als ihr der Billigkeit entsprechende Rechte einzuräumen, wo sie bisher kämpfen mußte für die Erlaubnis, nur leben zu dürfen. Darum will man ihr nun alljährlich ein Fest bereiten, das ihrer würdig ist, ein Fest mit wenig weithin hörbaren Worten, ober viel dankbarem Gefühl. Muttertag bedeutet für den Nationalsozialismus ein Feiern, das sich wesentlich von den übrigen nationalen Festtagen unterscheidet. Es werden nicht Bataillone unter dem Jubel des Volkes marschieren. Wir werden keine Massenversammiungen wie noch am Tag der Arbeit sehen, in denen die Reden der Führer alle mitreißen. Ein stiller Tag wird es werden, wie er der Mütterlichkeit entspricht. Muttertag soll das große Fest der Familie werden. Daß dieses Fest im kleinen Kreise aber von der Initiative des Staates sein neues Gesicht erhält, soll darin besonders zum Ausdruck kommen, daß die alleinstehenden Mütter nicht sich selbst überlassen bleiben. NS=Volkswohlfahrt und Deutsches Frauenwerk sind unter Mitwirkung aller charitativen Verbände vom Reichspropagandaministerium mit der Durchführung der Maßnahmen betraut worden, die notwendig sind, um gerade auch den Einsamen einen Tag der Freude zu bereiten. Alle, denen das Schicksal ihre Zukunft nahm, sollen spüren, daß an diesem Tag die Volksgemeinschaft ihrer Opfer gedenkt, daß nicht vergessen wurde, was sie an Kleinarbeit für die Gesamtheit in der Stille geleistet haben Dies jedoch wird wie jedes staatliche Eingreifen niemals allein einen befriedigenden Erfolg verbürgen, wenn sich nicht jeder Volksgenosse bereitwillig in den Dienst der guten Sache stellt, soweit er dazu in der Lage ist. Jeder, der noch einen Arm frei hat, muß ihn einer alten Mutter aus seinem Bekanntenkreise darbieten. Im besonderem darf ihr bescheidenes Dasein nicht unbekannt bleiben Wer solche Mutter kennt, melde unverzüglich ihre Adresse der nächsten zuständigen Stelle, am besten der NS=Volkswohlfahrt, damit keine übersehen werde. Er wird damit den ersten Beitrag zum Gelingen des Festes geleistet haben. Bewußt schließt sich aus der Mehr Achtung vor der Hausarbeit! Die Zeiten sind vorbei, in denen man ein wenig geringschätzig von einer Frau sagte, sie sei„nur eine Hausfrau". Die Achtung vor der Arbeitsmenge, die eine Frau im Haushalt tagaus, tagein zu bewältigen hat, ist wieder gestiegen, die seelische Kraft, die nötig ist, diese immer gleiche Arbeit täglich mit derselben Umsicht, Ruhe und Heiterkeit zu leisten, wird wieder anerkannt. Aber jedes Vorurteil ist doch noch nicht geschwunden. Da geschieht beispielsweise folgendes: Ein bisher im Büro tätiges Mädel wird abgebaut, sie hat Freude an häuslicher Betätigung, sie weiß, daß man versucht mehr Frauen wieder in den Haushalt zurückzuführen. Aber warum scheut sie, nach ein paar Versuchen davor zurück, eine Haushalt stellung anzunehmen? Es ist nicht die oft schwere Arbeit, es ist nicht einmal die allerdings zuweilen als drückend empfundene persönliche Unfreiheit, die mit einer hauswirtschaftlichen Stellung im allgemeinen verbunden ist, sondern es ist— die zu geringe Achtung, die dem Stande der Hausangestellten gezollt wird. Es wird in der Hausgehilfin häufig noch nichts anderes gesehen als eine Dienstmagd. Den Hausfrauen fällt hier die wichtige Aufgabe zu, mit gutem Beispiel voranzugehen. Noch mehr als bisher müßten sie in der Hausangestellten die wertvolle Mitarbeiterin sehen. Es gilt heute stärker als je, den in so nahem Zusammenleben besonders stark spürbaren Klassenunterschied zu überbrücken, und es gilt heute vor allem, der Situation, die entsteht, wenn die Hausgehilfin besseren Kreisen entstammt, nicht auszuweichen. Was hier die Arbeitgeberin oft scheut, ist gerade die der höheren Achtung entsprechende Rücksichtnahme.„ Eine in christlichem Geiste ihr Hauswesen leitende Frau wird aber ihre Hemmungen nicht allzuschwer überwinden, besonders, wenn sie daran denkt, welche Hingabe da von einem nicht zur Familie gehörenden Menschen gefordert wird, was es heißt, immer anwesend, immer bereit zu sein, sich immer zu fügen, mit der Arbeit immer wieder da zu beginnen, wo man gerade aufgehört hat. Eine Frau, die zudem spürt, wie in unseren Tagen überall der Wunsch wach wird, die volkszerklüftenden Unterschiede zu verringern und dem arbeitenden Menschen, in welchem Beruf immer er steye, Achtung zu verschaffen, eine solche Frau wird auch den richtigen Ton im Umgang mit ihrer Gehilfin treffen und dazu beitragen können, daß diese auch außerhalb des Hauses so behandelt wird, wie jeder in einem sogenannten„besseren“ Beruf tätige Mensch. Die Hausfrauen können hier mithelfen, daß künftig besonders die bisher in anderen Arbeitskreisen beschäftigten Mädchen nicht nur unter dem Druck bitterster Not, sondern freudigen Herzens in fremden Haushalten mitarbeiten und so auch innerlich einen neuen Beruf finden. Dieser Appell. der immer wieder auch gerade in unseren ernstesten Zeitschriften an die Hausfrau gerichtet wird, möge willige Herzen finden! Gemeinschaft aus, wer selbst keine Kinder hat und sich nicht an diesem Tage einer Mutter annimmt. Sei es dadurch, daß er sich um sie selbst bemüht, sei es, daß er ihr durch Bedenken ihrer Kinder die größte Freude bereitet. Auch alle, die keine Mutter mehr besitzen, sollen nicht in Trauer ihre eigenen Wege gehen, sondern denen einen Tag des Lebens lebenswert machen, die noch größere Kümmernis tragen, als sie selbst. Obwohl dieses Fest, wie wir sehen, seine Erfüllung nicht im öffentlichen Leben, sondern in der Zurückgezogenheit des Privatlebens findet, würde es doch unvollständig bleiben, wenn nicht die Mutter: die dem Dienst am Volk und Vaterland Kinder zum Opfer gebracht hat, einer allgemeinen Huldigung teilhaftig würde. Ihr sind wir es schuldig, daß ne in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit tritt. Frauen deren Söhne die Mauer bilden halfen, die unser Land vor der Ueberflutung durch den Feind bewahrte, Frauen, die ihre Kinder im Kampf für die Erneuerung des Reiches fallen sahen, sie werden es recht verstehen, wenn sich aller Augen an ihrem Ehrentage auf sie richten werden. Nichts anderes erfüllen wir damit als den letzten Wunsch jenes gefallenen Studenten, der schrieb: „Und ich habe noch eine Bitte an Sie, für den Fall, daß mir etwas zustieße, meiner Mutter, die einen Tod wohl schwer ertragen wurde, meine letzten Grüße zu bringen. Sagen Sie ihr, ich wäre im festen Vertrauen auf Gott und in der fröhlichen Hoffnung auf die Ewigkeit für mein heiliges, liebes Vaterland in den Tod gegangen. Und geden Sie ihr bitte folgende Versen eines Kameraden von mir; vielleicht wird sie's dann leichter tragen: „Ich habe bis zuletzt an sie gedacht. Und ihrer greisen Hände Segen Hat tröstend über meinem Haupt gelegen Und hat mir alles, alles leicht gemacht“ Dr. Dr E. Hefter. Es roch nach Straßenraub Und ging um eine goldene Uhr und ein Schneidermaßbuch Vor der 5. Großen Strafkammer unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Lingemann steht ein Arbeiter aus der Thieboldsgasse, um sich wegen Straßenraubs zu verantworten. In der Nacht zum 23. Januar dieses Jahres befand sich der Angeklagte mit noch einem anderen, bisher nicht ermittelten Mann in einer Wirtschaft in Ehrenfeld. Zu den beiden gesellte sich nach einiger Zeit ein Schneidermeister, der sich schon einige Bierchen einverleibt hatte. Man trank zusammen noch ein Glas und begab sich dann auf den Heimweg. Unterwegs, so stellte der Angeklagte es dar, ergab sich Der Vorsitzende machte ihn darauf aufmerksam, daß er auch wegen Diebstahls verurteilt werden könne. Dieser Hinweis erschien darum notwendig, weil die eigentliche Raubabsicht nicht zu klären war. Was sich zwischen den drei Personen auf der nächtlichen Straße abgespielt hat, nachdem sie die Wirtschaft verlassen hatten, weiß man nicht. Der Angeklagte suchte alles in einem für ihn günstigen Licht darzustellen, während der Schneidermeister ausdrücklich erklärte, daß man ihn gleich nach Verlassen der Wirtschaft in die Taschen gefaßt habe, hierbei sei ihm dann auch Geld weggekommen, das er nicht mehr zurückerhalten habe. die Notwendigkeit, den Schneidermeister, der reichlich Der Zeuge mußte aber zugeben, daß er reichlich dem * b e= A l k o h o l z u g e s p r o c h e n h a t t e, s o d a ß w o h l d i e A n n a h m e gerechtfertigt erschien, daß er doch nicht mehr gravierende Einzelheiten so wissen konnte, daß diese zu einer Verurteilung wegen Straßenraubes ausgereicht hätten. geladen hatte, tatkräftig zu unterstützen. Man besuchte dann noch eine Wirtschaft, wo es aber zu einer Reiberei zwischen dem Schneider und den beiden anderen kam. Dann verflüchtigte man sich. Nach einiger Zeit erschien der Angeklagte in der ersten Wirtschaft und zeigte hier dem Dienstmädchen eine goldene Uhr und ein Schneidermaßbuch, das in den Papierkorb geworfen werden sollte. Der Wirt, ein vorsorglicher Mann, nahm die Sachen aber an sich; sie konnten später dem Schneidermeister zurückgegeben werden. Der Angeklagte wurde noch in der gleichen Nacht verhaftet. Es handelt sich um einen Mann, der im Jahre 1909 geboren ist, aber schon erhebliche Vorstrafen wegen Diebstahls erhalten hat. So beantragte der Staatsanwalt denn wegen Diebstahls angesichts der Tatsache eines strafschärfenden Rückfalles eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und sechs Monaten und drei Jahre Ehrverlust. Die Strafkammer war aber noch milder und verhängte lediglich eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Der Angeklagte nahm diese Strafe sofort an! Arbeitsbuch der Feuerwehr Im Monat April wurde die Feuerwehr 189mal in Anspruch genommen. Davon waren 5 Großfeuer, 15 Mittelfeuer, 44 Kleinfeuer, 14 Schornsteinfeuer, 5 böswillige Alarme, 22 blinde Alarme, 58 Samariter= hilfen, 2 Gasvergiftungen, 2mal Befreiung von Menschen aus Notlage, 2mal Befreien von Pferden aus Notlage, 2mal Einsturz von Gebäudeteilen, 2mal Beseitigung von Verkehrsstörungen, 7mal Beseitigung von Sturmschäden, 2 Wasserrohrbrüche, 1mal Behebung von Gasausströmung und 6mal sonstige Veranlassungen. Die Krankenwagen führten 1180 Transporte aus, davon 136mal bei Unfällen. Sie legten hierbei 11 037 Kilometer zurück. Vorsicht bei der Arbeit Ein bei Gleisarbeiten auf der Neußer Straße beschäftigter städt. Schlosser wurde von einem Straßenbahnzug erfaßt und schwer verletzt. Mit einer Gehirnerschütterung, einem Schädelbruch und Fleischwunden fand der Verletzte Aufnahme im Vinzenzhospital in Köln=Nippes. Der Schlosser war der ankommenden Straßenbahn nicht schnell genug ausgewichen. Wein, Wurst, Schokolade Bei einem Kellereinbruch in der Nacht zum Montag auf dem Marienplatz erbeuteten die Täter 25 Flaschen Wein. Eine Metzgerei in der Hartwichstraße wurde in derselben Nacht von Einbrechern heimgesucht. Den Tätern fielen Wurstwaren und Speck im Werte von etwa 100 Mark in die Hände. Mittels Nachschlüssels gelangten Einbrecher in der gleichen Nacht in ein Geschäft in der Mittelstraße. Die Diebe eigneten sich ein Fahrrad und für etwa 150 Mark Schokolade an. Kilometerweit zieht die Prozession ihren Weg zurch die Felder Auf dem Rathausplatz wird nach der Rückkehr der Prozession der Segen erteilt Fotos: Mauritins Prozessionsteilnehmer mit ihren Fahnen aus zahlreiche Geistliche. Unter den geistlichen Würdenträgern, die bisher im Wagen an der Prozession teilnahmen, befand sich am Christi=Himmelfahrtstage 1926 der H. H. Abt von Maria Laach und 1927 der H. H. Abt von Marienstatt(Westerwald). In den letzten Jahren legte man der Wallfahrt neuzeitliche Maßstäbe zugrunde. Die Organisation unter der tatkräftigen Leitung des Vikars Weißenfeld umfaßte die Vereinigungen der näheren und weiteren Umgebung. Die Reiter wurden von der Fußprozession getrennt, damit die Pferde in der offenen Flur nicht mehr behindert sind. Es wurden neue einheitliche Standarten angeschafft, die Zugordnung der Zweckmäßigkeit angepaßt und schließlich auch dem riesigen Fremdenzustrom Rechnung getragen. Gymnich in Erwartung Trotzdem die Reiterprozession alljährlich wiederkehrt, sieht man dem Himmelfahrtstag mit spannender Erwartung entgegen. Die Gaststätten und Geschäfte müssen sich auf Massenbetrieb einstellen und Tausende Wallfahrer und Besucher wollen meist nach der kirchlichen Feier noch einige Stunden im Ort verweilen. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört das Gotteshaus, von dem einzelne Bauteile aus dem 12. Jahrhundert stammen. Seitenaltäre und Kanzel wurden von der Kirche Maria ad gradus in Köln übernommen. Die Wasserburg Gymnich, die 1399 zerstört wurde, wurde im 17. Jahrhundert wieder erbaut und vor 30 Jahren einer größeren Restauration unterzogen. Das St.= Josefskloster, heute inmitten der Blütenpracht, ist eine Stiftung der Burgherren. Das Dorf Gymnich führt seine Geschichte bis auf die Römerzeit zurück und leitet seinen Namen von der römischen Legion Gemina her. Historischen Wert für den Ort hat das„Liber historialis“, eine: von dem früheren Burgkaplan Albertus Fabritius sorgfältig zusammengetragene Chronik. Die Fremden finden in mancher Beziehung Gelegenheit, ihr Wissen um die Geschichte des Ortes zu bereichern. An Unterhaltung fehlt es schließlich auch nicht, denn zum Gymnicher Ritt findet sich immer ein Heerlager von Karussells und Buden ein. Jahrmarktsbetrieb mit Trödlexn und Ausrufern ist nun einmal von diesem Ortsfest nicht mehr wegzudenken. Für die Besucher gibt es also nächst der kirchlichen Feier mannigjache Abwechslung. Ignaz Kraftpost=Sonderfahrten Köln—Gymnich Um den von Jahr zu Jahr steigenden Fremdenzustrom zum Gymnicher Ritt gerecht zu werden, setzt die Deutsche Reichspost für Fahrten nach Gymnich vier Kraftpostsonderwagen ein. Die Abfahrt ist zwischen 7 und 8 Uhr ab Hauptbahnpost(An den Dominikanern) vorgesehen. Außerdem werden die fahrplanmäßig verkehrenden Kraftomnibusse durch Beiwagen verstärkt; für die Rückreise wird nach Bedürfnis ein Pendelverkehr eingerichtet. Berittene Prozessionsteilnehmer un ter Die Reiterprozession Niemand weiß, wann zum ersten Male die Gymnicher am Christi=Himmelfahrtstage in geschlossener Prozession durch die Fluren ritten, um Gottes Segen für die Feldfrüchte zu erflehen. Jegliche Aufzeichnungen fehlen darüber, und der Volksmund hat im Laufe der Jahrhunderte die Ueberlieferung in mehr oder weniger glaubhafte Sagen verwandelt. Wenn man auch auf historische Anhaltspunkte verzichten muß, so läßt sich doch dem Gymnicher Ritt ein Alter von mehr als 700 Jahren zutrauen. Mit aller Hartnäckigkeit und trotz vieler Wirrnisse hat sich der einzigartige Brauch bis auf den heutigen Tag erhalten, und man muß gestehen, daß er sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Hochfest entwickelt hat, dem man weit über die Orte der Erftniederung hinaus Teilnahme schenkt. Wieder steht der Himmelfahrtstag vor der Tür, und seit langen Wochen rüstet man in Gymnich zu der Reiterprozession. Der ganze Ort steht unter dem Eindruck des bevorstehenden Festes. Mit Eifer wurden die Straßen instandgesetzt und die Häuser geputzt. In der Nähe der Kirche, wo man seit Jahren den Freialtar errichtet, wurde eine Gartenmauer umgelegt, um einen raumgroßen Platz zu gewinnen. Der Majoratsherr der Burg Gymnich, Vicomte de Maistre, hat in hochherziger Weise das erforderliche Gelände gestiftet. Die Wallfahrer werden nun während des Gottesdienstes nicht mehr bis weit in die Straßen hinein zu stehen haben. Auf dem freien Platz können sie nunmehr in ungestörter Andacht dem hl. Meßopfer beiwohnen. Zu dem Gymnicher Ritt treffen sich die Reitervereine aus den Kreisen Euskirchen. Bonn, Bergheim, Düren und Jülich. Aehnlich groß ist die Zahl der Schützenbruderschaften, die sich am frühen Morgen des Festtages, teils zu Pierde und teils zu Fuß, einfinden. Auf den Zufahrtsstraßen von Kerpen und Lechenich reiht sich Wagen an Wagen. Motorfahrzeuge vom kleinsten Kraftrad bis zum modernsten Stromlinienomnibus bringen ungezählte Pilgerscharen. Auf geschmückten Erntewagen fährt singende Dorfjugend. Es ist ein einziger Menschenstrom ohne Unterschied des Alters und des Standes, der sich am frühen Morgen des Christi=Himmelfahrtstages nach Gymnich wälzt. Das Dorf vermag bei weitem nicht alle die Fahrzeuge aufzunehmen, und so hat man große Wiesen zu Parkplätzen bestimmt, die sich natürlich in kurzer Zeit in eine bunte Freiluft=Garage verwandeln. Gymnich ist für Fahrzeugegesperrt und die Richtigkeit dieser Maßnahme erkennt man sogleich, wenn man von dem riesigen Strom der Wallfahrer aufgenommen wird. Unübersehbar, Kopf an Kopf, harrt die Menge auf den Beginn der Reiterprozession. Nach der hi Messe um 9 Uhr werden die Fußwallfahrer feierlich auf den Weg gebracht. Weißgekleidete Mädchen führen die Pilger bis zum Ausgange des Dorfes. Kirchenchor, Schützenbruderschaften, Musikkorps und Vereine folgen. Die auswärtigen Wallfahrer schließen sich der Prozession an. In einem gewissen Abstand folgt die eigentliche Reiterprozession. Die geputzten und geschmückten Führung ihres Ortspfarrers Pferde, die festlichen Uniformen der Reiter, die Fahnen und Standarten geben dem Ritt ihr farbenfrohes Gepräge. Die Geistlichkeit im vollen Ornat reitet mit. Am Ende der Prozession fahren in mehr als 50 Wagen die kranken und gebrechlichen Pilger. Der Auszug der Pilgerscharen nimmt geraume Zeit in Anspruch. Zu beiden Seiten der Hauptstraßen drängen sich die Menschen in unabsehbarer Kette. Das eindrucksvollste Bild bietet sich aber draußen in den Fluren der Erftniederung. Die Prozession folgt in südlicher Richtung der Landstraße bis in die Nähe des zum Amte Gymnich gehörenden Ortes Dirmerzheim. Von hier schwenkt sie nach Westen ab zum Lindgensbaum, wo sich die Reiter, die direkt von Gnmnich aus durch das Feld reiten, der Fußprozession anschließen. Die Wallfahrt geht nun durch die Gemarkung über Mellerhöfe bis in die Nähe von Wissersheim, dann über die alte Heerstraße auf Kerpen zu und schließlich über den Mühlenweg nach Gymnich zurück. Stunden vor Eintreffen der Prozession füllen sich die Hauptstraßen wieder an. Der Fremdenzustrom dauert bis gegen Mittag. Tausende umsäumen die Bürgersteige und harren geduldig aus, um die Rückkehr der großen Prozession zu erleben. Mit dem feierlichen Schlußsegen endet alljährlich die kirchliche Feier. Das Sumpfhuhn der Gymnicher Die älteste Sage, die sich mit der Herkunft des Eymnicher Rittes befaßt, nimmt ein geschichtliches Ereignis zum Vorwurf. Im Jahre 1219 hat der Ritter Arnold von Gymnich an dem fünften Kreuzzug teilgenommen. Er befand sich unter den Kölner Rittern bei der Belagerung von Damiette in Aegypten. Durch die Ueberschwemmung des Nils gerieten die Kreuzfahrer in Not. Ritter Arnold blieb mit seinem Streitroß im Sumpfe stecken und sah sich in dieser hilflosen Lage verloren. Er gelovte nun für seine Errettung eine jährliche Reiterprozession in seiner Heimat, und schwor bei Gott und den Heiligen, daß er und seine Nachfahren dem Gelübde treu bleiben wollten. Es währte nicht lange, da flog in seiner unmittelbaren Nähe ein Sumpfhuhn auf und sein Roß schreckte, bäumte sich auf und erreichte den sicheren Grund. Seit dieser Zeit soll eine Schilfstaude und ein Sumpfhuhn das Wappen der Gymnicher zieren. In zwei in Inhalt fast übereinstimmenden Sagen spielt das Wasserhuhn eine Rolle. Der Gymnicher Ritter soll aus höchster Not gerettet und die Einführung der Reiterprozession gelobt haben. Einer der Ritter von Gymnich brachte vom Hl. Grabe eine Kreuzpartikel mit, die im Schloß aufbewahrt wurde und regelmäßig die Prozession begleitete. Trotzdem diese Erzählung durchaus im Bereiche der Möglichkeit liegt, glaubt man heute die Entstehungsursache anders deuten zu müssen. Im frühen Mittelalter waren lirchliche Flurprozessionen an den Bittagen häufiger üblich als heute. Die große Ausdehnung der Gymnicher Gemarkung und das Vorkommen von Sümpfen in der Erftniederung sollen Anlaß gegeben haben, Pferde zu benutzen. Im Mittelpunkt stand natürlich die Verehrung der hl. Kreuzpartikel, zu der sich auch in großer Zahl die Katholiken der Umgebung einfanden. Wie Ritter aus dem Mittelalter nehmen sich die Erst im 14. Jahrhundert führte man den Heiland selbst in Brotgestalt durch die Straßen und Fluren und allerorts wurden hierdurch die Bittprozessionen zurückgedrängt. Die Erhaltung und Berühmtheit des Gymnicher Rittes schreibt man dem Besitz der Kreuzpartikel zu, zu der auch nach der Einführung der feierlichen Fronleichnamsprozessionen immer noch die Gläubigen in großer Zahl wallfahrteten. Einen ähnlichen Brauch, den man häufig mit Gymnich parallelisiert, hat man in dem bekannten Blutritt von Weingarten bei Altdorf. Am Tage nach Christi=Himmelfahrt wird doch die Reliquie durch die Felder getragen zum Segen der Saat. Nach jener zwar neueren Deutung dürfte die Erstehung des Gymnicher Rittes sogar in das frühe Mittelalter zurückreichen. hindert die Reiter Wie auch die Reiterwallfahrt vor vielen Jahrhunderten entstanden sein mag, sie ist eine religiöse Uebung besonderer Art, die sich mit der ganzen Kraft des bodenständigen Brauchtums zu allen Zeiten behauptet. Es bedarf keiner besonderen Verpflichtung für die Reiter und Schützen. Sie sind alljährlich da, im besten Feiertagskleid und folgen dem Kreuzträger durch das grünende und blühende Land. Aber einmal, erzählen sich die alten Gymnicher, soll ein drohendes Unwetter die Pilger zurückgehalten haben. Nur ein hochbetagtes armes Mütterchen sei allein durch die Fluren gezogen und habe still für sich die Rosenklänze gebetet. Aber kaum sei sie heimgekehrt, da habe sich unter Blitz und Donner ein fürchterliches Unwetter entladen. Mächtige Hagelschloßen prasselten hernieder, zerschlugen die Blüte und Saat. Wassermassen rissen die Felder auf und verwüsteteten die ganze Gemarkung. Aber nur das kleine Gärtchen des Mütterchens sei verschont geblieben. Und seither zogen die Gymnicher am Himmelfahrtstage wieder hinaus, eb die Sonne lachte oder der Regen herniederrann. Ein ungeschriebenes Gesetz verpflichtete sie zu der Wallfahrt und diesem hielten und halten sie die Treue. Seit dem vorigen Jahrhundert ist der Gymnicher Ritt ein kirchliches Fest. Vorher lag die Organisation ausschließlich in den Händen des Präfetten der Kevelaerbruderschaft, der auch für die Gebetsordnung sorgte. Pfarrer Mertens bemühte sich 1840 um die Prozession, konnte aber trotz des besten Einvernehmens mit der Bevölkerung die Einwilligung seiner Behörde nicht erlangen. Erzbischof Dr. Relchers nahm sich später des alten religiösen Brauchs an, und der damalige Ortspfarrer Dechant von der Burg, einer der eifrigsten Förderer, legte den Grundstock zu der heutigen Bedeutung. Im Kulturkampf wurde die lirchliche Teilnahme eingeschränkt. Kardinal Fischer bezeichnete das Reiten in der Prozession als eine gute, alte kirchliche Sitte, und daraufhin beteiligte sich Pfarrer Scheuer im Jahre 1909 zum ersten Male zu Pferde an der Wallfahrt. 1925 baute man den Altar in der Nähe der Kirche und in diesem Jahr schuf man den eigens hierzu gestifteten Freiplatz. Alljährlich befinden sich unter den Reitergruppen Morgen wieder Gymnicher Ritt Die uralte Wallfahrt der Reiter am Himmelfahrtstag###Viele Kölner pilgern zur Ertt —— rechterheinische Köln Vom Deutzer Schützenfest Die St. Sebastianus=Schützenbruderschaft Köln=Deutz E.., gegr. vor 1463, feiert in diesem Jahre zum 471. Male ihr Schützen= und Volksfest. Schon vor geraumer Zeit hat man mit den umfangreichen Vorarbeiten begonnen, die jetzt soweit gediehen sind, daß man ein klares Bild von der diesjährigen Feier bekommt. Da Deutz großen Mangel an größeren Plätzen aufweist, war die Platzfrage sehr schwierig. Der alte Kürassierreitplatz an der Gremberger Allee kam aus Gründen der Feuersicherheit nicht in Frage. So blieb nur noch zu entscheiden zwischen dem großen Platz gegenüber der Deutzer Post an der Deutz=Mülheimer=Straße, wo damals das Rheinische Bundesschießen abgehalten wurde, oder dem langgestreckten Platz am Auenweg in Deutz, längs der Eisenbahnlinie. Die Wahl fiel auf letzteren Platz, da man hier ein trockenes Gelände und vor allen Dingen einen idealen Festsaal in der Nordhalle der Kölner Messe besitzt. Als Termin für die diesjährige Abhaltung des Volksfestes wurde die Zeit vom 28. Juli bis zum 5. August festgelegt. Zahlreiche Schausteller und Schaubudenbesitzer haben ihre Abschlüsse schon getätigt. Der Schützenplatz beginnt sosort hinter der Unterführung am Deutzer Bahnhof und wird sich bis hinter das Staatenhaus erstrecken. Nach jeder Richtung hin hat man Vorsorge getroffen, daß in diesem Jahre das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte„Düxer Schötzefest“ einem jeden etwas Besonderes sein wird. Höhenberg=Vingster Bürgerausschuß an der Arbeit Auf der Tagung des Bürgerausschusses von Höhenberg=Vingst, die unter der Leitung von Conrad Walter stattfand, wurde beschlossen, den Muttertag am 13. Mai in großzügiger Form zu begehen. Morgens früh soll der Weckruf eines Spielmannzuges die Bürgerschaft auf die besondere Bedeutung des Tages hinweisen. Festgottesdienste finden statt. Ab 11 Uhr sind große Platzkonzerte und zwar in der Schultheißsiedlung mit der Straßenbahnerkapelle(Kapellmeister Freund) und dem MeV Sängerbund(Musikdirektor Kreisinger), Weimarer Platz in der Germania=Sied= lung: Kapelle der Reiterstandarte 71(Musikzugführer Meier), MéV Sängerkreis(Musikdirektor Heinrich Schweden), Heßhofplatz in Vingst: Kapelle der Standarte 16(Musikzugsturmführer Fliescher), MV Sängertreu. Um 12 Uhr: an der Katharinenburg, am Kösenerweg und Ecke Burg=Oranienstraße. Am Altersheim singt um 11 Uhr der MeV Liederkranz. Um 1 Uhr werden 140 ältere Mütter bzw. kinderreiche Mütter bewirtet. Voraussichtlich wird ein Vertreter der Stadt an dieser Veranstaltung teilnehmen. Als Termin für die gemeinsame Dampferfahrt der beiden Vororte wurde der 5. August(ein Sonntag) vereinbart. Die Fahrt selbst ist heute schon gesichert. Fast 200 weniger bemittelte Volksgenossen werden kostenlos die Freude haben, an dieser herrlichen Fahrt zu einem idyllischen Mittelrheinort teilzunehmen. Der Leiter des Bürgerausschusses, Wilhelm Manz, machte noch die interessante Mitteilung, daß von sämtlichen gemeinsamen Veranstaltungen der Bürgerschaft Filmausschnitte hergestellt werden, die am Ende des Jahres zu einer alle Bürger interessierenden Filmchronik zusammengestellt werden. Es sei darauf hingewiesen, daß der Bürgerausschuß von der Ortsgruppe der NSDAP anerkannt ist und dieser in allen Belangen untersteht. Der Ortsgruppenleiter übt das Aufsichts= und Mitbestimmungsrecht aus und ist Treuhänder für die Verwaltung und Verwendung der eingekommenen Gelder und sonstiger Vermögensteile. Revisoren werden von der Bürgerschaft bestellt, so daß eine ständige Kontrolle gegeben ist. Das Schlußwort der harmonisch verlaufenen Tagung hatte der Ortsgruppenleiter Peter Baden, der der Bürgerschaft für die prachtvolle Mitarbeit am Gelingen des Nationalfeiertages herzlich dankte. Merheimer Kirche erhielt eine Heizung Schon seit langen Jahren hat die Pfarrgemeinde St. Gereon in Merheim rrh. den Wunsch nach einer Heizungsanlage gehegt, denn der hohe Saalbau der Kirche war im Winter stets empfindlich kalt. Dieser Wunsch hat nun Erfüllung gefunden. In einer sechswöchigen Bauzeit ist eine Heizungsanlage von hervorragender Leistungsfähigkeit gebaut worden. Die Anlage, eine Gas=Luftheizung, die auf dem Prinzip der mechanischen Luftumwälzung mittels Ventilator beruht, kann sowohl mit Umluft, die aus der Kirche angesaugt wird, als auch mit Frischluft betrieben werden. Die Umluft wird durch einen Luftschacht von 1000 Millimeter Weite, der in der Mitte der Kirche mündet, angesaugt. Durch einen Filter keim= und staubfrei gemacht, drückt der Ventilator die Luft durch den Lufterhitzer und dann mit einer entsprechenden Temperaturerhöhung durch eine Oeffnung in der hinteren Chorwand bis 25 Meter weit in die Kirche. Infolge dieser Luftumwälzung wird die Anheizzeit auf ein sehr kurzes Maß beschränkt. Durch Umstellung einiger Regulierklappen kann Frischluft angesaugt werden, die aber gleichfalls erst durch den Filter geführt wird. So ist es möglich, die Anlage gleichzeitig als Lüftungsanlage zu betreiben sowohl im Sommer als auch im Winter, und zwar im Winter mit vorgewärmter Luft. Die Leistungsfähigkeit des Lufterhitzers beträgt etwa 220000 Wärme=Einheiten. Diese genügen, um den riesigen Raum, der ungefähr 7000 Kubikmeter Inhalt hat, bei einer Außentemperatur von minus 15 Grad auf eine Raumtemperatur von plus 8 bis 10 Grad zu erwärmen. Dabei ist die Luft beim Ausblasen wie auch beim Rücksaugen so geführt, daß irgendwelche Belastigungen durch Zugerscheinungen nicht erfolgen. Die kurze Anheizzeit gewährleistet geringste Betriebskosten. Von besonderer Wichtigkeit sind die zum Schutz gegen fehlerhafte Bedienung und Ueberhitzung des Lufterhitzers getroffenen Sicherungsmaßnahmen. Ein Druckregler und ein magnetisch betriebenes Selbstschlußventi! gewährleisten die größmöglichste Sicherheit. Die Wartung der Anlage erfordert wenia Zeit und Aufmerksamkeit. Die Isolation durch Kork und Matten aus Glaswatte sorgt dafür, daß die Apparatur erschütterungsfrei und geräuschlos arbeitet. Da starre Verbindungen schen Rohren und Mauerwerk fehlen, ist auch hier jede Uebertragung von Schwingungen ausgeschlossen. Da bei räumlich beschränkten Verhältnissen der Tatsache Rechnung getragen werden muß, daß die Merheimer Kirche unter Denkmalschutz steht, fand die Bauausführung nicht geringe Schwierigkeiten. Nachdem die Heizungsanlage unter größten Opfern der nicht allzu leistungsfähigen Gemeinde fertiggestellt ist, hofft man allgemein, daß der schmucke Kirchturm recht bald wieder Ersatz bekommt für das während des Krieges eingeschmolzene Glockengeläute. rn. Zwangsvergleich bestätigt Der im Konkurs der Kölner Görreshaus.=G. auf: den 4. Mai anberaumte Termin zur Verhandlung über den Zwangsvergleichsvorschlag, worüber bereits berichtet wurde, konnte wegen der großen Zahl Gläubiger ern am Samstagnachmittag zu Ende geführt werden. Vorhanden waren 5 460 417 Mark stimmberechtigte Gläubiger. Fur stimmten 5088 938 Mark, gegen den Vergleich stimmte eine Gläubigerin mit 275000 Mark. und zwar deshalb, um ihre Ansprüche gegen einen Dritten nicht zu gefährden. Nicht vertreten waren Gläubiger mit 96 478 Mark Forderungen. Da somit die notigen Mehrheiten erreicht waren, hat das Gericht den Zwangsvergleich bestätigt.„„ Sofort mit der Rechtskraft dieses Beschlusses, die nach zwei Wochen eintritt, soll an die nicht bevorrechtigten Forderungen eine Quote von 50 Prozen; zur Auszahlung gelangen. G1 Die Restquote wird, sobald die nötigen Mittel vorhanden sind, nach Maßgabe des Zwangsvergleichs gezahlt werden. Das neue Luftschutzheim Lindenthal Sonntag fand die Eröffnung des Luftschutzheims der Reviergruppe 10 des Reichsluftschutzbundes in Lindenthal statt. Die Falkenburg ist nicht nur Heim der Lindenthaler Luftschutzgruppe, sie beherbergt auch eine Ausstellung von Gasmasken, Geräten, Verbandkästen. Reviergruppenführer Oberingenieur Pechstein begrüßte die Erschienenen, worauf der Vertreter des Polizeipräsidenten, Adjutant Grobe, den Weiheakt der Fahnenhissung vornahm. Regierungsbaumeister Kloth erläuterte die Ziele des deutschen Luftschutzes. Persönliches Kölner Kripo hatte zu tun Die Diebe aus Iserlohn— Fahrradmarder noch und noch Der feine„möblierte Herr“. Festgenommen wurden in Köln zwei junge Burschen, die im Begriffe waren, ein Auto zu stehlen. Der Besitzer des Wagens hörte das Geknatter und stellte die beiden Diebe, die sofort die Flucht ergriffen hatten. Nach eingehendem Verhör durch die Kriminalpolizei stellte es sich heraus, daß die beiden Diebe aus Iserlohn stammen und bereits mit recht erheblichen Autodiebstählen vorbelastet sind. In Iserlohn hatten sie einen Horchwagen gestohlen, mit dem sie bis in die Nähe von Monschau fuhren. Dort ließen sie den Wagen, nachdem das Benzin ausgegangen war, stehen. In Monschau stahlen sie dann einem Holländer einen Opelwagen, mit dem sie bis Grevenbroich gelangten. In Iserlohn selbst haben die beiden jugendlichen Verbrecher bereits vier Wagen gestohlen, mit denen sie Spritztouren unternahmen. Unterwegs wurden dann die Wagen irgendwo im Gelände abgestellt. Im Besitz der Diebe befanden sich eine elektrische Stablampe und mehrere Automagnetschlüssel. Sie waren bereits seit längerer Zeit der Polizei in Iserlohn verdächtig. In letzter Zeit mehren sich wieder die Fahr raddiebstahle. Im Monat Mar, wurden 43 und im April 63 Fahrräder aus verschlossenen Kellern gestohlen. Den Eintritt verschafften sich die Diefe meist mit Hilfe von Nachschlüsseln, vielfach benutzen sie auch die Anwesenheit von Handwerkern, um sich Eintritt zu verschaffen. Die Polizei mahnt dringend zur Vorsicht bei Beschäftigung von Handwerkern, da solche Gelegenheiten immer wieder von Dieben ausgenutzt werden. In der Pantaleonsmühlengasse wurden aus einem verschlossenen Schreibpult 400 Mark gestohlen. Täter war der Neffe des Bestohlenen, ein 33jähriger Mann, der gerade erst eine vierjährige Zuchthausstrafe verbüßt hatte. Die 14jährige Schwester hatte ihm den Aufbewahrungsort des Geldes angegeben und ihn so zur Tat verführt. Ein Teil des Geldes befand sich noch im Besitz des Diebes. In einem Hause eines Kölner Vorortes wurde ein Gasautomat erbrochen. Täterin war ein 13jähriges Mädchen, das angab, die erbeutete Summe von 2,63 Mark zur Bezahlung von Konditoreischulden verwandt zu haben. Ein größerer Wohnungseinbruch wurde in einem Hause am Hohenzollernring verübt, wobei den Dieben Schmuckgegenstände, Kleidung und Wäsche im Werte von 4000 Mark in die Hände fielen. Die Täter sind bisher noch nicht gefaßt Aus Süddeutschland werden verschiedene Anzeigen gemeldet gegen einen Vertreter, der sich Hans Knorr, nennt und für die fingierte Firma Hacko=Film=Köln Postkarten verkauft. Auf die Aufträge läßt er sich eine Anzahlung geben, meist 15 Mark. Bisher haben sich 6 Geschädigte gemeldet. In einem Hause in der Altstadt mietete ein Mann von 31 Jahren ein möbliertes Zimmer. Eines Abends kam er blutüberströmt nach Hause und bat die Nachbarsfrau, der er angab, auf der Straße gestürzt zu sein, um Hilfe. Als die Frau sich um ihn mühte, wurde sie mißhandelt und vergewaltigt. Bei Vorführung wurde festgestellt, daß sich der Mann unter dem Namen Fahrenbach falsche Papi#re beschafft hatte. Er wurde festgenommen, da unter seinem wirklichen Namen Haftbefehl gegen ihn vorliegt wegen Verächtlichmachung der Reichsregierung und wegen Betrugs. Dringend warnt die Polizei vor einem Betrüger, der aus Barcelona unter Vorspiegelung eines auf einem französischen Bahnhof abgestellten Koffers mit Millioneninhalt Leichtgläubige zu prellen versucht. Der Fall ist bereits ausführlich geschildert worden. Neuerdings sind wieder zwei solcher Schreiben in die ländliche Umgebung gelangt. Weiter macht die Polizei darauf aufmerksam, daß in der Bevölkerung vielfach noch irrige Vorstellungen über die Befugnisse der Polizei bezüglich Verhaftung und Festnahme bestehen. Zur vorläufigen Festnahme genügt grundsätzlich bei Kriminalbeamten die Vorzeigung der Erkennungsmarke. Polizeibeamte in Uniform sind ebenfalls zur Festnahme von nen berechtigt. Das Vorzeigen des amtlichen Ausweises, den die Beamten selbstverständlich bei sich tragen, kann nur von Behörden, nicht von Zivilpersonen verlangt werden. Zahlreiche Fälle von gesundheitlichen und finanziellen Schädigungen, die der Bevölkerung durch die Inanspruchnahme von Wahrsagerinnen. Handlesern usw. erwachsen sind, veranlassen die Polizei, mit Nachdruck nor Leichtaläubigkeit zu warnen. Der neue Bechmesser August Griebel von der Frankfurter Oper singt in der Neu=Inszenierung die„Meistersinger von Nürnberg“ an Pfingsten den Beckmesser. August Griebel wurde bekanntlich von Generalintendant Spring für die nächste Spielzeit verpflichtet. Der Sänger hatte bei dem Gastspiel des Frankfurter Opernhauses in Holland einen Sondererfolg bei Publikum und Presse mit der Partie des„Ochs von Lerchenau" in Strauß' Rosenkavalier zu verzeichnen. 3 Sänger=Goldjubilare Der Männer=Gesang=Verein„Amphion“ Ehrenfeld konnte am vergangenen Samstag in seinem Vereinslokale auf seinem diesjährigen Herrenabend drei seiner Mitglieder, die ununterbrochen 50 Jahre lang dem Verein angehört haben, zu Ehrenmitgliedern ernennen. Fast sämtliche aktiven Sanger wohnten der schlichten, aber eindrucksvollen Feier bei. Galt es doch hier, die Sangesbrüder Telegraphen=Oberbauführer Toni Kaul, Lackierer Heinrich Braches und Spediteur Hermann Schiffer zu ehren für die Treue, mit der sie 50 Jahre lang den Verein unterstützt und somit der Pflege unseres unschätzbaren Volksgutes, des deutschen Liedes, gedient haben. Der Vereinsführer Neuburg dankte den Jubilaren mit herzlichen Worten für ihre Treue zum Verein. Er erwähnte u. a. auch, daß diese drei Sanger noch die einzig überlebenden Amphioner sind, die im Jahre 1888 in Köln=Worringen anläßlich eines Preissingens aus Anlaß des 600. Gedenktages der Schlacht bei Worringen, den vom Kaiser Friedrich III. gestifteten Staatsehrenpreis und den ersten Preis in der ersten Klasse unter der Leitung des heutigen Domorganisten Ludwig Pütz aus Aachen ersungen haben. An den vielen anderen Preisen, die der Verein ersang, haben sie auch ihren guten Anteil. Aus Dankbarkeit für ihre aufopfernde Tätigkeit überreichte ihnen dann der Vereinsführer das Schubertbild mit einer Widmung des Vereins als Urkunde für ihre Ehrenmitgliedschaft nebst der goldenen Vereinsnadel. Der Rheinische und Deutsche Sängerbund übermittelte durch den Bezirksleiter Demann seine Glückwünsche und überreichte jedem Jubilar den Sänger=Ehrenbrief mit Lederfutteral. Der unter der musikalischen Obhut des Musikdirektors Willi Brouwers stehende Verein kann heute weit über die Hälfte seiner Mitglieder als Jubilare mit 25jähriger Mitgliedschaft aufweisen. Möge es auch diesen vergönnt sein, einst ihre Brust mit der goldenen Vereinsnadel zu schmücken. Konzertsänger Josef Richartz vollendet am 13. Mai sein 60. Lebensjahr. Er ist ein echtes Kölner Kind, hat neben vielen anderen Kompositionen wie auch zur Laute u. a. die beiden Hindenburglieder„Rheinlandlied" und„Hindenburgmarschlied" verfaßt und komponiert. Ankündigungen Kreis-Krieger-Verband Köln-Land(Kyffhäuser) Führerbesprechung am 10. Mai,.30 Uhr, im Vereinshaus Restaurent„Kyffhäuser“(Hotel Berliner Hof, Marzellen. straße 19). Museumsführung Donnerstag, den 10. Mai(Christi=Himmelfahrt): Hygiene= Museum. Im Dau 5, Morgenführung 11.15 Uhr durch die Abteilungen„Tuberkulose" und„Krebs“. St. Antonius-Wallfahrt Die alljährliche Wallfahrt von St. Antonius nach Stammheim findet am Himmelfahrtstag statt. Auszug aus der St.= Antoniuskirche um 14 Uhr. Um 15 Uhr in der Pfarrkirche Stammheim Andacht mit Predigt. Um 17 Uhr zieht die Prozession zurück und trifft gegen 18 Uhr wieder am Ausgangspunkt ein. Diese Nummer umfaßt 14 Seiten Ida Wüst räumt auf Berliner Filmexpedition im Reichshallen-Theater ... und wie räumt sie auf! Ohne ein lautes Wort, ohne sich eine Szene machen zu lassen oder sie um andere herum zu inszenieren,— nur mit einem tüchtigen Quantum weiblicher Gescheitheit, einem guten Schuß Energie und einer betrüchtlichen Dosis unerschrockener Sicherheit ordnet sie die Verwirrung der Gefühle(solcher Art sind nun eiamal die Lustpielmotive), in die ihr leicht geblendeter Gatte sich verwickelt hat. Alles wird geklärt, fortiert und wieder io geordnet, wie es war und sein muß. Kurz gesagt, sind die Situationen, die sie antrifft, und die Strategie, mit der sie ihrer Herr wurde,— diese: Der Ehegemahl baut gut bezahlte Häuser und läßt sich gut sitzende Anzüge bauen. Von dem, was übrig bleibt, bekommen die Gattin Silberfüchse und Teagowns, die Kinder— eine adrette Tochter von neunzehn und ein schmucker Sohn von zwanzig Jahren— Tennisschläger, eine berühmte Schauspielerin, auf die er. ohne es böse zu meinen, das monokellose Auge geworfen hatte, Blumen, Zigarettea, Pariser Modelle und teure Abendessen. Mit diesen Angaben wäre das dramaturgische „Fundament“, des Lustspiels von Roland Schacht schon ausgegraben. Uebergehen wir die Zwischenstocks und steigen wir gleich aufs Dach. Und dort trifft sich am Ende des dritten Aktes alles in einträchtigem Frieden. Das wiederhergestellte Glück strahlt bündelweise von der Beleuchtungsbrücke. Denn: Papa findet zu Mama zurück! Weitere zum glückhaften Ende beitragende Faktoren sind, daß Fräu lein Sylvia Bernhardt, die Shauspielerin, einen äußerst günstigen Amerikavertrag bekommt und Edgar. der Sohn, Klärchen, die Maniküre, he raten darf. Das gloriose happy end gipfelt in folgendem: Der Gatte umarmt Mama und spricht aus reumütigem Herzen die wirklich zutreffenden und in jeder Weise glaubhaften Worte:„Du bist doch die klügste, die gescheiteste und die beste Frau...“ Dem Stück läßt sich mancherlei nachsagen. Vor allem ist es von einer über=berlinerischen Gescheitheit. In manchem Dialog funkeln die Sterne und Sternchen biederer Weisheit und psychologischer Wahrhaftigkeit auf. Wenn auch am Ende einige schon tüchtig zerpflückte Angaben aus dem Vorlagebuch für Filmund Schwankautoren durchscheinen. Aber merkt man, daß einem Mann wirklich einmal was eingefallen ist, grollt man da nicht lange. Der Autor läßt die Pointen aufwirbeln. Und die Schauspieler fangen sie bezierig auf, um sie dann wohl polie#t ins Parkett zu werfen, wo sie auf offene Herzen, lachbereite Gemüter und unermüdlichen Beifall treffen. Die Summe solcher Umstände ist— banal ausgebrückt!— ein Theatexerfolg. An dem Erfolg haben zuerst und zuletzt— Gedankenstrich: Die Regie ist mit Tempo. Farbigkeit und viel Laune ebenfalls daran beteiligt!— die Schauspieler das Hauptverdienst. Es wirken mit: Walter Steinbeck: Aus Dutzenden von Filmen als Generaldirektor, Kriminalkommissar und Dunkelmann bekannt. Hier der zur Ader gelassene Herr Gemahl. Herrlich, dieser halbe Trümmerhaufen von Mann mit seiner nervösen Hast, die mitleiderregende Angst vor dem Erwischtwerden, der hilflosen Verzweiflung und der Reuetöne. Eine handwerklich feste und solide Leistung. Eine menschlich ausgereifte und künstlerisch ausgespielte Leistung! Grete Weiser. Ein noch unklischierter Berliner Name.(Pan sieht diese Schauspieleria augenblicklich in einem Kölner Kino in einem Kabirettfilm.) In ihrer moussierenden Keßheit hat sie etwas von der Mosheim. Ihr Talent für die Schwankbühne ist unbestreitbar. Die wirbelnde Elastizität und virtuose Gewandtheit, mit der sie ihre Auftritte hinter sich bringt, hat schon mehr von der Erfüllung als vom Versprechen an sich. Man soll acht geben: Bald wird ihr Name größer gedruckt werden. Dann sind da noch zwei niedliche, allerliebste Konfektionsgesichter bemüht. Sehr glatte, blonde, schlanke — im ganzen: hübsch anzuschauende junge Mädchen. Tina Eilers die eine. Etta Klingenbera die andere. Tilla Uhring. die Zose! Sie hören und sehen - und man ist überzeugt, daß man bei einer leicht überkandidelten Schauspielerin so werden muß. Zwei Männer sind noch zu nennen: Wolfgang Klein, der in einem kurzen Auftritt beweist, daß er einen guten Ricault Marlinière soielen könnte.— und Günther Vogdt. der in der Hauptsache smart und jungenhaft auszusehen und daherzureden hat. Aber wo bleibt sie! Ja, Ida Wüst. Man kennt sie. Weiß Bescheid über ihre Art, die##e gemütvolle frankfurterische Komik. In jedem dritten Film ist sie beschäftigt. Aber meist nur in der zweiten oder dritten Rolle. Aber sie einen ganzen Abend lang für sich zu haben, in der Hauptrolle,— ist das eine Lust für das Publikum! Und so jauchzt es und jubelt und klatscht onne Ende. Verdientermaßen! Großartig ist die Wüst! Jede Seite der vielstimmigen weiblichen Seele rührt sie. Uno die Töne kommen immer klar, sicher und so, daß sie nicht an einem vorbei, sondern durch einen hindurch zehen. Wenn es je einen Triumph weiblicher Diploniatie, mit fraulichem Gemüt gab: Ida Wüst ragt ihn von hinnen... In unbeirrbarer Manier mach: sie das Mit ebensoviel schauspielerischer Oekonomie gerüstet. wie mit schauspielerischer Wärme bedacht Eine feine Frau und eine feine Schauspielerin Grevens Adreßbuch 1934 In ruhigen Zeiten war es für einen modernen Großstadt=Adreßbuchverlag kein Kunststück, sein Werk auf der Höhe zu halten. Die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen stellten ihn jedoch vor ganz gewaltige Schwierigkeiten. Der Verlag hat die ihm hierdurch gestellte Aufgabe bestens gelöst und darüber hinaus noch Neuerungen eingeführt. Der neue Jahrgang bringt wieder ein Werk, das sowohl inhaltlich als auch drucktechnisch allen Anforderungen entspricht. Vermöge seiner in Jayrzehnten erprobten Organisation erfaßt und verwertet der Verlag, auch nachdem die eigentliche Personenstandsaufnahme abgeschlossen ist, noch alle Veränderungen, die bis zur Drucklegung jedes einzelnen Bogens zu seiner Kenntnis gelangten. Der Inhalt der beiden Bände entspricht mithin dem Bevölkerungsstand zurzeit des Druckes. Die Sitzreihenpläne im ersten Band, die für Opernund Schauspielhaus nach neuen Plänen angefertigt wurden, haben durch die Sitzreihenpläne der großen Messehalle im Rheinpark eine wesentliche Ergänzung erfahren. Eine sehr reizvolle Neuerung bringt das Namenverzeichnis. Von dem Gedanken ausgehend, daß langes Bestehen eines Geschäftes gleichbedeutend ist mit solider Grundlage, hat der Kölner Adreßbuchverlag die Eintragung aller Firmen, die seit 1909 ununterbrochen bestehen, und die diesen Gedanken aufgegriffen haben, durch ein besonderes Zeichen in Form eines Kränzchens mit Gründungsjahr hervorgehoben. Welch großen Widerhall diese eigenartige Neuerung gefunden hat, zeigt wohl am besten, daß viele Firmen erst durch den Anstoß des Verlags veranlaßt worden sind. nach ihrem Gründungsjahr zu forschen Der Behördenteil bringt ausführliche Angaben über die RSDAP mit Organisationen und Formationen, ferner tiefeinschneidende personelle Veränderungen besämtlichen Behörden, Neugestaltung der städtischen Verwaltung, Schaffung neuer Aemter und Einrichtungen. Gleichschaltung aller Vereine usw. Wer glaubt. die Kölner seien inzwischen seßhafter geworden, muß sich durch die Statistik des vorigen Jahres eines Besseren belehren lassen. Sie zeigt u.., daß innerhalb des Stadtgebietes allein 174 156 Menschen umzogen, das sind 10000 mehr als 1932. Alle, die das Werk gebrauchen, erkennen auf den ersten Blick die peinliche Sor###alt und Genauigkeit mit der es aufgebaut wurde. Es ist deutsche Wertarbeit von der ersten bis zur letzten Seite. Mittwoch, den 9. Mai 1934 Drittes Blatt Ein Saar=Aufruf der Reichsregierung DNB. Berlin, 3. Mai. Die Reichsregierung erläßt folgenden Aufruf: Der Zeitpunkt, an dem die Saarbevölkerung nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages, im Wege der Volksabstimmung über ihr künftiges Schicksal entscheiden soll, rückt heran. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest; fällig ist die Volksabstimmung vom 10. Januar 1935 ab. Abstimmungsberechtigt ist ohne Unterschied des Geschlechts, wer am Tage der Unterzeichnung des Versailler Vertrages, d. h. am 28. Juni 1919, im Saargebiet gewohnt hat und am Abstimmungstag wenigstens 20 Jahre alt ist. An alle im Reich, außerhalb des Saargebiets wohnhaften Personen, die am 28. Juni 1919 im Saargebiet gewohnt haben und vor dem 11.Januar 1915 geboren sind, ergeht die Aufforderung, sich in der Zeit von Donnerstag, den 3. Mai, bis Sonnabend. den 12. Mai, bei ihrer Gemeindebehörde (Einwohnermeldeamt), in den Städten auf den Polizeirevieren ihres jetzigen Wohnsitzes zu melden. Das gilt auch für Personen, die sich schon früher als Saarabstimmungsberechtigte gemeldet haben. Personalausweise und, soweit möglich. Nachweise über den Wohnsitz am 28. Juni 1919 (An= und Abmeldebescheinigungen, Beschäftigungszeugnisse usw.) sind mitzubringen. Wo und zu welchen Tageszeiten die Meldungen entgegengenommen werden, wird durch jede Gemeinde rechtzeitig besonders bekanntgegeben. Sie wollte ihren Mann los sein Eine Meineidsfabrik Koblenz, 8. Mai. Die Frau eines Landwirts vom Westerwald wollte ihren Ehemann los sein, klagte auf Ehescheidung, wurde aber abgewiesen. Es fehlten Beweise. Der Vater der Ehefrau suchte Rat bei einem„Steuerberater“, der dann eine 36jährige Witwe dazu bewegte, einen Ehebruch mit dem Landwirt zu beschwören. In der Neuauflage des scheidungsprozesses ist nun geschworen worden und der„Steuerberater" steckte für seinen Dreh 900 Mark und die Witwe 400 Mark ein. Und als die Sache immer noch nicht klappen wollte, half der„Steuerberater" noch mit zwei Eiden nach. Aber auch diesmal hatte die Ehescheidungsklage keinen Erfolg. Die ganze Affäre hatte aber den Erfolg, daß nach dem Erkenntnis des Koblenzer Schwurgerichts die Witwe 15 Jahre und der Steuerberater 2½ Jahre hinter Zuchthausmauern über ihr verwerfliches Tun nach denken können. Selbstmord eines Universitätsprofessors DNB. Oberlahnstein, 8. Mai. Gestern abend verübte im Walde bei Fruecht, unweit der Gruft des Freiherrn vom Stein, ein Professor der Universitätsklinik von Münster Selbstmord. Der 64 Jahre alte Professor war von Bad Ems mit einem Personenkraftwagen nach Fruecht gekommen. Dem Chauffeur gab er Anweisung, im Ort auf ihn zu warten, während er die Stein=Gruft besuchen wollte. Da er bis zum Abend jedoch nicht wieder zurückgekehrt war, machte sich der Chauffeur mit einigen Einwohnern auf die Suche. Bald darauf fand man dann im Walde liegend die Leiche. Der Professor hatte Selbstmord durch Erschießen verübt. Die Gerichtskommission hat die Untersuchung der Angelegenheit eingeleitet. Im Kampf gegen Miesmacher und Nörgler DNB. Wuppertal, 8. Mai. Der Kampf gegen Miesmacher und Nörgler, gegen Hetzer und Besserwisser wurde in Wuppertal auf breiter Front eröffnet. In insgesamt sieben Massenversammlungen, die in verschiedensten Teilen der Stadt unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung stattfanden, geißelten die einzelnen Redner die Wühlarbeit dieser Elemente und riefen die Bevölkerung auf, den Nörglern und Miesmachern mit allem Nachdruck entgegenzutreten. Neue Bluttat in Gelsenkirchen RWD. Gelsenkirchen, 8. Mai. In der Nacht zum Dienstag kam es hier zu einer neuen Bluttat. In einem Hause in der Hohenfriedbergstraße sand bei der Familie Stern, eine Geburtstagsfeier statt. Gegen 23 Uhr begeben sich die Gäste nach Hause, und auch der 70 Jahre alte Invalide Karl Stern ging noch mit auf die Straße. Vor der Wohnung blieben die Gäste mit dem alten Mann stehen. Die Teilnehmer müssen sich etwas laut unterhalten haben, denn der in dem gleichen Hause wohnende Alfred Skirde öffnete das Fenster. Nun entspann sich zwischen den Gästen der Familie Stern und Skirde ein Wortwechsel, in dessen Verlauf der bei seinem Bruder zu Besuch weilende Arbeiter Josef Skirde aus einer Pistole mehrere Schüsse auf den Invaliden Stern abgab. Stern brach, von mehreren Kugeln in den Leib getroffen, zusammen und starb kurz darauf. Der Täter wurde von der Polizei festgenommen. Die Brüder Skirde hatten an dem Abend zwei Liter Schnaps getrunken, so daß die ruchlose Tat in der Hauptsache auf übermäßigen Alkoholgenuß zurückzuführen ist. 28 Schafe durch Blitzschlag getötet Stolzenau(Weser), 8. Mai. Bei dem letzten starken Gewitter wurde in dem Dorfe Deblinghausen eine Schafherde vom Blitz getroffen. 23 Schafe und 5 Lämmer blieben tot am Boden liegen. Auch der Schäfer wurde besinnungslos zu Boden geworfen, erholte sich aber bald wieder. 300 Mark Belohnung ausgesetzt Neuß, 8. Mai. Der Regierungspräsident zu Düsseldorf hat für die Ermittlung der Lohngeldräuber, die hier am 4. Mai einen Ueberfall auf einen Lehrjungen verübten und 800 Mark erbeuteten, eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt. Mord= und Selbstmordversuch bei Grammophonmusik Das Ende eines fürchterlichen Familiendramas— Die 16 jährige Ehefrau Vöz. Berlin. 8. Mai. Mit der Verurteilung des 27jährigen Mechanikers Willi J. fand ein schreckliches Familiendrama sein Ende. Das Berliner Schwurgericht verhängte am Montag gegen diesen Mann, der sein vier Monate altes Kind mit Gas vergiftet hatte, unter Zubilligung mildernder Umstände ein Jahr Gefängnis. Der Angeklagte hatte vor vier Jahren seine jetzige Ehefrau kennengelernt, die damals im Alter von fast 16 Jahren stand. Im Jahre 1931 wurde die Ehe eingegangen, nachdem vorher bereits ein Kind zur Welt gekommen war. Die Ehe gestaltete sich sehr unglücklich. Die Not war groß und die Ehefrau war sich infolge ihres jugendlichen Alters ihrer Mutterpflichten nicht bewußt. In einem Zeitraum von zwei Jahren verließ sie ihren Mann zwanzigmal auf einige Tage unter Mitnahme des gesamten vorhandenen Bargeldes, kehrte dann aber wieder zurück. Oftmals kam es zu schweren Auseinandersetzungen und I. hatte mehrmals daran gedacht, Selbstmord zu begehen. Am 28. Januar lockte die Frau ihren Mann unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus der Wohnung. Auf der Straße verschwand sie ganz plötzlich und ihr Mann war gezwungen, den Weg zu seiner Wohnung durch das Fenster zu nehmen. Sein vier Monate altes Kind Ruth lag zu Hause im Bett. Der Hunger quälte das Kind. I. dachte nunmehr ernstlich daran, mit seinem Kinde aus dem Leben zu scheiden. Er versuchte, sich die Pulsadern zu öffnen. Der Schmerz war aber so groß, daß er zur nächsten Rettungsstelle eilte und auf einige Stunden waren seine Selbstmordideen wieder verflogen. Er kehrte wieder in seine Wohnung zurück, wo sein kleines Kind fürchterlich schrie. Wieder kamen dem verzweifelten Manne Selbstmordgedanken. Er holte aus der Küche einen Grammophon=Apparat, spielte das Largo von Händel und in dieser verzweifelten Lage ging er an den Gausautomaten und drehte den Hahn auf. Am nächsten Morgen fand man den Mann besinnungslos im Bett vor; das kleine Kind war bereits gestorben. Das Gericht billigte, wie schon erwähnt, dem Angeklagten weitestgehend mildernde Umstände zu, erklärte aber auf der anderen Seite trotz seiner Verzweiflung habe der Angeklagte nicht dazu schreiten dürfen, seinem Kind das Leben zu nehmen. Vom germanischen Knüppelweg zur Autobahn Zur Münchener Ausstellung„Die Straße“ Die Straße hat früher viel Romantik gehabt. Aber sie ist heute großenteils verschwunden, denn das Tempo unserer Zeit gibt nicht Gelegenheit zu abenteuerlichen Erlebnissen. Die Straße verkündet heute— wie es früher nur vereinzelt der Fall war— den Pulsschlag eines schaffenden Volkes, sie ist ein Spiegel ihrer wirtschaftlichen Betätigung. Die Lebensnotwendigkeit der Straße hat an ihre Beschaffenheit die allerhöchsten technischen Anforderungen gestellt, die der nationalsozialistische Staat in klarer Erkenntnis bis zum letzten zu erfüllen sucht. In den beiden Gegensätzen abgeschiedener Romantik und lebenserfüllten Schaffens, die auf der Straße offenbar werden, liegt das Wohl und Wehe, Entwicklung und Kultur eines Volkes. Eine weite Strecke ist unser Volk vom germanischen Knüppelweg bis zur Reichsautobahn gegangen. Die einzelnen Entwicklungsstufen der Straße, die zugleich Entwicklungsstufen der Nation sind, versucht man jetzt in einer geschlossenen Uebersicht auf der Münchener Ausstellung„Die Straße“ darzustellen, die am 9. Juni eröffnet wird. Dieses Unternehmen, das auf die Initiative des Führers selbst zurückgeht, ist einzigartig und erstmalig. Dr.=Ing. Todt. der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, hat die Leitung zur Durchführung der Ausstellung. Die historische Entwicklung führt zu den dringlichsten Gegenwartsproblemen, die Motorisierung— Straßenwesen— Arbeitsbeschaffung und Wirtschaftsbelebung umfassen. Die Einaanashalle der Ausstellung ist gekennzeichnet durch acht monumentale Wandbilder, die von einer Gruppe Münchener Künstler in nationalsozialistischer Gemeinschaftsarbeit geschaffen wurden— ein anerkennenswertes Vorgehen, das man bisher in Künstlerkreisen noch nicht erlebt hat. Die Münchener Künstlergruppe zeichnet insgesamt für die Bilder verantwortlich. Die Bilder enthalten die ganze Entwicklung vom germanischen Knüppelweg zur Reichsautobahn. Man erlebt dann beim weiteren Rundgang durch die Halle„Die Straße im Wandel der Zeiten", wobei auch die Heerstraße nicht fehlt. Ausschnitte aus dem Weltkrieg veranschaulichen diese Darstellungen. Ein großes herrliches Gepräge bekommt die Ausstellung durch eine Fahnenstraße inmitten der Ausstellung. Sie führt zu den„Straßen Adolf Hitlers“, die in einer riesenhaften Wandkarte durch den Kunstmaler Zietara veranschaulicht werden. Zur Technik der Straße wird eine Fülle von interessanten Einrichtungen und Maschinen gebracht, die von modernsten Errungenschaften zeugen. Reichsbahn und Reichsautobahn führen in Gemeinschaftsarbeit das heutige Straßensicherungswesen mit seinen hochentwickelten automatischen Signalanlagen, mit den Erfindungen des Blinkwesens, der Sicherung von Uebergängen usw. vor. Das Entzücken des Laien wird vor allem die„Straße bei Nacht“ finden, in welcher Abteilung sich ein großes Diorama befindet, das die gesamte künstliche Beleuchtung mit automatischer Wechselschaltung den Besuchern vorführen wird. Interessante Einzelheiten sind auch die Methoden, wie die Reichspost Schneeverwehungen beseitigt, mit welchen raffinierten Methoden die Straßenreinigung an verschiedenen Stellen heute arbeitet, wie die Nach=Teerung und andere Straßenreparaturen ausgeführt werden. Hierzu gehört auch die Abteilung Forschung, die die Materialprüfverfahren, die chemischen Untersuchungsmethoden, die technischen Bauweisen zusammenstellen wird. Ueber das eigentliche Kapitel der Straße hinaus werden die vielen Wirtschaftszweige berücksichtigt, die von der Straße leben. Da ist vor allem das Automobil. das vom Kleinauto bis zum Fernlastwagen durch den Reichsverband der Deutschen Automobilindustrie gezeigt werden wird. Im Zusammenhang hiermit werden die Fragen der Kraftverkehrswirtschaft, der Treibstoffbeschaffung aus eigener Produktion usw. behandelt. Statistiken erlauben eine gründliches Eindringen in diese heute im Vordergrund stehenden Probleme. Auch der DDAC beteiligt sich an der Ausstellung, indem er die Zusammenhänge zwischen Sport und Straße bringen wird. Es soll hier der Sport vor allem auch in wissenschaftlich=technischer Hinsicht beleuchtet werden. Der Deutsche Gemeindetag wird die Aufnahme des Automobilverkehrs in die Städte behandeln. Sehr wichtig ist ja die Gestaltung der Parkplätze, der Garagen usw. in städtebaulicher Hinsicht. Mit Rücksicht auf den im September in München tagenden Internationalen Straßenbaukongreß wird noch eine besondere internationale technische Messe veranstaltet, die vor allem die geschäftlichen Interessen der ausstellenden Firmen berücksichtigen soll. Hier wird die deutsche Bauindustrie maßgebend vertreten sein. Die Münchener Ausstellung wird mit Rücksicht auf die im Bau befindlichen Reichsautobahnen und den Straßenbaukongreß nicht nur eine große wirtschaftliche Bedeutung haben, sondern sie wird infolge ihrer großen Vielseitigkeit und anschaulichen Darstellung auch ein großer Publikumserfolg werden. Ermordung eines Sturmführers vor Gericht Gefängnisstrafen Nachen, 8. Mai. Wegen Beteiligung an einem Ueberfall auf die SA. am 20. Juni 1932 in Boscheln, Kreis Geilenkirchen, bei dem der Sturmführer Han bückers ermordet wurde, verurteilte die Große Strafkammer vier Personen wegen Landfriedens bruches zu Gefängnisstrafen von neun Monaten bis 2½ Jahren. Diese milde Bestrafung ist auf Grund der Amnestie erfolgt an Stelle einer an sich verwirkten Zuchthausstrafe von 10 Jahren. Die Anführer des gemeinen Ueberfalls, zwei Männer aus Uebach, konnten noch nicht zur Verurteilung kommen, da sie ins Ausland geflohen sind. Erweiterung des Krefelder Grüngürtels Krefeld, 8. Mai. Die Stadtverwaltung hat im vergangenen und insbesondere in diesem Jahre hauptsächlich auf dem Wege der produktiven Erwerbslosenfürsorge durch Schaffung neuer Grünanlagen und Herstellung von Verbindungen zwischen bereits bestehenden größeren Grünflächen und Parks den Grüngürtel weiter ausgebaut, der jetzt bereits 272 Hektar ohne Wald umfaßt. Als besonders reizvoll sind die vielen Weiher und Teiche anzusprechen, die den niederrheinischen Charakter des Grüngürtels unterstreichen. Die Kraftwagenlinien von Krefeld zum Hinterland sind ebenfalls weiter ausgebaut worden und umfassen heute bereits eine Gesamtstreckenlänge von 250 Kilometer. Die bemerkenswerteste Verbindung ist die am 15. Mai in Betrieb zu nehmende Strecke Krefeld—Süchteln— Dülken— Brüggen— Swalmen (Holland)—Roermond(Holland). Opferstockmarder gefaßt .Gladbach, 8. Mai. Die Polizei konnte nach längerer Fahndungsarbeit einen Mann aus Windberg festnehmen, der in der letzten Zeit fortlausend die Opferstöcke in zahlreichen Kirchen .Gladbachs beraubt hatte. Insgesamt konnten ihm bisher 17 Opferstockberaubungen nachgewiesen werden. So war die St.=Anna=Kirche in Wind verg von dem Täter zehnmal heimgesucht worden. Mehrere weitere Einbrüche hatte er noch versucht doch wurde er dabei von Kirchenbesuchern gestört. HANDEL Düsseldorf angeregt An der heutigen Börse war das Geschäft lebhaft. Im Markte der Schwankungswerte wurden RWE ½ Prozent höher gehandelt, während Rheinstahl 3/8 Prozent verloren. Hoesch=Köln=Neuessen und Mannesmann gingen zu gestrigen Kursen um. Gelsenkirchen gewannen Prozent. Harpener 1 Prozent und Klöckner ¼4 Prozent. Von Kaliaktien stellten sich Aschersleben 1½ und Westeregeln 1 Prozent höher während Salzdetfurth unverändert blieben. Wintershall Aktien gingen ½ Pro zent höher um. Von festverzinslichen Werten gewannen Reichsanleihe Altbesitz.#0 Mark und Neubesitz.35 Mk Von Kohlenkuren wechselten Ewald bei mehrfachen Um sätzen um 25 Mark höher ihre Besitzer. während Deutsch land unveränderte Preise erzielte. Kohlenaktien und Braunkohlenkure hatten kein Geschäft. Am Kalikurenmarkt erzielte Habighorst bei einem Umsatz von Mark .— Hope Mark 100.— und Ransbach Mark 50.— bessere Kurse. Bergmannssegen waren zu letzten Preisen im Handel. Von Kaliaktien hatten alte und neue Burbach bei kleinem Geschäft ¾ Prozent höhere Kurse zu verzeichnen. Hallesche Salz wurden 3 Prozent höher bezahlt. Am Markt für Industriewerte gingen Düsseldorfer Eisenbahnbedarf zu unveränderten Kursen um. Im Verlause blieb die Tendenz freundlich. Die Börse schloß in fester Haltung. Schwankende Kurse(die eingeklammerten Kurse sind Kassakurse): Aschersleben 106½6(107½6), Feldmühle 102¼G(1026), Gelsenkirchen 61 ¾/4G(626), Th. Goldschmidt 58½6(606), Harpener 99 3/6(88¼G), HoeschKöln=Neuessen 72¼G(72¼), Klöcknerwerke 63¼6—63¼b bis 64b(63¾b), Mannesmann 64 ½5(65b), Phönir 49¼6 (506), Reichsbahn BA. 112¼G(112¼6), Reichsbank 1496(149 5/4G), Rhein. Braunkohlen 219 ¾/G(219¾G), RWE. 96½b(96 746), Rheinstahl 90⅝b(91¼b), Salzdetfurtb 1406(1406), Ver. Stahlwerke 41½6—425(426), Westeregeln 1076(1076), Wintershall 975(9766), Altbesitz 95¾ G(95¾b), Neubesitz 16,15b(16,30b), 6proz. Hocsch 92¾G, 6proz. Kruppanleihe 91¼G(91½6), 6proz Ver. Stahl 69¾G(70¼bG). Ministerialrat Dr. Gritzbach Der persönliche Reserent des Ministerpräsidenten Göring, Ministerialrat Dr. Gritzbach, ist zum Pressechef des Preußischen Staatsministeriums ernannt worden. Festigung am Baumwollmarkt Amerikanische Baumwolle Wie J. H. Springman& Co. in Liverpool nach Mitteilung der Firma Carl Müller=Rubens in Düsseldorf berichten, hat es den Anschein, als ob die Glattstellungen zu Ende seien und wird die Lage weniger baissegünstig beurteilt. Die Hauptveranlassung zu dem hinter uns liegenden Preiseinbruch war das Schwinden der Inslationshoffnungen in Amerika. Die Finanz= politik der amerikanischen Regierung ist immer noch unklar; man glaubt aber, daß der Präsident orthodorere Maßnahmen begünstigt, und seine Abweisung der Vorschläge der„Silberleute“ führte zu einem scharfen Einbruch am Silbermarkt, was natürlich eine ungünstige Einwirkung auf die Stimmung an allen amerikanischen Produktenmärkten zur Folge hatte. Die wöchentlichen Weltabnahmeziffern find immer noch befriedigend. aber in den meisten Textilländern bleibt das Tuchgeschäft ruhig, mit Ausnahme Deutschlands, wo in der Spinnerei rege Tätigkeit herrschen soll. In Amerika wird von einer organisierten Einschränkung der Spinnertätigkeit gesprochen, doch dürfte ein solcher Schritt sobald noch nicht bevorstehen. Der wöchentliche Wetterbericht war ziemlich günstig. Im westlichen Teil der Baumwollzone wird das Pflanzen durch Regen und kaltes Wetter aufgehalten, aber in den andern Abschnitten herrschen günstigere Bedingungen. Der Erntestand ist etwas im Rückstand. In Süden besteht nicht der geringste Druck, effektive Baumwolle zu verkaufen. Die Frage des Verkaufs der im Besitz der amerikanischen Regierung befindlichen Optionsbaumwolle gab Anlaß zu einiger Bennruhigung; es wird aber jetzt gemeldet, daß der Ackberbau=Ausschuß des Senats sich günstig über die Smith Bill ausgelassen habe, insosernals der Verkauf dieser Baumwolle bis zum 1. August 1955 verboten wird. Wir sind der Ansicht, daß im gegenwärtigen Preisstand alle bekannten ungünstigeren Momente gut zum Ausdruck kommen und daß der Preisrückgang kaum weitergehen wird. Die künstlichen Ernte=Kontrollmaßnahmen haben als Marktsaktor zweifellos ihren Reiz verloren, so daß auf der andern Seite jede anhaltende Aufwärtsbewegung nur von der natürlichen Entwicklung des Artikels selbst abhängen kann. Preise sind billig. und angesichts der wachsenden Erntegefahren begünstigen wir eine mäßige Kauspolitik. Seesischmarkt Wesermünde=Bremerhaven In der Seefischversteigerung am 7. Mai wurden in Psennigen je Psund folgende Großhandelseinkaufspreise für Fische mit Kopf erzielt: Nordsee: Makrele 3½—4¾, Schellfisch Gr. 5—13, Wittling 7¼—10, Seelachs—5¼. Island: Kabeljau Gr. 1—5½, Gr. 2—6. Schellsisch Gr. 1—8 ¼, Seelachs—5¼. Bücherschau Langenscheidts Reise=Dolmetscher in alphabetischer Anordnung mit Redewendungen und Gesprächen. Mit Aussprachebezeichnung nach der Methode ToussaintLangenscheidt. Englisch. Französisch, Italienisch. Jeder Band.50 Mark. Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung(Pros. G. Langenscheidt) G. m. b.., Berlin=Schöneberg. Der immer wieder mit neuen Ausgaben herauskommende Sprachenverlag von Langenscheidt gibt jetzt eine neue Reihe Sprachführer heraus, die sich auf Reisen im Auslande als außerordentlich nützlich erweisen werden. Durch die überaus praktische Anordnung des Inhaltes wird das Auffinden jedes Wortes. jeder Redewendung überaus erleichtert, und die bildhafte Toussaint=Langencheidt=Lautschrift ermöglicht zudem ohne weiteres, die fremde Sprache auch richtig auszusprechen. Wertvoll sind auch die Beigaben, wie Landkarten. Stadtpläne. Münzenabbildungen usw. Auch die kurze Grammatik, die Ravensteins Karte der Erde. Preis auf Papier flachlegend oder gefalzt Mark.—, auf Leinwand in Taschenformat Mark.—, auf Leinwand mit Stäben Wandkarte) Mark.50, aus Patentmarkierungsplatte ohne Rahmen Mark 16.50. Geographische Verlagsanstalt und Druckerei Ludwig Ravenstein AG., Frankfurt am Main. Zweck und Ziel bei der Bearbeitung der neuen Karte war es, die deutsche Weltkarte zu schaffen. Anstelle des Nebeneinanders der verschiedenartigsten Transcriptionen in hier eine nationale geographische Beschriftung mit einheitlicher Namenführung und Schreibweise gesetzt, die dem deutschen Sprachgefühl entspricht. Durch die Schriftart sind die Orte. Landschaften. Staaten. Gebirge und Flüsse deutlich unterschieden. Der reiche Inhalt der Karte, die die neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigt und den derzeitigen Stand der politischen Gliederung enthält, macht die Karte unentbehrlich für den Kaufmann und Industriellen, darüber hinaus aber für jeden der sich für die Geschehnisse außerhalb der Landesarenzen interessiert. Wettervorhersage Kein beständiges Wetter. strichweise Regenneigung. Wechselnd bewölkt und Ziemlich kühl. * UANINET RHEINISCHE WIRTSCHAFTS-ZEITUNG NEEE PFF WIRTSCHAFTGBÖRSE Der Stand der Bankenquetearbeiten Ueber den Stand der Bankenquetearbeiten erfahren wir: Nachdem die vom Untersuchungsausschuß für das Bankwesen durchgeführten Vernehmungen ihren Abschluß gesunden hatten, ist im Sekretariat des Ausschusses eine zusammenfassende Darstellung über das Ergebnis der Untersuchungen und die heraus für eine Reform des Kreditwesens zu ziehenden Folgerungen ausgearbeitet worden. Diese Arbeit wurde nach Kenntnisnahme durch den Ausschuß den beteiligten Regierungsstellen zugesandt und einer Durchberatung unterzogen. Mit deren Beendigung ist in den nächsten Tagen zu rechnen. Der Untersuchungsausschuß wird sodann in eine zweite Lesung eintreten. Ein Termin hierfür wird sofort nach Abschluß der zurzeit in Gang befindlichen Transferverhandlungen anberaumt werden. Neue Käufe beleben Berlin fest Stimmung Wirtschaftsnotizen Entscheidungen über Bausparkassen In der Senatssitzung des Reichsaussichtsamts für Privatversicherung, am 4. Mai 1934, sind folgende Entscheidungen getrossen worden. 1. Die Uebertragung des Bausparbestandes der Bau= und Wirtschaftsgemeinschaft Sauerland eGhmbH., Hagen, auf die Bausparkasse Germania AG., Köln, wird genehmigt. 2. Bei den Bausparkassen: a) Allgemeine Bauspar=, Eigenheim= und Wirtschaftsgemeinschaft echmbH., Köln, b) Bau= und Wirtschaftsgemeinschaft eGhmbH., Brandenburg, c) Bau= und Wirtschaftsgemeinschaft eGchmbH., Stettin, wird die vereinfachte Abwicklung der Bausparverträge angeordnet. — Bei den zu b) und c) genannten Unternehmungen wirkt die Anordnung der vereinfachten Abwicklung wie ein Auflösungsbeschluß.— Die zu 2. genannten Entscheidungen sind noch nicht rechtskräftig. Eine etwaige Berusung gegen sie hat keine aufschiebende Wirkung. Einkaufsgenehmigungen für Wolle Die Ueberwachungsstelle für Wolle gibt folgendes bekannt: In diesen Tagen werden die Einkaufsgenehmigungen versandt werden. Diese Einkaufsgenehmigungen gelten erst mit Ablauf des nunmehr verlängerten Einkaufsverbotes vom 22. Mai 1931 ab. Die Gebührenerhebung wird jedoch durch die Verlängerung des Einkaufsverbotes nicht berührt. Deshalb sind die einmaligen Gebühren unverzüglich nach Empfang der Einkaufsgenehmigungen zu überweisen. Die Sanierung der Bamag=Meguin beschlossen Die GV. der Gesellschaft stimmte den Sanierungsvorschlägen zu. Wie bereits bekannt ist, wird das Stammkapital von 6 auf 2 Mill. RM. herabgesetzt und durch Ausgabe von Vorzugsaktien Reihe C mit einsachem Stimmrecht und mit Gewinnberechtigung vom 1. Juli 1935 ab wieder auf 4,013 Mill. RM. erhöht. Man hoffe, daß nach diesen Maßnahmen die Betriebe wieder in eine Rentabilität hineinwachsen würden. Die Auftragseingänge seien stark gestiegen und seien in den zu übersehenden neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres höher als in den ganzen vorangegangenen. — Der gesamte bisherige Aussichtsrat ist aus seinem Amt geschieden, teilweise sind die Mitglieder turnusgemäß ausgeschieden oder haben sonst ihre Aemter zur Verfügung gestellt. Kommerzienrat Beit v. Speyer ist verstorben. Der Aussichtsrat wird künftig aus zehn Mitgliedern bestehen. Gewählt wurden: Generaldirektor Dr. Bierwes, Düsseldorf, Bankdirektor Broege. Berlin, Kaufmann Elisat, Berlin, Justizrat Dr. Erlinghagen. Berlin, Direktor Kunze, Berlin, Baurat Lechner, Köln, Regierungsrat a. D. Dr. Mojert. Berlin, Baurat Dr.= Ing. Neuhaus, Berlin, Dr. Noelle, Berlin, und Bankier Freiherr von Oppenheim, Köln. (V. Deutsche Bauernbank.=G. Die GV. der zum Interessenkreis der Deutschen Rentenbank Kredit=Anstalt gehörenden Deutschen Bauernbank.=., Berlin, genehmigte den wieder dividendenlosen Abschluß für das Geschäftsjahr 1933. Der Gewinn von 10 283 RM. wird vorgetragen. Aussichtsratsveränderungen haben nicht stattgesunden. Das neue Ge schäftsjahr ist nach Angabe des Vorstandes bisher erwartungsgemäß verlaufen. Obwohl sich die Bank in der Kreditgewährung Zurückhaltung auferlegen müsse könne der Geschäftsgang als befriedigend bezeichnet werden. Es wurden bisher Ernteerstellungskredite un gefähr im Vorjahresumsang den bäuerlichen Kreisen zugeführt. Nach der gestern eingetretenen Beruhigung eröffnete die Börse heute überwiegend mit weiteren Kursbesserungen. Das Geschäft war recht lebhaft, da das Publikum nach der Atempause der letzten Wochen sich wieder stärker am Geschäft beteiligte und dadurch auch die Kulisse zu Neuanschaffungen veranlaßte. Auch heute wird als Grund für den Stimmungswechsel wieder eine günstigere Beurteilung der Transferbesprechungen, zumal nach der gestrigen Verlautbarung des Vorsitzenden Fraser, angegeben, danebn finden aber auch Mitteilungen aus der Wirtschaft als anregende Momente Beachtung. so z. B. eine solche über die weitere Belegschaftszunahme im Ruhrbergbau. eine kräftige Steigerung der Kraftwagenproduktion im ersten Quartal 1934 und um fast 24 Prozent höhere Absatzziffern bei der Dessauer Gas AG. Für den Optimismus der interessierten Kreise zeugt auch der Umstand, daß der Abschluß der AEG mit einer erneuten Verluststeigerung ruhig ausgenommen wird und die erwähnten Besserungstendenzen zu Anlagekäufen in diesem Papier anregten. Der Kurs kam um 1 Prozent höher zur Notiz. Auch die übrigen Werte des Marktes der Elektropapiere waren im gleichen Ausmaß gebessert, Bekula und Felten eröffneten 1½ Prozent, Schuckert 1¼ Prozent höher. Lediglich Siemens waren bei einem Angebot von 7 Mille um 1¾ Prozent gedrückt. Montane lagen heute etwas ruhiger, doch waren auch hier Steigerungen bis zu ¾ Prozent zu beobachten. Rheinstahl und Hoesch gehörten mit minus % bezw. minus ¼ Prozent zu den Ausnahmen. Von Braunkohlenwerten begegneten Rheinbraun(plus 1¾) und Eintracht(vlus 1¼½) stärkerem Interesse. Am Kalimarkt kamen Salzdetfurth um 3 Prozent höher an. Von chemischen Papieren eröffneten Farben ¼ Prozent höher. kamen aber bald bis auf 129¾ gebessert zur Notiz. Kokswerte gewannen 1¼ Prozent. Auch Autowerte waren rege gefragt, BMW gewannen 1¼. Daimler 1½ Prozent. Julius Berger zeigen eine weitere Erholung, im Verlauf betrug der Kursgewinn gegen den Vortag 3 Prozent. Von Maschinenwerten gewannen Orenstein 2½. Schwartzkopf 2¾ Prozent. Bald nach den ersten Kursen setzte sich die Aufwärtsbewegung auf fast allen Marktgebieten weiter fort. Auch der Rentenmarkt zeigt eine freundliche Verfassung, zumal von der weiteren Erholung der NeubesitzAnleihe um ca. 50 Pfg. ein kräftiger Impuls ausging. Stahlvereinbonds notierten ¾ Prozent. Hoesch=Obligationen 1 Prozent höher. Am Valutenmarkt schwächte sich das Pfund auf ca. ab, der Dollar errechnete sich mit etwa 2,495. Blanko=Tagesgeld erforderte unverändert 4 1¼ Prozent. ziehen. Die vorliegenden Nachrichten aus der Wirtschaft lauteten allgemein günstig. Einen guten Eindruck machte auch die Besserung der Neubesitzanleihe auf 10,10. Der Ordereingang war aber verhältnismäßig klein. I. G. Farben und Reichsbankanteile gelangten unverändert zur Notiz. Am Montanmarkte zogen Harpener um Prozent, Deutsche Erdöl, Gelsenkirchen, Buderus um je ½, Klöckner um ¼, Phönix und Stahlverein um ¼, sowie Rheinische Braunkohlen um 1¾ Prozent an, während Rheinstahl ¾ Prozent nachgaben. Von Elektroaktien waren Felten um 1½ und Schuckert um 1¼ Prozent erhöht, dagegen fielen Siemens durch einen Verlust von 1¾ Prozent auf. Zellstoff Waldhof tendierten ½ und Westdeutsche Kaufhosaktien 7/8 Prozent fester. Stark erhöht waren Salzdetfurth plus 3 und Aschersleben plus 1½ Prozent. Von Kunstseidenpapieren hatten Bemberg einen Gewinn von 1 Prozent. Festverzinsliche Werte lagen freundlich. Altbesitz plus 5/ Prozent. Von den im Freiverkehr gehandelten Aktien waren Aku lebhaft und 1 Prozent fester, Renten bei freundlichen Kursen ziemlich ruhig. Im Verlaufe zeigte sich Kaufinteresse, so daß sich die Tendenz weiter befestigen konnte. Farben gingen 2 Prozent über Anfang um. Am Einheitsmarkt traten ebenfalls Kursbesserungen ein. Versicherungen still. Von Pfandbriefen blieben Westboden unverändert, Rheinboden notierten 94—94¾. Die Börse schloß befestigt. An Versicherungen wurden notiert: Aach. Rückv. 1906, Agr. See Fl. L. 2956, All. u. Stuttg. V. 235B, Lebensv. 246 G, Colonia Feu, 130G, Colonia Rück. 240G, Gladb. Feuer 680G, Köln. Rck. gr. 125b, kleine 825. Ab 8. Mai 1934 gelteude folgende Preise für Metallhalbzeug(in RM. je 100 Kilogramm für Abschlüsse auf 100 Kilogramm): Kupfer: Bleche 76.50 Rohre 92,50(92.75), Drähte und Stangen 69.50(69,75), Schalen 166.00(168,00). Der Londoner Goldpreis beträgt am 8. Mai 1934 für eine Unze Feingold 136 sh 1½ d— 86=8478 RM., für ein Gramm Feingold demnach 52.5182 Pence .79222 RM. Wagengestellung der Reichsbahn vom 7. Mai 1934: Ruhrbezirk 19 266, Aachener Steinkohlenrevier 1934, rheinisches Brannkohlengebiet 3453; gefehlt keine. Middling UniDevisen-Kurse (in Reichsmark) 12,74.5 bezw. Kö’n günstig Bei ziemlich der Papiere an ruhigem Geschäft konnte die Mehrzahl der Kölner Börse leicht im Kurse anBaumwollmärkte Hamburg, 8. Mai. Tendenz stetig. versal loko 13.20 Dollarcents. Bremen, 8. Mai. Middling Universal Standard (28 mm) loko 13.20(12.95) Dollarcents. Großmarkt für den Nährstand in Köln Köln, 8. Mai. Es notierten in Mark für 100 Kilo Frachtlage Köln: Weizen rhein. 77—78 kg Preis für den andwirt ab Erzeugerstation im Preisgebiet W 10 20,50, Weizen ausl. 23,50—24,25, Roggen rhein, 72 kg Preis für den Landwirt ab Erzeugerstation im Preisgebiet R 8 , d i t o H a n d e l s p r e i s F r a c h t l a g e K ö l n 1 7, 6 0, H a f e r h i e s. —17,25, nordd. 18,25, Wintergerste inl. 17,50, Sommergerste inl. 17,50—18, Mais grober 19,10, kleiner 20, Weizenmehl inl. 15 Prozent Ausdruschweizen Grundtype 790 W 10 27,65, Roggenmehl 70 Prozent Grundtype 815 25,05, Roggenschrot inl. Grundtype 1800 für R 8 21,05, Weizenkleie sein 10,25, mittelgrob 10,75, grob 11, Biertreber 14,75 bis 15, Erdnußkuchenmehl 50proz. 16,10—16,30, 54proz. 16,50—16,65, Soyaschrot(extrahiert) 46proz. 15,75—16, Rapskuchen 38proz. 15,50, Palmkernkuchen lose 21proz. 14,75—15, Trockenschnitzel lose 9,60—9,90, Zuckerschnitzel lose 11,50—12, Rohmelasse—7,75, Wiesenheu lose 6,50 bis 6,80, Rotkleehen lose 8,20—8,40, Luzernekleeheu lose 9,80, Roggenstroh gepr.—1,10, Weizenstroh gepr. 0,90—1, Haferstroh gepr. 0,90—1. Tendenz: Die Lage auf dem Weizenmarkt hat sich nicht verändert. Roggen war fest, das kleine Angebot wurde glatt ausgenommen. Das Mehlgeschäft beginnt sich zu entwickeln. Die Lage könnte schon besser sein, wenn nicht der Markt durch zweithändige Partien beunruhigt würde. Hafer sehr fest bei geringem Angebot. Gerste war wenig gehandelt und im Preise unverändert. In Mais wurde mit Rücksicht auf den zu vollziehenden Preisausgleich gegenüber den etwas niedrigeren Preisen neuer Ernte nur der notwendigste Bedarf eingedeckt. Die Futtermittelpreise lagen bei stetigem Unterton unverändert. Unter der Notierung „Grobe Kleie“ sind nur die groben Schalen zu verstehen, wie sie nur von wenigen Mühlen hergestellt werden. Viehmärkte selben, waren in manchen Fällen aber auch noch niedriger als im Vorjahr. Die allgemeine Geschäftsbelebung, die sich in dem erhöhten Absatz der Elektrizitätsversorgungsunternehmungen zeigt, hat sich auf die Bahnbeteiligungen bis jetzt nicht ausgewirkt, sondern es sind sowohl die Zahl der beförderten Personen als auch die Einnahmen im Jahre 1933 weiterhin rückläufig gewesen. Nach angemessenen Abschreibungen ergibt sich ein Reingewinn von 1,19(.68) Mill. RM., der sich durch Hinzurechnung des Gewinnvortrages in Höhe von 1,19 auf 2,38 Mill. RM. erhöht. 4(5) Prozent Dividende sollen verteilt und der Rest von 352 341 RM. vorgetragen werden. Roggenkleie 11,25, Roggengrießkleie und Bollmehl plus 0,75; Viktoriaerbsen 20—22, kleine Erbsen 14—17, Futtererbsen 9,50 bis 11, Peluschken—8,25, Ackerbohnen 8,10—8,90, Wicken 7,70—7,90, Lupinen blaue 5,30—6, dto. gelbe 7,50—7,90, Seradella. neue 7,75—8,75, Leinkuchen Basis 37 ab Hamburg 6, Erdnußkuchen 50 Prozent ab Hamburg 4,95, Erdnußkuchenmehl Basis 50 Prozent ab Hamburg 5,10, Trockenschnitzel, Parität Berlin 5,10, Extrah. Soyabohnenschrot ab Hamburg .25 dto ab Stettin 4,65, Kartoffelflocken ab Stolp 7,00, dto, ab Berlin 7,30. Allgemeine Tendenz: ruhig. Markt= und Neue Frankfurter Allgemeine Versicherungs=A. G. Die GV. genehmigte den Vorschlag, aus einem Rein gewinn von 477 177 RM.(i. V. 460 192 RM.) 50 000 RM.(wie i..) an den Reservesonds zu überweisen 35 000 RM. wie i. V. den Wohlfahrtseinrichtungen zuzu führen, auf das nicht eingezahlte AK. wieder 125 000 MM. einzuzahlen, an die Aktionäre eine Dividende von wieder 10 Prozent auf das eingezahlte AK. auszu schütten und 79 955 RM.(i. V. 76 525 RM.) auf das Jahr 1931 vorzutragen. Abschluß der Elektrizitäts=Aktiengesellschaft vormals Schuckert und Co., Nürnberg Die Elektrizitäts=Aktiengesellschaft vormals Schuckert und Co.. Nürnberg, stellt in ihrem Geschäftsbericht fest daß die ihr nabestehenden Elektrizitätswerke im Jahre 1933 im Durchschnitt um.4 Prozent mehr Strom abgesetzt haben als im Vorjahr und daß in den ersten Monaten des Jahres 1934 gegenüber den gleichen Zeit abschnitten im Jahre 1933 eine weitere beträchtliche Steigerung der abgegebenen Strommengen zu verzeichnen ist. Da die Vermehrung des Stromverbrauches in der Hauptsache auf die Industrie entfiel und weitere Nachlasse auf Strompreise gewährt werden mußten, haben sich die Betriebseinnahmen nur um ca. 2 Prozent er höht, denen weiterhin vermehrte Ausgaben gegenüber stehen. Die Betriebsüberschüsse blieben deshalb die Gewinnabschluß bei der Gebhard& Wie wir erfahren, findet die Bilanzsitzung des Aufsichtsrates der Seidenweberei Gebhard& Co.,.=., Wuppertal=Bohwinkel, am 23. Mai statt. Die Gesellschaft hat im Jahre 1933 mit Gewinn gearbeitet(i. V. 231975 RM. Verlust, dazu 77815 RM. Verlustvortrag; durch Entnahme aus der Sonderrücklage II wurden hiervon 270 067 RM. gedeckt, während 39 723 RM. Rest verlust auf 1933 übernommen wurden). Die General= versammlung findet voraussichtlich Mitte Juni statt. Grevener Baumwollspinnerei.=., Greven i. Westf. Das Unternehmen schließt das Geschäftsjahr 1933 nach Vornahme von 111 790(i. V. 151 152) RM. Abschreibun gen mit einem Reingewinn von 196 799 RM. ab. Die (6. beschloß, hieraus die Dividendenzahlung mit 6% Prozent wieder aufzunehmen. Hierbei muß aber berücksichtigt werden, daß dem ausgewiesenen Reingewinn auf der Aktivseite der Bilanz ein Verlustvortrag von 186 865 RM. gegenübersteht. Es ist anzunehmen. daß der zur Dividendenzahlung nicht benötigte Betrag zur Verringerung des Verlustvortrages verwendet wird. Hamburger Warenmarkt Hamvulg, 8 Mai. Brasilkaffee Preislage unverändert. Zentralamerikanischer Kaffee: Die Offerten aus Zentralamerika lauten unverändert, während Columbien geneigt ist, auf Untergebote einzugehen. Der Platz hat ruhiges Abzugsgeschäft bei unveränderten Preisen. Reis: Geschäft wickelt sich in der bisherigen Form ab. Von draußen liegen Anregungen nicht vor. Auch ergeben sich keine Preisveränderungen. Kakao: Markt ruhig, Preise unverändert. Auslandszucker: Effektivmarkt ruhig=stetig, unverändert. Terminmarkt ruhig-stetig. Tschechische Kristalle Feinkorn prompt Mai 6,9 sh für 50 Kilo. Heu und Stroh: Tendenz ruhig, Preise unverändert. Berlin, 8. Mai. Auftrieb: 240 Ochsen, 509 Bullen, 709 Färsen, 4634 Kälber, 3837 Schafe, 23972 Schweine. Preise: Ochsen al) 32—33, b) 39—20, c) 26—28, d) 22—25; Bullen a) 28—29, b) 26—27, c) 23—25, d) 20—22; Kühe a) 25—26, b) 19—23, c) 15—18, d) 10—14; Färsen a) 30—31, b) 27—29, c) 24—26, d) 19—23; Fresser 15—22; Kälber a) 52—60, b) 42—50, c) 30—40, d) 18—25; Schafe a1) 37—38, b1) 35—36, c) 32—34, d) 27—31, e) 28—29, f) — 4 g) 1 7— 2 3; S c h w e i n e a 1) 5 0, a 2 3 2— 3 4, b) 3 1— 3 4, c) 30—32, d) 28—29, e) 23—25, f)—, g) 31—32. Tendenz: Rinder mittelmäßig, Kälber mittelmäßig, Schafe ziemlich glatt, Schweine ruhig. Hamburg, 8. Mai.(Schlachtviehmarkt.) Auftrieb: 1796 Kälber,°92 Schweine, Verlauf: Kälber schlecht, Schweine schlecht. Preise: Kälber a)—. b) 48—56, c) 35—45, d) 24—33, c) 15—22; Schweine al) ausgesuchte und schwere Speckschweine und a2) beste schwere Schweine 35—36, b) 33—35, c) 31—33, d) 30—31, e) 26—28, f) 20—25, g1) beste ausgesuchte Specksauen 31—32, g2) sonstige 25 28.— Der Rinder= und Schafmarkt findet bereits am Mittwoch, dem 9. Mai, statt. Altenessen, 8. Mai.(Schweinemarkt.) Auftrieb: 962 Stück. Es kosteten Ferkel im Großhandel: unter 6 Wochen bis 10,50, von—8 Wochen 11—16, von—12 Wochen 16—22, Läuferschweine von—4 Monaten 22—28, dito von—6 Monaten 28—40 Mk. Tendenz: Mittel. Warenberichte Berliner Großmarkt für Getreide und Futtermittel Es notierten: Märk Weizen Erzeugerpreis ab Station 199, W) 188 W 3 191. W 4 193 Mühleneinkaufspreis ab Station W 2 194 W 3 197 W 4 199; märk Roggen Erzeugerpreis ab Station 168, R 2 157, R 3 160, R 4 162, Mühleneinkaufspreis R“ 163 R 3 166, R 4 168;Braugerste frei Berlin 172—176, ab märk Station 148—153, Sommergerste frei Berlin 166 bis 169 ab märk Station 157—160, märk. Hafer frei Berlin 162 bis 166 ab Station 153—157; Weizenmehl(Grundtype 790) W 2 26,25. W 3 26,70. W 4 27, mit 15 Prozent Austausch weizen 0,75 Mk. Aufgeld, dto mit 30 Prozent 1,50 Mk geld: Roggenmehl(Grundtype 815) R Weizenkleie 11,90, Weizengrießkleie u Bollmehl plus 0, Au 0. R 4 Oele und Fette Hamburg, 8 Mai. Das Geschäft ist weiter sehr ruhig Lediglich für Erdnußöl, das im Preise etwas anzog, bestand Interesse. Kokosöl Ceylon sag gab dagegen etwas nach. Die Notierung war wie folgt: Kokosöl Ceylon sag inel. Faß MaiJuni Abl. 12,15,6 Pfund Sterling für 1016 Kilo, Erdnußöl roh ohne Faß Mai=August 20,75 Mark für 100 Kilo. Die übrigen Artikel blieben im Preise unverändert. Leinöl netto lose ohne Faß Mai-Oktober 28,75, Rüböl reines ohne Faß Mai=Oktober 38, Kokosöl roh in eis. Leihf. Mai=Juli 18, Soyabohnenöl roh in eis. Leihf Mai=September 19,50, Palm. kernöl roh in eis. Leihs. Mai=August 16,25, Rizinusöl 1. Pressung verzollt mit Barrels 35,50, dto. 2. Pressung 32, KokosPalmkernöl=Fettsäure verzollt mit Tierces prompt 24—28, Hammeltalg primat mit Fastage prompt 26—32, dto secunda 23—25 Mk. für 100 Kilo, Baumwollsaatöl Mai=Juni=Verschiffung 17,10 Pfund Sterling für 1016 Kilo.(Bei Leinöl wird für Holzbarrels ein Aufschlag von.—, bei Eisenbarre! ein solcher von 3,25 Mk. für 100 Kilo netto erhoben. Schmalz: Tendenz stetig, Preise unverändert. American Steamlard transito ab Kai 14, Purelard verschiedene Standardmarken raffn, per vier Kisten a 25 Kilo netto transit ab Kai 16,50—17 Dollar, Hamburger Schmalz in Drittelton= nen Marke Kreuz verzollt ab Zollstation 154 Mark für 50 Kilo Monate Kupfer strong 235,25—235,37 Metallnotierungen Berlin, 8. Mai. Es notierten in Mark für 100 Kilo: Elektrolytkupfer wirebar(Feststellung der Vereinigung für die deutsche Elektrolytkupfernotiz) 46,50, Original= Hüttenaluminium(98—99 Prozent, in gekerbten Blöckchen) 160, dito in Walz= oder Drahtwaren 164, Reinnickel (89—99 Prozent) 295, Antimon(Regulus) 39—41, Silber in Barren(900 für 1 kg sein) 36,25—39,25. Londoner Metalle London, 8. Mai, Kupfer Kasse 32,18 32,37—32,43, Elektrolytkupfer 35,25—35,50, 62,00, Elektrowirebars 35,50, Zinn Kasse 3 Monate 232—232,12, Zinn Banka 239,50, Zinn Straits 237,50, Blei ausl. prompt 11,06, Zink gew. prompt 14,81, entf. Sichten 15,12, Aluminium 100, Platin 7,75, Nickel 225—230, Gold 136,1½. Ruhrorter Frachten Frachtsätze von den Rhein=Ruhr=Häfen nach Rotterdam 0,35—0,90 Mk., Antwerpen=Gent 1,30, Brüssel, 1,70, Lüttich 2,20, Mainz=Mannheim 1,30, Frankfurt 1,45, Hanau=Karlsruhe 1,50, Aschaffenburg=Lauterburg 1,55, Straßburg 1,80 Mk.; von den Häfen des Rhein=HerneKanals nach Mainz=Mannheim.1,50, Frankfurt 1,65, Karlsruhe=Hanau 1,70, Aschaffenburg=Lauterburg 1,75, Straßburg 2, Rotterdam 1,10, Antwerpen=Gent 1,50, Lüttich 2,40 Mk. Kokszuschlag 10 Prozent. Schlepplöhne von den Rhein=Ruhr=Häfen nach St. Goar 0,54, St. Goar .54, Mainz 0,80—0,90, Mannheim 0,90—1 Mk. Reichsbank-Diskont: Berliner Wertpapierbörse vom 8. Mai Lombard-Zinstuß: 5 ¼ Anleihen Ot Reichssch 23 7% Dr Reichsanl 6% dto. 87 Anl des Dt Reiche Youngen Di Anl Ausl Sch lnk! Ablös Seh (Altbee Di Aul Ausl. Sch ohne Ablöe. Sch Neubes 6% Pr Staatsanl 2# 7% dto. 80 1. F 7% die. 31 11 F 6% dto 83 1 P 6% Dr Reichsbahn Sch R 1. 6% Dt Reichsp-Sch 8% Pr Landpfbr Gold R 19 4to 17/18 7% Pr Landpfbr Gold R. 10 7% dio R 7 8% d1o Goldkomm R 20 1% 41o R* Rheinprovins Aul Ausl Sch Westf Pros Anl Ausl Sch 3% Rheinpr Ldbk Goldpfbr S 9 8% Rheinor Ldbk Goldpfbr. 1/2 6½ dto. Lomm. 90.87 96 62 16 30 106.5 100.5 102 101 100 40 82.75 75.25 99.90 99 19.25 106.5 100.5 102 100 90 100.10 83 .5 .5 7% dio." la. 1b 7% die.„ 5 7% die„ 2 6% Westt Ldbk Pr. Doll. G 8% West! Ldbk Pr Feing 29 7% dto. Feina 26 dto Feina 27 %% Westt O Pfbr R 2/2 2% Dulsburger Stadtanlelhe 7% dto 20 7% Dasseldorfer Stadtanlelhe Köln Stadtanl. 6% Oberhausen 27 4% Rh-W Rodenhr. 0 Hyp Pfbr. S 4. 6. 12. 10 1% dto S 1. 9. 17 2% Rh-Westf. Bod Komm 29 S 7 10% Westd Bodenkr 0 Pfbr. Em 6 3% dto Em 89121“ die. Em 20/22 90.5 90.75 90 77.5 90.5 90 75 90 Banken 4llg Di Oredit A Bk ei Werte Berl. Handelsges Commerz- u. Prtv Bank Dr Bka Dise-Ges Dt. Hyp.-Bank 81.87 76 78.25 90.5 90.75 86 25 40.25 51.25 62 Dresdner Bank Reichsbank Westd Bod. Verkehr 10 1 Verkehr Reichsb. V. A. Hapag Hbg Süd Nordd Lloyd Industrie Accumulatoren Aku AEO Aschaff. Pap. Augsb. Nbg. Basalt AG. Bayr Mot. Bemberg Berger Jul. Berl. Karlsruh Berl. Kraft u. Licht Braunk Brik. Browo Bov. Buderus Byk Gulden Charl. Wasser Charlottenhütte 10 Chemle 10 Chemle 50% Chem Gelsenk Contl Gummi Contl Linol 59 149.62 65 112.12 22.75 23 47.12 168.75 51.87 26.5 39.75 60 17 127.75 66.5 117 95 87 131.75 176.75 72.75 49.5 83.75 162.25 141.25 145 55.29 Div Al Tggen bewal tausen Diebst Schlu Die 9 unter tes. T die§ zwei war, Mäda herrn sagten dem e De Seiche mung sicht! aussa desha Kamr Ar nach größt entdec land Kanal N von sich i der 2 wurde voren Ran von 1 Die 6 —.— AE Sahn buurzer Namge bebtef keit d reien beisch Li es ih Sekre Prote Laufb geord don b in de Probl diese wieder für n ging dats 1 Al wolker Zeit S907 gleiche Nach Wirre Berlin teien als 2 auf.! sich n das Aber fälscht dern. die G No hatte, als fr chinesi dabei Wupe eine 0 Wahr zog er bald entsche sein 2 Ehe lischen werde Engla mehr Ve bitsch zurück hoher eine auch Hypnotisierender Kriminalbeamter Als der Kaufmann D. in Teplitz vor einigen Tagen sein Bargeld, das er stets im Schreibtisch aufbewahrte, nachzählte, stellte er fest, daß ihm einige tausend Kronen fehlten. Er überlegte, wer wohl den Diebstahl ausgeführt haben könnte, und kam zu dem Schluß, daß es seine Hausgehilfin gewesen sein müßte. Die Polizei, der er sofort Anzeige erstattet hatte, untersuchte den Fall in der Richtung seines Verdachtes. Doch es fanden sich nicht genügend Momente, um die Hausgehilfin zu überführen. Trotzdem erschienen zwei Tage, nachdem der Diebstahl bemerkt worden war, zwei gutgekleidete junge Herren, die sich dem Mädchen, das allein in der Wohnung ihres Dienstherrn war, als Kriminalbeamte vorstellten und ihm sagten, daß es ihnen zu dem Auto folgen müsse, in dem es zum Polizeipräsidium gebracht werden sollte. Dem kleinen Mädchen vom Lande kam aber die Sache verdächtig vor, denn während der Vernehmungen hatte sie genügend Kriminalbeamte zu Gesicht bekommen und festgestellt, daß diese ganz anders aussahen als die beiden jungen Herren. Sie sagte deshalb, sie wolle nur einen Augenblick in ihre Kammer gehen, um sich anständig anzukleiden, die Herren sollten inzwischen im Salon warten. Anstatt sich aber nun anzukleiden, schlich sie sich zum Telephon und rief die Polizei an, der sie mitteilte, daß hier zwei verdächtig erscheinende„Kriminal= beamte“ wären. Dann ging sie, um ihre Rolle weiterzuspielen und damit die beiden jungen Herren noch einige Zeit festzuhalten. Es dauerte auch nicht lange, so erschienen richtige Kriminalbeamte. Sie forderten ihre ihnen unbekannten„Kollegen“ auf, sich zu legitimieren, wobei sich herausstellte, daß das kleine Mädchen vom Lande das richtige Gefühl gehabt hatte, als sie die Polizei anrief. Der eine Detektiv war nämlich ein Amateurhypnotiseur und der andere sein Gehilfe. Die beiden hatten dem bestohlenen Kaufmann den Vorschlag gemacht, gegen ein anständiges Honorar das Dienstmädchen zu hypnotisieren und ihr so das Versteck der Diebesbeute zu entlocken. Dem Kaufmann erschien der Vorschlag ganz annehmbar, da er nach seiner Meinung mit der Polizei schlechte Erfahrungen gemacht hatte, und er beauftragte den Amateurhypnotiseur, das Mädchen zu entführen und in seiner Wohnung sich seines Auftrags zu entledigen. Nun wird er sich mit seinen Kriminalbeamten zusammen vor dem Strafrichter verantworten müssen. Tschao Kung kaum erwünscht Trebitsch Lincoln, der größte Abenteurer aller Zeiten Eoerton, im Mai. Auf einem englischen Dampfer wurde bei der Suche nach dem amerikanischen Banditen Dillinger zufällig der größte Hochstapler aller Weltteile, Trebitsch Lincoln, entdeckt. Da gegen ihn ein Ausweisungsbefehl aus England vorliegt, mußte er sofort wieder die Rückreise nach Kanada antreten. Nach längerer Ruhepause hört man wieder einmal von Trebitsch Lincoln, der noch immer den Ruhm für sich in Anspruch nehmen kann, der größte Abenteurer der Welt zu sein. Trebitsch, der heute 55 Jahre alt ist, wurde als Sohn eines kleinen Lehrers in Ungarn gevoren. Schon in frühester Jugend machte sich sein Hang zum Abenteurerleben bemerkbar, und als er im Alter von 18 Jahren stand, war er eines Tages auf und davon. Die Eltern blieben zunächst ohne Nachricht, bis sie zu ihrem Erstaunen die Nachricht erhielten, daß sich ihr Sohn in Newyork befände, und Theologie studierte. Nach kurzer Zeit war Trebitsch, der sich in Amerika den Namen Lincoln beilegte, einer der bekanntesten und beliebtesten Kanzelredner der Weltstadt. Aber die Herrlichkeit dauerte nicht lange. Lincoln beging einige Gaunereien und zog es vor, wieder aus der Neuen Welt zu verschwinden. Lincoln wandte sich nach England, und hier gelang es ihm, sehr schnell festen Fuß zu fassen. Er wurde Sekretär eines englischen Staatsmannes, durch dessen Protektion er schließlich selbst in die parlamentarische Laufbahn kam. Im Jahre 1910 trater als liberaler Abgeordneter in das englische Unterhaus ein. Ganz London besuchte die zahlreichen Vorträge Trebitsch Lincolns. in denen er sich mit religiösen und außenpolitischen Problemen auseinandersetzte. Schließlich nahm aber auch diese Tätigkeit ein böses Ende. Der Abgeordnete kam wiederum mit dem Strafgesetz in Konflikt und wurde für mehrere Jahre ins Gefängnis geschickt. Natürlich ging er auf diese Weise auch seines Abgeordnetenmandats verlustig. Als sich im Sommer des Jahres 1914 die Gewitterwolken über Europa zusammenzogen, sah Lincoln seine Zeit gekommen. Er trat in die Dienste des englischen Spionagedienstes, des„Intelligence Service", aber zu gleicher Zeit tried er auch Spionage für andere Länder. Nach dem Kriege, als das deutsche Reich durch innere Wirren schwer erschüttert wurde, trieb es Lincoln nach Berlin, wo er wiederum für die verschiedensten Parteien arbeitete. Im Jahre 1920 trat er dann plötzlich als Pressechef des General=Landschaftsdirektors Kapp auf. Nach dem Mißlingen des Kapputsches wandte er sich nach der Tschechoslowakei, wo er Dokumente über das Treiben der Monarchisten in Deutschland anbot. Aber bald stellte es sich heraus, daß die Dokumente gefalscht waren, und Lincoln mußte wieder weiter wandern. Er wurde schließlich in Wien verhaftet und über die Grenze abgeschoben. Nachdem man längere Zeit nichts von ihm gehört hatte, tauchte der Abenteurer in Ceylon auf, wo er sich als friedlicher Farmer betätigte. Inzwischen brachen die chinesischen Wirren aus, und Lincoln mußte natürlich dabei sein. Er ging nach China und wurde der Ratgeber Wupeifus. In dieser Eigenschaft führte er sogar einmal eine chinesische Delegation, die in der Schweiz für die Wahrung der Rechte Chinas eintreten sollte. Ende 1934 zog er sich in ein buddistisches Kloster zurück und wurde bald darauf Prior. Das Jahr 1925 brachte dann eine entscheidende Wendung in seinem Leben. Er erfuhr, daß sein 22jähriger Sohn, der seiner in England geschlossenen Ehe entstammte, und der als Unteroffizier in der englischen Armee stand, wegen Raubmordes hingerichtet werden sollte. Er begab sich auf schnellstem Wege nach England, aber er kam zu spät. Sein Sohn weilte nicht mehr unter den Lebenden. Von blindem Haß gegen England erfüllt kehrte Trebitsch Lincoln sofort wieder um. Er ging nach China zurück und übersiedelte später nach Tibet, wo er als hoher buddhistischer Geistlicher amtierte. Er spielte dann eine Rolle bei den Wirren in Afghanistan, und er soll auch an dem Sturz Amanullahs beteiligt gewesen sein Dann kehrte er wieder nach Tibet zurück, wo er unter dem Namen eines Abtes Tschao Kung lebt. Jetzt hatte sich Lincoln eingeschifft, um in der Schweiz ein buddhistisches Kloster zu gründen. Die Durchführung dieses Planes ist zwar vereitelt worden, aber man kann damit rechnen, daß Trebitsch Lincoln bald wieder an anderer Stelle von sich reden machen wird. Fünf Minuten Borstenvieh Eine kleine Ehrenrettung— Die Musterschweine von Ruhlsdorf Ruhlsdorf, im Mai. Für uns Laien hat das Schwein den einzigen Lebenszweck, Schinken(gekocht oder roh), Eisbein, Speck, Kasseler und verwandte Nahrungsmittel oder Leckerbissen zu liefern. Daneven aber ist es uns bekannt wegen seiner unnachahmlichen Vorliebe für jede Art von Schmutz und wegen der unartikulierten Laute, die es in Augenblicken höchsten Wohlbefindens oder größter Gefahr von sich gibt und die wir mit Grunzen und Quieken zu bezeichnen pflegen. Seine— oft nicht deutlich erkennbare— Hautfarbe bringt ihm das durchaus hanmlose Vergnügen ein, in rosa Marzipanmasse nachgebildet zu werden. Außerdem bringen wir das Schwein in eine sehr anfechtbare Beziehung zur launenhaften Glücksgöttin. Damit basta! Ueber das Wie und Woher hat sich wohl nie jemand angesichts eines saftigen Eisbeins Kopfzerbrechen bereitet.— Doch! Einer macht sich bei diesem brkullischen Genuß bestimmt Kopfzerbrechen. Und das ist der Direktor der Schule, in der Schweine Zensuren bekommen,— der„Versuchswirtschaft für Schweinehaltung,=zucht und=fütterung" in Ruhlsdorf, einem Berliner Vorort. Hier dreht sich alles um das Schwein; hier ist dieses viel gelästerte Tier Mittelpunkt des Weltgeschehens. So wie manche Menschen totunglücklich sind, wenn das Hündchen nicht gefressen hat, so denkt und spricht Newyorker Schnellheirat Innerhalb einer Stunde verliebt, verlobt und verheiratet Newyork, im Mai. Es dürfte schwer fallen, den Rekord zu schlagen, den unlängst ein hiesiges Lievespaar aufstellte, das sich nach dem kurzen Zeitraum einer einstündigen Bekanntschaft trauen ließ. Eine 18jährige Waise, namens Louise Laymann, die bisher bei einer alten Tante im Mittelwesten lebte, sah sich durch die wirtschaftliche Notlage gezwungen, ihr Schicksal in eigene Hände zu nehmen und fuhr nach Newyork, in der Hoffnung, dort Arbeit und Brot zu finden. Das junge Mädchen, das außer einer guten Portion Unternehmungsgeist ebenfalls über äußerliche Reize verfügte, lernte während der Fahrt auf der Newyorker Untergrundbahn einen jungen Mann kennen. John Webbs half dem hübschen Mädchen beim Einsteigen und stand ihr ebenfalls beim Tragen ihres schweren Reisekoffers tatkräftig zur Seite, wie es junge Männer nun einmal gegenüber dem schönen Geschlecht zu tun pflegen. Worauf die beiden ins Gespräch kamen. John, ein fixer Bursche, den die Anziehungskraft der Schönheit vom Mittelwesten nicht kalt ließ, erkundigte sich nach ihren Plänen und schien große Anteilnahme an ihrem Geschick zu verraten. Nachdem das Mädchen durchblicken ließ, daß sie in Newyork vollkommen fremd sei, Arbeit, zunächst aber eine billige Unterkunft suche, klärte er sie zunächst einmal über die Gefahren der Weltstadt auf. Er schilderte in beredten Worten das gefährliche Pflaster, das Newyork für ein hübsches, junges und dazu noch unerfahrenes Kind vom Lande bedeute. Auch auf die Aussichtslosigkeit in Neioyork Arbeit zu finden, wies er eingehend hin. Die Stadt beherberge bereits mehr als eine Million Stellungsloser, und er könne ihr daher wenig Hoffnung machen, überhaupt eine Beschäftigung zu finden. Fast schien es, als ob Louise ob dieser miesmacherischen Tiraden ihres Begleiters verzweifeln wolle und als ob in wenigen Sekunden Tränen über ihre rosigen Wangen rollen würden. Er aber überblickte die Situation blitzschnell und ging zu einer Liebeserklärung über, deren Kürze nur das Newyorker Tempo hervorrief. Beiläufig erwähnte er auch, daß er Korrespondent in einem großen Versandhause sei, 30 Dollars die Woche verdiene und sich allein fühle. Nachdem beide eine halbe Stunde auf der Bahn gefahren waren, glaubte John mit seinem Heiratsantrag nicht länger zögern zu dürfen, und fragte die junge Reisegefährtin kurz entschlossen, ob sie seine Frau werden wolle. Louise schien zwar etwas perplex über diesen unerwarteten Vorschlag, glaubte aber das dies nun einmal zum Newyorker Tempo, wo Zeit und Geld identische Begriffe waren, gehörte und willigte ein. Ihr unbekannter Gefährte aber, nach dem Grundsatz: Verschiebe nie auf morgen, was du heute kannst besorgen, stieg mit ihr gleich an der nächsten Haltestelle aus und ließ sich beim nächsten amt trauen. Die zu dieser Formalität unentbehrlichen Trauzeugen waren auch bald gefunden. In der Person eines Stiefelputzers und eines Zeitungsverkäufers, die beide für einen geringen Obolus diese Funktion erfüllten. Die Zeromonie selbst nahm keine zehn Minuten in Anspruch und John erfuhr erst bei dieser Gelegenheit Vor= und Zunahmen seiner Auserkorenen. Jedenfalls war für Louise die Frage der Wohnung und des Arbeitsplatzes gelöst. Telefon und Regenschirm Kleine Tragikomödie um eine beschwerdeführende Dame London, im Mai. Die Londoner sind im allgemeinen mit ihrem Telephondienst sehr zufriedeen, besonders seitdem die meisten. Anschlüsse bereits auf automatischen Betrieb umgeschaltet worden sind. Nur vor kurzem hat es einen zwar durchaus ernst gemeinten, dafür aber in der Oeffentlichkeit um so mehr belachten Beschwerdefall gegeben. Eine Dame kam wutentbrannt auf das Postamt und erklärte der Beschwerdestelle, daß sie in einem öffentlichen Fernsprechautomaten eine geschlagene halbe Stunde auf eine Verbindung gewartet habe, die nicht zustandekommen wollte. Dabei wisse sie ganz genau, daß sich der angerufene Teilnehmer um diese Stunde melden müsse. Von der Beschwerdestelle aus machte man die Probe aufs Exempel, und siehe, der angerufene Teilnehmer meldete sich unverzüglich Die beschwerdeführende Dame bestand aber darauf, daß dann der Aprarat, von dem aus sie angerufen habe, nicht in Ordnung gewesen sei. Ja, sie verstieg sich sogar zu der Beinahe=Beamten=Beleidigung, daß es die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der Postverwaltung sei, darauf zu achten, daß alle Apparate in Ordnung seien. Mit Frauen muß man vorsichtig umgehen. besonders wenn sie beschwerdeführend find. Der Beamte, der ihre Beschwerde entgegengenommen hatte, wußte dies nur allzugut. Und deshalb erbot er sich höflich, mit der Dame zu der beanstandeten Telephonzelle zu gehen, um sich höchst persönlich von der Stichhaltigkeit der Beschwerde zu überzeugen Dort angekommen, versuchte der Beamte, die gewünschte Verbindung herzustellen. Und tatsächlich funktionierte der Apparat unter seiner sachverständigen Bedienung. Nun sagte die Dame plötzlich gar nichts mehr, sondern wollte selbst einmal versuchen. Der Beamte verließ gut erzogen die Telephonzelle und wartete draußen auf sie. Er wartete fünf Minuten, er wartete zehn Minuten. Und er schien auch zu wissen, daß man Frauen beim Telephonieren vor allem in öffentlichen Sprechzellen niemals stören dürfe, denn er wartete auch geduldig fünfzehn Minuten. Dann aber öffnete die beschwerdeführende Dame wutentbrannt die Zellentür, den Hörer an der Verbindungsschnur hielt sie in der Hand.„Sehen Sie, ich hatte doch recht mit meiner Beschwerde! Jetzt funktioniert der verflixte Apparat schon wieder nicht!“ Der Beamte sah hin und— begann ein nichtendenwollendes Gelächter. Worüber die beschwerdeführende Dame noch mehr in Wut geriet. Schließlich beruhigte sich der Beamte soweit, daß er erklären konnte. Die Dame hatte nämlich einen Regenschirm— wegen des launischen Wetters— bei sich, den sie in Ermanglung einer anderen Möglichkeit an den Haken des Apparates gehängt hatte, der in unbenutztem Zustand den Hörer zu tragen pflegt. Und es dauerte noch eine gute Weile, bis der Beamte ihr klarmachen konnte— immer wieder von Gelächter unterbrochen—, daß sie ja dadurch das Zustandekommen der Verbindung selbst unmöglich gemacht habe, die Postverwaltung also vollkommen unschuldig an ihrem Aerger sei. hier alles nur vom Schweinefraß. Denn Fressen, Fressen und nochmals Fressen ist schließlich im Schweineleben „der Weisheit letzter Schluß". Man wirft den Schweinen, die hier leibhaftige kleine Götter sind, jedoch nicht etwa wahllos Abfälle in den Trog, sondern mästet sie nach den allerneuesten Erfahrungen der Ernährungsforschung. Da wird zum Beispiel sorgfältig geprüft, welche Qualität Fischmehl oder Eiweiß in der Futtermasse— hauptsächlich Kartoffelbrei— dem Schweinemagen, beziehungsweise Speck, am besten bekommt. Nach jeder Fütterung werden strenge Zensuren erteilt. Haben die Schweine den Trog mit einem Mal leer gefressen, so bedeutet das— in die Schulsprache übersetzt—„sehr gut". Haben sie ihn so ziemlich leer gefressen, so erhalten sie immer noch die Note„gut". Doch — wie. in der Schule— Strafe muß sein, wenn es schlechte Zensuren gegeben hat. Dann wird ihnen bei der nächsten Fütterung eine schmälere Ration in den Trog geschüttet. Denn Wenigessen und Hungern regt bekanntlich den Appetit an. Da man sich augenblicklich mit der„schwerwiegenden" Frage beschäftigt, ob es ratsam ist, Schweine bis zu einem Gewicht von vier Zentnern zu mästen, ist die Fütterung doppelt wichtig. Denn allzu lange darf ein Schwein auch nicht in dieser Welt weilen, da jeder Tag der Züchter Geld kostet und den Ertrag verringert. Selbstverständlich werden die Tiere schon aus diesem Grund täglich gewogen,— und manchmal zu leicht befunden. Aber auch Gewichtszunahmen von mehr als einem Pfund innerhalb von 24 Stunden hat man schon erreicht. Das macht fast das Doppelte von dem aus, was die kleinen Ferkel in dem Augenblick wiegen, da sie das Licht der Schweinekoben=Welt erblicken. Und um auf vier Zentner zu kommen, müssen die bedauernswerten Tiere schon fleißig sein und oft die Note„sehr gut" erhalten. Ein Besuch in dieser Versuchswirtschaft ist auf jeden Fall lohnend. Denn hier kann man binnen fünf Minuten sämtliche Vorurteile loswerden, die man bisher mit dem Schwein schlechthin verband. Man sieht: das Schwein fühlt sich am wohlsten, dort, wo es am— saubersten ist! In den Ställen— sozusagen in den Wohnräumen— herrscht peinliche Sauberkeit. Für den Schmutz ist ein besonderes Plätzchen reserviert. Dort aber legen sich die Schweine niemals nieder. Hat man das erwardet?— Auch über die Intelligenz des Schweines kann man lehrreiche Aufschlüsse erhalten. Jede Box hat eine besondere Wasserleitung, die von den Schweinen selbsttätig mit dem Rüssel bedient wird, wenn der Wassertrog leer ist. Die Tiere sorgen also jeder Zeit selbst für frisches Wasser. Kann man mehr verlangen? Hätte der selige Johann Strauß von dieser Versuchsanstalt gewußt, als er im„Zigeunerbaron“ seinen Schweinezüchter Csupan singen ließ:„Ja, mein idealer Lebenszweck ist Borstenvieh und Schweinespeck“, dann hätte er sich hier bestimmt weitere Informationen geholt. Es ist wieder einmal deutsche Forschung, die in der ganzen Welt Beachtung und Anerkennung findet. Und wenn man eine Scheibe Schinken verspeist, in der Fett und zartes Fleisch in richtigem Verhältnis verteilt sind, dann ahnt wohl niemand, daß dies nicht bloßer Zufall ist, sondern, daß ein ganzer Stab von Wissenschaftlern und Fachleuten lange Zeit tätig sein mußte, um durch geeignete Fütterung und Lebensweise der Schweine dem Schinken den richtigen Gehalt zu geben. Man kann— wie gesagt— hier binnen fünf Minuten sämtliche Vorurteile loswerden... Geistesgegenwärtiger Pholograph Aus Leitmeritz wird von einem Einbruchsversuch berichtet, der einer seltenen Komik nicht entbehrt. In den frühen Nachmittagsstunden versuchte ein junger Mann in mehrere Wohnungen einzudringen, mit dem Vorsatz, die zur Maifeier abwesenden Bewohner zu berauben. In einer Wohnung gelang es ihm mittels Nachschlüssels die Türe zu öffnen und aus der Garderobe einen Herrenüberzieher zu entwenden. Bei seinem nächsten „Besuch" im Nachbarhaus entwickelte der Einbrecher ein unvorhergesehenes Pech. Der Wohnungsinhaber, ein Photograph, wurde auf den Dieb aufmerksam und fragte nach seinem Begehren. In die Enge getrieben, suchte der überraschte Dieb nach einer Verlegenheitsausrede und sprach:„Ich möchte mich photographieren lassen". Der Photograph kam dem Wunsche des„Kunden" bereitwilligst nach, und forderte ihn auf, Platz zu nehmen. Wohl oder übel mußte der Einbrecher sich photographieren lassen. Statt der erwarteten reichen Beute hinterließ er dem Photograph keine Aufnahme. Am folgenden Tage begab sich dieser mit dem entwickelten Bild zur Polizei und brachte den seltsumen Fall zur Anzeige. Auf Grund des Lichtbildes siel es nicht schwer, des Einbrechers habhaft zu werden, den man in der Person eines langgesuchten mehrfa aften Gewohnheitsdiebes ertappte. Durch die Geistesgegenwart des Photographen ist der Verbrecher seiner Bestrafung zugeführt worden. RUNDFUNKDonnerstag, 10. Mai .15 Von Hamburg: Hamburger Hafenkonzert. Auf dem Dampfer„Wangoni“ der Woermann=Linie, 1. 1. Die Glocken vom Großen Michel, dem Wahrzeichen der deutschen Seefahrer. 2. Choral:„Auf Christi Himmelfahrt allein". II. 1. Yorckscher Marsch; 2. Ouvertüre zur Oper„Undine“ von Lortzing; 3. Stolzeufels am Rhein. Lied von Meißler; 4. Regimentskinder, Marsch von Fucik: 5 C. Frühling, wie bist du so schön Walzer von Lincke: 6. Parade im Märchenwald von 7. Pom Rhein zur Donau. Potpourri ven Rhode: 8 Es zog ein Bursch binaus. Marsch von Gnauck; 9. Wer uns getraut, ein Lied aus der Operette„Zigeunerbaron“ von Strauß; 10. Potpourri aus der Overette„Wie einst im Mai“ von Kollo; 11. Veilchen am Wege Walzer von Fetras; 12. BaratariaMarsch von Komzak. .15—.25 Zeit. Wetter, Nachrichten. .00 Evangelische Morgenteier. .45 Kammermusik. Egbert Grape(Klavier). Konzert im italienischen Stil von J. S. Bach. 10.00 Katholische Morgenfeier. 11.00 Liederstunde Fr. Eugen Engels(Tenor), Egbert Grape(Klavier), 1. Aus der Winterreise von Schubert. Der Wegweiser—. Frühlingstraum— Die Post 2. Impromptu=Ges=Dur von Schubert. Egberi Grape. 3. Drei Lieder von Wolf: Verborgenheit— Gärtner — Der Musikant. 4. Wilhelm=Raabe=Musik von Graener. Egbert Grape. 11.30 Von Leipzig: Reichssendung: Bach=Kantate.„Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden“ Kantate von Joh. Seb Bach. Mitwirkende: Das Stadt= und Gewandhausorchester: Der Thomanerchor; Solisten: Hugo Zeeh(Tenor), Otto Karl Zinnert (Baß); Leitung: Thomaskantor D. Dr. Karl Straube. 12.00 Unterhaltungskonzert. Uebertragung aus Hohenlimburg: Blasmusik Ausgeführt vom Musikzug der SA=Standarte M 166 Werdohl, Leitung: M3=Führer Busch. 13.00 Ein Wort an alle. 13.10—14.45 Mittagskonzert. Das Westdeutsche Kammerorchester, Leitung: Wilhelm Keiper. 1.„Die Landsknechtstrommel, Marsch von Gättke=Weninger; 2. Ouvertüre zur Oper„Die Krondiamanten" von Auber: 3. Ein Frühlingsfest. Suite von Andvieu; 4. Zwei böhmische Tänze von Smetana: 5. Diomanten und Perlen, ein Potpourri über beliebte und bekannte Melodien von Dostal. 6. Im schönen Tal der Isar, Walzer von Löhr: 7. Bauern=Sutte von Allbout; a) Tanz auf der Dorfaue: b) Kobold in der Schmiede; c) Die Dorfschöne: d) Einzug der Schützengilde: 8. Der Froschkönig, Märchenonvertüre von Rust: 9. Melodien aus der Operette„Der Tenor der Herzogin" von Künneke. 15.10 Der Gymnicher Ritt. Eine alte Prozession zu Pferde in einem rheinischen Landstädtchen. Ein Hörbild mit vielen Originalaufnahmen von Herm. Tölle. 15.45 Eduard Hollerbach: Das Hakenkreuz als Zeichen altgermanischer Weltanschauung. 76.00 Von München: Nachmittagskonzert. Leitung: Erich Kloß. 1. Ouvertüre zu„Der schwarze Domino“ von Auber; 2 Die Tellskapelle von Liszt; 3. Szenen aus „Nicodemus“ von Grimm; 4. Die Pesther, Walzer von Lanner; 5. Kleine Konzertsuite von Coleridge=Taylor. 17.00 Uebertragung aus Düsseldorf: Jubiläums=Renntag in Grafenberg. Sprecher: Probst. 17.20 Lieder aus dem kleinen Rosengarten von Hermann Löns. 1. Heiß ist die Liebe; 2. Rosmarienheide zur Maienzeit blüht; 3. Alle Birken grünen in Moor und Heid“; 4. Hier und da(Irrlichtertanz); 5. Die Trommeln und die Pfeifen; 6. Am Heidberg geht ein leises Singen; 7. Die Sommervögel singen jetzt; 8. Das Fähnlein tut winken; 9. Und als mein Vater die Mutter freit; 10. Die Finken und die schlagen. Der Kammerchor des Reichssenders Köln. Leitung: Josef Breuer. 18.00 Von deutscher Art und Kunst, Jacob Grimm: Vom Wesen der deutschen Volkssage. Sprecherin: Aenne von Werden. 18.10 Wir erzählen eine rheinische Sage.„Die Zwerge im bergischen Land“. 18.30 Das deutsche Himmelreich Eine musikalische Hörfolge von Dr. Wilhelm Fraenger. 19.30 Musik am Abend Das Große Orchester des Reichssenders Köln, Leitung: Otto Jul. Kühn. Solisten: Mia Münstermann(Sopran), Friedr. Eugen Engels(Tenor); Josef Pembaur(Klavier). 1. Einzug zum 3. Akt aus der Oper„Lohengrin“ von Wagner; 2. Arte der Rezia, aus der Over„Oberon“ von Weber: 3 Walzerfolge des 3. Aktes aus der Oper„Der Rosenkavalier" von Strauß; 4 Szene und Duett aus der Oper„Cavalleria rusticana“ von Mascagni.— 20.00 Sportvorbericht.— 5. Konzertstück für Klavier und Orchester von Weber. Josef Pembaur; 6. Ouvertüre zur Oper „Turandot“ von Weber. 20.45 Deutsche Erzähler. Wilhelm Vershofen: Geschichten aus Sonnhövel. 21.10 Italienische Volksmusik, Friedrich Eugen Engels (Tenor); Die sechs frohen Sänger; Der Kammerchor des R.., Leitung: Josef Breuer; Das Große Orchester des R.., Leitung: Leo Eysoldt; Ein Mandolinenorchester. 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten. Wochenvorschau. 22.20 Zehn Minuten Schach. 22.30—.00(nach Hamburg, Leipzig und Berlin) Tanzmusik. Leo Eysoldt mit seinem Orchester, Freitag, 11. Mai .00 Morgenruf .05 Bauernfunk„Was tut die Bäuerin im Monat Mai?“ .20 Frühkonzert(Schallplatten) .30 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen .50 Zeit, Wetter, Nachrichten .00 Morgenkonzert. 1. Präludium von Järnefeldt. 2 a) Davina harret dein, aus der Oper„Fra Diavolo“ von Auber, b) Tief in den Abruzzen, aus der Oper„Alessandro Stradella“ von Flotow. 3. Ouvertüre zur Oper„Wilhelm Tell“ von Rossini. Mitglieder der Kapelle der Staatsoper Berlin. 4. Arioso der Lauretta:„Väterchen, teures, höre“, aus der Oper„Gianni Schicchi“ von Puccini. 5. Hochzeitstanz aus„Die Waldtaube“ von Dvorak. Berliner Philharmoniker. 6. Bagatelle in=Dur von Beethoven. Wilhelm Kempff(Klavier). 7. Querschnitt durch die Oper„Hänsel und Gretel“ von Humperdinck. Solisten, Frauenchor der Staatsoper und Berliner Philharmoniker. 8. Sinfonische Walzerkette von Melichar. Kapelle der Staatsoper Berlin. 9 Chinesische Nachtwache, Charakterstück von Siede. 10. Alexander=Marsch von Leonhardt. Großes Blasorchester der Schutzpolizei Berlin .00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .05 bis.20 Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.10 Schulfunk für Schüler vom 7. bis 10. Lebensjahre. Käthe Martin: Kinderturnen mit Musik 10.30 Wir und die Welt— Schulfunk. Wir messen die Welt. Eine Unterhaltung. Zusammenstellung: Peter Brüls 11.00 Wir und die Welt. 2. Teil. Richard Heinemeyer: „Was ist los im Sport?" Martin Hallensleben: „Im australischen Busch“ 11.30 Funkwerbung mit Schallplatten 12.00 Unterhaltungskonzert. 1. Standartenmarsch von Sahm. 2. Festonvertüre von Leuthner. 3. Morgenblätter=Walzer von Strauß. 4. Aschenbrödels Brautzug, Charakterstück von Dicker. 5. Militär=Ouvertüre von Zwicker. Ausführende: Musikzug der Standarte 81, Trupp 1, Leitung: Adolf Sahm Tabakversteigerung an der Amsterdamer Börse An der Amsterdamer Börse fand dieser Tage die alljährliche Sumatra=Tabakversteigerung statt, die das lebhafte Interesse aller europäischen Tabakhändler fand. Lebhafter Betrieb bei der Sumatra-Tabak= versteigerung an der Börse in Amsterdam PROGRAMM 12.45 Mittagsmeldungen 1, Glückwünsche 13.00 bis 14.45 Mittagskonzert. Die fröhlichen Fünf. 1. Das fidele Alt=Berlin, Marsch=Potpourri von Robrecht. 2. Geschichten aus dem Wiener Wald, Walzer von Strauß. 3. Potpourri aus der Operette „Der Obersteiger“ von Zeller. 4. Ronde de BachiBonzoneks, Intermezzo von Gabriel=Marie. 5. Uebertragung aus Essen: Ufa=Theater Lichtburg: KinoOrgel. gespielt von Kapellmeister Jos. Schafgans.— 13.45 Mittagsmeldungen 2.— 6. Donauwellen, Walzer von Ivanovici. 7. Ein armer Wanderbursch, Tango von Vacek. 8. Tirol im Lied, Potpourri von Fetras. 9. Marionettengroteske, Intermezzo von Dreyer. 10. La Paloma, Lied von Yradier. 11. Vorwärts in die neue Zeit, Marsch von Krützfeld. 12. Kino=Orgel 15.10 Bevölkerungspolitik— eine deutsche Schicksalsfrage(). Prof. Dr. Kumpmann: Mehr Menschen, bessere Menschen 15.30 Wirtschaftsmeldungen 1 15.40 Frauenstunde.„Besuch auf dem Gaubüro der NS=Frauenschaft"(Aufnahme) 16.00 Nachmittagskonzert. Das kleine Orchester, Leitung Leo Eysoldt. 1. Huldigungsmarsch von Liszt. 2. Walzer aus dem Ballett„Schwanensee“ von Tschaikowsky. 3. Lyrische Suite von'Albert=Becce. 4. Melodien aus der Oper„Don Giovanni“ von Mozart. 5. Norwegische Rhapsodie Nr. 3 von Svendsen. 6. Ballade von Debussy. 7. Türkischer Marsch von Mozart 17.00 Denkmäler germanischer Kultur jenseits der Alpen(). Prof. Dr. Walter Bombe: Kunst und Kultur der Langobarden in Italien 17.25 Vesperkonzert. Mitwirkende: August Schreiber (Cello), Egbert Grape(Klaveir). Sonate op. 19 für Cello und Klavier=Moll von Rachmaninow 18.00 Jugendstunde. Mit dem Mikrophon durchs Sauerland:„Dorfjugend treibt Sport“. Eine Plauderei 18.20 Englische Unterhaltung. 18.40 Vom Tage 18.50 Wirtschaftsmeldungen 2 und Sportvorbericht 19.00 Abendmusik. Blasmusik. Ausgeführt vom Musikzug der Standarte 31, Leitung: Gruppenmusikzugführer Ottomar Suhle. 1. Alexander=Marsch von Leonhardt. 2. Marschperlen, Potpourri von Blankenburg. 3. Sedan=Marsch von Lange. 4. Armeemarsch Nr. 118. 5. Unter dem Siegesbanner, Marsch von Blon. 6. Hoch Heidecksburg, Marsch von Herzer. 7. Märkische Heide von Lincke. 8. Die Wachtparade kommt von Eilenberg. 9. Marsch der Standarte 31 von Tuch 19.50 Abendnachrichten 20.00 Politischer Kurzbericht 20.15 Reichssendung: Stunde der Nation. Ein Trupp SA 21.25 Arbeitsschlacht im Westen 22.20 Theater im Westen 23.00 bis.30 Besinnliche Stunde. Samstag, 12. Mai .00 Morgenruf .05 Frühkonzert .30 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen .50 Zeit, Wetter, Nachrichten .00 Wiederholung des Morgenrufs. Anschließend: Morgenkonzert. Uebertragung aus Bielefeld: Blasmusik. Ausgeführt vom Musikzug der NSDAP Bielefeld, Ortsgruppe Pottenau, Leitung: MZ=Führer Althans .00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen .05 Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen .20 bis.30 Für die Frau. Maria Schnölk:„Backen im schwimmenden Fett“ 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.10 Kindergarten 10.30 Arbeitsschlacht im Westen 11.00 Schulfunk. Englisch für die Mittelstufe höherer Lehranstalten. Ingeborg Hesse: Fußball und Rugby in England 11.30 Funkwerbung mit Schallplatten 12.00 Mittagskonzert 1 12.45 Mittagsmeldungen 1, Glückwünsche 13.00 Mittagskonzert 2 13.45 Mittagsmeldungen 2 14.00 bis 14.45 Wochenendkonzert auf Schallplatten 15.00 Kinderstunde. Ueberfall am Nüssenberger Busch! 15.30 Wirtschaftsmeldungen 15.45 Arbeitsbeschaffungsfront. Ing. Amelang: Das Gas als Volkskonsummittel 16.00 Nachmittagskonzert. Freidrich Smetana zum 50. Todestage(gest. 12. Mai 1884 zu Prag). 1. Szenen aus der Oper„Die verkaufte Braut" a) Ouvertüre, b) Arie„Wer in Lieb entbrannt" und Duett„Weiß ich doch eine, die hat Dukaten", Charles Kullmann (Tenor) und Eugen Fuchs(Baß), c) Arie„Es muß gelingen", Julius Patzak(Tenor), d) Auftritt der Komödianten, e) Sextett„Noch ein Weilchen, Marie“, E. Berger, E. Ruziczka, E. Zador, W. Beck, W. Großmann. E. Fuchs, f) Ballettmusik, Berliner Philharmoniker.— 2. Klaviersoli: a) Aus den„Hochzeitsszenen“ Hochzeitszug— Braut und Bräutigam, Eduard Erdmann, b) Zigeunertanz, Wilhelm Backhaus.— 3.„Die Moldau“, aus dem Zyklus: Mein Vaterland: Die Quelle der Moldau— Waldjagd— Bauernhochzeit— Mondschein— Nymphenreigen— St.=Johannes=Stromschnellen— Die Moldau strömt breit dahin 17.00 Volk erzählt. W. Heute: Dä Bartschräpper 17.15 HI singt und musiziert 18.00 Wirtschaft unter der Zeitlupe 18.20 Wanderungen in Rheinland und Westfalen. Dr. Lindemann: Marienheide=Müllenbach im Oberbergischen 18.40 Vom Tage 18.50 Wirtschaftsmeldungen 2 und Sportvorbericht 19.00 bis.00 Heiteres Wochenende 19.00 Frisch gespielt und froh gesungen. Willy Schneider(Baß), Willi Jansen(Akkordeon): Sechs frohe Sänger; Eine Dorfkapelle; Ein Mandolinenorchester. Leitung: Gustav Kneip 20.00 Erste Abendmeldungen 20.15 Bunter Abend().„Diesmal erst im Zoo— und dann im Eden". Marguerite Perras; Rosl Seegers; Margarete Slezak; Trude Marlen; Louise Graveure; Kurt Engel; Ludwig Bernhuber; Erwin Hartung: Helge Roswaenge; Willy Fritsch. Das Berliner Funkorchester, Dirigent: Alois Pachernegg, Kapelle Oscar Joost. Wochenendübertragung aus dem Berliner Zoologischen Garten und vom Eden=Dachgarten 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 22.20—.00 Bunter Abend(2) Schluß des redaktionellen Teiles entschlief nach längerem Leiden, aber dennoch plötzlich und unerwartet, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau Wwe. Fritz Thomas Gertrud geb. Schaefer gestärkt mit den Heilsmitteln der römisch-katholischen Kirche, im Alter von 63 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hedwig Kühnen geb. Thomas Dr. med. Fritz Thomas August Kühnen und 2 Enkelkinder. Köln-Kalk(Remscheider Str. 18), Berlin, den 7. Maj 1934. Das feierliche Seelenamt wird gehalten am Freitag, dem 11. Mai. um.30 Uhr, in der Pfarrkirche St Joseph zu Köln-Kalk. Die Beerdigung findet am gleichen Tage. nachm..30 Uhr. von der Leichenhalle des Kalker Friedhofes. Merheim rrh., aus statt Sollte jemand aus Versehen eine besondere Einladung nicht erhalten haben, so bitten wir, dieses als solche zu betrachten. elee EE Am 17. Mai 1934, 9 Uhr, soll im Justizgebäude, Reichenspergerplatz 1. Zimmer 77, das nachbezeichnete Grundstück versteigert werden; Köln, Dreikönigenstraße 2, Wohnhaus mit Hofraum. Größe:.12 Ar, Nutzungswert: 2100.— Mk. Köln, den 2. Mai 1934. Amtsgericht, Abtl. 39. Am 18. Mai 1934, vormittags 10 Uhr. soll im Justizgebäude. Rei chenspergerplatz 1. Zimmer 77, da: nachbezeichnete Grundstück versteigert werden: Köln, Wahlenstraße 2, Wohn- und Restaurationsgebäude mit Hofraum; groß:.87 Ar. Nutzungswert: 1300.— Mk. Köln, den 4. Mai 1934. Das Amtsgericht, Abt. 40. Am 18. Mai 1934, vorm. 9½ Uhr. soll im Justizgebäude, Reichensper gerplatz 1. Zimmer 77, das nachbezeichnete Grundstück versteigert werden: Köln, Körnerstraße 81, Wohn- und Restaurations-Gebäude mit Anbau und Hofraum; groß:.43 Ar, Nutzungswert: 2800 M. Köln, den 4. Mai 1934. Am 18. Mai 1934, vormittags 9 Uhr, soll im Justizgebäude, Reichenspergerplatz 1, Zimmer 77, das nachbezeichnete Grundstück verstergert werden: Köln, Salierring 26, Wohnhaus mit Hofraum, groß: 4,83 Ar, Nutzungswert: 11 000.— Mk. Köln, den 4. Mai 1934. Das Amtsgericht, Abtlg. 40. Am 18. Mai 1934, vormittags 10½ Uhr, sollen im Justizgebäude, Rei chenspergerplatz 1. Zimmer 77, die nachbezeichneten Grundstücke versteigert werden: Gemarkung Köln, Flur 89 1. Parzelle 943/286, Acker, Berg straße ohne Nr., Hofraum usw. groß: 34.95 Ar. Reinertrag: 9,18 Tl. 2. Parzelle 928/286, Hofraum usw.. Bergstraße, groß: 6,37 Ar, 3. Parzelle zu 930/286 aus 574/286. Hofraum. Neußer Straße, zu 467. groß:.01 Ar. 4. Parzelle 929/286. Hofraum usw., Bergstraße, groß: 15.02 Ar. 5. Parzelle zu 930/286 aus 575/286. Hofraum. Neußer Straße zu 467. groß:.06 Ar. Eigentümer: Johann Adam Vater rodt, Rechtsanwalt in Köln-Lin denthal Köln, den 4. Mai 1934. Amtsgericht, Abt. 40. Am 17. Mai 1934. 9½ Uhr, sollen im Justizgebäude, Reichenspergerplatz 1, Zimmer 77, die nachbezeichneten Grundstücke versteigert werden: Köln-Longerich, Volkhovener Weg, 1. Flur 110, Parzelle 503/89, groß 2,83 Ar, Acker, Reinertrag 0,62 Taler, 2. Flur 110, Parzelle 504/89, groß 1,42 Ar, Acker, Reinertrag 0,30 Taler, 3. Flur 110, Parzelle 511/89, groß 1,53 Ar, Acker. Reinertrag 0,33 Taler, 4. Flur 110, Parzelle 512/89, groß 0,17 Ar, Acker, Reinertrag 0,04 Taler, 5. Flur 110, Parzelle 513/89, groß 0,34 Ar, Acker, Reinertrag.07 Taler, 6. Flur 110, Parzelle 514/89, groß 3,08 Ar. Acker, Reinertrag 0,66 Taler, 8. Flur 110, Parzelle 469/89, groß 5,66 Ar, Acker. Reinertrag 1,22 Taler, 9. Flur 110, Parzelle 521/89, groß 0,68 Ar, Acker, Reinertrag 0,15 Taler, 10. Flur 110, Parzelle 522/89, groß.50 Ar, Acker, Reinertrag.40 Taler. Köln-Longerich, Wirtsgasse 13, 7. Flur 109, Parzelle 389/260, a) Wohnbaracke mit Hofraum und Hausgarten, b) Scheune mit Stall, c) Schuppen, groß 17,73 Ar, Nutzungswert insgesamt 195.-Mk. Eigentümer: Wirt Jakob Hamacher in Köln-Longerich. Köln, den 2. Mai 1934. Amtsgericht, Abt. 39. Am 17. Mai 1934, 9¾ Uhr, soll im Justizgebäude, Reichenspergerplatz 1, Zimmer 77, das nachbezeichnete Grundstück versteigert werden: Köln, Friesenstraße 12, a) Wohnhaus mit Hofraum, b) Hinterhaus mit Anbau, c) Schuppen, groß: 2,78 Ar. Nutzungswert 4200.— Mark. Köln, den 2. Mai 1934. Amtsgericht, Abt. 39. Am 17. Mai 1934, 10¼ Uhr, sollen im Justizgebäude, Reichenspergerplatz 1, Zimmer 77, die nachbezeichneten Grundstücke versteigert werden: 1. Gemarkung Hürth, Flur Pa, Parzelle Nr. 995/259, Acker, Alstädten, groß 13,15 Ar, Reinertrag.84 Taler, 2. Gemarkung Hürth, Flur L, Parzelle Nr. 468½, Acker. Straufenberg. groß 16.21 Ar, Reinertrag.53 Taler, 3. Alstädten. Theresienstraße 128, a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten. b) Stall und Schuppen, groß insgesamt 12.82 Ar, Nutzungswert 135.— Mk. Eigentümer: Arbeiter Michael Breuer, Alstädten. Köln, den 2. Mai 1934. Amtsgericht, Abt. 39. des Neuen Tag Intermezzo zwischen den Schienen Derby County auf der Durchreise Unterwegs nach Frankfurt trafen die Engländer Dienstagnacht in Köln ein Eine stattliche Expedition Mitternacht in der riesigen Halle des Kölner Hauptbahnhofs. Soeben schnellt der große Zeiger der Uhr mit einem selbstbewußten Sprung nach vorne— präzise„Null Uhr fünfzig Minutea!“ Und im gleichen Augenblick tauchen wenige hundert Meter vor der Halle zwischen den scharf abgezeichneten Silhouetten der Signalmasten die gelben Augen einer Lokomotive auf...! Dann rollen die langen Waggons des Expreßzuges„Ostende—Wien“ langsam zwischen die um diese Zeit wenig belebten Bahnsteige. Es sind nur wenige Personen, die hier irgend welche späte Ankömmlinge erwarten. und der Eingeweihte kennt um so leichter die Prominenten heraus. So den Gruppensportwart im DFB. Knehe. Duisburg, ferner Reichstrainer Nerz und eine Reihe hiesiger Sportführer; also ein kleiner Troß. der Gelegenheit nimmt, die aus England ankommende Mannschaft vom Derby County mit ihren Begleitern als erste auf deutschem Boden zu begrüßen. Jetzt öffnen sich ein Dutzend Fenster und Coupé türen. Aha, da sind sie ja, die Herren Engländer. Und wahrhaftig eine umfangreiche Expedition, die da langsam Mann für Mann, mit etwas steifen Beinen aus den Waggons klettern. 16 Spieler, 2 Trainer, mehrere Direktoren und Reiseführer— insgesamt 23 Mann und— nanu!— eine Dame! Schon hier kann man feststellen, daß die Leute aus Derby sich schnellstens akklimatisiert und bereits unterwegs eine deutsch=englische Annäherung geübt haben, denn die hübsche Passagierin ist ein Wirtstöchterlein aus dem vielbesungenen Rolandseck.(Ist es indiskret, wenn wir hier verraten, daß die Elf von Derby County ihre erste Erholungsfahrt am kommenden Montag zum Rhein machen wird.) An nun zu den englischen Fußballern. Teufel, was jur Gestalten. Da ist wohl keiner unter dem Gardemaß, und man ist von den Worten eines Derbyspielers überzeugt, der auf Befragen erklärt, daß nicht weniger als acht seiner Kameraden über 1,80 Meter groß sind.— Ein freudiges Wiedersehen hofft auch der Manager von Derby County feiern zu können, denn dieser stand bereits im Jahre 1911 als Spieler in der Mannschaft von Newcastle United, die damals im Weidenpescher Park ein Gastspiel(gegen Köln 99) gab und einige Tage später in Düsseldorf spielte. Die Mannschaft des DrB.-Weltmeisterschafts-Trainingspartners Derby County in englische, Karikatur. Von ###### pieler wi., erwas ausgesagt. So von Jack Nicholas, daß er's seinem Vater(der auch ain#### Fußhaller warl nachmache, von Peter Ramage, daß er Forellenfang studiere:„Daley“ Duncan #% m Goll genannt: Arthur Groves seine Hundezucht-Liebhaberei„vorgeworfen“; Sammy Sons e erte Setm eust Bergmann, so wird er mit Spitzhacke gezeigt; George Homen, der gchögete u. der.. d. 10, setzt der Karikatunst im Tert hineu: Jack und dazu bemerkt, dad er... ezuz vird mit dem Spieger in der Hand im Umkleideraum gezeist und dazu bemerkt, daß er aus einem Eisenwerk kam; Jack Barker wird als Flieger dargestellt; bei Tom Cooper wird auf seine Leidenschaft für Zick-Zack-Rätselbilder angespielt Wenige Minzten vor, halb zwei Uhr ertönt die Derby County schon wieder in Köln und nimmt auf Glocke des Fahrdienstleiters. Die kurze Aufenthaltszeit, die der Expreßzug zum Austausch von Wagen und Lokomotive benötigt, ist verstrichen, und jetzt heißt es Abschied neymen.... bis Freitag. Denn dann ist zehn Tage im Domhotel Wohnung. Langsam verschwinden Spieler und Begleiter wieder in ihren Schlafwagen. Noch ein letztes Händeschütteln, und dann rollt der Zug aus der Halle...! Rätselraten um Argentinien Die Situation nach der Auslosung in der Fußball=Weltmeisterschaft— Deutschlands Chance Eine tschechische Stimme... USA als„Geheimtip“ Die Frage, ob Deutschland mit der Auslosung der ersten Runde der Spiele um die Fußball=Weltmeisterschaft am 27. Mai in Italien zufrieden sein kann, ist mit einem Ja zu beantworten. Wir haben es nicht nur gut getroffen, im ersten Spiel Belaien als Gegner zu erhalten, sondern in der unteren Achtergruppe auch einen leichteren Stand, als in der oberen Hälfte, wo die Favoriten Oesterreich, Italien und Brasilien zusammentreffen. In der Tschechoslowakei in gegen Rumänien eine leichte Aufgabe und trifft dann schlechte Chancen, als seine Gegner in der unteren in der nächsten Runde auf den Sieger der Begegnung Gruppe, die Vorschlußrunde und vielleicht sogar das Holland— Schweiz. Der Papierform nach sollte Hol=Endspiel zu erreichen. land diesen Kampf gewinnen. Die Mannschaft zeigte in den letzten Länderspielen gute Leistungen und spielt einen typischen Pokalstil mit starkem Einsatz der physischen Kräfte. Immerhin ist auch eine Ueberraschung durch die Schweiz möglich. Man braucht ja nur an das Olympische Fußballturnier 1924 zu denken, als die Schweizer auch unterschätzt wurden und schließlich doch in das Endspiel gegeneUruguay kamen. und in der Schweiz, in Holland und in Schweden, Die Rrage= Mlätte.—en: c: „„„„„ Die Prager Blätter weisen darauf hin, daß der die zusammen mit Deutschland in einer Gruppe#cochaflamat=:—. Tschechoslowakei der Weg in das Endspiel verhältnisspielen, siehl man daher allgemein die Auslosung als### ft. inie an wer......s mäßig leicht gemacht wurde. Deutschlands Spielstärke günstig an. Man rechnet sich mehr oder minder große mird dahe; nioliach veet mineet gtoh= wird dabei vielfach unterschätzt. Ueber die Möglichkeit Aussichten jur die zweite Runde und die Vorschluß= einer Mogeanung####: 4641 t S S#####nd einer Begegnung Tschechoslowakei— Deutschland auf runde heraus. Allerdings herricht hobe:— Geueschlund auf runde heraus. Allerdings herrscht dabei ein großes Rätselraten um die Spielstärke von Argentinien, das im ersten Kampf gegen Schweden spielt. Unter italienischem Boden schreibt die„Bohemia „Gegen Holland, welches in der letzten Zeit große Fortschritte gemacht hat, hat die Tschechoslowakei „„„ei gemacht nat, nal die Tschechoslowatei der Voraussetzung, daß die Südamerikaner nicht mit bereits zweimal gespielt. In beiden Begegnungen, die ihrer Berufsspielerelite, sondern mit einer Amateur= in Amsterdam vor sich gingen, blieb sie, wenn auch mannschaft kommen, rechnet man in Schweden mil knapp, siegreich. Uebersteht sie auch diese Runde einer 70prozentigen Siegeschance. Die schweoische Erfolg, dann ist eine Begegnung, die bisher noch nie Presse stellt es als nicht unmöglich hin, daß die aus verschiedenen Ursachen, die hier nicht erörtert schwedische Mannschaft nach einem Erfolg über Argen= werden sollen, zustande kam, im Bereiche der M tinien mit einem Sieg in der zweiten Runde gegen keit. Ein Länderspiel Deutschland gegen Deutschland in die Vorschlußrunde kommen kann. Tschechoslowakei! Denn wir urteilen über die Eigenartiger Weise gelten nämlich in Schweden die Siegesaussichten Deutschlands nicht so leichtfertig, wie Länderspiele gegen Deutschland als„leichte" Länder= das Amtsblatt des hiesigen Verbandes, das Deutschkämpfe. land nicht einmal Gewinnchancen in der ersten Runde * zubilligt.“ Auslosung hat die Diese Einstellung des tschechischen Amtsblattes ist Das„große Los“ bei der De Tgzealer de.#eihch, egzehrk. denn WHieslich beit gehörte, ebenso wie Deutschland, zu den Ländern, die das letzte Länderspiel gegen Belgien im Oktober des als zur spielstärkeren Gruppe gehörend, gesetzt wurden, vergangenen Jahres in Duisburg mit:1 gewonnen. während beispielsweise Spanien in die Abteilung der Wenn die deutsche Mannschaft in Italien so gut spielt, pielshwächeren ganonen eingereiht wurer., Diei richechalopatet, der Spiestärte zurlichgegangen st tschechische Mannschaft hat in dem ersten Treffen geschlagen werden. Deutschland hat nicht minder Es ist glücklich, daß wir nicht mit Oesterreich, Italien und Brasilien in die overe Achterabteilung gekommen sind. In dieser Gruppe wird es sehr schwere Kämpfe geben. Die Italiener können unter Umständen schon in ihrem ersten Spiel gegen den Sieger der Ausscheidung Mexiko— USA eine Ueberraschung erleben. Amerikanische Pressestimmen weisen darauf daß man die Mannschaften anders beurteilen muß, als beispielsweise 1928, als die Amerikaner von Argentinien 11:2 abgefertigt wurden. Am besten haben es in dieser Abteilung die Ungarn getroffen, die im ersten Spiel auf Aegypten treffen. Diese Paarung entbehrt nicht eines gewissen Reizes, denn 1924 war es in Paris die große Sensation des olympischen Fußballturniers, als eine sorglos spielende Ungarnmannschaft von Aegypten:0 geschlagen wurde. Es kommt hier also jetzt nach zehn Jahren zu einem späten Revanchespiel! Recht schwer hat es Oesterreich getrofsen, das in der ersten Runde gegen Frankreich keinen leichten Kampf haben wird und dann im zweiten Spiel auf den Sieger der Begegnung Ungarn gegen Aegypten trifft. Gewinnen die Oesterreicher diese beiden Spiele, so treffen sie im Semifinal auf einen neuen schweren Gegner, der wahrscheinlich Italien oder der Gewinner des Spiels Brasilien gegen Spanien sein wird. In der Auslandspresse begeg net man dr Ansicht, daß dieses Vorschlußrundenspiel der ersten Achtergruppe wahrscheinlich der Höhepunkt der Fußball=Weltmeisterschaft sein wird und daß der Sieger dieses Kampfes auch in der Endrunde gegen die in der zweiten Abteilung erfolgreiche Mannschaft im Endspiel um die Weltmeisterschaft gewinnen wird. Alle Berechnungen bleiben Theorie. Man nennt Fußball nicht mit Unrecht das Spiel der„glorreichen Ungewißheit" und auch bei dieser zweiten Weltmeisterschaft dürfte es an Ueberraschungen nicht fehlen. Es gibt keinen klaren Favoriten! Etliche Mannschaften tragen den Marschallstab im Tornister, aber wer letzten Endes im Finale am 10. Juni in Rom siegen wird, das läßt sich nicht errechnen und voraussagen Mittwoch, 9. Mai 1934 Fußball beim Olympia 1936 in Berlin? Die Tagung des JOC in Brüssel Die Tagung des Internationalen Olympischen komitees in Brüssel wurde am Dienstag mit einer Sitzung des Vorstandes, zusammen mit den Vertretern der internationalen Sportverbände abgeschlossen. Graf Baillet Latour konnte neben den Mitgliedern des JOC 19 Vertreter der Fachverbände begrüßen, darunter die Deutschen Dr. Lewald, Dr. Karl Ritter von Hal., Dr. Diem, Ewers, Guy Schmidt und Laeriz(Hamburg). In der Hauptsache wurden die vorbereitenden Arbeiten für den Jubiläumskongreß in Athen geleistet. In mehreren Punkten Oesterreich verzichtet auf Siden Oesterreichs Fußballführer hat jetzt endgültig auf die Teilnahme Hidens in der österreichischen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeislerschaft verzichtet. 22 Spieler sind übrigens für die Weltmeisterschaft nominiert worden. Sie setzen sich wie folgl zusammen: Tor: Platzer und Franzl, Verteidiger: Zisar, Sezta, Rainer, Schmaus, Läufer: Wagner, Smistik, Braun, Hoffmann, Mock, Urbaneck. Stürmer: Zischek, Bican, Sindelaer, Schall, Viertl, Brosenbauer, Geschweidl, Kaburek, Horvath, Langer. der Fragen wurde ziemliche Uebereinstimmung festgestellt, so daß die eingebrachten Anträge in der griechischen Hauptstadt durchweg Annahme finden werden. Es sind alle Anzeichen dafür vorhanden, daß auch Fußball und Kanu auf dem Programm der Olympischen Spiele 1936 slehen werden. Dagegen dürfte der deutsche Antrag, das Hockeyturnier bereits im Frühjahr abzuhalten, kaum Anklang finden, da die Mitglieder für eine Abhaltung im Rahmen der Hauptspiele sind. Infolge der zu erwartenden Massenbeteiligung bei den Spielen wurden von einzelnen Fachverbänden mehr Wettbewerbslage gewünscht. Für die reibungslose Abwicklung der Wettkämpfe fordern die Hockeyspieler 13, die Ringer 8 und die Radfahrer 4 Tage. Die Olympische Segel=Regatta umfaßt endgültig: Olympia=Jolle, Starklasse, 14 und 6 -Klasse. Neben dem 25=km-Pistolenschnellschießen und dem 50==Kleinkaliberschießen wird erstmalig ein 50=mPistolenschießen abgehalten. Endgültig angenommen wurde für die Winterspiele die Abhaltung von Abfahrts= und Slalomläufen als Olympische Wettbewerbe und ein Militär=Patrouillen= lauf als Schaunummer. Ein Antrag des Bob=Verbandes die dem Internationalen Verband nicht angeschlossenen Länder auch nicht am Olympia teilnehmen zu lassen, wurde in dieser Form nicht angenommen. Das JOC gab aber die Zusage, daß es die Länder bewegen wolle, Internationalen Bobverband beizutreten. Einem französischen Antrag, Strafen von disqualifizierten Aktiven aufzuheben, wurde vom JOC größtmögliche Unterstützung zugesagt. Interessant ist weiter noch, daß gewünscht wird, die gesamte Olympische Segel=Regatta in Kiel zu veranstalten. „Grand=Prix=Rennen“ von Dinant Bertholet Zweiter in der 350-ccm-Klasse Bei dem diesjährigen Rennen„Grand=Prix von Dinant“ in Belgien nahmen vier deutsche Spitzenfahter teil. In der 250=ccm=Klasse Gerd in der Elst auf Rudge und Josef Wenzel auf New ImIn de 550=ccm=Klasse startete der deutsche Spitzenfahrer Hermann Bertholet auf Rudge=Whitworth, in der 550=ccm=Klasse der deutsche Fahrer Walter Buttler. Buttler mußte leider in der 7. Runde wegen Maschinenschadens aufgeben. Der Kolner Rennfahrer Hermann Bertholet schlug sich mit dem Spanier Aramba auf 350 Visolett im aie eetez Rennen Runde für Runde und hartem Kampfe mit dem 2. Platz vorliebnehmen. Bunde an derert der Eist lag bis zur vorletzten Kunde an der zweiten Stelle, um dann aber die Spitze z. übernehmen. Der Kölner Rennfahrer Josef Wenzel belegte nach hartem Kampfe den 3. Platz. Bunte Reihe im Sport Ds Mlache u. Moche nete Kroaut=Welteloede Feraus ehosand) va...pimmfest in Dundee ug und 220 Bard= ue uue Weltbestleistungen über ## guros Kraul aufstellen. Ueber 200 Yard reichte die Holländerin die Zeit von:14.2 Minuten und kam über 220 Yards mit:27,6 Minuten weit unter die Bestleistung der Amerikanerin Helene Madison, die am 6. März 1930 in St. Augustine.31.8 sogepgen a u. a1 Die Holländerin konnte im 100=Pards=Kraulschwimmen in.012 Minuten ganz schottische Meisterin Hamilton (:07,6) schlagen. * Gustav Eder, so erklärt sein Manager, wird nicht, wie amerikanische Meldungen es erklären, sofort nach seinem Europameisterschaftskampf nach den 1821 fahren, sondern einstweilen in Deutschland bleiben. * Der Kölner Ernst Gühring hat sich durch einen Unfall an der rechten Hand verletzt und wird enige Zeit pausieren müssen. Vor dem Endspurt in den Kreisklassen Nippes 10 sucht sich zu retten— Um den Abstieg in Gruppe 4 Infolge des am kommenden Sonntag im Stadion tattfindenden großen Treffens der deutschen Auswahlmannschaft gegen die englischen Berufsspieler „Derby County“, finden die für den Stadtbezirk Köln angesetzten Meisterschaftsspiele bereits am Himmelfahrtstage statt. Es handelt sich um nur wenige Treffen, die aber immerbin einige Bedeutung haben. Besonders interessant sind die Spiele in Gruppe 4 der zweiten Kreisklasse, wo bekanntlich die Abstiegfrage noch recht verzwickt ist. Hier wird aber u. E. am Donnerstag die Vorentcheidung fallen, wenn nicht sogar eine glatte Klärung eintritt. Es spielen am Donnerstag: 1. Kreisklasse Nippes 10— Wesseling(:1) Die in den ketzten Wochen immer weiter ins Hintertreffen geratenen Nippeser haben hier die letzte Thance, durch einen Sieg evtl. die Abstieggefahr noch bannen zu können. Es gehört allerdings der restlose Einsatz der ganzen Mannschaft dazu, wenn das Spiel zu einem Erfolg werden soll. Der Gegner ist eine Mannschaft. der sich immer in den oberen Regionen aufgehalten hat, also spielerisch weit über den Gastgebern steht. Aber es sind schon oft starke Mannschaften von schwäheren Einheiten geschlagen worden, wenn es galt, die Existenz zu retten. Vielleicht hat Nippes das Glück. Zweite Kreisklasse Nippes 12— Flittard(1). Nachdem am vergangenen Sonntag die Meisterschift der Gruppe 1 zugunsten des KBV entschieden wurde, hat das Spiel einen eigentlichen Reiz verloren. Immerhin hat es insofern Bedeutung, als Nippes für die im Vorspiel erlittene Niederlage Revanche zu nehmen hat. Flitlard wird allerdings nicht so einfach die Segel streichen und wenn nicht alles täuscht, wird es wohl eine Punkteteilung geben. Colonia— Engelskirchen(:). Beide Mannschaften befinden sich außer Gefahr, so daß das Spiel keine weitere Bedeutung hat Es bleibt lediglich festzustellen, wer den besseren Fußball spielt und da wir die Kölner etwas höher einschätzen, glauben wir an deren Erfolg. Worringen— Marienburg(:). Während die Worringer auf ihren Lorbeeren ausruhen können, haben die Marienburger wieder einige Sorgen, denn mit Ausnahme von Germania Niehl, weiß an noch nicht, wer absteigen muß. In einem angesetzten zweiten Spiel, das aber als Gesellschaftsspiel ausgetragen wurde, hatte Marienburg mit:2 das Nachsehen. Wir erwarten, daß sich die Mannschaft des Ernstes ihrer Lage bewußt ist und hoffentlich gewinnt. Berrenraln— Esch(:). Nach der Tordifferenz des ersten Spiels zu urteilen, mußte Esch eigentlich auch diesmal gewinnen. Die Verhältnisse haben sich jedoch stark verschoben und Berrenrath ist wieder gut in Fahrt. Auf eigenem Platze müßte es zum mindesten zu einem Unentschieden langen. Quadrath— Weiden(:). Wenn auch Weiden als Meister nicht mehr gefährder ist, so will ihm diesmal Quadrath doch den Ring ablaufen, da es im ersten Spiel verloren hat. Wenn Weiden nicht ganz bei der Sache ist, würde uns eine knappe Niederlage nicht überraschen. Groß Königsdorf— Balkhausen(:). Dieses Spiel ist für beide Teile von eminent wichtiger Bedeutung, denn es geht um den Abstieg. Besonders schwer ist die Sache für Balkhausen die auf fremdem Platz anzutreten haben. Da beide Vereine sich spielerisch wohl die Waage halten dürften, wird die Tagesform entscheidend für den Ausgang sein. Wir lassen den Kampf offen. Glesch— Grefrath(:). Bei der unberechenbaren Mannschaft der Grefrather weiß man tatsächlich nicht, wie man den Ausgang des Spiels legen soll. Haben die Gäste ihren guten Tag, so werden sie sicher gewinnen, im anderen Falle könnte Glesch leicht in Front bleiben. Brüggen— Berrendorf(:). Wenn Brüggen die gleiche Form aufbringt wie am lezten Sonntag, kann man sie unbedenklich als Sieger tipven. Berrendorf ist allerdings sehr gut geworden und hat sich in den letzten Wochen stark bemerkbar gemacht. Trotzdem wollen wir die Gastgeber als lnappe Sieger nennen. Gesellschaftsspiele Fortunaarung— Merzenich. Fortunagrube hat sich einen Gegner aus dem Dürener Bezirk verschrieben, Merzenich soll über eine recht spielstarke Einheit verfügen, so daß sich also ein interessanter Vergleich über das Stärkeverhältnis in den einzelnen Bezirken ergeben wird. Da wir die Merzenicher Mannschaft nicht genug kennen, müssen wir uns einer Voraussage enthalten, hoffen aber auf ein gutes Abschneiden der Fortunen. Meschenich— Merten. Merten liegt am Vorgebirge und gehört zum Bonner Bezirk. Inwieweit die Gäste hier eine Rolle spielen, ist uns nicht bekannt. Auf jeden Fall wird es zu einem abwechslungsreichen Spiel kommen. Hieronymus. Unser Preisausschreiben! Die Preisträger der 5. Runde: Die Anteilnahme an unserem Preisausschreiben zur Deutschen Fußballmeisterschaft war wiederum ungeheuer groß, so daß das Preisgericht zur Ermittelung der Preisträger eine unheimliche Arbeit zu bewältigen hatte. Aber es wurde geschafft! Auch diesmal sind wieder ausgefuchste Kenner der Materie unter den Preisträgern zu finden. — Ja, Herr Schmitz, da hätten Sie mal wieder Pech gehabt. Wie konnten Sie auch nur. um hier eins von den sonstigen, schwer daneben geratenen Ergebnissen zu nennen, das Spiel 1. F. C. Nürnberg— Borussia Fulda mit:0 für die Leute von Zerzabelshof tippen. Glaubten Sie denn, daß der während der ganzen Saison so schußschwache Sturm des Nürnberger Meisterklubs urplötzlich Flügel bekommen hätte und gegen die Borussen aus Fulda einen so reichen Torsegen zuwege gebracht hätte. Daneben gegriffen, Herr Schmitz! Aber gut Ding will Weile haben. Darum Und nun die drei Sieger der fünften Runde: 1. Preisträger: K. Thom, Köln, Bonner Straße; 2. Preisträger: Adolf Menden, Köln, Saarstraße 1; 3. Preisträger: Theo Geuer, ir., Köln, Marzellenstraße 29. Die ausgesetzten Preise sind ab Freitag in den Vormittagsstunden von 11 bis 13 Uhr auf unserer Sportredaktion in Empfang zu nehmen. Die Sieger erhalten bis zu dem genannten mitzubringen.— Und nun.. Auf ein Neues! Kickers Offenbach— Mülheimer SV Mannheim-Waldhof— Böckingen Victoria Berlin— Preußen Danzig Beuthen 09— Viktoria Stolp Schalke 04— Benrath Werder Bremen—. Eimsbüttel Dresdner SC— 1. F. C. Nürnberg Borussia Fulda— Wacker Halle Alle Einsendungen müssen auf offener Postkarte mit der Aufschrift„Preisausschreiben“ bis spaiestens Samstags abends 20 Uhr eintreffen und in deutlich leserlicher Schrift alle angesetzten DFB-Endspiele mit den genauen Torergebnissen enthalten. Es ist nur eine Einsendung gestattet. Verlagsangestellte oder deren Angehörige dürfen sich an diesem Wettbewerb nicht beteiligen. Die Prüfung der zur Einsendung kommenden Tips, sowie die preisgerichtliche Entscheidung über die zur Verteilung gelangenden Preise erfolgt durch die Sport-Schriftleitung und bleibt unter Ausschluß des ordentlichen Gerichtsweges unanfechtbar. Mit seiner Unterschrift unter der Einsendung erklärt sich der Teilnehmer an unserem Preisausschreiben mit den obigen Bedingungen einverstanden. Die drei ersten Preisträger des allwöchentlich ausgeschriebenen Wettbewerbs werden wir an jedem darauffolgenden Mittwoch in unserer Sportausgabe veröffentlichen. Bei mehr als drei in gleicher Weise oder im gleichen Verhältnis richtigen Einsendungen entscheidet das Los. Köln. im Mai 1934. Die Sport-Schriftleitung. Fertig zum großen Weltkampf! Die Kölner Ruderer„fit“— Die ersten Regatten Kölner Rudergesellschaft von 1891 In den letzten Jahren war die KRG 1891 in ihrer rennsportlichen Betätigung stark zurückgegangen. Zwar fanden sich immer wieder junge Ruderer, die sich, anknüpfend an die glorreiche Vergangenheit der mehrmals mit Meisterehren gekrönten Rennmannschaften, zum Training bereitstellten. Leider konnten im gegebenen Augenblick die Startabsichten nicht verwirklicht werden, bis dann im Vorjahre die beiden Skuller Bähr und Tettinger in das Rennsportprogramm eingriffen und gar sieggekrönt heimkehrten. Dieser bescheidene Anfang ermutigte den 1. Ruderwart Bodewig im Verein mit sportfreudigen jungen Kameraden ein Training für 1931 aufzuziehen. Die ursprüngliche Absicht gar einen Achter aufstellen zu können, mußte infolge Ausscheidens eines Ruderers jallengelassen werden. Immerhin blieb aber noch ein Vierer zur Stelle, der zum Teil aus erfahrenen Ruderern besteht, die dem Training nicht völlig fremd gegenüberstehen. Die Aussichten dieses Vierers in der Besetzung Sommer, Boedecker, Krüll, Schmitz(Schlag) an Hand des Trainings sind nicht schlecht. Die Mannschaft hat sich gut zusammengefunden, rudert recht schwungvoll, weist nur einige geringe Fehler in der Zusammenarbeit auf, die an sich die Schlagkraft nicht hemmen, wohl aber das Bild etwas trüben. Aber bis zur ersten Regatta— Mülheim an der Ruhr, ist als Auftakt vorgesehen— ist's noch gute Weile, um diese Fehler ganzlich zu beseitigen. Ruderklub Germania Mit einem starken Aufgebot haben die Germanen unter der Leitung von Herrentrainer Carl Praschoß das Training ausgenommen. Ein Riemen=Zweier, ein Junior= und ein Jungmann=Achter, dazu voraussichtlich noch ein Leichtgewichts=Vierer, werden die Streitmacht der Germania repräsentieren. Die Senioren Pottgießer—Zündorf haben sich auf ein Training im Riemen=Zweier verlegt, da für sie wegen der Abgabe von 3 Senioren an den Kölner Verbandsachter, die Möglichkeit zu einer anderen Bootsgattung nicht gegeben ist. Die rudertechnische Ausbildung dieser beiden Ruderer, die seit Jahren gemeinsam im Rennboot fahren, ist ausgezeichnet. In der schwierigsten Bootsgattung, dem RiemenZweier, der das Ideal aller Renurnderer darstellt, besitzen sie auch eine mehr als genügende Sicherheit und zeigen sich als Beherrscher des Bootes. Ihnen mangelt die körperliche Struktur, die sie mit um so größerem Eifer und geraoezu fanatischem Geist auszugleichen bemüht bleiben. Um derentwillen möchte man den jungen talentierten Ruderern allein schon einen Erfolg gönnen. Dann aber auch für den stadtkölnischen Rudersport, daß nach dem ausgezeichneten ZweierPaar HansultUrbach. die in dieser Bootsgattung zweimal die deutsche Meisterschaft erlangten, endlich mal ein Nachfolger erstehen möge. Der Junior=Achter mit Auer. Conzen, Oberließen. Gerhards, Kißling, Hohmann, Schümmer, Chambers besetzt, ist die stärkste Waffe der„Blauen“ Zum größten Teil ist diese Mannschaft dem vorigjäh egen, erfolgreichen Jungmann=Ackter entnommen Der Gesamteindruck dieses Achters ist gut; die Mannschaft ist kräftig, rudertechnisch gut durchgebildet und in ausgezeichneter Form. Aus dem Achter werden weiterhin zwei Vierer gebildet, deren erster in der Bejetzung Kißling, Gerhards, Schümmer, Chambers fährt. Dieser Vierer bringt alle Voraussetzungen eines aussichtsreichen Bewerbers mit, aber die Härte läßt manchen Wunsch offen. Man geht mit einer allzu großen Gleichgültigkeit an ein hartes Training heran. das einzig und allein den Erfolg entscheidet. Verlorene Längen sind im Kampf nicht immer mit Leichtigkeit aufzuholen, deshalb wäre es für die körperlich gutentwickelte Mannschaft äußerst empfehlenswert, sich in hartem Streckenfahren zu üben uno zu stählen. Der Jungmann=Achter ist erst vor etwa 10 Tagen zum Rennboot übergegangen. Infolgedessen dürfte er kaum vor Mitte Juni regattareif sein, zumal es sich in der Mehrzahl um Anfänger handelt, denen das Wintertraining fehlt. Im übrigen sieht das Trainingsprogramm noch die Bildung eines Senior=Vierers und Achters vor, für welche die beiden Senioren unter Hinzuziehung der geeigneten Junioren vorgesehen sind. Der unter Führung von Direktor Armin Carp stehende Sportausschuß hat die Beschickung der Saarbrücker Regatta ins Auge gefaßt, der dann bei günstiger Fortentwicklung der Besuch von Trier, Mülheim, Bad Ems, Koblenz, Limburg u. a. folgen dürfte. F. L. Kleinkaliber=Schießsport Städtewettkampf Köln—Düsseldors—Bonn. Der Kölner Club für Kleinkaliberschießsport im Deutschen Kartell für Jagd= und Sportschießen veranstaltete im Rahmen seiner Kleinkaliberwettkämpfe einen Städtewettkampf im Kleinkaliberschießen Köln— Düsseldorf—Bonn. Jede Stadt stellte zu diesem Wettkampf 10 ihrer besten Sportschützen, wovon jeder 15 Schuß in den drei Anschlagsarten abzugeben hatte auf 12=Kreis=Ringscheibe. Da die Stadtmannschaften ziemlich gleichwertig waren, gestaltete sich der Wettkampf zu einem äußerst interessanten Schießen, das zum Schluß die Kölner Stadtmannschaft für sich entscheiden konnte. Sieger Köln: 1557 Ringe(Lauss 167. Kettner E. Franz 163, Esser 160, Kettner Frz. jr. 159, Dr. Baisch 158, Nakath 157, Klinder 152, Richmann 149, Tolte= mitt 148, Schmidt 144). 2. Düsseldorf 1496 Ringe(Hoffmann 163, Abesser 157, Löhr 156, Velten 154, Arnhold 150, Deuster 150, Schroeder 146, Görtz 143, Lünser 141, Bittorf 136). 3. Bonn 1437 Ringe(Heidensleben 166, Bauer 160, Martin 151, Gesell 152, Kurscheidt 143, Westermann jr. 138. Westermann sen. 136, Kannen 136, Buchmüller 132, Braun 113). Bei den Einzelwettkämpfen siegten in: Klasse A. Lauff=Pulheim 167. 2. Hoffmann=Düsseldorf 166. Heidensleben=Bonn 166. Klasse Z. Loer=Düsseldorf 156. 2. Schroer=Düsseldorf 150. 3. Wirthmüller=Düsseldorf 148. Klasse C. Schwegeler=Lechenich 153. Arnhold=Düsseldorf 150. 3. Dümpelmann=Düsseldorf 145. Klasse D. Zimdahl=Köln 141. Kusenberg=Düsseldorf 139. 3. Jonas Buir 133. Klasse E. Lehnard=Köln 141. 2. Frank=Köln 134. Perl=Köln 133. Olympiawettkampf: 20 Schuß liegend 10=KreisOlympiascheibe: 1. Dr. Baisch=Köln 195. 2. HoffmannDüsseldorf 195. 3. Schroeder=Düsseldorf 191. 4. Tolke= mitt=Köln 190. 5. Lauff=Pulheim 190. In den Mannschaftswettkämpfen siegten: Klasse A. Bonn 1926 620 Ringe. 2 Kölner Club für Kleinkaliber=Schießen 619 Ringe. 3. KKS=Pulheim 597 Ringe. Klasse B. Reichsbahn Düsseldorf 576 Ringe. 2. PostSportverein Köln 556 Ringe. Klasse C. Post=Sportverein Köln 540 Ringe, 2 Kölner Club für Kleinkal.=Schießsport 538 Ringe, 3. KKS Oberliblar 525 Ringe. Klasse D KKS Iduna Hürth 494 Ringe 2. KKS Buir 451 Ringe. 3. KKS Lechenich 449 Ringe. Klasse g. Wieland=Köln 1 486 Ringe. 2. Wieland 2 452 Ringe. Die Beteiligung an den Wettkämpfen war sehr rege. Es starteten 150 Einzelschützen und 29 Mannschaften. Ein Gesellschaftsspiel Sportverein Bergisch Gladbach— Germania Mülheim Nach langer Zeit treffen sich nochmal auf dem Kradepohl=Platze in Bergisch Gladbach am ChristiHimmelfahrts=Tage die ersten Garnituren beider Vereine zu einem Freundschaftstreffen. Man bringt dieem Treffen allgemeines Interesse entgegen, da Germania Mülheim beim Bergisch Gladbacher Sportpublikum stets eine besondere Anziehungskraft ausübte, auf der anderen Seite man auch den neuen Gruppenmeister gerne im Freundschaftsspiele sieht. Jugend-Wettkämpfe des KBC Die leichtathletischen Jugendwetikämpfe des Kölner Ballspiel=Club, die am Donnerstaa in KölnKlettenberg zum Austrag gelangen. beginnen wegen des Fußballspiels Idar— KBC schon vormittags um 10 Uhr. Entgegen den Erwartungen sind die Meldungen trotz der noch frühen Saison recht zahlreich eingegangen, so daß die Kämpfe interessant zu werden versprechen. Es wird sich lohnen, am Vormittag den Nachwuchskämpfen beizuwohnen. USA=Leichtathleten kommen Eine amerikanische Leichtathletikgruppe wird auch in diesem Jahre wieder Europa einen Besuch abstatten. Die Auswahl ist zwar noch nicht erfolgt, doch sollen sich unter den fünf bis sechs Mann bestimmt die großartigen Mittelstreckenläufer Glenn Cunningham und Bonthron befinden. Der erste Start der Amerikaner erfolgt bei den vom 24. bis 26. Juli im Stockholmer Stadion stattfindenden alljährlichen„Schwedischen Spieien“, zu denen auch die besten europäischen Leichtathleten Einladungen erhalten.— Aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens veranstaltet der Schwedische MilitärSport=Verband im Monat August einen internationalen Wettbewerb im Modernen Fünfkampf. Ihre Bereiligung haben bereits Deutschland. Finnland und Ungarn zugesagt. Ziemlich sicher ist die Teilnahme von Frankreich, Holland und Belgien. Vorgesehen ist eine Einzel= und Mannschaftswertung. „Quer durch Berlin“ Am Sonntag wurde zum 14. Male das über 25 km führende Laufen und Gehen„Quer durch Berlin“ ausgetragen. Unser Bild zeigt Kohn, PSV., nach seinem Siege über die Läuferelite des In- und Auslandes