5. Jannar 1924 90s Volsu einer Pitag, und Abend Ausgabe pruck u. Verlag La Ruellescher Zeitzuggeig bez gz pgr, 5. Hauptschriftleitung: Ferd. Ehses, zugleich verantwortuch für Politik, Kunst, Feuilleton und Unterhaltung; für Lokales, Westdeutschland, Wirtschaftliches und Handel: J. Krieo=be wi Etamrmg.v zie in Pachen. tichen Teil: Ooesdve Vun, bophe z, Druckeris: Schisfraße 4. Schristei, Fernruf garg und 6 Küchener Anzeiger Vatlerrart * Unparteiische Zeitung. Amtliches Blatt für behördliche Bekanntmachungen. Hervorragendes Anzeigenblatt für die Stadt und den Regierungsbezirk. 46. Jahrgang.— Nr. 7. Jezugspreis einschließlich Trägergebühe für die Zeit von 1. bis einschl. 15. Januar 2,25 Mark Abbestellungen nur an die Geschäftsstelle(Büchel 61). Durch Trägerinnen werden Abbestellungen nicht angenommen. Zeilenpreis: Oertliche Anzeigen.25., behördliche(hiesige) Anzeigen 0,35., Hinweise 0,35 M. mal Ortsmultiplikator; auswärtige Anzeigen, Grundzahl 350, Reklamen, Grundzahl 1250 mal Multiplikator des V. D. Z. Bei Wiederholungen entsprechender Nachlaß— Anzeigen sind sofort, bei Rechnungserteilung innerhalb 5 Tagen zu bezahlen. Nach Ablauf wird die dann gültige Teuerungszahl berechnet. Si Simeon. ener Anzeiger, Anzeigenblatt für den Regierungsbezirk Nachen“ nuentgeltliche Aufnahme. Einzelverkaufspreis 30 Pfennig Innerdeutsche Fragen. Reichstagswahlen im Mai? A Berlin, 5. Jan.(Drahtbericht.) Nach dem demokratischen Zeitungsdienst ist mit den Reichstagsneuwahlen wahrscheinlich für Mai zu rechnen, wenn nicht eine vorzeitige Auflösung erfolgen wird. Die Koalition in Sachsen. W. Dresden, 4. Jan.(Drahtbericht.) Zu Beginn der Landtagssitzung teilte Ministerpräsident Fellisch, mit, # ein Antrag eingegangen sei, ein Volksbegehren über Auslösung des Landtages herbeizuführen. Die ReNicht vorwarts und nicht ruckwarts. gierung werde diesem Antrage entsprechen. sten Nummer der Sächsischen Staatszeitung werde ein: entsprechende Bekanntmachung erscheinen. Darauf wurde zur Wahl des Ministerpräsidenten geschritten. Von sozialdemokratischer Seite wurde der frühere Finanzminister Held vorgeschlagen. Die Vertreter der Deutschen Volkspartei und der Demokraten stimmten diesem VorIn der nächsteit sucdmer der entsprechende Bekanntmachung erscheinen. Darauf wn zur Wahl des Ministerpräsidenten geschritten. 930 ministen Patewartei und der Demokraten, simmten Tschlag zu. Abgeordneter Schwartz erklärte namens der s o z i a l d e m o k r a t i s c h e n M i n d e r h e i t, d a ß d i e s e G e g n e r d e r Koalition mit der Deutschen Volkspartei sei und dahe: # d e n A b g e o r d n e t e n H e l d n i c h t w ä h l e n w ü r d e. B e i d e m Wahlakt,wurden 79 Stimmen abgegeben. 14 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Von den abgegebenen Stimmen entfielen 52 auf Held(Soz.), 17 auf Hoffmann (Deutschnat.), 10 auf Böticher(KP2), Held ist somit gewählt. Er erklärte sich auf die Frage des Präsidenten * Winkler bereit, die Wahl anzunehmen. Darauf erfolgte die Vereidigung des neugewählten Ministerpräsidenten. Nach der Wahl und Bereidigung des Ministerpräsidenten wurde der kommunistische Antrag auf Auflösung des Landtages, den der Rechtsausschuß sich zu eigen gemacht hatte, gegen die Stimmen der Deutschnationalen, Kommunisten und einige weniger linksstehender Sozialdemokraten abgelehnt. Der Landtag bleibt demnach zusammen. Die nächste Sitzung soll am 15. Januar stattfinden. Auf der Tagesordnung steht die RegierungsVerklärung. Ein neuer Kommissar für Wiederherstellungslasten. Berlin, 4. Fannar.(Drahtbericht.) Nach dem Reichkanzeiger wurde der Reichskommissar für Wiederherstellungslieferungen. Generaldircktor Lob, auf seinen Antrag von dem Amte enthoben. Mit der Führung der Geschäfte eines Res missars für Wiederherstellungslieferungen ist der„Ilbtellings. leiter im Reichsmiwisterium für Wiederausbau, Mimistergtrat * Cunte, beauftragt worden. Das Gold der Reichsbank. Berlin, 5. Januar.(Drahtbericht.) Zu den in den letzten Tagen verbreiteten Gerüchten, die Reichsbank habe wieder einen erheblichen Teil ihres Goldes nach Amerika exportiert, euklärt die„Vossische Zeitung“, mitteilen zu können, daß die # F e i c h= k r a u t i c h e r h a u p t s e i n G o l d n a c h A m e r c k e g e s c h i e k t h e c b e. Zutreffend sei nur, daß Aufang Dezember 2 Mill. Goldmark aus Deutsalland nach Amerika gegangen seien, aber nicht aus dem Reichshanlbestand. Eine föderalistische Denkschrift Bayerns. Die angekündigse Deutschrift der bayerischen Regierung über die föderalistische Umgestaltung der bayerischen Verfassung ist gestern durch den bayerischen Gesandten, Dr. von Preger, der Reichsrogierung überreicht worden. Der * Inhalt der Deusschrift ist ziemrlich umsangreich. Im ersten Teil der Denkschrift wird zunächst darauf hingewiesen, daß in der Weimarer Versassung das föderalistische * Prinzip durch das unitarische ersetzt worden ist. Damals ## hofften die Väter der Reichsverfassung eine starke Reichsgewal zu schaffen. Durch mehr als vierjährige Erschrungen ist der untrügliche Beweis geliefert, daß diese Verfassung aber ihr Ziel verfehlt hat und zwar in verwaltungstechnischer Bezie# h u n g e b e n s o w i e i n s t a a t s p o l i t i s c h e r. D i e E i n z e l s t a a t e n h a b e n durch den Melitarismus und Zentrali#mus der Weimarer # Verfassung an Lebenskraft mehr eingebüßt als das Reich gewonnen hat. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, daß das Reich nicht gesunden kann, wenn ihm die Gesundung nicht # von den Einzelstaaten her zu teil wird. Der Gedanke der # nat onalen Einheit erleide durch die Rückkehr zum Föderalis# mus Bismarcks keinen Abbruch. Der Unitarismus und Zentrali enus der Weimarer Verfassung wird dem deutschen Nationalgedanken nicht gerecht. Die Denkschrift weist im übri### gen darauf hin, daß das Reich das Ergebnis der vertraglichen Vereinbarungen wahrt. Ueber diese vertragliche Grundlag# des Reiches sei die verfassungsgebende Nationalversommlung # mit Verochtung hinweggegangen. Wenn in Bayern die Reektion gegen die Weimarer Versassung ganz besonders groß sei, ### s o l i e g t e i n w e i t e r e r G r u n d d a r i n, d a ß d e r P e r s ö n l i c h k e i t s # chrrakter des bayerischen Staates und Volkes ein ganz besonders aus geprägter sei. Daher empfände das bayerische Volt den Verlust an eigner Staatlichkeit, den ihm die neue Reichsverfassung gebracht hebe, ganz besonders schwer. Er sei auch rein äußerlich beinachtet für Bayern ganz besonders groß weil # es an Rechten mehr habe aufgeben müssen als irgend ein an* derer Bunderstaat. Bauern habbe es immer als seine Ausgebe betrechtet, zur Erhaltung des Nationalstaates nach Kräften beizutragen. In der Erfüllung dieser seiner Aufgabe habe es zugleich die sicherste Gewähr für seinen eignen Bestand. Soweit * d e r w i e s e n t l i c h e I n h a l t d e r g i l g e m e i n e n T e i i s d e r d a d e r i s c h e n Denkschrift. Im zweiten Teil wird im einzelnen dargelegt, welche Aenderungen die bayerische Regierung an der Weimarer Versassung in erster Linie für notwendig hält. Nach dem Vor ##schlag der Denkschrift ist die Verfassung in doppelter Hinsicht zu ändern: 1. Die Zuständigkeit zwischen dem Reich und den Einzelstaaten muß neu abgegrenzt werden müssen mit dem 1 Ziel, die staatliche Selbständigkeit der Einzelstaaten in vollem Umfange wieder herzustellen. 2. Den Einzelstaaten nuuß das Recht verstärkter Anteilnahme an der Willen sbildung des Reiches eingeräumt werden. In letzterer Hinsicht schlägt die Derkschrift die Hebung der verfassungsrechtlichen Steilung des Reichsrates zu der Stellunng des, früheren Bundesrates vor. . Im einzelnen verlangt die Denkschrift die Revision des * Katlooe der gesetzgebenden Kompetenzen in Art. 6 der Reichsverfassurn und unter anderem die grundsätzliche Aussührung der Reichtesetze durch die Landesbehörden, die Wiederherstellung der Verfassungsautonomie der Bundesstaaten und die Reschränkung des Enguote=Rechts des Reichstages. Ausnahmezustand und staatliches Notstanddrecht sollen mindestens so geändert werden, daß die Polizeihoheit der Länder gewahrt # bleibt. Auf dem Gebiete des Finanzwesens wird die Vereinfachung des Steuersystems der Finanzwirtschaft des Reiches und der Länder und Gomeinden gefordert. Die Länder sollen grundsätzlich die direkten Steuern erhalten. Die Verwaltung der Stauern soll den Ländern zurückgegeben werden. Ebenso soll auf dem Gebiete der Kulturpolitik und Kulturpflege die Zuständigkeit der Einzelstaaten in Gesetzgebung und Verwaltung wiederhergestellt werden. Dem Reich soll in dieser Beziehung nur eine Gesetzgebung sber gewisse Grundrechte zukommen. Hinsichtlich der Wehrverfassung wird die Auffassung vertreten, daß bei dem kleinen Heer, das dem Reich durch den Frichen, von Versailles belassen wurde, eine Teilung der Militäthoheit nicht mehr möglich ist. Soweit eber der Mchrmacht der Schutz der Ruhe und Ordnung öbliegt, handelt es sich. um die Wechrung der polizeioberhoheit des Landes. Der SasLe# icheseh, den Reichsprässhenten böße duach ein i mec naaurs ein. Auf dem Gebiet das Verkahrswesens Noch Hoffnungen? W. Paris, 4. Jan.(Drahtbericht.) Havas veröffentlicht folgende offiziöse Mitteilung: In diplomatischen Kreisen wurde heute vormittag erklärt, daß die in der ausländischen Presse erscheinenden Meldungen, in denen der Charakter der französischen Antwort auf die letzte deutsche Note als rein negativ bezeichnet wird, sich nicht auf den wahren Text der Antwort stützt. Der Meinungsaustausch über die Note zwischen Paris und Brüssel sei kaum eingeleitet, und es werde voraussichtlich noch mehrere Tage dauern, bis der endgültige Text der Antwort feststehe. Belgien zwischen Frankreich und England. ECA. London, 5. Jan.(Drehibericht.) Der politische Redakteur des„Daily Telograph" übers mdet seinem Blatte eine Unterredung mit dem belgischen Ministerpräsidenten Jaspar, der ihm unter anderm erklärte: Das Hauptziel unserer Politik ist es natürlich, zur Aufrechterhaltung der Entente zwischen Frankreich und England beizutragen, denn auf Grund unserer besonderen geographischen und politischen Lage haben wir die Unterstützung dieser beiden Mächte notwendig. Es kommt leider allzu häufig vor, daß unsere Freunde unsere Haltung falsch beurteilen. Als wir: in Gesellschaft Frankreichs ins Ruhrgebiet gingen, lobte man uns in Paris und klagte uns in London an. Die Deutschen ihverseits bezeichneten uns als Vasall Frankreichs. Als wir in der Frage der Sachverständigen uns aus vollem Herzen an die Scite Englands und Amerikas stellten, änderte sich das Bild; wir wurden in London gelobbt und in Paris kritisiert, und Deutschland erklärte triumsthierend der ganzen Welt, wir hätten immer mehr aufgehört, den Direktiven Frankreichs zu folgen. Tatsächlich hat unsire Politik sich nicht geändert. Sie wa und bleibt immer national und unabänderlich. Otto Wolff in Paris. ECA. Paris, 4. Jan. Von zuverlässiger Stelle wird dem Korrespondenten der Expreß=Korrespondenz bestätigt, daß der rheinische Industrielle Otto Wolff sich bereits seit fast einer Woche hier aufhält. Der Besuch des Industriellen Wolff hatte ursprünglich private Zwecke und hängt mit der Erledigung von Familienangelegenheiten zusammen. Es bestätigt sich jedoch, daß Wolff. ohne bestimmte Ziele zu verfolgen, versuchen wird, sich mit einer Anzahl französischer Persönlichkeiten auszusprechen Stinnes dementiert. A Berlin, 5. Jan.(Dr.chlb.) Die„D. A..“ dementiert das vom„Echo de Paris" verbreitete Gerücht, daß Stinnes in Paris weile, um dort die Einleitung von Reparationsverhandlungen und technischen Abmachungen aufzunebmen. Rechbergs Reparationsplan wird zwar in Deutschland nicht sonderlich ernstlich genommen, da er aber in Paris eine ausgiebige Erörterung ausgelöst hat, seien hier die 9 Paragraphen, in die er gegliedert ist, mi geteilt: In§ 1 wird Frankreich das Recht zugestanden, unter den deutschen Wirtschastszweigen(Industrie, Bergbau und Schiffehrtsunternehmungen) diejenigen herauszusuchen, an denen es sich zu beteiligen wünscht. In Frage kommen nur diese Unternehmungen, die einen bestimmten noch festzusetzenden Mindestgewinn aufzuweisen haben. Diese Mindestsätze werden aus den in Goldmark umgerechneten Dezemberumsätzen der einzelnen Unternehmen errechnet. Noch§ 2 werden die von der französischen Regierung ausgewählten Werke ihre Aktien um 30 Prozent erhöhen. Der deutsche Staat verpflichtet sich, kostenlos diese Unternehmungen in G. m. b. H. oder Aktiengesellschaften umzuwandeln. Noch§ 3 gehen die neuen Aktien sofort in den Besitz des deutschen Staates über, der die an die Werke zu zahlende Entschädigung festsetzt. Die Aktien werden dann an Frankreich übergeben..###en 9eei § 4. Diese Aktien werden von der französischen Regierung den französischen Industriellen abgctreten. § 5. Die deutsche Regierung verpflichtet die Unternehmungen bei jeder Kapitalserhöhung binnen 30 Jahren 30 Prozeut des Mehrwertes gegen bar oder durch Vermittlung der deutschen Regierung Frankreich anzubieten. Die abgetretenen Aktien dürfen vor Ablauf von 30 Jahren durch Deutschland nicht verkauft werden. Ebenso darf ein Verkauf dieser Aktien durch Frantreich binnen 30 Jahren nicht erfolgen. § 6. Wenn die französische Regierung nicht im stande ist. sämtliche Aktien an ihre Industriellen zu verkaufen, so darf sie die nicht vertauften im eigenen Besitz behalten. Da der Betreg der Aktien der fran zösischen Regierung wohl ein Recht auf die deutschen Reparationen, aber Suonam kein Recht auf die Kontrolle der deutschen Industrie noch auf die Beeinflussung ihrer Geschäftsentwicklung gibt, werden die deutschen Aktien, so lange sie im Besitz der französischen Regierung bleiben, Stimmrecht nur soweit besitzen, als sie dies auf die Verteilung und Festsetzung der erzielten Gewinne erstreckt. § 7. Der Gesamtbetrag der abzutretenden Aktien, die der französischen Regierung übergeben werden, ist dem deutschen Reich ols Verrechnung auf die an Frankreich zu zahlenden Reparationen in Vorousserung der Verzichtleistung Englands und Amerikas auf ihre Schuldforderungen gegenüber Frankreich auf den Betreg von definitiv 25 Milliarden Goldmark festgesetzt. Die Zahlungen, die zur Deckung dieser herabgesetzten Schuld der deutschen Regierung benötigt werden, werden nach einem neuen Plone ausgearbeitet werden. Zahlungen und Sachlieferungen auf Reparctionskonto werden aufgehoben, wenn ihr Betreg durch den Wert der deutschen Aktien gedeckt ist, die nach den Bestimmungen des vorliegenden Abkommens in französischen Besitz übergehen. § 9. Die französische Regierung wird sich darüber Rechenschaft ablegen wüssen, daß die deutsche Produktion und ihrGewinne den Wert der Aktien wesentlich heeinflussen. Die Direltoren dieser deutschen Unternehmungen werden zum Rücktritt gezwungen sein, und sich eine einträgliche Arbeit en müssen, ohne daß ihre Beteiligung an den Gewinnen zu sehr eingeschönlt wird. Gleichzeitig würde der Wert der an Fraufreich übergegangenen Aktien wieder in Frage gestellt werden. Die französische Regierung muß daher ersehen, daß die Ablieferung eines Betrages von 30 Prozent des bestehenden Aktienkavitals soweit die Verpflichtung, von jeder künftigen Kapitalsvermehrung denselben Prozentsatz an sie abzuführen. die äußerste Leistungsfähioseit der deutschen Unternehmungen darstellt. Die französische Regierung verzichtet offiziell darauf, in Zukunft irgend welche Ansprüche auf eine höhere Prozentbeteiligung an den deutschen Unternehmungen geltend zu machen. Die„K..“ wirft dazu folgende Fragen auf: In dem vom„Figaro", veröffentlichten Vertragsentwurf wird nicht gesagt, unter welchem Regime Deutschland arbeiten solle, wenn zur Tilgung der Entschädigungszahlungen eine Beteiligung von 30 v. H. an der gesamten deutschen Wirtschaft bewilligt werde. Hat aber Arnold Rechberg sich auf den Boden der gegebenen Tatsachen in den besetzten Gebieten gestellt, als er seine Vorschläge unterbreitete? Jedenfalls ist er verpflichtet, unverzüglich in der deutschen Oeffentlichkeit eine Antwort zu erteilen. verlange Bavern eine völlige Neuregelung des Verhältnisses des bayerischen Eisenbahn= und Postwesens zum Reich. Die Wahrung seiner Lebeneinteressen erforvere in dieser Hinsicht die unbedingte Selostämoogkeit. Damit könne auch bei Rück gabe der Vermaltung an Boyern durch entsprechende Vereinbarungen den Reschsinteressen Rochnung getragen werden. Bayern verlangt schließlich, daß„zum vrilgültigen Bundes stoat“ der früheren Reicht#erfessung entsprechend dem Bündnisvertrag von 1870 zurückgelehrt werde. Die Lage am Rhein. Goldnotenbank oder andere Pläne? Nach Mitteilungen aus französischer Quelle erscheint es immer mehr zweifelhaft, daß die Durchsührung der Rheinischen Goldnotenbank mit den Beschränlungen, die seitens der Reichsregierung gefordert worden sind, von französischer Seite angenommen wird. Die Reichsregierung wird sich daher in nächster Zeit mit der durch diese Ablehnung geschaffenen Lage beschäftigen und wird insbesondere nochmals mit den Wirtschaftskreisen des besetzten Gebietes, die sich in erster Linie an der Gründung der Bank beteiligen sollen, in Fühlung tretensund für den Fall der Nichldurchführung in der jetzt vorgeschlagenen Form andere Pläne erwägen, aus denen die Schaffung eines wertbeständigen Zahlungsmittels für die besetzten Gebicte zu erzielen ist. Näheres steht jedoch bis zur Stunde noch nicht fest. * Ein= und Ausreise. W. Essen, 4. Jan.(Drahlbericht.) Das städtische Presseamt teilt mit, daß von heute ab für die Ausreise in das unbesetzte Gebiet keine Abstempelung der Pässe mehr erforderlich ist. Für die im unbesetzten Gebiet Wohnenden, die in das besetzte Gebiet reisen wollen, ist nach wie vor ein Gcleitschein erforderlich. □ Köln, 4. Januar. Wie die„Kölnische Zeitung"“ aus Düsseldorf meldet, hat die dortige, französische Besatzungsbehördo für den Verkehr zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Gebiet heute folgendes bekannt gemacht:„Es treten die Bestimmungen der Ordonnanz 236 der Rheinlandkommission sofort in Kraft. Darnach bedürfen die Personen, die im besetzten Gebiet wohnen, nicht mehr des Verkehrsstempels einer Kontrollstelle. Es braucht nur noch der Personalausweis vorgezeigt zu werden. Für Personen des unbesetzten Gebietes bleiben Verkehrserlaubnis und Grenzstempel in Kraft.“ Die Beamten des besetzten Gebietes. A Köln, 4. Jan. Die Vertreter der linksrheinischen Städte und anderer Kommunalverbände der besetzten Gebiete, der Landeshauptmann der Rheinprovinz und die Bezirksgruppe Rheinland des Verbandes der Kommunalbeamten und Angestellten Preußens e. V. haben in einer gemeinsamen Sitzung im Rathaus zu Köln über die Notlage der Beamtenschaft im besetzten Gebiet folgende Ent schließung angenommen: „Die am 1. Dezember neu in Kraft getretenen gehälter sind für die Beamten#schaft angesichts der den Friedensstand hinausgehenden Saargebiet. Gemeinschaftsgeist. W. Saarbrücken, 4. Jan.(Drahtbericht.) Die liberale Volkspartei und die deutschdemokratische Partei des Saargebiets haben sich zu einer Partei zusammengeschlossen, deren Hauptziel es ist, durch die Abstimmung im Jahre 1935 das Saargebiet dem deutschen Vaterland zu erhalten. Rundschau im Ausland. Der Frauc auf der schiefen Ebene. ∆ Basel, 5. Jan.(Drahtbericht.) Der französische Frauken erreichte gestern an dim Schweizer Börsen einen neuen Tiefstand.. In den Abendstunden wurden für 100 frauzösische Franten nur 27,95 Schweizer Franken bezahlt. ∆ Paris, 5. Jan.(Drahtbericht.) Wie die Blätter melden, soll der französische Finanzminister die Absicht haben, noch vor Ende dieser Woche die Direktoren der führenden Pariser Banken und andere Persönlichkeiten der Finanz= welt zu einer Konferenz zusammenzuberufen, um über die Frage der Stabilisierung der französischen Währung zu beraten. Der französische Franken hatte gestern eine weitere Abwärtsbewegung zu verzeichnen. An der gestrigen Börse stiegen die Kurse noch über das vorgestrige Niveau hinaus und das Psund wurde zum Schluß mit 88,29 und der Dollar mit 20,57 genannt. Siegesgewißheit der Lavour Party. A London, 5. Jan.(Drahtbericht.) Macdonald, der heute nach London zutückgekehrt ist, hat, wie es heißt, bereits während seiner Ferien ein vollständiges Arbeiterkabinett zusammengestellt. In diesem Kabinett wird er selbst Ministerpräsident und Außenminister sein. In politischen Kreisen rechnet man bestimmt mit dem Sturze des Kabinetts Baldwin am 17. Januar. Nach der„Times“ ist man im Vorstand der Arbeiteipartei darüber einig, daß sofort nach dem Rücktritt Baldwins Macdonald mit der Regierungsbildung betraut werde. Macdonald sei in der Lage, in 24 Stunden nach der Regierungsübernahme das Kabinett aufzustellen. Der französisch=tschechische Vertrag. ECA. Paris, 5. Jan.(Trahlbericht.) Eine anscheinend amtliche Meldung des„Petit Parisien" besagt, daß das Abkommen zwischen Frankreich und der Tschecho=Slowakei in Paris eiwa um die Mitte des Januar unterzeichnet werden wird. Keine Rückgabe der deutschen Patente in Amerika. ∆ New=York, 5. Jan.(Drahtbericht.) Durch ein Urtei des amerikanischen Bundesgerichts wird die Beschlagnahme der während des Krieges enteigneten deutschen Patente, darunter etwa 3000 Farbstoffpatente als vollkommen zu recht bestehend erklärt. Es wird ausdrücklich erklärt, daß eine Zurückgabe dek Patente nicht erfolgen werde. * Nach dem Freispruch im Conredi=Prozeß sind mehrere in Rußland ansässige schweizerische Bürger, darunter einige, die beim Nausen=Hilfswert beschäftigt waren, ausgewiesen worden. Die Ausgewiesenen haben Moskau am 21. Dezember verlassen und sind inzwischen über Finnl##d in der Schweiz angekommen. Kölner Börsendepeschen. Wertpapiere." (Die Kurse verstehen sich in 1 Milliarden=Prozent.) Kdin, 1924 J. 1. 4. t. 3. 1. 6. 1. Bank=Aktien. Gold weit über senden allgemeinen Teuerung völlig unzulänglich. Sie können im vaterländischen Interesse für eine ganz kurze Zeit als notwendig erklärt werden. Es nuß aber dringend erwartet und gefordert werden, daß sie spätestens am 1. April 1924, d. h. nach Intrafttreten der von der Regierung neu beschlossenen Steuern, durchgreifend gebessert werden. Bei der Beurteilung der Wirtung der neuen Goldgehälter dürfe schließlich, was die Beamtenschaft des vesetzten Gebietes angehe, nicht vergessen werden, daß die Beamtenschaft im besetzten Gebiete schon in den letzten Monaten insolge der erheblich größeren Teuerung und des völligen Fehlens von wertbeständigem Geld im besetzten Gebiet schwerere Opser habe bringen müssen als die Beamtenschaft im unbesetzten Gebiet.“ Die neuen Orientprobleme. ECA. Paris, 5. Jan.(Drahlbericht.) Der„Tomps“ beschäftigt sich in seinem gestrigen Leitartitel aufs neue mit den Schovierigkeiten, die in der Frage des nahen Orients wiederum aufgetaucht sind, und tritt wiederum für eine unverzügliche Ratifikation des Lausanner Vertrages seitens Frankreichs ein. Das Blatt spricht davon, daß man jetzt mitteilt, daß die französische Regierung, entgegen der Haltung, die sie bisher eingenomnen hat, bealbsichtigt, bevor sie die Ratifikation vom Parlament verlange, gewisse weitere Zugeständnisse von der Türkei zu verlangen suche. Die Konzessionen bezögen sich in der Hauptsache auf die ottomanischen Schuldfragen und, wie der„Temps“ weiterhin noch ausführt, auf die türkisch sprische Grenze. Das Blatt führt alsdann in diesem Zusammenhang aus, es sei eine dringende Pflicht, die Rechte Frankreichs im nahen Orient zu wahren. Man müsse die neue Mentalität des Orients verstehen und die Haltung Frankreichs dem anpassen. Es sei leicht, auf dem Papier zu proklamieren, daß man die Rechte Frankreichs nicht aufheben werde, und es sei auch leicht, nacheinander alle Pläne für eine Lösung zu präzisieren. Wenn die französische Regierung das Parlament nicht dazu bringt, den Lausanner Vertrag zu ratifizieren, und dieser Vertrag nur Buchstabe bleibt, wenn Deutschland, England und andere Interessenten hieraus Nutzen zögen, um im Orient die französischen Interessen zu verdrängen, die nicht dieselben Müttel haben um sich zu verteidigen, und außerdem alsdann auch noch sich nicht einmal auf irgend einen Vertrag berufen können, was wäre dann der Trost für Frankreich, so fragt der„Temps“; es hätte den mageren Trost, zu denken, daß seine Rechte praktisch illusorisch geworden sind, theoretisch aber in Kraft ständen. Wird jedoch diese Politik der französischen Regierung, dem französischen Parlament angeraten werden, so schreibt der„Temps“, mit einer in politischen Kreisen wohlverständlichen Andeutung, so möge„er die Gefahren dieser Handlungsweise übernehmen". Das Reparationsprogramm in seiner augenblicklichen Phase gefällt bereits der öffentlichen Meinung nicht allzusehr. Es darf nicht so weit kommen, daß auch das türkische Problem einen schlechten Weg nimmt, so schließt der„Temps“ seine Ausbhnaggen. Barmer Baukverein Berg.=Märk. Indust. Darmstädter Bank Adler=Brauerei Bad. Auilin u. Soda Basalt Berliner Spediteur Berzellus Bielefelder mech.Web. Bochumer Gußstaßl Buderus Bonner Bergwerk Chem. Weiler Continentale Isola Dahlbusch Deutsche Atlant. Dynamit Nobel Ehrharde u. Sehmer Eschweiler Bergwerk Felten u. Guillaume Gelsenkirch. Bergwerk Hammersen Spinn. Harkort Eis.=Brücken (St.=Pr.) Harpener Bergbau Hilgers Hubertus Braunkohle Humboldt Laiker Fraueret 6000 1500 1705 00000 30000 25000 2009 16550 45500 75000 30500 70000 23500 3750 45050 25000 •500 5750 95000 44000 71000 15000 900 84000 18000 62000 37.00 20000 Deutsche Bank Diskonto=Gesellschaft Dresdner Bank 600) 1300 0500 Industrie=Aktien. 20000 Kalker Maschinen 30500 Klöckner 26000 Kölner Gummlfäden 2000 Köln=Lind. Metallwe. 17500 Köln=Neuess. Bow. 00000 Köln=Rottweil 78000 Mand Piane 34000 Motorenfabrik Deutz 75000 Oelwerke Stern27000 I Sonneborn 4200 Phönix Bergbau 48000 Rasquin, Farbwerke 28000 Rheln. Braunkohlen 12500 Rhein..=V. f. Zucker 10000 Rhein. Masch. Leder 75000 Ry.=Westf. Sprengst. 44000 Rhenania, Chem. 72 00 Roddergrube 13000 Stollwerck Verein. van der Zypen Biersener Spinnerei Vorwärts Spinnere! Welter Hebezeuge Weslf. Draht=Ind. Westf. Eisen u. Draht 18500 0000 24500 00000 11000 00500 9000 87050 26000 81000 40000 60000 64000 65000 18500 14000 61000 13300 11000 28000 64660 5 900 20000 13000 5000 135905 12000 32090 19000 48750 18000 58000 1350 5050 11000 13750 120000 18000 0000 13100 60000 4200 70000 30000 1500 49003 17900 55000 13800 .7500 11500 14900 160500 20000 00000 15550 16000 4000 90000 25005 Papiere im Freiverlehr. Unnotierte Werte in Milliarden Prozent. Köln, 4. Januar.(Droytberia.) Adler= Kohle 25—29 000; Allgem. Bankverein 100—140; Andern. Möbel 280—350; Becker Kohle 12 250—15000; Becker Stahl 11000—14000; Braunk. Ind. Zukunft 57—58000; Dito Anleihe 8500—10000; Dempewolf 475—575; Dolerit Basalt 12000—15000; Jagdfeld 120 bis 160; Kabel Rhevdt 15000—18 000; Lederwerke Rheindahlen 600—700; Rhein. Preßhese 4000—5500; Schokolade rhein. 80 bis 150; Stahlberg 275—375; Stahlwerk Oese 600—800; Stock u. Kopp 850—1200; Vema 900—1200; Vulnoplast 600—700; Weiko gestrichen; Wessel Wandplatten 4500—6000; Westd. Draht u. Kabel 1100—1300: Willerscheidt 400 Geld. Köln, 5. Januar.(Drahtbericht.) An der heutigen Wertpapierbörse vollzog sich das Geschäft etwas lebhafter als an den Vortagen. Die feste Grundstimmung hielt auch heute an. Im allgemeinen konnten sich bei beträchtlichen Umsätzen die Kurse leicht erhöhen. Immerhin kamen Angebote in vielen Werten in beträchtlichen Pesten an den Mirkt, die aber glatt Aufnahme fandden. Montanwerte waren durchweg höher, ausgenommen Rheinische Braunkohle, die verloren. Chemische und Pulverwerte wurden zu erhöhlen Kursen aus dem Markt genommen. Maschinenwerte zogen gleichsalls an; nur Lindenthaler mußten sich eine Abschmächung gesallen lassen. Von Sonderwerten zeigte sich für Stllwerk auch heute reges Interesse; der Kurs zog weiter an. Ein großes Geschäft wies der Baukaktien= markt, wo in einzelnen Werten recht beträchtliche Gebote herauskauen, die abe: slalt Käuzer sanden. Die Kurse bewegten sich me'st um den letzten Stand herum. Wir bitten unsere verehrl. Bezieher, die Abonnements=Quittungen bei Vorzeigen einlösen zu wollen, da die Trägerinnen in den ersten Tagen mit der Geschäftsstelle abrethznen müssen. Alchener Tagerschun! Das Rote Kreuz. Wuch auf! Du darfst nicht länger sinnen, Das neue Jahr rust Dich zur Pflicht; Willst Du das graße Werk beginnen, Wehlan! erwache, träume nicht.— Es friert, und in der dunklen Kammer Hockt mancher Greis in bittrer Not. Erwerbslos sucht, voll Leid und Jammer, Der Vater für die Seinen Brot. Der Krieg zerriß so manche Bande, Die ehedem man zart gopflegt: Gemeinschaftssinn im Vaterlande Ward bald vom Sturm hinweggesegt. Wach auf! Ein Scherflein beizutragen, Das Rote Kreuz zeigt Dir die Bahn, Es ging in kummervollen Tagen Uns mutig, unentwegt voran.— Wenn mit dem Roten Kreuz verbunden Dem Liebecwerk sich„Holland“ weiht, Wenn Heerl'nei Frcunde heut bekunden Die schönste Opserwilligkeit, Dann lasse Dich nicht länger mahnen, Auch Du kannst lindern manchen Schmerz; Wlas Du ererbt von Deinen Ahnen. Es ist ein gutes, deutsches Heiz.— Das schöne Werk hat schon begonnen, Zur Martinstraße gehe hin, Die Schar, die dort der Not entronnen, Verdankt es edlem Opfersinn. Vereinte Wohlfahrt rief ins Leben Die Stätte, die die Schöpfer ehrt, Dem Roten Kreuz sei für sein Streben Ein neues, glücklich Jahr bescheert. Und wenn der Winter überstanden, Der Frühling uns entgegenlacht, Dann sei den lieben Neederlanden In Danibarkeit auch gern gedacht.— H. Reinartz. Am Grabe Klara Warsteins. Wit haben sie gestern morgen aus dem Friedhof am Adalbertsteinteg zur letzten Ruhe gebettet. Ein naßkalter Morgen wars mit trüb verhängtem Himmel;„zum Abschiednehmen just das rechte Wetter“. Ein kleines Häuflein Getreuer ging hinter dem schlichten Sarge: persönliche Freunde, von denen die Tote so viele in ihrem Leben hatte, und solche, die ein Stück Berufeleben mit ihr zusammengegangen waren — Leute, die sie liebgewonnen und schätzen gelernt hatten. Ein bescheidenes Gefolge, aber voll herzlicher Anteilnahme. Beschelden und herzlich, wie Klara Warstein im Leben gewesen ist; und pflichtgetreu! Ihre ganze Liebe hat der Muisik und dem Theater gehört. Es war daher besonders schön, daß Intenddaut Sioli persönlich mit Herrn Kron als Vertreter der Künstlerschaft erschienen war. War die Schar des letzten Geleits auch klein, so haben doch Hunderte, das wissen wir, im Geiste daran teilgenommen. Denn die Tote war— das ist mehr als Redensart— beliebt in Aachen, und man hielt viel auf ihr sarlverständiges Urteil in musikalischen Dingen. Seit den Ansängen des„Politischen Tageblatts“ hat sie ihm die Mursickritik besorgt. Aus Liebhaberei, aus Freude an der Sache übernahm sie damals als junges Mädchen das verantwortungsvolle Amt. Ihr Vater, der in Rötgen Steuereinnehmer gewesen war, hatte ihr eine gründliche musitalische Autbildung geben lassen, so daß sie wohl über das erforderliche Rätstzeug verfügte. Wenn Kritik nur Kritiüieren und Zensurenausteilung wäre, dann war sie freil'ch keine Kritikerin; denn ihr Herz war viel zu gut, um auch wur ein herbes Wort des Tadels fallen zu lassen. Sie wollte fördern und anfeuern, Wünke zur Vervolltemannung der Kräfte geben, also schöpserisch mitarbeiten.(Unzufriedenheit drückte sie lieber zwischen den Zeilen aus.) Jedenfalls hat sie, in ihrer Zeit, mit Liebe und Begeisterung an der Hebung des Aachener Musiklebens mitgeholsen, manches ausstrebende Talent durch Lob und Rat geföndert und auch den verantwortlichen Leitern manchen nützlichen Wink gegeben. Bewundernswert war die Geschicklichkeit und das Takt##sühl, womit sie auch den jüngeren Strömungen gerecht zu werden suchte. Sie nahm ihr Amt heilig=ernst, ein Muster der Gewisserhaftigkeit und Pflichttreue. Wie sie noch in den letzten Jahren, schon vom Tode gezeichnet, durch Sturm und Wetter zu ihrem Dienst ging und ihren müden Körper zur müchseligen Arbeit zwang, das muß Bewunderung erregen. Darüber hinaus war sie noch stets bereit zur Hilfeleistung, wo immer sie sich nützlich machen konnte. Respekt vor solcher Arbeitslust und Pflichttreue! „Klärchen“— so hieß sie seit Jahrzehnten im engen und weiteren Bekanntenkreis— hat außer einer frohen Jugend nicht viel Ersreuliches vom Leben gehabt. Früh verwaist, war sie auf ein bescheidenes Vermögen und ihren schriftstallerischen Nebenerwerb angewiesen; durch Mißgeschick verarmt, nahm sie daneben auch noch das bescheidene Gewerbe der Zimmervermieterin auf sich Aber sie schlug sich bescheiden und frohgemut durch. Die Kleinrentnernot hat ihr dann übler mitgespielt alz sellbst ihre besten Freunde ahnen konnten, denn sie war zu bescheiden— oder zu stolz zum Klagen. Schon mehrnuells hatte sie in don letzten Jahren böse Gesundheitsstörungen zu überwinden; eber mit erstaunlicher Zähigseit und Willenskraft rafste sie sich nach einiger Erholungszeit immer wieder auf. Bis dann im Sommer vorigen Jrhres ein Schlaganfall sic zwang, im Luisenhospital Pflege zu suchen. Dort ist sie am Abend des Neujahrstages friedlich entschlafen. Ein arbeitsreiches Leben hat die Neumundsachzigjährige hinter sich gebracht, und wir am Grabe wissen: es ist wertvoll geween, denn er war strebend bemniht und, in seinem Rahmen, vielleicht auch schöpferisch; sicher aber achtunggebietend und liebenswert. E. Lehrer und Schule. Der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat in einem Erlaß folgendes ausgesprochen: Der Rettor ist nicht mehr Vorgesetzter der Lehrenden, er ist Loyitzen#er der Konserenz und Erster unter Gleichen. Er und alle Mitglieder des Lehnkörpers müssen sich bewußt sein, daß die Grundllogen für die innere Einheit der Schularbei durch die kollegiale Zusammenarbeit aller hergestellt werden. Auus der Mitverantwortung jedes einzelnen enwächst für jedes Mitglied des Lehrkörpers die Pflicht, sich in seiner Arbeit für die Schule nicht nur auf die eignen Klassen und die eignen Unterrichtsstunden zu beschränken, sondern auch die gemeinsirmen Angelegenheiten der Schalle durch Mitarbeit nach Möglichleit zu sördern. Gegenseitige Klassenbesuche sind für die gemeimseme Arbeit unerläßlich. Jeder Lehrer hat die Pflicht, sie entgnzunm Der Schulleiter ist verpflichtet, solche zu machen, um sich über das Loben in der Schule zu unterrichten. Zu methodischen Anweisungen der Lehrer, die die Befähigung zur endgültigen Anstellung erworben haben, ist er aber nur berechtigt, soweit sie erfolgen im Sinne der Konferenzbeschlüsse oder im besonderen Auftrag der vorgesetzten Behörden. Auch von den übrigen Lehrenden wird erwartet, daß sie von dem Recht des Klassenbesuches Gebrauch machen. Diese Besuche sollen auch die Gewähr schaffen, daß im Unterricht die Anordmungen der Behönden und die Konserenzbeschküsse befolgt werden. Alle. bedeutsamen Fragen sind in der Konferenz zur Sprache zu bringen. Konserenzen können wertvolle Ordnungsvorschnisten, zum Beispiel über die Pausen, die Benutzung von Lehmmitteln, Schulausfküge beschließen. Die Pünktlichkeit der Lehrenden und das Innchalten des Dienstes bilden einen Teil auch der äußeren Ordnung der Schule. Jeder fühle sich verantwvortlich für das Ganze. Mißverstandene Kollegialität geenüber Prlichevergessenheiten gefährdet die ganze Schule und schädigt ihr Anschen. In den geschäftlichen und dienstlichen Baziehungen nach außen vertritt der Vorsitzende der Konferenz den Lehrkörper. Damit ist durchaus vereinbar, daß sich bei Bearbeitung der Dienstgeschäfte die Lehrträfte der Schule beteiligen, wobei der gesamte amtliche Schriftverkehr durch die Hand des Schulleiters zu gehen hat. Die Konserenzen maissen in die schulfreie Zeit fallen und der gemeinsamen Arbeit in der Schule dienen. Leiter und Lehrer sollen sich bemühen, sie durch Mitteilung. Belehrung und Anregung fruchtbar zu gestalten. Die Not der deutschen Kinder. Das Komnumique des Generals Alan in Amerika hat bereits in den ersten Wochen in seiner großangelegten Propaganda für die Sammlungen von Geldern zur Linderung der Not der deutschen Kinder reiche Erfolge gehabt. In diesen Tagen ist der Vertreter der Quäker, H. T. Brown, in Berlin eingetrossen. Er überbringt bereits die ersten Nahrungsmittel, die aus dieser Sammlung stammen. Es handelt sich bis jetzt um 3100 Tonnen Mehl, Kakao, Reis, Zucker und Fett, die zum Teil auf dem Wege sind, zum Teil bereits in Hamburg lagern. General Allau hat die Quäter als Treuhänder für das gesammelte Geld bestimmt. Es sollen bei der ersten Sammlung zehn Millionen Dollar zusammengevracht werden. Man hofft, in der nächsten Zeit aus dem Erlös der Sammlung die Zahl der zu speisenden Kinder von 500000 auf eine Million erhöhen zu können. Die Verteilung der. Nah rungsmittel in Deutschland ist dem Deutschen Zentralausschuß für die Auslandshilfe übertragen worden, der auf Grund seiner guten Erfahrungen für zweckmäßige Verteilung sorgen wird. Aerztliche Untersuchungen in der Studentenschaft. An einer Anzahl von Universitäten hat man es jetzt unternommen, die Studenten systematisch auf ihren Gesundheitszustand zu untersuchen. Die Notwendigkeit dazu ergibt sich aus der besonderen Gefährdung, die unter den heutigen Veihältnissen die Gesundheit jedes einzelnen bedroht. Außerdem will man für die Fürsorgetätigkeit sichere Unterlagen gewinnen. STolche Untersuchungen sind in Tübingen, Dresden, Gieten, München, zum Teil auch in Heidelberg durchgeführt worden. Es dürsten sich noch mehr Universitäten diesen Bestrebungen anschließen. Bedarf es doch kaum eines Hinweises auf die große sozialhygienische Bedeutung solcher Durchuntersuchungen einer größeren Gemeinschaft, wie man denn auch in den Kruppschen Wierken in Essen dazu übergegangen ist, auch den gesunden Arbeitern Gelogenheit zu geben, sich untersuchen zu lassen. Damit scheint das Prinzip des früheren Hausarztes, der die Menschen nicht nur in kranken, sondern auch in gesunden Tagen sieht, für einen größeren Personenkreis fruchtbar gemacht zu sein. * Bestandene Prüfung. Die Meisterprüfung im Zimmerund Maurerhandwerk bestand Herr Karl Pütz, Kreselderstraße 141, mit dem Prädikat„gut“. Dienstjubiläum. Herr Faver Meister Betriebsleiter des Kleinbahnbezirks Mariadorf, konnte am 1. Januar 1924 auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Aachener Kleinbahn zurückblicken. Am Montag wurde dem Jubilar von der Direktion in Gegenwart von Vertretern der Angestellten mit einer ehrenden Ansprache eine Ehrenurkunde und das für Angestellte bestimmte Jubiläumsabzeichen übergeben. Mit diesem Jubilar hat sich die Zahl der bei der Gesellschaft vorhandenen Jubilare auf 58 erhöht. Weibliche Angestellte als Versorgungspflichtige. Um den verschiedenen Angrissen auf weibliche Angestellte bezüglich der Nowwendigzkeit eigenen Verdienstes einmal auf den Grund zu gehen, hat der Verband für weibliche Angestellte in Hannover eine statistische Erhebung angestellt, um sich über die sozialen Verhältnisse seiner Mitglieder zu orientieren. Diese ergaben, daß von allen weiblichen Angestellten nur 16,6 Prozent ohne direkte Versorgungspflichten bei ihren Angehörigen wohnen. Dagegen hatten 4,6 Prozent für Angehörige unter 18 Jahren zu sorgen. 53 Prozent hatten für Angehörige über 18 Jahren und 16.6 Prozent die Versorgungspflicht für zwei und mehrere Angehörige. Dollar und Post. Als Zahlungsmittel nimmt die Post nicht sämtliche Stücke der Dollaranleihen des Reiches an. Das Reichspostministerium hat jetzt die Postanstalten angewiesen, nicht als Zahlungsmittel anzuerkennen Stücke der wertbeständigen Anleihe, der sogenannten Goldanleihe, die über einen Neunwert von 21 Mark hinaulgehen. Ebensowenig angenommen werden alle Dollar=Schaitzanweisungen, die auslörbaren Schatzantveisungen des Deutschen Reiches von 1923, die sogenannten Ka=Schätze, und die 6prozentigen aus Gold lautenden Schatzanweisungen, rückzahlbar am 1. Dezember 1932. Die Dellar=Schatzamreisungen, die überhaupt nicht angenommen werden, lauten nur auf Dollar und berufen sich auf das Gesetz vom 2. März 1923. Die Golldanleihe ist danogen auf Goldmank ausgestellt und gibt daneben noch den Betrag in Dellar an. Auf ihnen ist das Cesetz vom 14. August 1923 angeführt. Als Sicherheit für Leistungen und Lieferungen an die Reichspost werden alle Papiere angenommen. Kein Einjährigenersatz. Schlußprüsungen an Privatschulen, die keinem Verbande angeschlossen sind, darf der Reichsverband freier höherer Knabenschulen und Vorbereitungsanstalten abhalten. Er ist auch berechtigt, Zeugnisse auszustallen. Nach einem Bescheide des Ministers für Volksbildung handelt es sich dabei abber um eine vollständig private Angelegenheit. Die Prüsungen und Zeugnisse werden als Ersatz für die früheren Prüfungen und Zeugnisse, die zum einjährig=freiwilligen Dienst berechtigten, nicht anerkannt. Sie geben keinerlei Berechtigungen. * Was man nicht abziehen kann. Die Ausgaben für ärzt= liche Beratung und Heilungskosten sind bei der Einkommensteuer nach einem Urteil des Reichssinanzhofs nicht abzugsfähig. Zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einkünfte eines Erweibstätigen dienen nach der Begründung ohne Zweifel auch alle für die Erhaltung des Lebens und der Gesundheit bestimmten Privatausgaben, Ausgaben für Nahnung, Kleidung, Obdach und ebenso Stärtungs= und Heilungskosten; ohne Erhaltung des Lebens durch die nötige Nohrung und Kleidung, durch Vorkehrungen gegen Krankheit und Bekämpfung von Krankheiten schwinde die Erverbsfähigkeit. Derartige Auswendungen gehören aber zu den Heushaltungskosten, die nach der ausdrücklichen Vorschrift nicht abzugsfähig sind. Zu Werbungskosten können derartige Arswendungen dann werden, wenn und soweit sie durch die besonderen Anforderungen einer bestimmten Tätigkeit geboten sind. Hierzu gehören aber Auswendungen für die Erhaltung oder Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszust indes nicht. Die Zustände in den Schnellzügen. Die Zustände in den Schnellzügen behandelt eine neue Verfügung der Reichsbahndirektion Berlin. Veranlaßt ist sie durch neu lebhafteste Klagen. Es habe sich ein lebhafter Schichererkehr entwickelt, die mit ihrem nicht immer einwandsreiem weiblichen Anhange vornehmlich die Abteile erster Klasse in Arspruch nehmen, obwohl sie vielfach nur Fahrkarten niedrigerer Kluss: gelöst haben. Dann sei auch berbachtet worden, daß ganze Abteile unberechtigter Weise als bosetzt bezeichnet werden, so daß die einheimischen Fahrgässte seine Sixplätze erhelten. Auch das Rauch verbot werde noch immer nicht mit dem nötigen Nachdruck durchgeführt. Beschwerden bei den Beamten fänden nicht immer die nowvensige Untenstützung. Dem Zugbeomten foll in den Unterrichtestunden wiederholt das Verwerfliche einer verschiedenen Behandlung der Reisenden in Erinnerung gebracht und auf die schweren Folgen hingewiesen werden, denen sie sich dabei aussetzen. Goldrechnung überall. Die Goldrechnuung wind jetzt überall durchgeführt Zeugen wird die Zeitversäumnis vom Gericht mit 3 bis 75 Goldpfennig für jede ang#ngene Stunde entschödigt. Die Vergütung des Sachwerstänigen beträgt.50.. bei besonders sorvieriger Leistung 3 Mork für die angefangene Stunde, die Reiseentschädigung 5 Pig. für das Nilometer. Die Entschidigung für Abwesenheit vom Aufenthaltsorte wird nach dom Satz für die Reichsbeimten der Stufe 3 berechnet. Alles wird— überflüssiger Weise— auf 5 Pig. ausgerundet. Die Leuchtmittel= und die Zündwarensteuer sowie die Weinsteuer wird vom 1. Januar in Gold erhoben. Die letztere beträgt für Wein, Traubenmost, dem Weine ähntiche Getränke und Schaumweine aus Fruchtwein ohne Zusatz von Traubentein 20 Prozent des Steuenvertes, für andere Schaumweine und schaumteinähnliche Getränke 30 Prozent. Auch die Wertgrenzen im Steuerrechte sind in Gold bestimmt. An Stelle des Portos für einen einsachen Fernbrief ist eine Goldmark getreten. auch bei der Kostenniederschsagung, bei den Zöllen an die Stelle eines Grundzolles von 10 Mk. und des HHundertfachen der Briefgebühr 30 Goldmark. Die Mark vor Gericht. Die Gelentwertung kommt jetzt endlich in der Verordnung zur Beschleunigung des Verfahrens in bürgerlichen Rechtestreitigkeiten zur Geltung. In Urteilen, Zahlungsbeschlen, Vergleichen und vollstreckvaren Urkunden kann die Höhe der Forderung jetzt auch in nicht gosetziichen Umllaustnitteln bestimmt werden, die von den öffentlichen Kassen in Zahlung genommen werden. Sie kann auch nach Maßgabe einer amtlichen Teuerungszahl festresetzt werden. Die Reichsregierung kann serner mit Zustimmuung des Reichsrats daneben noch andere Werteinheiten als Maßstab zulassen. Die vollstreckbare Aussertigung eines wertbeständigen Schanlbtitel wird erteilt, ohne daß es der ziffermäßigen Berechnung der Schuldsumme in gosetzlichen Zablungsmitteln bedarf. Bei der Zwangsvollstreckung in bewegliche Sachen berechnet der Gerichtsvollzieher die beizutreibende Golddsumme. Aenderungen der Werwethältnisse während der Vollstreckung sind zu berück sichtigen. Auch bei der Hinterlegung von gepfändetem Geld oder Versteigerungserlös wind eine Aenderung der Wertverhältnisse auf Antrag berücksichtigt. Zuschußrenten. Vom 7. Januar 1924 ab werden die an Soziairentner, Kleinrentner, Kriegshinterbliebene und Kriegsbeschädigte zu zahlenden Zuschußrenten nicht mehr durch die Stadtkasse, Zimmer 58 des Verwaltungsgebäudes, sondern durch die städtische Baukasse, Jesuitenstraße 7, ausgezahlt. Lohnsteuerabzug. Das Landesfinanzamt veröffentlicht in der heutigen Nummer eine Bekanntmachung, auf die wir unsere Loser besonders aufmerksam machen. Südmark=Ferienkinder. Die Eltern der Kinder, die eine Einladung jetzt nach Oesterreich zu kommen, erhalten haben, sind gebeten, sich unter Vorlage des Eintadungsbriefes bis zum 9. dieses Monats, morgens von—10 Uhr, Wirichsbongandstraße 57 zu melden. Die neue Kunst zu kleben. Wertbeständige Marken der Involiden= wie der Angestelltenversicherung gibt die Post vom 5. Jannar an aus, derartige Steuermarken vom 10. Januar an. Bei beiden Versicherungen gibt es nur noch je füns verschiedene Morsen, bei der Irnatiderversicherung seiche zu 20, 19, 60, 80 und 100 Psennig, für einen wöchentlichen Arbeitsverdienst bis zu 19, 15, 20 und 25 Rentemmark snrie dgrüber. Die Manen der Argestelltemeersicherung anten auf 1 50, 3. 6, 9 und 12 Pentenmer für einen menatlichen Verdienst bis zu 50, 106. 9. 300 Mark und darüber. Aus den Aachener ch. Moverne Lichtspiele. In dieser Woche zuckt auf der Leinwandbühne Sensation und Abenteuer.„Von Rosenmontau bis Aschermittwoch“ ist der beste Film des Programms. Abenteuerreiche Lebenswege. Faschingstreiben im herrlichen Nizza. Eine Welt wie ein blühendes Märchenhand unter südlicher soll die reizende Ilse heiraten. Ein Geldgeschäft. Die Trauung scheitert an einer geheimnisvollen Dame in Schwarz. Hochstapler und Unbekannte spielen ein spannendes Schachspiel mit lebenden Figuren, erbittert. Er um den Preis des reichen Mädchens. Sie um ihr Kind, denn Ilse ist ihre Tochter, von dem Vater lebte die Mutter seit langen Jahren geschieden. Um das Glück des Kindes geht das schwere Spiel der sich todeshassenden Gegner. Die Mutter gewinnt. Der Verlierer bleibt tot auf der Strecke. Ein neues Glück blüht über Vater, Mutter und Kind. Die Handlung ist interessant und spannend in jeder Phase. Der Reichtum unv die Herrlichkeit des sonnigen Südens tut sich vor uns auf.— „Die Diamantenkönigin“. Ein Diamantenhändler ist ruiniert worden durch den Diamantentrust und hat Hand an sich gelegt. Die Tochter hat Dokumente im Besitz, die den Trust belasten. Nun geht der Kampf los, der nicht vor Verbrechen scheut, nach dem Besitz der Dokumente, bis in das Innere Afrikas, in de: bekannten amerikanischen Art. Uebertreibungen, die dem Lächerlichen nahekommen, trotzdem sieht man dem Sviel gern zu, das Neues bringt und trotzallom in Spannung hält.— Erlösendes Lachen bringt der junge Filmmeisterhumorist Harold Lloyd mit seiner neuen Grotesle„Er verkäuft Erfrischungen“, worin er seine zündenden Gnotestwitze unaushaltsam stiegen läßt, wie ein Jongleur seine Bälle. Mit einer guten Portion Heiterleit konnte man nach Hause gehen. Aus den Gerichtssälen Belgisches Kriegsgericht. Berufung in dem Sabotageprozeß. Die Angeklagten., N. und Schw. haben gegen das Urteil des belgischen Kriegsgerichtes Berufung eingelegt. Dasselbe hat, wie man erfährt. bei allen Angellagten, auch bei dem freigesprochenen Fr., der Militärstaatsanwalt getan. Strafkammer. Ein unüberlegter Jugendstreich brachte einen Fuhrmann vor das Gericht; vor mehr als vier Jahren hat er in Düren mit einem längst bestraften Kumpan von einer zaunumgebenen Gartenbleiche Bettücher gestohlen; er ist geständig. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gesängnis, doch wurde dem Angeklagten gute Führung empfohlen und ihm anheimgestellt, einen Antrag auf Strafausschub zu stellen. Wegen Zechprellerei zum Nachteil einer Frau Sch. in Köln— es handelt sich um 64000 Mark und den März v. J. — war jener Schneidergeselle angellagt, der seinerzeit wegen Betrügereien, die er in Aachen als angeblicher englischer Kurieroffizier begangen hat, zu 2 Jahren Gesängnis verurteilt worden ist; jetzt wurde eine Zusatzstrase von 3 Monaten festgesetzt. k. Stimmen aus dem Leserkreise. Die„Betrübten“ und die——— Rentenmark. Wie sie klagen, wie sie jammern und prophezeien, was sie wieder gerne sähen, all die Großen und Kleinen mit den gepflegten Händen, seinen Pelzen und Hüten,— bedrückt schleichen sie einher. Diese. Prasser, die sich am Elend des Volkes bereicherten. Es war einmal,— und jetzt ist die Zeit gekommen, die die blasierten Jünglinge und Dämchen, Oberschieber und Mitschieber, so hassen, die Zeit ernster, verdammt nüchterner Arbeit. Das ganze Rennen und Jagen ist dahin und wie gewonnen, so zeironnen, der Sekt ist verrauscht und seltener das Geknatter der motorradfahrenden jungen Helden. Nur ein Trost ist ihnen geblieben, sie haben den Vorteil gehabt, keine Steuer von ihren unverdienten„Verdiensten“ gezahlt zu haben, sie können lächeln, diese Helden, mögen doch diejenigen Steuern zahlen, die sich ihren Verdienst erarbeiten. Das eigene„Ich“ immer an die Front, was zum Teufel kümmert mich Volkswohl und Volksgesamtheit. Die Jagd auf das gehetzte Wild, die alte ireue deutsche Reichsmark, ist beendet, die Jagd ist abgeblasen, und schon suchen die schußgeübten Jäger nach neuem Wild, welchem sie das Blut absangen möchten. Die Rentenmark,——, ja die Rentenmark, zwar noch etwas jung und wenig Ziel bietend, aber sie soll halt vor die Flinte, man spürt sie auf, schon seit Wochen hal man ihre Schwächen, es sollen derer viele sein, entdeckt. Unglaublich, wie wenig Urteilskraft die Alten und die Jungen= in den einfachsten Dingen haben, sie erzöhlen jedes Jägerlatein unbeschnuppert weiter, und stellen sich so den Jägern unbewußt als Treiber und als Hetzer zur Verfügung und verteuern sich selbst die Butter aufs Prot—— Was zum Kuanct schwafeln Sie di von der Rentenmark, die Rentenmark geht den Weg der Reichdmark, wer hat Ihnen diese Weisheit verzapst? Herr K..... der ist bel der Bank...... egal, was er ist, Devisensäger ist er und er sucht nach Wild, welchem er nachstellen möchte. Sie scheinen nicht mehr über ein eigenes Urteil zu versügen, sonst würden sie einen deraatigen Zinober nicht#ertule. Ju, eder doch die Reichsbank. Jawchl die Reichsbank, die Reichsbank. die Rentenbank und die Bankfirma Dingsda sind im Prinzip dasselbe, mein lieber Freund. Alle drei sind in sich selbständige Unternehmungen. Für die Reichsbank ist das Reich lediglich Kunde und für die Rentenbank ist das Reich ebenfalls Kunde und für die Bank Dingsda ist der Herr 9 in Z ebenfalls lediglich Kunde. Ra also, wenn die Rentenbank genau dasselbe ist wie die Reichsbank, dann geht sie mit ihren Noten doch denselben Weg. Das könnte man folgerichtig annehmen, mein Lieber, aber die Bank Dingsda hat als dem Handelsgesetz scharf unterstehendes Handelsunternehmen dem Y in Z den Kredit beschnitten, weil derselbe ihnen als verschuldet bekannt war, sie war ihrer selbstwillen hart genug, dem armen Kerl 9 gegenüber die Stange zu bieten. Und die Reichsbank? Die Reichsbank hat dem Reich gegenüber nicht stand gehalten, sondern dem Schuldner jeweils soviel Geld gepumpt, als er haben wollte und weil ihr selbst dabei die Mittel, ausgingen, hat sie immer mehr Noten drucken lassen müssen, die. da der Hauptschuldner zahlungsunfähig war, immer wertloser wurden. Ja, und die Renterbank? Die Rentenbank ist eine Neuschöpfung, die sich die Fehler der Reichsbank zu Nutze machte und dem Reich nicht mehr pumpen wird, als ihm gegen volle Deckung zusteht. So gut also das Bantbaus 9 in Z. welches streng nach kaufmännischen Grundsätzen geführt wird, stark und kreditwürdig dasteht, wird auch die Rentenbank fest und sicher und unantastbar dastehen und ihre Rentenmark kann nicht zum Spielobjekt werden, wenn nicht Gewissenlose sie durch gemeinverwerfliche Schwatzereien ins Wanken zu bringen suchen, um sich erneut am Elend der verarmenden Klassen zu bereichern. Ja, aber dann, aber dann verstehe ich die Sache mit der Reichsbank nicht, wie sie dem Staat so unbegrenzt ihre Kassen öffnen konnte. Ja, das verstehe ich auch nicht, jeder Kaufmann, der so gewirtschaftet hätte..... Hm, meinen Sie? Jawohl, mein Lieber, seit diese Wirtschaft unterbunden ist, d. h. der Staat auf seine eigenen Einkünfte angewiesen ist und die Rentenmarkbenk und später die Goldmarkbank unabhängig dasteht, ist es endgültig vorbei mit der gemeingefährlichen Auspowerung der Mittellosen, der unteren Schichten des Volkes und des verarmten verschämten Mittelstandes. Wenn Ihnen noch jemand von Entwertung der wertbeständigen Zahlungsmittel redet, dann beweisen sie ihm. daß sie besser unterrichter sind als er.—3. Rheinischer Sport. Bund deutscher Radfahrer. Wie uns berichtet worden ist, ist der Bundesvorsitzende Herr Stevens so schwer erkrankt, daß erst nach Wochen eine vollkommene Wiederherstellung zu enwarten ist. Demzufolge hat sich der Bundesvorstand entschlossen, die für den 6. Jan. nach Halle einberufene Hauptversamuclung auf den 2. und 3. Februar zu verlegen. Tagungsort, Tagungsordnung und Programm bleiben unverändert. Herr Stevens hat die in den Weihnochtsfeiertagen eingetretene Krise gut überstanden, jedoch dürfte mit einer Wiederübernahme der Geschäfte erst für Ende Januar zu rechnen sein. 1000= Lugel=(Vierer) Kegeln. Zu dem vom Kegel=Sport=Club(K. S..) Aachen veranstalteten hochinteressonten Tressen erster Bohlenbahnkegler Aachens sind, nach Auslosung der Startreihenfolge der gemeldeten Klubs, folgende Starzeiten festgelegt worden: Sonntag, 6. Jamnar, 9½ Uhr vorm.: J. Roßkampf(), 10,35 P. Simons(), 11,40 Fakk(), 12.45 Uhr nachm. K. Büttner(),.0 Bergrath(),.55 Vrocmen(), 4,00 G. Fischer (), 5,05 Stienen(),.10 K. Brand(), 7,15 Ad. Dohmen(10), .20 Laur. Roßkomp(11) und.25 Uhr nachm. J. Leutzen(12). Montag, 7. Jannar, 9½ Uhr vorm.: I. Adams(13), 10,35 M Simons(14), 11.10 N. Creutz(15), 12,45 Uhr nachm. I. Fuhrnans(16),.50 H. Bülles,(17), 2,55 Hch. Develer(18), Philsppen(19),.05 Mockel(20), 6,10 Frauenrath(21), Lcz-Zau Eigeme Jnte## Tel. 2413 Jiihaune Tel. 2413 liefert nur in eigener Werkstätte hergesteilte Pelzwaren zu bekannt billigsten Preisen: Cutwasl in allen#elzanten! Aachener Devisen vom 5. Januar 10 Uhr vormittags. (Mitgeteilt vom Bankhause Allermann& Co., Nachen). ./1. 1./1. Englische1 19,200-19,400 Billionen Französische z 210—220 Milliarden Belgische 195—210 Milliarden Holländische 1,710—1,730 Billionen Amerika 4,200 4,400 Mittelkurs Schweiz 1 770—790 Milliarden 19,100-19,300 Billionen 225—240 Milliarden 195—210 Milliarden 1,710—1,750 Billionen 4,300—4,500 Mittelk. 740—760 Milliarden London. Berlin(Billionen) Frankreich.. Belgien Holland Amerika Schweiz.. Zürich. Berlin(Billionen) England Frankreich Velgien Holland Amerika .1. 19 87.05 11,29¼ 4,25% 25.52 1,30 24.25 28.30 25.20 217,50 575,25 Wechselkurse. 7,15 Frz. Stange(22),.20 Ackermans(23) und.25 Uhr nacht. Frz Develer(24). Die eingeklammerten Zahlen bedeuten die Startnummern. Klubzugehörigkeit: Nr. 1, 7, 13 und 19„Aach. Bürger=Kegelklub“, Nr. 2, 8, 14 und 20„Brettrein", Nr. 3, 9, 15 und 21„Bauerntöter“, Nr. 4, 10, 16 und 22„Uebers Brett“. 5, 11, 10 und 23„K. S..“ und Nr. 6, 12, 18 und 24 „Möchte gern“. Im übrigen verweisen wir auf die diesbezügliche Anzeige in heutiger Ausgabe. Bh. Eishockeytournier. Berlin, 5. Januar.(Privatmeldung.) Im Tavoser Eishockeytournier um den Spenglerpokal schlug, wie die Blätter melden, der Berliner Schlittschuhkiub die kanndische Studentenmannschaft der Universität Oxford mit:0. Aachener Wetterwarte. Wetteraussichten bis Montag morgen. Veränderliche Bewöllung, vorerst noch keine wesentlichen Niederschtäge; Tomperatur etwas ansteigend. Höchsttemperatur gestern—.2; Tiefsttemperatur gestern —8,0. Beobachtungen von heute norgen 7 Uhr Ortszeit: Temperatur:—7,0; Wind: NNW. 1, bedeckt. * Hinweise. Stadttheater. Sonntag vormittag 11,15 Uhr findet die vierte Morgenveranstaltung des Stadttheaters statt. Intendant F. Sioli wird über die Bühnenkunst, ihre technischen und wirtschaftlichen Fragen sprechen. Sonntag abend 7 Uhr geht zum ersten Male Verdis Oper„Rigoletto“ in Szene. Spielleitung: Hanns Friederici. Musikalische Leitung: Friedrich Herzfeld. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen: Meiling, Hertzog, Vogel und Lemnitz, die Herren: Vogel, Schneider, Hoff, Dreher, Roos und Hilgers. Montag als 15. Vorstellung für die Serie A„Tartüff". Das 5. Städtische Konzert findet am Donnerstag, den 10. Januar, abends 7 Uhr statt. Die Hauptprobe am Mittwoch beginnt um 7,30 Uhr. Zur Aufführung kommt Hans Pfitzners Kantate„Von Deutscher Seele".- Alle Abonnementskarten müssen bis Montag abend 6 Uhr gegen neue Dauerkarten eingetauscht werden. Siehe Anzeige. Vereinigung Aachener Männer=Gesang=Vereine. Der Vorstand der Vereinigung hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, der Zeit entsprechend, die diesjährigen Winterkonzerte ausfallen zu lassen. Da die Not unter den armen Kindern der Stadt heute sehr groß geworden ist, will die Vereinigung sich in den Dienst der Wohltätigkeit stellen. Zu diesem Zweck ist am 20. Februar im Kurhause ein großes Wohltätigkeitskonzert für die armen Kinder der Stadt jeder Konfession. Massenchöre, Einzelchöre jeden Vereins sowie Solisten werden ihr bestes geben. So dürfte dieses Konzert ein Glanzabend in der Aachener Gesang=Kunst werden. Näheres sowie Einzeichnungslisten folgen. Die bekannte Nähseidenfabrik Gütermann u. Co.,, Gutach Breisgau hat die Preise ihrer Erzeugnisse neuerdings so wesentlich ermäßigt, daß sie nur noch ein Geringes über dem Vorkriegsniveau liegen. So kann z. B. heute wieder das 50 Meter Röllchen Nähseide in der gebräuchlichsten Stärke(100 3sach) im Detailgeschäft für nur 10 Psennig verkauft werden. Diese Preisermäßigung, welche bei den gegenüber dem Frieden um über 60 Prozent gestiegenen Rohstoffpreisen, den bedeutend höheren Spesen aller Art, um so erstaunlicher ist, soll durch wesentliche Neuerungen in den Fabrikationsverfahren möglich geworden sein. Deutsch=Evangelischer Frauenbund. Dienstag den 8. Januar, nachmittags 4½ Uhr, Tee=Nachmittag im Burtscheider Gemeindehaus, Herzogstraße 2. 1213 der Schriftleitung. Abonnent. Die Grund= und Gebäudesteuer wird im Verhältnis der Friedensmiete auf die Mieter umgelegt. Paul. Das ist eine alte Erfahrung der Geflügelzüchter. Wenn man Gänse mit Enten oder Hühnern zusammen füttert, bleiben erstere stets mager und bleiben in der Entwicklung zurück. Der Grund liegt darin, daß die lungsamen und schwerfälligen Gänse das Futter nicht schuell genug aufnehmen und daher bei der Fütterung siets zu kurz kommen. Unzufriedener. Unseres Erachtens ist die Rechnung des Arztes durchaus augemessen. Aber Sie machen es wie so viele Leute:„Kommt der gerusene Arzt und hilft, dann ist er ein guter Engel; forvert er später den Lohn, wird er ein Teufel geschimpft.“ Stud. Der Ausdruck„unsicherer Cantonist“ ist folgendermaßen zu erklären: Zur Zeit Friedrich Withelms I. war ganz Preußen in Rekrutierungsbezirke eingeteilt, die man Cantons nannte. Die Rekruten wurden am Musterungstage gekennzeichnet, mußten zum Beispiel eine rote Halsbinde tragen. Viel: der Rerruten suchten sich damals durch die Flucht der Rekrutierung zu entziehen, wodurch wohl der Ausdruck auflam. Marga. Heine ist 59, Schiller 45 und Goethe 83 Jahre alt geworden. Frau P. Anfrage: Im Dezember 1922 schloß ich einen Darlehns=Vertrag über 20000 Mark ab und verpflichtete mich, das Geld mit 6 Prozent jährlich zu verzinsen. Nun wollte ich nach einem Jahre das Darlehn nebst den 6 Prozent Zinsen zurückerstatten. Mein Gläubiger verlangt aber nun von mir das Darlehn mit 6 Prozent Zinsen und eine Geldentwertung; das Darlehn, Zinsen und Geidentwertung alles zusammen zu 160 Billionen. Ist nun mein Gläubiger berechtigt, mir die Summe von 150 Billionen abzuverlangen? Meines Erachtens ist die Summe zu hoch. Wie muß ich mich dagegen verhalten, kann ich dagegen gerichtlich angehen?— Antwort: Gesetzliche Vorschriften über die Höhe der Geldauswertung gibt es nicht. Ob die von Ihrem Gläubiger verlangte Summe vom Gericht anerkannt wird, läßt sich im Voraus nicht sagen. Wir gauben dies aber. Deshalb raten wir Ihnen, die Sache durch gütliches Abkommen mit dem Gläubiger zu erledigen. Fr. in W. Meinem Hause gegenüber wird ein Schuppen errichtet, der 8 Meter meinen Fenstern gegenüber liegt. Es soll eine drei Meter hohe Mauer errichtet werden, wodurch mir viel Licht weggenommen wird. Es wurde mir gesagt, die Mauer müßte 50 Meter von meinem Hause entfernt bleiben. Ist dies richtig?— Antwort: Nein! Von einer Entfernung von 50 Metern kann keine Rede sein. Auch sonst werden Sie gegen die Errichtung der Mauer schwerlich Einwendungen erheben können. Nur dann würde sich das vielleicht anders verhalten, wenn etwa durch Verjährung anerkannte Lichtfenster in ihrem Bestande beeinträchtigt würden. Agricola. Die Endung„rat" kommt von roden, einen Wald abholzen.„heim“ als Wortendung bezeichnet eine Niederlassung aus der Zeit der Wanderung fränkischer Volksstämme. Ebenso gibt die Endung„weiler“ in einer Ortsbenennung diesen als eine Niederlassung alemannischer Frankenstämme zu erkennen.„hege" kommt von Hag, hegen her; „scheid“ und„scheidt“ bezeichnet die Wasserscheide eines Flusses oder Baches,„siepe“ ein wasserreiches Gelände.„Ley“ ist ein Schieser= oder Basaltfels, zum Beispiel Expeler Ley. Georg Frentzen. Mit Georg Freutzen ist eine der stärksten Persönlichkeiten aus dem Aachener Kunstleben und aus dem Nachener öffentlichen Leben überhaupt geschieden. Der Einfluß dieses vielseitigen, impulsiven, willensstarken Mannes hat sich durch Jahrzehnte in unserer Vaterstadt weit über die Grenzen seines engeren Berufes hinaus geltend gemacht. Die persönlichen Beziehungen, die er als geborener Aachener zu den führenden Kadt sici doer den Joung, seiler Kntiche Aechlschunget. die Uebernahme von Amts= und Vereinsgeschäften möglichst meiden. Dennoch folgte er allen öffentlichen Angelegenheiten mit Teilnahme und wo er in Versammlungen und Sitzungen in die Diskussion eingriff, wußte er durch sein starkes suggestives Wesen, durch seine klugen, oft überraschend witzigen und * hirischen Ausführungen die Hörer für seine Meinung zu gewinnen und nicht selten den Ausschlag zu geben. Ueberall ∆ machte sich seine weit über das Mittelmaß herausgehende Herrennatur nachdrücklich geltend und sein Verlust wird überall schmerzlich empfunden. Am 7. Ottober 1854 in Aachen geboren, war er von Jugend auf mit Werden und Wachsen der Aachener Hochschule verknüpft; zunächst rein räumlich, denn aus seinem Elternhaus am Templergraben konnte er vom ersten Spatenstiche an die Entstehung des Hockschulgebäudes verfolgen. 1874 bezog er als Student des Bausaches selbst diese Hochschule, der er als froher und flotter Studio bis zur Ablegung seiner Bauführerprüfung 1878 angehörte. Er hat diese Studienzeit stets in daulbarer Erinnerung behalten. Ein schönes Band gemeinsamen Strebens verknüpfte damals Professoren und Studierende, die im Akademischen Architektenvereine künstlerisch und gesellig verbunden waren. Wie so viele andere hat Freutzen bis in späte Jahre mit Begeisterung von jener Zeit gesprochen, als noch in der kleinen, von politischen Stürmen nicht bewegten Stadt das studentische Leben hemmungslos voll Fröhlichkeit dahinfloß, der„Studiker" noch Herr der Situation war. Frentzens Herrschernatur führte ihn bald an die Spitze der gesamten Studentenschaft, deren„Vorsitzender“ er war. Er hat besonders die Pflege der Beziehungen zwischen den damals eng befreundeten Hochschulen Belgiens und Aachens erfolgreich gestaltet; von Haus aus der französischen Sprache vollständig mächtig, hat er in Brüssel, Lüttich und Gent bei studentischen Festlichkeiten Nachen glänzend vertreten und die belgischen Kommilitonen in Aachen ebenso glänzend empfangen. Sein Leben blieb auch weiterhin mit der Hochschule vermüpst. Der Eintritt in den Staatsdienst reizte ihn nicht. Er fühlte in sich die Kraft zu freier künstlerischer Betätigung, die Kraft, seine Existenz sich als Baukünstler selbst zu gestalten. Geschickter Zeichner, phantasievoller Gestalter, frühreiser Schöpfer, hat er in jungen Jahren eine Fülle von Entwürfen geschaffen. Damals blühten die architektonischen Wettbewerbe. Unsere Hochschulen hatten eine Ueberzahl von jugendlicher Kräften erzeugt, die nach Betätigung rangen und die bei geringen Ansprüchen Zeit und Gelegenheit fanden, in solchen architektonischen Wettbewerben ihr Bestes zu geben. Der junge Georg Frentzen machte sich bald vorteilhaft bekannt, erhielt unter anderem schon 1881 einen Preis für seinen Entwurf zum Frankfurter Hauptbahnhof, bestand 1884 die Baumeisterprüfung mit Auszeichnung und habilitierte sich 1882 als Privatdozent an der Architektur=Abteilung der Aachener Hochschule, an der er 1887 den Professortitel erhielt. In den nächsten beiden Jahrzehnten entfaltete Frentzen eine glänzende Tätigkeit. An nicht weniger als 36 Wettbewerben nahm er teil, 27 Mal wurde er dabei ausgezeichnet. Er durfte sich zu den erfolgreichsten jüngeren Architekten des Rheinlandes zählen, der weit mehr als irgend einer seiner Lehrer praktisch tätig war. Fast bis auf den heutigen Tag wird zunächst nach ihm gefragt, wenn man in Architekturkreisen von der Technischen Hochschule spricht. Die strenge italienische Renaissance, wie sie noch Cremers Fassede der Technischen Hochschule wiedergibt, war außer Mode gekommen. Malerischen Zielen ging die Zeit nach, die Spätrenaissance und alle ihre Abwandlungen wurden beliebt. Freutzen empfing insbesondere aus der französischen, vlamischen und holländischen Archikektur starke Anregungen. Bis zum Uebermaß liebte diese Zeit Anbringung reichlichen Details, Fassaden und Innenräume wurden überladen mit Motiven. Frentzens genialischer Art lag diese überquellende Schaffenweise ganz besonders. Reich an Einfällen und Erinnerungen, hat er dem Geiste dieser Epoche vollen Ausdruck in seinen Werken verliehen und hat bei den Zeitgenossen ungeteilten Beifall gefunden, war einer ihrer Besten. Alle Stilformen von der Svätgotik bis zum Rokoko verwendete er, in jedem Auftrage, der ihm zu teil wurde, wußte er nicht nur sich den Wünschen des baulustigen Auftragsgebers anzupassen, sondern ihm geradezu zuvorzukommen und ihm durch glänzende Schilderung des Beabsichtigten die Vorzüge seiner Entwürse klarzulegen. Frentens Ruf wurde vor allem durch die Schafsung der Fassade des Kölner Bahnhofs begründet. Der Gefahr, neben den gotischen Koloß des Domes eine kleinliche gotische Zierfassade zu stellen, wußte er klug zu entgehen, indem er die heute noch bestehende Fassade in den Formen französischer Renaissance schuf. Sein Lehrauftrag an der Hochschule erstreckte sich auf formale Ausbildung der Ingenieur=Bauten und er hatte 1898 bei der Hauptversammlung der deutschen Architekten= und Ingenieurvereine einen viel beachteten Vortrag über das Zusammenwirken von Architekten und Ingenieuren an modernen 1 Verkehrsbauten gehalten. In Köln machte er im Sinne seiner Zeit, die ja mehr auf deforatives Ausgestalten als auf Ent# w i c k l u n g a u s d e m Z w e c k h e r a u s W e r t l e g t e, s e i n e G e d a n k e n über dieses Thema zu formulieren. Er hatte unzweifelhaft a größten Erfolg, indem er die Eisenhalle mit heiteren. festlichen Formen umtleidete. Weiterhin hat er an einer Reihe bedeutender Brückenbauten als architektonischer Gestalter Anteil gehabt, so in Mainz, Bonn, Worms, Düsseldorf, Köln und Magdeburg. Er genoß eines Rufes als ausgezeichneter Fachmann auf diesem Sondergebiet der modernen Architektur, Aufgabe man darin sah, den trockenen Nutzbau des Eisens eine ästhetische Hülle zu verleihen, durch monumentale Gestaltung der Pfeileraufbauten sie der Landschaft einzupassen, * mit der Burgenromantik der Rheinlande in Einklang zu setzen. Eine besondere Freude ward Frentzen zu teil, als er am zweitwichligsten Monumentalbau seiner Vatersrodt wiederaufvauend sich betätigen durfte. Am 29. Juni 1883 hatte eine Feuersbrunst den Dachbau des Aachener Rathauses und seine Türme zerstört. Bei dem Wettbewerb für den Wiederaufbau # wurde Freutzen der 1. Preis und die Ausführung zugespro#chen. Die technischen Vorzüge seines Neubaues lagen im Ersatz der alten hölzernen Dachstühle und Helme durch moderne Eisenkonstruktion. Formal suchte er im Geiste der Zeit an Stelle der alten Svätrenaissance=Formen eine strengere goniche Durchbildung. Die Südseite des Rathauses, die noch die düsteren Steinmassen des alten Baues schmucklos zeigte, suchte er reizvoller zu gestalten durch Vorlage eines eleganten gotischen Zierbauwerks und nach der Krämerstraße hin setzte er in gleichen Stilformen einen für Bürozwecke bestimmten Flügelbau an. So gab er dem schlichten altertümlichen Bau eine reiche Gliederung, eine gefällige Silhonette, eine den Wünschen der Nachener entsprechende schönere Form, wobei er allerdings weniger auf archäologische Forderungen, als auf das Schmuckbedürfnis seiner Zeit Rücksicht nahm. Nach dem Kattlchof hin baute er den östlichen Flügel des Stiftsherrenllosters unter Berücsichtirung frühmittelalterlicher Formen aus und in die Mitte des Klosterhofes setzte er in reichsten spätgotischen Formen einen Monumentalbrunnnen. Auch hat er nach Kräften der baulichen Erneuerung des Münsters und seiner Umgebung stets warmes Interesse gewahrt. Mit seinem Freunde Schuper hat er hier und in Burg Altena gemeinsam geatbeitet. An Freutzens Sarge hat auch die evangelische Kirchengemeinde ihrem genialen Baumenster herzliche Worte des Dantes widmen dürfen. Vor allem ist die evangelische Christuslirche sein Werk, mit dem er sich nach dem Belenntnis der Gemeindevertretung unvergeßlichen Nachruhm erworben hat Freilich lag der Bauplatz etwas tief, sehr versteckt und in ungünstiger Umgebung, aber er hatte andererseits den Vorzug, daß der Künstler ohne Rücksicht auf Vorhandenes frei sich ausleben durfte. In den Foimen der Renassance gestaltete er den Bau. Die Hauptwirlung konzentrierte er auf die Fassade mit ihrem reichen Schmuckgiebel und auf den an der Straßenteuzung vorgelegten Turm, der hier im Straßenbilde besonders wirken sollte. Von öffentlichen Denkmalen besitzt Aachen von Freutzens Hand den Bismarck=Turm, nahe seinem eigenen höchst wirlungsvoll gestalteten und weithin sichtbaren Wohnhause gelegen. Frentzen hatte den allerdings vielfach umstrit'enen Gedanken, Bismarcks Namen in einem monumentalen gotischen B hier zu verewigen. Vor keiner Schwierigleit zurückscheuend, versuchte er die lonstruktiv undanlbare Ausgabe in seiner Art geschickt zu lösen und dem Bismarck=Turm eine weithin sichtbare, das Städtebild beherrschende Form zu geben. Ueber Aachen hinaus ist Freutzen weithin im Rheinlande durch Ausführung zahlreicher Villen und Wohnbauten tätig gewesen. Mit den maßgebenden Kreisen unserer Nachbarstadt Düren verbanden ihn persönliche Beziehungen von Jugend auf aufs Engste. 1900 legte er hier die Pläne für das von den Erben Leopold Hösch gestiftete Städtische Muscum vor, bei dem der Nachdruck auf ausdrücklichen Wunsch des Stifters auf eine stattliche Hauptfassade und ein kompliziert uno üppig ausgestattetes Vestibül und Treppenhaus gelegt wurde. Frentzens Ruf als Baukünstler wurde inzwischen durch die Verleihung der preußischen und hessischen goldenen'erdienstmedaille für Kunst anerkannt. Den Bund Deutscher Architekten(B. D..) hat er längerc Zeit als Vorsitzender geleitet. Seine Lehrtätigkeit an der Aachener Hochschul: hat namentlich in der ersten Zeit seines Wirkens durch seine frische Persönlichkeit und durch seine reiche Baupraxis große Ersolge gehabt. Im Zeichensaal Anregungen gebend, auf dem Bauplatz und bei Exkursionen führend und erläuternd, hat er reichen Nutzen gestiftet. Leider ist in dieser Zeit seiner Tätigkeit seine der ordentlichen Prosessuren frei geworden und er mußte sich auf seinen Lehrauftrag und gelegentliche Vertretuggen beschränken. So kam er als Dozent nicht zu voller Auswirkung und die Fülle größerer Bauaufgaben, sowie die damit verbundene geistige und körperliche Ueberanstrengung zwangen ihn, schon im Jahre 1906 aus Gesundheitsrücsichten um Enthebung von seinem Lehramt zu bitten. Durch die Ernennung zum Geheimen Baurat wurde er auch von der Regierung anerkannt. Die Aachener Hochschule wird ihm ihrerseits stets ein dankbares Gedenken bewahren. Nicht nur um seiner Lehrtätigkeit willen, sondern auch darum, weil er ihren Namen durch seine ausgebreiteten Bauten und seine faszinierende Persönlichseit erfolgreich vertreten hat. Sein Name ist in den Annalen der Hochschule wie auch in denen der Stadt Acchen für alle Zeiten unvergeßlich eingetragen. M. Schmid=Burgk. Unruhige Silvester. Eschweiler, 5. Januar. Nach dern Bericht des„Boten an der Inde“ ist hier die Silvesternacht sehr unruhig verlaufen. Ja, die heimlehrenden Nachzügler heben sich Streiche zuschu den kommen lassen, die an Roheit grenzen. So wurde am Rathause von einer zur Ablieferung coreitgesteilten Milchmenge eine Kanne mit 20 Litern gestohlen und vor der Schützenhalle auf die Straße gegossen. Die Erweiterung Bochums. Köln, 5. Januar. Nach einer Melldung der„K..“ sino die Eingemeindungsverhendlungen zwischen der Stadt Bochum und den Gemeinden Hordel, Riomle und Bergen soweit gediehen, daß mit der Einverleibunng der Landdgomeinden in Bockum zum 1. April gerechnet werdden kann. Dewegen sind die Verhandlungen mit den Cemeinden Mlenbochum=Laer und Weitmar einstweilen unterbrochen. Der falsche Kriminalbeamte. Krefeld, 5. Januar. In einem Kasssechaus an der Fischelnerstraße bot ein Hekländer eine Taschenuhr zum Kauf on. in Sdfvindler trat an den Holländer herau, zog irgend ein Pavier als„Legitimation“ heraus und stellte sich als Kriminelbeamten vor. Er erlkärte die Uhr für beschsagnehmt, nahm sie an sich und übergab dem Holländer einen Zettel, wonach dieser sich beim Amtsgericht zu walden hebbe. Als der Holländer dort erschien, stellte sich der Schwindel heraus. Todessturz auf der Treppe. Oberhausen. 5. Januar. Der in Oberhausen=Altstaden wohnende 53 Johre alte Schriftsetzer Johann Weyers stürzte am Neujahrstage aus dem Flur die Treppe hinunter und war kurz darauf tot. Böser Abschluß einer Festlichkeit. Sterkrade, 5. Januar. Eine kommunstische Hundertschaft aus DinAnken=Wehhoven hielt in einer Wirtschaft in Sterkrade=Holtern eine Feier ab. Als gegen 12 Uhr einige Eliste, die nicht zu den Veranstaltern gehörten, in den Raum kamen, entstand eine Prügelei. Auch einige Polizeibeamte. die zur Hilfe herbeigerusen worden waren, wurden angegriffen. Dabei erhielt der Polizeibeamte Burawetz eine schwere Verletzung cm Kopfe. Darauf griff in der Notwehr der Polizeibennte Kohn zu seinem Dienstrevolver und tötete durch einen Schuß den Bergmann Nohrmann aus Wehhoven. Seilbruch auf Zeche Hannover. Bochum, 5. Januar. Auf der Schachtanlade 3 der Zeche „Hannover“ bei Günmigseld ereignete sich ein Seilbruch. Beide Körbe stürzten ab und haben die Schacht beschädigt. Die Belegschaft, die sich in der Grube befand, konnte durch Schacht 4 ausfahren. Das Unglück ereignete sich bei der Kohlensörderung. Menschenteben sind nicht zu beklagen. Es ist aber zu erwarten, daß bis zur Beseitigung der Unglücksfolgen einige Feierschichten eingelagt werden. Wildwest. Berlin, 4. Jan. Gestern abend raubten etwa 10 bis 15 maskierte und mi: Armcepistolen und Handaranaten bewassnete Männer aus dem Kassenzimmer der Bergisch=Märkischen Wargarinewerke von Isserstadt in Berlin=Picheldorf etwa 10000 Goldmark. Beim Eintreffen der Polizei waren die Räuver verschwunden. Weitere Senkung der Fleischpreise. Berlin, 4. Januar. Jufolge des in den letzten Tagen wieder beträchtlich gestiegenen Austricbs nach dem Zentralvichhof sanden die Preise für Fleisch weiter. Aus Amerika sind bedeutende Transporte Gefrierfleisch nach Deutschland unterwegs. Todesfälle. Hamburg, 4. Januar. Der Architekt Goorg Kallmorgen in Altona ist im Alter von 62 Juhren gestorben. Er entstammte einer Bauunternehmerfemnkie, bereitete sich selbst eber auf den Baumeisteiberuf durch einen regeltechten bauwissenschaftlichen Studiengeng vor, unter anderem bei Raschdorf in Berlin, wo er auch seine Staatsprüfung ablegte. Kallmorgen hat viele bedeutene Bonwerte gesche sen, in Hamburg unter anderem das sehr eigenartige und eussollende Gebäude des Oberlandes= gerichts, das neue Thaliatbeater, das Schuuspielhaus und möhrere bedeutende Geschäftshäuser in Homburg und Altona. Wien, 4. Januar. Der Klaviervirtnose Alfrod Grünfeld ist heute nachmittag im Alter von 72 Johren gestorben. Mein und Dein! Kopenhagen, 4. Januar. Die 30jährige russische Prinzessin Olga Kosleiesti entwendete auf dem Gute Krogostav, wo sie seit Weihnachten als Gast weilte, Schmucksochen im Werte von 15000 Kronen. Die Prinzessin wurde in das Gesängnis nach Hessinesors übergsführt. Es ist sesterstellt worden, daß die Prinzessin während der letzten zwei Jehre, in denen sie sich in Kerenhagen aushielt, viel in diplometischen Kreisen verkehrte und in dieser Zeit fortgesetzt Wertsachen aus dem Kreise ihrer Belannten verschwanden. Es wird jetzt untersucht, ob auch diese Diebstähle der Prinzessin zur Last fallen. Ehe=Gesundheitsatteste in Rußland. Mossan, 4. Jannar. Das Gesundheit=Kommissariat hat dem Rat der Volkskemmissare den Entwurf eines Gesetzes unterbreitet, durch das elle in die Ehe tretenden Personen verpflichtet werden sellen, einander genzue Angaben über ihren körperlichen und seelischen Gesundheitszustand zu machen. Ohne die behördssche Feststeilung über Abgabe dieser Daten soll keine Ebe geschsossen werden dürfen. Für falsche Angaben oder Verheimlich ung von Aransheiten werden die betreffenden Personen zur gerichtlichen Veraniwortung gezogen. Ein wertvoller Fund. London, 5. Jonuar. Renter meldet aus dem Tal der Königin Acappten: Nachdem es gclungen sei, alle Räume des Grebes Tutanchreumon zu eröffnen, von denen zwei die Siegel der Königlichen Metwopckis tingen, sei man im Innern auf einen unberührten Steinsarlophag von kolossaler Größe und wundetbarer Arbeit gestoßen. Bergmannslos. London. 4. Januar. Bei einer Explosion im Rhosomman= Bergwerk im Swansea=Tal fanden sieben Vergleute den Tod. Drahtlose Telegraphie im Vatikan. Rom, 5. Jonuar. Der Poepst hat sich mit der Errichttung einer Station für drahtlose Telegrephie einverstanden erttärt. Die Station soll in den vatilanischen Gärten untergebracht werden. Die Finanzierung der Station erfolgt zum größten Teil durch Gelder, welche die Katholisten Amerikas dei Papst gestellt haben. Attentat auf einen Petroleumkönig. Los Angeles, 4. Jannar. Auf den Petroleummagnaten Diwes ist gestern abend in seiner Wohnung ein Attentat verübt worden. Er wurde durch einen Revolverschuß lebensgojährlich verletzt. Am den Achtstundentag. Die verlängerte Arbeitszeit. □ Köln, 4. Jan.(Drahtbericht.) Ueber den Stand um die verlängerte Arbeitszeit im Düsseldorfer Beziik wird der„K..“ aus Tüsseldorf vom 3. Januar unter anderm gemeldet: Die Weigerung der grogen Mehrheit der Metallarbeiter im Tüsseloorfer Bezirk, das Abkommen über die zehnstündige Arbeitszeit zu erfüllen, ist mehr eine örtliche Erscheinung; denn in den meisten Orten des rheinisch wes.sälischen Inbustriegebiets ist die zehnstündige Arbeitszeit in der Eisen= und Stahlindustrie im Beneymen mit den Belegschaften durchgeführt worden. In den meisten Großbetrieben sind gestern die Arbeiter zu spät gekommen oder haben nach acht Stunden die Arbeitsstelle verlassen. Eine Reihe großer Werte hat die Belegschaften heute entlassen und den Betrieb geschlossen. Viele Tausente von Arbeitein haben heute die Zahl der Erwerbslosen vermehrt, sind aber in eine noch schlimmere Lage gekommen, denn die jetzt wegen Arbeitsverweigerung Entlassenen können eine Erwerbslosenunterstützung nicht beziehen. Die Schäife dieses Kampfes hat sich auch dadurch ergeben, daß auch die Betriebsräle sich geweigert hatten, das Ablommen zwischen dem Arbeitgeberverband und den Arbeiteiverbänden anzuerkennen, das für die Zeit bis zum 1. Juli 1924 für Betriebe der nordwestlichen Gruppe der Eisen= und Stahlindustrien als nommale Arbeitszeit ausschließlich der Pausen die zehnstündige Arbeitszeit sostligt. In Betrieben, wo die Christlichen die Mehrheit haben, wird ohne weiteres die neue Arbeitszeit geleistet. Die Kommunisten haben sich selbstverständlich dieses Falles eifrig angenommen und suchen ins Feuer zu blasen. Die Berliner Metallarbeiter. Berlin, 4. Januar. In der Schlichtungsstreitigkeit des Verbandes Berliner Metchlindustrieller mit dem Deutschen Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin, hat Reichsminist.: Dr. Brauns die Ablehnung des Reichsministers a. D. Wissell für unbegründet erklärt, da kein Anlaß zum Zweisel an seiner Unparteilichkeit vorlioge und insbesondere seine frühere Tätigkeit in der Arbeitgebewereinigung nach seiner ganzen Persönlichkeit die Befürchtungen über seine Besangenheit nicht rechtfertigen könne. Das Verfahren wird daher mit der größten Beschleunigung durchgeführt werden. Berlin, 4. Januar. Die Lage in dem Lohnstreit in der Berliner Metallindustrie hat sich gegen gestern wenig verändert. die Zahl der seiernden Arbeiter bewegt sich weiter um 150000 herum. Dem„Vorwärts“ zufolge wurden heute früh sämtliche Anbeiter des Blockwerkes Siemans und des Charlottenburgen Siemenswerkes ausgesperrt. Streiks und Entlassungen. Düsseldorf, 4. Januar. Zu dem bereits gemeldeten Transpottarbeiterausstand in Düsseldorf meldet die„K..“ von dort weiter, daß der Ausstand der Transportarbeiter(Kleinhandets=, Lebensmittel=, Hasen= und Landspedition, Eisenhandel) gefährliche Fomen annimmt. Die Ausständischen haben auch die Notstandsrbeiten, wie die Beförderung von Lebensmitteln und Brennstofsen, abgelehnt. In neuen Verhandlungen über die Fesssetzung der Löhne haben die Arbeitgeber den Lohn der Vorkrieg###zeit. 60 Pfenuig die Stunde, angevoten. Die Arbeitnehmer heben dieses Angebot entschieden abgelehnt.. Die Arbeitgeber wollen über diesen Lrynsatz nicht hinausgehen. Berlin, 5. Januar.(Privatmeldung.) Nach einer Meldung der„Deutschen Mlgemeinen Zeitung" aus Koblenz kam es im Lenadbarten Sann bei einer Besprechung über die Einführung des zehnstündigen Arbeitétages zu schweren Ausschreitungen der Enverbelosen. Meinrere Hüttenoleltoren und ein Sundiius wurden erheblich verletzt. Der französische Oberdele##ierte der Rbeinsandkemmission verhängle über Sayn und zwei Nachbargemeinden den Belagerungszustand. Köln, 4. Januar.(Privatmeldung.) Nach einer Meldung der„Kölnischen Zeitung“ liegt die Jruppsche Friedrich=AlfredKütte in Rheinhausen, die vor 14 Tagen wegen Verweigerung der Mehrarbeit von der Belegschaft stillgelegt wurde, weiter still, da sich nur etwa 40 Prozent der Arbeiterschaft zur Arbeit unter deu vereinbarten Bedingungen bereit erklärt haben und die Leitung des Werks damit nicht wirtschaftlich arbeiten kann. Nach einer weiteren Nachricht der„K..“ aus dem Ruhrgebiet hit sich die Förderung auf den Zechen des Gelsenkirchener Gebictes in der letzten Woche erheblich vermehrt. Sie stieg von 9587 auf 20 005 Tonnen, die Roksterstellung von 679 auf 924 Tonnen. Die Zahl der Arbeiter stieg auf 28—063, während gleichzeitig die Jahl der rwerbsbosen auf 6969 sank. Ein Schiedsspruch im Bergbau. Köln, 5. Januar.(Privatmeldung.) Die„K..“ meldet aus Essen: Nachdem über das Abkommen über die Arbeitszeit für die Uebertagearbeiter vom 19. Dezember 1923 eine Einigung nicht erzielt worden war, fällte heute der Schlichtungsausschuß unter dem Vorsitz des Reichs= und Staatskommissars Mehlich folgenden Schiedsspruch: 1. Die Arbeitszeit für die an den Kelsösen beschääftigten Arbeiter beträct insgesamt im Wochendurchschmitt 65 Stunden bei einer Hö. stschichtzeit von 74 Stunden einschließlich des Sonntags. Sosern in die Sonntagsschicht eine Pause eingelegt wird, liegt sie außerhalb der Schichtzeit, wird aber besonders bezahlt. 2. Die Arbeitszeit in den übrigen durchgehenden Betrieben beträgt im Wochendurchschnitt 65 Stunden bei einer Höchstschichtdauer von 78 Stunden die Woche einschließlich Sonntag. 3. Erklärungsfrist bis Dienstag den 8. Januar 1924. Der Schiedsspruch wurde gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter gefällt. Die Gewerkschaften werden voraussichtlich gegen die verlängerte Arbeitszeit Stellung nehmen. In der Lohnfrage für dieselbe Arbeitergruppe wurde ebensalls unter dem Vorsitz des Reichskommissars Mehlich ein Schicdsspruch gefällt, der bis aus weiteres vom 1. Januar dieses Jahres an einen Gesamtdurchschnittslohn von.20 Goldmark vorsicht. Aus der Rechtsprechung. Der Begriff der Schundliteratur. Leipzig, 5. Januar. Der„Jugendring der Siadt Cleve“ ist ein Verein, der sich die Bekämpsung der Schmutz= und Schundliteratur zur Ausgabe gemacht hat. Zu dieser Literatur rechnet er eine Reihe von Büchern(„Der neue Lederstrumps“ und andere). die im Verlage der Mitteldeutschen, Verlagsanstalt in Mügeln erschienen sind. Er hat deshalb an die Buchhandlungen Cleves ein Schreiben gerichtet und die Entsernung der Bücher aus den Auslagen gefordert. Die Handlungen wurden, da keine Zusagen erfolgten, vovn dem„Jugendring“ und den ihm angeschlossenen Vereinen gesperrt. Darauf hat die Mitteldeutsche Verlagsanstalt Klage gegen den„Jugendring" erhoben und Unterlassung der Einreihung der betressenden Bücher in die Schundliteratur verlangt.— Das Landcericht Cleve hat der Klage stattgegeben, das Oberlandesgericht Düsseldorf dagegen hat auf Abweisung der Klage erkannt. Die Revision der Klägerin ist ohne Erfolg ge en und vom Reichsgericht aus folgenden Erwägungen: izewiesen worden: Daß das vom Beklagten angestrebte Ziei löblich und anerkennenswert ist, nimmt das Berufungsgericht mit Rocht an, daß aber die angeführten Werke zu der Schundliteratur zu rechnen sind, ist ausreichend sestgestellt. Daß eine Erzählung allein deshalb, weil sie nicht erzieherisch wirkt, noch nicht als Schundliteratur zu erachten ist, ist der Revision zuzugeben. Das Berusungsgericht hat aber die genannten Bücher zutreffend dahin beurteilt, daß sie durch Darstellung außergewöhrlicher Ereignisse und die Schilderung großer Gefehhren und wunderbarer Zusälle besonders geeignet seien, die Phantasien jugendlicher Leier zu beschäftigen und sie von der Aufmerksamkeit in der Schule abzulenten. Vor derartigen Schriften sei die heranwachsende Jugend zu bewahren. Ein verwickelter Hehlerprozeß. Köln, 4. Januar. Ein großer Hehlerprozeß beschäftigte die Kölner Straskammer zwei Tage lang. Eine ganze Familie, Vater, Sohn, Schwiogersohn und der Verlobte einer Tochter, sewie eine Tochter waren wegen ausgedehnter Hohlereien angeklagt. Fünf Anwälte, eine Menge Zeugen und zwölf Sacwerständige waren hierbei tätig. Quecksilber in großen Mengen, Weitmétall und anderes Hehleigut war gesunden und beschlagnahmt worden. Vor Gericht bestritten sämtliche Angellagten ihre Schuld. Die Urteile der Sachverständigen, ob die beschlegnahmten Metalle im Althancel gehandelt werden und ob ihr Ankauf in gutem Glauben erfolgt sein könne, gingen auseinander. Das Gericht verurteilte den Vater zu %, den Sohn zu 2½ Jahren Zuchthaus und den Verlobten zu sechs Monaten Gefängnis, während die anderen Angeklagten freigesprochen wurden. Pima-Someder reine Eichengerbung, und Vache in Kerntafeln, Hälften und Bahnen, Flanken und Abfälle, sowie Oberieder und jeder Art liefert zu günstigen Preisen 50446 Fernruf 1613 H. Mandelartz Adalbertstr. 18 Lederwaren- und Gamaschenfabrik. Geschäfteräume im Hiaterhause. Geßentlicht stelwilligt Freitag den 11. Januar, mittags 1 Uhr, Barage„Monreal“, Wilhelmstraße 119: Opel=Innensteuer=Limousine Chilanen ausgestattet. vereist mit alln " u„ 4 8 0 =eitzer,„Sport“=Modell, in sehr gutem Zustande,=fach bereift, elektr. Anlasser, elektr. Licht, Kapezett=Räder, =Benz=Wagen —2½ Tonnen, sehr gut erhalten, durchrepariert, neuer Gummi, fahrbereit, u. a. 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Dachrevaraturen) nicht rechtzeilig gemacht werden, greist die schon weit vorgeschrittene Verwitterung immer mehr um sich, und der Verfall ist binnen kurzer Frist bleiblich. Stiftskapitel und Karlsverein wenden sich daher an die bewährte Auhänglichkeit der Nachener an ihr Münster und bitten recht herzlich und inständig, daß jeder, der es vermag, sein Scherflein zur Unterhaltung des Münsters in werrbeständigem Gelde beitragen möge. Die Unterzeichneten sowie die Expedilion dieser Zeitung sind gerne bereit, die Gaben entgegenzunehmen. Stioprapse Dr. Sträter Albert Hezle., Weihbischof von Köln stellvertr. Vorsizender Alois Öster Schatzmeister. un ce. 286 holl. Gulden 20 belg. Franken 20 franz. Franken 30 Goldmark. 51006 Evangelische Gemeinde Aachen. Sonntag, 6. Januar 1924. Epiphanias. Sammlung für die äußere Mission. Gemeindehaus(Michaelstraße 8/10): 9 Uhr: Gottesdienst: Pastor Kaiser.— Abends 6 Uhr: Gemeindeversammlung. Jaheesbericht.(Pfr. Landgrebe.) Christuskirche: 10 Uhr: Gottesdienst: Pfr. Staudte. baren Breiten laßt den Won. Frre und D muaest ihm den ube. Soll H mit all ihren9 eslt es klar zu arf Wanderra V Der Berlin ween Handels und Stimmun Frage, warun pfähle um die Stimmung hei wieder Gogenwart ge ob nfsächliche, Lene eine Erl #rt, das ein ehnem Tag an ual in scht ebin dar gesung zu seh * Soich trae Holländer dades deutsche wächst, die e schaftlichen N nung ist da. her, daß as n nicht auf Kreite üche steuerlik zum Schlag Sold statt bei der holländis daß er armi mer, als Aub # hindurch. so lange gen für die Gew Ennen, den inn die Min #Träumen sch #keit zu se Deut ##i# anss ## menbrech Keinsam sei: ##igen und Keichkes zu: Leider sch ####nenbruck sicht völlig Die Anzeiche Fesanten sy ##erer Au ###de Vertr ###el dare ##ugsort sü beien, wie1 Das Evangelische Gemeinde Aachen=B. Dreisaltigkeitskirche: 10 Uhr vorm.: Gottesdienst. Pie. Bruch.(Alle Räume sind geheizt.) Automobil-HandelsAktien-Gesellschaft Auchen Hindenburgstrasse 77. Telephon 701l. Dom Standesamt Nachen 1 beurkundete Sterbefälle. Vom 3. Jannar 1924. Peter Wenzeler, 2 Tg., Elsaßstraße 55a:— Franz Hahnbück, 81., Mühleuberg 9.— Johann Göttschkes, 56., Junkerstr. 1.— Josepha Bariholomy, geborene Sommer, 79., Wallstraße 38. Vom 4. Jannar 1924. Maria Frautzen geb. Hennes, 74., Poutstraße 41. 51124 Bekanntnachung betressend Entrichtung der Umsatzsieuer im Januar. — Instandsetzungearbeiten— Dampfmaschinen-, Motoru. Automobil-Reparaturen Städt. Versteigerungsamt Peterstraße 51. Trockenes: Brenuholz für Industrie u. Hausbrand. Scheitholz für Backer jede Menge lieferbar. Breunholz=Zentrale, Ecke Bismarck= u. Molikestr. Telephon 5875. 50974 Jachenkreigtl, Kostüme, Röcke u. Blusen w schön zu mäßigem Preiseangefertigt, sowie alle Umänderungen. Peterstr. 12, 1. St., Nähe Elisenbrunnen. 33071 Mittwoch, den 9. Jannar 5s. Js. 6½ vormittags Versteigerung. 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Auf Prima=Objekt wird wertbeständige Teilhaber für risikoloses, rentables Unternehmen gesucht, Erforderlich 5 bis 10000.— Goldmark. Offerten unter C1224= an die Geschäftost. 1. Hypothek Im Monat Januär haben fämtliche Umsatzund Luxussteuezpflichtige die das Anleisderschr 1923 zu leisten, das seine Sieuer für die Umsätze des Jahres 1923 nicht vollstöndig oder nicht hinreichend entrichtet hat, kann dies bis Ende dieses Monats nachholen und sich dedurch vor den Strafzuschlägen des S 36 des Umsatzsicuergesetzes schützen. Da die Formulare zur Steuererllärung erst später versandt werden, emwfiehlt es sich, bei der Zablung eine Mitteilung über den Gesomtumsatz des Jahres 1923 und über die bisher geleisteten Zahlungen der Kasse zu übergeben. Es heben zu zahlen: a) diesenigen, die im Jahre 1922 einen böheren Umsatz hatten als 1½ Millionen Macck, bis einschließlich 10. Januar; b) die übrigen bis einschließlich 31. Januar. Wer die Zahltermine nicht innehält, k einer sofort ersoigenden Schützung und ko; tigen Einziehung zu rechnen.: gesucht. 81031 Auskunft Geschäftsstelle. Opetrnsäinger Lyrischer Tenor, sucht einige Es ist zu empfehlen, ie Zahlungen weiz#n grs en Andranges an der Kasse nicht bis auf die letzten Schüler Italienische Schule. Ofl. u. U b 12082 a. d. Gschst Die PostzeschriFe, Patzs. zllmasteurche Nachen Stadt, Köln Nr. 29.464“. 73821 Amsatzsteueramt Nachm Stadt. Mitglied Tegypten er =gebirr, ei #idlich von von Theben von der Wi aus der Ze sichlich Ges zeien. Der #ar der frü den worden des neuen: Altcoristliche wische Gräl onberührt graben, der einmal ein Innern des der Größe del in eine unter die Mättern, di uscher Schi verpackt un ichen Instit des m von Papyi Baren und den konnten Plätter in Keinere Fei sei 4¾4 Zo #it Zeiten #rctstaten #ßeidem #nden, un daß das uß. amstag, 5. Jannar 1924 Druck u. Verlag La Ruellescher Zeitungsverlag G. m. b. H. ##auptschriftleitung: Ferd. Ehses, zugleich verantwortlich #ür Politik. Kunst. Feuilleton und Unterhaltung; für Westdeutschland. Wirtschaftliches und Handel: a Kriegsheim; für den Anzeigen= u. geschäftlichen Teil: M. Stamms. Alle in Nachen #schäftsstelle Büchel 61; Fernruf 5293.— Bankkonto: geedner Bank, Nachen.— Postscheckkonto Köln 31 480. Schriftleitung und Druckerei: Schildstraße 4. Anchener Anzeigr. Korisikeitkna Fernruf 6076 und 6077. = Mittag=Ausgabe 2. Blatt —— en 1 63. Anparteiische Zeitung. Amtliches Blatt für behördliche Bekanntmachungen. Hervorragendes Anzeigenblatt für die Stadt und den Regierungsbezirk. Alle nicht auf Nachrichtenseiten stehenden Anzeigen finden auh im„Nachener Anzeiger, Anzeigenblatt für den Regierungsbezirk Nachen“ 46. Jahrgang.— Nr. 8. Bezugspreis einschließlich Trägergebühr für die Zeit vom 1. bis einschl. 15. Januar 2,25 Mark Abbestellungen nur an die Geschäftsstelle(Büchel 61). Durch Trägerinnen werden Abbestellungen nicht angenommen. Zeilenpreis: Oertliche Anzeigen 0,25., behördliche(hiesige) Anzeigen 0,35., Hinweise.35 M. mal Ortsmultiplikator; auswärtige Anzeigen, Grundzahl 350, Reklamen, Grundzahl 1250 mal Multiplikator des V. D. Z. Bei Wiederholungen entsprechender Nachlaß— Anzeigen sind sofort, bei Rechnungserteilung innerhalb 5 Tagen zu bezahlen. Nach Ablauf wird die dann alltige Teuerungszahl berechnet. Simeon. mentgeltliche Aufnahme. C i Will um Wöchenenn. Der Gang darch die Wüste.— Separatistenschrek.— Bajonette um Deutschland. Der weinende Tritte. Licht, Sozins #bile 100.— 51134 en 20. 981 Istraße r. 12 0 Mnon, r Preiee 9 e. liefererstel. schlagstände 333. scht! haben Wunsch, rfüllung den erines so d Goldachrepareift die nehr um unaus. aher an Münster der, der Künsters dieser nehmen. isch lpender Noch erschöpfendem Iergang durch Stein und Sand ####met das dem Niederbrechen nahe deutsche Volk beleb#nde ## freundllicherer Umgobung. Der Weg durch die Wüste vollbrecht, das Tor zum gelobten Lande des #eraesstiens aufgetem. Das Geld wird besser. die ####nsmitiel billiger— so scheint es weniastens. Neue keimt aus ersten Anzeichen der Linderung fast une träglicher Mühe und Qual. Und doch wäre is faisch, dn Wehhn zu nähren, als sei nun alles Schlimme überstanden. Die Wüste ist nicht durchschritten, die fruchtbaren Breiten sind nicht erreicht. Nur eine Lase laßt den Wondcrer, dessen Fuß sich morgen wieder durch Dürte und Dornen schleppt. Nur ein Fata morgana m ihm den Eingang zum rettinden Lande greisbar ubbe. Soll Hoffnung nicht zu bloßer Hoffnungsseligkeit mit all ihren Rückschlägen und Entläuschungen werden, so gilt es klar zu erkennen, daß wir nicht am Ziele, sondern auf Wanderrast sind. * Der Berliner Korrespondent des Amsterdamer„Allgemeen Handelsblad“ schilderte kurz vor Weihnachten Not und Stimmung des deutschen Volkes und fand auf die Frage, warum innerhalb der schwarzrotgoldenn Greuzpfähle um die Jahreswende eine so auffallend optimistische Stimmung herrsche, folgende Antwort:„Warum? Weil doch wieder ein kleiner Hoffnungsstrahl in die deutsche Gogenwart gefallen ist. Für denjenigen, für welchen die Verzweiflung so nahe war, bedeutet jede kleine, selbst nur ob efsächliche, selbst nur scheinbare Verbesserung seiner Lene eine Erleichterung. Es ist ungefähr das gleiche Gefuhl, das ein Schwerkranker empfindet, wenn das Fieber einen Tag aussetzt oder die chronischen Schmerzen ihn ual in Rube lassen. Das Tragische dieses Zustandes besteht ebrn darin, daß die Kranken darin bereits die Gegesung zu sehen glauben.“ Solch tragischem Verkennen der Winlichkeit stellt der Holländer das wirkliche und unmittelbar drohende Elend des deutschen Volkes gogenüber. Die Arbeitslosiakeit wächst, die Steuern schwellen zu Sturmfluten, die wirtschaftlichen Niederbrüche mehren sich, die große Ernüchtenung ist da. Das dautsche Volk erfährt, bitterer als bisher, daß as nach dem Verlust eines so gewaltigen Krieges nicht auf Staatskosten leben kann— denn dies haben breite Schichten dank der Geldentwertung tun können, die jehe steuerliche Maßnahme der jeweiligen Regierungen zum Schlag ins Wasser machte. Nun fordert der Staat Gold statt beuulltem Papier. Und mit einem Mal, so sagt der holländische Beobachter,„wird der Dutsche einsehen, daß er arm ist, bettelarm, als Privatmann, als Unternehmer, als Arbeiter, als Beamter. Duerch diese Armut muß er hindurch. Seine Bereitwilligkeit zum Betreten dieses so lange gemiedenen Opferwegts wird erst zum Siqnal für die Gewähneng eines ausländischen Kredits wecden Hnnen, den er bisher in seinem Egoismus, in seiner Angst n d i e M i n d e r u n g d e s e i g e n e n B e s i t z e s u n d i n s e i n e n besetzte Gebiet stückweise von Deutschland loszureißen. Es der sind Rheinle die isen ursprünglich von den Hiniermännern lobüner achegten Pläne, die durch den Deckrrspulsch hier in Aachen gestört und in den Hintergrund gedrängt wurden.„Die belgische Rezierung.“ schreibt der„Times“=Korrespondent,„die es eblehnte, die theinischen Kassanien für Frankreich aus dem Feuer zu holen, reinigte durch eine Aktion, deren potitischer Mut bielleicht nicht die verdiente volle Anerkennung gefungen hat, den gieten Namen Beleirus von dem Vorwurf, den Auswurf Mitteleuropas, der sich als„rheinische“ Separatisten mestierte, zu emnmtigen, indem sie diese aus ihrem Gebiete herauswarf." Die Pfelz ward nun zur Keimzelle des kommenden Rheinstaates ansersehen. Dort haben die Separatisten die Regierungsfunktionen übernommen, ziehen Steuern ein, weisen Regierungsbaamte ems und rüsten ihre Kappenjungen zum Zug gegen Hessen und Nassan. Die„Times“ schreibt:„Die Bevölkerung Hessen=Nassons erwertet mit den faszinierten Augen eines Kaninchens das Liftschlange, wer## Heraubegierig, ##än ##lei 51006 ber phautas. Gottesemeindeebe.) Standte. * leiblens. Franz öttschkes, geborens traße 41. Januar Umsatzbung für eißt wer 2 bisher entrichtet drhtaalen des§ 36 erst späder satz, be5 ten böheren Räc, bis vnar. bet utht eien grs die letzten Neueckalte Stadt. en schon so oft als die unmittelbare rettende Wirkzu sehen vermeinte.“ Deutschland wird sich emporopfern müssen, oder es Kirt auf seinem weiteren Marsch durch die Wüste zu##nmenbrechen. Allen Schichten muß dieser Opfergeist geKeinsam sein. Nur aus ihm kann der innere Widerstand Keigen und erstarken, der jedem Versuch die Einheit des Reichkes zu zerstören, ein unbeugsames Nein entgegenstellt. Leider scheinen diese Versteche trotz des offenbaren Zu####nenbruchs der Sondenbüindelei im Rheinland noch sicht völlig aufgegeben zu sein. Es mehren sich vielmehr Die Anzeichen, daß gewisse Pariser Kreise erneut mit dem Pesanten spielen, den Separatistenschreck— nur in etwas ##erer Aufmachung— wieder loszulassen. Der rhei###e Vertreter der„Times“ weist in seinem Neujahrs###itel darauf hin, daß die Pfalz offenbar als Aus##ngsort für die neuen Pläne gedacht ist. Diese Pläne #eien, wie der englische Beobachter ausführt, darauf hin, schleichen der separatistischen als nächste Nahrung für ime zu dienen, noch in der Lage, Widerstand zu leisten.“ Der Präsident der französischen Republik. Millerand, hat in seiner Neujahrsrede von dem dämmernden Morgenrot der Versöhnung gesprochen, und Poincars hat versichert, Frankreich verfolge jetzt nur noch das Ziel,„an der wirtschaftlichen Wiederaufrichtung Europas durch praktische Mittel und entgegonkommende Maßnehmen mitzuarbeiten“. Zu solchen Wortm dussen schlocht die Taten. Das Reich und namentlich das Rheinland erwartet von den Westvölkern, daß das Rocht der Selbstbestimmung im eigenen Hause auch dann respektiert wird, wenn die Hausherrin Germania heißt. Heißt sie noch so am Rhein? Der Versailler Vertrag hat ein klares Ja auf diese Frage. Die Erignisse des Ruhrkriegsjahres habon auch die Bedeutiung dioses Ja in Frage gestollt. Heute ereifern sich Pariser Blätter darüber, daß Deutschlondes Weihnachtsnote die Souvcränität des Reiches in dm Westmarken wiederhergestellt sehen will. Diese Wiederderstellung eines selbst im Friedensvertvag anerkannten Zustandes ist aber eine Grundvoraussetzung für die Verwirklichung des Wiederausbans der zerstörten Gebiete Frenkreichs wie der zerrüftnen Wirtschaft an Rhein und Ruhr. In Verbindung mit der Besatzung sollen deutsche Behörden im deutschen Land den normalen Zustand wioderverstellen, dien keine Fremiberrschaft g währleisten kamn. So lange dis rheinisch westsälische Industricaebiet noch nicht die Hälfte seines früheren Ertrags schafft, kann Deutschland aus eigener Quelle weder seine Währung wiederherstllen, noch seinen Haushalt auf eine feste Grundlage stellen, noch endlich die Forderungen seiner Gläubiger befriedigen. Millerand sproch am Neujahrstage von der „unerschütterlichen Mäßigung“ Framkreichs. 1923 hat die Unerschütterlichkeit gezeigt, 1924 muß auch die Mäßigung bringen, sonst steht an seinem Ende des Chaos. Auch den„friedlichen Willen“ seines Landes beronte der Präsident der französischon Republit in denselben Tagen, da Europa Kumde von dem neuen„Desensivvertrag“ zwischen Paris und Prag erhielt. Durch diesen Vertrag kettet sich die Tschecho-Slowakei freiwillig an die Ziele Frankreichs, dessen politische Führer das Heil in der dauernden Niederhaltung Deutschland Zweifel sein sollte, was den Kern#es ausmacht, braucht nur in der ausländ zusehen, die den Vertrag gleich nach werden ausführlich kommentiert hat. Der diplomatische Berichterstatter graph“ schriob, der Quai’Orsay habe Versuch gerastet, gegenüber Deutschland einen Ersatz für die frühere französisch=russische Allianz zu finden. Die französisch=polnische Allianz sei nicht als für diesen Zweck geeignet angesehen worden. Die Erklärung, daß keine formelle militärische Vereinbarung bestehe, bedeutet wenig; bestehe doch die Tatsache, daß der Chef des tschocho=slowakischen Generalstebbes ein französischer General sei und die berühmten Stodawerke jetzt auf tschechischem Boden und in Händen einer französischen Gruppe unter Führung SchneiderCrenzots sich besänden. Das Bündnis könnte bald zum Abspringen Polens zur Kleinen Entente führen. Beträchttlich es Mißtrauen hat sich auch in Italien bemerlbar gemacht. Der„Messagero“ gab der Ueberzengena Ansbruck, Paris habe sich die Unterstützung seiner Politik gegen Deutschland durch Prag sichern wollen, obwohl diese nach der Ruhrbesetzung keineswegs die einhellige Lustinrmung des Volkes der Tschecho=Slowakei gefunden habe. Militärisch ergänze die Allianz das bisberige französischetschechische Luftabkommen. Wirtschaftlich trete die böhmische Eisenindustrie dim französischen Kompler bei, der so seine Kräfte bis zur Beberrschung Guropas#rweitere. Der„Corriere'Italiano“ hob hervor, die Allianz sei auch gagen Italien gerichtet, indem sie die französische Vorherrschaft in der kleinen Entente vollende. Wegen der Wirkung auf Polen tauchen auch in Fremkreich Bedenken auf: sie werden aber gemildert durch die Hoffnung, auf dem Wege über Prag die Annäherung ewischen Frankreich und Rußland zu erreichn, die auf dem Draht über Warschon ein Ding der Unmöglichkeit gsblieben ist. Jodenfalls kenn der Vertrag weitreichende Wirkung heben und schließlich sogar zu einer allgemeinen Umaruppierung der Mächle in Europa führen. England und Italien werden die Folgen dieser Politik, die Frankreichs Hegrmonicziele fördert, mit Aufmerksamkeit beobachten. Deutschland befindet sich in der Rolle des unbeteiligten Zuschauers und kann, oder vielmehr muß die Entwiellung hinnehmen, wie sie eben kommt. im Ausland. Romain Rolland an das französische Volk. Romain Rolland richtet in der„Nevue Mensuelle" folgenden Appell an das französische Volk zur Hilfeleistung an die Rotleidenden in Deutschland: Vor dem Leid gibt es weder Sieger noch Besiegte. Es ist eine der heiliosten Pflichten unseres Volkes, vor den vorbeiziehenden Toten das Haupt zu entblößen, und diesenigen, die sich der leidenden Mensckheit widmen, setzen ihre Ehre darein, illen Leidenden ohne Unterschied und ehne Ansehen der Person gleiche Pflege unud gleiche Sorgsalt angedeihen zu lassen. Bestärkt durch diese heisigen Traditionen rufen wir heute Frankreich zu: Das deutsche Volk stirbt Hungers, Tausende von Unschuidigen spüren auf grausame Weise die Folgen des Krieges. In Verlin kommen 70 Prozent aller Kinder zur Schule, ohne gegessen zu haben. Tausende von Familien, durch Entbehrungen entkräftet, gehen langsam dem Tode entgegen. Zum Samecken des Hungers gesellt sich die Angst vor der Kälte. Wir stehen vor einer Zeit der Epidemien und furchtbarsien Hungersnot., 2 Hem Ler iu baster Si. Das ritterliche Frankreich von ehedem, dessen bester Sänger Victor Hugo war, reichte dem Vesiegten auf dem Kampffelde die Hand und verband seine Wunden. Seit vier Jahren sagt man, ist der Krieg beendet. Auf den Schlachtfeldern ist neues Leben der Erde entsprossen. Reiche Ernten lassen die früheren Verwüstungen vergessen, aber der Besiegte liegt noch immer am Boden und geht ohne Hilfe zu Grunde. Wir wenden uns an das ganze französische Volk ohne Unterschied der Parteien und des Glaubens. Viele Leidenschaften trennen die Franzosen, aber das ist uns doch allen gemein, daß wir Frankreich hochachten und daß wir an seinen ritterlichen Adel glauben. Zeigen wir es also der Welt, beweisen wir es durch die Tat. daß in den Herzen der Franzosen kein Raum ist für niedrigen Haß und für noch niedrigere Gleichgültigkeit gegenüber dem Unglück anderer Menschen, daß vielmehr Frantreich das Land des Erbarmens bleibt. Einzig durch Seelengröße kann mon seinen Sieg dartun. Die höckste Kraft ist diejenige der Gite. Wir sordern die Franzosen auf, dem Volke, das sie belämpft haben, heute hilfreich die Hand zu reichen. Italien und Rußland Die kürzlich erfolgte Anerkennung Sowjetrußlands durch Italien, die allgemeines Aufsohen erregt hat, erhält in der amtlichn russischen Wirtschaftszeitschrift durch ein kürzlich im Regierungsauftrage aus Italien zurückgekehrtes Mitglied des Außenkommissariates eine Begründuung, die durchaus einleuchtet. Die neue italienische Pelzwaren Pelz-Vogel 50540 liefert die besten Modelle. Adalbertstrasse 38. Außenpolitik erstrebt eine möglichst große Unabhängigkeit; sie vermeidet peinlichst, sich Frankreich oder England gegenüber zu binden. Die erstrebte Ausdehnung seines Einflusses auf die Mittelmeerländer sucht es in Anlehnung an Staaten zu erreichen, die seine Selbständigkeit nicht gefährden und doch durch gleichlaufende Interessen an Italien gebunden sind. In dieser Richtung blieb die Fühlungnahme mit Spanien und Bulgarien. Auch der Sowjetbung bietet Italien neue Möglichkeiten. Die Versprechungen der Entente hinsichtlich der Oeffnung neuer Absatzmärkte für die italienische Industrie wurde nicht gehalten. Die Textil=, Automobil= und Gußeisenindustrie machen schwere Krisen durch. Auch die italienischen Naturprodukte Seide und Früchte finden keinen Markt mehr. So glaubt Italien, seine Ausfuhrprop#kte im Austausch gogen Getreide, Naphtha, Holz, Flachs, Borsten und andere Rohstoffe nach Rußland überführen zu können. Visher sind alle Länder, die das Wirtschaftsparadies Rußlands durch Konzessionen und Sonververträge erschließen zu können gegkaubt haben, schwer enttänscht worden. Ob die schlauen Rätekommissare, die auf jede nur ardentbare Weise für Rußlands moralische Weltstellung Reklame zu machen suchen, in Mussolini ihren Meister finden werden, bleibt ab zuwarten. England und der französtsch=tschechische Vestrag. ECA. Paris, 4. Jan. Zu den im Umlauf befindlichen Gerüchten über einen angeblichen diplomatischen Schritt Englands anläßlich des französisch=tschechischen Vertrages erfährt der Korrespondent der Erpreß=Korrcspondenz, daß man es in hiesigen diplomatischen Kreisen für„mehr als wahrscheinlich" hält, daß England sowohl in Brüssel als auch in Paris einen derartigen Schritt unternommen habe. Von einem englischen Schritt in Paris„ist bis zur Stunde" noch nichts bekannt geworden. Die Neuregelung der Einwanderung in Amerika. Washington. Der Arbeitsminister hat dem Kongreß seine Vorschläge zur Neuregelung der Einwanderung übermittelt.. Der Plan einer Registrierung der Ausländer ist ausgegeben worden. Die neuen Vorschläge sehen eine Abänderung der Einwanderungsquote vor, falls sich Mangel an Arbeitskräften zeigen sollte, anderseits Sperrung der Einwanderung für den Fall von Arbeitslosigkeit, ferner eine Verteilung der Quoten der Nationen über ein Jahr in der Weise, daß jedon Monat der zwölfte Teil der Gesamtzahl zuglassen wird. Das bestehrnde Gesetz läuft mit dem 30. Juni ab; bis dahin muß der Kongreß neue Bestimmungen erlassen. * „Daily Expreß“ glaubt zu wissen, daß kürzlich eine geheime zaristische Organisation gegründet wurde, die in allen Teilen der Welt Anhänger besitze, und die den Großfürsten Kyrill auf den russischen Thron erheben wolle. Der Großfürst habe bereits eine geheime Proklamation an die russischen Arbeiter und Bauern gerichtet. Transporte Der Lartwagen. Telephon: 3538— 5796. 50607 Das älteste koptische JohannesEvangelium. Ein Vibelfund in Aegypten. Mitglieder des Britischen Archäologischen Instituts in flegypten erforschten im vergangenen Winter das QuanAl=nebirr, ein Hochland am Nil, das etwa 50 Kilometer ###idlich von Assiut und mehr als 150 Kilometer nördlich von Theben und Luxo liegt. Dieses bisher noch kaum von der Wissenschaft beachtete Gebiet gab zahlreiche Funde aus der Zeit der frühen ägyptischen Dynastien, haupt#chlich Gefäße, Amulette, Skarabäen, Elfenbeinschnitzekeien. Dir interessanteste der hier gemachten Funde aber Par der früheste koptische Bildertext, der bisher aufgefunden worden ist, zugleich eines der frühesten Manuskripte des neuen Testamentes, die es überhaupt gibt. In einem Attoristlichen Friedhof, der koptische Grabsteine und röwische Gräber enthielt, und seit mindestens 1300 Jahren inberührt gelegen halte, wurde ein grober Krug ausgegraben, der leider so völlig zerbrochen war, daß man nicht; emmal einige kleine Stücke herausbringen konnte. Im Innern des Kruges fand sich ein kleines Bündel etwa von der Größe einer Männerfaust, und zwar war dieses Bündel in einen Umschlag von Leinwand gehülkt. Ein Blick unter die Umhüllung zeigte eine Anzahl von PapyrusMättern, die augenscheinlich ein christliches Buch in lopuscher Schrift enchielten. Der Fund wurde sorgfältig verpackt und an den Direkior des Britischen Archäologiichen Instituts, Sir Flanders Petrie, geschickt, der als Inhalt des mertwürdigen Paketes ein kleines schmales Buch von Papyrusblättern feststellte, die freilich sehr spröde Paren und nur mit größter Behutsamkeit erhalten werden konnten. Schließlich stellte man nicht weniger als 43 Blätter in gutem Zustande zusammen und noch einige Keinere Fetzen. Das größte Blatt mißt etwa 10 Zoll Höhe i 47 Zoll Breite. Die Blätter sind auf beiden Seiten it Zeilen beschrieben; die Seiten sind mit koptischen suchstaben numeriert. Die ersten drei Blätter fehlen; ßerdem sind die Seiten 11 und 12, 33 und 34 nicht vor###nden, und am Ende fehlen auch noch etwa 3 Blätte:, daß das ganze Buch so gegen 100 Seiten gehabt haben b Eide tchlig Lestung dech daetet göiche, deh die Handschrift den Text des Johannes=Evangeliums enlhielt, in einer sehr regelmäßigen Hand in koptischer Schrift geschrieben. Die Regelmäßigkeit der Buchstaben, der Zwischenräume und der Seitenränder, die schöne Schrift und die gute Textgestaltung lassen auf einen geübten und gelehrten Schreiber schließen. Nach der Anlage des Buches und der Höhe der Seiten muß es sich um ein Buch für den Kirchengebrauch gehandelt haben. Von größter Wichrigkeit ist die Frage der Datierung. Sowohl Flinders Petrie als auch die Sachverständigen, denen das Mannstript vorgelegt wurde, stimmen darin überein, daß sowohl die Handschrift wie die Form auf eine sehr früh: Periode hinweisen. Da das Koptisch, die späleste Form dei altägyptischen Sprache, in griechischen Buchstaben mit einem halben Dutzend hinzugefügter Schriftzeichen geschrieben ist, so kann man den neugefundenen Papyrus ganz genau mit den ältesten bekannten griechischen Bibelhandschriften vergleichen. Diese sind der Kodex Vatianus, jetzt in der vatikanischen Bibliothek zu Rom, der dem 4. Jahrhundert zugeschrieben wird, dann der Kodex Sinaiticus, jetzt in Petersburg, den man etwas später ansetzt, und der Koder Alexandrinus im Britischen Museum, den man aus der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts datiert. Das Ergebnis, zu dem die gelehrten Untersucher gelangt sind, ist das, daß die Zeit der Niederschrift des neuen Papyrus als Ende des 4. oder zu Anfang des 5. Jahrhunderts angenommen werden muß, also etwa unn 400 n. Chr. Der neue Kodex würde also dann unter die ältesten Texte gehören, die wir vom neuen Testament haben; es ist das älteste bekannte Manuskript des JohannesEvangeliums im Koptischen und natürlich von höchstem Wert für die Bibelforscher. Wie in der„Times“ mitgeteilt wird, soll der Text von dem Kenner des Koptischen, Sir Herbert Thompson, in einer Ausgabe herausgebracht werden, die auch die photographischen Aufnahmen der 86 Seiten enthält. Außerdem soll eine Umschreibung des Textes in gewöhnlichem Koptisch und eine wortgetreue Uebersetzung ins Englische gegeben werden, und ein wissenschaftlicher Apparat sich anschließen. Schon jetzt erklärt Thompson, daß der neuaufgefundene Text im welentlichen mit der schidischen oder südlichen Fassung des loptischn Bibeltextes im Großen und Ganzen übereinstimmt, aber sehr interessante Varianten aufweist. Durch das neue Manuskript wird u. a. erwiesen, welcher Fassung des griechischen Texles des neuen Testaments sich die frühchristliche Kirche in Aegypten bediente. Tokios vernichtete Kunstschätze. Durch das letzte Eurheben in Japan hat nicht nur das japanische Volk, sondern die ganze Menschheit einen schwern Verlust erlitten, der uns erst langsam zum Bewußtsein kommt. Wir wissen freilich noch nicht genou, wie viele Kunstwerke durch die Katastrophe zu Staub und Asche geworden sind, dann es ist nicht japanischer Brauch, Verluste und Nöte vor Fremden zu offenbaren. Aber wir dürfen mit Sicherheit annehmen, daß von der ungeheuren Menge der werlvollsten Kunstwrabe, die in der Hauptstadt Tokio aufgohäuft woren, sehr viele untergegangen sind. In dem neuesten„Ostasien=Sonderheft“ der bekannten Kunstzeitschrift„Der Cicerone“ erörtert Professor Ernst Große, einer der hervorragendsten europäischen Kenner der ostastatischen Kunst, diese tragische und unersetzliche Einbuße an Schönheit, indem er uns einen Blick in die dem Fremden sonst unzugänglichen Kunstsammlungen Tokios gestattet. Der japanische Kunstbesitz war in letzter Zeit in der Hauptstadt so zusammengezogen worden wie der frau zöstsche in Paris. Das Kaiserliche Museum im UenoPark, das nach den Zeitungsberichten eingestürzt ist, enthielt die größte und beste öffentliche Sammlung von Werken der japanischen Gerätskunst. Aber weitaus größer als der Kunstbesitz der Museen war der der Adelspaläste und Bürgerbäuser, die einen fast unermeßlichen Richtur enthielten. Die Schätze der alten Daimyo=Familien, sind meist keine Kunstsammlungen in unserem Sinne. sondern Anhäufungen von Kunstwerken aller Art, wie sie sich in einem fürstlichen Haushalt mit der Zeit von selbst bilden. Nur selten hat sich einer dieser vornehmen Herren auf wirkliches Sammeln verlegt und dann die herrlichsten Dinge erworben, edelste Werke der alten chinesischen und japanischen Melerei sowie die erlesensten Erzeugnisse ostasiatischen Kunstgewerbes. Das stolze Kunsterbe dieser Adelsgeschlechter wurde allerdings in den letzten Jahrzohnten Nouer uche iid duchent duch dide. Sonntengen der neuen Reichen, denn das Kunstsammeln gilt in Japan fast für eine Pflicht der Wohlhabenden, die sich dadurch mit einem Nimbus von Vornehntheit und Bildung umgeben.„Der Fürst Inouo, einer der Begründn des neuen Japan, der übrigens ein rocht guter Chajtn, das heißt Kunstkenner war,“ schreibt Große,„hat eine Bildergalerie aufgebaut, die den Vergleich mit den besten alten nicht zu scheuen braucht. Im Palais des Großfinanziers Baron Iwasaki bewunderte man neben prachtvollen Kompositionen der großen dekorativen Meister Sotatsu und Kocin erhabenste Werke der alten chinesischen Tuschmal wei. Unter der gewaltigen Menge von Kunstwerken, die ein anderer Finanzmann, Akaboshi, hinterlassen hat, habe ich kaum ein einziges unbedeutendes Stück gesehen. Masuda, der Direktor der Mitsui=Bank, besaß in seinem Landhause einen Kunstschatz, mit dem er mehr als ein Museum hätte ausstatten können, und mit ti ffer Trauer erinnere ich mich an die herrlichen Dinge, die ich in der gastlichen Villa des Herrn Hara auf den Strandl“#eln bei Yokobama genießen durfte und die nun mit dem ganzen Hause des liebenswürdigen Mannes von der Sturmflut fortgerissen sind. Diese riefigen Sammlungen und eine unübersehbare Schar von kleineren, die zu derselbm Zeit entstanden waren, hatte die in den Provinzen zerstreuten klösterlichen und fürstlichen Kunstschätze in einem solchen Maße ausgesogen, daß schon vor dem Kriege sicherlich der größte Teil des beweglichen japanischen Kunstbesitzes in Tokio und seiner nächsten Umgebung vereint war. Ich denke mit besonderer Sorge an die Schäte der Häuser Iwasaki. Mafuda und Mori, di sämtlich in der Nähe des Meeres lagen und in einer Gegend, die durch Flut und Erdrutsch sehr schwer gelitten zu hebben scheint. Und wieniel von dem, wes dem Beben und der Flut entgangen ist, wird der Flamme zum Opfer gefallen sein! Man muß darauf gefaßt sein, daß in Tokio sehr: Vieses und Bedeutendes vernichtet worden ist, und man darf sich nicht derüber täuschen, daß die vernichteten Kunstwerke— sowohl die chincsischen wir die japanischen— unersetzlich send.“ Johann Baptist Rousseau, ein vergessener rheinischer Dichter. Von Prof. Paul Sickel. Vor fast einem Jahrhundert, um die Weihnachtszeit 1824 erschien in Aachen ein junger Poet und nahm in dem Urlichsschen Hause am Münster Wohnung. Er kam von Köln, wo eine hohe Zensur seine Zeitschrift „Agrippina“, aus ganz nichtigen Gründen, verboten hatte. Unternehmungslustig und von dichterischen Idealen erfüllt, wollte er jetzt sein Glück in Aachen versuchen, vielleicht auf Anraten seines Freundes, des bekannten Dichters Wilhelm Smets. Er glaubte hier den geeigneten Boden für seine vielseitige schriftstellerische Tätigkeit zu finden, standen doch für die alte Kaiserstadt gerade in diesem Jahre wichtige Ereignisse bevor: die Eröffnung des neuen Schauspielhauses, das Niederrheinische Musikfest und die Heiligtumsfahrt.— Der zweiundzwanzigjährige Dichter hieß Johann Baptist Rousseau. Er war nicht bloß ein Namensvetter des großen Jean Jacques. Sein Großvater, ein Neffe des Genfer Philosophen, war vom Kurfürsten als Hofmaler aus Frankreich nach Bonn berufen worden. In Bonn stand auch die Wiege Johann Baptists. Dort hat er seine Ausbildung genossen. Sein Studium an der kurz vorher gegründeten Bonner Hochschule mußte er freilich schon nach einem Jahr aufgeben, wohl aus Mangel an Mitteln. Doch hatten seine dichterische Begabung und sein beweglicher Geist ihn schon bekannt gemacht. August Wilhelm Schlegel war auf ihn aufmerksam geworden, und Freundschaft verknüpfte ihn mit Heinrich Heine, der ihm später ein ehrendes Gedicht gewidmet hat. Schon in der Bonner Zeit hat Roussean eine Sammlung Gedichte herausgegeben, Turnlieder, die eine freiheitliche Gesinnung bekunden. Seine eigentliche Entwicklung zum Dichter scheint aber in seinen zweijährigen Aufenthalt in Aachen zu fallen. Auch hier gründete er gleich wieder eine Zeitschrift, die„Rheinische Flora“, die von ihm neben Dichtungen vor allem Theaterberichte brachte. Wenn man weiß, wie sehr in der damaligen Journalistik Klatsch und Zänkereien an der Tagesordnung waren, muß man die anständige Haltung des Blattes anerkennen. Besonders aber ist dem Herausgeber Rousseau nachzurühmen, daß er im Gegensatz zu der allgemeinen Hinneigung zum Franzosentum seinen vaterländischen deutschen Standpunkt fest und offen vertrat. Leider konnte sich Ronsseau in der geachteten Stellung, die er sich in Aachen bald errungen hatte, nicht lange halten. Gewisse Schwächen seines Charakters, in dem sich lebhaftes sittliches Gefühl mit leichtem Sinn paarte, traten hervor. Auch fehlte es ihm an Lebensklugheit. Dazu kamen finanzielle Schwierigkeiten bei der Zeitschrift. Kurz, Weihnachten 1826 verließ er Aachen und wandte sich nach Hamm. wo er wiederum eine belletristische Zeitschrift herausgab. Ein oder zwei Jahre später aber finden wir ihn in Frankfurt a. M. Hier scheint es einen Augenblick, als ob sein Leben Ruhe und Sicherheit gewänne. Er heiratet eine vermögende Frankfurterin, wird kurfürstlich hessischer Hofrat, hält Vorlesungen und übt wieder eine reiche schriftstellerische Tätigkeit aus. Aber die rheinische Lebenslust und das bewegliche Blut verführten ihn zu einem unregelmäßigen Leben; und wenn seine Verhältnisse bald völlig zerrüttet waren, so war daran wahrscheinlich auch die Nähe der =Wiesbadener Spielbank schuld. So kehrte er auch Frankfurt bald den Rücken; und nun beginnt ein unstetes Wanderleben. Wir treffen ihn in München, dann wieder in Frankfurt, in Köln, in Berlin, endlich(1845) in Wien, wo er mehrere Zeitungen gründet, Vorlesungen über Asthetik hält, sogar zum k. k. Hofrat ernannt wird und, wie er selbst erzählt hat, während der Revolutionszeit nahe daran war, als„schwarzgelber Hund“ an einer Laterne zu baumeln. Sein geistiges Schaffen geht zurück. Schon in Berlin schrieb er alte Theaterkritiken aus rheinischen Blättern zum zweiten und dritten Mal ab. In seinen Dichtungen häufen sich die Bilder, die er früher so glücklich zu verwenden wußte. Jahrelang ist er dann verschollen, bis er schließlich als Einundsechzigjähriger in Köln wieder auftaucht, vollständig gebrochen und verarmt. Ganz auf Almosen angewiesen lebt er noch ein paar Jahre und stirbt schließlich 1867 im Kölner Bürgerhospital. O schone Stadt, Gedichte von Jean Ba Auf dem Lousberg. 0 Aachen... ptist Nousseau. „Es fährt ein Schiff vorüber Mit Segeln lustig voll; Weiß es das arme Schifflein, Wohin es steuern soll? Es jagen dräuende Wolken Am schwarzen Himmelszelt; Weiß der umstürmte Arther, Wo regnend sie niederfällt? Mit trauten Liebesgrüßen Send' ich den Blick ins Tal, Das sich zu meinen Füßen Verklärt im Sonnenstrahl. Die Kaiserstadt, die holde, Steigt wunderbar empor, Und glänzt im Abendgolde Im stolzen Reichesflor. Wie eine hohe Ceder Beherrscht des Domes Macht Die Stadt der heißen Bäder Und mahnt an alte Pracht. Zu einem Frühlingsbilde Gestaltet Alles sich, Obgleich der Sturm, der Mich schüttelt winterlich. wilde, Mit frischen Blütenbäumen Bekränzt sich jede Höh', Und in des Herzens Träumen Vergeß ich Eis und Schnee. In stillbewegtem Sehnen Starr' ich ins Tal hinab, Als sucht' ich meiner Tränen Und Schmerzen dort ein Grab. In frommem Jünglingshofsen Verweilet dort der Blick, As sei ein Tempel offen Für Liebe, Ruh und Glück. O schöne Stadt, o Aachen, Gerühmt als jener Hort, An dessen Kraft zerbrachen Des Feindes Tat und Wort. O schüne Stadt, erlesen Vor vielen in dem Reich, Auch mich laß bald genesen Vor Kummer trüb und bleich! Wie jetzt in Winterschauern Mein Herz sich mailich hebt, So laß nicht kalt es trauern, Wenn Lenz die Flur belebt. Rousseau war, wie schon sein Lebenslauf zeigt, ein unruhiger, aber auch sehr regsamer Geist. Immer wieder gründet er neue Zeitschriften, von denen oft nur ein paar Hefte erscheinen. Er schreibt Theaterkritiken, Abhandlungen über Kunst und Literatur, gibt Anthologien und Sammlungen weltlicher und religiöser Gedichte, Legenden, Marienlieder, Rheinsagen heraus, übersetzt Dichtungen aus dem Lateinischen, Französischen und Englischen. Auch als selbständiger Dichter ist er auf den verschiedensten Gebieten tätig. Aber nur in der Lyrik hat er Wertvolles geschaffen, und man darf von Reumonts Urteil beistimmen, daß Roussean es eher als mancher andere Dichter verdient hätte, mit einigen seiner besten Gedichte auf die Nachwelt gekommen zu sein. Blättert man in seinen früheren Gedichtsammlungen, etwa den „Lyrischen Spielen“(Nachen 1826) oder den„Bernsteinen“ (Frankfurt a. M. 1831), so wird man immer wieder gefesselt durch die Reinheit seines Empfindens und die Mannigfaltigkeit seiner poetischen Bilder. Der Umkreis seines dichterischen Erlebens ist beträchtlich: Frohsinn und Geselligkeit, Natur und Liebe, Freude und Leid des eigenen Lebens, Kunst und Schönheit, alles das gehoben durch eine gläubige religiöse Empfindung. Wo Ronsseau Persönliches darstellt, dichtet er nicht aus dem einmaligen blutwarmen Erleben, sondern aus einer allgemeinen Stimmung, einer Reflexion über das Erlebte. Er ist selten leidenschaftlich, obwohl immer bewegt oder selbst begeistert. Der innerste Antrieb seines dichterischen Schaffens aber ist eine tiefe Sehnsucht, die ihn über das Leid seines vielfach verirrten und verwirrten Lebens hinüberträgt in das Land der Ideale. Wie der echte Dichter, so steht auch Roussean in der Mitte zwischen der Tageswirklichkeit und dem poetischen Traumleben. Indessen ist die Spannung, so schmerzlich er sie empfunden haben mag, nicht unmittelbar und urkräftig zum AusOcher Blomme. der Henz va Goergen leäst...“) Weä Vordreäg hält, ich slöiv, deä moß Zeiesch ens vör sich stelle. Dröm well ich Uech, met Hatzensloß Eus jät va mich verzälle.— Der Biojraph deä hat et schwor, Me stellt höm dusend Froge Aen wat heä sätt, es hauver wor, Aen hauv es et jeloge.—— Ich ben jestorve——— zapperluet, Du bes noch net jebore Aen fengs nun an. du würs at duet, Dat es doch at jeloge!— Sue denkt Uehr.—— Trücst Uech, leivste Lu, Uehr mott net ongerbreiche, Lott doch die jölde Phantasie E Wöttche met Uech spreiche. Ich ben nu duet.— Nun söd zefrec, Ich munet mich ouch dre schecke, Et es en sofszeg Johr jeleä, Du song ich Krecke söcke. Aen wellt lehr wesse, woe ich ligg! Dat kann ich röihig sage, Vör Johr än Dag du soech me mich Noch Tolbertsteäveg fahre. Doe ligg ich nun wie en der Droum. Mi Irav es jau ze senge, Uehr sett dorov der Tanneboum Aen hürt ei Fenksje senge. Aen op deä Marmor, döm me sitt, Doe hat me drop jeschreäve: „Deä duede Schriver, deä hei litt Deä düeg nu net mieh leäve.“ Met ganger Wöet derselve Senn. Dat es der Kerchhoffsmuede. Me schrivi, hei wür e Irav— än dren Liieg secher ene—— Duede.— Aen op der Allerhellisendag Sctt Uehr de Oecher komnne Mi Irav, ömklengt va Fenkeschlag Schwömmt janz en Oecher Blomme. De Kenger weäde müsjensstell, Wenn sei dat Fenksje hüre. Der Vadder deät noeh hönne Well Mi Leäve expleziere: „Heä noomt sich Henz, deä ärme Keäl, Heä schreäv e lösteg Wöttche, — *) Die hiesige„Deutsche Gesellschaft“ hatte den Dichter am 20. Dezember 1923 zu einem Vortrag aus eigenen Werken gebeten. Goergen leitete den Abend durch den hier erstmals veröffentlichten launigen Verspruch ein. Die Schriftleitung. Sing Ledch're song heä wie en Meäl Va Kellertrapp än Knötiche. Heä schreäv jeä jrueß Theaterstöck Aen ouch jeng fing Romane, Bei Kenger jong heä op Besöck Aen speälet„Kruenckrane". Aen doeg höm at ens töschebei Der Genius betuppe, Da saht heä sich, die Rümmerei Die kann net ömmer fluppe! Schreäv heä Humor en janze Reih, Doeg mänechenge sage, Der Genius häu töschebei Der Koklevooetsch jeschlage. Die Krenteköle, wie me sätt, Die leiß heä röihig roose. Heä seht:„Sengt Uech doch sellcos jät, Ob ncä, döt Uech jät—— bloese!“ Nen twoen höm enge open Föß, Dröm leiß heä roihig treäne. Heä saht:„Wenn dat net gangesch es, Moß me sich dra jeweäne.“ Sue koem der Henz dörch Deck än Dönn Aen heil sich onverdorve, Heä es noch, met de beiste Senn, Der Dechterdued jestorve.— Heä saht:„Do könt der kotte Oem. Wat sall ich lang noch jeische, Versörgt ming Fenk met fresche Soem Aen dann—— Hatz, kanns Du breiche.“ Och härm;— sie Hatz hau noch jeng Loß Aen soht:„Mär wat bes spieder, Ich weäß, wat iehder breiche moß, Ich den e beßge frieder; Le Sproech, die brecht. än dann et Og. Loß dön ze iesch sich reiste, Et Hatz es net va Liverkoch, Dat brecht et allerleiste.“— Op eämoel es et unsjebeävt. De Oecher saate:„Ame, Heä hat net ömmesöns jelcäpt Aen bruucht sich net ze schame!“ Sue saat der Vadder.—„Nun Alaf Os Oche än sing Dechter!“ De Kenger stonge a mie Irav Aen schnijjete Jesechter, Berüst va Leäd än kniddewiß Nen woue nüüß mieh sage. Dat kunent ich doch, zom zapperduß, Wahrhafteg net verdrage. Ich ben janz stellchens uusjen Eäd Wier ovvenop jellomme Aen datt ich net bekreische weäd Hröm ben ich—— heier komme. Nun sall Uech minge aue Jeäß En mappe Stond vermaache.4 Datt spieder jedderenge waäß: „Et es doch för ze laache, Es bei euch durt, der Jeäß lec#t#ier. Woll' einen Kranz mir binden, Wie er den Karl umfing, Und laß im See mich finden Den hehren Kaiserring! Frankenberg. Einsam und mit ernster Miene Hebt sich aus dem grünen See Kaiser Karols Burgruine Moosumdunkelt in die Höh. Oed und schaurig starrt der Felsen Wie gebannt ins Flutengrab, Ueber das mit blanken Hälsen Schwäne rudern auf und ab. Tauben schweben um die Zinne, Um das Nest im Felsgestein, Und die stolze Burg der Minne Muß des Uhus Obdach sein. Recht ein Sitz der stillen Liebe Bist du. Feste, wo der Held Zu den Fluten tief und trübe Der Geliebten Ring gesellt. Ferne von der Menschen Reigen Schleich ich durch den Wald zu dir. Was ich ihnen muß verschweigen, Klag ich laut dem Echo hier. Klage um der jungen Herzen Rasch erblichnes Morgenrot, Um der Trennung herbe Schmerzen, Um des Schönen frühen Tod. Was die Blöden nicht begreifen, Was geheim im Busen wohnt, Darf ich träumend hier durchschweisen, Wo der große Held gethront. Darf wie er am Wasser weinen, Das sein Kleimod kalt empfing, Mit der Tränen Edelsteinen Schmücken seinen Zauberring. Heilig wird mir dann die Stelle, Und ein Loben stiller Lust Weht mir aus dem Schilf der Welle Trost und Frieden in die Brust. druck gelangt. Zwischen seinem Ich und dem Erlebten steht vermittelnd die große Dichtung seiner Zeit— Schiller, Goethe, die Romantiker— die jedem poetisch Begabten die Formen. Bilder und Symbole nur allzu bereitwillig darbot. Immerhin bewahrt Rousseau seine künstlerische Selbständigkeit. Das Unglück seines Lebens, das er in seinen Dichtungen offenbart, lag, wie schon angedeutet, in dem Gegensatze seines starken sittlichen Bewußtseins zu einer leichten, zum Genusse neigenden Lebensauffassung. Im Kampfe dieser beiden Charakter= seiten ist die ideale Gesinnung nur allzu oft unterlegen, da es ihm an Willensstärke und Weltklugheit fehlte. So war ihm in jede Lust ein bitterer Tropsen gemischt.„Ich sehe nur Vergänglichkeit in allem, was ergötzet, Und nie hab ich den Freudenkelch als schaudernd angesetzet.“ Was ihm das Leben als Besitz versagte, das gab ihm die dichterische Phantasie. Er gehörte(wie sein großer Vorfahre Jean Jacques) zu den Naturen, denen Sehnsucht mehr ist als Erfüllung:„Die Sehnsucht nach allem, was über uns ruht, Bleibt, wenn sie auch tötet, das einzige Gut.“ So sucht er in der Natur Erlösung von aller Unrast; sie soll ihm Ruhe und Frieden geben. Seine Naturbilder sind sinnlich anschaulich, aber zugleich von symbolischer Tiese. Im„Märzgefühl“ heißt es: „Die milderen Lüfte wehen, Als wollte der Frühling nah'n; Entfesselte Bäche gehen, Schon tanzt der bewimpelte Kahn; Von eisumzogenen Höhen Floß Silber zum Ozean, Und wo wir noch Schneeiges sehen, Da ist es ein glänzeuder Schwau.“ Das Meer wird ihm zum Bilde der Unendlichkeit und Ungewißheit des Lebens. För Uech jät opzchade Met Oecher Platt.— En Stond Pläsier, Dat kann Uech jar net schade. E lösteg Stöndche„Fenkeschlag“ Sallt Uehr nun kenge hüre, För Uech än ouch för mich Vermaach Aen—— sör os Platt zer Johre. Heinz Goergen. Ming Kenger. Dat ich drei nette Kenger han, Dat es e Joddesjlöck. Aen häut llehr jeäre Beld dervan, Kommt bei mich op Besöck. Wenn die Uech hüre eisen Trapp Aen menge, dat wür ich, Da jeüht et klipp, da jcäht et klapp: Die Drei versteiche sich. Er Jöngste, dat setzt eise Schaaf, Et Autste ovve drop. Et Dreide litt, wie eise Jrav, Met drözeng Deckens op. Aen wenn Du noch hön söcke jeähß, Aen nüüß va Söcke kenns, Aen vletz faaß wierje Schaaf a steähß, Da röfst ming Frau:„Du brenus!“ Ven sengs et Jöngste Du verletz, Da hür ens, wat dat schölt! Dat schreit at dörch der Dööreretz: „Mengt Uehr verletz dat sölt? Ich sag dich, Modder, datts det weäß: Vorrden ding Kenger net! Aen wenns det ävver noch ens deäß, Da bes de net mie met. De Modder sönd vür net mie frönd, Hürt, die verroent de Kaat, Doch, wa't mär, wenn der Badder könt, Da weäd et döm jesaat.“— Sue pipt me Uech e neu Duett Wie Vösiel en der Mai, Aen vaije Schaaf än uusje Bett, Klömme die anger Zwei. Nun haut sich vörjestalt die Drei.—— De Modder sätt:„Nu flöck Benemmt Ucch doch!—— Wie deät me hei Könt enge op Besöck?“ Se kicke met hön voll Verstank Aen baschte bau va Laach. Op eämvel recke sie de Hank Aen sage:„Jodden Dag.“ Aen wenn da noch der Vadder könt, Da jet et jar jeng Rouh, De Schnaddere jöhnt wie bei en Ent datt ich roff:„Mär fon! Bir fönd doch bei net eisen Flatt, Es schwingt sich ein Kranichhaufe Es dringt der begeisterte SänHoch durch die Lüfte fort: Meerüber und durch die Lust#Weiß wohl der wandernde Vogel, Und über die Wolkenschranken Wohin er kommt, den Ort? Weiß er, wer hin ihn ruft? Hier sei auch kurz der Dichtungen gedacht, die du Aachen angeregt sind. Da steht der Dichter an ein Januartage„Auf dem Lousberg" und blickt in das und auf die alte, majestätische Stadt hinab. Es ist## und kalt, aber ob dem bezaubernden Bilde keimt seinem Herzen der Frühling auf. Oder er preist# „Salvator=Kapelle" als„traute Stätte des Gebetes", er Trost und Stärkung für alles Erdenleid findet.# Gedicht„Frankenberg“ knüpft an die Sage von Karl Großen und dem Ring der Fastrada eigene seelis Stimmungen an. Wenig geglückt ist dagegen ein lied auf Aachen und seine Umgebung, das fast wie bestelltes Reklamegedicht anmutet. Es heißt da z..: „Kann uns auch kein Prater laben, Fehlt die Lindenstraße gleich, Gibt der Kapnzinergraben Uns ja doch das Himmelreich“ (Anspielung auf das neue Schauspielhaus). Solche Reimereien waren Rousseaus nicht würdig; sind auch nur eine seltene Ausnahme. In der Liebeslyrik wird das Sinnliche nur gestrei Wahre Liebe ist für Rousseau etwas Überirdisches, Ewig rein von aller sinnlichen Glut. Starke Empfindung u. zugleich Eigenart der Bilder zeigt das Sonett„Woge grab": „Wo wir am besten wohl zusammen ruhten, Wenn uns umfangen der Verwesung Nächte?— Laßt suchen uns die Stelle selbst, die rechte, Es ist das Grab im Grunde dunkler Fluten. Dort sind gelöscht des Busens wilde Gluten, Versöhnt der Oberwelt erzürnte Mächte: Wir sind geschieden von dem Schmachgeschlechte, Das unsre Herzen zwingt, sich zu verbluten. Die Wellen summen leis von Liebesträumen Ein Regulem, Goldfische nah'n der Bahre Und zieren statt mit Blumen unsre Haare. In beiden Augen werden Perlen keimen, Und aus den Herzen wird mit leisem Leben Sich Eine Blume zu der Fläche heben.“ Sehr sympathisch berührt bei Nousseau seine poetist Verklärung des Kinderlebens. Kinder wie Blumen## ihm Sinnbilder der Unschuld und des Göttlichen.„5 dieser Kinderhimmel mir auf Erden doch geblieben, 3 woh'n in ihm— und klage noch um ein verlornes Lieben Der belebende Hauch aber, der all sein Dichten durchdring ist das religiöse Gefühl, die Sehnsucht nach Gott. seine religiösen Gedichte zählen wohl zum Besten, was geschaffen hat. Zwar von inneren Kämpsen oder Zweifel wie sie"z. B. die religiöse Lyrik der Annette von Dro bei aller Gläubigkeit durchzittern, finden wir nichts. enthült sich uns ein kindlich gläubiges Gemüt und eis ehrliche Überzeugung. Dabei ist Rousseaus Katholizism ohne jede Engherzigkeit.(Wie er für die Jesuiten eintrit so fordert er andrerseits auch Toleranz gegen die Jude und schreibt ein Gedicht zu Eyren der Loge. Dagege kennt er keine Nachsicht gegen die— Philologen, die ih Rationalisten und. Heiden sind!) Zu seinen schönste religiösen Gedichten gehört wohl das„Gebet am Paln sonntag", von dem die erste Strophe hier stehen mög „Vater, der du bist die Liebe, Gott der Liebe, gib mir Gold, Aber nicht das Gold der Berge, Dem die Welt Verehrung zollt, Schenke mir das Gold der Treue, Welches glänzt in Sonnenpracht Aus dem Spiegel des Gemst== Aus des Herzeus tiesem##.“ Die ganze Persönlichkeit des Dichters aber, sein innerste Seele, steht uns noch einmn. vor Augen in der Gedichte„Aufblick.“ „Laß nichts den Frieden, Herr, mir rauben, Und glb mir zum Entsagen Kraft, Ich will mich heben durch den Glauben, Nicht sinken durch die Leidenschaft. Ein Opfer, andern hingegeben, Hab' ich nur wenig noch zu weih'n: Doch dieses, ein zerrültet Leben, Dies Wenige, o Herr seie dein.“ Wo wellt llehr met mich hen?“ Da sage se:„Der Badder hat Hü noch ens jecke Senn.“— Et„Aller Que“ wie jeweänht, Beän' vür vör jedder Kauß. Ouch noch et Eiße weäd jebcänt Aen dann——— da jeäht et laus: Der„Zirkes Lemäng“ weäd jespeält, As„Hauptattraktion“ Weäd ich ze alleriesch jeweählt: „Der Vadder es der Clowon!“ Aen wenn ich mich beleidegt stell Ven soa:„Ich speäl der Lüev“—— Ichbliv der Clown, weis jar jeng Röll Et beister för mich jüev. Ming Frau, dat es et Puplikum, Der Lüev, dat es de Katz, Hurral dat es e Jaudium,— Die kritt es met en Latz. Ne Köchestouhl litt open Eäd, Dat es e schönn Trapez, Der Clown setzt op et Schockelpeäd Aen höit em op deà Deez, Der Lüev sprengt dörch der Ovvensrenk, Et Trüttche maacht der Bär, Sue amesiere sich ming Kenk E Stöndche onjefähr. Da schreit et Puplikum:„Nun Schloß, Dat Spällche es jedooe, Et es at spie, der Vadder moß Jau noch jät werke jooch!“ Der Vodder schnappt sich jau der Rock Aen setzt sich e Jalopp, Doch.— waht jät.— op et ieschte Stock Paatzt mich der Nobber op. Deä sätt:„Do es der leive Jong! Nun koom in kick ens, Henz; Ich jlöiv, datts Du mit deä Blavong An et bezahle köns. Paaßz op, et durt ouch net mieh lang, Du fälls met Frau än Kenk Aen dinge janze Rateplang Mich meddse eise Denk. Du tröcks ding Kenger janz versiehrt; Haß du da jenge Steck? Döich houe, wie sich dat gehürt!“—— Ich denk, du hauve Jeck, Dat Zirkes=Speäle hält sich dran, Dat es ons schönnste Stöck—— Datt ich drei nette Kenger han, Dat es—— Joddestlöck. Heinz Ooergen. Verantwortliche Schriftl.: Dr. W. Hermanns. Beginn am Montag den 7. Januar. Aussergewöhnlich billiges Angebot. Stelle einen grossen Posten Korsetts und Farthafter weit unter Preis zum Verkauf. Serie I früher bis.00 Mk. 20 Serie IV Trüher bis 35.00 Mk. 1050 rdig; gestre Ewige ung u Mogt I Busseidern Sankhaus Verkenling& Co. Aachen, Pontstrasse 133, gegenüber der Kreuzkirche Alles moderne Formen, gute Stoffe und Zutaten. Mödelle Schaufenster, Einzeine Korserts und Reisemuster Die Steinkohle für Reparationen und Export. 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Kollekte für die Missionen der Franziskaner in den Heidenländern. Dritter Orden des hl. Franziskus. Aus Anlaß der 700 jährigen Krippenseier des hl. Franziskus wird im Mägdehaus, Bergdrisch, die„Weihnacht des hl. Franz“ aufgeführt am Sonntag, 6. Jau., nachmittags 4 Uhr und abends 7 Uhr, sowie Mittwoch, 9. Jan., abends 7 Uhr. Eintritt für die Mitglieder frei. Karten sind zu haben an der Klosterpforte, Monheimsallee. Gymnasialkirche, Pontstraße. Mittwoch den 9. Jun.: Feier des Ewigen Gebets. Hl. Messen: 7, 8 und 9 Uhr. 12—1 Uhr Betstunde für die Verstorbenen. 6 Uhr Komplet. 9 Uhr letzte Betstunde mit Schlußsegen. St. Leouhard=Kongregation. Freitag, 11. Jan., 6 Uhr, in St. Leonhard: Betstunde.— Sonntag, 13. Jan.: Vortrag. von Glasplatten gesucht. Näheres Dahmengraben 23. Schaufenstergestelle, 12042 verstellbar, zum Auflegen Kongregatien St. Ursula. Sonntag, 6. Jan., 8 Uhr; Hl. Messe mit gemeinschaftlicher hl. Kommunion. Marianische Kongregation für Mädchen in häuslicher Stellung. Sonntag, 6. Jan. Nachmittags 4 Uhr Predigt und Segensandacht in der St. Theresienkirche, Pontstraße. Versammlung und gesellige Unterhaltung im Vereinssaal, Bergdrisch 44.— Mittwoch abend 8 Uhr Gesangprove. Nederlanders. Zondag, 6. Jan., morgens 9½. uut der hl. Mis met preck in de Kapel der Franziskanerinnen, Kleinmarschierstr. Zaterdag van 4 1o1 8 uur Biechtgelegenheid in de Nikolauskeik, Grosskölnstr. Zondagavond om 6 uer Vergaderiug met Bestuursverkiezing byotrick, Krugenofen Allen leden presend. Spreekuur van den Praeses Pater Hoyng Zondagmorgen van 11 tot 12½ unr Richardstrasse 43. Die Feier des Ewigen Gebetes in Nachen. Am 6. Jannar in St. Nikolaus; am 7. Jannar in St. Peter; am 8. Jan. in St. Adalbert; am 9. Jan. in St. Joseph(Adalbertsteinweg) und St. Kattzarina (Pontstraße); am 10. Jan. in St. Maria; am 11. Jan. in St. Leouhard(Franzstraße): am 12. Jan. in St. Elisabeth und in der Maria=Hilf=Spitalkir de nachmittags. 1.(Goethestraße). Schass AnzeigenAnnahme für die nächste Mittag-Ausgabe S Unt Samstag, 5. Jannar 1924 Das Politische Tageblatt erscheint täglich zweimal in einer Mittag= und Abend=Ausgabe. Druck u. Verlag La Ruellescher Zeitungsverlag G. m. b. H. Hauptschriftleitung: Ferd. Ehses, zugleich verantwortlich für Politik, Kunst, Feuilleton und Unterhaltung; für Lokales, Westdeutschland, Wirtschaftliches und Handel: J. Kriegsheim; für den Anzeigen= u. geschäftlichen Teil: M. Stamms. Alle in Aachen. Geschältsstelle Büchel 61; Fernruf 5293.— Bankkonto: Dresdner Bank, Aachen.— Postscheckkonto Köln 31 480 Schriftleitung und Druckerei: Schildstraße 4. Fernruf 6076 und 6077. Rachener Anzeiger Auparteiische Zeitung. Amtliches Blatt für behördliche Bekanntmachungen. Abend=Ausgabe. Hervorragendes Anzeigenblatt für die Stadt und den Regierungsbezirk. alte nist auf Naariateseten Hetenten Anzaigen Kodten aud is„Nadteuer Ansetger Aezagenslau ste der Aesenunguegset hagen aungtltge Aastachue. 46. Jahrgang.— Nr. 9. oezugspreis einschließlich Teägergebühe für die Zeit von 1. dis einschl. 15. Januar......... 2,25 Mark Abbestellungen nur an die Geschäftsstelle(Büchel 61). Durch Trägerinnen werden Abbestellungen nicht augenommen. Zeilenpreis: Oertliche Anzeigen 0 25., behördliche(hiesige) Anzeigen .35., Hinweise.35 M. mal Ortsmultiplikator; auswärtige Anzeigen, Grundzahl 350, Reklamen, Grundzahl 1250 mal Multiplikator des V. D. Z. Bei Wiederholungen entsprechender Nachlaß— Anzeigen sind sofort, bei Rechnungserteilung innerhalb 5 Tagen zu bezahlen. Nach Ablauf wied die dann galtige Teuerungszahl berechnet Simeon. Einzelverkaufspreis 8 Pfennig Das Reparationsproblem. „Politik des Aufbaus.“ W. Paris, 5. Jan.(Drahtbericht.) Das„Journal des Debats“ führt unter der Ueberschrift„Politik des Aufbaus“ aus: Es sei im hohen Grade wünschensweit, daß es in den ersten Monaten des Jahres 1924 zur Wiederherstellung der früheren Industrie= und Handelstätigkeit in den besetzten Gebieten unter französischer und belgischer Kontrolle komme. Die Wiederversöhnung, deren Morgenröte der Präsident der Republik am 1. Januar begrüßte, setze eine Entwickelung der Gemüter voraus, auf die man nicht im voraus rechnen dürfe. Einige frauzösische Blätter erteilten den Kabinetten von Paris und Brüssel den Rat, sich in ihrer Antwort an Berlin auf die Erklärung zu beschränken, daß sie bereits gewisse, den deutschen Vorschlägen entsprechende Maßnahmen getroffen hätten, im übrigen aber nicht in der Lage seien, die Ergebnisse der Politik vom 11. Januar zu gefährden. Das„Journal des Debats“ erklärt, gegenteiliger Ansicht zu sein. Die Politik vom 11. Januar habe die Beschlagnahme gewisser produktiver Pfänder zum Gegenstand gehabt. Der passive Widerstand habe diese Pfänder unpcoduktiv gemacht, und die Einstellung dieses Widerstandes müsse sie produktiv und dauerhaft gestalten. Es handelt sich also für Frankreich darum, die Handels= und Industrietätigkeit, aus der es die Eingänge für die Reparationskasse ziehe, mit aller Kraft zu erleichtern. Man wende dagegen ein, daß das System der Ausfuhrpolitik erhalten werden müsse. Gut, aber die Ausführung dieser Methoden sei keineswegs unvereinbar mit der Wiederaufnahme normaler Arbeit und der Wiedereinführung eines regelmäßigen Transitverkehrs. „Böse ECA. Paris, 5. Jan.(Drahtbericht.) Jaspar, der sich in Paris aufhält, wird erst in der Nacht in Brüssel zurückerwartet. Seine Reise trägt privaten Charakter. „Böse Zungen,“ so drahtet der Korrespondent des „Ccuvre“,„behaupten, Jaspar habe vielleicht die Anwesenheit in Paris benutzt, um Millerand zu besuchen.“ Diese bösen Zungen haben wahrscheinlich unrecht. Die Militärkontrolle. W. Paris, 5. Jan.(Drahtbericht.) Die Botschafteitonferenz wird sich, wie das„Echo de Paris“ mitteilt, in ihrer heutigen Sitzung wiederum mit der Frage der Militärkontrolle in Deutschland beschäftigen. Die Note, die am 21. November an die deutsche Regierung gerichtet worden sei, und keine Bedrohung mit Sanktionen enthalten habe, sei ein toter Buchstabe geblieben. Man habe gewisse Gründe zu der Annahme, daß General Nollet nicht zögere, den schlechten Willen Deutschlands zur Sprache zu bringen. Man müßte also die Debatte, die am 21. November vorläufig abgebrochen worden sei, wieder aufnehmen und wenn möglich zu einer praktischen Schlußfolgerung(conclusion) bringen. In den letzten Tagen habe ein Meinungsaustausch zwischen dem Quai’Orsay und dem Foreign office stattgefunden, und gestern abend habe Marschall Foch seine Ansicht in diesem Punkte zur Kenntnis gebracht. Die Franken=Baisse. Ein„diplomatisches Einschüchterungsmanöver“? ECA. Paris, 5. Jan.(Drahtbericht.) Der Pariser Korrespondent des„Petit Parisien“ legt in einer längeren Deposche dar, daß man in Deutschland mit einer weiteren Baisse des französischen Franken und mit ihr auf eine Art Druckmittel im weiteren Verlauf der politischen Entwicklung rechne. Die augenblickliche Baisse des französischen Franken, so schreibt der Korrespondent seinem Blatte, ist am 6. November auf einem Kongreß deutscher Bankiers in Frankfurt beschlossen worden. Am 13. habe dann die Offensive an der Amsterdamer Börse begonnen. Die deutschen Finanziers, die das„Manöver der diplomatischen Einschüchterung“ unternehmen, seien von ausländischen Finanzgruppen unterstützt. Der Berichterstatter glaubt noch zu wissen, daß die französische Regierung hierüber ein untrügliches Dokument besitze. Auf politischem Gebiete gehe die deutsche Regierung darauf aus, die Dingo zu verschleppen. Die deutschen Finanzkreise erwarteten die Entwicklung der Dinge in England und daran anschließend der englisch=französischen Beziehungen. Außerdem erwarte sie die Wirkung der Frankenbaisse, die man als Faktor an der Spitze der internationalen diplomatischen Angelegenheiten darstelle. Mit Ausnahme des passiven Widerstandes, so saßt der Berliner Korrespondent seinen Eindruck zufammen, hat Deutschland den Kampf nicht aufgegeben. Der Kampf wird augenblicklich ebenso erbittert auf dem Gebiet der Wechselkurse fortgesetzt. Die gleichen Finanzkreise, die die Mark vernichtet haben, um die Politik der deutschen Trusts zu unterstütz n, stützen heute die Rentenmark auf den auswärtigen Börsen, wobei sie gleichzeitig mit dem Ziel einer deutschfreundlichen Politik den Franken auf das heftigste angreifen. England braucht eine klare Polilik. Eine Mahnung des„Times“. Die„Times“ schreibt in einem Leitartikel über die britische Außenpolitik, in sehr kurzer Zeit werde dia neue Regierung in Großbritannien im Amte sein, aller Wahrscheinlichkeit nach einer Arbeiterregierung. Dieser Wahrscheinlichkeit mit allen ihren möglichen Fokgen müsse offen gegenüb ergetreten werden. Während der letzten beiden politisch sehr wichtigen Monate sei die Haltung Großbritanniens in internationalen Angelegenheiten so gut wie passiv gewesen. Die zeitweilige Einstellung der britischen Einflußnahme bedeute aber, daß die Kräfte, die es vorziehen würden, Großbritannien unberücksichtigt zu lassen, eine außerordentlich gute Gelegenheit hätten, ihre Zile zu verfolgen. Auf jeden Fall stehe Europa nicht still, es könne auch nicht stillstohen, es ändere sich vielmahr täglich in seinen Bestrebungen und Verbindungen. Dio Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland änderten sich bis in die keinsten Einzelheiten. Unter dem Druck der Ruhrbesetzung scheine nicht nur di: Bevölkerung des Ruhrgebiets und des Rheinlandes, sondern auch die deutsche Regierung selbst mehr und mehr geneigt zu sein, in Abwesenheit irgendwescher entgegenwirkender Kräfte eina Erleichterung ihrer Lage durch gesonderte und ausschließliche Vereinbarungen mit Frankreich zu versuchen. Die Ruhrindustriellen hätten mit der französischen Regierung bereits Vereinbarungen getroffen. Die Führer des Rheinlandes vetteten sich aus vom sonderbündlerischen Schrecken durch irgendein Kompromiß mit Frankreich, das, wie ste hofften, von Berlin gebilligt werde. Diesen Tatsachen Rechnung tragend, suche Reichskanzler Marx einen Modus vivendi mit der französischen und belgischen Regierung. Es werde erwartet, daß Poincaré nächste Woche die endgültige Antwort auf die deutschen Vorschläge erteile. Inzwischen würden Fortschritte gemacht mit dem Plan einer Verbindung der französischen und deutschen Industrie, nicht nur in dem Sinne, daß das lothringische Erz mit der Ruhrkohle vereinigt werde, sondern auch im weitern Sinne eines direkten, dauernden französischen Einflusses, der sich in den Vordergrund dränge. Die polittsche allgemeine Lage in Europa entwickle sich in einer neuen Richtung, die 1919 niemals in Aussicht genommen worden sei. Der geplante französische Vertrag mit der Tschecho=Slowakei sei ein Zeichen der Zeit. Was auch immer die Absicht der Tschecho=Slowabei bei dieser Vereinbarung sei, so bestehe kein Zweifel, daß sie in Paris dahin ausgelegt werde, daß sie die französische Politik in ihrem Bestreben stärke, die neuen Staaten Europas in der großen Streiffrage dieser Zeit auf die Seite Frankreichs zu bringen. Es sei ernst für Großbrilannien, daß es in einer so schwierigen Lage wie der jetzigen ohne klar ausgedrückte Politik sei. Auf dem Fistland habe der brittsche Einfluß seit einiger Zeit abgenommen. Die Ueberzeugung, daß angemessene Entschädigungen bezahlt werden müßten, daß jedoch die Ruhrbesetzung vollkommen verfehlt sei, sei in divlomatischen Notm ausgedrückt worden, die ihre Wirkung vollkommen verfehlt hätten, weil auf sie keine festen Handlungen gefolgt seien. Die Folge davon sei, daß sowohl in Deutschland wie in Frankreich die britischs Haltung durchaus mißverstanden worden sei. Die„Times“ schließt: „Wir können es uns nicht leisten, in Europa abseits zu stehen oder zuzulassen, daß unsere Rechte und Interessen in allen diesen neuen Verbindungen unberücksichtigt gelassen werden. Erste Aufgolbk joder britischen Regierung ist jetzt, das britische Ansehen in Europa wiederberzustellen und das Aeußerste zu tun, um die ernsten Gefahren abzuwenden, in die wir treiben.“ * Die Entwicklung der parlamentarischen Ereignisse ECA. London, 5. Jan.(Drahtbericht.) Die Stellungnahme der Parteien angrsichts der bealbsichtigten Eröffnung des Unterhauses ist noch nicht vollkommen geklärt. Es ist sicher, daß das Unterhaus am 15. Januar zusammentreten wird, aber es herrscht noch Unklarheit über die Stellungnahme der Liberalen zu dem Abänderungsantrag, den die Arbeiterpartei bezüglich der Thronrede einbringen wird. Die Entwicklung der parlamentarischen Ereignisse kann etwa folgendermaßen erwartet werden: Am 15. Januar wird der König das neue Unterhaus burch Verlesung der Thronrede eröffnen. Sobald der König sich zurückgezogen hat, und nachdem entsprechend dem Brauch zwei Mitglieder der Majorität, die vom Premier= minister bezeichnt werden, die Schlußfolgerungen der Thronrede unterstützt haben, wird der Führer der Opposition, Ramsay Macdonald, in die Debatte eingreifen und einen Abänderungsvorschlag entwickeln. Man behauptet, daß dieser Abänderungsvorschlag Macdonalds eine kategorische Zurückweisung der gesamten Rogienungspolitik darstellen werde. Am 16. Januar werde die Debatte fortgesetzt werden. Man erwartet, daß an diesem Tage sowohl Asquiih als auch Lloyd George in die Debatte eingreifen werden. Voraussichtlich wird alsdann Baldwin seinen Gegnern am 17. Januar antworten und hierauf die Vertrauensfrage stellen. Die hieran anschließende Abstimmung wird über das Schicksal des Kabinetts Baldwin entscheiden. Der„Times“ zufolge hat Macdonald bebereits alle Vorkehrungen getroffen, um binnen 24 Stunden das Arbeiterkabinett aufstellen zu können. Die Hauptnamen neben ihm werden sein: Henderson, Clynes, Thomas, Sidney Webbs. Es scheint, daß Baktwin gesonnen ist, seine Taktik so einzurichten, daß er äußerlich durch die Frage der Schutzzölle zu Fall kommt, da eine derartige Lösung am wenigsten andere Zutunftsmöglichkeiten verdauen würde. Innerdeutsche Fragen. Sparmaßnahmen in Bayern.— Die Wahlfreiheit. W. München, 5. Jan. Der Verfassungsausschuß des Landtags gab mit den Stimmen der Bürgerlichen gegen die Linke seine Zustimmung zu dem Antrag der Bayerischen Volkspartei, der die Regierung ermächtigt, zur Abgeltung des Staatshaushalts und der öffentlichen Verwaltung möglichst schnell die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Ferner ist der Landtag damit einverstanden, daß die Regierung gewisse Behörden oder Stellen ändert oder angibt, die Verfassung der Gemeindeverwaltung ändert oder wirtschaftliche Betriebe des Staates in Gesellschaftsform überführt. Ferner wurde ein Ergänzungsantrag der Demokraten angenommen, wonach die Regierung über die zum Ermächtigungsgesetz angenommenen Anträge und Entschließungen nicht hinausgehen darf. Die der Staatsregierung gegebene Ermächtigung ist bis zum 31. März befristet. In der Aussprache erklärte der Minister des Innern, Schweyer, daß die Regierung zur Sicherung der Wahlfreiheit entsprochende Vorkehrungen treffe, aber die Aufhebung des Ausnahmezustandes nicht in Betracht ziehen könne. An eine völlige Freigabe der Versammlungen könne nicht gedacht werden. Die Verbreitung von Flugblättern werde erleichtert werden. Den früheren Angehörigen der verbotenen politischen Vereinigungen werde die Teilnahme an der Wahlvorbereitung in gleicher Weise, wie dies der Rechtsausschuß des Reichstage beschlossen babe, gestattet. Hinsichtlich der Presse könnten allgemeine Zusicherungen noch nicht gegeben werden.— In der weiteren Aussprache erklärten sich die Redner der Demokraten und der Sozialdemokraten durch die Darlegung des Ministers nicht befriedigt urd forderten völlige Aufhebung des Ausnehmezustandes. Der Vertreter der Bayerischen Mittelpartei forderte Sicherung der Wahlfreiheit in vollem Umfange. Dei Redner der Bayerischen Volkspartei erklärte, daß gerade wegen der Wahlfreiheit der Ausnahmezustand nicht entbehrt werden könne. Seine Partei wünsche volle Sicherung der Wahlfreiheit und Gewährleistung der vollständigen Versammlungsfreiheit. Ueber die Verordnung zum Arbeitszeitgesetz. Syndikus Diplom=Volkswirt Dahmen. Am 21. Dezember 1923 hat die Reichsregierung auf Grund des Ennächtigungsgesctzes vom 8. Dezember 1923 die Verordnung über die Arbeitszeit erlassen. Die Veröffentlichung gescheh im Deutschen Reichsanzeiger Nr. 292 vom 22. Dezember 1923. Die Veröffentlichung im Reichsgesetzblatt soll in der nächsten Nummer erfolgen. Die Verondnung, die mit Wirkung vom 1. Januar 1924 in Krast tritt. sieht eine Verlängerung der täglichen Arbeitszeit bis zu 10 Stunden vor. Gleichfalls enthält die Verordnung in§ 1 die Bestimmung, daß die regelmäßige werktägliche Arbeitszeit ausschließlich der Pausen die Dauer von acht Stunden nicht überschreiten darf. Jedoch ist in Abweichung von dem früheren Entwurf bestimmt, daß der an einzelnen Werktagen für den Betrieb oder eine Betriebsabteilung eintretende Ausfall von Arbeitsstunden nach Anhörung der gesetzlichen Betriebsvertretung durch Mehrarbeit an den übrigen Werktagen der gleichen oder der folgenden Woche auszeglichen werden kann. Die dem§ 1 folgenden Bestimmungen enthalten die Ausnahmen von der grundsätzlichen Regelung des§ 1. Zunächst kann für die Fälle„Arbeitsbereitschaft" durch Tarisvertrag oder, soweit ein folcher nicht besteht oder doch Arbeitsverhältnisse dieser Art nicht berücksichtigt, durch den Reichsarbeitsminister eine abweichende Regelung getrofsen werden.§ 3 sagt, daß unbeschadet der vorgesehenen Ausnahmen der Arbeitgeber für seinen Betrieb oder seine Betriebsabteilungen mach Wahl an 30 Tagen im Jahr seine Arbeitnehmer mit Mehrarbeit bis zu 2 Stunden täglich beschäftigen darf. Der§ 5 enthält die bedeutungsvolle Bestimmung über die Aenderung der Arbeitszeit durch tarifliche Vereinbarung. Kommt eine derartige Vereinbarung nicht zustande, so besteht mit Hilse des§ 6 der Verordnung die Möglichkeit, die für einen Betricb notwendige Mehrarbeit durch Anordnung des zuständigen Gewerbeaussichtsbeamten regeln zu lassen. Also bestimme§ 6, daß, soweit die Arbeitszeit nicht tariflich geregelt ist, auf Antrag des Unternehmers für einzelne Betriebe oder Betriebsabteilungen eine abweichende Regelung durch den zuständigen Gewerbeaussichtsbeanten nach Anhörung der gesetzlichen Betriebsvertretung widerruflich— im übrigen aber zeitlich unbeschränkt— zugelassen werden kann, sofern die Mehrarbeit aus betriebstechnischen Gründen, nsbesondere bei Betriebsunterbrechung durch Naturereignisse, Unglückssälle oder andere unvermeidliche Störungen oder aus allgemein wirtschaftlichen Gründen geboten ist. Für den Bereich mehrerer Gewerbeaufssichtsämter sowie für ganze Gewerbezweige oder Beruse ist hierfür die oberste Landesbehöwe, für Fälle, die sich auf mehrere Länder erstrecken, der Reichsarbeitsminister zuständig. Es ist selbstverständlich, daß angesichts der heutigen wirtschaftlichen Situation jede Mehrarbeit im Interesse der Produktionssteigerung aus „allgemein wirtschaftlichen Gründen“ im Sinne dieser Bastimmung geloten ist, so daß bei objektiver Auslegung des§ 6 im heutigen Zeitpunkt die Bestimmung des§ 6 fast immer anwendbar werden kann, wenn eine tarifliche Regelung gemöß§ 5 nicht zustande kommt. Eine Vereinbarung des Arbeitgebers mit der Betriebsvertretung oder der Arbeitnehmerschaft im Betriebe selbst neben oder außerhalb tariflicher Vereinbarungen ist in der Verordnung nicht ausdrücklich für zuständig erklärt worden. Indirekt bestcht hier nur die Möglichleit, mit Hilfe der Stuafbestimmnungen des§ 11 Abs. 3 über die Strafbarkeit des Arbeitgebers in dem Falle freiwilliger Mehrarbeit. Nach dieser Bestimmung ist der Arbeitgober bei Duldung oder Annahme freiwilliger Mehrarheit, soweit es sich um männliche Arbeiter über 16 Jahre handelt, nicht strafbar, wenn die Mehrarbeit durch besondere Unsstände veranlaßt und keine dauernde ist und wenn sie weder durch Ausbeutung der Notlage oder der Unerfahrenheit des Arbeitnehmers erwirkt wird, noch auch oisensichtsich eine gesundheitliche Gefährdung mit sich bringt. Es besteht somit also in dieser Grenze des§ 11 Abs. 3 für den Arbeitgeber die Möglichkeit, unmittelber in seinem Betriebe zu freiwilligen Vereinbarungen über Mehrarbeit mit der Arheitnehmerschaft zu gelangen, ohne sich der Gesahr der Strafbareit auszusetzen In den Ausnahmefällen darf nach§ 9 der Verordnung die tägliche Arbeitszeit von zehn Stunden nicht überschritten werden; eine Ueberschreitung dieser Zehn=Stundengrenze in für die im§ 7 der Verordnung bezeichneten Arbeitnehmer (Schwerarbeiter. Arbeiter, die unter besonderer Gefahr für Leben und Gesundheit arbeiten) überhaupt nicht und fonst nur aus dringenden Gründen des Gemeinwohls zulässig. Außerhalb dieser Höchstarenze der reinen Arbeitszeit auf 10 Stunden täglich stehen nach§ 10 der Verordnung die in Notsällen oder zur Verhütung des Verderbens von Rohstoffeu oder des. Mißlingens von Arbeitserzeugnisen zu erledigenden Arbeiten. Nach§ 12 der Verordnung können Bestimmungen von Tarif= und Arbeitsverträgen, die beim Inkrafttreten dieser Verordnung gelten und eine geringere als nach dieser Verordnung zustehende Arbeitszeit vorsehen, mit 30tägiger Kündigungsfrist gesündigt werden. Neu und bemerkenswert ist noch die Bestimmung des§ 12 Abs. 3, wonich Arbeitsverträge, die in der Zeit vom 18. November 1923(das heißt nach dem Zeitpunkt des Außerkrafttretens der alten Demobilmachungsverordnung) bis zum Inkrasttreten dieser Verommua abgeschlossen sind, durch die Vevordnung in ihrer Gültigkeit nicht berührt werden, soweit die nach den Bestimmungen der Verordnung zuständigen Höchstarbeitsgrenzen nicht überschritten werden. Ferner ist darauf hineuweisen, daß mach§ 14 der Verordnung nicht außer Kraft getreten ist die Ziffer 7 Abs. 3 der früheren Demobilmachungsverordnung über die Reoolung der Arbeitdzeit gewerblicher Arbeiter vom 23. November 1918, wonach die Demobilmochungskommissare befugt sind, nach Anhörung der Gewerbeaunichtsbeamten widerruflich weitergehende Ausnahmen von den Beschäftigungsbeschränkungen gewerblicher Arbeiter zu erteilen. wenn diese Ausnohmen im öffentlichen Interesse, insbesondere zur Durchführung der geordiieten Demobilmachung, zur Verhinderung der Arbeitslosigkeit oder zur Sicherstellung der Valsernährung dringend notwerldig wären. Diese Bestimmung ist als Ersatz für die Bestimmung des§ 12 des ursprünglichen Rogierungsenwurfs in Kraft gelassen worden. OPTVPIN gegen Nervenschwüche, ErschüpfungsSATTHIN zunünde, sex. Neurasthenle ein anregendes u. kräftigendes Yohimbin-Hormon-Pfäparat. Fachürztlich begutachtet und sehr emplohlen. In jeder Apotheke erhältlich: sieher: Engel-, Hirsch- und Münster-Apotheke. 73562 Maria Chivesi. Roman von Edmund F. Sabott. 22. Nachdruck verboten. Sonarth geleitete Maria durch den Garten, sie ließ ihre Blice über das Haus gleiten, und Sonarth nahm mit Befriedigung den Eindruck wahr, den sie davon empfing. Sie streifte ihn mit einem glücklichen, lachenden Blick und wartete gespannt, bis Friedrich kam und die Haustür umständlich aufschloß. Maria hatte einen natürlichen Blick für das Schöne und Geschmackvolle, und sie empfand sofort den großen Unterschied zwischen der Einrichtung im Hause des Konsuls und dieser hier. Sie gingen durch den hohen Vorraum, dessen Decke von marmornen Säulen getragen wurde und stiegen die läuferbelegte Treppe empor. Friedrich folgte ihnen in angemessener Entfernung mit den Koffern. Sie durchschritten ein paar Räume, deren Einrichtung Maria mit einigen beifälligen Worten bewunderte. Ueber die Sessel und hochlehnigen Stühle waren graue Bezüge ausgespannt. Staub lag auf den Möbeln, was Friedrich zu einigen entschuldigenden Bemerkungen veranlaßte. Es ist schon gut, Alter. Die Hauptsache ist, daß Sie die Zimmer für unseren Gast und das Eßzimmer in Ordnung gebracht haben. Ich werde mich schon behelsen bis heute abend. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß Sie mit mir zufrieden sein werden, Herr Sonarth! Natürlich! Doch Sie brauchen sich um uns nicht mehr zu bemühen. Sorgen Sie lieber für ein ordentliches Frühstück. Ein bißchen Wein, ein guter Kognak würde mir gut tun und unserem Gast könnte eine Erfrischung auch nicht schaden. Ist das Bad übrigens in Ordnung Hodatst Ich dche die Seiuung dentr nacht bicher 0 Betrieb genommen! Sie sind mustergültig, Friedrich! Meinen besten Dank! Es war meine Pflicht, Herr Sonarih! Nach einer tiefen Verbeugung vor Maria und einer nicht minder ehrfuchtsvollen vor Sonarth trat er zurück, ging gemessen und korrekt, ohne jede gemeine Hast voran, um die Koffer in Marias Zimmer unterzustellen. Sonarth verzögerte absichtlich seinen Schritt, um mit Friedrich nicht mehr zusammenzutreffen, und als sie die Räume betraten, in denen Isa Dinora gewohnt hatte, fanden sie den Alten nicht mehr vor. Hier soll Deine Heimat sein, Maria! sagte Sonarth herzlich. Diese Zimmer, die kein Fremder mehr betreter hat, seit man meine Mutter hier hinausgetragen hat, die meinem Vaier und mir stets heilig gewesen sind, sollen von Dir aufs neue für mich geweiht werden. Ich wünsche nichts sehnlicher, Maria, daß nichts als Glück füc Dich und mich hier wohnen soll. Er ergriff ihre Hände, und beim Anblick seiner ein wenig feuchten Augen kam eine Rührung über sie, ein weiches Mitleid mit diesem harmlos vertrauenden Jungen, der sein Schicksal ganz und gar auf ihre Liebe ausbaute. Sie vergaß ihre ehrgeizigen abenteuerlichen Träume und bot ihm ihre Lippen, sprach keine Lüge, als sie, seinen Blick fest erwidernd, gelobte: Ich will Dich glücklich machen, Frank, so glücklich, wie ich es nur vermag! Er küßte lange und dankbar ihre Lippen, während aus dem lebensgroßen Bildnis über dem Kamin Isa Dinoras dunkle Augen versonnen und schwermütig träumerisch vor Heimweh auf sie herabsahen. Maria sollte sich ein paar Stunden lang ausruhen, um sich für die Prüfung bei Professor Vertius zu kräftigen, aber sie erklärte, keine Müdigkeit zu verspüren und sich nur zu quälen, wenn sie sich hinlegte und zu schlafen verSie ließ sch vielnuechr von Sonarch das— Hans zeigen und konnte bei den geringfügigsten Kleinigkeiten, die gerade ihrem Auge gefielen, minutenlang verweilen und sich nicht genug tun in lobenden Aussprüchen. Am besten aber gefielen ihr doch ihre eigenen Räume. Sie stand vor den Bildern, die ihre italienische Herkunft nicht verleugneten: Hier grüßte die Engelsburg, siumm und majestätisch auf die Jahrhunderte zurückblickend, die sie nicht halten zerstören können, in der violenfarbenen Flut des Tibers erlosch die Glut der gesunkenen Sonne Dort öffnete lachend und in sorgloser, lebensmutiger Heiterkeit die Küste des Golfes von Neapel dem blauen Meere ihre Arme. Wie eine stumme Mahnung, an die niemand glaubte, verschwamm in der Ferne die dunkle Bahne der Rauckwolke des Vesuvs. Und dort— Marias Herz bebte— glänzten in totem, verfallendem Prunt Venedigs weiße Paläste, eine hochgekuppelte Kirche spiegelte sich in dem breiten Kanal. Santa Maria della Salute, munnelte sie ergriffen. Sie wandte sich um, lächelte: Dieser Stimmung hat es nur noch bedurft, um Deinen Professor zufriedenzustellen. Komm, Frank, wir wollen gehen, wir wollen jetzt keine Zeit mehr verlieren! Aber auf dem Wege zu Professor Vertius verlor sie doch fast wieder den Mut, und sie ließ sich genau von Sonarth erzählen, wie der Gefürchtete zu behandeln sei. Er wird Dich zunächst etwas kühl prüfend behandeln. Daran darfst Du keinen Anstoß nehmen und darfst auch nicht ängstlich werden. So ist er immer. Singe frisch Deine Kanzone herunter. Wenn er Dich mehr als zehn Takte singen läßt, kannst Du schon immer einige Hoffnungen haben, und wenn er Dir nach dem Gesang gar einen Stuhl anbietet, dann hast Du gewonnenes Spiel. Sie fragte verzagt: Du bist doch aber dabei, wenn ich singe? Natürlich! Maria empfand nicht eigentlich Furcht vor der kommenden Stunde, wohl aber vor der Entscheidung, die sie bringen würde. Was dann, wenn Prosefor Vertius eine „gewisse Begabung“ anerkannte, aber für die Bühne— — nein, dazu gehörte dann doch eine andere Stimme. Sie sah mit Schrecken diese Szene voraus. Nicht nur ihr Stolz würde dadurch tief gedemütigt, auch ihre ehrgeizigen Pläne waren dann nichts gewesen als eine eitle, kindische Phantasie. Und vor dieser Erkenntnis graute ihr. Sonarth verkannte Marias Schweigen und störte es nun mit keinem Wort. Er wollte sie nicht noch ängstlicher machon. Er selbst war voller Zuversicht und zweifelte keinen Augenblick, daß Professor Vertius entzückt sein würde von der Stimme Marias. Dann standen sie vor dem villenartigen Hause des Konservatoriums. Aus einem der geöffneten Fenster klang die Musik eines Flügels. Sonarth lauschte einen Augenblick. Chopin! murmelte er dann mehr zu sich selbst. Eine Etude von Chopin! Ein Mädchen kam ihnen im Hausflur entgegen und fragte nach ihren Wünschen. Ja, der Herr Professor sei zu Hause. Eine Dame sei allerdings seit einiger Zeit bei ihm, werde aber sicherlich bald gehen. Wenn die Herrschaften ein paar Minuten warten wollten? Sie folgten dem Mädchen in ein geräumiges, helles Zimmer und nahmen in den Ledersesseln Platz. Marias Herz klopfte, als säße sie in dem Wartezimmer eines Arztes. Sie ließ ihren Blick unverwandt auf einer großen Büste Beethovens ruhen und lauschte auf eine Frauenstimme, die im Nebenraum zur Begleitung eines Flügels die Habanera aus Carmen sang. Maria bewunderte diese Stimme und glaubte nicht anders, als daß sie einer ausgebildeten Sängerin gehöre, die hier aus irgendwelchen Gründen noch einmal übte. Sie sandte einen fragenden Blick zu Sonarih und nickte shließlich auerkennend. (Fortsetzung folgt., Amerikanisches Coppriabt 1921 bo Tarl Dunker. Berlin. der Kampf Es sind schon die und Arbeilnehmeranten befugt sein sollten, aus beitebsteltrissten oder algenen wittich' täcen Grünzen Antrag Aunahmen auch von den fonsigen Beschiftigun er Pausen, Lage der en, Ve'tot der Lettreatung von Freuen und Juxendlichken zu bezinmten Aitecten) ncenuflich zu beviligen. Für die Ver=Kgurg derattiger Au#reheren ist jett nach der Fassirn des§ 14 Pbf. 2 der neen Arbeitszeitverordnung die die neue Atbeitzefrerztcnung wich um deen Adrsturdenteg nicht zu Ende sein. Anzeichen vor##nen. daß von Arbeitgeberseite gegen diese Verordnurg Fraut gemecht woirh, ist in diesem Zuscannenhang vom Irtteresse, zu sehen, wie in der Nimmer 591 der Berliner Pörsenzeitung die Pode? Reich##arbeitsninist riums dahin trurde, daß dieser Arkeits eito##oronung wrogen das erbeit sminsterium besser guec'öt und der Reich ministerium angegliedert würde. Vernhigend kann in di#em mompfe die objektive legung und Handhobung der Verordnung am besten wirken. Die Aachener Tuchindustrie im Jahre 1923 (Aus dem Jahresbericht des Tuchsabrikanten=Verein.) II. Die verheerende Mlitung der Markentwertung ist erkennbar an dem Gelddurs, der sich wächrend des Berichtsjahres wie felgt entwickelte: ReichswirtschaftsAusInneten Verwaitung ist folgendes zu berichten; Bogie# in der Hand derselben Herren wie im Vorjahre. Vompender Regierungsassessor a. D. Emil Pastor, Stellvertreter: 1. Otto Croon, Hans van Güben, 3. Kanl Dechmp gt, r Erpehtr-=Hager Tuchwrrention waren tätig die Herren Pgrz oon, Uvertreter Dechomps, Erasmus, van verkor der Verein drei angesechere„Mitzlieher. An 22. Febrnar verschich Willy Meyer(in Furma G. umNever), der seit 14 Jchren dem Vorstande angehört und in unern üdlicher Hinebe vorbälldlich an der Förderung unserer allamimn Inscressen mitwirkte. Ausgerüstet mit Fälheseiten vertrat er auch ersolgreich unsere in den Steitzenoraanisationen der deutschen Tertil=Indusstrie, wie clls Vensitzender des Beirats des öffentl reutrrüfungsamts für die Tertll##nctrie in Aach frühes. gAgemein ticf vetreuertes#imae##en war Verlust für den Verein.— An 28. Juni verstarb das ebem####s langjährige Vorstandsmitdlied Robert Marx(in Finna Marx und Anerbach), der seit dom Bestehen des Vereins in roger und vern enstoller Weise an den gemeiniimen Ausgaben ide wie in den verschiedenen Kommissionen, auch seit Rheinischer Sport. Nachener Gau. im Jahre 1924. Der Sport soll nun auch in unserem Gau einen kräftigen Aufsctwung nehmen. Von vornherein ergeht deshalb an alle Tannbrüder, besonders an diesenigen, die ihm, piaher, eie geil m. erwas„zurhchgfhory genemüberstanden, die Orin, Tumer.6, ihn ebenso zu fördern wie die anderen Zweige der Turnerei. jetzt mit Hochdruck zu leistenden praktischen Arbeit weise ich auf folgende wichtige Punkte hin: 1. Die Bezirkssportwarte, Vorstände und Sportobleute der Vereine müssen sich vertraut machen mit der„Ordnung für die leichtathletischen Uebungen"(Kreisblatt 1923, Nr. 22); össentlichen Po= serner mit den„Beschlüssen“ der Gausportwarteversammlung Nachen. Sein(Kreisblatt Nr. 25 vom 29. November 1923 unter der Ueberwar een schrift Vom Kreisturnaussckuß“). An den angeführten Steilen sind alle wichtigen Bestimmungen über die Zeiten der Verustaktungen, die Einreichurg azen zungtzägeg auf Genehmigung von Veranstaltungen. Masseneinteilung bei ucann1923 Jannar Fedruar März April Mai Inni Juli August September Oktober November Dezember Höchststand im Aachener Dollar 49 0000 Mark 42800 Mark 20 912 Mark 31 0000 Mark 620 0 Mark 154 306 Mark 1 101 375 Mark 14000000 Mark 240 000 000 Mark 167 000000000 Mark 11 50000)000000 Mark 7 300 00000)000 Mark Frciverkehr: hfl 15 600 Mark 16 000 Mark 9000 Mark 20 700 Mark 24600 Mark 60:910 Mark 430000 Mark 5 600 0000 Mark 95 000 000 Mark 60 000 000 0·0 Mark 4 300 000 000 000 Mart 2600000 000000 Mark eseit und Anfranz. Frcs. 2800 Mark 2 500 Mark 1390 Mark 2 200 Mark 4170 Mark 10012 Mark 64.000 Mark 69 1000 Mark 14 900000 Mark 6 701000 Mark 500 000 000 Mark 380 000000 Mark belg. Frcs. 2 500 Mark 2 280 Mark 1 280 Mark 1 830 Mark 8 570 Mark 8600 Mark 53132 Mark 590 000 Mark 12 500000 Mark 6090 000 000 Mark 410 000 000 000 Mark 360000000000 Mark 1923 Jannar Fehruar März April Mai Inni Juli August September Oktoder Nov ember Dezember Die am Jahresschlusse einsetzende Umstellung auf Goldmarkrechnung kann selbstverständlich nicht einen plötzlichen Umscwung in der Tuchindustrie hervorrufen, im Gegenteil wird mit neuen Schwierigkeiten, mit einer wesentlichen Verteuerung der Tantherstellung einerseits und einer Schwächung der Kaufkraft der Konsumonten anderseits zu rechnen sein. Aber die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung einer stabilen Währung ist in vollem Maße anzuerkennen, denn nur allein unter dieser Voran tsetuung kann eine entschiedene, wenn auch anfänglich nach oft stockende Besserung erwertet werden. Zunächst muß wieder die Mi'glichkeit einer regelrechten Kalkulation der Unkesten, eine Wirtschaftlichkeit der Betriebe eintreten, ohne die keine Industrie bestehen bleiben kann. Arbeitet die Industrie wirtschaftlich, so ergeben sich neue Rbsatzmöglichkeiten und damit neue Quellen, den Beschäftigten Entgelt zu bieten. Unter den allgomein erschwerten Verhältnissen war der Verkehr mit den Abnehmern der Tuchfabrikanten doppelt schtvierig. Für diese Regelung kamen die Maßnahmen der deutschen Duchkonvention. der sämtliche Wachener Tuchfabrikanten als Mätglieder angehören in Betracht. Im Hinblick auf die Tatsache, daß die Tuchfabriken von einem geschlossenen Kreis der Hilfsindustrien und Halbfertigfabrikate, von Spin nern, Färbern und Appreteuren, umringt ist, war es mandmal befreudlich, weshalb die Tuchabnehmervenhände den Bestimnningen der Turchkonvention hartnäckig Widerstand leisteten. Zur Zeit der Juslation setzte die Tuchkonwvention zuerst wöchentlich und dann halbwöchentlich eine Tuchinderziffer für Paviermarwverköuse fest und zwar auf der Grundlage der Preissätze in den verschiedenen Bezirken. Unser Verein beteiligte sich an diesen Ermittlungen durch eine Konmmission, die auch wiederholt Richtl'nien für die Kolkulation aufstalte. Die Entwicklung in den allgemeinen Wirtschaftsverhältnissen seit Beendigung des Krieges hat deutlich aczeigt, welche die Hemmung der individuellen Arbeit sowohl eire Schidigung der einzelnen Wirtschaftsgehiete wie der Allgemeinheit verursechen und deß der überweitzünige soziale Aulbau weder Wohlstand noch Zufriedenheit der Enwerbstätigen herbeizubihren vermocht hat. Wir stehen vor einen wirtschaftlichen Tiefstand. Ganz zweifellos hat das Wirtsch#ftsfahr 1923 in der Aachener Tuckindustric graße Kopitalverluste verursacht. Bei aller Widertärtigkeit der Gegenwart bleibt immerhin die Leistungsfähigkeit unserer Industrie zu beachten. Mit ihren 6000 Webestüchlen und 130000 Spindeln, urt Kuastmeschinen von über 30000 Pferdestätten und dem ausgedehnten Felori#arsewal kann die Industrie unter normalen Verkeiltnissen 450000 Wollentuchstücke oder etwa 20 Millionen Meter Duch im Jerhre herstellen. Diese Grundla###e hoher Leistunz lFächigkeit sichert Aachen nach wie vor die führende Stelle in der deutschen Wollentuchherstellung. An erster Stelle stoht die Kanurgarnderarbeitung für Herren= und Damenstoffe. Es werden hier sabriziert: für Herren: wollfarbige Kamngarn= stosse von der seinten bis zur billigsten Qualität, wollfarbige Ghcoiotstoffe, wolljarbige Paletotstofse, stücksamige Eslimos für Mäntel, wettenfeste Pahctotstosse, stücksarbige Kammgarnstosse, Meltons, Cheviots, schtvarze Herrenstoffe für Gesellschuftsanzüge, Drepés, Livnestosse, Uniformtuche aller Art, Reitträots, Mützentuche: für Dunen: wollsarbige Kannngarne, Velburs, Kashmer=, Mohair= und Kamelhaarstosse für Damenmäntel- und Kostüme, Flauschstoffe, Estimostoffe für Demenmärtel in allen Farben, stückfarbige Kammmgamstosfe für Damen. Regenmantelslesse.— Ferner werden hergestellt: Schuhstesse, Frlztucke, Billard= und Klaviertuche, Angora=Filziuche für Pantosseln. Aus der hosteskerchene 2d Sichse uesi Siecter Aoerfrele unter Einsctung seiner vollen Persönlichseit die wirtschaftlichen Besanze der Aachener Industrie und in weiterer Beziehung in seinen vielen Ehrenämtern die allgemeinen vaterstödtischen Interessen vertreten. Unverale be me d Orani führn Nuch deutschen Tucksont#ention. einAeitung verlich ihm der Verein in D erkennung der hehen Veidienste das Ehrenpräsidium.— Dieim ecemaligen Mitarbeitern wird der Verein ein ehrendes Gedenken bewahren. Aachener Tagesschau. Nachen, 5. Januar. Zulassung von Beamten und Gewerbetreibenden zum Universitätssiudium. Beamte und Gewerbetreibende konnten in Preußen biscer ncht=13 oidenfsiche Strdierende immatweuliert werden. Wie wir hören, hut der preußische Dulh,zguigamtige gonde Perchie nachr9 durch Befreiung von ihrer berwslichen irec Zeit verkügen, daß die Duerchlührung eines Studiums gesichert ist. Bei Beemten gilt der Necktreeis alls erbracht, wenn sie durch ihre Dienstbohörde mindestens von der halben Dienstzeit befreit sind. Vom Roten Kreuz. Nach einem hier eingegangenen Telegramm ist der Delogierte des Deutschen Roten Kieuees für Nachen=Stadt und=Land, Herr Neuß, gestern in einstündiger Audienz bei Prinz Heinrich in Holland, als dem Vorsitzenden des Niederländischen Roten Kreuzes, empfangen worden Es wurde ihm weitere Hilfe für Aachen zugesagt Aus den Gerichtssälen. Strafkammer. Handwerksgerät trugen am Abend des 14. September 1922 drei junge Leute in der Fröbelstraße zu Düren; das siel meh : tat##chtich waran die Sechen der Firma migung von Vexanstaltungen. unserer sportlichen Arbeit ist gegeben durch den„Arbeitsplau über die Pflichtveranstaltungen des Kreises 8b im Jahre 1924(Kreisblatt 1923 Nr. 22) 3. Joder Turner muß seine Ehre darein setzen, daß beräftig sonders die Wald= odex Geländgläuse in Verein, Bezirk und terstants Gau sewvehl nech der Zahl der Teilnehmer als auch nach der Art ihrer Durchsührung werbend wirken. An diesen Läufen kann und muß jeder Turner und Jugendturner teilnehmen. (Ueber ihre Durchührung siehe WetKampfbestimmungen der Deutschen Turnerschest, Ausgobe 1923, Seite 14). VerBörsenbericht. Börsenstimmunge 25. Berlin, 5. Jan. Unter dem Einfluß des andauernd flüssigen Geldstandes zeigte sich heute im freien Efsektenverkehr eine ziemlich feste Stimmung für sast alle Papiere, so daß ziemlich allgemein für die genannten Werte, dis überschritten wurden. eritere waren, wie schon gestern, französische Pre von der Umbildung der deutschen Petroleuminteressen unter Stinnesscher Beteiligung anregend und für letztere erwartet man von der beschlossenen Preisherabsetzung für Kalisalze eine Belebung des bislang stockenden Absatzes.„ Für Devisen war die Nachfrage für die Hauptplavze etwas größer. Die Notierungen und Zuteilungen entsprachen aber bei geringfügigen Abweichungen für einige Nebenplätze den gestrigen. Dollarschätze und Goldanleihe wurden wiederum mit 4200 Milliarden notiert. Bei den ersteren erhielten die Aufträge unter 250 Dollar nichts, darüber 2 Prozeni. Geld= und Wechselmarkt. 2zd. Verls, 5 Jan Kuree der muilmalihen Mlg: mittel für drahtliche Auszahlungen(in Millionen, mit ausnahne von Wien und Budapest): 3. Jan. Prief 4. Jan. K de. Seite 14., taltungen sollen„V werden, die in einvon Auszeichnungen Alsso durckogführt weiden müssen(§ 7 der leichtathl. Tron.),#o ans Werk, Ihr großen Stadtvereine von Aachen, Stolberg und Jülich! Tätigt frühzeitig Eure Abschlüsse. Aber auch Ihr Landvereine, fordert Euren Nochbarverein zu einem Vereins= oder Mannschaftskampf heraus! nicht immer eine große Sportanlage nötig, auch auf der Landstraße lassen sich Stafselläuse durchführen. Da spart Ihr gar das Ahesson der Behn. Wer will der erste sein? Ich bitte die Bezirks= und Vereinssportwarte, mir mögncst schon auf dem Gauturntag mitzuteilen, welche sportlichen Mai oder reren Passanten auf; tatsacuich waren die S H. dortselbst gestohlen worden. Das Schössengericht hat oie Beteiligten zu Gefängnis= bezw. Geldstrafen verurteilt, doch haben zwei Gebrüder Berusung eingeleg“, den einen erkennt eine Fabrikarbeiterin auf das Bestimmteste wieder, der andere ist zum Termin nicht erschienen. Die Berusung wurde ver„Nur eine Probe gesehen“ hat ein Althändler aus Türen, er war zusammen mit einem Elektrikermeister seinerzeit vom dortigen Schöfsengericht wegen Hehlerei von Messing= und Rotgußstücken— die Sachen waren aus dem Betrieb der Firma L. Sch. in D. gestohlen worden— zu 2 Wochen Gefäng. nis verurteilt worden. Seine Berufung hatte den Erfolg, daß er jetzt freigesprochen wurde. Der rote Zettel. Ein Schlosserge,cue fuhr im März vorigen Jahres mit einem Lastwagen in Vegleitung eines anderen nach Köln; unterwegs kramte er aus einem Palet eine neue Regulieruhr mit rotem Zettel, auf dem eine Gebrauch anweisung gedruckt war, aus und bot sie dem Begleiter erfolglos zum Kauf an. Als ihnen in Köln späler ein Polizeibeamter begegnuete, rief der Schlosser dem anleren zu:„Halt, da steht ein 912 Be aus bahnhof alle Be 3 eeie..## Dur# Aehräher a9 Geugarinehe behDiebe und Hehler. Zwei Gebrüder aus Langerwehe haben aus einem Keller dortselbst 8 Flaschen Wein und einer Frau Hemden, Wäsche und Kleider gestehlen; mit einem Grundarbetter zusammen stahlen sie aus einem Gütenwagen auf dem Bahnhof L. 3 Sücke a 2 Zentner Roggen. An einer anderen Stelle entwendete der jüngere der Brüder— er war damals noch nicht 16 Jahre alt— ebenfalls mehrere Säcke Frucht, wobei sich seine gewerblose, vorbestrefte Schwesier beteiligie; er hat dann noch eine Reihe von Lechschediebstählen— meist zum Schaden kleine: Leute in L.— auf dem Gewissen, stahl an zwei Stellen Lebensmittel in größerer Menge und am Bahnhof L. eine Oelkanne. Die Diebstähle sallen alle in den Sommer und Herbst 1922; den Erlös hat man zum Teil in leichtsinnigster Weise verjubelt. Eine Frau aus L. hat fortgrsetzt gestohlene Wäsche angekauft, ein Fuhrmann aus Eschrreiler und ein Fuhrunternehmer aus Stolberg brechten gestohlenen Roggen an sich. Es wurden verurteilt: die Brüder bei sofortiger Verhaftung zu 1¼ und 1 Jahr 8 Monaten, der Grundarbeiter zu 6 Monaten, die Frau zu 6 Monaien, das Mädchen zu 1 Jahr, der Fuhrmann zu 1 Jahr und der Fuhrunternehmer zu 3 Monaten Gefängnis. In einer weiteren Verhandlung war das Mädchen angetlagt, nahen Verwandten in Düren 70000 Mark gestohlen zu haben. Es war durch Neuanschaffungen ausgefallen, gibt aber an, das Geld hierzu habe sie„draußen" verdient. Da die Täterschaft eines anderen nicht ausgeräumt ist, sprach man sie frei. lichst schon auf Veranstiltungen geplant sind. 5. Welcher Verein will das Gausportsest im Juni übernehmen? Anträge sind bis zum 1. Februar an den Gauturnnet einzureichen. P1iaug. 6. Bei Gelegenheit des Gauturntages in Aachen am 10. Februar 1924 findet eine besondere Beratung der Bezirksund Vereinsswortwarte bezw. ihrer Vertreter statt, eine besondere Einledung ergeht nicht. über folgende Punkte: a) Bezirkssportfeste: Ort, Zeit, Ausschreibung und Durchführung; e) Kamtzfrichterfragen. Iich bitte mir Listen von Turn: brüdern mitzucbringen, die gewillt, aber vor allem geeignet sind, alls Kemerrichter bei Sportfesten tätig zu sein; d) kurze Mitteilungen über sportliche Uebungsweise: Angabe von Sportbiüchern; 6 41 e) Klesseneintellung für die Mannschaftskämpfe; 1) Festioung der Belchrungsstunden für Ausübende und Kampfrichter: Verschiedenes. Wir berinnen unsere Beratung eine Stunde vor Beginn der Heupttagung und bleiben erforderlichensolls nachher noch eine Stuncde zusamenen. Ueberlogt(uch vorher gut die einzeren Punkte, dann wird der Stoff bald durchberaten sein. Eine besondere Sitzung will ich der Kosten wegen nicht einberufen. Es acht auch so, wenn wir pünktlich zur Stelle sino, sochlich verhandeln und damit beweisen, daß es uns mit der Heburn des Sports in unserem Gau ernst gemeint ist. Sorgen mir, daß unser Geu nicht nur auf dem Kreissportsest in Holland Buenos Aires Belgien Norwegen Länemark Schweden... Finnland Italien Eugland New=)ork Frankreich Schweiz Spanien Lissabon Javan.... Rio de Janeiro Wien, abgent. Praa Jugoslavien Budaves Bulgarlen 162405 13634•0 190475 616537 749870— 1122800 105263 185462 18145250 4210500 217512 749870 543856 139343 1984950 394985 6/•150 124312 48120 222055 29875 ##1 alle den ominösen roten Zettel trugen, gestehlen worden Die Bernsung des Schlossers, der vom Dürcner Scössengericht zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, wurde verNemsscheid cm 20. Juli. sondern auch auf den MeisterschritsKim##en der Deutschen Turnerschaft in Hanmover am 30. und 31. Augzust wüldig vertreign, i Aus Westdeutschland. Die grauenhafte Mordtat in Rheine. Rheine, 5. Jan. Ueber die grauenhafte Ermordung des thiäheigen Schlesserlehrlings Bertbold Falk werden weitere Einzelheiten belonnt. Schon seit Ende Nonember hatten die beiden jugendlichen Mörder, der 18jährige Paul Krause und 16jährige Wilholm Deiters, den Entschluß gefaßt, den jungen Fallk zu erworden, um von dessen Vater eine größere Estummme zu erpressen. In dem Garten der Eltern des Kraufe amben sie ein ettva ¾ Meter tiefes Loch, dazu stmmt, die Leiche des Kreufe aufzunehmen. Abends nach der lockten sie dann eines Tages den jungen Falk in den Goorten, wo der eine der Täter ihm einen Revolver cuf die Brusst setzte,##lbrerd der andere ihm einen Kneh#el in den Wund steckte. Denn wurde er an Händen und Füßen gefesselt und ma Beden gewarsen. Deiters schlug darauf den Westrfosen mit dem Revolver solange auf den Kovf, bis er bemußtas war. Nachdem sie ihn dann in die Gruse geworken beekten, setiugen sic weiter sollnge auf ihn, bis er keinen Leurt mehr von sich# Friedenskurs: Holland 170, Buenos Arres 400, Belgren 81, Norwegen 112, Dänemark 112, Schweden 112, Finnland 81, Italien 81, England 20.43, New=Yort 4,25, Frankreich Schweiz 81, Spanien 81, Japan 200. Rio de Janeiro 230, Wien 85. Bulgarien 81. Heute verschied nach einem arbeitsreichen Leben, im Alter von 70 Jahren, unser treuer Mitarbeiter, Herr Obermeister Lodurd Bent!, 33 Jahre hindurch hat er in treuester Pflichterfüllung in unseren Diensten gestanden und durch seine Berufstüchtigkeit und Arbeitsfreude reichen Anteil an der Entwicklung unseres Unternehmens gehabt. Ehre seinem Andenken. Aachen den 4. Januar 1924. Gust. Talbot& Cie. ..H. Die Beerdigung findet statt Dienstag den 8 Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des evangelischen Friedhofes Vaaisersteinweg. 51139* warfen denn die Grue zu und trombelten die Erdde fest. Der ineme Falk wird erst###urch erstickt sein. Dann folcte die Aserdung der drei Erpresserbricfe. Die Mörer bee##on sich jehech zu der Eanpfannmahme des Geldes we einfinden kinnen, weil sie immer verhindert waren. Ven iheren Ouchungen inrner größeren Nachdruc zu verleihen, beaeb sich Jumi'e cm 19. Dezaußer zu der Mondstelle. buddelte die Leiche hems und schlug ihr mit einem Beil den linken Heute verschied nach langem, schwerem## Leiden, unser lieber Kollege Herr Obermeister Nusden er in der Mientasche des jungen Falk zur firdemg he#elt lagte. Die Leiche ist inzwischen gnssgearahen Micer sirh ihr#enbera=stellt worden. Sie zeigten eher nicht die geringste Esptur von Peue. Die beiden jugendlichen Wsirder#rren aus guten Fernislen. Uober dass Nerdes(mro#####en unterhielten sich die beiden täglich mit icren Arbeitskollogen, rhne daß jemandem an ihnen etwas nufgefallen wäre. E. H. Wonn Ihre Frau das Zimmer in Ordnung bringt, hat die Wirtin nur in Ihrer Anwesenheit ein Recht zum Zutritt Deraus geht das Recht zur Aubringung eines Sicherheitssckosses hervor.„.. Gursg vom 90 S. Abonnent. Nach dem Kurje vom 29. Dezember waren die 50000 östoerreichischen Kronen 29 925 000 000 Mark wert. Sie können dieselben bei jeder Bank umwechseln. In dem Dahingeschiedenen verlieren wir einen langjährigen, vorbildlichen Mitarbeiter und Freund, dessen Andenken wir stets in Ehren hallen werden. Aachen, den 4. Januar 1924. Die Angestellten 51143 der Firma Gust. Talbot& Co. Bumpr Wasei Gegründet 1910 Nachen, Reutershag Fernruf 3328 Wir bringen unsere Spezialabteilungen: Hubwascle, Tröeienwaseit, Velronkfernge Wussie in empfehlende Erinnerung. Stärke (Herstellung wie neu.) Chemische Reinigung und Färberei. Filialen: Bahnhofstrasse 2, Bergdrisch 18, Kurhausstrasse 34, Löhergraben 11, Königstrasse 33, Rudolfstrasse 2, Kockerellstrasse 3, Pontstrasse, Mörgensgasse 5, Wirichsbongardstrasse 8. Alsdorf, Düren, Heinsberg, Eschweiler, Stolberg und Haaren. Grösster, ältester und leistungsfähigster Grossbetrieb von Aachen und Umgebung. Aufruf der wertbeständigen Warengutscheine unseres Betriebes. Die in unserem Betriebe verausgabten „Vertbeständigen Warengutscheine“ (Ausgabe vom 8. 11. 1923) werden hiermit ab 11. 1. 1924 für kraftlos erklärt. Soweit unsere geehrte Kundschaft noch im Besitze solcher Gutscheine ist, muß dieselbe bis zu diesem Tage den Gegenwert des Gutscheinbetrages gemäß den Bedingungen der Ausgabe der Gutscheine in Waren abgekauft haben. Nach diesem Zeitpunkte sind die Gutscheine vollkommen wertlos. Es findet insbesondere keine Vergütung für nicht abgekaufte Scheine in Geld statt. Bschhard-Reis