Tamstag, den 12. Jannar 1895.(Erns.) 9 Uhr X, ErnS, em, wit itel der en. 5. 2 Uhr, Januar, haben, 13392 und BeProßtante atheit in sitags so bitte 4089 9½ Uhr wer und frühzeitig Alter von t ar 1895. Morgens 5her die erchalten 13069 8 ätter gefertigt ele, Mark, ern, u. Sterbei# n u. s. n Gebäulbereiner# ener -Fabr riessen A eu Radfa inzüge, Unterze hube### 8 agen * rinnerung. 98837 schreiner. 166, 3 reu gass 905 Seviot, antirt, ei Fabrik=Tei iron. sin=Bahns Rotationsdruck und Verlag v. J. La Ruelle, Nachen. Expedition und AnnoncenAknahme: Hartmannstr. 39. Fernsprecher 293. Druckerei und Lithographie: Johanniterstraße 22. Fernsprecher Nr. 26. Telegramm=Adresse: Larnelle, Nachen. Post=Ztgs.=Katalog Nr. 1. 1. Blatt. Rachener Rnzeiger, XVII. Jahrgang. Nr. 10. Amtliches Blatt der Behörden des Regierungsbezirkes. Unparteiische, verbreitetste Zeitung und wirksamstes Annoncen=Organ der Stadt und des Regierungsbezirkes. Gensgeuste banrge. Für den politischen Teil: Konrad Büttgenbach, Chefredakteur, für den lokalen und übrigen redaktionellen Teil: Ludwig Kiefer, f. d. Anzeigen= u. Reklamenteil: Math. Stamms, alle in Nachen. Redaktion Johanniterste 22 Fernsprecher 76. 1. Blatt. De den Llete demuistae Knetgen bden autengelns uchz an. Nadtener anteiger, Aumenensbegen für den Resternauecheutet ue), Aad uun euncden Bushgen Les=cntalen u. Sod= atz au. uzan u. dauntgao ir 343) Ml. dieretzäübritg. Pitestens einen Lag dor Ouartalschlus geschehen und shriftlich oder mindich imn Erehisenslolale(Hanmanstrete 30) grnacht wrten; durch die Trägertanen werden abbestellungen uienale ctg Perden, vang und an besinmten Stelen kann keine Verantvortlichkelt übernomnen verden.. augenommen.— Sür die Aufnahue ven Annonen an Amtliche Personalnachrichten. Landwirtsch. Verwaltung. Der Kreis=Tierarzt Gützlaff zu Krefeld ist, unter Entbinbung von seinem gegenwärtigen Amt, in die Kreis=Tierarztstelle der Kreise Guben=Stadt und Guben=Land, mit dem Amtssitz in Guben, versetzt worden. dieser Zeitung besorgt Anzeigen an alle anderen Zeitungen zu Originalpreisen. Verhandlungen des deutschen Reichstags. die erste Berlin, 10. Januar. Beratung der UmsturzDas Haus setzt vorlage fort. Graf zu Limburg=Stirum(dk.): Wir sind in die Beratung der Umsturzvorlage um so bereitwilliger eingetreten; als nunmehr mit der seit Jahren bestehenden Meinung gebrochen werden soll, der Sozialdemokratie könne man allein durch Gesetze für die arbeitende Bevölkerung sich erwehren. In der Fürsorge für die Arbeiter sind sämtliche Parteien des Hauses mehr oder weniger thätig.(Sehr richtig! rechts.) Die Fürsorge für die Arbeiter ist nicht der Kern der Sozialdemokratie. Herrn v. Stumm sind meine politischen Freunde für den größten Teil seiner Ausführungen sehr dankbar; vor allen Dingen für den berechtigten und sehr kräftigen Nachweis, daß die Sozialdemokratie nicht theoretisch belämpft werden kann. Die Kluft zwischen der sozialdemokratischen Partei und den andern Parjielen ist so groß, daß eine Verständigung unmöglich ist. Der Abg. Auer hat, wie ich anerkennen muß, von seinem Parteistandpunkte aus ungemein geschickt gesprochen und machte durch seine Persönlichkeit und seine ruhigen Worte einen angenehmen Eindruck. Ich hätte nur gewünscht, daß sich die Herren bei der Hervorhebung der Schäden der augenblicklichen Gesellschaft etwas mehr— Wahrheitsliebe will ich nicht sagen —, aber etwas mehr Gründlichkeit angewöhnten und nicht bloß mit Anklagen und Beschimpfungen kämen. Dazu rechne ich auch die Behauptung wegen des Legens der Bauern. Diese Zustände sind immer gewesen. Heute ist es grade die konservative Partei, die die Bauern schützt. Die Herren von der Sozialdemokratie können uns gegenüber immer auf die Mängel des Bestehenden hinweisen, während wir nicht praktisch zeigen können, was ihr Zukunftsstaat bringen wird. Soviel stebt fest, die Führer und die höher Stehenden der sozialdemokratischen Partei leben auf Koslen der Massen. (Sehr richtig! rechts.) Das zeigt sich schon bei der heutigen Organisation. Im Zukunftsstaate wird das Elend der untern, der ärmern, der schwächern Klassen größer sein als irgendwo. (Sehr wahr rechts.) Wie soll man es mit Treue und Glauben vereinigen, wenn ein Führer der Partei sagt, er wolle den Schwur leisten, ohne daß er ihn zu halten gedenke; wenn er sagt, er glaube nicht an Gott? Verstößt es nicht gegen Treue und Glauben, wenn ein hiesiges Blatt der Partei vertrauliche Aktenstücke veröffentlicht? Unsere Partei ist sich bewußt, daß mit Abwehrmaßregeln allein nichts gethan ist, wir verlangen auch Reformgesetze, um den Zustand der Arbeiterbevölkerung zu fördern. Herr Gröber hat in beredten und warmen Worten das christliche Gefühl angerusen. Er rief die Heilsbotschaft ins Gedächtnis, die der Welt Besserung bringen wird.(Lebhafter diese Worte gewesen sind, so versiehe ich darum doch nicht, warum seine Partei ein Ausnahmegesetz bekämpft. Bei der Beratung des früheren Sozialistengesetzes verlangte die Centrumspartei, man solle nur auf dem Boden des gemeinen Rechts vorgehen. Jetzt thut dies die Regierung und da sagt Herr Gröber: Ihr stellt alle Welt auf den Boden des gemeinen Rechts und uns gegenüber verlangt Ihr Ausnahmegesetze!(Sehr wahr! bestreite, daß das Jesuitengesetz ein Ausnahmegesetz ist.(Lebhafter Widerspruch und Lachen im Centrum.) Es ist kein Ausnahmegesetz gegen die ganze katholische Bevölkerung, weil es sich nur gegen die sehr wenig zahlreichen Jesuiten wendet. (Widerspruch im Centrum.) Sie sind der Meinung, daß durch die freie Ordensthätigkeit allein die Sozialdemokratie bekämpft werden kann. In den Ländern, wo die Orden ganz frei sind, kann die Sozialdemokratie auch nicht bekämpft werden Wir dürfen aber nicht sagen, der und der hat die Schuld an den gegenwärtigen Verhältnissen. Auf beiden Seiten ist gesündigt worden. Hat doch noch gestern ein Führer einer großen Partei den König Gustav Adolf einen Mordbrenner genannt(Unruhe in Centrum), obwohl er wußte, daß die Mehrheit des Hauses anders denkt. Gustav Adolf war der Vertreter einer großartigen Politik.(Unruhe.) Herr Gröber hat sich die einzelnen Paragraphen der Umsturzvorlage so zurecht geleat, daß es ihm leicht wurde, sie anzugreifen. Elastisch sind die Bestimmungen gewiß, S aber das Gegengewicht hält dieser Elastieität unser starker unabhängiger Richterstand. Werden die Bestimmungen noch weiter abgeschwächt, so versehlen sie ihren Zweck. Meiner Partei genügt die Vorlage noch keineswegs. Den Bestrebungen der Sozialdemokratie muß endlich ein Halt geboten werden. Die Bekimmungen der Vorlage sind nicht scharf. Denken Sie nur daran, was die Sozialdemokraten für ein Gesetz machen würden, wenn sie ans Ruder kämen.(Beisal.) Ich hoffe, daß das Gesetz aus der Kommission brauchbar und praktisch herauskommt. Das wird dem Staat und uns allen zum Segen dienen.(Beifall rechts.) gsese(e1. Bo): Nach unsterr Reiung ind Strofze nur dann angebracht, wenn sie durchaus notwendig sind. soll nicht ohne Rot die Justiz in den Dienst der Politik stellen. Ich komme der Vorlage auch mit einem gewissen Wohlvollen entgegen, nämlich dem Wohlwollen, das man Unglücklichen schuldig ist;: denn dieses Gesetz ist ein Unglücklicher. Dieses Kind hat bei seiner Geburt nicht die Mutter— das kommt öfter vor—, sondern den Vater verloren. Gegenwärtig hat das Kind nur einen Bfleger in dem jetzigen Reichskanzler. Die Vorlage hat die Absicht, den Umsturz zu verhüten, und hat damit in ziemlich hohen Kreisen angefangen. Es scheint dabei sogar nicht ohne Gewalt abgegangen zu sein, wenn ich auch zugebe, daß es eine sanfte Gewalt gewesen ist.(Heiterkeit.), Ich sagte, die Vorlage hat ihren Vater verloren, vielleicht ist es nicht sehr schade; denn die Pfleger behandeln das Kind mit mehr Liebe als der eigentliche Vater.(Heiterkeit.) Von dem Vertrauen auf die Person kann man sich bei der Gesetzgebung nicht leiten lassen. Ber steht uns dafür, daß, wenn auch der neueste Kurs die Vorlage vertritt, der allerneueste nicht will, daß man zu einer ler Stumm käme? Wenn die Abgeordneten angeblich Böses thun, thun sie es dann nicht in der Ausübung ihrer Pflicht? Zu, den Konservativen gewendet.) Wenn niemand sitzen bleiben dürfte, was hat denn ihr Aufstehen für einen Wert?(Sehr guti links, Widerspruch rechts. Inzwischen sind der Reichskanzler Fürst Hohenlohe und die Minister Frhr. v. Marschall und v. Köller in das Haus eingetreten.) Redner bestreitet, daß neuerdings Ereignisse eingetreten seien, welche die Vorlage notvendig machten. Man sei ohne Sozialistengesetz inzwischen sehr zut ausgekommen. Die Ereignisse in Frankreich könnten nicht serbeigezogen werden zur Begründung der Vorlage. Die Anvendung des Gesetzes werde eine wilkürliche sein; die Ankläger stien absetzbare Beamte. Man werde in Anwendung des Gesetzes vielleicht noch hier und da auch nach rechts greifen, um änige„Unbegueme zu beseitigen. Viellicht kommt Kollege Eigl auch noch einmal dazu!(Heiterkeit.) Das Gesetz vill den Umsturz bekämpfen, gewiß, aber vom Umsturz #on oben steht nichts darin. Will man durchaus kein Ausnahmegesetz, dann fort auch mit dem Jesuitengesetz! Die bestehende Gejahr ist immer vorhanden gewesen, auch als Fürst Bismarck den sogenannten berechtigten Kern der Sozialdemokratie entdeckte. Das bestehende Strafgesetz genügt zeiner Veinung nac volliommen Redner bespricht die Tehnbarkeit der Strafbestimmungen in der neuen Vorlage. Was berstehe man unter einem Angriff auf die Familie? Vielleicht sehöre auch der neueste Fall hierher, wo ein Bergmann Selbstsord verübt hat, weil er zu Hause drei protestantische und ein katholisches Kind haute und der katholische Geinliche die protestantischen, der protestantische die katholischen Kinder für seine kirche reklamierten. Schlicßlich wurde der Bergmann fast wahnsinnig vor Gewissensbissen. Die Geistlichen sind eigentlich gar uicht zu tadeln, solche Thaten dürfen also gelobt werden. Unter alten Strafgesetz war es möglich, ein Blatt zu verurteilen, beil es 200 Millionen neuer Steuern vorhersagte und demnach bider besseres Wissen gehandelt hätte. Schließlich ergab es sich, laß noch 40 Milionen mehr herauskamen,(Heiterkeit.) Wie ##rtz. i, erk werden, wenn es heibe, der Vetefende werde erurteilt, weil ersden Umständen nach hätte annehmen müssen. doß die von ihm betaupieten Thatachen erdichtet oder entell seienI Ebenso verhalte es sich mit den Angriffen auf die Ebe, Religion und Monarchie. Von der Republik zu sprechen, müsse doch erlaubt sein, es gebe doch in Deutschländ auch Revubliken! Wir haben einen Kollegen, der sich als guter Republikaner bezeichnet, einen Hamdurger. Weiterhin sollen auch die theoretischen Erörterungen unterdrückt werden. Da verbiete man doch Wissenschaft und Forschung überhaupt! Wenn die Religion die Wahrheit nicht verträgt, dann, Gröber, fliehe, kein Heil dann in Jesu Christo! Christus brachte aber nicht die Knechtschaft, sondern die, Hefreiung der Geister, das war seine Erlösung.(Lebhafter Der Kriegsminister ist mit dem Vorredner nicht darin einverstanden, daß die Bestimnmungen zur Eicherung der Diseiplin nicht nötig seien. Allerdings hat derselbe recht, wenn er sagt, die Dischdlin sei gut, und wir hoffen, daß sie sich steis bewähren werde, aber absolut gegen jede Ansteckung gesichert halten wir die Armee nicht, gegenüber den Versuchen, den Treubruch unter Umständen für erlaubt zu erklären. Ich glaube vollkommen, daß Sie(zu den Sozialdemokraten) den in der Armee dienenden Genossen den Rat geben, daß sie sich gut führen und sich nichts zu schulden kommen lassen, und daß Sie es für einen hellen Wahnsinn erklären, wenn sie versuchen wollten, Ihre Lehren jetzt schon in die Praxis umzusetzen. Ich glaube auch, daß Herr Stolle— so hieß er ja wohl— seinem Sohn denselben Rat gegeben hat. Damit ist aber für mich nichts gewonnen, ich entnehme daraus nur, daß die Führer der Sozialdemokraten ein Maß von Ueberlegung mit einem noch weit größern von Vorsicht zu verbinden wissen.(Unruhe.) Ich entnehme aber nicht daraus, daß ihre Hintermänner sich an diese Lehren viel kehren werden.(Beifall rechts.) Sie haben ja in Ihren Reihen zu viele Franktireurs, die sich an keine Parole halten, an keine Marschroute kehren. Sie haben, ich möchte sagen, Leute unter sich, denen die Sache langsam, viel zu langsam geht, die Leben und Fluß in die Bewegung bringen wollen. (Sehr richtig! rechts.) Mit diesen müssen wir rechnen, diese gehen andere Wege, die alten vassen ihnen nicht mehr.(Unruhe.) Ich frage; wie kommt es, daß ab und zu bald in dieser, bals in jener Kaserne, ein Lied, ein Blugblätichen oder eine andere Druckschrift, gefunden wird?(Zwischenruse bei den Sozialdemokraten: Wo, Wann?) Daß es von Ihrer Seite nicht geschieht, glaube ich gern, glaube auch, daß Sie Ihren heißblütigern Genossen den Rat geben, sich nicht die Finger zu verbrennen durch einen unüberleaten Eingriff in die Kasernen. Wie kommt 28, daß weit häufiger als früher Posten angegriffen werden? (Ruf links: Wo? Unruhe.) An entlegenen Stellen, an Pulvermagazinen, an Waffenmagazinen, bei Munitionskammern.(Zuruf links. Lärm. Glocke des Präsidenten.) Daß Sie(zu den Sozialdemokraten) das nicht thun werden, davon bin ich überzeugt. Es sieht nicht ein einziger von Ihnen so aus, als ob er Lust hätte, in ein Pulvermagozin einzudringen und mit in die Luft zu fliegen.(Heiterkeit.) Aber wer weiß, ob Sie nicht berufen sind, die Helden wider Willen einmal zu spielen, wenn der Tag des großen Kraches kommt.(Singer: Ueberlassen Sie das uns doch!) Wenn der große Kladderadatsch kommt, wenn aus Ihren unbotmäßigen Reihen der Ruf erschallt: die Herren Reichstagsabgeordneten vor die Front, Offiziere, en arant!(Beifall rechts, Lärm links), dann hilft Ihnen alles nichts, Sie müssen, ob Sie wollen oder nicht, Sie können nicht rechts oder links ausbrechen, Sie können auch keinen Haken schlagen, donn ists nichts mit dem Maulspitzen, sondern dann muß gepfiffen werden.(Heiterkeit.) Das thun Sie ja gern(Zuruf bei den Sozialdemokraten, Heiterkeit), dann werden wir wahrnehmen, was Sie auf dem musikalischen Gebiete leisten können, und wenn die Noten zuletzt ausgehen...(Beifall rechts, Lärm links. Glocke des Präsidenten.) Ich verlasse dieses heitere Bild.(Heiterkeit.) Die Mehrzahl derer, die zur Truppe einrücken, kommt unverdorben, gottesfürchtig und königstreu zur Fahne, sie sind gegen Ansteckungsgefahren aller Art sicher und bleiben gut. Aber wir haben auch solche, die von Jugend auf schon verwahrlost sind(Lachen bei den Sozialdemokraten), die in den Werkstätten, Fabriken und Arbeitsplätzen eine Masse verworrenen Zeuges gehört haben.(Zurufe von links: Das können Sie ja gar nicht wissen! Unruhe. Glocke des Präsidenten.) Diese wollen wir zu guten Soldaten machen, und das gelingt uns auch zum Teile. Wenn aber fortwährend von außen ein Gegengewicht gegen die erziehliche Einwirkung des militärischen Dienstes gegeben wied was soll daraus werden? Es handelt sich nicht bloß darum, die Disciplin aufrecht zu erhalten, sondern wir müssen auch für das Wohl und das Wehe der uns anvertrauten Mannschaften sorgen.(Unruhe links.) Und nun frage ich: was ist das Schicksal eines bethörten, eidbrüchigen Soldaten? Im Frieden erleidet er schwere Strafen, und die Anstifter gehen fast immer ler aus, denen wird kein Haar gekrümmt. Im Kriegszustand, und der kann aus mancherlei Umständen eintreten, stellen wir ihn auf den Sandhaufen und lassen den Mann schimpflich durch das Blei seiner Kameraden enden. Das erfordert Recht und Gesetz.(Zuruse bei den Sozialdemokraten: Gesetz und Recht? Unruhe. Glocke des Präsidenten.) Mit den Anstistern machen wir dann auch sehr wenig Federlesens. Deshalb erbitten wir von Ihnen die Mittel, daß wir darauf verzichten können, derartige Exempel zu statuieren. (Lebhafter Beifall rechts. Unruhe links.) Preußischer Justizminister Schönstedt: Als ich in die preußische Staatsregierung eingetreten din, wurde mir das Gesetz auch vorgelegt. Ich habe es auch einer wohlwollenden Prüfung unterzogen, bin aber nicht zu dem Ergebnis gekommen, daß es nur der Ablehnung wert sei, zu der mein Vorredner zu meiner großen Ueverraschung gekommen ist. Vielleicht ist das nur dem Umstande zuzuschreiben, daß es dem Abgeordneten Munckel vorbehalten war, eine Entdeckung zu machen, die nicht einmal einer der Herren Sozialdemokraten gemacht hat, nämlich daß es sich bei dieser Vorlage um ein Ausnahmegesetz handelt. Gehen Sie in die Städte, auf das Land, geben Sie zum Bürger oder Bauern(Lachen links), so werden Sie dem Erstaunen und der Verwunderung darüber begegnen, daß Dinze ungestraft in öffentlichen Volksversammlungen und in der Presse gesagt werden, die man nicht für möglich hielt.(Sehr richtig! rechts. Rufe links: Beweise!) Man hat behauptet, daß diese Vorlage die Freiheit überhaupt beschränke, daß sie sich nicht nur gegen die anarchistischen und sozialistischen Richtungen wende, sondern daß alle Kreise der Geselschaft von ihr getroffen werden könnten. Die Thatsache ist zuzugeben: dessen ist man sich bei ihrer Einbringung bewußt gewesen. Wenn man aber auf dem Boden des gemeinen Rechts bleiben will, so geht das nicht anders, und wenn alle Parteien ein wenig mehr zurückhielten, wenn man weniger scharf in Ausdrücken und Angriffen würde, so würde ich das für sehr förderlich für eine Gesundung unseres gesamten öffentlichen Lebens halten. Es giebt keinen Paragraphen, für den ich nicht irgend ein Beispiel beibringen könnte, worauf seine Anwendung gradezu absurd wäre. Sie dürfen sich auf das gesunde Urteil und— das wage ich mit voller Bestimmtheit auszusprechen— auf die Unabhängigkeit der Richter verlassen, die das Gesetz anzuwenden haben.(Sehr wahr! rechts.) In der Begründung der Vorlage ist ein Antrag erwähnt, der im Jahre 1878 bei Beratung des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie gestellt wurde. Er lautete: „Wer in einer den öffentlichen Frieden schädigenden Weise oder durch Beschimpfung religiöser Anschauungen anderer oder durch Angriffe gegen Einrichtungen der Familie, des Staates oder der Ordnung, des Privateigentums die Angehörigen des Staats zu Feindseligkeiten aufreizt, wird so und so bestraft“. Wer hatte diesen Antrag gestellt? Er zeigte den Namen Häuel, also eines hervorragenden Vertreters der Partei, der der Abgeordnete Munckel angehört(hört, hört! rechts), und jetzt sagen Sie, durch solche Bestimmung werde das Anseben des Reichs gefährdet? Wenn Ihnen die Fassunz nicht gefällt, mögen Sie dafür sorgen, dem Paragraphen eine bessere Fassung zu verschaffen, ihn aber nicht pure ablehnen. Es ist richtig, die Fällung eines gerichtlichen Urteils ist nicht eine mathematische Aufgabe, dazu gehört Freiteit der Urteile, Kenninis der Lebensverhältnisse, Unabhängigkeit der Gesinnung. M.., wenn Sie das Vertrauen nicht mehr haben, daß solche Gefühle bei den deutschen Richtern vorhanden sind, mögen Sie das Gesetz ablehnen, im andern Falle mögen Sie es nach Kräften bessern, und die Regi=rung wird Ihnen dankbar sein, wenn Sie es in dem Sinne.un.— die Regierung es gemeint hat, und es nicht vereitelu. eogaster Beisall rechts und bei den Nationalliberalen.) (Schluß im zweiten Blatt.) Politische Uebersicht. Einen„Skandal in der Kölner Centrumspartei“, so nannte das Vonner Centrumsblatt„Disch. Reichszig.“ und ihr nach andere Centrumsblätter das Verhalten der katholischen Stadtverordneten Kölns. Am 80. Geburtstage des Fürsten Bismarck, der bekanntlich Ehrenbürger von Köln ist, sollen dort verschiedene Feierlichkeiten stattfinden; außerdem sollen dem Fürsten ein Ehrenpokal und eine Adresse überreicht werden. Die Stadtverordneten erklärten sich mit dem Plane einverstanden und bewilligten für die Ausführung desselben einen Kredit bis zu 4000 Mark. Die Entrüstung der erwähnten Blätter erregte es nun, daß der Stadtverordnete Braubach, der als ReichstagsAbgeordneter für Mayen=Ahrweiler Mitglied der Centrumsfraktion ist, folgende Erklärung abgab:„Daß die Stodt Köln ein so seltenes Fest wie die Volleudung des 80. Lebensjahres eines Ehrenbürgers in angemessener Weise feiert, ist durchaus gerechtfertigt. Es ist doppelt gerechtfertigt, wenn es sich um eine so hervorragende Persönlichkeit wie die des Fürsten Bismarck, die große geschichtliche Persönlichkeit, mit deren Namen die Einigung Deutschlands, die Wiedererrichtung des deutschen Kaiseriums und die Schaffung der Reichsverfassung enge verknüpft sind, haudelt. Aber so ganz geschichtlich ist die Persönlichkeit unseres Ehrenbürgers noch nicht. Sie ist vielmehr noch eine ziemlich aktuell politische. Die Ereignisse der letzten Tage haben es wieder bewiesen, und was bis zum 1. April noch eintreten mag, wer will es vorhersagen. Und so mag es nicht überflüssig erscheinen, hier zum Ausdruck zu bringen, daß der Geburtstagsfeier unseres Ehrenbürgers und der dem 80jährigen Begründer(7) des Reichs und seiner Verfassung für seine Person dargebrachten Huldigung politische Beweggründe nicht unterliegen und nicht untergelegt werden dürfen, zumal im Volksbewußtsein an die Person des Fürsten auch die Erinnerung an heiße Kämpfe geknüpft wird. Also der Person, nicht ihrer Politik! In diesem Sinne werden meine politischen Freunde der Vorlage zustimmen.“ Diese Erklärung wurde in der Bonner„Reichszeitung“ in maßlos scharfer Weise angegriffen. Es heißt in diesem Blatt:„Wir hätten es nicht für möglich gehalten, daß heute schon, nachdem die Wunden des Kulturkampfes noch nicht vernarbt sind, Mitglieder des Centrums in solcher Weise dem Urheber des Kulturkampfes huldigend zu Füßen liegen. Das katholische Volk hat es noch nicht vergessen, was Bismarck gegen die Katholiken geleistet hat, und es wird mit Entrüstung zurückweiten, daß die Katholiken einer Stadt, in welcher der greise Erzbischof Melchers(der heute noch in Verbaunung lebt), ins Gefängnis geschleppt wurde, einen Mann feiern sollen, der die Haupursache dieses Elends war. Glauben jene kölnischen kathelischen Stadtverordneten wirklich, ihre Unterscheidung(zwischen dem Begründer des Reiches und dem Kulturkämpfer) habe den Wert eines Pfifferlings, dann können sie nach derselben, genau derselben Unterscheidung für eine Feier Gustav Adolfs stimmen. Man könnte ja auch bei Heinrich Heine jene feine Unterscheidung anbringen, Heine war ein entschiedener Nichtsnutz, aber daß er ein talentvoller Dichter war, läßt sich nicht abstreiten.“ Und„eines der hervorragendsten Mitglieder beider Centrumsfraktionen“ schreibt an das Bonner Organ: „Das ist die Sprache eines Centrumsmannes!“ Glück den braven Centrumswählern der Kreise Mayen und Ahrweiler, die durch einen solchen„Centrumsmann“ vertreten werden. Es ist Zeit, daß eine solche Centrumssäule bei der nächsten Bakanz auch in den—. Landtag kommt. Es lebe das Centrum und die„große geschichtliche Persönlichkeit"„unseres hervorragenden Ehrenbürgers“. Daß der letztere das unsägliche Elend über uns treu katholisches Volk, über unsere Bischöfe und Priester gebracht hat, daß er unsere ganzen öffentlichen Verhältnisse korrumpiert und Streberei, Kriecherei und Byzaninismus gezüchtet und großgezogen hat, daß er allein der Valer des ganzen unheilvollen Kulturkampfes ist,— das fertigt der„Centrumsmann“ und Abgeordnete für Mayen=Ahrweiler mit den seichten Worten nebenher ab:„zumal im Volksbewußtsein auch an die Person des Fürsten die Erinnerung an heiße Kämpfe(wie zartl) geknüpft wird“. Vivat das katholische Volk von Mayen und Ahrweiler!“ Im Interesse der„politischen Organisation“ der Centrumspartei wird sodann Rechtsanwalt Trimborn, Vorstand des Provinzialwahlkomites der rheinischen Centrumspartei und Mitglied der Kölner Stadtverordnetenversammlung, aufgefordert, seine Stellung zu der Sache kund zu geben. Die„Köln. Volkszig.“ richtet sich gegen diese und ähnliche andere Auslassungen in andern Centrumsblättern u. a. mit folgenden Worten:„Wir würden eine einfache Zustimmung der Minderheit ohne Reserve für einen schweren Fehler gehalten haben. Diese Reserve ist gemacht worden, was in der Kritik meistens kaum hervortritt, und damit war die Zustimmung zu einem Höflichkeitsakt gestempelt. Von einer Verherrlichung des Koufliktsministers, des Vaters des Kulturkampfes usw. kann keine Rede mehr sein. Dabei kann man über die Form, in welcher die Reserwe zum Ausdruck gelangte, verschiedener Meinung sein. Richtig wäre es gewesen, wenn bei der„Erinnerung an heiße Kämpfe“, von welcher Herr Braubach sprach, der unselige Kulturkampf ausdrücklich genannt worden wäre. Daß freilich Herr Braubach in erster Linie an diesen Kampf gedacht hat, scheint uns selbstverständlich. Andererseits erfordert es aber die Gerechtigkeit, anzuerkennen, daß Fürst Bismarck gerade auf diesem Gebiete auch seine Verdienste besitzt. Er hat den Kulturkampf geführt mit den verwerflichsten Mitteln, aber er hat ihn auch zum Teil wieder beseitigt. Aus Gründen der politischen Notwendigkeit, gewiß, aber er hat es gethan, und wir wissen nicht, ob ein anderer als er im stande gewesen wäre, die Abbruchsarbeit am eigenen Werke auch nur so weit zu fördern, wie er es gethan hat. Man bezeichnet die Trennung der„Person“ von„ihrer Politik“ als unmöglich; einer so geschlossenen Persönlichkeit wie Fürst Bismarck könne man nur ganz oder gar nicht huldigen. Kein geringerer als Papst Leo XIII. ist anderer Ansicht gewesen, als er dem Fürsten die höchste Auszeichnung, den Christus=Orden, verlieh; der h. Vater hat gewiß nicht daran gedacht, dadurch den Vater des Kulturkampfes zu ehren. Einen wesentlichen Unterschied vermögen wir nicht zu finden, wenn katholische Stadtverordnete an einem Höflichkeits=Akt für den achizigjäh. Privatmann sich beteiligen... Die„Köln. Vuig.“ kammt neuedingn####### Hest ait duast Lostonmst geick aoden de cheihte, ade „Deutsche Reichsztg.“ in Bonn neunt unsern Artikel in Nr. 17 über die Erklärung des Hru. Siadlverordneten Dr. Braubach bezw. die Stellungnahme der zur Cemrumspartei gehörigen Mitglieder des Kölner StadtveiordnetenKollegiums zu der obigen Frage einen„Eiertanz“. Wir wollen über den Ausdruck nicht streiten. Es giebt übrigens Gelegenheiten, bei denen es besser ist, ein wenig„auf Eiern zu tanzen“, als gleich alles Porzellan entzwei zu schlagen. Und eine solche Gelegenheit scheint uns in diesem Falle vorzuliegen. Bei der Stellungnahme zu der städtischen Feier des achtzigsten Geburtstages des Fürsten Bismarck handelt es sich nicht um ein unwandelbares und unerbittliches Princip, dem unter allen Umständen entsprochen werden muß, sondern um eine Sache des Gefühls und der Zweckmäßigkeit. Man soll über Parteigenossen, unter welchen hochverdiente und langbewährte Männer sind, nicht die Acht und Oberacht verhängen und nicht in Kraftausdrücken wie„Skandal" u. dergl. sich ergehen. Das ist verkehrt. Dadurch verletzt man nur und drängt man nur ab. Es will uns aber scheinen, als hätten wir nicht gerade solchen Ueberfluß an tüchtigen, im öffentlichen Leben stehenden Männern, daß man durch eine solche Behandlung die Lust am öffentlichen Leben verleiden dürfte.“ Deutsches Berlin, 10. Jan. Der Kaiser hörte heute vormittag den Vortrag des Kriegsministers, Generals der Infanterie, Bronsart v. Schellendorff, und arbeitete anschließend daran mit dem Chef des Militärkabinetts, Generaladjutanten, General der Infanterie, v. Hahnke. Nachmittags fuhren beide Majestäten mit den kaiserlichen Kindern vom Neuen Palais nach Berlin. um für die Wintermonate im hiesigen königlichen Schlosse Wohnung zu nehmen. Der Kaiser und Bismarck. Wie die„Münch. Neuest. Nachr.“ melden, hat der Kaiser dem Fürsten Bismarck als Weihnachtsgeschenk einen gläsernen Pokal mit silbernen Reifen übersandt. Der deutsche Botschafter in Paris, Grai Münster, wird Pariser Nachrichten zufolge morgen Paris verlassen, um sich wie alljährlich zur Teilnahme an dem Kapitel des Schwarzen Adlerordens nach Berlin zu begeben. Am 21. Januar wird der Botschafter voraussichtlich in Paris wieder eintreffen. Umwandlung der 4prozentigen Anleihe? Die„Nordd. Allg. Ztg.“ erfährt, daß die umlaufenden Gerüchte, die Regierung sei der Frage der Umwandlung der 4prozentigen Konsols näher getreten, unbegründet seien. Deutschland und Frankreich. Die Angabe von Pariser Blättern, wonach die von uns gestern mitgeteilte Note der„Agentur Havas“(die wiederholt der Behauptung Pariser Blätter von einem Zusammenhange des Falles Dreyfus mit einer fremden Botschaft entgegentrat) auf Vorstellungen der deutschen Botschaft zurückzuführen sei, wird der Berliner„Post zufolge von den Stellen in Berlin, die davon wissen müßten, bestritten. Wie verlautet, habe die deutsche Regierung in der Angelegenheit überhaupt keinen Schritt gethan. Die Maßregel der französischen Regierung sei lediglich ein Akt der Loyalität.(Die„Patrie“, die einen vorher geschriebenen Antikel des Boulangisten Lucien Millevoyes„Verleumdungen und Herausforderungen" gegen die angeblichen deutschen Augriffe brachte, erschien nämlich mit der Aufschrift„Intervention allemande“(deutsche Einmischung) und fügte der offiziellen Note folgendes hinzu:„Mau veisichert uns, daß der deutsche Militär=Attaché, Oberst=Leutnant v. Schwarz= koppen, heute morgen von Berlin mit sehr bestimmten Instruktionen zurückam, um die Blätter zum Schweigen zu bringen, die seit der Festsetzung des Verräters Dreyfus den Patriotismus gehabt haben, gegen den von Deutschland ausgehenden Verrat zu eifern. Wir hatten dieser außerordentlichen Nachricht nicht Glauben schenken wollen, hatten aber damit unrecht. In der That. Während des ganzen Morgens hat zwischen der deutschen Botschaft und der Regierung ein lebhafter Meinungsaustausch bestanden. Infolge dieser Pourparlers ist die Note offiziell um 2 Uhr durch die„Agence Havas“ versendet. Diese Note, die den anderen Telegraphen=Agenturen ebenfalls übermittelt worden ist, ist ersichtlich vorgeschrieben worden. Nach der Abberufung des Botschafters Italiens erscheint dieses Ereignis uns von einem außergewöhnlichen Ernste.“) Die sozialdemokratischen Stadtverordneten waren heute sämtlich dem Aufang der ersten Stadtverordnetensitzung ferngeblieben, weil, wie es Sitte ist, der Vorsteher die erste Sitzung im neuen Jahre mit einem Hoch auf den Kaiser eröffnet. 19 Personen vom„Sozialist verhaftet. Nachdem die erste diesjährige Nummer des anarchistischen„Sozialist“ beschlagnahmt worden ist, sind gestern auch der Redakteur und Expedient des Blattes verhaftet worden. Im ganzen sind jetzt 19 Personen der Redaktion und Expedition verhaftet worden. W Berlin, 11. Jan. Der russische Botschafter, Graf Schuwalow hat sich gestern früh mit dem BotschaftsSekretär v. Knorring nach Friedrichsruh begeben, um dem Fürsten Bismarck einen Abschiedsbesuch abzustatten. (Drahtm.) W Berlin, 11. Jan. Anarchisten. Der„Berliner Ztg.“ zufolge beschloß eine anarchistische Versammlung, den „Sozialist“ nicht mehr erscheinen zu lassen, da die Opfer in keinem Verhältnis zu dem Erreichbaren ständen.(Drahtm.) Karlsruhe, 8. Jan. Die Einkommensteuer in Baden ist noch immer in der Zunahme begriffen, die Zahl der Pflichtigen ist auf 387 981, d. h. gegen das Vorjahr um 5397 gestiegen, ebenso hat sich gegen das Vorjahr das steuerpflichtige Einkommen um 10,2 und die Summe der Steueranschläge um 5,5 Millionen erhöht. Am stärksten prägt sich die Zunahme mit 6,1 Millionen bei dem Einkommen aus Arbeit und Dienstleistung aus. Die Schuldzinsen haben um über eine halbe Million zugenommen. Auf die Einkommen unter 5000 M. entfallen von der Vermehrung rund 64 Prozent. Von der nunmehrigen Gesamtsumme des steuerbaren Einkommens mit 540,8 Millionen entfallen auf die 10 Städte mit mehr als 10 000 Einwohnern 204,3 Millionen(37,7 Prozent), auf die 17 Städte und Gemeinden zwischen 4= und 10000 Einwohnern 38,9 Millionen(.2 auf die Gemeinden mit mehr als 4000 Einwohnern. Das Durchschnittseinkommen eines Pflichtigen steht am höchsten in Mannheim mit 2476, es folgt Karlsruhe mit 2311 in den Landgemeinden 1101 M. Ausland. W Wien, 11. Jan. Pester Berichten zufolge soll ein Uebergangsministerium in Aussicht genommen sein, um die Verlängerung des Budgetprovisoriums zu erwirken. W Pest, 10. Jan. Szell hat abgelehnt, sich an die Spitze der Regierung zu stellen. Er riet dem Kaiser zu Bauffy.(Drahtm.) Brüssel, 10. Jan. Kongostaat. Das Abkommen zwischen Belgien und dem Kongostaat bezüglich der Uebernahme des letzteren wird, der„K. Ztg.“ zufolge, heute unterzeichnet und anfangs nächster Woche den Kammern vorgelegt..,„„„„ W Brussel, 11. Jan. Kongo. Die Regierung kann erklären, daß alle Unterzeichner der Berliner Kongoakte principiell der Abtretung des Kongostaates an Belgien zustimmten.(Drahtm.) W Paris, 10. Jan. Dreyfus. Der Verteidiger des früheren Hauptmanns Dreyfus soll von der Familie des Verurteilten ein Honorar von 100000 Franken erhalten haben.(Drahtm.) W Rom, 11. Jan. Giolitti kehrt demnächst nach Italien zurück, um zur politischen Bewegung Stellung zu nehmen.(Drahtm.) Hd Petersburg, 10. Jan. Rußland und England. Die russische Regierung willigte in ein modifiziertes Arrangement mit England ein bezüglich der Pamirgrenze östlich vom Viktoriasee bis an die chinesische Grenze. Da hauptsächlich in diesem Punkte Differenzen bestanden, gilt ein Einvernehmen in der Pamirfrage jetzt für hergestellt. — In gewissen politischen Kreisen will man bestimmt wissen, daß auch hinsichtlich des Ausganges des chinesischjapanischen Krieges bestimmte Vereinbarungen zwischen Rußland und England betrieben wurden.(Drahtm.) W Sofia, 11. Jan. Fürst Ferdinand empfing am Tage der allgemeinen Audienzen auch Zankow. Derselbe erklärte dem Fürsten, er erscheine vor ihm, um die Gefühle der Treue und Ergebenheit gegen die nationale Dynastie zum Ausdruck zu bringen und dem Fürsten für die Gestattung der Rückkehr zu danken; er sei nie antidynastisch gesinnt gewesen, da er wisse, daß das Glück der Balkanvölker auf der Kraft nationaler Dynastien beruhe. Der Fürst dankte für die von Zankow ausgesprochene Gesinnung und hieß ihn in seinem Lande willkommen. (Drahtm.) W Port Louis, 11. Jan. Das französische Geschwader hat im Dezember das Hovasfort Farainot zerstört. Die Hovas sind geflohen.(Drahtm.) Japanisch=chinestscher Krieg. W London, 11. Jan. Das„Berl. Tabl.“ übermittelt aus London eine Meldung aus Shanghai, wonach 120 Meilen von Peking, nördlich von Tehool, blutige Kämpfe stattfanden. Chinesische Verwundete treffen zu hunderten in Tientsin ein.(Drahtm.) Shanghai, 10. Jan. Es verlautet hier, daß die britische Regierung an den englischen Admiral Fremantle bestimmte Befehle telegraphiert hätte, wodurch der Admiral gehalten ist, die japanische Flotte, falls notwendig mit Gewalt, zu verhindern, in den Yangetse=Kiang einzufahren. Man will hierdurch die Unthätigkeit der japanischen Flotte seit der Schlacht am Yalu erklären. Hd Paris 10. Jan. Die Deputiertenkammer lehnte den Antrag Millerandts auf Freilassung des inhaftierten sozialdemokratischen Abgeordneten Guerault ab. (Oraßin.) Gesetzentwurf über Abänderung der Gewerbeordnung. Ein dem Reichstage zugegangener Gesetzentwurf, betr. die Abänderung der Gewerbeordnung, enthält zunächst einen Zusatz zum§ 30, wonach die Konzession für private Kranken=, Entbindungs= und Irrenanstalten auch zu versagen ist, wenn die Anstalt durch ihre örtliche Lage für die Besitzer oder Bewohner der benachbarten Grundstücke oder für das Publikum überhaupt erhebliche Nachteile, Gefahren oder Belästigungen hervorrufen kann. Vorher sind Ortspolizei und Gemeindebehörden zu Vees. Der§ 32 soll folgende Fassung erhalten: Schausplelunternehmer bedürfen zum Betriebe ihres Gewerbes der Erlaubnis. Dieselbe gilt nur für das bei Erteilung der Erlaubnis bezeichnete Unternehmen, zum Betriebe eines neuen oder wesentlich veränderten Unternehmens bedarf es einer anderen Erlaubnis. Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn der Nachsuchende den Besitz der zu dem Unternehmen nötigen Mittel nicht nachzuweisen vermag oder wenn die Behörde auf Grund von Thatsachen die Ueberzeugung gewinnt, daß derselbe die zu dem beabsichtigten Gewerbebetriebe erforderliche Zuverlässigkeit, insbesondere in sittlicher, artistischer und finanzieller Hinsicht nicht besitzt. Der§ 33 der Gewerbeordnung enthält als fünften Absatz folgenden Zusatz: Die Landesregierungen können anordnen, daß die Bestimmungen über den Betrieb der Gast= und Schankwirtschaft, sowie über den Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus auf Konsumund andere Vereine auch dann Anwendung finden, wenn der Betrieb auf den Kreis der Mitglieder beschränkt ist. § 35 der Geweroeordnung, der die Erteilung von Tanz=, Turn= und Schwimmunterricht wegen Unzuverlässigkeit des Gewerbetreibenden untersagt, erhält in Absatz 2 folgende Fassung: Unter derselben Voraussetzung ist zu untersagen: Der Trödelhandel(Handel mit gebrauchten Kleidern, gebrauchten Betten oder gebrauchter Kleinhandel mit altem Metallgerät, dergleichen), sowie der Handel Dräumen von Seide, Wolle, Zeit vergedlich auf das Zuruckkommen des Mädchens gewartet hatte, ahnte den Zusammenhang und verschwand aus Brüssel; im Dezember v. J. stellte er sich dem hiesigen Gericht freiwillig. Die Strafkammer verurteilte ihn zu 1 Jahr Gefängnis; das Mädchen, das von dem Betrugsversuch des K. nichts wußte, ist außer Verfolgung gesetzt worden. Aus Nachen, Burtscheid und Amgebung. + Burtscheid. Beerdigung des Oberpfarrers, Dechanten und Ehrenstiftsherrn Herrn Hub. Theod. Stapper. Nachdem gestern abend 6 Uhr die Totenvigilien für den Verblichenen stattgefunden hatten, wurden zunächst heute morgen 10 Uhr die feierlichen Exequien in der äußerst sinnig und reich dekorierten Hauptpfarrkirche zum hl. Michael hierselbst abgehalten. Vor Beginn des Seelenamtes wurde die Leiche aus dem Pfarrhause von Alexianerbrüdern abgeholt und in die Kirche getragen, wo sie während der Totenfeier auf einem eigens dazu hergerichteten Gerüste aufgebahrt blieb. Das feierliche Requiem wurde von dem Definitor des Dekanats Burtscheid, Herrn Pfarrer Keutmann aus Richterich, gehalten. Derselbe hielt auch die Trauerpredigt und verbreitete sich in seiner wohlgesetzten Rede.. das Thema„Ich gehe nun hin zu dem, der mich gesand. har. In eingehender Weise schilderte Redner die hohen Verdienste des Verstorbenen, besonders für die Pfarre St. Michael, deren geistlicher Führer er während der letzten 6 Jahre gewesen ist. Er schilderte ihn in seiner Thätigkeit als Lehrer, Priester, Schulinspektor und Mensch und ersuchte die Pfarrkinder ihres verstorbenen Pfarrers recht oft in andächtigem Gebete zu gedenken. Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, daß der Kirchenchor, unter der trefflichen Leitung des Herrn Jansen, sich seiner Aufgabe in trefflicher und erhebender Weise entledigte. Gegen ½12 Uhr setzte sich der fast endlose Leichenzug in Bewegung. Derselbe nahm seinen Weg von der Pfarrkirche aus durch die Bergstraße, Parkstraße, Kurbrunnen= und Dammstraße, Markt, Neuerweg, Kapellenstraße zum Friedhofe. In demselben war fast die ganze Stadt, hoch und niedrig, alt und jung, ohne Unterschied des Standes und des Bekenntnisses vertreten. Dem Zuge voran schritten die Schulkinder beider hiesigen kath. Pfarreien, geführt von ihren Lehrern und Lehrerinnen. Dann folgten: die Frauen=Kongregation, die Jungfrauen=Kongregation von St. Johann und St. Michael, das Pensionat der Schwestern vom armen Kinde Jesu, die Feuerwehr in Uniform und mit Musikchor, geführt vom Feuerwehr=Direktor Herrn Fr. von Halfern, der Bürgerverein, der Kriegerverein, der Turnverein und mehrere Schützenvereine, der Fackelbund, die Hubertus=Bruderschaft, die Männer=Kongregation, die Jünglings=Kongregationen beider Pfarrgemeinden, die Kommunionkinder des letzten Jahrganges — die Mädchen in weißen Kleidern mit schwarzem Schleier—, die Gesangvereine der Stadt und die Kirchenchöre beider Pfarreien, Symbole tragende Kinder, die Geistlichkeit der Stadt, des Dekanats und der Umgegend in stattlicher Zahl. Dem Leichenwagen folgten die Verwandten des Verstorbenen, der Kirchenvorstand und die Gemeindevertretung von St. Michael, die Mehrzahl der Stadtverordneten mit dem Bürgermeister und den Beigeordneten und endlich eine Menge anderer Leidtragender. Das Ganze legte ein beredtes Zeugnis ab von der großen Liebe und Achtung, deren sich der Verblichene in allen Kreisen der Bevölkerung der Stadt und darüber hinaus erfreute; auch die Pfarrgemeinde Eilendorf, der frühere Wirkungskreis des Verstorbenen, war durch Vereine und eine große Zahl Leidtragender vertreten. Manches Auge wurde feucht eingedenk der Wohlthaten in leiblicher, wie geistlicher Hinsicht, die von dem Verblichenen in reichlichem Maße stets gespendet wurden, und mancher hat sicher mit dem Dichter gesprochen: Ach, sie haben einen guten Mann begraben, und mir war er mehr. " In der Haarener Tuchfabrlk entstand heute mittag aus unermittelter Ursache ein Brand, der zum Glück bald von der Haarener Feuerwehr und einer Abteilung der Aachener Feuerwehr gelöscht wurde, bevor er größeren Schaden angerichtet hatte. Dem amtlichen Berichte entnehmen wir noch, daß in der Wolferei der Fabrik mehrere Ballen Wolle in Brand geraten waren. Vereinswesen und Versammlungen. =l. Grund= und Hausbesitzer=Verein. Die ziemlich gut besuchte gestrige Monatsversammlung im Klüppel eröffnete der Vorsitzende, Herr vom Hofe, mit Glückwünschen zum neuen Jahre und mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß dasselbe ein gutes werde. Alsdann geht derselbe zunächst auf die Steuerfrage ein und teilt mit, daß ihm von maßgebender Stelle die Mitteilung geworden, wie im vorigen Jahre solle auch für dieses Jahr die Berechtigung zum Abzug von 20 Prozent aus dem Einkommen der Häuser(Abnützung) und zwar der gewöhnlichen — für nachweislich schlechtere Objekte soll der Abzug bis zu 25 Prozent gesteigert werden dürfen— beibehalten werden. Uebergehend zur Besprechung der Realsteuern weist Redner auf verschiedene Zeitungsartikel und auf den ministeriellen Erlaß an den Regierungspräsidenten in Koblenz(Pol. Tagebl. Nr. 8) hin, um hervorzuheben, daß die Auffassung des Vereins in dieser Frage die richtige sei. Die Gebäudesteuer sei als Staatssteuer zwar aufgehoben, aber der Gemeinde überwiesen als Gegenleistung für gewisse Leistungen der Gemeinde. Da erfordere aber die Gerechtigkeit, daß diese Auflagen nicht höher seien, als um die Kosten der Gemeindeleistungen zu amortisieren, die Gemeinde dürfe nicht einfach in Bausch und Bogen eine Steuer von 2: 3 oder 150 Prozent dekretieren. Gemäß Beschluß der vorigen Versammlung habe er(Redner) die betreffende Klageschrift eingereicht und es sei ein guter Erfolg zu erwarten. Unter Hinweis auf ein neu erschienenes diese Frage behandelndes Werk von den 21 Mitgliedern scheidet jedes Jahr ein Drittel aus— vurden die Herren Bülles, 2r.=her: Pauigspetg, aße, Vortrag über Handwerk und Gewerbe im 17. und 18. Jahrhundert, als Fortsetzung seines mit menen Vortrages über Handwerk und Gewerbe im Mittelalter. denselben nächstens im Unterhaltungsblatte verdem Pedner fur seine inöffentlichen. Der Vorsitzende dankte dem Kroner su. teressanten und belehrenden Ausführungen und bittet ihn um einen dritten Vortrag, in dem die Geschichte des Handwerks und Gewerbes bis auf die Neuzeit in ebenso klaren Zugen behandelt und so diese sachgemäße Darstellung der Entwickelung des deutschen Handwerks passend abgeschlossen werde. zum Schluß erfolgenden Mitteilung des Ergebnisses de standswahl sprach der Schriftführer dem Vorsitzenden in warmen Vorten den herzlichen Dank des Vereins aus für heine trotz des hohen Alters von 70 Jahren unermüdliche Wieelumkeit im Dienste des Gewerbevereins und des Gewerbes überhaupt. Herr Dr. Heinzerling dankte für die freundlichen Worte der Anerkennung und versicherte, daß er auch ferner die Ver einsbestrebungen und gewerblichen Interessen nach dern bestrebt sei. Wenn er sich neben seinem akademischen Berufe so eifrig mit den Angelegenheiten des Handwerks beschäftige, geschehe das, weil er von der Wichtigkeit des Handwerkerstandes für die Gesellschaft und von der Notwendigkeit einer möglichst guten Ausbildung desselben überzeugt sei. Was sei der tüchtigste Ingenieur ohne geschulte Arbeiter? Wenn er dem Handwerke diene, komme es mittelbar auch der höheren Technik zu gute und was vom Gewerbeverein durch Gründung und Förderung der blühenden gewerblichen Schule in dieser Richtung schon geleistet worden sei, darauf könnten der Vorstand und die Mitglieder stolz sein. Mit der sehr beifällig aufgenommenen Ansprache schloß die Versammlung. Wäsche, mit Metallbruch oder mit Garnabfällen oder Baumwolle oder Leinen, der oder Kleinhandel mit Bier, der Handel mit Dynamit anderen Sprengstoffen, und der Handel mit Drognen und chemischen Präparaten. Als weiterer Absatz wird beigefügt: Ist die Untersagung erfolgt, so kann die LandesCentralbehörde oder eine andere von ihr zu bestimmende Behörde die Wiederaufnahme des Gewerbebetriebes gestatten, sofern seit der Untersagung mindestens drei Jahre verstossen sind.. 9423 Die Beschränkung der sogenannten Stablleisenden nach§ 42h soll künftig auch ohne Gemeindebeschluß eingeführt werden können. Der§ 44 Absatz 3 der Gewerbeeordnung folgende Fassung: Das Aufkaufen darf ferner nur Kaufleuten oder bei solchen Personen, welche produzieren oder in offenen Verkaufsstellen erfolgen, ingleichen darf das Aufsuchen von Bestellungen auf Waren, soweit nicht der Bundesrat für bestimmte Waren Ausnahmen zuläßt, nur bei Gewerbetreibenden geschehen, in deren Gewerbebetriebe Waren der angebotenen(Art Verwenfinden.(Schluß folgt.) des Herrn Landgerichtsrats a. D. Merlo, dessen Studium Redner dringend empfahl, verbreitete er sich noch eingehend über diese Frage, welche durch die in der sich anschließenden Besprechung erfolgenden Fragen und Antworten noch weitere Beleuchtung erhielt. In Sachen der Straßen=Reinigung berichtete der Vorsitzende über einige schwebende Prozesse. Diese Frage habe Herr Landgerichtsrat Merlo ebenfalls in die Hand genommen und werde dieselbe auch in einer Schrift besprechen.— Darauf gelangte die Aachener Eisenbahn=Angelegenheit zur Besprechung. Herr vom Hofe trug vor: Von kompetenter Stelle habe er vernommen, daß die Projekte zur Verbesserung der Aachener Eisenbahn=Verhältnisse schon mehr als sechs Monate fertig vorlägen und daß als erste Rate hierfür sechs Millionen Mark im Etat vorgesehen seien. Trotz der Autorität der Person, von der er diese Mitteilung habe, und trotz der Gründe, die wohl für die Geheimhaltung sprächen, müsse er, nach Lage der Sache, an deren Richtigkeit zweifeln. Er habe sich an unsere Abgeordneten gewandt, damit sie sich mit dem Minister in Verbindung setzen, ob es wahr sei oder nicht; ferner habe er sich nach Köln gewandt, um etwas zu erfahren, aber keine Antwort bekommen; beim hiesigen Betriebsamt wisse man nichts bestimmtes, setze aber großen Zweifel in die Richtigkeit der Nachricht. Darauf habe er sich an den Minister selbst gewandt, vor etwa 10 Tagen, habe aber bis jetzt keine Antwort. So habe er mit der Absendung der Petition, an der ja event. die eine oder andere Abänderung zu treffen gewesen sei, gewartet, aber jetzt sei es doch höchste Zeit, daß dieselbe abgehe. Wenn jene Nachricht ihre Richtigkeit habe, daß ohne weiteres schon sechs Millionen eingestellt seien, ohne daß bisher von Beisteuern oder Gegenleistungen der Stadt die Rede gewesen, so sei das für Aachen ein Segen und mit lauter Freude zu begrußen, aber, wie gesagt, ihm fehle der Glaube. So bleibe wohl nichts anders übrig, als auf dem beschlossenen Wege vorwärts zu gehen, was die Vershmmlung auch beschließt. Nun bittet der Vorsitzende alle, welche Listen bekommen haben, dieselben unverzüglich dem Sekretär, Herrn Chauvistrée, Großkölnstraße 68, zuzustellen, damit die Petition gegen den 14. abgehen könne.— Hieran schloß sich die Vorlage und Besprechung einiger technischer Neuheiten, u. a. eines„Lustventils“ für die Wasserleitung, um das Einfrieren des Wassers zu verhüten, ferner eines„Thürkontaktes“, bei dessen Anbringung und Verbindung mit der elektrischen Leitung sich beim Oeffnen der Thür der betr. Raum erhellt und beim Verschließen das Licht wieder erlischt, sehr praktisch für Fernsprechgehäuse, Aborts usw., da dadurch eine Lichtverschwendung vermieden wird. Derartige für den Hausbesitzer interessante Neuigkeiten sollen für die Folge in jeder Versammlung vorgelegt werden, wodurch dieselben eine neue Anziehungskraft erhalten sollen, mit Rücksicht auf welche der Vorsitzende umsomehr um zahlreichen Besuch bitten zu dürfen glaubt. Kunst und Wissenschaft. Aachen, 11. Januar. * Im Stadttheater beginnt am nächsten Freitag ein äußerst interessantes Gastspiel. Das Schliersee'r Bauerntheater wird hier von diesem Tage ab ein Gesamtgastspiel veranstalten. Ueber die Entstehung dieses echten Bauerntheaters wird berichtet: In dem reizend am Schliersee gelegenen Oertchen gleichen Namens, das von München nur anderthalb Bahnstunden entfernt ist, wurde im Sommer 1892 von Konrad Dreher ein Bauerntheater eröffnet, in welchem oberbaverische Volksstücke gepflegt werden. Das Originelle dieser Schöhfung liegt darin, daß die Mitwirkenden durchwegs Einwohner von Schliersee und Umgebung sind. Dem oberbayerischen Volke ist das Talent zum Jauchzen, Singen und Kamedi=Spüln“ angeboren. Von Alters her hat nahezu jeder größere Ort in Oberbayern einen„Zimmerstutzenbund“—„Kegelklub“—„Verschönerungsverein“— eine „Volkstracht=Erhaltungs=Gesellschaft“.—„Liedertafel"— „Schützenverbindung".. und in nahezu jeder Vereinigung herrscht Lust und Liebe für die Pflege des Gesanges und vorzugsweise fürs„Theaterspielen“. Konrad Dreher, ein geborener Münchener, der das schöne Oberbayern und sein Volk kennt und liebt, war stets mit Vorliebe in Schliersee. Zwölf Jahre— seit 1880— trug er den Gedanken in sich, ein Bauerntheater zu gründen, in welchem nicht Berufsschauspieler, sondern wirkliche, leibhaftige Bauern und Bäuerinnen die oberbayerischen Volksstücke verkörpern sollten. Endlich brachte er es so weit, ein Anwesen mit schönem, großen Garten zu erwerben und in diesen Garten stellte er das„Schliersee'r Bauerntheater“. Die Schuhplattler, welche ihm bei seinen Gastspielen nicht nur als Tänzer, sondern auch in kleinen Rollen wieberholt sekundiert hatten, scharte Dreher um sich. Anfangs machte sich alle Welt über Drehers Beginnen lustig, aber schon nach wenigen Vorstellungen wars zu Ende mit dem Kopfschütteln. Freilich— so weit waren die Leute im ersten Sommer nicht, daß Dreher sich mit ihnen hätte über Schliersee hinaus wagen wollen, aber das zweite Spieljahr brachte noch überraschendere Erfolge und den Schliersee'rn einen Antrag, auch in München, am Gärtnerplatztheater, zu spielen. Aus den vereinbarten zwei Gastspielen, welche dem Lehrer(Dreher) und den Schülern stürmischen Beifall brachten, wurden sechs, zehn, schließlich zwanzig Spielabende während eines einzigen Sommers. Das Theater war stets überfüllt, die Stimmung enthusiastisch. Auswärtige Bühnenleiter sahen, hörten den Erfolg und luden die„Schliersee'r“ gleichfalls zu Gaste. Alle Antrage, welche sich auf den Sommer bezogen, wurden abgelehnt. Wahrend der schönen Jahreszeit spielten die„Schliersee'r in ihrem ebenso hübschen als originellen Holzbau am Schliersee,— aber für den Winter acceptierte Dreher die zahlreichen Anerbieten und so hatten denn diese Bauern vom Sommer 1893 schon bis September 1894 an 298 Abenden gespielt, und zwar u. a. in folgenden Städten: München(k. Gärtnerplatztheater 38 mal) Nürnberg(8 mal), Berlin(30 mal), Leipzig(22 mal), Magdeburg, Braunschweig, Hannover, Krefeld, Düsseldorf, Stuttgart, Augsburg, Mannheim, Karlsruhe, Breslau, Lobetheater(17 mal), Prag, k. deutsches Landestheater(16 mal), Chemnitz, Bremen, Hamburg(24 mal), Karlsbad(15 mal). Ueberall waren Publikum und Presse voll Anerkennung für die talentierten und trefflich geschulten Bauern. Die scenischen Anordnungen Drehers, das„Klappen“ der Vorstellungen, das niemals Aufdringliche eines Einzelnen, sondern das tadellose Zusammenspiel, dies alles sicherte allerorts den Erfolg. Alle Bühnenleiter, bei denen die Schliersee'r auftraten, ernteten den Dank ihres Publikums und fanden unerhörte Kassenresultate. So erklärt es sich, daß die Schliersee'r schon vor Schluß der ersten Tournée für das zweite Jahr der Reise Anträge in Fülle bekamen. Im Juni 1894 lagen bereits die festen Abschlüsse vor für die Zeit bis zum Juli 1895. Der Spielplan der„Schlierseer" umfaßt folgende Stücke:'s Liserl von Schliersee, Jägerblut, Protzenbauer, Schlagring, Haberfeldtreiben, Girgl und Waberl, Almenrausch und Edelweiß, Der Ausgestoßene, Gundl vom Königssee, Der rote Hannickel. Herrgottschnitzer. Den Einladungen der Bühnenleiter in Graz, Prag, Olmütz, Brünn, Wien Folge zu leisten, wurde infolgedessen im Spieljahre 1894 95 den„Schliersee'rn“ nicht mehr moglich; auch die Anerbietungen der Städte Dresden, Hannover, Schwerin, Lübeck, Kiel, Danzig, Stettin usw. usw. mußten dankend abgelehnt werden; desgleichen wurde die von verschiedenen Managern offerierte Gastreise nach Amerika vorerst refüsiert. Ende Juni 1895 kehren die„Schliersee'r“ wieder heim in ihr idyllisch schönes Dörfchen, um dort, unter Regie des Konrad Dreher, zu den oben notierten elf Komödien noch weitere neue Stücke einzulernen. Konrad Dreher, der infolge seiner angestrengten Berufsthätigkeit, seiner zahlreichen persönlichen Gastspiele nicht immer mit den Schliersee'rn“ reisen kann, hat in seinem früheren Kollegen des Gärtnerplatz=Theaters, Herrn Ludwig Anwander, einen Stellvertreter gefunden. Anwander, der im Sommer in Schliersee lebt und wohnt, leitet während der Gastspielreisen die kraftvolle, originelle Bauerntruppe; welche nichts anderes bezweckt, als dem außerbayerischen Publikum die Spiele, Sitten, Gebräuche, Tänze und Gesänge des bayerischen Oberlandes wahr und unverfälscht I Hreoduer Gesamt=Gastspiel. Das Dresdner Gesamt=Gastspiel unter Fraulein Adelheid Bernhardts vortrefflicher Leitung, auf welches wir unsere Leser schon hinwiesen, wird am 20. Januar bestimmt seinen Anfang nehmen. Es werden nur 12 Gastvorstellungen stattfinden, da Fräulein Bernhardt nachher anderweitig verpflichtet ist. Diese Vorstellungen, die uns eine Reihe interessanter Stücke in guter Darstellung vorführen, werden auch hier in Aachen gewiß reichste Anteilnahme finden. Da die Kassenpreise den großen Kosten des Gastspiel=Unternehmens entsprechend hoch sein müssen, so machen wir nun nochmals auf das vorteilhafte Bons=Abonnement aufmerksam, welches sich übrigens schon regster Teilnahme erfreut. Die Bons sind von 11—1 Uhr bei Herrn Direktor Bernarts im Bernarts' Theater zu haben und es sei nochmals erwähnt, daß dieselben in ganz beliebiger Anzahl und von verschiedenen Teilnehmern benuszt werden können. Bitto ein Kabinett bilden und eventuell das Parlamenz auflösen. W Paris, 10. Jan. Das„Journal des Oebats bemerkt in einem Artikel über den Vortrag Kaiser Wilhelms über die Marine: Wir hoffen, daß die kaiserliche Vorlesung stenographiert wurde und veröffentlicht werden wird; dieselbe war zweifellos sehr interessant, denn so oft Kaiser Wilhelm das Wort über Marinefragen ergriffen hat, äußerte er sehr gesunden und bisweilen sehr persönliche Ideen, die beweisen, daß er die den Seekrjeg betreffenden Angelegenheiten und den Stand des Schiffsmaterials aller Mächte vollständig kennt. Es bestätigt sich, daß die Patriotenliga rekonsti. tuiert werden wird. Eine Anzahl Mitglieder der aufgelösten Liga wollen unter der Ehrenpräsidentschaft Derouledes eine „Ligue patriotique des intéréts français“ bilden. Das Gründungskomite soll bereits gewählt sein und demnächst einen Aufruf erlassen, worin erklärt werden soll, daß der neue Verein dieselben Tendenzen wie die ehemalige Patriotenliga habe. W Paris, 10. Jan. Ein Ingenieur namens Paul Rosenwald hat sich mit seiner Schwester, einer Frau Doderisse, mit der er eine ärmliche Wohnung in der rue vieille du Temple inne hatte, mit Kohlengas vergiftet. Not war das Motiv der Verzweiflungsthat. W London, 11. Jan. Wie den„Times aus Tientsin gemeldet wird, stellen Briefe aus Niutschwang fest, daß in jüngster Zeit keine militärische Bewegung erfolgt ist. Die japanischen Armeen dehnen sich von Haiping am Meer bis nach Hai=Tscheng und von dort bis in die we#ge oon Mothienlin aus. Der japanische Minister des Auswärtigen ist beauftragt worden, die Unterhandlungen mit dem chinesischen Gesandten zu führen. Hd Rom, 11. Jan. Infolge fortgesetzter verwehungen werden zahlreiche Unglücksfälle aus OberItalien gemeldet. Unter der Arbeiterberölkerung herrscht großes Elend. u peer Ab 18. Albonnemen Oper in 1 M1 Ae der gänz lgraben eingetroff IC. weltb hren une Handel, Industrie und Verkehr. = Elberfeld, 10. Jan. Die heutige ausserordentliche Generalversammlung der Bergisch- Märkischen Bank, in welcher 40 Aktionäro mit 4855 Stimmen vertreten ware genehmigte die beantragte Kapitalerhöhung von 5 000 400 M. Potimus. der ane nischer# belle Ma sowie A Telegr. Börsenbericht d.„Polit. Tageblattes. Berlin. Januar 10. 11 Jannar 10. 11. 106 40 104 90 96 60 105.80 104 80 97.00 300.00 00.00 86.50 102.90 97.40 9760 8610 98.40 101.50 00000 00.00 102 25 96.50 101.10 Fonds. 4% Otsche Rchs-Anl. 3 1% 4% Preuss. Consols 3 ½%„ Pr. Hypoth.-Bank 3½% Pr. Hyp.-Bank 5% Italienische Rente 4% Oesterr. Goldrente 4½%„ Papierrente 4½%„ Silberrente 4% Rumän. Rente.. 5% Rum. am. Rente 4% Russ. 1880er Anl. 4% Russ. 1889er Anl. 5% Russ. III. Or.-A. 4% Ungar. Goldrente 4% Ung. Kronen-Rte. Obligationen. Aach. Stadt-Obl. 93 3½% Rheinprov.., XII. u. XV. Emiss. 3½% Pr. Ctr.-Bdcrd. 4% Pr..-.-C. 1890 4% Rh.-W. Bdcr.-Pf. 5% North. Pacif.-Bds 3% gar. Ital. Eisenb. Eisenbahnen. Aachen-Mastr. Bahn Galiz. Eisenb.-St.-A. Gotthard„ St.-Act. Schweizer Nordost-B. Lübeck-Büchener Mainz-Ludwigshafen Marienburg-Mlawka Lombarden Ostpreuss. Südb.-A. Portug. Anl. 88/89 Banken. Aachener Disc.-Ges. Bergisch Märk. Bank Berliner Handels-Ges. Darmstädter Bank-A. Deutsche Bank-Act. Disc.-Comm.-Antheile Dresdener Bank-Act. Essener Credit-Act. Nat.-Bk. f. Deutschl. Oesterr. Cred.-Actien Reichsbank Rh.-Westf. Bodencred Schaaffhausen'sche B. Westd. Bodencr.-Act. Börsen-Schluss: ruhig. 106.30 105.00 96.80 105.90 105.00 97.20 000.00 00.00 86 90 103.0 97.60 97.75 86 50 98.30 101.70 000.00 00000 102.40 96.70 103.20 100.75 105 50 104.50 30.00 52.40 101.10 103.20 7750 106 75 186 50 133.25 147.70 120 70 81.20 43.60 91.75 37.10 75.50 106 70 186 80 l60.c0 140.60 156 80 152 80 172 50 208 50 158 90 131.10 131.00 251.00 15760 11800 137.00 116.50 146.80 124.30 81.00 43.80 91.90 37.25 124.75 140.90 157.00 153.10 173.00 208 10 159 00 131.75 131 00 000 00 157.60 11700 137.60 116 50 Industrie-Papiere. Aachener Kleinb.-G. Aach. Kleinb. convert. Aachener Tuchfabrik Aach. Tuchf. convert. Allg. Electr. Edison Aplerbecker Arenberger Brgw.-A. Berliner Pferdebahn Bochumer Gussst.-A. Bonifazius Bgw.-Act. Cöln-Müsener B. conv. Cölner Berg.-Actien Cöln-Rottweiler Palv. Dannenbaum Bgw.-A. Dortmunder.-St.-P. Electr. vm. Schuckert Eschweiler Bgw.-Act. Gelsenkirchener Bgw. Gerresheimer Glas Guanow Anglo-Cont. Harpener Bergbau Hibernia Bergw.-Act. Hochdahl Hoefel Brauerei Hörder Actien Lit. A. Königs- u. Laurahütte König Wilhelm Luise Tiefb.-St.-Pr. Mechernicher Bergw. Norddeutsche Lloyd Nordstern Pongssche Spinnerei Phönix Lit. A. Phönix A. abgestemp. Rhein.-Nass. Bgw.-A. Rhein. Stahlw. Lit. C. Stolberger Zink-Act. Stolberger Priorität. Vorwärts Spinnerei Wittener Gussst.-Act. Wurmrevier-Actien Wechsel u. Noten. Amsterdam kurz Amsterdam lang Brüssel kurz Brüssel lang London kurs London lang.. Paris kurz Paris lang Wien kurs Wien lang Italien kurz Oesterr. Banknoten Russische Banknoten 00.00 104.00 46.75 66.25 210.30 108 25 530.00 274.75 138.25 92.50 44.00 00000 183.75 103.15 63.50 19000 125.00 167.25 131.10 132.50 147.75 137.60 39.75 900.00 78.50 122.25 119 80 00.00 70.00 89.90 117.25 90.10 139.00 151.50 73.75 159.75 37.75 10 lat 106 50 53000 276 00 139.75 92.00 00 148 50 184 25 FOS des mit #ufang 8 1081 .0 19000 123 60 166.90 130.10 133 00 Vo 120 125.90 136 0 39.75 154 50 79 50 125 10 110 50 87.70 71.00 94.50 117.50 905 139 80 152.50 73.00 159 50 38.10 107 5 Restau zu äts du able 7 m 4% Uh 25/107 5s121.24 130 00 100.9000 169.20 168.80 81.10 80.90 20.45 20.365 81.15 80.90 164.40 163.40 76.05 164.45 219.85 ** 164.50 163 50 00 00 164.60 219%% seeT Privat-Discont: 1⅜. Privat-Discont der Reichsbank 2% ... 3% Bankzinsfuss Lombard 3½ bezw. 4% Produktenbörse. Januar(Telegramm.) 2 Uhr 45 Minaten. Weizen, Stimmu 90000.-u. vez.,#l hgt n ägli Berliu, 11 Januar(Tglegramm.) 2 0. per I A 14360.g. be. e Stimmuns Jan. 000.00.-A. vez., per, Jnni 12025 Roggen, Stypmnung fester, per, Jan. Coc160.. Jun 110.25.u. -A. bez., nater, per Jan. 00000 R. A. ver.„ är. 43.89,.f. berahl. Spiritas. 2. mit 70 Uk. Ferbrauchsabgale bezahlt, loco 70er 32,50, Jan. 36.80, Febr. 00.00. Mai 3820.-Mark bezahlt. Vergisch Märkische Bank, Aachen. Seldsorten. Wechsel. Napoleons Sovereings Imperials Dukaten Belgische Noten Französische Noten Holländische Noten Englische Noten Oesterreichische Noten 16.20 ∆ 0 8100 81.00 16910 20.35 000.00 Amsterdam kurs Antwerpen Brüssel etc. London kurz Wien kurz Paris kurz New-Tork kurz Briefe Geld 169.40 169.00 Am 1 Vereins sozu alle en sind. karten sind de Prenssische Consols, sowie Reichsanlethen c Banken sind stets vorräthig. u. Pfandbriefe deutscher Hypotheken sige ien Wetterbericht des„Aach. Anz., Pollt. Tageblattgiger Datum(Ortszeit.) 10. Januar 10.. 11. Januar Wette# 2 Uhr Nachmittags. 9 Uhr Nachmittags. 7 Uhr Vormittags. Höerste Temperatur gestern:—.0° C. Niedrigste Temperatur heute:—4,5" C. Niederschlag seit gestern Morgen:.3 Schneehöhe heute früh: 23 cm. bedec Muthmassliches Wetter am 12. Januar. gewe zum bal si zum 1 kten mit den Th 354 Fortgeseizt trübes Wetter mit Schneefällen u. schwachen--Winc erhält bei Waren dung Rheinland und Westfalen. Bonn, 8. Jan. Der Kommis Wilhelm Kastenholz von hier war, wie die„N. B..“ mitteilt, in einem hiesigen Bankgeschäft angestellt. Er gab im Oktober v. J. eine Depesche von hier an ein Bankhaus in Brüssel auf und wies dieses an, einen Wechsel dder 2500 Fransen, der auf die Btersig:(gate, zu diskoutieren. in den nachsten Tagen vorgezeigt werden sonl“, kJntieren. Auf eine telegraphische Rückanfrage erhielt die Brusseler Bank von dem Vorsteher des hiesigen Bankgeschäftes den Auftrag, den Vorzeiger des Wechsels verhaften zu lassen. Am folgenden Tage eete eins tunge Frauensperson, die K. von##rs 11 Gewerbe=Verein. Die gestrige Sitzung eröffnete der Vorsitzende Herr Prof. Geh. Reg.=Rat Dr. Heinzerling, indem er den Vereinsmitgliedern und allen Angehörigen des AachenBurtscheider Handwerkerstandes ein glückliches neues Jahr wünschte. Nach Verlesung des Berichtes über die letzte Versammlung gab der Vorsitzende die üblichen Eingänge bekannt und teilte mit, daß für die Februar=Versammlung Herr Privatdocent Buchkremer die Fortsetzung seines Vortrages über Grundsätze des Kunstgewerbes in Aussicht gestellt habe und daß im Marz die Gebr. Raacke eine Reihe ihrer elektrot echnischen Apparate mit Experimenten und Erläuterungen durch Herrn Direktor Spennrath vorführen lassen wollen. Der Vorsitzende berichtete dann in Kürze über das Vereinsleben im Jahre 1894 mit dem Hinweis, daß der gedruckte ausführliche Jahresbericht den Mitgliedern demnächst zugestellt werde. Der Schatzmeister Herr Coßmann legte darauf Rechnung für 1894 ab, nach welcher sich die Einnahmen auf 9232 Mark, die Ausgaben auf 3486 Mark und das Vereinsvermögen auf 45 720 Mark beläuft. Der HaushaltsVoranschlag für 1895 schließt mit 3950 Mark ab. Namens der Rechnungsprüfer berichtet Herr Kracke, daß die Rechnung nebst lägen in schönster und musterhafter Ordnung gefunden wurde, wofür der Schatzmeister alle Anerkennung verdiene. sitzende giebt dem Danke des Vereins für die Verdienste des Herrn Coßmann in warmen Worten Ausdruck; der günstige Stand der Vereinsmittel berechtige zu der Erwartung, daß der Verein in absehbarer Zeit an die Gründung eines eigenen Heims denken könne. Die beantragte Entlastung des Schatzmeisters wird exteilt und die Rechnungsprüser durch ur 23..3 Darhtaud— Letzte Nachrichten. München, 9. Jan. Die„Münch. Neuest. Nachrichten“ melden aus Fuchsmühl, daß dort neue Ordnungsstörungen vorgekommen sind. Die holzberechtigten Bauern beschimpften und bedrohten die Gendarmen und veranlaßten eine Schlägerei mit den auf dem Lehensgute des Freiherrn v. Zollern beschäftigten Arbeitern, weil diese sich weigerten, die Arbeit einzustellen. Rom, 10. Jan. Anläßlich der gestrigen Totenfeier Victor Emannels wurden zum erstenmale seit siebenzehn Jahren vom Vatikan nationale Fahnen im Pantheon zugelassen. Diese Aufsehen erregende Thatsache steht offendar mit der Annäherung im Zusammenhang, deren man sich seitens der Regierung wie der Kirche befleißigt. letzte Drahtmeldungen des„Polit. Tagebl.“ Hd Pest, 11. Jan. Im Schoße der liberalen Partei ist eine starke Gruppe entstanden, welche die Haltung Wekerles und Tiszas entschieden verurteilt, welcher Spaltung in der Partei man schlimme Folgen für sie voraussagt. Heute soll eine Konferenz stattfinden, in welcher die Wekerke gegenüber einzunehmenede Stellung besprochen werden soll.— Gestern wurde der frühere Ministerpräsident Bitto vom König empfangen und ersucht, die Bildung eines Kabinetts zu übernehmen, da Khuen=Hedervary ein aus allen Parteien zusammengestelltes Ministerium zu bilden nicht zu übernehmen erklärte. Sollte Karolyi, der heute vom Könige empfangen wird, das Portefeuille des Inneru übernehmen, so wird Aus dem Geschäftsverkehr. □ Es ist ein Zeichen eines wiedererwachenden Geschmag für die bildenden Künste, daß man anfängt, der WeinBierstube einen echt künstlerischen Charakter zu verleihen. Räume, wo der Bürger seine Erholungsstunde hält, sollen das Auge in jeder Beziehung anheimeln und ihn das haste Treiben des Geschäftlebens für eine Stunde vergessen lassen. sieht man denn seit einiger Zeit, wie überall diesem Zuge Ren nung getragen wird und herrliche Bierpaläste, sowie die Schmuckkästchen gleichen, entstehen. Es dienen dieselben nur dem erwähnten Zweck, sondern sie werden nicht selten Zierde eines Stadtteils. Wie Aachens Bauthätigkeit Genre würdig den Schwesterstädten zur Seite geblieben auch in diesem. Wir erinnern an die„Germania" und in prunkvollen Säle des„Elefanten" und viele andere. Straße am Büchel wird um eine solche Sehenswürdigkeit re Aus einem unscheinbaren Hause ein würdiges Heim für Ausschank des Franziskauerbräus zu schaffen, ist dem währten Meister, Architekt Johannes Heeren in überrasch glanzender Weise gelungen. Die Fassade bietet den Aachen## etwas durchaus neues in der monumental durchgeführten rei# Malerei, deren Ausführung vortrefflich gelungen ist. Der freigelegten Fassade werden auch die rustig Arbeiten im Innern entsprechen. Somit dürfte Aachen um Sehenswürdigkeit bereichert werden. 280 = Restaurant Karlshaus. Da das Schankbier aus Münchener Brauerei„Zum Spaten“ vielen Anklangg hat, und besonders bei denjenigen, die es in München zu gewohnt waren, zu einem Lieblingstrank geworden ist, sich Herr Ahn entschlossen, neden dem echten Pilsener Lage### und dem Dortmunder Union den ganzen Winter hindurch### hochseine Münchener Bier in Anstich zu halten. Siche wird diese Einrichtung von allen Freunden eines guten Bieses freudig begrüßt und gebührend anerkannt werden. 281 : bekar v. ei scht. Beste #ungen sehr fierten un ##on. ge Riet en hoh sucht. S link erm be brläs. g1 isender „eingef. kempf. keistung Diet Off. u. Exped .E dun Geld Sllber Noten De Noten e Noten Ureses. 69 hierzu ein zweites Blatt. ATeaten Parlamen: debats" bedaß die eröffentlicht ssant, denn fragen erzeilen sehr n Seekrieg es Schiffsrekonstiaufgelösten uledes eine lden. Das demnächst I, daß der ehemalige nens Baul einer Frau in der rue vergiftet. Tientsin fest, daß in ist. Die Meer bis Berge von s Auswär. in mit dem Schneeaus Ober= ing herrscht ehr. wordentliche hen Bank, reten waren. 5 000 400 M. eblattes: 19 111 9000 194.09 46.75 66 25 210.30 108 25 30.00 74.75 138.25 92.50 44.00 0000 183.75 193.75 63.50 190 00 125.60 167.25 131.10 132.50 147.75 137.60 82.78 050.500 78.50 122.25 119 80 00.00 70.00 89.90 117.28 90.10 139.00 154 50 7375 159.75 32.75 193 35 120.75 125.90 100.90 105 50 53000 27600 139.75 9200 4 00 14830 18425 4 19000 123 50 155 90 130.10 13300 136.10 39 75 154 50 39 125 119 50 87½ 10 94.50 117 50 90 139 80 152 50 73.00 159 50 8 10755 121 5 135 100 50 tadt-Theater in Aachen. Samstag den 18. Januar 1895. per Abonnement. Zu halben Preisen. Haria Stuart. Trauerspiel in 5 Akten von Friedrich Schiller. Sonntag den 13. Januar 1895. Abonnemente-Vorstellung. 41. Vorstellung in Berie B. Anfang 6½ Uhr. „aiat. chn Nür. 4.rhun Zum Schlusse: Hänsel und Gretel. Märchenspiel in 3 Bildern von E. Humperdinck. „###" Garten. Samstag, den 12. Jannar er., AStarur der gänzlich gefahrlosen Eisbahn auf dem Sportplatze. Clehshafen #lgraben 5. Theater. Zum Pörzchen. „ Direktion A. Vecqueray. eingetroffen! Täglich Abends 8 Uhr: Nur kurzes Gastspiel. Remus et van den Bergh, weltberühmte Athleten und Kraftmenschen, hren unerreichten Exereitien und athletischen Spielen mit Centner=Gewichten. Moritz Heyden, der anerkannt beste Gesangshumorist Deutschlands. em Durchschlagender Erfolg. bbelle Manzoni, graziöse Instrumentalistin auf dem Telegraphendraht, sowie Auftreten des gesammten Künstlerpersonals. Heute Freitag den 11. Jaunar: rosse Gala-Vorstellung des mit so stürmischem Beifall aufgenommenen Künstlerpersonals. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Reserv. Platz 80 1081 Die Direktion. Gesal Vor-Anzeige. R dastspierdes Schnerscel Baderntheaters. Erstes Gastspiel Freitag, den 18. Januar 1895. Zweites Gastspiel Samstag, den 19. Januar 1895. Abonnement in Serie A. Abonnement in Serie B. s Lisert vom Schliersee, Volksstück mit Gesang u. Tanz in 4 Akten nach einer Erzählung des Dr. Hermann Schmid, für die Bühne eingerichtet von Hans Neuert. Regie: Konrad Dreher, Königl. bayr. Hofschauspieler. Letztes Gastspiel Dinstag, den 22. Januar 1895. Ausser Abonnement. Der Schlagring. Volksstück aus den bayrischen Bergen mit Gesang und Tanz in 4 Akten nach der gleichnamigen Erzählung von Th. Meurer, bearbeitet von Hans Neuert. Regie: Konrad Dreher, Königl, bayr. Hofschauspieler. Volksstück mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Benno Rauchenegger. Regie: Konrad Dreher, Königlich bayrischer Hofschauspieler. Drittes Gastspiel Montag, den 21. Januar 1895. Abonnement in Serie A. Der Ausgestossene. Volksstück mit Gesang und Tanz in 4 Akten von Benno Rauchenegger. Regie: Konrad Dreher, Königl. bayrischer Hofschauspieler. CassenI. Rangloge Preise. Parquetloge Mk..— Parquet .„.— III. Rang ...„.— II. Rang Der Billetverkauf findet Mk..— „.— ".50 Mittelloge Seitenloge von Montag, den 14. d. M. ab statt. Parterre M..80 Gallerie(numm.) I. Reihe Sitzpl. 75 Pfg. die übrigen Gallerieplätze 50 Pfg. RestsurantKarisasus. Die Direction: M. Ernst. ——.— Frischer Waggon Schchkbfer a aus der Brauerei„Zum Spaten“ in München soeben eingetroffen. ½ Liter 25 Pfg., 4/10 Liter 20 Pfg., ¼ Liter 15 Pfg. Vollständig gefahrlose spiegelglatte Bahn. Restauration à la carte zu jeder Tageszeit. Päts du jour. Kelle ehte n 7 Uhr. 169.20 168 80 81.10 80.90 20.45 20.365 81.15 80.99 164.40 153.40 76.05 164.45 219.85 .5 Gabel„„ 10 feihetücke Woers pert Soupers ab M..— per Pfd. Alle Delicatessen der Saison. K64 1/6503 00 8 219 0 pter-Rostaurant Fanes 13314 E Plg 9. Veizen, Stimmun .50.-Mf, ber## per. Juni 120.25 117.25.-4 .-M. bezahlt. Verbrauchsabgale 70er 32.50, Jau. achen. Briele Ge 169.40 16900 —— 81.25 tscher Hypotheken Tageblat Wiad- Wette riehtang IXV bedech N W vew Burtscheid. äglich frische Muscheln. stescher Srenner=Bund Teipzig. Bezirks=Verein Nachen. Am 16. Januar 1895, Abends 8½ Uhr, Im Vereinslokal bei Herrn Gehrke, Hotel„Altdeutsche Stube“, Hochstraße 31, unsere Bundesmitglieder, Freunde und Gönner freundlichst sozu alle en sind. 9929#g Manen sind bei Herrn Gehrke zu haben. Pacanz. 2. Januar. chen--NI — hr. inden Geschmat der Weinverleihen. hält, sollen ihn das gessen lasseg,. esem Zuge## sowie Weinstub en dieselben i nicht selten tigkeit in geblieben ist. Ania“ und an andere. Auch vürdigkeit reich 's Heim fen, ist dem in überrasche et den chgeführten reich gen ist. Der voranschreiten e Aachen um bige große Tuchfabrik einen in deutscher und scher Correspondenz gewandten jungen zum baldigen Eintritt, zum 1. Februar. sten mit Angabe der en Thätigkeit unter 3354 an die Exped. gut bekannter Reisender in ##en v. einer eingef. Firma #cht. Beste Empf. nothw. Bei ##uugen sehr gutes Gehalt. Perien unter K N 13359 an #on. 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Hersiche Bitel Eine unbescholtene Familie bittet edeldenkende Menschen um Unterstützung. Auskunft Erpedition. 4007 FSRRTEA Bch-ache Ein. schwarzer gesleckter 1° gelaufen. ForSpitzhund zuPotiostr. 51. 3666 Gex= Terrier entlaufen, weiblich. Wiederbringer gute Belohnung. Kaiservlatz 5. 13342 (gin kleiner, gelber Hund, männl., abhanden gekommen. 13362 Lousbergstraße 38. „ emäutring verloren. Wiederbringer sehr gute Belohnung. Ausk. Kockerelstr. 7. 13344 Kortenonagte Mittwoch Abend auf der Hochstraße verloren. Wiederbringer Belohnung. Kurbrunnenstraße 44. 4058 (6 braune furzhaarige Jagd(2 hündin entlaufen. Wiederbringer erhält Belohnung. 4071 Wilbelmstraße Nr. 51. KE aas-Röhren Dampf-Röhren Wasser-Köhren Abfuss-Röhren Eisen-Röhren zlei-Röhren zim-Röhren Messing- Röhren Kupfer-Röhren Houben Sohn Carl, Edelstr. 5. 11 spekt über den rütmlichn bekannten Plüß=Staufer=Kitt beigelegt, welchen wir ganz besonders unserer geehrten Frauenwelt zur geneigten Beachtung empfehlen Synagogen-Gemeinde. Samstag, den 12. Januar er., 10½ Uhr Vormittags: 2s. ade nachmitags Jugend-Gottesdienst. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gesiern Abend 9 Uhr unsern innigstgeliebten Gatten, Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Bernhard von Meurers, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Er starb nach längerem, mit Geduld ertragenem Leiden, frühzeitig gestärkt durch die Heilsmittel der katholischen Kirche, im Alter von fast 83 Jahren. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Nachen, Tanning und Burtscheid, den 11. Januar 1895. Die Beerdigung findet statt Montag den 14. Januar, Nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Michaelstraße 13. Die feierlichen Erequien werden abgehalten Montag den 14. Januar, Morgens 9 Uhr, in der Pfarrkirche zum hl. Michael. Sollte Jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, so bitten wir diese als solche zu betrachten. Kranzspenden sind nicht erwünscht. 13392 Todes-Anzeigt. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, Verwandten und Bekannten von dem Tode unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin, Frau Wwe. Franz Offermanns geb. Therese Haerst, Mittheilung zu machen. Dieselbe starb sanft und gottergeben nach kurzem, schmerzlosen Krankenlager heute Abend gegen 7 Uhr an Altersschwäche, gestärkt durch die tzeligen Sierbeakranente.=, Sesärkt burs Die trauernden Hinterbliebenen. Richterich, Hofstadt, Krumbach und Nachen, den 9. Januar 1895. 13061 .„ Das Begräbniß nebst Erequien finden statt am Montag, den 14: dss. Mis., Morgens 9 Uhr, in der Pfarrkirche zu Richterich. Wese Mchch Ausgesuchte hiesige Hasen 3 M. 50 Pfg. Wilde Kaninchen 1 M. 20 Pfg. Frischer Wildschweinbraten 90 Pfg. per Pfund, Frischer Rehbraten 60 Pfg. per Pfund, empfiehlt 13393 Ed. Theloh, 4 Wirichsbongardstraße 4. Mittwoch=Kegel=Klub sucht noch einige Herren. Offerten unter F F 4073 a. d. Exp. Brennholz per Karren von 40 Mangeln 10 Mark. 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Brädergeseat erb enstrasse hsel-Disch rovision: onirt)“: Ins-Einlösue das Ausle ütbevahr en u. u. riefe der: Frankin# icken- I3a Akr -Anleihe on en spesen ztionen Samslag, den 12. Jannar 1895.(Ernst.) Notationsdruck und Verlag v. J. La Ruelle, Nachen. Expedition und Annoncen= Annahme: Hartmannstr. 30. Fernsprecher 293. Druckerei und Lithographie: Johanniterstraße 22. Fernsprecher Nr. 76. Telegramm=Adresse: Laruelle, Aachen. Post=Ztgs.=Katalog Nr. 1. 2. Blatt. Kachener Aenzeiger, I. 10 Nr. 10. Amtliches Blatt der Behörden des Regierungsbezirkes. Unparteiische, verbreitetste Zeitung und wirksamstes Annoncen=Organ der Stadt und des Regierungsbezirkes. Die den Late aemaicher aneigen diden enentgeltlas usz iu wedene anteiger, Pprusne talis weinat(heiuen Vapaunk Wband=chutgabh), Band unun enaunt dunsgen otchnasten u. do 2uit, u. uga u. Ppätekens einen Tag vor Duartalichlus geichehen und Gchritlc oder mihadlich g. Auneuen=rgan für den Regierungs=Beziek Kachen“ Ausuahne. Abbestelungen auf das„Beltische Tegellat: Eöiuen nur or Quartalschluß geschehen und schriftlich oder mündlich im Expeditionslokale(Hartmannstraße 30) gemacht werden; durch die Trägerinnen werden Abbestellungen niemals angenommen.— esnmten Tagn und u besiuntn eiden ben Kir Brautnernidelt duruonuen wrden. Verantwortliche Redaktion Für den politischen Teil: Konrad Büttgenbach, Chefredakteur. für den lokalen und übrigen redaktionellen Teil: Ludwig Kiefer, f. d. Anzeigen= u. Reklamenteil: Math. Stamms, alle in Nachen. Redaktion Johanniterstr 22. Fernsprecher 76. 2. Blott. „Kunngect uunr 115 Al. vierverschrich. dann berücksichtigt werden, wenn dieselben Für die Aufnahme von Annoncen an Die Expedition dieser Zeitung besorgt Anzeigen an alle anderen Zeitungen zu Originalpreisen. * 5 * nen Rest veraus splares sein, bewirkt werdn innementspreis# erden sen gerise str. 22. nenweben 2 grabe! Cantliongn k. Rebmplatz## sision senden Umgegend gesu f g e s e t z l i c h a übürschellen über 20—30% verkäuflich. iste Krast ressen Inschlagen der kann. eförderung ung ed. D. Schürz Kaufug reie Zeit Nebend stliche Arbeiten sichnen. u. N 4076 a ld. EinPutzer gesucht, mn kann. Offers en unter 0 M v. L. für ges. Templergre secht u. dn w. mellen kan ucht. Auskunst e 1. tüchtiger inensie ner Webstühle G S 13334 mit guter Salair bezie hesigen Tuch ien unter Verhandlungen des deutschen Neichstags. Berlin, 10. Jan. (Schluß.) v. Bennigsen(nl.): Während Munckels Rede konnte man zweifeln, ob wir uns in einer jener Episoden der großen Kämpfe der bürgerlichen Gesellschaft wegen ihrer Existenz mit den Revolutionären befinden. Wie kann man, so muß man fragen, der thatsäcklichen Unterwühlung zusehen? Das Volk erwartet schon lange, daß diesen Umständen durch die Uebereinstimmung der Regierung und des Reichstags gesetzlich ein Ende bereitet werde. Mit wenigen billigen verächtlichen Worten über„die wenigen Anarchisten“ kommen wir nicht über die Gefahren der Jetztzeit hinweg. Redner erinnert ebenfalls an die früher angenommenen Anträge Hänels, um die bürgerliche Ordnung besser zu schützen, welche ganz von derselben Grundlage ausgingen, wie die gegenwärtige Vorlage. Bei dem Wegfalle des Sozialistengesetzes habe die Regierung ausdrücklich erklärt, daß auf dem Boden des gemeinen Rechts Ersatzstrafbestimmungen geschaffen werden müßten. Gegen die fortgesetzt revolutionäre Unterwühlung müsse nun auch bei uns etwas geschehen. Ist da etwas verwunderlich? Höchstens der Langmut, womit bisher den Ausschreitungen zugesehen wurde.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Wir heffen zu einer Verständigung mit der Regierung über die Notwendigkeit der Vorlage gegenüber solchen Zuständen zu gelangen. Nicht eher wird es uns gelingen, die Sonderinteressen der verschiedenen Parteien zu überwinden, als wir nicht erkennen, daß alles verschwindet vor der Notwendigkeit, uns gegen die subversiven Bestrebungen zu schützen. Gegenüber dem Ruse des Centrums nach Aufhebung des Jefuitengesetzes weist Redner auf die große Zahl der in Deutschland thätigen und, wie er gerne anerkenne, größtenteils segensreich wirkenden Orden hin. Dem Centrum gelinge es gar nicht mehr, eine halbwegs anständige Mütze voll Beschwerden zusammenzubringen. Er wisse an der Spitze der Verwaltung von Hannover, die mehr als 100.000 Katholiken, nichts von Beschwerden. Er meine also, daß die Centrumsleute nicht von der Aufhebung des Jesuitengesetzes die Mitarbeit bei diesem Werke überhaupt abhängig machen würde. So habe ich den Abgeordneten Gröber nicht verstanden, so habe er es auch wohl nicht gemeint. Die Vorlage enthält doch gar nicht so ungeheuerliche Dinge, wie Auer glauben machen will. Die Schaffung einer so idealen Formulierung, daß kein Irrtum möglich ist, ist undenkbar. Wenn Sie einen Richter für so thöricht halten, die einzelnen Begriffe, wie z. B. den Begriff Absicht, nicht feststellen zu können, dann könnte das ganze Strafgesetzbuch abgeschafft werden.(Sehr gut!) Den Versuchen der sozialistischen Propaganda im Heere müsse vorgebeugt werden, wenn auch das deutsche Heer noch so zuverlässig sei, wie von jeher. Redner weist darauf hin, daß die Revolutionen nur dann zu gelingen pflegten, wenn die Regierungen ihrer Heere nicht mehr ganz sicher gewesen sind. Daher sind schärfere Vorkehrungen erforderlich. Gegen die vorläufige Beschlagnahme durch die Polizei lasse sich nichts einwenden, denn sie sei auf gewisse Fälle beschränkt. Der Hauptzweck der Vorlage sei der wirksame Schutz der Kultur, deshalb auch der Religion, der Monarchie, der Ehe und des Eigentums. Ueberhaupt könne eine ungenügende Formulierung in der Kommission eine bessere Fassung erhalten. Beim Schutze der Monarchie handele es sich um den Schutz der monarchischen Einrichtungen. In Teutschland seien, die Wurzeln der Monarchie noch so fest, daß es sich verlohne, den revolutionären Bestrebungen entgegen zu treten. In Deutschland werde sich der Kampf entscheiden, ob im kommenden Jahrhundert die Monarchie noch eine lebenskräftige staatliche Institution sein werde. Hier bei uns wird der Fürst als Träger der Volksgewalt angesehen.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten), bei uns in Deutschland haben sich die Fürsten in den Dienst des Volkes gestellt. Deshalb ist uns in Deutschland trotz der verschiedenen Umwälzungen dieses kostbare Gut erhalten geblieben, dieses wollen wir jetzt schützen.(Lebhafter Beifall, Widerspruch und Lachen bei den Sozialdemokraten.) Von den Ausführungen meines Kollegen v. Stumm mit seinen Vorschlägen, daß§ 1 die Entziehung des Pahlrechts für die Sozialdemokraten,§ 2 die Ausweisung derselben entbalten soll, hätte ich lieber gewünscht, daß sie unterblieben wären. Dann kämen wir auf das Gebiet der Geheimbündelei und der Verschwörungen. Darum behalten wir doch lieber die Herren Kollegen hier.(Heiterkeit.) Von der Abschaffung des allgemeinen direkten Wahlrechts könne doch keine Rede sein. Eine solche Abschaffung wäre gleichtedeutend mit der Untergrabung der Grundinstitutionen des Teutschen Reichs. Anschließend an die Behauptung, daß die sozialdemokratische Partei und die Arbeiter keineswegs dasselbe seien, stellt der Redner fest, daß die Sozialdemokraten erst seit Mitte dieses Jahrhunderts als kompakte Partei erschienen und, ausgestattet mit großen formalen Rechten, die an sich nicht unberechtigte Forderung auf einen Anteil an den Errungenschaften der Kultur stellen. Das nächste Jahrhundert werde der Arbeit gewidmet sein. Ob es gelingen werde, den Arbeitern unter Einbeziehung der auderen Klassen diesen Anteil zu gewähren, sei noch frag., Peduer hofft, daß schlieblich in dem Kampfe der bürgerlichen Partei der Sieg gehören werde. Er bekämpft die Angriffe Gröbers gegen die Professoren der Philosopbie und Naturwissenschaften, und hebt hervor, die deutsche Wissenschaft sei verfassungsmäßig geschützt. Die Wissenschaft ist ebenso wie ihre Lehre frei. Die deutsche Wissenschaft hat das Recht. voraussetzungslos die Wahrheit zu erforschen. Deshalb ist auch die deutsche Wissenschaft in der ganzen Welt voran; deshalb sehe ich nicht ein, wie bei dieser Vorlage die Vorträge der Professoren beschränkt werden. Hier bei dieser Vorlage werde sich Eigen, ob die Teutschen im kande seien, kleipliche Liuge zu Feuilleton des Aachener„Politischen Tageblattes“ vom 12. Januar.1895. esch, Vestauchehgrsehecgel den revolutionären Unterwühlungen entgegenzutreten.(Beifall bei den Nationalliberalen.) Dr. Barth(freis. Ver.) tritt den Ausführungen Bennigsens entgegen und schließt sich dem im Jahre 1878 von Hänel gestellten Antrage an, welchen letzterer für nicht verbindlich hingestellt habe, indem er damals erklärt habe, er stelle den Antrag nur, um grundsätzlich festzustellen, ob sich diese Frage auf dem Boden des gemeinen Rechts entscheiden lasse. Der Sozialismus beruhe auf dem Glauben an die beschränkte Gewalt des Staates. In den letzten Jahren sei immer mehr die Neigung der Regierung hervorgetreten, den Schäden der herrschenden Klassen abzuhelfen. Dadurch sei natürlich auch die Neigung der Sozialdemokraten gewachsen, auch ihre Forderungen durchzusetzen. Natürlich seien auch die Begehrlichkeit und Unzufriedenheit gewachsen. Demgegenüber zeige die herrschende Kaste, wie der Abg. Frhr. v. Stumm beweise, die Neigung, den Sozialdemokraten sogar die wichtigsten staatsbürgerlichen Rechte zu nehmen. Trotz dieser Neigung der herrschenden Kaste zu Gewaltthätigkeiten wolle er aber doch den Gesetzentwurf nicht a limine zurückweisen. Unstreitig hätten viele Revolutionen segensreich gewirkt und wären notwendig gewesen. Dort schiebe man die Schuld nicht mit Unrecht den Machthabern zu, weil sie die friedliche Entwickelung hintertrieben hätten; hier handele es sich gerade darum, einer Revolution vorzubeugen. Einzelne Bestimmungen des Entwurfs seien in der vorliegenden Fassung wegen ihrer großen Tehnbarkeil unannehmbar Redner kritisiert den geforderten Schutz für die abstrakten Begriffe: Religion. Ehe, Eigentum. Scon dadurch habe man fehlerhaft gehandelt, daß man diesen Begriffen auch die Monarchie hinzugefügt habe, welche mit der Sittlichkeit nichts zu thun habe und nur eine historische Institution sei. Noch schlimmer stehe es aber mit den völlig undefinierbaren Begriffen Religion und Eigentum. In die Entwickelung der gewaltigen sozialistischen Bewegung könne man mit einem solchen Gesetze keinen Stillstand bringen. Colbus(Elsässer) bekämpft die Vorlage. Ihr Zweck sei dunkel und die Mittel seien unrichtig. Man müsse vorher erst alle Ausnahmegesetze abschaffen, auch diejenigen, welche ElsaßLothringen betreffen. Die Beratung wird auf morgen um 1 Uhr vertagt. Berlin, 9. Januar. Dem Bundesrat ist jetzt der Entwurf einer kaiserlichen Verordnung vorgelegt worden, wonach die Artikel 105 a bis f. ferner 105 h und i der Reichsgewerbe=Ordnung vom 1. April d. J. ab in Kraft treten sollen. Wenn dieser Entwurf im Bundesrat die Zustimmung findet, so tritt also vom 1. April d. J. die Sonntagsruhe für die Industrie im Sinne der Gewerbeordnung für alle die Gewerbezweige ein, für die der Bundesrat keine bestimmten Ausnahmen zulassen wird. Die betreffenden Ausnahme=Verordnungen für einzelne Gewerbezweige, über die seinerzeit mit den betreffenden Industriellen eingehend verhandelt worden ist, liegen dem Bundesrat zur Entscheidung vor; die Beratung in den Ausschüssen hat bereits stattgefunden, und man nimmt an, daß die Beschlußfassung am nächsten Donnerstag, also heute in acht Tagen, stattfinden wird. Dem deutschen Volke. Ueber die an der Westseite des Reichstagsgebändes anzubringende Inschrift bemerkt der„Reichs=Anzeiger', der leitende Architekt habe bei dem Konkurrenzplan die Inschrift:„Dem den schen Volke“ gewählt; bei der Ausarbeitung des Bauplanes sei die Absicht zunächst nicht weiter verfolgt worden. Bei den mannigfachen Veränderungen der Westfassade sei von einer Inschrift zeitweise nicht mehr die Rede gewesen. Als die Frage in der Paukommission wieder verhandelt wurde, wurden verschiedene Vorschläge gemacht, ohne Anklang zu finden. Die Entscheidung wurde ausgesetzt. Die Frage der Inschrift wird in der unmittelbar bevorstehenden Sitzung der Reichstagsbaukommission auf der Tagesordnung erscheinen. Eine Entscheidung des Kaisers ist in dieser Frage nicht angerufen, eine allerhöchste Willensäußerung bisher nicht ergangen. Fackergesese Monats gen ergstraße 12, ehender e gesutt. un Kloster hmachergesehe mertz, Adaldei## sehrling, Schüler der 1 in einem efl. Osserten Erp. d. B. schuge ergerr. Bespendr.## aer. Rüster und kriabrunnstr. sesele Haß und Liebe. Ein russischer Roman von Heinrich Wels. — 3) (Nachdruck verboten.) Er weiß nicht, was er spricht, er lügt, Stanislaus, ief Sascha in leidenschaftlich erregtem Tone, er hat kein Recht, zu behaupten, daß ihm mein Herz gehörte; denn #ich habe Euch beide bis gestern möglichst gleich behandelt ##id keinem Veranlassung gegeben, mein Herz für sich in luspruch zu nehmen. Aber gestern, Stanislaus, gestern, #um es über mich wie eine göttliche Botschaft, daß ich dich #lieb habe, dich ganz allein, schon immer, schon jeher, ich ühlle es und mußte es dir zeigen, und heute nun sage ich ##s dir auch. Sie hatte während dieser Rede ihren Arm um den Ahals des Offiziers geschlungen, ihren Kopf an seine Brust Bepreßt und sah mit scheuem, aber doch festem und furchtGesem Blick zu Iwau hinüber, der totenbleich dastand und ### wilder Wut zwischen die dornigen Aeste griff und sie Seinig zerknickte. S Also es ist aus, ganz aus! stieß er mit heiserer OSimme hervor. Ich werde wie ein Spielzeug weggewor##n nachdem sich das gnädige Fräulein in eine gehirnlose Welentpuppe mit einer glänzenden Uniform vergafft hat und— Stanislaus stieß einen zornigen Laut aus und wollte ##ch mit einer hastigen Bewegung auf den Schmähenden #irzen, aber Sascha hielt ihn mit bittendem Blick zurück, #d so konnte Iwan ungehindert fortfahren: * Und meint Ihr vielleicht, daß ich nun wie ein beossener Pudel mich davonschleichen und in einer dunklen geduldig abwarten werde, bis mir das Fell wieder #recken geworden ist? Nein, da irrt ihr Euch! Ich werde ### an mir verübten Verrat nicht geduldig ertragen! Es ##cht ein Wort: Rache heißt es und Ihr beide sollt die Aus Rheinland und Westfalen. 10. Jan. Bezüglich der Klärung der städtischen Abwässer teilte in der gestrigen Stadtverordnetensitzung Herr Poschise: Peilserües ernstfolgendenvichligen Beschaiderhiesgen königlichen Regierung mit:„Köln, 7. Jan Ew. Hochwohlgeboren setze ich ergebenst davon in Kenntnis, daß die Herren Minister der öffentlichen Arbeiten, der geistlichen usw. Angelegenheiten, des Innern und für Landwirtschaft sich auf meinen Antrag damit einverstanden erklärt haben, daß von der Forderung der chemischen Reinigung der Kanalisations=Abwässer der Stadt Köln in einer Klär=Anlage nach Röckner=Rothe'schem System vorläufig Abstand genommen werde. Die Herren Ressortminister haben mich ferner ermächtigt, der Stadtgemeinde Köln zur Errichtung der uc6 Ew. Hocwohlgeberen Bericht vom Bedeutung desselben in der grausigsten Weise kennen lernen. Hierbei habe ich keine Rücksichten zu nehmen. Das sind Umstände, wo der Mann selbst gegen Frauen kämpft, und wo er berechtigt ist, die Todesstrafe über die Personen seines Hasses zu verhängen. Halt Iwan, kein Wort weiter, oder—— schrie Stanislaus, der nun ebenfalls von seiner Wut übermannt wurde, aber wieder hielt ihn Sascha zurück und flüsterte ihm beruhigend zu: Lasse ihn, Geliebter, seine Drohungen sind nicht ernst zu nehmen— er spricht sie in der Wut eines abgewiesenen Freiers. Von nun au ist der Krieg zwischen uns erklärt, fuhr aber der zornige Mann zischend fort, Rache, volle Genugihuung will ich haben und werde ich auch erlangen. Hast du verstanden. Stanislaus Gurgul? Du hast gewiß schon oft in den Büchern über Rache gelesen, du hast sie auf der Bühne im Spiel vorführen sehen, aber nun sollst du sie im wirklichen Leben an dir selber in der schrecklichsten Gestalt kennen lernen. Iwans Angen glühten unheimlich, seine Fäuste reckten sich drohend in die Luft, sein ganzer Körper zitterte vor gewaltiger Aufregung, und nun wandte er sich kurz um und sprang durch das knackende und brechende Gestrüpp in das Dunkel des Parks hinein. Still und unbeweglich, wie erstarrt von den Worten des tiefsten Hasses, die sie soeben vernommen, blieben die beiden stehen. Stanislaus faßte sich zuerst und sagte aufgebracht: Welch ein Feigling! Dich, ein wehrloses Mädchen zu bedrohen! Doch ich will ihn zur Rechenschaft ziehen und bestrafen, daß ihm die Lust zur Rache vergeht. Lasse es gut sein, Stanislaus, gab Sascha leise zurück und schmiegte sich fester an ihn. Es waren nur leere Drohungen, die ihm die Wut eingab, und wir haben gewiß nichts zu fürchten. Zu fürchten? Nein, zu fürchten haben wir nichts, aber—— 6. Nai 1e93 geplaten mechantschen Reinigungs=Alge unter nachstehend folgenden Bedingungen und unter dem Vorbehalte des jederzeitigen Widerrufs die landespolizeiliche Genehmigung mit der Maßgabe zu erteilen, daß die Anordnung und Durchführung weitergehender Maßnahmen vorbehalten bleibt, sofern die geplante Klärungsweise der Abwässer sich als unzureichend erweisen sollte. 1. Die Bevölkerung, welche bis Ende des Jahres 1895 an den Kölner Haupt=Sammelkanal angeschlossen sein wird, ist auf Seite 3 der Erläuterungen zu etwa 200000 Personen berechnet. Da schon jetzt in absehbarer Zeit auf eine erhebliche Steigerung der in Betracht kommenden Bevölkerung gerechnet werden muß, erscheint die Anlage von mindestens vier Klärbecken erforderlich. 2. Um bei der Durchführung der Kanalisations=Abwässer durch die Klär=Anstalt das Absetzen der suspendierten Stoffe nach Kräften zu bewirken, sind die Maße der Absetzbecken hinsichtlich der Länge sowohl wie der Tiefe bedeutend zu vergrößern, damit die Strömungsgeschwindigkeit der durchfließenden Abwässer entsprechend geringer wird, und zwar darf dieselbe 4 Millimeter in einer Gekunde nicht überschreiten. 3. Um das Ablassen ungereinigter Kanallsations=Abwässer nach dem Rheine zu verhüten, sind geeignete Vorrichtungen zu treffen, durch welche die mißbräuchliche Benutzung des die Klär=Anlage umgehenden, nach dem vorgelegten Projekte durch einen Schieber zu öffnenden UmlaufsKanals ausgeschlossen wird. Die Fangvorrichtungen für treibende Körper dürfen nicht nur 12 Centimeter unter dem Wasserspiegel einlaufen, sondern sind so einzurichten, daß thunlichst sämtliches ausfließende Wasser dieselben passiert. 4. Um Belästigungen und Gefadren für die umwohnende Bevölkerung zu vermeiden, insbesondere um einer Insizierung des Grundwassers u. 0 der Brunnen vorzubeugen, sind für die Lagerung der aus der Anstalt entleerten Schlammmassen, welche bei einem zeitweisen Mangel an Abnehmern aus den landwirtschaftlichen Kreisen nicht zu umgehen sein wird, hinreichend geräumige, in den Grundflächen und Seitenwänden wasserdichte Lagerstellen einzurichten und in denselben alle Schlammmassen zu desinfizieren. Ew. Hochwohlgeboren ersuche ich daher ergebenst, die nach vorstehenden Gesichtspunkten erforderlichen Abänderungen des Projektes der mechanischen ReinigungsAnlage baldgefälligst vornehmen zu lassen und unter Einreichung der abgeänderten Pläne den Antrag auf Genehmigung zu erneuern. Der Regierungs=Präsicent. J..: Finke.“ Durch die Abstandnahme von der cheu ischen Klär=Anlage erspart die Stadt Köln ganz erhebliche Kosten. Die in dem vorstehenden Erlaß aufgestellten Einzelforderungen werden vorerst von der Kanal=Kommission beraten. Koblenz, 9. Jan. In der dieser Tage hier abgehaltenen Sitzung der Aerztekammer der Rheinprovinz und der Hohenzollern'schen Lande führte Geh. Sanitäts=Rat Dr. Graf den Vorsitz. Der erste Punkt der Tagesordnung bezog sich auf einen durch die Brandenburger Aerztekammer gestellten Antrag, über welchen der Herr Kultusmininer vorab die Anschauung der übrigen Kammern kennen zu lernen wünschte. Der Antrag betrifft die Frage, ob auf den Universitäten die Studierenden der Medizin in den Kranken=, Unfall=, in den Alters= und Invaliditäts=Versicherungs=Angelegenheiten praktisch und theoretisch unterrichtet werden sollen. Von den beiden Referenten(Prof. Pelman und Schultze) war nach Rücksprache mit den übrigen Mitgliedern der Bonner medizinischen Fakultät ein schriftliches Gutachten eingereicht worden, welches letzterer mündlich noch eingehend erläuterte, unter Anführung der Thatsache, daß an der Bonner Universität in den Kliniken, wie in den geeigneten Vorlesungen(Hygieene, gerichtliche Medizin, Chirurgie, Rezeptierkunde usw.) den besondern, bei diesen Versicherungen für die Kranken zu berücksichtigenden Verhältnissen die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt werde. Einer der Universitätslehrer habe sich auch gern der Mühe unterzogen, ein Kolleg hierüber zu lesen; bei den Studenten sei aber keine große Neigung dafür vorhanden gewesen. Schultze selbst sprach sich auch dagegen aus, diese Dinge etwa als einen neuen Prufungsgegenstand dem Staats=Examen einzuverleiben. In der eingehenden, sehr angeregten Debatte zeigte zunächst ein großer Teil der 33 Anwesenden wenig Neigung, dafür einzurreten, daß diese Materie überhaupt auf der Universität gelehrt werden müsse, während ein anderer Teil darüber eine verschiedene Meinung an den Tag legte, was als notwendig, was als wünschenswert bezeichnet werden solle. Indes kam die Mehrheit schließlich darin überein, es als wünschenswert auszusprechen, daß die Studierenden der Medizin auf der Universität Kenntnis von den bezüglichen Gesetzesbestimmungen erlangten, und daß dieselben durch klinische Demonstrationen mit dem Begriffe und der Schätzung der Arbeits= und Erwerbs=Unfähigkeit vertraut gemacht wurden, während es als notwendig angesehen wurde, daß beim medizinischen Unterricht auf die Anwendung der pharmacopoea occonomica hingewiesen werde. Sodann wurde noch weiter ausgeführt, daß eine Revision und Vereinfachung der Arznei=Taxe erforderlich sei. Ein Bericht des Vorsitzenden über Anträge und Beschlüsse des Ausschusses der preußischen Aerztekammern bot auf eine Auregung Kellers Veranlassung, das Thema„Die Beziehungen der Aerzte zu den Krankenkassen“, dem Vorstande zur Vorberatung für eine der nächsten Kammer=Sitzungen zu überweisen, während die Mitteilungen Lents über den Stand verschiedener in Frage stehender Punkte zur Kenntnis genommen wurden, teils mit, teils ohne Diskussion. Diese wurde lebhafter bei Besprechung des Reklame=Unwesens der Aerzte. In schroffem Gegensatz zu diesem Punkte wurde dem von neuem von fünf Koblenzer Aerzten eingebrachten Antrage der Gründung einer Pensionskasse für die Witwen und Waisen der Aerzie der Rheinprovinz eine allgemeine günstige und wohlwollende Aufnahme zu teil, die in Einsetzung einer Kommuision von Hiunt Mitgliedern, weiche, die Satzungen, uud EinKein„aber“, Stanislaus. Vergessen wir ihn. Er hat mich ja nur belehrt, wie recht ich that, dich zu wählen, und ich danke Gott, daß du mein geworden bist und nicht dieser wütende, charakterlose Mensch. Sascha— Geliebte. Er beugte sich hinab, sah innig in ihr rosiges Gesicht, das sich zu ihm emporhob, und dessen rote, lockende Lippen ihm die Gewißheit gaben, daß er nun sein Glück für alle Zeiten errungen. 5. Die Thoren, ich werde ihnen zeigen, daß mit mir nicht zu spassen ist, murmelte Iwan Gurgul, indem er planlos immer weiter in den verwilderten Park hineinrannte, sodaß er nicht wußte, wohin er geriet, was um ihn geschah, und er auch nicht beachtete, daß schon die Dämmerung hereinbrach und die dunklen Schatten unter den hohen Bäumen weilten. Sein Kopf war heiß und wirr, seine Kehle, sein Mund trocken, daß ihm die Zunge am Gaumen klebte, und in seinen Schläfen pochte und hämmerte es und drohte, ihm den Schädel zu sprengen. Verflucht soll er sein, schrie er laut in den Park hinein. Er soll nicht über mich triumphieren und sie so leicht gewinnen können. O, diese Hirnverbranntheit von Sascha, mich zurückzustoßen. Ich, ich ganz allein wäre der Mann gewesen, sie auf den Händen zu tragen ihr das Glück zu geben, das sie beansprucht. Immer weiter wanderte e. in das Dickicht des in unbestimmter Finsternis daliegenden, verwilderten Parkes hinein. Jetzt stutzte er. Ha, schleicht da nicht eine dunkle Gestalt vor mir her? Ist das ein düsterer Schatten, gekommen aus der Unterwelt, der mir den Weg meiner Rache zeigen soll?— Stehe, Gespenst verfluchtes, stehe! In wilder Hast stürzte er auf die Gestalt zu, doch die wich ihm aus, immer vor ihm her, und er rastlos nach. Jetzt stolperte er über einen großen Stein. In blinder Wut bückte er sich, hob ihn auf, schleuderte ihn mit voller richtung deser Kase deriten und der Kaumer demätst eirreichen soll, ihren Ausdruck fand.(K. Vztg.) Düsseldorf. 10. Jan. Die Unsitte der Kinder, Schreibfedern abzulecken, hat eine hiesige Familie in tiefe Trauer versetzt. Das 8jährige Söhnchen eines Kaufmanns leckte nach Fertigstellung seiner häuslichen Arbeiten eine mit Tinte behaftete Stahlfeder ab. Nach wenigen Stunden schwoll das Zahnfleisch des Kleinen in bedenklicher Weise an, und der sofort gerufene Arzt konstatierte eine Blutvergiftung. Der Zustand des Knaben ist ein lebensgefährlicher. Die Lehrer und Eltern werden wohl gut thun, dieses bedauerliche Vorkommnis ihren Pflegebefohlenen als Warnung vorzuführen. Vermischtes. — Paris, 8. Jan. An Mitgliedern des Ordens der Ehrenlegion, welche einen Sold bezieben, waren am 1. Dezember 1893 vorhanden: 34 Großkreuze, welche je 3000 Franken, 181 Großoffiziere, welche je 2000, 820 Kommandanten, welche je 1000, 4608 Offiziere welche je 500, 25392 Ritter, welche je 250 Franken jährlich erhielten. Inhaber der Militärdenkmünze im Genusse des Ehrensoldes von jährlich 100 Franken gab es 50554. Die Ehrenlegionäre haben außerdem für ihre Töchter und andere weibliche Verwandte Anspruch auf ganz oder teilweise unentgeltliche Erziehung in den für diesen Zweck bestehenden Ordensanstalten zu Saint Denis, Ecouen, und les Loges(im Walde von Saint Germain), von denen die erstere 400, die beiden anderen je 200 Zöglinge aufnehmen. Zur Bestreitung der ihm obliegenden Ausgaben steht dem Orden ein Jahreseinkommen von 16181 418 Franken zur Verfügung, wozu die Zöglinge der Erziehungsanstalten 107 000 Franken beitragen; alles übrige kommt unter verschiedenen Titeln aus öffentlichen Mitteln. Unter den Ausgaben nehmen die Soldzahlungen mit 9472 300 Franken an die Ordensbesitzer und 4 910 400 an die Inhaber der Denkmünzen die ersten Stellen ein, daneben werden anderweite Zahlungen für Zwecke der Wohlthätigkeit geleistet. § Um die Ausfuhr deutscher Maschinen, namentlich nach überseeischen Ländern, die Leistungsfähigkeit der deutschen Maschinenindustrie entsprechend zu heben und in der möglichsten Erweiterung des Absatzgebietes die Grundbedingung für die auf Herstellung von Specialitäten gerichtete Entwickelung dieser Industrie zu gewinnen, tritt immer mehr die Notwendigkeit hervor, dem Beispiele auderer Nationen darin zu folgen, daß die für aufnahmefähig gehaltenen Gebiete durch dazu geeignete und geschulte Ingenieure zur Anknüpfung von Geschäftsverbindungen bereist werden. Bisher ist dies nur selten geschehen, nicht etwa, weil das Mittel an sich zur Gewinnung neuen Absatzes nicht für wirksam gehalten wurde, sondern weil die damit verbundenen bedeutenden Kosten den einzelnen Fabrikanten zurückschreckten. Diesem Mangel abzuhelfen, bemüht sich fortdauernd in anerkennenswerter Weise der Verein deutscher Maschinenbau=Arstalten, dessen Satzungen und Vertragsbedingungen auf Ersuchen von dem Vorsitzen: den, Kommerzienrat H. Lueg zu Düsseldorf, zur Verfügung gestellt werden. Der bis jetzt 60 Firmen mit insgesamt 27000 Arbeitern umfassende Verein hat eine besondere Ausfuhr=Abteilung errichtet und beabsichtigt, die gesamten deutschen Maschinen=Industriellen oder doch einzelne Gruppen derselben zur Eutsendung von Ingenieuren ins Ausland zu vereinigen, und dadurch die Lasten auf viele Schultern zu verteilen. Vorläufig haben aber erst 24 Firmen mit eiwa 8000 Arbeitern ihre Zustimmung erklärt. Ein Ingenieur ist im Juni 1894 nach Chile und Peru abgereist. und ein zweiter wird die südafrikanische Republik (Transvaal) besuchen; andere sollen, falls die erforderlichen Mittel aufgebracht werden, Brasilien und die La PlataStaaten bereisen. 8 Post=Weihnachts= und Neujahrs=Verkehr in Berlin. In Berlin wurden in der Weihnachtswoche 1894 an Paketen 878 546 Stück aufgegeben gegen 812913 Stück im Jahre 1893, mithin im Jahre 1894 mehr 65 633 Stück. Die Zahl der während dieser Zeit in Berlin angekommenen Pakete betrug 527322 gegen 510 193 im Vorjahr, also 17129 mehr. Während der Weihnachtszeit waren beschäftigt an Beamten, Unterbeamten und Hilfsmannschaften 12 307, darunter Unteroffiziere und Mannschaften der Garnison 978, an Pferden täglich 1668 Der Neujahrsverkehr umfaßte in diesem Jahr 3122431 in Berlin aufgelieferte und bestellte Stadtbriefe gegen 2571 093 im Vorjahr, mithin 551 338 mehr. Ein leiser, vom Winde verwehter Aufschrei.— Der Schatten war verschwunden. Einen Augenblick blieb er erschreckt stehen, dann wollte er wieder vorwärts, doch er taumelte, fiel über eine Wurzel und sank in den moosigen, feuchten Waldboden. Der Fall brachte ihn zur Besinnung; er raffte sich stöhnend auf und schlug den Heimweg ein. Wie ein Dieb schleichend und unbemerkt gelangte er in sein Zimmer, warf sich aufs Bett und versuchte zu schlafen. Doch er konnte keine Ruhe finden. Unruhig wälzte er sich hin und her, und zuletzt stand er auf, trat aus Fenster, öffnete es und blickte hinaus. Dunkle Nacht gähnte draußen und tausende von gläuzenden Sternen funkelten vom Himmel herab. Die Luft war weich und lind und der leise Wind brachte eine angenehme, feuchtfrische Kühle mit. Doch sie beruhigte seine erregten Neuven nicht, sondern er warf sich, von seinen fürchterlichen Gedanken gequält, wieder unruhig aufs Bett. Und je mehr die Nacht vorschritt und der Tag sich näherte, desto unruhiger wurde er. Endlich sprang er in raschem Entschluß von neuem auf, kleidete sich an und eilte ins Freie hinaus. Vielleicht fand er draußen in der Natur die ersehnte Ruhe. Noch war es ganz dunkel und alles selisam ruhig ringsum Kein Laut störte die Stille der Nacht. Es mußte ein leichter Regen oder ein starker Thau gefallen sein, denn die Blumen und Sträucher dusteten betäubend stark, und der Geruch der feuchten Erde slieg zu ihm auf. So eilte er hastig dem sich dicht an den Paik anschließenden Wald zu, von dessen feuchten Moosboden leichte Nebel aufstiegen und wallenden Schleiern gleich, zwischen den Bäumen hinzogen. Was für ein Narr ich bin, murmelte er, mich hier in der Nacht im kalten Nebel herumzutreiben. Ich werde sicherlich ein Fieber danach bekommen. Gleichviel, das soll mich in meiner Rache nicht hindern. Ich habe mir selbst furchtharen Eid aeleistet urd 15 7......9 — Schungge: in Deutschkand. Man flest in neuerer Zeit viel von großen Zollvergehens=Prozessen im Ausland, bei denen oft ganz gewaltige Summen als Strafen verhängt werden. Daß es aber auch bei uns nicht an Zollhinterziehungen fehlt, ist aus den seit 1880 vom Kaiserlichen Statistischen Amt veröffentlichten Nachweisungen über die Zoll= und Steuer=Strafen zu ersehen. Danach wurden in den vierzehn Etatsjahren 1880/81 bis 1893/94 innerhalb des deutschen Zollgebiets nicht weniger als 234 146 Personen, oder jährlich durchschnittlich 16 725 Personen wegen Zollvergehens, sowie wegen Uebertretung von Ein=, Aus= und Durchfuhr=Verboten(Kontrebande usw.) verurteilt, und die erkannten Geldstrafen machen nicht weniger als 6 180 239., die hinterzogenen Zollgefälle 1 018 506 M. aus. Dabei überwiegen die Straffälle in bezug auf Zölle jene in bezug auf Ein=, Aus= und Durchfuhr=Verbote ganz erheblich. Erstere betrafen nämlich im genannten Zeitraum 146 858 Personen(letztere nur 8188 Personen); der Betrag der hinterzogenen Zollgefälle war 980 436 M.(39069.), die Höhe der verhängten Geldstrafen 5613025 Mark(292 121 Mark.) Dazu kamen noch Ordnungsstrafen für 78 854 Personen(641 Personen), in Höhe von 266 895 M.(8198 Mark). Von obigen 234 146 Personen werden 10 406 zu Freiheitsstrafen verurteilt, nämlich 4029 wegen Zollvergehens, 5377 aber wegen Uebertretung von Ein=, Aus= oder Durchfuhr=Verboten. Von den wegen Zoll=Defraudation oder Kontrebande mit Geldbußen Bestraften waren 139227 Personen im ersten Falle, 6937 im ersten Rückfall und 779 im zweiten Rückfall bestraft. Erfreulicherweise ist aber in den letzten Jahren, namentlich im Etatsjahr 1893/94, eine große Abnahme der Zoll=Hinterziehungen wahrzunehmen gewesen; insbesondere hat der GrenzSchmuggel erheblich sich vermindert. Während in den sieben Jahren 1880/81 bis 1886/87 noch 80 477 Personen zu Defraudationsstrafen verurteilt wurden, ist die Zahl solcher in den 7 Jahren 1887/88 bis 1893/94 auf 74569 Personen gesunken, obwohl in der Zwischenzeit das Zollgebiet durch den Anschluß der Hause=Städte nicht unerheblich sich vergrößert hat und durch Einführung neuer Zölle, sowie Erhöhung bestehender die Gelegenheit und der Reiz zur Hinterziehung von Zollabgaben vermehrt worden. Was die Art der eingeschmuggelten Waren anbelangt, so handelt es sich dabei vornehmlich um Rindvieh und Schweine; ersteres wird besonders an der bayerisch=böhmischen Grenze eingeschwärzt, letztere namentlich an der russischen Grenze, z. B. in. den Jahren 1880/81 bis 1893/94 nicht weniger als 23 150 Stück. Im gleichen Zeitraum wurden durch die deutschen Zollbeamten beschlagnahmt 216 800 Kilo Salz, 213 660 Kilo Tabak, 78 787 Kilo Kaffee, 36 150 Kilo Zucker, 25 689 Kilo Branntwein, 25 485 Schweine, 3057 Stück Hornvieh. Salz wird namentlich über die belgische und russische Grenze, Tabak über die holländische, Branntwein über die französische Grenze eingeschmuggelt, desgleichen Kaffee aus Holland und der Schweiz, Wein aus Frankreich und Oesterreich, Zucker aus der Schweiz. Im Kampf mit den Schmugglern wurden innerhalb der mehrfach erwähnten 14 Jahre ein Grenzbeamter getötet und 9 verwundet; von den Schmugglern mußten 18 ihr Unterfangen mit dem Leben und 36 mit Verwundung büßen. (K. Aus dem Berliner Adreßbuch. Nach Ausweis des Berliner Adreßbuches wird das Weichbild Berlins jetzt von 983 Straßen durchquert, die durch 10 Parkanlagen, 104 Schmuckplätze und 66 Brücken unterbrochen werden. Wir zählen ferner 77 Kirchen und Kapellen, darunter 50 evangelische, 7 katholische, 1 englische, 10 für außerhalb der Landeskirche stehende Gemeinden und 3 MethodistenBetsäle. Dazu gesellen sich 11 Synagogen. Berlin verfügt zur Zeit über 24 Theater und 2 Cirkusgebäude. Die Zahl der öffentlichen Heilanstalten beträgt 28; dazu kommen 20 Sanitätswachen und 15 Hospitäler. Die Zahl der Gemeindeschulen(Schulgruppen) ist auf 206 angewachsen. Es giebt hier ferner 16 Volksküchen, 8 Kindervolksküchen und 8 Waisenhäuser. 19 Freimaurerlogen sind in Berlin; dazu treten drei Logen des Freimaurer=Ordens der Humanisten, 14 Oddfellow=Logen, neun Druiden=Logen und drei Buai=Brith=Logen. Außer auf der Stadtbahn kommen die Fremden auf neun Bahnhöfen in Berlin an. Ganz riesig ist das Vereinsleben entwickelt. Das Adreßbuch zählt nicht weniger als 1134 Vereine auf, unter ihnen: 30 Aerztevereine, 64 Gesang= und Musikvereine, 45 Stenographen=, 93 Turnvereine, 101 Vereine für gemeinnützige und gesellige Zwecke, 39 Darlehns= und Kreditvereine, 97 Kriegervereine, 46 Landsmannschaften, 11 Lehrer= und Lehrerinnenvereine, 15 Kunstvereine usw. Mit Staunen und mit Grauen erfährt man ferner, daß hier 812 Zeitungen und Zeitschriften erscheinen und zwar: 67 amtliche, 63 politische, 206 für Kunst und Wissenschaft und 476 für Handel, Gewerbe und Landwirtschaft.— Von dem gewerblichen Leben in Berlin erhält man einen Begriff, wenn man einige der Haupterwerbszweige Revue passieren läßt. So verzeichnet das Adreßbuch beispielsweise 7524 Schneider aller Arten, 5600 Schuhmacher, 3260 Tischler, 1498 Bäcker, 2200 Schlächter, 848 Barbiere, 480 Friseure, 2400 Cigarrenhändler, 1056 Destillationen, 4707 Gastwirte, 2208 Schankwirte, 3060 Maler aller Art usw. Daneben giebt es aber auch noch Gebiete, die ganz oder doch fast ganz ohne Wettbewerb sind. So giebt es beispielsweise nur eine einzige Bluthandlung und 2 BlutegelHandlungen. Litterarisches. = Wie ein allumfassendes Saisonbild aus der Welt unserer lieben Kleinen mutet die eben zur Ausgabe gelangte JanuarNummer der im Verlage von John Henry Schwerin, Berlin., erscheinenden Illustrierten Monatsschrift„Kindergarderobe“ uns an. Hand und Auge der Mutter und Kinderfreundin finden in diesem wirklichen Schatzkästlein wiederum alles vereinigt, was die Jahreszeit zur Bekleidung(mit besonderer Berücksichtigung der Selbstanfertigung der Kindergarderobe, bei sparsamstem Wirtschaften) sowie zur unterhaltenden und belehrenden Beschäftigung unserer Kleinen erfordert. Der Schnittwusterbogen umfaßt 150 genau passende Schnitte, darunter sogar Kinder, Maskenkostüme. Die Extra-Beilage„Für die Jugend“ zeigt was Kinderhände alles aus Schnee anfertigen können. Und dieses Viele in Kunstblattdruck auf gutem Pavier kostet nur 0,60 M. vierteljährlich, gewiß die beste Ermunterung zur Bestelling einer überall erhältlichen Grat'=Probenummer der „Kindergarderobe“. Bitte um Hilfe! Der Sturm und die Hochslut, welche in der Schreckensnacht vom 22./23. Dezember 1894 die Küsten und Inseln der Nordsee verheerend heimsuchten, haben über die in vielversprechender Entwickelung begriffene Fischdampferflotte der Unterweser das schwerste Unheil verhängt. Von den in Geestemünde und Bremerhaven beheimateten 54 Fischdampfern sind nicht weniger als fünf, während sie in der Nähe des Hornsriff dem Fange oblagen, ein Opfer der unerhört wütenden See geworden Ein sechster, auf der Fahrt von England nach Geestemünde begriffener Fischdampfer, dessen Wiederkehr noch in den jüngsten Tagen zagend erhofft wurde, bleibt und bleibt verschollen und muß heute ebenfalls als unwiederbringlich verloren gelten. Der Untergang dieser sechs Fahrzeuge, welche fast durchweg erst in den letzten Jahren erbaut sind, schädigt das National= vermögen um viele Hunderttausende. Indessen bedeutet diese Thatsache nichts gegen den Jammer und die Not, welche über zahlreiche Familien jäh hereingebrochen sind. Die ganze aus 61 wackeren Seeleuten bestehende Besatzung hat ein Grab in den Wellen gefunden. Nahezu 40 Frauen beweinen den Gatten, weit über 100 Waisen den Vater, der zahlreichen Fälle nicht zu gedenken, in denen ergraute Eltern den Sohn und Ernährer, hilfsbedürftige Geschwister den Bruder verloren haben. Den unsagbaren Kummer so Vieler zu stillen, die das Liebste eingebüßt haben, geht über menschliche Kraft. Die ausgiebigste Hilfe thut dringend Not. Keiner der Verunglückten ist gegen Unfall gesetzlich versichert, weil die staatliche Unfallversicherung beklagenswerterweise bislang nicht auf die Hochseefischerei=Betriebe erstreckt ist. So sehen die Hinterbliebenen der bitteren Sorge um das tägliche Brot unmittelbar ins Auge. Svenden nehmen entgegen in Geestemünde die Kreiskommunalkasse und die Geestemünder Bank, in Bremerhaven die Bremerhavener Bank. Den 6. Januar 1895. Das Komite. Landrat Dyes in Geestemünde, Vors. Bürgerlicher Congreßstraße 4. 10696 G r4sse b 8e. 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