Verleger: Beaufort u. Mayer. Verantw. Redaktenr: Louis Lax. Expedition: Mayer'sche Buch handlung, Büchel 43. Drucker: 3. J. Beaufort, Theaterstr. 12 in Nachen. Dreimonatliches Abonnement für Aachen und Burtscheid 1 Thlr. 15 Sgr.; für ganz Preußen 1 Thlr. 16 Sgr. 3 Pf. Insertions=Gebühren für die Petitzeile oder deren Raum werden mit 1 Sgr 3 Pf. berechnet. Ne 106. Mittwoch, den 16. April 1862. Bestellungen auf die Aachener Zeitung für das II. Quartal welle man, in Nachen bei der Erpevition. auswärts bei der nächsten Post- Austalt baldigst machen Uebersicht. Amtliches. Deutschland. Aachen(die Wahlen). Berlin(die Universität; Militairisches; die Ministerprogramme; die Wahlerlasse). Königsberg(Handwerkerverein). Gotha(Negentschaft). Hamburg(Küstenschutz). Bremen(Küstenvertheidigung). Hannover(die Kammer). Kassel(Verbote). Frankfurt(Briefporto). Karlsruhe(Turnschule). München Gewerbeordnung). Wien(der Preußische Gesandte; die Griechische Frage). Amerika.(Der Nashville; der Merimac und der Monitor; der Seuat). Großbrittanien. London(die Verhaftung Bishop's; Hr. Budd*). Frankreich. Paris(Herr von Lavalette; der 106. Geburtstags Hahnemann'). Neueste Nachrichten. Vermischte Nachrichten, Börsen= u. Marktbericht. Deutschland Berlin, 14. April. Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht, dem außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Großherzoglich Badenschen Hofe, Grafen v. Flemming, den Rothen Adler= Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub und dem Königlich Schwedischen Kammerherrn und LegationsSekretair v. Burenstam in Wien den Königlichen Kronen=Orden dritter Klasse, sowie dem Agenten der Hauptbank zu Berlin, Moritz Volkmar, den Karakter als Kommissions=Rath zu verleihen. Dem Kaufmann J. H. F. Prillwitz in Berlin ist unter dem 11. April dieses Jahrs ein Patent auf eine durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesene Einrichtung an Tasten=Instrumenten, um die angeschlagenen Tasten nach Aufhebung des Druckes niedergedrückt zu erhalten; ferner dem Professor Dr. Schwarz zu Breslau ein Patent auf ein durch Beschreibung nachgewiesenes, als neu und eigenthümlich erkanntes Verfahren, Bleiröhren im Innern mit einem schützenden Ueberzuge zu versehen, ohne Jemand in der Anwendung bekannter Theile desselben zu beschränken, auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerechnet und für den Umfang des Preußischen Staats ertheilt worden. *- Aachen, 15. April. Wir möchten denen Allen, welchen die gedeihliche Entwicklung unseres Staats am Herzen liegt, recht ernstlich zu bedenken geben, was ihre nächst liegende Pflicht sein sollte. Wir möchten, daß man allseitig es wohl überlege, was die Lage ist und was ein jeder vermag. Sieht man sich um, so findet man, daß die Meinung allgemein zu sein scheint, das neue Ministerium sei nicht lebensfähig, es werde doch bald wieder weichen müssen und wenn nur etwas an den Wahlen gear beitet werde, so müsse die liberale Partei obsiegen, falls nicht ein Staatsstreich erfolge, der eben den Staat bis in die Tiefe erschüttern müsse. Man sei nur nicht zu sanguinisch. Es wird kein Staatsstreich erfolgen, denn die Krone wird die Verfassung nicht umwerfen, weil sie beschworen ist, und weil sie sehr wohl weiß, daß damit ihre Stellung in Europa schwer leiden würde. Sie hat Kammer aufgelöst und die Minister gewechselt, weil sie von neuen Wahlen die Vertreter einer andern Stimmung erwartet, weil sie selbst gefühlt hat, daß ein zweischlächtiges Kabinet nicht zum Guten führen kann und weil sie Rathschlägen gefolgt ist, welche diese Kammer als gefährlich darzustellen liebten und versicherten, das Volk selbst sei gar nicht mit ihr ein verstanden. Man kann es bedauren, daß solche Rathgeber das Ohr des Fürsten haben— und wir bekla gen es nicht zuletzt— aber die Handlung an sich ist eine konstitutionelle und man wird wohl thun, sich die Lage klar zu machen, nicht zu viel zu hoffen, aber auch keinen falschen Schrecken zu verbreiten. Wir glauben auch, daß dieses neue Ministerium nicht lebensfähig ist, daß es nothwendig entweder bald zu einem rein liberalen oder erst noch zu dem Versuch mit einem ganz feudalen führen muß. Jedes Prinzip verlangt seine Konsequenzen und wir wissen, daß es kein Preußen mehr geben kann, wenn sie Regierung nicht der Ausdruck der Volksmeinung I. Aber man denke sich die Aufgabe des Volkes sicht zu leicht. Ueber das letzte Resultat wird kein Zweifel sein, wann aber dieses letzte eintreten werde, das ist die Frage. Dazwischen kann mancher Mosat, manches Jahr vergehen, wenn das Volk nicht verständig ist, wenn nicht von außen irgend eine drohende Erscheinung auftritt. Schlägt der Mann an der Seine an seinen Degen, so wird die Umkehr dur volksthümlichsten Regierung allerdings sehr rasch Efelgen, aber das liegt außer der Berechnung. Nation hat dafür zu sorgen, aus sich, durch siut die befriedigung ihrer Bedürfnisse zu verschaffen. Was dazu gehört, ist sehr klar: das Auftreten emner kompakten freisinnigen Majorität. Daß die Majorität vorhanden ist, wissen wir recht gut, aber uach— und das vergißt man zu sehr— wie sehr sie ausgesetzt ist, sich zu zersplittern, wie viele dahin e bringen sind, ihre Meinung in der Tasche zu beFatten, frei zu reden, aber unfrei zu handeln, beonders wenn scheinbar für den Augenblick einige manzielle Erleichterungen gemacht werden sollten, wenigstens sich vom Schauplatz des Handelns zurückzuhalten. Wir wissen, wie weit das neue Ministerium direkt auf die Wahlen einzuwirken gesucht hat. Es hatte das nicht einmal nöthig, es geben stille Wege genug, um den Zweck der Einschüchterung zu erreichen. Bei den letzten Wahlen haben manche Beamte, trotz dem ministeriellen Verbote, es an reaktionairen Einwirkungen nicht fehlen lassen und Graf Schwerin war so schwach oder so gebunden, die Verletzung seiner Edikte nicht einmal zu strafen. Das heutige Ministerium hat besonders in den alten Provinzen, Beamte genug gefunden, die nicht angespornt zu werden brauchten, die seinen Wünschen zuvorkamen. Und war in jenen Gegenden schon manche liberale Wahl schwer genug durchzusetzen, sie wird jetzt unmöglich sein, so daß mit Sicherheit angenommen werden kann, die Reaktion werde eine gute Anzahl Stimmen gewinnen. Man verkennt das nicht, aber meint, die Mehrheit der Wahlen werde doch freisinnig ausfallen; die sich ausschließlich, um nicht feudal oder abso lutistisch zu gelteu, konservativ nennen, obgleich sie nur den Samen der Unzufriedenheit, wenn nicht von etwas Schlimmerem konserviren, da sie nur darauf ausgeheu oder unbewußt dazu helfen, die Bedeutung Preußens zu untergraben, dieses konservative Ele ment werde immer in der Minorität bleiben. Wenn es mit rechten Dingen zugeht, allerdings, aber nur, wenn man auf der andern Seite so klug ist, wie diese. Von dieser Klugheit geben uns die Organe der beiden liberalen Parteien häufig nur schwache Beweise. Wir lassen die Sprache, welche ein Theil derselben führt, bei Seite, obgleich sie nicht geeeignet ist, die Sache zu fördern, wir halten uns an den Kern und darin zeigt sich eine klare Verkennung der Lage, die nicht früh genug korrigirt werden kann. Wenn man will, daß die Reaktion sich nicht in die Länge ziehen soll— und daß ein Volk die Reaktion sehr lange zu ertragen vermag, sehen wir nicht bloß an Frankreich, wir haben es zehn Johre lang mit musterhafter Gebuld an uns selbst erlebt— will man die Prüfungszeit abkürzen, so gibt es nur Ein Mittel dazu: Einigkeit. Wir hören aber jetzt gar viele Stimmen, die das Gegentheil predigen. Hier und da fallen die vom Fortschritt über die des Alt=Liberalismus her und bemühen sich, sie vor den Wählern in den Bann zu thun, als ob ihre Hülfe eine Gefahr, ihr Benehmen ein Verbrechen wäre und man ein Recht hätte, Gott zu danken, daß man nicht sei, wie jene. Sagt man ihnen, diese Partei Grabow habe roch aus Männern bestanden, die immer für Recht und Freiheit gestritten und noch zuletzt sei ihr Programm nicht um ein Haar von dem der Fortgeschrittensten verschieden, so antwortet man, sie habe sich schwach benommen und müsse erst Beweise ihrer Thatkräftig keit liefern. Immerhin schwach, aber wenn sie weniger gehofft, weniger vertraut hätte, wäre die Lage jetzt eine andere? Glaubt noch jemand, daß der Hagensche Antrag Schuld an der Krise sei, liegt es nicht klar genug vor, daß die Krise von langer Hand vorbereitet war? Die Partei Grabow soll erst Beweise geben, daß sie künftig kräftiger auftreten werde! Wenn nur ein Mittel dazu vorhanden wäre! Das einzige, was zu haben war, die deutliche Aussprache ihres Willens für die Zukunft, ein Programm für ihr künftiges Wirken und Stimmen, das hat sie nicht vorenthalten und mehr verlangen kann niemand, weiter zu gehen, denkt niemand. Man kann nicht mehr verlangen, aber durch die Verdächtigung der einen Partei schadet die andere der Gesammtheit. Sie schadet, wenn sie dahin wirkt, daß die hervorragendsten Männer des Liberalismus dadurch beseitigt werden, denn nimmermehr wird man an maßgebender Stelle diejenige Versammlung für den rechten Ausdruck der Volksstimme halten, in welcher diejenigen Männer fehlen, welche das Volk so lange getragen hat, noch weniger wird man eine Regierung ändern, wenn man nicht Männer in der Kammer sieht, aus denen eine Regierung zu bilden möglich ist, und noch lange für möglich allein gehalten werden wird. Wir sind nicht in der Lage, allgemeine Sätze auf die Spitze zu treiben, und kein Staat hat noch damit etwas Dauerhaftes geschaffen, überall ist der Fortschritt, in England zumal, nur durch Kompromisse erzielt worden. Und hier ist der Kompromiß ein leichter, denn die Schei dung zwischen Grabow und Schultze hat aufgehört für jeden Billigdenkenden, für jeden, der verständig ist, zu wollen, was er kann. Es ist gar kein Kunststück, sich im Geist über den gegebenen Boden zu erheben und Wolken zu umarmen, aber es ist auch sehr unfruchtbar. Lerne man endlich einmal praktisch sein und den Vorwurf Fremder vermeiden, daß wir eitel Ideologen seien, die den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen vermögen. Wenn nicht eingelenkt wird, stoßen wir uns den Kopf ein, der rechte Weg ist nur durch Einheit Aller zu finden, die verträglich zusammen gehen können. Ob Fortschrittspartei ob Grabowiten, das darf nicht Wahlspruch sein, so wenig, wie ob einer für oder gegen Hagen gestimmt hat, sondern das und nur das, ob jemand zu den Programmen hält, die beide Parteien aufgestellt haben, gleichviel zu welchem, denn im Sinne sind beide sich gleich und hätte nur schon das Grabow'sche den Sieg errungen, es wäre das Größte schon erreicht. Nur die Einheit, das aufrichtige Zusammengehen beider Fraktionen kann den Wahlen eine wahre Bedeutung geben. Kann man sich nicht in sehr übel angeregten Eigenwillen dazu bequemen: nun so werden Spaltungen entstehen, die Wahlen werden zerfallen, und mit aller Kraft hätte man damit weiter nichts fertig gebracht, als dem prinzipiellen Gegner in die Hände zu arbeiten und wenn nicht den Rückschritt, doch den Stillstand für etwas längere Zeit uiren helfen. Ein schöner Trost hernach zu sagen, man habe sich nichts vergeben und sein Bewußtsein salvirt, den Prozeß wieder in eine neue Instanz gebracht, wo man durch einen billigen, redlichen Vergleich das ganze Streitobjekt sich verschaffen kann. Bedenke man es reiflich, wozu die gegenseitigen Anfeindungen führen; überlege man sich patriotisch, wohin es führt, welche Stellung man dem Vaterlande bereitet, wenn man seine Schwäche verlängert, wenn man von Deutscher Einheit spricht und sich nicht einmal im eigenen Hause Gleichgesinnte einigen können. Es steht so Schweres auf dem Spiel, daß es Pflicht ist, sit zu besinnen und die rauhe Seite abzuwenden, um sich desto besser zusammenschließen zu können, Gegnern gegenüber, die gering zu schätzen Blödheit wäre. Berlin, 14. April. Man schreibt aus Halle vom 13. April: Die Professoren der hiesigen Universität haben gestern einen mit 32 Unterschriften versehenen Protest gegen den Mühler'schen Wahlerlaß nach Berlin gesandt. Aus Danzig ist am Sonnabend an den Rektor und Senat der Berliner Universität eine von den angesehensten Kaufleuten der Stadt unterzeichnete Adresse abgesandt, in welcher dieselben ihre volle Anerkennung und Dank für den freimüthigen und würdigen Pretest der Universität aussprechen. Die„Militairischen Blättern schreiben: Nach den öffentlichen Blättern soll der Pariser„Moni teurn die Nachricht von der Auflösung des 101. und 102. Französischen Infanterie=Regiments bringen. Beide Regimenter bestehen, wie wir seiner Zeit meldeten, aus Kommandirten aller Regimenter der Armee, deren Plätze in ihren alten Truppentheilen offen blieben, so daß bereits bei ihrer Errichtung die Absicht vorlag, sie bei der Rückkehr nach Frankreich wieder aufzulösen. Beim 102. Regiment, welches bereits zurück ist, geschah dies freilich nicht; allein das 101. Regiment steht auch noch gegenwärtig in Cochinchina, und die augenblickliche wirkliche Auflösung desselben ist daher unwahrscheinlich. Uebrigens meldet der„Moniteur de'Armeen vom 1. April, die letzte Nummer, die uns vorliegt, noch nichts von dieser Auflösung, wogegen er mittheilt, daß alle diejenigen Soldaten, deren Dienstzeit in diesem Jahre abläuft, bereits gegenwärtig, also einige Monate früher, entlassen werden und zur Reserve übertreten. Es scheint diese Maßregel eher ein Blendwerk fürs große Publikum zu sein, das eine Armee=Reeuktion darin erblickt, denn in Wirklichkeit sind die meisten Leute, die davon betreffen werden, bereits beurlaubt und werden nur aus einer Liste in die andere übertragen. Die sämmtlichen hiesigen Rechtsanwalte waren durch die beiden Rechtsanwalte Lewald und Valentin vorgestern Abend zu einer Versammlung im Mesei'schen Lokale eingeladen, um ein Gutachten über die Gesetzmäßigkeit der bekannten Wahlerlasse der Ministerien abzugeben, welches demnächst veröffentlicht werden sollte. In der Versammlung, die sehr zahlreich besucht war, wurde zunächst die Frage ventilirt: nob überhaupt die Rechtsanwalte zur Abgabe eines solchen Gutachtens berufen seien und ob dazu eine Veranlassung vorliege? Nach einer ziemlich lebhaften Debatte wurde die aufgeworfene Frage mit überwiegender Majorität verneint. Von den ungefähr 40 Anwesenden sprachen sich außer den beiden Antragstellern nur noch sechs für Bejahung der Frage aus, und das Gutachten selbst kam nun weiter gar nicht zur Verhaudlung. Jetzt erst wird es möglich, die Kosten für die Krönungsfeierlichkeit, die in ihrem ganzen Umfange dem Ministerium des Königlichen Hau es zur Last fallen, zu übersehen. Wie es heißt, erreichen dieselben einen höheren Betrag, als anfänglich geschätzt ward, nämlich nahezu an 800,000 Thlr. Die in mehreren Kreisen an die Gast= und Schankwirthe ergangene landräthliche Aufforderung zu Denunziationen s2c. ubei Vermeidung der Konzessionsentziehunge läuft dem Gesetz vom 22. Juni 1861(Gesetzsammlung Seite 441) zuwider, durch welches der§. 71 der Gewerbeordnung abgeändert und den Verwaltungsbehörden das Recht, Schankkonzessionen zu entziehen, genommen ist. Die Beeinflussung der Gast= und Schankwirthe, welche den Verwaltungsbehörden durch jenes Recht möglich gemacht wurde, findet auch in den Bestimmungen der allerhöchsten Kabinets=Ordre vom 7. Febr. 1835 nicht den mindesten gesetzlichen Anhalt, denn diese Ordre schreibt zwar die Nothwendigkeit einer jährlichen Verlängerung der ertheilten Konzessionen vor, knüpft aber die Versagung der Prolongation an das Vorhandensein begründeter Beschwerden über den Gewerbebetrieb. Ungehorsam gegen solche landräthliche Aufforderungen, welche sich nicht auf den Gewerbebetrieb beziehen, berechtigt die Polizeibehörde also nicht, die Verlängerung bestehender Konzessionen am Kahresschlusse zu verweigern. Zu den verschiedenen sich wechselseitig widerlegenden Kombinationen, die auf Anlaß des so unerwartet veröffentlichten Schreibens des Finanzministers v. d. Heydt an den Kriegsminister v. Roon über die Stellung verbreitet sind, welche das Militairbudget in den beiden Sr. Maj. dem Könige vorgelegenen Programmen hatte, wird der.= u..=Z. von einem Manne, den sie als einen mit diesen Verhältnissen vertrauten Gewährsmanne bezeichnen darf, Folgendes mitgetheilt: Das Programm der liberalen Gruppe des Staatsministeriums hatte Forderungen in Bezug auf die Reduktion der Militair=Budgets durchaus nicht präcisirt. Es war darin im Allgemeinen von Sparsamkeit im Haushalte die Rede und bei dieser Gelegenheit in einem beiläufigen Satze die Erhaltung der Wehrhaftigkeit des Landes unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit und zulässiger Erleichterung der Steuerzahlenden betont. Um so schärferen Ausdruck hatten anden## Postulate der liberalen Politik, namentlich in Beziehung auf die als unumgänglich bezeichnete Reform des Herrenhauses gefunden. Eben in dieser und in verwandten Forderungen lag der Dissens innerhalb des Ministeriums, durch welchen die Allerh. Entscheidung provocirt ward. In dem konservativen Programm der im Amte verbliebenen Minister hatte die Frage der Armeeorganisation eine noch unbestimmtere Betonung, während grade die Konservirung der erhaltenden Elemente des Staatswesens zum Schutze der Krone gegen immer heftiger herandrängende Neuerungs= und Umgestaltungs=Bestrebungen unter den Forderungen dieses Theils des Kabinets vorangestellt waren. In diesem Programm war daher nicht davon die Rede, daß die Minister — wie von einer Seite behauptet wird— mit der Armeeorganisation stehen und fallen wollten, und eben so wenig hatte hier bereits eine Formel, in welcher die Absicht, auf den Steuerzuschlag zu verzichten, ausgedrückt worden, eine Stelle gefunden. Man wird nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß beide Fraktionen des Kabinets es vorgezogen haben, die Armeefrage als eine offene einer späteren Verständigung vorzubehalten. Die ersten Berichte über die Mission der Ministerialdirektoren im auswärtigen und Handelsamt, Philippsborn und Delbrück, an die mittel= und süddeutschen Höfe liegen vor und lassen ein erwünschtes Resultat erwarten. Wie man hört, ließ sich nach der ersten Einleitung bereits die Stellung sämmtlicher sogenannten Würzburger Staaten zu dem Preußisch=Französischen Handelsvertrage erkennen und die Wahrnehmung ableiten, daß trotz aller Gegenrede Vorverständigungen stattgefunden haben. Ein besonders geneigtes Entgegenkommen wird von Seiten der Sächsischen Regierung gerühmt und die meiste Shwierigkeit andererseits von Hannover aus entgegengesetzt. Nach einer Mittheilung der„Ostsee=Ztg.“ wäre auf höheren Befehl die Vorlesung des Wahlerlasses bei den Kontrollversammlungen der Landwehr sistirt worden. Die Bestätigung dieser Nachricht ist abzuwarten; ob Herr v. Roon endlich auch auf die privaten Stylübungen gewisser Landwehr=Offiziere ein schärferes Auge richtet, davon ist bisher noch nichts zu bemerken gewesen. Jedenfalls würde er Anlaß haben, sich über diese der Disziplin nicht besonders förderliche Agitation auch mit dem Herrn Minister des Innern in Verbindung zu setzen, da manche Landräthe in sein Ressort übergreifen und ihre Kompetenz auch auf die Landwehrverhältnisse ausd ehnen. Glaubwürdigen Versicherungen nach sind in den ersten Berathungen der außerordentlichen Militairkommission über die Erzielung eines minder hohen Etats sehr lebhafte Oebatten vorgekommen, welche sich weit mehr um Prinzipienfragen, als um Etatsersparnisse bewegt hätten. In letzterer Beziehung ist, so weit es sich bis jetzt übersehen läßt, eine Annahme der Vorschläge des Finanzministers auf Absetzung von 2½ Millionen Thaler so gut wie sicher, die Art dieser Erzielung führte aber zu lebhaften Kontroversen. Auf der einen Seite erklärte man sich für regelmäßige frühere Entlassung der Reserven, spätere Einstellung der Rekruten und Beschränkung großer Manöver, also für definitive Einführung der für das laufende Jahr getroffenen Anordnungen des Kriegsministers. Auf der andern Seite hielt man die Beschränkung komplizirter Uebungen für höchst bedenklich im militairischen Interesse und glaubte der Einführung der zweijährigen Dienstzeit den Vorzug geben zu dürfen. Die Vertheidiger dieses Vorschlags, zu denen ein, jedoch unverbürgtes, Gerücht sogar den Prinzen Friedrich Karl zählt, verwiesen auf die überaus günstigen Resultate, welche im letzten Semester bei einer beschleunigten Einexerzirung der Rekruten erzielt worden sind. Der König folgt den Berathungen mit großem Interesse und empfängt über die Spezialitäten derselben genauesten Bericht. Wie die Sachen im Augenblick stehen, soll die Entscheidung für die zweijährige Dienstzeit mehr Aussicht haben, als je zuvor. Der Wahlerlaß des Grafen zur Lippe ist auch den Mitgliedern und Rechtsanwalten des Obertribunals mitgetheilt worden. Die entgegenstehende Notiz war mithin irrig. Königsberg, 11. April. In diesen Tagen ist der Neue Königsberger Handwerkerverein, mit Ausschluß von Schülern und Lehrlingen, gestiftet woin den. Der provisorische Vorstand, bestehend aus den Herren Dr. Falkson, Kaufmann Jahr, Dr. Johann Jacoby, Schuhmachermeister Kade, Lampenfabrikaut Steil und Dr. O. Saemann, hat den gesetzlichen Vorschriften gemäß Statut und Mitgliederverzeichniß der hiesigen Polizeibehörde eingereicht.[Er ist alsbald auch von der Polizei verboten worden. Gotha, 12. April. Wie schon berichtet, ist von dem gemeinschaftlichen Landtag auf Grund der Bestimmung des§. 20 unseres Staatsgrundgesetzes, daß der Regierungsverweser protestantischen Glaubens sein müsse, die Vorlage des Staatsministeriums abgelehnt worden, durch welche die Regierungsverwesung für den Fall des Ablebens unseres Herzogs während der Regierungsunmündigkeit der Agnaten dem katholischen Prinzen August von Koburg übertragen werden solle. In gestriger Sitzung nun ist dem gemeinschaftlichen Landtage ein aus nur einem Paragraphen bestehender Gesetzentwurf unterbreitet worden, durch welchen die fragliche Bestimmung des§. 20 aufgehoben wird.— Gestern wurde dem Landtage auch der auf die Militärkonvention basirte Militäretat für 1862/65 vorgelegt, an diese Vorlage aber das Postulat gekaüpft, daß der jetzige Militäretat noch ein Jahr fortbestehen solle, wenn Seitens der Preußischen Kammern der Militärkonvention die Zustimmung nicht ertheilt würde. Hamburg, 13. April. Die meisten Mitglieter der vom Deutschen Bunde angeordneten Küstenbefestigungskommission sind gestern hier angekommen. Holstein scheint auch in dieser Kem mission nicht vertreten zu werden. Bremen, 10. April. Es ist ein erfreuliches Zeichen für die fortgeschrittene Erkenntniß unserer Schwäche und den lebhafter und allgemeiner gewordenen Drang, ihr abzuhelfen, daß man sofort, guch in Deutschland, namentlich an den Küstengeri#ren der Nordsee das Problem, welches der Monitor der Alten Welt herübergedonnert hat, mit einem Eifer aufgreift und behandelt, den man nur eigenen Lebensfragen zuwendet. Mag anch ein Monitor auf hoher See nicht brauchbar sein, sondern die Herrschaft auf dem Meere fortan auf dem Besitz eisenbepanzerter Kriegsschiffe beruhen, mag das in England erdachte Coles'sche Kuppelsystem Vorzüge haben und überhaupt der Monitor mancher Vervollkommnungen fähig und bedürftig sein, so ist doch die außerordentliche Wichtigkeit und Anwendbarkeit solcher Fahrzeuge für die Küstenvertheidigung auf das Klarste dargethan. Die gewaltige Widerstandsund Angriffskraft eines einzigen solchen Fahrzeugs anderen Kriegsschiffen gegenüber und zugleich die verhältnißmäßig sehr geringen Kosten der Herstellung sowohl als der Unterhaltung machen diese Fahrzeuge, zumal für Anfänger auf dem Gebiete der Seewehr, wie wir Deutsche es sind, ganz besonders geeignet. Den Amerikanern hat der Moni tor ein Drittel Million Thalern gekostet; schon Coles hat viel weniger verlangt und von hiesigen Fachmännern hört man die Herstellungekosten ebenfalls geringer anschlagen. Dazu aber kommt die Leichtigkeit der Ausrüstung und Unterhaltung; Ma trosen gebraucht ein solches Fahrzeug fast gar nicht, eine Handvoll muthiger und geübter Artilleristen und einige tüchtige Maschinisten machen es, sebald dieselben nur erst an das Wasser gewöhnt sind, unter der Leitung weniger tapferer Offiziere zu der furchtbarsten Waffe, die eine ganze Flotille von Kanonenbooten aufwiegt. In vielen Fällen und gerade für unsere Küsten würde sich ferner noch der besondere Vortheil ergeben, daß die feindliche Seemacht den die Küste vertheidigenden Monitors nicht leicht ähnliche ebenbürtige Gegner gegenüberstellen könnte, einmal weil sich dieselben nicht leicht über die hohe See bringen lassen, namentlich aber, weil solche Fahrzeuge, da sie nur einen geringen Kohlenvorrath für ein oder zwei Tage aufnehmen können, sich durchaus auf eine befreundete Küste, an der sie sich fortwährend verproviantiren können, stützen müssen, ihre Kraft also gerade auf ihrer Verbindung mit dem Lande, das sie vertheidigen, beruht. Was liegt daher näher als der Gedanke, daß die zunächst betheiligten Küstenstaaten auf eigene Hand, ohne die zweifellos nichtigen und vergeblichen Verhandlungen der Bundestags=Küstenvertheidigungs=Kommission abzuwarten, die Sache ernstlich anfassen und sich ein Paar solcher Monitors anschaffen? Für Hannover, Oldenburg, Hamburg und Bremen wäre es keine zu schwere Aufgabe, an den Mündungen der Elbe und Weser einige Fahrzeuge dieser Art zu unterhalten, welche im Falle eines Krieges mit Dänemark eine Blokade unserer Küsten höchst unwirksam, wenn nicht umöglich machen würden. Da die Preussische Regierung unseren Anfangs willkommen geheißenen Plan einer Flottenkonvention stecken des Deutsch=Oesterreichischen Postvereins wird, und zwar vermuthlich noch in diesem Jahre, in Karlslassen scheint, so könnte auch Bremen jetzt kein Bedenken haben, sich einem solchen Unternehmen anzuschließen, das auch die Preußische Regierung schen wegen ihres Jadehafens fördern müßte, wer iumer der erste Urheber sein möchte. Nach anderen Berichten hat die Bremer Bürgerschaft keine Lust mehr, sich wegen einer Militär=Konvention mit dem neuen Preußischen Ministerium einzulassen. Hannover, 12. April. Die Ständeversammlung ist des Osterfestes wegen gestern bis zum 23. April vertagt worden. In der gestrigen Sitzung der Zweiten Kammer überreichte der Berichterstat ter des Finanzausschusses die Anträge desselben in Betreff der Ablösung des Stader Zolles. Der Ausschuß beantragt, daß die Kammer ihre Zustimmung zu der durch die Staatsverträge eingetretenen theilweisen Ablösung des Zolles ertheile; daß der Zoll von den Waaren unter der Flagge der Staaten, welche noch nicht abgelöst haben, forterhoben werde, und daß die Zollfreiheit, welche seit 1850 für die aus See nach Harburg gelangenden Waaren bewilligt, indeß in Folge der Ablösungs=Verträge im Wesentlichen ohnehin beseitigt sei, unverzüglich vollständig aufgehoben werde. Kassel, 13. April. Nachdem das Frankfurter Journal seit vorgestern hier zu den verbotenen Blättern gehört, soll der nächste Schlag sich gegen die Zeitung für Norddeutschland und die Augsburger Allgemeine,richten. Letztere ist einstweilen verwarnt und ihr angedeutet worden, ein Beharren bei der bisherigen feindseligen Haltung werde das Verbot un nachsichtlich zur Folge haben. Wie gegen die genannten, so soll gegen jedes Blatt vorgegangen werden, welches der Volkssache ferner das Wort zu reden sich erkühnt. Nach Ansicht des Herrn Strauß bedarf es nur dieser Mittel, um mit dem Kurhessischen Volke bald fertig zu werden.— Die Landräthe fahren inzwischen fort, die Bürgermeister ihres Kreises zu Kundgebungen für die 60er Verfassung zu nöthigen, natürlich nur in solchen Kreisen, wo man des Erfolges gewiß ist. Im Kreise Kassel ist ein derartiger Versuch aus guten Gründen noch nicht gemacht worden. Die Berichte des Herrn v. Baumbach, der nur mit der Kreuzzeitungspartei verkehrt und deren Hoffnungen für leere Münze zu nehmen scheint, sollen auf die Entschließungen unserer Minister von wesentlichem Einfluß gewesen sein. Der Hessische Gesandte hat die Dinge in Berlin in den schwärzesten Farben gemalt. In den höchsten Kreisen herrsche eine so vollständige Anarchie, daß die Hessische Regierung von dort her ganz und gar nichts zu fürchten habe. Wenn sie also ihrer anderen Freunde gewiß sei, so möge sie sich nicht beirren lassen. Es scheint nach den Schritten der letz ten Woche, daß man dieser andern Freunde sich auch versichert hat. Viele glauben, daß man sogar nochmals nach dem Wahlgesetz von 60 werde wählen Be... 1 g i S.n uu Frankfurt, 15. Aprnl. Die nachste Krnserenz ruhe abgehalten werden. Es ist die Absicht der Preußischen Regierung, die für das Preußische Gebiet einzuführende Herabsetzung des Briefporto auf ein Maximum von 2 Sgi. für den einfachen Brief für das ganze Vereinsgebiet zu beantragen. Karlsruhe, 12. April. In der gestrigen Sitzung der Zweiten Kammer entspann sich über das Budget für den Turnunterricht eine längere Diskussion, die damit endete, daß ungeachtet der gegentheiligen Ansicht der Kommission der Antrag der Regierung auf Errichtung einer Centralanstalt für Turnuntericht in Karlsruhe genehmigt wurde. München, 12. April. Wie man heute vernimmt, hat die neue Gewerbeordnung die Genehmigung des Königs nunmehr erhalten, so daß dieselbe durch den Kabinets=Kurier, der bis zum 26. dieses Monats hier zurückerwartet wird, hierher gelangen wird.— Die Einberufung der Kreis=, Handels= und Gewerbekammern zur Begutachtung des Handelsvertrags mit Frankreich soll unmittelbar nach Ostern Statt finden. Wien, 12. April. Wir können versichern, daß die Lage der Dinge in Griechenland weit schlimmer ist, als es die bisher in die Oeffentlichkeit gedrungenen Mittheilungen ahnen lassen. Gleichzeitig müssen wir bemerken, daß die Version einer angeblichen Erklärung Frankreichs, in Griechenland zu Gunsten des Königs Otto interveniren zu wollen, aus der Luft gegriffen ist. Bei den zwischen den Schutzmächten Griechenlands im Zuge begriffenen Verhandlungen, wegen einer eventuellen Intervention derselben in Griechenland, hat sich eine so deutende Divergenz der verschiedenen Ansichten über diesen Punkt ergeben, daß in der nächsten Zeit kaum irgend ein einmüthiger Beschluß zu Gunsten der bedrohten Dynastie gefaßt werden dürfte.—„Scharfs Korrespondenzu schreibt:„Die Abreise des Preußischen Gesandten in Wien, Baron Werther, wurde mit einem bevorstehenden Wechsel in der Person des Preußischen Vertreters am Oesterreichischen Hofe in Zusammenhang gebracht. Wir können jedoch bestimmt versichern, daß die Abreise des Baron Werther, in dessen Begleitung sich der militairische Attaché der Preußischen Gesandtschaft, Graf Schweinitz, befindet, durch die Wendung bedingt werde, welche die Deutsche Bundesreformfrage genommen hat.n Dagegen bemerkt die Presse: „Der Preußische Gesandte, Baron Werther, ist heute Früh in Begleitung des hiesigen Preußischen Militair=Attachés nach Berlin abgereist. Nach der einen Version kehrt Baron Werther in etwa vierzehn Tagen wieder auf seinen Posten hierher zurück; nach einer andern wäre er bestimmt, an Stelle des Herrn v. Usedom als Bundestags=Gesandter nach Frankfurt zu gehen, in welchem Falle Herr von Perponcher von München nach Wien versetzt werden würde. Der Redakteur der„Humoristicke Listys, Herr Vilimek, ist vom Prager Oberlandesgericht, welches das vom Landesgerichte gefällte Urtheil, 14 Tage Kerker mit Verschärfung durch einen Fasttag und 100 Fl. Gelestrafe bestätigt, zugleich aufgefordert worden, seine Arreststrafe in 24 Stunden anzutreten. Herr Vilimek beabsichtigt, eine außerordentliche Revision der Untersuchungsakten in Wien zu beantragen.— Das Urtheil des Oberlandesgerichtes im Preßprozesse des hier erscheinenden Pelnischen Wochenblattes„Postepn ist gestern herabgelangt, und wurde durch dasselbe das Urtheil der ersten Instanz seinem vollen Umfange nach bestätigt. Dieses lautet für den Redakteur Ritter v. Osiecki auf eine sechsmonatliche, mit Fasten verschärfte Kerkerstrafe, den Verlust des Adels und eine Geldbuße von 50 Fl. Wie zu erwarten steht, wird Herr v. Osiecki die Revision des ganzen Prozesses ansuchen.— Der Reichsrathsabgeordnete Herr Dr. Karl Heinrich Fischer ist heute Morgens hier verstorben. Die Krankheit des Staatsministers v. Schmerling dauert fort. Se. Heil. der Papst hat, wie wir vernehmen, an den Erzbischof von Lemberg, Herrn v. Wierzchlejski, ein Schreiben gerichtet, in welchem er das Vorgehen des letzteren gegenüber den kirchlichen Demenstrationen in Galizien, dann sein Benehmen gegenüber der ihn von der Erlassung des bekannten Hirtenbriefs abmahnenden Lemberger Deputation vollständig gutheißt. Amerika. Lord Derby's. Aber daß man ihn dafür hielt, zeigt in welchem Licht Lord Derby von unwissenden Personen auf dem Kontinent betrachtet wird. Niemand wird es in England glauben, daß das Haupt der Brittischen Tories sich auch nur in Gedanken auf die Komplotte Franz des II. einläßt. Immerhin aber ist das Brittische Publikum auf den Gedanken gekommen, daß Lord Derby, Herr Disraeli und Lord Malmesbury das Gelingen jener Pläne mit Entzücken sehen, gern die Wiedereinsetzung der Bourbonen in Neapel und Sizilien, die Rückkehr der Priester zur Herrschaft in der Romagna und den Marken, und das Wiederaufleben der seligen Her zogthümer in Modena, Parma und Toskana begünstigen würden; ja, daß sie sich nicht grämen dürften, wenn die Oesterreichische Grenze wieder am Tessin wäre. Nichts ist klarer, als daß der Derby=Disraelitische Flügel der Terypartei mit ganzer Seele für die Zersplitterung Italiens ist. Das peinliche Fakt ist, die Führer der Tories haben eine auswärtige Politik, zu der sie sich nicht offen zu bekennen wagen, und die Masse der Partei fühlt sich über die Stellung, die sie vor der Nation einnimmt, gedemüthigt. Sie ist mit ihren Führern nicht einverstanden, und die Führer wissen es. Vor einigen Tagen starb in London ein reicher Mann, Herr Budd, der im Testament die Bestimmung getroffen hatte, daß seine zwei Söhne ihr Erbtheil verlieren sollen, falls sie sich je einen Schnurbart wachsen ließen! Trankreich. zu Die per„Hansau abgelieferten Briefe und Zeitungen aus New=York vom 29. ultimo enthalten des Mittheilenswerthen nur wenig. Die früheren Mittheilungen über die endliche Gefangennahme des berüchtigten„Nashvillen waren allesammt unrichtig, er ist abermals den Blokadeschiffen entwischt und befindet sich wieder auf hoher See, worüber in der Presse gewaltige Klagen gegen den Fletten Sekretair laut werden, der die Blokade so mongelhaft bestellt habe. Ueber den„Merrimacn lauten die Berichte verschieden. Während auf der einen Seite noch immer behauptet wird, er sei vom „Monitorn so furchtbar zugerichtet worden, daß er um ein Haar versunken wäre, und sich sobald nicht aus den Werften ins Freie wagen werde, wird von anderer Seite gemeldet, er sei längst wieder reparirt, habe sich mit Geschützen von schwerem Kaliber versehen, und werde bei der ersten günstigen Gelegenheit wieder einen Zweikampf mit dem„Moni torn versuchen.- Im Senat waren am 27. ult. mehrere Petitionen zu Gunsten der vollen Emanzipation der Sklaven eingereicht worden.— Vom Finanzausschuß ist ein Antrag eingebracht worden, daß alle Waffen zur Unterdrückung der Rebellion zollfrei eingeführt werden dürfen. Das Repräsentantenhaus diskutirte am 27. die Besteuerungsbill. Viele Punkte derselben wurden genehmigt, viele verworfen oder doch modifizirt. So wurde die beantragte Besteuerung von mineralischen Oelen und Theer verworfen, die Steuer auf Kaffee und einige Sorten Tabak ermäßigt und für andere Tabaksorten erhöht. Prinzipiell aber wurde die allseitige Besteuerung bis ins Kleinste aufrecht erhalten. Großbrittanien. London 14. April. Der nGloben sagt: Der in Bourbonische Anschläge verwickelte Herr Bishop, der in Italien verhaftet wurde, ist kein Verwandter Paris, 14. April. Herr von Lavalette soll, wie es heißt, in Privatangelegenheiten nach London gereist sein. Hier glaubt man nicht an solche Angelegenheiten, wohl aber an eine diplomatische Mission. Daß Herr von Lavalette nach Rom zurückkehren wird, scheint noch immer festzustehen, auch daß er nicht mit General Geyon zusammen bleiben kann. Die Italienische Frage ist noch immer die größte Sorge. Einige offiziöse Blätter spielen die Erbitterten über die Aeußerungen Palmerstons, während Andere sagen, die ganze Sache sei abgekartet, der Englische Minister habe durch seine Sprache nur der hiesigen Regierung einen Vorwand leihen sollen, gegen Rom auftreten zu können. Das sieht sehr gesucht aus, aber die Konfusion ist so groß, daß man durchaus nach einem Faden verlangt. Jedenfalls hat es keinen Sinn, wenn man hier sagt, England habe kein Recht, Frankreich Vorwürfe zu machen, denn es schweige über Venedig und behalte selbst Gibraltar. Bis jetzt hat noch niemand in Spanien daran gedacht, Gibraltar zurückzuverlangen, und Venedig gehört vertragsmäßig zu Oesterreich, während Frankreich gegen alle Verträge in Rom ist, wie dies der Minister Billault kurzlich selbst im Senat erklärt hat.— Die Nachribt, daß der Herzog von Modena in Rom gewesen sei, eine Unterredung mit dem König Franz und mit Chiavone gehabt, aber eine Audienz bei dem Papste abgelehnt habe, verdient kaum eine Berichtigung. Heut geht das wunderbare Gerücht, daß eine große Anzahl Exemplare des„Monden haben unterdrückt werden müssen, weil sich darin ein Portrait Victor Hugos befand.— Vom Prinzen Jeinville ist eine Broschüre über die Panzerschiffe zu erwarten.— In Vincennes hat sich herausgestellt, daß die neuen Geschütze 12 Centimeter dicke Eisenplatten mit dem ersten Schuß zerschmettern. Man liest heute im„Paysa:„Wir sagten kürzlich, es sei zweifelhaft, daß Herr v. Lavalette wieder auf seinen Gesandtschaftsposten in Rom zu rückkehren werde. Dieser Zweifel besteht heute nicht mehr. Hr. v. Lavalette, versichert man uns, wird nach seiner Rückkehr aus England nach Rom gehen, wohin er sich nur in Privatangelegenheiten begeben hatte. Die angebliche Uneinigkeit zwischen Hr. v. Lavalette und General Goyon hat, wie wir zu wissen glauben, nie bestanden.n Das„Paysn, das sich mit vorstehenden Worten selber dementirt, schließt mit der nicht sehr glücklich angebrachten Mahnung, den verschiedenartigen und absichtlich in Umlauf gesetzten Gerüchten nur sehr geringe oder keine Bedeutung beizulegen. Die„Patrien drückt ihre Bedenken über die Zweckmäßigkeit der neuen 1200 Kilogr. schweren Armstrongkanone aus, welche auf eine Entfernung von 200 Meter die dicksten Eisenplatten durchbohre. Sie sei selbst für eine Panzerfregatte zu schwer; man müsse eigene Schiffe für sie bauen. Dagegen seien die neuesten Französischen Versuche mit der kegelcylinderförmigen Kugeln ausgezeichnet gelungen. Das Prinzip dieser Erfindung sei und bleibe noch ein Geheimniß, doch wisse man so viel, daß Frank reich in Geschützen nach dem Armstrong'schen System die Lösung der gegenwärtig angeregteu großen militärischen Fragen nicht suchen werde. Nach den neuesten Nachrichten aus Vera=Cruz wäre man, nach der„#Patrie,n übereingekommen, daß Jurien de la Graviere in Tehuacan das Ein treffen der Depeschen abwarten soll, welche die von ihm gemachte Anzeige des Abschlusses der Konvention von Soledad beantworten. General Lerencez soll dagegen den 25. März an der Spitze aller inzwischen aus Europa eingetroffenen Verstärkungen nach der Hauptstadt Mexiko aufbrechen. Dieses System scheine den Bedürfnissen der Situation zu entsprechen. Die Mexikanischen Bevölkerungen leg. ten übrigens fortwährend sehr graße Sympathien für Frankreich an den Tag. Der 106. Geburtstag Hahnemann's wurde Donnerstag Abend von einer großen Anzahl homöopathischer Aerzte durch ein Bankett bei Véfour gefeiert. Der Vorsitzende, Dr. Teste, brachte am Schluß des Mahles einen Toast aus, in welchem er den Allopathen einen Kampf auf Leben und Ted erklärte. Folgendes sind die Namen derer, die in Felze der stürmischen Auftritte im Baudeville=Theater wegen nächtlicher Ruhestörung auf Mittwoch vor das einfache Polizeigericht geladen sind: v. Saint=Sauveur, Graf v. Cernelissen, Tisset, Doulet, Herzog v. Gramont-Carcreusse, Vicomte v. Merlemont, Liestert, Tastet, Graf Pozzo di Borgo, v. Estourmel, Boissy=Roger, Marquis v. Noailles, Pauplin, Gaston v. Saint=Maurice und Graf Moriz von Rochefort. General Baron Piat, Senator, ist gestern in Paris gestorben. Die von Englischen Blättern gegebene Nachricht van dem Untergang des Französischen Dampfkano, nenboots„La Bourrasque“ in dem Archipel von Bissagos wird von der„Patrie“ als unbegründet erklärt. Das fragliche Schiff sei am 20. März in Gorea eingetroffen. Hr. Leon de Rosny theilt nach einer ihm aus China zugegangenen Privatkorrespondenz in dem Temps mit, daß die Nachricht, die Russen hätten die das ganze Japanische Meer beherrschende Insel Tsu=Sima in Besitz genommen, unbegründet ist. Der Münchener Korrespondent des Moniteur hält es für ein Glück für das Preußische Kabinet, daß die Universitäten(d. h. die Intelligenz) nicht allein die Wahlen machen, denn sonst liefe es große Gefahr, in der Minorität zu bleiben. Vermischte Nachrichten. Düsseldorf, 14. April. Der Oekonom L. Dassel wird am 5. Mai wegen der bekannten Geldverwechselungsgeschichte vor der Appellkammer, Reichenow und Sanders am 24. Apcil vor dem Zuchtpolizeigericht erscheinen. Neuwied, 10. April. Die hiesige Zeitung erzählt, daß die Stadtverordneten den Beschluß gefaßt haben, den städtischen Wahlmännern bei der ihnen bevorstehenden Reise zur Abgeordneten=Wahl nach Altenkirchen eine Reise=Vergütung von 4 Thlr. für Jeden anzubieten. Dortmund, 19. April. Die auf gestern Nachmittag anberaumte Konserenz der Lehrer des Wahlkreises Dortmund=Bochum war von 47 Lehrern besucht und hatte hauptsächlich den Zweck, einen Untersichtsgesetz=Entwurf, der von einem Ausschusse Berliner Lehrer mit Hinzuziehung mehrerer Abgeordneten und auf Grund des früher von der hiesigen Konferenz verfaßten Entwurfes festgestellt war, zu berathen. Die Verhandlung leitete der Abg. Harkort, außer welchem noch die Vertreter unseres Wahlkreises, die Herren Müllensiefen, Metzmacher und Dr. Becker und eine große Anzahl Schulfreunde anwesend waren. Die Theilnahme der Abg. war von den Lehrern gewünscht worden, um über die bisher in der Schulfrage am Landtage gepflogenen Verhandlungen Auskunft zu ertheilen und überhaupt in dieser für die Zukunft unseres Volks so wichtigen Angelegenheit die Lehrer mit Rath zu unterstützen. Was die zur Verhandlung gekommenen Gegenstände betrifft, so waren es im Wesentlichen folgende Punkte: 1. Schul Aufsicht, 2. Besoldung, 3. Seminar=Bileung der Lehrer. In Betreff dieser Gegenstände fand die Fassung des Entwurfs im Allgemeinen die ungetheilte Zustimmung der Versammlung— nur hinsichtlich der Stellung der Gemeinden sprach sich die Konferenz für eine großere Selbstständigkeit, als der Entwurf, der mehr die Verhältnisse der östlichen Provinzen im Auge hat, aus.— Der also modifizirte Entwurf wird nun dem Berliner Ausschusse wieder zugestellt werden und dieser hat demnächst die Aufgabe, nachdem auch die Lehrer in den übrigen Th.ilen der Monarchie sich über den Entwurf geäußert, die Wünsche des gesammten Leyrerstandes in Betreff des Unterrichtsgesetzes in einer Petition zur Kenntniß des neuen Abgeordnetenhauses zu bringen. Vom Rhein, im April. Die Vorzeitigkeit des Frühlings, welcher jetzt schon die Obstbäume mit der schönsten Blüthenpracht bedeckt und die Felsen, welche sonst um Pfingsten erst mit dem Ginster vergoldet zu werden pflegen, in diesem Schmucke schon in der JudicaWoche strahlen läßt, ist so schön, so reizend, daß man nur mit Schrecken an die gefährlichen Heiligen denkt, die noch zurück sind.„Georg und Marks bringen gerne was argsn u Philipp und Jakobi, sind noch zwei Grobi,n„Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei Lumpazig— lauten die Oberrheinischen Sprichwörter und auch am Niederrhein sind die obigen Merktage als mißliche nicht unbekannt. Daß es aber auch Ausnahmen giebt, welche von der milden Temparatur selbst dieser Tage zeugen, wollen wir dem Leser tröstend künden und demzufolge Berichte über frühzeitige Jahre mittheilen, welche wir der Sammlung des großen Philologen Tiedemann entnehmen, der sie aus alten Chroniken zusammengelesen haben mag: Im Jahr 1140 war es um Neujahr so schön warm, daß die Bäume zu blühen begannen. Wein und Getreide blühten zeitig. Im Mai begann min zu erndten und im August hatte man schon frischen Most. Es war an Frucht und Wein ein recht gesegnetes Jahr. Der Winter des Jahres 1186 war unerhört schön. Im Januar blühten die Bäume, im Februar hatten schon die Baumfrüchte die Größe von Haselnüssen oder Vogeleiern. Im Mai war Erndte und im August herbstete man. Im Jahre 1289 war der Winter so warm, daß kein Schnee fiel. Um Weihnachten grünten die Bäume. Im Februar gab es reife Erdbeeren, brüteten die Hühner und Vögel Junge aus und im April blühten die Trauben. Im Mai aber schneite es und ward es kühl und kalt, so daß Obst und Wein erfroren. Da es aber noch früh im Jahr wac, ist alles wieder ausgeschlagen und an Getreide und Wein ein Ueberfluß gewachsen, es ist daher sehr wohlfeil geworden. Ein Scheffel oder zwei Simmern Spelz galt 10 Pfennige, ein Scheffel Roggen 12 Pfennige, ein Scheffel 8 Pfeunige. Ein Würtemberger Eimer Wein 11 Kreuzer, eine alte Henne drei und zwölf Eier einen Pfeunig. Im Jahre 1328 haben die Reben im April geblüht und hat es um Johanni schon refe Trauben gegeben. Der Winter des Jahres 1383 war so mild, daß man ihn für keinen Winter gelten lassen wollte. Fast ähnlich verhielt es sich im Jahre 1384. Es war Anfangs des Winters kalt, aber gegen die Fasten ward es mild und blieb so mild, daß Wein und Getreide schon am 1. Mai blühten. Im Jahr 1420 war ein sehr warmer Winter, daß Alles früh trieb. Im Anfang April blühten die Rosen; auch fand man in die sem Monat schon zeitige Kirschen und Erdbeeren. Im Anfange des Mais waren die Trauben schon ziemlich groß. Um Pfingsten fuhr man die Erndte ein und um Bartholomät herbstete man. 1426—27. Auf ein überaus heißen Sommer folgte ein äußerst gelin Wirter, im Dezember blühten die Bäume und Felder waren voll Blumen. Zu Augsburg herr im Jahre 1427 die äußerste Wohlfeilheit. Der ter des Jahres 1609 war so warm, daß man um Fastnacht schon zeitige Erdbeeren fand, bald da kam aber wieder harter Frost. 1494 blühten die Bim Januar. Es war im Mai so warm und trocken, daß an dessen Ende die Felofrüchte gereift Im Anfang des Jahres 1625 wütheten heftige winde. Ende Januar gab es ungewöhnliche Hitzé, daß die Blumen, welche im März und April# hen pflegen, schon in diesem Monate blühten. Im Februar trat aber große Kälte ein, wodurch alles erfror. Der Sommer war windig und kalt, besonders war as im Juni an einigen Orten kälter als im Februar, In Hessen, in der Wetterau und auf dem Westerwolde siel Schnee am Pfingsten, wo doch Getreide blühte. Im Heidelberg schneite es nicht, es regnete aber stark und es war kalt. 1638 war das Wetter (a gut, daß die Trauben an der Mosel schon am 6. Juni verblüht hatten, es war dieses eines der trefflich, gten Weinjahre. 1685. Im März war es so kalt, haß die Mosel noch zufror, dann rückte der Wachsthum aber so rasch vor, daß man am 24. Mai blühende Trauben fand. Am 29. Juni trat aber Frost ein, welcher alles wieder verdark, so daß man sich teines so schlechten Jahres zu entsinnen wußte. 1822 war der Januar so gelind, daß das Thermometer kaum unter den Gefrierpunkt fiel. Der Februar blieb mild, der März brachte es wieder einige Mal zum Gefrierpunkt. Der Frühling war sommerhaft und entfaltete außerordentliche Blüthenfülle. Vom Mai bis Oktober herrschte stets milde Wärme und Trockenheit, das Gereide reifte im Juli, es gab seltenen Reichthum an Obst, 1854. Der Januar brachte hohen Schnee und streugen Frost. Der Februar war dagegen mild. Der März ließ schon Maiglöckchen blühen. Zu Ostern stand der Wald grün, waren Aprikosen und Kirschen schon zur halben Dicke gequollen, es blühten die Reben. Ostermontag trat Gewitter ein, welches sich Dienstag wiederholte. Diese Gewitter brachten Frostnächte, in welchen alles verdarb. Das Obst war erfroren, selbst der Wald schon vor dem Mai herbstlich geröthet. (W..) Koblenz, 11. April. Aus Braunfels geht uns heute die betrübende Mittheilung zu, daß in den Nachmittagsstunden des 8. sich dort mehrere Gewitter entlodenshatten, von welchen das stärkste um 7 Uhr Abends über die Dörfer Bonbaden, Oberndorf, Burgsolms, Leun, Obern= und Niedern iel viel Unglück gebracht hat. Es sind dort enorme Massen an Wasser und Hagelschossen mit großer Vehemenz herabgestürzt, die nicht nur die Aecker und Wiesen jener Gemarkung verwüstet, sondern auch vieles Vieh auf der Weide, namentlich aber hunderte von Schafen vernichtet haben. Einige Häuser und Brücken an dem Solmsbache sind stark beschädigt und zum Theil ganz weggerissen und was das Schlimmste gerade für die ärmere Klasse ist, alle kleineren Vorräthe an Lebensmitteln sind in den Kellern zu Grunde gegangen.(C..) Der Königsberger fromme Konsistorialrath Dr. Weiß spricht in seinem neusten„Volksfreunde von„Verfassungsschwindeln und erklärt:„Der Teufel ist auf den Beinen. Die„Volkszeitung“ fragt: Hat er Herrn Weiß schon Visite gemacht? Vom Kaiserlichen Institute für Kunst und Wissenschaften 2c. zu Paris ist in der Sitzung vom 11. d. dem Brauerei=Besitzer Johann Hoff als Anerkennung für sein Malz=Extrakt=Gesundheitsbier die große goldene Medaille zuerkannt. Man schreibt aus Kotbus: Am 12. war Regierungs=Präsident v. Selchow aus Frankfurt a. O. hier. Er schärfte den Beamten, welche er nach dem Gasthof eingeladen hatte, ein, ihren Einfluß anzuwenden, da mit die Herren Vanderheydt und Graf Lippe zu Abgeordneten des Kreises Kottbus=Kalau=Spremberg gewählt würden. Aus Rheden(Prov. Preußen) meldet der„Ges., daß bei der letzten Kontrollversammlung die Schmeling'sche Schrift mit einer Ansprache vertheilt wurde, in welcher u. A. folgende Aeußerung vorgekommen sein soll:„Es wäre am Besten, das Heer nähme die Waffen, ginge von einem Ende des Landes zum andern und träte alles in Dr—!“— Erwägt man, daß der Landwehrmann kein Landsknecht eines Asiatischen Satrapen, sondern ein denkender, freier, die Verfassung ehrender Bürger desselben Staates ist, in dem solche Wühlereien betrieben werden, eines Staates, dessen Ruhm und Größe nicht von Bajonetten, sondern vielmehr von der Liebe zwischen Volk und König getragen wird; so erschrickt man vor dem argen Riß, den manche Zeloten geflissentlich zu einer Kluft zu erweitern suchen. Nach solchen Vorgängen kann mit Recht erwartet werden, daß das Volk durch die bevorstehenden Wahlen auch offen und unzweideutig seine Meinung ausspreche. Erfurt, 9. April. Am 22. vorigen Monats— Königs=Geburtstag— wehte aus der oberen Etage eines hiesigen Kaffeehauses die schwarz=weiße und daneben die schwarz roth=goldene Fahne. Diese Dekoration des Hauses war geschehen auf besonderes Ver langen des Erfurter Turner= und Schützen Vereins, der sein Gesellschaftslokal in jenem Kaffeehause hat und der zu Ehren des Tages daselbst einen Ball für den Abend veranstaltet hatte. Dieser Verein hatte auch die beiden Fahnen mit Kränzen geschmückt. Abends gegen% auf sechs drang eine Anzahl von Schülern der Kriegsschule, Portepee=Fähnriche, in das Haus und verlangten von dem Hausherrn gebieterisch, er solle sofort die Deutsche Fahne einziehen. Auf die Weigekung des Mannes entfernten sich die Fähnriche, aber um 6 Uhr drangen 12 bis 14 Mann in das Haus, alle mit dem Seitengewehre bewaffnet, zogen blank zezen die Menge der Gäste, stürmten in die obern Raume bis in den dritten und vierten Stock, gewalt sam die Thüren erbrechend, ohne die Thür zu demje nigen Zimmer, in dessen Fenster die Deutsche Fahne befestigt war, zu finden. Um ½7 Uhr erschien ein Premier=Lieutenant, v.., Lehrer an der Kriegsschule, schickte die Kriegsschüler aus dem Hause, verlangte eder nun selber von dem Hausherrn, er solle auf der Stelle das Zimmer öffnen, in dessen Fenster die Deut sche Fahne befestigt sei, welche fort müsse. Dieser entgegnete, daß der Herr Lieutenank, wenn er sich dazu verechtigt halte, die Fahne selbst einziehen möge, und das Zimmer auf. Der Offizier zog die DeutIt Fahne ein, worauf von draußen her Seitens der erlegsschüler ein„Hurrahn erscholl.— Die Fahne Palte er dabei zum Theil zerrissen. Diese Vorgänge ., ann der Stadt begreiflich erhebliches Aufsehen. wirth, der sich seinen materiellen Schaden auf Thaler berechnete und eine Entschädigungsklage Peädsichtigte, reichte fürs Erste eine Denunciation bei Staatsanwaltschaft ein und schlug Zeugen vor für * angezeigten Handlungen, welche seines Erachtens des 9 die§§. 214, 281 und 284 resp. 34 und 212 * Strafgesetzbuches mit Strafe bedroht sind, indem " angeblich voraussetzte, daß die Untersuchung auch 2rzer als Mitschuldige ergeben werde. Die Staatseewaltschaft hat indeß ihre Kompetenz abgelehnt, nicht bestimmte Civilpersonen von vorn herein namhaft gemacht werden konnten. Dies mag nach Lage der Gesetzgebung in der Ordnung sein, aber nicht in der Ordnung dünkt uns diese Lage der Gesetzgebung selber. Vergehen von Militairpersonen gegen Bürger sollten, zumal wo diese Vergehen mit dem militairischen Dienste nichts zu thun haben, vor die bürgerlichen Gerichte verwiesen werden.(K..) Neueste Nachrichten. Calais, 14. April. Marquis Lavalette hat sich heut nach England eingeschifft. Paris, 15. April. Der„Moniteurn enthält heut den Vertrag wegen der Verbindungsbahn zwischen Charleville und Morialmé. 1. April. General Burnside hat Beaufort besetzt. 500 Konföderirte halten das Fort Macon. 70,000 sind in Corinth(Alabama) unter General Beauregard konzentrirt. Im Kongreß der Konföderirten ist der Antrag gestellt worden, die Kommissare von England zurückzuberufen. Geldkurs. Aachen, 14. April. Berlin, 14. April. Aktien und Fonds behauptet, Köln=Mindener Eisenb. 185 bez., Rhein. 96¾ bez., Bergisch=Märkische 112¼ bez., Franz.=Oesterr. 140½ bez., Darmst. Bank 86 7/8 bez., Berliner Handelsgesellschaft 91¾4 bez., Oesterr. Kredit 76¼ bez., Diskonto=Kommandit 97¼ bez., Aachen=Mastricht 24 3/8 bez., Preuß. Bank=Antheile 120½ bez., 5% Preuß. Anleihe 107¾ bez., Oesterr. National 63½ bez., Mainz=Ludwigshafen 124¼. bez., Nordbahn 63¼ bez., Rhein=Nahe 32¼. Eschweiler Konkordia 90¼ B. National=Versicherungs=Aktien 114 bez. und G. (Eingesandt.) Erklärung. Vor einigen Tagen ist mir ein Flugblatt mit de Ueberschrift:„Zu den Wahlen" und unterzeichnet H. zuer gekommen. Ich kann mich nicht darüber beklagen, daß dieses Machwerk zu schonend mit mir umgegangen; im Gegentheil, es ist in einem so anmaßenden und von Selbstgefälligkeit zeugenden Tone abgefaßt, daß ich beim Lesen desselben unwillkürlich an den Pharisäer im Evangelium erinnert wurde, welcher betete:„Mein Gott, ich danke Dir, daß ich nicht bin, wie jener da.“ Welchen andern Eindruck macht etwa auf jeden unbefangenen Leser nachstehende Behauptung des Verfassers: Sehr gern glauben wir es den Herren Rey und v. Hilgers, daß sie beide diese Folgen nicht vorhersehen konnten; wir unterschreiben sehr gern ihr Armuthszeugniß, was sie sich selbst mit dieser Erklärung ausstellten. Aber Gott sei Dank, ist nicht Alles, was Rey und v. Hilgers nicht vorhersehen können, auch zugleich platterdings gar nicht vorherzusehen. Vielleicht sehen Andere besser und weiter“ 2c.? Ich würde solche hämische und taktlose Angriffe, die bei jedem billig denkenden Menschen Abscheu erregen müssen, keiner Widerlegung würdigen, hätte der Flugblattschreiber sich nicht grobe Unwahrheiten zu Schulden kommen lassen, die aufzudecken ich für meine Pflicht erachte. Bevor ich auf den Artikel selbst eingehe, muß ich noch darauf hinweisen, daß der Verfasser den Herrn v. Hilgers für das, was ich gesagt und geschrieben habe, mit verantwortlich macht, und denselben daher bitten, wenn er noch einmal derartige Herzensergießungen in die Welt senden sollte, seinen Geifer über mich allein ausschütten zu wollen. Die Beschuldigungen und Ungereimtheiten, die in zwei engedruckten Spalten der Flugschrift gegen den Hagen'schen Antrag vorgebracht werden, bedürfen meinerseits keiner Widerlegung. Sie sind ein matter Abklatsch jener Verdächtigungen, an welchen sich andere Handlanger der Reaktion bereits bankerott geschrieben haben und die von allen vorurtheilsfreien Organen der Deutschen und fremdländischen Presse gebührend in ihr Nichts zurückgewiesen sind. Aber wie müssen die allerneuesten Ueberraschungen der ministeriellen Stern=Zeitung dem mit Argusaugen ausgestatteten Verfasser in die Glieder gefahren sein! Der Hagen'sche Antrag, der den Vorwand zur Kammerauflösung und zum Sturze der liberalen Minister abgegeben, der als ein Eingriff in die Rechte der Krone, als ein schrecklicher Ausfluß parlamentarischer Anmaßung verdammt wurde— dieser Antrag wird jetzt von dem neuen feudal=konservativen Ministerium vollständig angenommen und zur Ausführung gebracht! Das kurz vorher der Volksvertretung beanstandete Recht der Einsicht in die Verwendung der Staatsgelder wird somit zugegeben, und was man noch vor wenigen Tagen für unthunlich erklärte, der Staatshaushalts=Etat soll schon für das laufende Jahr in größerer Spezialisirung vorgelegt werden und zugleich mit ihm der Etat für 1863, um damit dem vom Abgeordnetenhause schon oft gerügten Uebelstande abzuhelfen, daß der Etat theilweise früher zur Ausführung kommt, als seine Feststellung durch den Landtag Statt gefunden hat. Diese Zugeständnisse und wichtigen Errungenschaften, so wie die weiter in Aussicht gestellten Ersparnisse im Militäretat, der Wegfall des 25pCt. Zuschlages u. s.., verdankt das Volk größtentheils der Annahme des Hagen'schen Antrages, desselben Antrages, für den H. und seine Konsorten nicht würden gestimmt haben. Wahrlich eine größere Genugthuung konnte den Männern, welche für diesen Antrag gestimmt haben, nicht werden! Was die Italienische Frage betrifft, so will ich nicht darüber streiten, ob die Anerkennung des Königreichs Italien eine Gefährdung der katholischen Kirche und eine Gutheißung der in diesem Lande verübten Gräuel, Mordthaten 2c. 2c. enthalte, von welch letzteren übrigens nicht erwiesen ist, ob die Piemontesischen oder die von den vertriebenen Fürsten besoldeten Banden die größte Schuld daran tragen. Ich bellage bei der Sache bloß, daß derartige Exzesse, die im Gefolge einer jeden Revolution auftreten, die das Preußische Abgeordnetenhaus nur schmerzlich bedauern, aber nicht verhindern kann, von den Handlangern der Reaktion in den grellsten Farben geschildert werden, um weniger Gebildete zu bestricken und abzuhalten, solche Männer zu wählen, die auch ein Herz für ihre Religion und ihren König haben, aber nebenbei ihre Gesinnungen für das Volk dadurch bekunden, daß sie die denselben durch die Verfassung eingeräumten Rechte muthvoll zu wahren nicht anstehen. Zu den persönlichen Berichtigungen übergehend, erkläre ich zunächst die in dem erwähnten Flugblatte enthaltene Behauptung für eine grobe Unwahrheit: ich hätte in der Versammlung vom 30. vorigen Monats gesagt, daß ich noch nicht gewußt hätte, ob ich für die Anerkennung Italiens gestimmt haben würde oder nicht. In meinem in der erwähnten Versammlung gehaltenen Vortrage führte ich unter Anderm aus: daß es praktisch wenig ins Gewicht falle, ob die Abgeordneten von Düren=Jülich für oder gegen den Italienischen Antrag gestimmt hätten, da derselbe schon die Unterschrift von 143 Mitgliedern zählte; seine Annahme im Hause dürfte sonach wohl nicht zweifelhaft gewesen sein, falls es zur Berathung gekommen wäre. Am Schlusse fügte ich wörtlich hinzu: ich wolle aber hiermit durchaus nicht gesagt haben, daß ich für den Antrag gestimmt haben würde. Was berechtigt nun meinen Gegner, aus dieser Erklärung den Schluß zu ziehen, ich sei im Voraus mit meiner eigenen Abstimmung nicht im Klaren gewesen? Er widerspricht sich aber auch schon selbst, indem er sagt:„Urwähler, wollt Ihr auf diese Frage mit der Wahl von Wahlmännern antworten, die für Abgeordnete stimmen, welche den KommissionsAnträgen in der Deutschen und Italienischen Frage würden zugestimmt haben?“ Wie sich diese beiden Behauptungen vereinigen lassen, ist mir ein Räthsel, dessen Lösung ich dem besser und weitersehenden Verfasser der Flugschrift überlasse. Wenn derselbe weiter die kühne Behauptung aufstellt: ich würde auch in der Deutschen Frage für den Kommissions=Antrag gestimmt haben, so kann ich ihn hier abermals einer groben Unwahrheit überführen. Grade in dieser Frage habe ich mit dem Abgeordneten Bresgen einen eigenen Antrag ins Haus gebracht, welcher folgender Maßen lautet: Antrag. „Bresgen und Genossen. Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, daß es dringend geboten ist: 1. daß die Königliche Staats=Regierung die volle Verig wirklichung des unveräußerlichen Rechts der Deuta schen Nation, welches in der durch eine monarchische, Centralgewalt und ein gemeinsames Parlament dargestellten staatlichen Einigung besteht, offen als das Ziel ihrer Politik ausspricht und verfolgt, und 2. daß sie, um sich die zur Erreichung dieses Zieles nöthige Sympathie der Deutschen Volksstämme zu erwerben und zu sichern, vor Allem den freisinnigen Ausbau der Preußischen Verfassung in ihrem ursprünglichen Geiste, und die Umgestallung aller Einrichtungen im Staate, welche mit derselben nicht vollständig im Einklange sind,— ernst und kräftig an die Hand nimmt. Gründe: Die Nothwendigkeit einer einheitlichen Centralgewalt, wenigstens in militairischen, diplomatischen und handelspolitischen Angelegenheiten. Die Berechtigung des Deutschen Voltes zur Mitwirkung bei der Leitung dieser Angelegenheiten in einem gemeinsamen Deutschen Parlamente, die Nothwendigkeit der Sympathie des Deutschen Volkes, um dieser Deutschen Politik Preußens Eingang und Erfolg zu verschaffen. Die Erwerbung dieser Sympathie durch die Begründung eines Staatslebens innerhalb Preußens, wie es den Bedürfnissen der Deutschen Volksstämme, und zwar auf der in freiheitlicher Beziebung am meisten fortgeschrittenen, entspricht.“ Dieser Antrag bezweckte, unsere Abstimmung gegen die beiden bekannten Anträge, aus deren Vereinigung später der Kommissions=Antrag entstand, zu motiviren. Da dieser Antrag in der Urwählerversammlung vom 30. vorigen Monats im Küpper'schen Saale zu Düren in Gegenwart meines Gegners aus den stenographischen Berichten vollständig verlesen wurde, so erscheint der Verdacht einer absichtlichen Entstellung nur zu gerechtfertigt. Ich knüpfe hieran nun noch die Bemerkung, daß ich doch nicht so ganz das willen= und rathlose Werkzeug bin, wie der Schreiber sich so viele Mühe gibt, mich darzustellen, wahrscheinlich um sich als weiter und besser Sehenden an die Stelle zu setzen. Denn die beiden Anträge in der Deutschen Sache waren von 196 Abgeordneten unterschrieben, und unter diesen befanden sich die hervorragendsten Mitglieder, oder wie der Verfasser sich auszudrücken beliebt, die Bestimmenden der ganzen liberalen Seite des Hauses, und doch bin ich diesen beiden Anträgen mit einigen katholischen Gleichgesinnten von Rheinland entgegengetreten, und haben den vorstehenden Antrag eingebracht, der zum Theil das bezweckt, was selbst die Fraktion des Centrums(katholische Fraktion) als ihre Ansicht in der Deutschen Frage bezeichnet. Da ich nun entschlossen bin, auf keinerlei Angriff, er mag kommen, von welcher Seite er wolle, mehr zu antworten, so erlaube ich mir schließlich noch eine persönliche Bemerkung. Ich habe bei der Wahl zum jetzt aufgelösten Hause der Abgeordneten ein Mandat nicht gesucht, ich bin nicht in der Lage, ein solches Mandat als ein einträgliches Nebenamt betrachten zu können, muß dies vielmehr mit schweren Opfern erkaufen, die ich sowohl meiner Familie wie mir auferlege. Heute bin ich noch in derselben Lage, und nur der Gedanke, daß es angesichts der großen Wichtigkeit der bevorstehenden Wahlen der Sache, welche ich im aufgelösten Abgeordnetenhause vertreten, Eintrag thun könnte, hat mich bestimmt, nochmals als Kandidat aufzutreten. Welches nun auch das Resultat der Wahlen sein wird, das Bewußtsein, als Staatsbürger meiner Pflicht genügt, sowie als Abgeordneter die Interessen des Landes nach meiner innersten Ueberzeugung gewahrt zu haben, lasse ich mir durch Niemanden rauben. Kelz, 10. April 1862. Joseph Rey. Cirkus Blennow. Da Herr Blennow nur noch wenige Tage in Aachen verweilt, möchten wir unsere Leser noch einmal auf die vielbesuchten und vielbelobten equilibristischen Vorstellungen desselben aufmerksam machen. Die letzten Abende boten wieder viel des Schönen, besonders die Benefiz=Vorstellung der Frau Troost=Blennow, worin namentlich diese allgemein beliebte Künstlerin vortreffliche Proben ihrer Kunst ablegte. In der Pferoedressur haben sich vornehmlich die Herren Hugo Blennow, Proeßdorf und Bernhard als ausgezeichnet bewährt und hatten sich des lebhaftesten Beifalls zu erfreuen. Der Raum, der uns verstattet, ist jedoch zu beschränkt, um die Leistungen jedes einzelnen Mitgliedes hervorzuheben; wenn wir sagen, daß sie Alle Fleiß und Eifer mit Geschicklichkeit und Grazie verbinden, so möge sich Jeder von diesem Lobe sein Theil davon nehmen. Heute Mittwoch, sollen zwei Vorstellungen stattfinden, von denen die erste, Nachmittags, vorzugsweise der fröhlichen Aachener Jugend Gelegenheit bietet, ihre Schaulust zu befriedigen, während die abendliche Aufführung sicherlich eine Menge der erwachsenen Pferdeund Kunstfreunde anziehen wird.— Herr Direktor Blennow wird sich hoffentlich durch die erfreuliche Theilnahme des Publikums an seinen Schaustellungen ermuthigt fühlen, seine Besuche im Laufe der Zeit zu wiederholen; er kann sicher sein, daß seine Gesellschaft in Folge ihrer Leistungen ein gutes Andenken in siger Stadt hinterläßt. pp. Literarisches. * Herz und Welt. Roman in 3 Bänden von Gustav vom See.(Verlag von Ed. Trewendt in Breslau.) Der beliebte Erzähler, der uns in den letzten Jahren mit so mancher anmuthigen Gabe beschenkt, hat den Schauplatz seines neuesten Werks in unsere nächste Nähe verlegt. Es weht uns eine frische, heimische Luft aus demselben entgegen, namentlich wo er uns im ersten Theil das fröhliche Treiben der Studentenwelt in der Rheinischen Universitätsstadt vorführt. Nicht nur, wem selbst die Erinnerung poetisch durchlebter Juzendjahre dabei aufsteigt, auch alle, welche dem akademifchen Leben fern gestanden haben, werden sich gern in diese heitern Bilder vertiefen, die eine ausgelassene, übersprudelnde Jugend in ihren Kämpfen gegen das Philisterthum mit eben so viel Wahrheit, als Humer schildern. Aus diesen Kreisen heraus führt uns der Verfasser in die Zukunft der jungen Akademiker, und zeigt uns in ihrem Beamtenleben den schroffen Gegensatz des zukünftigen Berufs zu der Studienzeit. Die Schilderung des Regierungs=Kollegiums mit seinen grünen Tischen und staubbedeckten Aktenstößen, und allen Krankheiten und Auswüchsen des Buraukratismus sind augenscheinlich aus den Erinnerungen des Verfassers, vielleicht zuweilen etwas karikirt aber immer treffend und voller Leben dargestellt. Durch dieselben windet sich eine spannende Erzählung, in welcher die Freunde, die wir als Studirende liebgewonnen, sich auch als tüchtige Kämpfer im Leben beweisen, und auf verschiedenen Wegen das Ziel erreichen. Wir haben sie dabei mit vielem Interesse begleitet, und sind überzeugt, daß selbst solche Leser, welche diesen Roman durch sein erstes Erscheinen als Feuilleton bereits kennen, denselben gern noch einmal zur Hand nehmen werden, um das Werk, welches in seinem Zusammenhang nur gewinnt, nochmals zu durchblättern. Wir haben schon Gelegenheit gehabt, von der neuen Gesammt=Ausgabe der Romane und Erzählungen Theodor Mügge's zu sprechen, welche in bequemem Format bei E. Trewendt in Breslau erscheint. Wenn von einem unserer modernen Romandichter gesagt werden kann, daß man gern wieder zu ihm zurückkehrt, so verdient es gewiß Theodor Mügge, der rastlos geschaffen, mit reicher Phantasie immer ein edles, höheres Ziel verfolgt hat, der stets für das Wohl der Menschheit, für die Freiheit begeistert war und gerade in diesem Sinne seine besten Werke schuf. Eines dieser Beßten ist unstreitig Teussaint'Ouverture, jener gewaltige Neger, der seine Sklavengenossen auf Oomingo zur Freiheit und Selbstständigkeit erheben wollte und so schmachvoll durch Französischen Verrath zu Grunde ging. Der Roman, der ihn zum Helden gewählt hat, ist ein wahrhaft vortrefflicher, nicht am wenigsten durch seine prächtigen Naturschilderungen, wenn sie auch nur den Hintergrund zu einer Reihe scharf gezeichneter Karaktere und einer stets spannenden Handlung dienen. Weniger bekannt ist ein anderer Roman, der eigentlich die Einleitung zu dem genannten bildet, und den jetzt die GesammtAusgabe in 3 Bänden bringt. Er heißt der Chevalier und führt uns durch Frankreich, wo die Revolution schon im Gähren war, nach St. Domingo in den ersten Kampf der Mulatten und Weißen, in das bewegteste Leben, in welchem sich Wahrheit und Dichtung zu einem Ganzen verschlingen, blutige Schrecken sich mit Leichtsinn paaren und die Handlung im Sturm fortschreitet, daß der Leser sich mit Gewalt fortgerissen fühlt. Der Roman endet, wo eigentlich der rechte, furchtbarste Kampf auf der schönen Insel beginnt, aber diese Seite der blutigen Geschichte der Roman Toussaint fort. Beide Romane ergänzen sich und der Chevalier ist nur der würdige Vorzänger des anderen. Beide bilden eine Zierde dieser Sammlung, wie sie dazu beigetragen haben, dem Dichter einen hochgeschätzten Namen unter allen Nationen zu sichern, die sich beeifert haben, sie in ihre Sprache zu übertragen. Das Unternehmen der Verlagshandlung, welche uns jetzt den Dichter wieder ganz giebt, verdient dayer ddie höchste Unterstützung und wird sie sicher auch allseitig finden. Eivilstand der Stadt Geburten. Am 13. April. Mathias Bließen, Mar.=Inst.— Gertrud Nolden, Rosstr.— Josephina Touet, Mar.=Inst. Am 14. April. Maria Hub. Sopyia Müller, Ursulinerstraße.— Anna Maria Bonnie, vor Marschierthor. Georg Gustav Eduard Stüde, Theaterplatz.— Hubert Jos. Bück, Alexanderstr.— Hub, Math. Alphons Fritz, Jakobstr.— Gertrud Defraen, Rosstr.— Arthur Joh. Viktor Prosper Alfred Ahn, Mostardg.— Anna Beerenbaum, Bergdrisch.— Heinrich — Karolina Franziska Hub. Steinert, Bergdrisch. Aloys Joseph Hermanns, Alexanderstr.— Ein uneheliches Mädchen. Heiraths=Ankündigungen. Am 13. April. Johann Hub. Radermacher, Brüssel, mit Anna Kath. Reinartz, Franzstr. 109.— Mathias Jos. Hub. Erkens, Burtscheid, mit Hubertina Pelen, Horngasse 9.— Theodor Schenning, Eschweiler, mit Anna Marg. Jacobs, Hochstr. 26.— Johann Jakob Thissen, Borngasse, mit Math. Klementine Christiane Schulze, Theaterstr. 7.— Mathias Meys, Eilendorf, mit Maria Kornelia Hachine, vor Marschierthor.— Johann Hubert Oebel, Kleinmarschierstr. 31, mit Maria Kath. Alexanderstr. 98.— Hub. Engelbert Rutge, Pontstr. 119, mit Anna Claßen, Alexanderstr. 32.— Jakob Scheerer, Wirichsbongard 31, mit Henriette Friederike Karolina Sturm zu Siegen.— Winand Schlösser, Mistgasse 2, mit Maria Kirch, Bergstr. 3.— Ludwig Breuer, Eschweiler, mit Anna Sophia Kratz, Hochstr. 20.— Joseph van Rey, Großkölnstr. 14, mit Barbara Schell, Wirichsbongardstr.— Johann Wilh. Frings, Schildstr. 10, mit Anna Elis. Moonen, Schildstr. 8.— Mathias Joseph Haveneth, Burtscheid, mit Odilia Hub. Becker, Wirichsbongardstr. 59.— Joseph Graff, Bergstr. 14, mit Katharina Lüth, Bergstr.— Gerard Knops, Aachenerhaide, mit Gertrud Dunckel, daselbst.— Wilhelm Franken, Erkelenz, mit Cäcilia Kremer, Königstr. 32.— Pascal Maubach, Wirichsbongard 39, mit Mathilde Daniels daselbst.— Theodor Anton Schumacher, Wirichsbongard 72, mit Theresia Randenrath, Bongard 62.— Jakob Van Austen, Peterstr., mit Josepha Wingens, Adalbertstraße 86.— Nikolas Joseph Becker, Aachenerhaide 17, mit Anna Josepha Vinken, Krämerstr.— Joseph Hocks, Markt 23, mit Maria Magd. Menzenbach, Bahnhofstr. 25.— Heinrich Joseph Jansen, Büchel 51, mit Barb. Hubertina Hütten, Adalbertstr. 73.— Gerard Miles, Großkölnstr. 7, mit Anna Maria Syb. Kohnen, Alexanderstr. 32.— Franz Jardon, Sandkaulstr. 16, mit Christina von Bemberg, Jesuitenstr. 17.— Joseph von Bemberg, Jesuitenstr. 17, mit Maria Theresia Jardon, Sandkaulstr. 16.— Anton Imbert, Bergstr. 26, mit Elisabeth Carl, Karlsgraben 6.— Nikolas Jos. Becker, Aachenerhaide, mit Maria Agnes Vincken, Krämerstr..— Simon Horbach, Eilendorf, mit Gertrud Sperth, Aachenerhaide. — Jakob Mommer, Wirichsbongardstr. 42, mit Elisabeth Oepen daselbst. Sterbefälle. Am 13. April. Wilhelm Jos. Collet, 5., Sandkaulstr. Am 14. April. Peter Willekens, 30., Franzstr.— Heinrich Wilh. Karl Math. Düllye, 25., vor Vaelserthor.— Johann Jos. Bülles, 20., Adalbertstr.— Leonard Weber, 10., Alexianergr.— Zwei todtgeb. Knaben.— Franz Alexander Hubert Nellessen, 57., Theaterstr.— Ludwig Hubert Maria Schmitz, 4., Promenadenstraße. Meteorologische Beobachtungen. Thm. n. R. Bar. 552 F. ü. Ns. Wind. Wetter. Erholungs-Gesellschaft. Die geehrten Herren Mitglieder unserer Gesellschaft werden gebeten, dem verstorbenen Mitgliede Herrn Konsul Franz Nellessen die letzte Ehre zu erweisen. Die Beerdigung findet Statt Mittwoch, den 16. April, Vormittags 9 Uhr. (1715) Der Vorstand. April. 14. Abds. 10 U. 15. Mrg. 6U. Mts. 21. Anzeigen. Bekanntmachung. 1716. Auf höhere Veranlassung wird das betheiligte Publikum auf die in dem Stüicke 23 des diesjährigen Amtsblattes der hiesigen Königlichen Regierung enthaltene Bekanntmachung, betreffend die Herabsetzung der Zinsen der Staats=Anleihen de 1850 und 1852 von 4½ auf 4 Prozent, hierdurch aufmerksam gemacht. Aachen, den 14. April 1862. Der Königliche Landrath und Polizei=Direktor, Haßlacher. Bekanntmachung. Echind=Erfruschaft. Die verehrlichen Mitglieder der Gesellsellschaft werden hiermit höflichst ersucht, dem verstorbenen Mitgliede, Herrn Konsul Franz Nellessen, die letzte Ehre zu erweisen. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. d.., Morgens 9 Uhr Statt. (1712) Der Vorstand. CONCSRDTA. Heute keine Versammlung.(1703) Monats=Uebersicht des Aachener Vereins zur Beförderung der Arbeitsamkeit. Aktiva. Thir. Sgr. 9f 1. Darlehen gegen Hypothek........ 1723176 4 8 2. Darlehen gegen Depositen auf kurze Kündigungsfristen 415771 1 3 3. Darlehen an Kreis=Darlehens=Kassen 13600—— 4. Wechsel=Bestand 1125262 21 3 5. Depositen zur Fundirung des für die polytechnische Schule bestimmten Beitrages................... 115386 7 6 6. Guthaben bei Bankhäusern...... 726449 7— 7. Staats= und Kommunal=Schuldscheine...4 437110— 8. Vom Staate garantirte EisenbahnAktien 428755—— 9. Eisenbahn=Prioritäts=Aktien...... 1732542 14 4 10. Immobilien 61130— 9 11. Baare Bestände. 232688— 7 7011870 27 4 Thir. Szr. Pf. 1. Guthaben sämmtlicher Einleger bei den Sparkassen 4833753 24 4 2. Guthaben sämmtlicher Sparer bei. den Prämien=Kassen........ 1583557 24 5 3. Guthaben sämmtlicher Einzahler bei der vierprozentigen Sparkasse..... 10775 4. Arbeiter=Pensions=Fonds..... 17536§ 8 5. Beamten=Pensions=Fonds...... 4288. 6 6. Hansemann=Stiftung 5565 8 4 7. Pastor=Stiftung 5065 8 4 Freilbillige Wersteigerung des prachtvollen und reichhaltigen Mobilars des eingegangenen „Hôtel des quatre saisons“ in Nachen, Osterdienstag, den 22. April und an den folgenden Tagen. Ein verehrliches hiesiges und auswärtiges Publikum und besonders die Herren Gast= und wirthe, werden auf dieses, das ganze in jeder Beziehung reichhaltige, bestens erhaltene, Mobilar des obigen Hotels hierdurch aufmerksam gemacht. Der gedruckte Katalog ist von Morgen ab bei mir gratis zu haben. S J. m. De What. LIINNON in der Rensing’schen Reitbahn auf dem Adalbertsberg. Geute Millwoch, den 16. Aprnl 1802: außerordentliche und ertravorletzte Vorstellungen, zum Benesize für Herrn Hugo Blennow und Frau und für Herrn Simane und Frau geb. Wilhelmine Blennow. Anfang der ersten 3 Uhr, der zweiten 7¼ Uhr. Morgen, den 17. April: Unwiderruflich letzte Vorstellung. 71 Uhr. A. Blennow, Direktor. Anfang 7¼ Uhr. (1007) Passiva. Verziehungshalber steht eine vollständige Laden. Einrichtung zu verräufen. Nähere Auskunft Friedrich=Wilhelms=Platz 4. Das neue Deutsche Handelsgesetzbuch ist in den verschiedensten Ausgaben fortwährend vorräthig bei J. A. Mayer in Aachen. (1064.) Aachen, 31. März 1862. 6463795 17 (1705.) Kreisphysikus Dr. Dommes wohnt jetzt Hochstraße Nro. 10. So eben erschien: Das Ganze Kur 2o Gilrergre schrl. baar oder gegen Pestnahme kostet bei unterzeichnetem Bankhause ein viertel Original=Loos zu der am 21. und 22. Mai stattfindenden Ziehung Staats-Gewinne-Verloosung, welche letztere in ihrer Gesammtheit mehr wie 14000 Gewinne enthält, worunter solche von: ev. Thlr. 114,000, 57,000, 28,500, 17,000, 14,300, 11,400, 8570, 6860, 5700, 2300, 1700, 1140, 570 2c. 2c.—. Ganze Loose kosten 3 Thlr. 13Sgr. 1 Thlr. 22 Sgr. Die Gewinne werden baar in Vereins=Silber=Thaler durch unterzeichnetes Bankhaus in allen Städten Deutschlands ausbezahlt, welches überhaupt Ziehungslisten und Pläne gratis versendet.— Man beliebe sich daher direct zu wenden an das Haupt Depot bei Stirn& Greim in Frankfurt am Main. 1700. Nachdem die Stadtverordneten=Versammlung am 18. März d. Is. die Eröffnung des Kurhauses und des in demselben etablirten Lese=Kabinets mit dem 1. Mai, statt wie bisher mit dem 1. Juni, beschlossen hat, werden die Subscriptions=Listen auf den Besuch des Kurhauses und Elisengartens mit dem 16. April curr. in Cirkulation gesetzt und gleichzeitig bei dem Herrn Weber im Kurhause zur Einzeichnung offen gelegt. Es wird hierdurch ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß eine Erhöhung des bisherigen Abonnementspreises à 2 Thlr. pro. Person nicht eintritt, und die gewöhnliche Nachmittags=Musik wie bisher mit dem 1. Juni beginnt. Aachen, den 14. April 1862. Das Bürgermeister=Amt, (1700) v. Prangbe. Bekanntmachung. 1714. Die zu Eschweiler wohnende Handelsfrau Emma Merkens, Ehefrau von Karl Mögling daselbst, durch Letztern gehörig ermächtigt, wird von heute an in Eschweiler unter der Firma:„Emma Mögling= ein Handelsgeschäft führen. Auf Grund der geschehenen Anmeldung vom heutigen Tage, ist die obgedachte Firma in das Handelsregister(Firmenregister) unter Nro. 203 eingetragen worden. Aachen, den 14. April 1862. Der Handelsgerichts=Sekretair, Kanzleirath, Janssen. Bekanntmachung. 1701. Am Donnerstag, den 1. Mai dieses Jahres, Vormittags 9 Uhr, wird der unterzeichnete Bürgermeister im Gemeinde=Büreau zu Haaren: 61 Morgen 140 Ruthen Gemeinde=, Acker= und Wiesenländerei am Keilbusch und 166 Ruthen am Nirmer Tunnel, deren Pachtzeit mit dem 1. Oktober dieses Jahres zu Ende geht, in Parzellen, öffentlich zur Wiederverpachtung auf neun Jahre ausstellen. Die Bedingungen liegen täglich zur Einsicht im Gemeinde=Büreau offen. Haaren, den 14. April 1862. Der Bürgermeister, Quadflieg. Turlich=Mastrichter Eisenbähn.(1706) i%=con“] Von den Stationen der Aachen=Düsseldorf=Ruhrorter Eisenbahn: Ruhrort, Crefeld, Viersen, Düsseldorf, Neuss, GladIbach und Rheydt findet direkte Einschreibung von Personen und i eedgue Gepäck nach unsern Stationen Viss und Lüttich via Mastricht Statt. Tarife sind auf den genannten Stationen ausgehängt. Diese Route gewährt dem reisenden Publikum Gewinn an Zeit und Geld. des wie gewinut und bertickt man: Auf Erfahrung begründet und herausgegeben von R. B. Preis: 5 Sgr. Vorräthig bei I. A. Mayer in Aachen, in Köln in der Lengfeld'schen Buchhandlung.(1711) Inserat. 1702. Ein Ackerhof von mehr als 150 Morgen, mit Wohnung, Stallungen, Scheune und Garten, gelegen an einer Landstraße im Kreise Heinsberg steht zu verpachten und mit Andreä dieses Jahres zu beziehen. Das dort vorhandene Vieh und Ackergeräthe kann mit in Pachtung übernommen werden. Qualifizirte Pachtlustige wollen sich mündlich an den Herrn Bürgermeister Packenius in Wassenberg oder auch an den Eigenthümer, Theaterstraße Nro. 18 in Aachen wenden. Möbelwagen. 1710. Am 16. d. kömmt ein leerer Möbelwagen von Jülich nach Aachen, am 23. d. fährt einer von Düren nach Erkelenz, am 24. d. kömmt einer von Kalterherberg-Montjoie nach Eupen, am 25. d. kömmt einer von Wassenberg=Geilenkirchen nach Aachen, am 28. d. fährt einer von hier nach Eupen, am 28. d. kömmt einer von Euskirchen=Düren nach Aachen, am 15. Mai kömmt einer von SiegburgBonn=Köln nach Aachen und nehmen auch Fahrten nach allen Richtungen an. Sich zu melden bei J. Hammer, Seilgraben Nro. 8. 1713. Ein gewandter Buchhalter, der deutschen und französischen Korrespondenz mächtig, und mit den besten Empfehlungen versehen, wünscht eine passende Stelle. Gefällige Offerten erbittet man franko unter N. N. 100, an die Expedition dieser Zeitung. Spanisches Schutz- und Heilwasser, bewährt sich in allen Arten von Hautausschlägen, mit Ausnahme der Krätze, besonders bei nässenden Flechten, Schuppen= Kleienflechten und Juckausschlägen. Vor Allem aber ist es seit lange berühmt als bewährtestes Präservativ gegen syphilitische Ansteckung, worüber die Gebrauchs=Anweisung das Nähere enthält. Preis per Flacon 1 Thlr. Pr. Trt. gegen FrankoEinsendung. General=Dépôt für Deutschland bei Julius Gerber in Bonn, in Aachen bei Hrn. Nic. Schürmanns=Hammer, in Aachen bei Herrn Peter Lütz.(1513) Palustern frischen Kabel: jau, Schellsische, Seetonen, Türbet, frischen Rhein=Salm, Aale, Hechteund schöne frische Maifische eben angekommen und werden die ganze Woche hindurch täglich bei mir eintreffen, sowie alle andern Sorten Fische billigst empfiehlt Johann Kremer. Hartmannstraße Nro. 16.(1698) Rheinische Eisenbahn. Abfahrt nach Köln:.“, 7, 10.“ Vm.,.“,.“ Nm. Lotterie=Loose bei Hille, Schleuse 11, Berlin.(24)“ Verviers: 12 Nachts,.“, 11.“ Vm.,.“ .2 Nm. Aachen-Mastricht-Landener Eisenbahn. Abfahrten von Aachen. nach Mastricht.... 7 Vm. 1115 Vm. 5— Nm. Hasselt=Landen.. 1115 Vm. Brüssel=Antwerpen 1115 Vm. Lüttich...... 7 Vm. 1115 Vm. 5— Nm. Namür=Charleroi. 7 Vm. 1115 Vm. Ankünfte in Nachen. 940 Vm. 210 Nm. 650 Abds. Köln.-Minden,.-Ciessen. Eisenbahnfahrten nach Amsterdam 7* M..301 N. Berlin 7* 8 M..** 9 Ab. Bremen*, 8 M..1354, 9 Ab. Cassel.30,“, 8. 11.20 M..20 N. Dortmund*, 8, 11.20 M. 4 N..**, 9 Ab. Dresden 7* M. 71.“* Ab.„ Duisburg*, 8, 11.20 M..30f, 4 N..15- 9 Ab. Düsseldorf*, 8, 11.20 M...f, 4 N..*, 9 Ab. Elberfeld 8, 11.,0 M. 4 N..8 55 Ab. Emmerich“, 8 M..307 N...** Ab. Frankfurt.30 M...31 N. Glessen.30 M..20, 4. 5t N. Hamm“, 8, 11.20 M. 4 N..**, 9 Ab. Harburg 7* M...*, 9 Ab. Leipzig*, 8 M..**, 9 Ab. Minden“, 8, 11.20 M..,“, 9 Ad.„ Oberhausen*, 8, 11.20 M. 1,10f, 4 N..44%% Rotterdam 7* M..0f N. Ruhrort*, 8, 11.20 M. 4 N..6* Ab. Siegen 630 M..20,.4. N. 6 Ab. Wesel 77, 8 M..981, 4 N..655 Ab. Wetzlar.2 M..10,.,41 N. * bedeutet Schnellzug,** Courierzug. Diese Züge fahren vom Centralbahnhofe in Köln ab,######. ten in Deutz nicht an Alle übrigen Züge, einsch lich des mit bes. Schnellsuges, fahren von De