Verleger: Beaufort u. Mayer. Verantw. Redakteur: Louis Lax. Expedition: Mayer'sche Buchhandlung, Büchel 43. Drucker: J. J. Beaufort, Theaterstr. 12 in Aachen. „U PRerrrgl Dreimonatliches Abonnement für Aachen und Burtscheid 1 Thlr. 15 Sgr.; für ganz Preußen 1 Thlr. 16 Sgr. 3 Pf. Insertions=Gebühren für die Petitzeile oder deren Raum werden mit 1 Sgr. 3 Pf. berechnet. DS 103. Sonntag, den 13. April 1862. Bestellungen auf die Aachener Zeitung für das II. Quartal 1862 wolle man, in Aachen bei der Expedition, auswärts bei der nächsten Post=Anstalt baldigst machen Uebersicht. Amtliches. Deutschland. Berlin(die neuen Steuern; Stadtrath). Königsberg(der Handwerkerverein). Weimar(Todesstrafe). Hannover(Geldforderung). Kassel(die Zwangswirthschaft). Frankfurt(Bundestag). Karlsruhe(Maaße und Gewichte). Wien(Marine; Drohungen). Rußland. Warschau(eine Demonstration). Großbrittanien. London(Bankausweis; Merrimac und Monitor; Mexiko). Frankreich. Paris(Lavalette; Steuern; Mexiko; der Prozeß Mires). Neueste Nachrichten. Vermischte Nachrichten, Börsen= u. Marktbericht. Deutschland. Berlin, 10. April. Se. Maj. der König haben Allergnädigst geruht, dem außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Königlich Baierschen Hofe, Kammerherrn und Geheimen Legations=Rath Grafen v. Perponcher=Sedlnitzky, den Rothen Adler=Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub, dem Großherzoglich Badenschen Geheimen Rath und Professor Dr. Chelius zu Heidelberg den Rothen Adler=Orden zweiter Klasse, sowie dem Großherzoglich Badenschen Geheimen Kriegs=Rath v. Froben zu Karlsruhe und dem Chef=Ingenieur der Französischen Ostbahn= Gesellschaft, Vuigner zu Paris, den Königlichen Kronen=Orden dritter Klasse zu verleihen. Die von der Akademie der Wissenschaften in Berlin getroffene Wahl des Professors und Akademikers Miklosich in Wien zum auswärtigen Mitgliede der Akademie zu bestätigen; die Wahl des Professors Dr. Hilgers zum Direktor der Realschule zu Aachen zu genehmigen; den Oberlehrer am Gymnasium in Wittenberg G. Stier zum Direktor des DomGymnasiums in Colberg zu ernennen; dem Kreisgerichts=Sekretair Zimmermann in Goldap den Karakter als Kanzlei=Rath und dem Juwelier und Silberwaaren=Fabrikanten Julius Somme zu Breslau das Prädikat eines Königlichen Hof=Lieferanten zu verleihen. Berlin, 11. April. Die ministerielle Zeitung schreibt heut: Zur Beschaffung der für die Erweiterung der Preußischen Flotte erforderlichen Geldmittel ist neben der angeregten Erhöhung des Salzpreises auch die Erhöhung der Maisch= steuer in Vorschlag gekommen. Es ist darauf hingewiesen, daß das Quart Branntwein durch die neuere Besteuerung in England mit 17½ Sgr., in Schottland mit 10 Sgr., in Irland mit 7½ Sgr., in Holland mit 3½ Szr. und in Frankreich mit 2 Sgr. bis 2 Sg. 7 Pf. betroffen würde, während auf dasselbe durch die Maischsteuer, auch nach dem diese im Jahre 1854 Erhöhung erfahren hat, nur eine Abgabe gelegt ist, die durchschnittlich zwischen 11 und 12 Pfennigen sich belaufen mag. Der Branntwein würde somit durch eine Erhöhung der Steuer nicht belastet werden. Auch entspricht die jetzt im Wege der Maischsteuer den Branntwein treffende Besteuerung keineswegs dem bei der Einführung der Getränkesteuer beabsichtigten Maaße. Denn das Gesetz vom 8. Februar 1819 wollte das Quart Branntwein mit einer Abgabe von 1 Sgr. 3 Pf. oder 18¾ Pf. belegt wissen. Um diese Besteuerung zu erreichen, würde die jetzige Maischsteuer von 3 Sgr. für 20 Quart Maischraum auf 5 Sgr. oder doch auf 4½ Sgr. erhöht werden müssen. Die bisherige Erfahrung scheint zu einer solchen Maßregel zu rathen, indem der Ertrag der Branntweinsteuer nach der im Jahre 1854 erfolgten Erhöhung der Maischsteuer in den letzten Jahren nahezu 3 Millionen jährlich mehr eingetragen hat, als vor der Erhöhung des Steuersatzes, die Landwirthschaft und der Verkehr überhaupt aber von den Nachtheilen nicht betroffen worden sind, welche die Gegner der Steuer=Erhöhung im Jahre 1854 fürchteten. Auch eine weitere Erhöhung würde wahrscheinlich zu der gleichen Erfahrung führen und es scheint sich deshalb die Erhöhung der Maischsteuer vorzugsweise zu empfehlen. Dasselbe Blatt schreibt: Wie wir vernehmen, ist die Central=Kommission zur Regelung der Grundsteuer seitens des Herrn Finanzministers nunmehr auf den 8. Mai d. J. zusammen berufen worden, um die Klassifikationsarbeiten für die einzelnen Kreise und Regierungs=Bezirke zu prüfen und die vorläufige Feststellung der Klassifikationstarife gemäß§. 33 der Anweisung für das Verfahren bei Ermittelung des Reinertrags der Liegenschaften behufs anderweiter Regelung der Grundsteuer vom 21. Mai v. J. zu bewirken. Inzwischen ist von dem Herrn Finanzminister die Anweisung für das formelle Verfahren bei der Einschätzung der Liegenschaften ergangen und angeordnet worden, daß mit allgemein vorbehaltenen Revision der Musterstücke Seitens der Veranlagungs=Kommissionen und den Spezial=Einschätzungen der Liegenschaften den aufgestellten Geschäftsplänen gemäß— vorbehaltlich der etwaigen Abänderung einzelner Tarifsätze durch die Central=Kommission— mit Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse in den verschiedenen Landeseheilen alsbald vorgegangen werde und hiervon einst: weilen nur diejenigen Kreise ausgeschlossen bleiben, für welche eine Abänderung des von der Veranlagungs=Kommission festgestellten Klassifikations=Systems durch die Bezirks=Kommission in Vorschlag gebracht worden ist. Von sämmtlichen Bezirks=Kommissarien liegen Anzeigen darüber vor, daß nach den für das Veranlagungs Geschäft getroffenen Dispositionen die rechtzeitige Beendigung der Einschätzungsarbeiten mit aller Sicherheit in Aussicht genommen werden dürfe. Zur Zeit sind bei dem geometrischen Theil des Veranlagungswerkes 860 Feldmesser mit etwa 650 Gehülfen und 250 Zöglingen beschäftigt und dürfen die Schwierigkeiten, welche sich Anfangs in dieser Beziehung dem regelmäßigen Fortgange des Geschäfts entgegenzustellen schienen, im Wesentlichen ebenfalls für beseitigt erachtet werden. Zur Ausführung des Gesetzes, betreffend die Entschädigung für die aufgehobenen Grundsteuer=Befreiungen und Bevorzugungen sind die erforderlichen Einleitungen getroffen, nicht minder die Königlichen Regierungen unter Mittheilung des hier ausgearbeiteten Entwurfs einer Instruktion zur Ausführung des Gebäudesteuergesetzes beauftragt worden, die Vorbereitungen hierzu dergestalt zu treffen, daß mit der Aufnahme des Gebäudebestandes noch im Laufe dieses Jahres begonnen werden kann. Der Fürstbischof von Breslau hat ein Wahlzirkular an den Klerus gerichtet. Der Bischof sagt: Indem Wir Gott bitten, daß Er Euch erleuchte und stärke, sprechen wir zugleich den Wunsch aus: daß überall, wo wohlgesinnte, tüchtige und verlaßbare Laien mit Geistlichen in der Wahl konkurriren, den Ersteren der Vorzug gegeben werden möge, ertheilen Euch aber zugleich die Erlaubniß zur Annahme eines Mandats in dem Falle, daß bei Eurer Ablehnung die Gefahr einer ungünstigen Wahl vorhanden wäre.n— Das Fürstbischöfliche General= Vikariat=Amt hat das Cirkular an die Geistlichen versendet mit dem Wunsche, ndaß eine Veröffentlichung desselben in den Zeitungen und andern dergleichen Flugblättern vermieden werde.n— Trotz= dem hat das Cirkular den Weg in die Redaktion der Bresl. Morg.=Z. gefunden. In der gestrigen Sitzung der StadtverordnetenVersammlung ist mit weit überwiegender Majorität eine Verwahrung in Bezug auf den Wahlerlaß des Herrn v. Jagow beschlossen worden. Wie wir, sagt die„Nat.=Ztg.n, richtig voraussahen, bilden die magern Zollherabsetzungen, welche das amtliche Organ neulich den arbeitenden Klassen in Aussicht stellte, nur das Handgeld, welches zu Gunsten einiger fetten Steuererhöhungen gegeben werden soll. Zu den 2 Millionen, welche Herr v. d. Heydt durch Erhöhung der Salzsteuer gewinnen möchte, kommt heute in unserem halbamtlichen Organ der neue Vorschlag, etwa 3 Millionen Thlr. durch Erhöhung der Maischsteuer um die Hälfte zu gewinnen. Auch hier wird das Steuerprojekt mit der Etiquette ufür die Preußische Flotten umwickelt, um einzelne Enthusiasten zu ködern, und auch hier werden wieder die nach dem neulichen Versprechen durch Aufgeben einer Staatseinnahme von 300,000 Thlr. zu entlastenden arbeitenden Klassen die Hauptlast tragen müssen. Freilich, unsere modernen Enthaltsamkeitsmänner nennen eine hohe Branntweinsteuer eine sehr heilsame Steuer, weil sie der Trunksucht entgegen wirkt, aber wenn man diese frommen Herren einmal an einem kalten Morgen zur Feldarbeit schicken möchte, da würden sie über den Gegenstand wahrscheinlich ganz anders denken lernen. Bei einem Glase guten Weines läßt sich sehr salbungsvoll auf den Branntweingenaß der niederen Klassen losziehen, und im warmen Zimmer läßt sich sehr gut eine Lobrede auf Dünnbier halten, aber dieselben Moralprediger würden den Branntwein sofort für einen unentbehrlichen Verzehrungsgegenstand erklären, wenn sie nur eine Woche lang in die Lage gebracht werden sollten, in der der ländliche Arbeiter sich unausgesetzt befindet. Die Trunksucht in Branntwein erscheint uns selbstverständlich eben so wenig Sättigungsmittel, wie die Trunksucht in Bier und Wein, aber, wenn es sich auch statistisch nicht feststellen läßt, so wird uns jeder mit den Lebensverhältnissen des Volkes Vertraute zugestehen, daß auf die Trunkenbolde ein äußerst geringer Theil der Branntweinkonsumtion fällt. Das Flugblatt der Kreuzzeitungspartei„Schafft Euch ein neues Steuersystemn scheint den HauptRathgeber unseres Finanzministers zu bilden, und vielleicht werden wir auch von den Russischen Stempelbändern(Bandrollen) und anderen Erfindungen fiskalischen Raffinements in der„Sternzeitung“ zu hören bekommen. nGeld und immer Geld!- das ist die Parole der neuen wie der neuesten Aera, doch fürchten wir, daß mit der Maischsteuer, die eine Belastung der in den diesseitigen Provinzen üblichen laodwirthschaftlichen Betriebsweise bildet, Herr v. d. Heydt mit dem eben neu belasteten Grundbesitzer in einigen Konflikt kommen wird, ein Konflikt, der sich indeß nicht auf die größten Grundbesitzer des Herrenhauses erstreckt, da durch eine höhere Besteuerung immer die kleinen Brennereien erdrückt werden, den großen also eine Konkurrenz aus dem Wege geräumt wird. Bemerkenswerth ist auch, daß nicht von der schon viel besprochenen Umwandlung der Maisch= in eine Fabrikatsteuer, welche ohne Erhöhung wesentlich ergiebiger ausfallen und eine bedeutende Erleichterung der Rüben bauenden Landestheile werden würde, die Rede ist, sondern nur von einer grob zugreifenden Erhöhung. Daß die gegenwärtige Steuer das Maß nicht erreiche, mit welchem das Gesetz von 1819 den Branntwein treffen will, wollen wir dahingestellt sein lassen, zweifeln aber sehr, daß eine Erhöhung der Steuer auf 4½ und 5 Sgr. per 20 Quart Maischraum nöthig sein wird, um das Maaß von 1819 herzustellen. Jedenfalls kommt es nicht auf die Absichten von 1819, sondern darauf an, daß der Staat, wenn er nur vernünftig wirthschaftet, und die Militairlasten des Volkes auf ein erträgliches Maaß einschränkt, dem Volie keine Mehrlasten aufzuerlegen braucht. Der von dem Konflikt mit dem Garde=Hauptmann v. Bredow her bekannte Student Brandt in Breslau ist zu einem Thaler Ordnungsstrafe verurtheilt worden. Und der Hauptmann? Königsberg, in Pr., 11. April. Es hat sich ein neuer Königsberger Handwerker=Verein gebildet und seine Statuten und das Verzeichniß der Mitglieder dem Polizei=Präsidenten Maurach eingereicht. Schüler und Lehrlinge sind von demselben ausgeschossen. Weimar, 10. April. Der Landtag hat in seiner heutigen Sitzung die Wiederabschaffung der Todesstrafe mit 19 gegen 10 Stimmen beschlossen. Ein Antrag: Die Regierung möge dahin wirken, daß ein Gesammtausschuß der Thüringischen Landtage zusammentrete, wurde mit 21 gegen 8 Stimmey zum Beschluß erhoben. Hannover, 9. April. Den Kammern liegt eine beängstigend lange Reihe von bedeutenden Geldforderungen vor, und doch sollen noch weitere Anträge auf Bewilligung erheblicher Geldmittel in Aussicht stehen. Schatzrath Ostermeyer interpellirte deshalb in der heutigen Sitzung der Kammer den Minister des Innern, ob und welche Geldforderungen in dieser Diät noch eingebracht würden? Da schon jetzt so viele Anforderungen gestellt worden, daß nach Lage unserer Finanzen dieselben seiner Ueberzeugung nach nicht sämmtlich bewilligt werden könnten, so bedürfe es einer Uebersicht über alle zu erwartenden Forderungen, um die absolut nothwendigsten unter ihnen auszusuchen und über das Maß Bewilligungen im Voraus ein genaues Bild zu haben. Graf Borries entgegnete ausweichend, daß er über die noch etwa rückständigen Forderungen der anderen Ministerien, namentlich der Kriegsverwaltung, keine Auskunft geben könne, wohl aber Erkundigungen einziehen wolle. Ostermeyer entgegnete, daß er geglaubt habe, der Minister des Innern werde als Mitglied des Gesammtministeriums mit den Absichten der übrigen Ministerien bezüglich der noch beachsichtigten Geldforderungen vertraut sein. Kassel, 9. April. Der„Zeit“ schreibt man von hier folgendes fast Unglaubliche:„Wie wenig seit dem Umschlag der Dinge in Berlin hier an ein Nachgeben gedacht wird, beweist die dem Drucker der„Morgenzeitung“ heute früh ertheilte schriftliche Verwarnung. Nachdem zwei Druckereien binnen acht Monaten geschlossen waren, die„Morgenzeitung“ aber trotzdem fortlebte, stellte man die Kabinetsjustiz ein und versuchte es mit den Gerichten. Es geschah nicht, weil man damit besser wegzukommen gedachte, sondern nur, weil man das sittliche Urtheil der Preußischen Regierung fürchtete. Dazu ist nun kein Grund mehr vorhanden. Darum geht man nun auch dem dritten Drucker zu Leibe und wird auch den vierten, wenn's Noth thut, auf's Gewissen nehmen; deun es ist gar eine schöne Sache mit solchen Verwaltungsmaßregeln. Man braucht nicht lange nachzudenken, um dieses oder jenes Verbrechen zu begründen; man braucht es nur zu benennen. Die Herren Minister sind Kläger und Richter in einer Person und können die„Morgenzeitung“ nicht dulden, denn sie ist das öffeutliche Gewissen. Wie man hört, hat Herr von Strauß dieses Ei ausgebrütet, und zwar an der Kurfürstlichen Tafel. Ohrenzeugen haben vernommen, wie er den Grundsatz aufgestellt hat, konzessionirte Menschen seien, wenn man es anzufangen wisse, ungefährlich, deshalb müsse das Prinzip durchgeführt werden, jedes Gewerbe bis zum Sackträger herab zu konzessioniren. Die Tafelredeu des Herrn Strauß haben sich auch noch auf andere Gegenstände erstreckt. Zunächst hat er sein Glaubensbekenntniß über den Herzog von Gotha abgegeben.„Zwanzig Thaler gebe ich an die Kasseler Armen“, soll der Bückeburgische Minister ausgerufen haben,„wenn Herzog Ernst von den Schwarzen eingefangen, in einen Käfig gesperrt und auf diese Weise verhindert würde, an dem Schützenfest in Frankfurt, das zum Scandale des Bundes nach dort verlegt ist, theilzunehmen.“ Seinen Abscheu gegen Männer wie Robert Blum hat Herr Strauß durch die Aeußerung an den Tag gelegt, er gebe jeder Frau, welche auf solche Weise Wittwe werde, gern 10 Thaler. Es scheint, daß Herr Strauß durch diese und ähnliche Reden den Kurfürsten zu gewinnen gedachte. Der Erfolg muß zeigen, ob die Rechnung falsch war. Zur Ehre Hrn. Volmar sei gesagt, daß er bei den Reden seines Kollegen einige Mal roth und weiß geworden ist. Um indeß nicht ganz zurückzustehen, hat Herr Volmar den Wink mit der Presse befolgt. Frankfurt, 11. April. Nach mehreren militairischen Vorträgen und Beschlüssen kam in der gestrigen Bundestagssitzung die bekannte Eingabe Kasseler Wähler für Wiederherstellung des 1849er Wahlgesetzes zur Vorlage; desgleichen eine solche von dem sogenannten„Hessenvereinn für die Wahlordnung von 1860. Beide Eingaben wurden dem Reklamationsausschusse zugewiesen.— Preußen und die Zollvereinsregierungen machen Anzeige über die Grundsätze bezüglich der Zollfreiheit zu Gunsten der Bundesfestungen, worüber sie sich geeinigt haben.— Verschiedene Regierungen bezeichnen ihre Kommissäre, die sie zur Küstenkommission nach Hamburg schicken werden.— Würtemberg zeigt an, daß es die Kommission für Civilrecht in Hannover beschicken werde, und Sachsen, daß es die Zusätze zur Wechselordnung angenommen. Karlsruhe, 9. April. In der Zweiten Kammer stellt Herr Regenauer die Anfrage über den Stand der Verhandlungen, betreffend die Einführung gleichen Maaßes und Gewichts. Der Präsident des Handelsministeriums glaubt versichern zu können, daß die Vorschläge der Fachmänner die Zustimmung der Mehrheit der Bundesregierungen gefunden haben; es ist ihm aber unbekannt, wie weit wohl in diesem Momente die Sache am Bunde gediehen ist. Wien, 9. April. Wie„Scharf's Korresp.n von verläßlicher Seite vernimmt, ist beim Ministerium des Aeußern in Turin am 5. ds. eine Depesche aus Paris eingetroffen, welche die Turiner Regierung verständigt,„daß demnächst Begebenheiten von großer Tragweite eintreten dürften und welche dieselbe auffordert, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.“(?) Aus Triest vernimmt man, daß 400 Arbeiter, die bisher auf der Herrn Tonello gehörigen Werfte S. Marco beschäftigt waren, entlassen wurden. Dies sei geschehen, weil das Marinekommando Ordre gegeben habe, daß der Stapellauf der daselbst im Bau befindlichen drei Panzerfregatten um ein paar Monate verschoben werde. Rußland. Warschau, 11. April. Gestern versuchten Studenten in der Kathedrale eine Demonstration, um durch Störungen das Publikum zur Kirchenverlassung zu bewegen. Der Erzbischof wurde einen Augenblick gestört, dankte dann aber den Zurückgebliebenen in beredten Worteu. Vierzehn Aufwiegler wurden beim Herausgehen aus der Kirche verhaftet. Die Stadt ist ruhig. Großbrittanien. London, 11. April. Der Bankausweis zeigt eine kleine Zunahme des Geldvorraths. Während ganz Europa— so schreibt die„Times“— mit Staunen über das Ergebuiß des Kampfes zwischen„Merrimac“ und„Monitor“ erfüllt ist, haben wir heute über neue Experimente zu berichten, welche ganz entgegengesetzte Resultate als das Zusammentreffen jener beiden Eisenschiffe zu Tage förderten. Es sind nämlich vorgestern in Shoeburgneß Versuche mit einer neuen Kanone großen Kalibers angestellt und mit derselben die allerstärksten bisher fabrizirten Eisenplatten so leicht durchlöchert worden, als seien sie bloßes Holz gewesen. In den letzten 2 oder 3 Jahren bestand ein unausgesetzter sehr löblicher Wetteifer zwischen dem Kriegsministerium und der Admiralität: Ersteres bemühte sich unwiderstehliche Artilleriestücke, Letztere unverwundbare Fahrzeuge herzustellen. Das Uebergewicht der einen und der anderen zu erproben, waren in Shoeburgneß endlose Versuche mit den verschiedensten Zielscheiben gemacht worden, mit Zielscheiben aus bloßem Eisen, aus einer Verbindung von Eisen mit Holz, Eisen und Kautschuk, Eisen und Hanf, Eisen und Drahtgeflechten. Kaum hatte eine auswärtige Macht ein Schiff neuer Art zu bauen angefangen, so waren Sektionen desselben auch schon in Shöburgneß als Zielscheiben für unsere Artillerie zu schauen, und unsere Leser werden wohl überrascht sein, wenn wir ihnen jetzt sagen, daß auch der„Monitor,“ lange bevor er vollendet war, die Aufmerksamkeit unserer Admiralität in Anspruch genommen hatte, daß eine Sektion desselben als Zielscheibe aufgestellt und— von unseren gewöhnlichsten Geschützen durchlöchert worden war. Man wird sich an die Schießproben erinnern, die vor seiniger Zeit gegen eine Sektion des„Warrior“ unternommen worden waren. Es war eine 20 Fuß lange und 10 Fuß hohe Zielscheibe, genau wie die Breitseite des„Warrior," behufs dieser Experimente angefertigt und den allerschwersten Schußproben unterzogen worden. 68pfündige, 100=pfündige und 200=pfündige Vollkugeln wurden einzeln und zu halb Dutzenden während anderthalb Tagen gegen diese Zielscheibe abgefeuert. Sie krachte in allen ihren Fugen, sie wurde beinahe glühendheiß, aber durchschossen wurde sie nicht, und seitdem glaubte man, das Kriegsministerium habe den Kürzeren gezogen, und der Admiralität sei es wirklich gelungen ein unverwundbares Schiff herzustellen. Es war ein kurzer Triumph. Schon während alle diese Experimente im Gange waren, hatte man die Beobachtung gemacht, daß der altmodische 68 Pfünder den Eisenplatten der Zielschiebe gefährlicher sei, als die neue Armstrongsche gezogene 110=pfündige Kanone. Woher kam dies? Weil jene eine stärkere anfängliche Geschwindigkeit ihres Geschosses, vermöge ihrer größeren Pulverladung erzielte. Die Schnelligkeit des Geschosses der Armstrong= Kanone beträgt nämlich 1150—1200 Fuß per Sekunde, die der alten ungezogenen Kanone dagegen 1600 Fuß per Sekunde. Letzteres gilt aber— und das ist wohl zu beachten— nur im Anfange ihres Fluges. Hat die Kugel der alten Kanone einen Raum von 1500 Fuß durchflogen, wird sie matter, ihre Flugkraft vermindert sich von da an äußerst schnell und schon nach 9000 Fuß streift sie den Boden. Nicht so das Geschoß der gezogenen Läufe. Vermöge ihrer konischen Form und ihrer spiralen Fortbewegung besiegen sie den Widerstand der Atmosphäre so erfolgreich, daß diese Art Geschosse ihre ursprüngliche Geschwindigkeit auf eine Flugweite von 21,000 Fuß und darüber beibehalten. Daraus folgt, daß wenn ein altmodisches und ein gezogenes Geschütz zu gleicher Zeit abgefeuert wird die Kugel des Ersteren sofort einen Vorsprung erzielt, daß es diesen aber bald einbüßen wird, denn bei 2100 Fuß Flugweite ist schon Beider Geschwindigkeit einander gleich, bei 3600 Fuß ist das Geschoß der alten Kanone schon überholt und bei 7500 oder 9000 Fuß streift es schon ermattet den Boden, während die Kugel der gezogenen Kanone sich noch im vollkräftigsten Fluge befindet. Werden aber beide aus verhältnißmäßig kleinen Entfernungen auf stehende Scheiben abgefeuert(und das geschah doch gewöhnlich um die Widerstandskraft der Eisenplatten zu erproben) dann übt die Kugel aus der alten Kanone, vermöge ihrer größern Anfangsgeschwindigkeit eine viel zerstörendere Wirkung, aus als die aus gezogenen Röhren abgefeuerte. Diese in der Theorie als richtig anerkannte Thesis hat sich nun vorgestern in der Praxis vollständig bewährt. Sir William Armstrong stellte der Regierung eine nach seinem Prinzipe angefertigte Kanone von 14 Fuß Länge und 240 Centner Schwere zur Verfügung, einen 300 Pfünder, dessen Rohr jedoch noch nicht gezogen war und der in diesem Zustande Hohlkugeln von 156 Pfund abfeuern konnte. Mit diesem Geschosse wurde in Gegenwart des Herzogs von Cambridge, des Marineministers und vieler anderer bochgestellter Offiziere vorgestern auf die bisher undurchdringliche Sektion des Warrior gefeuert und siehe da, beim ersten Schuß daraus zerschmetterte die 156 Pfund schwere Stückkugel, bei einer Pulverladung von 40 Pfund, auf eine Distanz von 600 Fuß, die von ihr getroffene 4½zöllige Eisenpiatte in end6 K, r er 3. tze ge ent 13 #t. be el tt eel m de hnbezedie 6 bter uset #s. en lose Trümmer, zerschmetterte desgleichen die unterliegende 12 Zoll starke Fütterung aus Theakholz und wurde erst durch die innerste 8 Zoll dicke Eisenbekleidung in ihrem zerstörenden Fluge aufgehalten. Das geschah bei einer Pulverladung von 40 Pfund, als man dieselbe auf 50 Pfund gesteigert hatte, schlug die Kugel durch alle und Holzlagen bis tief hinein in die Mauer aus Granit, welche der Zielscheibe zur Stütze und Lehne diente. Jede der später abgefeuerten Kugeln that ein Gleiches, es wa somit zur Evidenz erwiesen, daß der Warrior,„eg,finge derartigen sugel in solcher Distanz unter der getroffen, unrettbar verloren sei, und daß, da der Warrior von allen bisher in Europa oder Amerika gebauten Schiffen unstreitig die stärsten Platten trägt, die Artillerie, d. h. die Offensivwaffe vorerst das Uebergewicht über den defensiven Eisenpanzer besitze, somit die Theorie von Monitor, Merrimac und unverwundbaren Schiffen überhaupt, kaum aufgetaucht, auch schon über den Haufen geworfen sei. Was folgt weiter? Daß man die Panzer der Schiffe noch viel stärker machen müsse, als bisher: Ganz wohl. Aber eine Schiffsbekleidung hat ihre Gränze. Wird der Plattenapparat zu schwer, dann wird das Schiff nicht im Stande sein, die Wucht zu tragen, gewiß nicht auf hoher See, im Kampf mit Wind und Wetter, während es kaum praktische Schwierigkeiten geben dürfte, die bisherigen Geschütze doppelt und dreifach so groß, als bisher zu machen. In wenigen Monaten wird Aimstrong einen gezogenen 300=Pfünder und zwei Monate später vielleicht einen 600=Pfünder hergestellt haben. Die Amerikaner sprechen schon von 1000=Pfündern. Wird es möglich sein, ein Schiff zu bauen, das solchen Geschossen widerstehen kann? Nicht wahrscheinlich. Es werden somit andere Erfindungen an die Reihe kommen müssen. Durch Eisenplatten allein ist fernerhin kein Schiff unverwundbar.(Bei dieser Gelegenheit wollen wir bemerken, daß die Regierung Erlaubniß ertheilt hat, einige ihrer schönsten Apparate und Maschinen zur Herstellung von Armstrong= kanonen u. dgl. aus den Ateliers von Woolwich im Ausstellungsgebäude aufzustellen.] Der Prozeß gegen die früherhin oft genannten Russischen Banknotenfälscher kam gestern vor dem Central=Kriminalgerichtshofe zur Verhandlung. Sie wurden allesammt durch die Geschwornen schuldig erklärt. In den zwei letzten Monaten— sagt„DailyNewsn— ist in den auswärtigen Beziehungen Mexikos eine große Veränderung eingetreten, und wahrscheinlich wird die von einer Faktion hierzulande so laut verkündete Hoffnung auf einen Umsturz der Republik durch die Gewalt fremder Waffen sich, vor der Hand wenigstens, nicht erfüllen. Hätte der Plan, einen ausländischen Thron in Mexiko zu errichten, sich auf eine wirkliche Prüfung der Bedürfnisse und Fähigkeiten des Landes gegründet, so würde er so viel Achtung verdient haben als der unbefugten Einmischung einer Nation in die Angelegenheiten einer andern überhaupt zugestanden werden kann. Aber man hielt es nicht der Mühe werth so viel Rücksicht für die Mexikaner oder ihren künftigen König auch nur zur Schau zu stellen. Englische Reaktionärs waren ganz bereit einen Prinzen der sich Jedermanns gute Meinung erworben hat, den Gefahren einer falschen Stellung auszusetzen, vorausgesetzt, daß sie auf ein Land hinweisen konnten, wo die„Seifenblasen der Selbstregierung geplatzt sei.(Da die Anspielungen der„Daily=Newsn natürlich auf die Tories bezogen werden dürften, sei es uns erlaubt zu erinnern, daß der toryische „Herald,u der zwar auf das Platzen der„Blase in den Vereinigten=Staaten mit Sehnsucht harrt, Intervention in Mexiko von Anfang an mißbilligt hat. Die Mexikanisch=Monarchischen Pläne wurden nur von der„Postn und„Timesn befürwortet.) Es ist bekannt daß Ihrer Majestät Regierung vom Beginn an jede solchen Projekten verwandte Absicht sorgfältig desavouirte und daß sie jetzt geneigt ist die Konvention von Soledad als eine im Ganzen befriedigende Beilegung zu betrachten. Die Art wie die Spanische Regierung die Konvention ansieht, ist natürlich ein Gegenstand erheblicher Wichtigkeit. Unlängst noch war die Spanische Regierung eben so sehr wie die Französische darauf erpicht ihre Truppen nach der Hauptstadt Mexiko marschiren zu lassen, desavouirte aber dabei immer den Plan, einen Spanischen Prinzen auf den Mexikanischen Thron zu setzen. Aber da man fortwährend den Erzherzog Maximilian in den Vordergrund stellte und natürlich ohne Ermächtigung es als den feststehenden Entschluß des Kaisers ausposaunte diesen Prinzen mit der Krone Montezumas zu beschenken, scheint im Gemüth der Spanier eine lebhafte Sorge für die Unabhängigkeit ihrer abgefallenen Kolonie erwacht zu sein. Die Bevollmächtigten Frankreichs und Frankreich. Spaniens begegneten einander, als sie in Mexiko eintrafen, mit Gefühlen gegenseitiger Eifersucht, und General Prim, anstatt sich mit Hr. Saligny zu berathen, hielt sich an die Englischen Offiziere, die nichts als Schulden eintreiben und Ersatz für angerichteten Schaden verlangten. Juarez trat inzwischen vor, um aus diesem Stande der Dinge so viel Nutzen als möglich zu ziehen, und die Folge war ein Ausgleich, der jeden Vorwand zu einer Invasion oder Eroberung beseitigt. Wir können uns leicht denken, welche Kränkung dies in den Tuilerien verursachen mußte. Eine kostspielige und resultatlose Expedition während einer Krisis parlamentarischer Oekonomie ausgerüstet und eine Armee über den Ozean gesandt zu haben, nur um sie wieder heimsegeln zu lassen, ist nicht geeignet die Politik des Kaiserreichs mit neuem Glanz zu umzeben. Wir sehen aber nicht ein, wie so die Expedition anders enden kann, wenn die Mexikaner nur die gewöhnlichste Klugheit beobachten und ihr Wort halten, denn die Franzosen könnten doch unmöglich die von ihren Bevollmächtigten eingegangenen Verbindlichkeiten brechen und den Krieg von Neuem beginnen. Auf so etwas sind wir nicht gefaßt— wir erwarten dergleichen selbst vom zweiten Kaiserreich nicht. Wir neigen uns daher zur Hoffnung, daß der Kaiser Napoleon sich von dem Mißvergnügen, das er über die Pazifikation in Mexiko zu erkennen gab, nicht zum Bruch der Konvention von Soledad bewegen lassen und ein von Hause aus Donquixotisches Unternehmen nicht weiter verfolgen zwird. Nach einem heute erschienen Ausweis sind aus dem Dubliner„College of Maynoothn(katholisches Seminar) vom Jahre 1845 bis 1861 inklusive im Ganzen 875 Priester hervorgegangen; jedes Jahr im Durchschnitt zwischen 46 und 72; die geringste Zahl, nämlich 38, im ersten Jahre. (Die Blätter und Briefe aus London vom 11. April Abends sind ausgeblieben.) Paris, 11. April. Es ist so unklar wie je, welche Stellung die Regierung Rom gegenüber einnehmen wird. Herr v. Lavalette hält fest und mit ihm Herr Thouvenel, so daß es gestern schon hieß, Herr Orouin del'Huis solle Minister des Auswärtigen werden. Daran ist nicht zu denken, aber das Gerücht beweist, welche Unsicherheit in den höheren Regionen herrscht.— Dazu kommt die Mexikanische Frage, die sehr viel Verdruß macht. Der Kaiser soll über die Verhandlung von Soledad gesagt haben, das sei keine Konvention, sondern eine Kapitulation. Aber auf der andern Seite, was kann man von Mexiko wollen? Daß es gewisse Schulden bezahle? Es ist bereit dazu und Notabene, die Forderungen, die man dort stellt, sind noch dazu übertrieben. England und Frankreich haben ihre Ansprüche bis zum Lächerlichen gesteigert, eine Million, weil man einem Kaufmanne sein Schaufenster geplündert habe, Rückzahlung von Vorschüssen, die gemacht worden sind und dergleichen. Aufgefallen, aber sehr mißfällig, sind die Artikel des Journal des Debats, welche dieser Tage mit wahrer Wuth über Mexiko hergefallen sind, als ob das Volk aus lauter Schurken bestände. Das Volk ist gewiß kein Muster, die Regierungen, welche sich gefolgt, sind so schlecht wie möglich, aber das ist die natürliche Folge einer langen, planmäßigen Unterdrückung, eines Mangels an Bildung. Die Hülfe liegt doch darum nicht in einer Französischen Eroberung. Der Kaiser soll einer Kammer=Kommission erklärt haben, wenn man gute Mittel wisse, Ersparnisse zu machen, werde er nicht auf den neuen Steuern bestehen. Marquis Lavalette ist diesen Morgen nach England gereist, wohin ihn Privatangelegenheiten rufen. Die„Patrien theilt mit, daß nach einer Depesche aus New=York vom 27. März, General Beauregard zur Vertheidigung von Norfolk daselbst angekommen war und daß die Nordarmee unter General Mac=Clellan sich zum Angriffe gegen diesen Platz anschickte. Nach einer Privatdepesche aus Cadix zeigt die „Patrien von Vera=Cruz, den 15. Morgens, an, daß die Korvette Berthollet in einer angeblich sehr wichtigen Mission nach Matamoras, an der Gränze von Texas abgefahren sei.— Major Lacroix, Adjudant des General Lorencez, ist am 14. aus dem Hauptquartier Jurien de la Gravieres zurückgekommen, wohin er abgeschickt gewesen war. An demselben Tage kam ein Mexikanischer Oberst vom Stabe des Generals Uraga mit Depeschen an General Lorencez an. Nach dem„Paysn handelt es sich nicht mehr darum, neue Verstärkungen nach Mexiko abgehen zu lassen. Es werden nur drei Marine-Chirurgen herüber geschickt werden. Aus Ragusa erfährt das„Pays,n daß das zifikationswerk an der Montenegrinischen Gränze seinem Vollzuge nahe ist. Die von dort kommenden Nachrichten über Truppenbewegungen 2c. seien sehr übertrieben..6e4s 5en. In der heutigen Sitzung der gesetzgevenven Körpers ist von Nogent=Saint=Laurence ein Bericht über den Gesetzentwurf betreffs Einberufung von 100.000 Mann aus der Klasse von 1862 vorgelegt worden. Die Industriellen von Rouen schicken sich an, zu Ehren ihres Mitbürgers und Deputirten Pouyer Quertier wegen seiner im gesetzgebenden Körper gehaltenen Philippika gegen den Englisch Französischen Handelsvertrag ein glänzendes Bankett zu geben und eine Medaille schlagen zu lassen. Der offizielle„Moniteur de la flotten resümirt in einem längeren Artikel die verschiedenen Eindrücke, welche der Kampf des Monitor mit dem Merrimac allenthalben, besonders aber in England, hervorgerufen hat. Er selber sieht darin allerdings eine Modifikation in dem bisherigen Systeme der Kriegsführung zur See, doch sei sie nicht der Art, um in aller Eile und unwiderruflich die hölzernen Kriegsschiffe zu verdammen. Man möge sich nur eine Artillerie denken, die im Stande sei, die Eisenpanzer zu durchbohren, und es werde mit der Unverwundbarkeit sofort der ganze Zauber schwinden. Die Artillerie habe aber ihr letztes Wort noch nicht gesprochen. Uebrigens habe die Französische Marine den Kampf zwischen Merrimac und Monitor nicht abgewartet, um auf der neuen Bahn vorwärts zu schreiten. Sie habe die Initiative in dieser Reform ergriffen und ihre bereits gebauten Panzerschiffe seien Gegenstand der Bewunderung aller Seeleute. Man habe nur mehr das Eine zu thun: in der bereits betretnen Bahn zu verharren. Der Vortrag des Generalstaatsprokurators Pinard in der eben vor dem Gerichtshofe von Douai anhängigen Prozesse Mires hat einen tiefen Eindruck hervorge bracht und in der letzten Sitzung zu nachstehender Episode Veranlassung gegeben. Wohlan, ruft die Staatsbehörde am Schlusse ihres Requisitoriums aus, Mires soll ungerecht sein(gegen die Experten.) Wir unsererseits sind darum nicht unversöhnlich, wir werden diese falsche, jetzt niedergestürzte Größe nicht erdrücken; wir werden den Mann nicht mit dem Unglück seiner ruinirten Aktionaire verfolgen. Um höbere Interessen bekümmert, verlangen wir ein sühnendes Urtheil, und dieses Urtheil soll eine dreifache, der Wahrheit, der menschlichen Freiheit und dem Gesetze dargebrachte Huldigung sein. Der Wahrheit? o, meine Herren, wenn sie offen hervortritt, so verkündigen wir sie ohne Umschweif und ohne Zaudern, denn wer erwartet sie nicht mit Ungeduld? Der menschlichen Freiheit? Wenn ein Mensch verantwortlich ist, so ist dies sicherlich Mires mit seiner Intelligenz, seinem Willen, seiner Erfahrung. Soll er darum als Verderber seiner Zeit dastehen? Nein, so hoch steht er nicht, wollen nicht, daß man unsere Worte übertreibe. Aber, wenn er aus einem schlechten Kreise hervorging, so hat er ihn auch beherrscht. Wenn er traurige Beispiele um sich hatte, so hat er deren auch gegeben. Nicht die Macht der Starken hat ihn gestürzt. War diese etwa hart gegen ihn? Mires: Sie war unwürdig(indigne.) Generalstaatsprokurator: War die Staatsbehörde hart gegen ihn? Mires: Unwürdig. Generalstaatsprokurator: Mires war der Urheber des Unheils, ehe er dessen Opfer ward. Mires: Ich wurde verfolgt und bin nur Opfer. Präsident: Unterbrechen Sie nicht, oder ich werde Befehl geben, Sie augenblicklich in Ihr Gefängniß zurückzuführen. Mires: Man führe mich ab. Präsident: Huissier, führen Sie Mires ab. Mires: Ich bin bereit(rafft seine Bücher und Papiere zusammen.) Präsident: Huissier, führen Sie den Ihnen übertragenen Befehl aus. Mires durchschreitet, sein Portefeuille unter dem Arm und von einem Huissier gefolgt, den Saal, während der Generalstaatsprokurator Die Entscheidung, welche Sie fällen werden, ist ein Urtheil der Sühne... Mires, der grade an dem Sitze der Staatsbehörde vorübergeht, ruft, ohne sich umzudrehen, mit schallender Stimme;„Nein, ich schwöre es im Namen der Wahrheit und der Ehre, ich bin nur Opfer, ich wurde geschmäht, verfolgt. Nachdem Mires entfernt ist, fährt der Generalstaatsprokurator folgendermaßen fort:„Ich werde in Abwesenheit des Beklagten nichts weiter sagen. Ich wiederhole nur, daß, wenn er schlechte Beispiele genommen, er deren auch gegeben hat. Ich sagte, Ihr Urtheil werde ein Urtheil der Sühne sein. Opfern wir niemals die Gesellschaft, welche Fehler als glänzende Eigenschaften ansieht, auch, um einen Schuldigen mit Unrecht zu amnestiren! Endlich wird Ihr Urtheil eine dem Gesetze dargebrachte Huldigung sein. Es ist der stets unparteiische Schutz der Schwachen. O, es rührt nicht, wie alle diese Interessen von Fleisch und Blut, die sich um jeden Angeklagten drängen; es hat nicht die leidenschaftlich bewegten Stimmen für sich, die sich in gewaltigem Ausbruch von der Bank der Vertheidiger erheben. Nein, es hat nur für sich die eigene Majestät, und in seinem Dienste überzeugte, ernste Stimmen, die aus Furcht, gegen die Pflicht sich zu vergehen, sich jede leidenschaftliche Aufwallung untersagen. Aber hinter ihm und hinter Ihnen, meine Herren, schauen Sie diese große Masse von Gemüthern, die redlich sind aus Instinkt, unentschlossen in ihrem Denken, schwach in der Siunde der Versuchung, schnell im Fallen! So ist wohl die Mehrzahl! Meine Herren, sie haben Vertrauen zu Ihnen, wenn Sie sagen: Vertrauet auf das Gesetz, vertrauet auf das sittliche Bewußtsein, dessen Ausdruck es ist, das, fest für das Gute, fest gegen das Böse, Ihnen als Unterpfand anvertraut ist. Dann wird Ihr Spruch ein Spruch der Sühne sein; bestrafte Fehler werden gefahrlos und unterdrückter Skandal ist kein Skandal mehr. Vergessen wir nie in der That, meine Herren, daß, wenn eine Nation sinkt oder abstirbt, dies nie durch ihre Gebrechen, sondern durch den Mangel an Tugend geschieht. Da aber ist die Tugend vorbanden, wo die Obrigkeit ohne Leidenschaft und ohne Schwäche zu strafen weiß, und wo Alle sich vor ihrem Spruche beugen. Die Sitzung wurde hierauf geschlossen. Vermischte Nachrichten. die Worte spricht: Köln, 11. April. Aus der(gestern schon kurz erwähn ten) Berathung der Stadtverordneten über die Angelegen heit der polytechnischen Schule theilen wir noch Folgendes mit: Herr Dr. Claeßen referirte, daß aus Anlaß des Beschlusses vom 6. März, der sich gegen die Uebernahme einer Garantie für den eventnellen Ausfall am Schulgelde ausgesprochen, eine Anzahl von nahezu 100 hiesigen Bürger sich gefunden habe, welche zusammen 40,000 Thlr. gezeichnet hätten zu einem Fonds, aus dessen Zinsen die von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnte Garantie des Defizits geleistet werden solle. Außerdem sei die Beschaffung des zur ganzen Anlage erforderlichen Kapitals von 250,000 Thlr. gegen 3½ Prozent Zinsen von einer hiesigen Aktien=Gesellschaft angeboten worden. Man erspare also gegen den gewöhnlichen Zinsfuß 2500 Thlr. fährlich. Zu den gezeichneten 48,000 Thlr. käme überdies ein Kapital von 13,000 Thlr., welches die im Jahre 1845 bestandene Aktien=Gesellschaft, die damals eine(jetzt von der Rhein. Bahn ausgeführte) Eisenbahn nach Koblenz projektirte, aus ihren ersten Einlagen erübrigt habe. Bis zum Jahre 1866, dem voraussichtlichen Zeitpunkt der Eröffnung der polytechnischen Schule, habe man an Zinsen des gezeichneten Kapitals und an Ersparniß der Zinsen des Stamm=Kapitals jährlich 5640 Thlr. disponibel, welche ausreichen würden, das eventuelle Defizit zu decken. Der von dem Direktor der Gewerbeschule aufgestellte Etat des Polytechnikums betrage jährlich 29,000 Thlr. Ausgabe. Karlsruhe habe Ende 1861 794 polytechnische Schüler und darunter 329 aus Baden selbst gehabt, es sei daher gewiß zu erwarten, daß ganz Rheinland und Westphalen wohl 300 Schüler für Köln aufbringen würden, und wenn diese Zahl vorhanden, sei gar kein Defizit zu decken. Die Kommission des Gemeinderaths habe demnach mit 4 gegen 3 Stimmen den Beschluß gefaßt, dem Plenum jetzt die Anuahme der von der Staatsregierung geforderten Garantie anzurathen.— Es entstand gleichwohl eine sehr lebhafte Debatte, bei welcher sich die Herren Mülhens, Baudri, Landwehr, Kohlhaas, Esser und Kyll gegen, die Herren Claeßen, Klein, Kemp, Classen=Kapelmann, Rud. Wittgenstein, Dr. Boecker und der Vorsitzende für die Uebernahme der Garantie aussprachen. Herr ClassenKappelmann hob besonders hervor, daß mit dem Jahre 1865 durch Wegfall des Gasmonopols alljährig 100,000 Thlr. Seitens der Bürger, 13,000 Thlr. Seitens der Stadt an Beleuchtungskosten erspart würden(abgesehen von einem namhaften Prozentsatz am Gewinn=Antheil); daß man dies Ersparniß am nutzbringendsten für ein Institut anlegen könne, welches so sehr zur Förderung der Intelligenz beitrüge und daß er von dem Polytechnikum keine Belastung, sondern einen doppelten Gewinn, einen materiellen und einen geistigen, erwarte. Nach länger als dreistündiger Berathung beschloß die Versammlung mit 14 gegen 13 Stimmen, die Garantie zu übernehmen. Dafür stimmten die Herren Langen, Dr. Claeßen, Roggen, Classen=Kappelmann, Klein, Horst, Dr. Boeker, v. Wittgenstein, Seydlitz, Nückel, Essingh, Kemp, Peill und der Herr Oberbürgermeister Stupp, dagegen die Herren Biercher, Joest, Kohlhaas, Kaesen, Elven, G. Boeker, Baudri, Fuchs, Esser, Landwehr, Mülhens, Kyll und Stroever. Elberfeld, 10. April. Mit dem um 1 Uhr 35 Minuten von Düsseldorf nach Elberfeld abfahrenden Schnellzuge wurden auch zwei sehr werthvolle, für einen Kaufmann in Werl bestimmte Wagenpferde, Schimmel, welche noch kurz vor der Abfahrt der Schönheit ihrer Gestalt und der großen Gleichförmigkeit der Farbe wegen allgemeine Bewunderung erregt hatten, befördert. In dem für die beiden Pferde bestimmten Behälter befand sich auch der Führer derselben, als plötzlich, kurz nach der Abfahrt von Düsseldorf, in der Nähe der Station Gerresheim, die jungen muthigen Thiere anfingen, unruhig zu werden und durch Schlagen an die bretternen Wände und durch wieherndes Gebrüll, untermischt von dem Hülferuf des Wärters derselben, bald die Aufmerksamkeit und Hülfe der Eisenbahnbeamten herbeigezogen hatten. Trotz der angelegten Halftern hatte ein Pferd das andere mit den Vorderfüßen übersprungen und war mit dem Kopfe in die an dem oberen Rande des Behälters befestigten Stricke gerathen und hatte sich auf diese Weise erdrosselt, ehe rechtzeitige Hülfe durch Zerschneiden der Stricke 2c. angewendet werden konnte. Nach Angabe des Wärters soll jedes Pferd zu 300 Thaler angekauft worden sein.(E..) Koblenz, 9. April. Ueber das Resultat der gestern und vorgestern hier versammelten Konferenz der Kommissarien sämmtlicher Rheinuferstaaten, welche sowohl aus Technikern als aus den Mitgliedern der RheinschifffahrtsKommission bestand, wird berichtet, daß auf den Grund des einstimmigen Gutachtens der Techniker die ganze Konferenz einmüthig in Betreff der Anlage der hiesigen Rheinbrücke, für den Bau der von Preußen beantragten BogenGitterbrücke sich ausgesprochen hat, so daß nunmehr die Angelegenheit als soweit erledigt dem Könige zur Ratifikation vorgelegt werden wird. Uebrigens sind dieser Tage schon mehrere bedeutende Dampfmaschinen, welche beim Brückenbau verwendet werden sollen, hier angeWerden, 9. April. Ein junger Mann aus der hiesigen Nachbarschaft hatte Medizin studirt und seit dem 1. dieses Monats sich als Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer niedergelassen. Vorigen Samstag aus einer heitern Abendgesellschaft kommend, geht derselbe statt nach seiner Wohnung, noch über die hiesige Brücke und seitdem war er spurlos verschwunden. Kinder, die Samstags Morgen zur Kirche gingen, fanden dem Bruns'schen Hause gegenüber am Ufer der Ruhr einen Hut und wurde dieser als Eigenthum des Verschwundenen rekognoszirt. Es ließ sich nun Schlimmes voraussetzen und ist leider diese Vorausetzung doch zur traurigen Wahrheit geworden, indem man die Leiche des jungen Mannes in der Nähe, wo der Hut gefunden war, heute Morgen aus dem Wasser Admiral Sir James Clark Roß, der berühmte Nordpolfahrer, ist am 3. April zu Aylesbury, Buckinghamshire gestorben. Er war im Jahre 1800 auf dem Gute Bal sorroch, in der Irischen Grafschaft Galway geboren und der Neffe von Sir John Roß. Im Jahre 1812 in die Marine eingetreten, nahm er von 1818 bis 1833 an allen Brittischen See=Expeditionen zur Entdeckung der nordwestlichen Durchfahrt Theil, entdeckte 1831 den nördlichen magnetischen Pol, befehligte von 1839 bis 43 die Expedition nach den Antarktischen Regionen, und drang hier, weiter als irgend ein Seefahrer vor ihm, bis zum 780 10° südlicher Breite vor, bis auf 160 Meilen vom sudlichen magnetischen Pol. Seit 1858 Rear=Admiral der weißen Flagge, war er zugleich Mitglied der Königlichen Societät der Wissenschaften, der geographischen Gesellschaften von London und Paris u. s.., und Orford verlieh ihm 1844 das Ehrendiplom als Dr. juris. Die Berliner Hofbibliothek soll sich im Besitz einer noch ungedruckten und gänzlich unbekannten Operette von Beethoven— im Originalmanuskript(?)— befinden, eine interessante, aber auch etwas späte Entdeckung, welche besonders die merkwürdige Seite haben würde, daß von Seite jener Bibliothek bis zu diesem Augenblick darüber kein Wort verlautete. Neueste Nachrichten. 8. April. Mons. Benardi, der zum Erzbischof von Nizäa erhoben worden, wird erst im Juni nach Rußland abreisen. Rußland macht noch einige Schwierigkeiten und stellt der Reise der Polnischen Bischöfe nach Rom verschiedene Hindernisse in den Weg.— Die Päpstliche Polizei hat den Professor an der Römischen Universität Gentile, den Sekretair des Hrn. Ulloa, Ministers des Königs Franz und einige andere Personen verhaftet, welche als Theilnehmer an geheimen Gesellschaften angeklagt sind.— Ein Engländer, Namens Bischep, Verwandter des Lord Derby, ist in Gaeta verhaftet worden. General Lamarmora hat dem Englischen Konsul angezeigt, ein Prozeß sei nicht zu vermeiden. Turin, 11. April. Es heißt, daß der Minister des Auswärtigen Hr. Brassier de St. Simon(welcher auch die Oesterreichischen Interessen vertritt) ernste Vorstellungen darüber gemacht hat, daß sich fortwährend Bourbonisten in Triest sammeln und von da sich einschiffen, um die Reihen der Bourbonisten zu verstärken. Douai, 11. April. Die Vertheidiger von Mires haben den Antrag gestellt, daß ihnen Akt gegeben werde, daß Mires ohne Gerichtsbeschluß ausgestoßen und die Oebatten ohne sein Beisein fortgesetzt wurden. Der Generalprokurator verlangte die Wiederaufnahme der Debatten für den von Mires nicht angehörten Theil. Nach zweistündiger Berathung verkündigt der Gerichtshof, daß das Urtheil den folgenden Tag gesprochen würde. London, 11. April. Im Unterhause haben heut die Herren Bowyer und Hennety die Aufmerksamkeit auf Italien gelenkt, wo sich Alles, wie sie sagen, um Mord und Plünderung drehe. Hr. Layard erklärt alle diese Angaben für irrig und versichert, Italien sei jetzt glücklicher wie je. Hr. Gladstone bestätigt dies und erklärt es für die Pflicht Enzlands, Italien seine moralische Unterstutzung zu leihen. Lord Palmerston versicherte, die weltliche Macht des Papstes könne nicht bestehen, es liege also im Interesse des Papstes, darauf möglichst bald zu verzichten. Das Schicksal desselben sei in der Hand des Kaisers; zöge er seine Truppen zurück, so wäre Italien sehr bald frei vom Mittelländischen= bis zum Aoriatischen Meer.— Das Haus hat sich bis zum 28. vertagt. Konstantinopel, 11. April. Die Mächte haben, mit Ausnahme Fraukreichs, in die Invasion Montenegro's gewilligt. Omer Pascha hat Befehl erhalten, unverzüglich seine Operationen zu beginnen. Berlin, 11. April. Eisenbahn=Aktien matter, Oesterreichische beliebt, Köln=Mind. Eisenbahn 181 bz., Rhein. 97 bz., Bergisch=Märkische 112¼ bz., Franz.=Oesterreich. 142¼ bz., Darmstädter Bank 88½., Berliner HandelsGesellschaft 90 bz., Oesterreich. Kredit 76 bz., DiskontoKommandit 97 ⅞/8 bz., Aachen=Mastrichter 24., Bank=Antheile 120 bz., 5pCtge. Preuß. Anleihe 107 7 bz., Oesterr. National 63 ¼/.., Mainz=Ludwigshafen 125 bz., Norobaon b2.7z. Geldkurs. Aachen, 11. April. Ausl. Pist. Nap.='or Holl. 10 Fl. Livr. Strl. Imperials. 25Frkstücke 5Frlstücke Geld. 1,16, 9 1,16.— 1,10, 9 6,21.— 991—% 99-99½ für die am Dienstag, den 15. d. Mts., Nachmittag 5 Uhr Statt findende öffentliche Sitzung der Stadtverordneten. Zur Verhandlung werden kommen: 1. Antrag des Herrn Böhlen in Bezug auf Nadelschleifen; 2. Ueberlassung eines Bauplatzes für die Taubstummenschule; 3. Beleuchtung der Aureliusstraße; 4. Kredit für Fabrikschulen; 5. Supplementar=Kredit für Drainage des katholischen Kirchhofes. Es folgt eine geheime Sitzung. Aachen, den 12. April 1862. Der Bürgermeister, Contzen. Wir machen auf die unter den Anzeizen befindliche Bekanntmachung des Königlichen Hau“ delsgerichts in Betreff der Anmeldung der Firm der Folgen, welche die Versäumniß derselben nach sich zieht, aufmerksam. Es ist daß die Kreisblätter des Rezierungs=Bezirks die Bekanntmachung in ihre Spalten aufnehmen, mit die Handeltreibenden auf dem Landezeegg#. durchgängig mit den Bestimmungen des kannt sein dürften, nicht in Nachtheil gerathen. 11. Abds. 10 U. 12. Mrg. 6U. Mts. 2U. Anzeigen. 0. 1666. Da fast die Hälfte der Frist abgelaufen ist, wesche den Kaufleuten zur Anmeldunz ihrer Firmen, Gehufs Eintragung derselben in das Handelsregister zurch das Gesetz bewilligt worden, und doch nur Wenige dieser gesetzlichen Vorschrift bis jetz nachgekommen sind, so finden wir uns veranlaßt, alle diejenigen Handeltreibenren, welche nach dem Allzemeinen Deutschen Handelsgesetzbuche zu einer solchen Anmeldunz verpflichtet sind, diese Pflicht aber noch nicht erfüllt haben, hiermit aufzufordern, recht bald ihre Anmeldungen bei hiesiger Stelle zu bewirken, domit in den setzten Tagen des kommenden Monats Mai der Andrang nicht so groß werde, daß beim besten Willen die Anmeldungen nicht alle abgefertigt werden können. Nach dem Schlusse des Monats Mai cur. treten sofort die Nachtheile für die ältern Firmen ein, welche das Gesetz gegen die Säumigen verhängt, nämlich: Ordnungsstrafe von 5 bis 200 Thalern und Verlust der Firma, wenn sie nicht den persönlichen Namen des Geschäfts=Inhabers enthält. Zur Anmeldung sind verpflichtet, alle diejenigen, welche gewerbmäßig Handel treiben mit Waaren und andern beweglichen Sachen, namentlich: Material=, Gold= und Silberwaaren Händler, Uhrenhändler, Leverhändler, Getraidehändler, Apotheker, Buch= und Kunsthändler, überhaupt Groß= und Detailhändler; ferner diejenigen, welche Versicherungen gegen Prämien übernehmen; Bankiers und Geldwechsler; diejenigen, welche Kommissionsgeschäfte betreiben; Spediteure, Frachtführer und die für den Transport von Personen bestimmten Anstalten, darunter auch: Omnibus= und Droschken=Unternehmungen; diejenigen, welche bewegliche Sachen für andere bes oder verarbeiten, z. B. Färbereien, Eisenhämmer, Spinnereien, Appreturanstalten 2c.; diejenigen, welche Handelsgeschäfte für andere vermitteln oder abschließen, also auch Agenten, mit Ausnahme der vereideten Mäkler; endlich Druckereibesitzer u. s. w. Von der Anmeldung und Eintragung der Firma in das Handelsregister sind nach Art. 10 des Handelsgesetzbuches ausgeschlossen: Höcker, Trödler, Hausirer und dergleichen Handelsleute von geringem Gewerbebetriebe; ferner Wirthe, gewöhnliche Fuhrleute, gewöhnliche Schiffer und Personen, deren Gewerbe nicht über den Umfang des Handwerksbetriebes hinausgeht. Aachen, den 12. April 1862. Königliches Handelsgericht. J. A. Bischoff. Kirchenbau=Verein. 1667. Die durch den heiligen Vater, Papst Pius IX., für die Marienstatue zum Thurme der hiesigen Votivkirche zugesicherte Schenkung ist bereits dadurch vollzogen, daß der Präsident des Kirchenbau=Vereins, Herr Advokat=Anwalt Lingens, am 5. dieses Monats aus Seiner Heiligkeit eigenen Händen 900 Scudi in Gold, ausmachend 4840 Franken oder 1296 Thaler Preuß. Cour., in Empfang genommen hat. Zugleich haben Seine Heiligkeit allen Mitgliedern des Vreinsvorstandes sowohl, als der 8 Pfarrausschüsse den apostolischen Segen und einen vollkommenen Ablaß für die Sterbestunde zu verleihen geruht. Diese hohe Gnade wird für Alle, welche sich am Baue der hiesigen Marienkirche betheiligen, ein neuer dringender Anlaß sein, zur Bekundung ihres tief gefühlten Dankes mit ungeschwächter Begeisterung auszuharren sowohl in thätigster Theilnahme an diesem heiligen Werke, wie auch in den täglichen Gebeten und regelmäßigen Opferspenden für den hart bedrängten heiligen Vater, welchen der allmächtige, allgütige und allgerechte Gott auf die Fürbitte der unbefleckt empfangenen Gottesmutter in der frischen, kräftigen Gesundheit, deren er sich fortwährend erfreut, noch lange erhalten möge! Aachen, den 12. April 1862. Der Vorstand des Kirchenbau=Vereins Aktien=Gesellschaft für Bergbau, Blei= und Zink=Fabrikation zu Stolberg und in Westphalen. Die Herren Aktionaire werden hierdurch benachrichtigt, daß die jährliche ordentliche General=Versammlung am Donnerstag, den 22. Mai d.., Morgens 10 im großen Theater=Saale zu Aachen Statt finden wird. Dieselben weisen sich als Eigenthümer ihrer Aktien aus, indem sie solche nach Artikel 35 der Statuten vierzehn Tage vor jenem der General Versammlung: in Aachen am Sitze der Gesellschaft, Hochstraße Nro. 11, * Paris auf dem Bureau der Gesellschaft, rue des deux Portes St. Jean Ne. 1, * Köln beim A. Schaaffhausen'schen Bankverein, „ Berlin bei den Herren Mendelssohn& Comp, „ Lüttich bei den Herren Nagelmackers& Söhne, „ Brüssel bei den Herren Brugmann Söhne, „ Verviers bei dem Herrn Armand vollet hinterlegen. Ueber diese Hinterlegung wird im Namen der Direktion ein Empfangsschein und eine persönliche, auf den Namen lautende Zulaßkarte ausgestellt und verabfolgt. Aachen, den 10. April 1862. Der General=Direktor, (1659) Wilhelm von der Heudt. 8GLTEHLTEHLICHLICHLTGHLTOELIOHLTRE 19G Fabrikkasse zu Burtscheid.# . Da zu der auf dem 7. April d. J. berufenen uch General=Versammlung die Betheiligten nicht in beschlußfähiger Anzahl erschienen waren, so wird hiermit durch den Unterzeichneten, unter Bezugnahme auf den veränderten§. 16 des SpezialStatuts*) eine zweite General=Versammlung auf Montag, den 14. April, Morgens 11 Uhr, E im hiesigen Gemeinderaths=Saale anberaumt. a Burtscheid, den 12. April 1862. (1649) Der Vorstand der Fabrikkasse. *)§. 16. Zur Abfassung gültiger Beschlüsse ist die Anwesenheit der Hälfte der Mitglieder erforderlich. Eine Ausnahme findet Statt, wenn# die Mitglieder zum zweiten Male zur Ver- uck handlung über dieselben Gegenstände zusammenbe in rufen, dennoch nicht in genügender Anzahl erschienen sind. 5 ieftse. Geschw. Braff, Theaterstraße 8, beehren sich statt besonderem Cirkular den Empfang der Pariser Nouveautés in Lingerie und Lingerie-Confectioné hiermit ergebenst anzuzeigen. Auch ist das Lager in allen andern rein zur bevorstehenden Saison wieder auf das etget assortirt. (1577) 1650) Meine Wohnung ist jetzt Suermondt=Platz Nro. 9. von H. S. Pf a. f 1, Stoßkolnstraße Nrd. 68 in klachen. Fortwährend reichhaltigste Auswahl von Möbeln und Waaren jeder Art.— Feste Preise.— Ganze Einrichtungen werden übernommen und in kürzester Frist ausgeführt. Nagazin de meubles de Berlin de C. u. TTAYT, Grosskölnstrasse’. 68& AIX-LA-CHAPELLE. Grand assortiment de meubles en tous genres.— Prix fixes.— Sur commandes on se charge darrangements complets et les executera dans le plus bref délais.(1662) Palm-Sonntag, den 13. April 1862: Großes Soneert im Theater, unter Mitwirkung der hiesigen Gesangskräfte und unter Leitung des Kgl. Musik=Direktors, Hrn. Franz Wällner. Programm Oratorium in zwei Abtheilungen, von 1652. Im Verlage von Jos. Laktuelle in Nachen erschienen: Ailihurtungen ful Srumkentrxfe, eine in Farbendruck ausgeführte, hochlackirte Cartonage in 60 sinnreich erdachten Dessins, welche den Reiz der Blumen erhöht und sich namentlich zur Ausschmückung von Altären, Salons, Treppengängen, Fest=Tafeln 2c. eignet. Ermäßigter Preis 1 bis 5 Sgr. per Stück. 1 33 1 Baum, Notar. Die vermöge ihrer balsamischen Bestandtheile so höchst erfrischend verschönernd und mild einwirkende Gebrüder Leder'sche balsamische Erdnußöl=Seife ist à Stück mit Gebr.=Anweis. 3 Sar. — 4 Stück in einem Packet 10 Sgr.— fortwährend echt zu haben in Aachen bei N. Schürmanns= Hammer, Großkölnstr. 15, sowie für Eschweiler: B. Wolf, Eupen: Klemens Dücker, Jülich: Ant. Kirsch. C trumpfwaaren=Fabrik, Strickgarn=Lager, Kurzwbacren=Ganblung en gros et en detall von Gebrüder Sinn, Großkölnstraße 26. Die Weinhandlung von Berns=Rosbach, Harskampstraße 71, empfiehlt zur gefl. 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Mit Angabe der Heilmittel dagegen. Nach eigener Erfahrung von Dr. Robert Tült. Ins Deutsche übertragen von Dr. A. Wunder. Fünfte Auflage. Broschirt 7½ Szr. Vorräthig bei I. A. Mayer in Aachen und in der Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln. Freiburger Anlehensloose, welche ohne weitere Nachzahlung gültig bleiben, bis sie gewinnen, sind fortwährend à 4 Thlr. bei'm LotterieEinnehmer Levy, Harskampstraße, zu haben.(103) in großer Auswahl zu auffallend billigen Preisen bei Schmetz-Kratzborn, (292) Ursulinenstraße 20, Ecke des Fr.=Wilh.=Platzes Für Streichgarn=Spinnereien. 1654. Ein erfahrener bemittelter Agent(mit den Konsumenten von Streichgarnen sehr vertraut), sucht für Gladbach, Rheydt und Umgegend eine leistungsfähige Spinnerei zu vertreten und ist auch erbötig für eigene Rechnung zu machen. Offerten unter Lit. A. B. Nro. 1654 besorgt die Expedition. Felix Mendelssohn=Bartholdy. Die in diesem Werke vorkommenden Solis werden gesungen von Herrn Julius Stockhausen aus Paris, Fräulein Gertrude v. Conraths aus Köln, Herrn Ch. Göbbels und geehrten Dilettanten aus Aachen. Anfang 6½ Uhr. Ende 9½ Uhr. Preise der Plätze: Balkon, 1. Rang=Loge, 2. Rang=Loge, Parterre=Loge, Tribüne, Parquet=, Sperrsitz und Orchester=Raum 1 Thli. à Person: Parterre 15 Sgr.; Amphitheater und Gallerie 10 Sgr. Einkrittskarten zu obigen Plätzen sind Morgens von 10 bis 1 Uhr im Theater Büreau und Abends an der Kasse zu haben. Ebendaselbst werden Textbücher à 2½ Sgr. ausgegeben. Das städtische Musik=Comite. BERNARTC LOCAL. Heute Sonntag, den 13. April, Großes Nachmittags-Concert, ausgeführk vom Musik=Korps des 2. Rh. Inf.=Regzts. unter Leitung seines Kapellmeisters Hrn. F. Speer. Anfang 3½ Uhr. Entree 2½ Sgr. Vorläufige Anzeige. Das Concert des Hof=Pianisten Herrn Theodor Ratzenberger findet am Ostermontag, den 21. April, Abends 7 Uhr, im Kurhause Statt.(1668.) Cylinder=Scheermaschine in noch brauchbarem Zustande wird zu kaufen gesucht. Arbeitsfläche 32“—38“ rheinländ. Offerten mit Preis=Angabe franco unter Lit. L. 6 an die Expedition des Krefelder Anzeigers in Krefeld. 1651. Ein braves, in allen häuslichen Arbeiten erfahrenes Mädchen, welches viel auf gute Behandlung sieht, wünscht Stelle bei 2 bis 3 Personen für 1. Mai oder halben Juni. Auskunft in der Expedition. 1646. Ein neuer Schornstein von Eisen zu verkaufen. 9° lang und 17“ Durchmesser. Ein neuer Vorwärmer für eine Dampfmaschine zu verkaufen. 4“ hoch und 4“ im Durchmesser. Adalbertsstraße 118. 1663. Unterzeichneter empfiehlt sein wohlassortirtes Hut=Lager nach den neuesten Facons von 1 Thlr. 15 Sgr. bis zu 3 Thlr. Auch werden daselbst alle alten Hüte, sie mögen noch so abgetragen sein, nach den modernsten Facons umgeändert à 2½, 5 bis zu 27½ Sgr. Wilh. Voigt, Hutfabrikant, Domhof, Nro. 8. 1669. Wasserhelles und Geruchleses Mineral Oel, zu 9½ Sgr. per Quart, zu haben bei Kon. Hinzen in Herzogenrath. 1337. Das von Herrn Hauptmann von der Mosel bewohnte möblirte Quartier nebst Pferdestall zu vermiethen. Michaelstraße Nro. 17. Cauben-Gesellschaft UNION. 1670. Von jetzt ab jeden Donnerstag, Abends 8 Uhr, Versammlung wichtiger Besprechungen wegen, dazu nächsten Donnerstag, den 17. d. zur Wahl des Vorstandes. Lokal: Markt 27 bei Vonderstein, im Hintergebäude. Rheinische isenbahn. 1580. Die Lieferung der zu den Empfangsgebäuder Crefeld=Clever Eisenbahn erforderlichen Fußbodenhölzer soll verdungen werden. Offerten sind bis zum 20. d. Mis. in unserm Centralbau=Büreau— Unter Sachsenhausen Nro. 3— abzugeben, woselbst auch die der Lieferung zu Grunde gelegten Bedingungen entnommen werden können. Köln, den 3. April 1862. Die Direktion. 1583. Bei I. A. Mayer in Aachen ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Die Burtscheider Chermen bei Aachen, von Dr. Lersch. Mit den neuen Analysen des Viktoriabrunnens und der heißesten Quelle von Dr. Hamberg und Rob. Wildenstein 1862. 144 S. Preis 15 Szr. Oeffentliche Verdinggabe. 1653. Am Freitag, den 25. April., Vormittogs 10 Uhr, wird im Gemeindehause zu Warhelm zur öffentlichen Verdinggabe folgender Wegebauten geschritede.: He ue. Gugh er 1. Der noch unausgebauten Strece des Oberforstbach nach Lichtenbusch, auf eine Länge von 36 Ruthen, veranschlagt zu 240 Thlr.; 2. einer 280 Ruthen langen Verbindungsstraße, zwischen Oberforstbach und Schleckheim, veranschlagt zu 2400 Thlr.„„ Die betreffenden Pläne, Kosten=unschläge und Bedingungen liegen in meiner Amtsstube zur Einsicht Walheim, den 8. April 1862. Der Bürgermeister, Giesen. Große Mboilar=Versteigerung. Auf Anstehen der Benefiziar=Erben des hierselbst verlebten Gastwirthes Herrn Johann Peter Bygen und auf Grund der unterm 9. d. M. erlassenen Präsidial=Ordonnanz, wird der Unterzeichnete das ganze, sehr gut erhaltene Haus= und Wirthschafts=Mobilar des Gasthofs Hôtel de’Europe, Montag, den 14. d.., 9 Uhr Vormittags beginnend, so wie an näher bekannt gemacht werdenden Tagen öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Zahlung versteigern. Dasselbe besteht in vielen Dutzend Stühlen, Sesseln, Sopyas, Spiegel=, Thee=, Couliß=, Wasch=, Nachts= und sonstigen Tischen, Kleider=, Leinwand= und Küchenschränken, Secretairen, antiken Kabinetten, Beitstellen, Kommoden, Nachtskommödchen, SpiegelSchränkchen, letztere meistens von Mahagoniund Kirschenholz, ausgezeichneter Tisch= und Bettleinwand, vielen Betten, Matratzen, Pendülen, großen Spiegeln in Goldrahmen, pen, Vasen, Kristall, Glas= und PorzellanSachen, Spar=, Säulen und andern Oefen; einer Menge Küchengeräthen, Kupferstichen, Gemälden und endlich in vielen Gegenständen ron Süber 2c. Blumhoffer, (1647) Friedensgerichtsschreiber. Lizitation. Am Donnerstag, den 26. Juni 1862, Vormittags um 10 Uhr, sollen auf der Amtsstube des unterzeichneten Notars zu Burtscheid, in der gerichtlichen Theilungssache der Maria Josepha Rosewick, Wittwe des Maurer=Meisters Theodor Spitz, ohne Gewerbe, zu Burtscheiderheide wohnend, Klägerin, vertreten durch Herrn Advokat=Anwalt Carl Veling zu Aachen, gegen: a. den zu Oberforstbach wohnenden Maurer Wilhelm Spitz, als Nebenvormund der in der Ehe des Theodor Spitz und der Klägerin gezeugten noch minderjährigen Kinder: Johann Joseph— Reiner— Maria— Elisabeth— Johann Martin— Wilhelm und Theresia Spitz, alle ohne Geschäft, bei ihrer Mutter und Haupt=Vormünderin gesetzlich domizilirt, und d. den Winand Cüpper, Schreinermeister, zu Steinbrücke wohnend, als ernannter curator ventris, Beklagte, vertreten durch Herrn Advokat=Anwalt Justizrath Franz Quadflieg zu Aachen,— auf den Grund eines Urtheils des Königlichen Landgerichtes zu Aachen vom 10. März 1862, vor dem hierzu kommittirten Notar Nikolaus Wilhelm Creutz zu Burtscheid, die nachbeschriebenen, in der Gemeinde Burtscheid gelegenen Immobilien öffentlich und meistbietend verkauft werden, vümich:„. g. 9, 90 Such Wiese und 1. 4 Morgen 37 Ruchen 80 Fuß Wiese und 1 Morgen 116 Ruthen 60 Fuß Ackerland, FlurAbtheilung Herffert, Flur 4 Nro. 24 der ursprünglichen und Nro. 51 der neuen Parzelle, eingetragen unter Artikel 494 des Katasters, nebst dem auf diesen Parzellen stehenden Wohnhause, Stall und allem An= und Zubehör und 2. 1 Morgen 150 Ruthen Ackerland und 1 Morgen 120 Ruthen 50 Fuß Wiese, daselbst, Flur 4 Nro. 25 der ursprünglichen und Nro. 52 der neuen Parzelle, eingetragen unter Artikel 495 des Katasters; diese Parzellen bilden ein zusammenhängendes Ganzes, sind von dem Eigenthume der Gemeinde Burtscheid und der Wittwe Johann Peters begrenzt und taxirt zu 2500 Thalern. Die Verkaufs=Bedingungen und sonstigen Vor=Akte sind auf der Amtsstube des Unterzeichneten einzufehen. Burtscheid, den 10. April 1862. (1658) Creutz, Notar. Verkaufs=Anzeige. 1656. Die beiden zu Aachen in der Alexanderstraße gelegenen, mit Nris. 116 und 118 bezeichneten Häuser sind unter günstigen Bedingungen zu verkau fen. Nähere Auskunft ertheilt Notar Creutz. 1657. Kapitalien beliebiger Beträge liegen auf solide Unterpfänder zum Austhun bereit bei Notar Creutz. Kirchenbau zu Neutral=Moresnet. 1553. Am Mittwoch, den 23. April., Nachmittags um 2 Uhr, werden die Unterzeichneten im obern Saale des Gastwirthes Herrn Lamarche zu Neutral= Moresnet den Bau einer Kirche daselbst, veranschlagt zu 27000 Thalern, im Wege schriftlicher Submission, dem Mindestfordernden zur Ausführung übergeben. Die Unternehmungs=Lustigen haben sich persönlich im obigen Termine einzufinden, auch ihre Bürgen(einen Bürgen und einen Rückbürgen) mit zur Stelle zu beingen.. enschlag und die.s Der Bauplatz, der Kostenanschlag und die Bevingungen können schon von heute ab im Büreau der Aktien=Gesellschaft für Bergbau und Zinkhüttenbetrieb des Altenbergs zu Neutral=Moresnet täglich eingesehen werden.„„0 g Verviers und Eupen, den 28. Marz 1862. Die Königlichen Kommissarien für die Verwaltung des neutralen Gebietes von Moresnet: M. Cremer. v. Harenne. Verkauf zweier Hauser. 1576. Mittwoch, den 7. Mai d.., Morgens 10 Uhr, sollen auf Ersuchen des Kirchenvorstandes zum heil. Peter hierselbst, in der Amtsstube des Unterzeichneieni hierselbst, na 1. das in der Peterstraße hierse#ost, nächst der Komphausbadstraße neben Schoen gelegene Haus Nrr. 40„ 2. das daran anstoßende, in der Felsgasse gelegene Haus Nro. 1, öffentlich zum Verkaufe ausgestellt werden. Die Bedingungen liegen in der Amtsstube des Unterzeichneten zur Einsicht offen. Aachen, den 5. April 1862. Kaentzeler, Notar. Vieh= und Mobilar=Verkauf. Dienstag, den 22. April d.., Morgens 10 Uhr, sollen auf Anstehen der Ackersfrau Wittwe B. Hammers, in deren Wohnung auf dem Gute„Rottu an der Rothen Erde, in der Nähe von Aachen, wegen Einfiellung der Acker=Wirteschaft: 16 theils trächtige, theils frischmelkende Kühe, 1 einjähriger Stier, 6 Rinder, 8 junge Kälber, 35 Hühner nebst Hahn, sämmtliches Milch= und Keller=Geräthe, 1 Butterfaß, 1 Heckselkiste, 1 Egge, 1 Waage mit Schaalen und Gewichten, Bütten, Fässer, Eimer, eine Parthie Heu, eine Parthie Klee= und Rübsaamen, eine Parthie Dicke= und Saambohnen, so wie Tische, Stühle, Schränke, 12 gepolsterte Stühle und Kanapee und sonstiges Mobilar= und Küchen=Geräthe und dergleichen mehr, öffentlich auf Kredit gegen Bürgschaft verkauft werden. (1414) Justizrath Weiler, Notar. BLUNNUN in der Rensing’schen Reitbahn auf dem Adalbertsberg. Heute Sonntag, den 13. April 1862: Zwei große außerordentliche Vorstellungen. Anfang der ersten 3 Uhr, endend 5 Uhr, der zweiten 7¼, endend vor 10 Uhr, zu welcher aber keine Kinderbillets verabreicht werden. Morgen: Große Vorstellung. Anfang 7¼ Uhr. Donnerstag, den 17. April: Unwiderruflich letzte Vorstellung. (1661) A. Blennow, Direktos. Rur aU Un. baar oder gegen Postnahme kostet bei unterzeichnetem Bankhause ein viertel Original=Loos zu der an 21. und 22. Mai stattfindenden Ziehung der großen Staats-Gewinne-Verloosung, welche letztere in ihrer Gesammtheit mehr wie 14000 Gewinne enthält, worunter s. ev. Thlr. 114,000, 57,000, 28,500, 17,000, 14,300, 11,400, 8570, 6860, 5700, 2300, 1700, 1140, 570 2c. — Man beliebe sich daher direct zu wenden an das Haupt Depot Stirn& Greim in Frankfurt am Main. Mantilles, unb Sonner. Damen-Mäntel, Pe, Aeuu a. Vophoft-Wildt, 1011 Markt Nro. 41, Ecke der Pontstraße. (1041) Verkauf alternative Verpachtung von Ländereien. 1557. Samstag, den 26. April d.., Morgens 10 Uhr, läßt der Direktion der Rheinischen Eisenbahn= Gesellschaft auf der Amtsstube des Unterzeichneten die folgenden in der Gemeinde Burtscheid gelegenen Immobilien, öffentlich versteigern alternative verpachten, nämlich:., g.„ 10 Suaß 9A.,land 1. 8 Morgen 81 Ruthen 10 Fuß unerland auf den zwanzig Morgen, Flur 1 Nro 97/2; 2. 1 Morgen 158 Ruthen 90 Fuß Ackerland am Kirchenfeld, Flur II Nro. 24/1, welche beiden Parzellen zusammen längs dem Frankenberger Damm liegen; 3. 5 Morgen Acker, Flur 1 Nro. 18/4 im Krautmühlenfelde. Plan und Bedingungen, sowohl für den Verkauf als für die Verpachtung, liegen auf der Amtsstube des Verkauf eines Rittergutes. 1165. Montag, den 12. Mai(nicht wie früher bekannt gemacht worden, am 21. Mai) soll das in der unmittelbaren Nähe der beiden Städte Aachen und Burtscheid äußerst romantisch gelegene Rittergut Frankenberge, mit einem Areal von circa 184 Morgen, öffentlich auf Kredit gegen Bürgschaft und zwar zuerst parzellenweise und nachher im Ganzen theilungshalber zum Verkaufe ausgestellt werden. Die Grundstücke liegen theils in der Nähe des frühern warmen Weihers, theils an der nach Montjoie führenden Chaussee dem katholischen Kirchhofe gegenüber. Das Gut besteht aus mehreren Pächtereien, nämlich Frankenberg, Großkirberigshof und zwei Pächtereien am warmen Weiher; die Gebäulichkeiten des Hauptgutes Frankenberg sind ganz neu aufgeführt worden. Eine speziellere Anzeige wird noch später erfolgen und können Plan und Bedingungen bei dem Unterzeichneten eingesehen werden. . Justizrath Weiler, Notar. Freiwilliger Haus=Verkauf. Montag, den 14. April d.., Morgens 11 Uhr, soll in der Amtsstube des Unterzeichneten, das der Wittwe Johann Mathias Tonnar zugehörige, zu Aachen in der Jakobstraße, neben Bree und Kaufmann, sub Nro. 128 gelegene, zu jedem Geschäfte geeignete Haus mit Hofraum, Hintergebäude, Garten, reichhaltigem Wasser und sonstigen Bequemlichkeiten versehen, unter den Ankauf erleichternden, bei dem Unterzeichneten zu erfragenden Bedingungen, öffentlich und theilungshalber verkauft werden. (1304) J. Schummer, Notar. Freiwilliger Mobilar=Verkauf. Montag, den 14. April 1862, Morgens 10 Uhr, wird der unterzeichnete Notar auf Anstehen des Herrn M. Schramm in dem Hause Bahnhofstraße Nro. 21 zu Nachen: Hausmobilien aller Art, als: Tische, Stühle, Schränke, Sopha's, Bettstellen, Federbetten, Spiegel, Oefen, Waarenstabel u. s.., öffentlich gegen gleich baare Zahlung verkaufen. (1588) Baum, Notar. Wein=Versteigerung. 1655. Mittwoch, den 23. April l.., Vormittags 9 Uhr, lassen die Erben des zu Berncastel verlebten Rentners Herrn Peter Schwaab, ihre auf den Bännen von Bernkastel, Graach und Wehlen, aus den besten Lagen gewonnene Weine eigenen Wachsthums, theilungshalber, öffentlich versteigern, als: 19 Fuder 1857r. 5 Fuder 1858r. 10 Fuder 1860r. 14 Fuder 1861r. Die Versteigerung findet in dem Hofhause zu Graach statt, woselbst auch die Proben bis dahin abgegeben werden. Berncastel, am 8. April 1862. Der Königliche Notar, 1424. Ein kompleter Apparat für Kohlengas mit einem Gasometer von 23 Fuß rheinisch Durchmesser, steht mit Zubehör billig zu verkaufen. Auskunft in der Expedition. Anzei3e. Villa zu vermiethen. Eins der schönsten Landhäuser am Rhein, zwischen Koblenz und Burg Stolzenfels, ganz nahe der Kaltwasser=Heilanstalt Laubach gelegen, mit großen Stallungen, Remisen, Gemuseund Lustgarten mit Fontainen und Wasserleitungen, steyt zu vermiethen und gleich zu veziehen. Die Expedition gibt nähere Austunft.(1635) Lotterie=Loose bei Hille, Schleuse 11, Berlin. Frucht=Verkauf. Licitation. 1510. Auf den Grund eines Beschlusses der am 21. März 1862 stattgefundenen General=Versammlung der Aktionaire der zu Aachen unter der Firma:„F. Schumacher& Komp.“ unter der nähern Bezeichnung „H. J. Neuß'sches Fabriketablissement" bestehenden Aktien=Commandit=Gesellschaft soll vor dem unterzeichneten Notar in dessen Amtsstube zu Aachen, Donnerstag, den 1. Mai 1862, Morgens 11 Uhr, das ganze Etablissement obiger Gesellschaft, sowohl das zu Aachen in der Adalbertstraße sub Nro. 59 belegene Nadel=Fabrikgebäude nebst Wohnhaus und sonstigem Immobilar=Zubehör, als auch sämmtliche Maschinen, Utensilien, vorräthige fertige und unfertige Fabrikate und Rohstoffe nebst den sämmtlichen der Gesellschaft,— Alles zusammen in einem Toose zu der Taxe von Thlr. 126,020 15. 4. zum Verkaufe ausgestellt werden. Die Verkaufsbedingungen liegen bei dem Unterzeichneten zur Einsicht offen. Aachen, den 1. April 1862. Baum, Notar. 1558. Am Mittwoch, den 16. April d.., Morgens 10 Uhr, wird der Unterzeichnete, auf Anstehen des Herrn Mathias Bayer, Schenkwirth zu Forst, in dessen Wohnung daselbst, 100 Malter Hafer öffentlich und meistbietend auf Kredit gegen Bürgschaft verkaufen. Aachen, den 5. April 1862. H. Winlens, Notar. Freiwilliger Haus=Verkauf. 1562. Dienstag, den 22. April l.., Morgens 11 Uhr, wird der unterschriebene Notar in seiner Amtsstube das den Kindern des verlebten Herrn Joseph Steffens zugehörige, zu Aachen auf dem Karlsgraben neben Rüttgers und Dannhausen gelegene mit Nro. 6 bezeichnete Haus mit An= und Zubehör, unter annehmbaren bei dem Unterzeichneten zu vernehmenden Bedingungen zum öffentlichen Verkaufe ausstellen. J. Schummer, Notar. 1311. Ein geräumiges Haus mit Garten auf dem Verbindungswege zu verkaufen. Die Erp. sogt welches. Wein=Versteigerung. Donnerstag, den 24. April., Vormittags 10 Uhr, läßt das Hospital Cues von seinen auf den Bännen von Berncastel, Cues, Dusemond(Brauneberg), Graach, Lieser(Niederberg), Wehlen und Zeltingen selbst gewonnenen Weinen versteigern: von den bessern 1860r..... 10 Fuder, 1857 1„ 1859I„ 1861r 28„ = 40 Fuder. Die Versteigerung findet in der Anstalt Statt und werden vor dem Steigtermin dort auch die P oben verabreicht. Cues, den 1. April 1862. Der Bürgermeister, (1547) Fier. 1660. Den Wünschen vieler Folge leistend, haben wir uns geeinigt den geehrten Kunden, welchen das Brod ins Haus gebracht wird, den Osterweck acht Tage nach Ostern zu übersenden, und bitten zugleich, den Ueberbringern desselben kein Trinkgeld anzubieten, de dieselben es unter keiner Bedingung annehmen dürfen. Jos. Beckers& Komp. Kustern Srn Täglich frische englische gemästete Austern, russischer Kaviar, kalte und warme Speisen à la carte, Porter und Ale, so wie gute Weine empfiehlt(1602.) Ernst Lennertz, Klostergasse 23. Täglich frischen Maifische, Oder= und RheinKrebse, Austern, Kaviar, Lachs, Kabeljan, # frischen Spargel, Blumenkohl, Wten, Erbsen, Kopf=Salat, Radischen, fri''sche Morcheln, Truffeln, Champignons, Truthähne und Hühner, Enten, frische Maikräuter, Pomr ranzen, Apfelsinen, 1 Sgr. per Srucr, pseht * Johann Kremer.### Hartmannstraße Nro. 16. Abfahrt nach Köln:.“, 7, 10.“ Vm.,.“,.“, Nm. „ Verviers: 12 Nachts,.“, 11.“ Vm.,“, 9 .50 Nm. Aachen-Mastricht-Landener Eisenbahn. Abfahrten von Gachen. Gg. nach Mastricht.... 7 Vm. 1115 Vm. 5„ Hasselt=Landen.. 1115 Vm. „ Brüssel=Antwerpen 1115 Vm. 8 Gg. Lüttich...... 7 Vm. 1115 Im.—A Namür=Charleroi. 7 Vm. 1115 Vm. Ankünfte in Aachen. 940 Vm. 210 Nm. 650 Abds.