4 al. zurück. 25f.44 141.29 38. hf.):.30 51 12.27 311 7,13 .37.20 11.17 11 10/12 35.20f 57 11/41. 21 12.53 2 54 10.28 51 12.00. 59 1033 12,6. 06.371 57.08 10311 Neuß: .):.25 .7.22 .31 9,1 27 611 94811.41 7 8. 5 8. uß: 7,11 44 10,11. 5,48 7,20 421.40 10311,51 141.23 .521 .59 10.06 10.19 10.33 10.4313 10.57 11.12 11.20 11.25 9 7,48. 51.52 91 10.02 09 10.09 15 10.15 24 10.23 34 10.32 42 10.38 59 32 53 10.48 04 10 57 15 11.06 23 31 11.17 40 11.26 48 11.32 .58. alberg. .55 10.03 10.09 10.15 10.29 10.41 10.56 11.04 11.16 11.39 adbach. 9 10.08 1 10.29 S 10.36 9 10.49 1 11.01 7 11.17 3 11.38 .57 996 5 2 5 3 — 8 3 9 — 1 5 1 7 19 Nr. 271. 1891. Dinstag den 24. November. 20. Jahrgang. „„„„„ *(Meistverbreitete politische Zeitung des Stadtkreises M. Gladbach und des Kreises Gladvach.) eetihn Truck und Verlag Franz vm Oberger, Gladbach, ViersenerVerantwortlicher Beöcherr Dr. Frings, " Sladbat, Biersenerstraße 24. Diese Zeitung erscheint täglich, mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage,„Samstags mehrere Blätter und das„Gladbacher Sonntagsblatt) zum Abonnementspreise von 2 Mark vierteljährlich. Die Samstags erscheinenden Blätter mit eigenem Feuilleton nebst dem„Sonntagsblatt“(Samstags=Ausgabe) können auch allein bezogen werden zum Preise von 75 Pfg. pro Quartal. Inserate, welche bis Morgens 9 Uhr einlaufen, finden in der Nummer des laufenden Tages Aufnahme. Größere Annoncen werden früher erbeten. Insertionspreis pro 6spaltige Petitzeile 10 Pfg. Bei 1maliger Wiederholung 10, bei 5maliger 20% und bei Monats=Abonnement 30% Rabatt. )“( Die Handwerkerfrage soll also heute(Dinstag) aus Anlaß der Interpellation der Abgg. Hitze und Gen. im Reichstage zur Berathung kammen. Die Interpellation verlangt bekanntlich Auskunft darüber, oh und welche gesetzgeberische Maßnahmen auf Grund der vielbesprochenen Handwerkerkonferenz zur Hebung des Handwerkerstandes seitens der verbündeten Regierungen beabsichtigt werden. Man darf auf die Beantwortung der Interpellation um so mehr gespannt sein, als amtliche Nachrichten über die Handwerkerkonferenz bekanntlich nicht in die Oeffentlichkeit gedrungen sind und die Konferenztheilnehmer aus dem Handwerkerstande nur hin und wieder etwas über die Verhandlungen haben verlauten lassen, so daß bis jetzt über die Ergebnisse der Konferenz etwas Authentisches nicht bekannt ist. Dem Centrum gebührt jedenfalls das Verdienst, die Sache sofort nach dem Wiederzusammentritte des Reichstages angeregt zu haben. Angesichts der obigen Interpellation erscheint es aber angezeigt, die wichtigsten Vorkommnisse auf dem Gebiete der Handwerkerbewegung, wie sie in der letzten Zeit zu Tage getreten, kurz zu rekapituliren, weil sie zugleich die Wünsche der Handwerker darthun. Auf dem vorjährigen dritten deutschen Innungstage in Berlin wurde u. A. ein Immediatgesuch an den Kaiser beschlossen, in welchem vor Allem die Niedersetzung einer„Immediat=Kommission" zur Untersuchung der gesammten Frage der deutschen Handwerkerbewegung gefordert wurde, auf deren Bericht der Staat sodann das Weitere veranlassen solle. Als Mitglieder dieser Kommission wurden verlangt„sachverständige Personen, welche seit dem Inkrafttreten des Innungsgesetzes von 1881 für die Anerkennung der gesetzlichen Bestimmungen eingetreten sind und an der Spitze der Handwerkerkorporationen die Schäden des Handwerks kennen gelernt haben.“ Das ImmediatGesuch ist dem Kaiser durch eine besondere Deputation überreicht worden. Der Kaiser hat bei dieser Gelegenheit sein Interesse an dem Handwerke betont und den Wunsch ausgesprochen, es möge das Handwerk wieder auf den Boden des 14. Jahrhunderts gestellt werden, womit offenbar die wirthschaftliche Wohlfahrt und die damalige großartige Fachbildung der Handwerker gemeint war. Der Kaiser versicherte auch, daß es an seiner Fürsorge für das Handwerk nicht fehlen solle. Man wird kaum fehlgehen, wenn man die Berufung der Handwerker=Konferenz auf die Initiative des Kaisers zurückführt. Es wurde den leitenden Verbänden der Innungen von der Regierung anheimgestellt, selbst Vertreter zu einer Berathung zusammenzuberufen und zu sagen, was ihnen am Herzen liege. Die Konferenz trat in Berlin unter dem Vorsitze des Unterstaatssekretärs von Rottenburg zusammen, außerdem wohnten Kommissare des Reichsamts des Innern und des Handelsministeriums bei. Die Auswahl der Handwerkertheilnehmer war völlig dem Centralausschusse der Innungsverbände in Berlin und dem Handwerkerbunde in München überlassen worden. Nach den Berichten der Handwerkerpresse sind auf der Handwerker=Konferenz folgende Forderungen gestellt worden: 1) Einführung des Befähigungsnachweises in der vom Reichstage beschlossenen Form, 2) die Innungsausschüsse sollen obligatorisch gemacht und denselben sollen Korporationsrechte ertheilt werden, 3) an Stelle der Gemeindebehörden sollen als Aufsichtsbehörden besondere Handwerkerkammern treten. Außerdem wurde noch verlangt, daß die Gesellen den Innungsschiedsgerichten unterworfen sein sollen; den Innungen aber sollen Vorrechte hinsichtlich gerichtlicher Gutachten und des Verdingungswesens ertheilt werden. Dies die Hauptforderungen der Handwerker. Besonderen Erfolg scheinen sich dieselben von der Verleihung der Korporationsrechte an die Innungsausschüsse zu versprechen. In der Reichsgewerbeordnung ist das Innungswesen durch den Titel VI, welcher die§§ 81—104 umfaßt, geregelt worden. An dem Prinzip der freien Innung ist durch das Innungsgesetz von 1881 festgehalten worden, dagegen hat man den „Anreiz“ zum Eintritte in die freien Innungen dadurch zu stärken gesucht, daß man den Innungen in den§§ 100e und 100f das Lehrlingsprivileg und das Recht der Besteuerung der Nichtinnungsmitglieder gewährt hat. Nach einer statistischen Aufnahme über die Entwickelung des Innungswesens in Preußen gab es Ende Dezember 1890 in Preußen 7823 Innungen mit 226,049 Mitgliedern und 139,532 Lehrlingen. Das Lehrlingsprivileg hatten 1097, das Besteuerungsrecht der Nichtinnungsmitglieder 54 Innungen. Gemeinsame Innungsausschüsse gab es 133, Innungsverbände 26. Die neue Krankenkassengesetz=Novelle, welche z. Z. den Reichstag beschäftigt, trägt den Interessen der Innungen in so fern Rechnung, als der Beitrittszwang zu den Innungskrankenkassen nicht nur auf die Gehülfen und Lehrlinge, sondern auf sämmtliche versicherungspflichtige Arbeiter der Innungsmeister lausgedehnt wird. Wird für eine Innung eine Innungskrankenkasse errichtet, so werden die von Innungsmitgliedern in ihrem Gewerbebetriebe beschäftigten versicherungspflichtigen sonen, welche nicht einer freien Hilfskasse angehören, mit dieser Errichtung, die später in deren Arbeit tretenden Personen mit diesem Eintritte Mitglieder der Innungskasse und scheiden damit aus der Zwangskasse aus, welcher sie bis dahin angehört haben. Treten Arbeitgeber einer Innung mit einer bereits errichteten Innungskasse bei, so werden deren bisher einer Ortskrankenkasse zugehörigen Arbeiter mit Beginn des neuen Rechnungsjahres Mitglieder der Innungskasse, sofern der Arbeitgeber drei Monate zuvor dem Vorstande der Ortskrankenkasse seinen Eintritt in die Innung nachgewiesen hat. Ende 1889 gab es in Deutschland 425 Innungskrankenkassen mit 63,237 Mitgliedern. Diese Zahl dürfte sich nach dem Inkrafttreten der obigen Bestimmungen erhöhen, ** Berlin, 23. Nov. Der russische Minister des Aeußern, Herr v. Giers, trifft heute Abend 11 Uhr 42 Min. in Berlin ein, um bis Mittwoch Abend hier zu verweilen. Natürlich wird dem Besuche eine größere politische Bedeutung beigelegt; manche Kreise schwärmen schon von dem Gedanken einer deutschrussischen Annäherung, wenigstens auf wirthschaftlichem Gebiete. Ein erstes hiesiges Bankinstitut unternahm heute bereits große Deckungskäufe am Russenmarkte, welche die Kurse hoben. Indeß erhielt dieses Vorgehen keine rechte Folge seitens der Platzspekulation, und die„Voss. Ztg. dürfte die allgemeine Auffassung richtig wiedergeben, wenn sie ihren Begrüßungsartikel mit den Worten schließt:„Er kommt und geht und Alles bleibt beim Alten, ein Ende, mit dem die Nation auch einverstanden ist, da sie in russischen Anerbietungen leicht russische Fallstricke sehen würde." Das wird freilich die Börse nicht abhalten, den Besuch auf ihre Weise auszunützen. Ist doch heute Mittag schon mit der Nachricht Stimmung gemacht worden, daß ein hiesiges konservatives Blatt die Hierherkunft des russischen Premierministers weniger sympathisch begrüßen würde. Diese Behauptung wird durch die Abendblätter Lügen gestraft, ihren Zweck aber hat sie erreicht, nämlich die durch die erwähnten Deckungskäufe erhöhte Stimmung wieder zu drücken. Das gleiche Spiel wird sich in den nächsten Tagen noch öfters wiederholen. i Berlin, 23. Nov. Es war vorauszufehen, daß die im Reichstage eingebrachten Anträge, deren Spitze sich gegen die Auswüchse an der Börse richtet, in der freifinnigen Presse eine ablehnende Aufnahme finden würden. Richters „Freis. Ztg.“ meint, es werde auf Seiten der Antragsteller dasselbe leere Stroh der Gesetzgebung nochmals gedroschen werden, dem man schon jetzt täglich in den Spalten der konservativen und klerikalen Presse begegne. Die freisinnige Berl. Ztg.“ versteigt sich sogar zu einer Drohung. Das Blatt meint, die Antragsteller möchten nur dafür sorgen, daß die Anträge baldmöglichst auf die Tagesordnung gesetzt werden, denn dann werde sich Gelegenheit finden, den— Agrariern die heuchlerische Maske abzureißen und nachzuweisen,„daß neben den schlechten Ernten die Getreidezölle einen erheblichen Antheil an den hohen Preisen des Getreides und der Vertheuerung der Lebensmittel der ärmsten Klassen haben.“ Es soll also die Börsendebatte im Handumdrehen zu einer Getreidezolldebatte gemacht werden. Und weshalb? Weil in dem Antrage der Abgg. Graf v. Ballestrem und Genossen u. A. auch ein Gesetz gegen die Ausschreitungen an der Getreidebörse gefordert wird. Ueberall schlägt die freisinnige Kritik ihre Haken ein; nur die Börse ist ihr heilig. Die Hauptsache wird die Haltung sein, welche die Regierung zu den Börsenanträgen einnimmt. Noch in den Motiven zu der letzten Aktiengesetz=Novelle hat sich die Regierung als eine entschiedene Gegnerin der Staatsaussicht beim Aktienwesen bekannt. Wird sie der verlangten wirksamen staatlichen Aufsicht, der die Börse und deren Geschäftsverkehr unterworfen werden soll, zustimmen? Wir vermögen uns keine Illusionen zu machen. Jedenfalls wird die Erörterung der Anträge zur Beleuchtung verschiedener Vorkommnisse führen, die in der letzten Zeit die Entrüstung des ehrlichen Theils des Volkes wachrufen mußten, und das wird immerhin sein Gutes haben. Jedenfalls ist die Spielbörse— und nur dieser soll zu Leibe gegangen werden— nicht nur politisch bedenklich, sondern auch sittlich und sozial verwerflich. Den Vertretern des soliden Börsengeschäfts muß selbst daran liegen, daß die Auswüchse an der Börse beseitigt werden. Leider ist aber die Grenze zwischen soliden und unsoliden Börsengeschäften überaus schwer zu ziehen. * Berlin, 23. Nov. Das neueste Heft des Statistischen Jahrbuchs für das deutsche Reich bringt über den Stand unserer Kranken= und Unfallversicherung recht beachtenswerthe Daten, die gerade jetzt, wo sich der Reichstag mit der [Revision der Krankenversicherung beschäftigt, von Interesse sein dürften. Was zunächst die Krankenversicherung betrifft, so waren 1889 in Deutschland 6,144,199 Personen auf Grund des Krankenkassengesetzes von 1883 versichert. Dazu 96 Eine Dorfgeschichte von Clara Wilhelmi. 9. Kapitel. Liebe schwärmt auf allen Wegen, Treue wohnt für sich allein; Liebe kommt euch rasch entgegen, Aufgesucht will Treue sein. Goethe. In dem Balkonzimmer eines schönen, großen Landgutes, viele, viele Meilen vom Berghofe entfernt, brodelte lustig das Wasser m der Kaffeemaschine. Ein junges weibliches Wesen mit einem freundlichen Gesichtchen ordnete den Tisch, auf welchem ein sildernes Service aufgestellt war. Es war eine mittelgroße, schlanke Gestalt in einem glatten blauen Kleide von einfachem Stoffe, das ein Spitzenkräuschen am Halse umsäumte. Die großen brauten Augen schauten nach der Thüre, welche in ein angrenzendes Gemach führte, dann ging sie hin und legte das Ohr lauschend an das Schlüsselloch. „Ich glaubte, ein Geräusch zu vernehmen,“ murmelte sie, jader ich muß mich getäuscht haben, sie schläft noch. Ob ich sie wecke?“ Sie worf einen Blick nach der Pendüle, welche auf einer Marmor=Konsole zwischen zwei mit Blumen gefüllten Vasen vor einem hohen, bis zur Decke hinaufreichenden Spiegel stand. „Es ist bald vier, sie pflegt gewöhnlich um diese Zeit aufEüchen; aber die Comtesse war heute Mittag von dem weiten s0 ermüdet und erhitzt, daß sie wohl ein wenig länger ruhen mag.“ Sie ging im Zimmer umher, hier und da ordnend, der Schall ihrer Tritte wurde durch einen weichen Teppich gedämpft. Dann nat sie an eines der hohen Bogenfenster, vor welchem lang hernieder hängende Damastgardinen der heißen Julisonne den Eindang verwehrten. Sie schob dieselben ein wenig auseinander und ihre Blicke schweiften über ein stilles grünes Thal zwischen auft ansteigenden, bewaldeten Bergen. Ein kleines Flüßchen delebte die Landschaft anmuthig, die bebuschten Ufer ließen die Frümmungen des Laufes hervortreten, welcher sich bis in die Nahe des Schlosses erstreckte. Majestätische Tannen von mächetem Wuchse, welche mit ihren Wipfeln noch die Wetterfähnchen nuf dem Dache überragten, umgaben einzeln und in Gruppen das Lochgelegene Haus, an dessen grau verwitterten Steinen sich 8phen klammerte. Die Stille des Hofes vor demselben wurde fur durch das Plätschern des Springbrunnens auf der runden Rasenfläche unterbrochen und die Strahlen der Sonne brachen sich in den herniederfallenden Tropfen, so daß diese in den schönsten, buntesten Farben glitzerten und mit der Farbenpracht der blühenden Topfgewächse auf dem Rasen wetteiferten. „Wie schön, wie wunderschön ist es doch hier,“ kam es von den rosigen Lippen des Mädchens,„ich wünsche nur, daß die gnädige Comtesse für diesen Sommer das Reisen aufgebe und hier bleibt.“ Von draußen erschallte Hundegebell und veranlaßte das junge Mädchen hinunterzusehen. „Sieh, da ist er ja, nach dessen Anblick ich mich so lange gesehnt,“ sagte sie und ein freudiger Schimmer verklärte ihr besicht. Rasch entnahm sie der nächststehenden Vase eine der schönsten Rosen und ließ sie aus dem Fenster zu den Füßen des jungen Mannes fallen. Kaum war die Blume ihrer Hand entglitten, so bog sie sich vom Fenster zurück, um von dem etwa Hinaufschauenden nicht bemerkt zu werden. Dieses war jedoch unnöthig, denn der junge Mann ging achtlos vorüber und zertrat die duftende Spende unter seinen Füßen. Die junge Schöne da oben bemerkte dies und preßte die Lippen zwischen den Zähnen. Mit einer Thräne des Unmuthes in den Augen blickte sie dem jungen Manne nach, bis er in dem Gebäude zur Seite des Schlosses verschwand. Dieser junge Manu war eine hohe, kräftige Gestalt, welche den, mit etwas gekräuseltem, dunklen Haar geschmückten Kopf, recht straff trug. Zu dem dunklen Haar und der blühenden, etwas gebräunten Gesichtsfarbe stand die kurze graue Joppe mit grünem Kragen und Aufschlag vortrefflich. Auf dem Vorplatze wurde geschellt. Das junge Mädchen ging, die Thür zu öffnen. Ein Landmann im blauen Kittel harrte draußen. „Die gnädige Comtesse Ehrenburg ist ja wieder hier,“ redete er das Mädchen an;„nun wollte ich sie bitten, mir etwas von der Salbe zu geben. Meine Frau hat eine Wunde; ah, guten Tag, gnädige Comtesse,“ unterbrach er seine Rede und zog eilends die Mütze vom Kopfe.„Da sind Sie ja selbst. Ich möchte gerne um etwas von Ihrer Salbe bitten für meine Frau," sagte er zu der ältlichen Dame, welche hinter dem Mädchen in der offenen Thüre erschien. Die Dame lud den Landmann ein, in's Zimmer zu kommen, und während sie sich bei diesem näher nach der Krankheit seiner Frau erkundigte, bereitete das junge Mädchen den Kaffee. Die Comtesse gab dem Landmanne die gewünschte Salbe und sagte, daß sie heute oder morgen hinkommen wolle, um selbst nachzu„Danke schön und vergelt's Gott,“ erwiderte dieser.„Werden Ew. Gnaden diesen Sommer hier bleiben? Alle Leute hier in der Umgegend würden sich darüber freuen.“ „Wenn Ihr es so sehr wünschet, muß ich Euch ja wohl den Willen thun,“ antwortete Comtesse Ehrenberg mit Wohlgefallen lächelnd. Steif grüßend entfernte sich der Mann und die Dame ließ sich auf die schwellenden Polster des Sopha's nieder, wohin das junge Mädchen ihr die Tasse voll duftenden Getränkes auf silberner Platte brachte. „Du kannst nur erst die Koffer weiter auspacken, Lina, später, wenn es etwas kühler geworden ist, begleitest Du mich zu der kranken Frau,“ sagte sie zu dem Mädchen, indem sie die Tasse auf den Tisch stellte. „Sind gnädige Comtesse nicht zu ermüdet? Es ist eine weite Strecke bis dorthin und Ew. Gnaden haben heute Vormittag schon einen tüchtigen Weg gemacht.“ „Du hast Recht, es könnte zu viel werden und mich zu sehr anstrengen. Ich will darum anspannen lassen,“ erwiderte die Comtesse. „Wird Jan fahren?“ fragte die Dienerin mit dem unschuldigsten Ausdruck im Gesicht. „Bewahre! wo denkst Du hin? Das kann der Heinrich besorgen „Ich glaubte, gnädige Comtesse habe Jan zu Ihrem Leibkutscher ernannt," warf Lina hin. „Ja wohl, früher; aber seit ich eingesehen habe, daß er was Besseres versteht, als Rosse zu lenken, seit ich ihn als einen für die Landwirthschaft durchaus gebildeten und praktischen Mann kennen gelernt, seitdem habe ich ihm die Verwaltung dieses Gutes übertragen, wie Du auch weißt. Sage also Heinrich, daß er um sieben Uhr anspannt und halte Dich bereit, mich dann zu begleiten.“ Durch eine Handbewegung der Comtesse entlassen, ging Lina an die ihr besohlene Arbeit. Sie hatte heute jedoch keine Geduld dazu, denn sie eilte oft an das Fenster und ließ die Augen umherschweifen, ob sie nicht Jan's hohe Gestalt erspähen könne. Und wirklich hatte sie sich in ihren Erwartungen nicht getäuscht, denn der Ersehnte trat aus dem Hause und ging uach den Wirthschaftsgebäuden. Lina erinnerte sich nun des Auftrages ihrer Herrin an den Kutscher, und dachte, es wäre jetzt an der Zeit, diesen zu erledigen. Sie eilte hinunter und verschwand in derselben Thüre, deren Schwelle soeben Jan überschritten hatte. In dem nun betretenen Raume suchten ihre Augen Jan, fanden aber nur den Kutscher. Als sie sich der Bestellung an diesen entledigt hatte, fragte sie, ob der Verwalter nicht auch dort sei. „Haben Sie auch für ihn eine Botschaft?“ fragte er. „Sie hören, daß ich wissen muß, wo der Herr Verwalter ist; was ich ihm zu sagen habe, geht Sie nichts an,“ antwortete sie schnippisch. (Fortsetzung folgt.) kamen noch 437,300 Mitglieder der Knappschaftskassen, die bekanntlich eine Sonderstellung einnehmen. Krankenkassen gab es in Summa 20,822. Davon waren 7926 Gemeindekrankenkassen, 4030 Ortskrankenkassen, 5958 Betriebs= oder Fabrikkassen, 150 Baukrankenkassen, 425 Innungskassen, 1806 freie Hilfskassen, 467 landesrechtliche Hilfskassen. Der Gemeindeversicherung gehörten 1,025,896, den Ortskassen 2,542,997, den Fabrikkassen 1,543,717, den Baukassen 37,208, den Innungskassen 63,237, den freien Hilfskassen 786,272, den landesrechtlichen 144,872 Personen an. Auffallenderweise hat die Gemeindekrankenversicherung trotz ihrer subsidiären Stellung stetige Fortschritte gemacht: sie umfaßte 1889 etwa ½ aller Versicherten. Die Gemeinde=Versicherung überwiegt besonders in Baiern, wo über 57 Prozent der Versicherten ihr angehören. Es erklärt dies sich daraus, daß in Baiern schon vor Erlaß des Krankenversicherungsgesetzes die Gemeinde=Krankenfürsorge in Blüthe stand. Auch die Ortskrankenkassen, die Hauptform, sind stetig gewachsen, sie umfassen ½ aller Versicherten. Orts= und Betriebskrankenkassen umfaßten 1889 zusammen mehr als 33 der Versicherten. In Elsaß=Lothringen spielen die Fabrik= oder Betriebskassen die Hauptrolle; ihnen gehören über 60% der dortigen Versicherten an. Die Ortskrankenkassen sind in Preußen und Würtemberg die überwiegend benutzte Versicherungsform. Die freien Hilfskassen finden sich vorzugsweise in Hamburg(73%), Bremen(46 9/6), Sachsen=Altenburg(44%), während in Baiern nur etwas über 1% der Versicherten den freien Hilfskassen angehören. Die Verschiedenheiten ergeben sich aus der Eigenart der betr. Bezirke. Wo die Landwirthschaft überwiegt, gewinnt naturgemäß die Gemeindeversicherung an Bedeutung. Wo städtische und industrielle Bevölkerung sich zusammendrängt, ist der Boden für Hilfskassen günstiger. Große, in sich abgeschlossene gewerbliche Anlagen eignen sich für Betriebskrankenkassen 2c. Die große sozialpolitische Bedeutung der Zwangskrankenversicherung ergibt sich daraus, daß 1889 in über zwei Millionen Erkrankungsfällen für 33½ Millionen Krankheitstage Krankengeld gewährt wurde. Die aufgewendeten Krankheitskosten (Ausgaben für Krankengeld, Arznei, ärztliche Behandlung, Sterbegeld, Verpflegung in Krankenhäusern, Wöchnerinnen=Unterstützung) belief sich für 1889 auf nahezu 71 Millionen Mark. Davon entfielen auf Krankengeld 46 pCt., für Aerzte 20½ pCt., für Arznei 16½ pCt., Verpflegung in Krankenhäusern 11 pCt., Sterbegeld 4 pCt., Wöchnerinnen=Unterstützung 2 pCt. Das Gesammtvermögen der Kassen betrug Ende 1889 71½ Mill. Mk., die Reserven beliefen sich auf 59½ Mill. Mk. Unfall= und KrankenVersicherung hatten Ende 1889 zusammen über 100 Mill. Mk. Reserven. Der Unfallversicherung unterlagen 1889 13,374,566, also etwas über 13½ Mill. Personen. Auf die 64 gewerblichen Berufsgenossenschaften entfielen 4,742,548 Versicherte, auf die 48 landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften 8,088,698, auf die fiskalischen Betriebe 523,283. Schon diese Ziffern beweisen den großen Umfang und die hohe sozialpolitische Bedeutung unserer Arbeiterversicherung. Wenn nun demnächst hierzu noch die gewaltigen Zahlen der Invaliditäts= und Altersversicherung kommen, dann wird sich erst recht die wahre Bedeutung der Arbeiterversicherung herausstellen. — Der Bundesrath hat in seiner Sitzung vom Freitag beschlossen, den Eingaben des Kuratoriums des Realgymnasiums zu Duisburg und der Patronate, Kuratorien, Direktionen und Lehrerkollegien anderer Realgymnasien, betreffend die Zulassung von Abiturienten von Realgymnasien zu medizinischem Studium eine Folge nicht zu geben. — Sozial demokratische Brüderlichkeit. In dem„Vorwärts“ gibt Liebknecht folgende Erklärung ab: „Auf Wunsch erkläre ich gern, daß die Mittheilung in dem Protokolle des letzten Maurerkongresses, ich habe Wilke(Mitglied des Vorstandes der„Unabhängigen Sozialisten") einen „hundsgemeinen Kerl“ genannt, durchaus unrichtig ist. Ich habe im Gegentheile über Wilke stets ein günstiges Urtheil gefällt, wenn ich auch mit seiner Haltung in den bekannten Differenzen nichts weniger als einverstanden war. Es muß irgend ein Mißverständniß obwalten.“ — Einem Privatbriefe vom Viktoria Nyanza von Anfang September entnimmt das„Berliner Tageblatt“ Folgendes: Emin Pascha und Dr. Stuhlmann sind wohlbehalten auf dem Marsche nach Wadelai. Emins letzter Brief ist aus Wwambu, wo er dem Sultan Kalaguansa die deutsche Flagge gab. Emin passirte dichte Wälder, durch welche schmale Pfade führen, die in gewissen Zwischenräumen durch starke Verhaue abgesperrt sind, in denen sich ganz schmale, niedrige Thüren befinden, regelrechte Zollschranken, vor denen man oft stundenlang verhandeln muß, bis man sich über den Hongo(Durchgangszoll) geeinigt hat. Emin hatte bereits den größten Theil seiner Waarenvorräthe opfern müssen, er wird jedenfalls mit leeren Händen Wadelai erreichen. Der englische Kapitän Ruca(der Name ist unleserlich geschrieben) ist von Uganda aus gegen Emin marschirt, um ihn zu hindern, das in der Aequatorialprovinz aufgespeicherte Elfenbein zu holen, was nach Ansicht der Engländer noch immer Emins Hauptzweck sein soll. Der WangoniHäuptling Pangalaka hat dem Stationschef von Tabora, Lieutenant Sigl, 25 junge auserlesene Wangoni=Krieger geschickt, welche militärisch ausgebildet und in die Schutztruppe eingestellt werden sollen. Lieutenant Langheld ist in Bukoba schwer erkrankt. — Der Landtagsabgeordnete Landrath v. Rauchhaupt erklärt in der„Halleschen Zeitung“ das neuerdings aufgetauchte Gerücht, daß er sein Mandat für das Abgeordnetenhaus niederlegen werde, für unrichtig. Er will nur in der nächsten Session sich nicht wieder in dem bisherigen Maße betheiligen, da seine Stellung jetzt eine größere Arbeit erfordere. Trier, 21. Nov. Bei der Landtagsersatzwahl für den verstorbenen Professor Dr. Mosler wurde der Kandidat des Centrums, Oberlandesgerichtsrath Rören in Köln, heute einstimmig gewählt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug 257. Oesterreich. Wien, 20. Nov. Im ungarischen Hecresausschusse erklärte der Kriegsminister Bauer, betreffs der Herabsetzung der Präsenzzeit auf zwei Jahre müßten die Resultate in Deutschland abgewartet werden. In Deutschland seien die Verhältnisse wesentlich günstiger infolge des höheren Präsenzstandes, des ausgiebigen gutgeschulten Unteroffizierkorps und der besseren Versorgung altgedienter Unteroffiziere. Der Minister ließ eine Studie über Herabsetzung der Präsenzzeit ausarbeiten, welche folgende Bedingungen stellt: Ausgiebige Vorsorge für Unteroffiziersschulen, bedeutende Subventionirung länger dienender Unteroffiziere, Vorsorge zur leichten Unterbringung ausgedienter Unteroffiziere auf Civildienstposten. Unausweichlich wäre eine entsprechende wesentliche Erhöhung des Präsenzstandes. Das finanzielle Mehrerforderniß würde 11 Millionen betragen. Wien, 22. Nov. Gestern fand hier in der Hofburg=Kapelle die Trauung des Prinzen Friedrich August von Sachsen, des präsumtiven Thronerben, mit der österreichischen Erzherzogin Louise von Toskana unter großer Prachtentfaltung statt. Petersburg, 23. Nov. Aus dem Kreise Nikolajew im Gouvernement Ssamara wird der„Rußk. Wed“ geschrieben, daß dort die Leute kein Brod mehr haben und sich von Gras und anderen Dingen nähren. Die Semstwo(Landschaftsversammlung) habe im September je 10 Pfund auf den nicht Arbeitsfähigen vertheilt, diese Unterstützung sei aber ungenügend, da kein Verdienst vorhanden ist und viele diese 10 Pfund an Andere abgeben mußten, von welchen sie das Mehl früher geliehen hatten. Einem vom 3. November datirten Privatbriefe eines Gutsbesitzers aus Jekaterinburg, Gouvernement Perm, entnimmt der„Revaler Beobachter“ folgende Stelle:„Die Hungersnoth ist hier groß, das Pud(40 Pfund) Roggenmehl kostet 2 Rbl. 10 Kop. Ich bin noch so glücklich, meine Arbeiter mit Brod, bereitet aus Mehl und Kartoffeln, zu ernähren. Das Fleisch ist billig; eine Kuh kostet drei Rubel(ca. 10 Mk.) ein brauchbares Pferd einen Rubel(ca. 5 Mk.!). Einige Dörfer nähren sich von in Wasser gekochten Birkenblättern.“ — Die Auswanderung aus dem wilna'schen Gouvernement hat seit voriger Woche wieder einen großen Umfang anderten, beginnen jetzt auch die lithauischen Landarbeiter. größten Theil junge Grundbesitzer und Handwerker, das Land zu verlassen. Aus der Umgegend der Stadt Molodetschnow sind in den beiden letzten Wochen allein 2000 Personen nach Amerika ausgewandert. Brasilien. Rio de Janeiro, 23. Nov. In der Stadt Rio de Janeiro, wo die vom Diktator Fonseca jüngst ergriffenen Maßregeln einem ernsten Widerstande begegneten, ist, wie das Reuter=Büreau meldet, der Aufstand gegen die Regierung Fonseca's ausgebrochen. Reichstag. CPC. Berlin, 23. November. Im Reichstage geht die zweite Berathung der Novelle zum Krankenkassengesetze langsam, sehr langsam weiter. Alle in der Kommission bereits abgelehnten Anträge werden nochmals eingebracht und eine Anzahl neuer kommt dazu. Dann wird von vielen Rednern dasselbe geredet und schließlich bleibt es bei den Kommissionsvorschlägen. Heute war zunächst§ 7 an der Reihe, welcher feststellt, unter welchen Voraussetzungen freie Kur und Verpflegung im Krankenhause gewährt werden kann. Von zwei dazu eingereichten Anträgen wurde der eine, welcher einen klarstellenden Zusatz wollte, im Laufe der Debatte von dem Antragsteller Abg. v. Strombeck als überflüssig zurückgezogen, der andere, vom Abg. Frhr. v. Münch gestellt, abgelehnt und§ 7 unverändert angenommen. Unverändert blieben auch die folgenden Paragraphen.§ 20 handelt von den Leistungen der Ortskrankenkasse, und setzt u. A. fest, den Wöchnerinnen, die vor der Entbindung bereits 6 Monate ununterbrochen einer Kasse angehört haben, für mindestens 4 Wochen nach ihrer Niederkunft Unterstützung in Höhe des Krankengeldes zu gewähren. Hier beantragte der Abg. Spahn(Centrum), die Unterstützung nur ehelichen Wöchnerinnen zu gewähren, wie die Regierungsvorlage es will. Es sei Unrecht, daß die Mitglieder der Krankenkasse ihre Beiträge auch zur Gewährung von Unterstützung wegen einer solchen Erwerbs=Unfähigkeit zahlen müßten, die durch Handlungen gegen die gute Sitte hervorgerufen sei. Demgegenüber führt der Abg. Kuhnert(Sozialdemokrat) aus, es sei unrecht, unehelichen Wöchnerinnen die Unterstützung zu verweigern, da sie doch genau dieselben Beiträge wie die ehelichen leisten und doch kein Verbrechen begangen hätten, was sie ihrer Ansprüche berauben würde. Die Forderung des Centrums sei geradezu inhuman und unmoralisch. Auf Kosten der Gerechtigkeit und Menschlichkeit könne man Sittlichkeit und Religion nicht heben. Die Unsittlichkeit der Arbeiterinnen habe ihren Grund in den Hungerlöhnen, in der Abstumpfung durch übermäßige Arbeitszeit und in der ungenügenden Durchschnittsbildung, welche der Staat in der Volksschule biete. Neun Zehntel der Verführten kämen überdies auf die Rechnung der Blüthe der Bourgeoisie. Der Antrag des Centrums charakterisire dessen arbeiterfreundlichen Bestrebungen als Scheinreformbestrebungen. Durch die jetzt bewiesene Unduldsamkeit setze sich das Centrum mit der früher bewiesenen klerikalen Tradition in Widerspruch. Auch der Abg. Buhl(nat.=lib.) sah in dem Antrage Spahn eine Grausamkeit, zumal da doch die unehelichen Arbeiterinnen durch das Arbeiterschutzgesetz gezwungen seien, nach der Niederkunft nicht zu arbeiten. Dagegen befürwortete der kons. Abg. v. d. Schulen burg den Antrag. Durch Gleichstellung der unehelichen Wöchnerinnen mit den ehelichen setze man die hohe Würde der verheiratheten Frauen herab. Daß die Sozialdemokraten den Antrag bekämpften, begreife er; sie wollten ja das Sittengesetz aus den Herzen der Menschen reißen. Durchaus anderer Ausicht war wieder sein Parteigenosse Graf Holstein. Mit der Belohnung der Tugend und der Bestrafung des Lasters habe die vorliegende Gesetzgebung absolut nichts zu thun. Es handele sich nicht um Sittlichkeit, sondern ob Jemand körperlich in die Lage komme, welche das Gesetz voraussetze. Man solle doch auch an das arme Kind denken und die unglücklichen Mädchen nicht noch mehr auf den Weg des Verderbens drängen. Zur Vertheidigung des Antrages er Ein sonderbarer Schwärmer. Am 2. November 1890 sandte ein Herr Paul Albrecht, der sich Dr. med. et phil. und Königl. preußischer Professor nennt, von Hamburg aus einen 20 Seiten langen Prospekt in die Welt hinaus, mit der erschütternden Kunde, daß Lessing, der allbekannte Klassiker, seine sämmtlichen Gedanken aus anderen Schriftwerken gestohlen habe. Der Prospekt sollte Käufer locken für ein zehnbändiges Werk, welches die Kleinigkeit von 60 Mk. kosten werde. Er wolle ganz gerichtmäßig mit Lessing verfahren, auf der einen Seite seines Werkes das von Lessing Gestohlene, auf der anderen gegenüber die bestohlenen Schriftsteller zum Abdrucke bringen. Es werde sich dabei u. A. herausstellen, daß auch gerade die Meisterwerke, die den Ruhm Lessings begründen, von A bis Z gestohlen seien. So bestehe z. B. Minna von Barnhelm aus 319, Miß Sara Sampson aus 436, Emilia Galotti aus 499, Nathan der Weise aus 340 an einander gehefteten Fetzen. Das klang überraschend genug, und gespannt ließ man sich das Werk des königlich preußischen Professors kommen, um— nach kurzem Durchblättern es schleunigst an seinen Urheber, in dessen Selbstverlag es erschienen war, wieder zurückzusenden. Denn wenn der Herr Dr. med. et phil. in seinem Prospektus triumphirend erzählt hatte, daß Lessing„an einer der Kleptomanie verwandten, bis jetzt nicht erkannten und benannten psychischen Diathese gelitten“ habe, so überzeugte man sich bei Durchsicht der Bände sehr bald, daß die bis jetzt nicht erkannte und benannte psychische Diathese auf Seiten des Herrn Doktor liege, und dessen„Oberstübchen" eigenthümlich disponirt sei. Hier die Begründung für dieses Urtheil. Der Herr Doktor med. et phil. stellt mit großer, wirklich staunenswerther Gelehrsamkeit den einzelnen kleinen Sinngedichten Lessings lateinische, französische, spanische, englische usw. Epigramme gegenüber, aus denen dieselben von Lessing genommen sein sollen. Den meisten weiß seine Gelehrsamkeit nicht nur eine einzige, sondern gleich 2, 3, ja ein Dutzend, einmal sogar auch, irren wir nicht über 25 verschiedene Quellen beizufügen. Man muß gestehen, Lessing hat den Witz, die Pointe der meisten dieser Siungedichte nicht selbstgefunden, sondern dieselben waren schon früher gefunden. Allein, ist man, auf diese Thatsachen gestützt, berechtigt, Lessing den Vorwurf des Plagiates zu machen? Worauf kommt es beim Sinngedichte denn an? Doch weniger auf den Gedankeninhalt, als auf die epigrammatisch zugespitzte Form. Geht es nicht bei dem größten Theile aller Poesie ganz ebenso? Wie viele Dichter erfinden neue Gedanken? Nur die neue Wendung bereits bekannter Gedanken ist es, welche in den meisten Fällen geistiges Eigenthum der später Geborenen genannt werden kann. Und dann, ist dasjenige Plagiat und Schuld eines einzelnen, was die ganze Zeit, in der er lebt, was jede Zeit, ohne irgendwelchen Anstand sich glaubt erlauben zu dürfen? Man nehme doch Sinngedichte, von wem man will, und wir machen uns anheischig, ganz dasselbe von ihnen nachzuweisen. Ferner hat Lessing, der diese Sinngedichte zum großen Theil als Student geschrieben, mit denselben niemals irgend welchen Anspruch auf Originalität erhoben, und seinen Zeitgenossen und der ganzen Nachwelt bis auf den Herrn königlich=preußischen Professor ist es gar nicht eingefallen, dergleichen Originalität von ihm zu verlangen. Viertens möge uns der Herr Doctor med. et phil. gutigst erlauben, ihn auf diejenigen Stellen seines Buches hinzuweisen, in denen er nicht nur eine, sondern viele zeitlich von einander verschiedene Quellen für Lessing anführt. Wenn schon viele Dichter dasselbe Sinngedicht verfaßt, so sind die ja sämmtlich, nach Doktor Albrecht, bis auf den Ersten Plagiatoren; weshalb verfolgt er denn den„Plagiator" Lessing allein? Doch besehen wir uns das Epoche machende Werk des Hamburgers mit der psychischen Diathese noch ein klein wenig genauer, so findet sich da z. B. auf Seite 212 folgendes Sinngedicht von Lessing: Auf eine marmorne Bildsäule des Amors. Kommt diesem Amor nicht zu nahe, Und stört ihn nicht in seinem Staunen! Noch steht er so, in Einem süßen Staunen, Seid er Philinden sah. Auf der gegenüberstehenden Seite 213 werden nun dazu fo gende Quellen angegeben: 1. ein Distichon: Amor schläft, hüt dich ja, seinen Schlaf zu stören, er möchte sonst mit seinem Pfe das Herz treffen; und 2. ein Sonett, das ein Franzose auf sein Schwester gemacht, die ins Kloster gegangen, worin die Reinhe und Heiligkeit der Nonne gepriesen wird und es am Schlus heißt:„Doch glaubet nicht, daß todt sie sei und jedem Gefüh abgestorben. Sie ist nur in Verzückung. Aus diesen Quelle soll Lessing sein Gedicht, das, wie jedes Kind sieht, eine gas andere Pointe hat, gestohlen haben: Nun, dann kann er es au aus Schillers Taucher gestohlen haben, denn auch da wird g legentlich das Wort„stören" oder„Staunen" vorkommen. Die ist die exakt wissenschaftliche Beweisführung des Mannes m der psychischen Diathese. Hatte er bei der Behandlung der Sinngedichte Lessing uoch wenigstens das Verdienst, thatsächlich viele uns bish unbekannte Gedankenübereinstimmungen nachgewiesen zu haber so ist seine Behandlung der lessingschen Dramen ganz dem wissenschaftlichen Geiste gehalten, von dem der Leser eben eine Probe bekommen. Wir wollen ihm indeß noch ein andere geben. Ein englischer Dichter schildert einen„Mann na der Uhr“, der stets um 10 Uhr aufstehe, um 11 Uhr zu Mittag esse am Nachmittage sich ein Schauspiel ansehe, um 7 soupire un dann sich ins Bett lege, und macht dazu den selbstverständliche Vergleich, er sei wie ein Pferd, das in der Mühle gehe. I Lessings jungem Gelehrten fragt diesen sein Diener, ob er zun Buchladen gehen solle oder zum Buchbinder oder zum Buch drucker,„denn, zu diesen dreien, Gott sei Dank! weiß ich mich wie das Färbepferd um die Rolle.“ Selbstverständlich hat als Lessing jenes englische Gedicht erst aufgeschlagen, ehe er diese Der arm Gellingl Wagen de geich zu Paopier brungen konnte Der arme Lissing! Klaß wohl blind geboren gewesen sein, das er nie als Junge ein Pferd in irgend einer Mühle hat run traben sehen. Muß auch wohl taub gewesen sein, daß er niemals von irgend einem diesen Vergleich hat zu hören bekommen. Ja, ja Herr königlich=preußischer Professor, Sie scheinen mir eine sehr unerkannte und unbenannte psychische Diathese zu haben! Und, was noch schrecklicher ist, nicht nur Lessing, lieber Herr Professor, hat an der von Ihnen entdeckten Kleptomanie gelitten, sondern auch der große Schiller machts ganz genau ebenso, denn er hat seinerseits den Plagiator Lessing plagiirt. Wie könnte er sonst den Wachtmeister in Wallensteins Lager sagen lassen: Es treibt sich der Bürgersmann, träg und dumm, Wie des Färbers Gaul in dem Ring nur herum. Wir würden vorstehenden Aufsatz nicht geschrieben haben, denn wir kennen das vorzügliche Werk des Doktor med. et phil. schon seit seinem Erscheinen und haben bis jetzt davon geschwiegen, wenn nicht in diesen Tagen uns eine besondere Veranlassung dazu getrieben hätte. In dem bei den Schülern des hiesigen Gymnasiums verbreiteten, sonst recht verdienstvollen Taschenkalender für die studirende Jugend für 1892, Donauwörth, L. Auer, findet sich nämlich Seite 94—99 ein Aufsatz mit der Ueberschrift: Ein „klassischer" Dieb, in dem ein Herr Otto von Schaching in ganz gehässiger Weise einen Auszug aus dem Albrecht'schen Prospekte gibt. Das Buch selbst hat er offenbar nicht gelesen. Er benutzt aber die aus dem gratis zu habenden Prospekte ihm angeflogene Gelehrsamkeit, um Lessing in den Augen unserer studirenden Jugend herabzusetzen. Es thut uns dies umsomehr leid, als es ein katholischer Kalender und eine katholische Verlagshandlung ist, welche sich von dem Herrn von Schaching hat bethören lassen. Denn gerade wir Katholiken, denen man so gerne draußen in der Welt Bildungsfeindlichkeit nachsagen möchte, müssen uns doppelt hüten, den in mancher Hinsicht ja freilich nicht unbedenklichen Klassikern Unrecht zu thun. Wir sind weit von der thörichten Anbetung entfernt, welche gewisse Kreise der Halbgebildeten jedem alten Wäschzettel eines Klassikers entgegenbringen. Wir haben stets, im Unterrichte wie sonst, nach Kräften einer solchen wahnsinnigen Vergötterung entgegenarbeitet, wir haben schonungslos die Mängel auch unserer Klassiker auch vor Schülern — selbstverständlich in passender Form— aufgedeckt, wir haben namentlich dem seiner Zeit so hoch gepriesenen Nathan Lessings stets die gebührende Rolle des schlechtesten und armseligsten Lessing'schen Produktes zugewiesen. Allein, wir haben auch überall das Schöne und Herrliche, welches unsere Klassiker uns in Fülle bieten, gebührend gewürdigt und die eigene Begeiste rung dafür auf Andere zu übertragen versucht. Und an diesen Schönen glauben wir, darf kein Mensch, namentlich nicht vor der studirenden Jugend, irgendwie rütteln. Das würde der Vernichtung des idealen Sinnes gleich kommen. Namentlich unsere Zeit mit ihrer Richtung auf zersetzende, negative Krittt hat die Hochhaltung gewisser, nun einmal vorhandener idealer Güter durchaus nöthig. Und was soll aus unserer Jugene werden, wenn wir derselben solche Aufsätze zu lesen geben, woie es der donauwörther Kalender thut? Jutgabe des Gesetzes hinausgehe, das nur von der Kranken=Verscherung handle. Die Frage liege also so, ob man nun auch noch s weit gehen wolle, daß man die Kassen zwinge, nicht nur für ehesiche, sondern auch für uneheliche Wöchnerinnen zu sorgen. Da die belichen Wöchnerinnen die Unterstützung als ein Geschenk erhielten, ahne daß sie dafür besondere Beiträge leisteten, so könne man auch nicht sagen, daß die Unterstützung der unehelichen eine Folge ihres Beitrags sein müsse. Die Arbeiter selbst wünschten die Einhaltung dieser Schranken, der Vorwurf mangelnder Arbeitergreundlichkeit sei deßhalb hinfällig. Seien die Arbeiter wirklich für die Gewährung der Unterstützung, dann kann man az ja bei der statutarischen Möglichkeit bewenden lassen; aber soweit die Arbeiter andere Anschauungen hätten und die Fürsorge für uneheliche Wöchnerinnen, die eigentlich der Armenpflege zufolge dem sittlichen Gefühl widerstrebe, sollten sie diese Anschauungen auch zur Geltung bringen können. Abg. Bebel entgegnete, seine Partei wolle nicht Charitas, sondern durch Gesetz der Noth, die sich aus den gesellschaftlichen Verhältnissen heraus entwickelte habe, begegnen. Was die Klagen über den Zusand der öffentlichen Sittlichkeit angehe, so wiesen gerade die Kreise, in welchen die Sozialdemokratie vorherrsche, die geringste Zahl von Vergehen und Verbrechen auf, und im Großen und Ganzen stehe es überhaupt heute mit der Sittlichkeit besser als früher. Statt den Frauen immer die Last des Vergehens aufzuladen, sollte man doch auch die Verführer verantwortlich mahen, die oft nicht der Arbeiterschaft angehörten, während den Arbeiterfrauen und=Mädchen eine Unterstützung mit Arbeitergroschen zu Theil werden solle. Auch an das Kind solle man denken. Mit der Armenpflege sei für den Empfänger ein Odium verbunden, während die Sozialgesetze dieses Odium gerade verringern sollten. Nicht die Gewährung der Unterstützung, sondern ihre Versagung treibe die armen Mädchen auf den Weg des Verbrechens. Es sei wunderbar, daß überall da, wo man annehmen könnte, daß die religiöse Ueberzeugung sich geltend mache, sie versage. Er komme immer mehr zu der Erkenntniß, daß Menschlichkeit und Religion zwei ganz verschiedene Dinge seien. Für die Kommissionsfassung sprachen weiter die Abgg. Eberty und Dr. Hirsch, während Bundesbevollmächtigter Direktor Lohmann uch für den Antrag aussprach, der auch dem Wunsche der Arbeiter entspreche. Abg. Spahn stellte die religiösen und historischen Irrthümer, wie sie Bebel in bekannter Einseitigkeit vorgebracht hatte, richtig, verwies darauf, daß auch die freien Hilfskassen an uneheliche Wöchnerinnnen kein Krankengeld zahlten und betonte nochmals, daß dieselbe vom sittlichen Gesichtspunkte aus auch nicht stattfinden dürfe, für die Unterstützung der betreffenden Personen vielmehr die Charitas aufkommen müsse. Nach weiterer Auseinandersetzung zwischen den Abgg. Eberty, Bebel und v. d. Schulenburg wurde der Antrag Spahn, für den außer dem Centrum nur einige Konservativen stimmten, abgelehnt und§ 20 mit einer von dem Abg. Strombeck vorgeschlagenen redaktionellen Aenderung angenommen.— Morgen: Interpellation Hitze über die Handwerkerfrage und Fortsetzung der heute abgebrochenen Berathung. Nachrichten aus Stadt und Land. * Gladbach, 24. Nov. Unsere gestrige Notiz bezüglich der Berufung des Herrn Kaplan Liesen zum Pfarrer von Giesenkirchen bedarf insofern der Richtigstellung, als, wie wir vernehmen, die Ernennung noch nicht erfolgt ist. Wir machen auf die Bekanntmachung des Herrn Oberbürgermeisters betr. Bescheinigungen hinsichtlich der Invaliditäts= und Altersversicherung hierdurch aufmerksam. § Neuwerk, 23. Nov. Der vergangene Sonntag war für unsere Pfarrgemeinde, namentlich für Hoven und Bettrath ein Tag unvergeßlicher Freude. Durch unseren hochw. Herrn Pfarrer Thill fand am Morgen die Einsegnung der herrlichen, im gothischen Style erbauten HerzJesu=Kirche statt. Die ganze Gemeinde nahm Theil an diesem hochwichtigen Ereignisse. Reicher Fahnenschmuck, Triumphbögen und Kränze gaben dem Orte ein festliches Aussehen. Gegen 9½ Uhr wurde der Reliquienstein in Prozession von der Pfarrkirche aus zur schön geschmückten Filialkirche überführt. Mit besonderer Freude heben wir die allgemeine Theilnahme sämmtlicher Honschaften unserer Gemeinde an diesem feierlichen Zuge hervor. Schulkinder, die marianische Kongregation, Jungfrauen und Frauen, weißgekleidete Mädchen, der Kirchenvorstand, die kirchliche Gemeindevertretung, der Gemeinderath, sämmtliche Bruderschaften und Vereine mit Fahnen, Jünglinge und Männer folgten einander nach Ordnung der Frohnleichnamsprozession. Vor der hochw. Pfarrgeistlichkeit krugen vier Meßdiener den kostbaren Stein. Nachdem die Einsegnung der Kirche, währenddeß die Prozessionstheilnehmer auf dem Kirchplatze betend verharrten, vollzogen war, füllte sich gar bald das geräumige Gotteshaus zur Beiwohnung des feierlichen Hochamtes. Dieses wurde Elebrirt vom Herrn Pastor unter Ministration der beiden Herren Kapläne. Der Kirchenchor sang eine Messe von J. Stein für gemischten Chor, die Dank der vortrefflichen Akustik unserer Kirche ihre ergreifende Wirkung auf die Andächtigen nicht verfehlte. In der Festpredigt begründete der Herr Pfarrer die Freude des Tages für die Gemeinde, namentlich für die Bewohner von Hoven und Bettrath, die endlich ihren frommen Wunsch, ein eigenes Gotteshaus in ihrer Mitte zu besitzen, erfüllt sehen. er forderte sie auf zum Danke gegen Gott, unter dessen gnädigem Schutze das Werk ohne jegliches Unglück vollendet sei, wie auch zum Danke gegen die Geschenkgeber und Alle, die um den Bau des prachtvollen Gotteshauses sich verdient gemacht hätten. Sodann erklärte er in längeren, zu verzen gehenden Worten die Bedeutung einer katholischen Kirche als Bethaus, Opferstätte und Gotteshaus. Die Zusprüche des Herrn Pfarrers waren so recht darnach angethan, die Zuhörer auf den bevorstehenden heiligen Akt vorzubereiten; wohl selten mag daher mancher bei der hl. Wandlung seinen Gott freudiger begrüßt haben als hier, wo zum ersten Male der Mensch gewordene Gottessohn auf den Altar herniederstieg. Ueberhaupt war während das ganzen Gottesdienstes die Haltung der dicht georangten Anwesenden eine so würdige, daß man wohl hoffen darf, daß die über dem Eingange angebrachte Bitte Salomons:„Herr, wer an diesem Orte beket, den erhöre von Deinem Heiligthume aus!“ an diesem Tage ein gädiges Ohr gefrüben habe. Gegen 12 Uhr endete die Morgenfeier. Nachmittags 5 Uhr fand feierliche Komplet statt, die Gesänge wurden vom PfarrRitchenchor ausgeführt. Nach dem Tedeum trug der Herz=Jesu=Kirchendor zum Schlusse ein ansprechendes Herz=Jesulied vor. Nunmehr veremigten sich die Pfarrgenossen und Festtheilnehmer im Kamp'schen Lokale einer sehr zahlreich besuchten Festoersammlung. In seiner herzlichen stede wies der Herr Pfarrer auf die Freude des Tages hin, ermahnte die Bewohner von Hoven und Bettrath, auch fernerhin ihre volle Bebeisierung und Liebe dem Gotteshause, dem ja noch Manches fehle, zu eewahren und lobte die Eintracht unter den Gemeindegliedern, die auch seinerhin so bestehen bleiben möge und brachte einen dahin gehenden Toast uns Auf die letzteren Worte kam im spätern Verlaufe der Festversammtung der Herr Bürgermeister Breuer zurück, schließend mit einem Hoch auf den perrn Pastor, der gar bald nach seinem Amtsantritte die Herzen aller PfarrEenossen erobert habe, der es gewiß verdiene, daß man ihm volles Vertrauen bigegenbringe. Der Toast des Herrn Kaplan Löhrer galt dem Herzvell=Kirchenchore und seinem Dirigenten. Der Redner zollte dem Vereine mnerkennung, der es verstanden habe, in der kurzen Zeit seines Bestehens “ schone Leistungen zu geben, wie Alle am Morgen beim feierlichen Lochamte sie gehört. Er wünschte demselben Blühen und Gedeihen. Die mmmorvollen Worte des Herrn Pastor Gehlen von Helenabrunn erhöhten dier degeisterte Stimmung der Anwesenden, wie auch auf der anderen Seite seine ernsten Ausführungen sichtlich das Herz seiner Zuhörer Sem Hoch galt dem demnächstigen ersten Herrn Rektor von Hoven=Bettduch, für den eine prachtvolle Wohnung neben der Kirche bereits fertig dentellt ist und dessen baldige Berufung wir Alle sehnlichst herbeiwünschen. din den Reden wechselten gut exekutirte Vorträge der anwesenden GesangErreine. Nur zu schnell waren die fröhlichen Stunden des Jubeltages Eihm! Man trennte sich mit dem Bewußtsein, den unvergeßlichen Ehreneis für Hoven=Bettrath in schöner Weise begangen zu haben. für die Hemahner vog Hohen 2“ var gestern wieder ein schöner Tag ##. Sewöhnet vo.„oven und Bettrath. Um einen bedeutenden Schritt wir nun in unsern Kirchenbauangelegenheiten weiter gekommen; indem unsere neue Kirche durch die Weihe des Priesters aus dem Bereiche der Profanbauten ausgetreten und nun dem Gottesdienste gewidmet ist. Die Feier begann programmmäßig, vom schönsten Herbstwetter begünstigt, Rarsers mit einer sehr großen und schönen Prozession zur Uebertragung 9 allatstemes von der Pfarrkirche aus. An der neuen Kirche angegumen, nahm unser hochw. Herr Pfarrer Thill die Einsegnung der „Das darauf folgende Hochamt mit einer zu Herzen sehenden Ansprache des Herrn Pfarrers gestaltete sich zum Glanzmit einem Krabenchar.(i dat der neue Krchenchor, verbunden meisterhaft bestanden undu beigetragen, der hier seitne erste Probe der Lirche so vorzüglich, zsd de wahrt hat. Auch zeigte sich die Akutik vuß wir für die Zukunft einen herrlichen GottesNachmittags in der feierlichen Komplet war die Kirche wieder gut besetzt und fand der schöne Tag einen würdigen Abschluß in ver. Festversammlung beim Wirthen Joh. Kamps. Abwechselnd in Lied und Ge sosen hier die Stunden in animirtester Stimmung dahin. Bewea#ervorgehoben sei die mit Humor gewürzte Ansprache des Herrn 's Gehlen von Helenabrunn, welche in dem launigen Gedanken Baehgga nachdem der Korb(Kirche und Rektorat) fertig, nnn auch hinein müsse. Dies sei die Krönung des Werkes. wird die Erfüllung dieses Wunsches nicht lange auf sich warten Das walte Gattl serner Zeit auch der Rektor eingeführt werden. 23. Noobr. Gestern Abend gegen 6 Uhr wurden # üdlich unseres Dorfes auf zwei Brände aufmerksam. In Büttgerwa####rannte die Scheune und Stallung des Ackerers Adam Kreutzer nieder und an der Flottbrücke brannte ein Strohbarmen nieder. Weil Kreutzers Gehöfte am Hauptwege des ehemaligen Waldes auf den Trietbach zu liegt, gehört es unter Gemeinde Kleinenbroich; Fottbrücke gehört zur Gemeinde Büttgen.— Freitag Nacht brannten auf Alperheide(Willich) auf Düsterserb Scheune und Stallungen des Ackerers Maaßen total nieder. 21. Nov. Gestern Abend ½7 Uhr ereignete sich in einem Geschäftshause auf der Hochstraße, Ecke der Dreikönigenstraße, eine Gasosion von solcher Heftigkeit, daß zwei große Spiegelscheiben zersplittert wurden und einzelne Scherben sowie der Inhalt der Schaufenster (Schuhe und Stiefel) über die Straße hinweg bis zu dem gegenüberliegenden Hause flogen. Im Ladenlokale war die Decke arg beschädigt, die Füllungen aus der Thüre gerissen, die Regale zertrümmert 2c. Die rasch herbeigerufene Feuerwehr beseitigte jede weitere Gefahr. Leider hat bei dem Unfalle ein Klempnergehülfe recht erhebliche Verletzungen erlitten, auch trug ein junger Mann aus dem betreffenden Geschäfte kleinere Verletzungen davon. Crefeld, 22. Nov. Die Lage unserer Industrie, besonders der Seidenweberei, hat sich in den letzten Wochen etwas gebessert, doch ist das Elend der zahllosen arbeitslosen Weber dadurch kaum merklich gemildert. Es gibt allerdings einzelne Webereien, welche jetzt anstatt halber Tage einige Stunden länger arbeiten lassen, doch kommt dies nur den wenigen in denselben beschäftigten Arbeitern zu gute. Die große Masse ist noch immer arbeitslos. Die Auswanderung hat, wie der„Köln. Volksztg.“ berichtet wird, seit dem letzten Zieh=Termin(Martini) in Crefeld eine noch nie gekannte Höhe erreicht; eine ganze Reihe von Familien und Arbeitern ist nach anderen Industriebezirken gezogen, besonders in jene mit Eisenindustrie. Crefeld wird schwerlich noch 100,000 Einwohner zählen, obwohl es bei der letzten Volkszählung über 105,000 Einwohner hatte. Die Wohnungen stehen zu Hunderten leer, und die Grundstücke sinken schnell im Preise. Düsseldorf, 21. Nov. Zu später Abendstunde verhandelte die Strafkammer gegen Johann Andreas Linxweiler, Redakteur der ozialdemokratischen„Arbetter=Ztg." Derselbe war angeklagt, die christliche Kirche und die christliche Geistlichkeit beschimpft zu haben und zwar in einer Besprechung einer bei Wörlein& Co. in Nürnberg erschienenen Broschüre„Die christliche Kirche und der Sozialismus". Das Urtheil lautete auf einen Monat Gefängniß. Elberfeld, 21. Nov. Ein Zopfabschneider ist hier aufgetaucht. Vorgestern Abend trat die 14 Jahre alte Tochter eines an der Vereinsstraße wohnenden Dienstmannes aus dem elterlichen Hause, als, nach der Schilderung der„Barmer Ztg.“ in demselben Augenblicke ein Mensch aus der Dunkelheit hervorsprang und das Mädchen an den Haaren ergriff. Mit einer bereit gehaltenen Scheere hatte der Patrom dem Mädchen bereits einen seiner prächtigen Haarzöpfe durchschnitten, als auf das Hülfegeschrei Nachbarn herbeieilten. Der Kerl ließ nun von seinem Opfer ab und lief davon, ohne daß man seiner habhaft geworden wäre. Oberhausen, 22. Nov. Vorgestru Nachmittag wurde auf Veranlassung der königlichen Regierung zu Düsseldorf ein Waggon amerikanischer Speck, 5000 Kilogramm enthaltend, auf der hiesigen Station angehalten, von Herrn Dr. Gockel untersucht und als trichinös befunden, worauf das Fleisch in einem Hochofen der hiesigen Hütte vernichtet wurde. Aus Westfalen, 20. Nov. In Canstein(bei Marsberg) hatte sich um einen von der Jagd mit einem Rehbock heimkehrenden Bürger die liebe Schuljugend versammelt. Der Jäger ließ das noch nicht entladene Gewehr einen Knaben tragen, der unterwegs sich den Scherz machte und auf einen anderen 9 Jahre alten Knaben losdrückte. Der ganze Schrotschuß ging dem Knaben in die Schulter, der nun lebensgefährlich darniederliegt. Verden, 21. Nov. Mit der Frage:„Soll ich einmal auf Dich schießen?“ ging der jugendliche Hausknecht Heinrich Köster auf den Dachdeckerlehrling August Fischbeck aus Osterode mit einer geladenen Pistole los. Die Waffe entlud sich plötzlich und die Kugel drang dem Lehrlinge in den Kopf. Der Getroffene gab bald den Geist auf. Köster wurde verhaftet. Berlin, 23. Nov. Die Influenza hat wieder ihren Einzug in Berlin gehalten und scheint nach Mittheilungen aus ärztlichen Kreisen bereits einen größeren Umfang angenommen zu haben. In allen Stadttheilen, namentlich aber im Osten und Nordosten Berlins, sind derartige Fälle, sowohl vereinzelt wie in größerer Anzahl auftretend, beobachtet worden. Professor Gerhardt, der Leiter der zweiten medizinischen Universitätsklinik in der Charite, äußerte gelegentlich einer Krankenvorstellung in seiner Klinik, daß es jetzt scheine, als ob die Influenza nach ihrer Reise um die Welt wieder bei uns angelangt sei. Auch ein hiesiger Arzt Dr. Kr. ist nach scheinbarer Besserung einer Nachkrankheit der Influenza erlegen. Wien, 23. Nov. Unsere, der„Neue freie Presse“ entnommene Mittheilung, daß mit der in Armuth verstorbenen Frau Karoline van Beethoven die letzte Beethoven dahingeschieden sei, beruht auf einem Irrthume. Wie eine Zuschrift der„Neuen freien Presse“ mittheilt, leben noch zwei verheirathete Töchter der übrigens zwar in bescheidenen, aber nicht in dürftigen Verhältnissen befindlich gewesenen Karoline van Beethaben. — Durch sieben deutsche Staaten in 4 Stunden 35 Minuten! Vor einiger Jeit ging durch die Zeitungen die Mittheilung, daß man zu Fuß binnen 7 Stunden durch 7 deutsche Staaten gelangen könne. Wie nachstehend angegeben, kann man schon in 4 Stunden 35 Min. durch 7 deutsche Staaten reisen, nämlich durch drei Fürstenthümer, zwei Herzogthümer und zwei Königreiche. Von Steinbach(Bayern) ausgehend, gelangt man in einer halben Stunde nach Lichtentanne(SachsenMeiningen), von hier in anderthalb Stunden nach Rauschengesees(Reuß ä..), dann in 5 Min. nach Gleima(Schwarzburg=Rudolstadt), von da aus kommt man in einer weiteren halben Stunde nach Altengeseß(Reuß j..), dann in einer Stunde nach Drognitz(Preußen) und von hier erreicht man in einer Stunde Saalthal(Sachsen=Altenburg). daß bei Ausarbeitung der Militärstrasprozeßor.d nung die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des Verfahrens zur Geltung gelange, soweit nicht militärdienstliche Interessen eine Ausnahme bedingen. Hd. Brannschweig, 24. Nov. Die„Braunschw. Landeszig.“ bringt die Rede des Fürsten Bismarck anläßlich des am Freitage stattgehabten Empfanges der Deputation des hiesigen plattdeutschen Vereines zur Ueberreichung des EhrenmitgliedDiplomes. Der Fürst beklagt die Abnahme der Rüstigkeit; an die berliner Reise gehe er schwer heran, sie habe für ihn nur den Sinn, seine Schuldigkeit als deutscher Bürger zu thun. Wer glaube, daß er damit wieder ein Amt erringen wolle, überschätze seine Bescheidenheit und unterschätze sein Selbstgefühl. Es fiele ihm nicht ein, eine Ministerstellung zu begehren. Hd Stuttgart, 24. Nov. Bei der Reichstagsersatzwahl in Oehringen sind für Hartmann(demokratische Volkspartei) bis jetzt 4159 Stimmen gezählt, für Agster(Sozialdemokrat) 602, Kiene(Centrum) 50. Die Wahl Hartmann's ist sicher. Hd. Paris, 24. Nov. In der Deputirtenkammer kündigte Laur eine Interpellation des Ministers Ribot an über das Resultat des Besuches des russischen Ministers des Auswärtigen Herrn v. Giers; Ribot verweigerte die Beantwortung der Interpellation. Hd Rom, 24. Nov. Die Kammern werden morgen eröffnet. Die zuerst zur Debatte gestellten Interpellationen betreffen die Kirchenpolitik. Hd Rio de Janeiro, 24. Nov. Ein Aufstand ist hier ausgebrochen. Es fand eine Flottendemonstration unter Anführung der Admirale Castodia und Vanderkolk in Verbindung mit dem Aufstande eines Theiles der Garnison statt. Die revolutionäre Bewegung hat den Diktator Fonseca so überrascht, daß er widerstandslos die Präsidentschaft niederlegte. Der General Floriano Peixoto übernahm die Regierung; er versprach, den Frieden und den gesetzlichen Zustand wiederhergtellen. Fruchtpreise zu Neuß am 24. November. Weizen, neuer( 1. Qual. 24 70 Hafer, neuer a 100 Kilo 15 Raps 1. Qu. 2. Aveel(Rübsen) Kartoffeln Heu per 500 Kilo Stroh a 500 Kilo 50 56 50 20 a 100 Kilo 2.„ 23 70 Landroggen, neuer(1." 24 80 à 100 Kilo 12.„ 23 30 Gerste( Winter=—— 100 Kilo( Sommer=—— Buchweizen, a 100 Kilo—— Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. Rüböl per 100 Kilo faßweise(ohne Faß)....... 65 Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 Mark höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo 128 Kleien a 50 Kilo 6 Weizenvorschuß 00 à 100 Kilo— Köln, 23. Nov. Weizen und Roggen behauptet, Hafer—, Alles ohne Sack die 100 Kilo. Rüböl behauptet, die 100 Kilo in Eisenband. Wetter: Trüb. Weizen, vorr. hiesiger Mark 23,50—24,50., fremder 24,50—26,00 ., per Nov.(Rivet=Weizen ausgeschlossen)—.— bez., 24,20., 24,— ., per März—.— bez., 24,70., 24,60., Roggen, vorr. hies. 23.50 bis 25,00., fremder 26,00—27,50., per Nov.—.— bez., 25,70 ., 25,50., per März—.— bez., 24,80., 24,60 G. Hafer, hiesiger 15,50—16 50., fremder 18,00—19,00 B. Rüböl, vorr. in Part. von 5000 Kil. 65,50., per Mai—.— bez., 64,50., 64.30., per Oktober—.— bez., 63,50., 63,30 G. Berlin, 23. Nov.(Produktenbörse.) Weizen per Nov. 234,—, per Nov.=Dez. 233,75, per Dez.=Jan. 233,75, per April=Mai 233,75. Gek. 7000 Ctr. Roggen per Nov. 240,75, per Nov.=Dez. 240,75, per Dez.= Jan.—.—, per April=Mai 239,25. Gek. 3000 Ctr. Hafer per Nov. 168,50, per Nov.=Dez. 168,50, per April=Mai 174.75. Gek. 1000 Ctr. Rüböl vorr. mit Faß 62,40, vorr. ohne Faß 61.60, per Nov. 62,20, per AprilMai 61.—. Gekündigt 000 Ctr. Spiritue 70er vorräthig 53.10, 70er Nov. 52,60, 70er Nov.=Dez. 52,50, 70er Dez.=Jan. 52,50, 70er AprilMai 53,30, 70er Mai=Juni 53,50. Gek. 00,000 Ltr. 50er vorr. 72.70. Gek.— Ltr. Petroleum vorr. 23.—. Weizenmehl vorr. 0 31.—, do 00 28.70. Roggenmehl vorr. 0sI 33,20, per Nov. 33,20, per Nov.=Dez 33.20 Magdeburg, 23. Nov. Zucker. Kornzucker, ausschl. 92% Mk. 18,50, ausschließlich 88% 18.—; Nacherzeugnisse ausschl. 75% M. 15,75. Unverändert. Fest. Brodraffinade I. 28,75, do. II.—.—. Gemahl. Raffinade mit Faß 29.—. Gemahlene Melis I. mit Faß M. 27,25. Fest. Rohzucker I. Erzehgniß zur Durchfuhr f. a. B. Hamburg Nov. 14,40, Dezember 14,75, Januar 14,52, Januar=März 14.70. Sehe fest. Hamburg, 23. Nov. Kaffee.(Amtliche Schlußpreise.) Santos per November M. 0,70,—, per Dez. 0,65½, per März 0,60½ per Mai 0,59¼. Matt. Bremen, 23. Nov. Petroleum festen; vorräthig Mk. 6,15., Schmalz Wilcor 35.50. Armour 34,50, Fairbanks—. Bremen, 23. Nov. Baumwollbörse. Amtliche Preise. Fest. Upland middl. greifbar M. 0,41½, auf Zeit Grundlage middl., nichts unter low, middl., Novbr. 0,41¼, Dezbr..41½, Januar.42, Februar .42¼, März 0,42¾, April 0,43. Amsterdam, 23. Nov. Kaffee. Java vorräthig Fl. 54½, per November 54⅜, per Dezember 53, per Januar 51, per März 49, per September 48¾. Antwerpen, 23. Nov Petroteum fest; weiß vorräthig Frcs. 16.—, bez., 16.—., Dez.—.— bez., 15¾., Jan.=März—.— bez., 16,—., Sept.=Dez.—.— bez., 16½ B. Amerikan. Schmalz, Marke Wilcoz Frcs. 85.—. Amerikanischer rother Winterweizen Nr. 2 Frcs. 24¼, Woll- Umsatz 12 Ballen. Wechsel: Köln, kurz Frcs. 124,—. Paris, 23. Nov. Mehl per November 60,60, per Januar=April 62,20, per März=Juni 62,90. Weizen per November 27,40, per JanuarApril 28,40, per März=Juni 29.—. Roggen per November 22.40, per Januar=April 23,20, per März=Juni 23,90. Rüböl per November 67,75, Januar=April 70,25, per März=Juni 71.—. Spiritus per November 44,—, per Januar=April 44,50, per Mai=Aug. 45,50. Zucker weißer Nr. 3 per November 40,37½, per Januar=April 41,12½, per März=Juni 41,62½. Rohzucker 88% vorräthig 38.50. Liverpool, 23. Nov. Baumwolle fest. Umsatz 12,000 Ballen Einfuhr 45,000 Ballen. Bank=Diskont. Amsterdam 3. Berlin 4. Berlin Lomb. 4½, 5. Brüssel 3. Ital. Plätze 5½. Kopenhagen 4½. Lissabon 4. London 4. Madrid 4. Paris 3. Petersburg 6. Schweiz. Plätze 5. Wien 5. Telegramme der Gladbacher Hd Berlin, 24. Nov. Wie die„Berl. Pol. Nachr.“ melden, ist die Regierung mit der Aufstellung des Programms für eine Börsenenquete zwecks gesetzgeberischer Maßnahmen beschäftigt.— Die„Berl. Pol. Nachr.“ schreiben zu dem Besuche des Herrn v. Giers anscheinend offiziös: Von Deutschland dürfe nicht verlangt werden, daß es den ersten Schritt zur Beseitigung einer ihm am wenigsten zum Nachtheile gereichenden Entfremdung Rußlands thue oder auf das Entgegenkommen Rußlands mit Sehnsucht harre. Hd Berlin, 24. Nov. v. Giers ist gestern Abend hier eingetroffen und wurde vom russischen Botschafter Graf Schuwalow am Bahnhofe empfangen.— Die Nationalliberalen beantragen, daß der Reichstag in einer Resolution die Erwartung ausspreche, Zur rechten Zeit gethau, ist wohlgethau. Sobald sich Erkältungen wahrnehmbar machen, als Brennen und Trockenheit im Halse, Schlingbeschwerden, Husten. Auswurf, heisere Stimme 2c., schreite man sofort zur Abhilfe. Das einzig anerkannte und untrüglich bewährte Radikalmittel, welches katarrhalische Affektionen in kürzester Zeit in gründlichster Weise heilt, sind die ihrer Wirkung wegen prämürten Fay's achte Sodener Mineral=Pastillen. Durch deren zeitige Anwendung wird dem Ausbruche ernster und schwerer Krankheiten vorgebeugt, Schmerzen, Zeitverlust und Geld erspart. Was eine ganze Ladung von Hustemittelchen, Katarrhpastillen, Chokoladenkügelchen entschieden nicht bewirken können, das bewirken sicher einige Schachteln Fay'scher ächten Sodener Mineral=Pastillen. Wer ernstlich gesunden will, dem wird die Wahl nicht schwer fallen. Zu 85 Pfg. erhält man diese trefflichen Pastillen in allen Apotheken und Droguerieen. E Seidcheiond direkt aus der Fabrik von von Elten& Keussen, Grefeld, also aus erster Hand in jedem Maaß zu beziehen Schwarze, farbige und weiße Se#### vaortkpreisen. Man verlange Ser— tuinz ao. Plüsche gese, Sammte und„gepezrichte — Auster mit ungabe des Gewunschten. Art 3u Todes 1 Anzeige. Sonntag Morgen 5½ Uhr verschtes nach küngeten Leiden, mehrmals gestärkt mit den Heilsmitteln der römisch=kathol. Kirche, in Folge einer Abnehmungskrankheit unser lieber Bruder Peter Schleberger, Vostassistent beim Postamte in Meurscheid(Solingen), im Alter von 19 Jahren. Um stille Theilnahme und ein Gebet für die Seelenruhe des Abgeschiedenen bitten Die trauernden Hinterbliebenen. M. Gladbach, den 24. November 1891. Die Beerdigung findet Statt Mittwoch den 25. d. Mts., # Morgens 7¼ Uhr vom Sterbehause Neußerstraße Nr. 147h aus und darnach die feierlichen Exequien in der Pfarrkirche zu Lürrip, wozn Verwandte und Bekannte ergebenst eingeladen werden. Der Metzgermeister„Johai Casteel zu Hardt beabsichtigt auf; seinen zu Hardt am Tomp gelegenen, Parz. Nr bezeichCrtauf ichung. Nachstehend bringe ich einen Auszug aus der Ministerial=Verfügung vom 17. Oktober 1890 mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß die darin erwähnten Bescheinigungen auf dem Oberbürgermeisteramte(Zimmer Nr. 30) in den Vormittagsstunden abgegeben werdeu können. .Gladbach, den 21. November 1891. Der Oberbürgermeister: Kaifer. Zu a. Nr. 30. Auf Antrag des betreffenden Versicherten oder seines Arbeitgebers haben die Ausgabestellen mit einer Quittungskarte zugleich die§§ 156 ff.,§ 161 des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1889 bezeichneten Bescheinigungen und Nachweise über Beschäftigungen und Krankheitszeiten des betreffenden Bersicherten, welche in die Zeit vor dem Inkrafttreten des Gesetzes fallen, anzunehmen und mit der Quittungskarte an die Versicherungsanstalt des Bezirks behufs Weitersendung und Aufbewahrung bei derjenigen Verficherungsanstalt, an welche die betreffende Quittungskarte abzugeben ist, zu übersenden. Das Gleiche gilt in Ansehung derjenigen Bescheinigungen, welche nach § 6 Absatz 2 des Gesetzes solchen Personen auszustellen sind, die aus einer vom Bundesrathe zur Durchführung der Invaliditäts= und Altersversicherung zugelassenen besonderen Kasseneinrichtung ausscheiden. Militärpapiere sind in der Regel nicht anzunehmen, weil dieselben auch zu anderen Zwecken gebraucht werden und aus deren etwaiger Rückforderung aus dem Gewahrsam der Versicherungsanstalten Kosten und Weiterungen entstehen würden. Die mit der Ausstellung und dem Umtausch von Quittungskarten betrauten Stellen haben in geeigneter Weise darauf hinzuwirken, daß von den Versicherten jene Nachweisungen und Bescheinigungen behufs sicherer Aufbewahrung bei den Versicherungsanstalten abgegeben werden. Kathol. kaufmännischer Verein. Für gegenwärtiges Winter=Semester beginnen diese Woche die Unterrichts=Kurse in der englischen und französischen Sprache. Die Theilnehmer an beiden Kursen wollen sich heute, Dinstag den 24. Nov., Abends 8¼ Uhr, im Vereinslokale Hermannstraße(Casino), versammeln, um dort Näheres über Tag und Stunde des Unterrichts zu erfahren. Es wird außerdem ein Unterrichts=Kursus in der Fabrikation (Musterausnehmen, Kalkuliren 2c.) gegeben. Dieser beginnt den 20. Nov., Abends 8¼ Uhr. Pünktliches Erscheinen aller Theilnehmer erwünscht. An den beiden Sprach=Kursen, wie an dem Kursus in der Fabrikation dürfen auch solche Handlungslehrlinge theilnehmen, die dem Vereine noch nicht als Mitglieder angehören können. Anmeldungen um die oben angegebene Zeit im Vereinslokale, wo dann auch die Bedingungen mitgetheilt werden. Der Vorstand. Vonisatias=Sammer=Grrein. Sonntag den 29. November, Abends 5½ Uhr, findet im großen Mannheim'schen Saale die diesjährige Bezirks=Gehsammtung dieses Vereins statt. Der kirchl. Gesang=Verein nebst Knabenchor hat seine Mitwirkung freundlichst zugesagt. Es werden über folgende Themateu Reden halten: Herr Oberpfarrer Dr. Schmitz aus Crefeld über und Zweck des Bouifatius=Sammel=Vereins.“ Herr Pfarrer Bechem aus Düsseldorf=Bilk über „Leben der Karholiken in der Diaspora.“ (Herr Pfarrer Bechem war früher 15 Jahre kath. Pastor in Rudolstadt.) Zu dieser Versammlung sind die kath. Vereine und Bruderschaften, sowie alle kath. Einwohner.Gladbachs(auch Frauen) freundlichst eingeladen. Der Vorstand der Haupitstelle M Gladbach. A..: Schmelcher, Kaplan. of mfug!“ in Kammgarnen, Cheviots, Buckskins, Maptel- u. Unterrocksstoften,„Resten, ferer hübsch gemusterten Seblafdecken zu billigen Fabrikpreisen empfiehlt Wittwe Jos. Neuen hofer, .Gladbach, Regentenstrasse 65. mit Flur G, 9853 8990 1164 1164 neten Grundstücken ein Schlachthaus zu errichten. Dieses Unternehmen wird hierdurch mit der Aufforderung zur öffentlichen Kenntniß gebracht, etwaige Einwendungen gegen die vorerwähnte Anlage innerhalb einer Präklusiofrist von 114 Tagen bei dem Unterzeichurten schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll andringen zu wollen. Diese Frist nimmt ihren Anfang mit Ablauf des Tages, an welchem das diese Bekanntmachung enthaltende amtliche Kreisblatt ausgegeben wird, und können nach Ablauf derselben Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr angebracht werden. Während der Einspruchsfrist liegen Zeichnungen und Beschreibung auf dem hiesigen Bürgermeisteramte zur Einsicht offen. Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird hiermit Termin auf Dinstag den 8. Dezember er., Nachmittags 4 Uhr, vor dem unterzeichneten Bürgermeister auf dem hiesigen Bürgermeisteramte anberaumt, wozu sowohl der Unternehmer als auch die Wiedersprechenden mit der Eröffnung geladen werden, daß im Falle des Ausbleibens gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen werden wird. Hardt, den 21. November 1891. Der Bürgermeister, Pabst. Resichnice Belichache Dinstag, 24. Nov.: Pension Schöller. Posse von Carl Laufs. Vorher: Verlobung bei der Laterne. Operette von Offenbach. Mittwoch, 25. Nov.: Carmen. Oper von George Bizet. Donnerstag, 26. Nov.: Arbeit. (The Middlemau.) Schauspiel von Fr. W Wulff. Freitag, 27. Nov.: Taunhänser. Oper von Richard Wazner. 33 VelichenRosenHonigüberaus wiild u. sehr aromatisch, empfiehlt in Packeten enth. 8 St. 40 Pig. Fritz Ruscher. Bezirks=Polizeiverordnung. Auf Grund des§ 137 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 20. Juli 1883(.=S. S. 195) und der§§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850(.=S. S. 265) verordne ich mit Zustimmung des Bezirksausschusses für den Umfang des Regierungsbezirkes mit Ausnahme der ehemals zum Großherzogthum Berg gehörigen Landestheile, in welchen die einschlägigen Bestimmungen(§ 74) der Bergischen Wegeordnung vom 18. Juni 1805 in Geltung stehen, was folgt: § 1. In die Gräben und Seitengerinne der Chausseen und der übrigen kunstmäßig ausgebauten öffentlichen Wege dürfen flüssige Abgänge aus Häusern, Höfen, gewerblichen Etablissements, Viehställen und Dungstätten vicht eingeführt oder abgelassen werden. § 2. Wer auf Aufforderung der Wegepolizeibehörde es unterläßt, die nöthigen Borkehrungen zu treffen, welche zur Verhütung der in§ 1 gedachten Verunreinigung der Gräben und Seitengerinne erforderlich sind, wird mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark eventuell mit verhältnißmäßiger Haft bestraft und hat außerdem die Wegräumung der flüssigen Abgänge im Wege des polizeilichen Zwangsverfahrens auf seine Kosten zu gewärtigen. § 3. Gegenwärtige Verordnung findet bis auf weiteres auf diejenigen in§ 1 gedachten Gräben und Seitengerinne, welche als Wasserleitung dienen und wo nach dem Ermessen der Wegepolizeibehörde eine anderweite Regelung des Abflusses nicht thunlich erscheint, keine Anwendung. Sofern in diesem Falle Provinzialstraßen in Betracht kommen, ist die bezügliche Entscheidung seitens der Wegepolizeibehörde#st nach vorheriger Auhörung des zuständigen Provinzialbaubeamten zu erlassen. Düsseldorf, den 3. November 1891. Der Regierungs=Präsident. I..: Scheffer. Winter=Handschuhe, in großer Auswahl und nur guten Qualitäten, empfiehlten, die Casseler geuttschaf Hurrin J. S. Schäfer, M. Gladbach. Ds Crefelderstr. 121. Telephon=Anschluß Nr. 270. Hammelfleisch! Hammelfleisch! Hammersteisch! Erlaube mir dem geehrten Publikum mein prima Hammelfleisch in empfehlende Erinnerung zu bringen. Bringe nur die edelste, hochfeinste Qualität zum Verkauf und findet während 3 Wochen große Reduzirung der Preise statt. Hammelkeule und Schulter per Pfd. 60 Hammelrücken und Coteletts„„ 55„ Die anderen Stücke zu 50 und 45 Pfg. Georg Alter Markt 32. Telephon=Anschluß Nr. 270. Garantirt reine „„„„„„„„„ vortrefflich wirkend bei schlecht genährten Kindern und allgemeiner Körperschwäche, sind in 3 Orig.=Flaschengrößen erhältlich bei Ang. Henke, Neußerstraße 7; Heiur. Peters, Crefelderstraße 299; Hubert schneider, Margarethenstraße 30; Carl Güttes, Pescherstraße 2. in allen Arten liefern billigst Düfseldorfer Jalousie=Fabrik, Müller Söhne, Düsseldors, Rethelstr. 135. 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M Gladbach, den 20. Nov. 1891. Königliches Amtsgericht 111. Herrn Karl Schy Herrn Julius Wihl, Köln, eine Tochter. Verlobt. Fräulein Ottilie Schnabel mit Herrn Eugen Krawinkel, Mühlenseßzmar und Bergneustadt. Fräulein Pauline Kottenhoff mit Herrn Reinhard Drevermann, Gevelsberg und Vogelsang. Verheirathet. Herr August Schwarz mit Fräulein Johanna Bongartz, Bingen und Crefeld. Gestorben Fräulein Dorothea Heis, 82 Jahre, Köln. Herr Rentner Nikolaus Kaiser, 77 Jahre, Köln. Frau Wilhelm Frericks, Mili geb. Schmidt, Köln=Lindenthal. Kapitalien a. Hypoth. v. 20 Mille an z. günst. Bed. erhältl. Credit=Anstalt Aug. Homberger, Mainz. Kartosseln, Magnum bonum und rothe rauhschalige (beide für feinere Küche), weiße sächsische und oberländische, sind stets auf meinem Lager zu haben. Kohlen, alle Sorten Zimmer= und Küchenbrand, Anthracit=Nußkohlen für Regulierösen, Holzkohlen, Brennholz in Bunden und kleingehauen, empfehle gleichzeitig. Otto Schmidt, Kohlenlager, Eicken Nr. 2. Wir suchen zum baldigen Eintritt einen zweiten 516 Gladbacher Banlverein Quack& Cie. St. Vincenz=Verein. Die Sitzung der Marien=Conferenz findet eingetretener Verhältnisse halber seate Abend GDluliag) statt. Der Vorstand. Gladbucher freiwill. FEVERWENR. 3. Kompagnie. Mittwoch den 25. Novbr.., Abends 8½ Uhr: Uebung aller Abtheilungen. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen ersucht dringend I..: Lingen, II. Chef. Vergnag s Schogpen-Po. med. beseitigt schon nach dreimade maligem Gebrauche alle lästigen Kopfschinnen und wird für den Erfolg garantirt, à Fl. M..— bei Coiffeur E. Hillringhaus, Crefelderstrasse 218. Iateraationales Paaoranz Crefelderstraße 67. Zum 1. Male hier. Diese Woche ganz neue, diesen Sommer aufgenommene Pracht=Serie: (Keine Konkurrenz außer Leipziger Verbindung.) 508 Niesengebirge, u..: Zackenfall, Baude, Schneekoppe, Welhügel mit dem Kaiser Wilhelm.=Denkmal. Siegeldenkmal von 1863. Die große Ueberchwemmung der Bober. Leirchlicher Gesangverein. Zur Feier des Stistungssestes: Am Mittwoch den 23. Nov., Abends 8 Uhr im Hötel Herfs: ###. Sem“W zu diesen Festlichkeiten beehrt sich die inaktiven Mitglieder hierdurch ganz ergebenst einzuladen Die Direktion. „Wann gedenken Sie Ihren Kirchenbau zu beginnen?“— so lautet die Anfrage gar vieler gütiger Almosenspender zur Errichtung einer Kirche für die über 20 Tausend Seelen zählende, bisher auf einen armseligen Fachwerkbau angewiesene St. Pins=Gemeinde. Leider muß ich immer antworten: „Noch lange nicht, wenn die Gaben nicht noch reichlicher fließen.“ Ich bitte inständigst namentlich wohlhabendere Katholiken— minder gut gestellte geben oft recht reichlich— in Orten, die keinen Mangel an Kirchen kennen, um Unterstützung, damit ich die wenigstens zum gesicherten Beginn des Kirchenbaues noch erforderlichen 50 Tausend Mark zusammenbringe. Katholiken! Laßt mich nicht im Stiche! Frank, Pfarrer bei St. Pius in Berlin, Pallisadenstr. Civilstand der Stadtbürgermeisterei M. Gladbach. Geburten: Am 23. Nov.: Karl Joseph, S. des Konditors Heinr. Jos. Jansen, Mühlenstraße 144. Helmuth, S. des Kaufmannes Siegmund Hellwitz, Bahnhofstraße 83. Maria Magdalena, T. des Taglöhners Franz Anton Finken, Römerstraße 19. Johann, S. des Heizers Anton Kaisers, Speickerstraße 60. Klara Sophia, T. des Photographen Jos. Kremer, Crefelderstraße 88. Anna Catharina, T. des Fabrikarbeiters Leonhard Hubert Rix, Pescherstraße 200. Anna Johanna, T. des Fabrikarbeiters Wilhelm Heinrich Gluth, Regentenstraße 174. August Erich S. des Buchbinders Anton Hubert Worms, Waldhausenerstraße 91. Heinrich Werner, S. des Hausirers.) Konrad Jansen, Schillerstraße 18. Katharina Cäcilia, T. des Wirthes Hermann Joseph Hahn, Speickerstraße 78. Helmuth Karl, S. des Kaufmannes Paul Friedr. Dobberke, Karlstraße 8. Heirathen: Am 23. Nov.: Karl Deußen, Zeitungsbote und Sibilla Barbara Bongs, Wwe. von Andreas Lenders, gewerblos, beide hier wohnhaft. Sterbefälle Am 23. Nov.: 2 weibliche Todtgeburten. Johannes Schmitz, 7 Mon. alt, Crefelderstraße 162. Wilhelmine Lampenscherf, Fabrikarbeiterin, 28 Jahre alt, ledig, Feldstraße 38 Heinrich Heinrichs, Rangirer, 37 J. alt, verheirathet, Augustastraße 6. Anna Katharina Kauertz, Ehefrau des Fabrikarbeiters Johann Wilhelm Büschgens, 31 Jahre alt, Künkelsstraße 41. bitte für Thüringen! Anläßlich des Festes der heil. Landgräsin von Thüringen, ersuche ich alle Verehrer der Heiligen, namentlich alle Trägerinnen ihres Namens und alle Mitglieder des 3. Ordens um einen Beitrag zum Kirchenbau der armen Mission Apolda. Möge Dich, liebe Leserin, lieber Leser, unsre schon oft geschilderte Nothlage und die Armuth der fast ausschließlich der Fabrikbevölkerung angehörigen Missionsgemeinde rühren! (Tausend Katholiken, sind auf einen kaum den 10. Theil fassenden, dumpfen, modrigen Betsaal angewiesen. Die nächste kath. Kirche ist fast 4 Stunden entfernt.) Möge Dich auch der Umstand zu einer Gabe bewegen, daß aus Apolda jener Ordensmannentstammte, welcher im Mittelalter durch seine Lebensbeschreibung der hl. Elisabeth am meisten zu ihrer Verehrung beigetragen hat. Die Gemeinde betet täglich für ihre Wohlthäter und mit ihr„die Mutter der christlichen Barmherzigkeit", St. Elisabeth, um Erfüllung der Verheißung:„Selig die Barmherzigen, sie werden selbst Barmherzigkeit erlangen!“ Dr. A. Fischer, Missionar, Apolda,(Thüringen). *** Bitte der hl. Landgräfin von Thüringen für Stieg'st oft von der Wartburg Höhen Mild helfend herab in's Thal, Gerührt von der Armen Flehen, Die nannten Dich Mutter all. Und bist Du es nicht geblieben Da droben im Himmel auch? Und solltest Du fürder nicht üben Wie früher des Helfens Brauch? Hör' flehen uns voll Vertrauen: Wie bliebe Dein Mutterherz kalt?— Hilf Dem eine Stätte Dem immer Dein Lieben galt! Mög'st Lieb' in die Herzen gießen Und Deine Barmherzigkeit, Daß Blumen des Wohlthuns sprießen, Im Monate, Dir geweiht! Bitt' Gott, die Gaben der Güte In Rosen zu wandeln dort; Die strahlen in himmlischer Blüthe Zum ewigen Leben fort. Kaiser FriedrichKrankenhauses in ul ebur er Gertech Man verlange in allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen ganze Original=Loose SAN REAO Geidlotterie m 3970 Geldge- unn gch(zhh z###e 3 50 pf. f. A. Läinin, Housigalt Ziehungams, u. 9. Dezember d. J. in Hannover."## winnen= 30,000 Mull. ESo# Sine. Porton. Site Hannover, Gr. Packhofsr.90 H In.Gladbach zu haben bei J. Neumann, Markt 1 und Otto Coenen, Lindenstraße 17.