1908. Nr. 109. 1. Blatt. 37. Jahrgang. Montag, den 11. Mai. Bezugspreise: Monatlich burch Boten 50 Pfs., durch die Post vierteljährlich .20 Mt. OOhne Bestellgeld.) Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Feiertage. u. Schattten: Flleizstraße 61. gentrer Nr. 19. Besssiche dereheetnne Rtuchengsehbas. „ 0 Sladbacher Volnszeilung und Handetsolatt mit den Gratisbeilagen„Sonntagsblatt“,„Land= und hauswirtschaftliche Mitteilungen“,„Aus Wissenschaft Kunst und Literatur“. Redaktion: Dr. phll. Heinr. Frings und Nikola Müller in.Gladbach.— Beiträge nur an die Redaktion, nicht an die einzelnen Redakteure. Ausetgempreite: ale Schhrethen Beihele 20 Wie.für Siadbach- Staht und and 10 Pfo.. Reilamegelle 50 Pfo. Schlus As Aunderseumatren 30 Uhr vormittags. Beiebenbrei n. Ostegbe Sesdenschen Weice trum zu Mehrausgaben aus diesem Grunde gedrängt hat. Das wird ihnen ebenso sauer werden wie die Beweise für ihre anderen Behauptungen. Der ganze Artikel hat nur den Zweck, zu Gunsten der Verschleierung der bisherigen Blockschwäche dem Volke Sand in die Augen zu wersen. Wenn das die Mittel sind, mit denen der Block seine Bemühungen um die Reichsfinanzreform einleitet, dann können wir uns noch auf„nette“ Dinge gefaßt machen. In Zentrumskreisen wird aber damit vergeblich auf Erfolg spekuliert; denn die Zentrumswähler sind politisch zu gut geschult, als daß sie solche Verlegenheitsmandver des Blockes, die dazu noch auf Haß und Unwahrhaftigkeit aufgebaut sind, nicht sofort durchschauten. Mit dieser„erlösenden Parole“ ist es also wieder einmal nichts. Deutsches Die erlösende Parole gefunden? ch Die Reichssinanzreform galt dem Block seit seinem Bestehen als ein arger Stein des Anstoßes. Man ist bisher, wie die Katze um den heißen Brei, um ihn herumgegangen und hat seine Bearbeitung bis auf den Herbst verschoben. Diese Arbeit ist eben eine sehr schwierige und in Blockkreisen scheint man gerade nicht allzu vertrauensvoll auf den Herbst zu blicken. Daß den Blockleuten aber immerhin das Blamable der Vertagung der Reichsfinanzresorm durch ihre eigene Mehrheit zum Bewußtsein gekommen ist, dafür bürgen die krampshasten Bemühungen, den zweisellos nicht gerade erhebenden Eindruck, den diese Dokumentierung der Schwäche nach außen hin macht, zu verwischen und die Verdächtigungen des Zentrums, die man jetzt Tag für Tag in der Blockpresse findet. Den Vogel schießen die„Berliner Pol. Nachr..“ ab mit einem Artikel über„Zentrum und die Reichsfinanzreform“, in dem sie endlich die Parole gesunden zu haben glauben, den Block aus allen Nöten zu erlösen,— das alte, längst bekannte Mittel: Verdächtigt das Zentrum! In der skrupellosesten Weise, ohne auch nur den Schimmer eines Beweises zu erbringen, wird da die„jetzige Finanznot des Reiches als die Erbschaft aus der Zentrumswirtschaft in den Reichsfinanzen" bezeichnet. Die Korrespondenz, die, wie die„Voss. Zig.“(Nr. 217 vom 9. Mai) nicht unrichtig bemerkt,„häufig Odem und Geist aus den Reichsämtern beziehl“, deren Darstellungen also gewissermaßen als Regierungshilfe für die Blockleute und ihre Presse aufzufassen sind, behauptet nicht nur, das„charakieristische Merkmal dieser Zentrumswirtschaft sei die starke Steigerung der deren Deckung sich auch solgenden boshasten Unsi „Dabei beschränkte man sich nicht entfernt auf die Bewilligung der von der Regierung vorgeschlagenen Mehrausgaben, man drängte vielmehr darnber hmaus in zablreichen Fällen auf sehr belangreiche Ausgabevermehrungen, teils um die kirchlichen, vom Zeutrum verfolgten Ziele zu fördern, teils, und zwar vor allem, um die politische Machtstellung der Partei selbst zu befestigen und zu erweitern. Hierin ist eine der Hauptquellen des starken Anschwellens aler Ausgabetats zu ertennen.“. Ziume der zwesten, meozungen Klut der Ebarite An einer anderen Stelle wird der Finanzpolitit untergebracht. Ein Vorzimmer, weches den Zugang zu des Zentrums die Absicht unterschoben, das Reich diesem Zimmer bildet, ist Tag und Nacht von einem was des Kaisers ist“, und wenn es danach das Zusammengeben mit den Polen ablebnte, weil diese nicht dem Kaiser geben, was des Kaisers ist. Verwischt es aber selbst die Scheidung zwischen deutschen und volnischen Katholiken, so wird diese Grenze in wenigen Versammlung des der Zentrumspartei. * Gladbach, 11. Mai. Zedren verschwunden in, aber nicht zu Hunsten der Im großen,Saale des Cosinos Janz, Sehsgag Leutschen, sondern zu wunnen der Polen, die mit dem mittag eine Versammlung des Kreiswahlkomitges Bande der polnischen Sprache lostheig prischzingn den der Zentrumspartei statt, welche aus sämtlichen gröbten Teil der Venter,mnächst zederzeiz Gozt gegeben, meinden des Wahlktreises Gladbach sehr gut beDas Zentrum hat zunachre jevergen woll gegeven, zucht was Gottes ist und dem Kaiser, was des Kaisers Der Vorstzende des Kreiswahlkomites, Herr Rechtsist und wird auch in Zukunst so handeln. Der gawalt#. Boß, begrüßte die Versammlung mit Zwiewpalt zwischen dentschen, und polnischen Katho= herzlichen Worten und gab seiner Freude Ausdruck, liken, soweit er überhaupt besteht, ist gerade von der., daß die Mitglieder des Kreiswahlkomitees so überaus Alldeutschen, deren Leiborgan die„Verliner Neuest. zahlreich hier erschienen seien. Er betrachte das als Nachr.“ sind, großgezogen und genährt worden. Um einen Beweis, daß die Wahlbewegung sich recht lebihn zu verliefen und um die deutschen Katholilken in haft, gestalten werde. Nach einigen geschäftlichen Oberschlesien dem Zentrum zu entfremden, winken Mitteilungen leilte er mit, daß der Vorstand der 9ch sett wie der die e den Hezischen Kachgisten Zenirunspartei des Wahltrife, Gladdocheinstunig der obigen Ausfährzugen den deutschen Katzoiten vorschlage, die bisherigen, uubgeordgeten, Perren auch seosit wieder die„Neuest. Mochr, u,gashgiseg Zenirumspartei des Wohltrise, Gladdacheinstumig der obigen Ausfährzugen, den deutschen Katzotiten norschlage, die bisherigen, uabgeordneten, perren wie folgt mit dem Zaunpsatzt: 100 Prosessor Dr. Hitze in Mänster und Steuerinspeltor nicht zu Bieser Erlenntas auschwiugen, so wögen Mies in.Gladbach, Piederun, als. ##### Berlin, 11. Mai. Bundesrat und Finanzreform. Der Bundesrat dürste in diesem Jahre früher zusammentreten, als es sonst regelmäßig der Fall war. Es soll, nach der„Deutschen Tageszg.“ beabsichtigt sein, dem Reichstage im Herbst bei seinem Zusammentritt, wenn es irgend möglich ist sowobl die Gesetzentwürfe über diFinanzreform als werde der Bundesrat seine Lrbeuten jedenfalls schon im Feinde in gen preußischen Lanotgo bineinzuwähten. bach auch im Reichstage vertrete, habe er sich an September aufnehmen müssen. Ueber den Stand der] Dieses Mandver ist denn doch zu durchsichtig, als den Vorsitzenden des Provinzialausschusses der wenigstens die einzelnen deutschen Katboliken in Ober= der Zentrumspartei für die bevorstehende Landtagsschlesien, die erkannt haben, daß die letzten Ziele der wahl aufzustellen.(Allseitiger Beisall.) perbst bei seinem Zusammentritt, wenn Polen mit einer guten, greußischen und gut=deutschen Der Vorsitzende führte weiter aus, daß bekanntlich VV. JOWDog:, Vv“„Peiepesunggze, iper die! Gestunung unvereinbar ung, 1c, w= Hanz zuter Poxznz, die Doppelmandate möglichst vermieden werden sollen. auch über die Neuregetung der Reichs parole zu solgeg,„die ibnen zumnzet, Hano in Hand mit!“)e Do, Projessgr 89igz, den Wahlkreis Gladvorzulegen.„Damit das gescheben könne, den Feinden des Vaterlandes zu summen, ja sogar solche Da Herr######## Dr. Hitze ven Wahlkreis Gladalöhe Mlatigen zesenstade dan uichauls, goshen. d Liche de. Bosdesriokol auf die Bestimmungen des neuen Reichsvereinsgesetzes schwimmen. Daher diese Fuchspredigt! einen Beschluß gesaßt, in dem es deist:„Wir müssen Der Duellzwang in Deutschland. den Frauen zu erkennen geben, daß wir Jungliverale Der Duellzwang in „ zseich Für auf ihre Betatigung in unseren Organtsgtzonen, großen* Ein Rechtsanwalt der Provinz Rheinhessen, der er Ausgaben, ohne oaß zugleich fur Wert legen. Zur Erreichung dieses Zweckes fordern wir früher zwei katholischen Studentenverbindungen ane gesorgt wurde“, sondern sie leistet unsere Vereine auf, am 15. Btat i, gngzrheffen Fos gehört hatte(der„Mönania“ in Gießen und der zenden boshasten Unsinn:...f 81, gerungen bezüglich der Frauen, Stellung zu nebnen und„Palatia“ in Würzburg), meldete sich jängst zur Anberungegn beiglich der Frauen, Sielug., ecbver. z. 1.—.1,.lerriher, was Achhagst Br. 5n. den§ 3 der Vereinssatzungen dabin abzuändern, daß in nahme als Reserveossizier. Was geschah: Das in Zukunst auch Frauen als ordentliche Mitglieder ausge Frage kommende Bezirkskommando sorderte die Einnommen werden können.“ Dazu bemerkt die bündlerische sendung der Statuten beider genannten Studenten„Deutsche Tageszig.“ doshaft:„Das ist verständiger Beschluß der„Jungen“! von erproven st einmal ein recht kendung der Statuten beider genannten Und wir wünschen verbindungen und gab nach Prüsung derselben dem gendes Schreiben erhalten: „In den maßgebenden Kreisen der Fraktion besteht die Auffassung, daß es dringend wünschenswert ist, daß Prof. Dr. Hitze nicht nur im Reichstage, sondern auch im Landtage bleibt. Wenn Herr Prof. Dr. Hitze auch nicht im Plenum redet, so entwickelt er doch in den Kommissionen und innerhalb der Fraktion eine höchst bedeutsame Tätigkeit. So ist z. B. augenblicklich seine Mitwirkung in der Vereinsgesetzkommission von größtem Werte. Für die Entscheidung der Fraktionsvorstände fällt die Meinung dieses langjährigen, überaus erdaß zch an duen nicht, das Göinesche= Aior: Rlechtsanwalte den Bescheid, daß er nicht Zum Ve. fahrenen Parlamentariers, der wie kaum ein ervraben uöge:„Die Ungelahrient vonsenteuch zu schuben. serveofizier ernannt werden könne. Die Angelegen= Anderer für die Frakion und mit der Frakion lebt, — Stey 9n(harst,e g1s, Untersuchungegelangener heit wird im hessischen Landtag zur Sprache gebracht zedegmal sehr in's Gewicht. Seine Autorität ist es in der Berliner Charite. Fürst Eutenburg in meinem Pi#sare in veiniegen Landlag zur Sprache se“.„gozmat sehr in's Gewicht. Seine Autorität ist es Zimmar der zweiten meoiziuischen Klinit der(Pharite werden. in arster Linie die eine Gleichmäßigkeit der Sozialan eigenen Einnahmen so knapp als möglich zu halten und lieber den Bundesstaaten die Deckung eines chronischen Reichsdefizits auszuerlegen, als das Reich mit ausreichenden Mitteln zur Deckung seines Ausgabebedarfs auszustallen. Nachdem dann noch mit dem ganzen Unverstand und dem vollen Haß gegen das Zentrum, aus denen heraus die ganze Leistung geboren ist, die Bestimmung des Flottengesetzes, wonach die Heranziehung einer Besteuerung des Verbrauchs der großen Massen zur Deckung der Mehrausgaben für die Flotte ausgedes Generals Baden=Powel Kriminalbeamten besetzt, der mit der Bewachung des Fürsten beauftragt in. Eine Bewachung dieser Art in sonst bei Untersuchungsgefangenen der Cbartte nicht üblich: in der Regel beschraukt man lich daraut,.4.:.u Losannenen enakischem Gresf. di. die Krankenwärter darauf aufmerksam zu machen, daß hat nun auch in der besonnenen englischen Presse die sie emen Gesangenen vor sich haben, der in seiner Be= schärsste Zurückweisung erfahren. Da die Ausführwegungsfreibent beschräutt ist. Freien Zutrut zum Fürsten ungen der englischen Blätter zugleich auch nähere hat nur seine Gemahlin; jeder andere Besuch bedarf der besonderen Erlaubnis des Untersuchungsrichters; außerdem ist noch die besondere Vorsichtsmaßregel getroffen, daß jeder Besuch von dem wachbabenden Krimmnalbeamten in ein besonderes Verzeichnis genau eingetragen werden muß. Gegen den Beschluß des Gerichts, welcher die Haftentlassung des Fürsten gegen eine Kaution von MWirt 24h=hnt gf non der Verteidigung des d 6 eingelegt. Erfolg dürfte die Beschwerde kaum haben. Die Verbandlung gegen den Fürsten wird voraussichtlich "* schlossen ist, sowie die lex Trimborn herabgewürdigt 500000 Marr auteont, in von der Verkeidigung worden ist, schließt das Machwerk: Fürsten bei dem Kammergericht Beschwer „Im Zusammenbange damit wurde, wenn sich schließlich eine Einnahmevermehrung nicht mehr umeß niemals unter Heranzieo ten Einnahmequellen der Verbi ganze Arbeit gemacht, es wurde vielmehr immer nur für einen Teil des Bedarss Deckung in Aussicht genommen und bei der Suche nach neuen Deckungsmitteln so dilettantenhaft verfahren, daß auch nicht entfernt einmal der erstrebte Ertrag erreicht wurde. Wenn jetzt daher im Reiche eine starke Vermehrung der Ausgaben unabweislich ist, so fällt dies in erster Linie dem Schuldkonto des Zentrums zur Last. Es unterliegt aber auch keinem Zweisel, daß dessen Dep osse dierung aus der Stellung der regierenden Partei die unerläßliche Eegeigr erinae un Grm 108 Ze Voraussetzung für die Gesundung der Reichsfinanzen tennung den Kronenorden I. Klasse und wünsche Jonen bildet.“ zugleich glückliche Reise zu Ihrer Fabrt nach SüowestUff! Die Bahn des Blockes ist frei; jetzt kann afrita.“ Der Staatssetretär, der, wie schon gemeldet, heit leisten! Dan Berliner Pol. Nachr=morgen die Reise über Lonoon nach Sudwestafrita er bessere Arben leisten: Den„Gerimer Pol. Nachl, antintt, hat sich am Samstag vom Reichstanzler und von gebührt das„Verdienst", das bisherige Hindernis den Beamten des Reichskolonialamts verabschiedet. Die Angaben über einige besonders hetzerisch gehaltene Sätze aus der Ansprache des Generals enthalten, so glauben wir, unseren Lesern diese nicht vorenthalten zu sollen. Nach dem Londoner„Star“ hat sich Herr Baden=Powel u. a. zu folgenden Behauptungen verstiegen: „Deutschland, wenn es England ins Herz stechen könnte, daß damit das britische Reich wie ein Kartensichtlich haus zusammenfallen würde, wird nicht zögern, es zu ziehung der noch weitaus nicht vor dem Spätberbst stattfinden können, da die tun“, und„die Deutschen werden dann alle Engländer, geben ließ, nzemats unter Verandlegung, per negh wenluu, schwierigen Nachsorschungen und die Vernehmungen der odne Rücksicht auf Alter und Geschlecht, einfach zunict erschöpsten Eynabmequelen der Verbrauchssteuern, Zeugen sehr viel Zei in Ansoruch nebnen werden. sammenschiepen. gemacht es wurde veimehr iumee vu: 9 Aus Anlaß der Aunahme der koionialen Eisen=! Das genannte Londoner Blatt liest dem General bahnvorlage im Reichstag ist dem Staatssekretär in folgender Weise den Text:„Gewöhnlich stammen Dernburg folgendes Telegramm des Kaisers aus die friegerischen Brandreden in zwilisierten Ländern Lonaueschingen ztgggguggen:„Dizt besonderer Genug=].: Zehnstuhl=Kriegern“, da wirkliche Krieger inung bade ich die Meidung von der burch den Reichs= nur von„Lehnstuhl=Kriegern“, da wirkliche Krieg. tag erfolgten Annahnie der Eisenbahnvorlage, die dem die Schrecken des Krieges zu gut kennen, um ihn Ausschlusse unserer Kolomen in Afrita dienen soll, er=leichtsinnig an die Wand zu malen. Es ist höchst balten. Mit meiner besten Gratulation zu diesem veroienten bedauerlich, daß General Baden=Powel, der Pulver erfolge verteibe ich Ihnen als Zeichen meiner Linen— besonders bei Maseking— gerochen hat, sich blödsinniger Weise über Deutschland geäußert hat. Seine Aeußerungen sind gerade so gewissenlos und ikandalös, wie der Ruf„Feuer“ in einem überfüllten Theater. Daß die Anklagen gegen Deutschland auf der Reichsfinanzreform entdect zu haben! Wir Leuung des Amts übernimmt Miunterialdirettor Conze Unwahrheit, beruhen, ist noch nicht das Schlimmste, der Reichstmanzreserm enidect zu haben! v. bi5 zur Rückebr Des beutlaubten Untersaatssetreiärs die größte Gefahr ist darin zu suchen, daß powels wiaten gerteden, datz uns lange nicht se leichtseriz= pon Lin degu t st. Der Ausentbalt des Staatseklelats Neußerungen in Deutschland Verdruß und seindliche Verdächtigungen zu Gesicht gekommen sind, wie sie in London dient lediglich zur privaten Information über Gefühle hervorrusen mußten, die in Wirklichkeit gar sich in der Leistung der„Berliner Pol. Nachr.; dar= einige das sudwestatrikanische Schutzgeviet berührende# bieten. Wer derartige Behauptungen aufstellt, wie Fragen. dies in dem erwähnten Artikel geschieht, der hat!(2) Deu künftigen Landtag zunächst die Pflicht des Beweises. Die„Berliner werden gleich in seiner ersten Tagung eine Reihe Pol. Nachr.; glauben sich aber dieser Pflicht über= wichtiger Gesetzentwürfe beschästigen. An erster hoben durch die„Erinnerung an die Tatsache, daß Stelle dürste die Neuordnung der Besoldungsvervon 1895 bis jetzt die Ausgaben des Reiches von hältnisse der Beamten, Lehrer und Geist= rund 1367 auf 2750 Millionen Mark gestiegen sind, slichen stehen. Ferner werden zur Vorlage gesich also mehr als verdoppelt haben“. Diese langen der Entwurf eines Wassergesetzes, der Steigerung der Ausgaben dem Zentrum in die die Einführung von Wasserbüchern nach Art der Schuhe zu schieben, ist ein so unsinniges Unterfangen, Grundbücher enthält, ein neues Fischereigesetz,1 W Sofi daß man wirklich ob des Geisteszustandes der Leute das wichtige Abänderungen des geltenden Gesetzes des frühern Ministers und Führers der Stambulowisten besorgt sein darf, die sich dazn hergeben. von 1887 bringt, ein Parzellierungsgesetz für’osen Genadiew kam es in Barna zu einem ZuZunächst befinden sich doch unter den„Ausgaben und Westpreußen und ein Regulierungsgesetz für die sammenstoße zwischen Stambulowisten und einer von 1895 bis jetzt“ auch die nicht geringen, die auf der Ostmark benachbarten Provinzen, serner ein von Sozialisten angesührten Volksmenge. Genadiew das Konlo des Blockes zu setzen sind. Dann aber Entwurf zur Regelung des Schleppmonopols wurde verletzt. Zur Wiederherstellung der Ruhe ist es doch jedem Ansänger in der Politik klar, woher auf den westlichen Wasserstraßen und schließlich ein mußte Militär einschreiten. disse Steigerung der Ausgaben rührt. Im Herbst Gesetzentwurf zur Einführung obligatorischer Forl= Die Wirren an der ase 1898 ist als die Aufgabe des Deutschen Reiches die sbildungsschulen in allen Städten mit mehr „Weltpolitik“ proklamiert worden, und das Zentrum als 10,000 Einwohnern, sowie das Wohnungswie seine Presse hat immer wieder darauf hingewiesen, gesetz in wesentlich abgeänderler Form. welche Wirkung eine Weltpolitik und die damit verbundeve Kolonialwirtschaft auf die Finanzen des dertschev Reiches haher.(F= has un suaren versucht nicht existieren. General Baden=Powel täte besser, sich um seine Privatsachen zu kümmern und seine Nase nicht in Dinge zu stecken, die ihn nichts angehen, d. h. internationale Fragen„Erwachsenen“ zu überlassen.“ Auch andere englische Blätter verurteilen die Handlung des Generals Bader=Powel auf das Entschiedenste. Od's heisen wird? Wir glauben's nicht. Die Kämpfe auf dem Balkan. W Sofia, 10. Mai. Bei einer Agitationsreise Heuischen Reiches haben. Es hal zu sparen versucht, ve as ur giag, üder sedur dicer Grsche 101 damit gelohnt worden, Presse dann die afghanischen Greuze. W London, 10. Mai. Dem Reuterschen Bureau wird aus Simla von maßgebender Stelle gemeldet, der Emir von Afghanistan habe auf Vorstellungen Eine alldeutsch=hakatistische Fuchspredigt. der indischen Regierung bezüglich des Anteils afgham Zentrum glauben die„Berliner Neuest= nischer Untertanen an den Grenzausständen geder„antinationalen Veradezu tächerlich und jeder Unterlage entbehrend der Polenparlei in Oberschlesien und erklären dann: schreiten der Grenze zu hindern. Der englische in der Anwurf, das Zentrum habe„auf belangreiche„Noch könnte das Zeutrum, dem heute eine große General Wilcocks hat Besehl erhalten, sosort mit Mehrausgaben gedrängt“, um u. a. kirchliche Ziele Schar dentschgchzeuggn onzgthezf zie# eschlgschag stz zwei Brigaden gegen die Mohmands vorzugehen, auch nur einen Glalsposten nennen wo.s Zen, den Voleun voriedimen, werni es nach den Brundsape! V3t usprochen hobzen. aach für Fonen Einssposten kennen, wo bas Zeu= handelte:„Gebet Gott, was Gottes. und dem Kaiser, von entoevigen haven. in erfter Einie, die eine Gleichmäßigreit der Sozialpolitik in Land= und Reichstag garantiert.— Ueber den Rahmen der Sozialpolitik hinaus gibt es auch im Landtage schwerwiegende Fragen, bei deren Behandlung der gute Rat Hitzes nur ungern entbehrt werden würde. Unter diesen Umständen kann ich nur dringend bitten, dahin zu wirken, daß Dr. Hitze in seinem Doppelmandat erhalten bleibt. Damit tun Sie der Partei einen sehr wichtigen Dienst." Aus der Versammlung heraus wurde nun der Antrag gestellt, die Wiederausstellung der beiden Kandidaten durch Zuruf vorzunehmen. Dieser Antrag fand allseitige Zustimmung, worauf der Vorsitzende die Herren Professor Dr. Hitze in Münster und Steuerinspektor Mies in M. Gladbach als Kandidaten der Zentrumspartei des Wahlkreises Gladbach proklamierte. Als kurz nachher die beiden Abgeordneten in den Saal eintraten, hieß Herr Rechtsanwalt Boß sie herzlich willkommen und dankte ihnen, daß sie den Wahlkreis in so würdiger und ruhmvoller Weise bisher vertreten hätten. Er sei überzeugt, daß die beiden Herren auch in Zukunft nicht nur die Interessen des gesamten Vaterlandes, sondern auch die besonderen Interessen des Wahlkreises Gladbach und seiner Angehörigen in bester Weise vertreten würden.(Lebh. Beifall.) Das Vertrauen, welches wir bisher den beiden Herren entgegengebracht haben, wollen wir ihnen auch in Zukunst bewahren. Die Versammlung habe sie daher so eben als Kandidaten wiederum aufgestellt.(Beifall.) Herr Reichstagsabgeordneter Professor Dr. dankle dem Kreiswahlkomitee mit herzlichen Worten dafür, daß es den beiden bisherigen Abgeordueten das Mandat wieder anvertrauen und für die Wiederwahl tätig sein wolle. Er wisse, daß diese Parole, wenn sie einmal von dem dazu berusenen Komitee ausgegeben ist, von den Zentrumswählern des Wahlkreises auch mit voller Einmütigkeit besolgt werde. Er freue sich, daß es ihm vergönnt sein solle, weitere fünf Jahre für die Interessen und das Wohl des Wahlkreises wirken zu können. Im Jahre 1880 sei er nach M. Gladbach gekommen und habe hier die schönsten Jahre seines Lebens verbracht, Jahre der anregendsten, fruchtbarsten Arbeit, besonders in sozialer Beziehung. Auch er selbst habe sich die Frage vorgelegt, ob er ein Doppelmandat behalten dürse; er gehöre zu den Anhängern derjenigen Richtung, welche die Doppelmandate möglichst beseitigen wolle; aber er sei von seinen parlamentarischen Freunden bestimmt worden, auch als Abgeordneter im Landtage auszuharren, sosern die Wähler damit einverstanden seien. Objektiv betrachtet sei es notwendig, daß zwischen den Zentrumssraktionen im Reichs= und Landtage eine innige Fühlung vorhanden ist, damit beide Fraktionen einheitlich operieren in allen ihren politischen Entscheidungen. Nun sei er ja schon ein älierer Abgeordneter geworden, seit 1882 gehöre er dem Landtage an und seine Parteifreunde wünschten, daß er beide Mandate behalte. Diesem Wunsche und dem Willen der Wähler wolle er sich denn sügen.(Lebh. Beifall.) Redner wandte sich nunmehr zur Besprechung der gegenwärtigen innerpolitischen Lage, zu den Parteikonstellationen, der Blockpolitik 2c. und schloß seine interessanten Darlegungen, die wir noch ausführlich wiedergeben werden, mit dem Versprechen, seine ganze Kraft einsetzen zu wollen in der Ausübung des ihm übertragenen Mandates. Für die hehre Sache des Zentrums, für seine Prinzipien und Ziele wolle er weiter arbeiten nach Kräften und er hoffe, dadurch das Vertrauen der Wähler am besten zu rechtfertigen. (Scmischer Beisal.)., gan ung. K. 4 Herr Steuerinspektor Des suhm aus: Nach den vortrefflichen Ausführungen des Herrn Professor Dr. Hitze bleibe ihm nur wenig zu sagen übrig. Er trete seinem Vorredner in allen Punkten bei. Derselbe habe gesagt, daß er sich durch seine Freunde habe bestimmen lassen, Doppelmandats=Inhaber zu bleiben. Er(Redner) könne hinzufügen, daß die gesamte Zentrumsfraktion einig sei in dem Wunsche, daß Herr Prosessor Dr. Hitze auch in den Landtag wieder einziehe. Herr Hitze sei die Seele der großen, in der Welt einzig dastehenden deutschen Sozialresorm. Diese Sozialreform biete aber nicht allein dem sondern auch dem Landtage ein reiches Arbeitsgebiet und so sei es notwendig, daß Herr Hitze auch im Landtage zu wirken imstande sei. Er(Redner) vertrete nunmehr seit 20 Jahren neben Herrn Professor Dr. Hitze den Wahlkeis Gladbach im Abgeordnetenhause. Wenn Sie, m. H. mir nun weiter Ihr Vertrauen schenken wollen, so nehme ich die Wiederwahl mit Dank an.(Bravorufe.) Wenn Sie mich fragen, wie ich während dieser langen Zeit mein Mandat verwaltet habe, so kann ich Ihnen darauf antworten: ich bin nach Kräften bemüht gewesen, die Interessen des Wahlkreises zu vertreten und zu fördern, soweit dieselben an mich herangetreten sind: im übrigen habe ich als einfacher Soldat im Sinne des Zentrums und in den Reihen der Fraktion mitgearbeitet und mitgekämpft, teilgenommen an den Erfolgen, wie an den Freuden und Leiden der Zentrumspartei. So wie bisher, werde ich es auch in Zukunft halten, ich werde mit dem Zentrum arbeiten und ich hoffe und wünsche, daß Gott unsere Arbeit segnen möge.(Lebhafter B8564) um M. H. Gestatten Sie mir nun noch ein kurzes Wort zur heutigen Lage. Als ich vor 20 Jahren in die Zentrumsfraktion eintrat, stand an der Spitze der Regierung noch der allgewaltige Reichskanzler Fürst Bismarck, an der Spitze der Zentrumssraktion unser genialer Führer Windthorst. Im Kulturkampse waren die Waffen auf dem Fechtboden niedergelegt, aber die Wunden, die der Kulturkampf uns geschlagen, waren noch nicht vernarbt, in den Herzen des katholischen Volkes glühte sort die helle Begeisterung für das Zentrum.. 4. Jder E: Seitdem ist manches anders geworven, aver das Eine bleibt nach wie vor bestehen: die Notwendigkeit der Existenz des Zentrums. Ja, wenn jemals, dann ist heute der Fortbestand des Zentrums eine unbedingte Notwendigkeit. Der Kulturkampf der 70er Jahre wurde nicht beendigt aus Liebe und Neigung zu uns, sondern weil man einsah, daß mit Mitteln der Gewalt der Kirche nicht beizukommen war. Man suchte daher eine andere Methode, man wählte den Weg des„stillen Kulturkampses.“ Auf diese Weise sucht man die Macht zu brechen, welche die Kirche ausübt auf die Herzen der Menschen. Diese Macht und Soziales. I Gladbach, 11. Mai. Ein Streik bei der Firma Moritz Steinberg ist dadurch vermieden worden, daß durch die Vertreter der Arbeiterorganisationen am Samstag in letzter Stunde eine Verständigung mit der Firma erzielt wurde. zu brechen, ist das letzte Ziel des Liberalismus. Die erste Etappe zu diesem Ziele ist die Entchristlichung der Schule. Man sucht den Einfluß der Geistlichkeit auf die Schule zu verdrängen, die geistliche Schulaussicht ist auf den Aussterbe=Etat gesetzt, und wenn das so weiter geht, wird die Verweltlichung der Schule sertig sein. Die konsessionelle Schule ist durch das neue Volksschulgesetz noch gesichert, allein, m.., der Prozeß der Verweltlichung der Schule wird sich weiter entwickeln bis zur vollen Entchristlichung der Schule, wenn nicht Alle, die auf dem Boden der christlichen Weltanschauung stehen, eine seste Kontrolle üben über die Gestaltung der Dinge auf dem Schulgebiete,(Beifall.) M. H. Die Zentrumsfraktion wird nach dieser Richtung wachsum sein. Sie ist die einzige Partei im Landtage, welche als echte und rechte Volkspartei neben der Vertretung der materiellen Interessen die Wahrung der idealen Güter unseres Volkes an erster Stelle sich zur Aufgabe gesetzt hat. Der Fortbestand der Zentrumspartei ist daher eine dringende Notwendigkeit. Glaube, Religion, Eigentum und Freiheit sind in Frage gestellt, wenn der Einfluß und der Schutz des Zentrums nicht mehr gelten. Die Tatsachen der jüngsten Vergangenheit rechtsertigen dieses Wort. Wie ist in letzter Zeit vom„Block" mit den Rechten des Volkes umgesprungen worden! Ich weise hin auf das Reichs=Vereinsgesetz und auf das Enteignungsgesetz gegen die Polen. Gegen die Parteien, welche für gewisse Bestimmungen des Vereinsgesetzes und für das Enteignungsgesetz gestimmt haben, das sind die sämtlichen Blockparteien und außerdem gegen den Bund der Landwirte, sowie gegen die„Deutsche Vereinigung“ müssen wir auf der Wacht stehen. Darum halten wir treu und fest zum Zentrum. Unter der Fahne des Zentrums wollen wir am 3. Juni uns Volk sammeln und Gott wird mit uns sein!(Stürmischer Beisall.) Herr Rechtsanwalt Boß dankte den beiden Herren Rednern und motivierte auf dieselben ein Hoch. Wir geloben damit, ernst und eifrig zu arbeiten im Interesse eines glänzenden Wahlsieges. Die Versammlung stimmte begeistert in die Hocheufe ein. Vorsitzender teilte noch mit, daß der hiesige Windthorstbund 12 seiner Mitglieder für die Wahlagitation zur Verfügung stelle; ebenso rührig sei der Windthorstbund in Viersen. Er bitte, auch in Rheydt, Odenkirchen und Rheindahlen die Gründung von Windthorstbunden ins Auge zu fassen, um die jungen Leute für die Sache des Zentrums heranzuziehen und sie politisch zu schulen. Nach Feststellung des Wahlaufrufs und der Lokales. Giadbach, 11. Mai. * Ein lebhafter Straßenbahnverkehr berschte nachmittag auf der Strecke nach Rbevdt, anläßlich der dort stattfindenden Frühkirmes. Der Andrang konnte zeitweise nur durch Zweiminntenbetrieb bewältigt W8d8. * Milchhandel an Sonn= und Festagen. Mit Bezug auf die Notiz in der Freitagsnummer bemerken wir, daß für die Stadt M. Gladbach bereits unterm 7. Jannar d. J. bekannt gemacht worden ist, daß außer der Zeit von 5 Uhr morgens bis nachmittags 2 Uhr an Sonnund Festtagen auch nachmittags von 5 bis 7 Uhr das Feilbieten von Milch gestattet ist. Ausgenommen sind der erste Weibnachts=, Oster= und Pfingsttag. * Im Volksgarten fand gestern nachmittag das erste Volkskonzert des städtischen Orchesters statt, welches sich eines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. * Geburten und Sterbefälle vom 3. Mai bis 9. Mai. Angemeldet wurden als lebendgeboren: 26 männlich, 20 weiblich, zusammen 46: gestorben: 15 männlich, 8 weiblich zusammen 23. Es starben an Diobtberitis 1. Keuchhusten 1, Schwindsucht 6, Lungen= und Luftröhren Entzündung 3, an sonstigen Krankheiten 12. Es erkrankten an Divbtberitis 1. Brand. Gestern abend 10½ Uhr wurde die Feuerwehr durch Feuermelder 26 alarmiert. In dem Hutgeschäfte von Hahnen, Waldbausenerstraße 76, brannten in einem Zimmer des Erdgeschosses Packmaterialien, Pappkisten und Hüte. Auch war das angrenzende Ladenund Wohnzimmer teilweise von Feuer ergriffen. Die 'rsache war nicht zu ermitteln. Die Wehr konnte nach einstündiger Tätigkeit abrücken. Der durch Versicherung gedeckte Schaden wird auf 1000 Mk. geschätzt. * Festgenommen wurden gestern vier Personen wegen Verübung groben Unfugs. Die Schnellzüge 39 und 40 der Strecke AachenM. Gladbach=Dufseldorf=Schwerte waren zur Einrichtung als=Züge vom 1. Mai d. J. ab vorgesehen, jedoch mußte in den letzten Tagen des April die Verwandlung in=Züge aufgeschoben werden, weil die Wagenbauanstalten die für das Jahr 1907 zu liefernden =Zug=Wagen nicht fertigstellen konnte. Zur notwendigen Entlastung dieser Züge mußte der Speisewagen vom 1. Mai ab wegfallen. Vom 15. Mai ab ist aber ein neuer Speisewagen in den Zügen 66 und 67 Ant werven=.Gladbach, 39 und 40.GladbachSchwerte vorgeseben. Uebrigens war der Speisewagen in den Zügen 39 und 40 so wenig benutzt, daß er nach Mitteilung der Deutschen Eisenbahn=Speisewagen= Gesellschaft die Unterhaltungskosten nicht aufbrachte. Was die Ausstattung der Züge mit=Wagen angeht, so ist eine bestimmte Reibenfolge— je nach der Wichtigkeit der durchgehenden Verbindungen— festgesetzt. in der die sämtlichen zuschlagpflichtigen Züge in=Züge umgewandelt werden. Es ist beabsichtigt, im Laufe dieses, spätestens im Anfange des nächsten Jahres all zuschlagflichtigen Züge in=Züge umzuwandeln, vorausgesetzt, daß die deutschen Wagenbauanstalten rechtzeitig anliefern. * Doppeljubiläum. Im Kotben'schen Saale waren am Samstag abend die zahlreichen Beamten der Gladbacher Feuerversicherungs= und der Gladbacher Rückversicherungs=Gesellschaft zur Feier des silbernen Dienstiubiläums der Herren R. Niedner und Otto Reißig festlich versammelt. Nach einem gemeinschaftlichen Essen begann das Festbankett, welches einen frohen Verlauf nahm. Herr Genealdirektor Haus hielt eine Glückwunschansprache auf die beiden Jubilare. Am 1. Oktober d. J. werden die Herren Hügemeyer, Köpp, Schunk und Westermann ihr 25jäbriges Jubiläum als Beamte der beiden Gesellschaften seiern. * Giadbach=Venn, 1I. Mai. Gestern nachmittag fand hierselbst die feierliche Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau der biesigen Pfarrkirche durch den Herrn Dechanten des Dekanates Viersen Mousignore Stroux statt. Die Feier nahm unter zablreicher Beteiligung der Pfarrgenossen und vieler Auswärtigen einen erbebenden Verlauf. Wir kommen auf dieselbe noch zurück. X Rheydt, 11. Mai. Die Frübkirmes hat gestern bei ziemlich günstigem Wetter ihren Anfang genommen und berrschte infolge dessen den ganzen Tag über reges Leben und Treiben in der Stadt. Der Markt ist mit Buden und Karussels so reich bestellt wie noch nie zuvor. Trotz des großen Menschenandranges wurde von Geschäftsleuten und Budenbesitzern vielfach über schwachen Besuch geklagt und scheinen die ungünstigen Zeitverbältnisse bereits ihre Wirkung zu äußern.#### auf der Straßenbahn war die feierlichen Exequien begannen, wädrend deren der Herr Dechant des Dekanates Grevenbroich in zu Herzen gebenden Worten auf das Leben und Wirken des lieben unvergeßlichen Verstorbenen hinwies. Nach der nirchenfeier wurde der Sarg in den bereitstebenden, Leichene wagen getragen, worauf sich der Trauerzug#ocmierte. Vorauf die Schulkinder mit den Lebrern, dann der Kriegerverein, der Gesangverein Concordia, der Gesangverein Liederkranz Gesangverein Eintracht aus Klinkum mit prachtvollen Kränzen und umflorten Fahnen, dann die übrigen Vereine mit schönen Kränzen. Den Sara begleiteten zirka 30 Priester aus dem Dekanate und den Nachbargemeinden. Vor dem Leichenwagen gingen etwa *5 weiß und schwarz gekleidete Kinder, binter dem Wagen die übrigen Leidtragenden. Die Einsegnung auf dem Kirchhofe geschab durch den Dechanten, worauf der Kirchenchor das Lied Salvator mundi vortrug. Sodann wurde noch durch den Gesangverein Concordia das Lied Staub vom Staube“ gesungen. In den Herzen der Pfarreingesessenen wird das liebevolle Andenken an den teueren Verstorbenen nicht erlöschen. Grevenbroich, 9. Mai. Nachdem die Stadt Rbeydt von der Kontinentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmen das Elektrizitäts= und Wasserwerk in Grevenbroich übernommen hat, beschlossen Stadtverordneten von Grevenbroich gestern, das Wasserwerk von der Stadt Rbeydt zurückzukaufen, falls eine durch Sachverständige vorzunehmende Prüfung eine genücende Rentabilität ergibt. Benrath b. Düsseldorf, 9. Mai. Im benachbarten Urdenbach wurde die Leiche eines etwa 60jährigen Mannes aus dem Rheine gelandet, der sich durch einen Schuß in die Schläfe entleibt hatte. Um wen es sich handelt, konnte noch nicht festgestellt werden. In einem bei dem Manne vorgefundenen Briefe hieß es, daß ihn Familienverbältnisse in den Tod getrieben hätten. Essen, 10. Mai. Die Diakonissin Else Müller, die am Freitag einen Spaziergang in den Stadtwald machte, ist nicht mehr zurückgekehrt. Alle polizeilichen Nachforschungen waren bisher vergeblich. Essen, 9. Mai. In der vergangenen Nacht ist in das Postamt 3 eingebrochen worden. Die Diebe batten eine Türfüllung der Haustür ausgeschnitten und waren durch diese Oeffnung eingedrungen. Es fielen ihnen 300 Mk bares Geld in die Hände. In dem Gebäude war alles verwüstet. Die vorbandenen Wertzeichen waren zerschnitten und die Kleider der Beamten beschmutzt. Bacharach a. Rbein, 10. Mai. Hier sind in der vergangenen Nacht sechs Wohnhäuser nie dergebrannt. Der Schaden ist bedeutend; er ist teilweise durch Versicherung gedeckt. Trier, 8. Mai. Eine Bereisung des sogenannten Typbusgebietes der südlichen Rbeinprovinz verbunden mit einer Revision der dort seit 1903 getroffenen Maßregeln zur systematischen Bekämpfung des in diesem Gebiete seit zirka 10 Jahre verbreiteten Typhus hat im Lause voriger Woche durch den Ministerial= direktor Förster und den Fachreserenten im Kultusministerium, Geheimrat Kirchner, stattgesunden. Schon in militärischer Hinsicht erscheinen, so schreibt man der Rh.=W. Zta.“, die erheblichen Mittel, mit denen das Reich und Preußen diese Bekämpfungsmaßnahmen unterstützen, gerechtfertigt, bandelt es sich doch darum, fast das gesamte damalige Aufmarschgelände von 1870/71 seuchenfrei zu machen: den Regierungsbezirk Trier, die Kreise Kreuznach und Meisenheim, Lotbringen, den Unterelsaß, die bayerische Pfalz und die oidenburgische Enklave Birkenfeld. Ueber das ganze Gebiet sind Untersuchungsstationen verteilt, die preußischen stehen mit denen der Grenzländer in ständiger engster Verbindung: um die Einheitlichkeit zu sichern, bat der Reichskanzler einen Reichskommissar bestellt, der die entsprechenden Anträge bei den beteiligten Behörden zu stellen hat. Wie wir hören, hat die Revision das erfreuliche Resultat ergeben, daß die nach Kochschen Vorschlägen eingeleitete Typhusbekämpfung bereits zu sichtlichen Ergebnissen geführt hat; wenn auch noch eine Reihe von Jahren vergeben kann, bis die verseuchten Gebiete völlig seuchenfrei sein werden, so fängt doch die Zahl und Schwere der Fälle an. von Jahr zu Jahr zurückzugehen, desgleichen macht sich eine stetige Abnahme der Todesfälle bemerkbar. der Verkehr wohl nuch etwas im Vorjahre. Die Wirtsbäuser waren gut geringer als besucht. X Rheydt, 11. Mai. Zahlreiche Verbaftungen wurden im Laufe des gestrigen Tages hier vorgenommen. So kamen u. a. zur Festnadme ein Reisender, der von der Amtsanwaltschaft in Hagen und vom Amtsgericht Trier steckbrieflich verfolgt wird: ein Galantriewarenhändler aus Berlin, gegen den die Amtsanwaltschaft Nachen einen Steckbrief erlassen hatte, zwei Männer und eine Frauensperson wegen versuchten Taschendiebstahls. eine Person wegen Nichtbeschaffung eines Unterkommens, ein Harmonikaspieler wegen sinnloser Trunkenbeit und sechs Personen, die in einer Ziegelei nächtigten: dierunter befand sich eine, gegen die vom Amtsgericht Odenkirchen ein Haftbefehl wegen Diebstabls vorlag. Außerdem wurden heute vormittag noch vier Burschen verhaftet, die heute früb zwischen 2 und 3 Uhr in Geneiken einen Polizeibeamten angegriffen und mißbandelt hatten. Zablreiche unbeautsichtigte Kinder wurden im gestrigen Tages der Polizeiwache zugeführt und dort von ibren Angehörigen wieder abgebolt.— Gestoblen wurde aus dem Hofe einer hiesigen Gastwirtschaft ein Fahrrad Marke Kompaß Nr. 225.— Als verloren wurde eine Ankeruhr Nr. 3689, gezeichnet I.., gemeldet: dieselbe kann aber auch gestoblen sein. X Neuwerk=Hoven, II. Mai. Dem Hauptlehrer a. D. Eulerich früher in Hoven, jetzt in Honnef, ist der Adler der Inbaber des Königlichen Hausurdens von Hodenzollern verlieben worden. -A- Viersen, 11. Mai. In der städtischen Badeanstalt veranstaltete gestern der Viersener Schwimm=Verein ein großes Schwimmfest, an dem von den 13 teilnehmenden Vereinen auch der diesige Schwimmverein teilnahm. Bürgermeister Stern begrüßte die fremden Schwimmer im Namen den Stadt. Viele Zuschauer folgten den interessanten Wettkämpfen mit größten Interesse. Im Hotel Dahlhausen wurde bei einer Nachfeier mit Ball die Preisverteilung vorgenommen. Aus M. Gladbach und Rbeydt erhielten folgende Schwimmer Preise: Im Hagen, 10. Mai. Hier ist heute die 19jährige Haushälterm Möllers aus Münster, die seit einigen Wochen hier bedienstet war, verhaftet worden. Man fand in einem Koffer in ihrem Zimmer den abgeschnittenen Kopf eines Kindes. Das Mädchen gestand, die übrigen Teile der Leiche im Küchenofen verbrannt zu baben. Landsberg,(Warthe), 10. Mai. Bei einem Brande in der Bäckerei Ortmann zu Neudamm bat, wie die Voss. Zta.“ meldet, ein Dienstmädchen den Flammentod gefunden. Ein Geselle und zwei Lebrlinge haben lebensgefährliche Brandwunden erlitten. Landsberg a. d. Warthe, 10. Mai. Ausländische Arbeiter haben die Schwarzen Pocken eingeschleppt Bis jetzt wurden vier Kranke gezählt. Breslau, 10. Mai. Das Oberkriegsgericht des 6. Armeekorps hat als Berufungsinstanz die Strafe des Leutnants Hannig vom Infanterie=Regiment 23 in Neisse wegen Vergehens gegen§ 175 des Strafgesetzvuches von einem auf drei Jahre erböht und die Dienstentlassung bestätigt.„„„„ m; W Görlitz, 9. Mai. 6½ Uhr nachm. Bei der im Bau befindlichen Musikfesthalle ist beute nachmittag das ganze Dach eingestürzt. 25 Stuckateure sollen unter den Trümmern begraben sein. Bis 4¼ Uhr wurden 2 Tote und 5 Schwerverwundete geborgen.— Wie jetzt feststeht, sind beim Einsturz des Daches der Stadtballe sieb zehn Arbeiter verunglückt. Davon blieben zwei tot, zwei wurden schwer verletzt, elf leicht verletzt, zwei sind noch verschüttet. Die Verunglückten sind geborgen bis auf zwei Stuckateure, an deren Ausgrabung Tag und Nacht Feuerwehrmannschaften arbeiten. Heute fand die gerichtliche Vernehmung statt, zu der auch Baumeister Sebrinz=Berlin anwesend war. Das Dach war mehrfach von der Stadtvolizei beanstandet worden, woraufbin die Eisenkonstruktion verstärkt wurde. W Kuxhaven, 10. Mal.(Dampferunglück.) Der heute früh auf der Unter=Elbe einlaufende Dampfer „Pyrgos“, der deutschen Levante=Linie ist mit dem ausfadrenden englischen Dampfer„Violet“ zusammengestoßen und bei Feuerschiff Elbe 4 gesunken. Neun Mann der Besatzung und der Elblotse wurden von dem Linienschiff Douef nd“ dem Flagaschiff des Prinzen Heimrich, des 13 Lokalbadnzuges Karlsrube=Ettlingen, daß ihm der Kopf zerschmettert wurde. Der Tod trat sofort ein. Heidelberg, 9. Mai. Während der Vorlesung vom Tode überrascht wurde der Ordinarius für klassische Philologie, Mitdirektor des philologischen Seminars und außerordentliches Mitglied des badischen Oberschulrats, Gebeimrat Albrecht Dieterich, im Alter von 42 Jahren. München, 9. Mai. Nach fast vier Monate langem vergeblichem Suchen ist es der Polizei endlich gelungen, des Bauarbeiters und früberen Postadjunkten Imbof, der an dem Kommerzienrat Ludovict raffinierte Erpressungsversuche verübt hatte und auf dessen Ergreifung eine Belobnung von 5000 Mk. ausgesetzt war, habhaft zu werden. Imhof. von dem die Blätter seit gestern ein von Koburg an die Münchener Polizei eingesandtes Bild aus seiner Einjährigenzeit brachten, ist heute vormittag in Nympbenburg beim Eingang zum Hirschgarten von einem Kriminalschutzman erkannt und verhaftet worden. Tatsächlich hat er die ganze Zeit wegen Mangels an Mitteln München nicht verlassen, sondern im Stadtteil Neubausen gelebt und sich nicht mehr getraut, Arbeit zu suchen. Als er heute morgen sein Porträt in den Münchener„Neuesten Nachrichten“ fand, packte er seine Habseligkeiten in ein Köfferchen, um durch den Nympbenburger Park nach Pasing und von da nach Augsburg zu wandern, da es ihm auf dem Bahnhof nicht mehr gebeuer schien. Ebenso wie er dem iym verhastenden Kriminalschutzmann ohne Zögern zugab. der Imbof zu sein, hat er auch im Verhör auf der Polizeidirektion sofort alles eingestanden. München, 8. Mai. Eisersucht hat in diesen Tagen zu schrecklichen Bluttaten geführt. Bei Sachrang im Chiemgau wurde ein von einem Polterabend mit seiner Braut heimkebrender junger Bauer von dem früheren Liebhaber des Mädchens überfallen. Der Unbold schlug mit einem Prügel der Braut den Schädel ein und stach darauf den Bräutigam zusammen. Beide starben kurz darauf. Der Täter ist flüchtig.— Bauern, die von Kufstein nach Niederndorferberg von einer Unterbaltung zurückkebrten, gerieten in Streit. Ein Meiereiknecht verwundete einen anderen Knecht tödlich und stach dessen Braut, als sie den Angegriffenen schützen wollte, ins Herz, so daß sie kurz darauf starb. Der Mörder wurde verhaftet. W Budapest, 10. Mai. Bei Maros=Vasarbely ist der Fluß Maros infolge Schneeschmelze über die Ufer getreten. Die Gegend von Szadregen ist überschwemmt. Eine 50 Meter lange Brücke bei Saromberke wurde fortgeschwemmt. In Maros=SzentAnna sind mehrere Häuser eingestürzt. Zwei Personen wurden unter den Trümmern begraben. W Catania, 10. Mai. Gestern wurden in den Ortschaften Malati, Guzzinortari und Seilichenti starke Erderschütterungen verspürt, durch die große Erdrisse verursacht wurden. Zablreiche Häuser und einige Mauern sind eingestürzt. Verletzt wurde niemand. London, 8. Mai. Nach in London und Christiania umlaufenden Gerüchten soll der berühmte Nordpolforscher Nansen, der bekanntlich bis vor kurzem norwegischer Gesandter in London war, das Herz der dritten Tochter des englischen Königspaares, der Prinzessin Viktoria, erobert haben. Diese Gerüchte haben, wie dem„Hamb. Fremdenblatt“ aus Christiania geschrieben wird, neue Nahrung erhalten durch den Besuch, den König Eduard bei seiner Anwesenheit in der norwegischen Hauptstadt mit seiner Gemahlin und seiner Tochter Nansen in dessen Villa abstattete, durch den täglichen Verkehr Nansens mit den königlichen Gästen und durch den ungewöhnlichen Umstand, daß der König Nansen gestattete, ihm das Abberufungsschreiben hier zu überreichen, was sonst in England zu gescheben pflegt. Nansen, der im vorigen Jahre Witwer geworden ist, stebt im Alter von 47 Jahren, die Prinzessin ist 39 Jahre alt. New=York, 9. Mai. Nach einem Telegramm aus Utica wurde um Mitternacht in einem Schlafwagen des Expreßzuges von Chicago nach New=York eine Frau verhaftet, die, wie man glaubt, Mrs. Guinueß ist. Sie leugnete jedoch ihre Identität entschieden und behauptet, die Gattin eines bekannten Chicagoer Bürgers zu sein. Die Polizei ist trotzdem überzeugt, die Verbrecherin ergriffen zu haben.— Etta Rockefeller aus Newyork, Schwester der in Syracuse verhafteten Frau Herron, in der man die gesuchte Mörderin Gutnneß vermutete, und der Polizeivorsteber von Franklin in Pennsylvanien, wo sie früher wohnte, bestätigen, daß die Verdächtigte die Frau Herron ist, so daß diese bald wieder freigelassen werden wird. Termine für die im Wahlktreis abzuhaltende Wähler Erktichwmmen erbielt der, Saesgaz;, Rhenst den 3. Frani. dreistündiger Dauer geschlossen. D# legte den Vertrauensmännern ans Herz, für eine allseitige Beteiligung der Zentrumswähler an der Wahl eisrig bemüht zu sein, damit der Prozentsatz der Wahlbeteiligung gesteigert und der Sieg der Zentrumspartei noch glänzender werde, als früher. Mögen am Tage der Wahl, 3. Juni, alle Zentrumswähler zur Stelle sein und Wahlmänner wählen, welche am 16. Juni ihre Stimme abgeben auf die Herren Professor Dr. Hitze und Steuerinspektor Mies! 2. Kranz, im Hindernisschwimmen Herr Losberg vom .=V.„Gut Naß“=.Gladbach den 1. Kranz, Korbmacher vom gleichen Verein den 4. Kranz, Cords vom.=V. „Sanitas"=Rheydt den 6. Kranz. Provinzielles. D Waulo, 9. Mai. Am Donnerstag vormittag sand das Leichenbegängnis unseres allverehrten Pfarrers Plönnis statt. Der ganze Ort war mit Trauerfahnen geziert. Gegen 10 Uhr wurde der Sarg zur Kirche gebracht und auf dem Chore aufgestellt, woraut Teutschkans, dem Flagaschiff des Prinzen Heinrich, des Chefs der Hochseeflotte, aufgenommen. Die übrigen 13 Mann der Besatzung, darunter der schwerverletzte Bootsmann, wurden vom Feuerschiff„Elbe 3“ geborgen. Die gesamte gerettete Besatzung wurde auf Anordnung des Prinzen Heinrich mit dem Deveschenboot„Carmen“ nach Kurbaven gebracht. Der englische Dampfer ist trotz erbedlicher Beschädigungen ohne fremde Hilse zur Ausbesserung nach Hamburg zurückgekebrt. Kiel, 10. Mai. Auf der Reichswerft sind bedeutende Veruntreuungen entdeckt worden. Kankowski und Fabrsbutter, der Lohnschreider Peters und der Fuhrmann Niemann, die gestohlenes Gut in Beilin verkauften, wurden verhaftet. Rhein, 9. Mai. Einen schaurzgen, Fund machten Chausseearbeiter beim Bau der Slabowen. Sie fanden, wie die„Allenst. Ztg.“ berichtet, ein vollständiges Stelett eines Mannes, dessen Kopf noch mit Haaren bedeckt war. Das Skelett wurde als das des Altsitzers Maruhn aus Abbau erkannt. Es besteht der Verdacht, daß ein Angehöriger des Marudn, mit dem dieser wiederholt Streitigkeiten hatte, den Maruhn ermordet und die Leiche dort verscharrt hat. Die Angebörigen des Toten sagen aus, daß Marubn vor 25 Jahren nach Westfalen ausgewandert sei und sich sett dieser Zeit nicht gemeldet habe. Die Untersuchung wird wohl Licht in das Dunkel des Mordes, der zweitellos vorliegt, bringen. Karlsruhe, 9. Mai. Ein Motorradfahrer, der im schnellsten Tempo die Ettlinger Landstraße dinabfuhr, stieß mit solcher Wucht gegen die Maschine des Die schwächliche Deutschlands. &a Die Gesandtschaft Mulay Hafids, des marokkanischen Kronprätendenten, welcher noch einmal versuchen will, die europäischen Mächte für seine Sache zu gewinnen, ist am Samstag von Hamburg kommend, in Berlin eingetroffen. Wie bereits gemeldet, wird die Gesandtschaft zwar in Berlin gehört werden, ein amtlicher pfang aber nicht stattfinden. Die Gesandtschaft wird heute(Montag) Gelegenheit haben, sich ihres Austrags zu entledigen. Mit ihrem Empfang ist der zurzeit in Berlin weilende Legationssekretär der deutschen Gesandtschaft in Tanger, Freiherr Langwerth von Simmern, betraut worden. Der Emofang wirk im Auswärtigen Amt stattfinden. Man will also in Berlin diesmal der Gasandtschaft Mulay Hafids etwas mehr entgegenkommen, wie früher; man will sie wenigstens hören, beileibe aber nicht amtlich, denn das könnte ja Frankreich verletzen. Man kann es eigentlich kaum begreisen, warum die deutsche Regierung eine so schwächliche Haltung beobachtet gegenüber Frankreich, das seit Beginn der Marokko=Affäre die Algecirasakte tagläglich mit Füßen tritt. Frankreich hat lediglich von den Mächten das Mandat erhalten, die Polizei in einzelnen Städten Marokkos zu nisieren. Statt sich mit diesem Austrag zu begnügen, hat sich Frankreich in den Sreit der beiden Brüder Abdul Asis und Mulay Hasid eingemischt. Hin und wieder fühlte das amtliche Frankreich das Bedürfnis, den Mächten zu erklären, daß alle seine Mußnahmen nur„zur Beruhigung des Landes“ getroffen würden..., g# duch. Sehen wir uns einmal diese Maßnahmen an. Die Maßnahmen begannen mit der ganz überflüssigen Beschießung von Casablanca, welche nicht nur die dort ansässigen Europäer auss empfindlichste schädigte, sondern auch die Erregung der Bevölkerung des Landes auf die Spitze trieb. Die Franzosen hatten jetzt einen willkommenen Anlaß, festen Fuß in Marokko zu sassen; angeblich sollte Casablanca„beruhigt“ werden, die Franzosen aber drangen immer weiter in das Innere vor und trieben dadurch immer mehr Stämme unter die Fahner Mulay=Hafids, in welchem sie ihren Beschützer gegen die fremden Eindringlinge erblickten. Nein, wenn es Frankreich wirklich nur um die Ausführung seines Mandats zu tun gewesen wäre, dann hätte es das Angebot Mulay Hafids angenommen, welcher dem französischen Besehlshaber wiederholt versichern ließ, er werde dafür sorgen, daß und Frieden wieder ins Land einkehren würden und daß er die Algecirasakte in allen Stücken befolge werde, wenn die Franzosen ihre Truppen aus Lande zurückzögen. Aber um all dar wur es den Franzosen ja gar nicht zu tun. Sie haben ihre# sicht, Marokko ihrem nordafrikanischen Kolonialreich einzuverleiben, keineswegs aufgegeben und wissen ganz gut, daß sie unter der Herrschaft des energischen Mulay Hafid auf die Verwirklichung ihrer wahren Absicht nicht zu rechnen haben; deshalb unterstützen sie den schwachherzigen Abdul Asis, der sich ganz in sie Hände der Franzosen gegeben hat und untätig in Rabat zusieht, wie ein Stamm nach dem anderen zu Mulay Hafid übergeht. Dieser hat seine Zeit nicht ungenützt verstreichen lassen; sein Erfolg ist unbestreitbar, trotz aller Versuche der Franzosen, die Lage Mulay=Hafids als unhaltbar hinzustellen. Vielleicht ist in diesem Augenblick Mulay=Hafid bereits in die Hauptstadt Fezeingezogen; jedenfalls aber dürfte der Einzug in der nächsten Zeit erfolgen. Dagegen haben die Franzosen so gut wie nichts erreicht; der einzige„Erfolg“ ihrer Taten ist der, daß ihr Schützling Abdul=Asis keinen nennenswerten Anhang mehr aufzuweisen hat. Daß die Franzosen hier und da über einzelne Horden und Stämme kriegerische Erfolge errungen haben, will nichts besagen, da die davon erhofften Ergebnisse ausgeblieben sind. Mulay Hafid hat den gegenwärtigen Augenblick für die Entsendung seiner Gesandtschaft nicht schlecht gewählt; tatsächlich ist er jetzt der Herrscher Marokkos, denn des Abdul Asis acht reicht nicht weiter als die französischen Geschütze. Wir meinen, die europäischen Mächte und besonders Deutschland sollten sich endlich einmal aufraffen und die französische Regierung energisch an die in Algeciras übernommenen Pflichten erinnern, statt die Gesandtschaft mit nichtssagenden Redensarten abzuspeisen und Frankreich immer wieder zu versichern, daß man von seiner Loyalität überzeugt sei. Fürst Bülow weiß ja sonst energische Worte zu finden, warum denn nicht hier, wo Frankreich das Algecirasabkommen auf das Flagranteste verletzt?! Jedenfalls kann es nicht dem Ansehen des deutschen Reichs dienen, wenn es ruhig zusieht, wie Frankreich seine Pflichten unaufhörlich verletzt. Ein energisches: Bis hierher und nicht weiter! würde nicht nur dem Ansehen des Reiches dienen, sondern auch dem unaufhörlichen Blutvergießen in Marokko Einhalt gebieten. Geschieht dies nicht, so kann nicht daran gezweifelt werden, daß es zu weit ernsteren Kämpfen kommen wird als bisher. Bis auf den heutigen Tag war Mulay Hafid sichtlich bemüht, ernstere Zusammenstöße mit den Franzosen zu vermeiden. Gelingt es ihm nicht, die Mächte und Frankreich zu einer strikten Neutralität zwischen ihm und seinem Bruder zu veranlassen, so wird es ihm wohl nicht mehr gelingen, seine Heer scharen von dem„heiligen Krieg" zurückzuhalten. Fürst Bülow mag hier einmal zeigen, daß er nicht nur das Wort zu handhaben weiß, sondern auch Taten vollbringen kann. Telegramme. W Trier, 11. Mai. Die Regierung hat die allmäb liche Wiederberstellung des biesigen Ampbitbeaters beschlossen. Die Arena soll für Volksspiele freigegeben werden. Die Arbeiten sind durch Strafgesangene aus. iuführen. W Ottweiler(Reg.=Bez. Trier), 11. Mai, 11½ Uhr vorm. Auf der Strecke Wemmetsweiler=Nonnweiler stieß heute morgen auf der Station Dirmingen der um.43 Uhr eintreffende Personenzug mit einem Rangierzug zusammen. Ein Reisender wurde getötet. 28 Personen sind meist leicht verletzt. W Hannover, 11. Mai. Der unter dem Verdachte des Mordes, begangen an der Dora Rose, am Mittwoch nach dreiviertel Jahren zum zweiten Male verhaftete Instrumentenmacher Krug aus Obligs ist Samstag nach erfolgter Vernehmung durch den Untersuchungsrichter wieder aus der Haft entlassen worden. H Berlin, 11. Mai. Nachdem Fürst Eulenburg die Strapazen und Anstreugungen des Transportes von Liebenberg nach hier überwunden, scheint es ihm jetzt bedeutend besser zu geben. Der Kranke scheint den Eindruck zu daben, als ob das Schlimmste nunmehr überstanden sei und die Zukunft für ihn nichts Schlimmeres mehr bringen könne. Die Aerzte der Charité, welchen die Bebandlung des Fürsten obliegt, haben den Kranken eingebend untersucht und ebenso wie sein Hausarzt Arterienverkalkung und Gicht, die insbesandere bei dem einen Knie sehr schmerzhaft ist, festgestellt. Wie es bei einer derartigen Erkrankung natürlich ist, stellen sich bisweilen Herzkrämpfe ein, doch erachtet man eine Todesgefahr bei dem 61jährigen Manne auf absebbare Zeit für ausgeschlossen. Eine Geistesstörung ist nicht zu konstatieren, wenn auch eine tiefe Depression zu verzeichnen ist. Der Fürst empfing gestern den Besuch der Fürstin und seines ältesten Sohnes. W Berlin, 11. Mai. Auf der Chaussee zwischen Müggelsee und Kövenick wurde der 24jährige Eisenbahn= arbeiter Adolf Voßberg von einem unerkannt gebliebenen Radfabrer erschossen. W Jena, 11. Mai. Der deutsche Friedenskongreß wurde gestern geschlossen. Der nächste Kongreß wird in Wiesbaden abgebalten. W Görlitz, 11. Mai. Baumeister Vebring=Charlotten= burg, der gestern anläßlich des Einsturzes der Görlitzer Musikfesthalle hier eingetroffen war, wurde nach gerichtlicher Vernehmung am nachmittag verbafet. Bei der Vernehmung wurde festgestellt. daß der die Aufsicht führende Baumeister bereits vor 3 Wochen auf eine leichte Verbiegung der Dachträger aufmerksam wurde. Die Aufräumungsarbeiten durch die Feuerwehr werden ununterbrochen fortgesetzt, um die noch Verschütteten aufzufinden. Ausbach, 11. Mat. Im hiesigen Schöffengerichtssaale brach während einer Verhandlung ein angeklagter Tagelöbner in Tobsucht aus. Er warf dem Amtsrichter die Akten an den Kopf, griff ihn an und verletzte ihn mehrfach. 4 starke Männer konnten den Tobsüchtigen nur mit Mühe überwältigen, H Wien, 11. Mai. Der 18jäbrige Geschäftsdiener Kapodnik ermordete hier die Prostituierte Rosa Goldstein und stellte sich nach der Tat selbst der Polizet.— Der König von Danemark ist im strengsten Inkognito hier eingetoffen; heute abend findet in Schönbrunn Hoftafel statt. W Mogador,(Marokko) 11. Mai. Die hier lebenden Engländer haben auf die durch das hiesige englische Konsulat bekannt gegebene Erklärung der englischen Regierung, daß sie in Zukunst nicht mehr in der Lage sei, für englische Staatsangehörige, falls sie in die Hände von Räubern fielen, das Lösegeld vorzustrecken, bezw. sie aus gesährlichen Lagen zu befreien, in ki: sie durch ihren Aufenthalt in Marokko gerieten, eine Eingabe an den englischen Gesandten in Tanger, Sir Gerhard Lowter gerichtet, in der es heißt, länger als ein Jahrhundert haben die Engländer in diesem Lande unter dem Schutze ihrer heimischen Regierung auf Grund der mit Marokko geschlossenen Verträge ungehindert leben und Handel treiben dürsen und es ist ihnen gelungen, mit Hilse von Kapitalistzn in der Heimat, den englischen Handel an die erste Stelle zu bringen. Unter diesen Umständen richten wir angesichts der von der englischen Regierung betreffend die Sicherheit ihrer Staatsangehörigen in Marokko abgegebenen Erklärung an Ew. Excellenz die Frage, ob die Regierung wünscht, daß wir das Land verlassen und unsern Handel in Marokko ausgeben sollen, und welche Maßnahmen wir, im Falle diese Frage bejaht wird, den mit uns in Verbindung stehenden Handelshäufern in England zur Weiterführung und Sicherung ihres Einfuhrgeschästes nach Marokko anraten sollen. Außerdem möchten wir wissen, an wen, salls aus irgendwelchen Gründen es einem Engländer nicht möglich sein sollte, Marokko zu verlassen, er sich auf grund der zwischen Marokko und England bestehenden Verträge um Schutz wenden soll. ebenbürtig waren. Die erste Svielbälfte endete mit 1 zu 1. In der zweiten Hälfte wurde kein besseres Ergebnis erzielt, sodaß das Spiel unentschieden mit 2 zu 2 endete. 5 Golt dem Allmächtigen hat es gefallen, heute Nachmittag 7 Uhr meine teure Gattin, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die woblachtbare Prau SssophTierduu Maria geb. Krichel zu Sich zu nehmen. Sie starb nach langem, schweren Leiden, wohlvorbereitet durch den Empsang der bl. Sterbesakramente, sanft und gottergeben im Alter von 51 Jahren. Um stille Teilnahme und ein Gebet für die Seelenrube der lieben Verstorbenen bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Windberg, M. Gladbach, 9. Mai 1903. 1889 Die Beerdigung findet statt am Dienstag Morgen 8 Uhr vom Sterbebause, Lindenstraße 27 aus, darnach die feierlichen Exequien in der Rektoratskirche zu Windberg, wozu hiermit Bekannte und Verwandte, besonders die Mitglieder des 3. Ordens vom Franziskus, freundlichst eingeladen sind. S.Gladbach, 8. Mai. Das beute auf dem Sport platz am Wasserturm ausgefochtene internationale Wettspiel war gut besucht: dasselbe nahm einen bis zum letzten Augenblick fesselnden Verlauf. Die Mannschaft des D. V. V.'°Gravenbage spielte vorzüglich, doch auch die erste Mannschaft des Gladbacher Fußballklubs war ausgezeichnet zusammengestellt: schon gleich bei Beginn des Spieles zeigte sich, daß beide Mannschaften einander Handelsnachrichten. M. Gladbach, 11. Mai. Der Zablungsaufschub des Möbelgeschäfts Karl Höfels, das in Zahlungsstockung geriet, weil die Außenstände von 193951 Mk. nur sehr langsam eingeben, wurde von allen Gläubigern angenommen. Die Firma tilgt sämtliche Forderungen in zwölf Monatszablungen. Gladbach, 11. Mai. Zu der Mitteilung in unserer letzten Samstagsnummer betr. die„Firma Leop. Rosentbal“ sei ergänzend bemerkt, daß es sich dabei, wie schon früber berichtet, um die mechanische Weverei Leop. Rosenthal bandelt. * Berlin, 10. Mai. Ueber die Juwelierfirma Singer u. Halberstädter wurde gestern der Konkurs eröffnet, * Zur wirtschaftlichen Lage. Die feste Haltung der letzten Wochen an der deutschen Börse dat einer schwächern Stimmung Platz gemacht. Man befindet sich damit zwar m Gegensatz zu den übrigen maßgebenden Märkten, aber es ist doch wohl nicht einzuseben, was die weitere Festigleit veranlassen sollte. Umsomehr, da das Geschäft von einer Lustlosigkeit und Oede durchtränkt ist, die klar bewies, daß die Festigkeit eben nur ein Auskunstsmittel für die absolute Geschäftslosigkeit war. Handel und Industrie liegen speziell in Deutschland in einer recht betrübenden Weise darnteder. Die rbeinisch=westfälische Presse wetteifert möchte man fast bebaupten, in Berichten, die eigentlich kurz als boffnungslos zu bezeichnen wären. Sie wird in dieser Auffassung durch die amerikanische und englische Berichterstattung unterstützt und so kann man wirklich nicht einseben, was eigentlich die feste Grundsummung veranlassen soll. Von den übrigen Börsen ist es namentlich New=York, das sich durch eine unentwegte bessere Auffassung auszeichnet. Wenn es auch nur selten gelingt, diese Festigkeit bis zum Schluß zu bebaupten, so muß doch immerbin anerkannt werden, daß das Vertrauen in Amerika wieder zurückgekehrt ist, allerdings nicht im Einklang mit dem Verbrauche und der Unternehmungslust. Für das erstere spricht der anhaltend billige Geldstand in New=York, der sogar dazu fübrte, daß man in der vorigen Woche schon größere Posten Gold nach Europa überführen konnte. Die Goldsendungen waren fast ausschließlich nach Frankreich gerichtet und jedenfalls zur Tilgung von während und nach der Krists kontradierten Schulden besummt. Auch die Londoner Stock Exchange datte in dieser Woche eine kleine Nervenaufregung zu ertragen. Dies Nachrichten aus Afabanistan und Ostindien lauteten an jenem Tage so wenig ersteulich, daß die englischen Konsols über 1/4 Prozent zurückgingen. Da dies aber bekanntlich für die Stimmung der Londoner Börse und des englischen Reiches der maßgebendste Wertmesser ist, so litten sämtliche andere Werte in London sowohl, wie an den übrigen europäischen Börsen ersichtlich unter diesem Rückgange. Es gebt den Engländern hierin nicht viel besser als Deutschland mit seinen Anleiden. Auf ihren alten Stand vor dem Burenkriege konnten sich die Konsols seiher nicht wieder erbolen, und es ist auch wenig Aussicht dafür vorbanden, daß sie in absebbarer Zeit ihren früberen Kurs erreichen werden. ** London, 10. Mai. Nach einer Meldung des Textil Mercury haben die vereinigten Baumwollspinner von Yortsdire beschlossen, für den Monat Mai mit beschränktem Betriebe. d. b. nur 40 Stunden in der Woche, zu arbeiten. Fruchtpreise zu Neuß vom 11. Mai. Weizen per 100 Kilo I. Qual. trock. Ware 22 „ 2„„ 21 Roggen per 100 Kilo 1. Qual. 19 2.„„ 18 Neuer Dafer per 100 Kilo 1. Qual. 17 Sames à„ 16 Rurtossein per 50 Kilo„.00—8,50 Heu per 50 Kilo.70—4,2 Luzerner Heu per 50 Kilo„„„„ Mt. 4,60 Maschinenstrod per 500 Kilo„„„ 17.— Flegeldrusch per 500 Kilo„„ 19.— Butter per Kilo„.50 Eier(100 Stück).— Hafer 80 Pfa. böber. Rüböl und Kuchen unverändert. Baumwolle. Bremen, 9. Mai, Bsumwolle sictig. Upland middling 54X. Fully middling Guli 56¼. Liverpool, 9. Mai, Aegyptische Baumwoute. Fullv goo1 lair brown Sgypt. in Liverpoot: Mai.63. Juni.00, Juli .02, Aug..06, Sept. 7,08. Okt. 7,11. Nov..12, Dez. .12, Jan. 7,12, Febr..00. März 0,00. April.00. Liverpoei, 9. Mai. Baumwolle. Tagesumsatz 14000 f. Cavon 12900 B. amerik. In amerik, Preise stetig bei guter Prage. Fuly good Oomra 4 4/13 Fine Bengal 3 28. Good lair Tlnnfvelly 4 21/8. Middl. amerikan. 3,69 Mal-Juni.24-.00., Juni-Juli.23., Juli-Aug. .21., Aug.-Sept..11., Sept.-Okt..97-.00 W. Okt.-Nov..89½4., Nov.-Dez..86., 84½., Jan.-Febr. 4,83, Febr.-März 4,83¼4., März-Aprll 84 W. Neu-Vert] 8. Mai 9. Mai(Schlußpreise 1el Juni Juli Aug. Sept. 8. Mai 1 9. Mai großer, starker, gesunder Junge.“ In den folgenden Zeilen wird jede Mutter schätzenswerte Winke finden, wie ein gedeihliches Wachstum der Kleinen begünstigt und gesördert wird: „##. Leipzig, Mittelstr. 21, den 16. August 1906. „eei meinem jetzt 4jährigen Walter habe ich Scotts Emulsion bereits mehrere Male mit ausgezeichnetem Erfolg gebraucht. In seinem ersten Lebensjahr war der Kleine sehr schwach und nahm zusehends ab. Der Gebrauch von einigen Flaschen Scotts Emulsion kräftigte ihn jedoch so bedeutend, daß sich sein Zustand bald völlig änderte, und im Laufe der Zeit ist er nun ein großer, starker und gesunder Junge geworden. Nur im letzten Winter hatte ich wieder Veranlassung, wegen seines Befindens besorgt zu sein, aber auch da hat ihm Scotts Emulsion bald Besserung gebracht; der Husten löste sich viel leichter, und das Kind ist dobei nicht von Kräften gekommen, sondern ist jetzt gesund und munter.“(gez.) Frau Anna Franz. Worin liegt diese bemerkenswerte Nährkraft von Scotts Emulsion? Sie ist einzig den bei der Herstellung zur Verwendung gelangenden erstklassigen Rohmaterialien— nur der allerbeste Losoten(Norweger) Dampftran ist in Scotts Emulsion enthalten— zuzuschreiben, und diese sind im Scottschen Verfahren zu einer rahmartigen, wohlschmeckenden Emulsion verarbeitet. Ccotts Emussion wird von uns ausschließlis im großen verkauft. zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in verRegelten Originalflaschen in Karton mit unserer Schuzmark:(Fischer mit grosem Derich auf dem Nuckew. Scott& Vownz. G. m. v.., Frankfurt a. R. Bestandteile. Zeinster Medizinal=Lebertran 130 0, prima Glycerin 60,0. unterphosphorigsaurer Kalk 4,3, unterphosphorigsaur:s Natron 3,0, pulv. Tragant 9,0, keinster arab. Gummi pulv. 1,0, deitl. Wasser 129,0, Altohol 11,a. Hierzu gromatische Umulsion mit Zumt- Mandal# und Caultveria=Oel si 2 Tropfen. 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Gitburze Sttclaer Schwarze Plusen Schwarze Röcke Schwarze Junderkleider uu enficheten GDamenmo Damelderf Srösstes Specialgeschaft. An den katholischen M. Gladbach=Land ist Volksschulen der Gemeinde 4686 e Bekanntmachung. In Gemäßbeit der§§ 4 und 9 des Reglements über die Ausfüdrung der Wahlen zum Hause der Abgeordneten vom 14. März 1903 wird hierdurch bekannt gemacht, daß die Urwädlerlisten der Gemeinde Neersen für die am 3. Juni dieses Jahres abzuhaltenden Wadlen der Wablmänner für die Wadl zum Hause der Abgeordneten am 12., 13. und 14. Mai dieses Jahres auf dem Bürgermeisteramte öffentlich ausliegen. Innerbalb dreier Tage, nachdem die Auslegung begonnen dat, stebt es jedem frei, gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Listen bei dem Unterzeichneten seine Einwendungen schriftlich anzubringen oder zu Protokoll zu geben. Neersen, den 9. Mai 1908. Der Bürgermeister: Schumacher. für den zu M. Gladbach verstorbenen 4693 Peren Beinrich esser #udet in Hochneukirch am tg g 12 morgens 1½. Uhr natt, wozn biermit nundlichst eingeladen wird. Gelegenheitskauf! 1 groß. Posten Wasch und Wringmaschinen, umständebalder billig abzugeben. 239 Krefelderstraße 236. Empfedle mich im ee Ernratthen von Bildern. Otte Spies, Turmstr. 52. Pechter und Pechterinsten zu besetzen. Anfangsgebalt für Lehrer 1200 M. Lehrerinnen 1050 MGrundgehalt„„ 1500.„ 1200 M. Mietsentschädigung für Lehrer 120 M. bezw. 330., für Lehrerinnen 180 M. bezw. 240. Alterszulage für Lehrer 180., für Lehrerinnen 110 M. Bewerbungen sind unter Beifügung von Lebenslau', Besäbigungszeugnissen ärztlichen Gesundbeitsattest und und Verpflichtungserklärung in hiesiger Gemeinde zu wohnen. binnen 14 Tagen dem Unterzeichneten einzureichen. M. Gladbach=Land, den 7. Mai 1908. Der Vorsitzende der Schuldeputation: Nicodem, Bürgermeister. H...fe Trktigrrung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in M. Gladbach belegenen, im Grundbuche von M. Gladbach Stadt, Band 7 Artikel 338, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Ebefrau Wirt Reiner Heinrichs, Helena geborene Iansen Blumenbergerstraße 30 in.Gladbach, eingetragenen Grundstücke: 1. Flur M Nr. 3655/172, Blumenbergerstraße 30 Hofraum, 3 Ar 47 qm. Gebäudesteuerrolle Nr. 311, a) Wohnhaus mit Aubau, Stallung und Hofraum mit 740 Mark Nutzungswert. d) Kegelbahn mit 45 Mark Nutzungswert. c) Stall mit 18 Mark Nutzungswert, 2. Flur 91 Nr. 3381/172, Blumenbergerstr., Hausgarten, 1 Ar 60 cm, 3. Flur M Nr. 3653/172, Blumenbergerstraße 32, Hofraum 2c., 1 Ar 52 qm, Gebäudesteuerrolle Nr. 312, 2) Wohnhaus mit Hintergebäude, Hofraum und Hausgarten mit 484 Mk. Nutzungswert, b) Stallung mit 12 Mk. Nutzungswert,&c. Backhaus mit 45 Mk Veranntmachung In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Zigarrenbändlers Jeau Eigen zu.Gladbach. ist insolge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichstermin auf den 4. Juni 1908, vormittags 11 Uhr, vor dem Kal. Amtsgericht dier, Abteistraße 41. Zimmer Nr. 8 anberaumt. Der Vergleichsvorschlag ist auf der Gerichtsschreiberei des Konkursgerichts zur Einsicht der Beteiligten nieder gelegt.. 17 .Gladvach, 6. Mai 1908. Königl. Amtsgericht. Auf Grund des§ 88 der Reichsgewerbeordnung in der Fassung der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 26. Juli 1900(.=.=Bl. S. 871) wird viermit im Anschluß an das Gesetz, betressend das Pfandleibgewerde vom 17. März 1881(Gesetzsamml. S. 265) in der Fassung des Artikels 41 des Ausfübrungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch vom 20. September 1899(Gesetzsammlung S. 177) die Bekanntmachung des Ministers des Innern, betressend den Geschäftsbetrieb der Pfandleiber vom 16. Juli 1881 Min.=Bl. S. 169) folgendermaßen abgeändert: Unter Ziffer 3 werden hinter dem Worte„Feuersgefahr“ eingeschaltet die Worte„und gegen Einbruchsdiedstabl“. Berlin, den 10. April 1908. Der Minister des Innern. In Vertretung: aez. Holt. Nutzungswert, 4. Flur M Nr. 3654/172. raum 2c., 2 Ar 31 gm, a) wie unter Nr. 1. Blumenbergerstr. 30, HofGebäudesteuerrolle Nr. 311, 17 am 3. Juli 1908, vormittags 10¼ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Abteistraße 41,— Zimmer Nr. 8 versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 28. Apeil 1908 in das Grundduch eingetragen. M. Gladbach, den 4. Mai 1908. Dr. Bergmanns Wasserheilanstalt uftburart Pleye Syetem Kneipp. Prospekte gratis. 90. Lurkurort Cio!“ Dr. Bergmann, fr. Badearzt in Vörishofen nur bester Ausführung Nervtöten 8 Ptomvieren Bahnziehen 2c. kulante u. gute Bedienung von Aug. Höhn Dahlenerstraße 20. Kleeverkauf zu Dycker Weinhaus bei Schloß Dyck. Am Montag. den 25. 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Nun wußte ich genau, daß da niemand wohnt, denn der Besitzer läßt die Abzugsröhren nicht nachsehen und der letzte Mieter ist am Typhus gestorben. Na, wie ich das Licht sehe, denke ich gleich, daß etwas nicht geheuer sein muß. Als ich an die Türe kam——“ „Sie sind stehen geblieben und nach dem Gartentor zurückgegangen— aus welchem Grunde?" fragte Holmes. Rance fuhr zusammen und riß die Augen weit auf. „Woher wissen Sie denn das?“ stammelte „Freilich tat ich es, denn, sehen Sie, als ich an die Haustüre kam und alles so still und unheimlich war, siel mir ein, daß wir doch eigentlich unser zwei sein sollten, und so ging ich zurück, um zu sehen, ob nicht vielleicht ein Kamerad mit seiner Laterne des Weges käme. Furcht kenne ich wahrhaftig nicht, aber wenn es etwa der verstorbene Mieter war, der dort umging, so hätte ich gern Gesellschaft gehabt.“ „War denn gar niemand auf der Straße!“ „Kein Mensch, Herr; nicht einmal ein verlaufener Hund. Ich nahm mich zusammen, ging wieder an die Tür und stieß sie auf. Drinnen war alles still; ich trat in das Zimmer, aus dem der Lichtschein gekommen war. Auf dem Kaminsims stand ein rotes Wachslicht— es flammte hell auf und sah ich——“ „Ich weiß schon, was Sie gesehen haben. Sie sind mehrmals rings um das Zimmer gegangen, dann bei dem Leichnam hingekniet, haben versucht, die Küchentür zu öffnen und dann——“ Rance schnellte wie besessen von seinem Sitz in die Höhe.„Von wo aus haben Sie mich belauscht? Sie müssen doch irgendwo versteckt gewesen sein, sonst könnten Sie das nicht alles wissen.“ Mein Gefährte zog seine Visitenkarte heraus und reichte sie dem Schutzmann.„Denken Sie nur nicht, daß ich der Mörder bin und Sie mich festnehmen müssen,“ sagte er lachend.„Ich bin nicht der Wolf, sondern nur einer von den Spürhunden, wie Ihnen die Herren Gregson und Lestrade bestätigen werden. Aber, nur weiter— was taten Sie zunächst?“ „Ich ging hinunter auf die Straße,“ sagte Rance, der wieder Platz genommen hatte, aber noch immer verwundert dreinschaute.„Auf das Alarmzeichen, das ich mit meiner Pfeise gab, kamen drei von den Kameraden herbeigelausen.“ „War die Straße noch immer leer?“ „Ja oder nein, wie man's nimmt.“ „Was soll das heißen?“ Der Schutzmann verzog das Gesicht zu einem gutmütigen Grinsen.„Na,“ sagte er,„als ich aus dem Gartentor trat, lehnte ein Mensch am Gitter, der aus vollem Halse etwas von„Kolumbias neuem Sternenbanner“ oder dergleichen sang. Ich hab' in meinem Leben schon manchen gesehen, der zu schwer geladen hatte, aber ein Betrunkener, wie der Kerl, ist mir noch nicht vorgekommen. Er hätte mir keine Hilfe leisten können, hielt er sich doch kaum selber auf den Füßen." „Wie sah denn der Mann aus?“ fiel ihm Holmes ins Wort. Den Schutzmann schien die unnütze Frage zu verdrießen.„Es war eben ein sinnlos betrunkener Mensch,“ sagte er,„den wir hätten auf die Polizeiwache bringen müssen, wären wir nicht anderweitig beschäftigt gewesen.“ „Aber Sie werden doch sein Gesicht, seinen Anzug gesehen haben,“ rief Holmes ungeduldig. „Natürlich— Murcher und ich mußten ihm ja unter die Arme greisen, um ihn aufzurichten. Ein langer Kerl mit rotem Gesicht, um das Kinn ein Tuch gewickelt und—“ „Schon gut— was ist denn aus ihm geworden?“ „Was weiß ich! Wir hatten ohnehin genug zu tun. Er wird schon den Weg nach Hause gesunden haben, da können Sie ganz ruhig sein.“ „Wie war er denn angezogen?“ „Er trug einen braunen Ueberrock.“ „Hatte er keine Peitsche in der Hand?“ „Eine Peitsche— bewahre!“ „Die muß er zurückgelassen haben,“ murmelte Holmes.„Kam nicht gleich darauf eine Droschke gefahren?“ „Nein.“ Mein Gefährte nahm seinen Hut zur Hand. „Hier, das Goldstück ist für Sie, Rance,“ sagte er; „aber ein andermal seien Sie nicht ganz so kopflos. Ich fürchte, Sie bringen es sonst Ihr Lebtag zu nichts Rechtem und Sie hätten sich doch letzte Nacht mit Leichtigkeit Ihre Besörderung zum Sergeanten verdienen können. Statt dessen haben Sie den Mann entwischen lassen, nach welchem wir suchen und der den Schlüssel zu dem ganzen Geheimnisse in Händen hält. Wozu noch lange hin und her streiten — es verhält sich so, wie ich Ihnen sage, verlassen Sie sich darauf. Kommen Sie, Watson, wir wollen gehen.“ Der Schutzmann machte zwar ein ungläubiges Gesicht, aber man sah, die Sache war ihm nicht ganz geheuer. Wir ließen ihn verblüfft stehen und gingen unserer Wege. „Der Hans Narr,“ rief Holmes ärgerlich, als wir wieder in der Droschke saßen, um nach Hause zu fahren.„Ein Glück sondergleichen fällt ihm unPoehick ie de Schch and er watichk aiche a zuhalten.“ „Sind Sie Ihrer Sache aber auch ganz gewiß?" fragte ich.„Rances Beschreibung des Betrunkenen paßt zwar im allgemeinen zu Ihrer Vorstellung von dem zweiten Menschen, der in das Geheimnis verwickeit ist, aber was sollte ihn wieder nach dem Hause zurückgeführt haben? Das sieht nicht aus, als wäre er der Verbrecher,“ „Der Ring, Freund, der Ring— den wollte er holen. Wenn wir kein anderes Mittel finden, ihn zu fansen, müssen wir den Ring als Köder brauchen. Ich sage Ihnen, Doktor. er geht mir ins Netz, ich habe ihn sicher. Und Ihnen verdanke ich das alles. Hätten Sie mir nicht zugeredet, ich wäre um die schönste Gelegenheit gekommen, meine Kriminalstudien zu vervollständigen.— Jetzt aber, erst zum Lunch(Frühstück) und dann ins Konzert. Die Neruda hat einen samosen Ansatz und spielt köstlich.=Wie geht doch das kleine Ding von Chopin, das ich von ihr gehört habe? Tra—la—lira—lira— lay.“ Er lehnte sich in die Wagenkissen zurück und trillerte wie eine Lerche, während ich über die Vielseitigkeit dieses Menschen nachdachte, der von der Natur zum Detektio bestimmt schien und seine Forichungen mit dem Eiser eines Kunstliebhabers betrieb. 5. Kapitel. Die Anstrengungen des Morgens waren zu groß gewesen für meine schache Gesundheit. Ich fühlte mich sehr angegriffen, und sobald Holmes ins Konzert gegangen war, legte ich mich auf das Sofa, um mich durch einige Stunden Schlafs zu stärken. An Ruhe war jedoch nicht zu denken, denn wirre Vorstellungen und Bilder drängten sich unablässig in meinem ausgeregten Gehirn. Sobald ich die Augen schloß, sah ich vor mir die verzerrten, pavianähnlichen Gesichtszüge des Ermordeten. Der Eindruck war so abstoßend, daß ich mich kaum eines Dankgefühls gegen denjenigen erwehren konnte, der den Unhold aus der Welt geschafft hatte. Mir war noch nie ein Mensch vorgekommen, dessen Gesicht ein so deutliches Gepräge von Laster und Bosheit trug. Doch sah ich wohl ein, daß man der Gerechtigleit ihren Lauf lassen müsse. Mochte dieser Enoch I. Drebber noch so verworsen gewesen sein, das rechtsertigte selbstverständlich die Missetat, deren Opfer er war, in keiner Weise. Je mehr ich über die Behauptung meines Freundes nachdachte, daß der Mann vergiftet worden sei, um so sonderbarer erschien sie mir. Holmes mußte auf den Gedanken gekommen sei, als er an den Lippen des Toten roch. Freilich blieb kaum eine andere Annahme übrig— erdrosselt war er nicht, eine Wunde ließ sich auch nicht entdecken. Und doch— wo kam das Blut her, daß auf dem Fußboden verspritzt war? Es schien kein Kampf stattgesunden zu haben, wenigstens war keine Waffe da, mit welcher Drebber seinen Angreifer verwundet haben konnte. Holmes hatte sich wohl schon eine bestimmte Theorie über den ganzen Vorgang gebildet, das glaubte ich an seinem ruhigen, zuversichtlichen Benehmen zu erkennen. Auf welche Weise er sich aber die verschiedenen Tatsachen erklärte, die mir so rätselhast schienen, ahnte ich auch nicht von ferne. Es war schon spät, als er zurückkam— unmöglich konnte er die ganze Zeit über im Konzert gewesen sein. Das Essen stand bereits auf dem Tisch, und er nahm sogleich Platz. „Ein herrlicher Genuß!“ ries er.„Nichts übt doch solchen Zauber auf den Menschen aus, wie die Tonkunst.— Aber, was ist unterdessen mit Ihnen geschehen, Watson? Sie sehen schrecklich angegriffen aus. Hat die Geschichte in der Brixton=Straße Sie aus dem Gleichgewicht gebracht?“ „Wahrhaftig, ja, mehr als ich für möglich gehalten hätte. Seit meinen Erlebnissen in Afghanistan, wo ich meine Kameraden in Stücke hauen sah, glaubte ich weniger schwach besaitet zu sein.“ „Derartige rätselhafte Vorgänge erhitzen die Einbildungskraft und erzeugen ein leicht erklärliches Grauen,“ meinte Holmes.„In der Abendzeitung steht ein ziemlich ausführlicher Bericht über die Begebenheit, doch freut mich, daß der gesundene Trauring nicht erwähnt wird.“ „Wieso?“ „Wegen der Anzeige, die ich heute abend in sämtliche Zeitungen habe einrücken lassen. Hier, lesen Sie.“ Er reichte mir das Blatt und unter der Rubrik „Gefunden“ las ich folgendes: „Ein einfacher, goldener Trauring ist heute früb auf der Brixton=Straße zwischen dem Gastbaus zum „Weißen Hirsch“ und dem Holland=Hain gesunden worden. Zu erfragen bei Dr. Watson, Baker=Straße 221 d. zwischen 8 und 9 Uhr abends.“ „Sie entschuldigen wohl, daß ich auf Ihren Namen verwiesen habe! Hätte ich meinen eigenen genannt, ich wäre vor der Einmischung des einen oder andern unserer professionellen Dummköpfe nicht sicher gewesen.“ „Wie aber, wenn der Eigentümer sich meldet? Ich habe keinen Ring, den ich ihm geben könnte.“ „Dafür ist schon gesorgt,“ sagte er, mir einen Ring einhändigend.„Er gleicht dem andern auf ein Haar und wird dieselben Dienste tun.“ „Wer wird sich denn auf die Anzeige hin melden — was glauben Sie?“ „Natürlich der Mann mit dem braunen Ueberrock — unser Freund mit dem roten Gesicht und dem groben Schuhwerk. Kommt er nicht selbst, so schickt er einen Spießgesellen.“ „Sollte er nicht Gefahr wittern?“ „Bewahre. Und wenn auch— meiner Ansicht nach würde er jeder Gefahr trotzen, um den Ring wieder zu bekommen. Ich denke mir, er hat ihn verloren, während er sich über Drebbers Leichnam beugte und es nicht gleich bemerkt. Erst als er draußen war, entdeckte er seinen Verlust, und eilte zurück. Da er aber die Torheit begangen hatte, das Licht brennen zu lassen, fand er die Polizei bereits an Ort und Stelle. Um keinen Argwohn zu erregen, versiel er auf den Ausweg, sich betrunken zu stellen. Nun versetzen Sie sie sich einmal in seine Lage. Er überlegt sich die Sache und hält es nicht für unmöglich, daß er den Ring erst verloren hat, nach SS* werden aufregende Getränke ärztlich verboten; es gibt für sie nichts Bekömmlicheres als viel Milch und Kathreiners Malzkaffee. Er enthält keine schädlichen Bestandteile, ist wohlschmeckend, billig und wird den Kindern auf die Dauer nicht zuwider, was bei Milch allein oft der Fall ist. Nur echt in den bekannten, durch Siegelmarke verschlossenen Paketen mit dem Bildnis des Pfarrers Kneipp und der Firma Kathreiners Malzkaffee=Fabriken. 294 Bitte berufen Sie sich bei allen Einkäufen auf die Westdeutsche Landeszeitung. Konkurs Kusbrrndc! 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Noch vor Ablauf einer Stunde kann er hier sein.“ „Und dann?“ „Dann lassen Sie mich nur mit ihm verhandeln— das ist meine Sache. Sind Sie mit Waffen versehen?“ „Ich habe noch einen alten Revolver und einige Leironen. „Putzen und laden Sie ihn auf alle Fälle; wir haben es mit einem verzweiselten Menschen zu tun. Zwar hoffe ich, ihn zu überrumpeln, aber es ist immer besser, vorbereitet zu sein.“ (Fortsetzung solgt.) Paansichl Nauf in allen kaufm. Fächern ausgebildet, sucht Stelle, unternimmt auch kleine Reisen. Off. unt. 02208 an die Exp. Sohn ordtl. Eltern 17 Jahre alt, sucht Stelle als Sailer= und Polstererlehrling Off. u. 0159 an die Exp. Madchen vom Lande welches Küche, Hausarbeit und Bügeln versteht, sucht Stelle am liebsten in Rbeydt oder M. Gladbach. Off. u. 02243 an die Exp. Mädchen aus achtb. Familie sucht Stellung in einem guten, katb. Hause, zwecks Erlernung der keineren Küche. Off. u. 4655 an die Exped. Bess. Herr od. Dame sindet 2 schin nöb. Zune bei alleinsteh. 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Mathias Gottfried, S. des Schneidermeisters Gottfried Körfer, Margaretenstr. 9. Johann, des Kutschers Jakob Busch. Gasstr. 59. Heinrich Josef, S. des Fabrikarbeiters Peter Hudert Jansen, Bonnenbroicherstr. 91. Heinrich Peter, S. d. Fabrikarb. Heinrich Reiner Schelges, Neußerstr. 126. 21. April: Maria Sofie Wilbelmine, T. d. Hausierers Christian Hermann Beckers Luisenstr. 37. Karl, S. des Oberpostschaffners Arnold Bürgers, Bonnenbroicherstr. 64. Werner, S. d. Schreinermeisters Herm. Vinken, Viersenerstraße 96. Wilbelm Johann. S. d Fabrikarbeiters soh. Mathias Schmitz, Ackerstr. 42. Wilbelm Peter Josef. S. des Sandformers Jod. Heinrich von Amelen, Rohrstr. 12. 22. April: Karl Franz. S. d. Fubrknechtes Martin Mock. Rohrstraße 10. Mathias Joseph, Sohn des Anstreichers Bernbard Moll, Blumenbergerstr. 67. Alwine Gertrud. T. d. Tagelöhners Ernst Kellers, Brückenstr. 17. Anna Margareta, T. d. Schlossers Peter Matb. Greven, Kreselderstr. 260. Franz, S. d. Maurers Jakob Köntges, Lürriverstr. 128, Walther Werner. S. des Werkmeisters Heinrich Konrad Adolfs, Müblenstr. 117. Richard Kornelius, S. d. Schmiedes Theodor Kornelius Tüffers, Rbendterstr. 164. Oeiraten: 21. April: Arnold Johann Hammers, Fabrikarb. und Anna Helena Kivke, Fabrikarb., b. u. b. Heinrich August Leußen, Kommis, w. Oberhausen und Martba Anna Küpver, o.., d. v. d. Wilbelm Heinrich Schmitt, Oberlebrer, w. Gelsenkirchen und Maria Henriette Bertba Ernestine Krienen, o.., b. o h. 24. April: Peter Christian Heinrich Schmitz, Fabrikarb. und Katbarina Krug, Dienstmagd, b. v. b. Johann Friedr. Meyer, Fabrikarb. u. Sibilla Buschfeld, Fabrikarb., b. v. b. 25. April: Richard Vieten. Fabrikarb. und Anna Marg. Kastenbolz, Fabrikarb., b. v. b. Johann Allwicher, Instaaateur und Klara Marta Frieda Güntber. Dienstmagd, b. v. b. Albert Leu, Sandformer und Anna'Marta Hiller, Hausbälterin, b. v. b. Leonard Heinrich Pütz, StraßenWolfspitz leingold. Herrenring. Gegen Belobnung abzugeben Alleestr. 4, part. —4 Sntlassen Kbne uir entlaufen. Gegen Belobnung abzugeben 4682 Fliethstraßze 76. auf Hypothekenbriefe Offerten and I 164 an die Expedition. 8 Wolsbhalt. zugelaufen. Gegen Futterkosten und Einrückungsgebühren abzudolen 4083 Mbendterstr. 387. babnwagenfübrer u. Anna Maria Unger, Dienstmagd, b.b. 27. April: Jobann Jak. Schmitz, Ackerer. w. Opboven und Tberesia Boeke, Dienstmagd, v. d. Leo Friedrich Wilbelm Oeblmann, Musikdirektor, w. Elberfeld und Maria Mügge. Konzertsängerin, v. d. Heinrich Frantzen, Hüljsbaduwärter, w. Brachelen und Maria Kiefer, Dienstmagd, v. v. Korl Johann Frentzen, Schlosser. v. b. und Christine Hüsgen, Dienstmagd. w. Büttgen. Theodor Buscheljot, Metzger, w. Rbeydt und Maria Christine Ingendofen, o.., v. d. Gustav Cords, Kaufmann und Paula Clisabetd Cords, o. B. b. v. b. 28. April: Wilbelm Kremers, Wiegkammergebülfe, w. .Gladb.=Land und Gertrud Auguste Stryck, Kostümnäberin, v. h. Friedrich Vögeler, Klempner, w. Rheydt und Anna Maria Kuller, o.., v. d. Peter Jos. Lafare, Handelsmann, w. Havert und Barbara Lukas, o.., v. b. 29. April: Albert Frey, Lagerist, v. b. und Anna Christina Finken, o.., w. Viersen. Josef Otten, Wagenlackterer, v. b. und Adelgunda Gertrud Hormes, Falzerin, w..Gladb.=Land. Mathias Wolters, Schlosser, w. Rbeydt und Anna Maria Jansen, Dienstmagd, v. d. 30. April: Wildelm Jos. Krüchel, Lagerarb. u. Johanna Elisabeth Kodlenberg, Konfektionsnäberin, v. b. Paul Koch, Vers.=Beamter und Johanna Margarete Hackspiel, a.., b. v. b. Jakob Oeben, Bürogehülfe u. Anna CAcilia Schmitz, o.., b. v. b. Hieronimus Hubert Lausen, Fabrikarb., w. i. Hockstein u. Odilia Coslar, Konfektionsnäberin, v. b. Heinrich Andreas Pecks, Schlosser und Maria Agnes Wolfe, Wärterin, u. v. Heinrich Juliu Wildrautb, Lagerarb. und Maria Katd. Daniels, Fuorirarb., d. v. h. Gustav Adolf Hölters. Kaufmann und Berta Elfriede Schroer, o.., b. v. d. Bernbard Carbois, Grundard, v. b. und Frieda Hein, Wederin, w. M. Gladbach=Land. Sterbe19. Hansen. 13. Siie Sppuié 43 J. Regentenstr. 8. Jakodine Joch, 19., Ludwiastr. 13 K