105. Buachhande ngefahren larius. allgemein irn V. v. OeffentFeinden daß ich Zweck ist d in demGebiet der mit Hru. m. Nn nsen, 43. Küche und st wo. ochen t. 641 äft zu über602 andwert ge (611 inge Lohn gleich Nr. 62. Speetttker, Druck und Verlag Frz. van Oberger RSiedbach. Erscheint Imal wöchentlich: Dienstags, Donnerstags und Ganstagt. 1875. Stellvertretender verantwortlicher Redakteur J. Klein N. Gladbach. Abonnementspreis pr. Quartal 1½ Mark (15 Sgr.) Insertionspreis die 15 Markpfennige (1 Sgr. 6 Pfg.) Deutsches Reich. * Berlin, 1. Juni. Vor einigen Tagen meldeten berliner Blätter, daß das Preßbüreau im Ministerium des Auswärtigen durch eine Verfügung des Reichskanzlers aufgelöst worden sei. Dieses Preßbüreau, dessen Chef der bekannte Dr. Aegidi ist, hatte den Zweck, in„öffentlicher Meinung“ zu machen und die Welt je nach Bedürfniß von den Rüstungen Frankreichs oder der Freundschaft Rußlands zu unterhalten. Meister Aegidi war es, der durch die Kriegsartikel in den offiziösen Blättern kürzlich ganz Europa in Alarm brachte; das Alarmiren machte ihm Lust und er mag vielleicht weiter gegangen sein, als sein Auftrag es erlaubte— genug, Fürst Bismarck hat ihn seines Postens enthoben. Dagegen ist es keine Frage mehr, daß das Büreau als solches, namentlich die Abtheilung für„Waschzettel“, bestehen bleiben wird. Interessant ist hierbei wie er die Art, wie Bismarck mit seinen gehorsamst vor ihm ersterbenden Kreaturen umzuspringen versteht. —* Aus der gestrigen Rede des Lords Derby im englischen Oberhause ergibt sich, daß vor Kurzem wirklich der Krieg vor der Thür stand. Es ist so. Offiziöse„Waschzettel" und„reichsfreundliche" Reptilien mögen nun dagegen protestiren wie sie wollen— der Zar war diesmal der Friedensfürst. Uebrigens hat Lord Derby mehr verschwiegen als gesagt, sintemalen„die Ursachen der Beunruhigung derart waren, daß sie ihrer Natur nach sich leicht wiederholen könnten.“ Ja, das glauben wir schon! Es fragt sich nur, ob wir nicht eines Tages vor einer europäischen Koalition stehen— so unmöglich dürfte dies nicht sein, und was dann? Der„StaatsAnzeiger“ hält übrigens für nothwendig, auf die Rede Derbys Folgendes zu erwidern: „Daß die Vermehrung der französischen Cadres in Berlin eine gewisse Beunruhigung erzeugt hat, ist richtig. Diese Beunruhigung hat aber nicht im entferntesten zu kriegerischen Entschließungen oder auch nur zu Erwägungen in Deutschland geführt, und es hat bei der Reichsregierung zu keiner Zeit die Absicht bestanden, eine Aufforderung zur Reduktion der Streitkräfte oder auch nur zur Sistirung der Armee=Reorganisation an die französische Regierung zu richten. Es ist zu keiner Zeit auch nur ein Gedanke an eine solche oder eine ähnliche Maßregel in Erwägung gezogen oder überhaupt erwähnt worden.“ Das Unerhörteste, was der„Kulturkampf" bis jetzt zu Tage gefördert hat, mag wohl am Pfingstfeste zu Dreihausen in Oberhessen vorgekommen sein.„Der„gesperrte“ lutherische Pfarrer Schedtler“, so schreibt man von dort,„stand eben in dem zum Betsaale eingerichteten Zimmer eines Privathauses am Altare, um mit seiner ihm treu anhängenden Gemeinde das Abendmahl zu feiern, als er unter den Versammelten auch den PolizeiCommissar von Marburg nebst zwei Gendarmen erblickte. Pfarrer Schedtler fuhr nichtsdestoweniger in seiner gottesdienstlichen Handlung fort. Aber kaum war er im Begriffe, dem ersten von den 31 Männern, die das Abendmahl empfangen wollten, dasselbe zu reichen, als sich der Polizei=Commissar, der bisher schweigend dagestanden, nahte und den Abendmahlskelch wegnehmen wollte, ungefähr mit folgenden Worten:„Halt! Jetzt ist's fertig! Das ist Ihnen verboten!“ Der erschrockene Pfarrer suchte der Polizei nun klar zu machen, daß hier überhaupt von einem Verbote gar nicht die Rede sein könne, da er ja erst neulich in 17 ähnlichen Fällen freigesprochen worden sei. Die Antwort des Polizei=Commissars lautete sehr einfach:„Ja! Aber dagegen ist appellirt, und Ihre Strafe wird Sie treffen. Und jetzt muß ich Sie hindern.“ Pfarrer Schedtler mußte unter Protest der Gewalt weichen. Unter den Klagen der versammelten Gemeinde wurde der confiscirte Abendmahlskelch nebst seinem Inhalte durch die beiden Gendarmen dem Bürgermeister zur Aufbewahrung in's Haus gebracht.“ — Der Kriminalsenat des Kammergerichts sprach heute die Schließung des potsdamer katholischen Gesellenvereins aus wegen gemeingefährlicher Tendenzen(!!) dieser Vereine. Am 30. Mai ist Fürst Bismarck aus Friedrichsruh hier eingetroffen und stattete er dem Könige von Schweden einen Besuch ab. Posen, 31. Mai. Der Rittergutsbesitzer v. Mankowski, welcher den Exkommunikator des Propstes Kick in Kähme vom Bahnhof Samter nach Kwilcz befördert haben soll, ist auf Verfügung des Kreisgerichtes zu Samter wegen verweigerten Zeugeneides verhaftet worden. In Posen wurden vor einigen Tagen der Domvikar Jahnke und der Professor Lykowski, da sie zum zweiten Mal ihre Zeugenaussage in der Angelegenheit des geheimen Delegaten verweigerten, in Haft genommen. — Der Neopresbyter Kucner in Gnesen, welcher gegenwärtig sein Militärjahr abdient, ist, dem„Kuryer" zufolge, von seiner Militärbehörde eingehend über die Vornahme kirchlicher Funktionen verhört und bei dieser Gelegenheit gefragt worden, ob er die Maigesetze anerkenne. Er soll dies mit dem Bemerken verneint haben, daß die Gesetze seinem Gewissen widersprechen. Kucner ist derselbe Geistliche, welcher vor einiger Zeit eine wegen„unbefugter“ Vornahme von Amtshandlungen verwirkte Gefängnißstrafe, da er bereits Soldat war, im Militärarrest abbüßte. — Der Geistliche Göbel ist aus der Haft entlassen worden, nachdem er beschworen hat, er wisse nicht, wer über den Propst Kick in der Kirche zu Kwilcz die Exkommunikation ausgesprochen. Breslau, 31. Mai. Der Weihbischof Wiedarski ist in der vergangenen Nacht gestorben. Vom Niederrhein, 29. Mai, wird der„K. Volksztg.“ geschrieben:„Sie haben schon vor einiger Zeit Ihren Lesern in aller Kürze die Absetzung des Lehrers Schreiner in Duisburg mitgetheilt. Erlauben Sie, daß ich jetzt, wo das Interesse des gemaßregelten Herrn nicht mehr entgegensteht, Ihnen nähere Mittheilung mache über diese Episode im„Kulturkampf“, die nach allen Seiten hin so großes Aufsehen erregt hat. Am 4. März las der städtische Inspektor für die katholischen Schulen Duisburgs, Herr Hegener, auf einer Konferenz die eben erst bekannt gewordene Hauckesche Staatskatholiken=Adresse vor und forderte sämmtliche Lehrer und Lehrerinnen zur Unterschrift auf. Zur Motivirung hob er hervor, man könne nicht mehr dem Papst und Kaiser zugleich dienen; man müsse sich für und wider erklären. Die königl. Regierung werde auch von jedem Lehrer bald eine Erklärung verlangen und die Hartnäckigen absetzen. Das sei auch natürlich; denn wie könne ein Lehrer, der nicht auf dem Standpunkte des Staates stehe, die Lehre vom Papste so vortragen, wie dies der Staat(?) verlangen müsse? Die Adresse sei von elf tüchtigen(?) Katholiken verfaßt und enthalte nichts(?), was nicht jeder Katholik aus vollem Herzen unterschreiben könne. Staunen und lebhafter Unwille waren die Folgen dieser geistreichen Kulturrede. Mehrere Lehrer wollten sich schon zum Worte melden (es geht nämlich auf diesen Konferenzen streng parlamentarisch zu), um gegen die Unterzeichnung zu protestiren, als zunächst ein Lehrer den Wunsch äußerte, man möge mit Vorlegung der Adresse warten, bis die Regierung eine Meinungsäußerung verlange. Herr Hegener meinte jedoch: Warum? Es sei ja doch selbstverständlich, daß sie alle auf Seiten des Staates ständen. Da trat Herr Schreiner mit Mannesmuth auf. Er wies auf manche Punkte hin, die jedes katholische Schulkind wisse, motivirte ausdrücklich seinen Standpunkt und schloß mit den Worten:„Mein Gewissen verbietet mir, zu unterzeichnen, und deßhalb werde ich es nie und nimmer thun!" Die Gestikulationen der Anwesenden waren derartig, daß der Herr Inspektor daraus viel lernen konnte; er äußerte denn auch sein Bedauern, die Sache angeregt zu haben und schloß bald die Sitzung. Nach wenigen Tagen mußte Herr Schreiner vor einer höheren Behörde erscheinen. Diese suchte ihn zum Widerruf zu bewegen. Sie erinnerte daran, daß ihm schon seit einiger Zeit eine ehrende Beförderung zugedacht sei (Herr S. war einer der tüchtigsten und eifrigsten Lehrer), man stellte ihm die übeln Folgen seiner„Hartnäckigkeit" vor Augen. Herr S. beharrte auf seinem Standpunkte. Als man ihm auch Mangel an Patriotismus vorwarf, erklärte er mit aller Entschiedenheit:„Meine Herren! Meines Patriotismus habe ich mich nie zu schämen brauchen. Meine drei Brüder fochten im Jahre 1870 in unserer Armee; einer erhielt bei Spichern eine Kugel durch die Brust; da habe ich als letzter Sohn meiner noch lebenden Eltern mich freiwillig zum Feldzug gemeldet, und nur der Rath der Regierung hat mich vom Eintritt in die Armee zurückgehalten.“ Nach mancherlei Bemühungen drückte man schließlich dem Herrn nochmals die volle Zufriedenheit mit seinen Leistungen in der Schule aus, gab ihm noch eine Bedenkzeit, um, als diese fruchtlos verstrichen war, seine Entlassung aus dem Amte bei der königlichen Regierung zu beantragen. Dieselbe wurde genehmigt. Hinterher gab ihm die Stadt Duisburg in Anbetracht seiner guten Leistungen noch eine Remuneration von 50 Thalern. Herr Schreiner hatte noch keine definitive Anstellung, da er noch nicht volle zwei Jahre im Amte war. Der Schmerz der katholischen Bürgerschaft Duisburgs über seine Absetzung war allgemein. Alsbald thaten sich mehrere Bürger zusammen, die ihm den Bezug seines vollen bisherigen Gehaltes im Betrage von jährlich 450 Thaler garantirten bis zu dem Tage, wo er eine neue Anstellung würde gefunden haben. Auch ehrenvolle Anerbietungen verschiedenster Art blieben nicht aus. Herr Schreiner wählte das Anerbieten des Grafen Praschma auf Falkenberg in Schlesien, der ihn auf den 1. Juli zu seinem Hauslehrer und Privatsekretair ernannte.“ Münster, 31. Mai. Der„Westfälische Merkur“ schreibt an der Spitze seiner heutigen Nummer: „Berliner, Hamburger und Elberfelder Blätter bringen die Neuigkeit, der Herr v. Kühlwetter, Oberpräsident von Westfalen, habe nun auch unseren hochverehrten Oberhirten, Bischof Johann Bernard, aufgefordert, binnen 10 Tagen sein bischöfliches Amt niederzulegen, widrigenfalls nach Ablauf dieser Frist bei dem „Gerichtshofe für kirchliche Angelegenheiten“ der Antrag auf Einleitung des Verfahrens behufs„Entlassung aus dem Amte“ gestellt werde.“„Kühl bis ins Herz hinein“ haben wir nach Lesung dieser Nachricht an maßgebender Stelle Erkundigungen über den Sachverhalt eingezogen und erfahren, daß hier eine solche Aufforderung nicht bekannt sei. Daß dieselbe aber früher oder später erfolgen wird, das sagen wir uns schon lange ebenso kühl. Wir haben aber unsere Antwort auf diese, auf die„Einleitung des Verfahrens“ und auf die„Entlassung aus dem Amte“ fix und fertig, ohne daß jemals eine Aenderung möglich wäre. Diese lautet: Johann Bernard, durch Gottes Barmherzigkeit und des apostolischen Stuhles Gnade, Bischof von Münster, wird, ob frei auf dem Stuhle des heil. Ludgerus oder in Banden, oder internirt oder expatrüirt, als der von Gott gesetzte Oberhirt von den römisch=katholischen Christen des Bisthums Münster tief verehrt und innig geliebt, so lange Gott und der heil. Stuhl ihn in diesem heil. Amte beläßt.“ — Den Lokalschulinspektoren ist unterm 30. Mai folgende Verfügung zugegangen: „Münster, 21. Mai. Auf Grund des Ministerial=Erlasses vom 23. Februar v.., Nro. 840 U III, sehen wir uns veranlaßt, sämmtlichen Geistlichen die Betheiligung am Religieiter 642 tr. 204. len raße 30. inn hen Stelle Comptoir. ie 26. eerer gsser [644 igießerei. rhund entlaufen. Brust und st ein weirhält eine if wird geertz Rhendt. ; N ä h e v o m kreuzchen 7. g: —11 Uhr von—11 Die Rose von Baden=Baden. Von Sophie Holstein. 9(Fortsetzung). „In der That, gnädige Frau, Ihre milde Anschauungsweise findet ein treues Echo in meinem Herzen; deßhalb freute es mich sehr, als Sie die giftigen Lästerzungen, Frau v. Demburg voran, so energisch zum Schweigen brachten; Sie sprachen mir ganz aus der Seele.“ Vor Frau v. Frobachs Hotel verabschiedete sich der Baron im besten Einvernehmen mit der alten Dame, der er versprach, ihr das Ergebniß seiner Erkundigungen über den Verwundeten alsbald mitzutheilen. Nach vierzehn Tagen war die Heilung des Fürsten so weit vorgeschritten, daß er ohne Gefahr nach Baden gebracht werden konnte. Dem Baron war es trotz aller Mühe nicht gelungen, den Aufenthalt Demschoffskis auszukundschaften, und so war Frau v. Frobach in gänzlicher Unkenntniß darüber, bis eines Morgens P. Erasmus bei ihr erschien und sie mit ungewohnter Lebhaftigkeit anredete: „Ich komme heute in einer besonderen Angelegenheit, gnädige Frau. „Ohne Zweifel wieder im Dienste der Nächstenliebe!“ „Sie haben es errathen. Ich möchte Sie bitten, in der Pflege eines Kranken meine Stelle einzunehmen, da meine Oberen mich von hier abberufen.“ „Verfügen Sie ganz über mich.“ „Der Kranke, den ich Ihrer Obsorge übergeben möchte, ist ein junger Mann, der an einer Schußwunde schwer darniederliegt.“ „Ach, das ist Demschoffski!“ rief sie entzückt aus;„Gott sei Dank, daß ich ihn pflegen darf.“ „Wie, gnädige Frau! Sie kennen also bereits den Namen?“ „Mehr noch als diesen; denn trügt mich nicht Alles, so hat er auf meine Theilnahme noch ein höheres Recht, als die christliche Liebe ihm gibt. Doch erst, wenn ich ihn gesprochen habe, kann ich mehr darüber mittheilen.“ g.# Da din ich gut adressirt, wie ich sehe“, versetzte mit frohem Sachein der Ordensmann.„Gott sei Dank, daß er mich zu Ihnen Heführt.“ Er gab der Dame noch die nöthigen Aufschlüsse über Patienten und einige Verhaltungsregeln und fügte hinzu: 2toch muß ich bemerken, daß Sie in dem Fürsten ein Gemuth verden kennen lernen, das für alles Edle und Gute empfänglich Ich habe wahrhaft genußreiche Stunden im Austausch unserer Gedanken an seinem Krankenlager durchlebt.“ Wir haben Demschoffski in einer höchst bedauernswerthen Lage Pestassen. Seine Wunde war tief und gefährlich; nur unter groeen Schmerzen konnte die Kugel, die zwischen Brust und Schulter Erorungen war, herausgenommen werden. Doch siegten sein unverdorbene Jugend und volle Lebenskraft über die Heftigkeit des Wundfiebers, das ihn an den Rand des Grabes gebracht hatte. Auch pflegte ihn P. Erasmus mit der Liebe eines Bruders und der zärtlichen Sorgfalt eines Freundes. In den lichten Momenten zwischen den Fieberphantasien betrachtete der Fürst seinen Pfleger mit verwunderten, ja oft scheuen Blicken, denn wie ein Traumbild aus einer früheren Zeit erschien ihm die Gestalt des Mönchs, und dessen Züge erweckten Erinnerungen in ihm, die ihm schmerzlich sein mußten.„Delmenhorst!“ flüsterte er zuweilen,„kömmst Du, Dich zu rächen?... ich wollte Dich tödten... nun hat mich die Kugel getroffen....“ P. Erasmus suchte ihn auf die sanfteste Weise zu beruhigen, obgleich solche Reden des Fieberkranken ihm ins Herz schnitten. Als der Fürst endlich so weit in der Besserung vorgeschritten war, daß seine Ideen wieder klarer wurden und er sich bewußt ward, was mit ihm vorgegangen, erwachte in ihm der bitterste Groll gegen den Grafen Golana, den er doch nie beleidigt und der mit so blinder Wuth ihn zum Duell gedrängt hatte. In den heftigsten Ausdrücken machte er einmal seinen feindseligen Gefühlen Luft. Erasmus hörte ihm lange schweigend zu. Er hatte den Blick sinnend zu Boden gesenkt; endlich ergriff er Demschoffskis Hand sund sprach:„Mein Fürst! Es ist göttlich, zu verzeihen, es ist Christenpflicht; es ist auch die Ihrige jetzt. Ja es ist schwer, sehr schwer, ich läugne es nicht; dennoch ist es möglich, das Herz so weit zu bezwingen und ich selbst habe es gekonnt und habe dem Freunde, der mir zum Todfeinde geworden, vergeben, so daß ich ihn von ganzer Seele wieder lieben konnte, obwohl er mich einst in eifersüchtiger Raserei im Zweikampf zu Boden streckte.“ „Delmenhorst!“ rief der Fürst, die Arme nach ihm ausbreitend; „Du bist's! Du lebst noch!... Ist's möglich... Du ein Priester, ein Mönch! und ichl o kannst Du mir auch wirklich verzeihen? Durch deine treue, aufopfernde Liebe giebst Du mir das Leben wieder, und ich Elender!... ich wollte Dich ermorden!" Die beiden Freunde hielten sich lange weinend umschlungen; endlich riß sich P. Erasmus los und ermahnte besorgt den Fürsten zur Ruhe: später wolle er ihm Alles erzählen. „Nun mag kommen, was da wolle!“ jubelte Demschoffski,„es lastet, Gott sei Dank, keine Blutschuld mehr auf mir.“ Einige Tage später saß P. Erasmus wieder an dem Bette seines Freundes.„Wie lange“, sprach dieser,„wirst Du mir denn noch die Erzählung Deiner Erlebnisse seit unserer unseligen Trennung vorenthalten? Sage mir, was Dich, den feinsten Elegant von Petersburg, bewegen konnte, das Kleid des hl. Franziskus an„Wohlan, lieber Constantin, es seil Als Du mich damals auf dem Kampfplatz todt glaubtest, ward ich, da sich noch Spuren des Lebens zeigten, von meinen Dienern in ein nahe gelegenes Spital gebracht. Es war wenig Hoffnung, mich zu retten; nur der außerordentlichen Geschicklichkeit der Aerzte gelang es, mich nach drei Monaten furchtbaren Leidens so weit herzustellen, daß ich, wenn auch sehr verändert im Aeußeren und Inneren, das Spital verlassen konnte.“ „Und Gräfin Olga?“ fragte Demschoffski,„erfuhr sie nichts von unserem Zweikampf, zu dem doch sie allein uns veranlaßte?“ „Darüber Constantin, möchte ich lieber schweigen“, entgegnete ernst der Mönch.„Doch weil Du es wünschest, so höre weiter. Als ich sie nach meiner Genesung zum ersten Mal wieder im Hause ihres Vaters besuchte, ward sie, die mir mit glühenden Worten ewige Treue geschworen, als Braut des Fürsten Obloschnikof mir vorgestellt. Sie hatte nur Augen für ihren Bräutigam und ließ mich ganz unbeachtet stehen, ohne ein Wort der Theilnahme oder auch nur der Höflichkeit an mich zu richten. Wie von Furien gejagt eilte ich aus dem Palais und verwünschte die Zeit, wo ich dieses herzlose Geschöpf zum Gegenstand meine unsinnigen Anbetung gemacht hatte. Meine Eltern wollten unter solchen Verhältnissen mich baldigst aus Petersburg entfernen und brachten mich zur.... schen Gesandtschaft an den wiener Hof. Mein neuer Posten brachte mir Glanz und Auszeichnung; allein auch im Genusse von Allem, was meinen Ehrgeiz befriedigen konnte, fand ich das Glück nicht. Mein Herz blieb öde, und ich sehnte mich nach Etwas, das die Leere meines Innern ausfüllen konnte. Da wurde ich mit einer wichtigen Sendung an den päpstlichen Hof betraut. In Rom lernte ich die hervorragendsten Persönlichkeiten des hohen Klerus kennen. Ich unterhielt mich gerne mit ihnen, obwohl die von Jugend auf eingesogenen Vorurtheile mich Anfangs sehr mißtrauisch machten. Um so tiefer war der Eindruck, den ihr würdevolles, ächt christliches Benehmen auf mich machte. Mein lebhaftes Wesen schien auch ihnen zu gefallen, und so verschmähten sie es nicht, mancherlei tief religiöse Gegenstände mit mir zu erörtern. Der Umgang mit Männern, deren Leben in vollkommener Uebereinstimmung mit ihren Worten stand, übte auf mich den mächtigsten Einfluß. Bald beschäftigte mich Tag und Nacht der Gedanke, Alles zu verlassen, was mich bisher so wenig befriedigt hatte, und in einen Stand zu treten, der mir zwar kein irdisches Glück, aber den Frieden der Seele bringen konnte. So reifte endlich der Entschluß in mir, der Welt zu ensagen und im Kloster meine Kräfte dem Dienste Gottes zu weihen. Ich habe bis jetzt noch keine Ursache gehabt, das Joch, das ich auf mich genommen, anders als suß zu nennen.“ (Fortsetzung folgt.) onsunterricht in der=Schule, soweit solche bisher noch stattgefunden hat, hiermit zu entziehen und zu untersagen, diesen Unterricht dagegen überall den betreffenden Lehrern resp. Lehrerinnen zu übertragen. Ew. Wohlgeboren haben die ihnen untergebenen Schulvorstände, für welche wir die nöthigen Abschriften dieser Verfügung zu Ihrer Erleichterung beifügen, hiekvon ungesäumt zur Nachrichtung in Kenntniß zu setzen und die Ausführung dieser unserer Verordnung zu überwachen. Königliche Regierung. Abtheilung des Innern, v. Tschoppe. An sämmtliche Herren KreisSchul=Inspectoren. Cito!“ Wie es heißt, sollen auch alle Geistlichen der Lokalschulinspektion enthoben werden. —* Es bestätigte sich, daß der hochw. Herr Bischof Johann Bernard von Oberpräsidenten aufgefordert worden ist, sein bischöfliches Amt niederzulegen. München, 31. Mai. Nach der„Süddeutschen Presse" ist Pfarrer Schneider zu Stamfried(Oberpfalz) vom König zum Erzbischof von Bamberg ernannt. Schweiz. Basel, 31. Mai. Den„Baseler Nachrichten“ zufolge entschied heute der Bundesrath in Sachen der Ausweisung jurassischer Geistlichen dahin: Die berner Regierung wird eingeladen, den Ausweisungsbeschluß gegen ausgewiesene Geinliche zurückzunehmen und hierfür zweimonatliche Frist angewiesen. Die berner Regierung wird wahrscheinlich Rekurs an die Bundesversammlung ergreifen und diese vermuthlich im Juli zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten. Oesterreich. * Wien, 28. Mai. Die gestrige Frohnleichnamsprozession war eine sehr großartige, die Witterung jedoch leider so ungünstig, daß auf dem Wege vom zweiten zum dritten Altar der Rückzug zum Stephansdom angetreten werden mußte. Es betheiligten sich an der Prozession der Kaiser, die Erzherzöge, der männliche Hofstaat, die Minister und Ordensritter, so wie der Pfarr= und Regularklerus. —* Ein„liberales“ Hetzblatt, die linzer„Tagespost“, hatte die Gelegenheit wahrgenommen, in giftiger Weise über die Frohnleichnamsprozession herzufallen. Das kulturkämpferische Blatt kam zu dem Schlusse, daß die offizielle Betheiligung der Staatsbeamten, des Militärs und der Schulen den Staatsgrundgesetzen zuwider sei. Die betreffende Nummer wurde konfiszirt. — 30. Mai. Der Diurnist Jos. Wiesinger, der angebliche Bismarck=Attentäter, wird, wie das„Fremdenbl.“ berichtet, täglich zweimal zum Verhör geführt. Das Resultat ist vorläufig selbstverständlich noch Amtsgeheimniß, doch darf man annehmen, daß die Untersuchung beendet sein wird. Auch die Frau Wiesinger, eine schwächliche Person, wurde bereits vorgenommen, doch konnte sie keinerlei Aufklärungen über den Fall geben. Ihr Gatte hat nämlich in der letzten Zeit seiner Arbeitslosigkeit sich mit dem Abfassen von Klage= und Bittschriften, sowie Majestätsgesuchen beschäftigt, und da fiel es ihr nicht auf, wenn er irgend Etwas schrieb. Auch war Wiesinger gerade damit beschäftigt, einen Roman zu schreiben, und wollte denselben lieferungsweise herausgeben. Einen Brief, in welchem er sich diesfalls an die Buchhandlung von Werner Grosse in Berlin gewendet, hatte er kurz vor seiner Verhaftung abgeschickt und fand man den korrigirten Aufsatz noch vor. Bei der Hausdurchsuchung, die eine Kommission und zwei Civilwach= männer am 15.., Nachmittags, in der Wohnung Wiesinger's vornahmen, fand man zwei Konzepte zu jenem Briefe, den der Verhaftete dem Provinzial des wiener Jesuitenkollegiums, P. Cornelius Bülow, übergeben hatte. Wiesinger bewohnte ein kleines Zimmer, welches wohl ärmlich, aber nett und reinlich eingerichtet war. Selbst eine kleine Bibliothek fand man. Er wird als guter Familienvater geschildert, und besitzt einiges Wissen. Er absolvirte sieben Klassen am Piaristen=Gymnasium zu Auspitz, und da ihn der plötzlich erfolgte Too seines Vaters am Fortstudiren hinderte, zum Militär. In derselben Angelegenheit wird der alten „Presse“ aus Rom unterm 25. d. geschrieben: „Heute früh sprach ich mit einer Persönlichkeit, welche mit dem Pater Beckx wohl bekannt ist und mir durch ihre reichen Beziehungen in loeo schon öfter gefällig war und der ich die Attentats=Gerüchte, wie sie mir telegraphisch gemeldet wurden, mittheilte. Diese Persönlichkeit begab sich sofort zum General und erfuhr von ihm, daß er nie von einem Josef Wiesinger noch von irgend einem anderen Individuum irgend einen Antrag eines Attentats auf den Fürsten Bismarck in keiner Form und auf keine Weise gestellt erGeneral fügte meinem Gewährsmann noch hinzu: Sollte mir aber je ein derartiger niederträchtiger Mörder nahen, so geschähe dies sicher nur, um durch irgend eine noch nie dagewesene Weise den Jesuitenorden zu kompromittiren und Gewaltmaßregeln gegen denselben zu rechtfertigen. Denn für so schlecht oder für so dumm würde man doch den General der Jesuiten nicht halten, daß man meinen sollte, er könne auf einen solchen Antrag eingehen.“ —* 31. Mai. Der neulich vom Fürsten Liechtenstein über die soziale Frage gehaltene Vortrag veranlaßt die„N. Fr. Pr.“ über den„Sozialismus der Schwarzen“ zu leitartikeln. Das Blatt sagt u..: „Es ist wahr, daß in der modernen Gesellschaft nicht jedem einzelnen Individuum ein menschenwürdiges Dasein gewährleistet ist, daß die große Capitalwirthschaft die Zahl der selbstständigen Arbeiter stetig vermindert, die der abhängigen Lohnarbeiter in gewaltigen Dimensionen verEsistebensorichtig, daß die materielle Aory des proletarischen Arbeiterstandes in vereinzelten Fällen bitterer und schmerzlicher ist, als das Elend der früheren Hörigen oder ... aber mit welcher Stirn können die Ultramontanen die Behauptung wagen, daß sie berufen seien, dieses Elend zu sie, in derem Schuldbuche die ganze ungeheure Summe des iae fanger sie die ar früheren Jahrhunderte steht und die niemals, zar die waacht besaßen, auch nur das geringste menschliche Fühlen— vir Roty der unterdrückten Classen gezeigt?(!!).... „zschen pacte Partei aber kann das Verdienst vindieiren, der gesetzlichen Gebund“ deuntung, menschlicher Arbeit und ebenso der elend ein Eade dendeit des Ardeterstandes an sein angeborenes gerinasten Zweiteke n zu haben. Es unterliegt ferner nicht den Fe##rgrrn 2 Leifel, daß diese gesetzliche Umwälzung auch von einer bealeitet war. Wenn verneserung des Zustandes der Massen mme varbandenes Glend btsdestoweniger diese letzteren ihr noch mmmer Vorhanbenee Elend vielleicht heute schmerzlicher empfinden, als in früheren Jahrhunderten, so hat dies seinen Grund einfach darin, daß der Liberalismus sie aus ihrer einstigen verthierten ie###erissen, sie zum Bewutzisein ihrer Menschenrechte gebracht u.=rulch Wünsche in ihnen wachgerufen, die sie früher nicht gekannt.“ Und nun kommt zum Schlusse das Beste: „Die Socialisten sind in Wahrheit nur jene Ungeduldigen unter den Liberalen, die mit dem Kopfe durch die Wand rennen und die Lösung der socialen Fragen erzwingen möchten, noch bevor die Möglichkeit einer solchen Lösung vernunftgemäß dargethan ist. Nicht die Ziele, nur die Mittel dieser Beiden sind verschieden.“ .„Die„N. Fr. Pr.“ ist bekanntlich ein jüdisches, hervorragend zurturkämpferisches Blatt, das in letzter Zeit besondere Angst vor sen der katholischen Kirche gezeigt hat. Abgesehen von den infamen, der Geschichte widersprechenden Ausfällen gegen die bösen „Ultramontanen“ muß man ihm doch für das zum Schlusse abgelegte Geständniß dankbar sein, indem es damit zugibt, was der Abbé Broquet behauptet, wenn er sagt, der Liberale sei das in feinen Manschetten und Lackstiefeln, was der Internationale(Sozialist) in Holzschuhen oder barfuß ist. I Paris, 29. Mai. Die vollständige Niederlage der Konservativen in den Sitzungen der Nationalversammlung vom 26. und 27. dss. ist ganz geeignet, die Ereignisse in Fluß zu bringen und diejenige Lösung nunmehr herbeizuführen, welche nach menschlichem Ermessen die einzig mögliche ist: Triumph der rothen Republik, aus der sich dann das Kaiserreich wieder aufbaut. Es lag in den Händen der Dreißiger=Kommission, Frankreich eine konservativere Verfassung zu geben; sie hatte die von Dufaure vorgelegten Gesetzentwürfe zu prüfen, und ihr Gutachten abzugeben, ferner den Modus der Wahlen der Nationalversammlung zur Annahme oder Verwerfung anzurathen, kurz sie hatte die Entscheidung in Händen, da die Nationalversammlung sich ihrem Votum unbedingt anschließt. Wenn man nun aber bedenkt, daß sich in der jetzigen Kommission nur 4 Konservative, dagegen 26 Republikaner und zwar meist rothe befinden, so weiß man, in welchem Sinne die Kommission arbeiten wird. Und Angesichts der Zerfahrenheit bei der Rechten, ist gar keine Hoffnung, einem Vorschlage der Kommission wirksam Opposition zu machen. So wird denn für die nächsten Wahlen ein den Revolutionären günstiger Wahlmodus kommen und damit ist die Zusammensetzung der nächsten Nationalversammlung gegeben. Tritt aber eine solche Lösung ein, so ist natürlich das Ministerium Buffet, wenigstens in seinen konservativen Mitgliedern(also Buffet selbst an der Spitze) unmöglich und wer weiß, ob diese Ministerkrisis nicht auch eine Kabinetskrisis zur Folge hat, denn Mac Mahon selbst werden die Republikaner doch allmählich immer unbequemer, daß aber in einem solchen Falle nur ein Rother, ein Gambetta oder Challemel=Lacour Nachfolger sein würde, ist unzweifelhaft.— Die gegenwärtige Zerfahrenheit der Dinge ist so groß, daß sogar wieder Staatsstreichsgerüchte umlaufen, und zwar will laut einer Mittheilung der„K. Ztg.„der Marschall=Präsident seine Gewalt in die Hände eines Kollegiums von zusammenberufenen Marschällen und kommandirenden Generälen niederlegen, um dann nach Anweisung und auf die Autorität dieses Kollegiums die Schritte zu thun, welche nöthig für die Erhaltung der konservativen Interessen seien.“ London, 29. Mai. Der große Strike in Südwales ist nach unzähligen Verzögerungen und Enttäuschungen endlich durch einen förmlichen Vergleich beigelegt. Die Vertreter der Arbeiter und die Grubenbesitzer versammelten sich zu Cardiff. Bedingungen der Grubenbesitzer waren bekanntlich seit Aufhebung der#perre eine Lohnherabsetzung von 15% und eintägige Kündigung bis zur allgemeinen Wiederaufnahme der Arbeit. Demgegenüber boten nun die Arbeiter durch ihre Vertreter eine Herabsetzung der Löhne um 12½% an, die für die nächsten sechs Monate göltig bleiben sollte. Schließlich ließen sich die Besitzer auf die 12½% ein, die Dauer des Lohnsares wurde indeß auf drei Monate beschränkt. Unter diesen Bedingungen kam die Vereinbarung zu Stande, und wird die Arbeit allenthalben nächsten Montag beginnen. Mit Eröffnung der Kohlengruben werden auch die zur Unthätigkeit verurtheilten Eisenwerke wieder in Thätigkeit treten. Die neuen Lohnsätze werden auch für diejenigen Arbeiter gelten, welche seit Aufhebung der Sperre der Herabsetzung um 15% sich fügten, meist Leute der Bezirke Dowlais und Cytarthfa. Die Beendigung dieses langwierigen Strike's, des größten Kampfes zwischen Arbeit und Capital in unsern Tagen, an dem mehr als 100,000 Arbeiter freiwillig oder gezwungen Theil nahmen und dabei, nach mäßigen Berechnungen, mehr als 3,000,000 Pfd. St. an Löhnen einbüßten, wird überall freudig begrußt; die größte Freude herrscht selbstverständlich in den betroffenen Bezirken, wo Tausende von Familien nach langen Elend und Entbehrungen aller Art wieder frei aufathmen und einer Wiederkehr des alten Wohlstandes entgegensehen. Der#trike hat nun vier Monate gedauert. — 1. Juni. In der gestrigen Sitzung des Oberhauses beantragte Lord Russell die Mittheilung der seit Beginn dieses Jahres zwischen England und dem deutschen Reich, Frankreich, Rußland, Italien, Belgien, Holland, Spanien und Portugal gewechselten diplomatischen Korrespondenz, so weit solche auf die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens Bezug habe. Lord Russell sprach die Ansicht aus, daß England wie 1814 auch jetzt mit den übrigen Mächten die Verträge aufrechterhalten müsse, damit dieselben in Gemeinschaft mit England jeden neuen Krieg verhinderten. Der Staatssekretair des Auswärtigen, Lord Derby, erwiderte, er begreife vollständig die natürliche und berechtigte Neugierde Aller, die dem Gange der auswärtigen Angelegenheiten in den letzten Wochen mit Aufmerksamkeit gefolgt seien, so wie den Wunsch derselben, vollständigere Aufschlüsse darüber zu erhalten. Die Regierung wünsche Nichts von dem zu verheimlichen, was sie gethan habe; es sei ihr aber unmöglich, eine richtige und genaue Darstellung dessen, was vorgegangen, zu geben, wenn sie nicht in einem ausgedehnten Maße von vertraulichen Mittheilungen über die Absichten und die Politik der auswärtigen Regierungen Gebrauch machen wollte. Letztere würden entschieden gegen eine solche Mittheilung Einsprache erheben. Die Veröffentlichung würde auch nur zur Folge haben, daß ähnliche Informationen den englischen Diplomaten künftig vorenthalten würden, denn die Mittheilung der vollständigen Korrespondenz würde anderen Mächten gegenüber ungerecht sein, und eine nur theilweise oder bruchstückweise Veröffentlichung könnte lediglich nur zu irrthümlichen Auffassungen führen, namentlich in Anbetracht des Umstandes, daß die Ursachen der Beunruhigung derart waren, daß sie ihrer Natur nach sich leicht wiederholen könnten, obschon er glaube und hoffe, daß sie sich nicht wiederholen würden. Im Interesse des europäischen Friedens scheine es ihm deßhalb nicht zu liegen, daß den Einzelheiten des Streitgegenstandes eine noch größere Verbreitung gegeben werde. Die Veröffentlichung der Korresponden; scheint ihm deßhalb nicht wünschenswerth. Indeß habe das Publikum ein Recht, von dem Kenntniß zu erhalten, was die Regierung gethan habe, damit dasselbe nicht fur eine Politik verpflichtet erscheine, welche es weder billige noch genehmige. Er könne jedoch zu dem bereits Bekannten nur wenig hinzufügen. Es sei bekannt, daß vor einigen Wochen eine sehr tiefgehende Beunruhigung über die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich bestand. Persönlichkeiten von höchstem Ansehen in Berlin hätten offen erklärt, daß die französische Armee ein Gegenstand der Gefahr für Deutschn d g e w o r d e n s e i, i n d e m d i e s o u n g e h e u e r v e r m e h r t e n Zahlenverhältnisse derselben deutlich den Entschluß bekundeten, demnächst den Krieg zu erneuern. Es wurde hinzugefügt, daß wenn vie Absicht zu einem Angriff auf Deutschland bestehe, letzteres sich veranlaßt fühlen könne, zu seiner eigenen Vertheidigung den ersten Schlag zu führen. Auch wurde hervorgehoben, daß, so wenig auch Deutschland den Krieg wünsche, es doch nothwendig sein würde, daß Frankreich seine Armee beträchtlich reduzire, um den Frieden zu sichern. Der deutsche Botschafter sprach sich wiederholt in diesem Sinne aus, und es wurde hierdurch selbstverständlich eine außerordentliche Besorgniß und Une in Frankreich hervorgerufen Die französische Regierung stellte jedoch jede kriegerische Absicht in Abrede. Der englischen Regierung erschien es unter diesen Umständen außerordentlich verdienstvon, möglichst ohne Ostentation die auf beiden Seiten bestehenden aufrichtigen Wunsche für die Erhaltung des Friedens beseelt war hatte dieselbe Anschauung über diese Angelegenheit gehabt. Besuch des Kaisers Alexander in Berlin hatte passenden Anlaß gegeben, um diese Anschauung auszusprechen. Die englische rung hat nur ihr Pflicht gethan, und es ist ein Ergebniß erreicht worden, ohne irgend welche Opfer für das Land. Die Politik der Nichtintervention ist allerdings die durch das englische Volk am Meisten begünstigte, aber sie bedeutet nicht eine Politik der Isolirung oder Gleichgültigkeit; namentlich bedeutet sie nicht, daß England ohne Interesse sei an der Erhaltung des Friedens.(Beifall.) Nachdem hierauf Lord Granville seine ZuSpanien. Madrid, 30. Mai. Ueber die Manöver der Alfonsisten in Guipuzcoa bringt die„Agence Havas“ folgende Nachrichten aus " Gevastian:„Die Brigade Infanzon hat gestern ohne Verluste vie wichtige Position von Ametzagana bei Loyola besetzt. Sofort wurde, trotz des Feuers der carlistischen Artillerie von San Marcos, eine Schanze aufgeworfen. Gleichzeitig besetzte der Brigadier Arnaiz den Berg Jaizquibel, der, wenn er ein Mal mit den nöthigen Befestigungswerken versehen ist, die Verbindung zwischen St. Sebastian und der Grenze sichern wird.“ Das ganze Manöver der Alfonsisten beweist nichts anderes, als daß man für St. Sebastian ernstlich fürchtet. Die Höhen von Ametzagana, welche die Brigade besetzt hat, liegt hinter den Stellungen, welche die Alfonsisten noch unlängst hielten.„Unsere Withworth=Geschütze". fügt die Depesche hinzu,„haben sich, was ihre Schußweite anlangt, entschieden den Krupp'schen und den Placencia=Kanonen überlegen erwiesen.“ Der Berichterstatter der Kreuzzeitung aus St. Jean e Luz schreibt über die Lage von San Sebastian unterm 27.: „San Sebastian erscheint wie belagert. Die gesammten Stellungen am Lrig, Mola, Amesco=Echaverry, Mendi=Belza und Orio sind oer Carlisten, nur das westlich von Sebastian gelegene Fort Jgueldo bildet noch eine vorgeschobene Stellung Blancos, und im Osten die Verschanzungen von Renteria und Pasages. Blanco hat auf dem Rückzuge von den scharf nachdrängenden Carlisten schwere Verluste erlitten, und eingeschüchtert und muthlos liegt die ganze Division in der Stärke von 15,000 Mann in dem ausgehungerten San Sebastian. Von Bilbao und Santander sind mehrere Dampfer mit Verstärkungen, Munition und Lebensmitteln eingetroffen. — Die amtliche„Gaceta“ bringt folgende Mittheilung:„Der Carlistenführer Dorregarai ist in dem Treffen bei Alcora (Provinz Välencia) am Schenkel verwundet worden. Die Carlisten verloren 70 Mann an Todten und 200 Verwundete.“ viele Todte und Verwundete die und wer den Sieg davon trug, Telegraph. — 31. Mai. Die Generale Socias und Natino sollen wegen republikanischer Verschwörung verhaftet worden sein. Barcelona, 31. Mai. Die Carlisten sind, wie der offiziöse Telegraph meldet, bei Balaguer geschlagen worden und haben bedeutende Verluste erlitten. Mehrere Führer sind todt geblieben.(?) Washington, 31. Mai. Grant erklärte in der Zuschrift an den Vorsitzenden der republikanischen Konvention von Philadelphia, er habe sich niemals um die Präsidentenstelle für die nächste Wahl beworben; er würde die Wahl nur annehmen, falls besondere, jetzt unwahrscheinliche Umstände die Annahme gebieterisch erheischten. Wie Alfonsisten verloren haben, davon schweigt der offiziöse ** Sitzung der Stadtverordneten hier vom 28. Mai. (Schluß.) Nachdem der 1. Beigeordnete Herr Th. Croon durch Hrn. Bürgermeister Doetsch vereidigt und eingeführt worden, wurden die übrigen Nummern der Tagesordnung erledigt wie folgt: Bezüglich des Antrages der Gebrüder Schillberg, Alignementsänderung am Markte betreffend, wird auf Vorschlag der Baukommission beschlossen, dem Antrage stattzugeben mit der Mäßgabe, daß alle aus dieser Aenderung der Stadt etwa erwachsenden Kosten von den Antragstellern zu tragen sind. Dem schon in der vorletzten Sitzung der Stadtverordneten zur Berathung gelangten Antrage von Bloem und Gen., betreffend Beseitigung des sog. Jennesweges wird, nachdem zwischen den Antragstellern eine Einigung zu Stande gekommen, zu willfahren beschlossen. Die rheinische Eisenbahn hat für den von ihr expropriirten Schulgarten an der Viersener Straße die Summe von 2422 Mark gezahlt, welcher Betrag in der Sparkasse angelegt worden ist. Sobald die sämmtlichen von der rheinischen Bahn für exproprüirte städtische Grundstücke zu zahlenden Summen eingegangen sind, wird über die Verwendung derselben beschlossen werden. Dem Lehrer Bresser, welcher den Schulgarten in der Viersenerstraße bisher in Benutzung hatte, wird zur Entschädigung ein Betrag von 273 Mark, die durch Verkauf der Obstbaume des Schulgartens erlöst worden, überwiesen. Außerdem wurde demselben ein Schulgarten in der Kapuzinerstraße auf 1 Jahr überlassen. Auf verschiedenseitige Anträge wird die Anbringung von Laternen am Kaiserplatze, sowie in einer Straße ohne Namen(Nebenstraße der Waldhausenerstraße) beschlossen. Bei der Wahl eines Armenarztes für den oberen Bezirk erhält Hummel 8, Hr. Dr. Schnütgen 3 Stimmen. Hr. Kreisphysikus Dr. Fürth wird mit der Vornahme sämmtlicher Impfungen für das laufende Jahr betraut; das bewilligte Honorar betragt 120 Thlr. Das Referat des Bürgermeisters über die hiesigen höheren Lehranstalten endigte mit einer warmen Befürwortung des jektes, die höhere Bürgerschule mit dem Progymnasium zu verschmelzen.„Keine Zeit war so günstig, unseren Zweck zu erreichen, wie die gegenwärtige“, meinte der Bürgermeister. Die Resolution haben wir bereits in der letzten Nummer mitgetheilt. Nr. 2, 13 und 14 der Tagesordnung konnten nicht erledigt werden, da dieselben nicht auf der Kurrende vom vorigen Montag gestanden hatten. X Erwiderung auf die in Nr. 122 und 123 der„Gladbacher Zeitung“ erhobenen Beschuldigungen. Die Anmaßung, mit welcher sich die„Gladbacher Zeitung" bezüglich der Handhabung des katholischen Beichtinstitutes seitens der von ihr angegriffenen Geistlichen in ihrer Nummer vom 31. Mai und 1. Juni d. J. zu Gericht setzt, kann kaum mit Stillschweigen übergangen werden. Wir ersparen uns die Mühe, auf die„persönlichen“. Angriffe jener Artikel weiter hinzuweisen, weil der Korrespondent selber zugibt, daß er derartige Vorwürfe auch diesmal unberücksichtigt lassen müsse. Um die gerügte Ungerechtigkeit zu konstatiren, fordern wir die„Gladbacher Zeitung“ auf, den„Pfarrer an der Wupper“ uns zu nennen, der„mit Rücksicht auf die neueren Gesetze“ ein im Beichtstuhl gefälltes Urtheil reformirt und somit das, was ihm als Beichtvater sein Gewissen vorschrieb, aus Furcht vor etwaiger Strafe redressirt habe. Es ist eine eines ehrenhaften Mannes unwürdige Insinuation, sich in solcher Weise bestimmen zu lassen; das ist nur für Leute, welche etwa zu Wahlzwecken durch Geld Andere kaufen oder sich kaufen lassen; es ist erklärlich, wenn solche Leute freilich em gr Der gee zieicht der am sodaß den uder in us ste ort os, ier hiSt. der an de die * gt. sen an .: sen nd ne 18 es ar 93 em nd eln der ra ardie en öse len öse be(*) ift ladie Us tekrdie. 13. me be, en ur nd n. en en irk st. te rd 1 in es n. re Ne lt t= te n 0 rn te ipen Begriff haben von einer pflichtmäßigen und auch rechtschaffenen Prurey. Secty Wenn aber sogar eine Zeitung, welche als Organ r#Kultur“ gelken will, Jemanden unverdienter Weise die Schmach anEt ihn als einen pflichtvergessenen Menschen zu charakterisiren, so begrei.„ das wirklich nicht. Man scheint es entweder nicht zu wissen, der wenigstens nicht wissen zu wollen, daß, wenn auch in der Beichte Die Lossprechung hat verweigert werden müssen, späterhin die Sachlage Ulbst oder doch die wesentlichen Umstände sich geändert haben können, se ode beg isung der Lossprechung begrügden oder gar erheischen. Achgesehen aber von Allem diesem kann es der„Gladbacher Zeitung nicht abekannt sein, daß Bischöfe sowohl wie Geistliche durch ein, wie es en annt wird,„billiges Mariyrerthum“ in zahlreichen Fällg, Hirlgnglich instatirt haben, daß sie sich in Dingen, die sie für ihre#ti#r halten, ##urchaus nicht einschüchtern lassen. Wir fordern demnach das hiesige Kulwrblatt nochmals auf, jenen„Pfarrer an der Wupregie,igelghge zurch seine gehässige Behauptung als einen gewissenlosen Menschen bloß#ellt, zu nennen und den Beweis beizubringen, daß dieser gentueller Strafe seine Handlungsweise geändert hat. Andernfalls liegt es lar zu Tag, daß wir es nur mit einer Verläumdung zu thun haben. Iir finden sodann in der einfachen Erklärung des Herri, sopexgfarrers die dlenzendste Abweisung der gegen ihn=gerichteten Beschuldigungen und die #schämendste Abfertigung des Lügners, der sie ausgestreut. Wir sind semer überzeugt, doß das Wort des Herrn Oberpfarrers bei jedem aufEigen und wahrseitzliebenden Bürger Gladbassz, Veggß, grsegn. hie Wohztheit deselben bezweifelt oder geradenn in Abrede stell, s mag dies dem Anscheine nach wohl darauf beruhen, daß sie Andere such sich selbst beurtheilt. Denn wer„trotz einer fingirten Appellation i das Zuchtpolizeigericht zu Düsseldorf den Vorwurf der Lüge auf sich sitzen läßt“, und sich in keiner Weise rechtfertigt, verdient durchaus keinen Glauben mehr. Somit fällt die ohne Angabe irgend welchen Grundes oder Bwweises aufgestellte Vehauptung der Unwahrheit des Wortes eines Ehrenmannes in sich selbst zusammen, und bedarf es keiner gerichtlichen Klage, un ehrenrührige Aussagen so lange als Verläumdung und den Urheber sovohl wie den Verbreiter derselben so lange als Verläumder gelten zu sissen, bis dieselben den Beweis des angeblichen Thatbestandes beigebracht haben. Ein etwaiges nunmehriges Schweigen des Herrn Oberpfarrers vürde sich demnach nicht zu seinen Ungunsten ausbeuten lassen; es bedarf vielmehr keines ferneren Wortes seinerseits, um in den Augen aller nohldenkenden Bürger Gladbachs, von welcher Partei sie auch sein mögen, iine Handlungsweise als chorakterlos erscheinen zu lassen, welche ehrenkrän#inde Behauptungen aufstellt und aufrecht hält, ohne auch den geringsten Beweis dafür zu liefern. Sollte jedoch die„Gladbacher Zeitung“ sich hierbei nicht beruhigen können, so schlagen wir ihr einen einfaheren Weg zur Ermittelung und Klarstellung der Angelegenheit vor als ein Prozeßverfahren: den Mann einfach namhaft zu machen, welchem„in seiner Eigenschaft als Mitglied des deutschen Vereins“, die Lossprechung verweigert worden sein soll. Wir machen diesen Vorschlag, aber fordern auch zugleich das Lulturblatt ausdrücklich dazu auf, weil es dies der Wahrheit und zugleich dem geschmähten Manne und den Katholiken Gladbachs schuldig ist. Es wird alsdann keines gerichtlichen Urtheils bedürfen; vielmehr bleibt es hierdurch dem öffentlichen Urtheil und der Beurtheilung von Seiten sämmtlicher Gladbacher Bürger anheimgegeben: zwischen zwei Männern zu entscheiden, von denen der Eine seit Jahr und Tag als ehrenhaft in Aller Augen gestanden, während der Andere es bisher nicht gewagt hat, offen aufzutreten, vielmehr als Anonymus nur heimlich den Denunzianten spielt. Wir zweifeln jedoch entschieden daran, daß sich überhaupt wirklich Jemand gefunden, welcher solche Beichtgeschichten als wahr ausgeben und somit die Rolle eines Judas übernommen haben soll. Wir zweifeln daran, und müssen uns die Aussagen der„Gladbacher Zeitung“ neuerdings als unaufrichtig und lügenhaft erscheinen, so lange sie jenen gewissenlosen Verräther nicht namhaft macht. Denn als ein Verräther nicht sowohl an der Person des Herrn Oberpfarrers, als vielmehr an der Sache seiner eigenen Religion, muß Jener angesehen werden, welcher bezüglich der Vorkommnisse im Beichtstuhle entstellte oder unwahre Aussagen ausstreut, wie jeder schlechte Schurke es thun kann, wobei aber immerhin der Hehler so gut ist als auch der Stehler. Glaubt Jemand mit Recht sich verkehrt verstanden, behandelt und beurtheilt, so steht ihm beliebig das Recht der Appellation an jeden andern Beichtvater offen. Die Oeffentlichkeit und namentlich die öffentliche Zeitung ist jedoch keinesfalls der geeignete Weg, sein Recht zu suchen dem Geistlichen gegenüber, der in den wenigsten Fällen auf noch so schmähliche Angriffe ein Wort zu seiner Vertheidigung sagen kann, meistens dagegen stumm und wehrlos denselben gegenübersteht. Uebrigens sind wir vollständig überzeugt, daß in dem vorliegenden Falle sozusagen bei sämmtlichen Be wohnern Gladbachs ein einziges Wort des Oberpfarrers Lelotte mehr Glauben finden wird als spaltenlange, unerwiesene Schmähungen und Gehässigkeiten der„Gladbacher Zeitung“, welche zur Zeit sich ruhig als Lügenblatt hat bezeichnen lassen. Es scheint, als ob dieses Kulturblatt es nicht verschmerzen kann, daß ihm durch Gründung der„Gladbacher Volkszeitung“ ein gewisser Aderlaß geschehen, und sein Hauptgroll sich gegen einen keinen stichhaltigen Vorwurf hat machen können. schon längst gewöhnt, und brauchten uns deßhalb auch nicht allzu sehr zu wundern, als wir in dessen Referate über den Empfang des hochwürdigen Herrn Weihbischofs auch den„Oberpfarrer und seine Genossen“ figuriren sahen. Würde sich ein Katholik erdreisten, über die Repräsentanten der hiesigen evangelischen oder jüdischen Gemeinde sich in ähnlicher Weise wegwerfend zu äußern, so würde dies mit Recht die heftigste Erbitterung auch sogar bei der„Gladbacher Zeitung“ hervorrufen. Allein diese selbst scheint in umgekehrter Beziehung sich Alles erlauben zu dürfen. Wir appelliren drum auch nicht an die Wahrheits= und Gerechtigkeitsliebe der„Gladbacher Zeitung“, auch nicht an„das Zuchtpoligericht zu Düsseldorf“, sondern bloß an die Wahrheits= und Gerechtigkeitsliebe sämmtlicher Bewohner Gladbachs. 9 Drum bettelt es „Man schaffe uns Beweismaterial, und wir werden es schon verwerthen“, und hat auf diese Weise die grenzenlose Unverschämtheit, die Katholiken wenigstens zum Verrath an ihrer eigenen Sache aufzufordern.— Was nun„das glänzende Zeugniß“ angeht, welches Adie„Gladbacher Zeitung“ dem sogenannten„Deutschen Verein“ des Oberpfarrers vindicirt, so hat sie durch ihre er dichteten Behauptungen jenem Vereine in den Augen der Katholiken jedenfalls mehr geschadet als genützt. Denn zunächst kann derselbe sich gewiß nicht gratuliren, eine solche Vertheidigung seiner Interessen gefunden zu haben, deren Kampfesweise die entschiedenste Mißbilligung aller rechtlich denkenden Leute, welcher Farbe sie auch angehören mögen, sich zuziehen muß, und hat das Kulturblatt sodann klar genug darauf hingewiesen, daß genannter Verein außer seiner patriotischen Tendenz auch noch Etwas an sich habe, was das Gewissen des Einen oder des Andern wirklich beschweren könnte. Sonst ließe es sich doch für einen Katholiken, der das Beichtinstitut praktisch kennt, gar nicht denken, wie im Beichtstuhle der„Deutsche Verein“ zur Sprache kommen sollte. Denn ohne vom Beichtenden selbst veranlaßt zu. sein, es gewiß keinem Beichtvater einfallen zu fragen, ob derselbe diesen oder jenem Vereine angehöre; oder er müßte sich auch auf die Antwort gef ßt machen, daß dies nicht zur Beichte gehöre..,.,.g Lathafische Be, Wenn jedoch ein Verein Reden halten läßt, welche das katholische wußtsein tief verletzen, wenn ein Verein aus Leibeskräften für Leute agitirt, welche den Katholiken Gladbachs wider ihren Willen eine konfessionslose höhere Töchterschule aufoktroiren und bestrebt sind, den nämlichen Katholiken das hiesige Progymnasium in seinem jetzigen Bestande zu zerstören oder gar zu nehmen, trotzdem das Gebäude und überhaupt das Vermögen desselben nur von Katholiken herrührt und nur zu katholischen Zwecken gegeben worden und trotzdem fast Alle lebenden Schenkgeber dagegen protestiren,— kurz, wenn ein Verein sich um Dinge bekümmert, welche nicht bloß einen patriotischen oder bürgerlichen Charakter an sich tragen, sandeen sogar tief in die Interessen der katholischen Religion einschneiven, so laßt sich allerdings der Fall sehr leicht denken, daß den Eltern ihrer Kinder wegen und den jungen Leuten selbst ernste Bedenken auftauchen, welche vor Allem und vorab einmal die Theilnahme an den Versammlungen eines solchen Vereins beanstanden, ohne daß darum der Geistliche Beichtstuhle solche Fragen anzuregen oder gar die Lossprechung von der Bifolgung etwaiger desfallsigen Ruthschläge abhängig zu mache braucht. Wioglauben deßhalt, daß, auch für den öffentlich gengugten Kap. keinerlei„Instruktionen“ nöthig sind, um ihn so handeln zu tassen, wie es Im=Uebrigen sind wir in der Lage, erklären zu dings damit beauftragt zu sein, daß unter der hiesigen Geistlichkeit von dem„Deutschen Verein“ bisher niemals mit Bezug auf die Beichte die Rede gewefen, somit also auch Niemand derselben Gelegenheit gehabt dieserhalb entweder Instruktionen“ zu geben oder zu empfangen, oder auch nur irgend welche Weisungen oder Rathschläge zu ertheilen oder entgegen zu nehmen. Eine etwaige Uebereinstimmung wäre somit, falls eine so wirklich existirte, nicht die Folge von besonderer„Instruktion“, sonder vielmehr von gemeinsamer Ansicht und Ueberzeugung. Schließlich hätte man von der mehrfach genannten Zeitung doch erwarten dürfen, daß sie sich einem, wenn auch vielfach geschmähten, so doch auch noch vielfach geachteten Stande gegenüber, ein wenig anstandige auszudrücken verstände, als bloß zum Hohne von den„edlen Geistliche zu sprechen, welcher Ausdruck allein schon den Pferdefuß durchblicken laßt; uund lächerlich in der That ist es, wenn jenes Blatt sogar die„AmtsLokale und vermischte Nachrichten. */7 Gladbach, 31. Mai. Vor einiger Zeit wurde neben der farblosen„Viersener Zeitung“ ein neues kath Organ, die„Deutschen Volksblätter“ gegründet. Gleich nach dessen Erscheinen entspann sich zwischen der„Viersener Zeitung“ und den„Deutschen Volksblättern“ ein Zeitungskampf, der besonders durch den Umstand sich steigerte, daß die„Viersener Zeitung" behauptete, ein großer Theil der Geistlichkeit Viersens sei gegen die Gründung des neuen Blattes. Da die„Deutschen Volksblätter" diese Behauptung“ anfochten, gelang es einem Begünstiger der„Viersener Zeitung“, sich in den Besitz mehrer Aeußerungen dortiger Geistlichen zu setzen, in welcher sich dieselben theils gegen die Gründung, theils gegen das Auftreten der „Deutschen Volksblätter“ aussprachen. Odwohl jene Aeußerungen, wie schon ihre Fassung besagte, nur gelegentlich und vertraulich gemacht worden waren, trug jener erwähnte Freund der„Viersener Zeitung" doch kein Bedenken, dieselben in seltener Taktlosigkeit in die„Viersener Zeitung“ einrücken zu lassen. Diese Aeußerungen, die sich nur auf lokale Verhältnisse bezogen, griff nun ein Korrespondent des berüchtigten„Nationalen Wochenbl.“ mit Freuden auf. Er fand in ihnen ein Beweis, daß es auch katholische Geistliche gebe, die das Treiben der„ultramontanen“ Hetzpresse“ verdammten und glaubte aus ihnen den Schluß ziehen zu dürfen, daß diese Geistliche, weil sie„das Treiben des ultramontanen Blattes“ mißbilligten, dies noch lange nicht in der Weise hetze, wie andere Blätter dieser Farbe, (Germ. etc.)„auch das Treiben dieser Blätter“ ebenso verurtheilten. Dieser gehässigen Deutung gegenüber brachten nun die„Deutschen Volksblätter“ in ihrer Nr. 25 vom 29. Mai folgende Erklärung: „Die„Viersener Zeitung" brachte in ihrer Nr. 36 ein Inserat, welches mehrere Aeußerungen hiesiger Geistlichen über die„Deutschen Volksblätter“ anführte. Was speziell die mir zugeschriebene Aeußerung betrifft, die wenigen Personen gegenüber gemacht, ohne mein Wissen und Willen der Oeffentlichkeit übergeben worden ist, so habe ich bis jetzt eine nähere Erklärung derselben rücksichtlich Tragweite und Bedeutung nicht für geboten erachtet. Wenn aber einer dem„Nationalen Wochenblatt“ aus Viersen eingesandten und in andere Zeitungen übergegangenen Correspondenz „diese Ansprüche an sich deßhalb von Werth sind, weil sie einem Blatte gelten, das noch lange nicht in der Weise hetzt, wie viele andere Blätter dieser Farbe(„Germania“ 2c.)“, und der Verfasser genannter Correspondenz sich anzunehmen berechtigt fühlt,„daß die Geistlichen das Treiben dieser Blätter ebenso verurtheilen“, so finde ich eine solche an jene Aeußerungen geknüpfte Reflexion nicht bloß mit der„Viersener Zeitung" (Nr. 41)„beachtenswerth“, sondern auch unbegreiflich. Ich für meine Person räume Keinem die Berechtigung ein, eine solche Schlußfolgerung aus meiner Aeußerung zu ziehen. Der erste Theil derselben, der überhaupt hier nur zu berücksichtigen ist:„Hätte man mich vor dem Erscheinen gefragt, so würde ich entschieden„Nein“ gesagt haben“, gab doch nur meine Ansicht über das Zeitgemäße der Gründung eines katholischen Blattes in Viersen ab, ein Urtheil über„das Treiben des ultramontanen Blattes“ ist auch mit der schärfsten Brille in derselben nicht einmal andeutungsweise zu finden. Damit aber jener erwähnten Correspondenz jegliche Berechtigung entzogen werde, mich für einen katholischen Priester zu halten, der„das Treiben der ultramontanen Hetzpresse" verdamme, bemerke ich zunächst, daß ich die Tendenz der„Deutschen Volksblätter“ als ultramontan=katholische vollkommen billige, nicht minder die Vertretung, die genannte Tendenz bisher in diesen Blättern gefunden hat, sodann daß ich meinerseits nur eine Hetzpresse kenne, deren Treiben ich auf's Tiefste verabscheue, nämlich die liber ale Hetzpresse. Viersen, den 29. Mai 1875. Krichel, Caplan“. —*1. Juni. In dem Bericht der„Gladb. Ztg.“Nr. 123 über die Stadtverordnetensitzung vom 28. Mai c. werden dem St.=V. Brandts trotz der von demselben der„Gladb..“ zugesandten Berichtigung wiederum mit Anführungs= und Schlußzeichen gefälschte Dinge untergeschoben. Trotzdem derselbe die Zusammenstellung des ersten und zweiten Satzes als Irrthum des Berichterstatters bezeichnet, und damit jede logische Zusammengehörigkeit ausschließt, bleibt diese Letztere im Bericht der„Gladb. Ztg.“ aufrecht erhalten. Wir erklären hiermit den von der Redaktion der„Gladb. Ztg.“ hingestellten Gegensatz:„Die höheren Behörden werden Ihnen kein Unrecht thun! Uns bleibt nur zu protestiren“ für eine Fälschung. Es erscheint uns nebenbei bemerkt doch auch zu kläglich, daß ein Stadtverordneter Wolff unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Doetsch berufen sein soll, durch seine Exklamation:„alles überschreitende Insinuation“ die Würde der Versammlung zu retten. Der Erfolg war denn auch entsprechend, der Bürgermeister reagirte nicht darauf. ** Gladbach, 2. Juni. In der am verflossenen Sonntage stattgehabten Generalversammlung der„Concordia“ charakterisirte der Vorsitzende, Herr Oberpfarrer Lelotte, den„Kulturkampf“ als die Auflehnung des menschlichen Stolzes gegen die positive göttliche Offenbarung: Derselbe sei nicht eine Erscheinung nur der Gegenwart, sondern so alt, wie die Welt. In einzelnen treffenden, geschichtlichen Beispielen führte der Redner zum Beweise der Richtigkeit seiner Behauptung der Versammlung Kulturkämpfer aus den verschiedenen Zeitperioden vor Augen. Der bezeichnete Charakter der„Kulturkämpfer“ bringe es mit sich, daß die Bekämpfung desselben vorzugsweise Sache der Predigt und Christenlehre sei, zu deren eifrigem Besuche er deßhalb die Versammlung einlade. Herr Direktor Kehren berichtete sodann über die Bemühungen des Direkioriums, auswärtige Redner zu gewinnen, und theilte insbesondere mit, daß dasselbe eine Kommission gewählt habe, welche die zu diesem Zwecke nothwendigen Schritte thun werde. Die Frage an die Versammlung, ob sie auch in diesem Jahre den Jubeltag des hl. Vaters festlich zu begehen gedenke, beantwortete dieselbe mit einem einstimmigen begeisterten„Ja“ und bevollmächtigte das Direktorium mit der Vorbereitung der hohen Feier. Nunmehr widmete Herr Halfmann dem allzufruy heimgegangenen Begründer des Centrums, Herrn Karl Friedrich v. Savigny, einige sehr schöne, warme Worte der Anerkennung und des Dankes, wobei er auch dem Gedanken Ausdruck verlieh, daß das Leben dieses Mannes, welcher stets ein *“ seiner Kirche und ein treuer Diener des Staates „Liberalen“ sei, oaß wir holer, in den er sich dieserhalb hinuntergelassen hatte, und war mit dem Eimer beinahe bis zur Oberfläche gelangt, als der Schwengel am Brunnen entzwei ging und er pfeilschnell wieder in die Tiese zurückfuhr. Durch die große Schnelligkeit ging die Welle, um die das Seil befestigt war, aus den Lagern und stürzte ebenfalls hinunter auf den Kopf des Unglücklichen, so daß derselbe nach kurzer Zeit eine Leiche war. Der Verunglückte hinterläßt Frau und ein Kind.,..— Lasmnamten, SaNRate. — Vergangenen Montag ertrank auf dem sogenannren„Kolreshof“ in der hiesigen Landbürgermeisterei in dem hinter dem Hofe gelegenen Pfuhle ein Kind von 26 Monaten. Möchten sich doch alle Eltern einen so furchtbaren Fall zur Warnung dienen lassen, ihre kleinen Kinder stets zu beaufI8 Düsseldorf, 1. Juni.(Zuchtpolizeigericht) Joh. Pet. Schnock, Abdecker aus Lövenich, bereits mehrmals wegen Beleidigung und Wiedersetzlichkeit bestraft, ein großer Verehrer des Branntweins, kam am 18. Febr. auf das Bürgermeistereiamt zu Holzheim und titulirte den Bürgermeister auf eine ehrenrührige Weise. Am 29. März kam er betrunken in ein Wirthshaus zu Neuß, wo ihm der Anblick der Büsten Sr. Majestät des Kaisers etc. Veranlassung gaben, in roher Weise über die Personen des kaiserlichen Hauses zu schimpfen, so daß sich der Wirth genöthigt sah, ihn an die Luft zu setzen. Schnock konnte sich dessen heute nicht mehr erinnern und dokumentirte seine patriotische Gesinnung damit, daß er sagte: habe mir die Herren alle neugekauft!" Wegen Majestätsbeleidigung und Beleidigung des Bürgermeisters Esser zu Holzheim wurde er zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt.— Am 1. April ging Johann Esser, 14 Jahre alt, mit zwei jugendlichen Genossen aus Odenkirchen in den Wald spazieren. Esser machte ein Feuer an, welches von den andern wieder ausgelöscht wurde. Nachdem diese sich entfernt hatten, machte Esser für sein eigenes Vergnügen wieder Feuer, wodurch ein Viertel Morgen der Waldparzelle des J. H. Kamp beschädigt wurde. Der kleine Feuerwerker erhielt 1 Monat Gefängniß.— Zwischen dem mehrmals bestraften Seidenweber H. Classen zu Viersen und Eva Förster, zwar noch Brautleute, spielten aber doch schon eheliche Scenen und Classen ging oft über das Maß hinaus, so daß die Braut die Püffe zu stark fand und ihre Gefühle bei diesen Liebkosungen nicht die angenehmsten waren. Sie stellte daher gegen ihren Zukünftigen einen Strafantrag wegen Mißhandlung, nahm diesen Antrag jedoch heute wieder zurück und erklärte, sie wolle trotzdem ihren Heinrich heirathen. Der Gerichtshof hatte Nichts dagegen einzuwenden und entließ mit großer Heiterkeit das treue Paar. Heinrich Theodor., Schuhmachergeselle zu.Gladbach, war Zuschneider bei dem Schuhmacher Heinrich Vogels, bis dieser erfuhr, daß N. auch zuweilen für sich zuschnitt, wenn Vogels nicht zu Hause war. Man hielt Haussuchung und fand bei N. verschiedene dem Vogels entwendete Materialien und außerdem gestand dieser ein, daß er dem Vogels 4 oder 5 Paar Schuhe entwendet, und durch seine Frau habe verkaufen lassen, wodurch dem Vogels ein Schaden von 20 bis 25 Thaler entstanden sei. Er wurde zu 2 Monat Gefängniß verurtheilt. 1. Juni. In der gestrigen Vorstandssitzung des Central= Dombau=Vereins wurde Hr. Oberbürgermeister a. D. Bachem mit einer Stimme Majorität gegen den bisherigen Präsidenden, Hrn. Justizrath Haaß, zum Präsidenten gewählt.„. 4..sden.ulinen ur Münster, 30. Mai. Dem Pfarrer und den beiden Kapianen an der Liebfrauenkirche Ueberwasser, denen, wie vor einigen Tagen gemeldet, durch eine amtliche Verordnung vom 25. d. M. aufgegeben war, bis zum 1. Juli d. J. die von ihnen bewohnten Häuser zu räumen, wurden bereits am 26. d. M. in hochedler Weise neue und schönere Wohnungen als die bisherigen angeboten. Der durch seine edle und echt katholische überall bekannte Graf Galen hat nämlich den drei vom„Brodkorbgesetz“ betroffenen Geistlichen seine in der Pfarrei Ueberwasser gelegenen prächtigen Höfe auf der Frauenstraße und am Neuplatze bereitwilligst zur Verfügung gestellt und die genannten Herren ersucht, sich nach Belieben einen der beiden Höfe zur künftigen Wohnung auszuwählen. Bravo dem wackern und hochherzigen Grasen!.„.2 amtlick- FestBreslau, 28. Mai. Die Civilehe haben hier nach amklicher stellung in den beiden ersten Quartalen nach ihrer Einführung 1198 Paare vollzogen. Davon suchten Protestanten und Altkatholiken nur 29 Prozent die kirchliche Trauung nach, so daß im ersten Quartal v. J. die Zahl der kirchlichen Ehen 164, der nichtkirchlichen 281 betrug. Was die einzelnen Parochien anbetrifft, so fanden z. B. in der Elisabethparochii unter 105 nur 41 kirchliche Trauungen Statt; in der Maria=Magdalenaparochie von 84 nur 34 kirchliche; in der Bernhardin= von 94 nur 33 kirchliche; in der Eilftausendjungfrauen= von 65 nur 20 kirchliche; in der Barbara= von 26 nur 6 kirchliche; in der St. Salvator= von 46 nur 12 kirchliche Trauungen Statt. Es zeigt sich demnach jetzt schon, daß die evanzelische Kirche die Cioilehe sehr empfinden wird."„ Wargenss; schreist: Regensburg, 28. Mai. Das„Regensb. Morgeno#. schreibt: Wie weit die Frechheit unserer heutigen Gaunerwelt bereits geht, zeigt ein verbrecherischer Vorgang, der vorgestern unsere Stadt in große Aufregung versetzte. Vorgestern Nachmittag verlangte ein Individuum in der dreistesten Weise beim hochw. Herrn Bischofe eine Audienz zu erhalten, nach anderer Version verlangte er vom Portier einen Thaler Unterstützung. Als das Dienstpersonal der Forderung nicht entsprach, ging der junge Mensch in den Hof, zog eine scharf geladene Pistole aus der Tasche und suchte sich mit der Schußwaffe in der Hand den Eingang mit Gewalt zu verschaffen. Es gelang ind ssen dem Dienstpersonal, das Individuum festzunehmen, zu entwaffnen und der Polizei zu übergeben. Die Untersuchung wird wohl herausstellen, was der Gauner mit der Pistole, welche noch ganz neu war, vorhatte.(Der Attentäter ist ein Schreiber aus der Gegend von Dachau. Da das Vorkommniß am selben Tage spielte, an dem der preußische Kronprinz in Regensburg sich besand und von den dortigen Nationalliberalen fetirt wurde, so entstanden in phantasiereichen Köpfen alsbald sonderbare vunsucherrn) saß das Lehen dieses Mannes, welcher st treuer Sohn seiner nueche und ein treuer Diener des Staates gewesen, gend beweise, wie unrichtig die Behauptung der An die Mittheilungen des Herrn Oberpfarrers anknüpfend, erörterte darauf Herr Ed. Quack die Gründe, welche es in der Jetztzeit so schwierig machen, katholische Volksversammlungen abzuhalten. Er erinnerte daran, wie an verschiedenen Orten derartige Zusammenkünfte aus sehr eigenthümlichen Ursachen aufgelöst worden seien, und führt dann aus, wie es unter dem, jetzt zur Herrschaft gelangten„Liberalismus" uns fast unmöglich sei, die Tagesereignisse offen und frei zu besprechen.— Betrachte man dagegen die Kundgebungen dieses„Liberalismus“, so finde man, wie in Reden und besonders in Preßerzeugnissen Alles das, was uns heilig mit Hohn und Schmutz beworfen würde, wie dieses vorher worden sei. Auch hier in Gladbach hätten wir ein on; 1. Qualität Weizen 2. 100 Kilo 3.„ Landroggen 1.„ à 100 Kilo 2.„ Gerste Winter à 100 Kilo Sommer Hafer à 100 Kilo Buchweizen 1. Qualität à 100 Kilo 2. Rübsen(Aveel) à 100 Kilo Raps„ Kartoffeln„ Heu 3 50 Kilo Frucht= und Marktpreise. Neuß, 2. Juni. M. Pf. Roggenstroh à 100 Kilo Rüböl p. 100 Kilo in Parthien von 100 Ctr. Rüböl per 100 Kilo faßweise Rapskuchen per 100 Kilo Gereinigtes Oel p. 100 Ko. 3 Mk. höher als Rüdöl. Branntwein p. 100 Liter zu 50%(ohne Maklergeld) Weizen=Vorschuß à 100 Kilo Kleien à 50 Kilo M. Pf. 19 70 18 20 16 70 15 70 19— 19 70 29 50 30 50 3 50 6— 68— 16 30 27— 6 20 Neuß, 2. Juni. Am heutigen Getreidemarkte betrugen die Zufuhren 200 Sack. Hafer niedriger. Die übrigen Sorten blieben unverändert. Wechselcourse. Gladbach, 2. Juni.(Quack& Cie.)! Amsterdam, Rotterdam Fl. 100 k. S. 173,30.,—., Frankfurt a. M. Fl. 100 2 M. Frs. 100 k. S. 82.,—., Antwerven, Brüssel Fe, 81,95.,— G. Hamburg BM. k. S.—., 3 M. 20,49.,—., Augsburg Fl. 100 k. S.— Br.,— S. Wien Oester. Währ. Fl. 100 k. S.—., Paris 100 k. S. London L. 1 und theuer, auch schon angedeutet versammlung zwei unserer ehrenwertheften Stadtverordneten nicht besser zu bezeichnen wußte, als dadurch, daß es dieselben als Wagner und Ackerer aufführte, so geschah dies augenscheinlich in der wohlwollenden Absicht, um den Betreffenden und dem„liberalen" Leserkreis die Ungeheuerlichkeit vorzuführen, daß so ein Wagner und Ackerer anderer Meinung sein wie ihre liberalen Kollegen, die doch eine ganz andere gesellschaftliche Stellung hätten, und mit irdischen Glücksgütern reicher gesegnet seien. Es gefalle diesem Organe auch wenig, daß unser neugewählter Stadtverordneter Kehren„Präsident der Concordia“ sei.— Im Uebrigen verdienten die Schmähungen und Hohnausbrüche eines Organs, dem man bein besten Willen die Achtung nicht mehr zollen könne, die man sonst einem anständigen Gegner immer gern bereit sei zu bewahren, keine Bea einem Hoch auf den„Präsidenten der Concordia. erfreute die Versammlung in geGladbach. Quack u. Co. M.— „ 16 20 " 1 85 G. Neuß. de Hanne. M.—— 4— 20 30 — 45 16 25 1 85 4— 20 40 Crefeld. Molenaar. M.—— 16 20 " 1 85 iun areug in der That 1f, 8, wenn seneh Blat sogor bie„bppte, Voep Der Gesanggerein der Coneotdia erseute die Versan brüder“ nicht mehr von den„Fameraden“ zu unterscheiden weiß, inden wohnter Weise mit vortrefflich ausgeführten Gesangesstücer, Suen ider Retiston, de Aoden de Genalt rprtsenten,.. dhut, den gahegligenen„uosentgal Passrte an I. Juriz Baämit Zur Zeit wurde Jemand gerichtlich bestraft, weil er den Erlaß ein 1408 6 Uhr eig großes Unglück. Ein junger Mann Schulinspektors„erbaulich“ genannt hatte. Allein nach ander: Set““ war damit beschäftigt, einen Eimer aus dem Brunnen daselbst hervorzu hin sind wir solche Verunglimpfungen von unserm hiesigen Kulturblatte Geld=Course. Preußische Friedrichs'or Ausländische Pistolen Zwanzig=Francsstücke Oesterreichische Gulden Ducaten, vollw.:.. Neuthaler, vollw. Fünf=Francs... Brabanter Kronenthaler Engl. Soverreign Oesterreichische ¼=Gulden An unserer Kasse werden eingelöst: Die Div.=Scheine der Gladbacher Druckerei und Appretur... „„ der Gladbacher Spinnerei und Weberei... „„ der Gladbacher Feuerversicherungs=Gesellschaft „„ der Rhein.=Westf. Rückversicherrngtz Geseh „ der Biersener Spinnerer und Weberei... „ der Versich.=Akt.=Gesells. Rhenania in Köln Coupons der Gladbacher Stadt=Obligationen Dividende der Gladbacher Aktienbau=Gesellschaft Köln. Börseum. M.—— 20 30"—— 4 Bekanntmachung. Nach§ 10 des Vereingesetzes vom 11. März 1860, sind nur diejenigen kirchlichen Prozessionen, Wallfahrten und Bittgänge, welche nachweislich bereits bei Erlaß dieses Gesetzes (1850) als hergebracht anzusehen waren, auch seitdem nicht außer Uebung gekommen sind und nach Zeit, Ort, Form und Zweck ganz in derselben Weise wie vor Alters stattfinden, von der sonst erforderlichen vorgängigen polizeilichen, mindestens 48 Stunden vorher ei zuholenden schriftlichen Genehmigung unabhängig. Mit Bezug darauf, bringen wir hierdurch zur Kenntniß aller Betheiligten, daß Prozessionen, Wallfahrten und Bittgänge, wenn sie sich auf ihrem Wege über die Gemeindegrenzen des Orts, von wo sie ausgehen, hinauserstrecken, sich durch eine Bescheinigung der Ortspolizeibehörde ihres Ausgangsorts als althergebrachte im Sinne obiger Gesetzvorschrift auszuweisen haben, und zwar der Ortspolizeibehörde jeder Gemeinde gegenüber, deren Gebiet sie durchziehen. Indem wir auf das Erforderniß dieses Nachweises aufmerksam machen, weisen wir unter Bezugnahme auf unsern Erlaß vom 3. Februar c. die Polizeibehörden unseres Bezirks hierdurch an, hinsichtlich derartiger, ihrerseits nicht genehmigten, kirchlicher Prozessionen, Wallfahrten und Bittgänge, welche von auswärts kommend, den betreffenden Gemeindebezirk berühren, genau nach obiger Vorschrif: zu verfahren und dieselben unnachsichtlich aufzulösen, falls nicht eine dem Vorstehenden entsprechende polizeiliche Bescheinigung vorgelegt wird, oder aber die Altherkömmlichkeit der Prozession 2c. im Sinne des§ 10 des Vereinsgesetzes als notorisch anzusehen ist. Gegen die Führer und Unternehmer, sowie gegen die Theilnehmer ist auf Grund der Bestimmung des Vereinsgesetzes mit Strafanträgen vorzugehen. Wir machen hierbei noch ausdrücklich auf die Bestimmungen des§ 116 des Strafgesetzbuches aufmerksam. Düsseldorf, den 13. Mai 1875. Königl. Rezierung. Der Genossen chafts=Direktor, Königlicher Landrath Herr Bödiker, erläßt folgende Bekanntmachung. In Gemäßheit des§ 17 des Statuts der Genossenschaft für die Melioration der Niersund Nordkanal=Niederungen vom 16. Juni 1856 haben in diesem Jahre die Deputirten und Stellvertreter des 7. Bezirks für die Gemeinden Neuwerk und Schiefbahn aus dem Vorstande auszuscheiden, und ist die Ersetzung derselben durch neue Wahlen erforderlich;— außerdem ist wegen des Ablebens des Deputirten für den 6. Bezirk, Gemeinde Neersen, die Ersatzwahl eines Stellvertreters erforderlich. Die Wählerlisten sind zum Zwecke der Einsichtnahme in Gemäßheit des obengenannten § 17 im Bureau der Genossenschaft zu Viersen ausgelegt. .Gladbach, 28. Mai 1875. e zu Gladbach, Am Mittwoch den 9. Juni., Morgens 9 Uhr, lassen die Erben von Peter Lorenz Bürschaens in ihrer Wohnung hierselbst, Waldhausenerstraße: hausmobilien, als: 2 vollständige Betten, Tische, Stühle, Schränke, 1 Ofen, sowie Küchengeräthschaften, öffentlich gegen gute Bürgschaft auf Credit versteigern. Posten bis 3 Mark sind gleich zu bezahlen. 635] Bartholomé, Gerichtsschreiber. Bekanntmachung. Die jährliche Einnahme des Chausseegeldes der Hebestelle Kotthausen auf der AachenCrefelder Bezirksstraße wird am Montag den 14. Juni 1875, Morgens 11 Uhr, vom 1. Oktober d. J. ab, auf 3 Jahre im Bureau des Unterzeichneten öffentlich an den Meistbietenden verpachtet werden. Das Hebelokal muß zwischen den Nummersteinen 655 und 720 belegen sein. .Gladbach, den 1. Juni 1875. Der Bürgermeister: Doetsch. + Todes=Anzeige. Am 1. Juni, Nachts 1 Uhr, starb, wohlvorbereitet durch den Empfang der hh. Sterbesakramente, an den Folgen einer Abnehmungskrankheit im Alter von 58 Jahren, unser lieber Gatte und Vater Adolph Kemmerich. Um stille Theilnahme und um ein Gebet für den Verstorbenen bitten .Gladbach, 2. Juni 1875. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Statt Freitag Morgen vom Sterbehause aus Als 40 a. Wilhelmstraße Nr. 6 ist unter den günstigsten Zahlungsbedingungen zu verkaufen und sofort zu beziehen. Näheres Friedrichstraße 23.(654 Ein gebrauchter eewagen mit Verdecr binig zu verkaufen 652] Löpertzenderstraße Nr. 39. Herren=, Knaben= u. Mädchenstrohhüte verkaufe wegen vorgerückter Saison zu selbstkostendem Preise; empfehle ferner feine T. wde fahen zu 22½ Sgr. J. Malmedy Sohn, Crefelderstr. 69 B. iehung am 18. #####. Pferdemarkt=Loose à 3 Mark wrov. Hoster.[586 Einladung zur Betheiligung an die Gewinn=Chancen der vom Staate Hamburg garantirten großen Geld=Lotterie, in welcher über 7 Millionen 772,000 R. Mark sicher gewonnen werden müssen. Die Gewinne dieser vortheilhaften Geld=Lotterie, welche plangemäß nur 82,500 Loose enthält, sind folgende: nämlich 1 Gewinn event. 375,000 Reichsmark speziellR Mark250,000, 125.000, 30,000, 60.000, 50,000, 40,000, 36,000, 4 mal 30,000, und 24,000, 3 mal 20,000 und 18,000, 29 mal 15,000, 12,000, und 10,000, 34 mal 6000, 45 mal 4800 und 4000, 206 mal 3600 und 2400, 418 mal 1800, 1500 und 1200, 1121 mal 600, 360 und 300, 19320 mal 240, 131, 120 und 60, 21314 mal 48, 24, 13, 12 u. 6.Mark und kommen solche in wenigen Monaten in 7 Abtheilungen zur sicheren Entscheidung. Die erste Gewinn=Ziehung ist amtlich auf den 16. und 17. Juni d. J. festgestellt, und kostet hierzu das ganze Original=Loos nur 6 R.., das halbe dto nur 3 R.., das viertel dto. nur 1½ R. M. u. werden diese vom Staate garantirten Original=Loose(keine verbotene Promessen) gegen frankirte Einsendung des Betrages oder gegen Postvorschuß selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt. Jeder der Betheiligten erhält von mir neben seinem Original=Loose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original=Plan gratis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtliche Ziehungsliste unaufgefordert zugesandt. Die Auszahlung und Versendung der Gewinngelder erfolgt von mir direkt an die Interessenten prompt und unter strengster Verschwiegenheit. Jede Bestellung kann man einfach auf eine Posteinzahger lungskarte machen. Man wende sich daher mit den Aufträgen vertrauensvoll an Samuel Heckscher sen. Banquier und Wechsel=Comptoir in Hamburg.(625 Geübte Hand=DrostleHaspekerinnen werden zum sofortigen Eintritt gesucht von Flender& Roeder. Ein geübter Anstreicher= gesucht von(647 Jos. Kliesgen, Giesenkirchen. Ein Bäckergeselle zum sofortigen Eintritt gesucht von Herm. Schopen, Waldhausenerstraße 54. Innere Fensterläden, fast neu, sind zu kaufen..(650 Stepgesstraße 21. Webermeister=Gesuch. Von einer hiesigen mechanischen Weberei wird ein mit allen an den Stühlen vorkommenden Arbeiten vertrauter Meister gesucht. Auskunft in der Exp. d. Zig. Aestauration im gelegensten Stadttheil steht per 1. Oktober mit sämmtlichem Mobilar zu übernehmen.(649 Wo, sagt die Exp. d. Zig. Der alte Fuhrmann Rath. Bürgerverein Concordia. (Vincenz v. Zuccalmaglio) Sonntag den 6. Juni, 11 Uhr Morgens, im Vereinslokale(653 allotage. —mug heimgefahren von einem Rheinischen Antiquarius. Preis 30 Pfg. Zu haben in der Buchhandlung von Franz Blank, Speick 12. Kirchlicher Gesangverein. Am Sonntag den 6. Juni., Abends 6 Uhr: Coneert im Saale der Frau Wwe. Növer, unter gefälliger Mitwirkung der„„Hilaria“, eines engern Vereins, bestehend aus hervorragenden Mitgliedern der Aachener„Concordia“. Programm siehe in der vorigen und kommenden Samstags=Nummer. Das Concert=Pianino aus der Fabrik von C. Bechstein ist der Handlung des Herrn P. Lieck entnommen. Karten zu Mark 1,25(12½ Sgr.) sind zu haben bei Frau Wwe. Növer, bei Frau Wwe. Giesen, im Vereinslokale bei Herrn F. Brandts, sowie bei den Vereinsmitgliedern; an der Kasse M. 1,50(15 Sgr.) Soeben erschien die die 20. Auflage von Heprjette Danidig, Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche Heurierte Babldis, und feinere Küche. Mit über 1900 zuverlässigen und selbstgeprüften Rezepten. Mit besonderer Berücksichtigung der Anfängerinnen und angehenden Hausfrauen. Zwanzigste vermehrte und verbesserte Auflage. 1875. Preis broch. 3., eleg. gebunden 4 M. Verlag von Velhagen& Klasing in Bielefeld und Leipzig. Stets vorräthig in Rob. Hoster s Buchhandlung in M. Gladbach. Nicht zu übersehen Maschinenfabrik-Besitzer, Schmiedeund Schlossermeister. Unterzeichneter gibt gegen ein billiges Honorar folgende Anweisung: 1. Den Gußstahl, sowie alle Sorten Stahl mit Eisen, edenso auch Eisen auf Eisen naturell und zwar besser als wie dies bisher mit Anwendung von Hitze vorgenommen wurde, ohne Hitze zu verbinden. 2. Den Gußstahl vor jeder Dimension von Eisen mit der stärksten Schweißhitze zu. schweißen, und zwar ohne der Qualität des Gußstahles im Geringsten zu schaden. 3. Dem Stahl der Werkzeuge und Geräthschaften der Fabrikanten, Schlosser und Schmiedemeister, welche bei der Bearbeitung an Güte verloren, sofort seine Kraft und Güte wiederzugeben. 4. Liefert ein ausgezeichnetes Härtemittel, welches namentlich dazu dient, Gegenständen von purem Stahl, oder die mit Stahl und Eisen verbunden sind, eine Zähe und Härte beizubringen, daß man mit der Feile keinen Strich anzubringen vermag, und die Gefahr der Brüche und des Entzweispringens verhütet. Es liegen von verschiedenen Gewerkschaften und Fabrikanten, sowie von den tüchtigsten Schmiede= und Schlossermeistern der Kreise Essen, Duisburg, Mülheim, Crefeld, Düsseldorf und Neuß die schönsten Zeugnisse attestirt vor. V. Westkamp, Gußstahlfabrikant in Oberhausen. iejenigen, welche verfallene Pfänder bei mir haben, werden ersucht, selbige bis zum 6. Juni zu erneuern oder einzulösen, widrigenfalls ich selbige verkaufen werde. A. Brocker, Viersenerstraße. Der Besitzer der(651 Musterkarte von B. Hogrebe wird hierdurch freundlichst ersucht, selbige abzugeben Stepgesstraße 21. Ich habe mich hierselbst niedergelassen und wohne Wallstrasse 40. Ph. Schiiek, 633 Advokat. Flechten werden sicher und leicht geheilt von Jansen, 639] Holtum H Nr. 43. Mittwoch nach der Prunk fand eine Magd ein Golostuch. Der Name der Finderin ist in der Exp. d. Ztg. zu erfahren. Agenturen für England gesucht. Ein seit langen Jahren für belgische Häuser in England reisender Deutscher, mit der Engros= und Export=Kundschaft vertraut, prima Referenzen aufweisen kann, sucht die Vertretung leistungsfähiger Firmen zu übernehmen. Offerten sub C. Nr. 100 besorgt die Exp. d. Ztg.(596 Beim Unterzeichneten sind vorräthig: Rechnungs=Formulare in ½= und-Bogen, Wechsel-Schema's mit und ohne Unterdruck, Miethvertrags=Büchelchen in Umschlag geheftet à Stück 1 Sgr. Alle andern nur vorkommenden Druckformulare werden in kürzester Frist schön und billigst angefertigt von Fr. van Oberger, Viersenerstraße. UntdersarReinigungssalz. Von allen Aerzten als das einfachste und billigste Hausmittel empfohlen gegen Säurebildung, Aufstoßen, Krampf, Verdauungsschwäche und andere Magenbeschwerden in 1/1, ½, ¼ Originalpacketen mit Gebrauchsanweisung a 1/1, ½ und ¼ Mark zu haben bei C. Hambüchen in.Gladbach. A. Peltzer in.Gladbach. M. Striebeck in.Gladbach. Ferd. Walber in Rheydt. Thom. Bungardt in Rheydt. Pet. Kiel in Rheydt.(444 Empfehlung. Dem geehrten Publikum von Gladbach mache hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich mich hierselbst als(616 Dachdeckermeister niedergelassen habe und bitte, unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung, um geneigten Zuspruch. Göbels, Louisenstraße 20. Fir Machtung! Die Katholiken Gladbachs werden auf die Nummern vom 31. Mai und 1. Juni der„Gladbacher Zeitung"(amtliches Kreisblatt) besonders aufmerksam gemacht, um zu erfahren, wie in diesem amtlichen Organe ihre Religion und deren Diener geachtet und geehrt werden. Ein ruhiger Bürger. Interessant ist die in der heutigen Nummer unserer Zeitung sich befindende Glücks=Anzeige von Samuel Heckscher sen. in Hamburg. Dieses Haus hat sich durch seine prompte und verschwiegene Auszahlung der hier in der Umgegend gewonnenen Beträge einen dermaßen guten Ruf erworben, daß wir Jeden auf dessen heutiges Inserat schon an dieser Stelle aufmerksam machen.