Beilage zum„Echo des Siebengebirges“ 0 32. fahra. Sonntag, den 5. Oktober 1924 Uummer 40. Nachdruck aller Originalarbetten verhoten Einzelnummer 10 Pf. Avestund. Ein Dörflein schläft im Dämmerlicht Sanft auf der Erde dunklen Schoß gebückt, Im nahen Turm ein Glöcklein spricht Ganz leise nur— und weltentrückt. Es läutet ein die Avestund So friedbeseelt in kirchenfrommer Harmonie Und rings in weiter, weiter Rund Beugt Allnatur stumm ihre Knie. Der Klang verhallet in den Weiten Erwartungsvoll liegt nun die abend stille Flur. Und drüber geht ein himmlisch' Schreiten So erdenfremd— ganz leise nur. Anton Kraus. Und deinen Nächsten wie dich selbst. Zum 17. Sonntag nach Pfingsten. „1. Gehl ein Herr und eine Dame, und der Herr sieht geradeaus vor sich hin, so ist es Mann und Frau. Sieht der Herr auf die Dame herab und spricht emsig mit ihr, so ist es nicht Mann und Frau. 2. Sitzt ein Herr im Theater mit einer Dame und mustert kett und Parterre, so ist es Mann und Frau. Sitzt er ihr halb zugewandt und sieht bald auf die Bühne, bald auf sie, so ist es nicht Mann und Frau. 3. Fällt einer Dame ein Handschuh herab und ein Dritter hat bequem Zeit, ihn aufzuheben, so ist es Mann und Frau. Bückt er sich aber wie der Blitz und hebt ihn im Fluge auf, so ist es nicht Mann und Frau. 4. Fährt ein Herr und eine Dame im Wagen und der Herr raucht eine Zigarre, so ist es Mann und Frau. Raucht er nicht und hält ihren Schal auf dem Schoße, so ist es nicht Mann und Frau. 5. Singt eine Dame, und ein Herr steht dabei, ohne das Notenblatt umzuwenden, so ist es Mann und Frau. Hält er aber schon viel früher das Blatt in der Hand, um es umzuwenden, so ist es nicht Mann und Frau. 6. Kommt ein Herr und eine Dame in eine Putzhandlung, und der Herr sagt ihr, man bekäme das zur Messe billiger, so ist es Mann und Frau. Spricht er hingegen:„Das ist sehr schön!“ oder„Das ist äußerst elegant!“ so ist das nicht Mann und Frau.“ Diese Bemerkung eines böswilligen Kritikers zitiert I. von Eltz im„Goldenen Anstandsbuch“. Es ist aber soviel Wahrheit in dieser Stelle, daß man sie sehr wohl zur Sonntagslesung verwenden kann. Sonderbar, daß einem diese Sache gar nicht mehr auffällt! Daß man meint, es müsse so sein! Oder hast du, lieber Leser, schon einmal ein Gedicht gelesen oder einen Roman oder hast du ein Theaterstück gesehen oder eine Ansichtskarte, darin die eheliche Liebe besungen oder verherrlicht wurde? Ist nicht vielmehr überall dort, wo von der Liebe die Rede ist, die Liebe von jungen Leuten gemeint oder die Liebe von Verlobten oder die Liebe von solchen, die sich gar nicht lieben sollten, oder allenfalls die Kindesliebe oder die Liebe der Barmherzigkeit gegen Arme und Kranke? Dort aber, wo es sich um Eheleute handelt— hast du bei diesen Dingen jemals etwas anderes gelesen als von ehelichen Zerwürfnissen, Untreuen, häuslichem Anfrieden und ähnlichen Dingen? Ob das die rechte Ordnung ist? Müßten nicht gerade diejenigen, die sich zu innigster Lebensgemeinschaft zusammengefunden haben, die gemeinsam zu der géheimnisvollen Quelle des Lebens hintraten und in größter Hingabe daraus schöpften, die ihre getrennten Eigenschaften in den Kindern zu wunderbarer Einheit verwoben sehen, die sich die innersten Geheimnisse ihrer Seele anvertrauten, die sich in dem Widerspiel ihrer natürlichen Verschiedenheit zu edler, erfreuender geistiger Ergänzung werden können, müßten nicht gerade sie in hingebender Liebe verbunden sein? Und wenn eine bekannte Aerztin schreibt: „Die schönsten Gedanken Gottes sind gedacht worden bei der Bestimmung zweier Geschlechter. Familie, Gattenliebe, Kindesliebe, Heimatdrang, Verwandtenneigung— sie sind begründet in der Verschiedenheit der Geschlechter; die Schönheit der Jahreszeiten mit ihren Herrlichkeiten des Blühens und Reifens, das bunte Leben der Tierwelt in seinen fesselnden Erscheinungen an Eigenart, Liebe, Melodie: es besteht nur in der Verschiedenheit des Geschlechtes",— wo müßte diese beglückende Schönheit sich reicher entfalten können als dort, wo ein heiliges Versprechen diese Beziehungen geadelt hat? Warum es oft anders ist? Warum es sehroft anders ist? Frage einen Ehemann und er wird sagen: die Frauen sind schuld daran. Die Frauen mit ihrer krankhaften Selbstüberschätzung, mit ihrer Anspruchsfähigkeit, Reizbarkeit, mit ihrer Intrige. Nicht umsonst habe Schopenhauer gesagt, daß die Frau unter allen Uebeln das größte sei. Und auch Tolstoi habe in sein Tagebuch ge schrieben: Man sage: cherchez ia femme, aber jeizt brauche man gar nicht mehr zu suchen: zu deutlich stehe es vor aller Augen, daß alles Unheil oder doch ein großer Teil davon herrühre von der Ausgelassenheit der Frau(II. Bd. S. 64). Sogar in der hl. Schrift stehe geschrieben: es sei besser, auf dem Giebel eines Daches zu sitzen, als mit einem zänkischen Weibe in einem Hause zu wohnen.(Aehnlich Sprichw. 21, 19). Ein Mann könne aber nie anders auf eine Frau einwirken, als wie es ihren Wünschen entspreche(Tolstoi Tageb. II, S. 18). Tue man das nicht, dann habe der häusliche Friede sein Ende. Frage eine Ehefrau und sie wird sagen: die Männer sind schuld daran. Das Leben der Frau sei, wenn man die Ausnahnen abrechne, von jeher ein Martyrium gewesen. Die ungehemmte Brutalität und rohe Herrenmanier, die sich selbst nur zum Ziele etze und alles andere sich rücksichtslos dienstbar mache, sei immer ein Zug des Manntums und ein trauriges Dokument der innerlichen „Kultur“ der Mannesseele gewesen(Emanuele Meyer, Vom Mädchen zur Frau, S. 78). Wenn der hl. Kirchenvater Leo der Große zu den Männern sage, sie seien nicht Herren, sondern Gemahl, ihre Frau sei nicht eine Magd, sondern eine Gattin, sie seien als Leiter über das schwache Geschlecht bestellt, nicht als Allgewaltige, so predige er eben lauben Ohren. Die sanftmütigste Frau könne unter diesen Umständen nicht in häuslichem Frieden leben. Also wird die Rede des Mannes sein: die Frau ist schuld daran. Und die Rede der Frau: der Mann ist schuld daran. Was aber verneinst du, lieber Leser, zu dieser Sache? Mir scheint, daß hier der Hr. Magnus Jocham das Richtige getroffen hat, wenn er schreibt: Wo Zwietracht herrscht, da trägt selten einer die Schuld allein. Wer aber wollte das im einzelnen untersuchen? Wer dürfte den Männern ihre Fehler vorhalten und wer den Frauen? Man wird gut daran tun, sich auf das zu beschränken, was allgemein ist und von jeder Ehe gesagt werden kann. Es darf denn auch tatsächlich nicht übersehen werden, daß in der Ehe selbst, in der engen Lebensgemeinschaft der Eheleute vor allem mancher Anlaß liegt, das Verhältnis hingebender Liebe zu trüben. Nirgendwo sonst im Leben wird der eine so mit den Fehlern des anderen, mit seinen Launen und Schwächen und Armseligkeiten bekannt, wie in der Ehe. Selbst da wo der Eheschließung eine reifliche Prüfung vorausging, wo eine wohltuende Uebereinstimmung in den fundamentalen Lebensgrundsätzen besteht, ohne daß dadurch der Reiz eines verschiedenartigen, sich glücklich ergänzenden Temperamentes beseitigt wäre, selbst dort also, wo die besten Vorbedingungen für ein zufriedenes Eheleben vorhanden zu sein scheinen, bleiben manche kleinen Unebenheiten, die durch ihre stete Wiederholung überaus lästig wirken und die Zuneigung ernstlich gefährden können. „Müssen diese Umstände, die in keiner Ehe fehlen, notwendig zu Kalte und Abneigung oder gar zu Ekel führen? kan sollte nie vergessen, daß die Ehe unter Menschen und mehr noch die Ehe unter Christen über der Sphäre der natürlichen Inintte liegen elte, daß sie einbezogen ist in den Kreis itreicher Pfrichten, die uns von dem auferlegt sind, den wir als den Herrn und Schöpfer jeglicher Kreatur verehren und anbeten. Sittlicher Pflichten, die uns gegeben sind nicht als dumpfer Zwang, ondern als steile Höhenwege, die uns zu persönlicher Größe und keise führen sollen. Klafft nicht auch in der Brust eines jeden einzelnen ein ähnlicher Zwiespalt zwischen dem wieesseinsollte und dem wieesist? ind wissen wir nicht, daß es keinen anderen Weg gibt, zur gereisten Persönlichkeit zu werden, als Tag für Tag die Energie eines von zeistigen Motiven geleiteten Willens gegen die verflachenden Schwächen einzusetzen? Wo überhaupt in aller Welt ist jemals etwas wahrhaft Schönes, etwas wahrhaft Großes, etwas wahrhaft Reines, wo ein wahrer, Erfolg, wo eine beglückende Freude jemals ohne Aufopferung, ohne ernstes Ringen erreicht worden? Sollte die Ehe allein die thulische Insel sein, darin man in geistigen Pantoffeln und moralischem Schlafrock der ungetrübten Glückseligkeit sich erfreuen könnte?! Mußte nicht derjenige, der kein Bedenken trug, das Wort zu sprechen:„Liebet eure Feinde, tuet Gutes denen die euch hassen“, mußte nicht derselbe weit eher noch Heroismus und Aufopferung fordern von denen, die sich in Liebe zur Lebensgemeinschaft zusammengefunden haben? Es gibt keinen anderen Weg zu einem dauernden Glück zwischen Mann und Frau, als die Auffassung des Ehestandes als einer hohen sittlichen Pflicht; die Tag für Tag neu zu lösen ist. Es ist hier kein Ort, mit jenen Worte zu wechseln, die, um die Zahl der unglücklichen Ehen zu mindern, die Aufhebung der Ehe fordern und die„freie Liebe“ predigen. Es ist von ernsten Männern wiederholt darauf hingewiesen worden, daß solche Bestrebungen an der Grenze des Tierreiches enden müßten; es ist von anderen, die der „Poesie der freien Liebe“ ein Leben lang huldigten, mit aller Offenheit das Bekenntnis abgelegt worden, daß alle diese Beziehungen mit fundamentaler Häßlichkeit und Prosa endigten und das Gefühl kläglicher Erbärmlichkeit zurückließen. Wohl aber verdient die Tatfache Beachtung, daß auch edle Menschen zuweilen ein Unbehagen in der Ehe und ein Sehnen über die gottgewollte Umfriedung hinaus erfassen kann; daß fremde, liebenswürdige Menschen einen gewinnenden Eindruck machen und das häusliche Leben um einen Schatten tiefer und inhaltsleerer erscheinen lassen. Liegt in diesem Sehnen nicht eine große Unerfahrenheit und Täuschung? Ist der fremde Zauber nicht im Grunde darauf zurückzufuhren, daß wir mit jenen anderen weniger zusammenkommen, daß es ihnen leichter fällt, sich von ihrer besseren Seite zu zeigen und billige Schmeicheleien von sich zu geben, als jenen, mit denen wir Tag für Tag zusammenleben? Waren nicht auch die meisten von jenen, die wir heute als mürrische Männer und fiese Fkauen ansehen, einmal gewinnende Bräutigame und Bräute„in veilchenblauer Seide"? Und würden wir nicht bei denen, die uns heute so gewinnend erscheinen, morgen die gleiche Enttäuschung erleben? Ob es nicht besser ist, in stiller Selbstzucht und gütiger Nachsicht aus dem Wege zu räumen, den der tägliche Umgang zwischen Mann und Frau langsam angehäuft hat; in zäher Ausdauer einen Weg zu bahnen zu dem Herzen, das uns versprochen und doch nicht zu eigen ist? Ob es nicht besser ist, an sich selbst die Fehler zu erforschen, die zu der ehelichen Entfremdung führten, statt dem anderen einen Vorwurf aus seinen Fehlern zu machen? Ob es nicht oesser ist, die Erfüllung des göttlichen Willens, der in den Unterschied zwischen Mann und Frau hineingelegt ist, dadurch zu erfüllen, daß der Mann immer mehr danach strebt, ein Mann zu werden, und die Frau immer mehr die sie so vornehm kleidende Güte und Geduld und Versöhnlichkeit an sich herauszuarbeiten sucht? Wie viele schon, die lange Jahre nebeneinander hergegangen sind, haben sich in diesem Streben doch endlich gefunden zu abgeklärten, gereifter Liebe?! Bei Gott! Wenn das Evangelium verlesen wird von der Liebe, wo es heißt:„..... und deinen Nächsten wie dich selbst“, dann sollte man nicht an eine allgemeine Liebe denken, die einem Bettler fünf Pfennig gibt oder ähnliche Dinge. Da sollte die Frau wissen, daß ihr allernächster Nächster ihr Mann, und da sollte der Mann missen, daß seine allernächste Nächste seine Ehefrau ist. W. Die Gardinenpredigt.Von Dr. Augustin Wibbelt Frauem ist es verwehrt in der Kirche Gottes zu predigen. Das ise shrnctich Wie derr den Rännern übertragen, und Paulus sagt soslen sch rr. vaen sol schweigen in der Kirche““ Eine Predigt ih die Frauen nicht nehmen, und es wäre auch schade, sie gar reine Gelegenheit hätten, ihr rednerisches Talent ernstSeas ich im J. hehoz nicht jede Frau wersp altes Rachen 2u3 heve, ist die sogenannten Gardinenpredigt, die in#e Nleust der Hausfrau ist und bleibt, wenn die Männer es auch hielleicht gern abschaffen möchten. In dieser Frage stehe ich ganz iuf seiten der Frau. Wenn die Gardinenpredigt in der rechten Weise veaktigiertz#rd kann sie sehr heilsam wirken. Darauf freilich, auf die #erse nämlich, kommt alles an; das Beste wird schädlich und inheilvonl, wenn es verkehrt angewandt wird. Ich denke, christliche frau und Mutter, es ist dir willkommen, wenn ich dir als alter Praktahsich Prsteist Furtegeini ge, Fingerzeige gebe; wir können ganz veroaruver sprechen, venn die Männer bekommen dies Blättchen a nicht in die Finger.(War urspr. in einem Frauenblatt erschienen.) *) Aus dem Schriftchen„Mutters Lebensweisheit“, herausgegeben Was man unter Gardinenpredigt versteht, brauche ich dir nicht auseinanderzusetzen. Diese Kenntnis pflanzt sich unter den Frauen wie eine geheime Tradition fort, und der Ursprung geht sicher in uralte graue Vorzeiten zurück. In der Bibel finde ich keinen Anhaltspunkt für meine Ansicht, daß schon Eva dem Adam gelegentlich eine Gardinenpredigt gehalten hat; aber diese Ansicht scheint mir gewissermaßen in der weiblichen Natur begründet zu sein. Auf, einen Punkt der wesentlich ist, muß man gleich hinweisen er ergidr sich aus der Bezeichnung„Gardinenpredigt". Dies Wort schon verbietet jede auch noch so beschränkte Oeffentlichkeit bei dieser Predigt; sie ist ihrem Wesen nach eine Predigt unter vier Augen. Wenn das nicht beachtet wird, wenn die Frau dem Manne in Gegenwart anderer, und sei es auch nur einer, die Leviten liest, dann ist es keine Gardinenpredigt mehr. Hier liegt auch die Grenze der Berechtigung: eine Frau darf ihren Mann nicht vor anderen tadeln, vor allem nicht vor den Kindern; das ist gegen den Respekt und verbittert nur von dsst üchlen, Sinwürkung auf die Kinder gar nicht zu sprechen. Männer souren dieselbe Rüasicht nehmen, aber wenn sie es nicht tun, so müssen die Frauen es ihnen nicht nachmachen, denn Unarten muß man niewird doch auch keine Frau gern in den Ruf einer keifenden Tanthippe kommen wollen. Also vor allem unter vier Augen. Daß es nun gerade in nächtlicher Stille geschehen muß, braucht man aus dem Worte Gardinenpredigt noch nicht zu folgern, obwohl diese Zeit den Vorteil bietet, daß der Zuhörer nicht so gut fortlaufen kann. Jedenfalls darf aber die Gardinenpredigt nicht in nächtliche Ruhestörung ausarten, denn die Nachtruhe gehört zur Gesundheitspflege. Es müßte ja auch eine ungeschickte Frau sein, die sonst keine, Gelegenheit erwischen könnte.inanred: Uebrigens ist Zeit und Gelegenheit bei der Gardinenpreoigt nicht ohne Bedeutung. Wenn der Mann oder die Frau erregt ist, dann ist eine Gardinenpredigt nicht angebracht. Ein erregtes ärgerliches Gemüt ist für die Wahrheit nicht empfänglich und die Verkündigung der Wahrheit leidet auch unter der Erregung. Man muß eine ruhige Hand haben, wenn man gut zielen will; man muß ein Ding erst etwas kalt werden lassen, ehe man es angreift, denn sonst verbrennt man sich die Finger. Nun einige wichtige Regeln in aller Kurze: Nicht zu oft— nicht zu scharf— nicht zu lang! Wenn dem Manne beständig gepredigt wird, dann wird er schwerhörig; er neigt doch von Natur dazu.— Ist die Suppe zu stark gesalzen und gepfeffert, dann wird sie zurückgewiesen: In einem solchen Falle, wenn der Mann zu hart und zu spitz angefäßt wird, fühlt er sich ungerecht und lieblos behandelt. und hält sich womöglich für ganz unschüldig. Erfolg gleich Null, oder vielmehr unter Null, nämlich Trübung des guten Verhältnisses.— Macht man zuviele Worte, dann verdirbt man selber den guten Eindruck, den die ersten Worte vielleicht gemacht haben. Ein kurzer Guß kann eine gesunde Dusche sein, aber wenn man lange im Plätscherregen stehen muß, erkältet man sich. Nun die Hauptregel: Die Gardinenpredigt muß aus einem guten wohlmeinenden Herzen kommen— ohne Liebe wird nichts erreicht. Mein Gang ist still und leise wie stummer Wolken Ziehn im schmalen Fahrtgeleise, und keiner fragt wohin. Der rechte Weg. Doch ich mich stündlich frage, war recht des Fußes Pfad, war unnütz Wort und Klage, und gut des Tages Tat? Und wenn dann ruhig=heiter des Herzens Stimme spricht, geh unbeirrt ich weiter und weich vom Wege nicht. Aloys Jaekel. Bekannte Bürger aus dem alten Köln. Von Aloys Fasbender sen. 4. Michael Rehfeld. ichael Rehfeld wurde geboren zu Köln am 8. Mai 1834. Er war zuerst in der Rohtabakbranche tätig, dann wandte er sich der Zigarrenfabrikation zu. Er heiratete 1859 Helene Heyden, aus welcher Ehe eine Tochter entsproß. Letztere ist die Gattin des bekannten Kaufmannes Joseph Breuer, des Ehrenbannerherren der Kölner Narrenzunft und Verfasser des Fiakerliedes. Eine Tochter aus dieser Ehe, eine Enkelin Rehfelds, ist mit dem Lokalhistoriker Peter Paul Trippen verheiratet. Da nun Breuer und Trippen ebenfalls geborene Kölner sind, haben wir hier eine Familie, in welcher sich Kölner Blut und mit ihm Kölner Art wohl erhalten hat. Rehfeld hat immer in seinem kleinen properen Hieuschen Kleine Spitzengasse Nr. 3. gewohnt, welches durch seine Wohlgepflegtheit und Sauberkeit gerade in dieser Straße jedem in die Augen fiel. Warum ich ihn in die Reihe meiner „Bekannten Bürger“ aufgenommen habe, sei im Nachstehenden dargetan. Durch sein freundliches, stets hilfsbereites Wesen und seinen edlen Sinn war er von allen geachtet und geliebt, um so mehr, als er so recht die alte Kölner Eigenart repräsentierte. Der Schalk saß ihm immer im Nacken. Auf jedes„Döppche“ hatte er sofort ein„Deckelchen". Tausende von Lachtränen, die er anderen entlockte, aber auch viele Tränen der Dankbarkeit hat er auf dem Gewissen. Sein kerniger. trockener Humor hat ihn nie verlassen. Sein Hauptverdienst aber ist seine 60jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Armenpfleger. Lange Jahre war er Vorsteher des 13. Armenbezirks. Gerade in diesem Bezirke bot sich ihm reichlich Gelegenheit, in väterlicher Fürsorge und Nächstenliebe sein goldenes Kölner Herz zu zeigen. Unermüdlich war er für seine Armen besorgt, keine Zeit war ihm zu kostbar, keine Mühe zu groß, wenn er helfen konnte. Am 12. September 1909 konnte er auf eine 50jährige Tätigkeit in der Armenpflege zurückblicken. Große Anerkennung wurde ihm von der Stadtverwaltung bezeigt. Eine eigens zu seiner Ehrung am 20. September anberaumte Stadtverordnetensitzung fand statt und daran anschließend ein Festmahl im Isabellensaale des Gürzenich. Eine kunstvoll ausgeführte Ehrenurkunde wurde ihm überreicht. Der damalige Oberbürgermeister Wallraf hatte es sich nicht nehmen lassen, den Jubelgreis persönlich an dessen Wohnung im Auto zu den Feierlichkeiten abzuholen. 1915 erhielt Rehfeld eine weitere Ehrenurkunde der Stadt in seiner Eigenschaft als Mitglied der Einkommensteuer=Einschatzungskommission, welcher er mehr als 40 Jahre angehört hatte. Am 24. Oktober 1918 legte er sein Amt in der Armenpflege wegen eintretender Altersbeschwerden und eines stetig zunehmenden Gehörleidens nieder. Seine große Bekanntschaft in allen Kreisen der Bür##rschaft ist erklärlich, wenn man bedenkt, daß er Mitbegründer des „Siquen Montagskränzchen" bei Klütsch an der Hosengasse, Gründer des Katholischen Arbeitervereins Köln=Süd, Mitglied des Kirchenvorstandes von St. Jakob, auch eifriger, mit schöner Tenorstimme ausgestalteter Sangesbruder und Mitglied einer ganzen Anzahl religiöser, karitativer und geselliger Vereine war. Sein schauspielerisches Tatent bewährte sich oft bei Theateraufführungen, wo er den Kölner Typ gar naturgetreu und drastisch auf den Brettern, die die Welt bedeuten, darzustellen verstand. Auch besaß er eine eiserne WillensPegen eines Augenübels war er ein starker Prieser geworden. zom 39. Jahren fing er an, sich unpäßlich zu fühlen. Der Arzt riet son, das Priesen etwas einzuschränken. Er aber sagte:„Got, Herr Dokter! Evvens han ich et letzte Schnüffche genomme.“ Und er hat die geliebte Dose nicht mehr in die Hand genommen. Rehfeld starb am 6. Mai 1919. Sein Begräbnis gab Zeugnis von seiner Beliebtheit und seinen Verdiensten. Die städtischen sowie auch die Staatsbehörden erwiesen ihm auch bei dieser Gelegenheit ihre Anerkennung. Er war Inhaber des Kronenordens 3. und 4. Klasse, des Verdienstkreuzes für Kriegshilfe und des päpstlichen Ordens pro ecclesia et pontifice. Von verschiedenen Seiten ist zur Zeit angeregt worden, die Kleine Spitzengasse in Michael Rehfeld=Straße umzutaufen. Durch die Wirren der letzten Jahre scheint diese Sache aber in Vergessenheit geraten zu sein. Diese Umbenennung dürfte dadurch erleichtert erscheinen, als der Name„Spitzengasse“ ja doch in der „Großen Spitzengasse“ weiterleben würde. Zum Schlusse zur Charakterisierung des goldenen Humors Rehfeld's einige Anekdoten aus seinem Leben. Eines Abends sitzt eine fröhliche Tafelrunde am Stammtisch bei Klütsch zusammen. Der als „Original“ bekannte„Kuletschhot“ aus der Blindgasse war auch im Lokal. Da packt Rehfeld der Schelm: Auf seinen Vorschlag hin maskiert man einen in der Ecke schlafend dasitzenden Schwerbezechten naturgetreu in einem Nebenraum in den Kuletschhot und bringt ihn dann der darob lamentierenden Schwester, mit welcher der echte Kuletschhot zusammen wohnt, nach Hause und legt den noch immer fest Schlafenden ins Bett. Den Durcheinander und den Halloh, als nun später der wirkliche Kuletschhot in sein Bett kroch, kann sich wohl jeder lebhaft vorstellen. Ein altes Mütterchen, dem Rehfeld eine gute Armenunterstützung besorgt hat, will ihm in übersprudelnder Dankbarkeit ein paar Groschen in die Hand drücken.„Enäh!!“ sagt Rehfeld,„dat darf ich nit annemme. Wenn dat der Oberbürgermeister gewahr wöht, dann däht ich ming Stell verleere!" Auf einem der damals jährlich stattfindenden Essen der Armenpfleger im Gürzenich hält der Oberbürgermeister als erster Sprecher die Begrüßungsanrede. Als Senior der Tafelrunde antwortet Rehfeld und meint:„Herr Oberbürgermeister, ich hätte eigentlich vor Ihnen sprechen müssen, denn ich bin der Mann„von der Spitz!“ Lustige * Eine alte Firma.„Wenn ich recht unterrichtet bin, ist Ihr Geschäft eine sehr alte Firma,“ sagte ein Besucher.—„Jawohl“, stimmte der Hauptteilhaber voll Stolz zu.„Aber woher wissen Sie das, da Sie doch hier fremd sind?“—„Ja“, lautete die Antwort,„im letzten Jahr machte ich eine Reise durch Aegypten und kaufte in einem Orte einige interessante Raritäten, die über 4000 Jahre alt sein sollten.“ —„Nun und?“—„Ja, denken Sie sich meine Ueberraschung, als ich mir die Sachen näher ansehe, finde ich Ihren Firmenstempel darauf.“ * Deutlicher Wink. Junger Mann(zu einem jungen Mädchen, das er besucht):„Werden Sie es mir glauben, mein Fräulein? Ich verstehe mich aufs Gedankenlesen.“— Junges Mädchen:„So? Weshalb bleiben Sie dann am andern Ende des Sofas sitzen?" * Herr Raffke will sich porträtieren lassen. Nachdem man über den Preis einig geworden ist, fragt der Künstler: „Wünschen Sie, daß ich Sie im Frack und weißer Binde male?“ „Das ist nicht nötig“, erwidert der Mäzen leutselig,„meinetwegen können Sie ruhig denselben Kittel anbehalten.“ * Glaubwürdig.„Da wirst du aber gestern doch furchtbar erschrocken sein, als plötzlich das Nebenhaus einsturzte?“— Ich habe davon gax nichts gehört, ich hatte gerade eine Besprechung mit meiner Frau.“ 3 En twurze Von Aloys Jaekel. Wie eine himmelhohe steilrechte Flamme überschrie das Heulen der Sirenen das Donnergetöse der Walzenstraße. Der letzte Hall des Dampfhammers prallte von der weiten Wölbung, verrollte an den ausladenden Enden und verzitterte in den Tiefen der Fundamente. Hannpitt warf mit einem Fluche die lange Greifzange in die Ecke, stürzte auf die Mineralwasserflaschen, ergriff eine mit ungezügelter Gier und trank sie, ohne abzusetzen, bis auf den Grund leer. Sein nackter Oberkörper, auf dem die steinharten Muskeln von der letzten Anstrengung noch zuckten, stand in einem schmierig=rußigen Schweiß. Die Flasche kollerte klingend über den Boden. Hannpitt wischte mit dem nackten Arm über die feuerrote Stirn, ruckte Gürtel und Hose in die Höhe und hastete mit langen schwerfälligen Schritten zum Bad. Die warme Brause und die nachfolgende mählich verkühlende erfrischten seinen ermatteten Körper. Während er sich ankleidete rankten sich wieder die trüben Gedanken, die ihn schon seit Wochen zerquälten, aus dem Grunde seiner Seele, und umflochten ihn mit einem wirren Stachelgestrüpp, das ihn zu ersticken drohte. „Bin ich noch ein Mensch?“ knirschte sein Inneres auf. Zehn Stunden ins Joch gespannt, schlimmer als ein Schinderochse. Zehn Stunden in den eisernen Pranken eines seelenlosen Riesenungeheuers. Tag für Tag: zrone, Schweiß, Staub und Ruß; Ruß, Staub, Schweiß und Frone. Wie lange noch?“ Ein Galgenlachen brach bei diesem Gedanken wie ein rostiges Rasseln aus seinem Halse und erstarrte zu einer selbsthöhnenden Grimasse. „Haha! wie lange? Bis es mich ereilt wie meinen besten Freund. Buchstäblich zu Brei hat's ihn zermalmt. Weiß der Himmel wie er unter den glühenden Block geraten. Ein verhängnisvoller Fall— ein gräßlicher Tod. Behüte mich das SSchicksal vor einem solchen grauenhaften Ende!" Hannpitt schloß die Augen und schüttelte den Kopf, als ob er sich des furchtbaren Bildes erwehren wolle. Und weiter bohrte es hinter seiner gerunzelten Stirn: „Und wenn es mich verschont, was harrt meiner? In zehn bis zwanzig Jahren bin ich mark= und saftlos wie ein dreimal ausgekochter Knochen. Und dann? Zum Kehricht— wie der Knochen. Mit einem unwilligen Schwung setzte der Grübelnde die Mütze auf das starkige Strähnenhaar, vergrub die hauste in den weiten Hofentaschen und stapfte wütend über den Innenhof. Dem invaliden Türschließer brummte er einen mürrischen Gruß zu. Der fah ihm lange nach und wiegte den grauen Kopf. „Seit sein bester Freund von der glühenden Bramme zerquetscht wurde, ist der Hannpitt wie verdreht.“ Durch eine von Fabrikruß geschwärzte unsäglich traurige von fünfstockigen Mietskasernen eingeschluchtete Straße schritt der Unzufriedene. Zerlumpte schmutzige Kinder liefen ihm, schreiend und sich balgend, vor die Füße. Widerliche Gerüche dunsteten aus geöffneten Türen. Weiber lehnten halbnackt in den Fenstern, standen auf den Bürgersteigen und klatschten. Ein Betrunkener torkelte, sich selber scheltend, daher. Den Dahinschreitenden ließen diese Bilder unberührt. Sie kamen nicht auf gegen die dunklen Gedanken, die ihn umlauerten. Ein Kratzen der Kehle belästigte ihn. Er spuckte in hohem Bogen aus, mitten auf die Straße. Gleich einer aufdringlichen Dirne prahlte am Kreuzungspunkte mehrerer Straßenzüge ein Eckhaus. Gröhlen und Kreischen, Lachen und Singen, Fluchen und Wettern scholl heraus. Ein verstimmtes Orchestrion maltraitierte den Brautchor aus Lohengrin. Die Flügeltür schloß sich hinter dem Eintretenden, der in einem atembe1 * nehmenden Dunstwolke, gebraut aus Tabak=, Wein=, Bier= und Schnapsgeruch, tauchte. Er mußte mehrere Male mit einem Bierglase auf den Tisch trumpfen, bis der vierschrötige Wirt, der von einer schnapsseligen Schar umlagert wurde, dem Verlangen des neuen Gastes nachkam. Ein Glas nach dem anderen goß dieser hinab. Aber weder das Kratzen in seiner Kehle noch die bitteren Gedanken vermochte der Alkohol zu bannen. Schwer und mißmutig stützte Hannpitt das Haupt. Die Schnapsseligen begannen über ihn zu witzeln und ihn mit„geistreichen Kosenamen“ zu bedenken. Doch dem Gefoppten war es heute nicht darum zu tun, die Stichler mit derben Fäusten in die Schranken zu weisen. Er stand auf, zahlte und verließ ohne Gruß die Schenke. !“ scholl es ihm nach und ein allgemeines Spottgelachter überholte ihn zwischen Tür und Angel. Auf seinem Zimmer angelangt, dessen einflügeliges Fenster auf einen schachtähnlichen Hinterhof ging, fröstelte ihn. Die kahlen, von allerhand Flecken, Handabdrücken, Rissen, Nägeln und Marken verunstalteten Wände ödeten ihn an. Der ungescheuerte, von Schmutz starrende Boden löste in ihm ein Gefühl des Ekels aus. Anfreundlich und ungastlich steigerte die schale Behausung das Mißbehagen, das ihn folterte. Er trat ans Fenster und haschte mit umflorten Blicken das bißchen Himmel, das ab und zu aus den zerfaserten Qualmwolken aufdräuender Schorne Paradiesesschimmer hindurchleuchDa tat sich die Türe auf und die Tochter der Schlafstellenvermieterin trat auf den Ungemuten zu, legte vertraulich ihren Arm um seinen Nacken und schaute ihm begehrlich in die Augen. Unsanft und schroff zwang Hannpitt den Arm herunter. „Nanu, bist mer bös?“ spitzte die Zudringliche den Mund. „Laß mich!“ betonte er mit düsterer Schärfe. „Hast'n noch net verwunden, deinen Freund?“ schmollte es mit leisem Hohn. Er wandte ihr den Rücken und ließ das Mädchen stehen. Die Abgewiesene schlüpfte hinaus und warf ägerlich die Türe ins Schloß. Wieder stand er am Fenster und guckte nach dem Himmelsblau. Sein Freund, der auf so grauenhafte Weise ums Leben Gekommene, hatte ihn vor Jahren vom Lande in die Stadt geschwätzt, ihm das Leben daselbst in den herrlichsten Farben gemalt, geschildert, welche Freuden und Genüsse die Großstadt biete, daß er Geld in Masse verdienen könne, daß er nach der Arbeit ein freier Herr sei, dann schalten und walten könne wie es ihm beliebe, daß sich niemand um ihn kümmere, er nicht bevormundet und gegängelt werde, daß er sich richtig ausleben könne. Das machte auf den Unerfahrenen, nach Ungebundenheit Lechzenden einen bestechenden Eindruck. Und da er gerade mit der Mutter und den übrigen Geschwistern wegen Teilung des väterlichen Erbes, einer kleinen Ackerwirtschaft, in Streitigkeiten lag, entschloß, er sich kurzerhand, dem Rufe des Freundes zu solgen. Er hatte die Freuden, die der Freund gepriesen, gesucht, funkelndes Gold an Lohntagen eingeheimst, sich der Freiheit in die Arme geworfen, in Schrankenlosigkeit geschwelgt, das sauer verdiente Geld in tollen Nächten verjubelt, mit Dirnen verpraßt. Nicht allzulange hatte er sich im Strudel ungezügelter Leidenschaften, die an seinem Mark wie Wüstengeier zehrten, wohl gefühlt. Es kam die Ernüchterung. Das Großstadtleben stand ihm bis zum Halse. Zwar wollte er sich oftmals ermannen, um zur Mutter zurückzukehren und das kleine Anwesen zu übernehmen. (Fortsetzung folgt.) Rosa mystica. (Zum Rosenkranzmonat.) Blumenfürstin, Rose, milde, Streue deine reinsten Düfte Vor dem gnadenreichen Bilde Deiner Herrin in die Lüfte! Dich, den Stolz und Schmuck des Lenzen, Aller Erdenblumen Krone, Schling' ich heut' zu duft'gen Kränzen Vor der Jungfrau goldnem Throne.— O Maria! aller Frauen, Aller Jungfrauen einzig Reine, Roja mystical wollst schauen Auf die Tränen, die ich weine. Kann ich heut nicht froh dich grüßen, Von so scharfem Dorn verwundet, Will ich doch zu deinen Füßen Weinen, bis mein Herz gesundet. Bis von deinen Händen milde Linder Balsam niedertauet Und dein Kind zu deinem Bilde Fromm getröstet aufwärts schauet. Hier schon hast du dein Erbarmen Reichlich jeder Not erteilet. Hast geholfen vielen Armen. Manch gebrochenes Herz geheilet.— Rosen, die ich hergetragen Und zu vollem Kranz gebunden, Wollet eurer Herrin sagen, Wie so tief der Seele Wunden. Luise Hensel. Ein Hauptschwein. Von Hermann Löns. Im Helmetale war der Teufel los. Die Frühkartoffeln waren ausgewühlt, die Erbsenfelder zertrampelt, die Saatkämpe umgebrochen, die Haferfelder mit Wechseln!) durchzogen. Von irgendwoher war ein Hauptschwein zugewechselt; überall spürte es sich. Im Helmetale gab es keine Sauen? also war es kein Wunder, daß die Aufregung groß war. Alles, was auf die Jagd ging, saß auf den Keiler an, aber alle Mühe war vergebens. So dumm war der Basse?) nicht, daß er immer in derselben Ecke blieb. Er kannte die Welt; er hatte seine Erfahrungen hinter sich, sogar mehr, als ihm lieb war. Ein Dutzend Jahre war ex alt, hatte manche Kugel pfeifen, Schrote genug klappern hören und auch sonst allerlei durchgemacht. Keine drei Wochen war er alt gewesen, da hatte ihn die Fuchsbetze?) beim Wickel gehabt, und hätte er nicht so hellaut geklagt, und wäre die Bache?) nicht ganz in der Nähe gewesen, so war es damals aus mit ihm; aber seine Mutter rannte die Füchsin über den Haufen und richtete sie so zu, daß sie mit knapper Not ihr Leben barg. An dem Tage, da er seinen letzten Milchzahn verlor und zum ersten Male nach Würmern und Wurzeln brach und vor Eiser zu weit hinter seiner Mutter zurückblieb, hatten ihn zwei Hunde halbtot gehetzt, und er wäre verloren gewesen, wenn die Bache nicht noch im letzten Augenblick herbeipolterte und die Köter beiseite brachte. In seinem ersten Winter war er dreimal eingekreist gewesen, hatte mehr als eine Kugel pfeisen hören, und das eine Mal hatten ihm die Paläster?) ganz gehörig die lirke Keule gekämmt. Hinterher hatte er noch mehr erlebt. Daß er den rechten Hinterlauf schonte, kam daher, weil ihn dort eine Kugel gefaßt hatte; viel hätte nicht gefehlt, so wäre es damals mit ihm zu Ende gewesen, denn drei Hunde hatten ihn gestellt. Er stritt sie aber tapfer ab, schlug den einen zuschanden und rettete seine Schwarte. Dieesah bunt genug aus; das rechte Schild*) war mit Röllern?) gespickt, die ein Bauer ihm da hineingepfeffert hatte, als er ihm die Erdäpfel umpflügte. Die linke Schulter war halb kahl, denn die hatte ihm ein Streifschuß zersetzt. Die langen Federn?) auf dem Rücken zeigten eine breite Lücke, denn dort hatte ihn eine Kugel gefaßt; das hatte scheußlich weh getan, und er war erst wieder zur Besinnung gekommen, als ein Hund ihn hinten und einer vorne zerrte; beide blieben mit aufgeschlagenen Rippen am Platze. Auch sein wehrhaft Gewaff“) hatte Schaden genommen; ein Schuß in das Gebräch!“) hatte den rechten Haderer") der Schneide beraubt und einen Stumpf daraus gemacht. Und der Pürzel??), sogar der hatte daran glauben müssen; er hatte einen Knick in der Mitte von einem Postenschusse. Der eine Seher war blind; ein Hagelkorn hatte ihn durchschlagen, und beide Gehöre waren aufgeschlitzt von Hundezähnen. Außerdem wies die Schwarte überall Schmisse auf, die er sich bei den Kämpfen in der Rauschzeit") geholt hatte. Kurzum: er hatte allerlei erlebt, kannte die Welt und benahm sich dementsprechend. Darum ließ er es erst Nacht werden, ehe er die Dickung verließ, und er trat da aus, wo er den Wind gegen sich hatte, und auch dann als er eine Viertelstunde gesichert hatte. Dann aber legte er sich teuszseinen Zwang auf und vergnügte sich damit, die morschen Fichbrechen Zanau dem verwachsenen Kahlschlage 1) kurz und klein zu ## ena sie saßen voll von Käfern, Puppen, Larven und Schnecken. er eine Fasanenhenne von ihrem Gelege, fraß die auf, ließ eine Menge Mäusebrut und einen Junghasen Piliigggr men vergaß auch nicht, das Haferstück um und um zu Fröschen Fiin#ß voll von Engerlingen, nahm mit, was er an und äusaishigschen und Vogelbrut antraf, scheuerte sich lange ausgievig an einer harzigen Fichte, machte aus einem Kartoffelverhunzte einen Saatkamp gänzlich und schlief u die Zeit, als der Bauer und der Förster an der Stätte seiner Unhalbe###den und den Zorn Gottes auf ihn herabwünschten, eine Was ich im Dorfe sah. Die Kirche, das Pfarrhaus, den Bader, den Schmied, Die Pumpe am Marktplatz, die Enten im Ried, Die Scheunen und Häuser, die Ställ und den Mist, Die Gänse und Hühner, die Hähne in Zwist, Die Kinder im Spiele, mit struppigem Haar, Im Sessel die„Oma“, wohl hundert Jahr', Den Mann mit der Orgel, den Wagen, das Pferd, Durch's offene Fenster die Bäu'rin am Herd, Den Müller, den Esel, den Stelzfuß, das Kind, Die Buben am zanken, am Marktplatz die Lind', Drei Sauen, sechs Ferkel, den schlafenden Hund, Am Brunnen drei Mägde, dickwangig und rund, Den Hans und die Liesel, am Gartentor steh'n Sonft hab' ich im Dorfe auch nichts mehr geseh'n. Clemens Heibach. Forste lag. Selbstverständlich wurde die Fichtendickung, in die er sich den Tag vorher gesteckt hatte, getrieben, weil seine Fährte hineinund herausstand, aber natürlich bekam man ihn nicht, weil er eben nicht mehr da war. So trieb er es den ganzen Sommer über; bald war er hier, bald war er dort, aber nie da, wo man ihn suchte. Heulen und Wehrlagen gab es, wo er erschien; hier waren die Frühkartoffeln ausgewühlt. dort die Mohrrüben vernichtet, da die jungen Erbsen zuschanden getrampelt, und im Getreide waren Gänge über Gänge. Aber man sah immer nur, daß er dagewesen war; wo er war, das wußte man nicht. Einige Leute behaupteten, es wäre gar kein wildes Schwein, sondern eine Art von bösem Geist oder Gespenst, denn anders müßte man seiner doch einmal ansichtig werden; denn alle Jäger weit und breit dachten an nichts anderes, als an den Keiler und saßen die ganzen Nächte auf ihn an. Zu Blick bekommen hatte ihn aber nur einer, und der behielt das für sich, denn als er in seinem Loche vor dem Felde saß, hatte der Basse, wie aus der Erde gewachsen, plötzlich dicht vor ihm gestanden und so schrecklich ausgesehen, daß dem Manne das Herz bis in den Flintenlauf hineinschlug und er den Keiler gründlich vorbeischoß und dann lief, was er nur laufen konnte, und dachte gar nicht daran, daß er Rucksack und Jagdglas liegen lassen hatte. Als er am andern Morgen die Sachen holen wollte, waren sie verschwunden. Endlich hieß es:„Wir haben ihn fest!“ Ein Mann, der vor Tau und Tag zum Arzt wollte, hatte gesehen, daß der Keiler eine mächtige Weidenpflanzung, die im Felde lag, annahm. Nun wurde alles zusammengeholt, was den Finger krumm machen konnte; man umstellte die Weiden und schickte die Hunde hinein. Sie gaben Standlaut, aber als sich endlich drei Mann zu ihnen trauten, hatten sie einen Zaunigel vor. Das gab nun ein großes Hallo, und als sie alle auf einen Haufen standen und lachten und schimpften, da plantschte es in den Weiden, schnaufte es, brach es, und weg war er, der Keiler, und in den großen Weizenschlag gewechselt. Als man den aber abspürte, stellte es sich heraus, daß er in den Roggen hinein war, und da spürte man das Roggenfeld ab und fand, daß er schon in den Viehbohnen war, und da war er auch schon wieder heraus und in das Holz hinein. Man hielt Kriegsrat ab, beschloß, das Holz zu treiben, machte drei Triebe, aber wer sich nicht blicken ließ, das war der Basse, denn der steckte schon längst in dem großen Haferschlage. *) ∆ 5 teile weiter in einem verwachsenen Erdfalle, der im tiefsten ) Keiler 3) Füchsin*) Wildsau*) Rehposten Hosten. 7, Hauzähne*) Maul“) HauWildwege Schulter 7) gge), Keiler zahn iltex), RehpotePrihzshesen), Hepishnez iä4 guyn*) Schwanz 1) Brunsczeit") abgeholzte Flache. Der Sommer ging, der Herbst kam; der Keiler war noch immer im Helmetal. aber das Helmetal war lang und breit. Da es mit Gewalt nicht ging, versuchte man es mit List, körnte ihn an, streute ihm Mais, Hafer, Rüben, Wurzeln. Er nahm sie manchmal auch an, aber nur dann nicht, wenn irgendwo ein Jäger auf ihn ansaß, oder wenn schon, dann erst, wenn Himmel und Erde eins waren und man das Ende vom Gewehre nicht mehr sehen konnte. Kinder, die Beeren pflückten, und Frauen, die Dürrholz lasen, lief er am hellichten Tage an, nur keinen Mann, der einen grünen Rock anhatte, bis auf den alten Forstmeister, der ihn am blanken Mittage aus der Suhle steigen sah und sich beinahe seinen ehrwürdigen Bart ausriß, denn als er die Büchsflinte von der Schulter und den Hahn übergezogen hatte, da hatte ihn die Sau auch schon spitz und ging flüchtig ab, und die Kugel traf sie ebensowenig, wie die unchristliche Redensart, die der Weißbart ihr nachrief. er einem ganz jungen Förster, aber der führte Weichblei, und der Eingänger stand halbspitz von vorne; er bekam die Kugel zwar gut Blatt, aber bei so einem alten Panzerschweine, dessen Schild hart und dick wie die Haut des Nilpferdes ist und eine fingerdicke Harzkruste trägt, ist gut Blatt von vorne der schlechteste Schuß und schlecht Blatt von hinten die einzig wahre Stelle, und so schnaufte die Sau bloß, machte kurz kehrt, und der Förster stand da und benahm sich wenig geziemend.(Schluß folgt.) *) Dem bei Adolf Sponholtz, Hannoner, erschienenen Buch mann“ von Hermann Löns entnommen(in Ganzleinen geb. 5,.50). Diese Er zählung fand gleich alls Aufnahme in dem im gleichen Verlage erschienenen für die Jugend vom Jugendschriftenausschuß Hannover zusammengestellten Auswahlbändchen„Goldhals"(mit zahlreichen Illustrationen geb. M..20). Reifeschönheit. Von Henriette Brey. Ueber den blaßblauen Himmel segeln Wandervögel. Goldklar und durchsichtig die Luft, so daß alle Fernen ganz unwirklich nahe erscheinen. Die linde Herbstsonne überglänzt verklärend die letzte bunte, totgeweihte Herbstschönheit. Es ist keine Glut mehr in der Sonne, sie braucht keine Scharlachblüten mehr zu wecken, keine edlen Früchte mehr zu schwellen, nur lächeln und wohltun kann sie noch. Regungslos stehen die Bäume im Sonnenschein— wie leise und geruhig atmend nach schwerem Werk. Nicht ein Zweiglein bewegt sich. Nur hin und wieder taumelt sonnensatt ein gelbes Blatt zur Erde, eine reife Frucht fällt ins Gras, eine späte Merle singt sehnsüchtig von der Südlandreise. Am Strauch hängt noch eine blasse Rose und an der Gartenmauer träumen seidene Malven ihren Königinnentraum. Georginen leuchten im Heckenwinkel, ein buntes Asternbeet möchte den weißen und rosa Blust des Lenzes vergessen machen, möchte eine letzte Schonheit dir darbieten und holt dafür das Letzte an Farben aus der müden, gebewilligen Erde. So rührend ist die scheidende Schönheit der Natur, daß du sagen möchtest:„Liebe, treue Erde, laß es gut sein, mühe dich nicht mehr. Du hast genug getan. Du hast geblüht und Frucht getragen— ruhe nun aus...“# Still und schweigend stehen die Wälder. Nicht meyr in Jugendprangen und jungfrischem Laub, sondern in ernster Schönheit, die in des Sommers Gluten und Stürmen gereift ist. Der Wald, der sich zum Scheiden bereitet, hat sein kostbares Brokatgewand angetan, darin es metallisch, kupfern und goldbraun schimmert, das durchweht ist mit Gold, Purpur und Scharlachrot. So steht die ganze Natur in der Schönheit des Alters, der Reife, der Erfüllung... Und ist Erfüllung nicht köstlicher, wertvoller als der Blütenschaum der Verheißung?.... Da steht vor meinen Augen so manches lebensgereifte, yerbstliche Frauenantlitz, das mich schöner anmutet als die blütenhafte Schönheit der jungen Jahre— wie mich überhaupt immer ein Gesicht, in welches das Leben seine Schrift von Liebe und Leid geschrieben hat, stärker fesselte, als ausdrucksarme, weißrosige, flache Puppengesichter. Ja, wohl ist die glatte Stirne dahin, das Leuchten der Augen, der Schmelz der zarten Farben und Formen. Leise Linien weben ein feines Netz um die Schläfen, Furchen umziehen die Mundwinkel, vielleicht tiefe Leidfalten. Müde blicken die Augen. Und dennoch: eine verklärte, geistige Schönheit liegt über diesen alternden Zügen— diesen Zügen, die in den Stürmen und Gluten des Lebens allgemach das Kindhafte, Spielerische, Sorglose abstreiften und heranreiften zur Schönheit des echten Frauentums, der Mütterlichkeit, der Güte. Diese Frauen haben ein reiches Frauenleben gelebt und gelitten in Opfer und Pflichterfüllung und Hingabe, haben geblüht und Frucht getragen. Nun stehen sie da in der letzten Herbstreife, welche die abgeklärte Schönheit der Seele in den Zügen ausprägt. Manche vielleicht einsam und beiseite geschoben wie der Baum, der seine Früchte hergegeben und sich ganz im Geben erschöpft hat, nun unbeachtet steht. Manche vielleicht mit einem Ueberwinderlächeln auf den Lippen oder mit dem schmerzlich ergebenen Denken:„Meine Zeit ist um, meine Kraft dahin. Ein welkes Blatt bin ich, das vor dem letzten Sturm bebt— es herbstet... Das Alter kommt.“ O denke das nicht! Auch die milde Herbstsonne wärmt noch und leuchtet noch. Sie kann noch schenken und die letzte Edelreife zeitigen, kann noch lächeln und anderen zum Segen sein. Es sitzt so masich ein mühsalreiches Mütterchen oder ergrautes Jüngferlein, so manche Einsame und Frühverbrauchte im stillen Winkel und grämt sich, daß sie nichts mehr tun kann. Und weiß es selber nicht, wie sie eine stumme Predigt der Güte und Selbstlosigkeit für ihre Umgebung ist. Wie sie durch ein liebes Wort, durch gütiges Verstehen anderen hilft, vielleicht junge Füße vor Straucheln behütet und in lichtlosen Seelen ein Fünklein entzündet. Ja, solch edle, vom Leben gereifte Frauen haben die Schönheit der Seele, die unabhängig ist von Alter und Gesichtsbildung. Sie muten uns an wie ein wohltuender, stiller Herbstsonnentag, der seine Früchte geborgen weiß und mit einem letzten gütigen Sonnenlächeln dahinschwindet. „... Was verloren, kehrt nicht wieder, aber ging es leuchtend nieder, leuchtet's lange noch zurück!“ Verbindlichkeit. Plauderei von. G. S. Jede Masse bedarf eines Bindemittels, um vor Zerfall bewahrt zu werden; die riesengroße Masse der Menschen aber hat die Verbindlichkeit nötiger, als jede andere denn sie besteht nicht nur aus vergänglichen Stoffen, sondern ewige Werte sollen verbunden werden, um das göttliche Reich des Geistes immer mehr aufzubauen in dieser Welt. Eine Masse ohne Bindemittel zerfällt in harte; trockene Stücke mit scharfen Kanten, die einander reiben und zerbröckeln. Wenn wir heutzutage durch die Straßen gehen, so hat man oft das Gefühl, als stoßen und reiben sich harte, zerbröckelte Massenteile aneinander; alles hastet, drängt. überrast den anderen.— Ellenbogenfreiheit ist die Parole!— Dieses rücksichtslose Uebersehen des Nebenmenschen ist durchaus nicht nur in den unteren Schichten der Bevölkerung zu finden: gutgekleidete Damen und Herren sind oft von einer geradezu erstaunlichen Unhöflichkeit im täglichen Verkehr.— Ist es da ein Wunder, wenn die Jugend sich puffend und stoßend Bahn bricht, wenn sie ein derartig schlechtes Beispiel hat und von Eltern und Vorgesetzten so sehr selten einmal auf die notwendige gégenseitige Achtung aufmerksam gemacht wird? In einem großen Teile unserer Jugend erwacht. Gott sei Dank. ein starker Zug nach Verinnerlichung, ein lenzhaftes Drängen und Suchen nach Idealen, nach echten Werten. Der junge Mensch aber neigt dazu, über dem inneren Stürmen und Drängen die äußere Form zu vergessen, ja zu verachten als etwas Unnötiges, einen alten Zopf. der als etwas Gekünsteltes abgeschnitten werden muß— Jene gesellschaftliche Höflichkeit mit dem maskenhaften Lächeln, das nur allzuoft giftigste Gesinnung gegen den Nebenmenschen verbirgt, ist freilich wert, über Bord geworfen zu werden: sie hat aber nichts gemein mit dem inneren Leuchten eines Auges, das der Spiegel der Seele, der Ausdruck der Menschenachtung, und Menschenliebe ist. Dieses innere Leuchten und Wärmen regiert gleichsam jede Bewegung des Menschen, macht sie anmutig, hilfsbereit, schützend im Umgange mit den Mitmenschen. Er hastet und stößt nicht, gleichsam beflügelt, elastisch ist sein Schritt, nicht laut auftretend, schonend wandert er seinen Lebensweg mitten durch die Schar seiner Mitmenschen hindurch.— Wie schön, wie ganz anders gemütlich könnte es hier auf dieser Erde sein, wenn die Menschheit mehr auf Ausrottung dieser Untugend bedacht wäre! Wie wohltuend wirkt der Sonnenschein auf alle sturmgebeugten, halbzerknickten Pflanzen und Lebewesen.— Wie erlösend würde nach den elementaren Stürmen des Krieges, Umsturzes, des fürchterlichen, wirtschaftlichen Chaos der Sonnenschein warmer, natürlicher Verbindlichkeit, wahrer Menschenfreundlichkeit sein!— Endlich geht wie ein Hauch innerer Wiedergeburt durch unsere Reihen der Wille zur Ordnung.— Wir brauchen nicht mehr zu jagen nach den nötigsten Lebensmitteln, wie in den Tagen der fieberhaften Geldentwertung. Da müssen wir auch wieder Ordnung bringen in unser Inneres. unsere Seelen pflegen und sie dann ausstrahlen lassen in natürlicher Verbindlichkeit gegen unsere Mitmenschen im Alltagsleben. Unser Denken, Reden. Handeln, unsere Arbeit. ganz gleich, welcher Art sie ist, muß leben helfen, uns selbst und anderen, helfen. alle Härten und Schwierigkeiten der Zeit nutzbar zu machen für unsere eigene höhere Bestimmung und die unseres deutschen Volkes. Landjäger und Räuber in Nachstehende Schilderung ist dem 12. Heft der„Katholischen Missionen“ entnommen, die mit dem 1. Oktober ihren neuen (53.) Jahrgang begonnen haben. Wir machen unsere Leser wiederholt auf diese hervorragende Monatsschrift aufmerksam, die nicht nur über die Vorgänge in den Missionen eingehend unterrichtet, sondern eine eingehende Kenntnis von Land und Leuten aller Weltteile vermittelt. Die Bestellung hat entweder bei Förderern oder beim zuständigen Postamt zu erfolgen. Vierteljahrespreis.75 M. Man kann diese sogenannten Landjäger auch Bürgerwehr, Stadtsoldaten, Nationalgarde nennen; diese Ausdrücke treffen alle das Richtige. In den größeren Orten und in den einzelnen Gemarkungen der Großgrundbesitzer unterhält man eine Art bewaffneten Selbstschutzes. Die Idee ist sicher nicht übel. Wäre diese Polizei wohl organisiert, würden die einzelnen Posten im Notfall zusammenarbeiten, wäre diese Truppe gut geführt, so wäre das sicher großartig. Aber, aber!... 1. Das arme Volk muß für alles aufkommen: Waffen. Munition, Besoldung. Befestigung der Marktflecken, für die großen Gehälter der protzigen Kommandeure, für die Herren Generalintendanten, die viel Geld brauchen. Also heißt es für den Bauer:„Zahle!" 2. Kommen die Räuber wirklich, schützt die Polizei den Bauer nicht.„Schau, wie du fertig wirst, lieber guter Bauer! Bezahlt hast du zwar, um von der Polizei geschützt zu werden; aber du kannst doch nicht verlangen, daß 25 brave Leute im freien Felde vor deiner elenden Bude 100 Räubern standhalten! Fürchtest du für dein Leben, so fliehe zu uns in den Schutz unserer Erdkasernen und unserer Gewehre. Wir tun gewiß, was wir können. Aber wir sind doch keine Soldaten!" Dann wartet der arme Bauer ergeben, bis die Räuher an sein Haus kommen. Sie begnügen sich mit einer Tasse Tee, einem Kuchen aus Mais, Sorgho oder Weizen, schlafen eine Nacht unter dem gastlichen Dach des Bauern und gehen dann ihres Weges. Kaum sind sie aus dem Gesichtskreis entschwunden, so kommen die Landjäger an:„Wo sind die Räuber, die wir suchen? Schon fort? Du hast sie beherbergt, gespeist! Sie haben dir nichts genommen? Ah, du hast schlau gerechnet. Du erweisest dich als Helfershelfer der Banditen. Marsch, zum Gericht! Sei froh, daß man dich nicht auf der Stelle erschießt!“ Eingeschüchtert erkauft sich der arme Mann das Leben. Die Polizei schweigt die Sache tot. Aber da der Bauer auch schweigen muß und sich nicht beschweren kann, beraubt und bestiehlt man ihn zuguterletzt. Und dennoch muß er für nächstes Jahr seinen Beitrag zur Unterhaltung der Polizei bezahlen. Lieber Schutzengel mein... Von Igna Maria. Zum Schutzengelfest(2. Oktober). Hm Zmnmel droben in großen Saal waren die Schutzengel der Kinder längst versammelt, ein jeder von ihnen trug ein Buch, darin alle guten und bösen Taten ihrer Schützlinge verzeichnet standen, denn es war die Stunde, da der liebe Herrgott sich Bericht erstatten ließ, ob die kleinen Mädchen und Buben auf der Erde auch brav und folgsam waren. Manches kam dabei zum Vorschein, was den lieben Gott und die Schutzengel nicht erfreute, und die bösen Taten überwogen bei weitem die spärlichen guten. Petrus hatte die Saaltüren geschlossen und rief nun— der Ordnung halber— die einzelnen Schutzengel auf, einer fehlte, der Schutzengel des kleinen Fritz Weiß.„Natürlich!“ brummte Petrus,„immer der Fritz und wieder der Fritz! Der arme Schutzengel hat wahrhaftig kein beneidenswertes Amt; wenn ich einmal der Herrgott wär'...!“ „Petrus,“ sagte gütig lächelnd der liebe Gott, der seine Gedanken kannte,„du bist doch auch Mensch gewesen, freilich, es ist schon lange her, aber du solltest doch wissen, daß die Menschen allesamt arme schwache Sünder find, die der Milde mehr bedürfen denn der Härte— nun wollen wir beginnen.“ al Fritz Weiß schlenderte zum Autohalteplatz n Bahnhof, sein älterer Bruder Ernst war nämlich Autofahrer, und so durfte Fritz an schulfreien Nachmittagen neben ihm auf dem Fuhrersitz durch die Straßen fahren. Gleich mußten die Reisenden, die mit dem=Zug 2,49 Uhr eintrafen, den weiten Bahnhofsplatz beleben. Ein Herr mit einer Dame im Federhut trat aus dem Eingang und schritt auf die Autoreihe zu; höflich zog Fritz die Mütze und öffnete den Wagenschlag, die Dame lächelte Fritz freundlich an. Während sie in den Wagen stieg, verhandelte der Herr mit Ernst, dann nahm auch er im Auto Platz, Fritz schloß die Tür, schwang sich auf den Sitz, Ernst kurbelte an. und im Hui ging es die Straße hinab. Fritz durfte huppen, das war ein für alleml ausgemacht, er tat das denn auch mit einer Inbrunst, daß die Fußgänger, die den Fahrdamm überquerten, sich eilig auf die Bürgersteige retteten; Ernst lenkte den Wagen durch stillere Straßen bis hinauf in den Wald. Das war eine schöne Fahrt! Ein herrlicher klarer Frühlingshimmel lachte auf die dunkelgrünen Tannen herab. Lautlos fuhren sie dahin auf den weichen Waldwegen, bis das hause Führig einbog, der rum Waldsprang Schleife fuhr Ernst vor, Fritz stiegen..d ris den Schlag auf, die Gäste 91% die Dame folgte ihr. Als Fritz gerade vie Lur des Autos schließen wollte, fiel Au#c auf einen Zettel, der am Boden des ag. Er hob ihn auf, es war ein Fünfwarkschein. Im ersten Augenblick wollte er dem zerrn nacheilen, ihm das Verlorene zu brinda flog auch schon der Gedanke auf: uschalte das Geld, der Herr vermißt es gar daite 6e ruhig einl“ und wirklich, Fritz fuhr mit irmein setzte sich neben Ernst und jühr mit ihm venselben Weg zurück. Hand ballte sich um den Geldschein. Was konnte man nicht alles für fünf Mark kaufen! Plötzlich meldete sich der Schutzengel:„Fritz, kennst du das siebente Gebot nicht—?" Aber Fritz wollte nichts vom siebenten Gebot wissen, zumal eine andere Stimme zu ihm sprach:„Was siebentes Gebot! Du hast es ja gar nicht gestohlen, und wenn der Herr das Geld verlor, so ist es seine Schuld!“" Es ist fremdes Gut, das du wissentlich dem Eigentümer vorenthalten hast!" hielt der Schutzengel dagegen. Und wieder flüsterte die Stimme:„Das ist nur halb so schlimm, und der Herr wird den Geldschein nicht einmal vermissen, bedenke, wieviel Freude du dir mit dem Gelde bereiten kannst!" Da rüttelte der Schutzengel das Gewissen wach:„Glaubst du, daß du an Schokolade oder was du dir für das Geld kaufst, noch Freude haben wirst, wenn du— unehrlich geworden bist——1 Fritz zog die Hand zurück, der Geldschein brannte wie Feuer, schwer dünkte ihn die Tasche, darinnen der Schein steckte. Ganz zweifelt dachte er, wie er wohl das Geld zurückerstatten könne. Wenn nun der Herr wieder fortfuhr mit der Eisenbahn und er das Geld behalten mußte, nie wieder würde er froh werden, immer wieder würde der Makel an ihm haften, daß er wissentlich fremdes Eigentum behalten hatte.„Lieber Gott, betete Fritz in seiner Herzensnot,„hilf mir nur dieses eine einzige Mal noch, ich will auch nie wieder unehrlich sein!“ „Fritz, steige aus und geh heim,“ des Bruders Stimme schreckte ihn auf,„sonst wird es zu spät für dich. Sie waren im Mittelpunkt der Stadt angelangt. Fritz dachte in seiner Verzweiflung daran, dem Bruder alles zu gestehen, vielleicht wußte der Rat. „Ich muß umkehren, um die Fahrgäste von vorhin an die Bahn zu bringen. Ernst hielt das Auto an. Fritz fiel ein Stein vom Herzen, nun konnte er sein Unrecht gutmachen. „Bitte, bitte, lieber Ernst, lasse mich mitfahren, in Fritzens Stimme lag soviel angstvolles Flehen, daß Ernst ihn erstaunt betrachtete.„Nimm mich doch mit, ich will dich auch nie wieder um etwas quälen. Ernst kurbelte schon wieder an.„Wenn du so gern noch einmal durch den Wald fährst, dann bleibe. Am liebsten hätte Fritz den guten Bruder umarmt. Wie langsam das Auto vorwärts kam—! Und obwohl Ernst den Wagen mit erhöhter Geschwindigkeit laufen ließ, dünkte es Fritz, als ob sie Schneckentempo führen. Endlich—!! Endlich hatten sie das Waldhaus erreicht.„Ich darf es sagen,“ Fritz sprang vom Wagen, die wenigen Stufen zur Veranda nahm er im Sturm. Aufmerksam betrachtete er die Gäste, am letzten Tisch saß die Dame im Federhut mit dem Herrn.„Bitte, das Auto ist da!“ „Das ist aber sehr pünktlich!“ meinte der Herr und winkte dem Kellner.„Hier, Sie haben dieses vorhin in unserem Auto verloren, hastig legte Fritz den Fünfmarkschein auf den Tisch und ging mit hochrotem Kopf den Weg zurück. Gottlob, daß du den Geldschein wieder los bist, frohlockte er, während er den Schlag öffnet. „Du bist ein braver Junge,“ lobte die Dame, Fritz senkte beschämt den Blick. Wenn sie wüßte, daß ich das Geld behalten wollte...! Auf der Rückfahrt zum Bahnhof wurde Fritz so recht die Erbärmlichkeit seiner Handlungsweise klar; wie hätte ich nur zu Abend beten können mit dieser großen Schuld auf dem Gewissen. Ein scharfer Ruck— das Auto hielt vor dem Bahnhof. Wieder öffnete Fritz den Schlag, ehe der Herr der Dame in die Bahnhofshalle folgte, gab er Fritz einen Fünfmarkschein: „Hier, mein Junge, weil du ehrlich warst! Bleibe immer so. „Ach nein, wehrte Fritz erschrocken ab, „bitte nicht, aber der Herr verschwand schon durch die hohen Türen.„Nun mußt du gehen,“ mahnt Ernst,„sonst bist du nicht rechtzeitig zu Hause, grüße Mutter. Gehorsam trat Fritz durch die abendlichen Straßen seinen Heimweg an. Er schämte sich ganz gehorig, der Herr hatte ihm den Geldschein geschenkt und ihn noch obendrein belobt. Und dann stellte er sich die Freude vor, die er empfunden hätte, wenn diese fünf Mark wirklich der Lohn seiner Ehrlichkeit gewesen wären. Jetzt klebte wenigstens kein Unrecht mehr daran, denn der Herr hatte ihm den Geldschein aus freien Stücken gegeben. An der Straßenecke wäre Fritz beinah gegen eine alte Frau angerannt, die Streichhölzer feilbot. Sie hatte schneeweißes Haar, ihre Hand, welche die Streichholzschachteln hinhielt, zitterte, und ihr Rücken war tief gebeugt unter der Last vieler vieler Jahre. So stand sie da, unbeachtet.„Kaufen Sie Streichhölzer!“ Der Lärm der verkehrsreichen Straße verschlang die dünne Greisenstimme, und die Menschen hasteten achtlos an ihr vorüber. Eine Dame kaufte ihr einige Schachteln ab:„Nun, Mütterchen, sagte sie freundlich,„haben Sie keine Angehorigen, daß Sie in Ihrem Alter noch verkaufen müssen auf der Straße?" „Ich bin allein in der Welt, aber ich will der Gemeinde nicht zur Last fallen, solange ich noch arbeiten kann, nun verdiene ich mir ein paar Pfennige und brauche nicht ins Armenhaus. Was die Dame erwiderte, hörte Fritz nicht mehr, er hatte auf der anderen Seite der Straße ein Schokoladengeschäft entdeckt, mit ein paar Sprüngen überquerte er den Fahrdamm und betrachtete die ausgelegten Herrlichkeiten. Schokolade konnte er kaufen oder ein Viertel pfund Malzbonbonbs, die Wahl tat wirklich weh! Wie er noch überlegte, mußte er wieder ar die alte Frau denken: Ob sie noch immer da stand—? Er schaute zurück und sah ihre gebückte Gestalt, und auf einmal kam ihm der Gedanke, ob die alte Frau sich wohl freute wenn die fünf Mark ihr gehorten? „Sie kännte vielleicht gleich nach Haust gehen und sich etwas Gutes. dafür kaufen, sprach leise eine bekannte Stimme,„wer weiß wie lange sie noch lebt, und du hättest sie frol gemacht—.. Fritz sprang davon: Hier, alte Frau,“ e druckte ihr den Fünfmarkschein in die zittrige runzelige Hand. „Für fünf Mark Streichhölzer?“ „Rein, keine Streichhölzer, die fünf Mar sind für Sie, ich habe sie auch geschenkt bekommen— und sprang froh davon. * Zaghaft pocht es an der Saaltür, der feh lende Schutzengel schwebt herein.„Ich habmich leider verspätet—“ „Fritz hat seinem Schutzengel wohl wieder Sorgen bereitet—?“ „D nein!“ Des. Schutzengels treue Augen strahlen, schweigend öffnet er das Buch. Dei Schuldseiten sind gar viele, die letztbeschriebenSeite trägt das Erlebnis des heutigen Tages Der Herrgott liest es, Freudenschein überflieg sein gütiges Angesicht. „Was ihr dem Aermsken meiner Brüder tut“— und tilgt mit einem einzigen Strich die Schuldseiten bis auf die letzte Aufzeich nung; die schimmert wie Gold durch den Him melssaal. Und drunten auf der Erde kniet eir kleiner Junge in seinem Bett und betet mi dankerfülltem Herzen: „Lieber Schutzengel mein, Laß mich dir empfohlen sein—“ Hauswirtschaftliche Ratschläge. Antworten. V. E. B. Wenn der ganze Körper von dem Hautübel befallen ist, so handelt es sich wahrscheinlich um eine Krankheit im Blute und Sie ziehen am besten einen Arzt für Hautkrankheiten zu Rate. Kneipp heilte durch Wasserkur derartige Leiden. Er empfiehlt bei Ausschlag am ganzen Körper: Zweimal in der Woche ein Hemd anziehen, welches in einem Absud von Heublumen(in der Apotheke erhältlich) getaucht war, und sich so 1 bis 1½ Stunde in eine Wolldecke einwickeln. Ferner in der Woche zwei Halbbäder in der Dauer von zwei Sekunden nehmen. Das Hemd löst die Krankheitsstoffe auf und leitet dieselben aus und zwar vom ganzen Körper. Die Halbbäder kraftigen die Natur, sodaß sie die Krankheitsstoffe auszustoßen im Stande sind. Zu dieser Kur werden täglich morgens und abends drei bis vier Löffel voll Tee von Eichenrinde, Salbei und Wermut genommen. W. H. Füllen Sie in eine Flasche ein Viertel Liter Salmiakgeist und ein Viertel Liter guten Weingeist, setzen Sie eine Handvoll gewöhnliches Kochsalz hinzu und schütteln Sie das ganze hin und wieder auf, bis das Salz gelöst ist. Alle Fettflecke lassen sich mit diesem Fleckenwasser aus Kleidungsstücken entfernen; auch Harz= und Teerflecken, wenn dieselben vorher mit etwas frischer Butter aufgeweicht worden sind. R. Sch. Bis jetzt ist auf Ihre Anfrage noch keine Antwort gekommen, wir wollen noch abwarten. H. E. Die gefärbte Ledertasche muß zuerst entfärbt werden. Tauchen Sie einen Lappen in Terpentin und reiben Sie das Leder tüchtig ab. Wenn das nicht genügt, nehmen Sie warme Seifenlauge und Bürste und bürsten die Mappe ab. Mit einem Tuch tüchtig abtrocknen und an der Luft vollständig trocknen lassen. Zum Färben empfiehlt sich nun folgendes Verfahren: Die Täsche streiche man mittels eines weichen Pinsels mit schwarzer, flüssiger Tusche—3 mal an. Wenn die Tusche richtig eingetrocknet ist, reibe man die Ledertasche mit einem weichen Tuche blank. Sie sieht dann wie neu aus und färbt nicht ab. M. W. Bierflecken müssen bei verschiedenen Stoffen verschieden behaudelt werden. Während sie aus Seide einem Auswaschen mit Wasser und Spiritus(halb und halb) weichen, entfernt man sie aus Kleidern von farbiger Wolle mit einer Abkochung von Quillayarinde. Am besten ist es, wenn man einen Teil Rinde in vier Teilen Wasser 15 Minuten kochen läßt, dies durch ein Tuch seiht und in die lauwarm gewordene Brühe eine saubere Bürste taucht, um damit dann den fleckigen Stoff, den man auf ein reines Brett oder Tischplatte legte, tüchtig zu bürsten. Das Eintauchen und Bürsten muß mehrere Male wiederholt werden. Mit demselben Stoffe oder mit einem leinenen Tuche wird dann der Stoff trocken gerieben, zuletzt mit einem heißen Eisen auf der linken Seite geplättet.— Bierflecke aus weißen Cheviotkleidern werden mit Wasser, dem einige Tropfen Salmiakgeist und etwas Soda beigefügt wurden, ausgerieben. Auch hier bügelt man den Stoff auf der linken Seite. Schwarze Herrenanzüge reibt man, so bald sie Bierflecken zeigen, mit verdünntem Salmiakgeist ab. Anfragen. Wie reinigt man braune Schuhe mit hellen Tuchschäften? A. M. Wie sind Eier vor dem Aufbewahren zu prüfen, ob sie auch wirklich frisch sind. Sind Septembereier geeignet zum Aufbewahren? Was können Sie mir als erhaltungs=Material am besten empfehlen? Spiel= und Rätselecke Aufgabe Nr. 198 von Kohtz und Kockelkorn (Britisches Problemturnier 1866). Weiß: Ke1 Dfs La2 Sg2 Bb2 b5 c3 d4 e5 h3 Schwarz: Ke4 Lg5 Sbéd8 Bg3 g 7. Eine wunderschöne und schwierige Aufgabe, die seinerzeit großes Aufsehen erregte, aber von den englischen Preisrichtern keinen Preis erhielt, weil sie die Berechtigung der Kompagniearbeit nicht anerkennen wollten. Lösung der Aufgabe Nr. 197 Von Loyd. Weiß: K a2 De3 Tf6 Lf4 h3.d4 Schwarz:, K d5 L=7 Bd3 d6 e 4(3 Züge) 1) Seb Kc6 2) D e 5+ II, 11— Kc4 2) De1+.. 1)— L bel. 21 DX· 4+ I)„ 42)DC3 Partie Nr. 245 In der Pariser Schacholympiade gespielt. Weiß: Gohnayo(Spanien). Schwarz. Haoasi(Ungarn). 1) e 4 e5 2) Sf3 Sc6 8) Lb5 do)d 4 Ld7 5) Sc3 Si6)—0 Le7 7) b3) eXd4 8) SXd—0 9) SXc6 bXc 10) L d3 Tes 11) Lb 2 Lf8 12) f4 g6 13) D f3• d 52) 44) f*) Lg 7, 15) e 5 TXe5 16) Se 2 Te 7t) 17)fXg6 Lg4 18) gXh7+ KhS 19) DX16!! Aufgegeben. Anm., 1) Diese Methode, die auch Dr. Tarrasch früher bevorzugte, erscheint etwas verfrüht; doch Schwarz beeilt sich nicht, Le7 nach k6 zu bringen. 2) Dieser Vorstoß, der das schwarze Spiel befreien soll, gefährdet die Rochade zu sehr. 3) Die richtige Antwort auf das etwas matte Spiel des Gegners. 4) Schwarz sollte die Qualität geben, er durchschaut nicht das elegante Opfer, das ihm droht, und mochte B 17 retten, der fallen mußte, wenn S k 6 vertrieben wird. Folgende Partie Nr. 246 wurde in Gelsenkirchen gespielt. Weiß: Bruckhaus. Schwarz: van Nüß. 1) e4 e5. 2) S13 Sc6-)Lb5 St6)—.0 d 6 5) d 4 eXd? 6) SXd Ld7)Sc3 Le7)14?—0 9) SXcb-)c 10) Le2 Tb8 11) Lf3 h 6 12) b3 c 5 13) Lb 2 Lc6? 14)e5 LXf3 15) DXf aXe5 16)fXe S h7 17) Tadl Des 18) Sd5Sg5 19) Dg4 c6 20) SXe7+ DXe7 21) Td7 Deb 22) DXD SXD 23) TXa7 TbdS 24) Lc3 S d4 25) LXd TXd 26) a4 Td2 27) c4 Td3 28)T 13 TXf. 29) gXf TbS 30) a5 TXb3 31) a b TX132? 32) T c7 T a3 33) a 7 Kh7 34) TX17 Kg 6 35) e b.5 36) T c7 Aufgegeben.(Etwas überragendes ist diese Partie nicht.) „ Streichholz=Aufgabe. ——— Obige 4 Quadrate bestehen aus 16 Streichhölzchen. Aus diesen 16 Hölzchen sollen nun 5 gleich große Quadrate gelegt werden. Wer vermag dies? Silben=Rätsel. bal ber cum de di dolf e em fant fen frie gau han hen in lac lach land lu mett nau ne ni de ra ra reich scher statt ster vail. Aus vorstehenden 31 Silben bilde man 12 Wörter mit folgender Bedeutung: 1. Berliner Vorort, 2. Stadt in Baden, 3. europaischer Staat, 4, türkischer Titel, 5. karthagischer Feldherr, 6. männlicher Personenname, 7. prinzlicher Titel, 8. Herrschergeschlecht, 9. niederländ. Provinz, 10. Nebenfluß des Rheins, 11. französischer Königsmörder, 12. Ort im Rheinland. Anfangs= und Endbuchstaben der Wörter ergeben, beidemal von vorn nach hinten gelesen, ein Zitat von Voß. Bilder=Rätsel. Gleichtlang. Es sind zwölf Wörter zu suchen, von denen ein jedes doppelte Bedeutung hat. Sind sie gefunden, so ergeben deren Anfangsbuchstaben, zu einem Wort vereinigt, einen Wunsch für unsere Leier bei der Rückkehr vom Urlaub. Die Wörter bedeuten: 1. Inhalt— Besoldung, 2. Wohnungsveränderung— feierlicher Aufzug, 3. große Tür— unkluger Mensch, 4. flüchtige Erscheinung— Insekt, 5. Blasinstrument— Bergspitze, 6. Eroberung— Gehalt, 7. Bildchen— poetische Erzählung, 8. Münze— preußische Provinz, 9. Geizhals— Waffe, 10. Kundgebung— Strafbefreiung, 11. Umkleidung— Menge, 12. Getreideart. — Zweig. Scharade. Das erste ist ein Teil vom ganzen insgemein; Das letzte pflegt ein Teil vom ganzen auch zu sein. Das ganze ist als Teil vom ganzen noch geblieben; Doch ward vielleicht auch nur der Teil davon geschrieben. * Auflösungen aus voriger Nummer. Scharade: Honigmond. Hinte dieses Ge Es is gefallen, von dem daß er ik erst:„T auf und da der# Da m über ihm wenigen zu einer es scheint und Mei Hottes müssen 8