Nr. 230 Donnerstag, 1. Juni 1922 #. Jahrgang 85 Mt. wöchentlich d. hauptgeschäftsstelle abgeholt Bezugspreis monatlich frei Haus: M. 26.00 einschl. Beilagen. Post bezug M. 26.09 einsch Bestellgeld Einzel=Uummer 75 Pf. 3 Organ der Tentrumspartel: Amtl. Kreisblatt für den Landkreis Köln Kölner Local-Kuzeiger— General-Anzeiger für die eheinische hauptstadt und Fremdendlor mülheimer Dolkszeitung. Redaktion und Hauptgeschäftsstelle: Domstraße 6, Fernr., A 4812, A 7777 u. A 8714. Zweig stellen: Breite Str. 85. Fernr. A 6636. Mülheim: Regentenstr. 16. Fernr.: 940 Amt Mülheim Anzeigenpreise: Für Platzanzeigen das Millimeter Höhe M..50(ausw. Anzeigen.75.), dritte und letzte Seite .75(ausw..—.), Platzvorschrift 10% Zuschl., Familien= anzeigen.50., Stellengesuche nied. Art.25 M. Reklamepreis: Das Millimeter Höhe 10 M.(ausw. 10.75.) zweite Seite 10.75(ausw. 11.75.). Platzvorschrift 10% Zuschlag. Elne Zentrumsanfrage. Berlin, 31. Mai.(Eig. Drahtb.) Die Zentrumssraktion hat im Reichstage folgende Interpellation eingebracht: Zeitungsnachrichten zufolge ist dem deutschen Bolschafter in Paris am 30. Mai von der Botschafterkonferenz eine Note übergeben worden, welche unter Berufung auf Artikel 43 des Vertrages von Versailles die Einstellung bzw. Zerstörung einer ganzen Reihe wirtschaftlich bedeutsamer Eisenbahnbauten innerhalb des zur Zeit von den Verbündeten besetzten rheinischen Gebietes verlangt. Was hier unter dem Vorwand der„Entmilitarisierung" des Rheinlandes geboten wird, kennzeichnet sich tatsächlich als eine völlige sinnlose Verschleuderung wirtschaftlicher Werte, die überdies für das Reich eine neue schwere Belastung bedeuten und als eine durch nichts gerechtfertigte Schädigung des deutschen, insbesondere des rheinischen Wirtschaftslebens. Zu einer derartigen brutalen Maßnahme liegt um so weniger ein Anlaß vor, als nach Durchführung der Entwaffnung Deutschlands und angesichts der geringen Stärke des deutschen Heeres den bedrohten Eisenbahnanlagen eine militärische Bedeutung nicht mehr beigelegt werden kann. Wir fragen die Regierung: Ist die Reichsregierung gewillt, alle ihr zu Gebote stehenden Mittel aufzubieten, um das dem rheinischen Verkehrswesen drohende Verhängnis abzuwenden? Vorarbeit der Verräter. Es ist notwendig, zur neuen Forderung des Verbandes, deutsche wirtschaftliche Werte zu zerstören, landauf landab bekanntwerden zu lassen, daß die Forderung zurückgeht auf einen Artitei des Hochverräters Smeets in seiner Rheinischen Republik vom 26. Januar d. I. Die Köln. Zeitung druckt den Artikel von damals ab; es geht daraus unzweifelhaft hervor, daß der Artikel dem Botschafterrat wenn nicht als Anregung, so mindestens als Material gedient hat. Die Kölnische Zeitung sagt:„Das Verbot von Bahnbauten, für die man jahrelang gekämpft hat, um wirtschaftlich voranzukommen, zeigt dem Rheinländer zur Genüge, welches Unheil die in fremden Diensten stehenden Sonderbündler schon jetzt für seine Heimatprovinz bedeuten.“ Wir dürfen, aus örtlichen Gesichtspunkten heraus hinzufügen: Fangen die Leute in Köln, die mit Smeets durch Besuch seiner geschlossenen Versammlungen vielleicht noch sympathisieren oder aber sympathisiert haben, nicht langsam an, sich vor sich selber zu schämen? Es wird höchste Zeit, damit Umkehr und die Abkehr von der Hochverrätersippe nicht zu spät kommt. Wer Pech angreift, besudelt sich; Versammlungsbesuch bei den Sonderbündlern„zur Orientierung" fällt heute nicht mehr unter den Begriff„harmlos“. So wie die Dinge heute erkennbar sind, ist leise Sympathie schon Verrat. Unter der Ueberschrift bratecie. schreibt die K. V. zur Note: Bei all den Noten, die im Verlaufe der Zeit seit dem Abschlusse des Waffenstillstandes auf uns herniedergegangen sind, konnte man sich immer etwas denken. Zunächst mußte man annehmen, daß sie neben dem abgrundtiefen Hasse der Furcht vor Deutschland und seiner Rache entsprungen seien. Ohne Zweifel waren Haß und Furcht vor einer späteren Zukunft die Energien, die den Notenschreibern unablässig die Hände führten. Die Furcht ist verschwunden, sie wird aber mit Beharrlichkeit, indes mit merkwürdig geringem Geschicke vorgstäuscht. Die fremden Kontrolleure kennen den Grad, bis zu dem Deutschland entwaffnet ist. Sie wissen, daß eine Bedrohung durch eine deutsche Armee auf Menschenalter hinaus nicht mehl in Frage kommt; die unerbittlichen Sieger wissen, wie vollkommen das deutsche Schwert zersplittert ist: sie wissen, daß die Rüstung, an der Jahrzehnte geschmiedet worden und die während der Kriegszeit ins Gigantische gewachsen war, zerstückelt, zerschmolzen und zerschlagen fortgeworfen ist. Was noch übrig und zu führen erlaubt ist, verhält sich zur französischen Rüstung wie die Fliegenklappe zum 42=Zentimeter=Geschütz. Die deutsche Armee dieser Tage ist die ohnmächtigste auf dem Kontinent. Frankreich kann ruhig schlafen. Wie bei solcher Sachlage in dem Bestehen viergleisiger Bahnanlagen oder im Bau solcher, oder in dem Vorhandensein von langen Laderampen und ähnlichen Einrichtungen sowie im Bau anderer Linien eine Bedrohung oder das Bestehen materieller Vorkehrungen für eine Mobilmachung erblickt werden kann, ist unerfindlich. Man hat uns gesagt, daß hinfüro Frieden unter den Menschen sein werde. Ist's da nicht besser, man benutzt bereits bestehende Bahnanlagen zu friedlichen Zwecken, statt sie zu zerstören? Der deutschen Regierung wird es leicht fallen, nachzuweisen, daß die von dem Zerstörungsdiktat betroffenen Anlagen jetzt schon rein friedlichen Zwecken dienen und solchen dienstbar gemacht werden. Noch eins: Gewissen Leuten kommt d ie Note höchst ungelegen. Es ist schwer, für den Rheinbund Stimmung zu machen, wenn durch ein solches Diktat gezeigt wird, wie man im Rheinlande die Kultur zu fördern beabsichtigt: durch Ausreißen von Schienen, Totlegen von Eisenbahnstrecken, Verkümmerung von Laderampen, Niederreißen von Schuppen und Baracken. Die Leute, die da für alles zu haben sind, wenn Weißbrot und welscher Rotwein winken und die die Zukunft Deutschlands durch das Spundloch ihrer Heringstonne sehen, dürften bestürzt sein, wenn sie die Folgen der neuesten strategischen Eisenbahnnote beobachten. Bald wird man Herrn Poincare den ersten Preis für durchschlagende Erfolge in der Bekämpfung der Sonderbündler überreichen können. Daker das Mißtrauen. WTB Paris, 30. Mai(Drahtb.). Die Humanite veröffentlicht einen Brief Poincares an den russischen Zaren vom 20. März 1913, für dessen Echtheit man dem Blatt die Verantwortung überlassen muß. Nach der Darstellung der Humanite sollte er das Beglaubigungsschreiben Delcasses bei dessen Amtsantritt als Botschafter in St. Petersburg ergänzen. Das Schriftstück ist zum Teil im Facsimile wiedergegeben, es heißt darin: Als ich im vergangenen Jahre die Ehre hatte, von Eurer Mäjestät in Petersbof empfangen zu werden, hatte ich die hohe Aufmerksamkeit Eurer Majestät auf die Frage gelenkt, wie nützlich es nach Ansicht unserer Generalstäbe wäre, den. Bau gewisser Schienenwege an der Westgrenze des russischen Reiches zu beschleunigen. Die große militärische Anstrengung, die die französische Regierung auf sich zu nehmen beabsichtigt, um das Gleichgewicht der euroväischen Mächte aufrechtzuerhalten, läßt heute die entsprechenden Maßnahmen besonders dringlich erscheinen, über deren Notwendigkeit die Generalstäbe der beiden Länder sich einigten. Delcasse wird Eurer Majestät und Ihrer Regierung von diesen wichtigen Fragen wie von allen denen sprechen, die die Auswirkung der Allianz betreffen, um uns die Möglichkeit geben zu können, mit größerer Sicherheit über die Erhaltung des Friedens zu sprechen. Das Mißtrauensvotum abgelehnt. Im Reichstag wollte gestern die Deutsche Volkspartei Wied reröffnung der politischen Debatte. Warum? Weil die Regierung, wie aus der inzwischen veröffentlichten Note an den Wiedergutmachungsausschuß erkennbar sei, sich einer Finanzkontrolle des Auslandes unterwerfe, die verhängnisvoll und mit der Würde Deutschlands nicht vereinbar sei. Erst von der Besprechung darüber werde die Haltung der Deutschen Volkspartei zu dem von den Deutschnationalen beantragten Mißtrauensvotum abhängen. Hier lag der Hase im Pfeffer! Man hatte den Dreh gefunden, um schicklichen Anlaß zu mimen, für das Mißtrauensvotum stimmen zu müssen. Aber die Mehrheit des Parlaments hatte nicht den Wunsch, die Debatte von neuem aufzurollen und Erklärungen der Regierung hervorzurufen, auf welche sie im gegenwärtigen Augenblick zu verzichten vorzog. Als deshalb nach Erledigung der übrigen Tagesordnung die geschäftsordnungsmäßige Behandlung der Reparationsnote und Reparationsdebatte zur Erörterung gestellt wurde, erklärte sich die Mehrheit des Hauses gegen die Parteien der Rechten für einen Antrag Crispien, die Reparationsnote dann zu besprechen, wenn die Regierung zu einer Erklärung bereit sei. Damit war dieser Konflikt für den Augenblick beseitigt und es blieb nur noch übrig die Abstimmung über den Mißtrauensantrag der Deutschnationalen. Bevor die Abstimmung vor sich ging, gaben mehrere Parteien Erklärungen ab. Der Abg. Hergt(Dn. Vp.) verlas eine längere Erklärung, in der ausgeführt wird, daß durch die heute veröffentlichte Reparationsnote der deutschen Regierung der deutschnationale Mißtrauensantrag erhöhte Bedeutung erhalte. Namens der Deutschen Volkspartei erklärte Abg. Becker(Hessen), seine Fraktion werde nach Kenntnisnahme der Reparationsnote und der darin eingeräumten weitgehenden Kontrollmaßnahmen für den deutschnationalen Antrag stimmen. In der Abstimmung wurde dann der deutschnationale Antrag gegen die Deutschnationalen, die Deutsche Volkspartei und die Kommunisten äbgelehnt. Von der Deutschen Volkspartei stimmten die Abgg. Dr. Heinze, Dr. Kahl, Rippler, Dauch und Dr. Cremer nicht für den deutschnationalen Antrag, obwohl sie im Hause waren. Die Kölnische Zeitung hält(ob subjektiv von ihrem Parteistandpunkte aus oder objektiv zutreffend, wagen wir nicht zu entscheiden) die Regierungskrise trotz der Ablehnung des Mißtrauensvotums für andauernd. Sie behauptet, auch andere bürgerliche Parteien seien von den Zugeständnissen an den Wiederherstellungsausschuß peinlich betroffen. Opfer der Krise werde wohl der Finanzminister Dr. Hermes sein. Ferienstimmung im Reichstage. Bevor der Reichstag mit dieser Abstimmung den einstweiligen Schlußpunkt hinter die Reparationsdebatte setzte, hatte er eine Reihe von Gesetzentwürfen verabschiedet. In zweiter und dritter Lesung wurde der Gesetzentwurf betreffend Ausdehnung der Krankenversicherungspflicht erledigt: Erhöhung des versicherungspflichtigen Einkommens von 40000 auf 72.000 M, entsprechend dem Vorschlage des Ausschusses. Ebenso wurden die Gesetze über Erhöhung der Leistungen der Wochenhilfe, Wochenfürsorge und Sozialversicherung sowie der Gesetzentwurf über die teilweise Umgestaltung der Angestelltenversicherung(die Grenze des versicherungspflichtigen Einkommens wird darin auf 100000 Mark erhöht), das Sozialversicherungsgesetz und der Gesetzentwurf über die Erhöhung der Verwaltungskostenbeiträge bei Tilgungsbarlehen angenommen. Die nächste Sitzung des Reichstages ist am 13. Juni. Der Präsident ist ermächtigt, den Reichstag unter Umständen früher einzuberufen. Auf Krisenboden. Berlin, 1. Juni.(Drahtb.) Wie das Berliner Tageblatt mitteilt, hielten die an der Entschädigungsfrage beteiligten Miglieder des Reichskabinetts gestern nachmittag eine#fbesprechung ab über das Entschädigungsproblem. Wann der Reichskanzler die Erklärung über die Entschädigungs= und Anleiheverhandlungen im Reichstage abgeben wird, hängt, wie das Berliner ##blatt meldet, von dem weiteren Verlauf der Pa ifer Verhandlungen ab. Der Reichskanzler wird jedoch die Parteien über den Gang der Verhandtungen dadurch auf dem Laufenden halten, daß er die Parteiführer von Zeit zu Zeit zusammenruft. Diese Besprechungen werden auch auf die Deutsche Volkspartei und die unabhängige sozialdemokratische Partei ausgedehnt werden. Im Anschluß an die Chefbesprechung hielt demsolben Blatt zufolge die Reichsregierung eine Kabinettsitzung ab, in der über den Gesetzentwurf zur Behebung der Notlage der Presse beraten wurde. Das Kabinett beschloß, die Sache noch einmal in Ressortsbesprechungen zu behandeln, alsdann soll ein Gesetzentwurf der Reichsregierung schleunigst vorgelegt werden. Unser Reichshaushalt. Wie er aussieht— milliardenbeschwert— zeigt eine der Anlagen zur Note an den Wiedergutmachungsausschuß: Einnahmen: Der Voranschlag für 1922 schloß nach dem bisherigen Ergebnis der Schätzungen ab mit 115,5 Milliarden M. Im Hinblick auf die Veränderung des Geldwertes und unter Berücksichtigung der in letzter Zeit getroffenen Feststellungen über den Eingang der Steuern ist für 1922 einschließlich der Einnahmen aus der Zwangsanleihe mit Mehrerträgen zu rechnen in Höhe von rund 79,2 Milliarden., zusammen 194,700 Milliarden M. Ausgaben: Nach dem bisherigen Ergebnis waren die Ausgaben des ordentlichen Haushalts für 1922 geschätzt auf 99 Milliarden Mark. Hierzu treten infolge der Erhöhung der Teuerungszuschläge für die Beamten und Angestellten, der Mehrüberweisungen an die Länder und Gemeinden aus Anlaß der Besoldungserhöhungen und der Mehraufwendungen für die gesetzlichen Anteile der Länder und Gemeinden an den Steuererträgen Mehrausgaben in Höhe von 24,875 Millarden Mark. Gesamtausgabe für 1922: 123,875 Milliarden Mark. Abschluß: Gesammteinnahme für 1922 194,700 Milliarden Mark., Gesamtausgabe für 1922 123,876 Milliarden Mark, Überchuß 70,825 Milliarden Mark. Zahlen! Wenn nur die Praxis sie nicht über den Haufen wirft. Schiedsspruch im Buchdruckergewerbe. WTB Berlin, 31. Mai. Die Lohndifferenzen im Buch= und Zeitungsgewerbe sind heute durch einen Schiedsspruch im Reichsarbeitsministerium beigelegt worden. Durch den Schiedsspruch sind den Buchdruckergehilfen und Hilfsarbeitern dieselben Zulagen wie Mai zugesprochen worden. Wie uns gemeldet wird, ist der Schiedsspruch von beiden Seiten angenommen worden. Die Druckpreise erfahren durch diese neue Lohnerhöhung eine weitere Steigerung um 25 Prozent. Gesamtverband deutscher Beamten- und Staatsangestellten=Gewerkschaften. Unter Beteiligung von über 350 Delegierten aus allen Teilen des Reiches wurde in Essen der erste Kongreß des Gesamtverbandes deutscher Beamten= und Staatsangestellten= Gewerkschaften abgehalten. Reichstagsabgeordneter Dr. Höfle sprach über „die Stellung des Gesamtverbandes deutscher Beamten= und Staatsangestellten-Gewerkschaften in der deutschen Arbeitnehmerbewegung". Den Ausgangspunkt unserer gesamten Gewerkschaftspolitik bilde die Arbeitnehmereigenschaft des Beamten. Wenn man das früher schon erkannt hätte, wäre die wirtschaftliche Lage der Beamten heute ganz anders. Diese Arbeitnehmereigenschaft treffe nur nach der wirtschaftlichen, nicht nach der rechtlichen Seite zu. Berufsbeamtentum und Anerkennung der Arbeitnehmereigenschaften sind keine Gegensätze. Die Frage des Streiks ist heute aktuell. Es ist aber ein Irrtum zu glauben, daß der Streik ein wesentlicher Bestandteil der Gewerkschaft sei. Es kann keine Meinungsverschiedenheit darüber bestehen, daß der Gesetzgeber der Beamtenschaft das Streikrecht nicht geben wollte. Außerdem wird dem Reichstag in nächster Zeit ein Streikgesetz für Beamte zugehen. Es ist ein Unsinn, eine Unterscheidung zwischen Lohnstreik und Existenzstreik zu machen. Etwas anderes ist die Arbeitsniederlegung zum Schutz der Verfassung. Als Ersatz für das soziale Streikrecht muß für die Beamtenschaft eine besondere Schlichtungsstellle geschaffen werden. Die Beamten haben auch ein Interesse an der Gestaltung der wirtschaftspolitischen Fragen. So lange der Beamte hier nicht den Mut aufbringt, grundsätzliche Farbe zu bekennen, hat er kein Recht, sich über die dadurch entstehende Notlage zu beklagen. Wir stehen auf dem Boden des sozialen Ausgleichs. Wir sind nicht festgelegt im Sinne einer einzelnen Partei. Wirhaben führende Persönlichkeiten von den Deutschnationalen bis zu den Demokraten. Jeder, der auf dem Boden der Volksgemeinschaft steht, ist uns willkommen. Unser Ziel ist Sammlung der auf dem Boden der Volksgemeinschaft stehenden Beamten. Als zweiter Hauptredner sprach Engen Roth(Berlin) über das Beamtenprogramm des Gesamtverbandes. Das Beamtenverhältnis zum Staat steht auf dem Grundsatz„Treue um Treue" und aus diesem Verhältnis müßten sich naturnotwendig zwingende Folgerungen ergeben. Die Beamten haben ein Recht darauf, ihre Forderungen so zu stellen, daß sie nicht nur das nackte Leben fristen, sondern darüber hinaus auch ihre Kulturbedürfnisse befriedigen können. In der Frage der Arbeitszeit müßten die politischen Parteien Farbe bekennen können, namentlich die Sozialisten. Der Redner schloß mit einem begeistert ausgenommenen Appell an den deutschen Geist der Beamtenschaft. Als letzter Hauptredner des Tages brachte Abgeordneter Katofiel(München) die Wünsche des Gesamtverbandes hinsichtlich des Beamtenrätegesetzes zum Ausdruck. Der zweite Tag des Kongresses begann mit einer ausgiebigen Debatte über die Streikfrage, die beinahe den ganzen Vormittag einnahm. Als Ergebnis der Streikdebatte wurden Richtlinien angenommen, die folgendes besagen: Die praktische Anwendung des Streiks verstößt zwar nicht gegen die Strafgesetze, bedeutet aber den Einsatz der Beamtenstellung. Eine Unterscheidung zwischen Lohn= und Existenzstreik ist unmöglich. Von Regierung und Reichstag wird erwartet, daß die rechtliche Seite der Beamtenstreikfragen in Bälde durch Reichsgesetz geregelt wird; dabei ist zum Ausgleich von Konflikten zwischen Beamtentum und Regierung eine mit ausreichenden Qualitäten ausgestattete Schlichtungsstelle zu schaffen. Die Anerkennung der Verhandlungsfähigkeit der Beamtengewerkschaften durch Regierung und Parlament ist eine Selbstverständlichkeit. Das Recht des Beamten, seiner verfassungsgemäß gewährten Beamtenrechte durch das Mittel der Arbeitsverweigerung zu verteidigen, bleiben unberührt bestehen. Den Staatsarbeitern und Angestellten steht das Streikrecht zu. Anschließend daran gab Schriftleiter Rümmele(Karlsruhe) ein eingehendes Referat über Staatsarbeiterfragen. Dem folgte nach der Mittagspause ein Referat von Bucharts(Berlin) über die Staatsangestelltenfragen. Daraushin sprach der Geschäftsführer des Gesamtverbandes deutscher Beamten= und Staatsangestellten=Gewerkschaften Fecht(Berlin) über Beamten= und Wirtschaftsleben. Er wies eingehend nach, wie die wirtschaftliche Lage der Beamtenschaft vom Versailler Friedensvertrag beeinflußt wird. Die Wirtschaftsfragen müssen auch in der Beamtenbewegung behandelt werden. An die drei Referate schloß sich eine eingehende Aussprache. WTB Essen, 31. Mai. Auf Zeche Amalia der Gewerkschaft Helene=Amalia in Essen ereignete sich heute abend gegen.30 Uhr ein größeres Unglück, das vermutlich auf eine Explosion zurückzuführen ist.— Man ist im Augenblick mit der Bergung der Verwundeten und Toten beschäftigt. Bis jetzt sind drei Tote zu beklagen. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Seite 2 Nr. 230 Rheinische Volkswacht Donnerstag, 1. Juni 1922 A Englische Meinungen. Im Unterhause. WTB London, 31. Mai. Im Unterhause eröffnete die Revarationsdebatte der Arbeiterführer Clones. Er sagte, England sei der wahre Freund Frankreichs und wünsche, dies zu bleiben. Diese Freundschaft mit Frankreich brauche jedoch nicht zu beruhen in Pakten und Verträgen. Es würde unklug sein, die Meinungsverschiedenheiten zwischen England und Frankreich über Fragen der Politik zu verheimlichen. Wenn Frankreich einer Ansicht sei, die nicht mit der englischen Auffassung versöhnt werden könnte, so könnten beide Länder ihre verschiedenen Wege gehen, ohne dabei ihre Freundschaft zu verlieren. Der Friedensvertrag sehe die Bezahlung von Revarationen für Frankreich vor, die jedoch nicht nur aus der Erfüllung eines Teiles des Vertrages bestehe und die Erfüllung anderer Teile des Vertrages unberücksichtigt lasse. Sicherheit für Frankreich könne nur in der Durchführung dessen gefunden werden, was im Völkerbund vorgesehen ist. Mankönne Deutschland pielleicht nieverschmettern und auch zerstückeln, aber dadurch würde man es für Deutschland weniger möglich machen. die geforderten Revarationen innerhalb der von den Alliierten festgesetzten Zeit zu zahlen. England habe auch in Frankreich Hoffnungen erregt, die sich als vollkommen undurchführbar erweisen. Die im Jahre 1918 stattgefundenen englischen Wahlen hätten Franckreich bei der Verfolgung einer verreyrten Politik ermutigt. Die Drohung mit militärischer Gewalt zur Eintreibung der Revarationen sei eine dauernde Quelle der Ungewißheit. Sie bilde ein ernstes Hindernis für das wirtschaftliche Wiederaufleben in England. Er frage, ob Großbritannien in irgendeiner Weise zur Teilnahme an einer solchen Invasion oder weiterer Besetzung deutscher Gebiete verpflichtet sei und ob anläßlich der jetzt in Aussicht stehenden Regelung nicht der gegebene Augenblick gekommen sei, um die Zurückziebung der britischen und der französischen Truppen vom besetzten Gebiete Deutschlands zu vereinbaren. Eine Vereinbarung mit Deutschland, die getroffen werde innerhalb der deutschen Leistungsfähigkeit und Bereitschaft zum Zahlen würde für alle Länder das Beste sein. Das Parlamentsmitglied Kennworthy erklärte, wenn man wirklich die Lage in Eurova bessern wolle, müßte man alle Versuche anwenden, um die Zurückziehung des Besatzungsoeeres zu erreichen, da sich diese Heere nicht als ein genügendes Mittel erwiesen hätten, um Deutschland zu zwingen, und da man stets mit einer neuen Okkuvation drohen müsse. Das Besatzungsheer habe bereits mehr verschlungen, als man von Deutschland erhalten habe. Jeder= mann, der die verwüsteten Gebiete Frankreichs gesehen habe, sehne sich nach ihrer Wiederherstellung. Wieviel von dieser Arbeit hätte jedoch bereits getan werden können, wenn das Geld, das die Besatzungsheere verschlungen haben, zum Wiederaufbauzweck angewandt worden wäre. Lloyd George erklärte, daß in der Frage der Revarationen die Spannung nachgelassen habe und daß die Angelegenheit anscheinend auf dem besten Wege sei, ausgeglichen zu werden. Die Revarationskommission nehme nach dem Versailler Vertrag eine richterliche Stellung ein. Daher wäre er als Sprecher der britischen Regierung nicht berechtigt, ihr irgendeinen Vorschlag zu machen hinsichtlich des Kurses, den sie einschlagen sollte. Sie habe ihre Entscheidung noch nicht getrofsen, aber er glaube, es könne angenommen werden, daß das britische Aussehen, das die Neparationsfrage vor einigen Wochen hatte, augenblicklich vorüber sei. Unter diesen Umständen könne jede weitere Aeußerung seinerseits zur Zeit kaum dienlich sein. Er wäre nach einem sehr kurzen Vortrag zufrieden gewesen, seine Rede zu beendigen, aber Clynes nötige ihn, fortzufahren. Es wird uns unterstellt, Erwartungen in Frankreich hervorgerufen zu haben, die wir nicht erfüllen können. Wenn tatsächlich irgendwelche Erwartungen hervorgerufen worden seien, so habe er jedenfalls nicht zu ihnen beigetragen. Er habe gesagt, es sei von einer Regierung nicht recht, Hoffnungen bei der Menge zu erwecken, habe dann weiter gesagt, daß die finanziellen Ratgeber der Regierung nicht der Ansicht seien, daß Deutschland volle Entschädigung bezahlen könne, daß er aber keine Meinung darüber äußern könne, bevor nicht eine genaue Prüfung aller Umstände stattgefunden habe. Lloyd George ging dann daran, kurze Abschnitte des Vertrages vorzuführen, um zu zeigen, welches die Befugnisse der Reparationskommission seien. Diese solle hören, was die Deutschen zu sagen hätten, um abzuschätzen, was Deutschland zu bezahlen fähig sei, nicht mit einemmal, sondern von Zeit zu Zeit. Deutschland hätte das Recht, zu sagen, daß es aus diesem oder jenem Grunde nicht bezahlen könne. Die Revarationskommission höre das Gesagte an und urteile danach. Das sei das Verfahren der Revarationskommission. Nach einer anderen Fassung hat Lloyd George noch gesagt: Man könne annehmen, daß die kritische Phase, in der sich die Revarationsfrage vor kurzem befand, für den Augenblick vorüber sei. Es bestehe kein Grund für einen Zwist zwischen England und Frankreich. In allen Mitteilungen, die ihm zugingen, sei die Hoffnung ausgedrückt, daß ein Abkommen zustandekommen werde, das nicht nur für die Schuldner, sondern auch für die Gläubigerstaaten annehmbar sein werde. Er freue sich, oaß die deutsche Regierung sich wirklich bemühe, den Wünschen der Revarationskommission entgegenzukommen. Nach Erwähnung der Schwierigkeiten der deutschen Regierung sagte Lloyd George weiter, die jetzige deutsche Regierung habe sich verpflichtet, ihr Bestes zu tun, um den Friedensvertrag auszuführen und er glaube, sie bemühe sich ehrlich um seine Ausführung. Sie habe erheblichen politischen Schwierigkeiten entgegenzutreten und wenn sie diesen Schwierigkeiten begegne, wie sie es tatsächlich tue, so habe sie Anspruch auf jede Rücksicht und jeden Respekt, den man gewähren könne. Eine Politik der Nichterfüllung des Friedensvertrages werde eine Politik des sofortigen Unheils für Deutschland sein. Ohne Frage würde Frankreich allein vorgehen, wenn Deutschland dem Versailler Vertrag gegenüber irgendeine Misachtung zeigen werde. Wenn eine deutsche Regierung ans Ruder komme, die dem Friedensvertrag Widerstand leisten wolle, so werde Frankreich bei der Ausführung seiner Bestimmungen nicht allein gelassen werden, sondern England und Frankreich würden zusammen vorgehen. Jedes isolierte Vorgehen seitens eines der Verbündeten werde unheilvoll für die zwischen ihnen bestehende Entente sein. Als Lloyd George von den Schwierigkeiten der deutschen Regierung sprach, betonte er u. a. noch das Folgende: Ich weiß, wie schwer es für eine Regierung, wie die deutsche, ist, ihrem Land eine schwere Besteuerung aufzuerlegen, um seine Auslandsschulden zu bezahlen. Ich weiß, wie schwer das sein muß besonders in Anbetracht der Erfahrung mit der Revolution und Gegenrevolution, in Anbetracht aller Umstände und der Tatsache, daß jetzt ausländische Truppen einen Teil Deutschlands besetzt halten, daß ausländische Kommissionen in Deutschland eine gewisse Kontrolle ausüben, daß es seinen Finanzen Beschränkungen hat auferlegen müssen, das es einer Verstümmelung seines Landes sich hat fügen müssen. Esbedarf eines beträchtlichen Mutes jeder deutschen Regierung. um den Elementen in ihrem eigenen Lande entgegen zu treten, die diese Dinge verabscheuen und ihren Landsleuten weise Mäßigung anzuraten. Wir sind für eine Politik der Mäßigung und der Zurückhaltung eingetreten, wir sind für eine Politik gewesen, die den Schwierigkeiten Deutschlands Rechnung trägt. Und indem wir das getan haben, haben wir uns eines guten Teils Mißdeutung in Frankreich ausgesetzt. Nichtsdestoweniger verfolgen wir eine alte geschichtliche Politik der Mäßigung dieses Landes, eine Politik, die wir seit Waterloo befolgt haben. Entweder— oder. Das überbelastete deutsche Haus. WTB Paris,.Juni. Das Oeuve berichtet, der internationale Anleiheausschuß sei gestern nachmittag wiederum zusammengetreten. Der Holländer Vischering habe über seine Reise nach Berlin berichtet. Das Blatt glaubt zu wissen, daß er sich über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands weniger günstig ausgesprochen habe, als man hätte erwarten können. Die Lasten, die der Versailler Friedensvertrag Deutschland aufbürde, seien wirklich übertrieben. Der Anleiheausschuß würde mehr und mehr überzeugt, daß es schwierig sei, einem Staat Vorschüsse zu leisten, auf dessen Gesamtvermögen bereits eine„erste Hypothek von 132 Milliarden Goldmark“ laste, die außerdem noch durch die Okkupationskosten erhöht werde. Tatsächlich sei der Bankierausschuß unwillkürlich gezwungen, das Reparationsprovlem. die Garantiefrage und die Frage der internationalen Schulden in ihrer Gesamtheit zu prufen. Natürlich befürchte er, auf ein neues„Verbot“ des Herrn Poincaré zu stoßen. Unter diesen Bedingungen sei es möglich, daß der Ausschuß sehr bald einen Bericht verfassen werde, in dem er erklärt, daß unter dem augenblicklichen Regime des Vertrags von Versailles Deutschland kein Kredit gewährt werden könnte, auch nicht indirekt Europa, anstatt seine Arbeiten noch mehrere Wochen hindurch sortzusetzen. nleue Schreckenstage für oberschlesische Berlin, 31. Mai. Wie die Blätter aus Breslau melden, verlief die vergangene Nacht in Kattowitz ruhig. Dagegen liegen aus dem Landkreise Kattowitz, besonders aus Laurahntte neue Alarmnachrichten vor. Die Terrorakte der Polen dehnten sich aus auf den Kreis Nybnick, wo gleichfalls deutsche Beamte und Arbeiter mißhandelt wurden. Die Stadtverordnetenversammlung von Kattowitz hatte den Bürgermeister beauftragt, von der interalliierten Kommission in Oppeln Hilfe für die bedrohten Deutschen zu verlangen. Die Hilfe ist noch nicht erfolgt. Auf Ersuchen des deutschen Bevollmächtigten um Maßnahmen zum Schutze der deutschen Bevölkerung sicherte die Kommission schließlich solche Maßnahmen zu. Ob und in welchem Umfange die Hilfsmaßnahmen tatsächlich getroffen werden, bleibt abzuwarten. Polnischerseits wird erklärt, daß die Terrorakte gegen deutsche Arbeiter und deutsche Beamte die Antwort sei auf die angebliche Verprügelung polnischer Arbeiter im Kreise Gleiwitz. Auf den Berliner zuständigen Stellen konnte bisher noch nicht festgestellt werden,— so schreibt die Germania— ob derartiges in Gleiwitz vorkam. Jedenfalls stehen, wenn wirklich dort vereinzelt Ausschreitungen vorkamen, sie in gar keinem Verhältnis zu dem polnischen Terror. Berlin, 1. Juni(Priv. Meld.) Wie die Vossische Zeitung aus Oberschlesien meldet, sind die polnischen Unruhen in den Polen zugesprochenen Teilen Oberschlesiens eine von langer Hand wohlvorbereitete volittsche Aktion zu dem Zweck, noch vor der Uebernahme des Gebietes dieses auf radikale Weise deutschenrein zu machen. Durch das vassive Verhalten der Interalliierten Kommission der Besatzungstruppen und die Polizei ist dieser Zweck bedauerlicherweise zum Teil erreicht worden. Durch die Flüchtlingsstellen sind gestern allein 1500 Flüchtlinge gegangen. Wie versichert wird, hat der Kreiskontrolleur von Kattowitz auf ein Ersuchen auf Einsetzung von Truppen abschlägig geantwortet mit dem Bemerken, daß die Truppen nicht zu Polizeizwecken verfügbar seien. Nach einer Meldung des Berliner Lokalanzeigers macht sich im Kreise Hindenburg eine neue Bandentätigkeit bemerkbar. Aus Myslowitz, Knarow und anderen Herden der volnischen Bewegung liegen Berichte vor über die beabsichtigte Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Vor allem sollen die deutschen Bergbaubeamten durch Polen, Franzosen und Belgier, sowie Tschechen ersetzt werden. Der gute Ton im Parlament. Fast alle politischen und parlamentarischen Aktionen leiden unter einem System von„ndiskretionen". Das geht so weit, daß selbst in den Spitzen der Aemter die wichtigsten Vorgange und Erörterungen nicht mehr geheimgehalten werden können. Hier sind Kräfte am Werk, mit denen man sich noch mit schärfstem Nachdruck beschäftigen muß. Die Tatsache dieser Ausplaudereien hatte nun den Auswärtigen Ausschuß veranlaßt, den Kreis der zugelassenen Personen auf das engste zu begrenzen. Wenn aber jemand geglaubt hätte, damit auch die Indiskretionen zu begrenzen, so wäre er eines anderen belehrt durch die ausführlichen Mitteilungen, die nun das Zentralorgan der Unabhängigen,„Die Freiheit“, über den Verlauf einer der letzten Sitzungen des Auswärtigen Ausschusses in aller Oeffentlichkeit macht. Nachdem diese Dinge nun einmal in die Oeffentlichkeit gekommen sind, wollen auch wir nicht doran vorübergehen, um so mehr, als es sich um Vorgange handelt, die in der Oeffentlichkeit zweifellos eine große Rolle spielen werden. Nach dem Bericht der„Freiheit“ ereignete sich in dieser Sitzung — es war diejenige vom Samstag, die sich mit der Reparationsfrage beschäftigte— folgendes: Deutschnationale und Volksparteiler brüsten sich gern mit ihrer guten Kinderstube. Daß die zur Schau gestellte„Bildung“ dieser Kreise aber nur ein dünner Firnis ist, bewiesen am Samstagabend im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages die werren Stinnes, Becker(Hessen), Helfferich und Graf Westarp. Herr Stinnes hatte erklärt, man dürfe sich nicht immer von der Angst vor der Entente leiten lassen und müsse eventuell auch die Besetzung des Ruhrgebietes mit in Kauf nehmen. Das veranlaßte den rechtssozialistischen Wirtschaftsminister Robert Schmidt, gegen eine solche Auffassung vom Standpunkt der deutschen Gesamtinteressen Einspruch zu erheben, wobei er aber bemerkte, daß die Großindustriellen von ihrem wirtschaftlichen Standpunkt aus die Sache vielleicht anders ansehen, da sie unter fremder Besatzung sogar besser fahren könnten, als jetzt.... Damit hatte Minister Schmidt den Zorn von Stinnes und Genossen erregt. Hr. Stinnes erhob sich und putzte den Minister ab; er bezweifelte dessen Qualifikation für sein Amt. Nobert Schmidt antwortete darauf, daß es für Herrn Stinnes ungewöhnlich sein möge, Widerspruch zu erfahren, aber er als Minister sei nicht der junge Mann des Herrn Stinnes. Daraufhin Herr Becker(Hessen) entrüstet: Es sei bedauerlich, daß ein Minister diesen unanständigen Ton in die Debatte geworfen habe. Zuruf Crispien:„Herr Stinnes scheint jetzt ja einen jungen Mann gefunden zu haben!“ Herr Becker(Hessen) drohend:„Wagen Sie es nicht, diesen Zuruf zu wiederholen.“ Pause. „Sie scheinen sich selbst seiner zu schämen.“ Crispien wiederholt den Zuruf. Herr Becker (Hessen) entrüstet sich aufs neue und wirft Robert Schmidt die Liebenswürdigkeit an den Kopf. auf ihn treffe offenbar das Wort nicht zu: Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch den Verstand dazu. In dieselbe Kerbe schlug dann Herr Helfferich. Er mimte den Empörten über die Behauptung daß die Kapitalisten schlechte Patrioten seien, trat aber im nächsten Atemzuge Herrn Stinnes darin bei, daß man auch die Ruhrbesetzung nicht scheuen dürfe. Trotzdem schilderte er dann wieder die Leiden der Bevölkerung im besetzten Rheinland. Zuruf Dittmann:„Und wie hat der deutsche Militarismus in Belgien gehaust?“ Helfferich erregt:„Sie stellen sich auf die Seite der Franzosen!“ Zuruf Breitscheid:„Sie waren ja nicht im Schützengraben, Sie Drückeberger!" Helfferich springt einige Schritte auf Breitscheid zu und schreit ihm zu:„Ich haue Ihnen eine runter!“ Graf Westarv kreischt:„Unverschämt! Unverschämtheit!“ Breitscheid wehrt mit einer verächtlichen Handbewegung ab. Helfferich schreit ihn erneut an:„Betrachten Sie sich als geohrfeigt!" Graf Westarp:„Und mit Recht!" Vergebens mahnt der Vorsitzende, Hermann Müller, zu parlamentarischem Verhalten. Robert Schmidt antwortete noch einmal kurz und ruhig, daß er die Herren Helfferich und Becker als Anstandslehrer ablehnen müsse. Reichskanzler Wirth nimmt seinen Ministerkollegen Schmidt in Schutz gegen die herabsetzenden Bemerkungen Beckers über Schmidts Qualifikation und weist besonders auf dessen wertvolle Hilfe und Mitarbeit in Genua hin. Eine ähnliche Darstellung des Vorganges gibt auch der„Vorwärts, der seinen Ausführungen folgende Bemerkung anfügt:„Herr Helfferich hat sich in einem doppelten Irrtum befunden, er hat geglaubt, daß man Charakter durch Temperament und Argumente durch Ohrfeigen ersetzen kann. Wir begnügen uns mit diesen Darlegungen. Es erübrigt sich, nähere Besprechungen anzuknüpfen. Aber das kann ausgesprochen werden, daß die parlamentarischen Verhältnisse von heute, wenn solche Zustände einreißen, der Auflösung entgegengehen. * Während der Rede des Abgeordneten Marx im Reichstage bei der Genua=Debatte hat sich eine Episode ereignet, die in den allgemeinen Sitzungsberichten etwas ins Hintertreffen gekommen ist, aber doch der weiteren Oeffentlichkeit bekanntgemacht zu werden verdient. Als Abgeordneter Marx davon sprach, daß wir mit der Politik, die uns gewisse Herren empfehlen, nicht nach Genua gekommen wären, rief ein volksparteilicher Abgeordneter: Lächerlich! Selbst die Führer der Deutschen Volkspartei waren über diesen Vorgang betroffen und wiesen den Rufer zur Ruhe. Trotzdem wiederholte er die Zurufe, bis er durch die Empörung im Zentrum und bei den übrigen Parteien ausgeschaltet wurde. Österresch. WTB Wien. 31. Mai. In seiner Rede im Nationalrat führte der neue Bundeskanzler Seip. u. a. aus: Mein Bekenntnis zur Republik hat den Sinn eines Bekenntnisses zur Arbeit für das Volk und die Republik. Das gegenwärtige Kabinett setzt sich zusammen aus Christlich=Sozialen und Großdeutschen. Unter den Christlich=Sozialen bin ich als einer derjenigen bekannt, die aller Deklamationspolitik abhold und den Anschlußabstimmungen in einzelnen unserer Bundesländer entgegengetreten sind. Ich habe meinen Standpunkt auch heute noch nicht geändert. Andererseits geben die großdeutschen Minister nichts von ihrem Standpunkt auf. Ob jemand meint, das deutsche Volk in Oesterreich werde in der ihm durch den Staatsvertrag von St. Germain zugesicherten Selbständigkeit weiter leben, oder ob jemand glaubt, es werde in eine größere nationale Einbeit aufgehen; weiter leben müssen wir alle zusammen, die wir Fleisch vom Fleische dieses Volkes sind und Blut von seinem Blut. Wir müssen alles tun, was in unserer Macht steht, um zu leben.(Beifall und Händeklatschen). Schädliches Treiben. In der badischen und württembergischen Zentrumspresse wird scharf gegen die Haltung der katholischen Wiener Zeitschrift Dr. Eberles„Das neue Reich“ Stellung genommen. Das genannte, auf dem Boden der Monarchie stehende Blatt, übt seit Jahr und Tag am Zentrum und seinen Führern schärfste Kritik und hat vor kurzem auch einen Aufsatz Dr. Hausers, der die schwersten Vorwürfe gegen das Zentrum erhebt, aufgenommen, eine Gegenäußerung aber abgelehnt.„Wir lassen unsere Führer nicht in so beleidigender, ehrenrühriger Weise angreifen. Das möge man sich in Wien merken. Will man den Kampf, so soll man ihn haben, das deutsche Zentrum braucht ihn nicht zu fürchten“, so sagt mit Recht die füddeutsche Zentrumspresse. Aus den Telegrammen. Die Einladung zur Konferenz im Haag scheinen ergangen zu sein. Frankreich soll sie am 30. Mai erhalten haben. Die französische Presse zerbricht sich bereits den Kopf darüber, ob Poincaré annehmen wird und soll oder nicht. Nach langen schwierigen Verhandlungen hat die österreichische Kabinettskrise ihr Ende erreicht. Die jetzige Lösung liegt darin, daß ein reines Kabinett der Rechten gebildet wird, an dem sich auch die Großdeutschen beteiligen. sodaß das neue Kabinett nicht mehr von der wohlwollenden Gunst der Sozialdemokraten abhängig ist. Der Obmann der christlich=sozialen Partei, Prälat Dr. Seipel, ist mit der Bildung des Kabinetts betraut, Vizekanzler wird der großdeutsche Abg. Dr. Frank und der bisherige Handelsminister Dr. Grünberger wird Minister des Aeußern. Nur die Wahl des Finanzministers macht Schwierigkeiten. Für österreichische Verhältnisse doppelt verständlich. Der Matin berichtet, Morgan hätte den französischen Ministerpräsidenten besucht. Die Anleihe an Deutschland könne als gesichert gelten, sie würde aber frühestens Anfang Juli zur Verfügung stehen.(Schon um dieses letzten Satzes willen eine sehr unglaubwürdige Meldung.) Der sozialdemokratische Professor Lensch tritt als stellvertretender Hauptschriftleiter in die Deutsche Allgemeine Zeitung(Blatt des Herrn Stinnes) ein. Der Zentralvorstand der S. P. D, wird sich nunmehr mit dem Fall Lensch beschäftigen und wahrscheinlich das Ausschlußverfahren gegen ihn einleiten. Englische Kohle in Deutschland. WTB Essen, 31. Mai. Die Nachrichten über die steigende Einfuhr britischer Kohle nach Deutschland fangen an, beängstigend zu werden. Nicht nur, daß Großbritannien das alte Absatzgebiet für seine Kohle an der deutschen Wasserkante in vollem Umfange wiederzugewinnen im Begriffe steht. Englische Kohle hat auch zur Versorgung des deutschen Verbrauchs wieder ihren Weg rheinaufwärts gefunden, ja selbst in das rheinischwestfälische Industriegebiet dringt sie ein, da hier verschiedene Eisenwerke sich genötigt sehen. angesichts der unzureichenden Belieferung mit deutscher Kohle auf die britische Kohle zurückzugreifen. Dabei handelt es sich in keiner Weise etwa um eine Preisfrage, denn die britische Kohle ist infolge der Geringwertigkeit der Mark wesentlich teurer als die deutsche. Die bedrohliche Erscheinung der zunehmenden Versorgung des deutschen Bedarfs mit englischer Kohle entspringt vielmehr ausschließlich der Knappheit an heimischer Kohle. Dieser kann aber nur durch eine Steigerung der Förderung abgeholfen werden, denn mit einer Verminderung der Leistungen an Kohle an den Feindbund auf Grund des Friedensvertrages haben wir nicht zu rechnen. Wahlstreik oder Wahlbetätigung? Die Nöte unserer Brüder an der Saar. MTB Saarbrücken, 29.Mai. Am Samstagabend befaßte sich der interparteiliche Verständigungsausschuß wiederum mit der Frage der Wahl. Die Sozialdemokratische Partei erklärte, wie schon gemeldet, daß sie sich nicht an der Wahl beteiligen werde, während sämtliche bürgerlichen Parteien, mit Ausnahme der Deutschnationalen Volkspartei, keinen Zweifel darüber ließen, daß sie zur Wahl schreiten werden. Die Sozialdemokraten vertreten die Ansicht, daß der richtige Standpunkt gegenüber dem politisch entrechteten, undemokratischen Landesrat die vollständige Ablehnung in Form des Wahlstreiks sei. Diese grundsätzliche Auffassung herrscht auch bei den bürgerlichen Parteien. Letztere lassen sich von der Überzeugung leiten, daß ein Wahlstreik, so berechtigt er an und für sich sei, schädlich sei angesichts der eifrigen Wahlvorbereitungen der zugewanderten Franzosen, welche infolge der ihnen verliehenen Saareinwohnerschaft das Wahlrecht besitzen, angesichts der von französischen Kreisen genährten Bestrebungen, Sonderlisten aufzustellen. Die bürgerlichen Parteien erachten es im dringenden deutschen Interesse liegend, daß der Landesrat von unseren zuverlässigen Leuten besetzt wird. Ein Vertreter der SPD sprach die Hoffnung aus, daß trotz des jetzigen Auseinandergehens die bisherige deutsche Einheitsfront wiederhergestellt wird. Sig ihnme in jedes katholische Haus gehört eine kutholische :::: Tageszeitung:::: S 5 Donnerstag, 1. Juni 1922 Rheinische Volkswacht Nr. 230 Seite 3 Aus Stadt und Land Im Juni. Der Mai bringt uns das Werden, das Blühen. Der Juni ist reicher. Neben dem satten Blühen reifen schon mancherlei Früchte, beglücken und Erdbeeren, Himbeeren, Johannis= und Stachelbeeren und die köstlichen Kirschen. Ein anderes, so bescheiden sich entwickelndes Fruchtreich steht über alle dem: Auf dem Kornselde geht es still und geheimnisvoll zu. Die Aehren brechen aus den Halmen, und aus den Aehren, fast unsichtbar, die Blüten mit ihren feinen Staubbeuteln. Und dann entwickeln sich die Körner. Ein Wunder, so ein blühendes Roggenfeld, wenn der goldige Blütenstaub darüber flimmert, wenn der süße, aromatische Duft darüber weht. Ein Wunder, das sich alljährlich wiederholt, und das so wenige Menschen beachten. Wenn wir in diesen wonnevollen Tagen durch die Felder wandern, dann sei das Schauen aus all der weiten Junipracht heraus auf die Kornfelder gerichtet. Aber weiter gehen die Blicke durch die Halme hin. Die Pflanzenwelt zwischen diesen ist ja so mannigfaltig und schön, daß wir wohl eine stille Zeit erquickend mit dem Schauen und Suchen zubringen dürfen. Der Farbenklang blau=rot=weißgelb ist nicht zu übersehen: Kornblumen und Mohn, Kamille und Ackerhahnenfuß singen dieses Farbenlied. Dazwischen oder ein wenig tiefer hinein wächst niedliches Kleinzeug behaglich und ungestört. Das ist der Erdrauch mit violettroten Blütenähren, der weiße Storchschnabel, der violettblaue Venusspiegel. Vielleicht hat sich die gelbe Saatwucherblume auch eingefunden. Das Weizenfeld bekommt einen besonders schönen Blumenschmuck mit der Vogelwicke, die wie eine Blumeninsel auf dem Aehrenmeer schwimmt. Die Kornrade sei nicht vergessen, die einer großen ungefüllten Nelke gleicht, und im Volksmunde Kornflett (=Nelke) genannt wird. Die Vervollkommnung der Saatreinigungsmaschine hat das lustige Blütenvolk in den Kornfeldern stark vermindert. Das ist für die Hebung des Ertrages wertvoll, der Naturfreund möchte aber weiteres Verschwinden dieser Blumen im Felde nicht gerne sehen. Die Liebe für unsere wildwachsenden Blumen und das Verständnis für ihre Schönheit ist ja immer größer geworden; das ist z. B. auch an der Verwendung in den Blumengeschäften zu bemerken. Es ist gewiß nicht überflüssig, die Wanderer durch Feld, Wald und Wiesen zu belehren, welche Werte in unsever heimatlichen Blumenwelt stecken, sie mögen dadurch vielleicht erst aufmerksam gemacht werden auf das, was um sie herum grünt und blüht, und erst dadurch wird das Wandern und Umsichschauen zum richtigen Genuß. Vor mir schimmern noch immer einige Viehweiden in goldenem Blühen. Aus kurzer Entfernung gesehen war es ein Blühen, unsagbar schön. Und als ich ihnen nahe war, sehe ich nur den Löwenzahn, die Kettenblume, in Blüte, eine Blume, die im allgemeinen verachtet wird, die nur die Kinder lieben und der Naturfreund. Der Sternenhimmel im Juni. In der Abenddämmerung finden wir tief im esten Venus als Abendstern. Hoch im Süden steht Jupiter und Saturn in bester Beobachtungsstellung. Im Nordosten gehen um 10 Uhr abends zwei neue Sternbilder Delphin und kl. Pferd auf. W Das Sternbüld des Schwanes mit Deneb und das des Adlers mit Atair sind um diese Zeit schon ziemlich über dem östlichen Horizonte emporgestiegen. Sehr schön tritt das Bild der nördlichen Krone mit Gemma, welches am südlichen Himmel in Kulminationshöhe steht, in Erscheinung. Nicht weit von Gemma lleuchtet Arktur und tiefer gegen den südlichen Horizont Spika im Bilde der Jungfrau. Am Planetenhimmel sind Venus, Jupiter, Saturn. Mars und Merkur, detzterer nur die ersten Tage des Monats sichtbar. Jupiter und Saturn gehen anfangs gegen 1 Uhr nachts, gegen Ende des Monats noch früher unter. Beide sind daher nur noch etwa 1½ Stunden zu beobachten.— Mondvorübergänge finden statt am 1 mit Regulus, 4. Saturn und Jupiter, 5. mit Spika, mit Antares, 9. mit Mars, 23. mit Aldebaran, 26. mit Pollux, 27. Venus und am 29. wieder mit Regulus. Dié Mondgestalten sind folgende: am 2. abends 7 Uhr 10.1 Min. erstes Viertel;— am 9. nachm. 4 Uhr 57,9 Min. Vollmond:— letztes Viertel am 17. nachm. 1 Uhr.2 Min;—Neumond am 25. morg. 5 Uhr 19.7 Min. Die Sonne tritt am 22. aus dem Zeichen der Zwillinge in das des Krebses und erreicht damit ihre größte nördliche Abweichung vom Aequator und den größten Tagbogen. Wir haben dann den den längsten Tag und die kürzeste Nacht;— Beginn des Sommers.— Sternschuppen sind am., 13., 15., 18., 20., 28. zu erwarten. katholischen Beamten. Am Sonntag fand im Vortragssaale der Bürgergefellschaft der Delegiertentag des Stadtverbandes Köln der katholischen Beamtenvereine statt. Auch die Ortsvereine Opladen und Bonn hatten Vertreter entsandt. Bei seiner Begrüßungsansprache nahm der Vorsitzende des Stadtverbandes, PfarrRektor Schreiber(Köln=Mauenheim) Veranlassung, mit warmen Worten für die ewig deutsche Gesinnung der Rheinländer einzutreten Folgende Entschließung fand einmütige Annahme: Der Frühjahrs=Delegiertentag der katholischen Beamtenvereine des Stadtverbandees Köln verurteilt mit heller Entrüstung die Bestrebungen jener Sonderbündler, die in der letzten Zeit das Rheinland vom Deutschen Reiche und Preußen loszulösen suchen, um es zu einem selbständigen Gebilde unter fremder Oberhoheit umzugestalten. Ein solches Unterfangen ist in unseren Augen Hochverrat. Wir sind deutsch und wollen deutsch bleiben! Gerade in den jetzigen schweren Tagen schlägt unser Herz treuer denn je für unser bedrängtes Vaterland. Eine innige Schicksalsverbundenheit eint uns mit ihm, die keine Macht der Erde lösen kann. Dem Vaterlande geloben wir Treue bis in den Tod. Ueber die Auswertung der machtvollen Kundgebung am verflossenen Sonntag für die Agitation entspann sich eine rege Aussprache, die in einer für die Vereine beachtlichen Entschlietung ihren Niederschlag fand. Nach Erledigung aller geschäftlichen Angelegenheiten hielt der Generalsekretär des Gesamtverbandes kath. Beamtenvereine Deutschlands, Dr. Zinzius, einen Vortrag über die Lehren des Beamtenstreiks. Seiner Rede sei folgendes entommen: Der Streik gewährte einen trefflichen Einblick in die Beamtenpsyche. Der Beamte stehe wurzellos in der neuen Zeit, Ursprünglich habe er sich mehr als persönlich verpflichteter Diener des Landesherrn gefühlt. Nach dem Sturze der Monarchie hätten die Beamten gleichsam den Boden unter den Füßen verloren. Sie arbeiteten auf Grund der in ihrem Blute sitzenden eisernen Disziplin unverdrossen weiter, im Vertrauen auf die Gerechtigkeit der neuen Regierung, die dem Beamten, als auch er seine Ansprüche anmeldete, nur berufs=ethische Belehrungen vorgehalten habe. Es sei aber ein Unding, von einem wirtschaftlich Vernachlässigten opferbereite Nächstenliebe zu verlangen. Seelische, berufliche, häusliche Sorgen quälten den Beamten. Er geriet in einen seelischen Zustand hinein, der mit seinen Berufspflichten nicht mehr zu vereinbaren war. Es mehrten sich die Stimmen in der Beamtenschaft, die einen ganz und gar staatsfeindlichen Ton anschlugen. Und dabei ist die Beamtenschaft doch der Träger des Staatsgedankens, sie muß die auseinanderstrebenden Interessen der übrigen Berufsstände nivellieren. Wer bedenke, wie unglaublich zerklüftet unser Vaterland ist, wie es religiös, sozial, national gespalten ist, wer einsehe, wie ungeheuer notwendig einem solchen Lande ein staatserhaltendes Bollwerk ist, wie es ein berufstreuer, staatsbejahender Beamtenstand darstellt, der hat eine Ahnung von der Bedeutung des deutschen Berufsbeamtentums. Dem wird es offenbar, welch großes Unglück es für unser armes Deutschland ist, wenn aus seinen Beamtenreihen Männer auftreten, die aller staatlichen Autorität Hohn sprechen und den Staat verneinen. Man kann gar nicht Beamter sein und den Staat verneinen, man kann nicht Christ sein und die Autorität verspotten. Es ist gegen das Sittengesetz, die Staatsautorität zu gefährden. Der Streik, der als ein Krankheissymptom unseres wunden Volkskörpers zu bezeichnen ist, ist ein Angriff auf die staatliche Gewalt gewesen. Er ist aus der Irrlehre geboren worden, die als das Wesen des Staates die Macht ansieht, die das Recht als einen Ausfluß der Macht betrachtet. Der Staat als eine gottgewollte Wohlfahrtseinrichtung muß vom Beamten bejaht werden. Der Beamte kann nur Erfolge erzielen auf dem Wege des Volksgemeinschaftsgeistes. Klassenkampf ist mit dem Wesen des Beamtentums unvereinbar. Das ist eine der wertvollsten Lebren des Beamtenstreiks: Nicht mit klassenkämpferischen Methoden, nicht mit Knüppelreden ist von der Beamtenschaft bei der Regierung etwas zu erreichen, sondern nur durch Einhalten des Verhandlungsweges, durch vernünftiges, ruhiges, sachliches Verhandeln, durch tatkräftige Mitarbeit in den politischen Parteien und zielbewußte und pflichtbewußte Arbeit der Gewerkschaft. Die Uot der Kleinrentner. Man schreibt uns: die Rhein. Volkswacht ist wiederholt für die Interessen der Kleinrentner eingetreten, einen Punkt dürfte sie jedoh, so viel ich weiß, nicht berührt haben. Bekannt ist, daß es viele alte Leute gibt, die heute von einem Einkommen von 2000 bis 7000 M. leben müssen. Gleichniel, ob das Einkommen von Zinsen oder aus einem Hause herrührt, in das sie ihre Ersparnisse angelegt haben. Daß die Leute von diesem„gewaltigen“ Einkommen Steuer zahlen müssen, dürfte wohl himmelschreiend sein. Nach dem früheren EinkommenSteuergesetz waren 900 M. steuerfrei. 900 M. hatten früher mindestens so viel Wert, wie heute 9000 M. Da dürfte es wohl recht und billig sein, erwerbsunfähige alte Leute mit 6= bis 7000 M. Einkommen von der Zahlung der Kapitalsteuer freizuhalten. Von 3= bis 7000 M. Einkommen kann man nicht„leben“. geschweige auch noch Steuern zahlen. Vor einiger Zeit wurde mir mitgeteilt, daß ich für 1920 ein Einkommen von 4100 M. habe. Wohl oder übel mußte ich für 1920 und 1921 die Einkommensteuer zahlen. Ich hatte in anbetracht meiner mißlichen Lage ersucht, die bezahlte Kapitalertragsteuer mir zurückzuzahlen. 1922 zählen wir bereits fünf Monate verflossen, trotzdem ich die Einkommensteuer für 1920 und 1921 bezahlt habe, hört man nichts von Rückgabe der Kapitalertragsteuer für 1920 und 1921. Als etwa 70 Jahre alter Kleinrentner muß ich von einem Einkommen von 4000 M.„Aeven“. Einkonmensteuer und auch noch 10 Proz. Ertragsteuer zahlen. Waren=Lotterie zum Besten der Kölner WerbeAusstellung für das Blindenwesen. Anläßlich der in der ersten Juliwoche im Kaufhaus Peters stattfindenden„Kölner Werbeausstellung für das Blindenwesen" veranstaltet der Reichsdeutsche Blindenverband auch eine Warenlotterie. Trotzdem erst vor wenigen Tagen mit dem Vertrieb der Lose begonnen wurde, herrscht bereits rege Nachfrage. Eingestellt wurden schon: eine Kücheneinrichtung, eine Nähmaschine, ein Damen= und ein Herrenfahrrad, ein Diwan; ferner von Blinden gefertigte Korbmöbel(darunter auch eine vollständige Garnitur), Blumenkrippen, Korb= und Bürstenwaren, Strick= und Perlarbeiten aller Art. Auch wurden bei Frau Prof. Dreesmann, Elisenstraße—10, und bei anderen Damen, die sich in aufopfernder Weise in den Dienst der Sache gestellt haben, manche schöne und praktische Geschenke angemeldet, und es steht zu hoffen, daß noch viele Geschäftsleute diesem Beispiel folgen werden, um der Lotterie einen guten finanziellen Erfolg zu sichern. In dankenswerter Weise haben schon viele Geschäfte mit dem Losvertrieb begonnen und dies durch Plakat bekanntgegeben. Trotz der wertvollen Gewinne wurde der niedrige Preis von.80 A für das Los gewählt, um jedem Gelegenheit zu geben, notleidenden Blinden zu helfen. Der Ueberschuß der Lottcrie wird verwandt, um Blinde durch Gewährung einer Erholung oder durch Ausbildung in deuen Berufen wieder dem Erwerbsleben zuzuführen. Es gilt, eine große soziale Aufgabe zu lösen. Darum helfe jeder nach Kräften zum Gelingen der Lotterie * Großer Vortragskursus für praktische Landwirte in Bonn. Die Vorträge beginnen Donnerstag 8. Juni 9 Uhr in der Beethovenhalle. Brückenstraße 28. Da mit starker Teilnahme zu rechnen ist, müssen die Teilnehmer sich rechtzeitig Wohnung sichern. Wer sich dabei der durch die Landwirtschaftskammer eingerichteten Wohnungsvermittlung bedienen will, wolle sich baldigst an diese wenden. Programm und Eintrittskarte sind durch die Landwirtschaftskammer zu beziehen, werden aber auch am Eingang zum Vortragssaal ausgegeben. Eine alseneige Mitgliederersamnmtung des Deuschen Gewerkschaftsbundes Köln findet statt am Freitag, den 2. Juni, abends 7 Uhr. im Elisabethsaal, Klapperhof 30, in Köln. Der Vertreter des D. G. B. in Genua, Herr Fritz Baltrusch aus Berlin wird in derselben reden über das Thema: Genua und die deutsche Insbesondere werden in dieser Versammlung er wartet die Vertrauensleute und Vorstandsmitglieder aller dem Deutschen Gewerkschaftsbuno angeschlossenen Organisationen(Christliche Gewerkschaften, Gedag, Beamten= und Staatsangestelltengewerkschaften. Das Neueste in moderner Herren=Bekleidung erhalten Sie auf meiner Wertstätte unter Garantie für guten Sitz und erstklassige Verarbeitung angesertigt. Ich verwende nur beste Zutaten. Mein reichhaltiges Stofflager ist mit geschmackoollen Dessins ausgestattet. Durch vorteilhaften Einkauf. auch in Zutaten, bin ich in der Lage, solange der Vorrat reicht, elegante Anzüge und Patetots von 3200, 3500. 3750, 3900, 4250 usw. anzufertigen. Ein Versuch wird Sie überzeugen und Sie werden dauernd mein Kunde bleiben. Es können auch Stoffe gebracht werden. 5 Anfertigengspreis 1760 Mark. Weiler, Große Neudasse 15, 4e Dom. Wir machen Sie auf die Einrichtung des Wochenbezugs der Rheinischen Volkswacht aufmerksam. Mehrfachen Wünschen und Anregungen aus dem Leserkreis entsprechend, haben wir diese Einrichtung getroffen Die Zeitung kann jedoch nur in der Hauptgeschäftsstelle Domstraße 6 abgeholt werden. Die Ausgabe der Zeitung geschieht morgene.8 bis 1 Uhr und nachmittags von ½3 bis 7 Uhr an unseren Schaltern. Bezugspreis beträgt die Woche nur.85 M. Rheinische Volkswacht, Köln. Das Ave der Heimat. Roman aus Kevelaer von Franziska Rademaker. Copyright by Butzon& Bercker G. m. b.., 501 Kevelaer 1920. 17. Beuno van der Straeten stieg mit seinem Freunde, dem Bildhauer Max Riedel, die breite Freitreppe der Brühlschen Terrasse hinauf. Seit ein paar Tagen weitte er in Dresden. Der Freund hatte ihn wiederholt aufgefordert zu kommen. Nach einjährigem Aufenthalt in München, wo er seine italienischen Skizzen ausgeführt hatte, war Brung endlich der Einladung gefolgt. Oben auf der Terasse, dem alten Festungswall, standen sie ftrU, genossen die herrliche Aussicht und blicten nieder auf den Elbstrom zu ihren Füßen. Der Abend sank ins Tal. Aus den Sälen des Vewedere schallten Musikklänge herüber. In duftigem Däumerschleier verschwammen die Linien des#ößniger Hohenzuges und der Dresdener Heide hlmar der Neustadt. Aber über die Brücken flin# noch der Strom des Verkehrs, und auf dem Wasser herena# noch reges Leben.— Schiffe legten au uuh gingen ab. „Ulbflorenz“, jagte Bruno,„es reut mich nicht, dar in gesommen bin.“ #ngen weiter, traten in den cleganten Festsaal ein De Dresdener feine Welt war der Einladung der Knstler gern gefolgt. achende, sorglose Lustigkeit schallte durch den Saal, klang von den Balkons und Terrassen über den Elbstrom hin.— Bruno schaute in das bunte Leben. Du plötzlich— sah er ein Gesicht: große sanfte Madonnenangen eine seine Nase, einen ge#ransellen Mund. Er sprang auf,— sein Blick suchte durch#s Gedringe. Dort— das war sie, die jugendschla.##e und doch stolze Gestalt. Sie mußte es sein: seine Spyinx— Sigrid! „Max“,— er faßte seinen Freund nicht eben sanft am Arme—„sieh die Dame dort: das junge Mädchen in dem lichtblauen Kleide,— kennst du sie?“ Leider nicht.“ „Da kann ich Ihnen helfen, Herr van der Stracten.“— Der Sprecher, ein junger Mann aus der vornehmen Dresdener Gesellschaft, der viel in Künstlerkreisen verkehrte, lachte leichthin, da er Brunos Augen wie gebannt der jungen Mädchengestalt folgen sah, und erklärte:„Das ist die Baronesse Sigrid von Winnikow, die ältere Dame ihre Tante Freifrau Elvira von Schoenen, in deren Haus die Baronesse aufgezogen wurde: das linksgehende junge Mädchen ist die Tochter der Freifrau: Georgine von Schoenen.“ „Die Sphinx“, murmelte Bruno. „Ich kenne die Damen gut", setzte der andere hinzu,„verkehre im Hause. Beide Mädchen sind hübsch, Sigrid mehr als die andere— eine Schönheit, wie Ihr Künstlerauge wohl erkennt. Dafür hat die andere den Vorzug, daß sie reich ist.“ Bruno sprach:„Die junge Dame ist meine Landsmännin; ich habe sie als Kind gekannt— und erkannte das Gesicht wieder" „Wenn Sie wünschen, mache ich Sie den Damen bekannt."— Bald stand Bruno vor seiner Sphinx. Ein Freudenschimmer überhauchte Siarids Gesicht, und der Blick der großen Augen wurde weicher und inniger, als sie den Maler begrüßte. „Der erste Landsmann, den ich treffe nach elf Jahren!" sprach sie. „Er bringt einen Gruß aus der Heimat dem kleinen Mädchen, das vor elf Jahren zu einem angehenden Malerschüler sprach:„Die Heide habe ich so gern.“ Sie sah ihn an,— er hatte behalten, was ein neunjahriges Kind gesprochen— er hatte dies Kind gemalt:„Derr van der Straeten, seit einem Jahre besitze ich ein Stück Heimat,— ich habe Ihnen noch mündlich dafür zu danken.“ „Es war mein erstes Heimatbild, gnädiges Fräulein" „Da hätten Sie sich eigentlich einen fröhlicheren Vorwurf wählen dürfen, als die arme Wolfsgracht!“ Ihre Augen wurden dunkler und ernster, um ihren feinen Mund zuckte es. „Nicht arm, Baronesse. und nicht traurig ist das Bild. Die Sphinx ist ja die Zukunftshoffnung zwischen den alten Mauern.“ „Sigrid, deine Heimat ist hier. Was ist eurer Linie die Wolfsgracht gewesen?“ Freifrau von Schoenen sprach es und sah Zustimmung heischend den Maler an.„Nicht wahr, Herr van der Straeten, unser Dresden ist was anderes als die Wolfsgracht und Kevelaer auf der Heide? Hu“— sie lachte belustigt auf,„eine Gegend. in der das Mittelalter wohnen geblieben ist mit seiner Dunkelheit und seinem Aberglauben!“ Georgine von Schoenen verzog das Gesicht zu einer anmutigen Grimasse.„Hu, Mama,— du könntest einen das Gruseln lehren! Aber Onkel von Winnikow hat gar nichts Mittelalterliches an sich.“ „Der war auch nie zu Hause dort.“ Sigrid faßte der Tante Arm.„Tante— auf der Wolfsgracht bin ich geboren, meiner Mutter Grab ist dort— die Heimat ist die Heimat!“ Sie hielt das Köpfchen erhoben, ihre Nasenflüge. zitterten leicht, und in den sanften Augen sprühte ein Feuer.— Da wußte Bruno: Sie hatte die Heide nicht vergessen und ließ sie nicht schmähen. Auch ihm mißfiel es, daß die Dame von Welt vor ihm, dem Fremden, so geringschätzig von seiner niederrheinischen Heimat sprach. Wußte sie denn, ob sie mit ihren Worten über den mittelalterlichen Aberglauben nicht seinen Standpunkt verletzte? Er verbeugte sich höflich.„Gnädige Frau, Dresden ist reich an Schönheit und Kunst: aber— die Baronesse hat recht, die Heimat ist die Heimat. Und“— fast trotzig setzte er es hinzu—„aus dem finsteren Aberglauben bin auch ich hervorgegangen.“— Er trat ein für das, was er im Herzen verloren; denn es war Heimatgut und für die Heimat stritt er voll Stolz. Sigrid sah ihn offen an. In seiner kraftvollen Gestalt war er eine Herbheit, und sein Stolz sprach: Was ich schütze, ist geschützt.— Er war ein Sohn des Niederrheins: er war anders als die Herren, die in den Salons der Tante verkehrten. Und wenn er sich auch zum finsteren Aberglauben bekannte, den auch sie als Kind mit hierhergebracht,— kaum konnte sie denken, daß das wirklich so gewesen war— so schien er doch ein rechter und aufrechter Mann. Dasselbe dachte Georgine von Schoenen. Aber daß er kaum einen Blick für sie, sondern nur Augen für ihre Cousine gehabt, das kränkte ihre Eitelkeit ein wenig. Bruno bat, den Damen seine Aufwartung machen zu dürfen, und verabschiedete sich.— „Der ist stolz wie du, Sigrid. Seid ihr alle so, ihr aus der Heide am Niederrhein?“ fragte Georgine. Sigrid zuckte die Achseln.„Wir lieben unsere Heimat, wenn sie auch arm ist...“ „Und im Aberglauben schmachtet“, fiel die Tante ein.„Wie hat dein Vater darunter gelitten!“ „Die Leute dort sind glücklich.“ Sigrid sagte es leise.„Meine alte Anne wußte nichts von Problemen und Theorien,— sie glaubte und liebte im Glauben und war glücklich.“ „Und du, Sigrid?“ fragte Georgine. „Uis Kind war ich's ebenso. Doch— kann der Aufgeklärte sich die Unkenntnis zurückwünschen, weil sie friedlich und ruhig ist? Tante, das alles liegt weit hinter mir, ist wie ein Traum,— und ich bin ein Kind des zwanzigsten Jahrhunderts.“ Stolz hob sie wieder den Kopf. „Dazu habe ich dich erzogen, Sigrid.“ Und doch— das Kind des zwanzigsten Jahrhunderts hörte andere Worte in sich nachklingen. Die hatte der Maler gesprochen— nichts vom zwanzigsten Jahrhundert, sondern:„Auch ich bin aus der mittelalterlichen Finsternis hervorgegangen.“ Er hatte sich dessen nicht geschämt!— Und eine andere, die sie nur im Bild und aus Annes Erzählungen und im Herzen kannte, war derselben Ueberzeugung gewesen, hatte ihr in dieser Ueberzeugung das Leben gegeben und war in ihr gestorben— ergeben und getröstet: die Mutter, ach die Mutter!— Wie oft hatte Anne dem Kinde von der Mutter seligem Tod erzählt! Heute freute sich Sigrid für die Mutter, daß sie das Sterben leicht gefunden in ihrer Ueberzeugung, ihrer Jenseitshoffnung. (Fortsetzung folgt.) GUMMTGRUNGezagSE 21 Seite 4 Nr. 230 Deutscher Gewerkschaftsbund. Die Betriebsratswahlen im Braunkoblenrevier. Ueber die Betriebsratswahlen im Braunkohlenbringt die sozialistische Presse einen Artikel, in welchem aus dem Ergebnis der Betriebsratswahlen die Feststellung hergeleitet wird, daß die„freie“. Gewerkschaftsbewegung marschiert, während die christliche Gewerkschaftsbewegung den Krebsgang ginge. Man billigt den christlichen Gewerkschaften 58 Mandate zu, die sie im gesamten bei der jetzigen Betriebsratswahl erhalten hätten. Statt 58 Mandaten haben aber die christlichen Gewerkschaften 66 Mandate bei den Betriebsratswahlen errungen, also 8 Mandate mehr, als nach sozialistischer Rechenmethode herausgekommen sind. Gegenüber dem Vorjahre, wo die christlichen Gewerkschaften 55 Mandate errungen hatten, haben sie also die Zahl der Mandate um 11 erhoht. Ganz besonders ist aber zu beemerken, daß der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter von den 66 Mandaten 64 errungen hat, der christliche Metallarbeiterverband erhielt 2 Mandate. Demgegenüber ist estzuhalten, daß der Verband der Bergarbeiter Deutschlands bei den Wahlkämpfen lebhaft unterstützt wird von den Mitgliedern des deutschen Metallarbeiterverbandes und des Verbandes der Heizer und Maschinisten, die sämtlich zur sozialdemokratischen Richtung gehören. Der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter hat also bei den Betriebsratswahlen den Kampf auszufechten gegen 3 sozialistische Verbände, sowie gegen die„Union". Jedenfalls ist das Kennzeichen der diesjährigen Betriebsratswahlen auf fast allen Gruben steigende Stimmen und Mandatenzahlen des Gowerkvereins christlicher Bergarbeiter. Trotzdem im engeren Braunkohlenrevier(außer den Dürener Gruben) die auch bei den Mandatenzahlen der christl. Gewerkschaften nicht mitgerechnet sind, die Belegschaftszahl von Anfang 1921 bis Ende 1921 um 1300 zurückging hat dennnoch der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter in diesem Bezirk seine Mitgliederzahlen um mehrere Hundert steigern können. Rheinische Volkswacht Der Butterpreis. Was der Handel sagt. Der Verband Westdeutscher Eierand Fettwaren=Kaufleute E. V. hielt Dienstagabend im Restaurant Borussia eine Versammlung ab. in der man sich zunächst mit der Frage beschäftigte:„Wirken die Butterversteigerungen preistreibend?" Aus der lebhaften Aussprache ging hervor, daß die Anwesenden hierüber geteilter Meinung waren. Es wurde ausgeführt, daß ein Preis von 80 bis 90 K für ein Pfund durchaus ungerechtfertigt sei. Ein Preis von 65 bis 70 A sei errechnet worden für den Erzeuger. Die Auktionen hätten wenig Berechtigung, solange man nur auf Insandsware angewiesen sei. An eine Preisherabsetzung größeren Umfanges sei kaum zu denken, solange sich Publikum finde, das jeden Preis bezahle! Die Auktionen lägen weder im Interesse der Kleinhändler noch der Verbraucher. Die Kölner Börsennotierung sei als Maßstab für die Preise anzusehen, nicht der Auktionspreis. Von anderer Seite war man der Ansicht, daß die Butterauktionen auch ihre Vorteile böten. Ein Herr von der Preisprüfungsstelle vertrat den Standpunkt, daß man den Auktionen vorläufig seinen Laufkassen moge, aber es sei notwendig eine Ueberwachung nach bestimmten Richtlinien auszuüben. Dann entspann sich eine Aussprache darüber, welche Anforderungen das Nahrungsmittelgesetz bzw. die heutige Rechtsprechung an Milch. Käse, Butter usw. stellen. Dies führte zur Annahme folgender Entschließung: „Durch die Tagespresse geht seit einiger Zeit das Gerücht, daß die ungewöhnlich hohe und in der Wirtschaftslage nicht genügend begründete Steigerung der Preise für Butter und Eier hervorgerufen werde durch Käufer aus dem besetzten Gebiete, die die Ware zu hohen Preisen erstehen, um sie nach dem Auslande zu verschieben. Der Verband westdeutscher Eier= und Fettwaren=Kaufleute E. V. nimmt in seiner Versammlung vom 30. Mai 1922 zu Köln Stellung gegen diese Anschuldigungen und verweist sie in das Reich der Fabel. Mit Entrüstung weist er die Verdächtigungen und Unterstellungen zurück, die geeignet sind, die Kaufmannschaft des besetzten Gebietes als Schieber und Schmuggeler zu stempeln, und ihr Ansehen im Reiche zu untergraben. Der große Bedarf, den das Rheinland in den Produktionsgebieten zu decken genötigt ist, darf nicht als preistreibendes Moment auf den Plan geführt werden, ebensowenig berechtigt er den Verdacht, daß von hier aus Schmuggel und Ausfuhr betrieben werde! Für diese Unterstellung fehlt jeder Schein eines Beweises, und sie muß daher als planmäßige Diskreditierung eines großen Wirtschaftsgebietes bezeichnet werden. Wenn für eine verunglückte künstliche Preisbildung auf dem Markte der Molkereiprodukte ein Deckmantel gesucht werden soll, so muß festgestellt werden, daß dieses Gebaren im höchsten Grade als verwerflich bezeichnet werden muß. Die Kaufmannschaft des besetzten Gebietes weiß sich einig mit allen gesunden Bestrebungen des deutschen Wirtschaftslebens, von dem sie ein untrennbares Glied darstellt. Sie erwartet aber von der Kaufmannschaft des unbesetzten Gebietes daß sie keine Verdächtigungen ausstreut, für die jede Grundlage fehlt, und daß sie, wo sie solchen Verdächtigungen begegnet, sie ebenfalls energisch als plumpe Unwahrheiten zurückweist und unterdrückt, wie der reelle Handel des besetzten Gebietes stets für ein gutes Einvernehmen zwischen der Kaufmannschaft diesseits und jenseits der Besatzungszone eingetreten ist.“ Donnerstag, 1. Juni 1922 übergegangen ist, ist für eine andere Auskleidegelegenheit noch nicht gesorgt. Wenn von der BäderDirektion Abhilfe nicht zu erwarten ist, wäre es wünschenswert, wenn eine andere städtische Stelle nach dem Rechten sehen würde. M. E. Wochenend=Erholungszüge für Köln? Nach der Kölnischen Volkszeitung Nr 367 hat in Dortmund mit Vertretern der Eisenbahndirektionen Essen, Elberfeld eine Besprechung stattgefunden über das Verkehren von Sonderzügen zu ermäßigten Preisen. Die E. D. Essen hat sich bereit erklärt, im Sommer neben den Sonntagszügen noch besondere Sonderzüge mit einer Wagenklasse— das Kilometer zu 20 Pf.— nach dem Sauerlande verkehren zu lassen. Die Züge fahren teils am Samstagmittag, teils am Sonntag in der Frühe von Duisbura ab durch das ganze Industriegebiet hindurch und treffen am Sonntagabend 10—11 Uhr in D. wieder ein. Was für das Industriegebiet bereits feste Gestalt angenommen hat, befindet sich für Neuß. Krefeld, Düsseldorf, Elberfeld, Barmen im Stadium der Vorbereitung laut Kölnischer Zeitung Nr. 354. Dürfen wir von der E. 2.Köln dasselbe Interesse für die Stadt Köln erwarten, welches die E. D. Essen für das Ruhrgebiet zeigt? langte(!) Nummer war besetzt!“ Ein weiterer Fall ist der: Man spricht mit einer solchen vorbezeichneten Anschlußstelle. Mitten im Gespräch wird die Verbindung getrennt sobschon die anderen Anschlußnummern frei find) weil gerade auf der benutzten Leitung eine Fernsprechanmeldung bzw. Fernsprechgespräch kommt. Wäre es da nicht zweckdienlich, das Fernsprechamt entsprechend anzuweisen, in solchen Fällen die bereits bestebenden Verbindungen zu belatzen und die neuankommende Fernsprechverbindung auf eine der freien Leitungen zu legen? G. M. (Wir geben dieser Stimme Raum, obwohl wir wissen, daß sie Irrtümer enthält, die durch das Fernsprechamt im Interesse aller Teilnchmer ausgeräumt werden müssen. D. Red.) und Garten. Winke für die Kleintierzucht. * Im Kaninchennest. Sobald die Kaninchenhäsin geworfen hat, untersuche man das Nest und entferne die etwa vorhandenen toren Tiere. Unterläßt man es, so läuft man Gefahr, daß die Des Dolkes Was hier steht, ist Meinungsaustausch der Leser, nicht aber Meinungsäußerung der Redaktion. Darum soll keiner die Redaktion schelten, wenn ihm etwas nicht gefällt. sondern soll seinem Mitleser erwidern oder ihn widerlegen. Mißstände in Deutz. Das städtische Gelände zwischen neuer Adolfstraße und verlängerter Arnoldstraße bedarf dringend der Reinigung. Gegenüber der Lorenzstraße sammeln sich bei starken Regenfällen große Wassertümpel, wie dies kürzlich der Fall war, in welche die Kinder Steine, Blechdosen usw. hineinwerfen. Ehe das Wasser wieder verdunstet, dauert es geraume Zeit. In der in der Nähe befindlichen Sandgrube wird allerhand Schutt und Müll abgeladen, gesundheitsgefährlich für die dort im Sande spielenden Kinder In dem noch spärlich erhaltenen früheren Glacis binden Kinder ein Seil um die Aeste der Bäume und schaukeln sich, wodurch ganze Aeste abgerissen werden. Die Anwohner der angrenzenden Straßen in der Höhe des Gotenringes werden die Nacht hindurch, besonders Samstags und Sonntags durch anhaltendes Singen und Lärmen bis spät in die Nacht hinein gestört. Um Abhilfe durch die maßzebenden Stellen wird dringend gebeten. H. K. Auskleidegelegenheit der Damen=Schwimmvereine auf der Trainingbahn im Mülheimer Hafen. Im vorigen Jahre hatten die trainierenden Mitglieder der Damen=Schwimmvereine und DamenAbteilungen Gelegenheit, sich in der im Hafen liegenden Badeanstalt umzkleiden. Nachdem die Badeanstalt m den Besitz eines Rudervereins Ruhestörer. Es ist erfreulich, daß gemäß einer Verlautbarung die Polizei gegen die nächtlichen Ruhestörer energisch vorgehen will. Da möge man die durch Autoknatterei und Hupenheulerei herbeigeführten Ruhestörungen nicht übersehen. Ich begreife nicht, weshalb der Autoraserei auf verkehrsreichen Straßen nicht meyr Einhalt geboten wird. Rücksicht ist bei vielen Autofahrern anscheinend ein unbekanntes Wort, es müssen erst Unglücksfälle und die gesetzliche Haftpflicht eintreten, ehe sie zur Vernuft kommen. Auch die ausländischen Autofahrer könnten etwas mehr Rücksicht üben. Für alle Autofahrer gilt der Satz:„Wir leben hier nicht in Wild=West", auch sind die Straßen keine Rennbahnen! E. Es stinkt! Gegenüber den Schrebergärten am Nordfriedhof ist eine Fischkonserven=Fabrik errichtet, die einen Verwesungsgeruch ausströmt, der das Atmen unmöglich macht. Wenn Ost=, Nordost= u. Nordwind herrscht, fliehen die Garteninhaber an der Merheimer Straße ihre Erholungsstätte und die Bewohner der Bergftraße und Merheimer Straße der Siedtung Mauenheim müssen die Fenster ihrer Wohnungen schließen, denn der Gestank verpestet die Luft. Teilnehmer an Begräbnissen kehren um, wenn sie in die Geruchweite dieser Marinieranstalt gelangen. Der dieser Fabrik entströmende Gestank bringt das ganze Gelände zwischen Neußer Str.—Eisenbahndamm u. Nordfriedhof in Verruf. Die Gesundheitspolizei muß hier Abhilfe schaffen. d toten Jungen, die schnell in Verwesung übergehen, die anderen gefährden * Der Speichelfluß ist eine der häufigsten Krankheiten, die bei jungen Kaninchen auftreten; daran erkrankte Tiere zeigen eine ständig nasse Schnauze, putzen sich sortwährend mit den Vorederfüßen, wobei auch diese naß und die daran sitzenden Haare verklobt werden. Dabei werden die Tierchen immer schwächer und geben endlich ein. Die Ursache der Krankheit ist entweder nasses oder verdorbenes Grünfutter. Der Speichelfluß ist sehr ansteckend, kranke ere müssen daher sofort abgesondert werden. Die Grünfütterung ist auch einzustellen, man gibt nur gutes Heu, Brot und Hafer, als Getränk Wasser. Gewöhnlich hört die Kranfheit der Tiere bei dieser Behandlung von selbst auf, will man jedoch nicht lange warten und ganz sicher gehen, so wäscht man den erkrankten Tieren zweimal täglich Zahnfleisch, Lippen und Mundwinkel mit einer dresprozentigen Lösung von chlorsaurem Kali, worauf an zwei bis drei Tagen sichere Heilung eintritt. Die genesenden Tiere müssen langsam wieder an Grünfutter gewöhnt werden, da sich sonst die Krankheit wiederholt. ZimmerbiumenpKege. Die Zimmerpalmen werden, wenn sie zu Ein Bl. beim Kölner s1 verkehrserschwerender Zoyf Fernsprechamt. ist zweifellos die neuerliche Anordnung, wonach man in allen Fällen bei Herstellung der gewünschten Verbindung— selbst bei Behörden wie Regierung, Polizei usw.— diese nicht namentlich, sondern mit der Anschlußnummer bezeichnen soll. Nun haben diese Dienststellen, wie fast alle größeren Institute,Bankbäuser, Zeitungen usw. zumeist doch mehrere Anschlüsse, die den Beamtinnen auch sehr gut bekannt sind. Weshalb sollte es da nicht genügen, ohne langes Nachsuchen im Teilnehmerverzeichnis nach der Anschlußnummer. solche gewünschten Vervindungen einfach mit der namentlichen Bezeichnung anzugeben? Zudem kommt es oft vor, daß die Beamtin bei Angabe solcher Nummern die Verbindung zwar herstellt, die Leitung aber nicht genügend pruft, und man dann eine Doppelverbindung oder das Besetztzeichen bekommt. Auf Vorhaltungen hort man dann.„u. die vertrocken und zu warm stehen, sehr oft von Schild läusen befallen. Man kann degegen nichts anderes tun, als die Valmen sorgfältig und wiederbolt mit warmem Wasser zu waschen, dem man 3 bis 5 Gramm Schwefelleber beifügt. Besser ist es natürlich, man läßt es dar nicht erst zum Schildlausbefall kommen, indem man die Gewächse im Winter nicht wärmer als 5 bis 7° stellt. * Das Bespreugen und Gießen feinkörnigen Samens hat seine Sctvierigkeiten, da er leicht zusammengeschwemmt wird. Die ganz feinen Blumenspritzen helfen ja über diese Schwierigkeiten weg, doch in es nicht jedermanns Sache, sie sich zuzulegen. Da sei ein einfaches Hilfsmittel empfohlen. Man nimmt eine Bürste, taucht sie ins Wasser, schwenkt sie erwas aus, so daß nicht allzuviel Wasser mehr zwischen den Borsten bleibt, hält sie schräg über den besären Topf oder die besäte Schale und erzeugt, indem man erwas kräftig gegen die Borsten streicht, einen feinen Staubregen, der, einige Male vorsichtig wiederbolt, genügend Feuchtigkeit für die Sämereien abgibt. Don der Eisenbahn. Unnütze Ausgaben. Es wird uns geschrieben: Wenn man in der Zeitung die Eisenbahnverwaltung, insbesondere die E. D. Köln angreift, sollte man meinen, eine Gegenerklärung des kürzlich neu errichteten Pressedezernats bei der E. D. Köln sei die Folge. Da aber das Pressedezernat auf die weitaus meisten Angrife sich in vornehmes Schweigen hüllt, darf man wohl fragen, welchem Zwecke es seine Entstehung verdankt. Versuchen wir es aber noch einmal! 1. Seit Jahren mangelt es an der notwendigen Ausstattung des Kölner Hauptbahn= hofs mit Aushangfahrplänen und den dazu gehörigen Holztafeln sowie einer soliden Befestigung dieser Tafeln. Man kann heute z. B. noch nicht einmal den Fahrplan der E. D. Kassel nachsehen. Der Mangel an Fahrplänen führt zu einer starken Inanspruchnahme der Auskunftstellen und Vermehrung der Beamtenzahl. 2. Das Anhalten eines Schnellzuges an einer Station verursachte vor etwa 1½ Jahren durch Material und Kohlenverschleiß eine Ausgabe von ca. 70 Mark, heute darf man diese Summe gewiß mit 120 Mark berechnen. Es müßte demnach jeder Aufenthalt doppelt und dreifach auf seine Notwendigkeit und Rentabilität geprüft werden. Was aber geschieht? Mit Einsetzen des Sommerreiseverkehrs beginnt auch die Zeit der Vorzüge. Jedermann wird mit mir der Meinung sein, daß bei zwei mit kurzem Abstande verkehrenden Schnellzügen das Anhalten eines dieser beiden Züge in Orten wie Remagen, Andernach, Boppard. Oppenheim usw. genügen würde. Statt dessen werden die Vorzüge genau im Fahrplan des Haupizuges gefahren, sodaß man sich ausmalen kann, welche Summen tagtäglich unnütz ausgegeben werden. Wenn die Verwaltung dem entgegenhalt, daß es schwierig sei. Vorzügen einen anderen Fahrplan als den Hauptzügen zu geben, so erklare ich darauf, daß die Verwaltung bei Aufstellung des Fahrplans, spätestens des vom 26. März 1922, auf den Sommerverkehr hätte Rücksicht nehmen müssen. Es ist nicht einzusehen, warum nicht einzelne Züge den Vermerk tragen können„erst ab 15. Mai“ oder so ähnlich. Diese Jüge hätte man dann schneller befördern können. Es mangelt eben an der nötigen Beweglichkeit. Das Gesagte gilt teilweise auch für die stänerkehrenden Züge. Es ist z. zu frogen, die vormi#tags mir 14 Minuten Abstand n; fahrenden=Züge von Ludwigshafen ####ankfurt nach Köln beide in Boppard, Anderigen und Godesberg halten müssen. Auch ist nicht einzusehen, weshalb im Kölner Südbahnhof als einziger Schnellzug der verhältnismäßig schwach besetzte=Zug nach Straßburg mitten im Vormittag um.10 Uhr hält. 4. Die E. D. Köln klagt immer über die Ueberlastung der Rheinstrecken durch Transporte für die Alliierten. Demnach müßte das Bestreben der beteiligten Direktionen,(das gilt auch für Mainz) danach gehen die Strecken möglichst schnell freizubekommen. Man sehe sich jedoch nur die Länge der=Zugaufenthalte in Koblenz und Mainz an. Von den anderswo, namentlich auf den nordund mitteldeutschen Linien, erreichten Fahrzeitverkürzungen ist am Rhein noch nichts zu spüren. Der Mehraufwand an Personal und Material infolge der überlangen Aufenthalte und Fahrtzeiten liegt auf der Hand. Anderswo fahren die Lokalpersonenzüge schneller als die Fernpersonenzüge, weil infolge geringer Belastung der Reisenden mit Gepäck das Ein= und Aussteigen sich schneller abspielt, die Lokalzüge auch etwas kürzer sind. Im Bereich der E. D. Köln istes umgekehrt. So braucht nachmittags der Lokalzug Liblar—Koln für die Strecke Kierberg— Köln drei Minuten mehr als der vorherfahrende Fernzug Koblenz—Köln für die Strecke Brübl— Köln, obwohl die Entfernung Kierberg—Köln etwas kürzer ist und das Gefälle von Kierberg nach Kalscheuren ein besonders schnelles Fahren gestattet. Nicht wahrgenommene Einnahmemöglichkeiten. a) Von Kierberg nach Köln fahren mittags 1,08 Uhr ein schwach besetzter Zug von Euskirchen mit nur 4. Klasse, 133 Uhr ein Zug von Trier, in welchem die 3. Wagenklasse überfüllt ist. Wer fährt da noch dritter um diese Tageszeit? 6) Der letzte=Zug von Köln nach Düsseldorf verkehrt abends 11,12 Uhr, der letzte Eilzug schon 7,48 Uhr. Umgekehrt kommt der letzte Eilzug in Köln an schon.18 Uhr. Wie mancher, der bei Benutzungsmöglichkeit eines Eilzuges 3. Klasse fahren würde, benutzt einen Personenzug und fährt dabei 4. Klasse, weil ihm 8 Mark Zuschlag für die kurze Strecke denn doch des guten zu viel ist. Auf der Linie nach Elberfeld ist es anders. Da fährt noch um 11 Uhr abends ein Eilzug. Von Elberfeld kommt sogar noch einer an.35 Uhr in der Nacht. Wenn die Herren von der E. D. Elberfeld nicht mit Freifahrtscheinen ausgerüstet wären, könnte man allerhand böse Gedanken bekommen über die unterschiedliche Behandlung der Strecken nach Elberfeld und Düsseldorf, welche beide der E. D. Elberfeld unterstehen c) 5,54 Uhr nachm. verkehrt nach Siegen ein schwach besetzter=Zug mit Anschluß an den Zug Hagen—Siegen—Frankfurt. M. E. würde Ti N dieser Zug im Verkehr zwischen Köln und den kleineren Stationen, die er berührt(Hennef, Eitorf, Au. Wissen) erheblich stärker benutzt und daliegen müßten. wenn infolge de die besten W gechandelt Kasten als 3. So fährt man helt Mangels an.=Kirst agen 3. Klasse in 4. wer den und die a Klafse laufen.— Was d und schafft an verkehrsreichen Tagen besondere =Züge vom Industriegebiet nach Königswinter, Honnef, Linz für diejenigen deute. die es haben! Es könnte allerhand Geld mit diesen Zügen verdient werden! e) Der Abendzug Köln=Saarbrücken erfüllt aus drei Gründen seinen Zweck nicht. Erstens ist eine Abfahrtszeit.37 Uhr zu spät, denn nach 7 Uhr läßt sich in Köln doch kaum noch etwas erledigen, zweitens ist der Zug=Zug, ein Eilzug wurde trotz des Ausfalles an Schnellzugzuschlag infolge starker Benutzung auch im Lokalverrehr erheblich größere Einnahmen bringen als der jetzige=Zug. Hält man dazu, daß der=Zug nur fünfmal zwischen Köln und Trier anhält, während Aufenthalte in Köln=Süd, Liblar(!) Mechernich, Call sicherlich lohnend wären, so hat man das Gesamtbild eines Zuges, wie er nicht sein soll. f) Man muß sich fast genieren, in diesem Zusammenhang wieder mal auf den starken Verkehr aus dem Braunkoblengeviet an Samstagnachmittagen, nach ihm an Montagen zu sprechen. Samstags verkehren zwischen 3 und 4 Uhr von Kalscheuren und Brühl bis zu drei Personenzügen, welche an allen Stationen halten, in kurzem Abstande hintereinander. Die Eisenbahnverwaltung weiß nun doch allmählich, daß dieser Verkehr sich bis nach Mainz und Kaiserslautern erstreckt. Weshalb trifft sie durch Einlegung beschleunigter Personenzüge keine Vorfehrungen, um all diese Reisenden möglichst schnell ihrem Ziele zuzuführen? Man neyme z. B. die Stationen Oberwinter oder Niederbreisig. für die ein Anhalten nur des Hauptzuges vollkommen genügen wurde! Man rechne mal nach, welche Mehreinnahmen erzielt würden, wenn Samstags und zurück Montags ein Eilzug ohne 4. Klasse aus dem Braunkobleng biet nach der Pfalz verkehrte! Hunderte würden gern die Mehrkosten für eine Fahrkarte.Klasse aufbringen, wenn sie nicht bis in die Nacht hinein auf der Bahn Bemerkung anlangt, so habe ich dutzende und um Köln folgendes beobachtet: Wenn in einem Zuge moderne und alte Wagen 3. Klasse vorhanden waren— unter modernen Wagen verstehe ich diejenigen mit selbsttätigem Türverschluß— und in demselben Zuge Wagen 3. Klasse als Wagen 4. Klasse bez ichnet werden mußten, konnte man sicher sein, dan die neuen Wagen 4. Klasse wurden und die alten Kasten als 3. Klasse benutzt wurden. Mon wäre ja töricht, wenn man in Kenntnis von derartigen Verwandlungskunftstücken eine Fahrkarte 3. Klasse löste.. Die E. D. Köln möge sich in dieser Hinsicht ein Beispiel an der mustergültigen Ordnung in Süddeutschland nehmen. g) Alle Welt redet von dem großen Fremdenstrom, der sich im Sommer durch Deutschland ergießen soll. Der innerdeutche Verkehr scheint auch nicht gerade gering zu werden. Und da sehe man sich die Vorbereitungen der E. D. Köln an! Den von der wahrlich nicht unbescheidenen Kölner Handelskammer verlangten Nachtzug Köln—München gibt es überhaupt nicht(denn von einem aus dem Industriegebiet überfüllt ankommenden Zuge hat eln den gleichfalls gewünschten Nachtzug Köln—Basel gidt es—. der Abfah#rtzeit nachts.09 Uhr. Ankunft in Köln.21 Uhr morgens. Einen brauchbaren Schnellzug zwischen dem Industriegebiet und Stuttaart. Frankfurt über Köln und zurück (rheinaufwärts zwischen 12 und 1 Uhr von Köln, rheinabwärts mischen 5 und 6 Uhr in Köln) scheint es auch immer noch nicht geden zu sollen, denn der angekündigte Togeszug Hoek van Holland=Vlissingen—Südd nischland wird durch den holländischen Verkehr gerade genug in Anspruch genommen sein. Es ist wirklich zu bedauern, daß ausgerechnet eine Behörde, die so an Mangel an Initiative leidet, wie die E. D. Köln mit der Regelung des Fernverkehrs von Holland und dem Niederrhein nach Süddeutschland betrant ist. Kann man das in Berlin nicht ändern-— Ich will den Leser nicht mit weiteren Einzelheiten ermüden. Man nehme nur nicht etwa an, es sei in anderen Bezirken alles wunde#schen So mangelhaft aber wie im Kölner Beeirk ist die Verkehrsregelung allerdings in keinem anderen in Deutschland! Donnerstag, 1. Juni 1922 Rheinische Volkswacht Nr. 230 Seite 5 Der praktische Schrebergärtner. * Kohlrabi sollen zart sein: lieber mittelgroße und zarte, als übermäßig große und holzige säen oder pflanzen. Auch die Käufer haben gegen zu große Kohlrabi ein Vorurteil und deshalb soll der Gärtner nicht bloß auf die Größe Rücksicht nehmen. Um die Knollen zart zu erhalten, muß Kohlrabi recht feucht gehalten werden. * Radieschen müssen im Sommer in halbschattiger Lage gezogen werden, damit sie gut gedeihen. Am besten eignet sich hierzu ein kaltes Mistbeet, das außerdem noch durch die Fensterscheiben Schutz vor den Erdflöhen gibt. Daß Radieschen, um zart zu bleiben, reichlich begossen werden müssen, dürfte allgemein bekannt sein. * Bei Zwiebeln rächt sich die frische Düngung ganz besonders. Man erzielt auf frisch gedüngtem Land nur mastige, lockere Zwiebeln, die nicht haltbar sind, sondern rasch faulen. Außerdem werden sie gerne von der Zwiebelmade befallen. ;* B l u m e n k o h l i s t z i e m l i c h e m p f i n d l i c h g e g e n kaltes Wasser. Er darf nie mit kaltem Wasser begossen werden, solange der Boden von der Sonne beschienen wird. Das beste ist, ihn überhaupt nur mit überschlagenem Wasser zu gießen, dem man jede Woche etwas Kuhdung oder Abort zusetzt. Derartig behandelter Blumenkohl gedeiht vorzüglich und hat einen sehr feinen Geschmack. Zum Schutz gegen die Hitze und Sonne knickt man einige Blätter über die Blumen zusammen, sobald diese anzusetzen beginnen, damit sie nicht zu schnell auseinandergehen. * Neugepflanzte Obstbäume brauchen ihre Kräfte um die Schäden des Umpflanzens zu überwinden. „Solche Bäume müssen im ersten Jahre neue Wurzeln treiben, anwachsen, die zurückgeschnittenen Triebe ersetzen usw. Diese Arbeit soll man nicht unnötigerweise erschweren, indem man noch Früchte verlangt. Es ist zu verstehen, daß der Besitzer gern die Früchte des neuen Baumes kennen lernen möchte, zumal da infolge der Störung und geringen Ernährung nach dem Umpflanzen zunächst reicher Fruchtansatz eintritt. Manche Obstzüchter stehen sogar auf dem Standpunkt, zwei Jahre lang nach dem Umpflanzen kein Obst zu dulden. Das ist zu streng gehandelt, aber im eigenen Nutzen soll der Besitzer im ersten Jahr unvarmherzig sein und jeden, auch den geringsten Fruchtansatz entfernen, die Bäume werden es ihm lohnen. * Apfelsorten zur Bekleidung von Hauswänden sind roter und weißer Astrachan für die nördliche und westliche, Winterkalill für die südliche, Winter=Goldparmäne und Baumanns Reinette für die östliche, der virginische Rosenapfel und der pfirsichrote Sommerapsel für nördliche Seiten.— Ebenso pflanzt man mit Vorteil an nördlich gelegene Wände Amanlis, Diels und Gellerts Butterbirne, gegen Osten Williams Christbirne, gegen Süden die gute Luise und die Regentin, gegen Westen Giffards Butterbirne. * Obstwildlinge, die aus Wurzelschößlingen entstanden sind, soll man nicht zum Weiterbau verwenden. Sie können wohl ansehnliche Stämme liefern und auch regelrechte Ernte bringen, aber sie haben die sehr unangenehme Eigenschaft, daß sie immerfort Wurzelausschüsse liefern, gerade wie die Mutterpflanze, von welcher sie selbst hervorgegangen sind. Ein Freund schreibt uns, daß er zwei solcher Wurzelausläufer vor etwa 15 Jahren mit Bühler Zwetschen veredelt hat. Wegen ihrer regelmäßigen Fruchtbarkeit möchte er die Bäume nicht missen, aber sie treiben von Jahr zu Jahr eine große Menge von Wurzelschößlingen 6 bis 7 Meter weit ins Land hinein. Der Uebelstand wird immer schlimmer, sodaß selbst die Nachbarn sich darüber beschweren. * Gartengerät der verschiedensten Art kann der Inhaber eines Kleingartens sich mit wenig Mühe und Geschick selbst anfertigen. Aus dem oberen Teile eines abgebrochenen Spatenstils schneidet er sich em handlich passendes Pflanzholz. Wird dasselbe durch Kerbe od. Bohröffnungen in Zentimtr. eingeteilt, so kann es gleichzeitig beim Pflanzen als Maßstab dienen. Leicht ist es, auch an den beiden Pfählen der Gartenleine diese Zentimeterbezeichnung anzubringen. Auch Gartenkelle, Svargelmesser, Kirschenhaken, Vogelscheuchen und dergleichen können vom Gärtner selbst hergestellt werden. * Neue Blumentöpfe müssen vor Gebrauch stundenlang in Wasser liegen, damit die Luft aus ihnen Kunst und Leben Kölner Konzerte. Mit großer Gewissenhaftigkeit hatte Hr. Konzertmeister Heinrich Anders das Programm des 2. volkstümlichen Gürzenichkonzertes vorbereitet, das er gleichfalls mit oft gerühmter Umsicht leitete. Die einleitend gespielte Ouvertüre„Carneval roumain“ von Berlioz kann nach wie vor mit Auszeichnung bestehen, besonders wenn sie so schmissig und klangvoll vorgeführt wird wie von unserem Orchester. Fr. Käte Herwig sang die Kavatine der Rosine aus Rossinis„Barbier" und entfaltete dabei die volle Brillanz ihrer leichtbeschwingten Koloraturen. Mit Vieurtemps„Fantasie appassionata", einem Prunkstück der Geiger der letzten Generation, erzielte der virtuose Konzertmeister Eugen Kaltschmidt, ein Schüler Marteaus. einen starken Erfolg. Er setzte sich später mit Nachdruck für eine technisch anspruchsvolle, recht dankbare Polonaise G. Naumanns ein. der unserem Orchester als äußerst zuverlässiger Geiger angehört. Außer ihm kamen noch zwei „Kölner" zu Wort: Kapellmeister H. H. Wetzler mit seiner anmutigen und farbigen Suite „Wie es euch gefällt", deren vornehme Musik uns wohl vertraut ist, und der junge K. H. Pillnen mit den drei Volksliedern, über deren Urauführung im Konservatorium wir seiner Zeit schon viel Rühmliches berichten konnten. Ihre Kammermusikalität verfehlte auch diesmal ihre vikante Wirkung nicht. Besonders zugkräftig erwies sich wieder der ganz solistisch behandelte Chanson von den„Kleinen Mäuschen". Frl. Rose Panzer interpretierte die beifällig aufgenommenen Gesänge wieder recht geschmackvoll. Die drei Komponisten dirigierten ihre Werke selbst und wurden herzlich gefeiert. Mit Tschaikowskys„Capriccio Italien“ klang das in einem sommerlich leichten, aber anmutigen Kleidchen sich präsentierende Programm klangüppig aus. H. L. Ueber das 17. Schülerkonzert der geschätzten Gelangs##daaoain Trl. Therese Mengelbier entweichen und dafür Wasser die Poren füllen kann. Sonst würde der Erde im Topf so viel Wasser entzogen, daß die Pflanzen eingehen. Zum Streik der Friseure. Die selbständigen Friseure und Friseurinnen hielten Mittwochabend im Industriehof eine Versammlung ab, mit der T. O.„Unsere Gehilfen als Geschäftsteilhaber.“ Es wurde ein Bild gegeben über die bisherige Lohnbewegung seit September letzten Jahres. In dieser Zeit seien die Löhne sechsmal eryoht worden; zuletzt habe man auf Vorschlag des Demobilmachungskommissars die Wochentthne bis 650 A hinaufgesetzt. Heute bandele es sich nur um einen Prinzipienstreik, in dem die Gehilfen eine Gewinnbeteiligung verlangen, die sich nicht durchführen lasse. Folgende Entschließung gesangte zur einstimmigen Annahme:„Die Versammtlung lehnt die sogenannten Bedingungsprozente als für die Mehrzahl der selbständigen Friscure undurchführbar ab. Sie erblickt in der Gewinnbeteiligung eine Auspoverung der Kundschaft und zugleich eine Förderung der Sozialisierungsbestrebungen im Handwerk. Die vom Demobilmachungskommissar vorgeschlagenen Lohnsätze werden als bindend anerkannt und der Vorstand des Interessenverbandes beauftragt, ein neues Lohnsystem ausmarbeiten. In einer Versammlung der streikenden Friseurgehilfen wurde die vom Interessenverband bekanntgegebene Erhöhung der Bedienungspreise um 25 bis 30 v. H. als mit der Forderung der Gehilfen nicht im Einklang zu bringen bezeichnet. Die Arbeitgeber gäben dem von Mobilmachungskommissar aufgestellten Vermittelungsvorschlag als feste Norm bekannt, verschwiegen aber den Spruch des Schlichtungsausschusses, der außer einer Lohnerhöhung eine 10prozentige Bedienungsabgabe vorsehe.— Heute hätten bereits über 30 Geschäfte den Schiedsspruch anerkannt. Pfingstserien. Die Pfingstferien in den Volks= und höheren Schulen der Stadt nehmen am Freitaa: den 2. Juni d. J. mittags ihren Anfang. Sie dauern bis einschließlich Montag, den 12. Juri. so daß also am Dienstag, den 13. Juni der Unterricht wieder aufgenommen wird. 9 Uhr=Ladenschlaz am Samstag. Am Samstag findet für die offenen Verkaufsstellen ein erweiterter Geschäftsverkehr bis 9 Uhr abends in der Weise statt, daß bis zu die em Zeitpunkte Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter beschäftigt werden dürfen und in den Verkaufsstelle ein Gewerbebetrieb zulässig ist. Im Gegensatz zu dem=Uhr=Ladenschluß, bei dem ein Ausbedienen der beim Ladenschluß anwesenden Personen statihaft ist, muß der erweiterte Geschäftsverkehr um 9 Uhr beendet sein. Die kommunistische Parteidisziplin kennt kein persönliches Selbstbestimmungsrecht; das wird nur beansprucht, wenn Kommunisten sich in die Volksgemeinschaft zum Besten dieser Gemeinschaft einordnen sollen. In der Partei heißt es unieroronen, rarteren oder fliegen. Das beweist eine Bekanntmachung in der Sozialistischen Republik. Darin heißt es: Parteifunktionärkurse zur Einführung in die Lehren des theoretischen und praktischen Marxismus. Zur Kursusteilnahme sind verpflichtet die Di eiktleiter usw.— Ja, Moskau führt eine harte Hand. * Bürgermei erei Hermülheim. Am 6. Juni findet in Gleuel, am 8. in Hürth um 4 Uhr Gemeinderatssitzung statt. * Mittel chule in Nippes. Die Anmeldungen für diese Schule sind so zahlreich erfolgt, daß die Errichtung der Stule gesichert ist. * Die sechste Schwurgerichtsperiode für den Landgerichtsbezirk Köln beginnt am Montag, den 26. Juni, unter dem Präsidium des Landgerichtsdirektors Coen ders von der Wucherkammer. * Die Auskunftsstelle des städt. Mieteinigungsamtes ist vom 6. Juni ab für den Verkehr geöffnet wie folgt: Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags: Nachmittags von 3 45 Uhr bis.45 Uhr. Mit wochs und Samstags: Vormittags von 8 bis 1 Uhr. können wir viel Erfreuliches berichten. Auf Einzelleistungen einzugehen— es waren darunter solche, die man als„konzertreif“ ansprechen konnte— möchten wir uns versagen, da diese Schülervorführungen ja weniger den Zweck verfolgen, mit fertigen künstlerischen Darbietungen vor die Oeffentlichkeit zu treten. sondern den jungen Gesangsbeflissenen Gelegenheit zu geben. die nötige Podiumsicherheit sich anzueignen und vor allem Proben abzulegen von dem allgemeinen Stand der künstlerischen Erziehung des betreffenden Kunstinstitutes. Dies taten in schönem Maße die vom besten Willen und dem rechten Eifer beseelten Sängerinnen: ihre gesan zlichen Proben gaben für ihre vortreffliche Schulung das beste Zeugnis ab. Auch mäßige Begabungen zeigten ein gerüttelt Maß stimmtechnischer Fähigkeiten, als da sind: Leichtigkeit der Tongebung. gute Atemführung und warme Resonanzierung. Das Programm zeigte in der Wahl vorzugsweise klassischer Liedlyrik und in seiner geschmackvollen Zusammenstellung den rechten künstlerischen Zuschnitt. Um die Begleitung der Sängerinnen machte sich in ausgezeichneter Weise Hr. Musikdirektor E. Jos. Müller verdient. H. L. Der fünfte deutsche Studententag. begann am Montagnachmittag im Kurhaussaal zu Honnef. Die Eröfnungsansprache hielt cand. rer. vol. Franz Holzwarth. der Vorsitzende der Deutschen Studentenschaft; er wies darauf hin, daß die deutschen Studenten diesmal in das arg bedrängte Rheinland geeilt seien, um aus der Nähe die Not ihrer deutschen Brüder kennenzulernen und sie zu unterstützen im Kampf gegen die fremde Unterdrückung. Als Vertreter der Bonner Universikät sprach Prof. Dr. Heilberger und betonte die Reichstreue aller Rheinländer und begrüßte die Absicht. in Honnef die Basis für ein einheitliches Handeln der gesamtdeutschen Studenten zu schaffen. Der Kölner Rektor Geheimrat Dr. Lehmann war selbst erschienen, um Wünsche und Grüße der Universität zu überbringen. Außerdem waren zugegen Geheimrat Eckert. vom Kuratorium * * Badegelegenheit an den Pfingsttagen. Am Pfingstsamstag ist das Hohenstaufen=, Neptun=, Kaiser=Wilhelm=Bad, die Badeanstalt Fleischmengergasse und die Rheinbadeanstalt am KaiserFriedrich=Ufer von 6,30 Uhr früh bis 7 Uhr abends geöffnet. Letztgenannte Anstalt ist auch während der Pfingstfeiertage von 6,30 Uhr früh bis .30 Uhr nachmittags geöffnet. Das städtische Strandbad bei Rodenkirchen ist an beiden Pfingsttagen von 8 Uhr früh bis zum Eintritt der Dunkelheit geöffnet. * Straßenbahnsperrung. Die Direktion meldet: Aus Anlaß des Festzuges der internationalen kath. Gesellenvereine am Pfingstmontag, den 5. Juni, wird der Straßenbahnbetrieb während der Zeit von 3,30 bis gegen 6,30 Uhr gesperrt. Wagen, die in anderer(?) Richtung fahren, sind am Vorderflur mit Umlenkungsschildern versehen. Das Aufsichts= und Fahrversonal erteilt Auskunft. Ankündigungen. * Eine Elternversammlung findet in Höhenhaus(Schule) am Freitag, den 2. Juni, 8 Uhr, statt. Aufstellung der Kandidaten. An alle Eltern ergcht die Einladung, zahlreich zu erscheinen. * Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer für 1922. Darüber ist im Anzeigenteil nachzulesen. * Die Eifeler Volksbühne in Malberg bei Kyllburg wird Pfingstmontag mit„Wilhelm Tell“ eröffnet.(Siehe Anzeige.) * Abermals erhöhte Kohlenpreise um 2,40 bzw. .40 A je Zentner sind nötig geworden. Die neuen Höchstpreise sind aus der Bekanntmachung zu ersehen. Redaktions-Briefkasten. Rathaus und Hürzenich können nur während der städt. Dienststunden besichtigt werden. Kirchliches Deutsche Pilger beim Hl. Vater. K Rom, 26. Mai. Kurz vor 1 Uhr heute mittag fand sich die Kölner Pilgergruvve, der sich noch verschiedene Geistliche und Laien aus Bayern angeschlossen hatten, im deutschen Kamposanto bei St. Peter ein, von wo sie durch den Rektor desselben in den Vatikan geführt wurden. In dem mit roter Damastseide ausgeschlagenen, großen Thronsaal harrte bereits Kardinal v. Faul= haber in Begleitung des Auditors der römischen Rota, Prälat Schneider und der Herren des Lokalkomitees für die deutschen Pilgerzuge: die Prälaten Dr. Brenner, Dr. David und Komm. Kavpenberg. Den Pilgern hatte sich auch Herr Dechant Straeter aus Crefeld angeschlossen. Der Kardinal stellte dem Papst die Pilger vor und bemerkte dabei, daß viele darunter unter schweren Opfern nach Rom gereist seien, um dem Eucharistischen Kongresse beizuwohnen und dem Heiligen Vater ihre Huldigung darzubringen. Sie alle bäten um den Avostolischen Segen. In seiner Antwort, bei der der Parst sich der deutschen Sprache bediente, dankte er den Pilgern für ihr Erscheinen, das ihm um so wertvoller sei. da es mit so manchen Opfern hätte erkauft werden müssen Er erteile nicht nur den Anwesenden von ganzem Herzen den Segen. sondern auch daheim ihren Familien und Bekannten, allen denen, die in der deutschen Heimat der eucharistischen Tagung in der Ewigen Stadt in Liebe gedenken. Alsdann stellte Kardinal v. Faulhaber die Mitglieder und Gönner des Augustinusvereins vor: Präsident Lambert Lensing (Dortmund), Fabrikant Kenßen(Krefeld). Fabrikbesitzer Kemver(Lüdenscheid). Der Vorsitzende des Vereins überreichte dem Heiligen Vater eine kunstvolle Huldigungsadresse. die folgende Unterschriften trägt: Augustinus=Verein: L. Lensing. 1. Vorsitzender, Walter Münstermann, 2. Vorsitzender. Grunau, 3. Vorsitzender. W. Hankamer. Franz X. Bachem, Georg Pfeiffer, Dr. W. Hohn, Dr. K. Hoeber. Franz Weber, Nik. Müller, H. Otto. H. Mönnig, Koenan, Dr. Weilbächer, Generalsekretär. Die Einführungsfeier des Pfarrers Unterkeller im kath. Arbeiterverein Flittard wurde zu einer schönen Kundgebung treuer Anhänglichkeit des Vereins an seine geistlichen Führer. In Gedichten, Liedern und Ansprachen wetteiferte man zu zeigen, wie man sich freue, wieder einen Präses zu haben. Arbeitersekretär Verier aus Mülheim hielt die Einführungsrede. Er hieß in berzlichen Worten den neuen Präses willkommen, darauf binweisend, welch schwere Aufgaben seiner harrten, wie aber auch anderseits alle zu rühriger Mitarbeit bereit seien. Das Wirken an seiner früheren Stelle in Gremberg biete der Gemeinde Flittard die Sicherheit—, daß das Wohl des Vereins und der Pfarre in guten Händen bei ihm liege. Mit dem Wunsche, daß reiche Früchte der gemeinsamen Arbeit erwachsen, schloß der Redner seine mit Beifall ausgenommene Ansprache. Im Namen der Frauen sprach Frau König und legte das Gelöbnis ab, mitzuarbeiten für den Verein und für die Gemeinde. Afarrer Unterkeller forderte alle zu gegenseitigem Vertrauen auf, denn das sei eine der ersten Bedingungen für erfolgreiches Arbeiten in der Vereinsbewegung. Dolks- u. Weltwirtschaft Die am 16. Mai stattgefundene außerordentliche Generalversammlung der bekannten Nahrungsmittelfadrik C. H. Knorr.=G. Heilbronn— Herstellerin von Knorr=Hadermehl und=Haserflocken, Knorr=Erbswurst, Knerr=Savvenwürfel usw.— hat beschlossen. 29 Millionen neue Stammaktien im Rennwert von M 1000,— auszugeben und die letztes Jahr geschaffenen Borzugeaktien im Betrage von 1 Million Mark mit erhöhtem Stimmrecht in Stammaktien mit einfachem Stimmrecht umzuwandeln. Die bisherigen Inhaber der Vorzugsaktien haben diese an die Gesellschaft zurückzugeben. Dafür sollen diesen aber erneut 2 Millionen Mark 7 prozentige Vorzugsaktien im Nennwert von M. 1000,— mit zwanzigiachem Stimmrecht, die mit 25 Proz. sofort einzubezahlen sind, zur Verfügung gestellt werden. Von den neuen Stammaktien werden 20000 Stück den alten Aktionären im Verhältnis von 3 alten zu 2 jungen Aktien zum Kurs von 100 Proz angeboten, die ab 1. April 1922 dividendenberechtigt find. Die Geltendmachung des Bezugsrechts hat in der Zeit vom.—15. Juni 1922 zu erfolgen. Auf diesen Tag ist der volle Betrag der gezeichneten Aktien zu entrichten. Die weiteren 10000 Stück neue Stammatkien werden einem Banken=Konsurtium überlassen, mit der Auflage, den Netto=Erlös zur Verfügung der Gesellschaft zu halten. Aus dem Bericht des Vorsitzenden des Aufsichtsrats ist zu entnehmen, daß der außerordentlichen Generalversammlung am 14. Juni eine Dividende von 20 Proz. vorgeschlagen werden soll. Das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs kann als gut, die Aussichten für das lausende Jahr als durchaus befriedigend bezeichnet werden. * Aenderung der Börse wegen der Feiertage: Freitog. 2. Juni, findet die Wertpapierbörse vortnittags von 11 bis 12 Uhr statt. Die Produktenbörse und Warenbörse findet Freitagnachmittag unverändert von 3 bis 5 Uhr statt. Samstag, 3. Juni, fällt die Wertpapierbörse aus. Montag, 5. Juni, fallen sämtliche Börsen aus. Börsen-Preise. Kölner Devisen. 30. Mai Geld Briel 31. Mai Geld! Brief Holland 100 Fl. Frankreich. 100 Frcs Belgien 100 Frcs. Rumänien Doll.(Kabel) 1 Doll. Engiand 1 Pfd. Ster. Schweiz. 100 Frcs. Italien 100 Lira Kopenhagen 100 Kr. Christiania 100 Kr. Stockh- im 100 Kr. Spanien 100 Pes. Prag Budapest. 100 Kr. Wien(alte) 100 Kr. neuel 100 Kr. 10616.70 10643.30 2511.25/2518.15 2312.1012317.90 274.65 12•.95 6255.90 1448 15 596250 4833.90 700110 4284 60 336 30 34.321 275.35 1227.05 5269.10 1451.85 5977.50 4876.10 7108.90 4295.40 531.76 34.42½ .73.77 10711.55 2521.80 2314.60 274.90 1220.95 5258.40 1420.70 5992.50 4893.85 7016.20 4254.65 531.30 34.00 10738.45 2528.20 2320.40 275.60 1224.05 5271.60 1424.30 6007.50 4906.15 7033.80 4270.35 532.70 34.10 273 277 274.90 Mark. Wasserstand am Kölner Pegel 2,93 Meter. Sa der Kölner Hochschule entsandt. Geheimrat Sahmen. der Rektor der Landwirtschaftlichen Hochschule in Poppelsdorf. ein Vertreter des Kölner Oberbürgermeisters und der Bürgermeister von Honnef. Mitteilungen. * Opernhaus. Am Dienstag, den 6. Juni, gelangt die Operette„Der Vetter aus Dingsda- zur Aufführung zum Besten der Pensionsanstalt der Vereinigten Stadttheater. Von welcher Bedeutung diese Pensionsanstalt für die soziale und wirtschaftliche Lage der Mitglieder und damit auch für die künstlerische Leistungsfähigkeit der Vereinigten Stadttheater ist, braucht wohl nicht näber ausgeführt zu werden. Es ist deshalb zu hoffen, daß in Anbetracht des bedeutsamen Zweckes die erfolgreiche Operette ihre Zugkraft bewähren wird. * Schauspielhaus. In diesem Jahre werden wieder zwei Zyklen klassischer Dramen veranstaltet. Sie sind in erster Linie für die Schüler höherer Lehranstalten, und zwar von der Klasse Untertertia aufwärts, berechnet. Beide Zyklen bringen die gleichen Werke und umfassen je vier Vorstellungen. Zur Aufführung gelangen folgende Dichtungen: Jedermann in der Bearbeitung von Hofmannsthal; König Lear von Shakespeare; Jungfrau von Orleans von Schiller; 2urandot von Schiller. Die Zyllen finden in der Zeit vom 12. Juni bis 2. Juli statt. Die genauen Daten und die Verteilung der Werke auf diese Daten sind aus den jeweiligen Wochenspielplänen zu ersehen. Ein Abonnement für einen vollständigen Zyklus von vier Vorstellungen kostet: Balkon, Balkonloge, Parkettloge 60 A; 1. Parkett, Orchestersitz 50 A: 1. Rang. 2. Parkett 40:2. Rang, 1. u. 2. Reihe(Mitte), 1. Reihe (Seite) und Parterre 30 A: 2. Rang(hintere Reihen) 20 A: Galerie 12 K, Schriftliche Abonnemenisvorbestellungen müssen bis 5. Juni einschließlich bei der Kasse des Schauspielhauses erfolgt sein. Die Empfangnahme der vorbestellten Abonnementskarten bzw. der Vorverkauf der noch vorhandenen findet am., 8. und 9. Juni an der Schauspielhauskasse statt. * 3. Volkstümliches Konzert(Wagner=Abend) des städtischen Orchesters am Dienstag, 6. Jung abends.30 Uhr, im Gürzenich. Leiter: Konzertmeister Heinrich Anders, Solist: Friedrich Schorr, Heldenbariton der Kölner Oper. Näheres siehe Anzeige. * Die Schaffung eines Kölner Stadt= und Industricfilms ist von der Deutschen Lichtbildgesellschaft in Berlin geplant. Die städtische Verkehrskommission ist grundsätzlich einverstanden. Am 14. Juni, vormittags 11 Uhr, wird der Generaldirektor der Deutschen Lichtbildgesellschaft den Plan unter Vorführung von Lichtbildern aus Film, werken anderer Großstädte in den Agrippina=Lichtspielen, Breite Straße, vor einem Kreise geladener Gäste aus Verwaltung, Handel und Industrie erläutern. Soweit der Raum es zuläßt, können Karten auch an andere Interessenten vom Städt Verkehrsamt, Rheingasse 6, unentgeltlich abgegeberk werden. * Nurmehr ein deutscher Musikerkalender. Wie uns mitgeteilt wird, wird der„Allgemeine deutsche Musikerkalender“ aus dem Verlage von Dr. Rich. Stern(Berlin) mit„Hesses Deutschem Musikerkalender" vom nächsten Jahrgang ab vereinigt werden. Es ist erwünscht, daß alle diejenigen Musiker. welche in den Kalender aufgenommen werden wollen. und die noch keinen Fragebogen erhalten haben, sich möglichst umgehend an die Redaktion des Kalenders(Max Hesses Verlag. Berlin W 15. Lietzenburgerstr. 38) wenden. Die Aufnahme erfolgt kostenlos Theaternot. MTB Mainz. 31. Mai. Wie so viele andere Kunstinstitute wird auch das Mainzer Stadttheater demnächst vor die Frage: Sein odes Nichtsein? gestellt werden. Nach dem neuen Haushaltsvorschlag beträgt der gesamte Zuschuß über 5 Millionen Mark. Im Herbst 1922 soll eine Beschlußfassung darüber stattfinden. ob und unter welchen Voraussetzungen der Theaterbetrieb im Jahre 1922 aufrechterhalten werden kann, da die Stadt Mainz nicht in der Lage ist. auf die Dauer den Zuschuß von mehreren Millionen Mark zu leisten. Seite 6 Nr. 230 Rheinische Volkswacht Offene Stellen Herrschafts=Chauffeur in gesetzt. Alter, dessen Frau gegen entsorechende Entlohnung Hausarbeit mit besorgt, für dauernde gutbezahlte Stellung. Ausführliche Bewerbungen erbeten unter A 60 an die Geschäftsstelle der Rheinischen Volkswacht. 3 Preßlustnieter gesiacht. Linke=Hofmann=Welte., Maarweg 241. Donnerstag, 1. Juni 1922 Hauptgeschäftsstelle: Köl., Domstr.6 Fernsprech=Anschlüsse: A 4812, 7777, 8714, 8713 Breite Straße 85 Fernsprecher A 6636. Annahme von Anzeigen und Abonnemente in Köln: Agrippastraße 80/62 Krefelder Straße 23 An St. Agatha 41 Luxemburger Straße 27 Brüsseler Platz 3 , B r e c h e s, Manchester, Leinen 800 650 409 275 160 M. * Kind S 925 275 M. 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Höhenberg, Schulstr. 7, I. feindlichen Großbritannien beheimateten Fußballer zu gehen. Einen guten Anfang haben jedenfalls die Schotten gemacht. CelticGlasgow setzte sich über veraltete Anschauungen hinweg. beschloß mutig ein Spiel mit Vertretern des bösen Deutschland und brachte damit der Völkerabneigung eine empfindliche Schlappe bei. Es mußte so kommen; bedauerlich, daß es erst kam! Wir geben zu der neuen Etappe im Fußballsport unserer aufrichtigen Befriedigung kräftig Ausdruck. Der ersten Begegnung werden weitere folgen und sei es vorerst auch nur aus der Erwägung heraus, der etwas ins Wanken geratenen Meinung über die erste Fußballkunst des Inselreichs die alte Festigung zu geben. Dreimal in Prag einwandfrei geschlagen, ein vorgesehenes Spiel abgesagt, in Berlin(das wahrlich nicht beste deutsche Klasse zeigt), unentschieden mit:1 erledigt, das wird für die britischen Fußballer eine herbe Schlappe sein, die sie ausmerzen werden. Für die DeutIn der warteten zur Mehrzahl Angehörige der Besatzungsmacht auf diesen Kampf. Auch deutsches Publikum war erfreulich stark vertreten.— erfreulich deshalb, weil hier die Celtics Gelegenheit gaben, den Fußball„in Reinkultur“ zu demonstrieren. Mit:0 wurde das Spiel abgeschlossen. Bei voller Kraftentfaltung wäre ein Sieg in unbeschränkter Höhe— trotz der sicher nicht tiesklassigen Armee=Mannschaft— ein leichtes gewesen. Was uns auffiel war einmal die meisterhafte Stellung der Gaste. Von dem hier gewohnten geschlossenen Bild der Läufer und Stürmer ist nichts zu sehen; selbst die Verteidigung baut sich zwanglos im Feld auf. Die ganze Mannschaft erweckt bei dem flüchtig Urteilenden den Anschein einer wahllos hin ewür eiten Zehn. Und doch haben die Leute jeweils den Stand, den sie haben müssen. Selten nur wurde der Ball an einen Plaz gegeben, von dem aus er nicht sofort„verarbeitet“ werden konnte. Abdecken der Gegenspieler scheint verpönt zu sein und doch wird es mustergültig besorgt.— Ein weiteres Kennzeichen des schottischen Meisters war die Ruhe im Spiel. Jedes Zuletzt wäre noch die kunstvolle Ausbildung des einzelnen Beachtenswert. Kurz nach Beginn gaben die Schotten davon überzeugende Beisriele und lieferten auch im Spielverlauf reichlich Proben ihres Könnens.(Flink vom K. V. C. wäre gleichwertig.) Außer der überragenden Verteidigung waren die übrigen Leute der Elf durchweg gleich gut. Von der Armee=Mannschaft setzten auch der junge Mann, in der Mitte. der rechte Läufer, der Stürmer halblinks und die Verteidigung erfolgreich ein.— Die Tore fielen: vor der Pause 2, nachher 3. Wir gaben dem Spiel einen längeren Raum, weil es ein Anreiz für unsere Spieler gewesen sein muß, auch die Feinheiten der englischen Klasse sich zu eigen zu machen. Der ersten Fahrt mögen bald andere folgen! wir die Gesetze und haben Frankreich annektiert nicht aber Frankreich uns.“ klah und Pern Salomonischer Rat in unseren Röten. schen birgt der Ausgang die tröstliche Gewißheit, daß ihr Name von jetzt ab mitgenannt werden sann, wenn von„Meistern des Fußballs“ gekprochen wird. Die süddeutschen Klubs von Namen werden ihren Mann stehen. Aus diesem Wettbewerb wird das freundliche Verhältnis von selbst wachsen und damit endlich politische Verbrämung verschwinden. Für Celtic=Glasgow war die Festlandsreise eine Anstrengung über Gebühr. Drei Spiele gegen zwei der besten des Kontinents in kurzer Zeit ist viel; dann das Treffen in Berlin am 30. Mai und gestern Eingreifen wohlberechnet, kein Schritt zu viel, und die Frage, wie wir aus all unseren Schwiemit Überlegung jede erfolglos scheinende Hand= rigkeiten herauskommen sollen. Da erzählt er lung unterlassen, dabei höchste Kraftentfaltung zuletzt von einem alten Parlamentarier mit das Freundschaftsspiel gegen die britische Rheinarmee=Mannschaft. Eingrei 1 11 in Abwehr und Angriff(allerdings hier geschwächt durch sichtbare Müdigleit der Schotten). Wohltuend wirkte in gleicher Richtung die Arbeit des Spielleiters. So genau nach den Negeln wird im deutschen Fußball nicht gehandelt. Das kleinste Vergehen erheischte Strafstoß. Und wenige wurden gegeben! Kaum zehn mal erklang der kurze Pfiff. Von Prag wurde gemeldet, daß der Spielführer der Schotten durch Besehle die Mannschaft anwies. Davon hier nichts, kein Laut! Ferner muß die saubere Spielweise erwähnt werden. Die Armee=Mannschaft war mit aller Energie bei der Sache(die britischen Zuschauer der Besatzung unterstützten reichlich!) Anlaß zum Einschreiten hätte ein hiesiger Schiedsrichter nicht gesunden.— Der Zentrumsabgeordnete Dr. Herschel plaudert in der letzten Nummer des„Tag" sehr unterhaltsam über politische Angelegenheiten todernstem Gesicht" aber Schalk im Auge; mit ihm ergab sich folgendes Zwiegespräch: „Es gibt noch einen anderen und besseren Ausweg. Wir lassen uns einfach von Frankreich annektieren.“ „Was! Das sagen Sie, Herr Geheimrat? Gerade Sie! Sind Sie plötzlich Kontinentalpolitiker geworden? Oder noch etwas Schlimmeres? Was soll man denn dazu sagen? Alles hätte man für möglich gehalten, aber das bei Ihnen nicht.“ Der alte Herr streicht sich den Bart.„Warum? Die Sache ist doch sehr einfach. Natürlich bekommnen wir das allgemeine Wahlrecht in Frankreich. Wer siuh fast noch 60 Willienen Die WTB Breslan, 31. Mai. Wegen Beleidigung des Reichspräsidenten verurteilte die Straframmer des hiesigen Landgerichts den Obespostsetretär Böhnig aus Waldenburg zu 6 Wochen Gefänguis. Böhnig hatte gelegentlich einer Fahrt in einem Autoomnibus mit Bezug auf die vom Reichspräsidenten aus dem Dispositionsfonds für das oberschlesische Hilfswerk zur Verfügung gestellten Svende von 250000 Mark laut zu den Fahrgästen geäußert, dies Geld habe der Reichspräsident gestohlen. WTB Berlin, 31.Mai. meldeten Prozeß gegen den Fi vor der Strafkammer des Landgerichts waren mit Anspach gleicheitig zwei Vermittler, Rode und Moos, wegen Fälichung von Pfandscheinen angeklagt. Moos war nicht erschienen. Gegen Anspach wurde die Verhandlung abgetrennt. Das gestern gefallte Urteil richtete sich nicht, Bei dem gestern geFälscher Anspach wie irrtümlich zuerst gemeldet, gegen Anspach, sondernenen Rode. der zu zehn Monaten Gejängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt wurde. Letzte Nachrichten Entgegenkomnten! reich. Wir sind fast noch 60 Millionen. Die Franzosen haben kaum 40 Millionen Menschen. Also haben wir die Mehrheit. Dann machen WTB. Paris, 1. Juni.(Drahtb.) Die Reparationskommission hat gestern dem deutchen Reichskanzler eine Nole übermittelt, in der sie mitteilte, daß die Reparationskommission beschlossen hat. das Deutschland am 21. März gewährte Moratorium zur Durchführung der Zahlungen am 1. Juni endgültig zu machen. Die Kommission behalte sich das Recht vor, den Ausschub zu jeder Zeit zu annullieren, wenn Deutschland den übernommenen Verpflichtungen nicht nachkomme. Donner Oeffentlit auf die E Gemäß§ 42 um Empfang! nungsjahr 192 Einkommen ni# kommen besteht, genommen wor Kalenderjahres am 15. Mai, am 15. Augu am 15. Novei Vorauszahlung der für 1920f richten. esondere Au Besteht das für aus Arbeitseink Arbeitseinkomm sind als Vorau: a) bei einem 24000 M. gen Einkom d) bei einem: als 24000 Arbeitseink des Steuer Macht ein Ste ein steuerbares 1922 gegenüber kommen vorausf Teil, mindesten berechnen wird. Finanzamt der der Veränderun entfallende Teil Köln, den 29. Finanzamt Aufforder von Umsatzstt vil Gemäß den ne teuergesetz vom teuerpflichtigen nd Mülheim=L Juni d. J. den igen Umsatzes d in einer kurzen eichnete Finanz nzugeben. Gle Voranmeldung ahlung(2% di asse in Köln, Kr. 98274 oderd Die nicht rechtzeit verden im Zwan uf Verlängerur t stattgegebei er Steuersatz cwohl die Liefe Vereinnahmung #rfolgen. Trifft ür diese Umsätze atz von 1½ vom orderung zur 3e echtzeitiger Zal Imsatzsteuer im wangsweise Bei Ergibt sich be ach Schluß des mtbetrag der vom Hundert leibt, so erhöht ert dieses überse Köln, den 30. #iaanzamt Köln Ur der St Wiederholt wir Unhaber eines Wa id. ein Straßen Inzahl Wanderge eschriebene Stra sersonen verstoße die Frist zur Bea straßensteuerheft ahr ausnahmsw angert. Straßen! hne das Straßer roffen werden, u 500 M. oder lusstellung erfol nd zwar für die eim=Land und d Land sowie Fred immer 37, für reises Köln=Lan Keln, den 30.: inanzamt KölnBekan Nachdem in Ki luxemburger Str heke neu errichte nachung vom 21. ind Feiertagsdie en Apotheken w Der Vorort K hnitt B3 herau1 zugeteilt, sode ihrenfeld, Kalk u Die vorhanden ruppen eingerei Gruppe Nicolai=Apothel berrenrather Str. Der Sonn= und enst bleibt wie 1. Dezember v. ür die Gruppe I bruppe 11 5. bis Köln, den 30. 2 Donnerstag, 1. Juni 1922 Rheinische Volkswacht Oeffentliche Bekanntmachung Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer für 1322. Gemäß§ 42 Einkommensteuergesetzes hat bis zum Empfang des Steuerbescheides für das Rechnungsjahr 1921 jeder Steuerpflichtige, dessen Einkommen nicht ausschließlich aus Arbeitseinkommen besteht, für das der Steuerabzug vorgenommen worden ist, auf die Steuerschuld des Kalenderjahres 1922 am 15. Mai, am 15. August und am 15. November d. J. Vorauszahlungen in Höhe von je einem Vierte! der für 1920 festgestellten Steuerschuld zu entrichten. Besondere Aufforderungen ergehen hierzu nicht. Besteht das für 1920 veranlagte Einkommen nur aus Arbeitseinkommen über 24000 M, oder aus Arbeitseinkommen und sonstigen Einkommen, so sind als Vorauszahlung zu entrichten a) bei einem veranlagten Einkommen bis 24000 M. nur 10% des veranlagten sonstigen Einkommens, d) bei einem veranlagten Einkommen von mehr als 24000 M. den 10% des veranlagten Arbeitseinkommens übersteigenden Betrag des Steuersatzes. Macht ein Steuerpflichtiger glaubhaft, daß sich ein steuerbares Einkommen im Kalenderjahr 1922 gegenüber dem für 1920 festgestellten Einkommen voraussichtlich um mehr als den fünften Teil, mindestens aber um 5000 M. niedriger berechnen wird. so wird auf Antrag durch das Finanzamt der auf den wahrscheinlichen Betrag der Veränderung des steuerbaren Einkommens entfallende Teil der Vorauszahlungen gestundet. Köln, den 29. Mai 1922. Finanzamt Köln=Stadt linksrheinisch 3 „ Köln=Stadt rechterheinisch „ Köln= und Mülheim=Landkreis. Nr. 230 Seite 7 „Eileler Voldsbühns“ E. V. i Malbers b. Deutsches Heimatspiel Sommer 1922 Herrliche Naturbühne am Felsenufer der Kyll. ca. 200 Mitwirkende. ca. 2000 Zuschauerplätze. Eröffnung: Pfingstmontag. Vorauslichtliche Spieltage: alle Sonntage(ioweit lie nicht verregnen) von Anf. Juni— Anf. Sept. Dauer des Spieles von 3— 7 Uhr nachmittags Sperrüitz 40 Mk., 1. Pl. 30 Mk., 2 Pl. 20 Mk., 3. Pl. 10 Mk. Sünstige Zugverdindungen nach allen Richtungen. illowitschTheater B 9123"" B 9123 Heute u. folgende Tage 7½ Uhr 7½ Uhr Eine lustige Deppelehe. Musiktest. Freitag, den 2. Juni abends 7¼ Uhr: ReichshallenOperetten-Theater. Heute und folgende Tage, abends 7½ Uhr: Operette in 3 Akten von Leo Fall. 8 Mitwirkende: Elisabeth Bartram. Mie Hellmuth, Trudel Alex, Josefine Jelly. Heinr. Winckelshoff. Fritz Seybold, Hans Shavill, Franz Giblhauser, Artbur Leitner. Mittagstisch von 12—3 Uhr. Kheln. Kochschule Berlich 18. Kein Trinkzwang. Aussorderung zur Vorauszahlung von Umsatzsteuer für das 1. Kalendervierteljahr 1924. Gemäß den neuen Bestimmungen zum Amsatzteuergesetz vom 24. 12. 1919 werden alle Umsatzteuerpflichtigen im Bezirk des Finanzamts Kölnund Mülheim=Land aufgefordert, bis zum 15. uni d. J. den Gesamtbetrag des steuerpflichigen Umsatzes des 1. Kalendervierteljahres 1922 in einer kurzen Voranmeldung an das untereichnete Finanzamt in Köln, Glockengasse 30, inzugeben. Gleichzeitig mit der Abgabe der Voranmeldung ist eine entsprechende Vorausahlung(2% dieses Betrages) an die Finanz= kasse in Köln, Glockengasse 30, Postscheckkonro Nr. 98274 oder durch Banküberweisung zu leisten. Die nicht rechtzeitig eingehenden Vorauszahlungen verden im Zwangswege beigetrieben. Anträgen uf Verlängerung des Zahlungstermines kann bt stattgegeben werden. der Steuersatz beträgt 2 vom Hundert, wenn ewohl die Lieferung oder Leistung wie auch die Vereinnahmung nach dem 31. Dezember 1921 rfolgen. Trifft dies nicht zu, so verbleidt es ür diese Umsätze noch bei dem bisherigen Steueratz von 1½ vom Hundert. Eine besondere Auforderung zur Zahlung ergeht nicht: bei nicht echtzeitiger Zahlung erfolgt„Festsetzung der lmsatzsteuer im Wege der Schätzung und deren wangsweise Beitreibung. Ergibt sich bei der endgültigen Veranlagung ach Schluß des Kalenderjahres, daß der Geamtbetrag der Vorauszahlungen um mehr als vom Hundert hinter der Veranlagung zurückleibt, so erhöht sich die Steuer um 10 vom Hunert dieses überschießenden Betrages. Köln, den 30. Mai 1922. 8 finanzamt Köln= und Mälheim=Land in Köln. Umsatzsteuer der Straßenhändler. Wiederholt wird darauf hingewiesen, daß alle Inhaber eines Wandergewerbescheines verpflichtet und. ein Straßensteuerheft zu führen. Eine große Inzahl Wandergewerbetreibender führt das voreschriebene Straßensteuerheft noch nicht. Diese kersonen verstoßen gegen die Steuervorschriften. die Frist zur Beantragung oder Erneuerung von Straßensteuerheften wird für das lau ende Viertelahr ausnahmsweise bis zum 15. Juni d. J. verangert. Straßenhändler, die nach dem 15. Juni hne das Straßensteuerheft beim Handel angeroffen werden, werden mit einer Geldstrafe bis u 500 M. oder mit Gesängnis bestraft. Die lusstellung erfolgt in Köln, Zeughausstraße 1, nd zwar für die Gemeinden des Kreises Müleim=Land und die Gemeinden Brühl=Stadt und Land sowie Frechen und Freimersdorf l. Stock, immer 37, für die übrigen Gemeinden des reises Köln=Land II. Stock, Zimmer 67. g Keln, den 30. Mai 1922. inanzamt Köln= und Mülheim=Land in Köln. VOLKSWACHT-DRUCHEREI KOLN /DONSTR. 6 LIEFERT ALLER ART DRUCKSACHEN SCHNELL U. SAUBER PREISLISTEN, KARTEN UND BRIEFBOGEN FÜR FAMILIEN- UNDD FÜR GESCHAFTSVERKEHR IN MUSTERCULTIGER AUSFUHRUNG BILLIGSTE PREISE PFLEGE VORNERMER KUNSTLERISCHER DRUCKE Höchstpreise für Die in meiner Verordnung vom 3. 5. 1922 1 genannten Höchstpreise ändern sich wie folgt: la Anthrazit=Nuß I 95,15 M. 11 III a a Mager=Nuß I „„ I I „" III Eß=Nuß l u. II „„ III Haldfett=Nuß I. Fett=Ruß 1, II, II1 Schmiedekohlen Salonkohlen Hausbrand ½ fett, ½ mager Steinkohlenbriketts Eisormbriketts.. Perlkoks I. I Bekanntmachung. Nachdem in Köln=Klettenberg in dem Hause uxemburger Straße 289 die Klettenberg=Avoheke neu errichtet ist, ändere ich meine Bekanntjachung vom 21. Dezember v. J. detr. den Sonnnd Feiertagsdienst sowie den Nachtdienst in en Apotheken wie folgt ab: Der Vorort Köln=Sülz wird aus dem Abchnitt B3 herausgenommen und dem Abschnitt 1 zugeteilt, sodaß dieser jetzt die Vororte Kölnihrenfeld, Kalk und Sülz umfaßt. Die vorhandenen Apotheken werden in die ruppen eingereiht: GruppeI Gruppe II Nicolai=Apotheke Klettenberg=Avotheke berrenrather Str. 190 Luxemburger Str. 289 Geuppe II! Sonnen=Apotheke Sülzburgstraße 78 Der Sonn= und Feiertags= sowie der Nachtenst bleibt wie für diesen Adschnitt B 1 am 1. Dezember v. J. bekanntgegeben, beginnend die Gruppe I mit dem 29. Mai bis 4. Juni, druppe 11 5. bis 11. Juni usw. 9 Köln, den 30. Mai 1922. Der Polizei=Präsident. J..: Aldrecht. 102.90 93.70„ 93.35„ 95,15„ 91.00„ 93.85„ 90.60„ 93.65„ 87,10„ 87,10„ 89.00„ 85,70„ 99.95„ 99.95„ 90,85„ Brannkohlenbriketts. 1. Bei Abholung am Bahnwagen oder ## Lager......... 44.00 M. 2. Bei Lieferung ans Haus lose geladen 45,00„ 8.„ Abholung am Händlerlager.. 46.50„ 4" zentnerweis. Verkauf ab Händlermagen. 47.00 5. Bei Lieferung in Säcken oder Kästen frei Keller oder Etage 49,00 Al.„„§ 2 „ teuen Preise treten mit dem 1. K 1922 Köln, den 1. Juni 1922. Der Oberbürgermeister. I..: Schäfer. Herren- u. 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Beschaffung d. zur Eheschließung erforderlichen Urkunden(bei Unbemittelt. unentgeltlich) ohne Unterschied der Konfession u. Nationalität. Ebenso besorgt es kostenlos die Ordnung nicht gesetzlich geschlossener(sogenannter wilder) Ehen. Anmeld. schriftl. oder mündl. sowie persönl. Auskunft tägl. in Köln, Sekt. I. bei Domrikar H. Müssener, Unt. Goldschmied9(v.—8abds.) Sekt. II. b. H. Temmen, Aduchtstr. 11(Sprech= stund. von—10,12—), Sekt. III. d. P. Heitzer, Severinstr. 35(Sprechst. 12—); außerdem für Polen b. J. Mazurowski, Machabäerst. 71(Sprech= stund. Mont., Donn. u. Samstag(12—); in Ehrenfeld b. J. Schäfer. Barthelstr. 86; in Nippes bei E. Zander, Baudriplatz 13; in Kalk bei Kapl. Michels, Kapellenstaße 78(Sprechst. tägl. außer Mittwochs 12—2,, in Mülheim a. Rh. bei P. Rohé, Franzstr. 8 Kostüme, Röcke Mäntel Mantelkleider Jacken Valy Belten 3 Worcesters Jllis Sanno Lieglinde Born Hans Fried Willy Serting Robert Star 3 Pascas 3 Marvels Maud& redNewland Heinr. Prasch The Bollinger. 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Der Angeklagte hat als alleiniger Inhaber der Firma Wihl und Bosnal in Köln, Heumarkt 91, Inlandszucker ir holländische Säcke umgefüllt und alAuslandszucker zu hohen Preisen verkauft Dem Angeklagten ist dieserhalb auch jeglicher Handel mit allen Gegenstände des täglichen Bedarfs untersagt worde Das Wuchergericht hat die Veröffen lichung in der vorstehenden Fassung durch Urteil angeordnet. Köln, den 31. Mai 1922. Der Oberstaatsanwalt. Schildergasse Nr. 30. Der I. Hauptgewinn der Fürsorgelotterte von 100000 Mark Hel anf Nr. 353 705 und ein Hauptgewinn der Kölner Dombau-Lotterie flel auf die Nummer 311625 von 25000 Mark in unsere Einnahme. Bei Bedarf in Aluminium Küchengeräten Nachstuchen raten wir Ihnen, zuers Preis u. Qual. im Lager Marienplatz 12 Maizböcbel anzuscher Grobes Stolllager! 4 1„4 Grsbanter Srabes Bekanntmachung. am Opernbaus, I. Br Thelen. Schneidermstr. letektiv Büro Wessel Köln, Aachener Str. 45 Tel B 1800. Famil.-Auskünfte, Ermittl. u. Beobachtungen an all. 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