* Nr. 105— 35. Jahrgang Abend-Ausgabe Ulittwoch, 2. Ulärz 1927 Bezugspreis: M..00 einschl. Beilagen. Postbezug M..00 einschl. Bestellgeld. Redaktion u. geschäftsstelle: Domstraße 6. Fernr.: A 4812, A7777 u. A 8714. Zweigstellen: Breitestr. 85, Fernr. A 6636. Mülheim: Regentenstr. 16. Fernr.:940 Amt Mülheim Einzel=Unmmer 25 Pf. Offizielles Organ der Zeutrumspartei Kreisblatt für den Landkreis Köln Kölner Local=Nuzeiger— General-fnzeiger für die rhemische hauptstadt und fremdenblatt Mülheimer Volkszeitung. Anzeigenpreis: Die einsp. Kolonel=Zeile 1,50., dritte u. letzte Seite.70 Wlatvorschr. 10 Prez. Zurchl., Familienanz. 1,40., Stellenges. nied. Art .20 M. Reklamepreis: Die Kolonel=Zeile 6 M. zweite Seite 7., Platzverschrift 19 Zuschlag. Offertengebühr 59 Pf. SE Revolverattentat auf Dato. Paris, 9. Marz.(Drahtb.) Nach einer Meldung des Echo de Paris aus Madrid ist gestern in dem Augenblick, in dem Ministerpräsident Dato das Parlament im Automobil verließ, von Männern, die sich ebenfalls in einem Automsbil besanden und mit großer Eile den Wagen des Präsidenten überholten, dieser durch einen Revolverschuß getötet worden. Im Augenblick fehlen weitere Einzelheiten. Nach einer Meldung des Journal aus Madrid, soll es sich bei den Wördern um drei Männer handeln. Man vermutet, daß es Syndikalisten seien. ### Paris, 9. März.(Eig. Drahtb.) „Eine weitere Meldung besagt: Die Mörder feuerten auf den Ministerpräsidenten 27 Nevolverschüsse ab. Der Chauffeur schlug die größte Geschwindigkeit ein, um zur nächsten Sanitätsstelle zu gelangen. Als das Auto dort eintraf, konnten die Aerzte jedoch Inur noch den bereits erfolgten Tod des Ministerpräsidenten feststellen. Die Attentäter konnten unerkannt flüchten. * 2* Dato ist 1856 geboren. Er war Advokat und Journalist, bevor er sich politisch betätigte. 1907 wurde Dato, kurz nachdem Maura sein Kabinett gebildet hatte, zum Alkalden von Madrid gund bei Eröffnung der Cortes zum Präsidenten des Kongresses #rnannt M 2 M.„ ernannt. 1913 wurde Dato zum ersten Male Ministerpräsident er sich politisch betätigte. 1907 wurde Dato. kurz nachdem sein Kabinett gebilde:““—— der Co 1o13 wurde Dato zum ersen Male Ministerprastdent zund seither blieb er im Vordergrund der konservativen Partei Am 31. August 1920 wurde er vom König mit der Kabinetts#eung-luftragt. Seit dieser Zeit war er ununterbrochen Ministerpräsident. Er demissionierte zweimal, wurde aber beide Male vom König gebeten. die Regierung nach jeweiliger Umbildung des Kabinetts weiterzuführen. Im vergangenen Januar sprach ihm die Kammer anläßlich des großen Beamtenstreiks mit 154 gegen 4 Stimmen ihr Vertrauen aus. Abreise von London. ## L o n d o n. 8. M ä r z.( D r a h t b.) Die deutsche Delegation verließ London um zwei Uhr nachmittags mit einem Sonderzuge. * F u n k s p r u c h v o n B o r d d e s D a m p f e r s P r i n z e s s i n C l e m e n t i n e. — Die deutsche Delegation hat heute nachmittag 2 Uhr in reser.,#. Wutzen von Victoria, Station aus London verlassen. # F#rz:" don Gielbrin Eltion aus Lonvon verlassen. Bur Verabschiedung waren auf dem Bahnhof der deutsche Botschaftei mit dem Botschafterpersonal anwesend. Die Abreise vollzog sich fast unbemerkt, ohne daß es zu irgendwelchen Störunigen gekommen ware. Im Laufe des Vormittags hatten sich vor vem Savoy=Hotel etwa 150 Leute versammelt, die neugierig vem Gepäckabtransport zusahen, aber schnell von einigen Polizisten verstreut wurden. Bei der Abfahrt selbst hatten sich etwa 2000 vor dem Hotel eingefunden. Auf dem Bahnhof waren ein ze Journalisten sowie Photographen anwesend, die scnell noch einmal die Gelegenheit benutzen wollten, die deutsche Gubiiauf der Platte festzuhalten. Ansammlungen von Hesetzätion den“ zu bemerken. In Dover bestieg die #egagion den fahrplanmäßigen Dampfer Prinzessin Clemenune. Die Ueberfahrt erfolgte bei schönem Wetter. der Sonderzug de deutschen Abordnung hat, von Ostende kommeno in den„#sten Morgenstunden des heutigen Tages das besetzte Gebiet über Neuß—Düsseldorf passiert. ####r Seutliche Gaischastn###.. London. 8. März.(Drahtb.) ### deulsche Botschafter Sthamer ist nach Berlin abgeDie militärtschen Zwangsmaßnahmen. der Stadt vi###n uun. Düsseldorf,.März.(Drahtb.) uch nich Stäcisiegen nu. kanzösische Truppen. Es bestätigt W Leict wir######zung uver Düsseldorf hinaus ausgedehnt walsione gekspsenet gzig.s Briss. dal d. Rinisde ie Fegsment uezu essen, ein zweites Greuadier. Das Regiment wird aesgesleste de ue e an ein Detachenent ur 0. bend.10 Uhr#.“ einslotille verntärten soll, heute in gleich lowatei an den Saati an netggn den Sanktionen, gegen Deutschland nicht beteinbegründet. a“ gegenteiligen Gerüchte seien vollständig Die wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen. den die Hersder fricsierseter dei. Mo, auis Lod wecdet, Seldeu) cek oi. Kesickelaie batn her. Der darat, die Proklamation des Reichspräsidenten Ebert habe Dato ermordet. die Mitglieder des Obersten Rates vollkomen kalt gelassen. Sie erwarteten trotz dieser Rethorik demnächst weitere Vorschläge von Berlin. Wie Pertinax mitteilt, haben die belgischen Deleauf Veranlassung von Lloyd George die für gestern abend festgesetzte Rückreise aufgeschoben, und zwar deshalb, weil eine Bedie wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen erfolgen soll die Lloyd George am Schluß der Montagssitzung des Obersten Rates ausgesprochen habe, hätten darauf schließen lassen, # die wirtschaftlichen. Zwangsmaßnahmen nur ausgeführt werden holt ein gerzaeie mitig# Maßnahmen erschöpft und ihr Ergebnis für unbefriedigend befunden worden sei. Das sei ein Standdie französische Regierung nicht annehmen könne. Die wirtschat##, Zwangzmaßnahnzen seie., als notwendiger Ersatz der irtschaftlichen anerkannt worden. Sie sollten hauptsächlich dazn WTeL-,Frsgssder Aheinlande die als autonomes wirtschaftsgebiet konstituiert werden sollten, mit Kohle sicherzustellen. Pertinax sagt weiter, die französische Regierung wolle heute die sofortige Inkraftsetzung der in Artikel 270 des Friedensvertrags festgesetzten Bestimmungen verlangen. Sie würde die sofortige Aufrichtung der Zollinie an der Grenze der Brückenköpfe verlangen und außerdem die Erhebung der Zölle an der granzosisch=deut##n, belgisch=deutschen und holländisch=deutschen Waren, die vom unbesetzten Deutschland nach den ingen, sillen mit einer Statistikabgabe belegt werern: Mahrergggga n, die Ausfubr des Rheinlands nach dem Reich mit einem Zoll ad valorem belegt werden soll. Das sei aber nur der erste Schritt zu einem umfassenden Regime. Schließlich müsse 15, Sankereus heute, noch über die auprozentige Abgobe vom Verkoufswert der deutschen Waren beraten, deren Genehmigung den verschiedenen verbündeten Parlamenten zustehe. In dieser letzteren Frage soll auch Belgien sich passiv verhalten Japan spreche von Handel mit Deutschland und Graf Sforza habe die Feinzs.; der nasienischen Kammern betont Pertinar selbst. der die Maßnahme als eine Konfiszierung bezeichnet alaubt nicht sh=strechne in keinem algeneinen Wicderder. dur u1 T.# London, 8. März(Drahtb) Untexhause erklärte Bona###ow daß der Gesetzentwurf betreffend die Abgabe von 50 Prozent des Wertes deutscher Waren an „ Schatzamt woyl kaum vor Ostern eingebracht werden Die Zollgrenze am Khein. „„ Mainz, 8. März.(Drahth.) In einem augenscheinlich inspirierten Artikel des Echo du Rhin über das Inkxafttreten der Sanktionen heißt es u..: Die #ag der Bildung einer Zollgrenze am Rhein unterliegt natürlich in Hiese 2. Prückenköpfe Köln, Koblenz und Mainz Bertiske Pote u##e. Zone emnvegriffen sein müssen, und diese drei „„#pe Unterbrechungen in der Kontinuität unter sich aufdie ernste Unzuträglichkeiten darbieten, würden sie umzuwandeln sein in einen 30 Kilometer tiefen Geländestreifen Posten erichtet werden au dieser Linie würden die neuen Zol. Keine Blockade. I Lerbenes Vericht große Erezung, da gestern eine Cin: heit ver englischen Flotte vor Curhaven erschienen ist. Dac Eerigt—„ Curhaven,.März.(Eig. Drahtb.) "Tas krucht vom Kreuzen englischer oder anderer alliierter Kriegsschiffe vor der Elbmündung bestätigt sich in keiner Weise Gestern abend kam ein kleiner Kreuzer von See in die Elbmindung. aber nur um durch den Kanal nach der Ostsee zu gesen. Im Gespräch mit dem deutschen Lotsen äußerte der Kommandant des Schiffes, daß an eine Blockade der deutschen Küste oder eine Unterbindung der Handelsschiffahrt schon aus dem Grunde nicht gedacht werden könne. weil die Neutralen und Amerika sich das nicht gefallen lassen würden. 17. Mw i.—.... London,.März. #####y Mail meint, man dürfe wohl annehmen, jeder Versuch Deutschlands, die neue Zollgrenze durch Ablenkung seines Hanoels nach Rotterdam oder nach irgendeinem anderen Hafen zu umgehen, durch die Verhängung der Blockade von seiten der Alliierten zum Scheitern verurteilt würde. Sitzung des Reichskabinetts. „ Berlin,.März.(Drahtb.) Berliner Tageblatt mitteilt, wird heute abend um 9 Uhr eine Sitzung des Reichskabinetts in Gegenwart des inzwischen aus London zurückgekehrten Reichsministers Dr. Simons stattfinden. Vor der großen politischen Aussprache im Reichstage werden die auswärtigen Ausschüsse des Reichsrates und des Reichstages gehört werden. Köln, 8. März. Am 8. März war der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns im Auftrage des Reichskabinetts in Köln, um in einem kleineren Kreise mit Vertretern verschiedener Behörden, Angehörigen politischer Parteien und Vertretern wirtschaftlicher Interessenverbände die augenblickliche Lage im besetzten Gebiet zu erörtern. Leimattreue Beim Betreten der oberschlesischen Muttererde rufen wir Euch herzliches Willkommen in der Heimat zu! Das Rechr hal gesiegt. Wir dürfen geschlossen, vereinigt über unsere Zukunft entscheiden. Befolgt aufs peinlichste alle Anordnungen der Abstimmungsbehörde, die alle Maßnahmen für Ordnung und Sicherheit getroffen hat, und vor aller Welt verbürgt. Wer die öffentliche Ruhe und Ordnung stört, schadet der gerechten deutschen Sache. Unser einziges Kampfmittel ist der Stimmzettel. Mit dieser Waffe erringen wir am 20. März den Sieg Kattowitz, den 8. März 1921. Plebiszitkommissariat für Deutschland. Leuzschnationale Volkspartei. Deutsche Volkspartet. Katholische Volkspartei(Zentrum Deutsche Demokratische Volksparte. Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. Deutscher Gewerkschaftsbund. Verband der deutschen Gewerkvereine. H. D Gewerkschaftsbund der Angest. und Beamten Oberschlesiens. Eine bayrische Kundgebung. München. 8. März.(Drahtb.) Im Staatshaushaltsausschuß gab heute mittag in Anwesen###.#ssagten Vezierung der Ministerpräsident Dr. von hr folgende Erklärung ab: ### unserg Unterhandler in London in Uebereinstimmung mit dem Willen des gesamten deutschen Volkes zur Herstellung eines ehrlichen gtievens ven zzö.betrnctn Lr Gegner bis an die äußerste Grenze des Möglichen entgegenkamen, sind die Verhandlungen ergebnislos geblieben. Die Gegner beharren bei ihrem ungerechten unmöglichen Pariser Diktat, weil sie uns vernichten wollen. Das deutsche Volk lehnte es im Bewußtsein seiner Ehre und seines Rechts ab zu der eigenen, von Unwahrheit und Haß ersonnenen Versklavung seine Unterschrift zu geben. Die Armut wollten und wollen wir auf uns nehmen. Unfreiheit und Sklaverei niemals! Infolgedessen setzen die Gegner unter abermaliger Verletzung des von ihnen selbst diktierten Friedensvertrages von Versailles nunmehr ihre sogenannten Sanktionen in Kraft. Zir protestieren dagegen feierlichst und vor aller Welt. Wir protestieren insbesondere dagegen, daß dem deutschen Volke immer noch allein die Schuld an dem Weltkriege aufgebürdet werden soll. Indem wir in London Nein sagten, waren wir zugleich— und allen voran unsere Brüder links und rechts des deutschen Rheins, die die neue Gewalt am unmittelbarsten trifft— entschlossen, alle Folgen auf uns zu nehmen. In diesem Entschluß wollen wir die Reihen noch enger schließen, überall durch das ganze deutsche Vaterland und über alle Grenzen hinweg, die die Gegner aufzurichten versuchen. Nichts kann uns trennen, keine Not und Gefahr! der Druck, desto enger die Reihen! Nicht für die Macht und den Reichtum gilt unsere Abwehr sondern fur die Freiheit und das Vaterland als dem Träger und das Unterpfand dessen, was uns heilig ist, was wir als heilig in Ehren auf unsere Kinder vererben wollen. In dieser Einigkeit und in dieser Liebe zu unserem Volke, zu unserem engeren und weiteren Vaterlande und zu der Idee, die sie verkörpert, werden wir stark bleiben. Hieran wird der feindliche Uebermut und alles, was er ersinnen mag, zuschanden werden.(Lebh. Beifall.) Anschließend an die Erklärung des Ministerpräsidenten beloß der Haushaltsausschuß mit allen gegen die Stimmen der SP. folgende Kundgebung: Der Haushaltsausschuß des Landtages nimmt die von der Staatsregierung durch den Mund des Ministerpräsidenten abgegebene Erklärung über unsere außenpolitische Lage zur Kenntnis und drückt ihr volles Einverständnis mit dem darin niedergelegten Standpunkt aus. Schon in der Kundgebung zu dem Pariser Diktat hat die bayerische Volksvertretung die Verwirklichung jener Forderungen als politische und wirtschaftliche Versklavung und als einen todbringenden Streich gegen das Kulturleben Deutschlands und der ganzen Kulturwelt bezeichnet, sowie das Verlangen ausgesprochen, daß offenbar Unmögliches nicht unterzeichnet werden darf. Der Haushaltsausschuß ist der Auffassung, daß das deutsche Angebot auf der Londoner Konferenz bis zur Grenze unserer Leistungsfähigkeit geht. Die deutsche Delegation in London hat alle mit unserer wirtschaftlichen Kraft und nationalen Ehre vereinbarten Wege beschritten, um zu einer Verständigung zu gelangen. An der über die Bestimmungen des Versailler Vertrages rücksichtslos sich hinmegletzenden Pentalität des„feündlichen Siegerwillens scheiterten diese Verständigungsversuche. Der dunkle Schicksalsweg des deutschen Volkes wird nun voraussichtlich eine weitere schmerzliche Fortsetzung erfahren. Wir danken aus warmfühlendem Herzen heraus unseren Brüdern in dem linksrheinischen Gebiete, daß sie entschlossen sind, diesen Leidensweg mit seelischer Starte an unserer Seite zu gehen. Wir bitten alle unsere Volksgenossen in Stadt und Land, in voller Würdigung des Verständigungswillens unserer Unter Seite 2 Nr. 105 Abend=Ausgabe Mittwoch, 9. März 1921 händler in London das von den Feinden uns aufgezwungene Schicksal mit sittlicher Kraft und nationaler Würde und Geschlossenheit zu ertragen. Von der Ueberzeugung erfüllt, daß das deutsche Volk nicht untergehen kann und der Tag einst wieder kommen wird, wo es sein Haupt über den Druck der Gegenwart erheben wird. Namens der pfälzischen Bevölkerung gab Abgeordneter Dr. Hammerschmidt unter dem lauten Beisall des Ausschusses die Erklärung ab, daß diese bereit ist, alles auf sich zu nehmen, was ihr nun bevorsteht, und was sie im Interesse es deutschen Vaterlandes auf sich nehmen kann. Verschärfung der Sanktionen? Brüssel, 8. März.(Drahtb.) Havas meldet: In politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß ie Entscheidungen, die getroffen wurden, nicht zu umgehen 619--—r LEM II PI. Prif.A. Eis.f Olenn 8 Man weist besonders auf die Tatsache hin, daß Lloyd die waren. George sich erst der bekannten Entscheidung angeschlossen hat, nachdem alle Verständigungsmöglichkeiten erschöpft gewesen seien. Man glaube, daß die Deutschen in einigen Tagen nachgeben würden. Sollten sie jedoch in ihrer unnachgiebigen Haltung verharren, so ist man allgemein der Ansicht, daß die militärischen und wirtschaftlichen Maßnahmen weiter ausgedehnt werden müßten. Der Ministerpräsident Carton de Wiard gab heute vor der Kammer Erklärungen ab über die Londoner Konferenz. Betreifs der Besetzung des Ruhrgebietes erklärte Carton de Wiard, daß die belgischen Truppen nicht ohne die Zustimmung des belgischen Oberkommandos zu weiteren Operationen beraggezogen werden könnten. Er bestätigte, daß Belgien Anspruch aus Wiederherstellung habe, und daß die Uebereinstimmung der Alliierten sich vollkommener als je gezeigt habe. Paris,.März.(Drahtb.) Nach Mitteilungen der Parifer Moegenpresse wird der franösische Oberkommissar in den Rheinlanden. Tirard, heute in Paris erwartet. 8 Die Italiener sind unzufrieden. Rom,.März.(Eig. Drahtb.) Blätter der verschiedensten Richtung lehnen die vom Oversten —#nstinnan nerfügten 30 Proz..s Nat in den Sanktionon verfügten 0 Proz. Aufschlag auf die Warenausfuhr aus Deutschland ab; mit diesem Ausschlag würde Italien mehr zahlen, als es erhielte. das Schutz= und Trug=Bündnis mit Sowjetrußland fordern soll. Stockholm, 8. März. Nordiska Preß Zentralen meldet aus Helsingsors, daß der Ministerpräsident Erich heute vormittag das Rücktrittsgesuch des Kabinetts eingereicht hat. Für den am Freitag und Samstag hier stattfindenden Rheinischen Heimstättentag zeigt sich in allen Bevölkerungskreisen lebhaftes Interesse. Die Anmeldungen sind bereits so zahlreich eingelaufen, daß außer dem Isabellensaal auch noch der Stimmsaal des Gürzenich belegt werden mußte. Die Vorträge werden in beiden Sälen gehalten werden. Auswärtige Gewerkschaftsvertreter der Beamten, Angestellten und Arbeiter haben sich weit men als 200 angemeldet, ferner erwa 40 auswartiae städtische Vertreter(Bürgermeister. Stadtbaumeister, Stadwerordnete usw.). Voraussichtlich wird außer den bereits bekanntgegebenen Vorträgen bekannter Wohnungs= und Bedenreformer noch der Vorkämpfer für vorstädtische gartenmäßige Siedlung, Lebrecht Migge Selbsthilfsbestrebungen des Hauptmanns Schmude m Völpcke im Bilde vorführen. Teilnehmerkarten können auch weiterhin von der Geschäftsstelle des Heimstättenamtes der deutschen Beamtenschaft für die besetzten rheinischen Gebiete, zu Händen des Hrn. Fritz Engelbart in Köln=Mülheim, Frankfurter Straße 25, bezogen werden. * Telephon=, Telegraphen=, Pressezensur. Die Rheinlandkommission hat mit sofortiger Wirkung zwei neue Ordonnanzen Nr. 76 und 77 erlassen.— Nach der Verordnung 76 tritt die Telephon= und Telegraphenzensur durch die Besetzungsbehörden während eines Zeitraumes von acht immer um dieselbe Zeit verlängert werden kann in Kraft. Ebenso werden die Nachrichten der Presse, welche sich auf die Englische Kritik. London, 8. März.(Drahtd.) Zum Scheitern der Londoner Reparationskonscrenz schreibt der Manchester Guardian, Lloyd Gcorge habe einen Weg eingeschlagen, der in direktem Alderspruch zu den nationalen Interessen Englands stehe, und der einen offenkundigen Bruch des Friedensvertrages bedeute. Der Fricdensvertrag berechtige nicht zur Amwendung dieser Strafmaßnahnen. Westminster Gazelle schreibt, die Re##lung der Revarationsfrage erscheine weiter entsemn als je. Tus enalische Volk glaube, daß der Versuch, ein 65-Mällionen=Volt m vernichten, in einer Katastrophe enden werde, deren Hauptgewicht aus Frankreich fallen werde. Star sagt, mit dem ersten Schritte des eriten Soldaren beginne die Eröffnung einer neuen eusschuld unn die Schffung einer neuen Gefahr. Zugleich weide sowohl der Wille als uuch die Fähigkeit Deurschlands zu zahlen vermir. ch Evening Standard mennt, die Asetzung von drei rheinischen Städten werde für die Eniente kein Wumder vollbringen. Keine einheitliche Regierungskoalition. Berlin,.März.(Drahtb.) Die sozialistische Fraktion des preuzischen Landrages erörterte gestern die Frage der Regierungsbildung in Preußen uind faßte einstimmig folgerde Entschließung: Die sozialdemokratische Fraktion des preußischen Landtages ist bereit, die alte Regierungskoalition fortzusetzen und lehnt einmütig die Einbeziehung der Deutschen Volkspartei in die Regierung ab. Ebenso einmütig lehnt die sozialdemokratische Fraktion es ab. irgend eine bürgerliche Minderheitsregierung zu unterstützen. Sie würde rietmehr eine solche mit aller gebotenen fachlichen Schärfe bekämpfen. Wie die Blätter dazu bemerken, scheint danach also der Plan einer einheitlichen Koalitionsdildung im Reiche und in Preußen endgültig gescheiieri zu sein. Auch die Landtagsfraktion der Demokratischen Partei trat gestern zu ihrer ersten Sitzung zusammen und stelkte Richtlinien für die Verhandlungen mit den anderen Fraktionen auf. Die Zentrumsfraktion wird heute zur Frage der Regierungsbldung Stellung nehmen. Die interfraktionellen Besprechungen werden heute beginnen. Die Beschießung von Petersburg. Stockhelm,.Mkirz.(Drahtb.) Die Einnahme von Krasnaja Gorka durch die reroluvionären Truppen wird nicht bestätigt, dagogen erhält man Einzelhrten über die Beschießung von Vetersbura durch die Forts von Kronstadt. Nach Ablehnung des Ultimatums bat Kronstadt gestern nachmittag.15 Uhr das Fiuter degonnen. Die Beschießung dauerte bis Mitternacht. Sie begann wirder um 6 Uhr vormitrags. Die Küstenbatterien antworteten. Die Lage war verworren, da einige Forts in der Umgebung von Kronstadt in den Händen der Volschrwiken verblieben. In den Straßen von Betersdurg follen sich Kämpfe abspielen. Man bemerkt, daß die Proklamationen von Kronstadt nicht mehr vom Geareral Koslowsky unterzeichnet sind. Die Züge verkehren wieder zwischen Moskan und Petersburg. Reval,.März.(Drahtb.) Die Moskauer Regierung hat am 6. März beschlossen, militärychs Operationen gegen Kronstadt und die menternde Flotte einzuleiten. Mät der Leitung der Operationen ist Trorki beauftragt wordem. Kleine Nachrichten. Berichtigung. Infolge eines Versehens der Setzerei ist bei dem in der heutigen Morgenausgabe veröffentlichten Aufruf der Reichstagsabgeordneten an die Rheinländer die Unterschrift der sozialdemokratischen Partei ausgelassen worden. Berlin,.März. Die Kommunistische Partei fordert für Donnerstag zu einer Massendemonsteation im Lustgarten auf, die werden die bisherigen Zollsätze erhoben. Die Zollverwaltung des deutschen Ein= und Ausfuhrdienstes und der Dienst zur Verhütung der Kapitalflucht, der im besetzten Gebiet eingerichtet ist, werden dem Befehl der Interalliierten Rheinlandkommission unterstellt. * Ueber das neubesetzte Gebiet ist der Belagerungszustand verhängt. Der Personenverkehr aus und nach dem besetzten Gebiet ist verboten, ausgenommen sind die internationalen=Züge und die Arbeiterzüge. Der Zugverkehr von und nach dem Westen wird bis auf weiteres in gewohnter Weife aufrechterhalten. Auch der Speife= und Schlaswagenvertehr unterliegt keiner Beschränkung Der Güterverkehr wird nach den Bestimmungen der Verkehrs= und Verpflegungsgeneraldirektion abgewickelt. Arbeitsniederlegungen sind untersagt. Die Beamten führen ihren Dienst weiter unter Aufsicht der Besetzungsbehörden. Der Fernsprech=, Telegraphen= und Postverkehr bleibt unter Aussicht bestehen. An der Polizcistunde wird nichts geandert. Zeitungen. Zeitschriften, Flugdlätter usw. müssen vor ihrem Erscheinen der Besetzungsbehörde vorgelegt werden— Auf eine Anfrage des Landeshauntmanns Dr. v Renvers, ob der auf den 13. März nach Düsseldorf einberufene Provinziallandtag der Rheinprovinz bei der neugescheffenen Lage hier abgehalten werden könne, gab die Besetzungsbehörde den Bescheid, daß diese Tagung. hier abgehalten werden könne unter der Voranssetzung, daß keine Reden gegen die Besetzungsm ßnahme gehalten würden. Die ersten Falgen. Die in Aussicht genommene Jollgrenze Rhein wirft bereits ihre Schatten voraus. Wie die K. 3. am hört, ist bei einem großen Werk des besetzten Gebiets bereits im Hinblick auf die kommende Zollabschnürung ein Industrieauftraa im Werte von sechzig Millionen Mark rückgängig gemacht worden. Es versteht sich von selbst, daß eine solche Abbestellung von den schwersten Folgen für die Arbeiterschaft dieses Werkes begleitet sein wird. * Frauenleben und Berus. Am Mittwoch, den 17. März. abends 8 Uhr, wird im kath. Frauenbund Frl. Oderl=hrerin Hoomann im Festsaal der Bürgergesellschaft einen Vörtrag halten über Frauenleben und Beruf. Für alle Berufstätigen, jede Mutter und jedes junge Mädchen, daß in irgendeiner Berufsausbildung steht, ist der Vortrag außerordenklich lehrreich. Karten sind auf der Geschäftsstelle Meister=Gerhardstraße, und an der Abendkasse zu haben. * Bürge: Kölns! Die Bezirksgrunpe der B. V. heimattreuer Oberschlesier erläßt folgenden Aufeuf: Die Entscheidungsstunde Oberschlesiens niht. Alle Deutschen müssen heifen! Die Abstimmungsberechtigten in Ordnung und guter Stimmung in ihre Heimat zu führen, findet am 10., 11., 13., 14. u. 15. März, abends 8 Uhr, im Restaurant Weihenste phan, Schildergasse, ein Sammelabend statt. Der Abtransport findet an den darauffolgenden Taxen, also am 1I., 12., 14., 15. und 16. März statt. Alle Vereine bitten wir, an einem der Abende oder beim Abtranspoet musikalische Dardietungen der guten Sahe zu widmen. Wegen Deinglichkelt der Sache en eine zustimmende Mitteilung jofort an das Büro der Oberschlesier, Köln, Klingelpütz 3. zu richten. * Hausfrauennachmittag. Der schon länger geplante Hausfrauennachmittag des kath. Frauenbunds Köln, Bezick Herz=Jeku und St. Michael findet am Donnerstag, den 10. März, nachmittags 4 Uhr Meister Gerhardstraße 10 statt. Für diese erste Veranstaltung sind prattische Vorführungen und Kostproden der Suppeawürze„Pyk=Pyk“ vorgesehen, sowie Beratungen über den Zweck und die weitere Ausgestaltung dieser Nachmittage. Alle Mitglieder, die als Hausfrauen den Veranstaltungen besonderes Interesse entgegenbringen, sind herzlich eingeladen. Einteitt frei. * Der Mann aus Vatavia. Gegen 4 Uhr morgens fand man die Türe offen, in dem auf auf zugegangen und dann am Kellereingang von einem gehalten, gewürgt und schwer mißhandel:. Mit den war darauf Kerl angehalten, gewar Füßen hatte der Unhold ihm den Hals wund getreten. Bald nach der Entdeckung dieses Verbrechens traf ein Wachtmeister einen gewissen Engelmann, der der Tat verdächtig schien und auf Befragen antwortete:„Ich bin aus Batavia und wohne in Batavia“.— Der kölsche Javaner erzählte vor der Strafkammer, daß er von einer Frau angesprochen worden sei, um zur kommunistischen Partei überzugehen; sie habe ihm auch gesagt, in jenem Keller sei etwas zu machen. Der Staatsanmalt glaubte, man habe E. wegen seiner geistigen Minderwertigkeit vorgeschickt, die eigentlichen Täter hätten abseits gestanden. Drei Monate Gefängnis war die Strafe. Kaffee Ktlantic. Im Herzen der Kölner City, in dem verkehrreichen Winke! Hohe Straße, Wallrasplatz und Komödienstraze, ist der Gaitlichkeit ein neues heim erstanden. Manche der früher nicht nur von Fremden, sondern auch von dem einheimischen Publikum lebhaft desuchten Gaststätten dieser Gegend, wie Kafsee Palant, Kaffee Monopol, WestminsterHotel, Bayerischer, Europäischer und Belgischer Hof haben ihren Betrieb eingestellt, da die Räumlichkeiten anderen Zwecken verfügbar gemacht werden mußten. Der ehemalige Simpel=Automat neden der Stollwerck=Passage ist jetzt in nenzeitlichem Stil zu einem Kaffeehaus ersten Ranges umgebaut worden. Die von einer Mitte galerie gekronten Säle sind mit geschmackvoller Raumkunst zu einer einheitlichen Halle verbunden und auf die an der Rückwand aufsteigende Orchesterbühne als die gleichsam offene Seite des Hauses gerichtet worden. Die künstlerische Leitung lag in den bewährten Händen unseres Regierungsbaumeisters Moritz, während den Archktekten Betten und Stahl sicht des bekannten Düsseldorfer Wirtshausunternehmers Funke, das neue Unternehmer dem mittleren Köiner Bürger ad mit seiner Familie bei angrme#en Preisen dienstbar zu mach:: * Keine Vern— vor 8 Uhr! Nachdem einige Bäcker und Brotfabriken dazu übergegangen sind, das Verbot der Nachtarbeit zu übertreten, um möglichst frühzeitig frische Brötchen abgeben zu können, hat sich der Oberburgermeister veranlazt gesehen, zu verbieten, daß Brötchen vor 8 Uhr vormittags verkauft werden. Zuwiderhandtungen haben gerichtliche Bestrafung und Schließung der Betriebe zur Folge. *„Geh' nicht an den Rhein“, hatten Ortskenner dem Franzosen Henry B. geraten, aber dieser schlug die Worte in den Wind und ging erst recht in das Kölner Apachenviertel zwischen Markthalle und Sankt Martin. Im Automobil fuhr der Franzose von Kaschemme zu Kaschemme. Es wurde Wein über Wein vorgesetzt. Damit die Zeche anschwelle, wurden heimlich frischgefüllte Gläser unter den Tisch in einen Eimer gegossen. In der Lintgasse wurde der Zecher überfallen und um 1000 A beraubt. Ein sogenannter Kaufmann Waldemar L. aus Ulm, der Schlosser und Gitarrenspieler Wilhelm St. aus Kalk und ein inieuerfauter aud Utalion murhon furz nach hor Tat im und setzte gegen L. und St. je 9 Monate wegen Hehlerei fest. Der Italiener kam frei. * K. K. V. Constantsa. In einer kürzlich stattgefundenen Mitgliederversamm ung des Kath Kaufm. Vereins Constantia e. V. sprach Rechtsanwalt Dr. Dünner über Arbeiksrecht und Schlichtungswesens, Redner legte den Aufbau des g samten Arbeitsrechts dar, ausgeh nd von den Vorkriegsverhältnissen in Bezug auf das damalige Wirtschaftsleben sowie das seinerze tige Arbeitsrecht, übergebend auf die Umgestaltung 1918 und die dorauffolgende Gesetzgedung in Bezig auf das gesamte Arbeitsrecht und Siblichtungs= wefen. Als zeitweiliger Vorsitzender des Schlchtungsausschusses konnte er auch über dies's.biet interessante Darlegungen geben. * Volkobildung in Mütheim. In dem letzten der vom Realgomnasium veranitalteten populär=wissenschaftichen Vorträge bedaudelte Stud=Rat Wenn Wolfram von Eschenbach Nachdem er en Lebensbild dieses größten Epikers des deutschen Mittelalters gezeichnet und darauf hingewiesen, daß in diesen Tagen 700 Jahre seit seinem Todestag vergangen find, wandte er sich seinem Hauptwerk, dem Parzival, zu, das etwa 25000 Verse umfaßt. Redner schilderte die Entw cklung der in ihm dargestellten Sage in der drei ursprünglich selbständige Bestandteile, die Parzival=, Artus= und Gralssage, zusammengeflossen sind, und beleuchtete weiterhin das Verbältnis der Dichtung zu dem gleichnam gen Werk des altfranzösischen Epikers Chrestien de Troves. Zum Schluß seiner fesselnden und mit lebhaftem Beifall ausgnommenen Ausführungen streifte er noch die musi'dramatische Weiterentw allung des mittelhachdeutschen Evos in Richard Wagners Parsifal.— Im nächsten Winter sollen die Vorträge fortgesetzt werden. * Semmlung für Oberschsessen. Eine unter den Angestellten der Firma Felten u Guillegume Carlswerk.=G. veranstaltete Sammlung zum Besten des oderschlesischen Abstimmungsfonds ergab die Summe von 4758 M. Die Nachwahlen zum Reichstage. Mit der Nenwahl zur preußischen Landesversammlung wurde in Ostvreußen und Schleswig=Holstein die Wahl für hon elraschale ausgesetzt worden ist. Das Ergebnis bedeutet wie die Haup wahlen einen Gewinn für die Rechtsparteien und Linksradikalen aus Kosten von Mehrheitssoziafisten und Demokraten. Die Zusammensetzung des Reichstags ist danach jetzt folgende: Die Gesamtzahl der Abgeordneten beträgt gegenüber 466 nunmehr 469. Dem Besitzstand der Parteien auf Grund der Hauptwahlen fügen wir rechts ihre heutige Stärkeziffer hinzu: Deutschnationase 66 71 Deutsche Volkspartei 62 65 Zentrum 67 68 Hannoversche Landespartei 5 5 Bayrische Volkspartei 21 21 Bayrischer Bauernbund 4 4 Demokraten 45 40 Mehrheitssozialisten 113 108 Unabhängige 59 61 Kommunisten 24 26 466 469 Kirchliches * Die neuen Kardinäle Dr. Faulhaber(München) und Dr. Schulte(Köln) emofingen, wie aus Rom gemeidet wird, umgeben von zahlreichen Erzbischöfen, Bischöfen und anderen hervorragenden kirchlichen und weltlichen Persönlichkeiten, den Kardinalstaatssekretät G sparri und zwei Zermonienmeister, die ihnen orreziell die Verleihung des Kardinalstitels mitteilten. Jahlreiche Dipkomaten und andere Persönlichkeiten überbrachten den beiden neuen Kardinälen im Lause des Nachmiktags ihre Glückwünsche. 9. März 1921 Abend=Ausgabe klochmals die Steuervorlage d. Verwaltung Als am 24. Februar im Stadtverordnetenkollegium die Steuervorlage der Verwaltung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt worden war, wandte sich in der Rhein. Volkswacht(Nr. 83 vom 26. Febr.) gegen den Vorwurf der Steuerscheu ein Zentrumsstadtverordneter. Er gab zur Begründung seiner Auffassung, daß die geplante Steuer nicht sozial sei „ und Kinderreiche hart betreffe, eine Aufstellung von Steuersätzen. Es ist dem Einsender ein Irrtum unterlausen. Er hatte übersehen, daß die Besteuerung reichseinkommenfreier Beträge über 1500 M nur mit der Hälfte zulässig ist. Das städt. Presseal gab dazu eine tabellarische Richtigstellung, die wir am 2. März veröffentlichten. Es ist natürlich ganz unberechtigt, dem Zentrumsstadtverordneten, der uns seine Zuschrift sandte, zu unterstellen, er habe bewußt und zum Zwecke der Irreführung „ mit falschen Zahlen gearbeitet. Der Versuch, aus solche Weise „ nachträglich Stimmung gegen die Vorlage machen zu wollen, ware unehrich und zugleich unsinnig gewesen. Das erste verbieten dem Einsender seine Grundsätze, das zweite seine Klugheit. Irren bleibt immer menschlich; es wird umso verständlicher, je weniger Zeit jemand hat, sich mit einem an sich unübersichtlichen Zahlenmaterial zu befassen. Ob die Aenderung der Zahlen alle Schlußfolgerungen über den Haufen wirft, die der Artikelschreiber aus seiner Zusammenstellung zog. kann einstweilen unerörtert bleiben. Vielleicht bietet sich bald erneuter Anlaß, die Wirkung einer solchen Steuer eingehend zu prüfen. Es wurde uns mitgeteilt, daß die Verwaltung sich bemüht hat, noch einmal eine Terminverlängerung für das Recht der Gemeinden, die Steuer zu beschließen, von der Regierung zu bekommen. Allerdings geschah das vor dem 7. März dem Tage des Bruches mit den Alliierten. Ob man sich angesichts der im besetzten Gebiete neugeschaffenen Lage übermäßig zu beeilen hat, neue Steuern flüssig zu machen, kann bezweifelt werden. Vielleicht war in diesem Sinne die Ablehnung am 24. Februar sogar ein glücklicher Zufall. Gleichviel, der Oberbürgermeister scheint den Gedanken. die e, möglich zn. erneut einzubringen, noch # n i c h t a u f g e g e v e n z u h a b e n. S i e w i r d d a n n w i e d e r z u n ä c h s t d i e u bieber“ fätt uichou.: hes chäftigen. Ob mit anderem Erfolge als bisher, läßt sich nicht voraussagen. Soviel nachträglich bekannt Bird,=Sehuie. die, Mehrheit der Kommision in den Sitzungen von . ezember und Januar die Besteuerung des reichseinkommensteuerfreien Einkommens grundsätzlich ab. Das geschah nach Peistr„Iseumndigzeg, auch troß veränderter Sachlage, das heäht isg deu sich Env. Ignuar die Zuversicht der Verwaltung, man werde di. Iteuer nicht brauchen, als trügerisch erwies. Es sollten eventuell andere Steuervorschläge gemacht werden. Aus Pisch de Pc g% Eblehnung konnte die Verwaltung viel### herleiten, von der Zusammenstellung übersichtlichen Materials zur Beurteilung der Wirkung der Steuer avzusehen. Schade nur, daß auf diese Weise die Gesamtheit der Stadtterorh##en auch ohne dieses Material blieb. Viele Stadtverordnete hätten es gern gehabt, weil für sie die grundsätzliche Ablennung nicht in Frage kam. Als die Vorlage in die Frakbetrofien ur 4 k sich saogtung gewiß überall die: wer wird verroffen und läßt sich die Zustimmung zur Vorlage aus sozialen wrst. Sp1 kten heraus verantworten? Die Antwort konnte nur seht unzulanglich gegeben werden und daraus erwuchs der Ein . a der Aeberrumpelun. Die Folgen dieses Eindrucks sind bekannt. wir schilderte, sie in unserer Morgenausgabe vom „ arz(Nr. 93 der Rhein. Volkswacht). Wos wir dort von der Behanhlung der Frage in der Finanzkommission mitteilten, wird oben a. gebene notwendig ergänzt, denn es konnte der wenig daran, daß der ablehnende Beschluß im Plenum mit-.:3. C osr.) ldie i uicht ganf sbersise dr Vernat ten ließen, übersichtliche 3. Desie at, wie wir uns berichSsciheis elsies Asiae chehat heue sheleieh #, aus dem Wege zu raumen. Das ist gut: es sagen, solche Aufstellungan eruar grschehen, aber Leute vom Fach ., Jung ernt„Ausschusses für Jugendherbergen im Rheinzur körzersichen und sitlichemn Ertichtigung dae aurcheu pugen en den Rheinlanden zu sördern. vlanen auua des deutschen Voits an der Juzend und am Wandern beteilint urd Venine, einen Zweigausschuk sier gu /aa. Grdgen: Verbänd zu grinden Nach dem Vorh=), des Verkandes für Dusche. en. geldherbergen in Altena i. W. sollen überall Blaik omte unter Leitung verenwertlicher Sr 3leden für die gelich= und weibliche Zugend einaun.3; aurgr wardernde mannsoll das Kopfgeld erschwinslich sein und ernaz 1 ae anderwärts Das gemeinsame Unternehmen macht# Alter. in der Partei ader der Resiagaa1g keinen Unterichied im .n Minschen frühzesig nach sahrbunder,=Jangn und Irrfahrt zu einer bleikgreiggger Entkftremdung Versöhnung mit der Natur m.45#nidung und reinster, Lebensfrude und Schaffenslust. g. Ten stemdssihigster Lebenskuft soll die Paur aus Junadorn widergenach wergen. en arm und reich bieten. Duirch nichts min die Itugendberberrm. 11 Uhr, im Gürzenich erfolgende Gründungs=Veresti, hes, Alsctaist, de o, son Veirichmecdrngei Für die is tein ä chen ainz und„##den kom feimsthien hr Reife, ur. de recusrhzzn'schen Teile der Rheinprovinz und kür die in Scarit#shischken Konsulat in Düss.ddorf erteilt sa:####schleuen Abstimmungsberechtigten geesandte Simm... Ab timmung die aus der Heimat zu: uhn bucer umd geseicer... Odm tsura, 10. Maa, abrnds.15 Gonstemn Verenn Se chöff der vom kath. maufm„urm um angekundiche Vortrag von Dr. Etei. Prof. n der Umwersität Köln statt uoer: Staat und Kirche in uio dohwong zur uufenr Vegenauert doiß wie ana besonders 93 de, Feeren eigz ewoihgen Trennumn von Slaut und Airche Huereste ermrnge ceho 10. März, abends Ais Jn.... zim Donnerstag, den Lesrteheaschts= Aisesekniczte mutens Vereias sunt ui der Jahresbericht, Kassenbericht und Neuwahl des überaus wichtigen Veranstaltung werden alle unsere Mätglieder ebenso dringend als herzlich eingeladen 199, Die, Pandolinen=, rchester=Ggseuschaft veranstaltet am 17.Juli .. im Gu: Im einen Deutschen Mandolinen=Wertstreit. bei Jomana, Köln=Ehrenfeld, Rücksicht auf die äußerst vielen boi der Zweigstelle des Reichswanderungsamtes. Köln, Breite Straße 78 einMexiko wird Prof. Dr. Quelle von der Unwersität Bonn im Großen Saale der Bürgergesellschaft zu Köln am 16. März 1921 abends 7½ Uhr einen Vortrag über das nördliche Mittelamerika isder erschntert. .: Der Kölner Bezirk Gabelsbergerscher Stenographen hielt seinen Frühjahrsbezirkstag, verbunden mit einem Wettschreiben bei dem zwei Gipfelleistungen. bei 300 und 400 Silben, gezeigt wurden, am Sonntag in Lindentyal ab. Die Tagung war gut * Aus dem Reich der Kindergärtnerinnen. Im Festsaal der Königin=Luise=Schule(St. Apernstraße 53—65) findet am. 10., 11, und März im Anschluß an die staatliche Abschlußprüfung ihres Lehrganges zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen eine Ausstellung der technischen Arbeiten von den Kindergärtnerinnen statt. Ebenso sind die Arbeiten die ce#vergar ntinder im Laufe, des Jahres im Kindergarten stet ausgesteuu. Besuchszent für jedermann von Kanmännische Ausbildung. Es scheint in weiteren Kreisen nicht genügend bekannt zu sein, daß an der städtischen Sapesie alschule, seit langen Jahren eine besondere Handelsklasse mit einjährigem Kursus besteht, deren erfolgreicher Besuch vom Besuch der Pflichtfortbildungsschule befreit. Schüler höherer Lehranstalten. die nach Absolvierung der Untersekunda den kaufmännischen Beruf hab also Gelegenheit. sich sowohl kaufmän nische Kenntnisse anzueignen, wie die Befreiung vom späteren Besuch der Fortbildungsschule zu erwerben, wodurch die Erlangung einer Lehrstelle wesentlich erleichtert wird. Durch Auf= und Abspringen sind während der letzten drei Monate beim stadtkölnischen Bahnbetriebe 12 Personen ernstlich zu Schaden gekommen; 6 mußte ein Bein abgenommen werden einen Darmrit(chwere Gehirnerschütterungen und eine * Gelandet wurde am 2. d. M. zwischen Flittard und Lever kusen eine unbekannte, männliche Leiche. Alter 50 Jahre. Größe Gestalt, untersetzt, Haare blond. Bart kurz geschnitten Gesicht voll, Stirn hoch. Augen grau. Zähne lückenhaft. Bekleidung schwarze Schnürschuhe, graue Strümpfe. weiße Unterhose blau= und rotgestreiftes Hemd. schwarze Weste, schwarze Hose. blaue rbeitsvruse und blauer Nock. Ausschlag am linken Fuß. Sün###e noch einem Jahr. Vor der 7. Strafkammer in Köln gelangte der schwere Einbruchsdiebstahl im Geschäft Quabach in Dünnwald zur teilweisen Erledigung. Am 19.—20. März 1920 wurden in dem Kurz=, Weiß= und Vollwaren=Geschäft Waren im uber 16,000 Mark erstohler. Ein im selben Hause wohnender Mieter hatte, wie sich bei der Gerichtsverhandlung herausstellte, in der Necht die Ture geöffnet, und seine Helfer bei der Ankunft aufgefordert: Ihr könnt hereinkommen, es ist alles be Der Mieter erhielt ein Jahr Gefängnis; zwei schon vorbestrafte Müttäter 15 bzw. 18 Mimnate. Für ein mitangeklagtes Ehenaar aus Ostheim. wurde neuer Termin erforderlich, weil die Ehefreu bei Aufruf ihres Namens— in Ohnmacht fiel. von Wohlfahrts;flegerinnen. Die Wohlfahrtsschule der Stadt Köln entließ wieder 23 Sozialheamtinnen, die die staatli hze Prüfung für Wohlfahrtspflegerinnen best inden hatten. In der Wohlfahrtspflege, besonders in der Gesundheitsfürsorge, besteht immer nach Mange! an gut aufgebildeten Hilfskräften. I folgedessen hat die Wohlfahrtsschule neven ihren regelmäßigen Lehrgängen im abgelaufenen Jahre noch einen Hilfsfürsorgerinnenkursus von sochs Monaten, und einen dreimonatigen Ergänzungslehrgang, ferner einen Sonderlehrgang für Arbeiterinnen abgehalten. Nach den neuen Bestimmungen dauert die Ausbildung auf der Wohlfahrtsschule zwei Jahre. Das neue Semester beginnt am 5. April. Auskunft über die Aufnahmebedingungen in den Shefreg strare 3. 11—12 Uh., außer Mittwoch und Samstag, * Kath. Shulorganisation Köln=Nord. Heute abend 8 Uhr wird im großen Saale des Agneshauses, Weißenburgstraße 1, ein Vortrag über die Frage: Warum fordern wir die konsessionelle Schale? von Stadty Lehrer Löns gehalten. Alle Mitglieder der Vereinigung u. Freunde der konfessionellen Schule sind herz ih eingeliden. 6419= * Freigegebene Züge für Monatskarten. Die für die Inhaber von Monats= und Monatsnebenkarten einschließlich Schülermonatskarten seit dem 1. Juni 19••0 gesperrten, zwishen Köln—Mainz und umgekehrt verkehrenden=Züge Nr. 162, 350, 177 und 303 werden mit dem Z it punkte des Inkrafttretens des neuen Fahrplans am 15. März 1921 wieder freigegeben.—, Mul * Neue Dienststellenbezeichnungen. Zu den bei der Eisenbahn schon massenhaft bestehenden Bezei hnungen der Dienststellung kommen demnächst noch weitere hinzu und zwar: Oberbahnwärter, Oberwei henbabnamtmänner uin * Verkehrstruppentag. Aus Anlaß der Wiederkehr des 50. GrünEisenbahntruppen adet der Verein ehem. KamePerr.#r..n zu dem am Samstag, den 21. Mai, in Berlin (Neue Welt), Hasenheide, stattfindenden Verkehrstruppentag ein Gäshenstraße ga stzenden des Verein., Jacge, Berlin=Schöneberg, * das„Flaggen“ mit Wäschestücken an straßenwärts gelegenen Fenstern ist retboten, ebenso das Afstellen von nicht genügend befestigten Gegenständen an Fenstern und Balkenen, die durh Fall Vorübergehende beschädigen können. Im Januar und Februar sind wegen derartiger Uebertretungen 57 Personen zur Anzeige gebracht. Spitzbubenstreich. Klettenberg haden Spitzbuben ausfindig ingellettung nicht arbei#.nd 135 Seite 3 Grund von Hastbefeblen woe Z4. serner“ Fragenaazesagen 1 U71 451 n Gewahrsam genomme 34, gerner 133 Frauensgersoten wezen ase ce e cäce esce ece säce igge Zahre„gesessen“ habe.us krugen, bag aesenschas.n 11: Marz, abends.30 Uh., im großen Saale der LeseGewuchert, betrogen— nicht bestochen. Das Urteil. das Krteil aap.4ps Rutze= 1u ununterbrochener Sitzung gefallt. Unter Publikationsanordnung wurde e len des vta, Gesängn., 2000u, N. Gelbskase und Konse= ashcse scscchiceces Besiechung Angellagten, Oertel und Bauer, wurde freisore Seschtolei Hegesel, best au Pertzen sel. Jotaorf. seil feizsprechet Sooo We. tosten.— durste lon der ganze Vorfalt 7. bis Im neuen Kreistag Köln=Land hat das Zentrum mit 15 Vertretern von insgesamt 28 gewählten es sescheh escche besc de ieshesiche Peie Cir eihre s Wahlergehung umSochonj. Lani dem amtlichen geonis wurden insgesamt 38.039 gültige Stimmen gngegepen Hiewvon entfallen auf die deursche demokratische Pares ene, Gie Srunsche Volsartei 1925 Stimmen, Drutsch.537 Stimmer Jer... Scumm, Sozialdemokratische Parei 55# Stimmen, Vereinigte Kommunistische Partei Deutschlands 2674 Summen, Zentrunspartei 20.322 Stimmen. gemacht, in welchen Häusern die Klingellettung nicht arbeitete und ge en sich de. Ehefrauen, in deren Wohnung der Transformator angebracht ist, als Beauftragte der Stadt Köln aus. Sie nahmen den Transformator ab und vershwanden. Verbrecherchrou k. Den in dei Zeit vom 25. Februar bis 3. März festgenommenen Personen wurde folgendes zur Last gelegt: 13 Diebtähle, 4 Einbrüche, 3 Hehlereien, 15 Betrügereien, 12 Unterschlagungen „., 4 Taschendiebstähle, 4 Ladendiebstähle, 9 Eisenbahndiebstahle, 3. Abgeibugg,.1####t, 30 Paßvergehen, 10 Entweihungen aus dem Elternhause, 10 Entweichungen aus der Fürsorge, 11 verbotener mit, unermüdeter Gbuld und selbstloser Liebe, widmete er sich Seiersge, hece Verie he Oorchin verbannt hatte. Grleitet von tiefem Verständnis und feinem Taktgefühl. forschte er nach den Quellen des Niedergangs, suchte das Gute, weckte Selbstschung und hob Mut und Vertrauen. Klar, sicher und woite fie,##t## flchr Perionen und Verhältnisse zu erfassen und aufrechten Charakters für das Rechte einzutreten. In Grauweiler gründete er den Beamtenverein und sorgte als Präses für mauchen gemsitvollen Famisitenabend. Prates „. ucheim,.Mlixz. Für Pulheim und Geyen findet am Freitag, den 11. und Montag, den 14. Mirz eine Jugendoflotaamna Giei mut,#ral Kemmerling, statt, die nachmittags.30 Uhr beginnt. Zu der Tagung hat jeder Enpachsene Zutritt. Nach jedem der verschiedenen Referate ist Ausspracht vorarschen. Der Lriegerverein in Oberaußem veranstaltet am Sonntag den 6. d. M. eine Festlichkeit. Di der Reinertrag dem Denkmalfonds zugeführt wird, ist reger Besuch erwünscht. Der Gemeitderat von Ping dorf=Bado######maß nach den VerMirzehar.s kelbftänd ianzkommisian die Schulen in Pingsdorf a= selbständiges System von dem Schulverbande Badorf zu rennen. Man sprach einstimmig den Wunsch aus. den Lehrer Schmitz von hier zum Hauptlehrer zu ernennen. Für die Instandsetzung der Hauptlehrerwehnung wurde ein Kredit bewilligt. Die Arbeiten sollen von einhetwischen Arbeitern ausgeruhrt werden.80 Ein Ortsausschuß für Jugendpflege in Kierherg=Seide wurde hier gegründet, dessen Vorsitz Lehrer Zimmermann übernommen hat. In er zu ovigem Zwecke einberufenen Versammlung wurden in reger AusVrrhiltnisse, gerer Inzend erörtert und die Mittel und „rachen, die die Juzenduflene hier zu beschreiten habe Anglückefall. In Porz spielte ein achtjähriges Kind mit Säitess das giog Scrapelzünde.. Dieser entlud sich und * Der Porzer Gemeinderatssitzung wohnte auch Landrat Eberhard bei. Auf eine Anfrage um Auskunft über das Gemeindewirtschaftsamt wurde mit#eteilt, daß in Kürze ein Abschluß vorgelegt werde. Ein vorläufiger Abschluß im August 1920 habe einen Fehlbetrag von 213799 M. ergeben. Im Prinzin der Anstellung eines Baukontrolleurs im Nebenamt zugestimmt „.####ne Bensberg beabsichtigt beim Kreis die ganzamtliche Anstellung eines Baukontrolleurs zu beantragen. Die Kosten sollen auf alle Gemeinden umgelegt werden. Der Landrat hielt den Vorschlag Bensbergs für empfehlenswert. Zu den Bemängelungen des Systems der Verpachtung von Gemeindeland Mindkerbemiteiten hingen.# die Parzellen überall den Minderbemittelten zugeschlagen worden seien, auch wenn die Betreffenden nicht Höchstbietende gewesen seien.— Unter starker Beteiligung der Industrie hat sich hier eine Gemeinnützige Siedelungsgenossenschaft gebildet. Der nachgesuchten Bevon 50000 M. Anteilen. Über5 :: Sitzung tagte eine Versammlung, die sich mit der der Schließung der höheren Schule befaßte Zum Schluß der Gemeinderatssitzung wurde eine dort gefaßte Entschließung verlesen, die scharfen Protest gegen den Gevom Januar betr. Schließung der Anstalt erhebt und die Aufhebung dieses Beschlusses verlangt. Seite 4 Nr. 105 Kölner Konzerte. Recht kunterbunt nahm sich die Vortragsfolge des 11. Gürzenichkonzertes aus. Der Jungen einer, Bodo Wolf, dessen Bekanntschoft in dankenswerter Weise der regsame Tonkünstlerverein anläßlich seiner letzten Morgenfeier vermittelte, machte den Anfang. Am Dirigentenpulte die Zügel selbst mit Energie in die Hand nehmend, tummelte er den prustenden Pegasus seiner dröhnenden=Dur=Ouvertüre mit großem technischen Geschick. In den lebhaften Teilen des in Köln zum ersten Male aufAbend=Ausgabe Mittwoch, 9. März 1321 Kunst und Leben geführten Werkes herrscht ein rhythmisch=störrisches Thema vor: junkerlich stapft es in hohen Juchtenstiefeln einher. Die langsamen „ r. C u t. t 6 2 1 1. 4. A s 1 r. lyrischen Episoden atmen musizierlustige Landluft. Virtuos ist die Schlußsteigerung, die auf den breiten Fundamenten des Luther9. Mte Gu„„„„„ chorals ruht. Doch fehlt dem9 Ganzen trotz aller genialisch sich gebärenden Kraftäußerungen die mit ehrlichstem Kunsteifer und unverkenndarem Enthusiasmus gewollte Größe und Hoheit des Brucknerschen tief ethisch fundierten und wie hier nicht vorwiegend ästhetisch orientierten Pathos. Es folgte das=Moll=Klavierkonzert mit Streichorchesterbegleitung von Joh. Seb. Bach(1685—1750) in der freien Bearbeitung Busonis. Die herzlich begrüßte Frau Elly Ney=van Hoogstraten(Vonn) spielte es sehr gemessen, mit verhaltener Glut, vielleicht mit auzu bewußter Reserve und klassisch kühler Profilierung aber immer mit technischer Bravour und hoher Geistigkeit " üder inmer mirt Nchisch, eensen. künstlerisch bezwingenden Ausdrucks. Am tiefsten wirkte das des runserisch Gezwingenden Undrenur, Aneser..==„„ rezitativisch singende Adagio, eine Johannisbotschaft, die den Wei sen der bevorstehenden Passionsmusik würdig den Weg bereitete. Das offensichtlich zu stark besetzte Orchester wirkte zu wenig kammermusikalisch und tat in satter Tongebung im Vergleich zur Sanftmut predigenden Solistin des Guten zuviel. So itt die Wiedergabe gerade dieses uns besonders lieben Kernstückes des Programms an einer den Genuß trübenden, mangelnden Uebereinstimmung der ausübenden Faktoren. Nach der Klassik des Urvaters der musikalischen Moderne wirkte die Erstaufführung des reizenden Rondos für kleines Orchester von Heinz Thiessen gedonklich etwas kleinformatisch. Es ist aber trotz seines sein übertünchten Eklektazismus nicht ohne sympathische Persönlichkeitswerte. Das Hauptthema blinzelt vershmitzt Straußisch aus lustigen Till=Euenspiege=Aeuglein. Das amüsante Seitenthema mit dem Juchzer schielt etwas nach der Brucknerschen Schelmenweis aus dem 4. Satz der 3. Sinfonie. Gepflegte Kammermusikalität spinnt das zarte Idyll des langsamen Mittelteils ein. Die Instrumentierung, die geschickt getupfte Kleckser aus den Farbtöpfen des gemäßigten Expressionismus mit Maß und guter Wirkung verwendet, sei besonders lobend hervorgehoben. Das anmutige Werkchen, ein musikalischer Max=und=Moritz=Streich, fand recht beifällige Aufnahme. Von stärkster Publikumswirkung war die darauf mit Schwung und Ueberschwang von Fr. Rey gespielte Wanderer=Phantasie Schuberts— leider in der veräußerlichenden Verarbeitung Franz Liszts. Der zweite Teil des Progromms war der hier schon wiederbotr ausgeführten=Moll=Sinfonie Glazonnows(Werk 58) eingeräumt. Wir wollen nicht verhehlen, daß uns ein waschechterer Russe, und seien es Tschaikowslis Standardwerke, lieber gewesen wäre. Aber es gibt doch noch so viel Oestliches, was in Köln noch nicht gehort wurde und sicherlich ein ungleich stärkeres Interesse für sich in Anspruch nehmen würde wie diese zwar mit Meisterhand geformte, aber inhaltlich wenig ergiebige Epigonenarbeit: ein Allegro passionato im Schlafrock. ein Thema mit Variationen voller Gartenlaubenromantik wo einzig die Balalaika=Imitation eines Notturno slawisches Lokalkolorit aufweist, ein bleiches Intermezzo und ein Finale, das lediglich durch seine kapriziöse Rhythmik die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Die Wiedergabe war von der ersten bis zur letzten Note von blankster Politur und großem Glanze. Hrn. Prof. Herm. Abendroths direktionstechnisch überlegene Feldherrntugenden wurden nach Gebühr mit stärkstem Beifall gefeiert. — H. L. * Der 91. Kölner Volksbildungsabend, veranstaltet von den christlichen Gewerkschaften und katb. Arbeitervereinen der Stadt Köln, findet am Sonntag den 13. März. abends 7,30 Uhr, im großen Gürzenichsaale statt. Es gelangt die Pass onskantate Golgatha, nach Worten von E. Lülmann, für Solostimmen. Chor und Orchester von E. A. Lorenz(Stettin), Op. 65, zur Aufführung. Mitwirkende sind: Frau Emmy Jürgensmeyer(Berlin), Mezzosopran, Maria darstellend: Hr. Willy Dicks(Köln), Bariton, Jesus darstellend: Hr. Franz Legrand(Köln), Tenor der gemischte Chor der Kölner Bürgergesel'schaft, der n den Schlußchören des ersten und dritten Teiles erheb ich durch Herren des MännerGesang=Vereins Kölner Sängerkreis verstärkt wird Ferner der Loreley=Schülerchor(Leitung Hr. Rektor Douvern); das Kölner Orchester mit 36 Musiker und Hr. Karl Sattler Orgel). Die Leitung des Abends liegt in den bewährten Händen des Dirigenten des gemischten Chores der Kölner Bürgergesellschaft, Hrn. Jos. Schmeiser. Programme zum Preise von 3 4 sind bei den Vereins= und Organisationsvorständen. den Vertrauensleuten sowee auf den Arbeitersekretariaten Köln, Venloerwall 9, Zimmer 17/18 und Mü'heim. Danzierstr. 112 sowie auf dem Kartellsckretariate der christlichen Gewerkschaften, Venloerwall 9, Ziminer 1 zu haben. Textbücher und Musikführer sind am Saaleingang zu haben * Auf Einladung der Gesellschaft der Künste wird am Sonntag, den 13. d. M. vormittags 11,30 Uhr. in den Agrippina=Lichtspielen Hr. Dr.#arl With einen Vortrag halten über Aslatische Monumentalplastik. Der Redner ist in Köln bestens bekannt durch seine Vorträge über Javanische Kunst, die im vorigen Jahre großes Interesse gefunden haben. Es wird ein reichhaltiges Lichtbilder=Material zur Vorführung kommen. * Mathias Lempertz in Köln versteigert vom 16. bis 19. März die Antiquitäten=Sammlung A. Souheur(Aachen), die ihre Hauptbedeutung in den prächtigen, zum Teil einzigartigen deutschen und französischen Möbeln des 18. Johrhunderts sowie n ihren Fayencen hat. Unter letzteren befindet sich eine Anzahl polychromer und'auer Delft=Erzeugnisse, wie sie heute nur selten noch angeboten werden. Die Sommlung umfaßt außerdem zahlreiche Holzskulpturen, eine Reihe schöner niederländischer und Augsburger Silberarbeiten, mehrere Gobelins des 17. Jahrhunderts, deutsche Porzellane, besonders sehr schöne chinesische famille=rose=Arbeiten, Bronzen, altes Zinngerät.— Ueber die Sammlung ist ein Katalog mit 14 Taseln Abbildungen erschienen * Im Konzert des Quariettvereins Ostheim am Sonntag. den 27. Febr., sang dieser unter Leitung seines Dirigenten J. KurtenSAE bach Chöre von Wülfing, Zöller, Bungart u.., außerdem. verstarkt duich den Pfarr=Cäctlien=Verein Köln=Merheim, den schonen Chor Rudolf von Werdenberg von Hegar sowie Am schonen Rhein von Hansen. Den Schluß bildete die Aufführung der Operette in zwei Akten Seemannsliebe=Geemannslos von Marcellus. Die Begleitung lag bei Karl Hennes in sicheren Händen. * De. Wilhelm Leyhausen wird am Freilug, den 11. März, im Großen Saale des Gürzenich einen Vortragsabend mit ausgewähllen Gesängen aus dem Ribelungenlied geben. Das Programm enthält u. a. Kriemhildens Traum, Siegfrieds Abschied, Jagd und Tod; die Ankunft der Burgunden bei den Heunen und ihren Tod. Leyhausen leat seinem Vortrag die Übersetzung von Carl Simrock, die er selbst überarbeitet hat, zugrunde. * Balladen=Abend Börries von Münchhausen. Die Literarische Gesellschaft hat für den letzten diesjährigen Vortragsabend, der am Freitag, den 11. März, abend. 8 Uhr, im Weißen Saale der Bürgergesellshaft stattfindet, den Schriftsteller Borries, Frhr. von Münchhausen, gewonnen, der eigene Balladen und Lieder vortragen wird. Kaum einem der Dichter unserer Zeit war der gleiche Erfolg beschieden wie Börries von Münchhausen, der als Hauptvertretet der zeitgenössischen Ballade diese psychologisch vertiefte und zur Weltans hauungsballade ausbildete. Und zwar ist er der Meister der dramatischen Ballade. Münchhausen wird in zwei Abteilungen ernste und heitere Dichtungen zum Vortrag bringen. Kleil Stidk Kleil Des Dolkes Stimme Kam Das Wohlfahrtsamt des Kreises Mülhelm a. Khein antwortet auf den Sprechsaalartike!„Höflichkeit auf dem Wohlfahrtsamte des Landkreises Mülheim am Rhein“ in Nr. 98 vom 4. März, wie folgt: „Unterstützungen und Darlehen aus der Volksspende für Kriagsbeschädigte und aus den zur Verfügung gestellten Reichsmitteln dürfen nach den geltenden Bestimmungen nur Gann###währt werden, wann Bldürftigkeit vorliegt und wenn diese Bedürftigkeit auf die Kriogsbischältigung zurückzuführen ist. Im vorliegenden Falle wu#h# nach einzehender Prüfung von der Fürsorgestelle entschieden, daß der gforderte ursächliche Zusammenhana zwischen Bedürftigkeit und Kriogsb schidigung nicht bestehe. Die Fürsorgestelle war vielmehr der Ansicht, daß der Antransteller ohne triftigen Grund seinen Beruf gewechselt habe und es sein eigines Verschulden sti, wenn er jetzt nur 565 M. Gchalt und 400 M. Aufwan#stschädigung monatlich erhalte. Der gernate Absatz 2 Kom geiup ter ans weiß sätz n, G Schreibens vom 17. Jonuar 1921 sollte demnach lediglich eine Begründung, keine Belehrung sein. Daß die Fürsorgestelle sich bereit erklärt hatte, einen größeren Vorschuß auf die vom Versorgungsamt nachzuzehlende Rentenerhöhung zu gewähren, erwährrt der Beschwendeführer nicht. Der gag#bene Weg wäre eine Beschwerde an den Beirat der Fürsorgestelle, bzw. an die Hauptfürsorgestelle in Düsseldorf gewesen.“ mit 3 29.75 18. De ember 1220(1) wurde das Pensionseraanzungsgesetz verabschiodet und bis beutte loncn viele ud altgdiente Lute noch vennblich auf Auszabluing der ihm zuerkannten Beihilfen. Den zuständ####n Behönden sei hiemnit die Bitte ausgesprochm, uns bald zu helfen. Es ist dieses ein sehr dringendes Bedürfnis. Ein Ponsionär. Komi Weidenbach Kommunion-Hüte * 18 113. — Berg Frühjahrs-Neuheiten in Burschen- und .J5 sführ. 6 ( 24 in reichhalt. 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Stock des Stadthauses an der Gürzenichstraße während der Dienststunden zur Einsicht offen und können daselbst, solange der Vorrat reicht, gegen porto= und bestellgeldfreie Einsendung von 15.00 M. bezogen werden. Die Zeichnungen liegen auf dem Büro, Köln=Deutz, Graf=Geßler=Str. 4, I. Stock, zur Einsicht aus. Die Angebote sind verschlossen, portofrei und mit entsnrachender Aufschrift versehen bis spätestens Mittwoch. d. 21. März 1921, vo— k, nach Zimmer 23., II. Stock, des Stadthauses einzureichen. 3 Die Eröffnung findet am gleichen Tage um 11¼ Uhr vorm. in Gegenwart der erschienenen Anbieter in Zimmer 337, III. Stock statt. Köln, den 7. März 1921. Tiefbau=Amt. Kaualdan=Abteilung. Fernsprecher A6239. renen Straßen des Stadtgebietes stand=arbeiten sollen öffentlich verdungen werden. Die Verdinghefte liegen im Zimmer 333, 3. Stock des Stadthauses an der Gürzenichstraße während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebotsvordrucke können daselbst, soweit der Vorrat reicht, gegen portound bestellgeldfreie Einsendung von 5 M. bezogen werden. Nähere Auskunft erteilen die Bezirksbaubeamten in Köln=Ehrenfeld, Lindenthal und Kalk. Angebote sind verschlossen, portefrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis 30. März 1921, vorm. 11 Uhr, im Zimmer 233 des Stadthauses einzureichen. Die Eröffnung der eingegangenen Angebote findet am gleichen Tage um 11¼ Uhr vorm. in Gegeowart etwa erschienener Anbieter im Zimmer 333 statt. Köln, den 8. März 1921. d Tiefbauamt. Straßenbauabteilung. hne Versteigern *.33 Im freiwilligen Auftrage versteigere nehmig. d. Pr. St. V am Donnerstag, 13. vorm. 10 Uhr und nachm. 2 Uhr, in meinen ich mit März 19 Auktionshallen Große Witschgasse parterre und 1. Stock öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung Speisezimmer in Büfett, Kredenz, Ausziehtisch und 6 Stühle mit Le# polsterung. Erstkl. Arbeit, Speisezimier in Eiche Bezugsr M..00 geschäftu. 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