or. gen: mbusch ali) Hannover czera osnien Kutschke ameister igskampf lien rogramm. e 8¾ Uhr. 7 ttags 3 Uhr gkämpfe. derlieb. Mädche für bess. kleinen Dr. Heinrich. tz. Sandtplatz 10. 23 105 em 1P. em, sen. ch vier toein. der chsse Nr. 10= 35. Jahrgang 6 Ulorgen-Rusgabe Samstap, o. Fanuar 192j. sier 10). Bezugspreis: M..00 einschl. Beilagen. Postbezug M..00 einschl. Bestellgeld. Redaktion u. Hauptgeschäftsstelle: Domstraße 6. Fernr.: A 4312, A7777 u. A8714. Zweigstellen: Breitestr. 85, Fernr. A 6636. Mülheim: Regentenstr. 16, Fernr. 940 Amt Mülheim „ 0 Einzel=Nummer 15 Pf. 558 Verhandlungen mit den Beamten. Berlin, 7. Jan.(Eig. Drahtb.) Am Freitagvormittag haben im Reichsfinanzministerium die Verhandlungen mit dem deutschen Beamtenbund und seinen Unterorganisationen begonnen. Gleichzeitig werden auch im Reichsverkehrsministerium die Besprechungen mit den Eisenbahnern weitergeführt. Die Verhandlungen im Reichsfinanzministerium dürften sich allem Anschein nach schwierig gestalten, da, wie wir hören, man im deutschen Beamtenbund mit dem Ergebnis der Besprechungen zwischen den RegieFrungsvertretern und den Eisenbahnern nicht allzu zufrieden ist. Der deutsche Beamtenbund wird dem Finanzministerium ein scharf umrissenes Programm vorlegen, das die Mindestforderungen der Beamten enthält. Es besteht zwischen den Wünschen der Beamten und den Absichten des Finanz= ministeriums insofern ein recht erheblicher Unterschied, als die Beamten erhebliche Aufbesserungen in den unteren Gehaltsklassen verlangen, während die Regirung wie bei den Eisenbahnern Erhöhungen nach dem Ortsklassensystem vornehmen will. Die Beamten fühgren an, daß bei einer Erhöhung in den Ortsklassen die unteren und ein Teil der mittleren Besamten fast gar nicht berücksichtigt würden und daß für sie das Existenzminimum nicht erreicht werde, Wenn auch die Lebenshalung in den mittleren und kleineren Städten, sowie auf dem flachen Lande selbstverständlich erheblich billiger ist, als in den Großstädten so seien die Zuschläge in den Ortsklassen D und E doch so gering, daß von einer Hilfe für die unteren Beamten wohl kaum die Rede sein könne Der deutsche Beamtenbund, der die Vertreter keiner Unterorganisanonen gestern zu einer Vorbesprechung geladen batte, war der Ansicht, daß für ihn die Erhöhung der Zuschläge nach dem Ortsklassensnstem in der vorge schlagenen Form kaum annehmbar sei. Bei den Besprechungen ergaben sich auch gewisse Meinungsverschiedenheiten mit den Vertretern der Eisenbahnerorganis## ionen, sodaß gestern abend noch nicht klar zu erkennen ob die Eisenbahner an den Besprechungen im Finanzministerium teilnehmen würden Nach den bisher in Berlin eingelaufenen Telegrammen herrscht auch unter den Eisenbahnern über die bewilligten Zahlen keineswegs Zufriedenheit. Der Deutsche Eisenbahnerverband, der sich in der schwierigsten Lage befindet, hat zum Sonntag eine erweiterte Vorstandssitzung einherufen um die Ansicht; seiner Mitglieder im Reiche zu hören. Wie uns von zuständiger Seite mitacteilt wird. versicht man von radikaler Seite die Berliner Eisenbahnarbeiter zu einem Streik zu veranlassen Doch ist mit aller Wahrscheinlichkeit damit z rechnen, daß die übermies#nde Mehrzahl der Arbeiter sich hinter die Beschlüsse ihrer Organisation stellen wird Die Mietstener im Reichswirtschaftsrat. „ Berlin, 7. Jan.(Eig. Drahtb.) Der Ausschuß des Reichswirtschaftsrates für Siedelungs= und Wohnungswesen beschäftigte sich in seiner Sitzung am 6. Januar mit dem von der Regierung erneut ## vorgelegten Entwurf eines Gesetzes über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung Wohnungsbaues, in dem teilweise = frühere Vorschläge des sozialpolitischen Ausschusses ausgenommen worden sind 1 Wesentlich abweichend davon ist dagegen die Festsetzung der Steuerhöhe, auf die Oberbürgerin meister Luther als Berichterstatter hinwies. * Fruyer waren 15 Proz. des Mietwertes bei einer Erhebungsd ruer von zehn Jahren vorgesehen. Der „ Regierungsentwurf setzte nur 5 Proz. bei 20 Jah## ren fest Dr. Luther machte geltend, daß der # soziale Sinn dieses Gesetzes ursprünglich der sei. # den durch die Zeitumstände, vor allem durch die starke erhöhte Nachfrage bei geringem Angebot nentstandenen Wertzuwachs für die Allarmeinheit zu erfassen und zur Linderung der Wohnungsnot ### dienstbar zu machen. Das geschehe durch eine Steuer von 5 Proz., mit Gemeindezuschlag keineswegs. So sei zu befürchten, daß ifolge des Mißverbältnisses zwischen den durch die Höchstmieteverordnung künstlich niedergehaltenen Mieten in alten Häusern und den hohen Mieten in Neubauten die ganze WohnungsOrgan der Zentrumspartei Amtl. Kreisblatt für den Landkreis Köln Kölner Local-Anzeiger— General-Anzeiger für die rheinische hauptstadt und fremdenbiatt Ulülheimer Volkszeitung. Deutscher Dank an Spanien. Der Reichsprüsident spanien hatte in zahlbährend des Weltbean Kinig Klfons. Berlin, 7. Jan.(Eig. Drahtb.) Die Deutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Der Reichspräsident Ebert hat durch Vermittelung des deutschen Bolschafters in Madrid dem König von Spanien das folgende Schreiben überreichen lassen: „Das Königreich reichen Ländern, die sich wa. krieges mit Deutschland im Kriegszustand funden haben, die Wahrnehmung deutscher Interessen übernommen. In manchen dieser Länder hat sich infolge ihrer weiren Enffernung vom europäischen Kontinent und der Schwierigkeit der Verbindungn diese Schutztätigkeit bis weit über die Wiederherstellung des Friedenszustandes hinaus ausgedehnt. Es ist mir ein Bedürfnis, jetzt, wo die Schutztätigkeit nahezu wieder vollständig in die Hände deutscher Vertreter übergegangen ist. Eurer Majestät sowohl wie Eurer Mairstät Regierung im Namen des ganzen deutschen Valkes tiefgefühlten Dank ausfprechen für die Bereitwilligkeit, mit der Spanien seinerzeit den Schutz übernommen hat und für die unermüdliche und segensreiche Arbeit, die dem deutschen Interesse von den spanischen Behorden geleistet worden ist, Das deutsche Volk und in erster Linie alle zwangswirtschaft zusammenbrechen werde. Aich sei eine so miedrig bemessene Steuer unwirtschaftlich, da ein Viertel ihres Ergebnisses von den Unkosten für Enzebung und Veranlaguung verschlungen wende und schließlich sei ihr Ergebnis im ganzen undefriedigend niedrig da die bestenfalls einkommenden.5 Millionen Mark höchstens für eine ein= bis zweijährige Bantätigkeit ausreichten und zur Tilgeng und Ver#insung dieses Betrages, der auf dem Wage einer Anleihe aufgebracht werden soll, zwanzig Jahre gebraucht werden. [Die Vertreter der Arbeitarber und Arbeitnehmer konnten sich diesen Gründen nicht anschließen, sondern machten dagegen geltend, daß eine höhere Steuer zur Verteuerung der Erzrugnisse und zu neuen Löhnen führen würde Weder die Bevölkerung noch die Betriebe könnten eime höhere Belastung vertregen. Diter Ansicht schloß sich die große Meyrheit des Ausschusses an und beließ es also bei den 5 bzw. 10 Proz. der Regierungsvorlage. Wesentliche Veränderungen wurden in den Punkten angenommen die über die Verwendung der Gelder und die Hähe des Genmindeuschlages bestimmen. Das Gesetz mit den Abänderungen wunde mit allen gegen die Dr. Luthers als brauchbar erachtet Dr. Luther behielt sich vor, im Plemum des Reichswirtscheftsrates einen Antrag auf Erhöhung des Steuersatzes, agen dessen Niedrigkeit sich seine Ablebnung allein richte, einzubringen. Dann vertagte sich der Ausschuß auf Freitag den 7. Jan. Amerika gegen Frankreichs Kheinlandpläne. Paris, 7. Jan.(Drahtb.) Die Chicago Tribune veröffentlicht ein Kabeltelegramm aus Washinaton, das den Inhalt des Telegramms der Radioagentur über den Standpunkt der amerikanischen gierung in der Frage der evll. Besetzung des Ruhrgebietes bestätigt Die Meldung besagt, im Staatsdepartement hege man den Verdacht, daß Frankreich das Ruhrgebiet zu besetzen und die Rheinprovinz zu behalten beabsichtige. Es werde erklärt, daß Amerika ein solches Vorgehen mit aufrichtiger Besorgnis aufnehmen werde. Die Behauptung von André Tardieu, die Nichtratifizierung des englisch=französich= amerikanischen Schutzvertrages würde Frankreich das Recht zur Besetzung weiteren deutschen Gebiets geben, habe Wilson überrascht. Amerika sei nach der Erklärung des Staatsdepartements für die Erzwingung der Durchführung des Vertrages, vorausgesetzt, das die Ausführung der Bestimmungen möglich sei. diejenigen, die bei den spanischen Auslandsstellen Beistand und Rat gefunden haben, werden Eurer Majestät und dem spanischen Volke die geleistete Hilfe nicht vergessen. Insbesondere drängt es mich aber auch, zu danken für alles, was Eure Majestät persönlich in stetem Bemühen, das Leid der duldenden Menschheit zu lindern, für meine Landsleute getan haben. In stiller Unparteilichkeit sind Eure Majestät dauernd bestrebt gewesen, dort sich ins Mittel zu legen, wo harte Schicksale gelindert werden konnten und viele Deutsche verdanken diesem edelmütigen Eintreten Linderung der Qualen der Gefangenschaft, ja Leben und Gesundheit. Ich weiß mich daher mit dem ganzen deutschen Volke eins, wenn ich Eurer Majestät meine besondere Dankbarkeit für diese Taten der Menschenliebe hiermit zum Ausdruck bringe.“ Dem deutschen Volke sind diese Dankesworte seines Präsidenten tatsächlich aus dem Herzen gesprochen. Die Freundschaft der ritter ichen Spanischen Nation ist uns Deutschen in diesen Tagen der Schmach ein wahrer Trost. Und wenn vor einigen Wochen das führende Blatt der spanischen Katholiken El Debate von Deutschland als einem Stern erster Größe sprach, der ohne Zweifel wieder neu auferstehen worde, und uns versicherte, daß„Deutschland, das zusammengebrochene, aber auf den Schlachtfeldern unbesiege“ in Spanien noch zahlreiche Anhänger u. Bewunderer habe, so ist uns das mit ein Ansporn, alle Kräfte an den Wiederaufbau des Vaterlandes zu setzen. gegen Strafmaße oaß irgend eine BeDagegen sei Amerik nahmen, wenn sich zeige, stimmung des Friedensvertrages unausführbar sei. Amerikanische Sachverständige, auf deren Urteilsfähigkeit das Staatsdevartement sich verlasse, hätten Washington benachrichtigt, daß Deutschland außerstande sei, eine Anzahl Bestimmungen des Friedensvertrages zu erfüllen, mit deren Nichtdurchführung Frankreich vielleicht ein militärisches Vorgehen begründen würde. Kleine Nachrichten. Berlin,.Bez. Nach einer Mitteilung der holländischen Presse beschloß die Vereinigung der Hote besitzer Antwerpens den im Januar erwarteten deutschen Interessenten, die über die Wiederanknüpfung der Handels= und Schiffahrtsbeziehungen mit Belgien verhandeln wollen, keine Unterkunft zu geben.— Wir Deutsche können glücklicherweise ja auch den Rotterdamer benutzen. Berlin,.Jan. Im Westen Berlins wurden heute vormittag erneut Durchsuchungen von Häusern nach Waffen veranstaltet. Das Ergebnis war bis heute mittag noch unbekannt. Berlin,.Jan. Nach der letzten Mitteilung findet die Wiederaufnahme der Brüsseler Konferenz am 15.=nar statt. Reichsminister Simons begibt sich heute nach Essen, um Besprechungen mit Vertretern der Industrie über die Beratungsgegenstände der Brüsseler Konferenz zu halten. Berlin,.Jan. Ein Gesetzentwurf über die Bekämpfung von Schmutz und Schund in Literatur und Kunst befindet sich im Reichsministeri um des Innern in Ausarbeitung. Prag,.Jan. Man beschäftigt sich hier lebhaft mit polnischen Truppenansammlungen. die von der Grenze gemeldet werden und von denen man annimmt, daß sie einen feindseligen Charakter gegen die TschechoSlowakei tragen. Paris,.Jan. Nach einer Havasmeldung aus Athen wurde der vormalige Präsident des Kriegsgerichtes in Atben. Oberst Fatseas, gestern, als er seine Wohnung betrat, ermordet. Der Täter ist unbekannt. Paris,.Jan. Wie der Chicago Tribune aus Washington gemeldet wird, hat Marinesekretär Daniels die Londoner Meldung von dem Plan eines maritimen Bündnisses zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten dementiert. Paris. 7. Jan. Havas meldet aus Konstantinovel: Aus dem Kaukasus, Turkestan und der Anzeigenpreis: Die einsp. Kolonel=Zeise 1,50., dritte u. letzte Seite 1,70., Platzvorschr. 10 Proz. Zuschl., Familienanz. 1,40., Stellenges. nied. Art .20 M. Reklamevreis: Die Kolonel=Zeile 6., zweite Seite 7., Platzvorschrift 10 Prozent Zuschlag, Offertengebühr 50 Pf. Ukraine werden allenthalben Erhebungen gegen die Räteregierung gemeldet. Madrid, 7. Jan. In einem Berzwerksschacht in der Provinz Jaen brach Feuer aus. 23 Arbeiter, die sich nicht rechtzeitig retten konnten, befinden sich noch im Schacht. Die Rettungsarbeiten sind im Gange. Der Reichsfinanzminister im Reichswirtschaftsrat. In der heutigen Sitzung des finanzpolitischen Ausschusses des Reichswirtschaftsiates teile der Reichsfinanzmmister Dr. merrtb in lungeren Ausführungen die Finanzlage und die Deckungsabsichten des Finanzministeriums für das vorhandene Defizit dar. Aus den Mitteilungen des Reichsfinanzministers, die größtenteils für vertraulich erklärt wurden, ging hervor, daß der Etat neuerdings wieder dadurch eine sehr erhebliche Belastung erfahren wird, daß das Kubinett aus politischen Gründen in Abwesenheit des Finanzministers beschlossen hat, ein Entgegenkommen gegenüber den Forderungen der Eisendahner zu zeigen. Falls diese Forderungen in der Höhe bewilligt werden, wie sie beantragt sind, so würde sich daraus eine Mehrbelastung von etwa 6 Millicden Mark racben. Dazu kämen aber centuell noch die Ersatzansprüche, die Gemeinden und Länder aus den automatisch sich erabenden Zusatzfolderungen ihrer Beamten erheben wurden. Der Finanzminister erklarte, daß er seine Stellung zu einem Enzgegenkomrmen gegenüber den Beamten im Kabinett und im Reichs## davon abhangig machen werde, daß für die eventuellen Bewilligungen auch gleich die Deckungen sichergestellt würden. Der Minister faßte im wesentlichen Tariferhöhungen der Erfenbechn. Erhöhung der Postgebührat neben verschiedenen Steuern als Deckungsmöglichkeiten ins Auge. Das Budget des Jahres 1921 wird nach der Amnssung des Finanzministers, die er im einzelnen auseinandersetzte, unter der Voraussetzung, daß die bisher im Ordinarium enthaltenen Zuschüsse für die Ernährungswirtschaft auf Extraordinarium genommen ooer ganz vermieden werden können, im ordentlichen Etat einen Mehrbedarf von mindestens 7 Milliarden Mark ergeben. Im weiteren Verlauf seiner Darlegungen ging der Finanzminiestr dazu über, die neug###anten Steuern und die Steuerrhöhungen zu erörtern, wohn er ausdrücklich betonte, daß ein weiterer Ausbau der direkten Stenern uns moglich sei. Der Minister ließ keinen Zweifel daran, daß nach der bisherigen Steuermethode die endgültigen Bedürfnisse des Reiches namentlich nach der Festsetzung der Entschädigung an die bisherigen Feinde nicht geoeckt werden können. Dazu mißten neue Wege eingeschlagen werden. Insbesondere werde sich zeigen, daß jede Finanzpolitik letzten Endes Wirtschaftspolitik ist, und dann, so schloß der Finamzinister, wird die große Stunde des Reichswirtschaftsrats gekommen sein, denn dann ist der Rat der Sachverständigen notwendig. An die Ausführungen schloß sich eine lebhafte Debatte. Die Anregungen in der Debatte berührten im wesentlichen die Frage der Lebensmitteleinfuhr. Es wurde nach Ausführungen von Max Cohen beschlossen, auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen die Frage der Wiederbereitstellung der aus dem Export gewonnenen Devisen zu setzen und zu der Verhandlung die Reichsminister der Finanzen, der Wirtschaft und der Ernährung sowie den Präsidenten der Reichsbank zu laden. In einem Schlußwort faßte Georg Bernhard als Vorsitzender des Finanzpolitischen Ausschusses den Eindruck der Darlegungen des Finanzministers au die Ausschußmitglieder dahin zusammen, daß nicht bloß die hohen Ziffern des Bedarfs, sondern beinahe mehr noch die parteipolitischen Schwierigkeiten, die allen Steuerprojekten im Kabinett und im Reichstag bereitet werden, das schwerste Hindernis einer wirklichen Sanierung der deutschen Finanzen seien. Daraus gehe hervor, wie wichtig und wie dringend die Aufgabe sei, die sich gerade der finanzpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrates gestellt habe, ein Reformprogramm für die Finanzen durch Sachverständige, unberührt von den parteipolitischen Strömungen, aufzustellen. Nächste Sitzung Mittwoch 12 Uhr * # W waltung übernommen bildungskursen für Gasmeister und Installateure an den Vereinigten Maschinenbauschulen wurde von 5000 M auf 12000 M unter der Voraussetzug erhöht, daß die übrigen an der Unterhaltung der Kurse beteiligten Körperschaften ihren Zuschuß erhöhen. Genehmigt wurde ferner die Errichtung der Stelle eines Handelslehrers, einer Handelslehrerin und einer Lehrerin für technische Fächer an der höheren Handelsschule für Mädchen. Für 500 kieferne Schwellen für die Werftbahn Mülheim=Süd sind neben den bereits früher bewilligten 14 100 M als Nachforderung 18400 A erforderlich, ferner als Nachkredit für ein Abortgebäude bei dem Realgymnasium Mülheim 40394 M. Für Deckung des Fehlbetrages des Hospitals de Nocl aus den Rechnungsjahren 1918 und 1919 wurden 54 685 A bewilligt, ferner für Beschaffung von Kraftwagen für die Fruerwehr 124000 M. In einzelnen Ortschaften der früheren Gemeinde Merveim(rechtsrh.) besteht noch die Einrichtung des logeninnten Gemeindegliedervermögens, zu dessen Verwaltung je zwei Ortseingesessene der dert Orte zuzuziehen und die von den Nutzung##### rechtinten des Vermögens auf sechs Jahre zu wählen sind. Die neu ausgearbeiteten Bestimmungen für diese Wahl wurden genehmigt. Die Versammlung beschloß die Sesbsiversicherung der Aerzte und des Hausprsonals in den städtischen Krankenunstalten gegen Unfälle durch Bildung einer SelbstversicherungsDie imme rücklage in Höhe von 300000 M. wird zunächst vorschußwiise gezahlt.„Außerdem sind ab 1. April 1914 jährlich 30000 A in den Etat einzustellen. Als Beitrag für die Grenzspende rn Oberschlesien wurden 60 000 M bewilligt. Zur Speisung des Teiches in dem erweiterten Teile des Stadtwaldes ist eine Brunnen= und Pumpenanlage erforderlich, für die eine Summe von 800 000 A verlangt wurde. Dieselbe soll gleichzeitig für den an der Nachener Straße herzustellenden Sportplatz nutzbringende Verwendung finden und die Amortisation und Verzinsung der Kosten durch die Leistungen der Sport=, Turn= usw. Vereine gesichert sein. weiteren Verlauf der Tagung begründete Hr. Wendt die Anfrage der Mehrheitssozialdemokratie über die Verordnung des Oberbürgermeisters zur Abwälzung der Gebührenordnung bei der Straßenreinigung. Beigeordneter Dr. Greven weist auf das Reichsmietgesetz hin, das doch alle bestehenden Sätze über den Hausen werfen wird. Daher sei jetzt eine Umwälzung unpraktisch. Vom Zentrum sprach Herr Dech eingehend über die Gebührenordnung und die Härten, die sich herausgestellt hatten. Sein Zentrumsantrag, der in der Beratung ist, wird dem Abhilfe zu schaffen versuchen. Von der Lib. Arb=Gem. nahm Hr. Volkenborn Stellung zu dem Antrag, der durch die Kommission beraten werden soll. Die Bekämpfung der Schundliteratur hatte Hr. Heß(DNV.) vor Monaten beantragt. Der Antrag kam erst jetzt zur Sprache und wurde von dem Antragsteller mit erschütternd wirkendem Material begründet. Beigeordneter Dr. Best gab einen kurzen Ueberblick über die bestehende Polizeiverordnung. Herr chn. macher begrüßte im Namen des Zentrums die Anregung des Hr. Heß. Von der Mehrheitssozialdemokratie sprach Hr. Nideggen, für die Kommunisten Hr. Dahlem. Ueber den weiteren Verlauf der Sitzung berichten wir in der Abendausgabe. Der rheinische Rübenbau=Verband. Der Verband beschäftigte sich in seiner jüngsten Versammlung zu Köln mit für die Allgemeinheit wichtigen Fragen. Vorstandsmitglied F. Schreiner, Godesberg, hielt einen Vortrag über die Geschichte des Zuckerrübenbaues, die Entwicklung und die Arbeiten des rheinischen Rübenbauverbandes und ließ seine Ausführungen ausklingen in dem Mahnwort, durch vermehrten #r Morgen=Ausgabe Samstag, 8. Januar 1921 Zuckerrübenanbau die inländischen Verbraucher wie auch die Reichsfinanzen durch den Zucker export zu unterstützen. Eine Ansprache des Herrn Ehrenbürgermeisters Frantzen gipselte in dem Satze: Der Rheinische Rübenanbau wird nur dann die im Interesse der Landwirtschaft, der Das Haus wies manche Lücken auf. Die Kommunisten fehlten vorerst gänzlich, später kam Hr. Dahlem nach. Unter Leitung des Oberbürgermeisters gingen die kleinen Vorlagen glatt vorüber. Hr. Rings trat dabei für umgehende Instandsetzung des Geländes in der Siedlung am Nordfriedhof ein. Zu Beginn der Sitzung wurde Stadtsekretär Koep in das Amt als Stadwerordneter eingeführt. Er tritt an Stelle des zum Generalsckretär den Rheinischen Landwirtschaftskammer gewählten Hrn. Dr. Müller und gehört, wie dieser, dem Zentrum an. Genehmiat wurde der Verkauf eines 1370 Quadratmeter großen Grundstückes an der Haydustraße zu 50 A das Qu dratmeter zuzüglich Bürgersteiakosten und 40 A Kanalkosten das Frontmeter, ferner eine Aenderung des Fluchtlinienplanes der Siedelung der Gemeinnützigen.-G. für Wohnungsbau an der Neufelderstraße. Für Anschlicßung der Siedelung südlich vom Sandweg an das Gasrohrnetz wurden 65000 M bewilligt: 60000 A Ueberteuerungskosten werden von der LiegenschaftsverZuckerindustrie und der Zuckerkonsumenten, sowie im Interesse der gesamten deutschen Volkswirt schaft notwendige Ausdehnung erlangen, wenn die alten Forderungen des Rheinischen Rüben bauverbandes wieder Geltung haben, daß neben der üblichen Schnitzellieferung ein Zehntel de Nohzuckerpreises zur Bezahlung der Rüben verwannt werden muß. In der weiteren Erörterung brachen Grundbesitzer Commer. Oek.=Rat Hummelsheim u. a. Der 1. Vorsitzente des Verbandes, Herr Skonomiecat Munker(Allrath), der die Versammlung als erste öffentliche Zusammenkunft seit dem Kriege mit warmen Worten der Begrüßung eingeleitet hatte, schloß sie nach fast dreistündiger Dauer. Erwartung Ausdruck, Aussicht genommenen dag aus Er gab der der wieder in regeren Versammfär Privatlehrer und=ehrerinnen. Das Gesetz üner die öfsentliche Kruppelfürsorge vom 6. Mai 1920 ordnet in§ 4 die Anzeigepflicht allet Lehrversonen für alle mit einer Verkrüppetung behafteten Kindet an. Verkrüppelung im Sinne des Gesetzes liegt vor, wenn ein Kind infolge eines angeborenen oder erworbenen Knochen=, Gelenk=, Muskel= oder Nervenleidens oder Fehiens eines wichtigen Gliedes oder von Teilen eines solchen in dem Gebrauch des Rumpfes oder der Gliedmaßen derart behindert ist, daß seine Erwerbsfähigkeit später voraussichtlich wesentlich beeinträchtigt wird. Unter Verkrüppelungen fallen auch Verunstaltungen des Kopses(Wasserkopf), Gesichts, des Kiefers usw. Durch zwei Verordnungen des Ministers für Volkswohlfahrt vom 9. und 10. September 1920 ist jede Lehrperson zur Anzeige verpflichtet. In den Volksschulen und Höheren Lehranstalten ist diese Anzeigepflicht bereits geregelt. Nicht verflichtet zur Anzeige sind nur diejenigen Privattehrer, die sich auf die Erteitung von Nachhilfeunterricht beschränken. Die Anzeige kann unter Angabe der Personalten und der Art der Verkrüppelung in einfachner Form erfolgen. Für das gesamte Stadtgebiet Köln sind sämtliche Anzeigen an Kreisarzt Dr. Schmidt, Zülpicher Straße 38, zu richten. Preisverzeichnis am Fuhrwerk der Briketthändler. Durch die kürzlich veröffent.ichte Anordnung des Overbürgermeisters vom 21. Dezember 1020 ist den Hänolern, die im Stadtbezirk Kön Brennstoffe feilhalten, die Verpflichtung auferlegt worden, in ihren Verraufsraumen, an ihrem Betriebsstand oder an ihrem Führwerke an gut sichtbarer Steile ein Verzeichnis anzubringen, aus dem der Verkaufspreis der einzelnen Waren sowie ein etwa vorgeschriebener Höchstpreis ersichtlich ist. Nach dieser Bestimmung sind namentlich die Werkhändler. die Braunkohlenbriketts an den Gruben abholen und unmittelbar den Verbrauchern zuführen, verpflichtet, an ihrem Fuhrwerk an sichtbarer Stelle ein Schild mit dem Preise der Briketts anzubringen; da die Briketts nach Gewicht und nicht nach Stückzahl verkauft werden dürfen, ist der Preis für den Zentner anzugeben. Die Verwaltung wird vom 5. Januar 1921 an die Durchführung dieser Bestimmung besenders überwachen lassen und gegen Hänoler, die der Bestimmung zuwiderhandeln, strafrechtlich vorgeheft. * Die Sperre von Fracht= und Stückgütern nach Köln=Cereon bleibt nach der inzwischen erfolgten Aufhebung der allgemeinen Verkehrssperre innerhalb des Eisenbahndirektionsbezirks Kölns vorläufig noch in Kraft, da die Entlastung der verstopften Bahnhöfe noch nicht den erforderlichen Grad erreicht hat. Außerdem bleiben einige auswärtige Stationen wie Saarbrücken, Kaiserslautern, Ludwigshafen, Brühl u. a. für den Versand aus dem Eisenbahndirektionsbezirk Köln nach wie vor gesperrt. Seit dem 29. Dezember 1920 ist außerdem die Rheinbrücke Hohenbudberg für alle Lieferungem vom rechten zum linken Rheinufer, mit Ausnahme von Wiedergutmachungstransporten gesperrt. und zwar auf Anordnung der Generalbetriebsleitung West in Essen. Von zuständiger Seite wird die Geschäftswelt der Kreise Aachen, Düren, Jülich ersucht, im Falle der Gefährdung der Betriebsmöglichkeit von Fabriken infolge des Ausbleibens von Roh= und Hilfsstoffen aus dem Gebiet der Generalbetriebsleitung West in Essen die Absender zu veranlassen, dringende Ausnahmeanträge an die zuständige Eisenbahndirektion der Versandstationen zur Weiterleitung an die Generalbetriebsleitung in Essen einzureichen, nach vorheriger dringlicher Befürwortung der zuständigen Versand=Handelskammer. Die Dauer der Sperre ist noch unbestimmt. * Der Verein der Klein= und Mittelrentner Kölns veranstaltete im Hahnenbräu seine erste diesjährige Versammlung, der u. a. die Stadtverordneten Rings, Kirschbaum und Falk beiwohnten. In schlichten ergreifenden Worten schilberte der Vorsitzende Diener die herrschende entsetzliche Notlage im Kleinrentnerstande. Weiter verlas Redner eine Denkschrift der Berliner Bundesleitung an den Reichstag sowie eine Eingabe um Zuschuß zu den Einkünften der Rentner als Ersatz für die Gelöentwertung und um Steuernachlaz. Die drei lungstatigkeit und dem dadurch bedinkten lebhafteren Reinungsaustausch den Rheinischen Rubenvauern wie ihrem Verbande reicher Nutzen entstehen würde. Ein Teufelsplan. Mit einer viertel Million Lohngelder sollte um eine bestimmte Stunde der Kassenbote Schmiz aus Stotzheim auf den Ribbertwerken zur Grube Engelbert fahren und zwar benutzte er hierzu die stundenweit fahrende Drahtseilbahn. Die Arbeiter Mommertz und Esser hatten den teuflischen Plan ersonnen, die einzelnen Wägelchen zum Zusammenstoß und so den Boten zum Absturz zu bringen, sollte er auch, was wahrscheinlich war, das Genick brechen. Von diesem Vorhaben, das verraten wurde, hatte auch der Arbeiter Wilhelm Blumenthal glaubhafte Kenntnis, er sollte sogar Aufpasser spielen. Vor die Strafkammer Köln gelaben, beteuerte Bl., er habe der Sache keinerlei Wert beigelegt und dieselbe als Ausgeburt eines tollen Gehirns gehalten. Zur Zeit wurden M. und E. vom Schwurgericht wegen versuchten Raubs zu 2½ bezw. 2 Jahren Gesängnis verurteili. Vl. erhielt 2 Monate Gesängnis, die durch seine 4 Monate währende Vorhaft für erledigt galten. Stadtverordneten äußerten sich übereinstimmend dahin, das Elend der Kleinrentner wäre ihnen wohl bekannt gewesen, aber noch nie so in die Erscheinung getreten, wie in dieser Versammlung. Sie hätten sich schon seit längerer Zeit bemüht. Erleichterungen für den Rentnerstano zu schaffen und die Anwesenden konnten überzeugt sein, daß alles nur Mogliche geschehen wur#e, um die Kleinrentner vor dem Außersten zu bewahren. Aber durchgreifend konnte nur Reich und Staat helfen und wären gich in erster Linie dazu berufen. Justizrat Dr. Fall sprach sich besonbers noch dafür aus, daß den Kleinrentnern mit Hilfe von Staat und Gemeinoen durch Errichtung von Ledigenbzw. Rentnecheimen wirklich geholfen weccen müsse. Von den warmempfundenen Worten der btei Stadtverordneten nahmen die Anwesenden mit großer Befriedigung Vermerk. * Kommerstenrät Louis Hagen wurde in der gestrigen ersten Vollsitzung der neuen Handelsim Präsidenten wiederkammer einstimmig gewählt. * Das Landesfinanzamt teilt amtlich mit: Das neue Umfarsteuergesetz vom 24. Dezember 1919 hal die nach dem alten Umsatzsteuergesetz vorgeschriebenen vierteljahrlichen Aoschlagszahlungen auf die für daz folgende Kalenderjahr fällig werdende Umsatzsteuer nicht übernommen, gleichwohl ist da an festzuhallen, daß der Steuerpflichtige seine Umsatzsteuershuld auch vor Fälligkeit entrichten kann. Der Reichsminister der Finanzen hat in dieser Beziehung bestimmt, daß den nach§ 11 Abs. 1 des neuen Umsaszsteuergesetzes steuerpflichtigen Personen, die auf ihre Umsutzsteuerschuld Anhahlungen dis zm Fälligkeit, patestens— dei noch nicht erfolgtet Veranlagung dis zum Aolauf des 3. Kalender=Mona## nuch Spluß des Steuer####schnittes leisten, Zinsen in Höve von 5 Proz. vom Tage der Zuhlung vergutel werden. Eine Vergülung von Zinsdellagen unter 5 m. sindet jedoch nicht stakt.— Für die Steuer, die nach dem Ecgebais des Kalenderjahres 1920 ober des letzten Kalendervierteljahres 1920 in dem am 1. Januar 1921 beginnenden Veranlagungsverfahren festzusetzen ist, sind danach Anzahlungen, die dis zur Fälligleit, also soätestens bi zum 31. Januar 1921 bei den Umsatzsteuerkassen eingehen, in der angegedenen Weise zu verzinsen. Die Steuerpflichtigen werden bei Bemessung der Anzahlungen von den Betrugen ausgehen können, die sie in ihren Steueterklärungen, die sie im Januar 1921 abzugeben haben, angeden. Für solche Anzahlungen, die bis zum 31. Januar 1921 bei den Umsatzsteuerkassen eingehen, werden 6 Proz. vergütet. * Diebe holten nachts aus einem Geschäft in Glei ch 140 Pfund Pflanzenbutter, 10 Flaschen Kognat, 12 Flaschen Wein, 5 Flaschen Ol, einen großen Kase usw. heraus. Velkswirtschaft und handel * Kölner Wertpapierbörse vom 7. Jan. Das Geschäft ging neuerdings zurück; auch waren die Kurse ohne Einklang. Am Versicherungsmarkt gingen alle Aachen Münchener, Aachener Rück, Kölner Rück und Kölner Hagel um. Es wurden in Anleihen 4 Prozent Bonner, 4 Prozent Kölner Stadtanl., 4 Prozent Rheinprovinz. 4 Prozent Rheinboden, 4 Prozent Westboden Pfdbr. und 4 Prozent Deutzer Gasmotoren gehandelt. * Kölner Warenbörse vom 7. Jan. Auch an der heutigen Börse zeigte sich eine kleine Besserung des Geschäftsverkehrs. Gehandelt wurden Rosinen, Korinthen und Mandeln zu den letzthin gemeldeten Preisen. In Rov=Kaffe Santos lag ein Angebot zu 17 K das Kilo unverzollt vor. Für Hülsenfrüchte zeigte sich mehr Interesse, ohne daß es zu Abschlüssen kam. Kondensierte Milch kostete 410—460 A die Kiste. Das Angebot war lebhaft, der Besuch gut. An der Getreidebörse war wieder Zurückhaltung zu beobachten. Die Preise zeigten eine kleine Abwärtsbewegung. Amtlich wurden notiert: Mais 360—365 M. Futterbohnen 295—305 K, Palmkuchen 230 K. Rübkuchen 157.50 M. Zuckerschnitzel 220 M. Wiesenhen 115—125 J. Kleeheu 140—170 M. Roggenstroh 57 M alles die 100 Kilo. In Kartoffeln lag kein Angebot vor. * Berliner Börse vom.Jan. Bei überwiegend fester Tendenz, aber ziemlich nervösem auf und nieder in der Kursbewegung traten an der Börse mehrfach Schwankungen ein. Anfangs war bei uneinheitlichen, überwiegend niedrigen Kursen keine ausgesprochene Haltung erkennbar, die Einbußen gingen jedoch nirgends über 10 Proz. hinaus. Im Zusammenhang mit einer Befestigung der Devisenvreise und besonders des z. Z. richtunggebenden Dollarkurses und die Fortsetzung der starken Käufe in einzernen Spezialpapieren setzte sich durch die feste Grundstimmung dann ausgesprochener durch. Hierbei spielte die zeitweise 90 prozentige Steigerung der Mannesmann eine führende Rolle, doch auch Bergmann, Orenstein und Koppel und Weser stiegen um 20 Proz., Daimler und Hoesch um 25 Proz., Zellstoff Waldhoff um 30 Proz., Deutsch=Uebersee um 35 Proz., wobei 10 Proz. Kursbesserungen für Deutschusstratier, Phoenix und Kattowitzer noch nebenbei erwähnt seien. Eine feste Haltung zeigre auch der Rentenmarkt. Die Valuta=Rentenpapiere peränderten sich aber nur wenig. Als während der amtlichen Kursfestsetzung die Devisenoreise wieder nach unten neigten, traten in den vorerwähnten Speria banieren heftige Schwankungen ein, sodaß beispielsweise Minnesmann 40 und andere 10 Proz. verioren, sodaß die Börse wieder einen ziemlich nervösen Eindruck mahte. Die Kauflust des Pub.ikums in den zu Einhertskursen gehandelten Industriewerten war noch ziemlich beträchtlich. Börsen-Preise. Nainer Davisen. Beriiner Devisen. Kölner Börsenkurso. A. Anleihe-Paplere: Aachener Staa Bonner Stadt 1919 Kölner Stadt 1891..... do. 1893—1904.. do. 1900—1908 do..- III. Abt. 1912 Mülneimer Sta J 1901 do. 1911 do. 1903 u 1205 Neußer Stadt Rheinprovins " Serie 5. 6 und 7.. " Ser. 3410 12-1719 21-29 " Ausgabe 1918 B. Aktien: Barmer Bankterein Darmstädter Bank M. 1000 Deutsche Bank Diskonto-Kommandit-Anteile Dresduer Bank-Aktien Essener Kredit-Anstalt Mitteldeutsche Credit-Bank Rh.-Westf. Boden-Cred.-Akt. Aachen-Münch. Feuer-Vers. Colonia, Cöln-Feuer-Vers. Gladbucher„ Leipziger„ Magdeburger Vaterländische Rhenania Rheinisch-West älisch.-Lloyd Aachener Rück-Versich.-Ges. Colonia„„ Kölner„„ Kölner Lloyd A. V. G. Rhein.-Westf.-Rück.-Versich. Concordia-Lebens-Versich. Kölner Uniall Viktoria zu Berlin. Kölner Hagel Union„ Adler-Brauerei-Aktien Baventhaler Boden-.-G. 1000 Felten& Guilleaume-Aktien. Gasmotoren Deuz Kalker Brauerei Rh. Akt V. f. Zuckerfabrik Rh. Bau-Gesellschalt Rh. Wasserwerke Rhein.-Westfäl.-Industrie Rhein.-Westl. Sprengstoll Stollwerck Vorzugs-Aktien K. Baumw.-Spinn. M1. 600 u. 1000 Kölner Gummifägen Viersener Basalt-Aktien M. 1000. Eonner Bergw..-V. M. 250 Humboidt Kalker Werkzeugmasch.-Akt Rheinische Braunkonlen Düsseldorfer DampfKölner Dampf5. 1. 98.—B 91.255 92.506 91.5050 9 .1500 B 99.500 96.506 92.—G 92.50 B 96..100G 87.500 87.500 87.500 171.—0 182.506 328.506 253.50G 221.256 180.506 131.506 3 250bG 72006 28508 46000 2090G 21505 B 9006 23506 1340G 5306 1053bG 11005G 92.—5B 92.500 92.—cibG 95.—bB 95.— 91.500 .50 92.—G 96.—bG 87.536 87.50G 87.500 173.—G 183.50G 331.—G 253.—0 185.—G 141.500 33005 76..7 2890B 46000 2000# 21005 95067 50 11□ 25 Una 13190 53061 10506 11006 7706 24000 240B 7 ObG 24006 220 B 50SetbG 2950B 1456 3850 7000pSt 1590 24556 34 B 1506 350 2200B 260bG 49033 5500 270b0 1336 2359150 1450 385b G 1500 3403 6906 4590 2356 36G 220et b0 265bG 4607 55056 2555/3 6096 715533 450G 2350 Berliner Kurse. ./1. 1./1. 5% Deut. Reichs-Schatzanw. 1 % % 4½% 4½% 4½% II III IV.V VI-IX fg.1924 5% Deutsche Reichs-Anleihe 4% do. 3 ½% do. 3% do. Deutsche Spar-Prämien-Anl. 5% Preuß. Schatzanw. fg. 1921 5% do. fg. 1922 4½% do. 4% do. auslosbar 4% Preuß. Konsols Staffelanleihe Konsols do. 3¾% do. 3½% do. 3% da. 99.25 98.20 80.40 72.— 99.60 77.50 63.25 59.50 67.75 87.10 100.— 98.20 82.50 83.90 .10 55.40 55.10 52.— 99.30 98.20 80.10 90.60 77.50 66.10 59.30 67.50 85.— 99.90 93.40 81.50 84.— 63.30 55.10 54.60 0 1 d P p d E 9 t5 t0 2 9 9 ## pr E 6 K. R hä s0 be 87 In G w ∆ an lei 18 we um m Re bie sch ra de185 Pe der Ba S ein we in Fr die Und sich sein un Wil un al. 94 der Mi M en 10) Sc e tich Sch und Wer O geord sich Kr 1921 eigte auch der ere peränderten mtlichen Kursunten neigten, pieren ziemlich elsweise Minoren, sodaß die indruck mahte. zu Einheils: noch ziemlich 180. 6. Januar Geld Bri 2621 431 453½ 2312½ 93 71 Samstag, 8. Jannar 2 432 201 9 71 1115 7. Jandar 6. G G St. 87.536 87.50G 87.500 173.—G 183.50G 331.—G 253.—0 185.—G 141.500 33005 76..7 2890B 46000 2000# 21005 95061 23.050 13190 53061 10506 11006 7 ObG 24006 220 B 13½ 2359150 1450 385bG 7096 1500 2595 3403 36G 220etb0 265bG 46017 55059 255½/3 6096 715533 450G 2350 ./1. 99.30 98.20 80.10 99.60 77.50 66.10 59.30 67.50 86.— 99.90 93.40 81.50 84.— 63.30 55.10 54.60 52.25 lorgen=Arsgabe Köln und Umgebung 2 1120 tierr Dahlem, der Terrorist! Auch Arbeiter will er terrorisieren. Am 6. Januai sprach im gloßen Gurzenschaale für die USP. der Aboordnete Dr Bieitscheid. fEr sicht die Reaktion an allen Ecken und #Enden das Haupi erheben und ruft die Arbeiter#schaft zur Ein#keit auf. Enrweder müßren die sotzialistischen Parteien die Herrschaft übernehmen loder man müsse die Deutschnationalen ##, auf die Bühne zerren“, d h. zum Mitregieren zwingen drmit sie gezungen waren. Farbe zu bekennen und damit das Volk erkenne, daß sie unfähig seien Die Mehrheitssozialisten sollten ihre wohlwellende Haltung gogenüber den bürgerlichen Partien aufgeben. Fur Sozialisierung formte Hr Dr. Bweitscheid seine Wünsche so: eist die Kohlenbergwerke, dann die Eisen= und Stahlfndustrie, dann die Landwirtschaft und schließlich die Bäcker. Dazu sei ein Zusammengehen aller sozialistischen Parteien notwendig Die Zeit der Trennung werde vorübergehen Dann kam der Kölner kommunistische Stadwerordnete Dahlem, der Mann mit viel ehrlicher Ueb rrzeuguing vielleicht, aber mit viel mehr blindem Uebrreifer und bedauernswert mangelhaftem politischen Sinn. Er ist auch kein Held auf dem politischen Kampfplatz, da wo man die Schwerter des Geistes krenzt. Ob er das seine nicht schorf gereig weiß? Wie es sei, er flüchtete mit seiner Anhängerschaft aus dem Saale. nachdem er seine Sprüche an den Mann gebracht hatte. Es ist klar. deß er dabei auch des Mannes ardachte, der zum Mißvergnügen der Sozialist'schen Republik in dm Hause mit der tn##behaltenen alten Firma „Königliches Polizeiprähidium“ sitzt Hr Dahlenn könte also:„Wir stihen auf dem Boden der Diktatur des Proletariats und wollen auch den Terror angewendet wissen gegen Arbeiter, die sich gegen die Diktatur stränden. Der Muskauer 3. Internationale haben wir ims angrschlussen weil wir von den Russen gesernt haben wie das Kapital zu bekämpfen ist. Die Kommunisten wirden nie mit den Mehrheitssozialistrn einen Pakt einachen, deren Fibenrschaft es billigt, daß der Kölmn Polizeipräsident ein Dupend Spipel deschäftigt Die Sozialisietung in Teutschle#nd ist mietn durch### Hurcembühren sondern un durch ernen oftonen Kampf des Prolemmatt#####n das Riiml Der enem Harch auf die kommuRedner schlaß Intermationale und fordern seine An hänger auf aschlussen mt ihm den Saal zu verlassen. Unter Hochrufen dränate ern Teil de Versanmelten zu den Türen In einem Schlußworre bedauerte Brertscheid, daß die Geaner die Flucht erauffen hätten. Dem Zenrrumsunchänger n diese Versammkung wieder, wn dur Zerfahrenbeit und die gemdsatzliche Uneinigten im sozialistischen Lager wächst. Dort will man einander bekämpfen oder man muß es in Abwehr. Was bleibt dann an Kraft für die prakrische Aufbauarbeit in Deutschland selbst wenn man sie, wie bei MSP., leisten will? Ganz gewiß nur sehr wenig Aür wollen im Zenrrum soziale Fragen in mennceitlicher tiefer Prägung und mit weitweichender Wirkung. Wir wollen die wahre Demokratie weil sie staatserhaltend ist. Diktatur reißt nieder und schließt die Ungerechtigkeit als Wesensmerkmal ein. Wir wallen im Zentrum nichts von Reaktion auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiete wissen, sondern wir erstreben raschen Fortschritt in der Richtung der Gemeinschaft, die aufraumt mit Vorrechten und ungerechter Verteilung des Arbeitsertrages und des Nationalreichtums, sofern wir ion wieder erarbeiten können Aus der Partei der Mitte als festem Block. getragen von der christlichen Weltanschauung als einigendem Bande, muß die Kraft zu zielklarem „Der Ruf unserer Not und der Wille Gottes sind eins in dem Verlangen: Christus möge offenbar werden nicht nur einmal, sondern millionenmal, an einer Flut von Gestalten, die über alle goldnen fließen, die von allen Altären herabrieseln, die sich über alle Kommunionbänke ausbreiten. wo ein Tropfen dieser Sichtbarkeit Christi sich einsenkt, da will wieder eine neue Sichtbarkeit seines Arsens ins Dasein treten in Menschenaugen und Menschenart, in Herzensgesinnung und Willenskraft, in Trrue, Liebe, Geduld. Erbarmen und Reinheit, so daß der Menschheit zumute wird, ass, wandelte ihr Erlöser nicht einmal, sondern misendinal, hunderttausendmal über die Erde der gute Hirt, der Hciland der Armen. der große mittler und Fürsprecher, der große Liedhaber, der n Leben hingibt für seine Freunde, die Menschenkinder. Lippert S. und Provinz Wer auf dieser Line###w I wer einer innerlich gesunden und deshalb erfolgverheißenden Bewegung sich anschließen will. der moge bei der kommenden Preußenwahl. die die gleichzeitige Provinziallandtagswahl bringt, dem Zentrum seine Stimme geben. Verein katt. welbl. hausangestellten. Am letzten Sonntag folgten wir einer Einladung in die Weihnachtsfeier des Vereins kath weiblicher Hausangestellten(Bezirk 3. Heim Meister=Gerhard=Straße 11). Der geräumige Saal war gedrängt voll von Ehrengästen und Vereinsmitgliedern. Nach einem prächtigen Vorspiel von Klavier und Geige klang das Lied: Sille Nacht, heilige Nacht, durch den Saal. Darnach gab Bezirkspräses Baums den Festgedanken und der Bedeutung der Feier Ausdruck. Nach einem Prologe hielt Pfarrer Kremer von Herz=Jesu die Festrede, in der er ermunternd sich an die Mitglieder wandte, zur Treue gegen den Verein und seine Ideale sie aufrufend„Das Glöckchen von Innisfär“ nahm dann alle in seinen Bann: Dekoration. Deklamation und Klavierbegleitung waren dabei recht wirksam Pfarrer Müller von St. Michael legte in launigen Worten seine Gedanken und Wünsche der Vereinsleitung und den Vereinsmitgliedern nahe, die Präses Baums bean wortete Nach zwei mit Beifall aufgenommenen Deklamationen, die Weihnachten und Neujahr behandelten, begann dann das Festspiel: Helle Nacht, das me recht antvrechendem Spiel der Mitwirkenden mit lieblichem Reigen und wirkungsvollen Lichteffekten eindrucksvoll zur Geltung kam.— Der ganze Abend bot ein gewinnendes Bild von dem idealen, regsamen Geist und Leben im Vereine der es sich zur Aufgabe gesetzt hat die Hausangestellten der Großstadt zu jammeln. ihnen an Sonntagen ein Heim mit anregender Unterhaltung zu bieten, in belehrenden Verträgen und Kursen ihr Führer in Lebensführuna. Standespflichten und religios=sittlicher Ausbildung zu werden, wie auch ihre Standesinter ssen in rechter friedlicher Weise zu vertreten Wir glauben, daß alle es mit dem Wohl der weihlichen Jugend Gutmeinenden wie auch alle Herrschaf en diesem Vereine und seinen Bestrebungen nur zustimmen können und ihm Hochachtung und Förderung gerne entaegendringen werden rusen hatte. Als die Dame heimgekehrt war fiel sie in einen tiesen Schlas. Offenbar war der Versuch gemacht, die Dame durch Betäubungsmittel gefügig zu machen, durch die Aufregung und Geistesgegenwart wurde das Betäubungsmittel nicht sogleich wirksam Der obige neue Fall sollte weibliche Passanten zur nachdräcklichen Warnung dienen. abgelegene oder dunkle Straßenteile zu meiden oder nur in Begleitung zu begehen. Nr. 10 Seite 5 * Hassende ledige Mütter können sich in ihrer Sorge und Not vertrauensvoll tostenlos Rat und Hiife holen in der städt. Auskunfts= und Fürs#ergestelle für heisende T##te., Gr. Saudkoul 2. tags und Donnerstags nachmittags von—6 Uhr. * Des Dolkes Stimme Zum neuen Strabenbahntaris. Die Verwaltung der städtischen Bahnen glaubt mit dem neuen Straßenbahntarif den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Wir sind jedoch der Ansicht daß das volkswirtschaftliche Moment dabei in reiner Weise berücksichtigt wurde. Der mißbräuchlichen Benutzung der Streckenkarten könnte u. c. dadurch ein Riegel vorgeschoben werden dieselven nur an solche Fahrgäste ausstellt, die unter Vorlage ihrer Steuerkarte usw nachweisen können, daz sie unter 20000 M. EinEs geht doch wahrhaftig nicht an, daß die Arbeiter und Angestellten, die bei der heutigen Wohnungsnot nicht in die Nähe ihrer Arbeitsstätten ziehen können, nun noch mehr in ihrem ohnehin schwindsüchtigen Budget geschmälert werden. Die neuen Wochenkarten sind nicht dazu angetan, eine Verkehrsz nahme hervorzurufen. Der Einsender des Aktilels in hat sich auf eine gefährliche Bahn begeben, wenn er den Achtstundentag als de: Adels Wurzel bezeichnel. Der Einsender scheint jedenfalls kein Hochofen oder Bergwerksarbeiter zu sein. Der Arti###lschreiber moge die Aufhebung des Achtstunrenlages einmal in einer Strazenbahnerversammlung vorschlagen. Da wirrde ihm ohne Zweisel klat weiben, daß die Arbeiterschaft unter keinen Umständen gewillt ist, sich von Eine Worneng! Von durchaus mnverlästige: Seite wird uns geschrieden: Eine 22jährige Dame, die um Donnerstagabend ihren Bruder im Justizgebände aufsuchen wollte, wurde am Appeslhofplatz durch ein blötzlich ihren Weg kreuzendes Auto überrascht und erschreckt. Die beiden männlichen Insassen amüsierten sich über die erschrockene junge Dame. Als sie nach dem Besuch im Justizgebäude sich der Lanigane zu wenden wollte, drängte sich ihr ein großer Herr im Pelzkragen(einer der Insassen des Autos) als Begleiter auf. Die Dame verbat sich die Begleitung des Unbekannten, machte eine Besorgung in der Krebsgasse und begab sich dann gegen 7 Uhr abends auf den Heimweg, der sie über die Hohe Straße, Am Hof und Domhof führte. Auf dem Domhof fuhr ihr abermals das gleiche Automobil. das ihr offenbar gefolgt war, in den Weg. Diesem entstieg der vorher abgewiesene Unbekannte, der sie am Arme und im Rücken faßte und mit Gewalt in den Kraftwaggen zu drängen suchte. Der glückliche Umstand, daß die Wagentüre inzwischen zugeschlagen war und die Dame sich mit aller Energie dem Bestreben des Unbekannten widersetzte, verhinderte dessen Absichten. Der Unbekannte bestieg wieder das Auto und konnte, begünstigt von der am Domhof herrschenden sehr dürftigen Beleuchtung, ungestort entkommen, nachdem er dem Chausseur: Nach Bonn zugeE...„„ sich von unberufenen Clementen ihre im hatten Kampf errungenen Rechte antasten zu lassen. Daß der Einsender den Dienst an dei Strußenbahn nicht tennt, gehl aus seinen Ausfuhrungen klar hervor Mon muß auf stounen, daß jemund, um schließlich eine Verbilligung seine: Fahrtarte zu erleichen, dazu übergeht, so übei den Achtstundentag zu polemiIch tate dem Einsenbet, die Gewerkschaftsbewegung dei letzten Jahre zu studieren dann wird er sich überzeugen, daß man mit dem Kopf nicht durch die Wand kann. Nach Koln=Niehl. Totsächlich mußte ich am I. Welhnachtslage und en#enso am 2 Januat zum Sputen gteisen, um mich des Wassers zu erwehren, das in meinen Reller orang.(Neudau kein Kanalanschluß, Tau= und Regenwetter.) Die Arbeit dauerte beide Male ungesahr 20 Minuten. Die Beschimpfung des Einsenders kann mich nicht abhalten, auch in Zukunft derartige Notstandsarbeit auszuführen. Bleibt zu bemerlen, duß mit der Artikel ins Haus geschickt wurde mit der— scheinbar von zarter Hand geschriebenen Bemertung:„Mensch, bedenke, was du tust sonst gehts dir schlecht in Nieyl.“ Das durfte nicht kommen, nun bin ich über die Gemuter“ orientiert. rungsanstalt für Angestellte im Sommer 1920 die Versendung von Kontenauszügen eingeleitet. Um a mehr a s 5500d Kantons uutrag vordruse und pfort nach Emufang fargtnuz; daß sie die Vordrucke hüllen und zurücfenden.“ Wie GCol.=gonig as Basg.54;, Friaisern inmt ater eine geraune Zeit nicht ungebrah. D' Reiczpe cherungsanstalt hat die Anrechnon niemuer abge ehnt, sondern deSeihes Sialsdeng. der Milien zier, November sind bereits über 25 Milli nen Mark der zahlung gutge hrieen wor#reit „## ud eri#igt## 280 Untrö- auf Unrechnung Wilicä=päßt beheni n00 teine mmlatbaff: haben, werden voras#:# lich ssa lösung der Arwick ungestellen noch gäßer zu vnn## lang der Keie, dlegn Anter Umtäien nahgewiesen werden. andetre geiglete Arelse schschsteisech Karten weiter zu benuzen. nd uicht ausgenutzter Zentrumspartei „erregten Soziales Schimmelreiter. 32) Von Theodor Storm. im Geiste die stürzenoe Hochflut #o“ schä## Gras und Klee mit ihrem zen, schäumerden Gischt bedecken. Ein SporenSchas, in aie. Weichen des Schimmels und einen ausstoßend, flog er auf dem Deich entlang zu den Akt hinab, der deichgräflichen von innerem Schreckmis und unordneten Plänen kam er nach Hause. Er warf in seinen Lehnstuhl, und als Elke mit der Tochter in das Zimmer trat, stand er wieder auf und hob das Kind zu sich empor und küßte es; dann jagte er das gelbe Hündlein mit ein paar leichten Schlägen von sich.„Ich muß noch einmal droben nach dem Krug!“ sagte er und nahm seine Mütze vom Türhaken, wohin er sie eben erst gehängt hatte. Seine Frau sah ihn sorgvoll an:„Was willst du dori? Es wird schon Abend, Hause!" „Deichgrschichten!“ murmelte er vor sich hin,„ich treffe von den Gevollmächtigten dort!“ Sie ging ihm nach und drückte ihm die Hand, denn er war mit diesen Worten schon zur Tür hinaus. Hauke Haien, der sonst alles bei sich selber abgeschlossen hatte, drängte es jetzt, ein Wort von jenen zu erhalten, die er sonst kaum eines Anteils wert gehalten hatre. Im Gastzimmer traf er Ole Peters mit zweien der Gevollmächtigten und einem Koogseinwohner am Kartentisch „Du kommst wohl von draußen, Deichgraf?“ sagte der erstere, nahm die halb ausgeteilten Karten auf und warf sie wieder bin. „Ja, Ole,“ erwiderte Hauke;„ich war dort; es sieht übel aus.“ „Uebel?— Nun, ein paar hundert Soden und eine Bestickung wird's wohl kosten; ich war dort auch am Nachmittag.“ „So wohlfeil wird's nicht abgehen. Ole,“ erwiderte der Deichgraf,„der Priehl ist wieder da, und wenn er jetzt auch nicht von Norden auf den alten. Deich stößt, so tut er's doch von Nordwesten!“ „Du hättest ihn lassen sellen, wo du ihn fandest!“ sagte Ole trocken. „Das heißt,“ entgegnete Hauke,„der neue Koog geht dich nichts an; und darum sollte er nicht existieren. Das ist deine eigene Schuld! Aber Kontenauszüge und Kriegsdienstzelt in der Angestelltenversicherung. Nach Ueberwindung der in den Kriegsverhältnissen begründeten Schwierigkeiten hat die ReichsversicheSEAmSen Wahlbezirksausschuß der Zentrumspartei Köln=Rachen. Dei Ausschutz tagte genern nachmittag in der Burgergesellschaft um eine vorlaufig Sammlung der Namen durchzufuhren, on aus die Kundidaten#ste für die Preußenwahl gesetzt werden sollen. Die endgüluge Aufstellung wird ern erfolgen nachdem der Provinzialausschuß getagt hat und nachdem die Koln=Nachener Liste der Ausgleichprütung der Gesamtpartei unterworfen worden is1 Das geschicht voraussichtlich innerbalb der nachsten 8 bis 10 Tage, sodaß bis erwa 20 oder 22. Januar die endgültige Liste zur Veröffentlichung reif sein wird Selbstverständlich spielten bei der gestrigen Verhandlung die Standeskandidaturen ihre Rolle, aber doch in recht friedlichem Ausgleich der Interessen und bei allseitig erkennbarem Bestreben, die politische Befähigung des Kandidaten bevorrechtet ausschlaggebend sein zu lassen. Soweit bis jetzt Namen genannt wurden, darf auf die gute zugkräftige soziale Mischung in der Liste mit Bestimmtheit gerechnet werden. Man darf mit Zuversicht hoffen, daß die Kandidaten, die die Partei der Wählerschaft anbieten wird, auch bei ihr Zustimmung finden und ihr ermöglichen werden, mit rückhaltlosem Vertrauen sich bei der Wahl freudig dafür einzusetzen, damit möglichst viele Zentrumskandidaten auf den Schild erhoben werden. wenn wir Lahnungen legen müssen, um den alten Deich zu schützen, der grüne Klee hinter dem neuen bringt das übermäßig ein!" „Was sagt ihr Deichgraf?“riefen die Gevoll „Lahnungen? Wie viele denn? liebt es, alles beim teuersten Ende anzufassen!" Die Karten lagen unberührt auf dem Tisch. „Ich will's dir sagen, Deichgraf.“ sagte Ole Peters und stemmte beide Arme auf.„dein neuer Koog ist ein fressend Werk, was du uns gestiftet hast! Noch laboriert alles an den schweren Kosten deiner breiten Deiche; nun frißt er uns auch den alten Deich, und wir sollen ihn verneuen!— Zum Glück ist's nicht so schlimm; er hat diesmal gehalten und wird es auch noch ferner tun! Steig nur morgen wieder auf deinen Schimmel und sieh es dir noch einmal an!“ Hanke war aus dem Frioden seines Hauses hieher gekommen; hinter den immerhin noch gemäßigten Worten, die er eben hörte, lag— er konnte es nicht verkennen— ein zäher Widerstand; ihm war, als fehle ihm dagegen noch die alte Kraft„Ich will tun, wie du es rätst. Ole,“ sprach er;„nur fürcht ich, ich werd es finden, wie ich es heut gesehen habe.“ Eine unrichige Nacht folgte diesem Tage; Hauke wälzte sich schlaflos in seinen Kissen.„Was ist dir?“ frug ihn Elke, welche die Sorae um ihren Mann wach hielt;„drückt dich etwas, so sprich es von dir; wir haben's ja immer so gehalten!" „Es hat nichts auf sich, Elke!“ erwiderte er,„am Deiche, an den Schleusen ist was zu reparieren; du weißt, daß ich das allzeit nachts in mir zu verarbeiten habe.“ Weiter sagte er nichts; er wollte sich die Freiheit seines Handelns. vorbehalren; ihm unbewußt war die klare Einsicht und der seines Weibes ihm in seiner augenblicklichen Schwäche ein Hindernis, dem er unwillkürlich auswich. —— Am folgenden Vormittag, als er wieder auf den Deich hinauskam, war die Welt eine andere, als wie er sie tags zuvor gefunden hatte, zwar war wirder hohl Ebbe, aber der Tag war noch im Steigen, und eine lichte Frühlingssonne ließ ihre Strahlen fast senkrecht auf die unabsehbaren Watten fallen; die woißen Möven schwebten ruhig hin und wieder, und unsichtbar über ihnem hoch unter dem azurblauen Himmel, sangen die Lerchen ihre ewige Melodie. Haute, der nicht wußte, wie uns die Natur mit ihrem Reiz betrügen kann, stand auf der NordwestDeiches und suchte nach dem neuen Bett des Priehles, das ihn###stern so erschreckt hatte, aber bei dem vom Zemit herabschießenden Sonnenlichte fand er es anfänglich gar nicht einmal Erst da er gegen die blendenden Strahlen seine Augen mit der Hand beschattete. konnte er es nicht verkennen; aber dennoch, die Schatten in der gestrigen Dämmerung mußten ihn getäuscht heben; es kennzeichnete sich jetzt nur schwach; die bloßgelegte Mäusewirtschaft mußte mehr als die Flut den Schaden in dem Deich veranlaßt haben. Freilich, Wandel mußte hier geschafft werden, iner durch sorgfältiges Aufgraben und, wie Ole Peters gesagt hatte, durch frische Soden und einige Ruten Strohbestickung war der Schaden auszuheilen. „Es war so schlimm nicht,“ sprach er erleichtert zu sich selber,„du bist gestern doch dein eigener Narr gewesen!“— Er berief die Gevollmächtigten und die Arbeiten wurden ohne Widerspruch beschlossen, was bisher noch nie geschehen war, (Fertsetzung feigt.) * * Seite 6 Nr. 10 Morgen=Ausgabe Sams teg, 8. Januar 1921 Feuerversiheruns PPrrias Größere General=Agentur sucht per sof. Eintritt tüchtige jüngere Beamte(innen). Bewerb. mit Zeugnisabschriften erbeten unt. B 101 a. d. 2. Gesch. Breite Str. 85. a Tücht., an selbst. Arb. gew., i. ZKaufm., verh.,.in gr. Werk als Exped. u. Mag.=Verw.tät. sucht ver 1. Febr.od.spät.ähnl. Stellg., eotl. auch als Wiegemeister oder Lohnbuchhalter. a Zeugn. u. Ref. vorhanden. Angeb. u. C 9 an die Gesch. der Rhein. Volkswacht in Brühl, Uhlstraße 72. Salnteiassaaf d. 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Januar 1921 nachmittags 4 Uhr, im Wirtslokale von Herrn Eschbach, Bertramstraße wird der Unterzeichnete auf Anstehen des Herrn Heinrich Schlosser in Köln=Kalk, Neue Wipperfürther Straße 68. und dessen Kinder das in Köln=Kalk, Neue Wipperfürther Str. 68 gelegene Hausgrundstück, bezeichnet als Flur 10 Nr. 562/19, groß 6,04 Ar, teilungshalber öffentlich unter der üblichen Bedingung versteigern. 83un Kölz=Kall, Kalker Hauptstraße 193. Der Notar: 3 Belder, Justizrat. Hausverkauf in Köln. Erben P. Scheben lassen am Dienstag, den 11. Januar 1921, nachmittags 3 Uhr, in der Restauration Comp. Neumarkt, das Haus, Mauritiuswall 78, estentlic versteigern. Köln, St. Apernstraße 17, im Dezemder 1320. 7 Rotar Blengelo. Juliizrat. gemusterte Batiste Voiles erc. für Vorhänge u. Dekorationen, 15.50 M. Röttgen, Mozarkstr. 56, am Hobenstausenbad. Selid, eichenart. m. 2 Betten m. Wollmatr. 3750., kompl., etwas gebr. Küche 980., schönes eich. m. Büffet, kompl. 3950 M. H. 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Alt=Kölle. Von Hans Jonen. Ich weiße Wöötche, klein und schleech, Un doch litt alles för mich dren E Wööiche, selvs alde Gedeech, Geföhlvoll un met deesem Senn. Su deefem Senn, o gläudt et meer, Ich ben bedröo un doch aldät, Mien Hätz weed leich un widder schwer Wann einer nor„Alt=Kölle“ säht. „Alt=Kölle“— so, wer do nit spöst Ne Geisterhauch us aler Zia, E Prickele dees em Geblöt, Wäm et nit heiß zom Hätze trick, Dä eß nit kölsch, dem schleit nit mih Et Hätz op ale kölsche Aat,— Un mänchein hät, et deit mer wih De kölsche Aat op Sick gelaat. Un ein Blatt noh dem andre jag Der Sturm der Zick vum Heimatbaum, Un eh mer et vileech gedaach Eß uns„Alt=Kölle“ nor ne Draum. Packt an, die ehr noch kölschen Orevy, Loht uns getreu zesammestonn; Wat mer geerv, wat uns noch blevv: „Alt Kölle“ darf nit ungergonn! Köln im Altertum von G. Hölscher. Die Ausgrabungen ermöglichen auch einen E# tun auf die Industrien des römischen Volkes in Köln. Die Töpferei war auch schon den nordischen Barbaren bekannt; sie wurde aber unter dem Einfluß der Nömer umgestaltet. Waren ##s dahin ihre Gefäße aus dem ungereinigten Ton mit der Hand geformt und an den offenen Flammen gebacken worden, so lernten sie nun die Drehbank, das Ausschlemmen der Verunminigungen aus dem Ton und das Brennen dei hohem Hitzegrad und gleichzeitigem Schutz vor den Flammen im Töpferofen kennen. Indes beschränkte sich der Einfluß der Nömer auf das mechanisch Exakte, das Maschinelle, während der Schönheitssinn derselben nicht auf die Barbarenvölker überging. Daß im römischen Köln die Eopferei in größerem Maße getrieben wurde, in durch Ausgrabungen verschiedener Anlagen nachgewiesen worden. Nördlich von dem zweiten der Nordfronte der Römermauer am Appellhof wurden aus dem Maria=Ablaßplatz bei Gelegenheit von Kanalarbeiten die Reste einer cömischen Topferei gefunden. An der Aachener Straße unweit des Hahnentores fand man drei cömische Töpferwerkstätten mit zahlreichen Resten. die Namen dieser Fabrikanten sind dank ihrer Stempel bekannt. Die Fabrik des Vinder bestand aus fünf wohlerhaltenen Ofen, in denen nach den Scherben zu urteilen bessere Tongefäße „churen(Gotterstatuetten, Tiere, Bildaisbüstchen Isw.) und Theatermasken angefertigt wurden. Ob diese Tonmasken, die mit Löchern für die Schnüre zum Befestigen am Kopfe versehen sind, praktisch verwendet oder zu dekorativen Zwecken gebraucht worden sind, darüber gehen die Ansichten auseinander. Nießzen scheinen sie für die Prügelszenen zu zerbrechlich Dramat. Darsteltung in Köln S.|. Dieser Fabrik gegenüber tug diejenige, die nach Ausweis der Stempel dem Servandus gehörte u. in der Nähe(bei der Händelstraße) war schließlich diejenige des Alfius. Alle drei, die 1883 aufgedeckt wurden gehoren wahrscheinlich bereits dem Ende des 1. Jahrhunderts an. Dem Servandus, der seine Arbeitsstätte am Gerstenmarkt(korum hordearium) hatte, müssen für seine Erzeugnisse größere Marmor= oder Bronzewerke als Muster gedient haben, die damals in Köln in Fülle vorhanden waren. Die Fabrikstempel weisen ferner die Reister Lucius Janetus und Primianus nach, deren Geschäfts##e aber nicht nachgewiesen werden können. Auch an dem dritten Westtor(Klemens= und Bobstraße), in der Nähe des Züldicher Platzes wurden zwei Oefen aufgedeckt. Der wichtigste Terakottenfund wurde 1903 gemacht; es sand sich darunter eine Statuette mit der Inschrift: Ante diem V. Calendas Martias Macrino ei Celso Consulibus. Dies ist der 25. Februar 164 n. Chr, Da aber die Sratuette im ganzen Stilcharakter genau denjenigen Stücken entspricht, die den Stempel mit dem Namen Servandus tragen so scheint für diesen Künstler, der die Höhe der römischen Tonindustrie am Rhein bezeichnet, damit die Schaffenszeit nachgewiesen zu sein. Die Kölner Tonwerke wurden nach allen Rheinlandgegenden versandt, nicht nur nach Trier. Mainz Bingen und Worms, sondern selbst bis zum fernen badischen Limes. Die Luxustönserei der Römer, die glünzend roten Terra=Sigillata=Gefäße(aus sein geschlämmter Tonerde) mit schönen Reliefverzierungen finden sich von echter Art vom zweiten Jahrhundert ab in den römischen Gräbern in Köln. Auch heute ist man nicht imstande, diese prachtvollen Erzeugnisse in gleicher Vollkommenheit herzustellen. Die frühere Kaiserzeit kennt auch eine Art von falscher Sigillata, welche, bevor die römischen Handwerker und Fabrilsklaven nach dem Norden gelangt waren, aufgekommen war. Später wurde diese römische Luxustöpferei in Belgien und am Rhein lokalisiert und gelangte hier zu solcher Ausbildung, daß ihre Erzeugnisse auf den Heerstraßen bis nach Italien ausgeführt und dort als Kolonialwaren bezogen werden. Sehr selten sind römische Vasen mit Elasur, einem Überzug des Gefäßes mittels Tonflusses, der im Ofen verglast und für Flüssigkeiten undurchlässig gemacht wurde, erhalten geblieben. Auch die Glasindustrie, aus Alexandrien nach Rom gelangt, hat sich in der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts u. Chr. von hier auch in die rheinischen Kolonialstädte verbreitet. Bis dahin waren Glasgegenstände im Norden Kostbarkeiten. Sie bestanden, wie die Ausgrabungen in Haltern (Aliso) und in Bibracte zeigen, zumeist aus eingeführten farbigen Milletiori- und Marmorglasschalen. In den Gräbern treten nur vereinzelt kleine Hlfläschchen(Balsamarien) auf. Besonders scheint Köln der Hauptsitz dieser Industrie gewesen zu sein. Reste einer bedeutenden Clashütte sind in der Gereonstraße gefunden worden. Das blaugrüne Raturglas war, weil man anfangs die Entfärbung noch nicht kannte, das verbreitetste. Schöne Urnen für die Asche der Verstorbenen, kugelförmige Olfläschchen mit kleinen Henkeln, didle viereckige Salbflaschen und kleine Balsamarien sind aus früher Zeit erhalten. Man verstand sowohl das Ausblasen des flüssigen Glases mittels der Glasbläserpfeise, als auch das Bearbeiten der erstarrten Glasmasse mit den Mitteln des Steinschaittes, die bei Edelsteinen Verwendung fanden. Auf der Breite Flächen wurden herausgeschlifsen und das Ganze mit Figuren, tanzenden Amoretten usw. bedeckt. Als man zur Zeit Hadrians(117—138) Entfärbungsmittel für das Glas kennengeernt halte, vot es einen Ersatz für den durchsichtigen Bergkristall. Durch Ausblasen des nichtes in Formen verstand man Menschenfiguren, unen usw. herzustellen. Vorkommende Nähte an diesen Figuren deuten darauf hin, daß die Halften besonders geformt und dann aneinandergeschmolzen worden sind. Verzierungen der Gesäßze wurden im 2. Jahrhundert durch Aufsetzen von Glassäden erzielt, die sich nach und nach erbreiterten und vergrößerten, und besonders die Erzeugnisse der Kölner Biäser zeigen den reizvollen Schmuck des Schlangenfadens in Blau, Gelb, Opalweiß oder Gold. Von der Mitte des 5. Jahrhunderts ab, wo sich die Glaswaren in den Stelettgräbern mehren, kommen häusiger Kugelflaschen mit trichter= oder röhrenförmigem Halse vor, ferner tonnenförmige Flaschen, Schalen und Trinkrecher. Eine hervorragende Leistung war die Vasa diatreta, das Netzglas, bei welchem die obere Schicht mit dem Stift unterwühlt und zur Verbindung mit der unteren nur einzelne Steae tehen gelassen werden. Diese kunstvolle Art von Giasern, von welchen im ganzen nur acht erhalten geblieben sind, wurde auch in Köln hergestellt, wenigstens nut man zwei derselben in der Benesisstraße gefunden, die aber leider nach auswarts gegangen sind, so daß in Köln kein Exemplar vorhanden ist. Selten sind auch die mit Deck= und Schmelzfarben versehenen Gläser Das Kolner Museum besitzt eines mit den Resten eines Frauenporträts, das auf die hintere Seile des Glases gemalt war, sodaß es von vorn gesehen wurde. Auch Vergoldung und Goldzeichnungen auf Glas mit Hilfe von Blattgold kommen vor. Letzteres wurde aufgelegt und zur Herstellung der Zeichnung das übrige Blattgold weggekratzt, dann kam das Gefäß in die flüssige Glasmasse, so daß sich darüber ein Glasfuß bildete, der die Zeichnung vor Zerstörung schützte (Fondi’oro). Soicher Goldgläser gibt es viele Hunderte mit christlichen Motiven; einige der schönsten sind in Koln gesunden worden. So fand sich an der Ursulastraße eine jetzt im Britischen Museum aufbewahrte testbare Goldglasschale, das glänzendste und zugleich originellste Ber####l aus dem 4. Jahrhundert in Koln. Es ist eine runde, farblose Gla scheibe von 20 Zentimeler Durchmesser mit aufgeklebtem Blattgold. Von der Mitteldarstellung sind nur mehr geringe Reste zu sehen, dagegen haben sich die farbigen christlichen Rundrarstellungen fast vollständig erhalten. Ein anderes Goldalasfragment, das 1876 bei St. Arsula gefunden wurde, gelangte in die Eremitage zu St. Petersburg. Zwei christliche Cologl###schalen sind auch an St. Severin gefunden worden. Am reichsten sind die Grabsunde vor dem Tore der Klemensstraße und an der Luxemburger Straße, wo Glaser, Schreibgerät, Oelftaschchen, Kugelhenkelflaschen, Tonwaren, Kannen, umphoriken, Halsketten, Bronzestatuetten, Parfumdosen, Fingerringe usw. zahlreich ausgegraben wurden. Drehbank erzeugte man auf Glasschalen mit Stiften ringförmige Verzierungen. Denkspruch. Wenn manche Menschen gemütlich werden wirds anderen ungemütlich stumofen Stiften Ruhe erlangt man nur durch Tätigkeit. De gül Nas. Von Louis Sester. Et es ald en Reih Johre verledde, do wonnen en Düx ne echte, met Domwasser gedäufte Kälsche, dä met nem god kölschen Hätz för allerano Schnakereie ze hau wor. Hä bedrev he en Drogerie oder, wie mer op Kötsch säht, en weld Aptek. Ne Nohber vun im, ne kleine, decke, fründliche Weet, met däm de Stammgäß av un zo Hanalereie drieve dähle, kohm no eines Ovenks e. die weld Aptek un verlangle Koppings= polver, hä hät Kopping, die kei Päd mieh ushalde künnt. Dann muht Ohr am bestee Polver nemme, dat han ich schon genomme, dat hät mer Ohre Geholfe gegeroe, dat Züg dug nir et hät mer ganix geholse. No woodte singer Zick, als gefärvte Kapsele för op de Fläsche ze maache, noch zo döör wore, de Kapsele met Collodium, worenn Anilin opgelös wor, rud, grön ov gäl, selbs buni angestreche. Et wore grad Kaxsele, vör op Olflasche ze maache, gal gestreche woode, als mingen Hubät wie minge Nohbersweet genannt wood, em Lade wor un su üoder dat Koppingpolver am schänge wor. Halt, saht do dä welden Agteker, do fällt mer jei en. Ich nane neu amerikanisch Koopingsmeddel, dat weed öntlich op de Nas=c streche, de Nas weed kalt un ich garanteere, dat de Kopping vorbei sin. Gezaht, gevonn. der Hubät kräg no sing Nas, die nit vun schläächte aldere wor, met nem kleine Linsel düchtig verarbeid. De Kopping hatte Bein trage un us lunter Dankbarkeit wood vum Hubät vor morge fröh ne leckere Teller Rammenaß versproche. Hä trol no op heim an, un do bei Gasleech gäl nit god ze sinn es, su feel et wigger keinem op, dat der Hubät met dem neue amerikanische Koppings= meddel de Nas versöck krägen hat. Am andere Morge, als no mingen Hubät opsteiht un sie Kunterfei em Spegel besüht, läuf hä su schnell wie sing Bein in drage künne, an de Döör un rööf singer Frau. Marieche, kumm doch ens slott erop. Et Marieche, dat ürver zwei Zentner Netto spazeere foht, kütt ußer Odem eropgelaufe un weed met dä Woot empfange: Och leeo Marieche, wat säüst do no, ich hau ünver Nach de gäl Färv träge. Mie Marieche, dat von der Nator uße paar Hor mieh ov winger metkrägen hat, befüht sich mingen Hubät un säht, mach doch keine Baselemanes, do häs jo nor de Nas gäl un do sehl et dem Hubät en, dat gester ovend en der weld Aptel sing Nas met dem amerikunische Koppingsmeddel verarbeid wode wor. Joeets wod no wärm Wasser genomme, öm die gül Nas fott zo krige; als dat nit holf, Soda, schwatze Seif, gar zom Schluß, als alles aix helfe woll, wod jugar wiege Sand genomme, öm dat Gäle vun der Nas avzeschore. Avver vor wie noh dlev de Nas gäl. Et beß weet wahl in. do geiß slott en de Orogerie un ließ der do dat Gäle fottmache, un dä der de Nas däl gemaht hät, weho wahl am beste wesse, wie et widder fott zekrigen eß. Gesaht, gedonn, met nem Täschendoch vör däm Geseech kütt mingen Hubät no zor weld Aptek hin. Wo eß ühren Här, frogten hä ne junge Mann da augenblecklich allein em Lade wor. Dä ex nit he, hä moht hück morge schon fröh erus.(Hä wor grad beim Kölsche Stammregiment, bei de Ger als Vize aach Woche en der Summerfresche) Wenn ich ming Nas nit blank krige, schlon ich de ganze Drogerie en Brand, säht mingen Hubät dä noh, wie e hoot, dat der Har nit do wor. mieh Woot wie söns an der Dag lägen dät. Unglöcklicherwies wor dä Gehölfe op de Kräuterkammer nohsinn gange, wat alles zo bestelle wor, suns wor alles god avgelause; äover et kom anders. „ Du junge Mann, Hermann heeß hä, ne brave Jung us Jülich, wor zick sechs Woche en der Lihr om och welden Apteker ze wäde. Hä hat och ald jet sott und woß no, dat durch Salmiakgeist Flecke usgemaht wodte. Hä nohm no erein Handdoch, schott nekntliche Platsch Salmiakgeist droo un säht, su, he muht Uhr de Nas god met abrieve, dann geiht dat Gäl fott. Kaum hat mingen Hubät dat Doch an sing durch dä Sand opgeschorte Nas gehalde, als hä ne Bölck vun sich git, dä Hermann an en Ohr haut, de Dühr erusläuf, neovenau bei unsen Dokter, dä morgens fröh als Bahnacz schon Sprechstund hat. Hü fällt däm Dokter met dä Woor en de Dühr eren: Här Dokter, rett mich, rett mich, ich ben am verbrenne. Met Hölp vun Ether kräg no mingen Hubät uing gal Nas fottgemaht, doch dä Katommel wor no non vill decker wode, su dat mingen Huvät Dag lang vor singe Stammgäß nit Eurepa Eine Prophezeiung Tolstois. „Dies ist eine Vision kommender Ereignisse. Ich vermag das unhimliche Bild diutlich zu sehen. Ueber dem Ozean der Menschenschicksale erblicke ich die Silbonette eines nackten Weibes. Ihre Schönheit, iyr ächeln, ihre Juwelen, der Reiz, der von ihr ausgeht, sind unvergliichlich. Die Nationen der Erde bestürmen sie, jede ist bog#erig, ihre Gunst zu gewinnen. Aber sie, eine echte Buhlerin, liebmit allen. In ihrem Haarschmuck olänzen Diamanten und Rubinen, und im Diadem ihres Hauptes kann man ihren Namen lesen. Kommerzialismus. Wie schön, wie begehrlich sie auch scheint: Leid und Verwüstung folgen ihrer Fußspur. Ihle Stimme, die den metallischen Klang des Goldes hat, und ihr wollüstiger Blick sind Gift für die Nationen, die ihrer Schönheit zum Opfer fasten Sie trägt drei Fackeln, deren Funken die Welt in Brand setzen werden. Die erste ist die Kriegsfackel, welche die schölle Frau von Stadt zu Stadt trägt. Sie entzündet zunächst den Patriotismus, aber das unvermeidliche Ende in Entsetzen verklingt beim Donner der Geschütze und beim Geräusch des Gewehrfeuers. Die zweite Fackel ist die der Heuchelei und der Engherzigkeit. Sie zündet die Lampen in den Tempeln und auf den Altären geheiligter Institutionen an. Aber ausgehen davon Falschhei und Fanatismus. Sie vergiftet das Leben von der Wiege bis zum Grabe dritte Fackel ist die des Hasses, der aus verfälschter Gerechtigkeit aufsteigt, der die Familie und zuletzt das ganze öffentliche Leben durchdvingt, Literatur, Kunst und Staatskunft. Der große Brand wird 1912 beginnen, angesteckt durch die erste Fackel in Südost=Europa. Im Jahre 1914 wird er sich zur Weltkatastrophe entwickeln. Danach sehe ich ganz Europa in Flammen und Blut. Ich höre die Klagen von ausardehnten Scmachtfeldern. Aber im Jahre 1915 wrro die Gestalt eines neuen Napoleon vom Norden her die Bühne der Weltagschichte beschreiten Er hat keine militärische Ausbildung, er wird ein Schriftsteller oder Journalist sein. aber in seiner Macht wird der größte Tcil von Europa bis 1925 bleiben. Der Brand des großen Kriegs wird eine neuc politische Aera für Europa einleiten. Es werden keine Königreiche und keine Kaiserreiche mehr sein, aber es wird ein Verband aller Reiche der Erde gebildet werden, ähnlich dem der Vereimigten Staaten von Amerika. Es bleiben einfach vier große Nationen übrig: Angelsachsen, Latemer, Slawen und Mongolen. Nach 1925 sehe ich eine große Veränderung in religiöser Hinsicht. Die zweite Fackel der Vuhlerin gai den Fall der Kirche verursacht Die ethische ##e ist beinahe ganz verschwunden, die Menschheit ohne Moralgefühl. Dann steht jedoch ein großer Beformator auf. Er will die Welt von den Ueberbleibseln des Monotheismus befreien und den Grundstein für den Tempel des Pantheismus chen. Und ich sche den Beginn eines neuen friedlichen Zeitraumes. Der Mann, der diese Mission vollbringen wird, ist ern Monaole. Er lebt bereits hier auf Erden. aber er selbst ist sich der Aurfgabe, die seiner wartet, noch nicht bewußt Die dritte Fackel in den Händen des Weibes hat bemrits begonnen, unsere Familienbeziehungen zu untergraben, unsere Begriffe von Kunst und rai zu verwerren. Die Beziehungen zwischen Mann und Frau werden nur als prosaische Assoziation der Geschlechter angesehen. Die Kunst hat bechnnen, zu degenerieren, politische und religiöse Dä Dokter un unse Kummessär, alle beidee paar echte Kölsche, sorgten no dervör, dat de Hubät widder engerenk wod, un kom ei schließlich durch en god Bowl widder zor ahle schöldig gebleye: de Namenaß es der Hutdäl Alle drei hät no unsen Herrgott se schon ze sich genomme, avver wenn beim Hubät vun su nem halve Stammgaß de Sproch op ei amerika. nische Koppingsmeddel kom, dann hat et geschellt Wie's nicht sein soll—— Will er sauer, so will sie süß Will er Mehl, so will sie Grieß. Schreit er hü, so schreit sie ha, Ist er dort, so ist sie da. Will er essen, so will sie fasten Will er gehen, so will sie ralten Will er rechts, so will sie linig Sagt er Spatz, so sagt sie Fink. Ißt er Suppe, so ißt sie Brocken Will er Strümrse, so will sie Socken Sagt er ja, so sagt sie nein, Trinkt er Bier, so trinkt sie Wein. Will er dies, so will sie das, Singt er Alt, so singt sie Baß, Winl er kalt, so braucht sie's warm— Das ist ein Leben, daß's Gott erbarm Abraham a Santa Clara. — F# Geile* Nr. 10 Störungen werden das geistige Fundament aller Lölker ins Wanken bringen. Der Nationalitätenkrieg in Europa, der Klassenstreit in Europa und der Rassenstreit in Asien haben die Kulturarbeit ein ganzes Jahrhundert zurückgedrängt. Aber da, mitten im Jahrhundert, sehe ich einen Helden auf dem Gebiet der Kunst und Literatur aufstehen aus den Reihen der Lateiner, und die Welt reinigen von allem Alten Bösen. Das strahlende Licht des Symbolisnis wird die Fackel des Kommerzialismus übernrahlen. An die Stelle der Polygamie und Monogamie wird Poetogamie treten, eine Beziehung der.schlechter, die sich nach den poctischen Begissen des Lebens entwickett Ich sehe die Nationen weiser und besser werden. Eine Zeit wird kommen, wo die Nationen nichts mehr werden wissen wollen von Armcen. Heuchelei ind Entartung in der Kunst. Sie werden begreifen, daß die lockende Frau eine Illusion war. Das ganze Leben ist Entwicklung, und Entwicklung ist Fortschritt von einer einfachen zu einer zusammengesetzten Form Ich sehe das Weltdrama in seiner heutigen Form verschwinden wie das Aberddsonnengold hinter den Bergen.“ * Diese Prophezeiung diktierte Tolstoi seiner Tochter unmittelbar vor seinem Tode Der Wortlaut durfte in Rußland nicht veröffentlicht werden. Das Manuskript bildete einen Teil des literarischen Nachlasses Tolstois, um den nach seinem Tode Gattin und Tochter miteinander prozessierten. Anscheinend ist der Text dann, verschieden gefaßt, in England und Amerika verbreitet gewesen. dee vorstehende Fassurng geht zurück auf die holEndische„Wereldkroniek“ vom 5. September 1914. Morgen=Ausgabe Samstag, 8. Januar 1921 Von Hans Gäfgen. Im Goethehaus. Ern paar Schritte abseits vom bastenden und lärmenden Treiben der Großstadt liegt eine stille Straße, der Große Hirschraben Aus Butzenscheiben schauen altbehäbige Häuser auf das Pflaster nicder, das noch nicht die Ackglätte des neuzeitlichen Asphalts kennt. Alles atmet Ruhe und innere Vornehmheit. Die Glocke schlägt an. Von Dir av fällt das etzte Stäubchen der Gegenwart: Du bist ganz Andacht und Gefühl. Du schreitest durch die niederen Räume, in denen die Frau Rat schaltete und waltete. Du stehst am Schreibtisch, wo sie die Briefe schrieb an ihren Sohn, an die Fürstin in Weimar, Briefe voll Urwüch" Leit, aus dem Herzen einer Frau geflossen, er an Größe der Sccle nur wenige gloichstehen. DDie halbdunkle nüche, die an eine Goldmacherverkstätte denken läßt, lieg vor Dir. als sei Frau Rat eben nach oben gegangen. Nach oben, wo der Vater Gocthes sein Reich hatte. In schlicht vornehmen Fächern stehen die Bücher umher, in die sich der Herr Kat vergrub, am Fenster sitzend. von wo er seine aus der Stadt heimkehrenden Kinder erblicken konnte. Sie wußten das bald und richteten es geschickt so ein, daß sie stets von der anderen Seite her dem Hause zustrebten. In den Staatszimmern des ersten Stockes wird das Andenken des Königsleutnants Thorane, wird die Gestalt Karl Augusts von Weimar lebendig, die hier wohnten. Unter dem Dache aber sind die Räume. in denen der Dichter selbst zu uns spricht, Zeichnungen von seiner Hand, ein von iym gezimmertes Bücherbrett, Silhouetten seiner Lehrer und Freunde, von ihm geschnitten, sind in der Stube verteilt. Am Fenster steht der Schreibtisch, wo die Frühwerke enstanden. Durch das breithingelagerte Treppenhaus geETRTTKRENIEES ASSS SNS 23 Unsere Klubmutter. Von Olga Cordes(Bremen). Nur wer als junges Mädchen allein in einer en fremden Stadt lebt, kann die Entrüstung versterhen, die uns ergriff, als wir hörten, daß insere Klubmutter in zarten Beziehungen zu einem älteren Herrn stand, die vielleicht zu einem Verlöbnis, oder aar zu einer Heirat führen konnten. Ja, wenn sie ein Drache gewesen wäre, dann drei Kreuze hinter ihr her! Aber Fräulein Adelholzen, eine rundliche ältere Jungser war ganz das Gegenteil; ohne untere Klubmutter konnten wir Kunstschülerinnen einfach nicht fertig werden. Der einen, die magenrank war, besongte sie ein Graubror von einim Bäcker, der ganz außeralb der Stadt wohnte; der anderen stopfte sie die Strümpfe. Einer dritten strickte sie für wenig Geld warme Alnterhandschuhe. Hatte man eine unglückliche Liebe im Herzen, so vertraute man sie der Klubmutter an und alles lingemach erschien einem nachher weniger schwer. liebte man aber glücklich, so warnte sie stets: Kindchen, Kindchen, vorsichtig sein.. nicht zu ehr vertrauen!“ Als norddeutsche Kleinstädterin konnte sie sich nicht an die freieren Sitten Münchens gewöhnen. Aber erst unsere Festaberde! Wie konnte sie lustig sein mit der Jugend! Ihr rundes Gesicht, s noch so wenig Falten zeigte, strahlte vor slück, wern sie all' ihre Küchlein um sich vermmmelt sah, und wir am Schluß des Festes unsere Klubmutter hoch leben ließen. Wer ihren Wert noch nicht erkannte, der lernte sie schätzen, als in jenem fast russischen Winter in ünchen die Grippe ausbrach und unzählige Opfer forderte. Tod und Krankheit spottend, eilte sie, mit einem langen wir in den kleinen Hof. An der Pumpe, die von einem zierlich geschwungenen Dache überschattet ist, spielte der Knabe. Alles ist hier Friede und Stille. Wir stehen versunken und begreifen, daß an dieser Stätte ein Mann heranreifen konnte, still und stark, groß und gütig, dem Ewigen innig verbunden... Gang durch die Altstadt. Bemoste Mauern, wehrhafte Türme und Zinnen aus verklungenen Jahrhunderten findest Du in der Kaiserstodt am Main nicht mehr. Aber Straßen und Gassen tun sich auf. in denen die versunkenen Zeiten gemächlichen Schrittes auf und abwandeln. Da ist das Rapunzelgäßchen— ist nicht schon der Name voll heimlichen Zaubers? — mit einer Hängebrücke von der linken zur rechten Seite. Spitzweg scheint neben uns zu stehen und mit mildgütigem Lächeln auf das Gewirr der Häuschen. Höfe und Dächer zu schauen. Der Metzgerschirm, ein seltsames Haus ohne Erdgeschoß, liegt dort drüben, Bald sechshundert Jahre steht das Haus, winkelig und zerbeult in der Gasse und hat überdauert manchen, einst prunkenden Prachtbau, Sitzt da drüben nicht Hans Sachs in seiner Werkstatt? Ein Schuster hockt am offenen Fenster zwischen Geranienstöcken. Ueber ihm im hölzernen Bauer hüpft ein Star von Stang: zu Stang= und läßt ab und zu im Takt des aufschlagenden Schusterhaneners sein Lied in die Gasse klingen. Auf dem kleinen Platze aber, um den die Häuser herumstehen, plätschert ein uralter Brunnen tagaus und tagein und erzählt von längstentschlafenen, selig verdämmernden Jahrhunderten. Im Dom. Durch tiefblaue Fenster, deren Farbe an ferne Gebirge zur Dämmerstunde denken läßt, kommt rastend und scheu schwaches Licht in die gewaltigen Hallen des Domes. Ab und zu bricht ein Strahl durch die purpurnen Scheiben, die zwischen den blauen glühen. Eine Kerze brennt vor einem Marienbilde und läßt die Spangen am Kieide der Gottesmutter erglänzen in seltsam mildem Goldschimmer. Steinere Heilige stehen im Dunkel. versunken in die Andacht des Raumes. Grabplatten, ins Gemäuer eingelassen, wuchten da und dort. Eine Frau kniet in einer der Bänke und beugt das Haupt tief. Sonst ist niemand in der Kirche. Durch die mächtigen Fenster des Mittelschiffes strömt plötzlich in fast körverhaften Fluten goldenes, gleißendes, tausendfältiges Licht. Ein Strahl trifft die Betende. Sie schaut auf und jähe Freude steht auf ihrem Antlitz geschrieben. Ein Ton, wie aus weiter, weiter Ferne kommend, erwacht im Raum und verweht... Die Lampe der Ewigkeit glüht im Dome Gottes. Mit leisen Schritten gcht das Weib hinaus... SS vun Peter Berchem. Re Mann darf nit mih der Kuckelenbaum schkonn. Ner Frau steiht besser Mannsarbeid als enem Mann Frauenarbeid. Der Adam wor vor der Eva fädig; et soll och jetz noch esu sin. „Rusekranz, wat gilt de Schanz?“ höt mer nit en nem Villeveedel. * Kinderverzäll eß immer Deechtung un Wohrheit. Töpschen Haserslocken in ihrem Vompadour, von einer Kranken zur anderen, die Mutter ersetzend bei denen, die oft noch nicht die Zwanzig erveicht hatten, und die in ihren Fiederphantasien nach der fernen Mutter riefen. Bei ihr gav es auch kein Anschen der Person; sie Pflegte ein Freifräulein aus hochadeligem Geschlecht mit nicht mehr Liebe, wie die Tochter kleiner Leute, die sich von ihrem ersparten Gelde in einer Dachkammer Münchens durchhungerte. Selbst vor der Kunst, die doch in der süddeutschen Hauptstadt eine so große Rolle spielt, hatte sie keinen Respekt, die beste Schülerin aus der Malklasse bekam an ihrem Geburtsage kein größeres Stück selbstgebackenenen Topfkuchens als die schlechteste Schülerin aus der Gipsklasse, die von den Professoren wie Luft behandelt wurde. Auch der Schönheir gegenüber war unsere Klubmutter nicht bestechlich Und dieses große Gerz, das uns allen gehörte, wollte sie einem— Seifenfabrikanten aben! All ihre mütterlichen Vomar tellte sich dieser fremde Mensch allein erfreuen?! Nur weil er einen gewichsten schwarzen Schnanzbart besaß und ein paar kohlschwarze Augen, mit denen er sie angesunkelt hatte! Für ihn sollte sie fortan Tee kochen, Strümpfe stopfen und die Stube warm halten! Natürlich, der„schöne Alois'“, wie er im Akademioviertel genannt wurde, und der ein großer Frauenfreund war, wollte für seine alten Tage eine Pflezerin haben, die ihn verhätschelte, und dazu war ihm unsere Klubmutter gerade gut ganug. Sollte man ihr diese späte Neigung ausreden? Aber nein, so jung wir auch waren, so mußten wir doch, daß eine verliebte alte Jungfer nicht mit Worten zur Vernunft kommt. Deshalb wurde heimlich eine Versammlung einberufen, und wir brüteten schwarze Pläne aus. o K ä t s e l= E c h z e. Gleichklang. Gern tut man's dir, und der es tut, Kann irren, doch er meint's wohl gut; Du tust es hier, und hoffentlich Gelingt es, dann erfreut es dich. Bilder=Rätsel. Wlihg Vrag M 2b82e127. K RN Glana— Bstklält. Nt en, e Perkige.—tSchrrih 7 6 5 4 * W822 24 Aunm Nn Matt in vier Zügen. Weiß: Kg 4 S 1 8 Bf7, h7. Schw.: Khs Bg6. Eine leichte, aber scharf pointierte Darstellung eines witzigen Gedankens. Auflösungen aus voriger Nummer. Schiebe= ätsel. Niersteiner, Zeltinger, Oberingelheimer, Böslauer, Lorcher, Rüdesheimer, Poltersdorfer, Winninger, Hochheimer, Kupferberg, Rauenthaler, Trabener, Sherry. Marcobrunner, Deidesheimer.— Silvesterpunsch. Versteck=Rätsel. Jod, All. Hand, Rio, Ewer, Strich, Weste, Eck, Reid, Dank, Elbe.— Jahreswende. Rösselsprung. Friede, Freude, Segen allen, Glück und Heil zum neuen Jahr! Friede, Friede immerdar. Partie Nr. 29. Gespielt am 4. Dez. 1920 im Neisterschaftsturnier. Weiß: Schwarz: Schapiro. Oppenheim. 1. e 2— e 4 e 7— e 5 2. S g 1—13 S b 8— c 6 3. L 1 1— b 5 a 7— a 6 4. L b 5— c 4 L k 8— c 5 5. 0— 0 S g 8— 1 6 6. C 2— C 3 S 1 6 X e 4 7. L c 4— d 5 S e 0— 1 6 8. L d 5Xc5 d 7 X c6 9. S 13Xe5 0— 0 10. d 2— d 4 L c 5— e 7 So ist aus der spanischen Partie eine Variante der italienischen entstanden mit dem Unterschied, daß Schwarz den Zug a 6 voraus hat: man kann nicht sagen, daß es für Weiß besonders günstig wäre; doch hätte Schwarz jetzt Lo6 statt Le 7 spielen sollen. 11. Lc 1— e 3 S 1 6— d 5 12. c3— c 4 S d 5— b 6 13. S b 1— d2 L c 8— e 6 14. b 2— b 3 f 7— k 6 15. S e 5— d 3 1 6— 1 5 16. 1 2— 14 L e 6— 1 7 17. S d 3— e 5 S b 6— d 7 18. S e5Xf7? A. E. stand der Spr. zu gut, um getauscht zu werden. 18.— T 1 8X 1 7 19. D d1— h 5 g 7— g 0 Diese Lockerung des Königsflügels wäre für sehr des Schutzes. 20. D h 5— e 2 Le 7— f 6 21. T a1—dl D d 8— e 7 22. D e 2—d 3 T a 8— d 8 23. T f—e 1 De7— a 3 Ein kühner Ausfall der Dame, der sich bitter hätte rächen sollen. 24. D d 3— C 2 T f 7— e 7 25. c4— c 51 Kg 8—g 7 26. S d 2— c 4 D a 3— b 4 27. a 2— a 3 D b 4— b 5 28. D e 2—C32? Ein verhängnisvoller Fehlgriff! Mit 23) Ki1! neost Ld2 drohte Damenverlust, den Schwarz nur durch sofortiges Qualitütsopfer(TX e3) hätte hindern konnen. 28.— S d7Xc51 29. S c 4— e5 S c 5— e 4 30. D c 3— c 4 D b 5— d 5 31. D C 4—bA c 6— c 51 32. U b 4— c 4 „Auf,#Xc folgzt DX41 33) TXd1 32.— c 5 X d 4 33. T d IX d4 D d5Xc4 34. b 3 X o„ T d 8Xd 4 35. L e 3X d4 c 7— c 6 35. C4—05 L f 6 X e5 und gewann in längerem Endspiel. Zum Nochdenken. Wenn solche Liebe, solches Verständnis aufflammen zwischen einem Manne und einem Weive; wenn sie ein Haus gründen, in welchem ein Geist herrscht; wenn sie den gegenseitigen Traum in ihren Kindern zu verwirklichen suchen, ihnen geben, was sie entbehrten, ihnen fertig zubringen, was sie errangen— dann haben Liebe und Sehnsucht das schönste Werk des menschlichen Genius geschaffen. An einem schönen Wintermorgen erschien im Geschäft des Herrn Alois Hubermeier eine zierliche Blondine, hochelegant, das Mützchen schief auf dem Kraushaar. Unsere Kollegin, die Ederer Leni, forderte ein Stück Rosenseife und Herr Hubermeier beäugelte seine reizende Kundin. Da sie am nächsten Morgen wiederkam und Beilchenparfüm verlangte, nahm er an, daß sein gewichster schwarzer Schnauzbart Eindruck auf sie gemacht hatte und im Lan## eines längeren Gesprächs bat er sie um ein Stelldichein im Kafsee Luitpold. Sünigkeiten und der Aussicht auf Schokolade und Torte konnte sie nicht widerstehen. Punkt nenn Uhr abends wurde die Klubbude geschlossen und wir segelten, unsere Klubmutter in die Mitte nehmend, damit sie uns nicht entwische, dem Kaffee Luitpold zu. [Das Kaffse Luitpold war für uns der Jubegriff alles Schönen und Herrlichen, das sich ein Mädchenher; nur ersehnen konnte. Schon der Eingang zum Restaurant stimmte feierlich: Der Portier mit seinem Dreimaster auf dem Kopfe, der die Glastüren öffnete, und die großen blühenden Oleander in Kübeln, die einen süßen Duft ausströmten, der sich mit dem des frischgekochten Kaffees vermischte. Hinter den Glastüren lag eine Welt. die nichts mit den Arderwärtigkeiten des Alltaas zu tun hatte. An kleinen schwarzen Marmortischen sitzend. über sich den hohen, mit Bildern und Stuck versehenen Plafond, von heißem Kaffee und den Blicken herumsitzerder Künstler erwärmt, fühlte man sich wie im Himmel. In dem schmalen Mittelraum, der von grünen Mittelsäulen getragen wurde, war noch eines der roten Plüschsofas frei, und wir steuerten rasch darauf zu. Während die Kellnerin Schokolade und Torte brachte, studierten wir die Vorübergihenden. Alle Berühmtheiten Münchens trasen hier um diese späte Stunde zusammen. Leute von der Feder, wie Michael Georg Conrad, mit seiner schönen Figur und der blonden Haarmähne, die seine(Demterturne umallte, zogen die Blicke auf sich. Zwischen bekannten Musikern und Schauspielern sah man Gebirgler in Rucksack und Wadelstrümpfen, die mit ihren hellen Augen die gemalten Bildern an den Wänden anstaunten. Bötzlich rief eine Kollegin mit gut gespielten Erstaunen: „Jes.. sas.. d' Leni! Da ziagts mit an schenem Aloisl umanander!“ Unsere Klubmutter, die gerade ein Stück Torte zum Munde führen wollte, ließ ihren Löffel klirrend auf die Marmorplatte fallen: sie wurde totenblaß und ihre runden, etwas vorstehenden Angen starrien auf das Pärchen, das langsam vorüberschlenderte. Die hübsche Leni hatte sich zärtlich an ihren Ritter geschmieg, und der Seifenfabrikant machte ein Gesicht, wie ein Kuter, der gestreichelt wird. „Dös, wann sei Madel wüßt"... bemerkte eine zweite Kollegin in tadelndem Ton. „Sei Ma.. del?“ wiederholte die Klubmutter fassungslos. „O mei... dös wissin's net? Zwoa Kinder hot'r an Buebn und a Madel und a Dritt's is unterwegs!“ „Ist das ein schrecklicher Mensch!" stöhnte unere Klubmutter, vernichtend in das Plüschsofa zurüchsinkend.—— Von der Zeit an war die Klubmutter von ihren Heiratsplänen geheilt, und ihr Herz gehörte uns wieder allein.—