eint mit Erlaubnis der britischen milltärischen Behörde Bezugspreis: M 2,00 einschließlich einer Beilage. Postbezug 35 Pf. manatl. mehr. Hauptgeschäftsft.: Domstr. 6. Fernruf A 4812, A 7777 u. A8714. Redaktion: Marzellenstr. 37. Fernrus: A 6920—6929. Zweigstelle: Breitestr. 85 Fernruf: A4 6636. Nr. 285 Offizielles Organ der Zentrumspartei. WI.I Or„„„„ Kölner Local=Anzeiger. General=Anzeiger für die rheinische Hauptstadt und Fremdenblatt. Mülheimer Volkszeitung Anzeigenpreis: Die einsp. Kol=Zeile(34 mm br.) 55 Df. dritte und letzte Seite 69 Pf. Platzvorschrift 10 Proz. Zuschlag. Reklamepreis. Die 67 mm br Kol.=Zeile M 206, zweite Seite M. 225 Platzvorschrift 10 Proz. Zuschlag. Offertengebühr 25 K. S Köln, Dienstag, 14. Oktober 1919 S Erster Jahrgaug Der Reichsparteitag des Zentrums. Berlin, 13. Okt. Ein bestimmter Zeitpunkt für den Zusammentritt des Reichsparteitages hat, wie die KV hört, deswegen jetzt noch nicht festgelegt werden können, weil noch nicht feststeht, zu welchem Zeitpunkt die Nationalversommlung nach der bevorstehenden Tagung wieder zusammentreten wird. Das dürfte, wie wir bereits berichteten, entweder um den 18. oder 24. November der Fall sein. Der Reichsparteitag soll in den Tagen, die diesen Terminen unmittelbar voraufgehen, stattfinden, also entweder in der Zeit zwischen dem 15. und 18. November oder zwischen dem 20. und 24. November. Die Wahlen zum Parteitage, die in den ersten Novembertagen stattfinden werden, erfolgen in Preußen durch die Provinzialorganisationen, in den anderen Bundesstaaten durch die Landesorganisationen, und zwar auf der Grundlage, daß auf jede 20000 Zentrumswähler ein Delegierter kommt. Die Kosten der Vertretung gehen zu Lasten der Organisationen. Poincares Unterzeichnung. Versailles. 12. Okt. Nach dem Journal wird Präsident Poincaré jedenfalls heute oder morgen die Ratlfizierungsurkunde zeichnen. Die Veröffentlichung durch das Journal officiel wird sofort erfolgen, wenn der Senat dem Kummerbeschluß zugestimmt hat. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Gesetzes über die Ratifizierung wird amtlich als das Ende der Feindseligkeiten angesehen werden. Hierauf müssen die Alliierten Deutschland benachrichtigen, daß drei gegnerische Großmächte den Frieden ratifiziert hätten, und dann müssen Vertreter dieser drei Großmächte mit Vertretern Deutschlands die Ratifizierungsurkunde austauschen. Das Protokoll hierüber müßten die Vertreter der Mächte unterzeichnen, und damit würde der Frieden in Kraft treten. Brn, 13. Okt.(Drahtb.) Das Amtsblatt der französischen Republik veröffentlicht das Gesetz, in dem der Prüsident der Republik ermachtigt wird, den Frieden von Versailles zu ratifizieren. Er wird jedoch die Ratifikation erst vollziehen wenn die Abschriften des Vertrages mit den Unterschriften des Königs Georg und des Königs Viktor Emanuel in Paris eingetroffen sein werden. Diese beiden Dokumente werden jeden Augenblick erwartet. Frankreich im Saargebiet. " Saarbrücken. 1I. Okt. General Andlauer erließ unterm 9. Oktober folgenden Befehl: Die Sitzungen des Kriegsgerichts haben gezeigt, daß die Kriegervereine, der Heimatdienst, die Schützenvereine und im allgemeinen alle Vereinigungen ehemaliger Militärpersonen nicht unbeteiligt an der Erregung und Aufwiegelung sind, deren tragische Folgen man im ganzen Saurgebiet feststellen kann. Infolgedessen werden alle diese Vereine autgelöst und ihre Güter unter Sequester gestellt. Die Mehrzahl dieser Vereinigungen soll später im Saargebiet neu gegründet werden, und zwar auf neuer Grundlage unter ähnlichen Bedingungen, wie sie für die Vereine der Kriegsbeschädigten gelten. Amerika und der Friedensvertrag. Kopenhagen. 13.Okt.(Drahtb.) Londoner Meldungen zufolge scheint sich die Ratifikation des Friedensvertrages durch Amerika immer mehr in die Länge zu ziehen. Der Timeskorrespondent in Washington berichtet, man rechne dort sogar mit der Möglichkeit, daß der Senat die Rati fikation überhaupt verweigern werde. Die „Die russise eine interalliierte Uebermachungskommission. Bern. 13.Okt.(Drahtb.) Die Alliierten werden nach dem Vorschlage militärischer Sachverständiger in Berlin eine interalliierte Kommission einsetzen, um die russische Gefahr für Deutschland zu überwachen. Die Blockade Sowjetrußzlands. Kopenhagen, 13. Okt.(Drahtb.) Wie die Nationaltidende erfährt, ist dem dänischen Außenministerium vom Gesandten in Paris ein telegraphisches Resumé über die Note des Pariser Fünferrates bezüglich der Blockade gegen Sowjet-Rußland zugegangen. Wie verlautet, ist ein gemeinsames Vorgehen der skandinavischen Länder in der Blockodefrage zu erwarten. Kopenhagen, 13. Okt.(Drahtb.) Im Handelsverkehr mit Deutschland macht sich die Blockade störend bemerkbar, da der Grenzverkehr zwischen Kopenhagen und Berlin umgelegt werden muß. Die deutsche Fähre darf nicht ausfahren, und da von den beiden dänischen Fähren die eine in Reparatur ist, muß der gesamte Verkehr nach beiden Richtungen von einer Fähre bewältigt werden. allgemeine Meinung geht dahin, daß die europäischen Länder den Völkerbund zunächst ohne die Vereinigten Staaten gründen müßten, da der Widerstand gegen diesen dort im Wachsen begriffen sei. Lörrach, 13.Okt.(Drahtb.) Der Matin meldet aus New-York, die amerikanische Industrie sei höchst erregt über den ungeheuren Niedergang der amerikanischen Ausfuhr, der durch den Valutastand veranlaßt werde. Die Industriellen hätten deshalb beschlossen, eine Gesellschaft mit 100 Millienen Dollar Kapital zu errichten, um den notleidenden europdischen Staaten langfristige Kredite einzuräumen. Ein Auftrag Belgiens auf 400 Lokomotiven und 20000 Waggons mußte von Amerika wegen des Mangels Belgiens an Kredit zurückgewiesen werden. Wilsons Krankheit. Rotterdam. 13. Okt. Aus Washington wird gemeldet: Amtlich wird bekanntgegeben, daß Wilson loch eine lange Ruhezeit notig habe. Senator Mosen hat einen Brief veröffentlicht, n dem gesagt wird, daß der Präsident während seiner Rede in Pueblo einen Schlaganfall erlitten hat, und daß seit dieser Zeit eine Lähmung der Gesichtsnerven eingetreten ist. Solange die Lähmungdes Gehirns andauert, dorf der Präsident seine Gedanken nicht konzentrieren, da dies eine Wiederholung des Anfalles veranlassen könnte. Wahrscheinlich kann der Präsident körperlich genesen, aber selbst dann wird er eine politische Rolle nicht mehr spielen können. Obwohl die Berichte von einer langsamen Besserung reden, steht die ganze Regierungsmaschine in den Vereinigten Staaten still. Italiens äußere Politik. Rom, 13.Okt. In einer Wuhlrede erkldrte Giolitti, daß der Dreibundvertrag, wenn ein Verbündeter den Krieg heraufbeschwor, die andern nur zu wohlwollender Neutralität verpflichtet habe. Italiens Neutralität sei die eigentliche Rettung Frankreichs gewesen. Während der fünfmonatigen Verhandlungen mit Österreich habe er darauf hingewiesen, daß eine Verständigung mit österreich moglich sei. Italien habe ein Interesse daran gehabt, das Gleichgewicht in Europa aufrechtzuerhalten; es habe deshalb seine Kräfte erhalten müssen. Die Beziehungen zu Bülow, den er schon lange gekannt habe, hätten sich auf einen Besuch im Januar 1914 Berhaftung der deutschen Vertreter in Riga und Libau? Mitau. 13.Okt.(Drahtb.) Aus Riga eingetroffene Zivilpersonen melden, daß der deutsche Beauftragte in Riga am Donnerstag verhattet worden ist, ebenso sei der deutsche Beauftragte in Libau mit seinem Stabe von den lettischen Behörden verhaftet worden. Gegen die Verhaftungen wurde bei der lettischen Regierung Einspruch erhoben. Das erbeutete russische Kriegsgerät. Versailles. 11.0kt. Der Fünferrat setzie eine interalliierte Kommission ein, die die Kontrolle über die noch in Deutschland befindlichen russischen Kriegsgefangenen ausüben soll, sowie eine weitere interalliierte militärische Kommission, die in Deutschösterreich die Ausführung der militärischen Kleuseln des Friedensertrages durchführen eell. Der Fünferrat beschloß auf Verlangen von Admiral Koltschak und General Denikin. dass ihnen das von den Deutschen während des Krieges erbeutete russische Kriegsgerät überwiesen werden sol Die interalliierte Kontroilkommission in Leutschland wurde mit der Durenfünrung und Uber wachung der erforderlichen Maßnihmen be traut. beschränkt, wobei die Unterredung durchau nicht den Charakter von Unterhandlunge gehabt habe. Die Friedensbedingungen, d Italien erhalten habe, entsprüchen nicht seine Siegen. Allen italienisehen Herzen sei es schmerzvoll, das Fiume der Anschluß a das Mutterland verweigert worden sei; dafti sei das Ministerium verantwortlich, das in Londoner Vertrag die Zutellung Fiumes a. die Kroaten zugelassen habe. Kleine nacbrichten. Bielefeld, 13. Okt. Der Reichskommissar für Westtalen, Severing, kündigte in öffen licher Versammlung seinen Rücktritt an sobald die Schwierigkeiten der kommender kritischen Wechen überstanden seien. Berlin, 13. Okt. Laut Voss. Ztg. ist General von Eberhard im Baltikum eingetroffen und hat seine neue Kommandostelle übernommen. Nürnberg. 13. Okt. Das Wolffbureau verbreitet das Folgende: Zuständigerseits erahren wir, daß die durch die franzosische Fresse verbreitete Nachricht, nach der am 1. August 1914 ein französischer Flieger über Nürnberg durch eine Flakvatterie beschossen worden sei, den Tatsachen nicht entspricht. München, 13. Okt. Im zweiten Geiselmordprozeß beantragte der Staatsanwalt heute gegen die Angeklagten Kummerstetter, Greiner und Streienko die Todesstrafe, gegen Debus 15 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Alle Angeklagten stellten in Abrede, an der Geiselerschieffung mitgewirkt zu haben. London, 13. Okt. Das Auswärtige Ant gibt bekannt, daß laut Beschluß des Obersten Wirtschaftsrates samtliche Schwarzen Listen autgehoben worden sind. Paris. 13. Ckt. Nach dem Echo de Paris bestätigt es sich, daßs Dutasta französischer Botschafter in Berlin wird. Wührend: einer Ubergangsperiode wird Frankreich durch einen Geschäftsträger vertreten sein; diese Mission wird dem gegenwärtigen Geschäftsträger in Bern, Clinchant, übertragen werden. Riode Janeiro, 13. Okt. Die Regierung hat für deutsche Schiffe die brasilischen Häfen geöffnet. Kopenhagen. 12.Okt. Wie bolschewistische Blätter melden, hat die Sowjetregierung beschloßen, einen siebten Rätekongreß einzuberufen, um Maßnahmen gegen die in der letzten Zeit vielfach aufgetauchten Gefahren zu beschließen. Das Auswärtige Amt. Der neue Reichsrat, von dem man sagt, daß er noch vielzuviel unter Ausschluß der öffentlichkeit tagt, hat kürzlich eine„Ergänzung zum Entwurfe des Haushalts für das Auswärtige Amt“ verabschiedet. Sie liegt der Nationalversammlung vor und bezweckt eine gründliche Reform des auswärtigen Dienstes. Sie bricht zunüchst mit dem Mißstand, daß nur begüterte Leute, wie Söhne von Großgrundbesitzern oder Mitglieder von Millionärshäusern, diplomatische Posten bekleiden können und erhöht in nennenswerter Weise die Gehälter der Herren, die zu den Gesandtschalten und Konsulaten im Ausland geschickt werden. Freie Bahn dem Tüchtigen, heißt die Losung. Weiter bringt die Vorlage die Gleichstellung von Konsulats- und Gesandtschaftsdienst. Die Botschaftsräte werden im Gehalt dem Generalkonsul gleichgestellt. Die ersten Legationssekretäre sollen den Titel Gesandtschaftsrat erhalten und dem Koneul an Gehalt gleichgestellt werden. Besonders wichtig ist aber die Neuerung, welche den eigentlichen„auswärtigen Betrieb“ betrifft. Im Auswärtigen Amt gab es bisher vier Abteilungen, die nicht immer Hand in Hand, wohl aber oft auf eigene Faust arbeiteten. Es waren dies die eigentliche politische mit den beiden Personalabteilungen, die handelspolitische, die juristische und die Jachrichtenabteilung. Es kam oft genug vor, laß die eine Abteilung keine Ahnung davon atte, was die andere trieb; in den Memoirenwerken unserer Diplomaten kann man zur senüge nachlesen, welches Kunterbunt von Meinungen und Absichten hier nebeneinander und durcheinander sich durchzusetzen bestrebt war. Diese fuchliche Gliederung Ist in dem Ergänzungsentwurf durch die regiondle Gliederung ersetzt worden. Es sollen verschiedene Abteilungen eingerichtet werden, die jede für sich eine besondere Ländergruppe zu bearbeiten hat. Beispielsweise dürften in der Abteilung Ostasien alle die Fragen zur Behandlung kommen, handelspolitische, finanzpolitische, juristische, also ganz gleich welcher Art, zu denen die asiatischen Reiche anregen. Versuchsweise hat man die Zahl der Abteilungen bezw. der zugehörigen Ländergruppen auf sechs festgelegt. Ob es dabei bleibt, muß die Praxis bestimmen. An die Spitze dieser Abteilungen treten Ministerialdirektoren; zwei Unterstaatssckreiäre, der politische und der wirtschaftspolitische, sollen die Gruppen zusammenfassen und das Material für den Außenminister sichten, der heute noch Müller heißt. Für diese beiden Posten als Unterstaatssekretäre sind der schon seit längerer Zeit im auswärtigen Dienst stehende Gesandte von Haniel als politischer und der aus der Industrie hervorgegangene Geh. Legationsrat von Doyé als wirtschaftspolitischer Unterstaatssekretär in Aussicht genommen. Es hat recht lange gedauert, bis man diese schon so oft geforderte Reform unseres auswärtigen Dienstes zur Tat werden ließ. Soweit sich übersehen läßt, hat der neue Plan eine besondere Kritik nicht gefunden. Aber wenn dieses Reformprojekt auch ganz neue Möglichkeiten für eine erfolgreiche diplomatische Betätigung erschließt, garantieren kann es diese auch noch nicht. Bismarck hat mit der alten Einrichtung für seine Zeit recht glücklich gearbeitet, ein Zimmermann würde wahrscheinlich auch nach Durchführung der Reform gegen Dummheiten nicht gesichert sein. Zu einer erfolgversprechenden Arbeit gehört eben neben einem zielsicheren Programm auch ein zielbewußter und starker Mann und Menschenkenner als Außenminister. Sagt man nicht, das der gegenwärtigen deutschen Außenpolitik nur noch die Rolle der Passivität vorbehalten sei Wer nicht der Auffassung vertallen ist, daß dan 9 Seite 2 Selkswacht Nr. 285&a Dienstag, 14. Oktober 1919 deutsche Volk unretlbar verloren— und nur solche Leute können wir als Außenminister gebrauchen— dem ist Gelegenheit zu ruhmvoller Aktivität genug gegeben. Unbedingt notwendig ist aber, daß unsere Politik eine klare Linie aufweist, ein Programm hat und sich daranhält. Ausgemerzt werden müssen endgültig und für alle Zeiten alle Arten von Nebenregierungen. Weil die klare Linie in der Vergangenheit fehlte, weil sie von unverantwortlichen Ressorts fortwährend durchkreuzt werden konnte— besonders während des Krieges— deshalb ist ja vornehmlich unsere ganze auswärtige Politik so deprimierend ergebnislos geblieben. Auch die politische Routine, die vielleicht noch ein Bülow besaß, einem Belhmann aber abging, tut es nicht allein. Heute dürfte die Zeit vorbei sein, wo noch mit den Mitteln der alten Diplomatie dauerhafte Politik getrieben werden kann, dazu sind die Völker zu eng aufeinander angewiesen und auch zu mündig geworden. Auch der Versailler Friedensvertrag wird ceine Revision finden und mit ihm das Wilsonsche Völkerbundgebilde. Wenn es der Politik des deutschen Auswärtigen Amtes gelingen sollte, dem neuen Geist der Völker bezwingenden Ausdruck zu geben, in führender Weise die Erkenninis zu verfechten, daß über alle politische Routine die Idee sieht, denn wird sich von selbst seine Stellung im Rute der Völker heben. Dann aber wird das Auswärtige Reichsministerium— man verzeihe den Gedankensprung— in seinem Etat auch bald ein neues Heim anfordern dürfen, denn das gegenwärtige mutet beim Betreten so finster und unmutig an, daß man nicht glauben kann, es könnte dort jemals ein wirklich freier und großer Gedanke geboren werden. Deutsche Nationalversammlung. Berlin. 13.0kt. Aus Anlaß der Interpellation der Sozialdemokruten kam es in der heutigen Sitzung der Nationalversammlung zu einer ausgedehnten bebarte über die Frage, wie der gewaltigen Stelgerung der Lederpreise, die nach Aufhebung der Zwangswirtschaft eingesetzt hat, beizukommen sei. Nuch der Aufnebung der Zwangswirtschaft sind die Inlandshäute im Preise um das zehn- bis zwölffache in die Höhe gegungen dank der Wirksumkeit unlauterer Elemente. An den Crenzen wird beispielsweise mit falschen Ausfuhrscheinen gearbeitet, so daß auf diese Weise Unmengen von Lederartikeln ins Ausland kommen. Trotz der beklagenswerten Folgen, die der freie Handel auf dem Gebiete des Lederhandels gezeigt, erhob sich in der Nationalversammlung keine Stimme, die die Wiedereinführung der Zwangswirtschaft befürwortet hätte, außer den Unabhüngigen. Mit a Kunft und Leben e# Opernhaus. Fidelio. Man muß das Leben als den Feind künstlerischen Seins überwunden haben, um nachhaltig für das Theater schreiben zu können. Diese Bedingung sehit dem Meister des Fidelio, der das Innenleben seines Ideenrings mit der großen Welt gleichzustelien versucht. Ludwig van Beethovens Ruhm besteht darin, uns eine instrumental geschriebene ideale Geschichte der Menschheit nachgelassen zu hoben. Von seiner Tondichtung ist keine Note in die bürgerliche Geseilschaft übergegangen und selbst der musikalischen gilt sie mehr als Drohung denn als Besitz. Keine Weltoper ist Fidelio, überhaupt nur bedingt eine Oper. Esist die Musikidee in der Art wie die Beethovenschen Quartette und Sonaten. Es gibt keine Beethovensche Oper wie es eine Beethovensche Symphonie gibt. In unserer Zeit kann der Fidellostoff nur im Licht der Symbolik gewinnen. Aller Reiz der Musik liegt in der Verbindung zwischen Ceist und Klang. Daß Beethoven diese Verbindung einging, daß er sich in den Gefangenen selbst erlöste, ist augenfällig; so werden diese zwei Aufzüge zu einer Schicksalsoper durch den psychischen Anteil des Schöpfers; seine Flatterseele löst in drei Umarbeitungen und vier Ouvertüren ihre Schwingen. Nach diesem beispiellosen Umstand konnte die Partitur nicht an Einheit gewinnen. Beethoven schreibt selbst an Treitschke, der den Text zum Zweck der dritten Fassung umarbeitete:„Die gunze Sache mit der Oper ist die mühsamste von der Welt, lch bin mit dem Meister unzufrieden.“ Der Aufführung war in der gewohnten Besetzung ein künstlerischer Erfolg beschieden. Die Spielleitung wahrte den Stil vornehm und wirkungsvoll. Otto Klemperer hielt den großen Apparat des Orchesters in vortrefflicher Funktion. Weniger lobenswert waren die Gefangenenchöre. Sophie Wolf gab die Lsonore trei von der bei so vialen Fideliodiesem Zwangssystem ging es eben nicht mehr weiter, weil unter ihm aus Leder fast vollständig vom Markt zu verschwinden drohte. Die Offnung unserer Crenzen für das Ausland hat zwvar zu einer bedeutenden Steigerung der Lederpreise beigetragen, hat aber underseits zu einer Milderung der Lederknappheit geführt. Der Reichswirtschaftsminister Schmidt, der zu der Vorlage sprach, erklärte, daß für ihn der Wunsch, eine Produktionssteigerung herbeizuführen, entscheidend gewesen sei für die Zulassung der freien Einfuhr. Der Minister will versuchen, die heimischen Häute vollständig für die inländischen Gerbereien zu erlassen, mit der Bearbeitung nur bestimmte Gerbereien zu beschäftigen und das gegerbte Leder nur an Schuhfabrikanten zu vergeben, die nur dieses Leder bearbeiten und einen bestimmten Preis einhalten. Der von anderer Seite vorgeschlagenen Zwangsversleigerung steht er skeplisch gegenüber. Aus der Rede des Ministers ist im übrigen noch hervorzuheben seine Mitteilung, daß wir gegenwärlig 21000 Paar Stiefel für die minderbemittelle Bevölkerung zur Verfügung haben. An Militärschuhwerk belaufen sich die wieder instandgesetzten Bestände auf 50.000 Paar. An Leder stehen uns 145 000 Kilogrumm Unterleder und 10000 Quadratmeler verschiedene Oberleder zur Verfügung. In der Debatte wurde wiederholt auf das„Loch im Westen“ hingewiesen, durch welches die ungeregelte Ein- und Ausfuhr hin und berflutel. Von anderer Seite wurde auf die Notvendigkeit einer baldigen Einberufung des Reichswirtschaftsrates als der zuständigen Instanz für die Beratung wirtschaftlicher Angelegenheiten hingewiesen. Die Debatte wurde heute nicht zu Ende geführt, sie geht morgen weiter. Norwegen und der Völkerbund. Christiania. 12.Okt.(Drahtb.) Wie von zuständiger Stelle verlautet, wird der norwegische Storthing Mitte November einberufen werden, um die Frage des Beitritts Norwegens zum Völkerbund zu entscheiden. Die zur Untersuchung dieser Frage eingesetzte Kommission hot Samstag ihren Bericht vorgelegt, worin der Beitritt Norwegens befür. wortet wird unter dem Hinweis darauf, daß die Nuchteile, die für Norwegen aus seinem Beitritt in den Völkerbund entstenen, zweifellos durch die Vorteile bei weitem aufgewogen würden. Der Rat der Interparlamentarischen Union. Genf. 12.Okt.(Drahtb.) Hier ist der Rat der Interporlamentarischen Union zum ersten Maie seit Ausbruch des Krieges zu einer Sitzung zusummengetreten. Den Vorsitz führt der Engländer Lord Veardale, dem als Generalsekretür der Norweger Lunge zur Seite steht. Vertreten sind auf der Konferenz ferner Amcrika, die skandinavischen Staaten, Deutschland, Holland, Spanien und die Schweiz. Ein belgischer Senator nimmt ohne omtlichen Auftrag an den Verhandlungen teil. spezialistinnen üblichen Stimmungeneche. Fritz Kraus war als Fioreslan angemessen, nur forcierte er in der Kerkerszene viel. Liszewsky als Pizzaro. Der Rocco von Julius Gles war auf der starhen Leiter eines umfangreiches Organs aufgebaut, der auich in der Tiele keine Sprosse fehlte. Johanna Klemperer sang dis Murzeline lieblich mit gepflegter Stimme und zierlichem Spiel. Ausverkauftes Haus, verdienter Beifell. Wilhelm Stöpp.er. Volkshochschulkurse. Im Kartellbüro der curisttichen Gewerkschaften, Venloerwall 8, sind noch Karten für die Volkshoeschulkurse erhaltlich. Die Kurse besinnen schon zum Teil am 15., 16. und 17. Oktober, es ist aiso höchste Zeit, daßs sich die Interessenten möglichst bald in den Besitz von Tell#enmerkarten seizen. Karten zum Vortragszyklus von Prof. Dr. Scheler sind auch noch vorhanden. Desgleichen ist hier auch der Kartenvertrieb des SinfonieKonzerts am 20. Oktober. Mitglieder der Vereinigung geistiger Arbeiter und Kursusteilnehmer erhalten gegen Vorzeigung ihrer Teilnehinerkarte Vorzugskarten zum Preise von 1 M. und 2 M. * Ortsgruppe Köln des Vereins kath. deutscher Lehrerinnen und des Verbandes kath.: Oberlehrerinnen Deutschlands. Am Mittwoch, den 15. Okt., abends 6 Uhr, pünktlich, wird Frl. Oberlehrerin Weidenbusch(Frankfurt) in der Aula des Lyzeums von St. Gereon ein Referat halten über das Thema„Zeitgemäße apostolische Aufgaben der Frau.“— Anschließend Diskussion und vorbereitende Besprechung über die Einrichtung eines katechetischen UnterrichtskursusLehrerinnen, Oberlehrerinnen und alle, die sich für diese Aufgaben interessieren, sind freundlichst eingeladen. Die diesbezügliche, vom kath. Lehrerinnenverein auf den 22. Okt. angesetzte Versammlung fällt hierdurch weg. Der Windthorstbund Köln-Mitte nimmt seine Arbeit wieder auf. Am Freitag, 17., 8 Uhr abends, fiadet im Meistersaale des Kolpinghauses eine Versammlung statt, in der das Ergebnis der Stadteatswahlen und die baltische Frage besprochen werden. Mit dieser Versammlung wird in das Winterpregramm des Bundes eingetreten. Kreis Bergheim. Niederembt. Stadtverordneter Schaeven(Köln) spricht in der um Mittwechabend.30 Uhr im Meuserschen Saale stat findenden öffentlichen Zentrumsversammlung über die politische Lage. Parte sekretär Beyden vird das Thema „Zentrum und Kommunaipolitik“ behandeln. Alle Freunde der Zentrumssache, alt und jung, sind hierzu eingeladen; möge niemand verabsäumen, zu erscheinen, wo so wichtige Fragen zur Erörterung kommen. Bürgermeisterei Hüchelhoven. Für die am 19. Oktober staitfindende Gemeinderatswahl hat die Zentrumspartei folgende Kandidatenliste aufgestellt: 1. Mermagen, Wilhelm, Crubenarbeiter, Oiessen. 2. Bendheuer, Jchann, Landwirt, Glessen. 3. Tils, Peter, Landwirt, Fliesteden. 4. Bayer, Christian, Landwirt, Büsdorf. 5. Schmitz, Johann sen., Landarbeiter, Rheidt. 6. Schlangen, Gerhard, Landivirf, Rheidt. 7. Breuer, Heinrich, Grubenarbeiter, Glessen. 8. Veith, Heinrich, Landwirt, Bergerhof-Huchelhovell. 9. Maus, Peter, Schmiedemeister, Glessen. 10. Fußwinkel, Gerhars, Arbeiter, Fliesteden. 11. Zen, Anton, Grubenschmied, Glessen. 12. Malzkorn, Peter, Fabrikarbeiter, Büsdorf. Dieser Liste muß jeder männliche und weibliche Zentrumsanhänger zum Siege verheifen. Wer sich der Wahl enthält, und dadurch unsere Stimmenzahl schwücht, stärkt den Gegner. Das aber ist Verrat an der eigenen Sache. Wer es erast mit seinem Christentum nimmt und wer ein Herz für seine Heimat hat, der muß am 19. Oktober s ine Stimme für unsere Zentrumsliste ubgeben. Wähler und Wahlerinnen der Bürgermeisterei Hüchelhoven! Auf zur Tat! Zeigt, daß ihr.e Zeichen der Zeit verstunden habt. Tretet alswuckere Zentrumskämpen am 19. Oktober Mann für Mann, und Frau für Frau, für unsere Liste ein!. *** Hüchelhoven-Rheidt. Eine öffentliche Versammlung der Wähler und Wanlerinnen des Zentrums findet am Donnerstug, abends .30 Unr im Saale von Andreas Schäfer zu Rneint statt. Der Vorsitzende der Zentrumspartei des Kreises Bergheim, Tierarzt Steingens und Professor Zimmermann-Bedburg, werden ücer Zentrum und Kommunalpolitik sprechen. Männer und Frauen des Zentrums! Erscheint alle in dieser Versammlung. Rüsten wir uns zum Wahlkumpfe. Der Sieg soll unser sein! * A u s g a b e v o n H a f e r f l o c k e n a n Personen über 70 Juhre. In den durch.e Bekanntmachung vom 25. Juli d. J. näher bezeichneten Ersatz-Kleinverkaufsstellen erhalten in der Zeit vom 20. 10. bis 16. 11. 1919 Persoen über 70 Janre einmalig gegen Abgabe der Sonderstammarke Nr. 2 ihrer Zusatzkarte je 500 gr Haferflocken bezw. Hldfergrütze. Die genannte Sonderstammarke darf nicht lose abgegeben werden, sie ist vielmenr durch die Verkaufsstellen auszutrehnen. S Wir machen aur die Bekanntmachung betr. Kartoffelbezug im Anzeigentelle aufmerksam. S * 0verath. Am Donnerstag gelangt zur Ausgabe verbilligtes Mehl(Reichsimporten), 85 Pfg. das Pfund. Es erhält jede Person die Woche ein halbes Pfund; ausserdem gibt es Nudeln. An die Krankenanstalten wird Zucker verteilt, soweit derselbe eingegangen ist, sowie Nudeln und Zwieback. Bergisch-Gladbach. Mit der Einkellerung von Kartoffeln ist begonnen. Zunächst sollen die auswärtigen Stadtteile beliefert werden, welche durch ihre ungünstige Lage zum Einkauf von Kartoffeln bei Landwirten weniger Gelegenheit haben. Es werden auf die Kurtoffelmarken Nr. 1 bis 14 für jede Person 100 Plund Kartoffeln ausgegeben. der Preis beträgt 12 Mark den Zentner. Die Bauern gegen die Kontrolle der freien Gewerkschaften. Man schreibt uns: Die Oberbergische Bauernvereinigung hat eine Eingabe an das Reichswirtschaftsministerium gerichtet, in der sie warnt vor dem Bestreben der freien Gewerkschaften, die an vielen Orten Ausschüsse für Oberwachung der Kartoffelernte usw. bildeten und für diese Ausschüsse das Polizeirecht der Revision und der Beschlagachmung erwirkten. Die Bauernvereinigung betont, die Landwirte seien auf keinen Fall gewillt, eine derartige Nebenregierung und derartige Eingriffe ungeschulter und teilweise gegen die Landwirtschaft voreingenomiener Leute sich gefallen zu lassen, weil das ungesetzlich und auch undemokratisch sei. Die Bauern wollten ihre Pflicht tun und arbeiten, damit die Not vom deutschen Volk genommen werde. Diesbezüglich hütten sich die Buuern durch die Kreise, die sich jetzt ihre Bevormundung anmosten, nie in den Schatten stellen lassen. Ferner warnt die Bauernvereinigung auch vor versteckter Kontrolle durch Anstellung von sog. Arbeiterrais- und Gewerkschaftsmitgliedern als sog. Hl.fspohzeibeamte. Zum Schluß wird das ministeriam dringend ersucht, sofort Senrilte zu tun, damit die Absichten der freien Gewerkschaften nicht verwirklicht würden. Andernfalls würden die Bauern Mittel gebrauchen, die sie bisher weit von sich geWiesen hätten. Mit der Wasse in der Hand um Kartoffeln. Unter dieser Uberschrift berichteten wir in Nr. 278 der Volkswacht über eine Kartoffelfahrt der Stadt Trier in das Hochwalddorf Reinsfeld. Nähere Einzelheiten und Richtigstellungen über den Vorgang veröffentlichen die Bauern-Stimmen in Nr. 18 vom 11. Oktober. Es heißt dort u..: Es ist unwahr, wie Tageszeitungen berichten, daß im guten versucht worden ist, mit den Bauern zu verhandeln und zu einem angemessenen Preise die Kartoffeln zu bekommen. Die beiden Führer des Uberfalls gaben sich dem stellvertretenden Gemneindevorsteher gegenüber kurzerhand als Vertreter der Regierung aus. Sich als solche zu legitimieren, erklärten sie nicht notwendig zu haben, es müsse genügen, wenn sie sich als Assessoren so und so legitimierten. Sie karnen gegen 11.30 Uhr in Reinsfeld an und forderten von dem stellvertretenden Gemeindevorsteher, um 12 Uhr milßten sechs Waggon Kartoffeln geladen sein. Diese unsinnige Forderung beweist wieder, mit welchen Absichten man hinging. Man wollte die Bauern wieder einmal die harte Faust fühlen lassen. Auf die Vorstellung des Gemeindevorstehers, daß es unmöglich sei, in so kurzer Zeit sechs Waggon Kartoffeln zu raffen, zu wiegen, zur Bahn zu bringen und zu laden, wurde die Frist bis 12.30 Uhr bzw. 1 Uhr verlängert. Der Preis der gezahlt werde, sei der Höchstpreis. Einwendungen des Ortsvorstehers, daß ihm gar kein Höchstpreis bekannt sei, und daß auf den umliegenden Ortschaften von dem amtlichen Aufkäufer Borre in Hermeskeil bekannt gemacht worden sei, die Kartoffeln sollten zu 12 M. geliefert werden, wurden kurz abgeschnitten mit der Bemerkung: „Wenn die Kartoffeln nicht beschafft werden, holen wir sie mit Gewali.“ Die Bauern gleublen sich in die Zeit der Raubritter zurückversetzt. Anstatt sich mit der Orgonisaton der Bauern in Verbindung zu setzen und eine Verständigung zu suchen, beschritt die Stadt Trier lieber denblutigen und ungesetzlichen Weg der Gewalt: man zog Hausfriedensbruch, Nötigung, Bedrohung, unbefugte Amtsausübung usw. vor. Auf bestimmteste Angabe eines Gewährsmannes, der aus der Gegend stammt, hatten wir unserem Berichte in Nr. 278 der Volkswacht die Bemerkung angeschlossen, die Reinsfelder Bauern seien in der Gegend nicht gut angeschrieben. Damit sollte gesagt sein, sie bilden eine Ausnahme, daher die Schwierigkeiten. Nun meldet sich eine energische Reinsfelderin, die in Köln wohnt. Sie sagt:„Auch in Reinsfeld gibt es, wie in jeder Gemeinde, Leute, mit denen nicht gut Kirschen escen ist. Aber die überaus größte Anzahl der Dorlbewohner ist fleißig und verträglich und in der Umgegend doch geachtet und beliebt. Zu jeder Zeii hilfsbereit, haben die Reinsfelder Bauern für den Nüchsten eine offene Hand. Manches Kölner Kind, das in diesem hübschen Hochwalddorfe vortreffliche Erholung fand, wird sich dieses Dorfes mit seinen Einwohnern gerne und dankbar erinnern.“— Wir hielten dieses Urteil unserem alten Gewährsmann vor, der erklärte: Ich halte meine Verallgemeinerung nicht aufrecht, weil sich mein Urteil auf Tatsachen stützt, die Jahre zurückliegen. „Einem, dessen Ansicht wohl manche teilen“, müssen wir mitteilen, daß wir namenlose Einsendungen nach wie vor nicht aufnehmen, auch wenn wir selber seine Ansicht teilen. Rheinische Gelkswacht Nr. 285* Dienstag. 14. Oktober 1919 Seite 3 Köln, linksrheinische In den wohlverdienten Ruhestand sind am 1. Oktober die Herren Studienräte Dr. Rumpen und Dr. Schugt und der Schuldiener an der Realschule in der Spiesergasse, Herr Tropitz, getreten. Studienrat Dr. Hermann Rumpen wurde geboren am 16. November 1849 zu Köln. Er bestand Ostern 1868 am Marzellengymnasium die Reifeprüfung. Nach seiner Promovierung zum Dr. phil. zu Bonn am 25. Juli 1872 legte er dort am 22. Februar 1873 das Staatsexamen ab und fand von Ostern 1873 bis Ostern 1874 eine Probeanstellung am Kgl. Gymnasium zu Koblenz und an der Höheren Bürgerschule zu Oberlahnstein, woselbst er noch 2½ Jahre als ordentlicher Lehrer wirkte. Nach 1½jähriger Tätigkeit an der Gewerbeschule in Saarbrücken trat er Ostern 1879 in den Lehrkörper der damaligen Höheren Bürgerschule zu Köln ein, der jetzigen Realschule ,in der Spiesergasse. Am 16. Murz 1893 erhielt er den Professortitel, am 1. Oktober 1910 den Roten Adlerorden und am 17. April 1918 das Verdienstkreuz für Kriegshilfe. Außer mehreren wissenschaftlichen Abhandlungen gab er ein Lehrbuch der Planimetrie, der Trigonometrie und der Stereometrie heraus. Studienrat Dr. Friedrich Schugt wurde geboren am 9. Juni 1852 zu Bonn, wo er am Kgl. Gymnasium 1871 die Reifeprüfung bestand. Am 4. August 1876 wurde er in Tübingen zum Dr. phil. promoviert und bestand am 11. November 1876 in Bonn das Staatsexumen. Nach Ableistung des Probejanres vom 1. Oktober 1876 bis 1. Oktober 1877 an der Realschule 1. Ordnung in Elberfeld und der Realschule in Essen, sowie nach kurzer Hilfslehrertätigkeit an letztgenannter Anstalt war er 2½ Jahre lang Hilislehrer an der Kgl. Gewerbeschule in Kreteld. Am 29. September 1880 trat er als ordentlicher Lehrer in den Leurkörper der Realschule ein, wurde hier am 1. April 1885 Oberlehrer und erhielt am 16. März 1893 den Professortitel. Mehr als 40 Jahre haben somit Herr Rumpen und fast 40 Jahre Herr Schugt an der Realschule gewirkt, mit deren Entwicklung und Aufstieg sie innig verwachsen sind. Unermüdlich haben beide in ihrem Ainte gewirkt, Wissen und Erziehung spendend, Dank und Anerkennung erntend. Leider konnte bei der Abschiedsfeier Herr Schugt nicht anwesend sein, da ihm am Tage vorher der Tod seine Gattin entrissen hatte. Bei derselben Gelegenheit verabschiedeten sich auch Lehrer und Schüler von dem langjährigen treuen Schulheusmeister Tropitz. Nuch Fertigstellung des Neupaues in der Spiesergasse war er als schlichteitriger, gewissenhafter Schuldiener in den Dienst der Anstalt getreten. Stets auf seinem Posten, unverdrossen, voll Interesse für die Schule und ihre Sammlungen, zu deren Bereicherung und Instandhaltung er mit kluger und geschickter Haud viel beigetragen hat, machte sich der „alte Tropitz“ beliebt bei seinen Vorgesetzten, bei Lehrern, Eltern und Schülern. Moge den hochbetagten und beliebten Jugenderziehern und dem treuen Hüter des Hauses in ihrem wohlverdienten Ruhestande noch manches Jahr in Gesundheit beschieden sein. Diesen Wunsch rief im Namen aller Lehrer und aller früneren und jetzigen Schüler der Realschule Herr Direktor Geller den Scheidenden zu. Mögen sie in ihrem Alter noch die Gewisheit bekommen, daß ihr Wirken segensreich war und daß Deutschland durch seine Jugend einst aus tiefster Schmach und Erniedrigung wieder auf die Höhe kommt, die ihm kratt seiner Vergangenheit und seines inneren Wertes gebührt. Kath. Jänglings-Vereine und Gefangenen-Fürserge. „Christentumsfreundlichkeit“. der Sozialdemokraten. Man schreibt uns: Ein„toleranter“ sozialdemokratischer Zettelverteiler an einem Wahllokal in Ehrenfeld begrüßte eine Anzahl Wählerinnen im Gewande katholischer Klosterfrauen mit frechem Spott::„Aha, jetzt fängt die Nonnenwunlerei an!! Pst, betet auch den Rosenkranz!!“ Ja, ja, es geht doch nichts über sozialdemokratische Erziehung! Achtung vor jeder ehrlichen Uberzeugung politischer wie religiöser Art steht bei unseren sozialdemokratischen Mitbrüdern von jeher—— auf dem Papier! Aber in der Praxis! Du lieber Himmel! Sollten wir einmal erzählen, was wir schon erlebt haben von sozialdemokratischen Arbeitskollegen! Rühmliche Ausnahmen gibt es. Aber an den meisten Plätzen, wo man mit waschechten Genossen oder Genossinnen zusammenarbeiten muß, da geht es fast täglich kräftig los über Kirche, Geistlichkeit, Ordensleute, religiöse Fragen und dergl. Wehe dem, der ais einzelner in eine größere„rote“ Gesellschaft gerät! Sehr selten kommt er ungerupft durch, besonders wenn er es wagt, offen seine Uberzeugung zu bekennen.(Oft genug steigern sich solche Attacken zu Ausbrüchen wahrer Roheit.) Was hatten die armen Ordensschwestern, die sich um Kranke und Säuglinge Tag und Nacht bemühen, wohl dem sczialdemokratischen Zettelverteiler angetan, daß er sie bei Ausübung ihres BürgerSoldatenfürsorge hatte die Kath. Jugendpflege schon vor dem Kriege in ihr Programm aufgenommen. Wer von uns ehemaligen Rekruten erinnert sich nicht mit Freude der Rekruten-Exerzitien in Viersen, die wir der Rekruten-Fürsorge der katholischen Jünglings-Vereinigungen verdankten? Gut, daß die RekrutenFürsorge der K. J. V. das Hauptgewicht auf religiös-sittliche Festigung legte, ohne dabei die sonst noch erforderliche Vorbereitung auf die Militärzeit durch praktische Vorträge, Körperübungen usw. zu vernuchlässigen. Der Weltkrieg stellte die Soldatenfürsorge der K. J. V. vor neue Aufgaben. Von vornherein betrachteten die Vereine es als ihre Pflicht, das Los der in der Feuerlinie stehenden Brüder zu erleichtern. Die lange Ausdehnung des Krieges machte aber eine stärkere Hilfeleistung für die im Felde befindliche Soldaten insbesondere auch durch Einrichtung Soldatenheimen in bieten notwendig. USE von den besetzten GeDie im Frühjahr 1915 neu eingerichtete Abteilung:„Soldatenheime“ der Düsseldorfer Verbandszentrale übernahm die Arbeiten, die mit der Einrichtung der Soldatenheime verknüpft waren. Den finanziellen Grundstock zu dieser Verbandskriegshilfe legte der Herr Erzbischof von Köln, dem sich die anderen hochwürdigsten Herren Bischöfe anschlossen. Bald folgten auch freiwillige Gaben seitens der Verbandsmitglieder, so daß vom Verbande der K. J. V. D. im Westen, Osten, auf dem Balkan und in Kleinasien über 600 Soldatenheime mit Lesestoff, Unterhaltungsgegenständen, Musikinstrumenten, zum Teil auch mit Kino und Lichtbilder-Apparaten, einzelne sogar mit voller Wirtschaftsausrüstung versehen werden konnten. Mehr als 5000„Unterhaltungskistchen“, die Lesestoff, Tisch- und Gesellschaftsspiele, Liederbücher, kleine Musikinstrumente, Schreibpapier usw. enthielten, erfreuten einsame Posten an den verschiedensten Bahnstrecken bis hinab nach Anatolien und Bagdad. Uberall fand diese Art der Soldatenfürsorge lobende Anerkennung. Daß nach solch großen Leistungen auf dem Gebiet der Kriegswohlfuhrtspflege sich die organisierten 360000 katholischen Jünglinge Deutschlands auch bei der Gefangenenfürsorge beteiligen wollten ist selbstverständlich. Sie entsandten in die vielerorts gebildeten Empfangsausschüsse ihre Vertreter, um mit den anderen Organisationen zu beraten, wie die letzten heimkehrenden Krieger würdig zu empfangen seien, gern erklärten sich die Musik-, Gesang-, Theater-, Sport- und Turnabteilungen der Jünglingsvereine bereit, mitzuwirken bei der Darbietung edler Unterhaltung während der Zeit des Aufenthaltes der Gefangenen in den Durchgangslagern. Die Verbandszentrale in Düsseldorf überwies den Lagern Wesel, Münster i.., Dülmen, Limburg, Wetzlar, Cießen, Altengrabow, Frankfurt u. d. Oder usw. Bücher, Tisch- und Gesellschaftsspiele; in Münster, Dülmen und Köln stifteten die K. J. V. je ein Soldatenheim, bzw. eine Lesehalle. Weiterhin gab die Verbandszentrale ein kleines Schriftchen heraus, das den Heimkehrenden begleiten soll auf der glücklichen Fahrt ins neue Deutschland. Das Durchgangslager KölnDellbrück gehört zu den Lagern, die am meisten der Mitarbeit und Unterstützung weitester Kreise der Bürgerschaft bedurften. Der Kölner Diözesanverband, die beiden Kölner Bezirksverbände sowie die Kölner Zweigstelle des Gesamtverbandes der K. J. V. D. glaubten daher den Gefangenen die Dem Durchgangslager Köln-Dellbrück gestiftet vom Verbande der kath. Jünglings-Vereinigungen. Dankbarkeit der katholischen Jünglinge nicht besser und würdiger aussprechen zu können, als durch Stiftung einer mit reichhaltiger Bibliothek, Zeitungen und Zeitschriften versehenen Lesehalle für das Lager Dellbrück. Durch das Entgegenkommen der Lagerkommandantur sowie die taikräftige Unterstützung, die der Plon in den Kreisen der Kölner Verbands- und Ehrenmitglieder fand, wurde seine Ausführung trotz vieler Bauschwierigkeiten ermöglicht, so daß am letzten Mittwoch die Halle unter Teilnahme soeben eingetroffener Gefangenen durch einen kleinen Festakt ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Diézesanpräses Pfarrer Bremer wies dabei in seiner Ansprache auf den Zweck der Lesehalle hin. Sie wolle dazu beitragen, daß das Volk des neuen Deutschlands wieder ein Volk der Denker werde, das Freude habe am stillen Heim und durch Erneuerung des Familienlebens wieder glücklich werde. Der Kommandant des Lagers, Herr Hauptmann Becker nahm das Geschenk der katholischen Jünglinge Kölns mit herzlichem Dank entgegen und versprach, dieses Schmuckstück des Lagers in seine besondere Obhut zu nehmen. Einige Deklamationen und Musikstücke, letztere vom Streichorchester der K. J. V. Köln-Kalk St. Marien zum Vortrag gebracht, schlossen den schlichten Festakt. im Heidekrug fand dann ein Unterhaltungsabend der Kathol. Junglingsvereine stalt. Herr Hauptmann Becker. Bezirksprases Wiegand(Köln rechtsrh.) und Oberlehrer Radermacher richteten Worte der Begrüßung, des Dankes und der Aufmunterung an die Gefangenen. Herr Julius Werner. Dezernent für Kunstpflege bei der Verbandszentrale der K. J. V. trug ernste und heitere Dichtungen vor. Der Chor des Koth. Gesellenvereins erfreute die Heimgekehrten durch seine Lieder, das Streichorchester des K. J. V. Köln-Kalk bot abermals verschiedene Musikstücke. Mit dem gemeinschaftlichen Liede: Dort wo der alte Rhein fand der Abend seinen Abschluß. Einer der Heimkehrenden sprach im Namen seiner Kameraden für alles Gebotene den Dank aus. Die Lesehalle besteht aus dem etwa 70 Personen fassenden Lesezimmer, dem sich, durch seinen Vorhang getrennt, eine kleine Altarnische anschließt, so daß in der Halle auch Gottesdienst abgehalten werden kann. Links des Einganges befindet sich das Bibliothekzimmer und rechts eine mit Blumen geschmückte Veranda. Ausführende Architekten: Böll& Neuhaus, Köln, Titusstr. 2 (Bauberatungsstelle des Verbandes der K. J. V..) rechts in aller öffentlichkeit mit Spottworten bewarf?? Verbraucherkammer für den Bezirk Köln. Die Kartellverbände der freien und christlichen Gewerkschaften sowie der Verband der Kölner Becmten- und Angestelllenvereine, die Konsumgenossenschaften und eine Anzahl anderer Kölner Organisationen haben am 6. Oktober einstimmig die Gründung einer Verbraucherkammer für den Bezirk Köln beschlossen, deren Aufgaben zunächst in der Ubernahme und Fortsetzung der durch den Konsumentenausschuß geleisteten Arbeit besteht. Zur provisorischen Leitung wurden Abg. Schäfer, Genossenschaftssekretär Verlage, Oberpostassistent Peters und Oberpostassistent Scheiderich bestimmt, die auch mit der Ausarbeitung der Satzungen betraut wurden. In der zweiten Sitzung berichtete Stadtverordneter Banse über die Kartoffelversorgung. über die Brennstoffrage berichtete Frau Stadtverordnete Schulte. Stadtverordneter Erkes gab einen Bericht über die Bekämpfung des Schleichhandels und des Schiebertums. Die Maßnahmen der Preisprüfungsstellen seien zum Teil hart, aber unumgänglich notwendig. Sie habe Hunderte von Schieberadrossen in Besitz und gehe Schritt für Schritt vor. In den Nachbarstädten seien die gleichen Maßnahmen wie in Köln zu erwarten Stadtverwaltungen, Post- und Eisenbahnbehörden, städtische und Staatspolizei arbeiten jetzt Hand in Hand. Die Gegenaktion der Detaillisten könne die Arbeit der Prüfungsstelle nicht beeinflussen. Zu erwägen sei ernstlich, ob nicht endlich die Stadt dazu übergehen soll. Textil- und Schuhwaren direkt an die Bevölkerung abzugeben. Die Altkleiderstelle müsse zu diesem Zwecke in ein Bekleidungsamt ausgebaut werden. Nur so könne auf den Preis gedrückt werden. Die anwesenden Organisationsvertreter gaben eine Reihe von Anregungen, die zu beachten Hr. Erkes versprach. * oszeichnung. Dem hochw. Herrn P. Raphael Hollands O. M. Car. aus dem Kapuzinerkloster Krefeld wurde in Anerkennung seiner fünfjährigen Wirksamkeit als Militärgeistlicher in Köln und Spandau, ais Garnisonpfarrer in Berlin-Döberitz und als Livisionspfarrer der Reichswehr-Brigade 3 Potsdam das Eiserne Kreuz 2. Klasse am weiß-schwarzen Bande von der ReichswehrBefchlsstelle Preußen verliehen. * Hohes Alter. Am 29. Sept. feierte Frau Regina Edelkamp, Ehrenfeld, Eichendorffstraße 27, bei völliger Geistes- und Körper frische ihren 90. Geburtstag. Für alte Soldaten. Die Verleihung des Dienstzaszeichnungskreuzes, der Dienstauszeichnung nach-, 12und 15jahriger Dienstzeit und der LandwehrDienstauszeichnung findet auch weiterhin statt. Es haben Anspruch auf das Dienstauszeichnungskreuz: Offiziere, höhere, mittlere und Unterbeamte sowie Personen des Soldatenstandes vom Feldwebel abwarts nach 25jähriger aktiver Dienstzeit, wobei Kriegsjahre doppelt zählen. Vor dem 16. August 1914 aus dem Heeresdienst ausgeschiedene Beamte und Mannschaften haben, sofern sie während des Krieges nicht wieder verwendet worden sind, keinen Anspruch auf das Dienstauszeichnungskreuz. Die Dienstauszeichnung nach-, 12- oder 15jähriger Dienstzeit kann an alle Kapitulanten, die 9, 12 oder 15 Jahre aktiv gedient haben, verliehen werden, wobei Kriegsjahre doppelt zählen. Nur die Kriegsjahre zühlen doppelt, in denen der Antragsteller mindestens zwei Monate im Kriegsgebiet gewesen ist, oder an einer Kumpfhandlung teilgenommen hat. Die Landwehr-Dienstauszeichnung 1. Klasse können nur Offiziere, Sanitätsoffiziere, Veterinäroffiziere und im Offiziersrang stehende Militärbeamte des Beurlaubtenstandes erhalten, die freiwillig eine 20jährige Dienstpflicht im stehenden Heere und der Landwehr 1. Aufgebotes übernommen und sich durch reges Interesse für den Dienst hervorgetan haben. Doppelrechnung von Kriegsjahren findet nicht statt auch bleibt in der Landwehr 2. Aufgebotes abgeleistete Dienstzeit außer Berechnung. Die 2. Klasse der LandwehrDienstauszeichnung können nach erfüllter gesetzlicher Dienstpflicht in der Reserve und Landwehr I. Aufgebotes erhalten, die Personen, die u. einen Feldzug mitgemacht haben, b. nach einjähriger aktiver Dienstzeit 4 Ubungen von je I3tägiger Dauer abgeleistet haben oder mindestens 17 Wochen zum aktiven Dienst eingezogen gewesen sind, c. nach 1- bis 2jähriger aktiver Dienstzeit mindestens 52 Tage zum aktiven Dienst eingezogen gewesen sind, d. nach 2jähriger Dienstzeit mindestens 38 Tage zum aktiven Dienst eingezogen gewesen sind, e. nach abgeleisteter gesetzlicher aktiver Dienstpflicht noch mindestens 4 Monate aktiv gedient haben. Anträge auf Verleihung dieser Auszeichnungen sind schriftlich unter Beifügung des Militär-Passes usw. nach folgendem Muster dem zuständigen Bezirkskommando einzureichen: Ort„ den Wohnung dem Bezirkskommando Ich bitte um Verleihung de Militärverhültnis:(Utflz. d. L. usw.) Aktiv gedient vom bis beim Eingezogen zur Ubung vom bis„ benn Im Kriege eingezogen vom bis beim Unterschrift Vor- und Familiennamen(recht deutlich) Da die Bearbeitung der zahlreichen Anträge lange Zeit in Anspruch nehmen wird, wird gebeten, von Erinnerungsschreiben, überflüssigen Anfragen usw. Abstand zu nehmen, da hierdurch der Geschäftsbetrieb gestört und die Bearbeitung Verzögerungen erleiden wird. Eine Verleihung findet bei militärgerichtilchen Bestrafungen, Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes und Bestrafungen wegen Versäumnis der Kontrollversammlungen nicht statt. Gesuche, bei denen derartige Verhältnisse vorliegen, sind daher von vornherein aussichtslos. X Vonder Kriminalpolizei wurden festgenommen 11 Personen wegen Diebstahls, 20 wegen Einbruchs, 7 wegen Unterschlagung, Betrugs und Urkundenfälschung, 2 wegen Taschendiebstahls, 2 wegen Abtreibung, und elf Frauenspersonen wegen Umhertreibens. Aus dem Vorgebirge. * Brühl. 13.Okt. Die erste große öffentliche Versammlung der eingeschriebenen Mitglieder der Zentrumspartei für die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen findet am Freitag, den 17. Oktober, abends .30 Uhr im Kaumannschen Saale statt. In derselben wird ein auswärtiger Redner die Bedeutung der kommunalpolitischen Wahlen eingehend beleuchten. Außerdem soll an diesem Abend die Kandidatenliste endgültig fesigestellt werden. Es dürfte in Anbetracht der Wichtigkeit dieser Versammlung jeder Wählerin und jedem Wähler klar sein, daß sein Erscheinen unbedingt erforderlich ist. Die Arbeit jedes Parteianhängers ist von Bedeutung, denn der Kampf geht auch hier gegen das Zentrum! Wenn wir deshalb den Feind schlagen wollen, dann muß auch der Letzte in unseren Reihen mit an die Front und bis zum Wahltage seine Pflicht tun. Möge deshalb unser Mahnruf nicht leer verhallen. Noch ist es Zeit, die Massen auf den Plan zu rifen und die Lauen aufzurütteln Deshalb noch einmal: Frisch an die Arbeit und hinein in die Versammlungen, die in diesen Wochen abgehalten werden! Seite 4 Rheinische Cclbstracht tr. 255 Säuberung. Der Polizeipräsident gibt bekannt: Die überhandnehmende Anbringung von öffentlichen Anzeigen, Plakaten und dergl. an Häuserfronten, Bretterzäunen usw. geben Veranlassung, auf die Bestimmungen der Polizeiverordnung vom 22. Okt. 1900 hinzuweisen. Es dürfen hiernach öffentliche Anzeigen auf öffentlichen Straßen und Plätzen nur an die zu diesem Zweck bestimmten, vom Polizeipräsidium und der städt. Polizeiverwaltung genehmigten Anschlagsüulen, Anschlagtafeln und ähnlichen Vorrichtungen angeschlagen werden. Dem Verbot unterliegen nicht die Bekanntmachungen, Erlasse und Anzeigen der hiesigen öffentlichen Behörden. Zu den anzuschlagenden Anzeigen darf Papier von roter Farbe, welches für die Bekanntmachungen hiesiger öffentlicher Behörden vorbehalten bleibt, nicht verwandt werden; auch hat der britische Hr. Militärgouverneur gemäß der Regierungspolizeiverordnung vom 21. Juni 1919 die Verwendung von gelbem Papier zu seinen Bekanntmachungen sich allein vorbehalten. Das Anschlagen oder die Entfernung von Anzeigen an den Anschlagsäulen usw. ist nur den von dem Eigentümer oder dessen Vertreter beauftragten Personen gestattet. In Zukunft wird gegen Zuwiderhandelnde eingeschritten werden. *** Diese nützliche Auffrischung der Erinnerung an ebenso nützliche Verordnungen ist dankbar zu begrüßen. Das Straßenbild ist durch die überhandnehmende, wahllos und rücksichtslos dringlichen Empfehlungen— abstoßend, daß es gut ist, wenn sie wenigstens nach Zahl beschrünkt werden. nehmte die Futter und protckellierte cen Aufkäufer, der keine Großhandelserlaubnis hatte und zugab, die Butter in Düsseldorf weiter verkaufen zu wollen. Geklärt und anerkannt. Aus dem stadtischen Nachrichtenamt geht uns nachstehende Erkldrung zu: Herr Dr. Wiedemann hat sich bei einer gemeinsamen Besprechung überzeugen können, daß allé in der fraglichen Sitzung der Preisprüfungsstelle anwesenden Herren in ihrer Auffassung vollkommen einig sind, alle Beschlüsse seien einstiminig, also auen mit seiner Zustimmung gefaßt worden. Er erkennt daher an, daß die Herren sich in berechtigtem guten Glauben befunden huben, ais sie erklarten, die Handelskammer habe durch ihren Syndikus die sofortige Schließung der Geschüfte, weiche die Auszeichnung durch Preisschiider unterlassen Hatten, gutgeneißen. Er bestätigt auch, das die zur Warnung beschlossenen Maßnahmen von ihm als durchaus genügend bezeichnet worden sind. Inlolge dieser Feststellung nimmt er selbstverständlich und gerne seine kritischen und mißliebigen: Außerungen gegen die stellvertretenden Vorsitzenden der Preisprülungsstelle zurück. Anderseits sprechen die Herren der Komission Herrn Dr. Wiedemann den guten.auben ber seinen früneren gegenteiligen Behauptungen nicht ab und erklären sien sein Misverstühenis mit dem Umstande, dass Dr. Wiesemannirrigerweise von der Möglichkeit eines vorütergehenden Geschäftsschlusses bis zurAnbringung der Preisschilder ausging, während naen der Bundesratsverordnung nur ein Schluß auf drei Monate möglich ist. Köln, den 13. Oktober 1919. Dr. Wiedemann, Bau, Erkes, Maus. Vom Hauptmarkt. Die Zufuhren zum heutigen Hauptmarkt varen knupp. Da suchte jeder Händler natürich etwas mitzubekommen, und die Landieute, lie für Wirsing 22 M. verlangten, wurden unringt. Auch für hiesigen Rotkohl erzielten lie pauern 22 M. Monren kosteten heute 0 M. den Zentner(Höchstpreis 6.). Die iroßhändier verkauften Wirsing zu 25, Rottohl zu 25, Weilskohl zu 10 M. den Zentner holländisene Ware). Hiesiger weißkohl wurde mit—8., Rotkohl mit 15 M. der Zentner verkauft. Die stadtische Gemüse- und Obstibtellung, die We.ßkont zum Hochstpreise von .50 M. abzugeben hatte, natte bereits uin Uhr ausverkauft. Die Anbringung von Preisen an den Tafeln der Großnandier ist inter Androhung von Strafe aurch die Beforden verboten worden. Aus weichem Grunde wür hicht zu erführen. Auf dem Heumarkt waren große Mengen Obst angeführen und auen auf der Gulerle fer Hauptmarkthalle standen die Groshändler mit überladenen Verkaufsständen. Von jen Erzeugern aus der Umgegend konnte man neute schmackhufte Birnen zu 60 M. den Zentner kuufen. Der Großnandel, der sein Obst aus weiteren Produktionsgebieten bezieht, behauptete, die besseren Birnen nicht unter 100 Mark absetzen zu können. Da blieb natürlich ein großer Prozentsatz unverkauft. Der Fischmarkt war schlecht beschickt und für Scheillfisch verlangte man 4 M. für das Pfund. *** Schieber aus busseidort waren heute früh in der Hauptmarkthale erschienen, um in den Kleinverkaufsständen die Butter in Mengen aufzukaufen. Ein Beamter der städtischen Polizei hatte dies beobachtet, beschlag+ Unlautere Machenschaften mit Seife. Wir weisen auf die im Anzeigenteile enthaltene Warnung hin. * Die Auszahlung der einmaligen Wirtschaftsbeihilte an Kriegshinterbliebene, die Gutscheine beziehen, beginnt ab 20. Oktober Heumarkt 4650. *mp; Ein 6jähriger brauner Wallach, .80 m gros, Hinterbeine weißgefesselt, ist beschlagsahmt. Beim Kriminal-Kommissariat V im Polizei-Prüsidium, Zimmer 315, erfährt man Näheres. * Uberfahren und getötet. Beimn Einlaufen des leeren Wagenzuges für den um .31 vorm. nach Belgien abfahrenden-Zug ist auf dem Hauptbahnhof eine Frau unter diesen Leerzug geraten; sie wurde über die Brust üterfahren und sofort getotet. Es war eine Französin im mittieren Lebensalter. Auf zur Begrüssungsfeier! Köln und Umgegend will in einer großen allgemeinen Feier am 17. Oktober im großen Gürzenichsaale seine zurückgekehrten Kriegsgefangenen begrüßen. Ehrt unsere Brüder durch Massenbesuch! Spende jeder ein Scherflein, das den noch Kommenden zugeführt wird. Die Feier wird veranstaltet von Hptm. Schwink, dem deutschen Gencralstabsoffizier im Brückenkopf Köln, dessen rührige Tätigkeit für unsere Kriegsgefungenen allgemein bekannt ist. Dienstag, 11. Utisber 1313 und beschlagnahmte zwei Stück Großvieh. Ferner wurde einem Einbrecher aus Köln ein geschlachtetes, gestohlenes Schwein abgenommen und einem Schieber 18000 Zigaretten. * Porz. 11. Okt. Am 20. d. M. beginnen hier Volkshochschulkurse. Vorerst sind Vortragsreihen aus folgenden Gebieten gewählt: Heimatkunde, Bürgerkunde, Philosophie, Deutsche Literatur. Heilkunde, Finanzwirtschaft, Technik. Naturwissenschaften und Englisch. Bis Weihnochten sind vier Vortrugsreihen zu je 9 Vorträgen beubsichtigt. - Agotheberg, 1I. Oxt. Hier fand die feierliche Elaweihung des Klosters„St. Agatha“, statt, verbunden mit der Einführung von vier Franz skanerinnen, die cus Beigien vertrieben, hier eine neue Heimat fanden. Pforrer Delhez dankte in seiner Begrüßung besonders dem Burgermeister und dem Gutsbesitzer Peitz, welch letzterer den Schwestern zur Ausübung der Werke der Caritas ein Haus zur Vertugung stellte. Mülheim. 12.0kt. Im Interesse der zukünftigen großen Aufgaben der Christl. Gewerkschaften sowie alier auf dem Boden positiven Christentums siehenden Anhänger und Freunde, veranstaitet das Unterkartell Muiheim in diesem Jahre mehrere Kurss, in denen durch Vortrüge und Aus sproche die Kräfte herangebildet werden sollen, deren wir zur Erfüllung.eser Aufguben dringend bedürfen. Dus vom Vorstand aufgestellte Programm sicht vorbehaltlich kleiner Anderungen folgende Vorträge vor: I. Kursus. I. Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, 2. Geschichte der sozialdemokratischen Gewerkschaftsbewegung, 3. Die christlichen Gewerkschaften: a) Geschichte, b) Wollen und Wirken der christlichen Gewerkschuften, c) Die christl.-nat ondie Arbeiterbewegung, d) Christliche Gewerkschaften und Jetztzeit, Moderne Strömungen innerhab der Gewerkschaftsbewegung, 4. Rütesystem, 5. Unsere Steilung zur Sodenreform. II. Kursus. 1. Murxistischer und christticher Sozialismus, 2. Deutsche Wirtschaftsgeschiente, 3. Die heutige Lage der deutschen Wirtschalt, d. Voikswirtschaftsienre. Der erste Kursus unifaßt eine Zeitdauer von acht aulemanderfolgenden Wochen und beginnl bereis am Samstag, den 18. Oktober, abends.30 Uhr, im kath. Gesellenhause, Biegerstrune. Der zweite Kursus wird unmitteibor dein ersten lolgen, jedoch wird hierüber noch nüheres bekanntgemacht. Wir hoffen, daß eine große Zanl von wingliedern aller cruppen sowie auch die Mitglieder der konfessionellen Vereine durch rege Teilnahme volles Verslundnis für unsere Sache bekunden. * Mülneiin, 13. Okt. Die Malor- und Anstreicherinnung Koin-Mulneim hielt am Donnerstag, um 7 Unr abends, im Restaurant Trips hier, ihre zuhlreich besuchte Monats versammnlung ab, die der neue Obermeister August Schmelzer leitete. 45 Meister sind der Innung angeschlossen. Aus der umlangreichen Tagesoranung ist folgendes hervorzuheben: Einstiminig wurde beschlossen, bei Aufstellung von Kostenansehlügen für die Stadt oder Privute, bei Nichterteilung des Auftrages mindestens 3 Prozent der Kostenansenlag. summe in Rechnung zu stellen, weiches auch gesetziich zulussig ist. Jedem Kostenanschlag soll dieser Beschluß angeneftet werden und sollen diese auf der nachsten Versummlung zur Verteilung kommen. Ferner wurde ailgemein Klage gefünrt, das unsere Lehrlinge, wünrend des Unterrichts in der Fortvildungsschule seitens der Lehrer zu Arbeiten herungezogen werden, die dem Lehrplan nicht entsprechen. Die nächste Versummlung wird sich mit Satzungsänderungen befassen, da Lohnangelegenheiten mn Zukunft mit der Gehilfenorganisation verhandelt werden. Die vom Vorstands ausgearbeiteren und fesigelegien Preise für ölfarben-Anstriche wurden von der Versammlung für ungemessen befungen und gutgeneinen. * Wiesdorf. 12.0kt. Die Polizei überraschte zwei Metzger bei Geheimschluchtungen Aus dem Bergischen. * Aus dem Oberbergischen, 1I. Okt. Seitdem die Schieberware aus Köln infolge scharfer Kontrolle in Ohligs nicht mehr durchkam, haben die Schieber und Schleichhändler in großer Zahl die abseits gelegene Haltestelle Landwehr als Aus- und Umsteigestelle benutzt. Es entwickeits sich hier alsbald das bekannte ekeihafte Bild. Nun ist auch hier dem Gesindel und den Gaunern der Weg versperrt worden. Eine große Anzahl Polizeibeamte, Gendarme usw. nahm allen denen, die sich nicht als zum Handel zugelassen ausweisen konnten, ihre Waren ab. Auf den ersten Hieb geschah dies 40 Schiebern. Seitdem scheuen die modernen Schmarotzer den Platz Landwehr. &am B. Gladbuch, 12. Okt. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte Beschaffungsbeinurten un die städtischen Beamten und Angestellten im Gesamtbetrage von 180000., ferner Beschaffungsbeihülfen an Kriegsbeschddigte, Kriegshinterbiiebene und ortsarme Familien im Gesamtbetrag von 111 000 M. Eine Eingabe, Steuerpflichtigen, die sich in schwierigen Verhaltnissen befinden, ratenweise Zahlung der Steuern zu gewähren, soll von der Verwaltung in wohlwoilendem Sinne berücksichtigt werden. Ober die Entwickelung der Industriebannungelegenheit inn neuen Des Volkes Stimme. Einbittender Steuerzahler. Dieser Tage hatte ich auf dem hiesigen Kartoffelamte zu tun. Es wur gegen.45 Uhr voriittags; eine Rerhe Leute mußten gleich mir längere Zeit warten, da nur ern Becmter die Suchen erledigte. Zwar salen noch zwei Damnen dort, die indessen mit der gerade nicht überhasteten Einnuhme des zweiten(?) Frühstuckes vorläufig ausreichend und angelegentlichst beschüftigt waren. Erst nachdem ihre schwuchen Kräfte genügend gestärkt schienen, besannen sie sien daraul, das auch noch Pflichten ihrer harrten und das Publikum eine schneliere Abfertigung vielleicht nichl ungern sehen wurde. Als ehrsumer Bürger und Steuerzahler bin ich allerdings der möglicherweise rückständigen, indes im Publikum weitverbreiteten Ansicht, daß die Beumten(auch die Damen!) während der ganzen hierfür festgesetzten Bureaustunden, die ohnehin für die meisten Bürger unginstig liegen, dem Publikum zur Verfügung stehen und keine langen Frühstückspausen einrichten sollten, zumal nicht zu so früher Stunde. Vielleicht trifft die zuständige Stelle eine entsprechende Entscheidung. Warum so wanlfaul? Habe mit großer Enttäuschung gelesen, daß die Wohlbeteiligung speziell unter der männlichen Bevölkerung eine so außerordentlich schlechie war. Bin alter Kölner, im Jahre 1832 geboren, also im 88. Lebensjahre. Wenn ich auch nicht gut allein gehen konnte, so habe ich mich führen lassen, um meiner Wahlpflicht genügen zu können, ich richte daher an alle jüngeren Wähler die Bitie, bei nächster Gelegenheit sich von einem 38jährigen nicht bsechämen zu lassen.— Industriegelände wurds Bericht erstattet und eine Gesamtabrechnung gegeben. * Winnerfürtn, 12.Ostober. Dis neuen Glocken für undere katholische Kirchs werden in diesen Tagen eintreffen, so daß sie schon den Kutholikentag des oberbergischen Landes, der nier um 19. d. M. stattfindet, einlduten werden. *p; Lindlar. 12.Oktober. Förster Müller in Beilicanhofen erlegte dieser Tage ein großes Wildschwein.— Ein hiesiger Landwirt mußte vier wertvolle Kune abschiachten, die bereitten Klee auf der Weine zeirassen hatten. * Overath. 10.0kt. Die Wählerliste für die demnächst stattfindenden Gemeinderatswahlen liegen vom Monlag, den 20. d. M. ab 8 Tage lung auf demn Burgermeisterumt innerhalb der Dienststunden zur Einsicht offen. Einsprüche gegen die Richtigkeit konnen bis zum Ablauf der Auslegungstrist schriftlich oder zu Protokoll auf dem Burgermeisteramt ungebracht werden.— In letzter Zeit verurteilt das britische Militürgericht diejenigen Personen, welche mit englischen Bekleinungsstücken aus Militürbeständen betroffen werden, zu Gefängnisstrafen. PPeberall zi haben. Vertreter: E. Beisbach, Krir, Liosienstr. 86.“ Trotz grosser Preissteigerung und Warenmangels empfehlen meine großen Vorräte gediegener Delztaurer WPeizwalt Jrade Füchse die große Mode zu nschstehenden Preisen: Alaska-Füchse v. 1290 b. 195M. Blaus Füchse„ 1490„ 280M Krauz-Füchse„2000 375M. Zebel-Füchse„ 1000„ 280 M. Silberfarbe-Füchse„2500. 400 M. Weiss- u. Polar-Füchse„ 4000 1690 Skunks„ 4000„ 275M. Passende Muffen In allen Preislagen. Für junge Damen Pelz-Garnituren(Peiz und Mufl) Neuheit in Blberstt v. 750 bis 475W. in Seal v. 850„ 375½ Garnlturen für junge Mädchen in schwarz u. farbeigen Pelzart. v. 350 bie 85 Pelz Hüte. entzück. 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J. in Kraft erretene Gesetz wird die Wochenhilfe und Vochenfürsorge ganz wesentlich verbessert. Das zweite Buch der Reichsversicherungsordnung(Krankenversicherung) wird in vielen Punkten abgeändert. Im nachstehenden sei das wichtigste mitgeteilt: 1. Wochenhilfe. Wöchnerinnen, die Im letzten Jahre vor der Entbindung mindestens sechs Monate gegen Krankheit versichert waren, erhalten u. 50 Mark Entbindungskosten, b. die Hälfte des Krankengeldes, jedoch mindestens 1,50 Mark täglich Wochengeld und zwar für zehn Wochen einschließlich der Sonn- und Feiertage, c. beim Auftreten von Schwangerschaftsbeschwerden bis zu 25 Mark Beihilfe für Hebummendienste und ärztliche Behandlung und d. solange sie die Neugeborenen stillen, ein Stillgeld in der Höhe des halben Krankengeldes, jedoch mindestens 75 Pfg. täglich einschl. der Sonnund Feiertage, bis zum Ablauf der 12. Woche nach der Niederkunft. Die Satzung der Kronkenkasse kann die Dauer des Wochengeldbezuges bis zu 13 Wochen, die des Stillgelcbezuges bis auf 26 Wochen erhöhen. 2. Familienhilfe. Versicherungsfreie Ehefrauen, Töchter, Stief- und Pflegetöchter von Versicherten, die mit diesen in häus licher Gemeinschaft leben, erhalten die gleichen Leistungen, wie die versicherten Wöchnerinnen. Dabei betrögt das Wochengeld .50 Mark, das Stillgeld 75 Pfg. täglich. Durch die Satzung können die Beträge bis je auf die Hälfte des Krankengeldes festgesetzi werden. Sind in der Landwirtschaft Be schäftigte und Dienstboten auf Antrag de: Arbeitgebers von der Krankenversicherungs. pflicht befreit, so hat dieser den versicherungstreien weiblichen Familienmitgliedern der Befreiten, die mit diesen in höuslicher Gemeinschaft leben, die vorbezeichneten Leistungen aus eigenen Mitteln zu gewähren. 3. Beiträge zur Krankenversicherung. Die Krankenkassen dürfen bei Gewährung der Regelleistungen der Krankenversicherung die Beiträge auf 7½ vom Hundert des Grundlohns, bei Gewährung von Mehrleistungen die Beitrüge auf 10 vom Hundert erhöhen. 4. Wochenfürsorge. Minderbemittelte Wöchnerinnen, die nach vorstehenden Vorschriften keinen Anspruch auf Wochenhilfe haben, erhalten aus Mitteln des Reiches die unter Ziffer 1. bezeichnete Wochenhilfe. Die Wochenfürsorge leistet vorschußweise die allgemeine Ortskrankenkasse des Aufenthaltsorts der Wöchnerin. Als minderbemitteit gilt eine verheiratete Wöchnerin, wenn ihr und ihres Ehemannes Gesamteinkommen im Jahre vor der Entbindung 2500 Mark nicht überstiegen hat. Eine unverheiratete Wöchnerin ist unbemittelt, wenn ihr Gesamleinkommen im gleichen Zeitraum nicht mehr als 2000 Mark betragen hat. Bei allen Wöch nerinnen erhöht sich der Betrag für jedes vorhandene Kind unter 15 Jahren um 250 M. Die bislang für Kriegsteilnehmer usw. geltenden Vorschriften über Wochenhilfe sind ganz bedeutend erweitert worden, insbesondere ist auch der Entbindungsbeitrag von 50 Mark, die Beihilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden und das Wochengeld für zehn Wochen zu zahlen. Eine beachtenswerte gerichtliche Auffassung. Zum Schieber- und Wucherunwesen sprach sich gelegentlich einer Urteilsbegründung der Amtsgerichtsrat Geh. Justizrat Dr. Küppers ungefähr wie folgt aus: „Eine Senkung der Preise muß angestrebt werden, wenn auch vorerst nur bei einzelnen Warenarten. Soll man alles dem Gesetze von Angebot und Nachfrage überlassen? Oder soll man den Versuch machen, entgegen diesem volkswirtschaftlichen Gesetze, durch Zwang die Preise nied erzuhalten, also auch dann, wenn die Warenvorräte knapp sind? Es ist ohnehin schwierig. Es wird doppelt schwer, durch den herrschenden Zeitgeist: gesteigerte und eingewurzelte Erwerbsgier; planmäßig, geheim und mit allen Raffinessen arbeitendes Schiebertum, das sich immer wieder dem Zugriff zu entwinden weiß; bedenkliche Abnahme des Sparsinns, Gewöhnung an hohe Preise; Ehrlosigkeit, die Freineitsstrafen und andere ruhig hinnimmt, wenn sie nur Gewinne machen kann.“ „Demgegenüber versprechen stückweise getroffene Maßnahmen, also örtlich der auf einen Lundesteil begrenzte, auch nur einen beschränkten Erfolg. Notwendig sind Maßnahmen, die für das ganze Reich unter Strücksichtigung etwaiger Besonderheiten (z. B. im besetzien Gebiete), von oben bis unten einfach, klar und lückenlos lie erforderlichen Handnaben geben; frei von bürokratischem Einschlag müssen sie sein und getragen von verständnisvoller Zusammenrbeit sozialempfindender Männer, die wirtchaftliches Verständnis haben und dene reichlich bezahlte Polizeibeamte bei zegeben sind. Wenn diese Vorbedingungen eschaffen sind, dann Schluß mit dem jetzi trch ein Beimtenheer bewerkstelligten Au jagen an der Peripherie; dagegen heran mit voller wucht an die Wurzein der schreienden belstände, damit hier die Gerichte Exenel statuleren können.“ „Wesentlich ist die Seseitigung des Haupt undernisses bei der Bekümpfung des Wuchers ämlich die vernängnisvolle Feststellung des lermassigen Gewinnes. wos not täte. wäre ein Rohrufschlag(der nicht engherzig sein soll) auf Friedenspreise, sowohl für den rzeuger als aucn für den Zwrischen- und Kleinhande#. Die anstößligen Obstpreise wären s0 z. B. unmöglich geworcen.“ „Sehr erwügenswert bliebe in diesem Zusammenhange, ob eine freiere Stellung der Gerichte anzustreben ist. Vielleicht sind sogar, besonders in den Großstädten. Ausnahmegerichte nötig, die mit sofort rechtskräftigem und vollstreckbarem Urteil die allgemein ersennte Beschleunigung des Veriührens herbeiführen.“ Kinder * Z e n t r a l v e r b a n d c h r' s t l. M a l e r und verw. Berufe Deutschlands In einer Versammlung der Maler und Anstreichergehilfen am 9. d. M. im Gereonsbräu wurde Stellung genommen zu den bestehenden Teuerungsverhältnissen, die zum großen Teil durch Schieber und Wucherer hervorgerufen sind. Eine Entschließung fand Annahme in der von Regierung und Stadtverwaltung die schärtste Bekämpfung des Schieber- und Schleichhändlertums gefordert wird. Den Behörden wird weitestgehende Unterstützung in der Bekämpfung des Wuchers zugesichert. Die Organisationsleitungen wurden beauftragt mit den Arbeitgebern in Verbindung zu treten um eine Erhöhung der Löhne zu erzielen, weil die jetzt gezahlten zur Bestreitung des Lebensunterhalts schon längst nicht mehr ausreichen. Weiter wurde von der Versammlung von der Stadtverwaltung Erleichterungen in der Steuerzahlung und zwar Erlaß der Kommunalsteuer für das erste Quartal oder aber wenigstens Neueinschätzung der Kriegsteilnehmer gefordert, da zu große Ungerechtigkeiten zu verzeichnen sind. Endlich erblicken die Versammelten in dem restlosen Zusammen schluß in den Gehilfenverbänden die alleinige Gewähr, die wirtschaftliche Lage der Berufs kollegen zu verbessern. * D i e Z w a n g s i n n u n g f ü r d a s Dachdecker- und Bauklempnergewerbe in Köln hielt im Hahnenbräu eine Hauptversammlung ab, in der mitgeteili wurde, daß die Gehilfenorganisationen neuer dings eine Stundenlohnerhöhung geforder haben; und zwar ab 1. Oktober um 25 Pig pro Stunde und ab 1. November um weitere 25 Pig. Die Versammlung beschloß ab 17. Oktober eine Erhöhung von 50 Fig. pro Stund# eintreten zu lassen. Auch die geforderte Er nöhung der Vergütung für Mittagessen ir Stadtkreise von.20 auf.50 M. wurde be wvilligt, rückwirkend ab 20. September. I brigen wurde Klage über die bisherige Hocl. baukommission geführt. Die von der Innung befürworteten Schutzgerüstvorschriften seie. von der Regierung anerkannt, von der Stadt aber nicht gehandhabt worden. Von det neuen Zusammensetzung der Hochbaukommission erhofft man mehr Entgegenkommen auch bezüglich der Meisterlöhne. *; Die Lohnbewegung der Putzmacherinnen im Einzelhandel Kölns hat zu einer Einigung zwischen dem Arbeitgeberverband im Einzelhandel und der christlichen und freien Gewerkschaft der Putzmacherinnen geführt, wonach die Lohnsätze des Tarifvertrages vom April dieses Jahres mit Rückwirkung vom 1. September 1919 ab erhöht werden. A * Velkswirlschaft Bestellungen sind an ole Hundelsha#e Rheingasse 8, zu richten. Probenuuner werden unentgeltlich abgegeben. * Die Kosten der Agbeitsiosenunterstützung. Nuch Veiner amtlichen Berechnung sind seit Ausbruch der Reroluten bis zum 4. Oktober d. J. 4½ Milliorden Mark in Deutschland an Erwerbslose auf Grund der Arbeitslosenunterstützung zur Auszahlung gelangt. * Z u l ä s s i g k e i t d e r A k k o r d arbeit. Die Frage der Akkordarbeit bildete den hauptsächlichsten Streitpunkt einer Arbeitstreitigkeit, über die kürzlich zwischen der Firma Büssing(Braunschweig) und ihrer Arbeiterschaft vor einem besonderen Schlichtungsausschuß im Reichsarbeitsministerium verhandelt wurde. Der Schlichtungsausschuß gelangte nach eingehender Prüfung der Verhältnisse zum Ergebnis, daß eins zeitgemäße Form der Stücklohnarbeit nicht nur wirtschaftlich berechtigt, sondern auch nicht unsozial ist. Die geeignetste Form der Stücklohnarbeit(Einzelstücklohn, Gruppenoder Pensensystem bezw. Verbindung dieser Arten) soll in Anlehnung an die bisher bestandenen Formen zwischen dem Arbeitgeberuand dem Arbeiterausschuß festgestellt verden. Der Schiedsspruch ist von der Arheiterschaft angenommen worden. *; Zur Sozialisierung des Wirtschaftslebens. Im Anschluß an unseren eitartikel in Nr. 283 sei auf die Ausführungen es Unterstaatssekretärs Prof. Hirsch früher an der Handelshochschule Köln), die r in einer Rede vor Pressevertretern über as Programm des Reichswirtschaftsministeiums machte. Zur Frage der Sozialisieung führte er aus: Die Sozialisierung kann ei der gegenwärtigen Wirtschaftslage nur it großer Vorsicht durchgeführt werden. e kommt gegebenenfalls in Frage, wo wichze Rohstoffe für die Allgemeinheit nutzbar machen sind, wo ein privates tatsüchliches sonopol den Ubergang in Staatshände erichtert, wo sich industrien dem notwendigen mgruppieren nicht fügen wollen, oder wo n Reichsmonopol für die Reichsfinanzen er###inscht ist. Die Sozialisierung ist so gesucht, daß der Besitz der Produktionsmittel om Reich wirklich übernommen werden oll. Die sozialisierten Betriebe sollen jedoch ine freie Form erhalten, in der die Betriebslemokratie richtig ausgebildet ist. Die leitenden Beamten sollen durch ihre Entlohnung am Betriebe interessiert werden. Milch für im kommenden Winter! Etwa 4000 Liter Milch wird Köln im Winter täglich mehr haben, wenn alle Hausfrauen alle Küchenabfälle zum Abholen sammeln! Hausfrauen, helft!! Mitteilungen der Handelskammer zu Köln. In diesen Tagen ist die erste Nummer der fortan monatlich herausgegebenen Mitteilungen der Handelskammer zu Köln erschienen. Aus dem reichen Inhalte seien Abhandlungen und Nachrichten über die Zahlung der Zölle in Gold, die Kölner Börse, einen wirtschaftlichen Beirat beim Reichskommissar für das besetzte Gebiet, die Beschlagnahme ausländischer Waren und Zwangswirtschaft im besetzten Cebiete, mancherlei Winke und Mitteilungen für den Außenhandel, das Reichsnotopfer, die Umsatzsteuer, Angelegenheiten des Eisenbahn- und Postverkehrs, Arbeiter- und Angestelltenfragen, die Rheinische Musterschau hervorgehoben. Der Preis der Einzelnummer beträgt 1., der Jahrespreis 8 M. e BEETEE des täglichen Bedarfs haben n d. Rheinischen Volkswacht ###besten Erfolg. Alle Bcrufslerne Riseig e und alle Gesellschafteklassen n S t a d t u n d L a n d z ä h l e n w i r z u u n s e r e n L e s e r n. Lo' Spada. Eine Tragödie aus dem alten und ein Mysterium aus dem modernen Venedig 3 1 von Eufemla von Adlersfeld-Ballestrem. Damit wäre ja nun eigentlich mein Bericht von der Tragödie aus dem alten und dem Mysterium aus dem modernen Venedig beendet und ich könnte mich, unter der Aufforderung, daß ein jeder sich das Seine denken sollte, der Gunst des Lesers als glückliche Signora Marino empfehlen, aber, die eben eschilderten wunderbaren Tage im Polazzo pada hatten für mich ein Nachspiel, das noch viel mehr des Wunderbaren für mich enthielt und den eigentlichen Schlußstein bildet für aas Mysterium, das in unsere nüchterne Zeit fremdartig und ehrfurchtgebietend hineinragt, wie ein Menetekel, das sich eben nicht alles mit dem Verstande erklären läßt. An demselben Abend, da Donna Yolantas sterbliche Reste zur ewigen Ruhe beigesetzt waren und ich hinabging zur Pranza, freute ich mich des nachfolgenden Gespräches mit meinem Verlobten. Was unsere Herzen sich zu sagen hatten, war an diesem Tage, war von dem Augenblick in den Hintergrund getreten, da wir den geheimen Gang betraten, doch nun forderte unser junges Glück sein Recht und meine Seele hungerte nach den Luftschlössern für unsere Zukunft. Ob du dus verstehst, lieber Leser? Stelle dich dir selbst vor auf der See allein umhergetrieben in nur von deiner schwachen Kraft gesteuertem Kahn, und denke dir, du erblickst endlich einen starken, sicheren Hafen, bereit dich zu empfangen. Dos war meine Lage, doch der Name„Hafen“ allein machte es nicht bei mir, denn um die„Versorgung“ hätte ich keinen Finger gerührt—— mein ganzes Hlerz aber stand hier in Frage und wer mir gesagt hätte, es gäbe glücklichere Menschen als mich, den hätte ich einfach ausgelacht. Hohe Luftschlösser erwartete ich nicht— irdische Besitztümer brauchte ich nicht als Mitgift— was mein Koffer enthielt war alles, wvas ich in der weiten Welt besaß und ich gab mich nicht einen Augenblick dem Wahne hin, daß Marinos Einnahmen uns zu Luxus und Uberfluß be. schtigen würden und da auch er, wie ich, in abhüngiger Stellung war, so konnte er kaum zinstragende Reichtümer besitzen. Aber vielleicht konnte er seine sicher eminenten Fühigkeiten besser verwerten als im Dienste eines Privatmannes, mochte derselbe auch zehnmal venezianischer Patrizier sein und drei Dogen unter seinen Ahnen zählen. Jawohl, es soll sich nur einer auf etwas freuen! Im Speisesadl sah ich nur ein Kuvert auf dem Tische und neben meinenn Teller ein verschlossenes Billett mit meiner Adresse in großer, energischer Handschrift. Ernüchtert, enttäuscht, fröstelnd plötzlich vor Müdigkeit, öffnete ich das Briefchen und las: „Dringende, unaufschiebbare Geschäfte führen mich von Venedig fort, für vielleicht mehr als zwei Tage. Sitze in dieser Zeit nicht zu viel im Hause, meine Ruth, sondern suche die frische Luft, damit sie dir die rosigen Wangen wiedergibt, die ich heute in deinem lieben, schönen Gesicht schmerzlich vermißt. Es sehnt sich nach der Stunde des Wiedersehens Dein Marino.“ Es ist lächerlich, nicht wohr? Aber ich war entsetzlich enttäuscht, unglücklich fühlte ich mich, verlassen, vereinsamt, gewissermaßen hinausgestoßen in die Nacht. Ich würgte von dein mir servierten tadellosen Diner ein poar Bissen hinunter und nachdem ich noch im Salon eine Stunde rastios herumgesessen, ging ich in mein Zimmer und legte mich zu Bett und kam mir schrecklich elend und vereinsamt vor. Am nächsten Morgen war das alles schon besser. Die Sonne leuchtete warm und freundlich in mein Zimmer und verjagte alle diese törichten Gedanken und die Vernunft redete mir zu und sagte mir, daß wenn ein Mensch eben in Abhüngigkeit ist, er auch nicht selber über seine Zeit verfügen kann, und das Marinos Abreise darum auch gar nichts sei, worüber ich mich aufzuregen hätte. Und ich regte mich auch nicht weiter auf, sondern verbummelte sehr vergnügt den Morgen auf dem Markusplatze, machte nachmittags eine Spazierfahrt und ergötzte mich bis zur Pranza in der Bibliothek. Dort fand ich auch auf einer mächtigen Rolle den Stammbaum der della Spada aufgezeichnet, auf dem ich mir„meine“ Dame Yolantu heraussuchte. Ihr Tod war im Jahre 1491 „unbekannten Datums“„wahrscheinlich zu Smyrna“ eingetragen; ihr Gatte und Mörder, der Erzschelm Michele, war 1506 gestorben und in zweiter Ehe 1500 vermählt mit einer Markgräfin von Montferrat. Neun Jahre schien er demnach noch gefreit zu haben um seine königliche Muhme, Caterina Cornaro, bis er zu der Erkenntnis kam, daß sie seinetwegen den fruchtlosen Kampf um die Krone mit der mächtigen Republik nicht aufzunehmen gedachte— oder hat sie etwas geahnt von dem rätselhaften Verschwinden der holden Yolanta? Die Markgräfin von Montferrat— sie hieß auch Yolanta und muß mit ihrem Namen ihm stets ein furchtbarer Mahnruf ins Cewissen gewvesen sein— hatte ihm einen Sohn und zwei Téchter geschenkt, von denen eine im Kloster gestorben, die andere einen Dogen von Venedig geheiratet, und der Sohn hatte das Geschlecht der Spada fortgepflanzt. Es ging mich ja eigentlich nichts an, aber ich freute mich, daß Michele Spada zu früh gestorben, um Einfluß haben zu können auf die Erziehung seines Sohnes, der in hohemn Alter starb und nach seinem Schwager den Dogenthron bestieg. Ja, es war doch ein großes, mächtiges Geschlecht, die della Spada und wenn der Schatten Donna Yolantas nicht ihren Glanz verdunkelt hätte—— ja, wußte ich's denn, ob dies der einzige Schatten war? Der folgende Tag ging auch noch leicht genug hin, denn ich ließ mir von Danieli die Familienbilder erklären, was er mit einem Genuß besorgte, der mich erkennen ließ, deß ich damit seine schwache Seite getroffen. Nein, was konnte der Mann von der Chronik dieses Hauses auswendig! Ich ließ mir von ihm Michele Spadas Bildnis, gemalt von Bordone, zeigen— eine Kavaliersgestalt, schön wie Lucifer, aber mit kalten, harten, grausamen Augen und einem Zug um den schönen, lächelnden Mund, der nichts Gutes verhieß. (Fortsetzung folgt.) Verantwortlich für die Redaktion: Dr. P. Dückere in Köln eite 6 Rheinische Colkswacht Nr. 285# Dienstag, 14. Oktober 1919 4 Kunst und Leben e Wie's getrieben wird. Vor kurzem schlossen die katholischen adenten sich zu einer Arbeitsgemeinschaft sammen, um das religiöse Leben zu verfen. Auf dem Wege der Bildung religiöshilosophischer, biblischer und liturgischer #irkel sollte das erreicht werden. Nun greift in gewisser Herr Ritzefeld diese Gründung in einer Weise an, die man als ein Sympthom des Kommenden nicht übersehen dorf. Er schreibt in Nr. 2 der Kölner UniversitätsZeitung: Warum Zersplitterung? Wie allen Kommilitonen unserer jungen Universitdt bekannt sein dürkte, schlossen sich im Laufe des Sommersemesters 19 die kath. Korporationen und Gruppen der Studentenschaft zu einer Arbeitsgemernschaft kath. Studlerender der Universitat Köln zusammen mit dem Bestreben, kath. Denken(vielleicht im Sinne Kasterts) zu fördern. Ist nun ein derartiges Vorgehen unserer kath. Kommilitonen und der verantwvortlichen Stellen für diegenigen, die es noch werden wollen, zu rechtterugen oder nicht? Es ware doch wohl mit einigem guten Willen möglich gewesen, eine Arbeitsgemeinschaft aller Studierenden der Kölner Universität zu erreichen und in ihr keine Parteipolitik zu treiben. Denn für jeden Einsichtigen steht es doch fest, daß hinter der genannten Arbeitsgemeinschaft eine große Portei stehen muß. Zwei Wege bleiben daher nur übrig; entweder Schulter an Schulter mit unseren kath. Kommihtonen in einer naticohalen Arbeitsgemeinschaft oder aber ohne sie und gegen sie. Dem Einsender kann man den Vorwurf nicht ersparen, daß seine Ausführungen von irgendwelcher Sachkenntnis absolut nicht getrubt sind, sonst wurden ihm derartige Anrempelungen nicht unterlaufen, wie etwva in dem Satz„ Pflege kath. Denkens(etwa im Sinne Kosterts)". Diese Einschaltung und der Satz, daßs hinter der kath. Arbeitsgemeinschaft eine große Partei stehen„muß“ beweist, daß Herr Ritzeteld über die Gründung ebensowenig orientiert ist, wie über ihren Zweck! Als eine bewußt falsche, zum mindesten aber grob fahrlässige Unterschiebung muß es bezeichnet werden, daß den kath. Studenten Mangel an nationalem Geist vorgeworfen wird. Zwar geschieht es verblumt, ober schon der Fettdruck„national“ allein gigt in deln angeführten Zusamnmenhang genug.— Es wird keinem Menschen einfallen, zu leugnen, daß um gegenwärtigen Augenblick die Hebung unserer weellen geistigen Werte notwendiger ist denn je. Glaubt der koth. Student dieses Ziel auf die genannte Weise zu erreichen, so wird ihm dazu niemand ein Recht absprechen können. Wenn Herr Ritzefeld an diesen Zirkeln teilnehmen will, so dürkte er willkommen sein, denn Aufklärung ist zum Verstehen notwendig. Was aber der Zusummenschluß auf religiösem Boden mit studentischen Fragen allgemeiner Natur zu tun hat, sagt Herr Ritzefeld uns nicht, wenn diere Dinge nichts, aber auch gar nichts miteinnder gemein haben. Ein kath. Student wird etwa ein Amt im Studentenausschuß genau so gut verwalten, wie ein Protestant! Die Tätigkeit der A. St. A. hat bisher in der Pro cis bewiesen, daß diese Fragen ein Zusan menarbeiten in studentischen Dingen auch nicht im geringsten beeinflussen. Es muß jedem das Recht gewahrt bleiben, sich mit Gleichgesinnten zu finden. Vas aber die Arbeitsgemeinschaft mit Pol tik, und gar mit Parteipolitik zu tun hat, das muß uns Herr Ritzefeld erst noch verraten! Auf alle Fälle mag er, und alle die anderen, die das Wort„kotholisch“ kopfscheu macht und in ihren Begriffen verwirtt, beruhigt sein, die kath. Arbeitsgemeinschaft hat es nur mit der Hebung des religiösen Lebens zu tun, hat mit Politik auch nicht das mindeste gemein, auch nicht mit der„großen Partei“! Herr Ritzefeld identiliziert, wie leider so viele Unkundige, die Begriffe Zentrum und Katholizismus! Und aas nennt man Toleranz an den Universitäten! rer. pol. Hans Felix Zeck. Jahre Quartett=Verein KölnNippes. Der Quartettverein Köln-Nippes beging am Soontag sein goldenes Jubllöum im Gürzen##ch. Der Festakt am Morgen brochte dem Verein reiche und verdiente Ehrungen. Die Fahnen der Kölner Brudervereine grüßten von der Empore. Lianne Benner und Hans Bachem verschönten die Feier; die vereinigten Gesangvereine von Köln-Nippes ließen es sich nicht nehmen, den vokalen Teil zu bestreiten. Bergeordneter Albermann eröffnete im Namen der Stadt Köln den Reigen der Gratulanten. Die Festrede des Vereinsvorsitzenden J. Chr. Schilberz galt den etnischen Werten des deutschen Liedes in schwerer Zeit. In dem Füllnorn freundschaftlicher Sympathie wurd dem Jubelverein ein Segen von Sprüchen, Kränzen und Fahnennägeln dargebracht. Voran der Rheinische Säugerbund und der Kölner Männergesungverein. Und dann eine endlose Reihe. Wir schließen unseren bluckwunsen an. Das um Abend veranstaltete Festkonzert sah den großen Scal bis auf wen ge Plütze besetzt. Es sind viele Jahre ner, daß wir den Verein zuletzt gehört haben— damalsschwung Aug. Theien das musikalische Szepter, das heute in den Händen Paul Manius Legt. Des letzteren Verdienst ist es zweifellos, den Süngern das geschmackvolle Singen beigebracht zu haben; Manias’Art des Dirigierens crinner. ganz an Prof. Schwartz, allerdings we.s Schwartz— auch wenn er nur eine kleine Schuf von Süngern dirigiert— dieselben mehr anzufeuern und mitzureiten, aus innen das Letzte an Wucht und Kraft herauszuholen. biania legt mehr Wert auf das Schöne als auf das Faszinierende im Gesang, was gewils recht lobenswert ist, aber selliesslich w. man, wenn eine so stattliche Sängerzuhl zur Verfügung steht, auch entsprecnende Klungfalie nören, wo es nöt.g ist. So hatten de Darbietungen des über vortreffliches, gut geschultes Material verfügenden Vereins mitunter mehr Kruft vertragen können. Wi. haben es bedauert, daß Munia nicht mit einem großangelegten Kunstchor aufwartete. wus man wonl bei einem großen Festkonzert hätte vordussetzen durten. Wie gesagt, der Verein zeigte in Liedern von Mozart, Breu, Aug. Thelen, Mania, Eyrich und Goldmark großes Können. Mozarts Weine des besunges klang eder und harmollisen ausgeglichen, lieblich und duftig Therens Mütterlein, wvorin der Vereinsvorsitzende Christlan Schilbertz das Buritonsolo sang; für des Dirigenten prächtig klingenden, kunstvoll geseiten Cnor Die letzten Rosen traten die Sänger mit besonderem.fer ein. So entzückend und ansprechend die beiden von Mania bearbeiteten Volksheder, Schwesterlein und Kinmt a Vogerl geflogen auch klangen, sie paßsten nicht recht in den Rahmen eines Festkonzerts. Duß die Vortrage des Jubelvereins lebhuften Beifall fanden, bedarf keiner besonderen Versicherung. Ausgezeichnetes leiste#e die Kammersängerin Muria Mora von Goetz aus Berlin; der schlunke, feinkultivierte Sopran ist von ungemein großem Reiz, Adel und Schmelz, alles ist Wohllaut und Anmut an der prachtvollen Stimme, die alles in ihren Bann zieht. Die Künstlerin wußte die Zuhörer in Liedern von Brahms, Mahler, Reger und Rich. Strauß in hohem Maße zu fesseln. Prof. Uzielli(Klavier) spiel e technisch und musikalisch meisterhaft Schumann und Chopin und fand ein dankbares Publikum; auch Kammersänger C. Rost, Ehrenpräsident des Vereins, erntete in Liedern von Weingartner, Kaun und Pfitzner lebhaften Beifall; er befriedigte besonders durch seinen voll ausschöpfenden Vortrag. Erwähnt sei noch das hübschklingende Tenorsolo aes Vereinsmitgliedes Jean Mohr aus dem Chor Da drüben von Eyrich und die dezente Begleitung der Sologesänge durch P. Mania. Der Quartettverein kann das Festkonzert als ein großes musikalisches Ereignis in seiner Vereinsgeschichte buchen. IE 11 & Es schwinden des Kummers Falten, solang des Liedes Zauberwalten. So lautete die Devise zum 223. Volksunterhaltungsabend, den der Verein für Volksbildung am Samstag im Gürzenich veranstaltete. Der große Saal und die Ga erie waren bis zum letzten Platz gefüllt. Dirigent Bernh. Hartmann hatte die schwierige Aufgabe gelöst. fünf Männer-Gesangvereine zu einen Chor mit 253 Sägern zu vereinigen und da Stimmaterial glücklich zu verteilen, so daß die einzelnen Chöre prächtig klangen. Dal die Besucher der Volksunterhaltungsabende Kunstverständnis besitzen, beiviesen sie da durch, daß sie mit ang-haltenem Atem de Pianistin Frl. Helene Clarenbach lauschten die drei Chopinsche Werke: Impromptu Fis-dur Nocturne Cis-moll und Wazer Ges-dur und später eine Ballade und Rhapsodie von Brahm spielte. Der sein nuancierte Anschlag, die treffliche Technik und die tiefe Musikalitä der Künstlerin riß die Zuhörer zu begeisterten Beifall hin, der sich nicht eher legte, bis sie sich zu einer Zugabe bequemte. Frl. Magde Witt verfügt über einen gutgeschulten wohlklingenden Sopran, der in mehreren Liedern. die Komponist Franz Blumenberg meister. haft begleitete, treffend zur Geliung kamen. Mit einigen wirkungsvollen Rezitutionen ernsten und heiteren Inhales erfreute Frau IIse Wildeck-Kramer. Durch jebhaften Beifal dankte man der Sprachkünstlerin. * Die Faschrngstee. Dem Jung-Wiener Kieeblatt Lehár-Sträuß-Fall, das den Ruhm ür sich in Anspruch nehmen darf,#ie neu Glanzzeit der Gperette in Deutschlund und österreich heraufgefünrt zu haben, fügt sich is viertes Blatt der Ungar Emmerich Kalman, der erfolgreiche Kompomist der Csardasfürstin, ein. Das künstlerische Verlienst dieser vier Melodiker bestent darin, doß sie die Operette ihrem Ausgangspunkt, der komischen Oper, von dem sie sich unter Jen Millöcker-Epigonen mit ihrem dilettantischen Sammelsurium von Walzern, Polkus und Märchen nur allzuweit entfernt hatte, wieder näherbrachten. Die Faschingsfee haeinen Schuß Handlung. Die Musik reitet in allen Sätteln und schillert in allen Stilen; sie ist die nicht ungeschickte Arbeit eines Operettenroutiniers, der wonl besseres könnte, wenn er wollte. Dr. A. M. Willner, dem Librettisten des Gralen von Luxemburg, geseilt sien Rudolf Osterreicher als menr oder weniger literarischer Beikoch zu. Die Aufführung der Reichshallen-Truppe bot unter Gustav Witts musikalischer und Louis Waldenburgs szenischer Leitung ein lebendiges Bild. Die neuen, im eigenen Atelier angefertigten Dekorat.onen waren geschmackvoll. Ein poor Numen aus dem zahlreichen Spielerkreis: Gerta Bree, Mathieu Hettmer, Hugo Wieser und Georg Frossard. Das Haus war ausverkauft und ousgelassen. Die Fee aus München und der Kolner Prinz fanden sich ins.eiche Schicksal der Enttaronten. Auf der Bunne schneite Unsere Freunde werden gebeten. in Restaurants, bei Frheuren usw überall nach der„Volkswacht“. zu fragen. 5 Atc es„himmlisch“. Aber im Leben wird alles zu Wasser. W. St. * Der„Bubenstreich“ im Opernhaus. Die Mitteilung der Direktion der Vereinigten Stadttneater über die Ursache in der Walkürenaufführung am 6. Oktober vorgekommenen Fehler hat im Publikum die Meinung entstehen lassen, daß der Urheber dieses „Bubenstreichs“ unter den Orchestermitgliedern zu suchen sei. Abgesehen davon, dals bei dem guten Einvernehmen zwvischen Herrn Kapellmeister Kleiperer und den Orchestermitgliedern„ein Akt persönlicher Feindseligkeit gegen den muskaliscnen Leiter“ von ieser Seite niemals in Frage kommen kann, verwahrt sich das gesante städt. Orchester inmütig gegen den Verdacht derart unwürliger Han lungsweise. Es hat von der Direkon der Vereinigten Stadltheater im einenen interesse eine strenge Untersuchung dieser Ingelegenheit verlungt. X Der Moderne Abend Bölche-Moserlaas vom 6. April d. J. im Hotel Disch st nunmehr am Mittwoch den 5. Novemer, abends 7½ Uhr, im großen Saale der fürgergesellschuft. Die z. Z. gelösten larten sind bei Koenemann, Tonger oder. n E. Haas-Konservatorium umzuauschen. *p; Die Kölner Vortragskünstlerin Liane Benner veranstaltet am Montag, den 29..., im Hotel Disch, abends 7% Uhr, einen Vortragsubend. Es gelangen Dichtungen aus Verken von Goethe, Schiller, Hölderlin, Uhind, Heine, Hebbel, Keller und Storm zum Vortrag. * Erfolg Kölner Künstler. Bei dem deenwettbewerb zur Erlangung von Entvürfen für die Anlage eines Südiriedhofes owie dessen bauliche Anlugen in Saarrücken, der für in Deutschland ansässige au- und Gartenkünstler ausgeschrieben war, rhielten Archltckt Peter Recnt und Gartenirchitekt Herm. Foeth bei der Preisverteilung inen Ankaufspreis. Die beiden Kölner Künstler latten dem in Frage stehenden stark hügegen und vorwiegend bewaldeten Gelände ntsprechend einen beachtenswerten Waldriedhof-Entwurf eingereicht. Die schickste Frisur § kann jede Dame sich selber machen, wenn sie # dazu Schellenbergs Maararbeiten benutzt. Maar ist Vertrauenssache. 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Kreise: Duderstadt, Gifhorn, Hoya, Isenhagen, Uelzen. c) Freistaat Hessen, Kreise: Alsfeld, Groß-Gerau, Mainz, Offenbach, Schotten. d) Freistaat Mecklenburg-Schwerin, Kreise: Doberan, Güstrow, Hagenow, Röbel, Schwerin, Stavenhagen e) Provinz Pommern, Kreise: Lauenburg, Neustettin, Saatzig, Stolp. 1) Provinz Sachsen, Kreise: Jerichow I, Langensalza. s 2. Bezugsscheine für Einzelverbraucher und Haushaltungen. Für die Anträge auf Ausstellung eines Bezugsscheines für Einzelverbraucher und Haushaltungen ist ein Kartenvordruck zu benutzen, der in sämtlichen Geschäften, die zum Verkauf städtischer Kartoffeln zug lassen sind, unentgeltlich entnommen werden kann. Der Vordruck ist richtig und vollständig auszufüllen und bei der dem Antragsteller nächstgelegenen Kartoffellagerverwaltung*) abzugeben. Diese wird dem Antragsteller mitteilen, nach welcher Frist die Bezugsscheinausfertigung entgegengenommn werden kann. *) Die städtischen Kartoffellager-Verwaltungen befinden sich: Gladbacher Straße 35. Ublerring 52, Burgunder Straße 15(Eingang Duffesbach). Ehrenfeld, Jägerstraße 125. Nippes, Hartwichstraße 5. Mülheim. Deutz-Mülheimer Straße 286. Kalk, Gummersbacher Straße 6 Bei der Entgegennahme des Bezugsscheines hat sich der Antragsteller durch Vorlage des Brot- und Warenbuches auszuweisen, die erfolgte Aushändigung wird im Brot- und Warenbuch vermerkt. § 3. Sammelbezugsscheine. Anstalten(Krankenhäuser, Klöster), die für ihre Insassen, Behörden, industrielle Betriebe usw. die für ihre Beamten, Angestellten und Arbeiter, und Vereine, die für ihre Mitglieder Kartoffeln waggonweise beziehen wollen, können unter Vorlage der Brot- und Warenbücher der zu versorgenden Haushaltungen die Ausfertigung eines Sammelbezugsscheines beim städtischen Kartoffelamte, Georgsplatz 14, Zimmer 1, beantragen. S 4. Gebühren. Bei Entgegennahm des Bezugsscheines und folgende Gebühren zu entrichten: a) eine Austertigungsgebühr von 25 Pfg. je Bezugsschein. b) eine Gebühr von 20 Pfg. für jeden Zentner. Die Zentnergebühr wird seitens der Stadt Köln an den Lieferkreis abgeführt; sie wird erstattet, falls der Antragsteller von dem Bezugsschein keinen Gebrauch macht und ihn dem Kartoffelamt zurückgibt. s b. Einlösung der Bezugsscheine a) Köln-Stadt: Bezugsscheine für den Stadtbezirk Köln sind dem Kartoffelerzeuger bei Lieferung der Kartoffeln auszuhänd gen und von diesem mit einem dem Vordruck entsprechenden Ve merk zwecks Anrechnung der abgegebenen Menge auf das Liefersoll an das Kartoffelamt abzuliefern. b) auswärtige Kreise! Bezugsscheine für auswärtige Lieferkreise werden doppelt ausgefertigt.(Bezugsschein A und). Beide Ausfertigen sind bis spätestens 15. November 1919 dem betreffenden Lieferkommunalverband(Landrat) zur Genchmigung vorzulegen. Nach erteilter Genehmigung ist die Ausfertigung A dem Kartoffelerzeuger auszuhändigen: die Ausfertigung B ist bei Versand mit der Eisenbahn dem Frachtbrief— auf der Rückseite am Kopf— anzuheften; bei anderweitiger Beförderung ist sie dem Gemeinde- oder Gutsvorstand des Ausfuhrorts zur Abstempelung und Eintragung des Liefertages vorzulegen. Die Ausfertigung B ist in allen Fällen nach Empfang der Kartoffeln dem Kartoffelamt zurückzugeben, bei Bahnversand zusammen mit dem Frachtbrief. Der Versand mit der Eisenbahn darf, soweit die Kartoffeln aus enein. Lieferkreisen bezogen werden' nur in ganzen Waggonladungen erfolgen. Bezugsberechtigte mit einer Versorgungsmenge von weniger als 200 Zentner(Waggonladung) müssen sich daher der Vermittlung besonders zugelassener Händler bedienen, welche die Teilmengen zu Waggonladungen zusammenstellen. Die Namen dieser Händler werden noch bekanntgegeben. § 6. Einfuhrscheine für Selbsterzeuger. Wer außerhalb des Stadtgebietes Kartoffeln angebaut hat und daher als Selbsterzeuger zu betrachten ist, kann auf Antrag einen Einfuhrschein für die selbstgezogenen Kartoffeln vom.-A erhalten. Diese Einfnhrscheine sind dem Landrat des Kreises, in dem die Kartoffeln geerntet sind, vor dem Abtransport zur Genehmigung vorzulegen. * 7. Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung In Kraft. Köln, den 4. Oktober 1919. Der Oberbürgermeister. IV: Dr. Bost 18 Bekannt billiger Pelz-Verkauf. Reparaturen sowie Umarbeiten von Pelzen u. Mänteln bitte ich Jetzt schon in Auftrag zu gelen. Alte Pelze werden wie nen gefärbt oder geblendet. Felle werden gegerbt. Franz Sutrin. Kürschner, Rotgerberbach#. genau auf Kinder- Hüte Solide, dauerhaft Trauer-Hüte Hut-Garnituren Sürs-Aufe Mässige Preise Sammet-Hüte 3600 4200 4800 Filz-Hüte 2250 2650 2950 Linonformen 240 290 4 50 und höher und höher und höher Kinder-Hüte, Kinder-Velours-Hüte in grosser Auswahl— Umpresshüte nach neuen Modellen schnellstens GLOCKENGASSE I, Ecke Herzogstrasse(gegenüber der Kolumbakirche) bestimmt Samsta Ziehung bestimmt 18. Oktob 1919. Kölner-Loverie zum Bau des Lehrer-Erholungsheims z. Stromberg in der Rheinprovinz. 4577 Wertgewinne in Gesamlbetrage von Mark Lose zu 2 M. Porto und Liste 50 Pig. Eine seine Banknotentasche mit 10 Losen aus verschied.Taus. incl. 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Benesisstrasse Bes.: Theo Büker Mittagtisch A..50 Beiehhalt. Abendkarte. Ab 5 Uhr Künstler-Konzert. Telephon: B 1163. 7 Rheinische Volkswacht Nr. 235 4 Vienstag. 14. Okteber 1913 Seite 11 Wegen Räumungsschwierigkeiten meines neugemieteten Lokales verkaufe ich bis auf weiteres im Auktionslokal Marsüistein 29 Sonntag, den 12. Oktober, abends 10 Uhr entechlief sanft und gottergeben, wohlbereitet durch öfteren Empfang der hl Sterbesakramente, nach langem schworom, mit großer Geduld ertragenem Leiden innlgstgelicbter Gatte, unzer treusorgender Vater, der wohlachtbare Herr AE Gatmen Schneidermeister im Alter von 62 Jahren, Elise Batmen geb. Wewer kise Batmon Maria Batmen Tonl Balmen Köln-Destz, den 14. Oktober 1919. Die feierlichen Exequien werden am Mittwoch, den l5. Oktober, morgens ½9 Uhr, der Pfarrkirche Köln-Deutz abgehalten. Die Beerdigung findet statt am selben Tace, nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause Arminiasstr. 14, aus. 9 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Samttag. den 11. Oktober, morgens 10 Uhr, meine innigstgeliebte Tochter, unsere gute Schwester, das wohlachtbare Fräulein Kramer im blühenden Alter von 17 Jahren, nach langerer schwerer, mit Geduld ertragener Krankheit, vorher mehrmals gestärkt durch die Sterbesakramente ber hl. Kirche zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet für die liebe Verstorbene bitten; Frau Gwe. Petor Kramer Margareta geb. Rick Faria Kramer Antonie Kramer und die übrigen Auverwandten. Köln-Mülheim, Köln. Schaugan b. Altenberg, Herkenrath, Pasfrath, Holweide, d. 13. Oktober 1919. Die feierlichen Exequien werden am Mittwoch, den 15.., morgens 9¼ Uhr, in der Liebfrauenkirche gehalten. Die Beerdigung ist am selben Tage, nachm. 1½ Uhr. vom Sterbehause.-Gladbacher Str. 60 aus. Nach Gottss unerforschlichem Ratschlusse starb gestern morgen ¼ 12 Uhr meine innigstgeliebte Gattin, unsore gute Mutter, Schwester, Schwägerin and Tanie, die wohlachtbare Frau Hubert Wirtz Berin geb. Werner nach langem, schwerem Leiden, gestärkt durch den mehrmaligen Empfang der Sterbesakramente unserer hi. Kirche, im Alter von beinane 48 Jahren. Um etillo Teilnahme und ein andächtiges Gebet für die teure Verstorbene bitten: Hobert Wirtz nebat Kindern und die übrigen Anverwandten. Köln-Mülhelm, Köln, Lindenthal, Holweide, Riehl, Niehl, Wendessen(Braunschweig) Kamernka, Kleinenseiche, Olpe, Engelskirchen, den 13. Oktober 1910. Die feierlichen Exoquien werden am Mittwoch, den 15. ds., morgens 9 Uhr in der HerzJesu-Kirche gehalten. Die Beerdigung findet nachmitrags 3 Uhr vom Sterbehause Windmühienstraße 141 ans statt. Sollte jemand aus Versehen eine besondere Einladung nicht erhalten haben, bitten wir dieses als volche zu betrachten. Statt jeder besonderes Auzeige! Gestern abend entschlief nach langem, qualvollem Leiden, oftmals gestärkt durch den Empfang der heiligen Sakramente, meine geliebte Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin, Nichte und Tante geb. Schnitzler im Alter von 39 Jahren. Um stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen: akob Schreiber u. Kinder Lisbeth, Franz, Paulchen. Köln-Ehrenfeld, Hansemannstr. 2, 13. Oktober 1919. Die Beerdigung findet statt: Mittwech, den 15. Oktober, vormittags 11 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes Melaten aus. Die feierlichen Exequien werden gehalten am selben Tage, morgens 8½ Uhr, in der Pfarrkirche St. Joseph, Köln-Ehrenfeld. C 0 905 Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerferschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen 1 1½ Uhr unsere innigstgeliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwügerin, Tante und Großtante. RAAT 155 Katharina geb. Müller zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie starb nach schwerem, mit greßer Geduld ertragenem Leiden, versehen mit den hl. Sterbesakramenten der röm.-kath. Kirche, im Alter von 80½ Jahren. nl 92 Um stille Teilnahme und ein andächtigee Gebet für die liebe Verstorbene bitten Die trauernden kinterbliebenen: Jean Weocker Narg. Strunk geb. Woocker Elisabeth Hausmanns geb. Woocker Susanna Woocker geb. Durst Jossph Strunk Kubert Hausmanns und 11 Enkel. Köln-Nippes, Krefeld, den 12. Oktober 1919. Die feierlichen Exequien werden gehalten am Mittwoch, den 15. Oktober, morgens 9¼ Uhr, in der Pfarrkirche St. Marien zu Die Beerdigung fiudet am selben Tage statt, nachmittags 3½ Uhr, vom Sterbehause Neusser Strasse 365. Sollte jemand aus Versehen eine besondere Einladung nicht erhalten haben,so bitten wir dieses als solche zu betrachten. p und englische Teppiche in Größen 99X180 bis 350# 500em groß, zu fabelhaft billigen Preisen, Weiter gelaugen zumfreiw. Verkauf 400 Meter Gardinen- u. Dekorationsstoffe. 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Die feierlichen Erequien ünden am seiben Tage, morgens um 9 Uhr, in der PfarrkircheSt. Pius, Köln-Zollstock, statt. Scilte jemand eine Einladung nicht erhalten haben, so bitten wir, dieses als solche zu betrachten. 9 Schwainssketzgereinnung Keln. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere werten Mitglieder von dem Hinscheiden unseres teuren Kollegen, des wohlachtbaren Herrn Kaspar geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, den 15. Okt., nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des * Westfriedhofes aus. Wir bitten, dem Verstorbenen durch zahlreiche Beteiligung an dem Begräbnisre #die letzte Ehre zu erweisen. 9 Der orstand. I..: Peter Mertens. Obormeister. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem anerforschlichen Ratschluß gefallen, heute abend gegen 11 Uhr unsere innigstgelicbte Mutter. Schwiegermutter, Großmatter, Schwester, Schwägerin und Tante, Iauin Anseu!!:!! v. Rulenminssael geb. Maris Anns Johanna Kessier im Alter von nahenn 77 Jahren, nach längerem, mit großer Geduld ertragenen 1553 Leiden, wehlvorbereitet und öfters gestärkt * m i t d e n T r ö s t a n g e n u n s e r e r h e i l i g e n K i r c h e, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten: Die tragernden Rinierblicherez. Köln-Deutz, Caristraße 3, Könige inter, Barmen, Dässeldorf, Gerresheim.KöinBayonthal, aen 1I. Oktober 1919. Die Beerdigung fliudet nach Uoberführung nach Königswinter am Donnerstag, den 16. Oktober, morgens 10 Uhr(deutsche Zeit) vom Hanse Hauptstraße 117 aus statt. Die feierlichen Erequien werden daran anschließend in der Pfarrkirche zu Königswinter gehalten. b3 IS WäscheAnfertigung. Wer Stoff ed. Stoffreste hat, erhält bei mir Wäsche all. Art für Herren, Damen und inder. wiehlemden, Hosen, Unterröcke, Schürzen, Untertalllen usw., tadellos sitzend u. billig angefertigt. Neumann Mastrichter Straße 9, 3 am Hohenkollern Ring. 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An alle Leser sei die dringende Mahnung gerichtet: Bleibt diesem Grundsatze treu, wenn euch das Wohl eurer Zeitung am Herzen liegt und inseriert in der„Rhein. Volkswacht“, mit diesem anerkannt wirkungsvollen Ankündigungsorgan besitzt ihr die beste Wafte Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen u. bestimmter Stelle kann keine Gewähr übernommen werden. Rheinisehe Volkswacht. R. G. V. Männer-Ouarte Köln-Mülheim gegründet 1883. Chorleiter P. Bader, Köh Sonntag, den 19. Oktober abends 7½ Uhr Gürzenich-Konzeil Mitwirkende: Opernsängerin Sophie Wolf Sopran v. d. Kölner Oper Kammersänger Modestifen zinsky. Tenor v. d. Kölne Oper, Organist AlbertMen Orgel Köln, am Flügel: ½% nist Clemens Schmitz, Köln Mülheim. Eintrittspreise: 6, 4, 3, 2. Karten im Vorverkauf sin zu haben: in Köln bei J. P Tonger, Am Ilof 30-36, P Neubner, Hohestr. 87a und H. Könemann, Rudolfpl. in Mülheim bei A. 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Juli 1875). Köln, den 8. Sept. 1919. Der Oberbürgermeister. *- I. V.: D r. G r e v e n. Sonderstammarke Nr. 2 ihrer Zusatzkarte je 500 gr Haferflocken bzw. Hafergrütze. Die genannte Sonderstammarke darf nicht lose abgegeben werden, sie ist vielmehr durch die Verkaufsstellen auszutrennen. Köln, den 13. Okt. 1919. 9 Der Oberbürgermeister. Bauernmädchen kath., 29., mit eigen. Haus, Garten, einigen Morg. Land, von gatem Charakt., einfach u. häuslich, kaum merklich hinkend, sucht Bekanntsch. eines brav., kath. Arbeiters od. Handw. zw. spät. Heirat. Offerten u. B 3424 an die 2. Gesch. Breite Str. an Personen über 70 Jahre. In den durch die Bekanntmachung vom 25. Juli d. J. näher bezeichneten ErsatzKleinverkaufsstellen erhalten in der Zeit vom 20. 10. bis 16. 11. 19 Personen über 70 Jahre eiamalig gegen Abgabe der Fleischverkauf. In der laufenden Woche kommen auf die Fleischkarte zur Ausgabe: a) bei den Ochsenmetzgern: Rindtleisch und Hammelfleisch, b) bei den Schweinemetzgern: frische Wurst u. Corned-Beef, zu folgenden Preisen: Rindfleisch 4,75K, Hammelfleisch4, 50.., Fleischwurst 5M, Leberwurst 4 MK, Blutwurst 3#. Corned-Beef 5 M je Pfund. Auf jede bei der Fleischbestellung abgegebene Fleischmarke dürfen 20 gr abgegeben und entnommen werden. Speck kann in der laufenden Woche nicht ausgegeben werden.-8 Köln, den 13. Okt. 1919. Der Oberbürgermeister Unser Geschäft ist wieder geöffnet. Radeberger Hutfabrik 44 Schildergasse 44. Oelgemäldef. Liebh. darstell. spähender Hirsch Im Walde, für d. Spottpreis 150.# umständeb. z. vk. Scheidgen, Stavenhof 14,Lr. Flaschen-Spirklus. Am 16., 17. und 18. d. M. werden bei den Verwaltunganebenstellen während der Dienst stunden von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittag: gegen Abgabe des Abschnittes 1 der für 1919•20 verabfolgten Ausweise die Marken zum Bezuge von Flaschenspiritus für den Monat Oktober 1919 ausgegeben, und zwar an die Berechtigten mit den Anfangs buchstaben des Familiennamens: von A bis einschl. Hel am Donnerstag, den 16.Okt. 191 von Hem bis einschl. 0 am Freitag, den 17.Okt. 191 von P bis einschl. Z am Samstag, den 18. Okt. 191 Die Ausgabetage sind genau innezuhalten. Per sonen, die an dem für eie bestimmten Tage nicht erscheinen, können an anderen Tagen nur dann abgefertigt werden, wenn die Zeit es zuläßt. Nach Ablauf der festgesetzten Ausgabetage können Nachzügler die Marken nur noch beim Kohlenamt gegen Entrichtung einer Gebühr von 3 M. in Empfang nehmen. Auf jeden Abschnitt mit der Ziffer 1 werden drei Spiritusmarken ausgegeben. Zu Zwecken der Gesundheits- und Säuglingspflege sind Bezugsmarken beim Kohlenamt, Gürzenichstraße 21, erhältlich. Zu gewerblichen Zwecken sind Spiritusmarken Dienstag und Donnerstag, nachmittags von—5 Uhr durch die Firma Max Spiegelberg in Köln-Deutz, Sieg burger Straße 110, zu bezichen. Unter gewerbliche Verbraucher fallen auch Apotheken, Krankenhäuser, Aerzte, Hebammen, Desinfektoren, landwirtschaftliche Befriebe und Behörden. Köln, den 13. Oktober 1919. Der Oberbürgermeister. Vertilgung der Blutlaus. Die Verordnung des Herrn Regierungs-Präsidenten vom 24. Mai 1889 betreffend das Vertilgen der Blutlaus— Amtsblatt 1889, Seite 124— wird hiermit in Erinnerung gebrecht. Die Eigentümer bzw. Nutznießer und Pächter von Obstbäumen verpflichte ich hiermit bis zum 1. Dezember d. J. ihre Obstbäume auf das Vorhandensein der Blutlaus sorgfältig zu untersuchen und das Insekt, wo es gefunden wird, zu vertilgen. Dies hat zu geschehen durch oftmaliges Reinigen der Stämme ven anhaftender alter Rinde und Ausschneiden sowie Verschmieren der Wunden mit Baumwachs und Bestreichen mit Kalkmilch oder einem anderen bewährten Mittel z. B. mit einer Lösung von ½ kg Petroleum und 12½ kg Wasser mit Leinöl oder endlich mit starkem denaturiertem Spiritus. Im Falle des Nichtbefolgens der Vorschrift haben die Säumigen zu gewärtigen, daß die Vertilgung der Blutlaus auf ihre Kosten durch Dritte nach meiner Anordnung zur Ausführung gebracht wird. Außerdem können dieselben mit Geldstrafe bis zu 60M oder entsprechender Haft bestraft werden. Köln, den 6. Oktober 1919. Städtische Pollzel-Verwaltung. Der Oberbürgermeister. I..: Albermann. Des