Nr. 12 24. März 1918 Sonntagsbeilage zum Kölner Local-Anzeiger. Mit besonderen Abtellungen: Unseren Frauen sowie Gartenarbeit und Blumenpflege. • B 6 Die heilige Woche. Mit dem Palnsonntag beginnt jene heilige Woche, in der das große Werk der Erlösung vollbracht wurde, die größte Tat, die die Welt je gesehen. In diesen Tagen nimmt die Kirche innigen Anteil an dem Leiden und Sterben des Heilandes. In ergreifenden Gebeten und Ceremonien führt sie uns die Liebestat von Golgatha' vor Augen. Es ist freilich eine furchtbare Schuld, welche die Menschen droben auf Kalvarias Höhen auf sich laden; die Sonne verhüllt vor Schmerz ihr Antlitz und will ihr Licht nicht leuchten lassen zu dem schmachvollen Tode ihres Schöpfers. Die Erde öffnet ihren Schoß, als wollte sie die Freveltat in ihren Abgrund hineinziehen. Aber der Tod des Erlösers soll unser Leben werden, das Blut, das vom Kreuze herabströmt, wird unsere Rettung. Am Baum des Paradieses war'e Gnadensonne untergegangen; am Baum des Kreuzes soll sie wieder herrlich aufgehen über die ganze Menschheit. Vom Baume des Paradieses entspring. der trübe Sündenstrom, der sich in tosenden Fluten hinwälzt über die Länder und Völker. Am Kreuze aber sprudelt empor der Purpurquell der Gnade, der seinen Segen ausgielst über die ganze Erde. Vordem war die Welt so arm und elend, arman Frieden und Hoffnung und elend durch die gewaltige Last von Schuld und Sünde. Als aber Christus am Kreuze für uns starb, da hat er den Himmel zur Erde geneigt und uns reich gemacht an Erkenntnis und Gnade. Jetzt begreifen wir auch, warum die Kirche in der Liturgie der Charwoche das Kreuz als die einzige Hoffnung des Menschen im Leben und Sterben begrüßt, als den Lebensbaum, an dessen Asten himmlisches Leben grünt und wunderbare Früchte der Gnade reifen. Was uns Heil und Segen gebracht, hat dem Heiland unendliche Qualen bereitet. Tief sind die Nägel eingedrungen m sein heiliges Fleisch, tief hat die Lanze sich hineingebohrt in sein liebevolles Herz. Doch das Blut Christi fängt an zu wirken, bevor es vergossen ist. Noch am Kreuze erobert es den Schächer und das Herz des heidnischen Hauptmannes. In großen Scharen pilgert die Menschheit nach Golgatha und sucht hier Heilung für ihre Schmerzen und Wunden. Bis auf die heutige Zeit rauschen die Gnadenwellen, die vom Kreuze Christi ausgegangen sind und die schon so viel Trost und Kraft gespendet haben. Alle die reinen und mutigen Seelen, die in der stürmischen Flut der Zeit feststehen in ihrem Glauben und Vertrauen zu Gott, haben das Kreuz von Kalvaria zum Inhalt und Ziel ihres Lebens gewählt. Die heilige Woche ruft uns zum leidenden Gottessohne. Wir sollen ihn begleiten auf seinem dornenreichen Weg. In seiner Leidensschule sollen wir wieder kennenlernen die große Macht der Gnade. Stärker als alle Leidenschaft, stärker als alle irdische Not ist das kostbare Blut Jesu Christi. Wer von uns ist ohne Mühsal, wer ist nicht beladen mit Sorgen und Schmerzen, die ihm niemand lindern, niemand abnehmen kann? Der Heiland ist reich genug, eine ganze Welt in der kühlenden Flut seiner Gnaden zu erquicken. Betrachten wir mit warmer Liebe und Teilnahme das erhabene Erlösungswerk, das die Kirche in der kommenden Woche uns vor die Seele stellt. Neue Lebensfreude, neue Zuversicht wird unser Herz erfüllen, und wir dürfen mit innerem Frohlocken das erste Alleluja vernehmen, mit dem uns die Auferstehung des Herrn verkündet wird. r. Zugyögel des März. Wenn unter der Macht lauerer Lüfte Fluren und Haine sich verjüngen, nimmt auch der Vogelzug stufenweise seinen Anfang; der März bietet je nach der Wetterlage dem Vogelkundigen Gelegenheit, die Rückkehr einer schon größeren Zahl von Zugvögeln festzustellen. Im ganzen ist der Frühjahrszug bei weitem interessanter und der Beobachtung zugänglicher als der Herbstzug, einmal infolge der länger anhaltenden Tageshelle und dann besonders wegen des im Vergleich zum Herbst lebhafteren Gebarens der gefiederten Scharen, welches zumeist durch schon vollendeten Gesang zum Ausdruck gelangt. Feldlerchen und Stare gehören bereits dem vorangegungenen Februar als Einwanderer an und beleben ihre alten Heimstätten. Gleich dem allbekannten Star bevorzugt ein kleinerer gern gesehener Gast, der Hausrötling(Erithacus titis), die Nähe menschlicher Behausungen. Im ersten Drittel des März bemerkt man hier und da das pechschwarze alte Männchen mit fuchsrotem Schwanz, wie es, anscheinend unter großer Mühe, seine merkwürdig knarrende Strophe zum besten gibt. In verschiedenen Gegenden ist dieser Vogel unter dem Namen Schwarzwistling bekannt zum Unterschied von dem Rotwistling oder Gartenrötling (Erithacus phcenicurus), welcher erst um Mitte April einzutreffen pflegt, sobalu Schwarz- und Weißdorn un jungen Grün prangen und die zarte Anemone auf grasigem Waldboden ihre duftig weilen Blüten entfaltet hat. Im Walde sieht es noch öde aus, und gerade die Pflanzenwelt deutet nicht durch die geringsten Zeichen auf bessere Tage hin, wenn uns nicht verschiedene Vogelstimmen das Nahen des Lenzes verkündeten: zuerst das liebliche Rotkehlchen(Erithacus rubeculus), diese Perle unseres deutschen Waldes, dessen ernst charaktervolles Lied sowohl durch die finsteren Nadelhochbestände der Gebirge wie im lichten Gezweige und Unterholz unserer Auwälder ertönt; oft schon zu Anfang unseres Monats vernehmen wir die lieblichen Strophen. Markiger und kraftvoller durchschallen die Gesänge der Sing- oder Zippdrossel(Turdus musicus) die heimatlichen Wälder und ausgedehnteren Gehölze. Herrlich schildert ihre Wiederkehr H. Schacht, ein Vogelforscher des Teutoburger Waldes:„Wenn der Sturm wie ein schwellender Strom die Märznacht durchbraust und von seinem Riesenodem erfaßt die heimatlichen Wälder in ihren Grundfesten erschüttert werden, da ist die Zeit wieder gekormmen, wo die Singdrossel in das ersehnte Land der Jugend und Liebe zurückkehrt. In der Nacht ist sie gegangen, mn der Nacht heimgekehrt, um beim ersten Morgengrauen den Waldbewohnern ihren Gruß entgegenzurufen.— Wer kennt ihn, diesen markigen, jubelnden und schmetternden Grufs des Colonia. Sonntagsbeilage zum Kölner Local-Anzeiger o Kregsbilder 177. E kölsch Verzällche vun Heinrich Koch. En einem vun ming letzte Verzällcher han ich ming Lesere metgedeilt, we de Zensur zo Frankfurt hinger ming Kreegsbilder her wor, ehr„Usfohr“ no der Schweiz nit zogevve wollt, un we et Gouvernement zo Kölle mer esu fründlich bei der Saach geholfe hätt. No eß mer en der vörrige Woch geschrevve wode, dat dodrop hin e ganz„Veedelpund“ vun dä Verzällcher eß no der Schweiz gescheck wode. Un dat se got en däm Kluster angekumme sin, dat bewies mer en Kaat, die ich dise Morge vun dd Begingcher krägen han.— Se wor op got Kölsch geschrevve, un ich wundere mich eigentlich, dat se nit als verdächtig ungerwägs eß zoröckde Kaat dyver stund:„Met großer Freud ha'mer Uhr Verzällcher kräge, un am leevste karjiehzten de Begingcher vun T. allemole en Uhr Faarhuus, öm düchtig zo danke un Uch och ene schöne Schweizerkies zo bränge. Doch et ess got, dat mer dat nit künne, denn mer sechsundreßig Begingcher wööten bei Uch doch zo urg Specktakel maache. Nit all ming Metschwestere sin Kölsche; et sin och Bayerinne, Westfäler-, Luxemburger-, Freiburger- un Waliserinnen drunger. Avver Kölsch verstonn se all. En Luxémburgerin süht:„Dat Kölsch eß doch en leev Sproch.“ Noh bei uns wannt ene geliehrde Schullinspekter. Dem halmer och Uhr Verzällcher gegevve, un wann hd och ene Schweizer es, su hätt Hd doch alles verstande, nor dat Woot Begingcher nit. Här Pastur, Uhr Verzällcher maachen he vill Freud, un mer danken Och vun ganzem Hätze, un wenn Ehr krank sid. su kutt nor he zor Erhollung, mer wäden Uch op Kölsch widder gesund maache. Schad, dat die Kaat nit esu groß eß, we der Local-Anzeiger, söns wööd ich noch mih verzälle. Doch noch e hätzlich Alauf Kölle! muß drop un vill Größ an Uch, ganz Kölle un all Uhr Lesere.“ Hemet gevven ich denn och, we et sich gehööt, die Gröls an ming Lesere wiggeschter, un met mer waden se allemole sich secher freue, dat do unger fähn en der Schweiz kölsche Hätze su wärm för ehr Vaterstadt schlage. Noch mih dvver däte mer uns freue, wenn dat met dem Schweizerkies wohr wör. Wa’ Männche, wat wör dat en Freud, wann ich mallich vun ming Lesere e got Stöck dovun metgevve künnt Ich gläuv, dann hädden se ming Verzällcher noch eimol est. gähn. Avver wat nit eß, dat kann jo noch wäde, un dröm welle mer uns met dä Begingcher rääch got halde. Jo, su bescheide mer besondersch em Essen un Drinken ocn gewode sin, walmer ens jet Gots han künne, dann lecke mer doch alle Fingere dernoh, un sin vun Hätze fruh, wamer vun dem ens widder der Koor han, wat mer en Friddenszigge kaum ästimeere däte. We mänch einer hätt fröhter en der Faastezick geknottert un geschannt, wann hä des Ovends anstatt Fleisch e Stöck Schweizerkies esse moot, un we frun wöre mer, wa’mer et jitz nor hätte. Hoffentlich dulmer dat nit vergesse, wann der Kreg ens eröm eß, un widder bessere Zigge kumme. We gesaht, si’mer allemole nit verschmödig, wa’mer op — Wias ane ga iat kumme kinne. wat ine ehrliche Aat un Wies ens zo jet kumme künne, wat iner nit alle Dag han, un öm su mih d nit dlle bag han, un om su im danke mer unsem Herrgott, dem fröhter nor zo winnig eß gedank woode. Dat han esugar en Reih Begincher bewese, die gar nit wick av vum Wahner Scheeßplatz e Klüsterche han, un denne em Kreg met der Zick de Höll vill zo wick gewooden eß. An sich selvs denken se un künnen se kaum denke, avver durch de Volksköch, die se han, maachen se Dag för Dag ville Hunderte vun Minsche satt. Do eß et no klor, dat och ville Levvensmeddele en dat Kluster erenngebraht wäde müsse, wat för schläüchte Minsche ald de Orsaach för mänche Verleumdung gewooden eß. Doch we gesaht, dovun krigen die Begingcher selver kaum jet en der Mage, un mer muß sich wundere. we se bei dür schläächte Koß all die Arbeid ushalde künne. Groß no wor eines Dags ehr Feund, als ener gewuldige Keß met Levvensmeddele och en Bloos met en ein ganz geheimnisvolle Inhalt wor. Se woßte bestemmp, dat se die Bloos nit bestallt hatte, un kunnte sich nit andersch denke, als dat einer, dä inne got sin woll, inne dat Ceschenk beigelüht hatt. Wat drver wor en der Bloos? Jo, dat kunnt nümmes esu räüch sage, denn et wore runde hölze Penn, bovve un unge spetz, un op dä Penn stund:„Offenbacher Sprudel“. Nümmes woß esu rdäch, wat hä vun där Saach zo halde hatt. Endlich dvver gingk e hell Lööchte üvver et Geseech vun der Köcheschwester, un se reef:„Kinder, ich han et! unse Livverant weiß doch besser wie söns einer, wie mer uns ersten heimkehrenden Frühlingsboten? Wer hat ihn vernommen, wenn er zum ersten Male nach des Winters trüben Tagen den Wald durchströmt, so klar, so rein und mächtig, als müßten plötzlich alle Knospen springen? 0, nur wer ihn gehört, wemn er ins Herz gedrungen, der kann seine Wirkung ganz ermessen.“ Für Mitteldeutschland kann man den 10. März als Tag der durchschnittlichen Ankunft dieser Art bezeichnen. Zu diesen hervorragenden Sängern des Waldes gesellt sich um die Mitte chen besten, der wie„zip zap zip zap“ lautet. So zart auch dieser Vogelzwerg erscheint, er findet doch schon zu dieser Johreszeit seinen Unterhalt und nähert sich in seiner Lebensweise den immer frohen und sängeslustigen Meisen, die den Winter hindurch aushielten. Auf weiten Heiden der Ebene und trockenen Waldstrichen des Gebirges trifft die anmutige Schwester unserer allbekannten Feldlerche ein, die Heidelerche(Galerita arberea). Wie jene vornehmlich den freien Lüften entgegenjubelt, ist diese ein echtes Waldkind, nicht minder unerschöpflich in ihren langgezogenen, doch sanfteren Weisen. Neuerdings ist der Bestand dieses trauten Sängers in stetem Rückgange begriffen, namentlich wohl infolge der zahlreichen Nachstellungen, denen er gelegentlich seines Zuges sgesetzt ist. Am häufigsten bewohnt unsere Heidelerche noch die unfruchtberen Heiden der norddeutschen Marken; man kann sie für diese als Charaktervogel bezeichnen. Ein früher Frühlingsgast in allen Gauen ist ferner die chstelze(Metecilla alba., dieser reizende allbeliebte Singrogel. Gewöhnlich bringen schon die ersten Tage die Vorboten, denen während des ganzen Monats die Menge folgt. In der ersten Zeit seines Aufentholts sehen wir den unablässig regen Vogel besonders auf Dächern oder isolierten Ackerstellen hineilen, wo er gewissermaßen Umschau hält über das für sein künftiges Heim ihm am passendsten dünkende Fleckchen. Durch ebenso lautes wie fröhliches Gebaren zeichnet sich unser Fink(Fringilla coelebs), der allbekannte und gefeierte, aus. In Garten und Hain, in Flur und Wald schallen jetzt seine kraftvollen Schlagtouren wieder: er ist der berufenste Verkünder des Frühlingsevangeliums. In jüngster Zeit überwintern viele Männchen dieses wetterharten Vogels, deren Gesang in der Regel den sonnigen Lenztagen eher entgegenschallt, als der der während des ganzen Monats einziehenden Scharen, die sich nach und nach zerstreuen und paaren. Anschließend an die bisher geschilderten, der Ordnung der Singvögel angehörigen Arten sei schlie ßlich mehrerer anderer Erwähnung getan, deren wirken in der Natur auf andere Weise zur Geitung kommt. Hierher gehören für den Frühlingswald unsere beiden Holztauben, Ringel- und Hohltaube(Columba palumbus und venas). Ihre sonoren Paarungsrufe gesellen sich nunmehr den Melodien der übrigen Waldsänger zu. Durch Pracht der Farben überrascht das Hochzeitskleid der Ringeltaube, durch Innigkeit des Minnelebens fesselt die Beobachtung der kleineren Holz#möhe müsse; un dröm hätt hä uns die Penn gescheck, secher ne Extrak drenn eß, worus mer„Offenbacher Sprudel“ maache kann. Hollt ens e Glas met Wasser, domet der tirek probeere künne.“ Zehn. fuffzehn Häng hatten em Nu e Glas Wasser gereck, in beinöks feierlich dät de Köcheschwester ne hölze Penn wenn falle lohße. Em selve Mommang dät och en Luffbloos psteige, un allemole reéfe en helister Begeisterung:„Süch, wirk ald, et weed ald Selderswasser!“ De Köcheschwester dät dann ens nippe, nickte’em Kopp un säät:„Mer schmeck aid e beßche. Ich gläuv ävver, dat noch mih vun dä Penn drenn müsse.“ Un dann worf se eine Penn’om andere en dat Glas, un ein Luffbloos no der andere steigten en de Hühde. Als su en Dotzend Penn dren wore, dät ein Beging no der andere ens drinke, un allemole nickten se’em Kopp, un et letzte Begingche, dat us Weßfale wor, säht:„Es smeckt schon ganz säuerlich.“ Em selve Momung kom de Oberin en de Köch, schlog de Hläng üvver dem Kopp zosamme un reef:„Aber Kinder, was ist denn hier loß? Es ist doch nichts passiert? Do troot de Köchesehwester vor un verzallt ehr, we got doch ehre Livverant wör, un dut hä inne Extrak för„Offenbacher Sprudel“ gescheck hätt. Kaum ävver hatt die Oberin che Bleck op dat Glas un die Penn geworfe, do platzten se vum Himmel huh us, un reef op got Kölsch:„Wat sall dat sin? Sprudel-Extrak? Och, esu jet eß mer mi Levve noch nit vörgekumme. Weßt’er wat dat eß? Zahnstocher sin et, Ahnze hölze Zahnstocher, un söns nix!“ Do kickten die got Begingcher doch urg verbas drenn, un se woote allemole gewahr, wat de Enbildung em Levve all fädig brängk. Zur Kurzweil: 40000SOS 8060000100013 Gesellschaft bei Kriegsgewinnlers.(Hausfrau(zu den Musikern):„Warum fangen Sie denn noch nicht mit der Musik an: as wird doch schon aufgetragen!“— Kapellmeister:„Gnädige Frau, wir müssen erst noch stimmen!“— Hausfrau(wütend):„Das wollen Sie jetzt erst tun, wo## Sie bereits vor zwei Monaten gedungen habe?“ Nr. 12 Cesonia. Lonntagsderage rum Kölner Local-Anzeiger. taube. Letztere ist hinsichtlich der Anzahl leider in stetiger Abnahme begriffen, da sie als Höhlenbrüter geeignete Wohnstätten nicht mehr in demselben Maße wie ehedem aufzutenr H. Genseiben KapeV..————— finden vermag. Am häufigsten begegnen wir der Hohltaube * PL Jan lichten nemnan Au Vhiaf. Rilnäungsten-Cezcghen,— noch in den Auwaldungen der Ebene und den lichten reinen Buchenhochbeständen unserer Mittelgebirge. Gleich Wald urd Feld beleben sich bald auch Wiesenflächen und Sumpfgründe mit den ihnen eigentümlichen Vogelgestalten. Unter letzteren spielt der prächtige Kiebitz (Vanellus capella) eine nicht unbedeutende Rolle; war einst sein Erscheinen doch sogar einigermaßen politisch geworden durch die jährlich sich wiederholenden Festgrüßeder„Getreuen von Jever“ an Bismarck. Leider hat die vieler Orten geübte Eiersucherei den Bestand dieser schönen Vögel sehr verringert. Sieht man eine Schar derselben in gewandtem Fluge über die Auen sich tummeln, so erinnert ihr Anblick eher an taubenartige als an Stelzvögel. Von den größeren auffälligsten Arten dieser Gruppe treffen im März noch ein Fischreiher(Ardea cinerea) und Störche(Ciconia alba). Erstere ziehen scharenweise durch die Lüfte und besiedeln nach scharfer Ausschau ihre vorjährigen Stände, deren das nördliche Deutschland noch hinlänglich aufweist, namentlich in den wasserreichen Waldgegenden der Mark und Pommerns. Die Störche hingegen zerstreuen sich hier- und dahin, da sie mehr Einzelbrüter sind. Gar manche Gegend, wo sie früher hausten, wird heutzutage von ihnen gemieden, obwohl sie umgekehrt andere Stätten neu besiedeln. Mag auch der Schaden dieses interessanten Vogels seinen Nutzen überwiegen, so wollen wir doch seiner stärkeren Ausrottung das Wort nicht reden und uns lieber seiner Wiederkunft freuen, eingedenk des volkstümlichen Dichterwortes: Die Sonne scheint, der Sommer ist nah; Nun sind auch wir Störche wieder da. Wir haben im fernen Land unterdessen Nicht unser liebes Nest vergessen. C. Krezschmar(Leipzig). :2 Kleiner Unterhaltungsteil: ##) Tunnel oder Tunnell? Über die Aussprache Tunnel wird der KV geschrieben: In den Kriegsjahren haben fost alle Heeresangehörigen einen Tunnel durchfahren. Weniger bekannt wird aber manchem die eigentliche Bedeutung des Wortes sein. Der ursprüngliche Gedanke des Tunnelbaues beruht auf einer Reine dicht hintereinanderliegender Tonnen(Tönnels), denen die Böden herausgeschlagen sind. Die Wölbungen waren als Widerstandsspannung gedacht. Das Wort Tunnel ist englischen Ursprungs und bedeutet soviel wie Röhre. Abwässertunnels und Hohlgänge waren bereits vor 4000 Jahren den alten Agyptern und Persern bekannt. Querprofil und Naturwiderstände, z. B. wasserführendes Gebirge, sogenanntes Schwimmgestein, weisen dem Tunnelbau Sonderkenntnisse und Sonderbetrieb zu. Die besten Tunnelarbeiter sind Felsensprenger von Beruf. Bekannter geworden sind die unterirdischen Röhrenwege erst durch den Erbauer des Themsetunnels, Sir Marc Isambard Brunet, der Zeitgenosse Goethes war. Die richtige Aussprache für den Röhren- oder Tönnelweg ist Tunnel mit Betonung auf der ersten Silbe, in der Mehrzahl ist die Tunnel und die Tunnels richtig. *** (X8) Der Drosselgesang und die Kaffeemühle. Da sich bei den Singdrosseln die Geschlechter nicht an der Färbung erkennen lassen, anderseits aber die Käufer bei den Vogelhändlern stets nur Männchen haben wollen, die singen können, haben die Singvogelhändler oft ihre liebe Not, um nicht selbst hereinzufallen und auch nicht den Käufer unbewußt zu betrügen. Ein merkwürdiges Mittel, sich in solchen Fällen Klarheit zu verschaffen, wird nun im St. Hubertus mitgeteilt.„Im Forsthause,“ so heißt es in der betreffenden Zeitschrift,„hielt ich stets zahlreiche Waldvogelarten um Käfig, denn die tüchtigen Sänger sind immer gesucht und werden gut bezahlt. Bei meinen Beobachtungen in der Vogelschule, wo die Singdrosseln und Schwarzamseln untergebracht waren, bemerkte ich nun, daß die Männchen anfingen zu singen, wenn die Kuffeemühle gedreht wurde. Ahnlich wie die Hunde durch Blechmusik zur Hundearie veranlaßt werden, so reizte das Geräusch der Kuffeemühle die Drosseln. Je länger man drehte, umso mehr entwickelte sich die Stimmäußerung. Es ist dies also das beste Mittel, um die Männchen der„Nachgall des Nordensz zu erkennen.“ 24. März 1918 a Garten- und Blumenpfiege : Spiel- und Rätsel-Ecke n: 9000esedMr 01 20 00 2000p 0000000 Rätsel. In Sachsen findest du's als eine Stadt, Ein Zeichen weg, so ruft es der Soldat. Zusammensetz-Aufgabe. Rschttso C Wie züchtet man am Vorgebirge die prachtvollen Lauch- oder Porreestangen:— Der Vorgebirgler ist durch ein eigentümliches Verfahren imstande, wahre Riesenexemplare von Lauchstangen zu züchten, unter denen einzelne ein Gewicht von einem halben Pfund aufzuweisen haben. Dabei sind die Stangen bis zu den Blättern hin hagelweiß, aromatisch und zart. Das höchst einfeche Verfahren scheint anderwärts noch nicht bekannt zu sein. Es besteht darin, daß man während des Sommers mehrmals die Lauchblätter bis auf ein Drittel ihrer Länge abschneidet. Aus der Mitte der fleischigen Stange, die nur aus übereinander gelagerten Blattscheiden besteht, entwickeln sich dann naturgemäß rasch hintereinander neue Blätter, wodurch sich der Schaft verdickt und auch an Länge zunimmt. Soll der Lauch auf diese Art getrieben werden, so darf es selbstverständlich dem Boden nicht an Dungkraft fehlen. Für den Marktverkauf und den Verbrauch in der eigenen Küche wird der Lauch noch besonders gebleicht, indem man die Pflanzen zu Bündeln eng zusammenbindet und 14 Tage-lang an einer dunkeln Stelle des Kellers in feuchtem Sande einschlägt. Lauch ist in der Küche zur Herstellung verschiedener Suppen geradezu unentbehrlich. Aus den zartesten und bestgebleichten Lduchstangen kann aber auch ein feiner Salat bereitet werden. H. Wie heißt die Verkäuferin? Bilder-Rätsel. Auflösungen aus der vorigen Rätselecke. Homonym: Zug. Ergänzungs- Rätsel: Kappe— Kippe— Koppe— Kuppe. Logogriph: Oesel, Insel. Verantwortlicher Redakteur i..: Paul Saupe In Köln. Rotationsdruck und Verlag von J. P. Bachem in Köln. Gie zuuus a bolen Gie stehh Dieser elegente Mankei aus schönem Seidengewebe in verschie. denen hübschen Farden mit modernen etten=Kragen und Manschetten nur Sie werden ihn sicherlich gebrauchen, denn er bietet in idealer Weise einen Ersatz für Kostüm oder und leistet Ihnen gleich aute Dienste, ob Sie ihn bei Sonnenschein oder Regen benutzen. Sie finden bei uns Seidenmäntel in beinahe endloser Mannigfaltigkeit. Alle die schönen und neuen sind vertreten, die entzückensten Farbtöne wetteifern miteinander und auch in den Formen ist die so groß, daß Sie sicherlich etwas Ihrem Geschmag zusagendes finden werden. * A 4***** " 3242 30&a Deimerstag, 21. Marn Offene Stellen Kranführer , Dreher Heizer und Aschenfahrer zum sofortigen Eintritt gesucht. Stahlwerke van der Zypen Holll-Dentz, Destz-Mülheimerstr. 160. Mehrere kräftige Arbeiter und Arbeiterinnen finden sofort dauernde Beschäftigung Herbig=Haarhaus, Tackfabrik Köln=Bickendorf. 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Beratung und Beschluß assung über Anträge der Ver— bandsleitung. Vorberatung über naue Mustersatzungen für die Beamtenvereine. 5. Verschiedenes, Anregung.n u. Wünsche. Wir bitten die Mitglieder um zahlreiche Teilnahme Vor allem die Beratung über neue Staluten ist sehr wichtig für die Zukunft. 2 Der Vorstand. Zweigverein Köln. Schulungskursus für unsere Vertrauensmitglieder RRLINTIDTTRCRZTUNTTRBRINLTRN INNRETEEEE BERFRR m Vereinigte Stadtiheater. 8 Opernhaus: Heute Donnerstag: Ilsebill.— Anfang 7½ Uhr. Freitag, den 22. März 1919 Der Wlldschülz. Komische Oper in 3 Akten von Albert Lortzing. Musikatische Leitung: Walter###eriner Spielkeitung: Dr. Willy Beck r. Mitwirkende: Damen:(Gräfin) Kohr(Baronin) (Gretchen) Woller, Salesha; herren:(Graf) Reuner,(Kronthal) Ciemens, Mertens, Lenz. Anfang 7 Uhr. Ende ungefähr 19¼ Uhr. Preise siehe Plakate. Samstag, den 23. März 1913— Anfang 7 Uhr Der Zigeunerbaren Komische Oper in 3 Akten von Johann Strauß. Schauspielhrn: Heute, Donnerstag:'r wirklige Geheime. Anfang 7½ Uhr. Freitag, den 22. März 1913 Im Teetsch. Lustspiel in 3 Akten von Karl Sloboda. Spiellettung: Dr. Simchowitz Mitwirkende: Damen: uea) Klinder, von Seemen, Herren:(Hugo) Dysing,(Ebel. Waldmann, Walther. Anfang 7½2 Uhr. Ende ungefähr 9½ Preise siehe Samstag, den 23. März 1913— Anfang 7½ Eiga. Rocturnus von.ryart Hauptmann. Deutsches Thealer. ½ Uhr: Donnerstag, den 21. März, Die Ehre. Freitag, 22. März, 8 Uhr: Sondervorstellung für den Eisenbahnverein Cöln: Meine Frau die Hofschauspielerin. Samstag, 23. März, 7½ Uhr: Zum ersten Male: Domi-Monde. von Fränlein Oberlehrerin H. Weber. Der Schlußvortrag findet nicht Freitag, den 22.., sondern erst nach Ostern statt. Eine besandere Einladung wird noch erfolgen. Vortrag Mowits —P O THEATEE NaSLASAIRR•5 Vum Heute und folgende Tage, abends 8 Uhr: Die GulaschKanone. Die vornehmsten Wohnungen entbohren vielfach des künstlerischen Schmackes. Ueber des Syndikus der Handelskammer Herrn 11—1 und ab 5 Uhr nachmittags. 2° EE 2 Trostpreis des Für dic Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranz spenden bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau und unserer unvergesslichen Mutter sprechen wir unseren heissesten Dank aus. Dr. Wiedemann Köln. im Marz 1918. Marzellenstr. 70. Familie Pet. Maus. Rad erungen, Stiche, Plastiken etc. gibt unser Kunstsachverständiger bei Besichtigung der Räume Ratschläge und Preise. KUNST-VERTRIEB G. m. b. H. 5* Berfich 36, Ecke Burgmauer. Freitag, den 22. März abends 8 Uhr im großen Saale des Fränkischen Hofes. Das Jahrgedächtnis Engelskirchen i. Oberbergischen höhere Knabenschule and Peusonst Blumena# Alle Detaillisten und deren angestellten Damen sind freundlichst eingeladen. für unsere lieben unvergeßlichen Töchter und Schwestern findet statt Samstag, den 23. März, morgens 8½ Uhr, in der Pfarrkirche St. Agnes, wozu freundlichst eingeladen wird. Familie Josef Beginn. 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Weist du noch, im alten Jahr, """en und klar, rauenzimmer urr Trine, duld' ich nimmer, Will sie nicht im Hause seh’n. Sprich, welch Wunder ist gescheh’?“— Drauf Frau Ploch ganz glücklich lacht: „Pladlero“ hat das fertig’bracht. Seit sie, um den Herd zu putzen, Darf„Pladlero“ nur benutzen, Spart die Trine Zeit und Müh'; Darum so vergnügt ist sie. Wenn der Herd gescheuert dann, Daß man sich dranf spiegeln kann, Und die Trine sich erblickt, Schmutzig, schlampig, sie erschrickt. Eilig wäscht sie sich dann rein, Und macht zierlich sich und sein. Darum, Männchen, sag’ ich froh: Nichts geht über„Pladlero“! Verfasserin: Frau Anna Brans Köln, Eintrachtstraße 115. „Fiauiero“, das seit 10 Jahren von tansenden Hausfrauen erprobte Herdputzmittel, ist in allen Geschäften erhältlich.