— „ g* O verbunden mit der Erscheint werktäglich. Bezugspreis monatlich.80 DM frei Haus einschl. Botenlohn; bei Postbezug .80 Dit einschl. Postüberweisungsgebühr und ausschl. Postzustellgeld. Bei Nichtlieferung durch höhere Gewalt besteht kein Anspruch auf Ersatz. Druck u. Verlag: Buchdruckerei Werber, Bad Honnef am Rhein, Hauptstraße 38f. Erfüllungsort für beide Teile Bad Honnef a. Rh. Einzelnummer 25 Pfennig. Vertriebskennzeichen 13D 38474 HonneferZeitung Verleger u. Chefredakteur: Fritz Werber, verantwortl. Redakteur: Franz Josef Kayser, verantwortl. für die Anzeigen: Paul Jonas, alle in Bad Honnef a. Rh. Für unverlangt und ohne Rückporto eingesandte Manuskripte wird keine Haftung u. Verpflichtung zur Rücksendung übernommen. Anzeigengrundpreise: Gem. Preisliste;.Zt. ist Preisliste 8 gültig. Geschäftsstelle: Bad Honnef a. Rh., Hauptstr. 381, Tel. 2722. Gegründet 1881(81. Jahrg.) Mittwoch, 17. Oktober 1962 Nr. 243 „„„„ Derkeinte, Diplomalische Aktiviläl um Berlin Washington Moskau, 17. Oktober. Das diplomatische Gespräch zwischen Washington und Moskau mit dem Schwergewicht auf dem Berlin-Thema hat gestern durch zwei Ereignisse erheblichen Auftrieb erhalten. In Washington wurde bekanntgegeben, daß morgen Präsident Kennedy auf sowjetisches Ersuchen Außenminister Gromyko im Weißen Haus empfangen wird. In der sowjetischen Hauptstadt machte zur gleichen Zeit der neue amerikanische Botschafter Foy Kohler seinen Antrittsbesuch bei SowjetMinisterpräsident Chruschtschow. Mit über drei Stunden Dauer ging die Begegnung im Kreml weit über das sonst übliche protokollarische Maß für einen Antrittsbesuch hinaus. Das Ersuchen der sowjetischen Regierung um eine Unterredung ihres Außenministers mit dem amerikanischen Präsidenten erfolgte zu einem Zeitpunkt, da amerikanische Regierungsbeamte neue Schachzüge in der Berlin-Frage kurz nach den amerikanischen Kongreßwahlen am 6. November erwarten. Die Tatsache, daß sich die sowjetische Regierung ausgerechnet jetzt um ein Treffen Kennedy—Gromyko bemüht, spiegelt nach Ansicht politischer Beobachter das Bestreben Moskaus wider, die diplomatischen Gespräche über eine friedliche Berlin-Lösung zwischen den USA und der Sowjetunion fortzusetzen. Bundesaußenminister Gerhard Schröder, der die letzten Tage ebenfalls zu ausgiebi=gen Berlin-Gesprächen in Washington benutzt hatte, setzte gestern seine Besprechungen in der amerikanischen Hauptstadt mit dem amerikanischen Verteidigungsminister MeNamara fort. Heute wird Dr. Schröder von Kennedy empfangen. ae n R Schröder sprach mit Rusk über Berlin: Unser dpa-Bild zeigt den amerikanischen Außenminister Dean Rusk (Uinks) und Außenminister Dr. Schröder bei ihrer zweiten Zusammenkunft in Washington. Für lüngere Arbeitszeit? Berlin, 17. Okt.(dpa) Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände bekenne sich nach wie vor zu einer von den Tarifpartnern verantwortungsbewußt ausgeübten Tarifautonomie, erklärte Präsident Paulssen nach einer Tagung des Vorstandes und des Präsidiums der Vereinigung. Zu der Rechnung des Bundeswirtschaftsministers, daß zwei Stunden Mehrarbeit in der Bundesrepublik 800000 Arbeitskräfte einsparen würden, sagte Paulssen, man solle diese Frage in Ruhe prüfen. Die Verwirklichung dieses Vorschlages würde kein schweres Opfer bedeuten, da dann die Arbeitszeit den Stand anderer westlicher Länder erreichen würde. Es sei selbstverständlich, daß beide Tarifpartner einer solchen Regelung zustimmen müßten. Weniger Wohnungen. Bonn, 17. Okt.(dpa) Die öffentliche Bautätigkeit hat in den ersten sieben Monaten dieses Jahres stark zugenommen, während in derselben Zeit wesentlich weniger Wohnungen bezugsfertig wurden. Nach Angaben der deutschen Bausparkassen wurden bis Ende Juli nur 165 000 Wohnungen fertig. Das sei das geringste Ergebnis der gleichen Zeit der letzten vier Jahre. Im Hubschrauber geboren. Würzburg, 17. Okt.(dpa) Unter äußerst ungewöhnlichen Umständen wurden am vergangenen Wochenende in Unterfranken Zwillinge geboren. Die 25jährige Frau eines in Schweinfurt stationierten USA-Feldwebels sollte mit einem Hubschrauber zur Entbindung nach Würzburg gebracht werden. Schon in den Lüften erblickte Baby Nummer 1 das Licht der Welt. Kaum hatte es seinen ersten Schrei ausgestoßen, hatte der Hubschrauber einen Maschinenschaden. Der Pilot mußte auf einem Stoppelfeld notlanden. Mit Sirenengeheul und Blaulicht brachte eine durch Bordfunk alarmierte Ambulanz die Mutter die restlichen 15 Kilometer nach Würzburg. Dort konnten die Aerzte des Krankenhauses gerade noch rechtzeitig Baby Nummer 2 in Empfang nehmen. Die Zwillinge, zwei stramme Buben, und die Mutter sind wohlauf. Geld oder kein Geld für Beamie? Noch keine Einigung in Koalition über Beamten-Ausgleichszuhlung. Bonn, 17. Oktober. Im Koalitionsausschuß der Bonner Regierungsparteien ist gestern keine Einigung über eine Ausgleichszahlung an die Bundesbeamten erzielt worden. Die Experten für Beamtenrecht beider Koalitionsparteien, Brück(CDU) und Mießner(FDE), haben zwar nach der Sitzung übereinstimmend erklärt, daß wahrscheinlich in ihren Fraktionen eine Mehrheit für eine Ausgleichszahlung vorhanden sein werde. Dennoch ist vor der Kabinettssitzung, die sich heute mit dieser Frage beschäftigen wird, alles noch offen. Die CDUICSU-Bundestagsfraktion ist gestern nach heftiger Debatte übereingekommen, daß es nun in dieser Frage am Bundesfinanzminister Starke liege, der Auskunft über die Haushaltslage geben müsse. Die Fraktion fragt, ob und welche Beträge für eine soziale und familiengerechte Lösung zur Verfügung stehen. Zwischen der Bundestagsfraktion der CDUICSU und Bundesflnanzminister Dr.: Starke scheint sich in der Frage des Uebergangsgeldes eine heftige Kontroverse anzubahnen. Mehrere Abgeordnete der UnionParteien warfen dem FDP-Finanzminister vor, er treibe ein„doppeltes Spiel“. Noch vor kurzem, so wurde erklärt, habe Starke behauptet, im bisherigen Haushalt sei für eine Verbesserung kein Geld vorhanden. Jetzt aber habe er, offensichtlich auf Drängen seiner Parteifreunde, durchblicken lassen, daß er sich nicht gegen eine einmalige Zuwendung an die Beamten sträuben werde. Zehntausendfucher Mord. Koblenz, 17. Okt.(dpa) Als erster Angeklagter im Koblenzer Massenmordprozeß hat am Dienstag der 61 Jahre alte Hilfsarbeiter Franz Stark aus München ein Schuldbekenntnis abgelegt, während des Krieges in der Sowjetunion bei der Ermordung von mehreren 10 000 Juden und Geisteskranken mitgewirkt zu haben. Onkel, Tante und Brigille Neuer Aerger mit dem„Musikwunder“ der Lou-vun-Burg-Fernsehsendung. Wien, 17. Oktober.(dpa) Bestürzung erfaßte gestern die Direktion des österreichischen Fernsehens nach der Lektüre der Wiener Morgenzeitungen, die mit Schlagzeilen wie„Brigitte Frankes Tante arbeitet mit Onkel Lou“ erschienen waren. Die Wiener„Kronenzeitung“ hatte auf Grund eines anonoymen Telefonanrufs ihre Reporter den Spuren von Brigitte folgen lassen. Die 23jährige Friseuse war in letzter Zeit mehrmals in der Fernseh-Show„Sing mit mir— spiel mit mir“ aufgetreten und durch ihre Quizerfolge als Gedächtnisphänomen bekannt geworden. Am 29. September kündigte sie mit einem dramatischen Auftritt ihre weitere Mitarbeit auf. Die Show, die unter dem Namen Lou van Burgs bei den Fernschern große Popularität genießt, wird seit einigen Jahren von Wien und Köln gesendet. In Wien wollte man die Sendung schon vor etwa einem Jahr einstellen, aber das Deutsche Fernschen bestand auf der Fortsetzung. Die anonyme Anruferin wußte der„Kronenzeitung“ zu berichten, daß Brigitte eine Tante in Wien habe, die beim Fernschen angestellt sei und in der Lou-van-Burg-Show mitarbeite. Deren Mann aber sei Musiker in der Kapelle Johannes Behring, der ebenfalls bei der Sendung beschäftigt ist. An diesen Behauptungen ist richtig, daß im österreichischen Fernsehen wirklich eine Tante von Brigitte beschäftigt ist. Sie heißt Gertrude Sandström verehelichte Belohradsky; sie hat die Aufgabe, die Farben der Kostüme der Mitwirkenden aufeinander abzustimmen. Ihr Ehemann Belohradsky ist zwar Musiker, hat aber noch nie in einer Lou-van-Burg-Show „direkt“ mitgewirkt. Im österreichischen Fernsehen ist man der Meinung, daß Brigitte Franke kaum eine Möglichkeit gehabt habe, sich durch ihre verwandtschaftlichen Beziehungen vorzeitig Kenntnisse der Quizfragen zu verschaffen. Andererseits ist man betroffen darüber, daß sie ihre Verwandtschaftsverhältnisse geheimgehalten hat. Brigitte Franke, die zur Zeit in der Reklameschau einer Kosmetikfirma in österreichischen Städten auftritt, hat jede Stellungnahme abgelehnt und auf ihren Münchner Rechtsanwalt verwiesen. Lou van Burg hat eine eidesstattliche Erklärung angekündigt, daß er von Brigittes Verwandtschaft nichts gewußt habe. In der Sendung vom 29. September hatte Brigitte erklärt, sie wolle in der Quizsendung nicht mehr mitmachen, da man ihr vorgeworfen habe, Beziehungen, zu Lou van Burg zu unterhalten und die Fragen vorher gekannt zu haben. Frost und Rauhreif. Winterberg, 17. Okt.(dpa) Zum erstenmal in diesem Herbst gab es in der vorigen Nacht im Sauerland Frost und Rauhreif. In den Tälern des Rothaargebirges zeigte das Thermometer gestern morgen zwei Grad unter Null. Die Landschaft war weiß von Rauhreif. Vollkaon-Eräldlrung befriedlot Bonn. Rom, 17. Okt.(dpa) Der deutsche Botschafter beim Vatikan, van Scherpenberg, hat gestern„befriedigende Erklärungen“ zu der angeblichen Papstansprache vor polnischen Bischöfen erhalten, in der der Papst von den „wiedererlangten Westgebieten“, Polens gesprochen haben soll. Nach einer Unterredung des Botschafters mit dem Erzbischof dell’ Aequa vom Kardinal-Staatssekretariat gab die Botschaft ein Kommuniqué heraus, wonach„der Standpunkt des Heiligen Stuhls hinsichtlich der deutschen Ostgebiete unverändert“ sei. Der Selbstschutz soll zur Pflicht werden. Bonn, 17. Okt.(dpa) Der Selbstschutz in Wohnstätte und Betrieb soll in der Bundesrepublik jetzt Pflicht werden. Den Entwurf eines Selbstschutzgesetzes will Bundesinnenminister Höcherl in Kürze der Bundesregierung vorlegen. Neues Grenzgefecht. Neu Delhi, 17. Okt.(dpa) Nach fünftägiger Feuerpause hat im indischen Nordost-Grenzgebiet gestern wieder ein chinesischer Angriff auf einen indischen Militärstützpunkt im Raum von Dhola stattgefunden. Während die Inder keine Verluste hatten, soll es bei den Chinesen Tote gegeben haben. Tor-Schrei wurde lebensgeführlich. München, 17. Okt. In Lebensgefahr geriet ein Zuschauer beim Fußballspiel zwischen Bayern Hof und Schwaben Augsburg(:). Er war gerade beim Verzehren einer Bockwurst, als der Hofer Außenläufer Heinz Winterling mit einem Prachtschuß die:-Führung erzielte. Der begeisterte Hofer Fußballanhänger riß die Arme hoch und schrie aus Leibeskräften„Tor“. Dabei rutschte ihm ein Teil der Wurst in die Luftröhre. Der nun wild gestikulierende Pechvogel lief im Gesicht blau an. Die Sanitäter schafften ihn schnell ins Hofer Krankenhaus. Durch ärztliche Kunstgriffe wurde der Patient vor dem Ersticken gerettet. Nach dieser Prozedur ließ sich der unverwüstliche Fußballfan wieder ins Stadion zurückbringen, wo die Kunde von dem:-Sieg „seiner“ Mannschaft die vorangegangenen Kümmernisse sicherlich schnell vergessen ließ. Die endgültigen Gewinne. Deutscher Toto-Block. Dreizehner-Wette: 1. Rang 126 231,30; 2. Rang 5049,50; 3. Rang 396.95; 4. Rang 46,50 DM.— Zehner-Wette: 1. Rang 17146,40; 2. Rang 557,60, 3. Rang 49.90 DM.— Auswahlwette(6 aus 36): 1. Rang 123673; 2. Rang 11 778,40; 3. Rang 300.90; 4. Rang 11,75 DM.— Achter-Wette: 1. Rang: 262.40; 2. Rang 11,30 DM.(Ohne Gewähr) Deutscher Lotto-Block: Gewinnklasse 1 (6 Gewinnzahlen): 491 789,50 DM; Gewinnklasse 2(5 Gewinnzahlen und Zusatzzahl): 102 456,10 DM; Gewinnklasse 3(5 Gewinnzahlen): 2472,75 DM; Gewinnklasse 4(4 Gewinnzahlen): 54,50 DM; Gewinnklasse 5(3 Gewinnzahlen):.05 DM.(Ohne Gewähr) * FI Gerslenmaiers Krilik slöht auf Widerspruch „Made in Germany“ zu politisch behandelt?-— Industrie bietet den Gegenbeweis an. Von GEORG ROTHFELS. Bonn. Eine bittere Erfahrung im Zeitalter der Automation besagt, daß Qualitätsware nicht immer den Qualitätsansprüchen herkömmlicher Art entspricht. All Industriestaaten leiden unter dem Zwang, immer rationeller produzieren zu müssen. In diesem Zusammenhang gab es harte Kritik am überlieferten Begriff der„deutschen Wertarbeit“. TTLHH re Botschaft an alle Mäch- den Rat der Marsmenschen Botschaft an tigen der Erde. Eugenio Siracusa sollte ihnen mitteilen, daß sie sich ernsthaft um die Erhaltung des Friedens und die Wohlfahrt aller Menschen bemühen müßten. Das will der brave Zöllner auch tun— ungeachtet der Tatsachen, daß wahrscheinlich niemand beherzigen wird. Der Zöllner Eugenio aber läßt sich nichts irremachen— auch nicht von„ dem sizilianischen Witzbold,s der ihm trocken sagte:„Ich“ hoffe, daß Sie die Fliegenden: Untertassen wenigstens nach verzollbaren Gütern durchsucht haben!“ Sxalte Wissenschaft Die bitterste brachte Bundestagspräsident Gerstenmaier von einer Ostasienreise mit. Was er sagte, verursachte in Bonn einen kleinen politischen Skandal. Niemals, so meinen die einen, hätte der parlamentarische Repräsentant eines anderes Industriestaates derartige Aeußerungen getan, die geeignet selen, der Konkurrenz auf dem Weltmarkt billige Trümpfe zuzuspielen. Selbst RegieKurz und kritisch: De Gaulle bei Mars-La-Tour Nicht weniger als dreimal sollen die Franzosen binnen vier Wochen zur Wahlurne gehen: Am 28. Oktober kommt es zur Volksabstimmung über die von Präsident de Gaulle geforderte Verfassungsreform, am 18. und 25. November zum ersten und zweiten Wahlgang für eine neue Nationalversammlung. Die letzte Sitzung des Senats ließ bereits erkennen, wie die Front verläuft. Der Präsident, General de Gaulle, stützt sich vor allem auf seine Autorität und die aus der Hinterlassenschaft Ludwigs XIV. hervorgeholte Einbildung „'Etat’est moi!“. Im feindlichen Lager haben sich mit Ausnahme der„Union für die Republik“ alle Parteien vereint, von den Rechtsunabhängigen über die Radikalsozialisten und die Volksrepublikaner bis zu den Kommunisten. Für sie alle gibt es nur eine Parole, das bedingungslose„Non!“ am 28. Oktober. Das Parlament will seine Handlungsfreiheit zurückgewinnen und die Demokratie vor dem„aufgeklärten Bonapartismus“ retten, den de Gaulle dem Lande aufzwingen will. Als Demokraten könnte es uns nur recht sein, wenn Frankreich vor einer„Demokratur“ verschont bliebe. Wir wissen, wie die Dinge laufen, wenn nicht mehr des Volkes Wille oberstes Gesetz ist, sondern nur noch einer will, was das Volk dann auszubaden hat. Als EWG-Europäer und NATO-Partner aber würden auch wir in Mitleidenschaft gezogen, wenn sich die Sechste Republik als direkter Nachkomme der Vierten erwiese, die von Krise zu Krise taumelte und Frankreich in Hinsicht zum Faktor der Unsicherheit machte. Präsident de Gaulle befindet sich heute in der Situation des Generals Bazaine, der zu Beginn des Krieges 1870/71, von Tatendrang beseelt, so lange vorwärts marschierte, bis ihm die Gegner den Rückzug abschnitten. Es geschah bei Mars-La-Tour, am 16. August 1870. Man erinnert sich an, ein Volkslied, das die Frage stellt:„Aber du, Napoleon, wie wird dir’s ergehen? Siehst du nicht bei Mars-LaTour die Kolonnen stehen?“ Napoleon III. sah sie nicht, ebensowenig Bazaine. General de Gaulle aber sieht, wie sich die Kolonnen der Gegner formieren. Will er es auf ein politisches Mars-La-Tour ankommen lassen, das keine Rückzugslinie offenläßt, oder schreckt ihn nicht einmal der Gedanke an ein Sedan? rungsmitglieder meinen, Gerstenmaier habe das Problem„Made in Germany“ zu politisch behandelt und der deutschen Exportindustrie einen schweren Schlag versetzt. Um diesen Schlag zu parieren, will die Industrie an Hand einer Aufstellung nachweisen, daß die deutschen Produzenten noch immer die beste Qualität auf dem Weltmarkt bieten. Weder Großbritannien noch die USA könnten sich heute dagegen versichern, daß einzelne Firmen eine nicht erstklassige Ware exportieren. Unter den rund 50 000 deutschen an der Ausfuhr beteiligten Firmen gibt es nach Schätzung führender Wirtschaftler etwa 6000 bis 8000, die in-den letzten Jahren zu minderen Qualitäten übergegangen sind. Eine mindestens ebenso große Zahl habe jedoch ihre Erzeugnisse erheblich verbessern können, ohne die Preise zu erhöhen. Wenn dagegen die steigende Qualität ausländischer Waren ins Treffen geführt würde, dürfe man nicht vergessen, daß diese bei Beginn des Wettbewerbs oft wegen ausgesprochener Produktionsmängel überhaupt nicht konkurrenzfähig waren. Die Verärgerung der Industrie ist echt. Ob sie immer und überall berechtigt ist, sei dahingestellt. Ebenso ehrlich gemeint war aber auch der Vorstoß des Bundestagspräsidenten, der sich mit dem Argument rechtfertigt, er habe die deutsche Wirtscheft aufrütteln wollen. Was er in Ostasien sah, habe ihm allen Anlaß dazu gegeben. Als Lösung des Dilemmas bietet sich eine nicht zu aufwendige Kontrollinstitution an, die von der Industrie selbst ins Leben gerufen werden könnte und der alle derartigen Beschwerden zugetragen werden. Sie kann sich am ehesten ein Bild über den deutschen Qualitätsbegriff machen, exportschädigende Firmen durch Wettbewerbsmaßnahmen zu besserer Arbeit anhalten und dem ausländischen Abnehmer das beruhigende Gefühl geben, er dürfe dem„Made in Germany“ vertrauen wie ehedem. Wenn der Schock, den Gerstenmaier der Oeffentlichkeit versetzte, diese Wirkung zeitigte, wäre er gut gewesen. Ohne solche Resonanz müßte er schädliche Auswirkungen haben. Neun Alkohol-Tote an jedem Wochenende. Düsseldorf, 17. Okt. Eine eindringliche Warnung, sich nicht alkoholisiert ans Steuer zu setzen, richtete gestern der nordrheinwestfälische Innenminister Weyer an die Autofahrer. Von durchschnittlich 18 Verkehrstoten an jedem Wochenende in Nordrhein-Westfalen seien neun bei Unfällen zu beklagen, bei denen der Verdacht auf Alkchol bestehe. Zöllner plauschte mit " Marsmenschen. s Catania. Endlich haben sich s wieder einmal Marsmen= schen bei uns sehen lassen. = Diesmal landeten sie mit 2 ihrer„Fliegenden Untertass se“ 1500 m hoch auf dem AetF na, am Rande eines erlosche#nen Kraters. Dort begegne#ten sie— welch ein glückglicher Zufall!— dem 43jähs rigen Zollbeamten Eugenio * Siracusa, dem sie auftrugen, * Kennedy, Chruschtschow und = anderen irdischen Größen ei# ne Friedensbotschaft zu übers mitteln. Zu Hause in Catania s erging es Siracusa allerdings s wie den meisten Leuten, die = Ungewöhnliches zu berich#ten haben: Man glaubte s ihm nicht recht. Auch als er = erzählte, daß er die Mars* menschen zum zweiten Male * getroffen habe, erntete er = unverständlicherweise nur * Spott. De entschloß sich der = Zollbeamte, die Zweifler mit * Hilfe von handfesten Bewei2 sen zu überzeugen. Er ver= sammelte sie um sich und s legte ihnen höchst seltsame * Dinge vor, die er angeblich 2 von den Besuchern aus fer# nen Welten erhalten hatte. = Es waren einige geheimnis= volle Zeichnungen, mit denen ; niemand etwas anzufangen s wußte und höchst wunderlich = handgemalte Landkarten. Sie = zeigen, so erklärte Eugenio „ Siracusa, unsere Erde in s grauer Urzeit, lange vor dem = Erscheinen jenes Zweibeiners, * der sich später den Namen =„Mensch“, gab. Auf einem = Blatt ist sogar das versuns kene Atlantis zu sehen. Leider gaben sich die Zweifler s damit nicht zufrieden. Einer murmelte sogar etwas von „Hausmacher-Beweisen“. Gekränkt berichtete der Zöllner daraufhin Einzelheiten von seiner Begegnung auf dem Aetna. Er erklärte, die Marsmenschen seien zweieinhalb Meter groß und uns geistig weit überlegen. Zwar habe er nicht verstanden, was sie mit ihren metallisch klingenden Stimmen sagten, doch seien sie in der Lage gewesen, sich ihm auf telepathischem Wege mitzuteilen. Auf diese Weise hätten sie ihm verraten, daß es der Menschheit aufgegeben sei, den Frieden zu bewahren. Diesem Ziele diene ensch ihNew York. Zwei interessante Themen stehen auf dem Studienprogramm der amerikanischen Managervereinigung in New York: 1. Wie man die unregelmäßige Oberfläche einer Schachtel auf genaue Weise mißt. 2. Ein weiterer Weg, die Schachtel auszumessen. mehr über zu klagen# „Fernsehöfen“ in Berlin Berlin. Ein origineller„Kamin des kleinen Mannes“ wird iuf der deutschen Industrieausstellung in Berlin gezeigt. Es ist ein Zimmerofen mit großen Leuchtfenstern, die das romantisch flackernde Kohlefeuer sichtbar machen. Dieser Ofen soll seinem Besitzer die Illusion des auch in Deutschland beliebt gewordenen englischen Kamins vermitteln. In Holland sind diese neuartigen Automatiköfen, die man in den Niederlanden„Fernsehöfen“ nennt, schon seit langem sehr begehrt. Tausendjähriger Pfeil im Eis. Steckholm. Einen für Schweden einmaligen Fund machte der Ingenieur Björnberg auf einem Berg bei der Erzstadt Kiruna. Aus dem Eis auf dem Gipfel hackte er einen Pfeil, der nach Ansicht der Sachverständigen mindestens 1000 Jahre eingefroren war. Er stammt vermutlich aus dem Köcher eines Ureinwohners von Norbotten, der auf ein Schneehuhn schoß und es verfehlte. Der Pfeil ist tadellos erhalten. Der hölzerne Schaft sieht aus, als sei er eben erst geglättet worden. Pfeile dieser Art fand man bisher nur in dänischen Mooren. Kopfweh kam aus dem Schornstein. Göteborg. Länger als zehn Jahre liefen Kapitän Eriksson und seine Frau von einem Arzt zum anderen, weil sie ständig unter Kopfweh litten. Die Ursache ermittelten jedoch nicht die Aerzte, sondern die Maurer. Als sie jetzt den Installateuren beim Legen einer Oelleitung halfen, stellten sie fest, daß die Schornsteinmauer rissig war. Auf diese Weise fanden die Abgase der Oefen den Weg in Küche und Wohnzimmer. Eriksson und Frau werden künftig nicht Kopfschmerzen haben. Lärmopfer. Los Angeles. Unentwegter# Radiolärm trieb in Los Angeles einen Hotelgast zur Raserei. Der tobende Mann griffp zur Pistole, erschoß die Direktorin des Hotels und drei weitere Personen, wandte sich s zur Flucht und verwundete: dabei einen anderen Gast, der sich ihm in den Weg stellen wollte. Bisher konnte der Schütze noch nicht gefaßt werden.„ 5 Wucher im Gefängnis. E Rio de Janeiro. Auch in der S Strafanstalt kann man seinen: Beruf weiter ausüben. Das; sagte sich der Gefangene Milton Pais, der in Santos(Brasilien) eine Strafe wegen Wuchers verbüßt. Seinem Zellengefährten Francisco Bernados lieh der moderne Shylock 600 S Cruzeiros(24 Mark). Der Gefangene mußte sich verpflichten, den entliehenen Betrag: in 48 Stunden mit 100 Prozent: Zinsen zurückzuzahlen. Francisco war jedoch nach zwei Tagen nicht in der Lage, seine: Schuld zu begleichen. Da„beschlagnahmte“ der Wucherer einfach Franciscos Anzug, Hemd und Unterhose. Der Schuldner mußte zum morgendlichen Appell vollständig nackt antreten. Die Strafe folgte der Untat jedoch auf: dem Fuß. Die Wärter steckten Milton Pais— ebenfalls; vollkommen nackt— in die Dunkelzelle. Außerdem muß er sich bald wegen„Wuchers= im Rückfall“ vor einem Gericht verantworten. Elch als Helfer der Polizei. Stockholm. In einem gestohlenen Auto rasten drei Halbwüchsige aus Boras über S die schwedische Europa-* straße 4. Sie wußten die Polizei hinter sich. Plötzlich: sprang ihnen ein Elch über: den Weg. Bei dem Zusammenstoß kam der Wagen. s0 S zu Schaden, daß die Jünglinge: festgenommen und ins Krankenhaus gebracht werden= konnten. Der Elch bezahlte seinen unfreiwilligen Einsatz e für die Polizei mit dem Leben. S Wiesein Ziele dienle aufir i— Eriksseir und Frau werden fürdiePernereben. Die Girelkemmente, Karif •* TOPTETTWV ROMAN VON MARTURTE DEWIT Presserechte beim Prometheus-Verlag, Gröbenzell. 47. (Nachdruck verboten.) Er hat ein paar Rippen gebrochen“, sagte Tom zögernd,„und ziemlich starke innere Blutungen. Es war nur gut, daß wir sofort operiert haben: Andernfalls.“er vervollständigte den Satz durch eine kleine HandCarol beugte sich nieder und berührte ganz zart das struppige, schwarze Stirnfell. „Er sieht so... still aus“, flüsterte sie, „gar nicht wie er selber. Er war immer so beweglich... so lebendig.“ Ihre Stimme versagte, und sie wandte sich jäh ab. Tom nahm sie in die Arme.„Czrot Liebste, nicht weinen! Der Fall ist hoffnungslos— er wird schon durchfor, men. Ich sage dir das ganz ehrlich, icnr habe dir noch nie etwas vorgemacht, nicht wal „Nein“, würste sie und drückte„das Ge. sicht an den tröstlich soliden Ston seine. Jacke. Sie war am Ende ihrer Seelenkräfte. Es war ein Segen, daß jemand da war, der sie hielt und schützte und lieb hatte. Si seufzte zitternd und ließ es geschehen, daß er ihr Haar, ihre Schläfen mit raschen und leichten Küssen bedeckte und zusammer hanglose Koseworte murmelte. Aber plötzlich löste sie sich aus seinen Armen und sah sich mit glänzendem, neu belebtem Blick nach Scotty um. „Tom! Ich glaube, er hat sich bewegt.“ Ein Beben lief über die Bandagen, und ein ganz leises, kurzes und hohes Winseln war zu vernehmen. „Er träumt“, flüsterte Carol.„Dies Piepsen macht er oft im Schlaf, und normalerweise zucken die Pfoten dabei— ich glaube, jagt; dann Traumkaninchen. Tom, findest du nicht auch, daß er kräftiger atmet? Das ist doch ein gutes Zeichen, nicht wahr?“ Er sah in ihr Gesicht, das verwandelt, beinahe glücklich war— aber nicht seinetwegen— und lächelte ein wenig verzerrt. „Vielleicht spürt er, daß du hier bist“, sagte er. „Ja, das ist bei ihm durchaus möglich. Tom, darf ich bleiben, bis er wieder aufwacht? Ich weiß, es klingt albern.... aber es wäre mir schrecklich, ihn jetzt zu verlassen.“ „Natürlich kannst du bleiben“, sagte Tom und schaltete augenblicklich auf freundliche Sachlichkeit um.„Paß auf, ich trage sein Bett hier herüber, dann kannst du zugleich dicht am Ofen und bei ihm sitzen. Und nun mache es dir bequem, Carol. Du siehst halb tot aus.“ Er zog einen gemütlichen Großvatersessel heran, stopfte ihn mit Kissen aus, drückte Carol hinein- und holte einen Schemel für ihre Füße. „Und nun werde ich für Essen und Trinken sorgen“, grinste er.„Ich bin nämlich eine gute Hausfrau, falls du es noch nicht wissen solltest. Was möchtest du, Tee oder Kaffee?“ Carol entschied sich für Kaffee, dessen Duft allein schon genügte, um ihre Lebensgeister aufzufrischen. Und die Schinkenbrötchen, die Tom zurechtmachte, waren so gut, daß sie nach dem ersten Bissen einen herzhaften Appetit entwickelte. „Du bist so lieb zu mir“, murmelte sie, als er die leeren Tassen und Teller wegräumte. „Das ist in diesem Falle nur natürlich“, sagte er trocken. „Aber ich komme mir bei näherem Nachdenken so gemein vor. Ich bin bei dir immer nur die Nehmende— nie die Gebende.“ „Das kannst du nicht sagen“, erwiderteer mit energischem Kopfschütteln.„Es ist ja nicht so, als ob du mich über deine Gefühle im Unklaren gelassen hättest. Und ich ich kann das nicht sehr gut formulieren, aber ich glaube, ich habe mich jetzt damit abgefunden, daß du mich nicht lieben kannst und mich nie lieben wirst. Da kann man nichts machen. Und wenn ich mal heirate, möchte ich immerhin geliebt werden. Ich halte nichts von der Redensart, daß einer genug für zwei lieben kann. Oder hältst du so etwas für möglich?“ „Nie im Leben“, sagte sie leise und überZeugt. „Also, da sind wir dann einer Meinung. Jammern und Wehklagen macht die Sache auch nicht besser. Ich werde schon darüber hinwegkommen, Carol“, fügte er sanft, fast tröstend hinzu und berührte im Vorbeigehen ihre Schulter. „Wirklich?: „Ja, wirklich. Du brauchst meinetwegen nie Gewissensbisse zu haben, das wäre ja lächerlich. Und nun lege den Kopf zurück und versuche, ein bißichen zu schlafen. Ich bleibe in der Nähe, und wenn mit Scotty etwas ist, wecke ich dich, das verspreche ich ür: Sie gehorchte dankbar. Es wurde senr still in der Küche. Sie hörte Scotty atmen und roch den schwachen Hauch von Chloroform, der seinen Bandagen noch anhaftete. Ihre verkrampften Glieder lösten sich allmählich in der behaglichen Wärme. Tom ist ein wunderbarer Mensch, dachte sie schläfrig und zusammenhanglos, der beste aller Freunde. Wenn ich nur Als sie erwachte, war es heller Tag. Ihr erster Gedanke galt Scotty. Noch halb geblendet und schlaftrunken reichte sie zu ihm hinunter und fühlte eine feuchte, warme Zunge, die ihr matt über die Hand leckte. „Oh!“ Sie setzte sich wie elektrisiert aufrecht hin. Jetzt erst bemerkte sie Tom, der lächelnd neben ihr stand. „Ja“, sagte er,„es geht ihm bedeutend besser. Ein zäher, kleiner Bursche, dein Scotty. Ich glaube, ich kann dir nun mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, daß du dir keine Sorgen mehr zu machen brauchst.“ Ihr Herz schwoll vor Dankbarkeit bis zum Zerspringen.„Tom, lieber Tom, ich wein nicht, was ich dir sagen soll... Es gibt einfach keinen Ausdruck dafür“ „Dann laß es“, unterbrach er barsch. Sie stand auf und strich notdürftig ihren Rock glatt.„Himmel, wie sehe ich aus! Frau Abbot wird denken, ich hätte mich heute Nacht wer weiß wo herumgetrieben!“ „Sie weiß schon Bescheid. Ich bin gestern abend Kurz bei ihr gewesen, nachdem du eingeschlafen warst, und habe ihr alles erklärt. So, und nun laß meinen schönen Tee nicht kalt werden.“ Sie lächelte ihm gerührt zu, während sie mit ihm am Küchentisch Platz nahm. Der gute Tom! Er hatte ihre kleinen Sorgen schon auf sich genommen, als sie noch ein Schul EDs Terderl Krahkennaes-Sondersnzeng Zehn-Jahres-Vertrug mit 150 000 DM Jahreszuschuß beantrugt.-„Wichtige neue Gesichtspunkte.“ Bad Honnef, den 17. Oktober. Die unverzügliche Einberufung einer Sondersitzung des Stadtrates hat die CDU-Fraktion gefordert. Nachdem sich„wichtige neue Gesichtspunkte ergeben haben“, soll der Rat in dieser Sitzung den Abschluß eines Zehn-Jahres-Vertrages mit der kath. Pfarrgemeinde beschließen, der durch die Gewährung eines jährlichen Zuschusses von 150000 DM Fortführung und Erweiterung des Krankenhauses sicherstellt. 2. Der vom Rat bereits beschlossene jährliche Zuschuß von 55000 DM ist in dieser Summe enthalten. Die beiden Anträge, welche die CDU-Fraktion an Bürgermeister Weidenbach als dem Vorsitzenden der Stadtvertretung gerichtet hat, haben folgenden Wortlaut: „Die CDU-Fraktion beantragt auf Grund des§ 31, Abs. 1 der G. O. die unverzügliche Einberufung einer Sondersitzung des Rates der Stadt Bad Honnef. Hauptpunkt der Tagesordnung: Ergänzung der Ratsbeschlüsse in der Krankenhausfrage.“ * „Die CDU-Fraktion beantragt: Der Rat möge beschließen: I. Um die Fortführung und den Erweiterungsbau des Krankenhauses in Bad Honnef sicherzustellen, schließt die Stadt Bad Honnef mit der katholischen Kirchengemeinde St. Johann Baptist in Bad Honnef einen Zehn-Jahres-Vertrag ab. Der Vertrag soll folgendes beinhalten: 1. Die Stadt leistet für das Krankenhaus einen jährlichen Zuschuß von 150000 DM. Sudetendeutsche trufen sich. Ueber„Vinzenz Prießnitz und sein Heilverfahren“ sprach auf der jüngsten Monatsversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft Obmann Tonner. Wie dieser schlichte Bauernsohn aus Gräfenberg, das bis 1918 zu Oesterreichisch-Schlesien gehörte, am eigenen Leibe die Heilkraft des Wassers erfuhr und trotz vielfacher Widerstände sich durchzusetzen verstand, das wurde an zahlreichen Beispielen gezeigt und erläutert. Und wenn das Städtchen Gräfenberg bereits im vorigen Jahrhundert als Badeort berühmt wurde, so verdankt es dies dem unermüdlichen Wirken dieses Sudetendeutschen, dem Heilpraktiker Vinzenz Prießnitz. Zu seinen Patienten zählte er Männer und Frauen aus aller Welt, selbst hohe Herrschaften und gekrönte Häupter. Das bewiesen auch die wertvollen Geschenke, die sie ihrem Wohltäter zukommen ließen und die im Hause, das Prießnitz bewohnte, ein ganzes Zimmer füllten. Und dabei überließ es Prießnitz jedem Kurgast selbst, ob und wie er ihn entlohnen wollte. Gegen 200 Bücher und Schriften berichten über ihn und seine Methode, und jeder angehende Arzt studiert heute die Naturheilkunde. Der„Prießnitz-Umschlag“ ist allbekannt. Ein arger Unfall in seiner Jugend hatte zur Folge, daß Prießnitz schon im Alter von 52 Jahren am 4. Oktober 1851 in Gräfenberg starb, wo er auch begraben liegt. Pfarrer Sebastian Kneipp verfolgte mit seiner Methode dasselbe, was Prießnitz vor ihm ins Werk gesetzt hatte. 3. Die Stadt ist zu diesen Leistungen bereit, wenn der Träger des Hauses seinerseits folgende Verpflichtungen übernimmt: 1. Der Zuschuß der Stadt vermindert sich: a) wenn eine kostenangleichende Erhöhung des Pflegesätze eintritt, b) wenn für die Betreuung des Hauses wieder Ordensschwestern gewonnen werden. 2. Der Stadt Bad Honnef wird ein Mitbestimmungsrecht in der Führung des Krankenhauses eingeräumt. II. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, einen entsprechenden Vertragsentwurf baldmöglichst dem Rat der Stadt vorzulegen.“ „Begründung. Die CDU-Fraktion begründet vorstehenden Antrag damit, daß seit dem letzten Ratsbeschluß in der Frage der Bezuschussung des Krankenhauses sich folgende wichtige neue Gesichtspunkte ergeben haben: Das Generalvikariat in Köln hat in einer Besprechung mit einer Abordnung der CDUFraktion zugesichert, 1. daß das Generalvikariat zum Bau des Krankenhauses eine so bedeutende Finanzhilfe leistet, daß ein jährlicher Zuschuß von 150000 DM ausreicht, 2. daß das Honnefer Krankenhaus die ersten Ordensschwestern erhält, die das Generalvikariat verpflichten kann, 3. daß mit größter Wahrscheinlichkeit ab Jonuar 1963 das Honnefer Krankenhaus von Caritasschwestern weiter betreut wird. Diese Schwestern wollen die Betreuung aber nur dann übernehmen, wenn der Erweiterungsbau erstellt wird. 4. Erstellung und Betrieb des Erweiterungsbaues sind nach den Versicherungen des Generalvikariats aber nur dann möglich, wenn die Stadt eine zehnjährige Verpflichtung eingeht. 5. Bereits zugesichert wurde den Vertretern der CDU die Aufnahme der unter I. 3. unseres Antrages formulierten Punkte in den abzuschließenden Vertrag.“ Löwe wandert wieder. Zum vierten Male wird der steinerne Löwe seinen Standort wechseln müssen.(Die HVZ berichtete bereits vor einiger Zeit darüber). Schon in Kürze soll er nun von dem Parkplatzgelände vor der Siebengebirgsbahn-Endhaltestelle verschwinden und wieder in den Anlagen an, der unteren Girardetallee, wo er bereits von 1929 bis 1955 gestanden hatte, aufgestellt werden. Diese HFV-Eit ist nicht bezirksklassenreit Für die Grün-Weißen wird die Luge um Tubellen-Ende langsam mulmig! Mit einem:-Erfolg im Lokalkampf bei der Tura Hennef eroberte der Tus Mondorf die Führung in der mittelrheinischen Bezirksklasse— Staffel 2— zurück. Aus dem Mittelfeld nutzten VfI. Gummersbach mit einem sensationellen:-Sieg über die Sportfreunde Sieglar und der FE Spich mit einem:-Erfolg beim Schlußlicht FV Honnef ihre Chancen. Tabellenvorletzter ist jetzt der Siegburger TV, der gegen den SSV Beugneustadt über ein:1Unentschieden nicht hinaus kam. Die erneut umgestellte HFV-Elf mußte im Heimspiel gegen den FE Spich eine weitere klare Niederlage hinnehmen. Die Grün-Weißen führten zwar nach fünf Minuten durch einen von Wessel verwandelten Handelfmeter mit:0, die Hoffnung auf einen doppelten Punktegewinn erfüllte sich jedoch nicht, weil die Mannschaft spielerisch nicht genug zu bieten hatte und sowohl in der Abwehr als auch im Angriff einfach nicht den Ansprüchen genügte. So wurde aus dem:0 noch ein:2 für den FE Spich, der noch höher hätte gewinnen können, wenn nicht Torhüter Höh so ausgezeichnet gehalten hätte. Der HFV hat in diesem Spiel abermals Pfiffe des Unmuts zu hören bekommen. Es wäre von den Verantwortlichen und vom Trainer höchst unklug, sich gegenüber diesen Signalen der Unzufriedenheit taub zu stellen. An der HFVmannschaft ist wirklich einiges zu reparieren. In der 2. Kreisklasse Sieg gab es in der Staffel 2 abermals einen Führungswechsel. Die Reserve des Siegburger IV übernahm durch einen:-Erfolg über den bisherigen Primus Tus Oberpleis die Spitze. Der VIR Hangelar büßte im Lokalkampf gegen den SV St. Augustin beim:0 einen Punkt ein. Die Reserve des HFV kam mit:8 gegen den FV Dollendorf gewaltig unter die Räder und rutschte auf den vorletzten Tabellenplatz ab. Zum Meisterschaftsspiel zwischen dem SV Menden und der Reserve B des HFV erschien der angesetzte Schiedsrichter nicht. Man vereinbarte kurzerhand ein Freundschaftsspiel, das:-Unentschieden endete. Der Spielplan des HFV am kommenden Wochenende: HFV-Jugend— Sportfreunde Aegidenberg(10 Uhr), HFV-Jugend— FV Oberkassel(11 Uhr), FE Meindorf R.— HFV Reserve B, Sportfreunde Sieglar— HFV I. Entdeckerfreuden Die Entdeckung Amerikas hat die Neugierde des Menschen keineswegs gestillt. Jetzt möchte er wissen, wie es auf dem Mond aussicht. Später wird er nach anderen Sternen greifen. Aber wir brauchen nicht den Weltraum zu bemühen, um Beispiele für die ewige Neugierde der Menschen zu finden. Selbst im häuslichen Bereich wachsen sie uns zu. Der Mann, der nachts vom Kegeln heimkehrt, sucht im Kühlschrank Antwort auf die Frage, ob die Wiener Würstchen, die auf dem Abendbrottisch standen, auch kalt schmecken. Naschende Kinder beweisen haarscharf, daß die Italiener das beste Speiseeis machen. Die Bayern entdeckten, ihrer Neugierde folgend, daß die holsteinische Plockwurst am besten mundet. Die Niedersachsen gewannen dem Gulasch Geschmack ab, als sie es zum ersten Mal mit schwäbischen Spätzle aßen. Als Volk entdeckten wir, kaum daß es uns einigermaßen gut ging, die Vollmundigkeit des französischen Cognacs. Neue Gaumengenüsse eroberten wir uns, als wir dem Whisky auf die Spur kamen. Und jetzt sind wir dabei, die Vorzüge des Sherrys zu ergründen. Damit hinken wir zwar ein paar Jahrhunderte hinter den Briten her, aber was schadets: Zu einem Hochgenuß kommt man nie zu spät! In England ist es eine Selbstverständlichkeit, daß man dem Gast ein Glas Sherry kredenzt. Ebenso selbstverständlich ist es, sich selbst ein Glas einzuschenken. Jeder Schluck ist eine Begegnung mit der Sonne Spaniens. Sie wärmt auch von innen heraus. Kenner sagen übrigens nicht schlichtweg Sherry, sondern„La Ina“. Dabei kneifen sie ein Auge zu. Morgen werden wir vielleicht schon wieder etwas Neues entdecken. Na, für heute wollen wir uns damit begnügen, die Geheimnisse des Sherrys zu ergründen. RSE sä Vom Siebengebirge.(Traubenlese.) In den Weinbergen am Siebengebirge hat die Traubenlese begonnen. Die weißen MüllerThurgau-Trauben, die zuerst gelesen wurden, hatten einen Oechslegehalt von 68 bis 70 Grad, gegenüber Werten von 72 bis 75 Grad in Normaljahren. Beuel.(20 neue Wohnhäuser.) Aus dem Tätigkeitsbericht der Gemeinnützigen Bau- und Wohnungsbaugesellschaft Beuel geht hervor, daß in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Oktober zwanzig neue Wohnhäuser mit insgesamt 31 Wohnungen bezugsfertig geworden sind. Die Baukosten für diese zwanzig Wohnhäuser betrugen 1 550000 DM. Bonn.(21 Monate Zuchthaus.) Den 30jährigen M. J. aus Beuel verurteilte die Jugendschutzkammer des Landgerichts zu einem Jahr und neun Monaten Zuchthaus sowie zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre. J. hatte sich am 3. Juli in betrunkenem Zustand an seiner zwölfjährigen Nichte vergangen. Durch die Aufmerksamkeit eines Gastwirts, der den Täter nach mädchen war, und er schien die Gewöhnheit für alle Ewigkeit beibehalten zu wollen. „Danke“, sagte sie,„du denkst wirklich an alles, nicht wahr?“ „Ich versuche es wenigstens“, schränkte er bescheiden ein. Es war noch nicht spät, etwa halb neun, als sie aufbrach. Der Nebel war verschwunden und hatte einem klaren, frostigen Morgen Platz gemacht. Der schönste Eindruck, den Carol auf den Nachhauseweg mitnahm, war Scottys brauner, liebevoller Hundeblick und ein ganz schwaches, angedeutetes Wedeln seines Schwanzstummels. Er würde wieder gesund werden— Tom hatte es ja gesagt. Die eine Hälfte des gestrigen Alptraumes war erledigt. Aber die andere Hälfte war noch da. Bei Frau Abbot angelangt, beruhigte sie die gute Seele über ihr und Scottys Wohlergehen und nahm dann vor allem erst ein ausgiebiges, heißes Bad, das die letzten Reste ihres Muskeikaters vertrieb. Dann zog sie ihr bestes Kostüm an und verwendete ungewöhnlich viel Zeit auf Frisur und Make-up. Sie hatte Clive versprochen, ihm am 6. November Bescheid zu geben, ob sie weiter seine Sekretärin bleiben wolle oder nicht. Nach dem gestrigen Versagen konnte es diesbezüglich gar kein Entweder-Oder mehr geben, auch abgesehen von allen übrigen Bedenken. Aber sie wollte wenigstens mit fliegenden Fahnen untergehen. Und nun, dachte sie, als sie das Gartenpförtchen hinter sich schloß, nun hieß es Clive unter die Augen treten und den peinlichen, aber unvermeidlichen Abschied möglichst würdevoll hinter sich bringen. Sie erinnerte sich an ihre erste Kündigung, die sie ihm in gerechtem Zorn entgegengeschleudert hatte. Sie erinnerte sich an die zweite, wegen Tante Edith. Beide Male hatte Clive sie zum Bleiben überredet. Diesmal, dachte sie beschämt, würde er ihre Kündigung wohl nur zu gern annehmen. * Die Kirchenuhr schlug zehn, als sie im Büro ankam. Sie ging geradewegs in Clives Zimmer und fand ihn, wie üblich, von Papieren umgeben an seinem Schreibtisch. „Ich habe Ihnen doch gesagt, Sie sollten heute im Bett bleiben“, sagte er stirnrunzelnd.„Wie geht es Scotty?“ „Danke, viel besser. Tom sagt, er ist nun über den Berg.“ „Gut, das freut mich.“ Trotz dieser Worte machte er keineswegs den Eindruck eines übermäßig fröhlichen Menschen. Er sah aus, als habe er die ganze Nacht kein Auge zugetan. Carol konnte sich den Grund denken, und ihr Gewissen regte sich schmerzhaft. „Ich weiß nicht, wie ich mich entschuldigen soll“, begann sie stotternd.„Ich habe Sie. schrecklich im Stich gelassen, und—“ „Sie hatten Ihre Gründe“, unterbrach er mit einem schattenhaften Lächeln.„Und so schlimm, wie Sie glauben, ist es nun auch wieder nicht. Ich habe heute morgen die Chemiewerke angerufen und die Verzögerung erklärt Sie sagten, es mache nichts. So pedantisch wird die Einsendefrist in unserem Fall natürlich nicht eingehalten.“ „Dann... dann ist ja alles in Ordnung?“ fragte sie fassungslos. „Gewiß.“ Carol befeuchtete ihre trocken gewordenen Lippen. Ihre ganze Aufregung, die Irrfahrt durch den Nebel, Blut und Tränen— alles war vollkommen überflüssig gewesen. Sie hatte eine Sache hochdramatisch aufgebauscht, die Clive mit einem einfachen Telefongespräch erledigte. Sie starrte mit gesenktem Kopf auf den Schreibtisch und kam sich wie ein Idiot vor. Endlich brachte sie wieder einen halbwegs normal klingenden Satz zustande.„Ich bin froh, daß es so gut ausgegangen ist. Eswäre mir nicht leichtgefallen, Sie mit dem Gefühl zu verlassen, daß Sie eine Riesenwut auf mich haben.“ „Ich entnehme Ihren Worten, daß Sie nicht mehr bleiben wollen?“ „Ja. Ich möchte hiermit meine Kündigung einreichen.“ Er rückte ihr einen Stuhl zurecht, und sie ließ sich aufatmend nieder. Ihre Knie waren wieder einmal wie Watte. „Wollen Sie die Güte haben, mir Ihre Gründe zu erklären?“ fragte er kühl und distanziert. Sie rang unbewußt die gefalteten Hände im Schoß.„Sie müssen entschuldigen— ich finde nach reiflicher Ueberlegung, daß ich besser aufs Land passe als in die Stadt. Meine Begabung für Bürotätigkeit ist überhaupt begrenzt. Ich dachte eine Weile, ich könnte wirklich eine gute Sekretärin werden, zumal Sie mich so freundlich ermutigt haben, aber .. der gestrige Abend hat wohl ein für allemal das Gegenteil bewiesen. Es tut mir furchtbar leid...“ „Zum Donnerwetter!“ fuhr er sie an. „Hören Sie endlich auf, sich bei jedem dritten Wort zu entschuldigen! Und wenn ich Sie nun nicht gehen lasse?“ Sie hob ein wenig den Kopf.„Das können Sie nicht“, sagte sie einfach. Hier kam eine Unterbrechung. Die Korridortür öffnete sich, und sie sahen sich beide- um. Lilian Manson stand im Türrahmen und ließ den eigentümlich glitzernden Blick ihrer halbgeöffneten Augen von einem zum anderen schweifen. Offenbar sagte ihr der Ausdruck der beiden Gesichter, was sie wissen wollte, denn sie lächelte mit kaum verhüllter Genugtuung. „Guten Morgen“, sagte sie in frischem, liebenswürdigem Ton.„Nein, Clive, bemühe dich nicht— ich setze mich hier auf die Tischkante. Eigentlich bin ich gar nicht deinetwegen gekommen, sondern wegen Fräulein Waring. Ich muß mich doch nach Ihrem Hund erkundigen. Hoffentlich ist er nicht allzu schlimm verletzt?“ Carol glaubte nicht einen Augenblick an diese plötzliche Besorgnis.„Danke“, sagte sie steif,„er wird wohl am Leben bleiben.“ „Ich habe mir die ganze Nacht Gedanken gemacht“, fuhr Lilian fort.„Besonders auch, weil du gegen meinen Rat sofort wieder losgefahren bist, Clive, als ich dir von dem bedauerlichen Zwischenfall erzählte. In dem gräßlichen Nebel hätte dir ja was passieren können. Andererseits habe ich natürlich deine Sorge verstanden, daß der Brief nicht mehr rechtzeitig zur Post kam. Hat es wenigstens damit geklappt?“ „Nein“, sagte Clive kurz. „Oh!“ Lilian machte ein angemessen betroffenes Gesicht. Dann schenkte sie Carol ein halbes, herablassendes Lächeln.„Nehmen Sie es nicht zu schwer, Fräulein Waring. Kein Mensch ist vollkommen. Und Herr Benedict ist ja gegenüber der unerfahrenen Jugend sehr nachsichtig und verständnisvoll.“ Clive bohrte die Hände in die Taschen und ging an das Fenster.„Da Fräulein Waring eben gekündigt hat, dürfte sie an meinen Tugenden nicht mehr interessiert sein“, sagte er hinausstarrend. (Fortsetzung folgt) * dem Fahndungsbild erkannte, gelang seinerzeit die Festnahme. Linz.(Französischer Besuch.) Am Sonntag besuchten etwa 80 Bürgermeister und im kommunalen Leben tätige Persönlichkeiten aus dem französischen Kreis Sarreguemines(Saargemünd) im Rahmen einer Westdeutschlandfahrt auch unsere Stadt. Im historischen Sitzungssaal des Rathauses wurden sie herzlich empfangen. Dann machten Bürgermeister Thönnissen und MdL. Schwarz(Leubsdorf) mit den Gästen einen Gang durch das Städtchen. Die vielen Ansprachen, die bei dem Besuch gehalten wurden, hinterließen den Eindruck, daß die deutsch-französische Verständigung erfreulich auf dem Vormarsch ist. Mord an Taxifahrer geplant? Neuwied. Gestern wurden zwei junge Belgier verhaftet, die in der Nacht zuvor auf den Anruf eines Taxifahrers hin von Funkstreifen gefaßt worden waren. Bei der Vernehmung gestanden sie ihre Absicht, den Taxifahrer zu ermorden und mit dem Wagen nach Oesterreich zu fliehen.— Der Taxifahrer Adolf Groß sollte abends zwei junge Männer nach Rengsdorf fahren. Da ihm die Burschen verdächtig vorkamen, hielt er am Ortseingang von Oberbieber und forderte sie auf, zu zahlen und den Wagen zu verlassen. Als die beiden daraufhin flüchteten, benachrichtigte er das Kreisgendarmeriekommando. Es gelang, einen der Flüchtenden im Ort zu fassen und den anderen in einem Heim zu stellen, wo er sich Quartier suchte. Es handelt sich um zwei junge Belgier von 16 und 17 Jahren aus der Nähe von Antwerpen. Sie gaben bei der Vernehmung zu, sie hätten den Plan gefaßt, den Taxifahrer mit ihren Fahrtenmessern zu ermorden. Seine Leiche wollten sie im Kofferraum verstauen und später auf der Flucht nach Oesterreich irgendwo verbergen. Das haarsträubende Geständnis erweiterten sie noch mit der Angabe, sie hätten auch in Zukunft„ihren Lebensunterhalt“ durch Raubüberfälle auf Frauen und Taxifahrer bestreiten wollen. Die beiden wurden ins Gefängnis in Koblenz eingeliefert. Dortmunder Raubmörder wurde in Schweden gefußt. Dortmund. Der als Raubmörder gesuchte Dortmunder Volker Röppnach ist in Stockholm gefaßt worden. Röppnach hatte, wie er der schwedischen Polizei gestand, am 23. August einen Kassierer der Harpener Bergbau AG K Warom Winken die Waseh! Von fünf Millionen Alkoholikern New York. Eine Konferenz über Umfang und Ursache der Trunksucht brachte wenig erbauliche Dinge an den Tag: von den fünf Millionen Trinkern in den USA sind wahrscheinlich 2,5 Millionen Frauen. Warum ergeben sich diese Frauen dem Alkohol? Die Antworten darauf lauteten verschieden. Dr. Margaret Meade, die Vorsitzende des Kongresses, meinte, daß vornehmlich die gutsituierten Frauen in den Vororten die leichtesten Opfer der Trunksucht werden, weil sie sich häufig dort einsam, ohne Freunde und Bekannte fühlen, sich langweilen, und sie in ihren Eigenheimen ungesehen trinken getötet und war mit 12000 DM geflohen. Seitdem fehlte jede Spur von dem Täter. Wie die Stockholmer Polizei mitteilte, versuchte Röppnach am Montag, mit Hilfe eines gefälschten Sparbuches eine Stockholmer Bank um 10 000 Kronen(etwa 8000 DM) zu betrügen. Die Bank entdeckte den Schwindel sofort und verständigte die Polizei, die den inzwischen geflohenen Deutschen auf dem Stockholmer Flugplatz Arlanda festnehmen konnte. Angestellter floh mit 7600 Mark. Köln. Mit 7600 Mark, die er aus dem Tresor stahl, ist der Angestellte eines Kölner Reisebüros verschwunden. Der Täter, der 23jährige Dieter Reisohl aus Buchforst, hält sich, wie die Polizei vermutet, in Köln verborgen. Reisohl war seit längerer Zeit in dem Reisebüro als kaufmännischer Angestellter beschäftigt. Der Chef schenkte dem jungen Mann soviel Vertrauen, daß er ihm gelegentlich die Kassenschlüssel überließ. Jetzt nutzte Reisohl dieses Vertrauen aus: Er schlich sich nach Geschäftsschluß in das Reisebüro und öffnete den Geldschrank. Betrunkener rummte nachts sieben Autos. Köln. Rund 10000 Mark Schaden richtete ein angetrunkener Fahrer nachts auf der Roonstraße an: Der 23jährige war mit einem Lastwagen auf den Parkstreifen geraten und hatte nacheinander sieben parkende Personenwagen gerammt und zu einem Blechhaufen zusammengedrückt. Als der alkoholisierte Fahrer von der Polizei festgenommen wurde, erklärte er:„Die Bremsen haben versagt.“ in den USA sind die Hälfte Frauen. können. Andere Redner ließen keinen Zweifel daran, daß das Trinken von Frauen in den Großstädten genauso verbreitet sei und durchaus nicht nur in den Mittel- und Oberklassen. Armut und das Vegetieren in den Elendshöhlen der„Slums“ treiben viele Frauen der armen Bevölkerung zur Flasche, die für sie die „Flucht aus dem Elend des Alltags“ sei. Dr. Leon A. Greenberg, Direktor des Zentrums für alkoholische Studien an der Yale Universität, erklärte, es gäbe keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen in ihren exzessiven Trinkgewohnheiten. Die gleiche Ansicht vertrat Dr. Marvin A. Block, der Vorsitzende des Ausschusses gegen Alkcholismus der Medizinischen Gesellschaft der USA. Eine Frau sei Alkoholikerin, wenn sie ihre Trinkleidenschaft nicht kontrollieren könne, sagte er. Viele dieser Frauen machten sich aber etwas vor. Sie tränken z. B. nur am Wochenende oder nach 5 Uhr nachmittags, um sich zu beweisen, daß„sie keine Alkoholikerinnen“ seien. Notlügen dieser Art hielten nicht lange an, früher oder später verfielen solche Frauen dem Dämon der Trunksucht mehr oder weniger ganz. Ein anderer Faktor sei Langeweile. Die Psychoanalytikerin Dr. Ruth Fox, medizinischer Direktor des Nationalen Rates gegen Alkcholismus, betonte, Langeweile sei bei sehr vielen Frauen die Wurzel ihres Uebels, je mehr sie trinke, um so einsamer werde sie, und um so häufiger greife sie als Trost zur 80 kg Kurtoffeln je Kopf. Hamburg.(vwrd) Im Speisekartoffelverbrauch der Bundesrepublik ist 1961/62 mit 80,40 kg je Kopf der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung ein neuer Tiefstand erreicht worden. Vor 10 Jahren(1952/53) hatte er noch bei 107,48 kg, also 27% höher gelegen. Als Gründe für den weiteren Rückgang werden u. a. auch die Abwanderung vieler Verbraucher aus preislichen Gründen von der Kartoffel zu anderen Nahrungsmitteln genannt. Aus deutschen Unternehmungen. Die Rheinische Nadelfabriken Gmbli, Aachen, will in Indien eine Nadelfabrik errichten. Geplant sind Investitionen von 1 Mill. DM. Die Dortmund-Hörder Hütten Union AG. Dortmund, verzeichnet für 1961/62(30..)-einen Umsatzrückgang um 11,1% auf 965(1 086) Mill. DM. Die Rohstahlerzeugung verringerte sich um 8,4% auf 2,6(2,84) Mill. t, die Walzstahlerzeugung um 4,1% auf 2,06(2,15) Mill. t. Eine Dividendensenkung gilt als durchaus möglich(i. V. 9% auf 276 Mill. DM AK). Nae Flasche. Wirtschaftsnotizen Kongo-Verlust überwunden: Paris(vwd) Von einer günstigen Lage der belgischen Wirtschaft mit seit Beginn dieses Jahres steigenden Exporten berichtet die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung(OECD). Vor allem ist die mit dem Selbstständigwerden des Kongo befürchtete Verschlechterung der belgischen Zahlungsbilanz nicht eingetreten. Der Wirtschaft sei es vielmehr in relativ kurzer Zeit gelungen, neue Absatzmärkte zu erobern, welche die aus der Lockerung der wirtschaftlichen Bande mit dem Kongo entstandenen Verluste mehr als ausgeglichen hätten. Ein anderer günstiger Faktor sei der Zufluß von Auslandskapitalien gewesen. Für Belgien werden sich in absehbarer Zeit keine Zahlungsbilanzprobleme stellen, meint die OECD. 17.00 Sport— Spiel— Spannung. 18.40 Hler und Heute. 19.30 Meine drei Söhne. Filmfolge. 20.00 Tagesschau.— Das Wetter morgen. 20.20 Was bin ich? Heiteres Beruferaten. 21.05 Sevilla an der Seine. Spanische Impressionen in Paris. 21.20 Witz als Schicksal— Schicksal als Witz. Aus den Kollegheften von Klaus Budzinski. 22.10 Tagesschau. 22.20 Tivoli-Bummel. Der weltberühmte Kopenhagener Vergnügungspark feiert den Geburtstag seines Gründers. 2. Programm: 19.30 Prisma des Westens. 20.00 Tagesschau.— Das Wetter morgen. 20.20 Die Grenze des Wirtschaftswunders. 21.05 Der Filmclub: La Caida. Mit Elsa Daniel, Lautaro Murua, Dullio Marzio und anderen. Vor„Schnüffeln“ wird gewarnt. In Amerika mußten sich Erzieher und Polizei zusammentun, um einem neuen gefährlichen Spiel, das Jungen und Mädchen treiben, zu begegnen. Die NEUE Illustrierte berichtet über Narkotika aus der Klebstoff-Tube in einer beängstigenden Reportage in Heft 42. Die Serien„Der Gangster aus Kurpfalz“ und „Kreuz hinter Stacheldraht“ gehören ohne Zweifel zu den besten Tatsachenberichten, die man zur Zeit in den Illustrierten findet. Nachruf. Am 10. Oktober 1962 ist plötzlich und unerwartet Herr Steuerinspektor Hans Jonen verschieden. Wir verlieren in ihm einen aufrichtigen und geschätzten Kollegen, dessen plötzlicher Tod uns alle tief erschüttert hat. „Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Bund Deutscher Steuerbeumter Ortsverband Siegburg Rheinfeld, Vorsitzender. Nachruf. Am 10. Oktober 1962 ist Herr Hans Jonen Steuerinspektor im Alter von 54 Jahren plötzlich und unerwartet verschieden. Sein Tod erfüllt uns mit tiefer Erschütterung. Wir verlieren in ihm einen treuen u. wertgeschätzten Mitarbeiter. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Der Vorsteher des Finanzamts Siegburg. — Oeffentliche Steuermahnung. Am 15. Oktober 1962 sind folgende Abgaben fällig geworden: Gewerbesteuer, Nachforderungen aus endgültigen Veranlagungen der Vorjahre, einschl. Berichtigungen, Hundesteuer, Oktober—Dezember 1962, Müllabfuhrgebühren, Monat August 1962. Rückstände an diesen Abgaben und vorhandene Reste aus früheren Zeiträumen sind binnen einer Woche an die unterzeichnete Kasse zu zahlen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Einziehung im Verwaltungsvollstreckungsverfahren. Einzelmahnungen erfolgen nicht. Bei Zahlungen an der Kasse sind die entsprechenden Bescheide bzw. Hebezettel vorzulegen. Bad Honnef am Rhein, den 17. Oktober 1962 Stadtkasse als Vollstreckungsbehörde * Uberführungen NIETHAMMER Hauptstr. 69, Tel. 2121 Saubere, junge Verkäuferin gesucht. Bäckerei- Condilorei SCHNELL, Rommersdorfer Straße 56 a Aultür-Ring 3a8 Jonne Donnerstag, 18. Oktober 1962- 20 Uhr, in der Aula des Siebengebirgsgymnasiums Stumund von Kddechr Gest, aus eigenen Werken und (Uberzetzungen Musikalische Umrahmung(Geige, Cello, Klavier): Isabella Schmitz-Reinhardt lrene Blochwitz P. Kühn Ende gegen 22 Uhr Einzelkarten zu DM 5,— und.50 in der Buchhandlung Werber und an der Abendkasse. Schüler erhalten Preisermäßigung. HOTEL VATER RHEIN Täglich ab 19 Uhr trische Seemuscheln K„ Neuralgien und Frauenschmerzen bringt Togal zuverlässig zum Abklingen. Die intensive und lang anhaltende Wirkung wird Sie überraschen. Togal wirkt beruhigend auf das Nervensystem. Sie fühlen sich entspannt und von den quälenden Schmerzen befreit. In den kritischen Tagen erleichtert Togal den biologischen Ablauf. Togal ist unschädlich für Magen und Herz. Keine Gewöhnung, ohne Nebenerscheinungen! In Apoth. OM.60 u..90 K Möbl. Zimmer in Stadtmitte sofort od. 1. 11.62 zu vermieten. Offerten unter Nr. 1416 an die Geschäftsstelle. 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