r. rren: hr. Mitte keihe) Rang und zahl. r. en. ie#au. irkert städt. 1n3s: Uhr. (.— lloge, e7. hr # ∆ * ∆ 1° ∆# ∆ 939 * * * 3 93 h. S 8 3 ei 8 F** ur □ 809 Nr. 41 Sonntag, 10. Oktober 1915 Sonntagsbeilage zum Kölner Local-Anzeiger. Mit besenderen Abteilungen: Unseren Frauen sowie Gartenarbeit und Blumenpflege. e er Se— Unser Freund und unsere Hoffnung. Auf den verschiedensten Wegen sucht Gott, der Allmächtige, den Menschen zu seiner Erkenntnis und Liebe zu führen. Bald sind es Leiden und Schmerzen, bald Freuden, durch welche er an die Seele seiner Kinder pocht. Bald berührt er die eine, bald wieder eine andere Saite unseres Wesens mit seiner Gnade, um uns aufzuwecken aus dem Schlummer und der Ohnmacht, in die uns menschliche Schwäche so leicht sinken läßt. Am stärksten und mächtigsten aber rufen die Heimsuchungen und das Unglück den Menschen zu Gott, seinem Herrn. Das Evangelium des heutigen Sonntags gibt uns einen klaren Beweis dieser Wahrheit. Der Sohn des königlichen Beamten liegt krank auf seinem Bette. Klagen und Jammer erfüllen das Haus. Umsonst hat der Vater alles versucht, was an irdischen Mitteln ihm zu Gebote stand. Umsonst war der Aerzte Kunst und die belebende Kraft der Arzneien. Umsonst hatte der Heide seine Hausgötter befragt und ihren Schutz angerufen. Der Tod mit seiner kalten Hand kam immer näher, um sein Opfer zu ergreifen und es hinabzuziehen in sein finsteres Reich. In der böchsten Not eilte der Vater zu Jesus, dem Heiland und Erlöser, und bat ihn, hinabzukommen in sein Haus und seinen Sohn zu heilen. So führt auch den Menschen oft nur ein großes, erschütterndes Unglück zu Gott, seinem Herrn, den er in der Freude und Lust des Lebens völlig vergessen hal. Namentlich ist es der Tod, die größte aller Heimsuchungen Gottes, und die schwerste Züchtigung, die als Strafe für die Sünde auf allem Fleische liegt, der Tod, dieser gewaltige Bote, der den Menschen am eindringlichsten mahnt, seines Schöpfers zu gedenken und seine Gnade und Barmherzigkeit zu suchen. Wie aber einstens der Heiland dem königlichen Beamten voll Liebe entgegenkam und ihm in der höchsten Not mit seiner Wunderkraft zur Seite stand, so ist er auch bei allen Menschen bereit, ihnen im Augenblicke des Todes, in der größten und schwersten Not, beizustehen und den Reichtum seiner Liebe und Gnade über sie auszugießen.„Kommet zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich willeuch erquicken, so rust Jesus Christus uns zu und bittet uns, in allen Gefahren des Lebens und in den Stunden der Heimsuchung zu ihm hinaufzublicken, bei ihm anzuklopfen, bei ihm Hülfe und Beistand zu erflehen. Diese Worte des Heilandes leuchten wie Sonnenstrahlen über dem Leben der Völker und über dem Dasein der Menschen und erhellen mit ihrem Scheine die vielen dunklen Stunden, die über uns kommen im Verlauf unierer irdischen Pilgerschaft. Wie aber der Frennd sich in der Nor am meisten bewährt, und wie er in ihr am besten erkannt und gewertet wird, so bewährt sich auch der Heiland in der Todesstunde als unser bester, unser einzig wahrhafter Freund, dessen Hand der Mensch gern ergreift, auch wenn er sie viele Jahre in Kälte und Verachtung zurückgestoßen hat. Dann scheint seine Gnade wie ein leuchtendes und sanftes Abendrot, das die letzten Strablen des Lebens vergoldet und dem scheidenden Tage die Hoffnung eines neuen und schöneren Morgens verspricht. Jesus Christus hat es uns gesagt, daß im Jenseits die wahre und einzige Heimat des Menschen ist; daß das irdische Leben nur wie ein kurzer Tag, wie die Stunde einer Nachtwache ist, die schnell vergeht. Er hat den Sterbenden die liebevolle Mahnung gegeben, von der Brücke unseres irdischen Daseins fröhlich und heiter hinüberzuschauen auf das Gestade des Jenseits, zu dem wir alle ziehen. Dort erwarten uns wahre, ewige Güter, dort gibt es keine Trennung zwischen uns und jenen=Seelen, die wir hier auf Erden in Schmerzen und Tränen verlassen haben. Nicht ein weinender Todesengel, der die Fackel des Lebens in stummem Schmerze auslöscht, soll das Grab des Christen zieren, sondern ein Engel des ewigen Lebens und des Friedens, des Friedens in Jesus Christus, unserem Heiland, der am Kreuze dem Tode seinen Schmerz genommen und seinen Stachel im eigenen Sterben gebrochen hat. Darum sei auch der Heiland im Leben und im Sterben unser Freund und unsere Hoffnung. F. 5 der Niedergang des handels im alten Köln. Der Ruhm und Reichtum der freien Reichsstadt Köln, der sich vornehmlich auf der außerordentlichen Rolle unserer Vaterstadt als Handels= und Stapelplatzes aufbaute und seinen Glanzpunkt mit der Blüte der Hansa erlebte, verblaßte vom Ende des 16. Jahrhunderts an. Die Bedeutung Kölns als Handelsstadt beruhte schon zu den frühesten Zeiten auf seiner vorzüglichen geographischen Lage, als hier die großen Land= und Heerstraßen von allen Seiten zusammenliefen, welche dem Handel und Verkehr der Kölner Kaufherren und Gewerbetreibenden weite Wirtschaftsgebiete eröffneten. Dazu kam, daß die Stadt Köln sich auf dem Rhein das Stapelrecht zu sichern wutte und dieses auch schließlich für die auf dem Landwege eingehenden Güter erzwang. Den Bürgern der Stadt Köln stand ein dreitägiges Vorkaufsrecht auf alle Waren zu, während anderseits der Stapel für die Finanzen der Stadt eine der ergiebigsten Geldquellen bildete, da alle Kaufabschlüsse mit Abgaben belastet wurden. Vom zwölften Jahrhundert an a Zu Leberts auf der Au. Skizze von J. Diel(Hattenheim). Wer sind Leberts? Brave, stille Leute, sonst unbekannt in der großen Welt. Mir stehen sie näher, denn es sind meine nächsten Nachbarn. Nur eine Viertelstunde von Hattenheim entfernt. Allerdings überm Wasser. Und doch konnte ich bis vor kurzem noch nicht zu ihnen gelangen. Denn der Rhein ist vor mir in zwei Teile, die große und kleine Gieß, gespalten. Dazwischen liegt in einer Länge von vier Kilometern die Westfälische Au, auch Mariannenau genannt. Rund um diese Rheinau und zur Rechten und Linken und noch weiter bis gen Oestrich hin ziehen sich Kribben. Um in gerader Linie über die Kribben und Insel zu meinen Nachbarn auf der linken Seite zu kommen, müßte ich schon einen Zeppelin oder Flugapparat haben. Ein Zeppelin ist jedoch für meine Privatzwecke zu groß, und ein Flugzeug mir noch zu gefährlich. Da marschierte ich lieber zur Ueberfahrt bis Oestrich=Winkel. In Freiweinheim im Hessischen landete ich in der Bucht oberhalb des Köln=Düsseldorfer Landeblocks. Eine kurze Strecke wird mein Kahn aufwärts gestoßen. Tann biegen wir in den hier mündenden„Alten Rhein“ ein. Nur wenige Meter aufwärts, und schon sehen und riechen wir die hier einlaufende Elz, die von Ingelheim herunterkommt und dort verdreckt wird. Der Alte Rhein trennt sic gegenüber dem oberen Teil der Westfälischen Au vom Strom und vereinigt sich nach einem einstündigen Lauf bei Freiweinheim wieder mit dem Mutterstrom. Er darf nicht förmlich als ein Arm des Rheines angesehen werden; denn er ist meist nur 12—15 Meter breit und erscheint mehr als Kanal. Das schmal und lang gestreckte Gelände zwischen dem Alten Rhein und dem Mutterstrom heißt seit Jahrhunderten die„alte Sandau“ und ist in seinem oberen Teil mit aufstehenden Gebäuden Eigentum der Familie Lebert. Früher konnte man auch auf dem Alten Rhein zu Leberts gelangen. Jetzt aber verhindern mehrere angelegte Wehre das ungestörte Befahren. Doch lohnt sich eine Fahrt in den Alten Rhein hinein sehr. Das Gelände rechts und links ist mit Schilf, Strauch und Baum dicht bewachsen. Aus dem Wasser selbst schießen auf weite Strecken üppige Kryptogamen in verzweigten, Kolonien. Gegen das schlammige Ufer hin wuchern bis zu Mannesgröße fette Dolden, Standen, Kräuter und Binsen. Man ist unvermerkt in die Arme der noch ungestörten Natur geglitten. Man fühlt sich fast wie im Urwald. Doch bekommt man weiterfahrend das Gefühl, als legten sich einschnürend die Arme der Natur allzu fest, fast zum Ersticken, um Schultern und Hals. Man fürchtet beinahe, die Ufer= und Wasserpflanzen wollten durch ihre Stärke und Fülle unseren Kahn festhalten und in ihre langgestreckten Glieder verstricken. Also vorsichtig durch das Gehänge und Gewurzel zurück! Der Nachen fährt sonst ja leicht dahin, denn der Alte Rhein hat fast kein Gefälle, ja fast keine Strömung. Als wir im eigentlichen Rhein angekommen waren, stieg ich aus, denn der hat hier starken Lauf. Ich wollte mit meinen fast zwei Zentnern Gewicht den Kahn nicht beschweren, als meine zwei Begleiter ihn auswärts zogen. Einer der beiden nahm nämlich das Seil über die Schultern und„pferdete" auf dem Leinpfad gehend das Schifflein zu Berg, während der andere am Ruder saß. Bald stoßen wir schon wieder auf eine Kribbe. Vom jenseitigen Ufer bemerkt man sie gar nicht, trotz ihrer Länge. Sie kommt von oben auf die Entfernung von zwanzig Minuten her. Am Kribbenkopf steht wie ein Reiher ein Fischer und angelt. Zwischen der Kribbe und dem Ufer pferdet sich der Kahn ohne Mühe; um so mühsamer aber muß er oben über die Kribbe gehoben werden. Das ist zudem dem Fischer gar nicht lieb, der hier im Winkel seine Angel ausgeworfen hat. Doch die Beunruhigung dauert nicht lange. Ein pfündiger Aal und ein kleiner Barsch hängen bereits im Tragnetz, und der Stopfen über dem Wasser wird öfters von anbeißenden Fischen rasch über die Fläche und dann ins Wasser hinunter gezogen. Der Fischer ist ein Bahnarbeiter aus Heidesheim. Er benutzt die paar Tage seiner Ferien zum gesunden Angelsport. Die Erlaubniskarte kostet im Hessischen nur drei Mark; die Sonntage sind jedoch ausgenommen. Ohne diese Beschränkung steht sich drüben im Preußischen derselbe Schein auf zehn Mark. Schon bei unserer Fahrt in den Alten Rhein bemerkten wir zwei Angler, offensichtlich Arbeiter, zwischen dem Gestrüpp. Bei unserem Nahen verwandelten sie sich plötzlich in Schläfer und legten sich auf den Sand harmlos zur Ruhe nieder. Da wir bald darauf zurückruderten, hatten sie auch unsere Harmlosigkeit erkannt und waren wieder Fischer geworden. Wenn besuchten Kölner Kaufherren alle größeren Märkte und Handelsplatze bis zum fernen Spauien und Nowgorod in Rußland; ja Köln zählte eine Zeitlang mit zu den hervorragendsten Handelsplätzen der damaligen Welt. Der Kölner Großhandel stützte sich bei seinen weitreichenden Verbindungen mit Flandern, den Niederlanden, England, Skaudinavien, Italien usw. teilweise auf besondere Bundnisse. Handelsverträge und Vorrechte, teilweise auf die aus der Zugehörigkeit zur Hansa entspringenden Rechte und Verbindungen. Dabei ließ sich der Rat der Stadt bei allen wichtigen Fragen und Ereignissen des öffentlichen Lebens durch Rücksichten auf die Handelsinteressen leiten, deren Erhaltung für den städtischen Haushalt von größtem Einfluß war. So verfolgten auch die verschiedenen Verbindungen und Gruppen von Kaufleuten und Handelsstädten als Hauptzweck den Schutz der gegenseitigen Interessen. Die ersten Erschwernisse, die sich für den Handel nach und nach als eine drückende Last erwiesen, waren die vielen Zölle, Wege= und Geleitgelder, durch die jeder Landesherr seine Kasse zu füllen bestrebt war. Am Rhein zwischen Bingen und Emmerich befanden sich Zollstätten zu Oberwesel, Kaub, Koblen;, Andernach, Hammerstein, Linz, Bonn, Lulsdorf, Düsseldorf und Rheinberg: Köln war selbst auch im Besitz eines Zolles. Wegegelder mußten bezahlt werden zu Königsdorf, Brauweiler, Bocklemünd, Modrath, Merheim, Brühl, Lechenich, Brück usw. In Schlettstadt, wo die Kölner Kaufleute nach altem Herkommen zollfrei waren, wurden sie 1421 zur Entrichtung eines Zolles angehalten; in ähnlicher Weise waren sie schon 1410 in Men zur Bezahlung ungewohnter Abgaben genötigt worden. Der Handel nach den Niederlanden erlitt eine Erschwerung, indem es Dordrecht gelang, sich auch ein Stapelrecht zu schaffen. Der Wagemut und Unternehmungsgeist der Kölner Kauf herren wurde dieser Schwierigkeiten noch Herr, wie sie auch während der steten Fehden des Mittelalters durch starkes Geleite ihre Gütersendungen zu schützen wußten. Der Verfall aber, der in ganz Deutschland infolge des dreißigjährigen Krieges eintrat, konnte ebensowenig, wie das Emporblühen der Seestädte Bremen und Hamburg, sowie des holländischen und englischen Handels infolge des Ueberseeverkehrs seit der Entdeckung des Seeweges nach Indien ohne schwerwiegenden Einfluß auf die weitere Entwickelung Kölns als Handelsplatzes bleiben. Die Auflösung der Hansa hatte auch ihren Anteil an dem Niedergang de: Handels. Ebenso wirkten die Zwistigkeiten im Innern der Stadk sowie die vielfachen Streitigkeiten mit den Erzbischöfen hemmend auf den Handelsverkehr. Die Verschiebung in den politischen Machtverhältnissen der Völker minderte ebenfalls den Einfluß der früher angesehenen Reichsstadt. In der Folgezeit ware## ich sehe, wie den Leuten, die als Anwohner das erste natürliche Recht auf das Fischen haben, in den letzten Jahrzehnten dieses Recht völlig entzogen wurde, so habe ich stets meine eigenen Gedanken. Die sind allerdings nicht auf dem gewöhnlichen Wege des paragraphierten geltenden Rechtes. Doch erlaube ich mir, sie nicht bloß zu haben, sondern auch auszusprechen. Vor vierzig oder. fünfzig Jahren fischte im Rhein mit Angeln wer wollte. Selbst in forellenreichen Nebenbächen war das Fischen mit Gerten wenigstens geduldet. Als Kind und Jüngling habe ich im Bache Forellen und im Rhein Weißfische, Mulben, Barben, Breitfische, Hechte, Barsche und Aale nach Belieben gefischt. Fast die gesamte Jugend saß Sonntagsnachmittags angelnd am Bach oder Rhein. Das war gesunde natürliche körperliche Ertüchtigung, das war die von selbst gegebene Jugendpflege. Jetzt, wo man die Jugend in den Flegeljahren mit Gewali von der Natur weg ins Wirtshaus getrieben hat, sucht man sie wieder künstlich zur Natur zurückzuführen. Wenn heute ein Kind an einen Faden eine gekrümmte Stecknadel hängt und ein Würmlein von 0,001 Millimeter Dicke darauf spießt und ins Wasser hält, so kommt ihm dies Verbrechen auf eine Strafe von„nicht unter drei Mark" zu stehen. Die reinen Freuden von Zehntausenden werden dem Sport einiger weniger Reichen und Großen geopfert, indes die Abwässer der Fabriken die Fische zu Millionen vernichten. So im Preußischen. Die blinden Hessen sind, wie oben vermerkt, anscheinend etwar hellsehender. Doch wir wollten ja, glaub' ich, zu Leberts. Da stoßen wir ja schon auf ihren Kahn, der da nahe am Ufer an einem Schwimmpfahl angekettet ist. Für das Fahrwasser der großen Gieß sind Leberts eine Art Wahrschauer. Sie zünden zweiundeinenhalben Monat lang von anfangs August bis Mitte Lktober, wenn also die Nächte länger werden, für die KölnDüsseldorfer und. Holländer Abend= und Nachtschiffe Lichter an, mitten in der großen Gieß und am Kopf einer in dieselbe einlaufenden Kribbe. Es sind nämlich für gewöhnlich nur die Personendampfer, welche durch die große Gieß fahren und allo hier der Lichtsignale benötigen. Die Schlepper passieren die kleine Gieß auf der=Hattenheimer Seite. Für das erste berg wärts kommende Schiff— zu Tal verkehren hier nach Eintrin der Tunkelheit keine Personendampfer mehr— erhält Leder Tolonia. Lonntagsdeflage zum Kölner Local-Auzeiger. Nr. 41 K es die Raubzüge unter König Ludwig XIV., welche störend in den Handel eingriffen, und mit der Losreißung ElsaßLothringens vom Deutschen Reiche zu Ende des 17. Jahrhunderts ging der Stadt Köln auch in diesen Landen ein großes Absatzgebiet verloren. Die Kriegsstürme, welche dann wegen der Erbfolge in Spanien und infolge des österreichischen Erbfolgekrieges ausbrachen, machten die Hoffnungen, welche man 1697 nach dem Abschluß des Friedens von Ryswyk auf die Wiederbelebung des Handels und der Gewerbe gesetzt. hatte, alsbald zu nichte. So hatte Köln seit dem Ende des 16. Jahrhunderts aufgehört, der Knotenpunkt für den Handelsverkehr zwischen Italien, Süddeutschland, Frankreich und den Niederlanden, den deutschen Seestädlen, England, Skandinavien und Rußland zu sein. Den großen Kölner Kaufherren, die sonst schwerbeladene Schiffe nach den entferntesten Gegenden befrachteten und deren Waren in früheren Jahrhunderten in allen Weltgegenden vertrieben worden waren, verloren ihre Absatzgebiete. Die inneren Wirren und Kämpfe in der Stadt zwischen den Geschlechtern und Zünften trugen zum Teil mit Schuld, daß mächtige Gewerbezweige Köln verloren gingen. In der Wollenweberei wurde Köln von den Städten Aachen, Eupen und Montjoie, sowie von bergischen Orten überholt. Die Solinger Messerschmiede verdrängten dieses einst in Köln blühende Gewerbe auf dem Weltmarkte, während Lüttich die Waffenausfuhr an sich reißen konnte, die früher in Köln eine große Rolle gespielt hatte; namentlich hatten die Kannengießer einen großen Ruf genossen. Der große Getreide= und Fruchthandel Kölns verlor an Bedeutung. Die Kammacher, Drechsler und Hornarbeiter, die Bürstenbinder, Hutmacher und Kürschner, die sonst Kundschaft und Absatz für ihre Erzeugnisse in den entferntesten Weltgegenden fanden, hatten ihre Geschäfte auf ein bescheidenes Maß zurückführen müssen, das nur noch dem Bedarf der Stadt und ihrer nächsten Umgebung zu dienen brauchte. Einzig der umfangreiche Weinhandel Kölns behauptete sich durch alle Stürme der Zeit am besten. Der Ruf der Kölner Gold= und Silberarbeiter, deren kunstvolle Arbeiten früher gesucht waren, war zu einem Schatten herabgesunken. Die Börsengeschäfte, die bis zum Jahre 1730 unter freiem Himmel auf dem Heumarkt abgewickelt worden waren, bis in jenem Jahre ein Gebäude für diesen Zweck vom Rate der Stadt hergegeben wurde, schrumpften infolge der immer trauriger gewordenen Lage der Kölner Handelsverhältnisse derart zusammen, daß schließlich der Börsensaal leer stand und um die Mitte des 18. Jahrhunderts dem Postmeister für seine Zwecke eingeräumt werden konnte. Auch die Erleichterung, welche Handel und Verkehr durch die bessere Einrichtung des Postwesens durch die Fürsten von Taxis erfuhren, vermochte den Verfall des Kölner Handels nicht aufzuhalten. Einigen Ersatz für die schweren Einbußen auf diesem Gebiet, dem Köln seinen früheren Reichtum verdankte, hatte man in der Herstellung und dem Vertrieb von Massenartikeln gefunden, die damals in das Gewerbeleben eingeführt wurden. Es waren dies Glaswaren, Tabak, Tabakspfeifen und Branntwein. Die erste Glasfabrik war um das Jahr 1606 in Köln von einigen Italienern angelegt worden. Das Branntweinbrennen hatte bereits Ende des 16. Jahrhunderts Eingang in Köln gefunden, während der Tabak zum Rauchen und zum Schnupfen zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter das Volk gelangte. Die Herstellung von Tabakspfeifen gestaltete sich infolgedessen zu einem lohnenden Gewerbe. Im 18. Jahrhundert entstanden noch Buchweizen=Schälmühlen, Sägemühlen, eine Senffabrik, eine Porzellanmanufaktur und eine Fabrik für Manufakturwaren. Mitten in die schlimmste Zeit des Handelsniederganges in Köln fällt die Erfindung des wohlriechenden„Kölnischen Wassers“ um die Wende des 17. Jahrhunderts, das alsbald seinen Siegeslauf durch die ganze Welt antrat und dem Handelsruhm der Stadt Köln ein neues Blatt beifügte. Die Wirren der französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege nebst der Kontinentalsperre waren einer Entfaltung von Handel und Verkehr naturgemäß ungünstig. Erst das 15. Jahrhundert hat hier wie im ganzen deutschen Vaterlande auch in Köln den Umschwung zum Besseren gebracht. am Etwas vom Kriegsgewinn. Ein Landsturmmann aus der Umgegend von Köln, der jetzt auf dem östlichen Kriegsschauplatz steht, hat seinem Ortspfarrer folgende Ausführungen gesandt, die ihrer trefflichen Gedanken wegen einem weiteren Leserkreise zugänglich gemacht zu werden verdienen. Der Krieg hat viele Lasten gebracht für uns alle und schwere Leiden für viele. Er hat aber auch viel Segen gebracht, dem Gewitter gleich, das schrecklichen Donner und zündende Blitze beschert, aber auch reine Luft und fruchtbaren Regen. Bei diesem Vergleich denke ich nicht an den Goldregen, sondern an den Tugendregen. Der Kaiser sprach neulich in seinem Jahreserlaß von Läuterungen, die unser nationales Leben erfahren hat, und von neuen Wegen, die eingeschlagen werden müßten. Das gilt nicht nur für die Politik, sondern auch für das Einzelleben und für das Familienleben. Fangen wir bei den Kleinsten an. Ist es nicht ein Kriegsgewinn von höherem Wert, als alle Goldbarren, wenn wir die Ehrfurcht vor dem Kinde, die Liebe zum Nachwuchs, wiedergewinnen? In weiten Kreisen entwickelte sich in der faulen Friedenszeit jene häßliche Scheu vor dem Kinde, die dem christlichen Sinn und den echtdeutschen Ueberlieferungen schnöde zuwiderlief und die Volkskraft in ihren Wurzeln bedroht. Vaterstolz und Mutterstolz wurden als rückständige Torheiten ausgegeben. Jetzt aber erheben die Eltern noch ihr Haupt; vor allem die, deren Sprößlinge bereits im Dienste des Vaterlandes kämpfen oder arbeiten; dann auch die, welche die Ersatz= und Zukunftskräfte pflegen und sich bewußt sind, daß sie dem Vaterlande besseres liefern, als die üppigsten Anleihezeichner, nämlich die lebendige Wehrmacht, von der alles abhängt. Bisher sollte es„modern“ sein, kinderreiche Familien zu bemitleiden; jetzt ist es zeitgemäß, den kinderlosen Familien das Mitleid zuzuwenden. Nicht die Bequemlichkeit sichert das häusliche Glück, sondern die Zufriedenheit. Eine innige Herzensgemeinschaft, ein frohes Behagen an der aufblühenden Familie macht das Heim zum halben Himmel. Wenn wir etwas verlieren oder zu verlieren fürchten, dann wird es uns erst recht wert und lieb. Der Krieg hat viele Familien mit dem Verlust teurer Glieder heimgesucht, und noch zahlreiche Familien standen und stehen unter der Gefahr des Verlustes, unter der Pein der Trennung. Aber gerade dadurch ist der Familiensinn gehoben worden. Jetzt fühlen die Alten und die Jungen erst recht, was sie einander gegenseitig wert sind. Wenn die brave Frau ihren Mann ins Feld geschickt hat, so erkaltet nicht die eheliche Liebe, sondern sie frischt sich auf zu der Herzlichkeit des Brautstandes. Die Eltern, die ihren feldgrauen Söhnen den Abschiedssegen gegeben haben, fühlen sich durch die drahtlose Telegraphie der Seelen jetzt inniger als je mit ihren Sprößlingen verbunden, die Sorge ist durch Vertrauen gemildert und durch Stolz versüßt. Und wie mancher junge Bursche, der in den Friedenszeiten gegen die Eltern kühl oder gar widerborstig geworden war, hat in den Schützengräben wieder erkennen gelernt, was für einen Schatz er an dem treuen Vater und der zärtlichen Mutter hat. Die räumliche Trennung hat vielfach die innerliche Annäherung befördert, und nach dem Friedensschluß und Siegeseinzug wird zweifellos das friedlichdeutsche Familienleben eine Auffrischung und Veredelung zeigen, die seinen alten guten Ruf vollständig 10. Oktober 1915. wiederhergestellt. Schon das wäre ein unschätzbarer Kriegsgewinn. Im Zusammenhang damit steht die tüchtige Erziehung der heranwachsenden Jugend. Sie steht unter den Einwirkungen der kriegerischen Ereignisse. Der Krieg verroht nicht, aber er stählt. Es ist wohl möglich, daß der gegenwärtige Nachwuchs aus den Schulbüchern nicht gan so viel lernt, als man uns Alten eingetrichtert hat, aber aus dem Leben lernen sie früher und reichlicher. Die Spiele der Kleinen auf den Gassen werden kriegerisch und die Leibesübungen der Halbwüchsigen werden soldatisch. Das schadet aber nicht, sondern macht Leib und Secle gewandt, tatkräftig, frisch und frohgemut. Das Können steigt inr Werte gegenüber dem bleichsüchtigen Wissen. Dieser Zug der Zeit ist gerade für Deutschland von Vorteil, da bei uns durch Natur und Herkommen die Gefahr ausgeschlossen ist, daß die förmliche Geistesbildung zu sehr zurückgedrängt werde. Das Volk der„Dichter und Denker“ kann sich ruhig etwas mehr auf die praktische Seite werfen. Als weiteren Kriegsgewinn können wir die Auffrischung des Bürgersinnes begrüßen. Ja, wir hatten in unserem Volke noch mehr Nationalgefühl und staatsbürgerliches Bewußtsein, als wir selber glaubten. Dieser Schatz war nur teilweise unter Staub und Schutt geraten, sodaß manche an ihm verzweifeln wollten. Jetzt wissen wir aber selbst und lassen es vor aller Welt klar werden, daß wir ein einig Volk von Brüdern sind, in der Volksgesamtheit der Vaterlandspflicht voll bewußt und bereit zu ihrer Erfüllung bis zum Tode. Bisher schien es vielfach, als ob der Deutsche ein Einzelmensch oder höchstens ein Parteimensch sein wollte; jetzt fühlt sich jeder als Staatsbürger, als Reichsbürger, und im Verkehr mit den anderen Leuten sieht er nicht auf die Unterschiede, sondern auf das Einigende: es sind alles Mitbürger, die gemeinsam arbeiten, gemeinsam leiden, gemeinsam kämpfen und auch gemeinsam triumphieren wollen. T, wenn uns die Eintracht, der innere Friede doch dauernd erhalten bliebe! Das wäre ein beseligender Kriegsgewinn. Der Krieg ist wie ein Feuer: die schwachen Stoffe verbrennen, das Edelmetall wird geläutert. Das herrlichste Gold, das aus diesem Schmelztigel fließt, ist der religiöse Aufschwung. Möge er sich dauernd bewähren. Den besten Beitrag dazu liefern wir, wenn jeder für sein eigenes Leben und für sein Wirken in der Familie den frommen Sinn tatsächlich bekundet. Im Zusammenhang damit steht die sittliche Läuterung und Beredelung. Die Genußsucht ist durch die Kriegssorgen und Kriegslasten erheblich eingeschränkt worden. Es fragt sich nur, ob die ernstere Lebensführung auch nach dem Kriege noch vorhalten wird, wenn die Versuchungen der„schönen Tage“ wiederkehren, vielleicht ähnlich wie vor 44 Jahren, als nach dem Kriege die Gründerzeit in allen Auswüchsen des Tanzes um das goldene Kalb sich einstellte. Hoffen wir, daß der jetzige Krieg, der uns länger und strenger in Zucht nimmt, als sein Vorgänger, auch gründlichere Reformarbeit hinterläßt. Dasselbe gilt von der Verbesserung der Mode, die an sich nebensächlich erscheint, aber doch in ihren sozialen, wirtschaftlichen und sittlichen Wirkungen von großer Bedeutung ist. Die Betrachtung zeigt, daß wir noch nicht alle Kriegsgewinne in der Scheuer haben, sondern noch sorgen und streben müssen, damit die Vorteile dieser großen Heimsuchung uns und dem ganzen Volke wirklich gesichert werden. Erfreulich und ermutigend ist eben schon die Aussicht, daß der Krieg sich als eine heilsame Schule und als ein Jungbrunnen bewähren werde, wenn wir uns nur empfänglich zeigen für die geistigen Kriegsgewinne. Der Goldregen mag dem Fiskus überlassen bleiben, den Tugendregen wollen wir allzumal aufzufangen suchen, so gut es nur geht, dann wird er zu einem Glücksregen aus dunklen Gewitterwolken, zum reichen Segen für den einzelnen, jedesmal eine Mark, für jedes folgende 50 Pfennig, die er für beide Gesellschaften zur Rechnung bringt. Gerade hier, wo der Nachen liegt, erhebt sich ein eigenartiges Gebäude, das wohl jeder Insasse der Rheinschiffe schon beobachtet hat. Und sollte er es nicht merken, so macht eine große rot=weiße Fahne an einem hohen Mast daneben darauf aufmerksam. Der reiche Herr von Erlanger zu Ingelheim errichtete dort im Jahre 1893 hart am Ufer des Rheines unter hohen Bäumen eine Art Kapelle, dem Aeußeren nach zu urteilen, mit Wendeltreppenturm, Chörchen und darüber am Giebel hängendem Glöcklein. Die Längsseite ist dem Rheine zugewandt. An eine massige romanische Säule aus graugelbem Sandstein lehnt sich nach rechts und links je eine schwere mit kunstvollen Eisenbeschlägen verzierte Türe. Darüber stehen die Worte gemeißelt: Salus intrantibus. Ueber dem Eingang von oben ist geschrieben: Seid willkommen, edle Gäste Jedem echten deutschen Sinn! Denn das Herrlichste, das Beste, Bringt allein dem Geist Gewinn. Das Gebäude ist, wie schon die Inschrift ahnen läßt, ein den großen Herrengebänden in Ingelheim gleichsam als Brückentoof vorgelagertes Lusthaus. Noch heute kommt die verwitwete rau Erlanger mit ihren Gästen zum Kaffee oder Festessen östers hierher. Wenn sie die nahe Brücke über den Alten Rhein mit Besuch und Dienerschaft überschreitet, beginnt das Glöcklein zu läuten und damit den Gästen den Willkommgruß zu entbieten. Die Wände der Kapelle sind fast ganz in Efen, wilde Reben und wilde Rosenhecken gehüllt. Nahe bei der „Kapelle“ steht noch eine größere Klausnerhütte mit Wänden aus Baumrinde, die an das Knusperhäuschen im Märchen erinnert. Tabei erhebt sich ein runder steinerner Tisch von so großer Mächtigkeit, daß man unwillkürlich nachsieht, ob nicht Kaiser Rotbart daran sitzt und sein Bart durch die Platte gewachsen ist. Doch sind auch für gewöhnliche sterbliche Wanderer zwei Bänke mit Holzsitzen zum Ausruhen angebracht. Ich glaube nicht, daß in vielen Reisehandbüchern jenes Erlangersche Gebäude vermerkt ist, obschon es jeder vom Schiffe aus sieht und unwillkürlich nach seinem Zwecke fragt. Denn hier ist man zwar an der großen Völkerstraße am Rhein, aber doch weitab von bewohnten Stätten. Nach Ingelheim und Heidesheim, worüber Landstraße und Eisenbahn gehen, ist es gut drei Viertelstunden. Das gewaltige Gelände davor bis zum Rhein wird nur von sehr wenigen Reisenden besucht und ist bei schlechtem Wetter auch schwer zugänglich. Es gehört zum Ueberschwemmungsgebiet bei Hochwasser, weshalb die Wege auf aufgeworfenen Dämmen gehen. Scheinbar mitten in der Welt wohnen Leberts also in tiefster Einsamkeit. Man sieht ihre Besitzung von Erlangers„Kapelle“ aus durch die Bäume schimmern. In drei Minuten sind wir da. Zwei Wohnhäuser mit Scheuer und Stall, alles zusammenhängend. Wir suchen die Wirtsstube, da seit alter Zeit bei Leberts Wirtschaft sein soll. An keinem Haus befindet sich ein Schild. Wir gehen auf gut Glück am vorderen vorbei und streben dem hinteren zu. Beim Eintritt in das niedrige, unscheinbare, inschriftslose Haus überfällt uns großes Erstaunen. Die geräumige Gaststube ist ein Künstlerheim. Alle vier Wände sind kunstgerecht mit Wild- und Jagdszenen ausgemalt. Der Mainzer Kunstmaler selbst zeichnet sich, wie er mit einem Hühnerhund auf der Jagd sich befindet. Taneben treiben sich Wildschweine mit ihren Frischlingen umher, dann folgen Hirsche und Rehe. In einer Ecke reckt sich ein Fuchs gegen eine Wildkatze, die, ihn verächtlich anschauend, mit ihrem dicken Kopf auf einem Baumaste in Sicherheit sitzt. Der alte Lebert reicht auf einem anderen Bilde mit porträtähnlichen Figuren dem alten Baron von Erlanger nach stattgehabter Jagd einen Labetrunk. Im Zimmer selbst produziert sich im Käfig ein farbenprächtiger Papagei. Auf einem Tische an der Wand geben ausgestopfte Eichhörnchen, auf zwei Beinen stehend, ein lustiges Konzert, das eine mit Baßgeige, zwei mit Violinen und eins mit Klarinette. Kleine Reliefbilder von Jagdtieren hängen in naturgerechten Farben an der Wand. Die größte Merkwürdigkeit aber befindet sich in einem Nebenzimmer. Im Glasschrank von beträchtlichen Größenverhältnissen sind nebst einigen fremden Tieren solche ausgestopft, die in der Umgegend geschossen wurden. Darunter als Glanzstück ein mächtiger Seeadler, der hier als Irrling umherschweifte und nach einer durch drei Herren abgehaltenen Jagd am Abende endlich erbeutet wurde. Storch, Haubentaucher, Möven, Wildenten, Gänse mit allerliebsten Nestlingen, Feldhühner, Fasanen, Elstern, Rohrsänger aller Arten, Stelzen, Wasser=, Sumpf= und Raubvögel schier ohne Zahl, dann Fischotter, Fuchs, Hase, Kaninchen, vollendet ausgestopft, zeigen den Reichtum der Tierwelt dieses Alluvialgebietes. In der Tat ist dieses stundenlange, fast von Mainz bis gen Bingen sich erstreckende Gelände ein berühmtes Dorado der Jäger. Wasser, Sumpf, Wiesen, Ackerland, Sandboden, krenz und quer ziehende Dämme, fast undurchdringliches Dickicht am Alten Rhein in seinem ganzen Lauf, Jahrhunderte alte Ellern und Weiden, Eichen, Buchen, hoch und majestätisch ragende Pappeln, Ufergebüsch, Ried= und Rohrwald, Kribben, Ufersteine, Sandbänke, alles vereinigt sich, um dem kriechenden, laufenden, fliegenden und schwimmenden Wild ein Heim und Schutzaufenthalt zu bieten, wie er schwerlich mehr so ideal am ganzen Rhein vorkommt. Was 1790 der Eberbacher Mönch und Geschichtsschreiber Bär von der äußeren Beschaffenheit dieser Niederung schreibt, trifft heute noch zu:„Der Rhein breitete sich in den Vorzeiten weit über die heutigen Ufer aus und ging viel näher an Budenheim, Heidesheim, Ingelheim und Gaulsheim weg. Der niedere, mit Bäumen und Gras bewachsene, von Mombach bis Gaulsheim in einer Strecke fortziehende Landstrich verrät noch heute beim ersten Anblicke, daß er vordem zum Rheinbette gehörte.“ Es gereicht den Gemeinden zu hohem Ruhm, daß sie so ziemlich alles ursprüngliche Gehölz gelassen und doch den Boden zu hoher Wiesen= und Feldfrüchtekultur erhoben und noch außerordentlich reich mit Obstbäumen versehen haben. Dazu kommt, daß die ausgedehnten toten Flächen des Rheines zwischen den Kribben für die Wasservögel einen Aufenthaltsort wie nur gewünscht darstellen. Tausende und Tausende Möven und Wildenten bedecken hier im Winter zeitweise wie mit einer ununterbrochenen Decke das tote Wasser. Auch alle gewöhnlichen Sänger, zumal Nachtigallen, Drosseln und Finken, sowie Rohrsänger sind hier zahllos vertreten. Das naturwissenschaftliche Lehrmittel=Institut Wilh. Schlüter zu Halle verlangte gerade bei meiner Anwesenheit von Leberts: Fasanen, Elstern, Stockenten, Bachmöven ausgestopft und 15 Nester von Teichrohr Nr. 41 für die Familie und für das ganze Volk. Ein Trost für alle diejenigen, die im Kriege nicht reicher werden an Geld und Vermögen. Denn schließlich kommt es weniger darauf an, was wir haben, als was wir sind. Haben wir in der herben Kriegsschule etwas gelernt? Sind wir klüger, tüchtiger, besser geworden? Ist unsere Zufriedenheit, unser inniges und inneres Glück gewachsen? Wenn das der Fall ist, so dürfen wir froh und stolz sein auf einen Kriegsgewinn, den uns kein Dieb rauben und kein Steuerempfänger schmälern kann. K. Colonia. Sonntagsbeilage zum Kölner Local-Anzeiger. 3 60 Hindenburg=Wein! Sankt Petrus trägt, wie jedem bekannt, Zwei mächtige Schlüssel in seiner Hand, Von Gold der eine, der andre von Eisen, Ich will euch ihre Bedeutung weisen: Der goldene Schlüssel— auf schließt er dir, Wenn du betest und schaffest, die Himmelstür, Wenn du schaffest und betest wie jeder Held, Der im Osten und Westen die Grenzwacht hält. Heil euch, ihr Recken, die rotes Blut Fürs Vaterland opfern mit Glut und Mut! Die Herbstsonne sprüht in den Lebenswein, Sie funkelt mir glühend ins Glas hinein, Das der Alte, heim aus dem Kampfe gekehrt, Den Alten, den Jungen, den Tapferen leert. Der eiserne Schlüssel hält in Haft Der rheinischen Traube feurigen Saft. Und kehren die Sieger zum Vaterland, Sankt Peter nimmt diesen Schlüssel zur Hand, Er öffnet die Klause, er spundet das Faß, Daß duftend entströme das tiefrote Naß Den Tapfern, den Mut'gen, vom Narew, vom Rhein, Der heuer gerelterte Hindenburg=Wein! Sankt Peter in Walvorzheim, an Hindenburgs Geburtstag, 2. Oktober 1915. Hauptmann Dornemann. mh Seit wann wird Frankreich als Deutschlauds„Erbfeind" bezeichnet? Wie schon in früheren deutschen Kriegen gegen Frankreich, so ist auch in dem gegenwärtigen Kriege unser westlicher Nachbar wiederholt als Deutschlands„Erbfeind" bezeichnet worden. Der Ausdruck„Erbfeind“, der sich schon in einem Schreiben schaft für deutsche Literatr hielt) gegen die Franzosen zuerst von Kaiser Maximilian I.(1493—1519) gebraucht worden. In der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts werden die Franzosen zuerst von Lichtenberg die Erbfeinde der Deutschen(und Engländer!) genannt. Der Franzosenhaß der Befreiungskriege trug viel dazu bei, dem Wort eine gewisse Volkstümlichkeit bei uns zu sichern, obwohl sich die bedeutendsten Schriftsteller jener Zeit seiner nur vereinzelt bedienten. Erst als der Turnvater Jahn 1835 seine Flugschrift„Deutschlands Erbfeind“ veröffentlicht hatte, fand es die weite Verbreitung, die ihm vor allem zur Zeit des deutschfranzösischen Krieges 1870/71 und in dem Jahrzehnte nachher beschieden war. X der Treubruch Italiens in der Voraussage. Es ist merkwürdig, daß der schmöhliche Treubruch Italiens gegen seine alten Bundesgenossen am Vorabend des Weltkrieges bereits in auffallender Weise vorausgesagt worden ist. Im Jahre 1912 veröffentlichte der angebliche japanische Major Kavakami eine Kriegsphantasie unter dem Titel Der europäische Krieg von 1913, worin es von dem Losschlagen Italiens gegen Oesterreich wörtlich heißt: „Der von den Italienern mit Ungeduld erwartete Augenblick war endlich gekommen und die mit feiner Geschicklichkeit in London gesponnenen Fäden hatten das schöne Italien in das Netz gelockt, zu dem seine Neigung es schon längst mit süßer Gewalt hinzog.“ sängern. Die letzteren lagen alle mit dem Röhricht, darinnen sie kunstvoll gebaut, auf dem Tisch. Die bekommt man hier mit einer Handbewegung. Der eine der Gebrüder Lebert ist ein gelernter und geschickter Präparator und als solcher in der weiteren Umgegend bekannt und geschätzt. Nachdem wir all diese Naturherrlichkeiten an verstecktem Winkel in der Einsamkeit geschaut und auch die großen Schmetterlinge und Spirituspräparate gemustert hatten, dachten wir an die leibliche Erquickung. Die beiden alten Leberts wie die beiden jungen waren mit Familie mit der Kartoffelernte beschäftigt. Als die eine Frau Lebert uns kommen sah, ging sie vom Felde heim in die Wirtschaft. Sie fragte uns jetzt nach unserem Begehr. Bier und drei frische Eier gebacken nebst Brot verlangte der eine meiner Begleiter— es war noch vor dem Krieg— und der andere und ich forderten Schinkenbrot und Bier. Nachdem die Frau in die Küche gegangen war, um Eier, Brot und Schinken zu bereiten, kam sie eilends wieder heraus mit den Worten:„Jetzt muß ich aber lachen. Ich habe kein Stück Broi mehr im Hause. Morgen früh holt mein Mann frisches in Niederingellheim, das sind dreiviertel Stunden!" Als wir das sehr bedauerten, da wir Hunger wie die Wölfe hätten, besann sich die Frau und sagte:„Soll ich bei Schwagers nebenbei mal fragen? Viel haben sie nicht mehr, sie holen morgen mit uns neues. Vielleicht haben sie noch ein Krustchen.“ Richtig, sie besaßen weniger ein Krustchen, als einen ordentlichen Knüttel. Das patriarchalische Verhältnis machte uns vielen Spaß, noch mehr aber die Rechnung: drei gebackene Eier und Brot 25 Pfg., faustdickes Brot mit einer fingerdicken Schinkenauflage auch 25 Vfg. Ich konnte mich nicht enthalten, uneigennützig auszurufen:„Die Eier kosten bei uns ja allein das Stück 9 Pfg.; wie können Sie denn drei gebackene mit Brot zu 25 Pfg. geben?“ „Ei, wissen Sie, das nehmen wir nicht so, die Hühner laufen bei uns ja im Freien und kosten uns wenig.“ Ob auch ihre Säue im Freien umherliefen, dieweil ihr Vinterhinterschenkelfleisch so billig war, wagte ich nicht zu erfragen, um die einfache, natürliche Frau nicht zu beleidigen. Köstlich erquickt, dankten wir so recht von ganzem Herzen. Welch Kavakami schildert dann richtig, wie die Italiener im Adriatischen Meere schwere Schläge durch die Oesterreicher erleiden und läßt den Zusammenbruch ihres Heeres schließlich in Oberitalien südlich des Po erfolgen. Auch ein junger Kölner Gymnasiallehrer, Brünggel, der inzwischen auf dem Felde der Ehre gefallen ist, sagte in einer Rede im März 1913 die verdächtige Haltung des „an der Tiroler Grenze in Waffen starrenden Italiens“ in der Stunde der Entscheidung voll merkwürdiger Ahnung voraus. Aus dem Sommer 1913 hören wir dann von einer ähnlichen Prophezeiung des österreichischen Erzherzog=Thronfolgers Franz Ferdinand. Der Erzherzog, der bekanntlich seinen eigenen Tod vorausfühlte, sprach es damals auf seinem Schlosse am Prager Wildsee aus, daß Italien seine Verbündeten„in der Stunde der Gefahr“ im Stiche lassen werde. Noch bestimmter äußerte er sich eines anderen Tages auf Schloß Brioni:„Wenn einmal Krieg ist, werden die Italiener meine Villa'Este(bei Tivoli) und anderes stehlen...“ In der Tat lief im Januar d. J. durch die Zeitungen bereits die Nachricht, die Bürger von Tivoli wollten durch notariellen Akt von der berühmten Habsburgischen Villa„Besitz ergreifen". Professor Zurbonsen hat in seinem Buche Die Prophezeiungen zum Weltkriege 1914,15(Köln, Bachem), das in seiner umfassenden Zusammenstellung der Kriegsprophezeiungen und in seiner fesselnden Art ein überaus interessantes Dokument zum gegenwärtigen Weltkriege darstellt, die vorstehenden Angaben im einzelnen geschildert; auch die Voraussage des berühmten Ton Bosco in Turin(gestorben 31. Januar 1888) von dem„großen Kriege“, in den Italien verwickelt sein werde, sowie von dem neutralen Papsttum im Kriege deutet Zurbonsen an. Diese Voraussage stammt aus dem Jahre 1869, also vom Vorabend des deutsch=französischen Krieges. 10. Oktober 1915 Für die Rüche ( Aepfelschalen-Tee. Aepfelschalen, die in den meisten Fällen entweder weggeworfen oder als schlechtes Viehfutter verwandt werden, geben einen sehr guten und bekömmlichen Tee ab. Man trockne die guten Aepfelschalen entweder in der Sonne oder am Ofen und verwahrt sie dann in einem verschließbaren Gefäß an einem trockenen Ort auf. Bei der Zubereitung lasse man die Schalen, nachdem sie in siedendes Wasser gegeben sind, gründlich durchkochen, da sie dann dem Tee noch eine vorzügliche Farbe und einen guten Geschmack gebeu. Für die heutige Zeit ist diese Ersparnis besonders zu empfehlen. J. M. ((A) Billige, schmackhafte und sehr bekömmliche Art des Einmachens von Oreiselbeeren. Man nehme auf je ein Pfund Preiselbeeren ein Pfund Zucker, lasse dies auf dem Herde ziehen, gebe von dem sich bildenden Safte etwas in einen Kessel, dann je zwei Pfund gewaschene in kleine Stücke geschnittene Aepfel mit Schale und Kerngehäuse hinzu und lasse dies in dem Safte der Preiselbeeren dämpfen. Dann stampfe man und lasse durch ein Sieb passieren. Das gewonnene Kompott koche man mit den Preiselbeeren. Man erhält dadurch eine sehr haltbare, wohlschmeckende und billige Zugabe zu Fleisch usw. ohne nennenswerte Verluste. Frau J. Z. C0.. Gartenarbeit und Blumenpflege 0 Wöchentlicher Arbeitskalender für den Gemüsegarten. Arbeiten vom 10. Oktober bis 17. Oktober. Da alle Anzeichen darauf hindeuten, daß in diesem Jahre ein früher Winter zu erwarten ist, beginnt man nun schleunigst mit den Vorbereitungen für die Einwinterung der nicht frostharten Gemüse. Zum Aufbewahren der Gemüseernte eignen sich trockene, kühle Keller, die, um einen genügenden Luftwechsel zu ermöglichen, mit verschließbaren Fensteröffnungen oder anderen Lüftungsvorrichtungen, welche bei strenger Kälte mit Decken oder Stroh versehen werden können, besitzen. Außerdem müssen diese ein Unterschied zwischen dem belegten Brot in der Stadt aus den Händen der trinkgeldlüsternen Kellner und hier gereicht mit mütterlicher Güte! Natur und Kultur! Zum Schluß fragte ich, ob man auch Zutritt ins Innere: des Erlangerschen Lusthauses am Rhein finden könnte.„Ja, wir haben einen Schlüssel. Die Baronin hat uns aufzuschließen erlaubt, aber nur für bessere Leute.“ So kam ich in die Situation, in der sich einst mein Landsmann Riehl, weiland Kulturhistoriker an der Universität München, befand, als er im Schwetzinger Garten Einkehr halten wollte. Ueber dem Portal stand geschrieben: Nur Gebildeten ist der Eintritt gestattet. Tarfst du durch? fragte sich der Professor. Ter über Bildung entscheidende Lakai wird meine Kleider betrachten. Wird er mich als ungebildet ausweisen? Doch ich kann die Inschrift ja lesen— so bin ich doch gebildet: der Ungebildete kann sie nicht lesen, und so geht er hinein. Riehl wagte es und bestand vor dem prüfenden Diener. Die Baronin hat uns aufzuschließen erlaubt, aber nur für bessere Leute" Ich bin ja dessen gewiß, daß die Frau uns auf unseren Wunsch ausgeschlossen hätte. Aber ich betrachtete meinen Rock: dritte Garnitur, und dazu durch Schiff und Schilf geschleift! Mein „besserer Mann“ lag zu Hause: ich hatte ganz vergessen, Glacés anzuziehen und den Zylinder aufzusetzen. Die Schuhe waren auch nicht mehr rein. So hatte ich keinen Anspruch auf„bessere Leut". Dazu sprach ich nicht einmal hochdeutsch, sondern im heimatlichen Dialekt. Also durchaus keine Kennzeichen besserer Leutschaft! Ich mag auch einfach nicht, denn diesen Ausdruck kann ich hassen! Bessere Leut sind mir vor allem Leberts auf der Au! Wann werde ich wiederkehren? Die Hattenheimer Nachbarn kommen, wenn der Rhein zugeht, und schütteln denen drüben die Hand. Das erzählen sie dann wie ein Märchen ihren Kindern, die dann auch warten, bis der Rhein wieder einmal vereist ist. Dann werde auch ich, falls ich's erlebe, gewiß dabei sein und triumphierend ohne Zeppelin und Flugzeug direkt wiederkehren zu Leberts auf der Au. ume so groß sein, daß jede Gemüseart abgesondert und nicht rängt lagern kann. Bessere Weine und Obst dürfen nicht Räume gedrangt..— zusammen mit Gemüsen, besonders nicht mit Kohlgewächsen aufbewahrt werden, da der Wein und das Obst leicht einen unangenehmen Beigeschmack erhalten. In einen vollkommen eingerichteten Gemüsekeller gehören auch Lattengestelle zur Lagerung von Kohlarten. Der Aufbewahrungsraum ist vor der Einbringung der Ernte, falls dieses nicht schon im Frühjahr geschehen, vollständig zu reinigen. Die Wände werden abgestaubt, womöglich auch geweißt, der Boden und die Stellagen gescheuert. Danach muß man so lange lüften, bis alles gründlich abgetrocknet und der geringste Geruch vollständig gewichen ist. Peinliche Sauberkeit ist die Grundbedingung für die Frischhaltung der Gemüse. Um die Gemüse, die zur Ueberwinterung mit den Wurzeln eingepflanzt werden müssen, unterzubringen, errichtet man im Ueberwinterungsraume ein etwa 1,20 Meter langes und 80 Zentimeter breites. 30 Zentimeter hohes Beet aus feuchtem Sand, mit leichter Erde vermischt. Außer diesem Beet schaffe man schon eine genügend große Menge Sand und Erde zum späteren Einschichten der Wurzelgemüse dorthin. Sind keine geeigneten odr genügend großen Kellerräume vorhänden, so kann die Aufbewahrung der Gemüse im Freien, in Erdmieten erfolgen. Diese Mieten werden an einer geschützt liegenden, durchaus grundwasserfreien, ebenen Gartenstelle errichtet. Hier wirft man den unterzubringenden Erntemengen eutsprechend, eine beliebig lange, etwa 40 Zentimeter tiefe und ein Meter breite Grube aus, deren Boden sorgfältig eingeebnet und dann festgestampft wird. Rund um die Miete, in etwa 80 Zentimeter Abstand davon legt man noch einen Graben an, der den Zweck hat, die Winterfeuchtigkeit abzuleiten. Alle ausgehobene Erde bleibt in der Nähe der Grube liegen, da sie später zum Abdecken der eingewinterten Gemüse noch benötigt wird. Außerdem besorge man sich jetzt schon einiges Langstroh oder trockenes Kartoffelkraut, das bis zum Gebrauch trocken aufbewahrt wird. Mit dem Einbringen der meisten Gemüse in die Ueberwinterungsstätten kann man je nach den örtlichen Verhaltnissen und der Witterung noch ein bis zwei Wochen warten, da es ein Fehler ist, die Gewächse zu früh aus der Erde zu nehmen. Eine Ausnahme machen einige sehr kälteempfindliche Wurzelgewächse, die Rettiche und Roten Beete. Diese gräbt man schon bald an einem trocknen Nachmittage aus dem Boden und läßt sie einige Zeit flach ausgebreitet abtrocknen. Dann schneidet man die Blätter bis auf die Wurzelkrone ab, aber ohne Verletzung der Knolle; denn die Roten Beete verbluten und verlieren im Kochen ihre schöne rote Farbe, wenn ihre Wurzeln beschädigt werden. Rettiche und Rote Beete werden lageweise mit sandiger Erde durchschichtet, die Blattkrone nach außen gerichtet, im Keller gelagert. Geschieht die Ueberwinterung in Erdmieten, so schichtet man die Knollen etwa ein Meter hoch dachförmig auf und bedeckt sie mit Langstroh, auf das man noch einen Teil der ausgehobenen Erde bringt. In die Mitte des Haufens steckt man einen Strohwisch, damit der sich entwickelnde Dunst abziehen kann. Im Garten räumt man nun die Stangenbohnenbeete ab, da die etwa noch an den Stauden befindlichen Blüten sich jetzt doch nicht mehr zu erntefähigen Hülsen entwickeln können. Die kostspieligen Stangen überwintert man möglichst trocken an einem überdachten Ort oder legt sie auf ein Gestell, damit die unteren Teile nicht mit dem feuchten Boden in Berührung kommen und abfaulen. Zu alte oder zu umfangreich gewordene Rhabarberstauden werden unter möglichster Schonung der Wurzeln ausgegraben und geteilt, doch so, daß jedes Stück eine kräftige unverletzte Triebknospe behält. Die geteilten Pflanzen werden an einen anderen Platz, in zwei Spatenstiche tief umgegrabenes, gut gedüngtes Land auf ein Meter Abstand wieder eingesetzt. Gartenbesitzer, deren Grundstück viel unter Wühlmäusen zu leiden hat, stecken jetzt mit Strychnin vergiftete Möhren in die Gänge der Tiere, da sich das Ungeziefer bei Kälte dorthin zurückzieht. 9000000f 00r r 0mm 2r0.. ——„ * 2 Spiel= und Rätsel=Ecke Streichholz-Aufgabe. Durch Umlegen von nur 3 Streichhölzchen sollen aus obigem Kreuz drei zusammenhängende Quadrate gebildet werden? Wie ist dies zu machen? Abstrich-Rätsel. Garbe Okuli Stiel Lehne Gramm Bande Weiler Samum Koloß Klasse Blase Treiber. In jedem der vorstehenden 12 Worte soll ein Buchstabe gestrichen werden. Es entstehen dadurch neue Worte, während die gestrichenen Buchstaben, zusammengestellt, den Namen eines österreichischen Heerführers im gegenwärtigen Kriege nennen. Das Festmahl. Ananas Blumenkohl Damwild Eis Endivien=Salat Lachs Nürnberger Gebackenes Ochsenschwanzsuppe Poularde Rhabarber Tomaten. fand, Wer wissen will, bei welcher Gelegenheit dieses Festmahl statt nd, ordne die Speisen anders. Die Anfangsbuchstaben werden dann— zusammengezogen— Aufschluß geben. Auflösungen der vorigen Sonntags=Beilage. Buchstaben=Rätsel: Kush)pfer(). Versteck=Rätsel: 1. Duena. 2. Bug. 3. Newa. 4. Lena. Bilder-Rätsel: Wir stehen fest und unverzagt, Bis uns ein goldner Frieden tagt! (Nachdruck und Nachbildung aller Teile untersagt.) Verantwortlicher Redakteur i..: H. Müller in Köln. Rotationsdruck und Verlag von J. P. Bachem in### 10. Oktober 1915 Nr. 41 „ Aenderungen im 3 n: Kölner Kirchen=Kalender: = soweit uns solche dis Donnerstagabend bekannt geworden sind.; Katholischer Gottesdienst vom 10. bis 16. Oktober 1915. Die frühesten heiligen Messen werden morgens um 5 Uhr im Dom, — die spätesten um 11½ Uhr im Dom und in den Pfarrkirchen Herz Jesu, St. Ursula, St. Maria=Himmelfahrt(Marzellenstraße) und St. Aposteln gelesen. St. Alban. Sonntag: H. Messen:.30,.30 gem. Komm. d. Jungfrauen=Kongr.,.15 Hochamt, 11 Predigt, nachm..15 Christenlehre m. Andacht, 3 Andacht der Jungfrauen=Kongr,.30 Rosenkranzandacht mit Dredigt.— An den Wochentagen: H. Messen:.30,.15 Rosenkranz= Segensmesse,.30. Abends.30. Rosenkranzandacht seitens der Jungfr.= Kongregation für alle Gläubigen.— Mittwoch: Abds..30 Rosenkxanz= andacht seitens der Jungfr.=Kongr. für alle Gläubigen.— Freitag: Abds. .30 Rosenkranzandacht seitens d. Jungfr.=Kongr. für alle Gläubigen. Samstag: Abds..30 Salveandacht. St. Andreas. Sonntag: Beschluß der Rosenkranzfestoktav. 13stündiges Gebet. Hl. Messen 6, 7(Kinderkomm), 8, 9 feierl. Hochamt, 10 u. 11; nachmitt. 12 Betstunde für die Verstordenen, 2 Betstunde der Schulkinder, 3 Vesper, 5 feierl. Komplet,.45 Rosenkranz=Andacht, darnach Schlußpredigt, Lauret. Litanei, sakrament. Umgang u Tedeum.— An Wochentagen: H. Messen 6,.15, 8 u. 9; abds. 6 Rosenkranzandacht, zugleich als Kriegsandacht.— Freitag:.30 Kreuzwegandacht. St. Aposteln. Sonntag: H. Messen.30,.30 m. Predigt,.30 m. Pred,.30 m. Komm. der Pfarrjugend,.30 Hochamt, 10.45 m. Pred., 11.30 m Pred.; nachm..30 Danksagungsand. m. Christenlehre, 6 Rosenkranzandacht m. Pred.— An den Wochentagen ist abends 6 Rosenkranz= andacht, auch wird in der h. Messe.30 der Rosenkranz vorgebetet.— Freitag: Letzter Festtag zu Ehren der h. 14 Nothelser,.30 Nothelfermesse 9 Hochamt, 10.30 letzte h. Messe, nachm. 5 Festandacht zu Ehren d. h. Nothelfer mit Predigt, Reliquienprozession. Tedeum, seierl. Beschluß der Andacht.— Donnerstag ist von 5 Uhr an Gelegenheit z. h. Beichte.— Sonntag ist in der h. Messe.30 h. Komm. d. Jungfr.=Kongr., nachm. 6 seierl. Aufnahme der neuen Mitglieder. Dominikanerkirche zum h. Kreuz(Lindenstraße). Sonntag: Fest des h. Ludwig Bertrandus, Bek. aus d. Dominikanerorden. Vollk. Ablaß. H. Messen:.30, 6, 7, 8,.30 Hochamt, II mit Predigt. Abds. 6 Rosenkranz. Predigt, Prozession u. sakr. Segen.— Während d. Oktober=Monates ist jeden Abend 7. Samstags.15 Rosenkranz und sakr. Segen. Franziskanerkirche(Ulrichgasse). Sonntag: H. Messen:.30, 6,.30 (Konventsmesse, 7. 8 für die Schüler des Kaiser=Wilhelm=Gymnasiums, 10 deutsche.ngmesse mit kurzer Predigt, nachm. 3 Versamml. d. 3. Ord. mit Aufnahme, abds..40 Rosenkranz, 7 Predigt,.30 Kriegs= u. Segensandacht.— Montag: H. Messen:.30, 6,.30 Konventsmesse. 7 und 8. — Dienstag:.30 Aussetzung,.25 Schülermesse, abds. 6 Antoniusandacht. — Donnerstag:.25 Schülermesse.— Die Rosenkranz=Andacht wird gehalten während der Konventsmesse um.30 vor ausgesetztem hochw. Gute, am Schlusse ist sakr. Segen. St. Jakob. Sonntag: H. Messen: 6 mit Rosenkranzgebet, 7 mit Pred. u. gem. h. Kommunion der Knaben u. des Jünglingsvereins,.15 Gymnasialmesse mit Pred.,.30 feierl. Hochamt. 11 mit Predigt, nachm..30 Andacht u. Christenlehre, 6 Andacht zur allerhlst. Dreifaltigkeit m. Festpredigt u. Aufnahme neuer Mitglieder in die Bruderschaft.— Montag: H. Messen: 6 mit Rosenkranzgebet,.15, 9, abds. 6 Rosenkranzandacht, so alle Tage.— Mittwoch: 8 Gymnasialmesse— Freitag: 6 Kreuzwegandacht.— Samstag: 8 Gymnasialmesse.— Die Aufnahme in die Dreifaltigkeitsbruderschaft geschieht bei der Abendandacht durch Auflegen des Skapuliers. Das Einschreibegeld beträgt 50 Pfg., der jährliche Beitrag 60 Pfg., der ganz für die Negermission verwandt wird. St. Johann=Baptist. Sonntag: Hl. Messen: 6, 7 mit gem. h. Komm. der Mädchen der Volksschulen, 8 Herz=Jesu=Messe,.30 Hochamt, 11 mit Pred.,.30 Danksagungs=And., 5 Pred., dann Rosenkranzand.— Montag: H. Messen: 6,.15 und.30.— Mittwoch: Abds. 9 Sühneandacht.— An den Wochentagen morg..15 h. Messe mit Rosenkranzgebet, abends 7 Kriegsandacht, Samstags mit Salve=Andacht. St. Kunibert. Sonnta: Fest d. h Bruno. H. Messe: 6, 7(Pred.), 8 Kom. der Knaben, 9 Hochamt, feierl. m. Seg., 10(Pred.), 11(Pred.), 12; 2 Christenlehre, 6 Rosenkranz=Andacht, Fest=Predigt und Tedeum..s heutige Kollekte ist für unsere Kirche bestimmt und wird sehr empfohlen Jeden Abend 6 Rosenkranz=Andacht.— Mittwoch: 3 Versammlung der Frauenkongregation mit Predigt.— Freitag: 1. Fasten=Freitag! Abends .15 Rosenkranz, Predigt und Segen.— Nächsten Sonntag: 7 Kom. der Jungfrauenkongregation, 8 Kom. der mittl. Mädchenschule.— Krankenund Dienstwoche: Kpl. Reinartz. St. Maria in Lyskirchen. Sonntag:(Gallus): H. Messen: 6, 7 gem. h Komm. der Jünglings=Kongr.,.15 gem. h. Komm. der Mädchen der Volksschule,.30 Hochamt, 11(Predigt). 2 Christenlehre und Rosen kranzandacht, 530 dieselde Andacht mit Predigt.— Montag: Bruno. Hl. Messen: 6 30,.15 Segensmesse mit Rosenkranzandacht(Mädchen der Volksschule),.15 Gestiftetes Anniversar mit Laudes für Johann Klespe. Abds..30 Kriegsandacht.— Dienstag: Maximilian. H. Messen:.30, .15 Segensmesse mit Rosenkranzandacht..30 Gest. Anniv. für Clemens Anion Linden. Abds..30 Kriegsandacht.— Mittwoch: Eduard. Hl. Messen:.30,.15 Segensmesse mit Rosenkranzandacht(Knaben der Volksschule), 8 Exequien für den am 10. Sept. in Frankreich gefallenen Helden: Heinrich Weingarten,.30 Rosenkranzmesse für Heinrich Wallburg, 5 Veaimml. des Müttervereins,.30 Kriegsand.— Donnerstag: Callistus. H. Messen:.30,.15 Segensm. m. Rosenkranzand.,.30,.30 gestift. Anniv. für Eduard Euskirchen. Abds..30 Kriegsand.— Freitag: Therese. H. Messen:.30,.15 Segensm. m. Rosenkranzand.,(Mädchen d. Volksschule,.30 Jahresgedächnis für Mathilde Weyland geb. Weber. Abds..30 Kriegsandacht,— Samstag: Elibius. H. Messen:.30 Kleines Feuillton„ C Jan un Griet. Op dem Hoff do e Trüppche vun Feldgraue sitz; Se han evvens jet Rauh, amüsiere sich jitz. Un der Jan un et Griet, ehre koßbarste Schatz, Die sin och op dem Hoff do, un beidse sin schwatz. Wann om Hoff nor’ne Feldgroe deit zeige sich, Sin der Jan un et Griet op dem Hoff och suglich. Op de Deutsche jo jeder vun inne jet hält; Un se wesse, jet Godes och av för se fällt. Un et Griet, nä wat eß dat versesse op Woosch; Toch der Jan, dä hät immer su gän e Stöck Knoosch. Wann der Jan kütt zo höppe, et Griet och glich springk; Mallich weiß, beienein nor die beidse mer fingk. Un se halde zosamme wie Klette su faß; Die Zaldate am Jan un am Griet hau vill Spaß. Wie se tooz dat französische Dörp han besatz, Han die zwei se gefunge, ganz hungrig un schwatz. Un se han se gebraht en et neue Quateer. Un der Jan un et Griet han gefresse för veer, Han sich aot och gescheck en dä neue Bedrevy, Woodte deck do un rund; nor dat Schwatze, dat blevv. Söns et Griet heesch„Minu“, un der Jan dä heesch„Schack“ Doch dä Feldgroe klung dat zo avgeschmack. Ene Kölsche och glich se dann ömdäufe dät; Hä eß stolz op de Name, su stolz wie e Pääd. Un jitz spille om Hoff se, die zwei, die su schwatz, Un der Jan eß en Rav un et Griet eß en Katz. Gertrud Elisabeth. Soionia. sonntagsbellage zum Kölner Local-Auzeiger. Rosenkranzmesse für Kaspar Welter u. Eva geb. Steinheuer,.15 Segensmesse mit Rosenkranzandacht(Knaben der Volksschule),.30 gest. Anniv. f. Tillmann v. Cusino. Abbs..30 Salve= und Kriegs=Andacht.— Sonntag: Hedwig. Hl. Messen: 6, 7 gem. h. Komm des Müttervereins,.15 gem. h. Komm. der Knaben der Volksschule,.30 Hochamt, 11(Predigt). 2 Christenlehre u. Rosenkranzandacht,.30 Rosenkranzandacht m. Pred. St. Maria Himmelfahrt. Sonn'ag: H. Messen: 6, 7, 8 mit Predigt, 9, 10 Hochamt, 11.30 letzte h Messe mit Predigt. Nachm..30 Kinderandacht mit Christenlehre, 5 Rosenkranzandacht mit Predigt.— Montag: H. Messen: 6,.30, 7,15 Rosenkranzmesse mit Segen, 9 Jahrgedächnis für Hrn. Alois Nießen.— Dienstaa: H. Messen: 6..30,.15 für alle gefallenen Krieger Rosenkranzmesse mit Seg., 8 Gymnasialmesse— Mittwoch: H. Messen 6..30,.15 Rosenkranzmesse mit Segen, 9 von seiten des Kirchenvorstandes Requiem für Hr. Franz Ludwig Finke.— Donnerstag: H. Messen: 6,.30,.15 Rosenkranzmesse mit Segen, 8 Gymnasialmesse.— Freirag: 6,.30,.15 Rosenkranzmesse mit Segen für Frau Terese Behrmann. 4 Predigt u. Andacht.— Samstaa: H. Messen 6,.30,.15 Rosenkranzmesse mit Segen, 9 Jahrgedächnis für Hr. Reichsgerichtsr. Remele, abds. 7 Salve=Andacht. St. Maria im Kapitol. Sonntaa: H. Messen: 6, 7,.15,.30 Hochamt, 11 mit Pred.; 2 Christenlehre, 5 Rosenkranzandacht mit Pred.— An den Wochentagen: H. Messen: 6,.30,.15 Segensmesse mit Rosenkranzgebet,.30, 10.— Freitag: nachm. 5 Andacht zur schmerzhaften Gottesmutter. St. Maria in der Kupfergasse. Sonntag: 6 Frühmesse mit Diedigt, 7 Herz=Jesu=Messe, gem. h. Komm. der Kinder, 8 Schulmesse der Königin=Luise=Schule mit Predigt, 9 Kindermesse mit Ansprache, 10 Hochamt, .15 letzte h. Messe mitPredigt; nachm..30 Christenlehre u. Kommuniondanksagungsandacht,.30 Rosenkranzandacht mit Predigt.— Wochentaas: H. Messen 6,.30,.15,.30, 10; letztere mit sakr. Segen. Jeden Abend.15 Rpsenkranzandacht. St. Mauritius. Sonntag: Fest des h. Dionysius mit 13stündigem Gebet. H. Messen: 6 Aussetzung des Allerheiligsten, 7, 8, 9 feierl. Hochamt, 10 und 11; 12—1 Betstunbe für die Abgestorbenen,—3 Betstunde für die Schulkinder, 3 Vesper,—5 Betstunde für die Dionysius=Bruder= schaft,.30 Festpredigt, Komplet, Tedeum und sakrament. Segen. In der Messe um: ist gemeinschaftl. h. Kommunion für die Kinder der Schule am Mauritiuswall.— Montag: 9 feierl. Seelenamt für alle Verstorbenen der Dionysius=Bruderschaft St. Michael. Sonntag: H. Messen: 6 mit Pred.,.45,.30 mit gem. h. Komm. der Jungsrauen=Kongregation u. des Mütter=Vereins,.30 mit Pred. für das einquart. Militär,.30 Hochamt. 11 mit Predigt für das im Krieg gefallene Mitglied des Pfarrvereins P. Lorenz;.30 Christenlehre, 4 Danksag.=Andacht f. d. Jungfrauen=Kongregat., 6 Rosenkranz= Andacht mit Predigt für Heer u. Vaterland.— Montag u. Wochentags h. Messen: 6,.15,.45,.30.— Jeden Abend 6 Rosenkranzandacht.— Dienstag 9 Exequien für Garde=Füselier P. Lorenz, Mitgl. d. Kirchl. Gemeindevertretung von St. Michael. Minoritenkirche. Sonntag: H. Messen 7,.30 feierl. Hochamt, ¼10 u. 11 mit Pred., 5 Andacht mit Pred. für Dienstmädchen, 8 Kriegsandacht mit Pred.— Montag: 7, 8, 9 h. Messen.— Dienstag: 7, 8, 9 h. Messen, 5 Andacht zu Ehren des h. Antonius.— Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag: 7 u. 8 h. Messen. St. Severin. Sonntag: H. Messen:.30 mit Pred.,.30,.30 mit gemeinsch. h. Kommunion der Knaben,.45 Hochamt, 10 u. 11 mit Pred., .30 Christenlehre u. Andacht,.30 Predigt u. Andacht, 7 Rosenkranzand. Montag: 8 Severinusmesse. Jeden Abend.15 Rosenkranzandacht.— Donnerstag:.15 Segensmesse.— Freitag:.15 Kindersegensmesse.— Samstag:.30 Beichtgelegenheit. Ursulinenkirche. Sonntag: H. Messen: 8, 9; 12 Andacht.— Von Mittwochabend an abends 7 Ursula=Andacht. St. Matthias(Köln=Bayenthal). Sonntag: H. Messen:.30 mit gem h. Komm. der Kinder, 1/8 mit Pred., 9 Hochamt, 10 Militärgottesdienst mit Predigt, 11 mit Predigt; nachm. 3 Kriegsandacht.— Am nächsten Sonntag gem. h. Kommunion der Marian. Jungfrauen=Kongregation. Kameliterinnen Köln=Lindenthal, Dürenerstr. 89. Die h. Messe beginnt täglich um.30, im Monat Oktober mit Rosenkranzandacht und Segen.— Freitag: Fest der h. Theresia(vollk. Ablaß). 730 u. 8 h. Messe, .30 Hochamt m. Segen, 5 Komplet u. Predigt. Nach dem Gottesdienst Verehrung der Reliquien der h. Theresia. St. Stephan(Lindenthal). Sonntag: H. Messen: 6. 7 Kommun. der Männer u. Jünglinge, 8 mit Predigt(Realgymnasium), 9 Hochamt. 10.15 u. 11.15 mit Predigt;.45 Andacht für die Jünglings=Kongregation,.30 Christenlehre und Andacht zu den h. Engeln, 6 Rosenkranz=Andacht mit Predigt.— An Wochentagen h. Messen um 6,.15, 8.— Donnerstag: .15 gest. Segensmesse.— Jeden Abend 6 Rosenkranzandacht. Rektoratkirche Melaten. Sonntag: H. Messen: 7 mit Predigt u. gemeinschaftl. h. Kommunion der Jungfrauen, 9 mit Rosenkranz; nachm. 3 Christenlehre und Kriegsandacht.— Täglich.15 h. Messe mit Rosenkranz. St. Bonisatius(Köln-Nippes). Sonntag: H. Messen: 6,.30 Kommunion der Jünglinge,.45 Militärmesse, 10 Hochamt, 11.15; 3 Andacht mit Christenlehre,.30 Rosenkranz=Andacht mit Predigt.— Nächsten Sonnlag cemeinschaftliche h. Kommunion der Jungfrauen des Rektorates. St. Joseph(Köln=Nippes). Sonntaa: H. Messen: ¼46, 7(Pred.), 8(Pred.), Monatskommunion der Jungsr.=K. u. d. schulentlass. Mädchen .30 Hochamt, 11(Pred).: nachm. 3 Andacht u. Christenlehre,.30 Vers. der Jungfr.=Kongr.,.30 Rosenkranz=Andacht.— Werktags: 7 KriegsRosenkranz=Andacht. St. Engelbert(Köln=Riehl): Sonntag: H. Messen: 6,.30 m. gem. h. Kommunion der Jünglinge u. Knaben,.30 Hochamt u. 11;.30 Christenlehre u. Andacht, 7 Rosenkranz= und Kriegsandacht. Wochentags: Hl. Messen:.15 u..10; abends 8 Rosenkranzandacht. St. Nikolaus(Köln=Sülz). Sonntag: H. Messen: 1/6, 1/47 gem. h. Kommunion des Jünglingsvereins, ¼8 mit Predigt, h. Komm. der Kinder der Schule Berrenratherstr., ½9 Hochamt,.50, 10.30 mit Predigt, 11.30 mit Predigt, ¼2 Dankandacht des Jünglingsvereins,.30 Christenlehre. 6 Rosenkranz=Andacht mit Predigt.— An den Wochentagen sind die h. Messen 6,.30,.15(Schulmesse),.30. Jeden Abend der Woche ist abds. .30 Rosenkranzandacht.— Samstag: 13 Beichte der Kommunionkinder aus d. Schule Lohrbergstr.— Sonntag: ¼7 gem. h. Komm. der Jungfrauen=Kongr., ¼8 Komm. der Kinder der Schule Lohrbergstr. 6 Fliegerlos. Ein Erlebnis an der Westfront. Von Rolf Roeingh, z. Zt. im Felde. Schon seit einer Stunde schickt die feindliche schwere Artillerie ihre Granaten in das Hinterland unserer Front. In Abständen von fünf Minuten kommen, die„alten Herren", wie unsere Jungens die schweren Geschosse benannt haben, langsam und voller Würde durch die Luft und pfeifen sich ihr Lied dabei: „Machen Sie doch ein bißchen Pl—atz!“ und krachend lassen sie sich nieder. Srrrrr— ein anderer ungebetener Gast erscheint jetzt über den Schützengräben und steuert geradewegs auf die Niederlassung der„alten Herren“ hin, ein leichtbeschwingter Gefelle, dessen Lied etwas einförmig klingt, immer das gleiche Summen, wobei er sich tänzelnd im Sonnenglaste wiegt. Wahrscheinlich der Beobachter, der die Wirkung der schweren Granaten erkunden und die Schüsse einrenken will. Wieder hat er einem neu ankommenden Herrn seinen Platz gewiesen— da blitzt dicht neben ihm ein silbernes Wölkchen auf, da noch eins, drei, vier— jetzt haben sie sich wie ein Blütenkranz um den großen Vogel gelegt und wollen ihn nicht durchlassen. Doch schnell und gewandt entschlüpft der Flieger. Seine Maschine schraubt sich höher hinauf, um aus der gefährlichen Höhenschicht zu kommen. Da blitzt es noch zweimal auf, doch scheinen die Sprengpunkte zu tief zu liegen, als daß sie dem Flieger schaden könnten. Jetzt legt er sich auf die Seite und macht eine kühne St. Martin(Köln=Vingst). Sonntag: H. Messen: 6(gem. h. Komm. der Jünglings=Kongr., 8(insbes. f. d Schulkinder. gem. h. Kommunion der jüng. Knaben, Pred.),.15 Hochamt für die gefall. Krieger aus der Gemeinde(Pred.), 10.30 deutsche Singmesse(Pred.); Andachten: 1(Marian. Jünglings=Kongr.; Ansprache), 2 Christenlehre. 5 Rosenkranzandacht. St. Antonius(Köln=Mülheim). Sonntag:.30 Frühmesse mit Pre digt, 8 gem. h. Kommunion der l. Knab=nabteilung,.30 Hochamt als Jahresamt für die verst. Frau Anna Maria Heumann geb. Meller, 1 letzte h. Messe mit Predigt, 3 Christenlehre, 5 Rosenkranz=Andacht mit Predigt.— Montag: 5 Jahresamt für das verst. Frl. Sophie Floßbach. Jeden Abend 7 Rosenkranz=Andacht.— Mittwoch: Vor 8 Monatskom. der Frauenkongr, nachm. 3 Versamml. der Frauenkon#r. mit Predigt Freitag: 8 gestift. Hochamt für die Ehe eute Joseph Kierdorf.— Nächsten Sonntag:.30 gem. h. Komm. der Jungfrauenkengr., 8 gem. h. Komm. der jüngeren Mädchenabteilung. Herz=Jesu(Köln=Mülheim. Sonntag: H. Messen: 6 mit kurzer Pred., .15 mit Pred. u. General=Kommunion der Männerkongregation, des A: beitervereins, der Jünglingskongregation und der Knaben,.15 m. Dred. (Gymnasium)..30 seierliches Hochamt für die lebenden und verstorbenn Mitglieder des Arbeitervereins. 1I mit Pred.; 3 Sakraments=Andacht und Christenlehre, 4 Danksagungsandacht für die Männer u. Jünglinge, .15 Andacht in allgemeinen Nöten und Anliegen. Allerheiligenlitanei um gedeihliche Witterung und Predigt.— Montag: 7 Herz=Jesu=Segensmesse für die Kinder.— Dienstag: Abds. 7 Rosenkranzandacht um den Frieden.— Freitag: Abds, 7 Kreuzwegandacht zur Kriegszeit.— Nächsten Sonntag gemeinschaftliche h. Kommunion der Jungsr.=Kongreg. Klemenskirche(Köln=Mülheim). Sonntag: H. Messen: 8(städt. Lyzeum, Predigt), 9(Pred.),.15 Andacht m. Pred. für die Jünglingskongregation. St. Maria=Himmelfahrt(Köln=Mülheim). Sonntag: H. Messen: .45, 7, 8(Pred.), 9(Pred.), 10(Hochamt), 11(Pred.). Nachmittagsandachten: 2 für die jüng. Kinder, 3 Christenlehre, 5 Abendandacht mit Predigt. St. Mauritius(Köln=Mülheim). Sonntag: H. Messen 7,.15, ¼10 u. II. 7 gem. h. Kommunivn der Jünglingskongr.,.30 Christenlehre, 5 Andacht m. Pred. f. d. Jünglingskongr.— Dienstag: abds..30 vierte Andacht zu Ehren des h. Antonius m. Rosenkranz.— Mittwoch:.30 keine h. Messe— Freitag: abds..30 Rosenkranzandacht. Hederlanders en Vlamingen. Zaterdagavond a. s. van—8½ uur Biechtgelegenheid, Kolumbakerk.— Zondagavond a. s. om 6 uur lof met predikatie, Ursulinenkerk Machabäcrstrassc; na alloop vergadering Christophstraße 23. Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 10. Oktober 1915. Antoniterkirche: morg..30(Fliedner), abds..30(Becker), Christuskirche: morg. 8(Nack), morg. 10(Wagner). Lutherkirche:.30 Rahlenbeck). Trinitatiskirche: morg. 10(Goering), Betsaal, Machabäerstraße 28: morg..30(Nack). Krankenhaus: morg..30 Becker). Obdachlosenasyl: morg. 8(Elsas). Kindergottesdienste: Antoniterkirche 11.30(Lesser), Christuskirche 11.30(Becker), Lutherkirche 11.15(Goering). Trinitatiskirche 11.30(Nack), Vereinshaus 11(Hötzel), Herwarihstraße 7 11.30(Wendland, Betsaal, Machabüerstr. 26, 11.30 (Liz. Radecke). Taufen und Trauungen: nachmittags 3; Antoniterkirche (Rahlenbeck), Christuskirche(Becker), Lutherkirche Goering), Trinitatiskirche(Nack), Taufen Betsaal, Machabäerstraße 26. 12.30(Liz. Radeche) Kollekte zum Besten des Vereins Hoffnungsthal für die Obdachlosen der Stadt Berlin. Garnisonkirche: morg. 10(Garn.=Pfr. Hartmann), morg. 11.15 Kindergottesdienst(Kand. Selmke). Bayenthal: morg. 10 (Rathschlag), morg. 11.15 Kindergottesdienst(derselbe). Deutz: morg..30 (Bäcker), Einführung durch Herrn Superintendent Rehse. morg. 10.45 Kindergottesdienst, morg. 11 Kindergottesdienst in der Schule Mülheimerstraße. Ehrenfeld: morg. 10(Pellmann), morg. 11.15 Kindergottesdienst (ders.), morgens 12 Taufen(Pellmann). Kalk: morg. 8((Junkereit), Presbyterkirche, morg. 10(van den Bruck), morg. 11.30 Kindergottesdienst ders.) Ev. Krankenhaus: morg..15(Luyken), Kath. Krankenhaus: morg. 8,30(van den Bruck). Humboldtkolonie: morg. 10 (Luyken), morg. 11 Kindergottesdienst(derselbe). Lindenthal: morg. 10 (Weller), morg. 11.30 Kindergottesdienst(derselbe), abds. 6(Schmick), 12.30 Taufen(Weller). Lindenburg: morg..15(Schmick). Nippes: morg. 8(Selmke), Lutherkirche: Militär= und Gemeindegottesdienst, morgens 10(Geß), 11.15 Kindergottesdienst(ders.) Riehl: Betsaal, morg.? (Geß), morg. 11.15 Kindergottesdienst f. a. Wochengottesdienste und Bibelstunden. Köln: Dienstag 4 Klara=Elisenstift(Boering), Mittwoch 8 Marthastift(Wendland). Mittwoch.30 Antoniterkirche: Kriegsandacht(Becker), Donnerstag,.30, Herwarthstr. 7, Bibelstunde für jedermann fällt bis auf weiteres aus. Freitag, 9 im Jugendvereinshause(Antoniterstraße) Kriegsbetstunde(Hötzel).— Braunsfeld: Freitag, abds..30 Ziegelstraße 2h(Kraus).— Deutz: Dienstag,.30 Bibelstunde. Mittwoch. .30 Kriegsgebetstunde.— Efferen: Dienstag, abds..30 Steinstr. 60 (Schmick).— Kalk: Presbyterkirche, Donnerstag, abds..30 Kriegsandacht(Lynken).— Lindenthal: Donnerstag, abds..30 Gemeindehaus, Lindenthalgürtel 32(Schmick).— Nippes, Lutherkirche: Mittwoch 8. Kriegsandacht fällt aus.— Riehl, Betsaal: Donnerstag. abds. 8. Kriegsandacht fällt aus.— Zollstock: Donnerstag,.30 Kriegsandacht (Rathschlag). Evang.=lutherische(nicht unierte) Kirche, Pantaleonswall 4. Vorm..30 Predigt(Kuhlmann), 11 Kindergottesdienst; nachm. 6 Uhr Abendmahlsseier.— Mittwoch: 8 Betgottesdienst. Israelitischer Gottesdienst in beiden Senagogen. An Wochentagen: Sonntag, den 10. bis Freitag, den 15. d.., morg. 7, abds.(Glochengasse).15, abds.(Roonstr.).30; Sabbath, den 16. Okt: Vorabend.30, morg..45, Minchah(Glockengasse) 3. Jugendgottesdienst (Roonstraße) 3, abends.19. Schwenkung. Er nimmt den Kurs nach Nordwest zu den feindlichen Stellungen hin, verfolgt von den platzenden Schrapnells und Granaten, die im Aether verschwimmend im Zickzack den Weg des fliehenden Flugzeuges kennzeichnen. Schon hat es den Anschein, als sollte er glücklich wieder nach drüben kommen, da setzt sich dicht vor die Maschine ein neues Wölkchen, als wollte es ihr den Weg verlegen. Der Apparat neigt sich nach vorn und gleitet plötzlich blitzschnell steil abwärts. Schon glauben wir ihn getroffen, da richtet er sich vielleicht 100 Meter tiefer elegant wieder auf und raft weiter. Doch auch hier ist er nicht sicher. Eine andere unserer Batterien scheint ihn aufs Korn genommen zu haben, denn dicht rechts neben ihm kracht eine Explosion. Sofort biegt er nach links, da— im nächsten Augenblick verschwindet der Apparat in einer Wolke.„Volltreffer!“ sagt der junge Leutnant, der nehen mir dem tollkühnen Fluge zugeschaut hat. Die Explosion hat den einen Flügel abgerissen, und wie eine vom Wind herabgewehte, im Wirbel sich drehende Lindenblüte fällt das Flugzeug zur Erde nicht weit von unserer Batterie. Bald darauf sind wir an der Absturzstelle und können den Tod der beiden Insassen feststellen. Zwei junge Offiziere haben den Heldentod gefunden. Kriegerlos. Der Apparat ist völlig zertrümmert. Am folgenden Morgen sind die beiden tapferen Feinde mit allen kriegerischen Ehren bestattet worden. Ein großer Lorbeerkranz schmückt ihre Ruhestätte, dreimal krachte die Salve über ihrem Grabe. 8